Vanessa Diffenbaugh – Die verborgene Sprache der Blumen



Worum gehts?

Victoria hatte keine schöne Kindheit. Im Gegenteil – das Gefühl eine Familie zu haben, hat sie nie kennengelernt. Ihre komplette Kindheit hat sie entweder in Kinderheimen verbracht oder aber sie wurde von einer Pflegefamilie in die nächste gesteckt. Die erste Konsequenz, die man daraus zieht, ist wohl Zurückhaltung. Auf Berührungen reagiert sie wütend und auch der Weg in ihre Seele bleibt für jedermann unerreichbar. Victoria sieht das als eine normale Schutzreaktion an, womit sie wahrscheinlich recht hat.

Durch die schwierigen Umstände und die ständig wechselnde Umgebung und Bezugspersonen eignet Victoria sich ihre eigene Sprache an, die Sprache der Blumen. Sie lernt die Bedeutung der einzelnen Pflanzen und Blumen kennen und weiß, wie man sich durch diese ausdrückt. Doch sie ist nicht die Einzige, die diese Sprache beherrscht, denn schon bald lernt sie einen jungen Mann kennen, der ebendiese Sprache auch versteht.

Inhalt

Victoria ist ein Kind des Gerichts. Sie hat keinen Vormund im eigentlichen Sinne. Die einzige Person, die während der ganzen Tortur von einer Pflegefamilie in die Nächste stets an ihrer Seite ist, ist Meredith. Eine Frau, die bei der Vermittlungsstelle für Pflegekinder arbeitet und sowohl die Kinder als auch die Pflegefamilien betreut und unterstützt.

Doch die arme Victoria, die als Neugeborenes von ihrer Mutter abgegeben wurde, erfährt in keiner Familie Liebe und Zuneigung, von Geborgenheit kann erst recht keine Rede sein. Meistens hört sie nach einigen Tagen, höchstens jedoch Wochen immer wieder den gleichen Satz „Kommen Sie bitte das Kind abholen“. So verlaufen die ersten 18 Jahre ihrer Kindheit bzw. Jugend.

Als sie schließlich volljährig wird, ist sie selber für sich verantwortlich und Meredith verschwindet aus ihrem Leben. Zunächst schlägt sie sich mehr schlecht als recht durch ihre tristen Tage, das soll sich jedoch ändern, als sie plötzlich vor einem kleinen Blumenladen steht. Nach anfänglichen Zweifeln erhält sie dort letztendlich von Renata, der Ladenbesitzerin, eine Anstellung und wider jede Erwartung hat sie im Handumdrehen ihren eigenen Kundenstamm, den sie durch ihr Wissen über die Blumenwelt fasziniert. Da sie nun ihr eigenes Geld verdient, kann sie sich auch ein kleines Zimmer leisten und zieht bei Renatas Schwester Natalya ein.

Völlig unvorhergesehen trifft sie beim Blumengroßmarkt auf Grant, einem jungen Mann, der ebenfalls die Sprache der Blumen versteht. Sie lernen sich immer besser kennen, Victoria lässt immer mehr Nähe zu und entwickelt zum ersten Mal in ihrem Leben so etwas wie Zuneigung zu einem Mann. Doch immer wieder wird sie von der Vergangenheit und den Ängsten eingeholt und schwankt zwischen Fortlaufen und Bleiben.

Mein Eindruck

Dieses Buch ist kein literarisches Meisterwerk, dennoch besticht es seine Leser durch knallharte Tatsachen und viel Gefühl. Es besteht aus insgesamt vier größeren Teilen, welche wiederum aus vielen kleinen Kapiteln bestehen. Der Schreibstil ist sehr geradlinig und ohne große Ausschmückungen gehalten, wodurch sich das Buch sehr gut und schnell lesen lässt.

Ein wenig zu kurz kommt allerdings in „Die verborgene Sprache der Blumen“ die Spannung. Aufgrund dieser Tatsache kann es auch schon einmal passieren, dass man einige Tage das Buch nicht unbedingt zur Hand nimmt, wobei man sich auch recht schnell wieder eingelesen hat. Dennoch muss man sagen, dass man auf gut 400 Seiten mehr oder weniger an der Seite der Protagonistin hertrottet.

Einen Pluspunkt gibt es für die Darstellung der einzelnen Charaktere, die wirklich allesamt starke Persönlichkeiten sind. Da wäre zum einen die wirklich verhaltensauffällige Victoria, die keinerlei Nähe zulässt und im wahrsten Sinne des Wortes ein gebranntes Kind ist, und zum anderen begegnet man Elizabeth, einer früheren Pflegemutter von Victoria, Grant, dem jungen Mann, der ebenfalls sie Sprache der Blumen versteht, und zu guter Letzt der Blumenladenbesitzerin Renata mit ihrer Schwester Natalya und Mutter Rubina.

Fazit

Das Buch ist zwar nicht unbedingt das, was man unter einem absoluten Pageturner versteht, dennoch kann ich es guten Gewissens weiterempfehlen, da es sich hier man um eine ziemlich unkonventionelle Geschichte handelt, wie man sie nicht alle Tage in die Finger bekommt.

Auf der einen Seite fehlt es der Geschichte zwar an Spannung, dafür wird man auf der anderen Seite mit extra viel Gefühl und knallharter Realität entschädigt. Man merkt auch anhand des Stils, dass Vanessa Diffenbaugh, die selbst Pflegekinder aufgenommen hat, weiß, wovon sie schreibt. Wahrscheinlich kommt die Story auch deshalb so authentisch rüber.

Über die Autorin

Vanessa Diffenbaugh ist Kunsterzieherin und Schriftstellerin. Sie ist 32 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Die Autorin weiß, wovon sie schreibt: Sie hat bereits mehrfach Pflegekinder in ihre Familie aufgenommen und über längere Zeit betreut. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Boston. (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 448 Seiten
Originaltitel: The Language of Flowers
Ins Deutsche übertragen von Karin Dufner
ISBN: 978-3426509173

www.droemer-knaur.de

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