Uwe Anton – Robert Silverberg. Zeiten der Wandlung (SF Personality 26 )

Gelungenes Porträt eines SF-Titanen

„Uwe Anton liefert einen ausführlichen Überblick zu Leben und Werk dieses außergewöhnlichen Schriftstellers. Abgerundet wird der Band durch ein[e] Ehrengastrede Silverbergs, die er auf der bisher einzigen World Science Fiction Convention (WorldCon) in Deutschland gehalten hat, sowie eine Bibliographie von [Übersetzer und Verleger] Joachim Körber.“ (ergänzte Verlagsinfo) Der WorldCon fand 1970 in Heidelberg statt.

Der Autor

„Uwe Anton ist deutscher SF-Autor und -Kritiker. Er schreibt seit mehr als 20 Jahren für die SF-Serie „Perry Rhodan“ und veröffentlichte darüber hinaus zahlreiche Rezensionen, Artikel, Essays und Aufsätze in Zeitschriften, Jahr- und Sachbüchern. Von ihm liegen bereits Monographien über Philip K. Dick, Stephen King und A.E. van Vogt vor.“ (abgewandelte Verlagsinfo)

Inhalte

1) Biografische Skizze

Robert Silverberg, geboren 1936 in New York City, ist einer der Großmeister unter den SF-Autoren, eine lebende Legende. Er ist seit 50 Jahren als Schriftsteller und Anthologist tätig. Seine erste Erfolgsphase hatte er ab 1954 in den 1950er Jahren, als er 1956 und 1957 nicht weniger als 78 Magazinveröffentlichungen verbuchen konnte. Bis 1988 brachte er es auf mindestens 200 Kurzgeschichten und Novellen, die auch unter den Pseudonymen Calvin M. Knox und Ivar Jorgenson erschienen.

An Romanen konnte er zunächst nur anspruchslose Themen verkaufen, und Silverberg zog sich Anfang der 60er Jahre von der SF zurück, um populärwissenschaftliche Sachbücher zu schreiben: über 63 Titel. Wie ein Blick auf seine „Quasi-offizielle Webseite“ www.majipoor.com enthüllt, schrieb Silverberg in dieser Zeit jede Menge erotische Schundromane.

1967 kehrte er mit eigenen Ideen zur SF zurück. „Thorns“, „Hawksbill Station“, „The Masks of Time“ und „The Man in the Maze“ sowie „Tower of Glass“ zeichnen sich durch psychologisch glaubwürdige Figuren und einen aktuellen Plot aus, der oftmals Symbolcharakter hat. „Zeit der Wandlungen“ (1971) und „Es stirbt in mir“ (1972) sind sehr ambitionierte Romane, die engagierte Kritik üben.

1980 wandte sich Silverberg in seiner dritten Schaffensphase dem planetaren Abenteuer zu: „Lord Valentine’s Castle“ (Krieg der Träume) war der Auftakt zu einer weitgespannten Saga, in der der Autor noch Anfang des 21. Jahrhunderts Romane schrieb, so etwa „Die Zauberer von Majipoor“ oder „Lord Prestimion“.

Am liebsten sind mir jedoch seine epischen Romane, die er über Gilgamesch (Gilgamesh the King & Gilgamesh in the Outback) und die Zigeuner („Star of Gypsies“) schrieb, auch „Tom O’Bedlam“ war witzig. „Über den Wassern“ war nicht ganz der Hit. „Die Jahre der Aliens“ wird von Silverbergs Kollegen als einer seiner besten SF-Romane angesehen. Manche seiner Romane wie etwa „Kingdoms of the Wall“ sind noch gar nicht auf Deutsch erschienen.

Als Anthologist hat sich Silverberg mit „Legends“ (1998) und „Legends 2“ einen Namen gemacht, der in der Fantasy einen guten Klang hat. Hochkarätige Fantasyautoren und –autorinnen schrieben exklusiv für ihn eine Story oder Novelle, und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Der deutsche Titel von „Legends“ lautet „Der 7. Schrein“. Die Anthologie „Far Horizons“ mit SF-Debüts ist meines Wissens ebenfalls noch nicht auf Deutsch erhältlich.

2) Das Frühwerk

Seine erste Kurzgeschichte verkaufte Silverberg im Februar 1954 nicht daheim in den USA, sondern in Großbritannien. Nichts Ungewöhnliches in einer Zeit, da viele britische SF-Autoren auch in die USA verkauften. Diese fruchtbare Phase (s.o.) endete offenbar Anfang der sechziger Jahre. Weil aber die zweite Phase erst 1967 einsetzte, wird die Phase von Uwe Anton von 1954 bis 1966 berechnet. Mit einigem Recht, denn der Überblick zeigt, dass Silverberg weiterhin Romane und Stories auch zwischen 1960 und 966 veröffentlichte.

3) Zeiten des Wandels

Vor der zweiten Phase verfasste Silverberg Krimi, Sex-Romane und nicht weniger als 67 Sachbücher (s.o.). Aus der Schreibfabrik wurde ein wandelbarer Autor, der die Palette seiner Stilmittel erweiterte. Zusammen mit den Sachbüchern erweiterte er seinen Wissensstand und seine Kenntnisse ganz beträchtlich, was ihm inhaltlich große Souveränität verschaffte. Neuerdings hat er auch einen Abnehmer für Jugendbücher gefunden.

4) Die kritische Phase

Ab 1967 begann Silverbergs sozialkritische Phase, die 1967 mit dem Erscheinen seines Roman „Thorns“ („Gesang der Neuronen“) einsetzt. Während er natürlich weiterhin ab Januar 1967 Stories produziert, die durchaus hochkarätig und provokativ (u.a. in Harlan Ellisons Anthologie „Dangerous Visions“, 1967) sind, so steigern sich seine Romane von Mal zu Mal. Zivilcourage, Menschen- und Bürgerrechte sind auf einmal Thema. Seine Werke brechen die Tabus und Richtlinien des Genres Science Fiction.

Manche Romane sind ohne Handlung, andere (wie „Bruderschaft der Unsterblichen“) enthalten vier individuelle Chroniken, die sich gegenseitig kommentieren. Während in England die New Wave die Linie zwischen Mainstream, Experiment und Genre verwischt, kann man dies nicht unbedingt von Silverberg behaupten. Für die amerikanische New Wave stehen Namen wie Thomas M. Disch und John Sladek, vielleicht auch Joanna Russ. (Siehe dazu die SF-Literaturgeschichte von James Gunn, dt. bei Heyne.)

Silverberg präsentiert jetzt tiefergehende Charaktere, die er einfühlsam schildert, so etwa in „Hawksbill Station“ (zuerst Novelle, dann Roman). Parallelwelten, relative Zeit, relative Normen („Time of Changes“), relative Menschlichkeit (Androiden), Untote („Es stirbt in mir“), Unsterbliche („Bruderschaft der Unsterblichen“) und Langlebige sind auf einmal seine Themen. Jetzt ist bereits abzusehen, warum legendäre Persönlichkeiten wie Gilgamesch sein Interesse finden. Sie sind als Mythos nicht nur virtuell unsterblich und überwinden als Übermenschen die Mauern des Todes, sondern erkunden die metaphysischen Aspekte der menschlichen Existenz. Gilgamesch ist in den Augen seiner Untertanen ein Gott, genau wie ein Pharao. (1964 veröffentlichte Silverberg ein Sachbuch über Echnaton, den Ketzer-Pharao.)

5) Das geschliffene Spätwerk

Mit dem Erfolg von „Lord Valentine’s Castle“ anno 1980 („Krieg der Träume“, bei Moewig) konnte sich der mittlerweile 45-jährige und verheiratete Autor ein wenig zurücklehnen. Er war jetzt laut Uwe Anton mit sich im Reinen, die Sturm- und Drangzeit war vorüber. Majipoor blieb inhaltlich ein Dauerbrenner-Thema in die Neunziger, hinzukamen aktuellere Themen wie Terrorismus in „Hot Sky at Midnight“.

Es gab einen neuen Markt für Story-Autoren, nämlich die Slicks: Hochglanzmagazine wie PLAYBOY, PENTHOUSE und OMNI (unter Herausgebern wie Ben Bova). Sie zahlten um Welten besser als die Pulp-Magazine der fünfziger Jahre, verlangten aber auch entsprechend relevante Themen. Sozialkritik war eher nicht gefragt, ebenso wenig Stilexperimente. Alles musste schön glatt sein und ein männliches Publikum ansprechen. Augenzwinkernd konnte sich Silverberg bei allen möglichen literarischen Quellen und „historischen“ Legenden bedienen, von Joseph Conrad und W.B. Yeats über Pizarro bis Hannibal. Hier kommt Silverbergs angelesenes Sachbuchwissen zugute.

Silverberg nimmt alle möglichen Auftragsarbeiten an, besonders wenn für wenig Text viel Geld herausspringt. Isaac Asimov lieferte drei Vorlagen: „The Positronic Man“, „Child in Time“ und „Nightfall“. Sagen wie die um Orpheus und Werke wie „Tausendundeine Nacht“ lieferten ebenfalls Vorlagen. Viele Romane wie etwa „Kingdoms of the Wall“, „Roma Eterna“ und „The Longest Way Home“ sind bis heute nicht übersetzt, so dass hierzulande ein Autorenbild mit erheblichen Lücken (v.a. seit dem Jahr 2001) existiert.

6) Diverse Bücher: Anthologien, Autobiographisches, Hommagen

Dass Silverberg ein herausragender (und gutbezahlter) Herausgeber von Anthologien ist, habe ich oben bereits erwähnt. Ihm wurden umgekehrt auch mehrere Hommage-Anthologien gewidmet – eine Hand wäscht die andere im SF-Geschäft. Er selbst plauderte ebenfalls gerne aus dem Nähkästchen. Nicht weniger als vier autobiographische Publikationen weiß Uwe Anton aufzulisten. Davon ist besonders der 1987 veröffentlichte Band „Robert Silverbergs Worlds of Wonder“ (Warner Books, unübersetzt) hervorzuheben. Silverberg schrieb über hundert Essays, und sie sind in solchen Werken bis 2009 nachzulesen.

7) Leseliste

Jeder hat seine Lieblingstitel, die er aus dem Werk Silverbergs herauspicken würde. Mike Ashley hatte eine, Uwe Anton gibt seine eigene zum Besten. Auf Platz 1: „Herr der Finsternis“ von 1983, und dieses Afrika-Abenteuer ist garantiert keine SF.

8) Ehrengastrede Robert Silverbergs 1970 in Heidelberg

Mit nur 35 Jahren sprach der Autor vor internationalen SF-Fans und -Machern (Frauen waren deutlich in der Unterzahl). Sein Thema: Was soll und kann SF in heutiger Zeit sein? Mit der „heutigen Zeit“ meinte er eine Zeit des Umbruchs, wie man sie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr gesehen hatte. Alvin Rofflers Buch „Zukunftsschock“ beschrieb sie gut, wie der Autor meinte: Revolution allenthalben, in politischer, rechtlicher, rassischer, künstlerischer, sexueller und informationstechnischer Hinsicht, um nur wenige zu nennen.

Die britische New Wave (S. 424) hatte sich ab ca. 1962 einiger dieser Umbrüche angenommen, aber mit Mitteln der Mainstream-Literatur, um dem SF-Ghetto zu entkommen. In den USA war sie nur bei wenigen Autoren erfolgreich gewesen. Diese Avantgarde aber habe zwei reaktionäre Bewegungen provoziert: die „Second Foundation“ und das „Philosophische Korps“ (das sich offenbar noch in der Gründungsphase befand). Kurzum: „Das Imperium schlägt zurück“, denn alles soll so ghettomäßig bleiben wie bisher. Wo die Veteranen weiterhin das Sagen haben würden. (S. 425)

Schön, aber die SF kann sich als Literaturgattung nicht geänderten Realitäten verweigern, sondern muss sie, da ihre Leserschaft betroffen ist, angemessen verarbeiten. Aber was ist „angemessen“? Welche Inhalte sollte SF haben? Kurz zuvor, so der Autor, habe Harlan Ellison zu einer revolutionären Art von SF aufgerufen: „Science Fiction für die Tages des Blutes“ – auf den imaginären Barrikaden wohlgemerkt. Leider habe sich der gute Harlan selbst nicht an seinen Aufruf gehalten, mäkelt der Autor, sondern sich lieber aufs lukrative Drehbuchschreiben verlegt (Ellison schrieb mindestens eine der besten Episoden von STAR TREK). Sollten SF-Autoren also avantgardistische Propagandisten sein? Sie waren es vielleicht in den 1930er Jahren, und kein Hahn kräht mehr danach. Schon Karl Marx schrieb: „Der Schriftsteller sieht seine Arbeiten keinesfalls als Mittel.“ Weitere Zitate wiederlegen einen politischen Anspruch der Zukunftsliteratur.

Aber wenn nicht Propaganda, was KANN SF dann sein? (S. 428) Kann sie „relevant“ sein? Für wen und in welcher Hinsicht? Das Publikum der SF ist zersplittert, aber ein Autor muss es als Ganzes ansprechen. Denn das Publikum stimmt ganz direkt über ihn ab: mit den Verkaufszahlen. Silverberg nimmt sich vielmehr selbst Gradmesser der Realität und Erneuerer dessen, was er in der Realität wahrnimmt: Es ist seine ureigene Sichtweise und Erfahrung, die er in „verbale Objekte“ ummünzt und verkauft.

Im Ummünzen sieht der Autor eine Chance, die traditionellen Stilformen und Inhalte der SF aufzubrechen und zu reformieren. [So tauchen in seinem ausgezeichneten Roman „Time of Changes“ etliche unverblümte Sexszenen auf, an denen etwas besonders ist: Der Mann ist ein Gedankenverbrecher. Auch in „The Book of Skulls/Bruderschaft der Unsterblichen“ und „Dying Inside/Es stirbt in mir“ fordert der Autor die traditionellen MORALISCHEN Prinzipien der SF heraus.] „Die Science Fiction muss ihre eigene Revolution wagen“ und sich dabei an den besten Werken in Kunst („Guernica“ von Picasso) und Literatur (der Autor führt Vasco da Gamas Reisebericht von 1498 an) messen.

Der Schriftsteller als Visionär, mit eigener Erfahrung, eigener Stimme und eigenem Anliegen – das schwebt Silverberg vor. Er führt mehrere Kollegen an, die das Gleiche tun, darunter Poul Anderson, mit dem Silverberg via Karen Haber verbandelt ist. „Es ist das Privileg des Künstlers deprimierendes Material in den Triumph des Geistes zu verwandeln.“ (S. 435) „Ich beabsichtige, weiterhin nur auf das zu lauschen, was ich höre, und so gut, wie ich nur kann, zu Papier zu bringen.“ (Damals tippte man noch auf tote Bäume.)

Natürlich stellt sich Silverberg nicht hin, um seine eigenen Werke zu bewerben. Aber wenn man Uwe Antons Darstellung folgt, wird man in der mittleren, „kritischen“ Phase Silverbergs seine bis heute relevantesten und zugleich formal gewagtesten Werke finden, darunter die drei oben genannten Romane. Sie alle stellen die gleiche Frage: Was bedeutet es, ein Mensch zu sein, wenn sich die Werte verändern (können und müssen)?“

9) Deutsche Bibliografie

Von Joachim Körber akribisch zusammengestellt, umfasst die Bibliografie nahezu 60 Seiten. Sie ist extrem nützlich für Literaturwissenschaftler, Übersetzer und Sammler bzw. Fans.

10) Titelverzeichnis (Register)

Der Index erlaubt das schnelle Finden aller erwähnten Titel und Namen. Er macht aber auch deutlich, dass ein Großteil von Silverbergs Werk noch irgendwo in englischsprachigen Archiven schlummert.

Schwächen

S. 233: „Er ist baff erstaunt“. Falsches Idiom. Entweder ist man „baff“ oder „bass erstaunt“, aber nicht beides.

S. 382: „Panoroma“ statt „Panorama“.

S. 432: „Impertinenz“ bedeutet im Deutschen „Unverschämtheit“. Silverberg meint aber „impertinence“ = Bezuglosigkeit (von „to pertain“: sich auf etwas beziehen). Gleich daneben steht das Wort „Irrelevanz“.

Unterm Strich

Uwe Anton ist ein kenntnisreicher Rezensent, Herausgeber und Autor, der schon seit Jahrzehnten die deutsche SF prägt. (Ich habe selbst mal ein schriftliches Interview mit ihm geführt und in der Literaturzeitschrift FLUGASCHE abgedruckt.) So hat er etwa auch eine wertvolle Monographie über Philip K. Dick verfasst. Mit seiner vorliegenden Silverberg-Monographie haut er in die gleiche Kerbe.

Es ist ein Glück, dass das Buch so spät erscheint. Auf diese Weise decken die erwähnten Werke einen beträchtlichen Zeitraum ab, der bei uns hinsichtlich der Veröffentlichung von Silverbergs Werken fehlt: von 2001 bis 2017. Die Zäsur erfolgte mit Wolfgang Jeschkes Gang in den Ruhestand. Jeschke veröffentlichte fast jedes Werk Silverbergs, sei es lang oder kurz, und Jeschkes wenige Nachfolger konnte Story-Anthologie-Reihen wie das IASFM oder MFSF nur noch wenige Jahre weiterführen, bis diese eingestellt wurden.

So kommt es, dass dieses Buch einen mehrfachen Wert bietet: Dem alten Hasen bringt es die jüngsten, unveröffentlichten Werke dieses Autors näher, dem Einsteiger verhilft es zu einem leicht verständlichen und sauber strukturierten Einstieg in das Werk eines der Titanen der modernen SF. Der sekundärliterarische Anhang ist zudem wertvoll für Literaturwissenschaftler (die es angeblich immer noch geben soll): Die Bibliografie ist von Joachim Körber, einem weiteren deutschen SF-Veteranen, mit akribischer Vollständigkeit erstellt worden.

Noch besser gefiel mir die Ehrengastrede Silverbergs, die er 1970 in Heidelberg hielt. In einer Zeit der vielfältigen Umbrüche, nicht zuletzt in künstlerischer Hinsicht, versucht, die Zukunftsliteratur zu verorten: Was soll, was kann SF in heutiger Zeit sein? Soll sie avantgardistische Propaganda betreiben? Soll sie das Volk auf die Barrikaden rufen? Soll sie Hugo Gernsbacks strahlende Visionen vom Atomzeitalter wiederkäuen? Nichts davon! Der Schriftsteller soll als eigenständiger Gradmesser der sich rasch ändernden Realität, wie er und sie sie wahrnimmt (mit Ursula K. Le Guin schrieben ab 1968/69 zunehmend auch Frauen SF), seine Sichtweise in lesbarer Handlung zu Papier bringen. Wie kühn solche Provokationen sein können, beschreibt Silverberg wohlweislich nicht, aber das ist in Uwe Antons Rezensionen der Werke der frühen siebziger Jahre nachzulesen. Man kann also den Autor gleich beim Wort nehmen und ihm auf den Zahn fühlen.

Dieses Sachbuch ist ein rundum gelungenes Porträt eines der Titanen der Zukunftsliteratur und der Fantasy. Silverberg ist einer der belesensten, sachkundigsten und gebildetsten Autoren in der gesamten SF-Literatur. Dass er dabei auch sympathische Werte wie Freiheit, Menschen- und Bürgerrechte sowie Forschergeist (auch am Rande des Metaphysischen) unterstützt, macht die Bekanntschaft mit ihm und seinem Werk umso ertragreicher und gewinnbringender. Ein Buchpreis von knapp 19,00 Euro ist zwar happig, aber vertretbar.

Taschenbuch: 512 Seiten
ISBN-13: 9783946503309

www.Golkonda.de

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