Pauly, Gisa – Gestrandet

_Die „Mamma Carlotta“-Romane:_

1. Fall: „Deine Spuren im Sand“
2. Fall: _“Gestrandet“_
3. Fall: „Tod im Dünengras“
4. Fall: „Flammen im Sand“

_Inhalt:_

Ein Sylt-Krimi

Ein neuer Fall für Mamma Carlotta.

Kommissar Erik Wolf steht vor einem Rätsel: Warum wurde Magdalena Schilling so gewaltsam umgebracht? Zumal der Hauptverdächtige Mathis Schilling, der Neffe der Toten, ein perfektes Alibi hat. Zu allem Überfluss findet sich am nächsten Tag im versiegelten Haus des Opfers eine weitere Leiche. Mamma Carlotta, Eriks italienische Schwiegermutter, die wieder einmal auf der norddeutschen Ferieninsel zu Besuch ist, mischt sich unverzüglich in die Ermittlungen ein – schließlich handelt es sich bei der zweiten Toten um ihre nette Reisebekanntschaft aus dem Flugzeug … In Gisa Paulys humorvollem Sylt-Krimi treffen zwei Temperamente aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. (Verlagsinfo)

_Handlungsabriss und Meinung:_

Carlotta Capella – Mamma Carlotta – tritt bester Laune zum zweiten Mal ihre Reise nach Sylt an, um ihren Schwiegersohn Erik Wolf und ihre Enkel Carolin und Felix zu besuchen. Im Flugzeug plaudert sie in ihrer einnehmenden Art auf die nette Donata Zöllner, die ihre Freundin aus Jugendtagen (Magdalena Feddersen) besuchen will, ein.

Bei ihrem Schwiegersohn angekommen, bringt Mamma Carlotta wieder ordentlich frischen Wind in den Haushalt und meint mit Entsetzen festzustellen, dass sich Erik Wolf in die verheiratete Valerie Feddersen (sehr hübsch, blond, schlank, langhaarig) verguckt hat – Valerie, die auch noch mit Mamma Carlottas verstorbenen Tochter befreundet war. Doch erst einmal trifft Mamma Carlotta alle wieder, mit denen sie bei ihrem ersten Besuch Bekanntschaft geschlossen hat – allen voran Fietje Tiensch, der Strandwärter, und Tove Griess, der Imbissstubenbesitzer.

Da geschieht ein Mord: Magdalena Feddersen, die Freundin von Mamma Carlottas Flugzeugbekanntschaft Donata, wird tot aufgefunden. Ihr Schädel wurde mit großer Wucht zertrümmert. Mathis Feddersen, der Neffe der Toten und Valeries Mann, der das Erbe gut gebrauchen kann, ist der Haupttatverdächtige. Donata reagiert erstaunlich emotional auf den Tod ihrer Jugendfreundin, trotzdem sie sich fast vierzig Jahre nicht gesehen haben. Mehr noch, sie bittet Mamma Carlotta um Hilfe, sie wolle aus dem Haus der Ermordeten etwas „holen“, verhält sich alles in allem sehr sonderbar. Doch nicht nur sie, sondern auch Valerie.

Dann ist da noch Bestsellerautor Gero Fürst, der auf Sylt ein Haus hat und auf der Insel weilt, um ein Buch zu schreiben. Carolin ist ein großer Fan des Schriftstellers und möchte sich Bücher von ihm signieren lassen. So sucht sie ihn zusammen mit Mamma Carlotta in seinem Haus auf. Durch eine List wird Carolin die Schreibkraft des Autors, der durch eine Handverletzung nicht selbst schreiben kann, und Mamma Carlotta bietet sich an, in seinem Haushalt nach dem Rechten zu sehen, weil sie Valerie bei ihm gesehen hat und einen Streit zwischen ihr und Gero Fürst, mit dem sie sehr vertraut zu sein scheint, beobachtet hat.

So beginnt Mamma Carlotta erneut zu „ermitteln“ – erst recht, als auch Donata ermordet wird … und der Fall zeigt bald, dass viel mehr dahintersteckt und weit in die Vergangeheit hineinreicht. Denn auch Donatas berühmter Mann (Schauspieler) und auch der Tod ihres Sohnes Manuel vor vielen Jahren scheinen eine Rolle zu spielen …

Auch Mamma Carlottas zweiter Fall ist ein Page-Turner, der jedoch nicht auf Effekthascherei, sondern auf muntere Erzählkunst und auf Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen setzt – das Gewinnende an Gisa Paulys Krimis. Ihr Charaktere sind es, die uns und somit der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten: dass sich zum Beispiel in einem Mann mit ungepflegtem Bart ein belesener Geist verbergen kann; aber auch, dass einen die Vergangenheit nie vollends loslässt.

Bereits nach dem ersten Satz hat Mamma Carlotta den Leser wieder gepackt, und das bleibt bis zum letzten Wort so. Und wieder springt es den Leser förmlich an, dass dies Stoff für eine unterhaltsame, humorige, aber auch spannende TV-Krimiserie wäre.

Die Aufmachung des Bandes ist, wie von |Piper| gewohnt, erstklassig und ohne Fehl und Tadel. Wer sich gut und mit einem Augenzwinkern unterhalten lassen will, sollte sich den „Mamma Carlotta“-Romanen nicht entziehen.

_Fazit:_

Auch Mamma Carlottas zweiter Fall ist ein Pageturner, spart aber nicht mit humorigen Zwischenschlenkern und einem Blick hinter die menschliche „Kulisse“ – absolut empfehlenswert!

|Broschiert: 302 Seiten
Titelfoto von Franz Bischof, buchcover.com
Titelgestaltung von Büro Hamburg
ISBN-13: 9783492251181|
[www.piper.de]http://www.piper.de
[www.gisa-pauly.de]http://www.gisa-pauly.de

_Gisa Pauly bei |Buchwurm.info|:_
[„Die Tote am Watt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6369

Achim Havemann (Hg.) – phantastisch! 39

Inhalt:
Cover – Michael Gottfried

Interviews

Christian Endres: Interview mit Steven Savile
Carsten Kuhr: Interview mit Michael Peinkofer
Carsten Kuhr: Interview mit Stephan R. Bellem

Bücher, Autoren & mehr

Johannes Rüster: phantastisch! leben – Folge 7: Der Soundtrack meines Lebens
Horst Illmer: Science Fiction- am Limit
Achim Schnurrer: Klassiker der phantastischen Literatur – Voltaire – Teil 1
Bernd Jooß: Horror – Wo hat er seine Ursprünge und was bedeutet er für uns
Christian Hoffmann: Avram Davidson
Phantastische Nachrichten zusammengestellt von Horst Illmer

Achim Havemann (Hg.) – phantastisch! 39 weiterlesen

Clifford D. Simak – Invasionen

simak-invasionen-cover-kleinObwohl in der deutschen Fassung aus dem originalen Sammlungs-Zusammenhang gerissen, fesseln diese vier Kurzgeschichten des SF-Altmeisters Simak durch ihre autorentypischen Qualitäten: Ohne Weltraumschlachten und Permanent-Action erzählt er unaufgeregt und spannend von seltsamen Begebenheiten und gewinnt dabei mancher klassischen SF-Idee neue Aspekte ab.
Clifford D. Simak – Invasionen weiterlesen

Bammes, Michael – Absinth-Geschichten – Im Bann der Grünen Fee

_Inhalt:_

Absinth – das geheimnisumwitterte Getränk der Alchemisten, der Denker und Schriftsteller. Mythenvoll beladen, dank seiner ursprünglich halluzinogenen Wirkung immer wieder vergöttert, gleichzeitig verteufelt und verurteilt, in jedem Fall aber bis heute Protagonist eines eigens für dieses Getränk erschaffenen Mysteriums, welches den Genießer, egal in welcher Form, nicht selten in die Grenzbereiche von Realität oder Phantasie zu führen vermag. So auch verwundert es nicht, dass das Geheimnis der Grünen Fee bis heute die Phantasie belebt, deren Zauber sich in den hier zusammen getragenen Geschichten mannigfach zu entladen versteht. Beängstigend, beunruhigend, erotisch, immer aber auch mit einem Eigenleben beseelt, welches Besitz ergreift und mit jedem Schluck tiefer in eine Welt hineinführt, deren Realitäten kaum abschätzbare Folgen haben können.

In diesem Buch nun lädt Michael Bammes ein, sich diesem Zauber, dessen Wundern wie Gefahren, hinzugeben und Welten zu begehen, welche dem realen Bewusstsein und unserer Wahrnehmungsfähigkeit, glücklicher- oder bedauerlicherweise, verschlossen bleiben.

Erheben Sie Ihr Glas und seien Sie herzlich willkommen – in der weiten, geheimnisvollen Welt der Grünen Fee.
(Verlagsinfo)

_Überblick und Meinung:_

Michael Bammes fasst in seinem Kurzgeschichtenband acht ABSINTH-Geschichten zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

In dem Opener „Unterwegs“ erzählt er von Josh, einem Hartz-IV-Empfänger, der zur Jobvermittlung radelt, wo ihm ein neuer Job winkt: Ein Vertrieb für ausgewählte Spirituosen sucht einen jungen Mann für den Außendienst. Und Josh erlebt fortan auf seiner Absinth-Verkaufstour groteske Situationen.

Tim und Jake irren in der Folgestory „Durch die Nacht“ im Absinth-Rausch durch eben jene und begegnen merkwürdigen Gestalten/Geschöpfen.

In „Kostbares Grün“ saugt 1763 der Vampir Jaron Wald in einem Gasthaus zwei Männer aus – der Wirt schlägt Jaron einen Handel vor, damit er ihn verschont: Er bietet ihm eine Flasche mit einem besonderen Trank an – die grüne Erlösung … doch ist sie das wirklich?

Der alte Jaques de la Paix entdeckt in „Abgefüllt“ in einer Nacht Ungewöhnliches in einer Spirituosen-Manufaktur. Wollen Außerirdische den kostbaren Absinth stehlen? Oder ist das magische Gestränk, bzw. dessen Substanz, lebendig geworden?

„Grüner Sand“ entführt den Leser mit einer Reisegruppe in die Wüste. Reiseleiter und Fahrer erzählen abends am Feuer eine alte Sage, in der Absinth eine Rolle spielt und davon handelt, dass ein Bann über die Händler des hochprozentigen Getränks ausgesprochen wurde. Wirkt er auch heute noch?

Die Studentin Melanie bewirbt sich in „Grünanlage“ als Aushilfe in einer Bar. Schon am Abend fängt sie dort an und Sven, der Wirt, lässt sie allein. Melanie genehmigt sich selbst den ein oder anderen Absinth und erlebt Verstörendes.

In „Ein bunter Abend“ nehmen Tom und seine Freunde Chris, Mark und Paul an wilden Partys mit Absinth in einem baufälligen Fabrikgebeäude teil – mit einem feurigen Ende.

Gaby und Kai treffen sich in „Game over“, und Kai erzählt von einem Spirituosenhändler, der Absinth im Sonderangebot anbietet, und davon, dass jeder, der eine Literflasche bestellt, an einem neuen Onlinespiel teilnimmt. Die beiden beschließen, mit Freunden das Spiel zu testen – unter Absinthgenuss …

Michael Bammes entführt in dem kleinen Kurzgeschichtenband den Leser in die Welt der Phantastik und den Bann des Absinths. Dabei bietet er eine wilde Plotpalette, die das Lesen der acht Geschichten kurzweilig macht. Somit eignen sie sich wunderbar für den „kleinen Lesegenuss“ zwischendurch. Vielleicht mit einem köstlichen Absinth? Es muss ja nicht immer der Grüne sein!

Die Aufmachung ist hübsch: Ein kleiner schwarzer Band mit einem ansprechenden Foto, das zum Thema passt (Absinthglas und -löffel, Wasserkaraffe und Bücher) und vom Autor selbst geschossen wurde. Papier und Satz sind auch ansprechend. Da kann man nicht meckern.

_Fazit:_

Kurzweiliger Band phantastischer Absinth-Geschichten. Nicht nur für Liebhaber des aromatischen Getränks geeignet!

|Taschenbuch: 84 Seiten
Titelfoto von Michael Bammes
Titelgestaltung von Nina Kresse, Leipzig
ISBN-13: 9783939398493|
[www.EditionPaperONE.de]http://www.EditionPaperONE.de
[www.michael-bammes.de]http://www.michael-bammes.de

Davidson , Mary Janice – Unter Wasser liebt sich\’s besser (Meerjungfrauen 3)

_Die |Meerjungfrauen|-Reihe:_

01 „Traummann an der Angel“
02 „Mehr Mann fürs Herz“
03 _“Unter Wasser liebt sich’s besser“_

_Inhalt:_

Nachdem der Meeresbiologe Dr. Thomas Pearson sie für eine reinblütige Meerjungfrau sitzen gelassen hat, gibt Fred dem Werben von Artur, dem Prinzen des Unterwasservolkes, nach. Da steht überraschend Freds leiblicher Vater vor der Tür, den sie nie kennengelernt hat. Doch der Meermann scheint nichts Gutes im Schilde zu führen … (Verlagsinfo)

_Handlungsabriss:_

Und weiter geht es mit Dr. Fred(erika) Bimm (Vater Wassermann, Mutter Mensch), die sowohl an Land als auch im Wasser existieren kann.

Dem Leser wird der Einstieg durch eine Kurzsusammenfassung „Was bisher geschah“ erleichtert. Entgegen Jahrhunderte alter Tradition hat sich das Unterseevolk den Menschen gezeigt – über den Fernsehkanal CNN, und Fred hat sich mit Artur, dem Prinzen des Unterseevolkes, davongemacht, weil ihr Kollege Dr. Thomas Pearson, der ihr nicht gleichgültig war, plötzlich heftig mit einer hübschen Meerjungfrau geflirtet hatte. Fred mietet eine riesige Villa in Florida an, kümmert sich um die Pressearbeit zwischen dem Unterseevolk und den Landbewohnern und tritt auch im Fernsehen auf. Doch sie hat bei den Meermenschen einen schweren Stand, weil ihr Vater als Verräter gilt, der in der Verbannung lebt.

Drei Stunden nachdem Fred in die Villa eingezogen ist, taucht Jonas, ihr Freund seit Schulzeiten, auf. Er will Vorbereitungen für seine Hochzeit mit Freds Chefin Dr. Barb treffen. Fred soll seine Trauzeugin sein, was diese natürlich gewohnt „bissig“ aufnimmt und kommentiert. Aber sie hat längst andere Sorgen, denn Artur hat sie gebeten, seine Frau und somit Königin des Unterseevolkes zu werden. Da Fred nicht weiß, ob sie den Antrag annehmen soll, spricht sie mit Jonas, der ihr auf den Kopf zusagt, dass sie eigentlich noch in Thomas verliebt sei, der auch noch zu allem Überfluss mitten in das Gespräch platzt und sich ebenfalls bei Fred in der Villa einnistet. Um das Durcheinander perfekt zu machen, taucht auch noch Freds Vater auf – Farrem, der Wassermann. Und somit steht Fred das erste Mal ihrem leiblichen Erzeuger gegenüber und stellt fest, wie ähnlich sie ihm sieht. Die Verwirrung um Fred herum steigert sich noch, als auch er sich bei ihr in der Villa einnistet.

Damit nicht genug, denn es tauchen auch noch Freds Mutter und ihr Ziehvater Sam auf – und um dem Ganzen das Sahnehäubchen aufzusetzen, erscheint Artus auf der Bildfläche. Das Chaos nimmt seinen Lauf – und es gibt einige Überraschungen sowie am Ende Freds Entscheidung, welchem der beiden Männer sie ihr Herz schenkt, Artur oder Thomas …

Wie bei den Bänden 1 und 2 gibt es auch im dritten und leider letzten Teil eine Bonusstory – hier „Majicka“, in der Ireland Shea (26) in Cannon Falls (Miinesota) auf einem Friedhof über ein Mädchen stolpert, das sie für einen Zombie hält und das sie mit sich nach Hause nimmt. Die Besonderheit der Story ist: In Cannon Falls wimmelt es vor Untoten und paranormalen Wesen. So lebt Ireland seit fünf Jahren mit dem Vampir Ezra Chase zusammen, aber auch andere Wesen bevölkern ihre spezielle WG auf der Shea Fram, die Ireland gehört. So zum Beispiel Owen, der Werwolf mit dem weißen Fell und den Saphiraugen, und Lent, der Feenmann – aber auch ein sprechendes Auto, das nicht das ist, was es zu sein vorgibt.

Ireland nennt das Mädchen vom Friedhof Zelda und ahnt nicht, dass sie und ihre Mitbewohner beobachtet werden. Von Micah, der sich ihnen zu erkennen gibt und behauptet, Ireland wäre die Auserwählte – die neue Majicka. Doch Ireland will erst mal herausfinden, was es mit dem vermeintlichen Zombiemädchen auf sich hat – und zu allem Überfluss verliebt sich Micah auch noch in sie …

_Meine Meinung:_

Der Stil der Autorin ist wie gewohnt locker, flockig, humorvoll, der Text des Fred-Romanteils in kurze Kapitel geteilt, sodass sie wie immer die Möglichkeit bietet, den Alltag schnell hinter sich zu lassen und für kurze Zeit in eine andere, heitere Welt abzutauchen.

Auch die Aufmachung des Bandes ist wieder gewohnt hübsch anzusehen – ein schönes Motiv in der Innenseite der Klappenbroschur, handliches Format und augenfreundlicher Satz und Schriftgröße. Die Kapitelzahlen zieren zwei Fische und es gibt wieder ein Lesezeichen. Bei dem günstigen Preis ein absolut stimmiges Preis-Leistungsverhältnis.

_Fazit:_

Forscher Abschlussband der Trilogie rund um Fred, die Meerjungfrau, von der man gerne mehr gelesen hätte.

|Taschenbuch: 336 Seiten
Originaltitel: Fish out of water (Mermaids 3), Jove Books, USA/New York, 2008
Bonusstory „Majicka“ in dem Band „No Rest for the Witches“, USA/New York, 2007
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Zeller
ISBN-13: 978-3802582530|
[www.egmont-lyx.de]http://www.egmont-lyx.de

_Mary Janice Davidson bei |Buchwurm.info|:_
[„Weiblich, ledig, untot“ (Betsy Taylor 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4993
[„Die mit dem Werwolf tanzt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6005

Plischke, Thomas – Zombies, Die

_Inhalt:_

Nach den Vampiren kommen die Zombies!

Endlich das große Epos um die geheimnisvollsten Geschöpfe der Nacht – die Zombies! Die lebenden Toten gelten als unheimlich, feindselig und dumm. Doch die junge Lily ist davon überzeugt, dass dies nicht die ganze Wahrheit ist. Seit jeher fasziniert sie der Zombie-Mythos, und sie ist geradezu besessen davon, mehr über die Geschöpfe zu erfahren. Als Lily den attraktiven Victor kennenlernt, kommt sie einem erschreckenden Geheimnis auf die Spur: Zombies existieren wirklich, die unheimlichen Geschöpfe sind mitten unter uns – und Lily erfährt am eigenen Leib, was es bedeutet, lebendig und tot zugleich zu sein …
(Verlagsinfos)

_Detailhandlung und Meinung:_

Der Opener das Romans beginnt am 10. September 2009 in Notthing Hill, wo sich Lily auf der Straße wiederfindet und sich fragt, ob sie tot ist oder doch wiederum nicht, ob sie ein Zombie ist – und nun beginnt die Handlung als Rückblick auf Lilys Leben und darauf, wie es zu dem kam, was sie jetzt ist. Denkt der geneigte Leser nun, das nähme dem Roman die Spannung, weil somit zu viel vorweggenommen würde – weit gefehlt!

Die Handlung ist in drei Teile untergliedert und startet mit dem:

1. Teil: |Injektion|

Lily Young, Doktorandin in Oxford, befasst sich mit dem Mythos der lebenden Toten – den Zombies. Die Rückblickshandlung beginnt am 28. August 2009 bei der Beerdigung ihres Großvaters Jules Young. Dort erfährt die junge Frau, dass ihr verstorbener Großvater vor seinem Tod sonderbare Wünsche seine Beerdigung betreffend geäußert hatte, die ihr Vater aber missachtete. Lily erzählt ihrem Freund Gottlieb, dass sie mit ihrem Großvater einen Streit über ihre Arbeit hatte und er sie drängte, dass sie diese beenden solle, weil sie in Gefahr schwebe – und dass die Schatten, in denen sie herumstochere, „hungrig“ seien. Nach der Beerdigung begegnet Lily auf dem Friedhof einem mysteriösen Mann: Victor Cunningham.

Kurz danach reist Gottlieb überstürzt nach Deutschland zu seiner Familie ab, ohne Lily den Grund zu nennen – sein Vater ist gestorben. Lily trifft derweil den gutaussehenden und selbstbewussten Fremden vom Friedhof wieder. Hannah, Lilys Mitbewohnerin, warnt sie zwar davor, sich mit Victor zu treffen, aber Lily kann sich seiner Faszination nicht entziehen. Victor Cunningham (stammt aus Schottland) nimmt sie mit in einen sonderbaren Club, in dem eine morbide Performance um Leben und Tod stattfinden soll.

Lily wird dazu auserkoren, gegen ein „Zombie-Paar“, das sie für Schauspieler hält, zu kämpfen. Als Victor sie zwar rettet, der Mann sie aber zuvor beißt, merkt sie sehr schnell, dass das Zombie-Paar echt war, denn nach dem Biss verändert sich Lily. Ihre Sinne verschärfen sich und ihr Hunger auf Fleisch wächst. Ihr Leben als Vegetarierin hat ein jähes Ende gefunden und sich ins Gegenteil verkehrt. Auch ihr Wesen wandelt sich – z. B. Hannah und ihrem Doktorvater gegenüber.

Als Lily von Hannah dabei ertappt wird, als sie eine Taube tötet und roh mitsamt Federn verspeist, flieht Lily erst einmal in ihr Elternhaus, in dem zu dem Zeitpunkt ihrer Schwester Veronica alleine ist, da die Eltern vereist sind. Dort kommt es zu einem weiteren Vorfall: Veronica wird Zeugin, wie Lily den Hund der Familie tötet. Das ist aber nicht das einzige Problem, das Lily hat, denn sie wird die ganze Zeit verfolgt. Somit sieht sie sich erneut dazu genötigt zu fliehen.

2. Teil: |Inkubation|

Im zweiten Teil erhält der Leser Einblick in Gottlieb Bergers Familie, die sich zur Beerdigung seines Vaters Anselm in Frankfurt zusammengefunden hat: Hedwig Berger, die Stiefmutter sowie Rochus und Mathilde, Gottliebs Geschwister. Gottlieb spricht lange und offen mit seiner kranken Stiefmutter über die Fehde, die er mit seinem Bruder Rochus führt. Dann tritt er das Erbe an, das ihm sein Vater auferlegt hat: Er soll dessen Nachfolge antreten. Denn sein Vater führte ein besonderes „Familienunternehmen“, eine spezielle Art von Jägern – Zombiejägern. Und somit wird schnell erkennbar, dass Lily und Gottlieb, der Lily liebt, nun auf zwei verfeindeten Seiten stehen.

Aber das ist nicht der einzige Brennpunkt. Gottlieb und Rochus müssen nun notgedrungen zusammenarbeiten und sich ihrem alten Konflikt stellen. Der Leser wird vom Autor mit zu Zombiejagden genommen, blickt aber auch Gottlieb über die „Schulter“, als dieser die Aufzeichnungen seines Vaters sichtet. Nach und nach wird gewahr, dass sich Gottlieb und Lily nicht zufällig begegnet sind … Dann erhält Gottlieb einen Anruf von Lilys Mutter und erfährt, dass Lily verschwunden ist und wie sie sich verändert hat – und reist sofort nach England. Er schwört, den zu töten, der Lily zu dem gemacht hat, was sie jetzt ist.

Lily findet sich derweil nach ihrer Flucht bei Victor wieder, erfährt dort eine Bestätigung für ihre Vermutung, dass er ein Zombie ist – wie sie jetzt auch. Victor gesteht ihr in einem Brief, dass er sie liebt und Lily lässt sich auf ihn ein – wohl auch aus Verunsicherung über ihre neue „Natur“, mit der sie nun zu leben lernen muss. Sie hadert damit, dass sie ihre Eltern, aber vor allem Gottlieb nicht mehr sehen darf, sie sich fortan im Verborgenen halten muss … doch es kommt alles anders. Lily erfährt etliches über Victor und seine Familie – auch, dass diese nur Verbrecher und Übeltäter tötet und verzehrt – und Victor gesteht ihr, was das Furchtbarste an ihrem neuen Dasein ist: die Einsamkeit. Dann nimmt er Lily das erste Mal mit auf die „Jagd“ – auf einen Serienvergewaltiger und „Bullen“. Als Lily Victor das Opfer essen sieht, wird ihr bewusst, wozu er sie gemacht hat.

3.Teil: |Eruption|

Als Dougal Cunningham (Victor ist ein Ur-Ur-Großonkel von ihm) aus Manger (Schottland) bei Victor erscheint und ihn wegen einer dringenden Angelegenheit in seine Heimat bittet, folgen Victor und Lily dem Ruf und somit der Leser in Victors Heimat, in einen Kreis weiterer mysteriöser Charaktere, und in eine zusätzliche, spannende Handlung mit einem brisanten Finale in Schottland … denn dort fällt schließlich die Entscheidung, was aus Victor, Lily und Gottlieb wird.

Doch damit nicht genug. Auch wenn die Haupthandlung schon genug gefesselt hätte, so gibt es noch einen zusätzlichen Reiz des Romans: die von Lily während ihrer Arbeit geführten Interviews. So auch eines mit ihrem Großvater, der behauptet zu wissen, dass es lebende Tote, „Zombies“, gebe. Er erzählt ihr von einer Begebenheit, als er ein kleiner Junge war und einen Toten sah, der nicht ruhen durfte (in Port-of-Spain/Karibik). Der Leser erfährt in den Interviews etliches über die Mythen lebender Toter aus verschiedenen Kulturen – so z. B. über Draugr, skandinavische Untote, aber erhält auch auch Informationen wie über die Maschalismos-Praktiken (Zerstückelung).

Die lebhafte, kurzweilige Sprache des Autors trägt ebenso wie der Plot zu einer fesselnden Unterhaltung bei, von der man sich nicht mehr lösen kann und will. Ihr bildhafter Duktus erzeugt Nähe zum Leser und eine stetig steigende Spannung – von der ersten bis zur letzten Seite.

Auch die Aufmachung weiß zu überzeugen. Das Covermotiv spricht sehr an und vermittelt bestens die Atmosphäre des Romans, Papier, Satz und Lektorat sind ebenfalls ordentlich.

_Fazit:_

Spannender Zombie-Roman, der geschickt Informationen einbindet und intelligent zu unterhalten versteht – absolut empfehlenswert.

|Taschenbuch: 479 Seiten
Titelabbildung von Sylwia Makris
Titelgestaltung von Guter Punkt, München
ISBN-13: 978-3492267465|
[www.piper-fantasy.de]http://www.piper-fantasy.de
[www.im-plischke.de]http://www.im-plischke.de

_Thomas Plischke bei |Buchwurm.info|:_
[„Mater Ecclesia“ (Engel RPG)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2046
[„Terra Nova“ (Der Schwur des Sommerkönigs 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1533
[„Terra Incognita“ (Der Schwur des Sommerkönigs 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2283
[„Die Auferstehung“ (Sacred 2, Folge 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5212
[„Das trügerische Paradies“ (Sacred 2, Folge 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5370
[„Im Bann der Bestie“ (Sacred 2, Folge 3)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5600
[„Das verbotene Wissen (Sacred 2, Folge 4)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5756

Rickman, Phil – Mittwinternacht

_Das geschieht:_

Als Witwe, alleinerziehende Mutter und Pfarrerin der Gemeinde Ledwardine in der westenglischen Grafschaft Herefordshire ist Merrily Watkins eigentlich ausgelastet. Doch Michael „Mick“ Hunter, der junge, energische Bischof ihrer Diözese Hereford, setzt sie außerdem ins Amt des Bistums-Exorzisten ein. Kanonikus Dobbs, der es bisher innehatte, vertritt in Sachen Spuk und Teufelswerk allzu mittelalterliche Ansichten, und zu allem Überfluss scheint er in letzter Zeit wunderlich zu werden. Dennoch gedenkt er seinen Platz nicht zu räumen. Er intrigiert gegen die ungeliebte Konkurrentin und macht Merrily das Leben möglichst schwer.

Damit steht er nicht allein, obwohl Bischof Micks Interesse an Merrily in eine andere Richtung zielt. Obwohl verheiratet, will er sehr offensichtlich mit der hübschen Pfarrersfrau anbändeln. Mit dem Bischof möchte sich Merrily ungern anlegen. Für weiteres Ungemach sorgt Teenager-Töchterlein Janes. Sie bemüht sich, die Mutter mit dem Alt-Rocker Laurence „Lol“ Robinson zu verkuppeln. Lol hat allerdings mehr als ein Auge für die esoterisch verwirrte Katherine Moon geworfen, die auf das einsam gelegene Gehöft der Familie gezogen ist, obwohl sich dort einst der Vater umbrachte. Dieser geistert nach Katherines Auskunft angeblich durch die Wälder. Wenig später liegt sie tot in ihrer Badewanne.

Merrily kämpft inzwischen gegen eine wahre Gespensterplage. Überall in Hereford und Umgebung geht es plötzlich um, sodass die frischgebackene Exorzistin kaum mit dem Austreiben nachkommt. Dann tauchen auch noch Satanisten auf, die damit beginnen, abgeschiedene Kirchen durch schwarzmagische Praktiken zu entweihen. Als in diesem Umfeld ein toter Mann gefunden wird, tritt Detective Chief Inspector Annie Howe auf den Plan. Sie bittet Merrily um Unterstützung, was diese nicht ablehnen kann. Als Jane in den Bann einer Druiden-Sekte gerät, ist der Teufel endgültig los …

_Donnerwetter, Potz Blitz & Teufelsspuk!_

Manchmal gerät man an ein Buch, das man einfach nicht mehr aus der Hand legen kann – dies nicht, weil es spannend und gut geschrieben wäre; das Gegenteil ist der Fall, und der daraus resultierende Zustand kann am besten als „Faszination des Grauens“ beschrieben werden. „Mittwinternacht“ liegt inhaltlich soweit neben der Spur, dass man weder glauben kann noch mag, was einem da vorgesetzt wird. Tatsächlich bildet sogar die gesamte Merrily-Watkins-Serie einen Korpus von (derzeit) zehn dickleibigen Romanen (Fortsetzung folgt), die in einer Welt spielen, in der Geisterspuk, Erdstrahlen, Seelenwanderungen u. a. Phänomene kein Hokuspokus, sondern (bitterernst genommene) Realitäten sind.

Bis der spirituell nüchterner als der Rickman-Fan gestimmte Leser sich darauf eingestellt hat, so gut dies eben möglich ist, vergeht eine Weile. Dieser Prozess ist objektiv nicht unkompliziert, denn Merrily Watkins lebt in keinem fantastischen Paralleluniversum. Hereford stellt ein fiktives aber getreues Abbild der Realität dar, wie der Verfasser in einem Nachwort offenbart. Literarisch ist Hereford eine dieser im englischen Krimi beliebten Kleinstädte, in denen die große Welt sich überschaubar widerspiegelt. Hinter vornehmen Fassaden spielt sich interessant Böses und Unanständiges ab, und als Pfarrersfrau ist Merrily in der idealen Position, sich überall dort Zutritt zu verschaffen, wo sich gerade solches plus Kriminelles abspielt.

Womit nicht (nur) das eifrige Mobbing und Intrigieren gemeint ist, dem sich Merrily ausgesetzt sieht. Dies gehört zu den zwischenmenschlichen Konflikten, mit denen moderne Kriminalromane auf Länge gebracht werden: Emotionaler Seifenschaum ist leicht zu schlagen, und vor allem die weiblichen Leser scheinen süchtig nach ihm zu sein. Nein, hier geht es um Verbrechen, die primär übersinnlich daherkommen. Vorzeitlich gestimmte Heiden und Satanisten schleichen durch die Diözese Hereford, wo sie sich klischeegerecht finster verhalten, d. h. Kirchen schänden, Krähen killen sowie jene Menschenkinder umbringen, die ihnen auf die Schliche kommen, wenn sie zu schlechter Letzt Luzifer und seine Dämonen heraufbeschwören, die doch in dem aktuellen Geister-Getümmel definitiv überflüssig sind.

|Viel Feind‘, wenig Ehr’|

Schon im ersten Roman ‚ihrer‘ Serie hatte Merrily privat und priesterlich viel um die Ohren. In „Mittwinternacht“ mutiert sie zur Getriebenen. Der fesche Bischof sieht in ihr die ideale Geliebte, ein düpierter Kanoniker belegt sie mit einem Fluch, die Tochter gerät unter keltische Heiden und ist auch sonst eine altkluge Landplage, verknöcherte Chauvinisten nehmen sie in ihrem Job nicht ernst, ständig rufen von Geistern gepeinigte Pfarrkinder an, und schwenkt sie dann vor Ort eifrig Weihwasserwedel u. a. Exorzisten-Inventar, drehen ihr die Spukbolde die lange Nase und wollen partout nicht weichen.

Der nüchterne Leser (s. o.) verfolgt diese Prüfungen eine Weile, dann gibt er auf und nimmt es mit Humor. Schon Merrily selbst ist höchstens als Karikatur zu ertragen. Als solche passt sie auch viel besser in die groteske Welt, die Autor Rickman ihr schuf. Dort spielt sie eine erstaunlich passive Rolle. Merrily ist offensichtlich harmoniesüchtig, was übel ist in einer Dorfgemeinschaft, die vor allem aus selbstsüchtigen, boshaften und notorisch schwatzhaften Gesellen beiderlei Geschlechts besteht. Die gutgläubige Pfarrersfrau rennt in jedes offene Messer, schaut dabei verdutzt, legt sich erschöpft in ihr Bett und rappelt sich Minuten später wieder auf, weil der nächste undankbare Kunde sie anruft. Schnell möchte man diese rückgratarme Gutfrau tüchtig beuteln, auf dass sie endlich kontert, wie es ihre lästigen Bittsteller und Lästlinge verdienen: mit einem kräftigen Arschtritt!

|Säusel, säusel …|

Doch solche Anwandlungen überkommen nur diejenigen Leser, die immer noch nicht begriffen haben, dass Phil Rickman keine Geschichte erzählen, sondern nur plaudern möchte. „Mittwinternacht“ ist ein „Lady-Thriller“. Das Verbrechen und seine Aufklärung stehen nicht im Mittelpunkt, sondern sind exotisches Beiwerk. Wichtiger und offenbar aufregender sind die Expeditionen in seelische Untiefen. Sie werden ergänzt durch die genannten Ausflüge ins Übernatürliche, die ebenfalls Würze in ein Geschehen bringen, das auf diese Weise Spannung generiert, die der auf eine stringente Handlung geeichte Purist beim besten Willen nicht nachvollziehen kann.

Er findet sich schiffbrüchig auf einem Meer sinnfreien Gefasels und Geplappers, das sich um aufgebauschte Möchtegern-Problemchen und Als-ob-Aufregungen dreht. Fiebrig raunend deutet der Verfasser Enthüllungen an, die niemals kommen oder unter einem neuen Schwall beliebiger Nichtigkeiten erstickt werden. Dies gilt auch für den berühmten roten Faden, was „Mittwinternacht“ zu einem Buch werden lässt, das man lesen kann, ohne sich um Kapitel oder Seitenzahlen zu kümmern: Die Ereignisse wabern konturlos vor sich hin, ohne konkret auf einen Höhepunkt hinzuführen.

Den gibt es zwar, doch er wird quasi pflichtschuldig geliefert. Die losen Fäden werden gepackt und grob zu einem finalen Knoten geschürzt. „Mittwinternacht“ wird zum Dan-Brown-Gemunkel en miniature. In Hereford offenbart sich das Wirken einer Verschwörer-Gruppe, die mindestens seit der Eisenzeit aktiv ist und den heidnischen Naturglauben der Ahnen gegen die christlichen Emporkömmlinge verteidigt. Das wird vom Verfasser so bierernst und gleichzeitig ungeschickt in Szene gesetzt, dass sich nunmehr endgültig die Spreu (= diejenigen, die atemlos weitere Merrily-Watkins-Mystery-Thriller verschlingen werden) vom Weizen (= diejenigen, die genau dies fürderhin vermeiden werden) trennt. Dreimal darf geraten werden, welcher Gruppe dieser Rezensent sich anschließen wird …

_Autor_

Phil Rickman wurde in der nordenglischen Grafschaft Lancashire geboren. Er arbeitete viele Jahre als Journalist für Radio und Fernsehen. Aktuell moderiert Rickman die Sendung „Phil the Shelf“, in der er Bücher vorstellt.

In seinen Reporterjahren lernte Rickman das englisch-schottische Grenzland und Wales kennen und schätzen. Ihn faszinierte vor allem die Folklore dieser Regionen, die er im Zusammenhang mit historischen Fakten sieht. Anfang der 1990er Jahre begann Rickman Romane zu schreiben. Sein Erstling, der Horror-Roman „Candlelight“, erschien 1991 noch unter einem Pseudonym.

Rickman wechselte bald zum Kriminalroman, ohne deshalb von seinen mystischen Vorlieben zu lassen. Das Übernatürliche ist auch in seiner Serie um die anglikanische Priesterin Merrily Watkins stets präsent, die Rickman 1998 startete. Sie brachte ihm den Durchbruch und wird bis in die Gegenwart seitenstark fortgesetzt.

Mit seiner Ehefrau lebt Rickman in der kleinen wallisischen Ortschaft Hay-on-Wye. Über seine Aktivitäten informiert er auf [seiner Website]http://www.philrickman.co.uk .

Die „Merrily Watkins“-Serie erscheint in Deutschland im Rowohlt Verlag:

(1998) „Frucht der Sünde“ |(„The Wine of Angels“)| – RoRoRo 24905
(1999) [„Mittwinternacht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6067 |(„Midwinter of the Spirit“)| – RoRoRo 24906
(2001) [„Die fünfte Kirche“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6283 |(„A Crown of Lights“)| – RoRoRo 24907
(2001) „Der Turm der Seelen“ |(„The Cure of Souls“)| – RoRoRo 25333
(2003) „Der Himmel über dem Bösen“ |(„The Lamp of the Wicked“)| – RoRoRo 24334 (noch nicht erschienen)
(2004) „Die Nacht der Jägerin“ |(„The Prayer of the Night Shepherd“)| (noch nicht erschienen)
(2005) |“The Smile of a Ghost“| (noch kein dt. Titel)
(2006) |“Remains of an Altar“| (noch kein dt. Titel)
(2007) |“The Fabric of Sin“| (noch kein dt. Titel)
(2008) |“To Dream of the Dead“| (noch kein dt. Titel)
(2011) |“The Secrets of Pain“| (noch kein dt. Titel)

|Taschenbuch: 576 Seiten
Originaltitel: Midwinter of the Spirit (London : Pan Macmillan Ltd. 1999)
Übersetzung von Karolina Fell
ISBN-13: 978-3-499-24906-8|

|eBook (Rowohlt Digitalbuch)
ISBN-13: 978-3-644-42061-8|
[www.rowohlt.de]http://www.rowohlt.de

Perry Rhodan – Konzil der Sieben (Silber Edition 74, Teil 2)

_Die Handlung:_

Es beginnt Anfang des Jahres 3459. Perry Rhodans Gehirn ist in seinen Körper zurückgekehrt, und die Galaxis wartet voller Spannung auf die Konsequenzen, die sich aus dem „Kosmischen Schachspiel“ ergeben könnten. Als dann aber die Sterne erlöschen, kommt alles anders als erhofft. Eine fremde Macht, die Laren, landet im Auftrag des [„Konzils der Sieben“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6560 auf der Erde und stellt unmissverständliche Forderungen.

Hotrenor-Taak, ihr Sprecher und Anführer, bestimmt Perry Rhodan kurzerhand zum „Ersten Hetran der Milchstraße“. Der Terraner soll im Auftrag des Konzils diktatorisch über die Völker der Galaxis herrschen. Perry Rhodan bleibt nichts anderes übrig, als zum Schein auf die Forderung der Fremden einzugehen und im Untergrund gegen das Konzil der Sieben zu kämpfen. Dabei darf er nicht einmal davor zurückschrecken, zum Schein seinen Freund Atlan zum Tode zu verurteilen – ein Spiel, aus dem tödlicher Ernst wird … (Verlagsinfo für den kompletten Silberband)

|Dieser Teil:|

Perry täuscht mithilfe der Rebellen seine Entführung vor, um sich aus dem Griff der Laren zu befreien. Die Rebellen bringen ihn zurück in die Milchstraße, wo er erkennt, dass die Laren schon vor ihrem offiziellen Auftauchen Informationen auf Terra gesammelt haben müssen. Eine Informantin, die Doppelgängerin einer Großindustriellen, verhält sich auffällig.

_Mein Hör-Eindruck:_

Nach einem Einleitungssatz, der Titel und Teil der |Silber Edition| angibt, geht es direkt mit Kapitel acht los. Sprich, es gibt keine gesprochene Zeitleiste wie vor dem ersten Teil, keine Zusammenfassung der Art „was bisher geschah“ und auch kein anfängliches „die Hauptpersonen“, wie es bei den wöchentlichen Heftlesungen der Fall ist. Das kommt dem Hörer entgegen, der erst alle vier Teile der |Silber Edition| sammelt, bevor er mit dem Hören anfängt, weil er so einem etwaigen Cliffhanger mit anschließender Wartezeit von drei Wochen bis zur Auflösung entgehen will.

Der Hörer, der drei Wochen auf die Fortsetzung gewartet hat und sich vielleicht nicht mehr so ganz daran erinnert, wo Perry denn jetzt gerade ist oder was er gerade macht, wird direkt ins aufgewühlte Handlungswasser geworfen. Denn er landet mitten in einer hitzigen Diskussion und muss erst einmal versuchen, dieser zu folgen. Aber besser so als eine langatmige Handlung, die erst nach Stunden des Hörens Fahrt aufnimmt. Spätestens nach dem ersten Track sollte sich aber jeder Hörer wieder zurechtgefunden haben.

|Der erste neue Sprecher|

Tom Jacobs liest auch diesen Teil gewohnt souverän. Diesmal gibt es keinen asthmatischen Außerirdischen für ihn zu bewältigen, an dem er sich die Zunge brechen müsste. Spannend und mitreißend erzählt er die Geschichte um Perry Rhodan und seine Mitstreiter und verleiht auch hier wieder jedem Charakter seine eigene Stimmfarbe.

Einzig der übertriebene amerikanische Akzent, den er einem der Charaktere zuteil werden ließ, stört – liest er doch sämtliche anderen Amerikaner ohne Akzent. Und auch Perry Rhodan ist Amerikaner.

Ansonsten habe ich mich an Jacobs‘ Gucky gewöhnt und er gefällt mir mittlerweile besser als der von Josef Tratnik. Allein Icho Tolot und sein Brüllen sind für den Stammhörer der |Silber Editionen| vielleicht noch etwas gewöhnungsbedürftig.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Dieser zweite Teil unterscheidet sich in Sachen Hintergrundgestaltung nicht vom Vorgänger. Hier und da gibt es ein paar Ambientsounds zu hören oder eine leichte Melodie. Das ist aber teilweise so leise, dass es schon wieder irritierend wirkt.

Da ich davon ausgehe, dass die |Silber Edition| 74 schon komplett produziert auf die Verteilung wartet, würde ich mir bei der Untermalung für die folgende |Silber Edition| ein wenig mehr Mut zum Abmischen wünschen.

|Die MP3s|

Dem Pedanten fällt auf, dass der zweite Teil von |Silber Edition| 74 um über zehn Minuten kürzer ist als der erste. Das liegt aber ausschließlich an der Tatsache, dass die Kapitel einfach unterschiedlich lang sind.

Dennoch ist auch dieser Teil der |Silber Edition| wieder in 45 Tracks aufgeteilt, von denen sich der Hörer unterhalten lassen kann. Die MP3s liegen wie gehabt in der Qualität 128kbps, 41,1kHz und in Joint Stereo vor. Die ID3-Tags sind sauber gesetzt und jede Datei enthält neben den Angaben zu Titel und Autor auch das Cover der |Silber Edition|, was sich bei MP3-Playern der iPod-Touch-Fraktion immer nett im Display macht.

Schön ist auch, dass der Verlag das Cover bei jedem Teil der |Silber Edition| austauscht. Zierte den ersten Teil noch der Titel von Perry Rhodan Band 650, so ist es diesmal die Front von Band 651. Dies liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei bei.

_Mein Fazit:_

Die Story ist weiterhin spannend, Tom Jacobs liest auf gleichem Niveau gut. Schade, dass es erst in drei Wochen weitergeht.

Eine etwa 7,5 Minuten lange Hörprobe bietet der Verlag [hier]http://www.einsamedien.de/MP3/hoerprobe__se74.mp3 an.

|MP3-Download mit ca. 205 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 3:40 h
Sprecher: Tom Jacobs|
[perry-rhodan-shop.de]https://perry-rhodan-shop.de
[perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

Hinweis: Die MP3-Fassung erscheint im November auch auf 2 CDs im Handel.

Troisi, Licia – Erbe der Drachen, Das (Die Schattenkämpferin 1)

_|Die Schattenkämpferin|-Trilogie:_

Band 1: „Das Erbe der Drachen“
Band 2: „Das Siegel des Todes“
Band 3: „Der Fluch der Assassinen“

Mit ihrer „Drachenkämpferin“-Trilogie war Licia Troisi vor geraumer Zeit ein exzellenter Einstieg in die internationale Fantasy-Szene gelungen. Hier und dort zwar noch mit kleinen Verbesserungswürdigkeiten bei der Tiefe der Erzählung bestückt, entwickelte sich der Dreiteiler spätestens im Abschlussband zum Selbstläufer und konnte sich trotz der sprachlichen Simplizität beim Publikum als Alternative zu den großen Namen durchsetzen. Troisi hat sich auf diesen Lorbeeren aber keinesfalls ausgeruht und parallel an zwei weiteren Projekten gearbeitet, von denen „Die Schattenkämpferin“ nun an der Front debütiert. Wieder kehrt die Autorin in die Aufgetauchte Welt zurück – und wieder sind es vor allem die Charakterdarstellungen, die ihre neue Trilogie schon zum Auftakt glänzen lassen!

_Story:_

Mit gerade einmal acht Jahren wird die verspielte Dubhe aus ihrem Heimatdorf Selva verstoßen, als sie einen anderen Jungen bei einer übermütigen Rauferei tötet. Das Antlitz des jungen Gornar wird sie ein Leben lang begleiten, denn von nun an ist ihr Weg von Tod und Meucheleien gezeichnet. Dubhe wird ausgesetzt und muss sich alleine durchschlagen; sie landet in einem Soldatenlager und schließlich in der Obhut ihres ‚Meisters‘, einem brutalen Mörder, der sich ihrer widerwillig annimmt, sie dann aber ebenfalls im jüngsten Alter an das Töten heranführt. Jahrelang kämpft und lernt sie an seiner Seite, verfällt ihm regelrecht und betrachtet sich als seinen Besitz – bis er eines Tages ebenfalls sein Leben lässt und Dubhe zum ersten Mal mit der Gilde der Assassinen und ihren widerwärtigen Methoden vertraut macht.

Noch Jahre später wird ihr diese Begegnung nachhängen; und als sie eines Abends bei einem ihrer üblichen Raubzüge von einem Giftpfeil getroffen wird, der ein eigenartiges Siegel auf ihrem Arm hinterlässt, weiß sie, dass die Gilde sie am Ende doch noch in ihre Fänge bekommen hat. Lediglich die Asassinen selber können den Fluch lösen, doch der Weg dorthin fordert Dubhes verbliebene Kräfte und noch vieles mehr. Sie muss sich selber der Gilde anschließen, soll in ihrem Auftrag morden, die brutale Schule durchmachen und ihrem Gott huldigen. Mit letzter Verzweiflung unterwirft sie sich und kämpft um ihr Überleben – bis sie eines Tages in den modrigen Winkeln des Tempels auf einen Postulanten trifft, der sich eingeschleust hat, um die teuflischen Pläne der Assassinen aufzudecken. Doch mit seiner Ankunft öffnet sich Dubhe erst das wahre Ausmaß der schwarzen Magie, die der Höchste Wächter der Gilde anscheinend schon in Perfektion zelebriert …

_Persönlicher Eindruck:_

Wenn man ein Buch ständig zurückschiebt und es anderen Titeln opfert, die – so weiß man später – bei Weitem nicht die priorisierte Aufmerksamkeit verdient haben, mutet das Ganze im Endeffekt relativ merkwürdig an. Gerade vor dem Hintergrund, dass Licia Troisis erste Trilogie einen wirklich guten Eindruck hinterlassen hat, zwar sicherlich noch nicht verbergen konnte, dass es sich hierbei um ein Erstwerk handelte, schließlich aber doch voll und ganz überzeugte, muss man sich hier über die eigene Vorgehensweise wundern.
Dass die italienische Autorin inzwischen einen weiteren Dreiteiler auf den Markt gebracht hatte, schürte aber wieder das Interesse für ihren sympathischen, sehr leicht verdaulichen Erzählstil und führte schließlich zurück in die Aufgetauchte Welt, jenem Schauplatz, an dem einst auch die beiden Publikumslieblinge Nihal und Sennar für Frieden kämpften. Sie sind es schließlich auch, die eine Verbindung zu den neuen Büchern herstellen, wenngleich auch nur in der Zeitleiste, die mittlerweile mehr als vier Dekaden weiter fortgeschritten ist. Und auf der sich die Ereignisse offenbar wiederholen …

Denn ähnlich den inhaltlichen Wendungen in „Die Drachenkämpferin“ ist die Ausgangsposition wieder sehr bedrohlich, der Frieden in den acht Landeinheiten jener Welt alles andere als sichtbar. Der kriegerische Streitherr Dohor hat große Teile der Aufgetauchten Welt erobert und bereitet sich bereits auf seine Alleinherrschaft vor, als die kleine Dubhe zum ersten Mal ins Spiel kommt. Als unscheinbares Mädchen in einer nahezu unbedeutenden Ortschaft geboren, zeigt sie bereits erste Parallelen zu ihrem wahrscheinlichen Vorbild Nihal, wenngleich die Heldin der aktuellen Bände ganz klar abgebrühter und kühler in ihrem Erscheinungsbild ist – bzw. mit der Entwicklung der Story wird. Hinzu kommt, dass sich Dubhes Charakterzüge in geradezu jedem einzelnen Akt weiter verfinstern. Ihr wird das Grauen vorgelebt, die Familiengeschichte findet unterdessen ein tragisches Ende, und auch wenn ihre Kollegin im Geiste seinerzeit ebenfalls auf sich alleine gestellt war, wächst die Nachfolgerin der Legende in einem ganz anderen Umfeld mit, bringt für ihre persönliche Charakterformung eine ganz andere Voraussetzung mit und wirft schließlich auch einen sehr düsteren Schatten auf die gesamte Story, die in ihrer Gesamtheit sowieso schon viel härter ist als all das, was man von Troisi bisher gelesen hat.

Die Grundbedingungen haben sich im bekannten Setting also verändert, aber auch der Stil der Autorin hat in den beiden Jahren, die zwischen der Entstehung der ersten und der zweiten Trilogie liegen, einen deutlichen Fortschritt gemacht. Troisi wirkt souveräner und einfach sicherer in dem, was sie in Worte kleidet. Dies mag zum Teil auch an der wesentlich besseren Übersetzung in „Die Schattenkämpferin“ liegen, definitiv aber auch an der brillanten Vorgabe, die einen völlig etablierten Eindruck macht. Dass die Geschichte hiervon profitiert, bekommt man bereits relativ früh zu spüren, als die Autorin zum ersten Mal die Vergangenheit und die Gegenwart mischt und die ständigen Rückblicke zu einem wichtigen Bestandteil von „Das Erbe der Drachen“ deklariert. Stetig erfährt man mehr über Dubhes Kindheit und Jugend, lernt ihren Meister und dessen Werdegang kennen, und begreift schließlich, wie aus der unscheinbaren Figur diese eiskalte Gaunerin werden konnte, die sich trotz aller Missetaten ihren vernünftigen Grundcharakter bewahrt hat. Weshalb sie auch zur absoluten Sympathieträgerin avanciert, einer Identifikationsfigur, die sich nicht bloß durch eine Aneinanderreihung von Heldentaten auszeichnet, sondern auch die dunkle Seite mit reichlich Energie und Leidenschaft bedient.

Auf dieser Basis kann sich der Auftaktband in aller Ruhe ausbreiten und mündet schließlich in einem sehr gesunden Fundament für die nächsten beiden Romane. Auf mehr als 500 Seiten wird ein anständiger Komplex aufgerissen, der zahlreiche Querverweise auf die Vergangenheit der Aufgetauchten Welt und ihrer Heroen hergibt, einige verschachtelte Verbindungen öffnet und vor allem Protagonisten zutage fördert, wie sie sich die literarische Fantasy nur wünschen kann. Man sollte zwar vorsichtig sein, einen Mehrteiler bereits zu einem verfrühten Zeitpunkt in den Himmel zu loben. Doch die rasche Entwicklung in der Arbeit der Autorin sowie die durch und durch überzeugende Story erheben bereits jetzt einen verpflichtenden Anspruch. Nicht zuletzt, weil es zuerst die Figuren sind, die hier den Ausschlag geben …

|Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Originaltitel: Le Guerre del Mondo Emerso – La Setta degli Assassini
ISBN-13: 978-3453265639|
[www.heyne.de]http://www.heyne.de

_Licia Troisi bei |Buchwurm.info|:_
[„Im Land des Windes“ (Drachenkämpferin 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2488
[„Der Auftrag des Magiers“ (Drachenkämpferin 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4130
[„Der Talisman der Macht“ (Drachenkämpferin 3)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4507

Schweikert, Ulrike – Dracas (Die Erben der Nacht 4)

_|Die Erben der Nacht|:_

01 – [„Nosferas“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5084
02 – [„Lycana“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5359
03 – „Pyras“
04 – _“Dracas“_

_Das vierte Jahr der Akadermie_ der Vampire hat für Alisa vom Clan der Vamila, Leo vom Clan der Dracas, Ivy vom Clan der Lycaner und Luciano vom Clan der Nosferas begonnen. Diesmal geht es für die jungen Vampire nach Wien, zum Clan der Dracas. Hier sollen sie die Kunst des Gedankenlesens lernen, die die Dracas perfektioniert haben.

Vorerst stehen aber mehr Tanzen und Fechten auf dem Lehrplan, was die Jungvampire nicht besonders aufregend finden. Der Clan der Dracas setzt alles daran, die Jungvampire in das öffentliche Leben in Wien einzuführen. Neben dem Tanzen und Fechten stehen auch Theater und Opernbesuche sowie Bälle und andere Abendveranstaltungen auf dem Programm. Während eines Besuchs im Burgtheater lernt Luciano die menschliche Clarissa von Todesco kennen und verliebt sich. Dies ist nicht unproblematisch, da Luciano sich kaum mehr im Griff hat und nicht selten den Unterricht schwänzt, um sich heimlich mit Clarissa zu treffen. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis diese verbotene Beziehung auffliegt.

Als sich auch nach einiger Zeit am Unterrichtsplan der Dracas nichts verändert, macht sich Ungeduld breit. Alisa kann Leo überreden, zumindest ihr und Luciano diese Kunst näherzubringen. Einzig Ivy braucht diese Unterrichtsstunden nicht, da sie das Gedankenlesen mindestens genauso gut beherrscht wie die Dracas. Ivy macht sich immer mehr Sorgen darum, dass ihr Geheimnis bald auffliegen könnte, da sie als Einzige nicht zu altern scheint und immer noch blutjung aussieht. Zusätzlich macht sie sich Sorgen, da ihr immer öfter Raben auffallen, die die Erben zu verfolgen scheinen. Mit diesem Verdacht steht sie allerdings alleine da, weil ihre Freunde dies als Spinnerei ab tun.

Ein dunkler Schatten kommt immer näher, und als Ivy dann entführt wird, machen ihre Freunde sich auf nach Siebenbürgen, um sie zu retten.

Sind sie den dort lauernden Gefahren schon gewachsen?

_Kritik_

Mit „Dracas“ hat Ulrike Schweikert den vierten Teil der |Erben der Nacht|-Serie geschrieben. Wie schon in den drei vorangegangenen Bänden „Nosferas“, „Lycana“ und „Pyras“ versteht es die Autorin, ihre Geschichte in die historischen Ereignisse des 19. Jahrhunderts einzubauen und so Abenteuer und Fantasy mit der Geschichte und Kultur der jeweiligen Schauplätze zu verbinden. Der Schreibstil von Ulrike Schweikert ist einem Jugendbuch angemessen und daher leicht zu lesen. Sie schafft es dabei, auch die Sprache der Zeit des endenden 19. Jahrhunderts anzupassen.

Ein sich aufbauender und in einem dramatischen Finale endender Spannungsbogen macht es dem Leser schwer, das Buch zur Seite zu legen. Durch das stetige Tempo gelingt es der Autorin, den Leser zu fesseln und in die Geschichte eintauchen zu lassen.

Dem originellen Plot, den Ulrike Schweikert seit dem ersten Band gesponnen hat, bleibt sie treu, und dieser zieht sich wie ein roter Faden auch durch diesen Roman. Langsam scheint sich zu klären, wer der dunkle Schatten ist, der seit dem ersten Akademiejahr Jagd auf die Jungvampire macht, und auch die Gründe dafür sind stimmig und nachvollziehbar. Das Ende ist für diesen Roman abschließend, hält dabei aber die Spannung auf den nächsten Teil der Reihe aufrecht.

Die Umgebung beschreibt die Autorin detailliert und schafft eine passende, in Wien prunkvolle und in Transsylvanien düstere Grundstimmung. Erzählt wird die Geschichte um die Jungvampire aus der Perspektive eines Beobachters, der sich zwar hauptsächlich auf die vier Freunde Alisa, Leo, Ivy und Luciano konzentriert, dabei weitere Charaktere aber keinesfalls aus den Augen verliert und auch die tragenden Charaktereigenschaften betont.

Die Protagonisten entwickeln sich realistisch weiter. Mit ihren typischen Charaktereigenschaften werden die Jungvampire langsam erwachsen, und neben der Freundschaft kommt bei manchen auch die erste Verliebtheit zum Tragen. Die vier Freunde Alisa, Ivy, Leo und Luciano tragen in dieser Reihe die Hauptrollen, dennoch haucht die Autorin auch den Nebenfiguren Leben ein und beschreibt sie detailliert, sodass der Leser jede Einzelne vermissen würde, sollte diese die Bühne verlassen. Jeder Protagonist ist für sich einzigartig und lebensnah konzipiert und hält sich über Jahre der Erzählzeit selbst die Treue, ohne dabei in der Entwicklung stehen zu bleiben. Historische Personen wie Bram Stoker oder Oscar Wilde sowie literarische wie van Helsing oder Dracula höchstpersönlich, aber auch solche Besonderheiten wie die Fledermäuse der Peterskirche sind Teil dieser Geschichte und tragen zur Einzigartigkeit bei.

Die Aufmachung des Buches passt sich in der Gestaltung der Reihe perfekt an, ohne gleich zu wirken. Im Innenteil ist eine Karte von Wien abgedruckt und am Ende des Buches eine Übersicht von Transsilvanien. Ein Glossar erklärt historische Begriffe, und auch die neuen Gaststars werden vorgestellt und deren Leben kurz beschrieben.

_Die Autorin_

Ulrike Schweikert wurde am 28. November 1966 in Schwäbisch Hall geboren. Sie hat eine jüngere und eine ältere Schwester. Bereits als Kind liebte sie es zu tanzen und betreibt immer noch aktiv Ballett- und Tangounterricht. Nach ihrer Schulzeit, die sie auch in Schwäbisch Hall verbrachte, machte sie einen Banklehre in Stuttgart. Nachdem sie sechs Jahre lang als Wertpapierhändlerin gearbeitet hatte, studierte sie Geologie und Journalismus. Zu dieser Zeit entstanden erste Manuskripte.

Während ihres Studiums recherchierte sie viel über ihre Stadt, was die Grundlage für ihren ersten Roman war: 2000 veröffentlichte sie „Die Tochter des Salzsiedlers“. Allerdings gelang ihr der Durchbruch erst mit ihrem zweiten Roman „Die Hexe und die Heilige“, der es ihr ermöglichte, das Schreiben zu ihrem Beruf zu machen. Für „Das Jahr der Verschwörer“ erhielt sie 2004 von der „Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur – Das Syndikat“ den Hansjörg-Martin-Preis.

Heute lebt sie in Pforzheim. Sie liebt Vulkane, vor allem Island und Hawaii haben es ihr angetan, und sie ist eine begeisterte Taucherin. Unter dem Namen Rike Speemann schrieb sie zwei Fantasyromane. Sie schrieb unter einem Pseudonym, um nicht in eine Schublade für historische Romane gesteckt zu werden. (Verlagsinfo)

_Fazit_

Mit „Die Erben der Nacht – Dracas“ hat Ulrike Schweikert wieder einmal bewiesen, dass sie es schafft, Fantasy großartig und glaubwürdig mit der Historie zu verbinden und ein spannendes und einfach zu verstehendes Werk zu schaffen, das durch absoluten Lesespaß überzeugt. Die jugendliche Zielgruppe wird dabei ebenso erreicht wie auch der erwachsene Leser fantastischer Literatur.

|Taschenbuch: 512 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570306567|
[www.randomhouse.de/cbt]http://www.randomhouse.de/cbt
[www.ulrike-schweikert.de]http://www.ulrike-schweikert.de

_Nadine Warnke_

_Ulrike Schweikert bei |Buchwurm.info|:_
Interview: [»Die Abwechslung ist das Reizvolle«]http://buchwurm.info/artikel/anzeigen.php?id=93
[„Der Duft des Blutes“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4858
[„Das Herz der Nacht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6020
[„Die Dirne und der Bischof“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5548
[„Die Seele der Nacht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1232

Gloge, Andreas / Sassenberg, Volker – Gabriel Burns – Ich weiß, was Angst ist (Folge 34) (Hörspiel)

_Story:_

Bakermans Team ist bei den jüngsten Ermittlungen ein ganzes Stück vorangekommen. Mit dem Stein von Akilesh in Besitz reist die Truppe zu einer weiteren Expedition nach Indien. Im sagenumwobenen Jangal Mandir soll die Quelle der Unsterblichkeit liegen, in der der Strom der Seelen einst verschwand. Neben dem Bakerman-Trupp sind jedoch noch weitere mehr oder weniger ungebetene Gäste in Südasien: Steward Carradine und seine Tochter April hat es ebenfalls nach Jangal Mandir verschlagen – und in ihrem Schlepptau befindet sich niemand geringerer als Steven Burns, der von weiteren Rachegelüsten getrieben wird. Doch nicht nur Gabriel gerät eerneut in seinen Fokus; auch der Dämon rRakasha feiert ein unvorhergesehenes Comeback und stellt die gesamte Expedition auf eine risikoreiche Probe …

_Sprecher:_

Erzähler – Jürgen Kluckert
Introerzähler – Hans Paetsch
Steven Burns – Bernd Vollbrecht
Bakerman – Ernst Meincke
Joyce Kramer – Bianca Krahl
Larry Newman – Björn Schalla
Julien Cardieux- Mario von Jascheroff
Schmidt – Andreas Ksienzyk
Chappu – Norman Matt
Mahesh – Karl Schulz
April Carradine – Silke Super
Steward Carradine – Stefan Müller-Ruppert
Bettlerin – Daniela Thuar

Idee & Konzeption: Decision Products
Regie: Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert & Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Tontechnik und Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Tonassistenz: Kay Müller
Illustrationen: Ingo Masjoshusmann
Grafik: Marion Mühlberg

_Persönlicher Eindruck:_

„Gabriel Burns“-Fans haben mit der Veröffentlichung der insgesamt bereits 34. Episode endlich das Ende einer längeren Durststrecke überwunden. Schon öfter wurde debattiert, dass die Abstände zwischen den einzelnen Folgen für den Zusammenhalt des immensen Komplexes kontraproduktiv sind, aber dennoch haben Volker Sassenberg und sein Team die Hörerschaft einer längeren Geduldsprobe unterzogen, die mit „Ich weiß, was Angst ist“ ein vorläufiges Ende hat. Und dennoch: Es ist schon schade, dass die Story bzw. das, was hiervon überhaupt noch greifbar ist, immer wieder aus den Fugen genommen wird, weil nicht zeitnah nachgelegt wird. Aber verschieben wir das Gemecker auf die nächste Wartepause …

Mit „Ich weiß, was Angst ist“ können die Macher der erfolgreichen Mystyery/Horror-Serie wenigstens wieder bei den treuen Fans von „Gabriel Burns“ punkten – denn niemand anderes als der eigentliche Titelheld Steven kehrt nach einer drei Episoden währenden Abstinenz zurück, zwar noch nicht als vollwertiger Protagonist, jedoch als Teilhaber eines weiteren sehr rasanten, abwechslungsreichen Hörspiels. Die Nr. 34 überzeugt derweil erneut mit einem sehr überraschenden Stimmungswechsel, der zu großen Teilen auf das veränderte Setting zurückzuführen ist. Den teils sehr heftigen Action-Auswüchsen in „Schmerz“ folgt nun eine harmonische Schein-Atmosphäre, die in der Inszenierung mit vielen kleinen Tücken angereichert wird und in ihrer heimeligen Wirkung immer mehr verschwimmt. Schon nach kurzer Zeit lauern die ersten beängstigend beklemmenden Einsprengsel, bevor sich das Ganze langsam steigert und einen ähnlichen Action-Ansatz verfolgt – der aber im Endeffekt irgendwie doch ganz anders ist.

Derweil sind die Charakterentwicklungen mal wieder beeindruckend. Das Bakerman-Team verändert sich beispielsweise im Laufe der knappen Stunde mehrfach, aber auch der geschätzte Steven Burns ist noch nicht der Alte bzw. gibt ein verblüffend modifiziertes Bild ab. Und hier sind wir schließlich wieder bei den Ursprüngen der Reihe, bei der eigentlichen Intention, ein Hörspiel-Konstrukt zu schaffen, das in sich so wandelbar und undurchdringlich ist, hier und dort sehr klare Linien verfolgt, abgeschlossene Kapitel anbietet und auch immer wieder Klarheit schafft, sich die Unberechenbarkeit aber als höchstes Gut bewahrt hat. Der grundlegende Charakter der Serie manifestiert sich damit nicht nur in dieser aktuellen Episode, sondern wird selten so freizügig, andererseits aber auch kompakt und geschlossen ausgelebt wie in „Ich weiß, was Angst ist“ – und dazu muss man noch nicht einmal die Handlung näher zitieren!

Letztere ist im Übrigen zunächst noch ein wenig behäbig im Tempoaufbau, lässt sich jedoch auch nicht grundlos zügeln, sondern nimmt im weiteren Verlauf schließlich immer mehr Fahrt auf. Der Cliffhanger zum Schluss ist zwar wieder tödlich, doch da inzwischen auch die Fortsetzung auf dem Markt ist, kann man die gemeine Endsequenz so gerade noch hinnehmen. Ansonsten bleibt nur zu konstatieren, dass „Ich weiß, was Angst ist“ ein brillantes Hörspiel mit einer fantastischen Atmosphäre und einer erneut absolut packenden Story ist. „Gabriel Burns“-Fans brauchen dementsprechend nicht lange zu zögern!

|Audio-CD mit 61 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3829122771|
[www.gabriel-burns.net]http://www.gabriel-burns.net
[www.folgenreich.de/gabrielburns]http://www.folgenreich.de/gabrielburns
[www.myspace.com/gabrielburns]http://www.myspace.com/gabrielburns
[www.experiment-stille.de]http://www.experiment-stille.de

_Gabriel Burns bei |Buchwurm.info|:_
[„Die Grauen Engel“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3892
[„Verehrung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3960
[„Bereit (Folge 23)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4015
[„Der Erste der Zehn (Folge 24)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4038
[„… dem Winter folge der Herbst (Folge 25)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4051
[„R. (Folge 26)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4055
[„Zwielicht (Folge 27)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4246
[„Im Kreis des Vertrauens (Folge 28)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4711
[„Zwei Horizonte (Folge 29)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4889
[„Weiß (Folge 30)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5308
[„Rand der Gezeiten (Folge 31)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6616
[„Die, die nicht bluten (Folge 32)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6619

Felsing, Kathy – Seelenhüter (Club der Verdammten 1)

_|Club der Verdammten|:_

Band 1: „Seelenhüter“
Band 2: „Liebesseele“ (Februar 2011)
Band 3: „Blutsvermächtnis“ (März 2011)

_Um sich abzulenken_ und Leidenschaft zu erleben, bucht die todkranke Paula Landon einen Callboy, der sie auf ihrem Landsitz treffen soll. Von ihrer Ehe mit dem Staatsanwalt Owen ist sie bitter enttäuscht und will die Scheidung von ihm.

Nervös blickt sie nun dem Treffen mit dem Callboy entgegen und ist angenehm überrascht, als sie dem gepflegten und sehr attraktiven Luka Canvey die Tür öffnet. Nicht ahnend zu welcher Leidenschaft sie fähig ist, genießt sie die Stunden mit Luka, als plötzlich Owen in ihrem Schlafzimmer auftaucht und Luka kaltblütig erschießt. In seinem Wahn fesselt er Paula an die Leiche und versenkt beide in einem nahegelengen See.

Das Letzte, was Paula spürt, bevor ihr schwarz vor Augen wird, ist ein Biss in ihren Hals.

Paula erwacht als Vampir, strahlend schön und wieder gesund. Sie trifft wieder auf Luka, der es nicht beabsichtigt hatte, sie zu verwandeln, sein ursprünglicher Plan war Paula ebenfalls zu ermorden, da er eine offene Rechnung mit ihrem Mann Owen hat und ihm das Liebste nehmen wollte. Trotzdem schließen sich die beiden zusammen, und mit dem Club der Verdammten, Lukas Freunden, bewohnen sie nun den Landsitz von Paula. Paula verspürt einen für sie ungewöhnlichen Hass auf Owen und ist auf Rache aus. Auch verliebt sie sich in Luka, der leidenschaftliche Nächte mit ihr verbringt, sie aber andererseits kalt von sich stößt.

Währenddessen sucht Owen mit seiner Komplizin die Leiche Paulas und wird immer nervöser. Der Club der Verdammten bekommt dann noch ein neues Problem: Der tot geglaubte Cangoon taucht wieder auf, er ist hasserfüllt und will die prophezeite Vereinigung der Liebesseele verhindern, auch sein Ziel heißt Paula …

_Kritik_

Mit |Club der Verdammten – Seelenhüter| hat Kathy Felsing den ersten Teil ihrer auf drei Teile angelegten Trilogie um die „Schattenseelen“ geschrieben. Die Autorin vereint in ihrem Roman Spannung, prickelnde Erotik und eine neue menschliche Sicht auf Vampire. Mit einem leicht zu lesenden Schreibstil fesselt die Autorin von Anfang an und baut in ihre erotische Geschichte gekonnt einen Spannungsbogen ein. Der Plot um die Schattenseelen bietet einiges Neues in diesem Genre, leider geht der Roman aber nicht so sehr in die Tiefe, um diese dem Leser endgültig nahezubringen, da wäre noch genug Potenzial vorhanden.

Die erotischen Szenen beschränken sich auf die Protagonisten Paula und Luka und sind sehr prickelnd und bleiben geschmackvoll. Erzählt wird der Plot aus der Perspektive eines Beobachters, der sich hauptsächlich auf die Protagonistin Paula konzentriert, die übrigen Charaktere aber auch zu Wort kommen lässt.

Die Protagonisten sind liebenswert konzipiert, teilweise fehlt es allerdings an Tiefe. Trotzdem ist das Handeln der einzelnen Charaktere schlüssig aufgebaut und sie haben ihre eigenen Geschichten. Paula kommt etwas naiv und gutgläubig daher, entwickelt sich aber im Laufe des Romans positiv weiter. Die Schattenseelen, allen voran Luka, bieten einiges an Potenzial und sind sehr sympathisch. Die Beziehungen untereinander sind klar dargestellt und plausibel.

Das ungewöhnliche Format dieses Buches fällt auf, und die 180 Seiten entsprechen ca. 250 Seiten eines normalen Taschenbuchs. Alles in allem ein ansprechender erotischer Roman, der dabei aber mehr Tiefe vertragen könnte.

_Autorin_

Kathy Felsing wurde 1964 in Nordrhein-Westfalen geboren. Nach der Fachoberschulreife arbeitete sie zunächst für zwei Jahre als Redaktionsassistentin bei einer Wochenzeitung. Später machte sie eine Ausbildung als Datenverarbeitungskauffrau und arbeitete viele Jahre als Programmiererin, Werbekauffrau und Web-Designerin. Bevor sie mit dem Schreiben anfing, war sie zuletzt in leitender Stellung als Ausbilderin für Fachinformatiker tätig. Ende 2006 wanderte sie mit ihrer Familie in die Republik Zypern aus. Während ihr Berufsweg das Schreiben von Zeitungsartikeln aller Art, das Verfassen von Anleitungen und Dokumentationen bis hin zu Werbeprospekten und kompletten Reisekatalogen gefordert hatte, fand sie in ihrer neuen Heimat die Muße, sich mit dem Schreiben von Belletristik zu befassen.

Seit 2009 ersinnt Felsing paranormale Liebesgeschichten mit einer gehörigen Portion Erotik. Ihr Erstlingswerk „Club der Verdammten – Seelenhüter“ erschien im Juni 2010 im Sieben-Verlag. Felsings nächstes Werk wird eine Fortsetzung sein, die Reihe soll voraussichtlich drei Bände umfassen. Nach ihren Angaben sollen weitere Werke im Bereich Paranormal-Romance folgen. (Quelle: pluspedia)

_Fazit_

|Club der Verdammten – Seelenhüter| von Kathy Felsing ist ein erotischer Roman, der seine Zielgruppe zufriedenstellen wird. Ansprechende erotische Szenen werden hier geschickt in einen spannenden Plot eingebaut und die menschlich gebliebenen Vampire sind glaubhaft dargestellt.

Leserinnen der erotischen Fantasy dürften in diesem Roman viel Stoff für Träume finden.

|Broschiert: 180 Seiten
ISBN-13: 978-3941547094|
[www.sieben-verlag.de]http://www.sieben-verlag.de
[www.kathy-felsing.com]http://www.kathy-felsing.com

_Nadine Warnke_

Eric Shepherd – Mord im Nonnenkloster

shepherd-mord-nonnenkloster-cover-1984-kleinAls sich in einer Klosterkirche ein Mord ereignet, muss sich ein Inspektor von Scotland Yard nicht nur mit der Spurensuche, sondern auch mit der exotischen Realität einer geistlichen Einrichtung auseinandersetzen … – Aus heutiger Sicht zwar ein wenig (zu) fromm aber immerhin in Kenntnis sowohl der beschriebenen Verhältnisse als auch des Krimi-Genres, weiß der Verfasser Spannung mit (schwarzem) Humor zu mischen: ein nostalgisch verstaubter Klassiker der Genres.
Eric Shepherd – Mord im Nonnenkloster weiterlesen

Alyson Noël – Evermore – Das Schattenland (Die Unsterblichen 3)

Die Unsterblichen:

01 „Evermore – Die Unsterblichen“
02 [„Evermore – Der blaue Mond“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6342
03 _“Evermore – Das Schattenland“_
04 „Evermore – Das dunkle Feuer“ (erscheint am 15.11.2010)
05 „Night Star“ (deutsches Erscheinungsdatum unbekannt)
06 „Riley – Das Mädchen im Licht“ (erscheint im Februar 2011)

Alyson Noël – Evermore – Das Schattenland (Die Unsterblichen 3) weiterlesen

Bertram, Gerit – Goldspinnerin, Die

_Lübeck, 1396. Die junge Cristin Bremer_ führt zusammen mit ihrem Mann Lukas eine erfolgreiche Werkstatt in der Hansestadt Lübeck. Das Ehepaar ist allseits beliebt und Cristin ist schwanger mit Lukas‘ erstem Kind. Mit der Geburt der gemeinsamen Tochter ist das Glück der beiden perfekt. Doch plötzlich ändert sich alles, denn nach einer Feier im Hause Bremer wird Lukas schwer krank, und gerade als Cristin meint, er erhole sich, stirbt Lukas unter fragwürdigen Umständen.

Als die trauernde Witwe kurz darauf auf dem Markt einkaufen geht, wird sie gefangen genommen. Keiner sagt ihr, was sie verbrochen haben soll, und sie hat eine schwere Zeit in der Fronerei. Als es dann endlich zum Prozess kommt, mag sie die Vorwürfe kaum glauben: Sie soll ihren geliebten Lukas getötet haben und eine Hexe sein. Sogar ihr Schwager und seine Frau belasten Cristin schwer. Das Urteil lautet schließlich, dass sie bei lebendigem Leibe begraben werden soll, und Cristin bleibt keine Hoffnung mehr.

Der Henkerssohn Baldo verliebt sich indes in die junge Frau und befreit Cristin nachts heimlich aus ihrem Grab. Zusammen fliehen die beiden nach Hamburg. Cristin hat nur ein Zie:, den wahren Mörder ihres Mannes zu überführen und ihre Tochter zurückzubekommen.

Auf dem Weg nach Hamburg wird Baldo im Wald von einem Wildschwein angegriffen und ist dem Tode näher als dem Leben. Cristin tut ihr Bestes, um sein Leben zu retten. Hilfesuchend wendet sie sich an eine alte Frau, die aus Lübeck kommt. Diese erzählt ihr von dem Bader Ludewig, der ebenfalls auf der Reise nach Hamburg ist und den Weg bald entlangkommen müsste. Auch warnt sie Cristin, deren Flucht in der Hansestadt nicht unbemerkt geblieben ist.

Endlich kommt der Bader des Weges und ist bereit, Cristin und Baldo zu helfen. Um nicht verraten zu werden, gibt Cristin sich fortan als Agnes aus und Baldo wird zu ihrem Bruder Adam.

Der Bader Ludewig nimmt Cristin und Baldo mit nach Hamburg. Um für die Pflege Baldos und ihre Unterkunft bei dem Bader aufzukommen, geht Cristin Ludewig zur bei der Arbeit zur Hand. Baldo erholt sich in dieser Zeit, ist aber nicht begeistert von den Lügen, mit denen sich Cristin umgibt. Cristin ist eines Tages auf dem Markt in Hamburg, um einige Besorgungen für Ludewig zu machen, als sie sich beobachtet fühlt. Zwei Büttel sind auf sie aufmerksam geworden und beginnen Cristin zu folgen. Cristin flüchtet, und wieder in Ludewigs Haus angekommen, bereiten sie und Baldo ihre Flucht vor.

Unterwegs schließen sie sich einer Trupper Gaukler an, und die Reise geht wieder in Richtung der Hansestadt Lübeck und weiter in das heutige Polen. Wird es Cristin gelingen, dem Mörder ihres Mannes auf die Schliche zu kommen und sich ein neues freies Leben aufzubauen?

_Kritik_

„Die Goldspinnerin“ ist der Debütroman der Autorin Gerit Bertram. Von Anfang an bleibt der Leser gefesselt. Spannend und temporeich entwickelt sich ab der ersten Seite ein Spannungsbogen, der zu immer neuen Höhen findet. Es gibt zwar kaum überraschende Wendungen, und gerade bei dem Mord an Cristins Ehemann kommt oft nur der Zufall zu Hilfe, trotzdem gelingt es Gerit Bertram, die Aufmerksamkeit des Lesers zu binden.

Der packende, lebendige und detailreiche Schreibstil der Autorin vermag es, den Leser in die damalige Zeit eintauchen zu lassen. Auch werden die historischen Begebenheiten kurz, aber exakt erklärt, und so entsteht ein rundes Bild in „Die Goldspinnerin“.

Der Roman ist in drei Teile untergliedert, die jeweils eine große Etappe der Protagonisten Baldo und Cristin beschreiben. Der erste Teil bezieht sich auf das Leben der Protagonisten in Lübeck, bis zum Zeitpunkt, an dem sie auf den Bader Ludewig treffen. Im zweiten Teil werden das Leben in Hamburg und die erneute Flucht und das Versteckspiel von Cristin und Baldo in Lübeck beschrieben. Dann endlich im dritten Teil kommen Cristin und Baldo dem Mörder Lukas auf die Spur und unternehmen eine Reise, die erst an den polnischen Königshof führt und schließlich wieder nach Lübeck.

Geschichtlich ist der Roman zweckdienlich recherchiert und auch der Sprachstil passt sich der damaligen Zeit an, ohne unverständlich zu werden. Erzählt wird der Roman aus der Sicht eines Beobachters, der sich hauptsächlich auf Cristin fixiert. Dadurch wird dieser Charakter am besten präsentiert, aber auch die weiteren Figuren kommen nicht zu kurz.

Die Protagonisten sind sympathisch, wenn auch nicht grundsätzlich glaubhaft konzipiert. Sehr lebendig und vielschichtig beschrieben, bieten die einzelnen Charaktere eine Fülle von Charaktereigenschaften. Lediglich die Beziehungen untereinander sind nicht grundsätzlich für die damalige Zeit glaubhaft, denn eine Liebesbeziehung eines Henkerssohnes zu einer Kauffrau war doch durch gesellschaftliche Stellung eher unwahrscheinlich.

Cristin muss viel durchmachen, lässt sich aber dennoch niemals unterkriegen und verfolgt trotz der vielen Schwierigkeiten ihr Ziel, den Mord an ihrem Mann aufzuklären und ihre Tochter zurückzugewinnen. Sehr glaubwürdig ist auch der Henkerssohn Baldo, der trotz seiner Liebe zu Cristin nicht immer mit ihrem Vorgehen einverstanden ist und dieses auch kundtut. Die übrigen Charaktere bestechen ebenfalls durch Lebendigkeit und sind sehr menschlich und sympathisch gezeichnet.

Die Autorin Gerit Bertram hat einen farbenfrohen und mitreißenden historischen Roman geschrieben, der dem interessierten Leser einiges zu bieten hat. Auch das Cover wirkt sehr ansprechend und die goldene Prägeschrift fällt ins Auge. Im Innenteil ist zu Anfang eine Karte Lübecks abgedruckt, und zum Schluss die Reiseroute von Cristin und Baldo aufgezeichnet. Ein Glossar erklärt historische und nicht jedem bekannte Begriffe.

_Autor_

Gerit Bertram ist das Pseudonym eines Autorenpaares, das sich 2007 durch ein Internet-Schreibforum kennenlernte. Schnell entdeckten sie ihre gemeinsame Liebe zum historischen Roman. Seitdem schreiben sie erfolgreich zusammen. Iris Klockmann ist gelernte Arzthelferin und lebt mit ihrer Familie in ihrer Geburtsstadt Lübeck. Peter Hoeft war fast dreißig Jahre lang in der stationären Altenpflege tätig und wohnt mit seiner Frau und seinem Sohn in Bad Oeynhausen. (Verlagsinfo)

_Fazit_

„Die Goldspinnerin“ von Gerit Bertram hat mich überzeugen können. Die spannende und farbenprächtige Unterhaltung wird auch dem geschichtlich interessierten Leser einiges bieten können. Ich kann diesen Roman allen Lesern des historischen Genres klar empfehlen.

|Broschiert: 512 Seiten
ISBN-13: 978-3764503710|
[www.randomhouse.de/blanvalet]http://www.randomhouse.de/blanvalet

_Nadine Warnke_

Melzer, Brigitte – Jägerin, Die (Vampyr 2)

_Die |Vampyr|-Reihe:_

Band 1: [„Vampyr“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5459]
Band 2: [„Die Jägerin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5499]
Band 3: „Die Wiedergeburt“

_Edinburgh 1733: Fünf Jahre ist es her,_ dass Catherine Bayne ihren Geliebten Daeron ap Fealan in einen Vampyr verwandelt hat, und die Gewissensbisse, die sie aufgrund dessen hat, plagen sie sehr. Kurz nach der Verwandlung hat Catherine Daeron verlassen, weil sie der Meinung ist, Daeron müsse sie wegen der Verwandlung hassen. Von schweren Schulgefühlen geplagt, forscht sie nach einem Artefakt, von dem es heißt, es könne den Unendlichen vernichten und somit alle seine Kreaturen erlösen.

Die Forschungen bringen sie nach Edinburgh, wo sie ihre Tage in der Bibliothek verbringt, um das Versteck des Artefakts in Erfahrung zu bringen. In letzter Zeit wird sie von Albträumen geplagt, in denen sie Menschen umbringt und diese Jagd sogar in vollen Zügen genießt. Sie verzweifelt fast, da sie keinesfalls den Menschen schaden will. Daher nimmt sie auch sehr unregelmäßig nur kleine Mahlzeiten zu sich, was sie deutlich schwächt.

Seit Catherine ihn verlassen hat, ist Daeron auf der Suche nach ihr. Kurz bevor er sie findet, ist ihre Spur allerdings erkaltet. In Edinburgh endlich spürt er sie auf – gerade rechtzeitig, bevor Vampyrjäger sie töten können. Er bringt Catherine in das von ihm gemietete Haus. Aufgrund ihrer Schuldgefühle schafft Catherine es kaum, Daeron in die Augen zu schauen. Irgendwann gelingt es Daeron, sie davon zu überzeugen, dass er keinesfalls böse auf sie ist, und er erzählt ihr, wie er es schafft, sich lediglich von Tierblut zu ernähren. Glücklich darüber, dass er ihr nichts nachträgt, erzählt Catherine ihm von ihrem Plan, den Unendlichen zu vernichten, um den Fluch zu bannen.

Als Alexandra Boroi im zarten Alter von 13 Jahren ihre komplette Familie bei einem Vampyrüberfall verliert, schwört sie sich, Rache zu nehmen und alle Vampyre zu vernichten. Sie schließt sich den Vampyrjägern Vladimir, Gavril und Mihail an und zusammen jagen und töten sie im Laufe von zehn Jahren einige der bösartigen Kreaturen.

Auch die Vampyrjäger verschlägt es auf der Suche nach dem Unendlichen in das schottische Edinburgh, und bald lernt Alexandra Catherine und Daeron kennen. Die Art der beiden zu leben verwirrt Alexandra und macht sie misstrauisch. Daeron versucht Alexandra davon zu überzeugen, ihm und Catherine bei der Jagd nach dem Artefakt und der Vernichtung des Unendlichen zu helfen.

Werden die drei trotz des mangelnden Vertrauens gegen einen so mächtigen Gegenspieler bestehen, und was genau führt der Zwilling des Unendlichen Lucian im Schilde?

_Kritik_

„Vampyr – Die Jägerin“ ist der zweite Teil der Trilogie um die Vampyre von Brigitte Melzer. Mit einem flüssigen und der Zeit angepassten Schreibstil fesselt die Autorin den Leser an das Geschehen. In einer komplexen Handlung werden gekonnt die einzelnen Schicksale der Protagonisten miteinander verwoben und zum Ende hin entsteht ein logisches Gesamtbild. Aufgeteilt in anfangs drei Erzählstränge verbinden sich diese im Laufe des Geschehens, und auch dadurch wird ein immer neue Höhen findender Spannungsbogen aufgebaut, der in einem schlüssigen Finale endet.

Auch versteht es die Autorin, zarte Romantik in die düstere Geschichte einfließen zu lassen. Diese passt hervorragend zum Plot des Romans und wirkt nicht kitschig. Damit hebt sich dieser Vampyr-Roman von der breiten Masse ab und ist „klassisch“ zu nennen. Detailliert werden die einzelnen Handlungsorte beschrieben und erhalten eine düstere Gesamtstimmung, die in das Edinburgh des 18. Jahrhunderts passt. Brigitte Melzer versteht es, die Umgebung für den Leser greifbar zu machen.

Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive eines Beobachters, wodurch man hier zu jedem Charakter Zugang bekommt. Die Protagonisten sind lebendig und vielschichtig konzipiert und wirken zumeist sympathisch. Eine klare Aufteilung zwischen Gut und Böse lässt zwar wenig Spiel für Rätselhaftes bei den Protagonisten, dies tut der Spannung aber keinen Abbruch. Alexandra, Catherine und Daeron sind klar konzipiert, wirken dabei sehr greifbar, realistisch im Denken und Handeln, und durch einige Schwächen und besondere Stärken zudem facettenreich. Auch die übrigen Charaktere erhalten genug Raum, um sich zu entfalten und eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. In „Vampyr – Die Jägerin“ werden neue Verbindungen geknüpft und die Beziehungen entwickeln sich authentisch weiter.

_Fazit_

„Vampyr – Die Jägerin“ von Brigitte Melzer ist eine würdige Fortsetzung des ersten Bandes „Vampyr“. Die Geschichte um die Vampyre entwickelt sich glaubhaft weiter und der Lesespaß ist für Liebhaber klassischer Vampirromane garantiert. Ein Übriges schafft die düstere Stimmung eines mystischen Landes und die Zeit, in der „Vampyr – Die Jägerin“ spielt.

Für mich ein reizvolles Buch, das sich zu lesen lohnt. Für diesen Band ist es kein Muss, den ersten Teil „Vampyr“ zu kennen, allerdings sollte man auch diesen lesen, da dort die Geschichte von Catherine und Daeron ihren Anfang findet.

_Autorin_

Brigitte Melzer (* 8. August 1971) ist eine deutsche Autorin. Sie schreibt vorrangig Jugendbücher, die dem Fantasy-Genre zuzuordnen sind. Melzer ist Bank-Fachwirtin. Sie lebt und arbeitet zurzeit in München. Sie verwendet die Pseudonyme Morgan Grey für historische Fantasy-Geschichten, die in Schottland spielen, und Kate Logan für Grusel-/Horror-Romane, die in der Jetztzeit in Amerika spielen. (Quelle: Wikipedia)

|Taschenbuch: 320 Seiten
ISBN-13: 978-3551358271|
[www.carlsen.de]http://www.carlsen.de

_Nadine Warnke_

Mack, David – Star Trek – Destiny 1: Götter der Nacht

_Das geschieht:_

Im Jahr 2381 steht die Föderation vor einem neuen Krieg mit den Borg, die nicht mehr bestrebt sind, ihre Gegner in das Kollektiv aufzunehmen, sondern sie erbarmungslos vernichten wollen. Die ohnehin überlegene Borg-Technik hat weitere Fortschritte gemacht, sodass die Verteidigung gegen ihre Kampfschiffe einen gewaltigen Blutzoll fordert. An einen Gegenangriff ist überhaupt nicht zu denken.

In dieser Situation erinnert sich Trill-Symbiont Ezri Dax an eine Expedition, die ihn – damals noch im Leib der später im Dominion-Krieg gefallenen Jadzia – auf einen öden, namenlosen Planeten des Gamma-Quadranten geführt hatte. Dort lag das Wrack des Föderations-Raumschiffes Columbia, das vor mehr als zwei Jahrhunderten verschwunden war. Technisch war das alte Schiff außer Stande, diesen Planeten zu erreichen. Ließe sich feststellen, wie die Columbia dorthin kam, hat man womöglich eine Waffe gefunden, mit denen den Borg Paroli geboten werden kann. An Bord des Forschungsschiffes Aventine stößt Ezri erneut zum Wrack vor, um das Logbuch zu bergen. Doch die Besucher wecken dabei eine unsichtbare Macht, die sich an Bord der Aventine schleicht und die Besatzung zu massakrieren beginnt …

Im Alpha-Quadranten kann mit vereinten Föderations-Kräften ein Vorstoß der Borg aufgehalten werden. Die Verluste sind erneut schrecklich, aber die Klingonen und andere Verbündete haben den Ernst der Lage endgültig erfasst. Sie ziehen mit in einen Krieg, in dem Captain Jean-Luc Picard und die Enterprise an vorderster Front stehen werden …

Viele Lichtjahre entfernt stößt das Forschungsschiff Titan unter Captain Will Riker auf eine seltsame, fremddimensionale und offensichtlich künstliche Struktur, die exakt auf die zentralen Welten der Föderations-Völker zielt. Die Raumfahrer fürchten eine Geheimwaffe der Borg und machen sich daran, dem Phänomen auf den Grund zu gehen …

_“Star Trek“ von der Leine_

Neue Besen kehren gut. Dies gilt auch für das „Star-Trek“-Franchise. In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts sah es noch so aus, als sei die „ST“-Chronik unter dem Gewicht der in vier Jahrzehnten allzu oft erzählten Geschichten zusammengebrochen, aber dann gelang J. J. Abrams mit „Star Trek“, dem elften Kinofilm, ein erfolgreicher Neubeginn, der mit einem Befreiungsschlag einherging: Nach einer Reise in die Vergangenheit entsteht ein neuer Zeitstrang, und ein juveniler Captain Kirk und seine ebenso verjüngte Mannschaft dürfen neue Abenteuer erleben, ohne sich um die besagte Chronik kümmern zu müssen. Picard, Sisko, Janeway & Co. wurden abgekoppelt und auf ein temporales Nebengleis abgeschoben. Zumindest das für die „Star-Trek“-Filme zuständige Segment des Franchises hat kein Interesse mehr an ihnen.

Ist dieser Neubeginn gut? Ist er schlecht? Darüber mögen sich die Hardcore-Trekkies die Köpfe zerbrechen. Es ist jedenfalls geschehen. Zumindest in Buch und Comic gibt es aber reichlich Nachschub an Abenteuern sämtlicher bekannter und beliebter „ST“-Haudegen. Dabei lässt sich feststellen, dass die Grenzen zwischen den Serien aufgehoben sind. Früher mussten sie nach dem Willen des Franchises recht strikt gewahrt bleiben, um den aus Film und Fernsehen bekannten Kanon nicht zu verwirren. Dies ist nun gleichgültig geworden, weshalb die Autoren der neuen Romane die Figuren des alten „Star-Trek“-Universums munter mischen. In „Götter der Nacht“ treten deshalb gemeinsam auf: Jean-Luc Picard (Enterprise-E), Tom Paris (Voyager) und Ezri Dax (Deep Space Nine) – und dies ist nur eine kleine Auswahl!

Auch sonst ist erlaubt, was Leser anlockt und die Verkaufszahlen in die Höhe treibt. Papier ist billig, sodass gewaltige Raumschlachten und der Sprung von Quadrant zu Quadrant und Schauplatz zu Schauplatz bereits Stilmittel der neuen „ST“-Romane geworden sind. Heilige Kühe dürfen geschlachtet werden (auch wenn dieser Vergleich hier etwas doppeldeutig wirkt …), weshalb Cathryn Janeway inzwischen einen Heldentod gestorben ist.

|Das Pferd von Kopf und Schwanz her aufzäumen|

Zumindest für den Leser ist das „Star-Trek“-Universum keineswegs übersichtlicher geworden. Die neuen Abenteuer kommen als Trilogien und Mini-Serien daher, doch die Ereignisse bleiben deutlich enger verzahnt als früher. Doppelungen werden dabei in Kauf genommen. So dürfen wir Picards Seelenqualen in Erinnerung an seine Zeit als Borg-Drohne Locutus sowohl in der neuen „Next-Generation“-Serie als auch im „Destiny“-Dreiteiler mitfühlen. Wie Serien, Mehrteiler und Einzelbände zusammengehören, belegt eine Timeline, die im vorliegenden Roman auf den Seiten 420/21 zu finden ist. Demnach füllen die Ereignisse nur dreier Jahren bereits 16 volumenstarke Bände, und ein Ende ist keinesfalls abzusehen.

Durch stetige Perspektivenwechsel versuchen die Autoren, Dynamik in die Handlung/en zu bringen. David Mack springt in „Götter der Nacht“ zusätzlich in die Zeit zurück. Die Borg sind plötzlich wutschnaubende Mordmaschinen, die Föderation und ihre Verbündeten reiben sich in politischen Querelen auf, Planeten bersten und Dr. Crusher bekommt ein Kind von Picard, während eine Galaxis weiter den Imzadis Riker und Troi genau dies nicht gelingen will.

Große und private Dramen: So war und ist „Star Trek“. Neben das Abenteuer der Zukunft soll gleichberechtigt der Mensch mit seinen Alltagsproblemen treten. Dies ist einer der alten Roddenberry-Zöpfe, die noch nicht abgeschnitten wurden – leider, muss man sagen, denn während Mack sehr spannend erzählt, wenn wirklich etwas geschieht, tritt er seifenschaumig auf der Stelle, wenn sich unsere Helden die Herzen ausschütten oder über Vergangenes reflektieren, was sie gern und seitenlang tun.

|Die Macht der Gewohnheit|

Überhaupt hat sich eines nicht geändert: „Star Trek“ will mehr denn je kontextstark die Probleme der realen Gegenwart vor dem Hintergrund einer spannend gezeichneten Zukunft durchspielen. Die dabei beanspruchte Relevanz bleibt jedoch Behauptung; „Star Trek“ ist Trivial-Science-Fiction, die ungeachtet des Neubeginns ausgetretenen Mustern verhaftet ist. Trennt man die (eher hektisch als kunstvoll) verflochtenen Handlungsstränge voneinander, bieten sie konventionelle „ST“-Kost.

Was dort in Ordnung geht, wo diese Strukturen zuverlässig wirken. So ist ein Monster im isolierten Raumschiff immer unterhaltsam. Auch das kunstvoll hergerichtete Weltraum-Rätsel sorgt für Spannung. Dagegen beginnt sich die Borg-Krise bereits in die Länge zu ziehen. Die Menschmaschinen müssen bereits zum dritten Mal als Nemesis herhalten. Dass sie sich nunmehr als Killer gebärden, macht sie nicht interessanter: Aus den Borg wurde herausgequetscht, was an ihnen ursprünglich faszinierte. Sie sind wie rauflustige Klingonen oder hinterlistige Romulaner zum „ST“-Klischee herabgesunken.

Für die etwas langatmig gestartete „Destiny“-Story ist außerdem die Trilogie-Vorgabe verantwortlich. Mack muss mit seinem Pulver haushalten, denn es hat für zwei weitere 400-Seiter auszureichen. Die vielen Fäden werden sich erst in Band 2 und vor allem 3 allmählich schürzen – und sogleich wieder verwirren, um weitere Fortsetzungen und Parallel-Geschehnisse einzuleiten. Dieses In-die-Breite- statt In-die-Tiefe-gehen ist ein riskantes Spiel mit dem Publikum, das sich mit immer neuen Andeutungen und Rätseln anfüttern lässt – bis ihm womöglich eines Tages der Geduldsfaden reißt, weil der an sich wohlschmeckende Quark allzu breitgetreten wird.

_Autor_

David Alan Mack, geboren in New York City, besuchte ab 1987 die Tisch School of the Arts (auch bekannt als NYU Film School) der University of New York. Nach seinem Abschluss übernahm er die Herausgeberschaft diverser Magazine und schrieb selbst Artikel. Mitte der 1990er Jahre kam er in Kontakt mit John J. Ordover, der für das „Star-Trek“-Fanchise arbeitete. Das Duo schrieb ein Drehbuch („Starship Down“, dt. „Das Wagnis“, Staffel 4, Ep. 79) und lieferte eine Drehbuchvorlage („It’s Only a Papermoom“, dt. „Leben in der Holosuite“, Staffel 7, Ep. 160) zur TV-Serie „Deep Space Nine“. Mack hatte seinen Fuß in der Tür und dehnte seine Aktivitäten für das Franchise aus. Er stellte Datenblätter für die „Star Trek“-Autoren zusammen, kreierte mit Ordover das Comic-Crossover DS9/Next Generation „Divided We Fall“ und arbeitete an „Star Trek“-Computerspielen wie „Starship Creator“, „The Fallen“ und „Dominion Wars“ mit.

Auch für das Marvel-Franchise ist Mack tätig; er schrieb einen Roman zur „Wolverine“-Serie (skriptete aber weder für die „Kabuki“- noch die „Daredevil“-Comic-Reihe – für diese zeichnet der Zeichner David W. Mack verantwortlich, mit dem David A. ständig verwechselt wird). In den 1990er Jahren drehte Mack diverse Kurzfilme. Ab 2000 schrieb er selbst „Star Trek“-Romane und ist inzwischen Vollzeit-Autor. David Mack ist verheiratet; er lebt und arbeitet in New York City. Über seine Arbeit informiert er auf [dieser Website]http://www.infinitydog.com .

Die Trilogie „Star Trek – Destiny“ von David Mack erscheint im Cross Cult Verlag:

(2008) Götter der Nacht |(„Gods of Night“)|
(2008) Gewöhnliche Sterbliche |(„Mere Mortals“)|
(2008) Verlorene Seelen |(„Lost Souls“)|

|Taschenbuch: 421 Seiten
Originaltitel: Star Trek – Destiny: Gods of Night (New York : Pocket Books 2008)
Übersetzung: Stephanie Pannen
ISBN-13: 978-3-941248-83-0|
[www.cross-cult.de]http://www.cross-cult.de
[www.startrekromane.de]http://www.startrekromane.de

_“Star Trek“ bei |Buchwurm.info|:_
[„Sternendämmerung“ (Star Trek) 673
[„Sternennacht“ (Star Trek) 688
[„Star Trek Voyager – Das offizielle Logbuch“ 826
[„Star Trek V – Am Rande des Universums“ 1169
[„Jenseits von Star Trek“ 1643
[„40 Jahre STAR TREK – Dies sind die Abenteuer …“ 3025
[„Star Trek Deep Space Nine: Neuer Ärger mit den Tribbles“ 4171
[„Star Trek Voyager: Endspiel 4441
[„Star Trek – Vanguard 1: Der Vorbote“ 4867
[„Star Trek – Titan 1: Eine neue Ära“ 5483
[„Star Trek – Next Generation: Tod im Winter“ 6051
[„Star Trek – Next Generation: Widerstand“ 6141
[„Star Trek – Next Generation: Quintessenz“ 6199
[„Star Trek: Deep Space Nine – Sektion 31 – Der Abgrund“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6378

Thomas Thiemeyer – Korona

Die Handlung:

Mit dem Eintreffen eines neuen Teammitglieds in Uganda beginnt für die Gorillaforscherin Imelda Walker ein Abenteuer, das ihre kühnsten Träume übersteigt. Bei einer Expedition ins Hochgebirge stößt ihr Team auf die Ruinen einer versunkenen Hochkultur, die die Forscher vor unerklärliche Phänomene stellt. Bald kann sich die Biologin der Wahrheit nicht länger verschließen: Ihr Team hat das Portal zu einer fremden Dimension durchschritten. Und für die Rückkehr ist es längst zu spät … (Verlagsinfo)

Meine Meinung:

Ich habe wirklich versucht, die Geschichte zu mögen, wirklich, es hat nicht geklappt. Die Verlagsinfo versprach mir eine Abenteuergeschichte mit Gorillas im Dschungel und Sciencefiction mit „Stargate“-Dimensionsportalen. Empfänglich bin ich für solche Geschichten allemal. Bekommen habe ich Mosaikteile, die sich einfach nicht zu einem Ganzen zusammensetzen ließen.

Dschungelabenteuer mit intelligenten Menschenaffen sind nicht neu, aber als dann noch erwähnt wurde, dass in besonders heißen Sommern etwas kommt und die Menschen umbringt, da musste ich lachen und an „Predator“ denken. Die Intelligenz der Affen hat es dann auch nicht auf das Niveau vom „Planet der Affen“ geschafft und die fliegenden Schiffe, die später noch auftauchen, passen so gar nicht ins Bild, weil sie mich eher an Jule Vernes Werke erinnerten oder an japanische Zeichentrickserien.

Pflanzenmonster, die den Menschen den Kopf abbeißen und sich mit Gewehrkugeln nicht aufhalten lassen, passen prima in die Horror-Ecke. Und die toughe Anführerin, die erst tough, dann weinendes Mädchen und plötzlich wieder tough ist, gesellt sich zu dem „Verräter“, der erst von der Gruppe verachtet wird, um dann auf einmal als Anführer dazustehen und mit der ehemaligen Anführerin in ihrer Mädchen-Phase zu kuscheln.

Das alles passt und fügt sich so überhaupt nicht zusammen. Die ganze Gruppendynamik der Beteiligten fühlt sich künstlich und gezwungen an. Die Dialoge klingen oftmals gestellt und unnatürlich.

Und als mich der Sprecher des Hörbuchs nach vielen Stunden des Wartens auf etwas wirklich Interessantes in den Sciencefiction-Anteil mitnahm, zu den fliegenden Inseln und Schiffen, mit mehr-als-halbintelligenten Menschenaffen, da hatte der Roman dann endgültig für mich verloren.

Dass die letzten Stunden des Hörbuchs nur noch aus B-Movie-Horror bestanden, bestätigte meinen Eindruck erneut. Hier sind auch die Stellen zu finden, in denen der Sprecher extra gruselig klingen will und ich mich jedes Mal extrem zusammenreißen musste, damit ich nicht loslache.

Das Ende ist dann auch passend melodramatisch und kitschig.

Das Hörerlebnis – Der Sprecher

Ohne Musik und ohne Effekte geht es nach einem einleitenden Satz direkt mit der Geschichte los. Hier zeigt Dietmar Wunder, dass er als deutsche Stimme von Adam Sandler, Jamie Foxx, Robert Downey Jr. und Daniel Craig vor dem Mikro auch schauspielern kann. Dass er auch auf verschiedenen Theaterbühnen gespielt hat, kommt ihm auch bei dieser Produktion zugute.

Er moduliert seine Stimme zwar nicht so extrem, wie es einige seiner Kollegen tun, dennoch sind die in den verschiedenen Szenen agierenden Charaktere gut zu unterscheiden. Und wenn er eines der Teammitglieder liest, das vorsichtig auf einen Gorilla einredet, dann überträgt er die Spannung gekonnt auf den Hörer.

Verschiedene Sprachen und Akzente bringt er gut ins Ohr, ohne aufgesetzt oder nervig zu klingen. Allein den „Botschafter“ spricht er wie eine Kreuzung zwischen einer schlechten Persiflage auf Helmut Kohl und Boris Becker. Seiner Leistung allein ist es zu verdanken, dass die zu sehr konstruierte Geschichte, die einfach zu viele Genres bedienen will und das zwangsweise bei keinem richtig schafft, noch interessant bleibt. Denn Wunder erzählt sie wirklich gut und mitreißend.

Das Case – Das Booklet

Die CDs ließen sich leicht aus den Trays des Jewelcase‘ lösen, was heutzutage eine Seltenheit ist. Zum Roman selber gibt es keinerlei Infos in der Hülle. Auch ein Booklet sucht der Hörer vergebens. Stattdessen gibt es ein Büchlein mit dem Gesamtverzeichnis des Verlages.

Lediglich die Namen der an der Produktion beteiligten Personen werden genannt, sowie die Spieldauer und Trackanzahl der sechs enthaltenen CDs.

Mein Fazit:

Eine Story, die zu viele Genres bedienen will, scheitert an dem Versuch, es allen recht machen zu wollen. Thomas Thiemeyer hat mir mit seinen anderen Büchern wesentlich besser gefallen. Dietmar Wunder hingegen macht seinen Job gewohnt gut.

6 Audio-CDs mit 477 Minuten Spieldauer
Gesprochen von Dietmar Wunder
ISBN-13: 978-3839810538
www.argon-verlag.de

Der Autor vergibt: (2.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

Reichs, Kathy – Blut vergisst nicht

_Die |Temperance Brennan|-Serie:_

Band 01: „Tote lügen nicht“
Band 02: [„Knochenarbeit“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1229
Band 03: [„Lasst Knochen sprechen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1479
Band 04: „Durch Mark und Bein“
Band 05: „Knochenlese“
Band 06: „Mit Haut und Haar“
Band 07: [„Totenmontag“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=937
Band 08: [„Totgeglaubte leben länger“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2083
Band 09: [„Hals über Kopf“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4806
Band 10: „Knochen zu Asche“
Band 11: „Der Tod kommt wie gerufen“
Band 12: „Das Grab ist erst der Anfang“
Band 13: _“Blut vergisst nicht“_

[„Bones – Die Knochenjägerin: Tief begraben“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3355

Die verflixte 13 – man mag den Aberglauben nicht zu stark heraufbeschwören, doch angesichts der jüngsten Entwicklungen in den „Tempe Brennan“-Romanen von Kathy Reichs ist es nicht ganz abwegig, dass die insgesamt bereits 13. Ausgabe um die forensische Anthropologin eine Schlüsselrolle in der einst so erfolgsverwöhnten Karriere der Bestseller-Autorin einnehmen wird. Denn gerade in den letzten beiden Episoden musste man Reichs einen gewissen Hang zum Infotainment, nicht jedoch zur überzeugenden Thriller-Kunst attestieren. Und genau diesen Schritt gedenkt Reichs in ihrem aktuellen Roman zu intensivieren – weshalb „Blut vergisst nicht“ nicht ganz zu Unrecht wieder ins Kreuzfeuer der Kritik gerät.

_Story:_

Ein sechzigjähriger Taucher kommt bei einem Unfall unter Wasser auf tragische Art und Weise ums Leben. Kein ungewöhnlicher Fall für die Anthropologin Tempe Brennan, die lediglich Ungeschick und Unglück beim Verlust des Schnorchels als Grund für den unerwarteten Tod des betagten Mannes vermutet. Als die das Team der Spurensuche bei einer Routineuntersuchung jedoch herausfindet, dass es sich bei dem Verstorbenen um James ‚Spider‘ Lowry handeln soll, nimmt der Fall eine unverhofft komplexe Wendung an. Lowry wurde nämlich Ende der Sechziger als Opfer eines Hubschrauberabsturzes schon einmal als tot beklagt, sodass die Genanalyse des verstorbenen Tauchers für die beteiligten Beamten ein undurchschaubares Rätsel ist. Brennan setzt sich mit der Behörde zur Auffindung vermisster Kriegsopfer auf Hawaii in Verbindung und erreicht hierbei die Exhumierung eines weiteren Absturzopfers von 1968. Doch statt einer Klärung des Sachverhalts kommt es zu weiteren verschachtelten Aussagen, die den Widerspruch des zweifachen Todes immer weiter forcieren. Hinzu kommen merkwürdige Verbindungen in die lokale Drogenszene, die Brennans Ausflug in das Inselparadies alsbald zu einer gefährlichen Angelegenheit machen – die nicht gerade dadurch erleichtert wird, dass ihre beziehungsgestresste Tochter sowie ihr Ex-Liebhaber Ryan ebenfalls aufkreuzen und auch das private Umfeld der Anthropologin zu einem echten Pulverfass machen …

_Persönlicher Eindruck:_

Nehmen wir die positiven Fakten vorweg: Die Story fußt auf einigen brillanten Ideen, ist in ihrem Grundstock auch wirklich schön ausgearbeitet und hat auf der Spannungsebene ein Potenzial, welches problemlos mit den bisherigen Highlights aus dem Reichs/Brennan-Katalog mithalten kann. Hinzu kommen viele geschickte Wendungen, die den Leser auf immer neue Fährten führen und zudem auch den Handlungskomplex um viele Nuancen erweitern, von denen der Plot schlussendlich auch profitieren kann. So weit, so gut also. Allerdings ist die eigentliche Aufarbeitung der Story, analog zu den Entwicklungen der vorherigen Romane, nunmehr noch hektischer und inzwischen darauf fokussiert, Brennans Fachwissen bzw. generell die Arbeiten der Gerichtsmedizin und unzähliger anderer Organisationen näher darzustellen und dies als Basis des Romans zu nutzen. Dem entgegen ist der Ansatz, eine Geschichte zu erzählen, in die man schließlich besagte Facheinrichtungen einführt und deren Bedeutung im Rahmen der Spannungsaufbaus klärt, scheinbar nur noch ein Relikt älterer, berechtigt erfolgreicherer Tage.

Reichs genießt offenkundig ihre eigene Recherchearbeit und streckt die Beschreibungen von Örtlichkeiten, Begebenheiten und Institutionen weit über jenes Maß hinaus, welches man von einem temporeichen Thriller erwartet – und ertragen möchte. Dass die Handlung schließlich immer suspektere Züge annimmt und in vielen Passagen überhaupt nicht mehr authentisch wirkt, ja Reichs nicht nur einmal bereit ist, die Fäden aus der Hand zu geben, damit ihre Abhandlungen über den Vietnamkrieg oder die Organisation zur Identifikation von Kriegsopfern auch genügend Raum bekommen, ist stellenweise erschreckend, da schlicht und einfach nicht mehr viel von der Klasse übrig bleibt, die seinerzeit Werke wie „Knochenarbeit“ oder „Durch Mark und Bein“ auszeichneten. Wo sind die inhaltliche Tiefe, die prickelnden Momentaufnahmen und vor allem diese subtile Spannung hin? Diese Frage keimt im Verlauf des Buchs mehr als nur einmal auf.

Doch statt die Sache wieder ins Lot oder vor allem die durcheinander gewürfelten Elemente wieder in Reihe zu bringen, wird die Autorin immer mehr zum Opfer ihrer eigenen Hektik. Plötzlich drängen weitere Nebenspielwiesen in die Story, die zwar den losen Zusammenhang zu den vorherigen Büchern herstellen – nämlich die Techtelmechtel mit Ryan bzw. ihre eigene Familiengeschichte – die aber bei der Überfrachtung der Erzählung alles andere als produktiv sind. So ist zum Beispiel die Liebelei von Brennans Tochter völlig belanglos und unnötig in den Plot eingebunden und bekommt hierbei Freiheiten, die man lieber für den eigentlichen Fall hätte nutzen sollen. Ähnlich gestaltet es sich bei den sehr faktischen Darstellungen diverser Behörden, die zwar als Randnotizen relativ interessant sind, aber die Geschichte auch nicht derart auf Trab bringen, wie der schlichte, kompaktere Ansatz.

Die Schwerpunktverschiebung ist schließlich auch das größte Dilemma in „Blut vergisst nicht“. Kathy Reichs berichtet stellenweise mehr, als dass sie erzählt und scheint sich selber nicht so ganz sicher, ob sie nun herausforderndes Entertainment oder nüchternes Infotainment betreiben möchte. Beide Sparten werden in diesem Roman abgedeckt, doch da weder die Prioritäten ersichtlich sind, noch ein konkreter roter Faden im Spannungsaufbau bestätigt werden kann, verrennt sich die einstige Garantin literarischer Gourmetware wieder einmal in den vielen Facetten, die ihr Buch abdeckt. Kompakter hätten wir es gerne gesehen, den Fokus mehr auf das gerichtet, was den Kern des Inhalts ausmacht. Denn dann hätte „Blut vergisst nicht“ jene überragende Erzählung werden können, die in der objektiven Inhaltsangabe suggeriert wird. Aber mit derartigen Hypothesen kann und will man sich eben nicht zufriedengeben – nicht einmal als nicht ganz so kritischer Liebhaber der bis dato zwölf veröffentlichten „Brennan“-Romane!

|Hardcover: 384 Seiten
Originaltitel: Spider Bones
ISBN-13: 978-3896673244|
[www.randomhouse.de/blessing]http://www.randomhouse.de/blessing]

Kampusch, Natascha – 3096 Tage

_Trauriges Resultat einer unfairen Hetzjagd_

Die Bilder sind noch lebhaft in Erinnerung: Die ersten Kontakte in den Medien, die triviale, manchmal gar grotesk-ambivalente Berichterstattung und diese unsichere junge Frau, die um ihre Würde bemüht war, der man aber zunächst nicht mehr zugestand als die Opferrolle bzw. den Part des großen Kuchens, von dem plötzlich jeder ein Stück für sich beanspruchte. Als Natascha Kampusch an jenem 23. August 2006 nach mehr als 8 Jahren ihrer Gefangenschaft entfliehen konnte, war die junge Österreicherin auf vieles gefasst. Bereits zuvor hatte sie kurze Ausflüge an der Seite ihres Entführers Wolfgang Priklopil genehmigt bekommen, hatte ein kleines Bild dessen erhaschen dürfen, was sich für Frau Kampusch zusehends als Scheinrealität darstellte und ihre Tagträumereien an diese kurzen Ausschnitte anpassen müssen.

Dennoch hätte sie geglaubt, dass nicht nur das Medienecho, sondern generell das Interesse an ihrer Person andere Züge angenommen hätte als diejenigen, die das traurige Schauspiel schließlich genommen hat. Sogar die Unterstellung, Kampusch habe potenzielle Komplizen Priklopils gedeckt, kursierte über viele Monate durch den Blätterwald und auch durch die Fahndungsbücher der Gendarmerie. Und so hat man am Ende eigentlich genau dort angesetzt – diese freie Wertung sei an dieser Stelle erlaubt – wo der Entführer kurz nach Natascha Kampuschs zehntem Geburtstag begonnen hatte: Aus dem jungen Mädchen wurde ein Opfer, und das direkt nach ihrer Zeit als Opfer eines der schlimmsten Verbrechen der letzten Jahrzehnte.

_Kämpferisch – mehr als 3096 Tage_

Dass sich die junge Dame ihren Stolz dennoch bewahrt hat, ja sogar noch die Kraft aufbringen konnte, sich gegen die Anschuldigungen zu wehren, während sie langsam aber sicher versuchte, im noch möglichen Rahmen Normalität in ihr Leben zu bringen, verdient Respekt. Größten Respekt. Doch Natascha Kampusch hat gleichzeitig auch einen therapeutischen Weg gefunden, der wohl noch viel beachtlicher ist als die bloße Tatsache ihrer Entführung bzw. der Selbstbefreiung: Sie hat ihre Erfahrungen zu Papier gebracht, ihr Grauen ein weiteres Mal durchlebt und sich letzten Endes gezwungen, all die schrecklichen Momente in Priklopils Verlies zu vertiefen, um sich einerseits mitzuteilen und nach Verständnis zu suchen (als wenn dies überhaupt nötig wäre …), andererseits aber auch soweit mit dieser Geschichte abzuschließen, wie das nach der psychischen und physischen Belastung jener 3096 Tage im Wiener Nebenbezirk Strassfeld überhaupt möglich ist.

Die Biografie ihres ganz persönlichen Schicksals soll nun endgültig dazu beitragen, Natascha Kampusch als den Menschen zu betrachten, der mit Sensationslust ebenso wenig gemein hat wie mit all den übrigen Verschmähungen, die man ihr infolge ihrer TV-Auftritte und Interviews nachgerufen hat. Und vor allem soll das Buch noch einmal ganz klar vergegenwärtigen, dass es sich hierbei um ein kleines Mädchen handelt, dessen Jugend nicht nur beraubt und verblendet wurde, sondern welches trotz der schier ausweglosen Situation ein für ihr Alter unglaubliches Durchhaltevermögen gezeigt hat und von der Gewalt und dem Psychoterror ihres Entführers nie ganz gebrochen wurde.

_Erschütternde Fakten – nicht mehr, nicht weniger_

Dementsprechend schwierig ist daher auch die Analyse des knapp 300 Seiten starken Werkes, welches sich vorrangig mit den prägnanten Erlebnissen in Priklopils Haus beschäftigen und einen Einblick in Geschehnisse liefern, bei dem man manchmal selbst nach der Kraft sucht, diese Fakten als gegeben zu betrachten – zumal Kampusch all dies oftmals mit einer paralysierenden Nüchternheit dokumentiert, die fast schon erschreckender ist als die Taten selber. Zu sehr ins Detail zu gehen, würde die Grenzen sprengen. Festzuhalten bleibt allerdings, dass vor allem die Gewaltauswüchse und die ständigen Drohungen Frau Kampusch derart eingeschüchtert haben, dass sie selbst in den sehr seltenen Momenten von Fremdkontakten nie daran gedacht hat, einen ersten Schritt in die Freiheit zu wagen. Und dennoch konnte sie sich Priklopil immer wieder widersetzen, dies zwar oftmals mit dem Preis von Tritten und Faustschlägen, doch mit einer Würde, die in dieser Situation naiv wirkt, ihr aber schließlich die Kraft gegeben hat, durchzuhalten.

So erfährt man von verschenkten Weihnachtsfesten, dauerhaft präsenten Sehnsüchten, der minutiösen Abkapselung von der Außenwelt, einem schimmligen Kellerraum, einem krankhaft-zwanghaften Verbrecher und einer Täter-Opfer-Beziehung, die einerseits abstrakt scheint, aber schließlich auch ein Arrangement wurde, welches für das Überleben der seinerzeit Jugendlichen Kampusch immens wichtig wurde. Und immer wieder stößt man auf die gleichen unglaublichen Sätze, das personifizierte Ekel, die monströsen Szenarien, beklemmend und in ihrer manchmal sehr objektiven Betrachtung auch intensiv – aber, damit wäre etwas Entscheidendes gesagt, niemals mit dem Hang zur Selbstdarstellung. Denn auch das schwebt aus unerfindlichen Gründen über dem Namen Kampusch und der Person, deren mediale Unsicherheit ihr oftmals als Arroganz ausgelegt wird. Dabei ist es lediglich das Bedürfnis, einen Ballast abzuladen, der so schwer wiegt, dass er nie ganz verschwinden wird, zu verarbeiten und mitzuteilen, was über mehr als acht Jahre nicht mitgeteilt werden konnte – und das ist ihr nicht nur zu gönnen, sondern darüber hinaus auch noch sehr lesenswert, vielleicht auch auf eine makabere Art und Weise.

_Ein trauriges Vermächtnis_

Dabei sollte zuletzt erwähnt werden, dass hinter diesem Buch auch eine bestimmte Erwartungshaltung steckt, die „3096 Tage“ voll und ganz erfüllt. Man bekommt die bislang versteckten Details, erfährt viel Persönliches, hört von Einstellungen und Motiven und erhält schließlich eine grobe Übersicht über all das, was Kampusch in ihrer Gefangenschaft erleben musste. Dass die Dokumentation dieses Lebensabschnitts zudem sehr spannend ist, liegt in der Natur der Sache, dass das Einfühlungsvermögen zum, ja man muss es so nennen, Mitfiebern animiert und man der jungen Natsacha, wie sie gebeugt mit Untergewicht und keinem Haar auf dem Kopf in ihrem grausamen Dilemma gefangen ist, einfach nur wünscht, endlich das letzte Bisschen Kraft zu schöpfen, um sich selber einen Ausweg zu bereiten.

Was währenddessen geschieht, sollte man in den eigenen Worten der Autorin in Erfahrung bringen, die es ferner schafft, wirklich alle oberflächlich effektreichen Inhalte auszuradieren und womöglich sogar bewusst das unterdrückt, was die Boulevardpresse in „3096 Tage“ am liebsten lesen würde. Genau das nennt man schließlich, es sei einmal mehr betont, Würde – und mit eben jener neigt der Rezensent sein Haupt vor einem aufwühlenden Zeitdokument einer außerordentlich tapferen, bewundernswerten Persönlichkeit und ihrem eigenartigen literarischen Lebenswerk.

|Hardcover: 288 Seiten
ISBN-13: 978-3471350409|
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