Ben Aaronovitch – Der Galgen von Tyburn (Peter Grant 6)

Die Handlung:

Ist das Ihre Vorstellung von einem Gefallen? Ich hätte Sie unter der Erde lassen sollen…

Wie man einem gesichtslosen Magier zu Leibe rückt, was die Bewohner von Londons teuerster Immobilie so treiben und wie ungünstig es sein kann, wenn man Lady Tyburn einen Gefallen schuldet – diese und noch mehr erfreuliche Erkenntnisse warten bei seinem neuen Fall auf Police Constable Peter Grant. Einen Einblick ins Leben der Reichen und Schönen von London gibt es gratis dazu. Und die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechterhalten sollte er bei all dem möglichst auch noch. (Klappentext)

Mein Eindruck:

Ganze zwei Jahre hats gedauert, bis die Fans der Peter-Grant-Serie wieder etwas von ihrem Lieblings Zauberlehring/Polizisten zu lesen bekommen. Und … hat sich das Warten gelohnt? Es hat!

Wir sind wieder zurück in London, Peter ist wider zurück in London, und alles ist mehr oder weniger ok mit Beverly, der Göttin aus dem Fluss. Die titelspendende Tyburn, ihres Zeichens Schwester von Beverly, ist diesmal unsere Auftraggeberin. Es geht um ihre Tochter Olivia (Jane McAllister-Thames, der Vollständigkeit halber), die sich offenbar eine Menge Ärger eingefangen hat, mit Drogen und so … und Peter soll sich darum kümmern. Das kann er na klar nicht ablehnen, schließlich schuldet er ihr aus „Ein Wispern unter Baker Street“ noch einen Gefallen.

Außerdem scheint der seltsame, gesichtslose Magier irgendwie seine Finger mit im Spiel zu haben, den Peter gern mal erwischen würde … in den vergangenen Romanen war er schon recht dicht dran.

Bis wir uns dieser Frage widmen können, jagt uns der Autor durch London, denn die Peter-Grant-Reihe ist in der Urban Fantasy angesiedelt und da fühlt sich dieses London an wie das echte London. Und während natürlich auch die Harry-Potter-Reihe einen Zauberlehrling hat, der im echten Großbritannien unterwegs war, so lebt Ben Aaranovitchs Reihe von seinem Zynismus und seinem Humor, der die Romane so beliebt macht.

Und so erleben wir Peter unter anderem bei Harrods … wo er einen Kampf mit Feuerbällen zu bestehen hat … oder Lady Ty, die ihm Beziehungstipps in Sachen Beverly gibt. Alles dicht an der Realität, aber mit einem ordentlichen Schuss abgefahrener Fantasy. Alte Bekannte, neue Figuren und jede Menge von/über/mit London gibts hier zu entdecken.

Nur das Ende … das ist irgendwie keins … was auf der einen Seite natürlich Lust auf den siebten Teil macht … wann auch immer der auf Deutsch erscheint … auf der anderen Seite aber auch ein wenig enttäuscht, denn bei aller Komplexität der vom Auto erschaffenen Welt, die sich so toll mit unserer vermischt und allem, das sich so weiterentwickelt und voranschreitet … so gern hätte ich etwas Handfestes gehabt zum Schluss.

Peter Grant

1 „Die Flüsse von London“
2 „Schwarzer Mond über Soho“
3 „Ein Wispern unter Baker Street“
4 „Der böse Ort“
5 „Fingerhut-Sommer“
6 „Der Galgen von Tyburn“
7 „The Furthest Station“ (erscheint am 28.09.2017 auf Englisch)

Der Autor:

Ben Aaronovitch wurde in London geboren und lebt auch heute noch dort. Wenn er gerade keine Romane oder Fernsehdrehbücher schreibt (er hat u. a. Drehbücher zu der englischen TV-Kultserie ‚Doctor Who‘ verfasst), arbeitet er als Buchhändler. Seine Fantasy-Reihe um den Londoner Polizisten Peter Grant mit übersinnlichen Kräften eroberte die internationalen Bestsellerlisten im Sturm. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Der Klappentext verspricht die von der Serie rund um Peter Grant zu erwartende „wahnsinnige“ Urban-Fantasy und der Autor liefert ab. Mit dem gewohnt zynischen Humor und Verweisen auf alte Fälle … an die sich auch die Stammleser vielleicht nicht mehr so in allen Einzelheiten erinnern werden, weils halt einfach zu lange her ist … sind wir mit Peter zurück in London.

Altbekannte oder neue Gesichter und vor allem London … das echte, vermischt mit dem von Ben Aaranovitch, können auch im sechsten Teil prima unterhalten. Der ist allerdings nix für Quereinsteiger … denen sei empfohlen, bei Teil 1 anzufangen und das bisher Erlebte aufzuarbeiten … sonst entfaltet sich die Komplexität dieses Universums zu langsam oder im schlimmsten Fall gar nicht. Und das wär schade, denn Ben Aaranovitch führt seinen roten Faden auch diesmal immer weiter voran. Gern hätte ich mir hier am Ende allerdings etwas Handfesteres gewünscht … ich bin nicht so der Freund von offenen Enden, bei denen ich das Gefühl habe, der Autor hätte das entscheidende Kapitel zu früh mit dem Erzählen aufgehört.

Taschenbuch: 416 Seiten
Originaltitel: The Hanging Tree (2016)
1. Auflage, Mai 2017
ISBN-13: 978-3-440-15433-5

www.kosmos.de

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