von Michalewsky, Nikolai (als Mark Brandis) – Mark Brandis: Blindflug zur Schlange (Weltraumpartisanen – Band 21)

_Mark Brandis bei |Buchwurm.info|:_

Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
Band 16: [„PILGRIM 2000“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7167
Band 17: [„Der Spiegelplanet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7194
Band 18: [„Sirius-Patrouille“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7267
Band 19: [„Astropolis“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7390
Band 20: [Triton-Passage]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7391

_Band 21: Blindflug zur Schlange_

Es war eine der erfolgreichsten deutschen SciFi-Serien der Siebziger- und Achtzigerjahre. Nikolai von Michalewsky (1931 – 2000) alias „Mark Brandis“ schuf mit dem gleichnamigen Titelhelden, einen wahren Klassiker. Zwischen 1970 und 1987 brachte er es immerhin auf 31 Bände, wobei die originalen Hardcover des |Herder|-Verlages nur noch antiquarisch, und – zumindest die Erstauflage – zu teils horrenden Preisen, zu bekommen sind. |Bertelsmann| scheiterte beim Versuch, sie als doppelbändige Taschenbuchausgaben über den hauseigenen Buchclub wieder zu etablieren. Bis zum Jahr 2000 senkte sich allmählich immer mehr Vergessen über die „Weltraumpartisanen“.

Ausgerechnet in diesem seinem Todesjahr startete NvM den letzten Versuch der Wiederbelebung und Neuausrichtung seiner Figur, kam aber über ein einziges – wenig beachtetes und noch weniger geliebtes – Buch nicht mehr hinaus. Erst weitere acht Jahre später nahm sich der |Wurdack|-Verlag der Original-Serie noch einmal, mit der ihr gebührenden Ernsthaftigkeit, an und legte sie komplett neu auf: Jedes Quartal erscheinen seither zwei Bände als broschierte Sammlerausgaben für je 12 Euro. Dabei wurde der Inhalt (sogar die alte Rechtschreibung) unangetastet gelassen, das äußere Erscheinungsbild jedoch deutlich modernisiert und gelegentlich einige Randbeiträge eingebaut.

_Vorgeschichte_

Der Weltraum unseres Sol-Systems wird bereist und die nächsten Himmelskörper sind auch bereits kolonisiert. Die Zeiten einzelner Nationalstaaten sind lange vorbei. Nur zwei große Machtblöcke belauern sich auf dem Mutterplaneten Erde noch: Die Union Europas, Afrikas und Amerikas (EAAU) und die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR). Commander Mark Brandis, unfreiwilliger Bürgerkriegsheld (Band 1 – 4) und bislang wieder als Cheftester in der zivilen Institution VEGA (Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik) tätig, hat in den Folgejahren schon so manchen heiklen Job im Dienste der Erde übernommen. Dabei ficht der deutschstämmige Kosmopolit und -pilot vehement für Humanität, Gerechtigkeit, Demokratie und gegen Militar- sowie Rassismus. Kurzum: Eine bessere und friedlichere Welt.

_Zur Story_

Dezember 2082. Commander Mark Brandis ist seit Kurzem nicht mehr bei der VEGA tätig, sondern beim Raumrettungsdienst UGzRR (Unabhängige Gesellschaft zur Rettung Raumschiffbrüchiger) mit Sitz in Las Lunas auf dem Mond. Die Gründung ist eine erste sinnvolle Kooperation der EAAU und VOR, welche beide Personal sowie Material für den Betrieb der UGzRR stellen. Ein Knochenjob. Brandis‘ Flaggschiff ist die „Henri Dunant“, ein älteres, aber sehr solides Arbeitspferd – vorbei die Zeiten, in denen er schicke, brandneue Prototypen durch das Sonnensystem scheuchte, die es auf Herz und Nieren zu testen galt. Einige seiner bisherigen VEGA-Kollegen und Mannschaftskameraden sind ihm hierher gefolgt. Navigator Ivan Stroganow zum Beispiel. Oder auch sein Freund und ehemaliger Pilot Grischa Romen. Der ist dadurch quasi sogar die Karriereleiter herauf gefallen und hat ein eigenes, zunächst vorübergehendes, Kommando bekommen.

Sein Schiff soll auch das erste sein, dass mit einem dunklen Schatten der Vergangenheit in Berührung kommt. Dieser heißt „Vendetta“ und steht unter dem Kommando von Ahmed Khan, ein längst tot geglaubter Ex-VOR-Commander und späterer Raumpirat übelster Sorte. Die „Florence Nightingale“ wird von der „Vendetta“ gekapert und Schiff wie Crew geraten in die Fänge der Piraten. Brandis ist derweil auf dem Weg zu einem VN – Vielleicht-Notfall – als er erfährt, dass Captain Romen sich nicht mehr meldet. Brandis gabelt bei einer Rettungsaktion auf einer, von bislang Unbekannten offensichtlich kürzlich zusammengeschossenen, VOR-Raumstation, einen letzten Überlebenden auf, der zu einem geheimen Telepathie-Programm gehört. Den ehrwürdigen Guru im Bordhospital untergebracht macht sich die „Henri Dunant“ auf, die vermisste „Florence Nightingale“ aufzuspüren.

_Eindrücke_

Ohne Übergang wird der Leser damit konfrontiert, dass Brandis und Konsorten nun nicht mehr für die VEGA tätig sind, sondern für die neu gegründete UGzRR, quasi als „Gelbe Engel“ des Sonnensystems. Erläuterungen dazu tröpfeln nur sporadisch und nebenher. Wiewohl ein solch bemerkenswerter Schnitt vielleicht besser eines Brückenbandes bedurft hätte, entschied sich NvM offenbar für den Kopfsprung ins kalte Wasser – was in diesem Zusammenhang auch ein höchst passendes Bild abgibt, denn schließlich ist die UGzRR nichts anderes als die SciFi-Ausgabe der „Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“ (kurz: DGzRS), welcher er sich NvM stets sehr verbunden fühlte. Nur, dass die Seenotrettungskreuzer hier eben halt nicht durch Nord- und Ostsee, sondern durchs Weltall, schippern. Damit ist einmal mehr der Beweis erbracht, dass NvM es verstand, gesellschaftliche Themen, die ihn (und den damaligen Zeitgeist generell) bewegten, in eine SciFi-Story zu übertragen. Meist gelang ihm dies auch recht passabel.

Weniger bei Wissenschaft, da ging er doch wohl eher nach dem Motto vor, dass in der Science-Fiction so ziemlich alles möglich ist. Daher sind seine Romane aus technisch-physikalischer Sicht auch immer hart an der Grenze zur Naivität. „Blindflug zur Schlange“ bedient sich wieder einmal des schon früher von ihm gern verwendeten Hirn-ohne-Körper-Plots. Das hatten wir alles schon mal unter anderem bei General Gordon B. Smith (Band 1 – 4) und später noch einmal in abgewandelter Form bei den so genannten MOBs und FLOBs. Originell sieht ganz sicher anders aus. Allerdings entschädigt die spannend aufgezogene SAR-Geschichte drumrum für den erneuten Griff in die große MB-Grabbelkiste. Der clevere Showdown ist sogar richtig gut gelungen, auch wenn die Logik zuweilen etwas zu wünschen übrig lässt und die Figurenzeichnung zu arg im Klischee versackt. Das betrifft – weder zum ersten noch zum letzten Mal in der Serie – besonders Zigeuner Grischa Romen und ebenso deutlich auch Brandis‘ neue Pilotin Captess Kato.

_Fazit_

Band 21 stellt eine wichtige Wegmarke innerhalb der Serie dar. Es ist vornehmlich schon einmal die Geburtsstunde der multinationalen Raumrettungsflotte und somit genau das, was Brandis eigentlich ausmacht. Da gehörte er allein vom Charakter her schon immer hin. Die Zweigleisigkeit der Story macht die Sache spannend, obwohl einem fast alle Elemente – so oder ganz ähnlich – bei MB bereits schon mehrfach begegneten, ist die endgültige Kombination gelungen. Das Buch liest sich flott und bringt dank der UGzRR auch eine gewisse Frische mit. Natürlich stehen auch diesmal die Menschen im Vordergrund, weswegen die kleineren Technikpatzer eigentlich kaum ins Gewicht fallen – oder (wie die gelegentliche Phrasendrescherei NvMs) vom Kenner der Serie ohnehin längst überlesen werden. Daumen hoch.

|Taschenbuch, 168 Seiten
Ersterscheinung: 1981
ISBN: 978-3-938065-78-5|
[www.wurdack-verlag.de]http://www.wurdack-verlag.de

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