Ursula Poznanski & Arno Strobel – Anonym

Nach ihrem ersten fulminanten Thriller legen die beiden Bestsellerautoren Ursula Poznanski und Arno Strobel mit ihrem zweiten Buch endlich nach. Die Messlatte liegt bei beiden Autoren für sich schon hoch, auch ihr erstes gemeinsames Buch überzeugte nahezu auf ganzer Linie, umso gespannter war ich, ob sie mich auch mit dem neuen Buch überzeugen können. Und so viel sei verraten: Sie haben sich mit „anonym“ selbst übertroffen!

Das Buch beginnt mit einem gruseligen Prolog, in dem ein Mädchen auf grausame Weise umgebracht wird. Danach beginnt die eigentliche Geschichte, und zwar ziemlich bald mit dem ersten Leichenfund. Ein Anwalt hat Scherben geschluckt und ist elendig verblutet. In dem Fall ermitteln Daniel Buchholz und seine neue Kollegin Nina Salomon zusammen – ein Duo, das sich spontan unsympathisch ist, als sie sich am Tatort gegenüberstehen: Daniel in seinen maßgeschneiderten Klamotten mit den handgefertigten Designerschuhen und Nina in ihren verschwitzten Sportklamotten.

Doch um des Falles Willen müssen die beiden miteinander auskommen, und das tun sie tatsächlich immer besser. Der Fall aber verlangt ihnen alles ab: In einem Forum im Darknet wurde der Mord nämlich angekündigt und vermeldet, bevor überhaupt jemand die Leiche finden konnte. Kurz darauf beginnt eine tödliche Abstimmung zwischen vier Personen, von denen eine sterben muss. Hunderttausende Menschen melden sich in kürzester Zeit in dem Forum an, um mitzudiskutieren und um über den nächsten „Gewinner“ mit abzustimmen. Die IT-Spezialisten können die Seite nicht stoppen, weil diese auf unzähligen Servern gespiegelt ist, und so treibt der Seitenbesitzer weiterhin sein übles Spiel. Per Video überträgt er seinen zweiten Mord sogar live im Internet.

Nina und Daniel ermitteln auf Hochtouren und kommen dem Täter doch kein Stückchen weiter. Und schon beginnt die nächste Abstimmung…

Im Netz

Wie schon im ersten gemeinsamen Thriller der beiden Autoren ist auch diese Geschichte aus wechselnden Perspektiven erzählt: Mal erfahren wir alles aus Ninas Sicht, mal aus Daniels. Und da die beiden so unterschiedlich sind, hat dieser Perspektivwechsel einen besonderen Reiz. Zudem erfahren wir so direkt, was Nina plant, ohne ihren Partner einzuweihen – denn sie beginnt bald eine Konversation mit dem Mörder, um sich selbst als nächstes Opfer anzubieten…

Der Spannungsbogen setzt direkt im ersten Kapitel ein und steigert sich dann innerhalb kürzester Zeit so sehr, dass man das Buch spätestens nach 50 Seiten absolut nicht mehr aus der Hand legen kann. Man rätselt, wer wohl hinter den Taten stecken mag, kommt aber erst sehr, sehr spät auf die richtige Spur, die Arno Strobel und Ursula Poznanski nur ganz versteckt auslegen, aber sie tun es, und so logisch und folgerichtig ist dann auch das Ende des Buches, das mich auf ganzer Linie überzeugt hat.

Auch die Charaktere fand ich interessant – im Mittelpunkt stehen Daniel und Nina, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Aber doch nähern sie sich einander an und erfahren Dinge über den jeweils anderen, die dessen spezielle Eigenarten erklärbar machen. Beide wissen um ihre Eigenarten, haben doch aber einen guten Grund dafür.

Wow

An diesem Buch gibt es wirklich nichts auszusetzen. Der Thriller ist hochspannend von der ersten bis zur letzten Seite, die leider nur allzu schnell erreicht ist. „anonym“ ist ein echter Pageturner, der mich bereits jetzt dem dritten Thriller der beiden bekannten Autoren entgegenfiebern lässt!

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
ISBN-13: 978-3805250856
www.wunderlich.de

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