Gilles Servat – Das Geheimnis von Bre (Der Mythos des Arktur 01)

Heldensaga auf Keltenart

Spannende, actionreiche Science Fantasy bietet dieser Startband einer Tetralogie vom französischen Starautor Gilles Servat. Der Dichter, Sänger und Musiker kann seine bretonische Vorliebe nicht verleugnen und taucht ohne Scheu in eine keltische Welt ein, wie sie hätte sein können. Hier denke man „Bre = Bretagne“. Jedes Kapitel ist mit schönen keltischen Schnörkeln versehen; eine Landkarte erleichtert die Orientierung.

Der Mythos des Arktur

Band 1: Das Geheimnis von Bre

Band 2: Myrdhinns Reise

Band 3: Das Vermächtnis des Nuada

Band 4: Die Waffen der Götter

Der Autor
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[NEWS] Nina Ohlandt – Einsames Watt (John Benthien 12)

Auf Amrum wird ein herrenloses Segelschiff angetrieben. Von der Besatzung fehlt jede Spur. Dann jedoch ziehen Fischer die Leiche einer Frau aus der Nordsee: Paula Lemmer. Sie war am Vorabend in See gestochen. An ihrem Hinterkopf eine tiefe Wunde, die von einem Schlag stammen könnte. Ein Mord ist somit nicht ausgeschlossen. John Benthien übernimmt die Ermittlungen und entdeckt Parallelen zu einem ungelösten Fall einer 2005 ermordeten Frau. Damals suchte Benthien als junger Kommissaranwärter mit seinem Mentor Litmanen nach dem Täter. Litmanen verschwand im Zuge der Nachforschungen spurlos, sein Verbleib blieb ungeklärt. John fragt sich, ob er damals einen Fehler beging, der seinen Kollegen das Leben kostete. (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 592 Seiten
Lübbe

[NEWS] Remy Eyssen – Geheimnisvolles Lavandou (Leon Ritter 11)

Pinienduft, Meeresrauschen und volle Bistros – perfekte Urlaubsstimmung. Die Sommersaison in Le Lavandou zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Da wird in den Hügeln eine Schülerin tot aufgefunden – auf bizarre Weise ermordet. Die Nachricht schlägt in dem idyllischen Ort wie eine Bombe ein. Eine Beziehungstat, vermuten Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter und seine Partnerin Isabelle Morel. Misstrauen und Verdächtigungen senken sich wie böse Schatten über den sonst so friedlichen Küstenort an der Côte d’Azur. Dann wird der nächste Tote gefunden. Und es wird klar, das sich hinter den blutigen Taten ein ganz anderes Geheimnis verbirgt … (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 512 Seiten
ullstein

[NEWS] Gabriella Engelmann – Der Duft des Strandhafers (Die Bücherfrauen von Listland 2)

Es ist Spätsommer, als Journalistin Anna März nach Sylt zurückkehrt, um der 85-jährigen Fenja Lorenzen bei der Suche nach ihrer Schwester Martje zu helfen. Denn nach einer Sturmnacht im Jahr 1958 verliert sich jede Spur von ihr. Anna ahnt nicht, dass Martje sich damals in den charismatischen Strandpiraten Hark verliebt hatte und sich nach einem Schiffsunglück auf die Insel Amrum retten konnte. Fenja dagegen scheint mehr über Martjes Verschwinden zu wissen, als sie bereit ist zuzugeben. Je tiefer Anna gräbt, desto klarer wird, wie kompliziert das Verhältnis der Schwestern gewesen sein muss, die sich als Kinder abgöttisch liebten, bevor das Schicksal sie auseinanderriss. Und da ist auch noch Eric, für den Annas Herz nach wie vor schlägt … (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 320 Seiten
Knaur

[NEWS] Sebastian Fitzek – Die Therapie

Keine Zeugen, keine Spuren, keine Leiche. Josy, die zwölfjährige Tochter des bekannten Psychiaters Viktor Larenz, verschwindet unter mysteriösen Umständen. Ihr Schicksal bleibt ungeklärt. Vier Jahre später: Der trauernde Viktor hat sich in ein abgelegenes Ferienhaus zurückgezogen. Doch eine schöne Unbekannte spürt ihn dort auf. Sie wird von Wahnvorstellungen gequält. Darin erscheint ihr immer wieder ein kleines Mädchen, das ebenso spurlos verschwindet wie einst Josy. Viktor beginnt mit der Therapie, die mehr und mehr zum dramatischen Verhör wird … (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 336 Seiten
Droemer

Die drei ??? Kids – Spur der Tresorknacker (Folge 102)

Die Handlung:

Die drei ??? Kids übernehmen einen überaus mysteriösen Fall. Die Spuren führen zu einem Tresorexperten, der alles über Sicherheitssysteme weiß. Justus, Peter und Bob ermitteln in ganz unterschiedliche Richtungen. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Haben die Tresorknacker einen Artikel geklaut oder finde nur ich es seltsam, dass der Titel nicht „Die Spur …“ heißt? Klingt irgendwie seltsam, oder nicht? Vielleicht klärt sich das im Laufe der Story ja noch auf.

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TKKG – Das verschollene Zepter von Gizeh (Folge 240)

Die Handlung:

Die rote Sonne verschwindet hinter der Cheopspyramide und zieht die Schatten der Kamele im Wüstensand grotesk in die Länge, die große Gizeh-Show kann beginnen: Auftritt der geheimnisvollen Königin Kleopatra! Als nur leider niemand erscheint, schleichen Tim, Karl, Klößchen und Gaby hinter die Freiluftbühne und sehen, wie Kleopatra von Männern mit Schakalköpfen entführt wird. Obwohl die junge Schauspielerin die Schwester von Herrn Viersteins Gastgeberin – der berühmten Archäologin Asraa Farouk – ist, bleibt diese erstaunlich gelassen. Aber warum? TKKG starten ihre Ermittlungen und schnell tauchen neue Fragen auf: Warum treffen sich Herr Vierstein und vier seiner ehemaligen Studienfreunde 15 Jahre nach ihrer gemeinsamen Ägyptenreise wieder in Gizeh? Welches Geheimnis trägt die entführte Schauspielerin Laila in sich? Und was hat es mit dem mächtigen Zepter des Totenwächters Anubis auf sich? Je mehr Antworten TKKG finden, desto mehr wollen dunkle Schakalgestalten sie im Inneren der großen Pyramide für immer zum Schweigen bringen …(Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Die Sprecher der TKKG-Bande waren gerade erst nebst Technik-Crew im Land unterwegs, um Live-Atmosphäre zu verbreiten. Wer sich die nach Hause holen möchte, der hat jetzt die Gelegenheit dazu, denn das Live-Hörspiel gibts nun (unter anderem) auch auf Doppel-CD.

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Die drei ??? und die singende Schlange (Folge 25, Neufassung, Planetarium-Sonderfolge 9)

Die Handlung:

Zugegeben, Mrs Patricia Osborne ist eine etwas seltsame Dame. Ihrer Nichte Allie geht sie damit auf die Nerven, dass sie behauptet, Spinnweben seien hervorragende Heilkräuter. Sie erzählt Allie, dass sie abends vor dem Schlafengehen mit einem Messer einen Kreis um ihr Bett zieht, um sich vor drohendem Unheil zu schützen. Außerdem lädt sie nachts zu geheimnisvollen Zusammenkünften ein. Allie bittet deshalb die drei ??? diesen Rätseln auf den Grund zu gehen. Unserer Detektive schleichen sich bei Mrs Osborne ein und beobachten schauerliche Dinge. Was sie wohl gesehen haben? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Im Jahr 2023 wurde dieses klassische Abenteuer der Drei ??? im Mehrkanalton in deutschen Planetarien uraufgeführt. Jetzt erscheint es auf CD (und als Download) in Stereo für den Hausgebrauch.

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[NEWS] Delemhach Emilie Nikota – The House Witch: Der Koch des Königs

König Norman regiert das Reich von Daxaria. Eigentlich! Da ist nämlich der neue Koch, der bei Hofe mehr und mehr Einfluss gewinnt. Zwischen dampfenden Kesseln, höfischen Intrigen und wachsender Gefahr, die vom Nachbarreich ausgeht, entfaltet sich eine Geschichte voller Magie, Eigenwillen, Abenteuer und Leidenschaft. (Verlagsinfo)

Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 624 Seiten
Klett-Cotta

[NEWS] J. R. Ward – Verbotene Liebe (Black Dagger 41)

Als Tochter des einflussreichen Vampirkriegers Qhuinn führte Lyric stets ein Leben in Sicherheit und Geborgenheit. Bis zu der Nacht, in der sie beinahe getötet wird. Ihr Leben verdankt sie einem mysteriösen Fremden, der wie aus dem Nichts auftaucht und ihr zu Hilfe kommt. Lyric kann ihren Retter in der Not nicht vergessen und macht sich auf die Suche nach ihm. Sie ahnt nicht, dass er ein dunkles Geheimnis verbirgt … (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 688 Seiten
Heyne

Michael Bishop – Arachne. Stories 01

Classic SF: Einfallsreiche Geschichten

„Das Erscheinen Michael Bishops hat in der internationalen Science Fiction-Szene beträchtliches Aufsehen erregt. Dies nicht zuletzt deswegen, weil sich seine atmosphärisch dichten und stilistisch ausgefeilten Erzählungen eher der modernen US-amerikanischen Literatur zurechnen lassen als dem, was man gemeinhin von der SF erwartet.

Obwohl man ihn vornehmlich als Verfasser einer stark soziologisch orientierten Science Fiction apostrophiert, zeigen die in diesem (Doppel-) Band versammelten Erzählungen, zu welcher Ausdrucksstärke und Farbigkeit dieser Autor fähig ist.

Bishop ist ein Ideenmann und Stilist, sein Werk ist von einer grundlegenden Menschlichkeit, auch wenn seine Charaktere uns unmenschlich erscheinen mögen oder – wie in einem Fall – Maschinen sind.

„Arachne“ (und „Raumfahrer und Sternzigeuner“) enthält die besten Kurzgeschichten und Novellen des jungen Autors, der mit „Flammenaugen“ seinen ersten SF-Roman vorlegte (deutsch bei Heyne). Mehrere der hier vorgelegten texte wurden für den HUGO- und den NEBULA Award nominiert. (ergänzte Verlagsinfo)

Hinweis

Der ursprüngliche Gesamtband wurde von Ullstein in zwei Hälften aufgeteilt, der erste Band trägt den Titel „Arachne“, die zweite Häfte heißt „Raumfahrer und Sternzigeuner“. Ein Vorwort des Autors und zwei Gedichte ergänzen das komplette Werk, das 1983 auf Deutsch erschien. 1983 erhielt Bishop erstmals den NEBULA Award.

Der Autor

Michael Lawson Bishop (* 12. November 1945 in Lincoln, Nebraska) ist ein US-amerikanischer Autor, der in erster Linie Science-Fiction-Literatur schreibt. Er besitzt einen Master-Abschluss in Englisch der University of Georgia und unterrichtete an verschiedenen Schulen und Universitäten. (Quelle: Wikipedia)

Bishop veröffentlichte 1970 seine erste Kurzgeschichte „Piñon Fall“, sein erster Roman („A Funeral for the Eyes of Fire“) folgte 1975. Zahlreiche Erzählungen und Romane Bishops wurden für diverse Science-Fiction-Preise nominiert. Ausgezeichnet wurde er viermal mit dem Locus Award und zweimal mit dem Nebula Award, 1981 für die Erzählung „The Quickening“ und 1982 für den Roman „Nur die Zeit zum Feind (No Enemy But Time). In diesem Roman, der als sein bekanntestes Werk gilt, geht es um die Zeitreise zur Wiege der Menschheit ins pleistozäne Afrika. Der Roman besticht durch seine Charakterzeichnungen und komplexen Aufbau und verzichtet auf einen technischen Erklärungsversuch der Zeitreise. (Quelle: Wikipedia)

Der in den Südstaaten der USA lebende Autor hat sich als Gegner von rassischen Vorurteilen profiliert, nicht nur in diesem Roman, sondern auch in „Brüchige Siege“ (1994). In „Brüchige Siege“ setzt er Mary Shelleys „Frankenstein“-Roman (1818) in einer recht unwahrscheinlichen Umgebung fort: im Georgia des Jahres 1943. In dem Roman „Die Einhorn-Berge“ nahm er sich des Themas AIDS an.

Die Erzählungen

1) Arachne (Blooded on Arachne)

Der 16 Jahre junge Ethan Dedecos ist zum Planeten Arachne gekommen, um erstens sein Blut zu spenden und zweitens, um der Kriegsmarine beizutreten. Arachne ist ein felsiger Wüstenplanet, dessen dominante einheimische Lebensform Spinnen sind, so groß wie Elefanten. Diese produzieren in ihrem Speichel ein Virus, das auf Menschen tödlich wirkt. Das Gegenmittel wird von Kindern wie Ethan produziert.

Eine ganze Kultur hat sich um die Spinnen entwickelt. Die jungen Hirten, die die Spinnen treiben, weil sie gegen deren Virus immun gemacht worden sind. Die Wüstenbewohner, die sich diesseits des Raumhafens um den Kontakt zwischen den Zivilisten wie Ethan kümmern, und die Siedler und Marines in Port Eggerton auf Abstand halten. Führer wie Wej S’al bringen Ethan zu den Hirten und den „Hexen“ gegen die Furcht, bevor das Blutspenden beginnt.

Eine kleine Gruppe Spinnenbrut – Spinnerlinge – wird von einem Mädchen angeführt, damit die Brut einen Felsen erklimmt. Von dort beginnt ein Schauspiel: Die Jungen sprühen ihre Sinnweben in die Luft, bis sich der Himmel über dem ausgetrockneten Meeresboden weiß färbt. Anschließend wird Ethan betäubt und auf diesem Meeresboden, einer Salzwüste, mit minimalem Proviant ausgesetzt. Als er erwacht, muss er zusehen, wie er überlebt. Natürlich gelingt ihm dies nur mithilfe der Spinnen. Er schnappt sich eine, die er Bucephalus nennt (nach dem Pferd von Alexander dem Großen). Eine Odyssee durch den Luftozean beginnt…

Mein Eindruck

Die Odyssee bildet einen Initiationsritus. Wird ihn Ethan erfolgreich bestehen, fragt sich der Leser. Denn die im O-Titel angedeutete „Blutung“ deutet auf ein gutes Maß an Gewalt und Verletzung hin. Wie sich ganz am Ende herausstellt, besteht Ethan zwar die Mutprobe, von der sein Überleben abhängt, doch um den Preis eines Opfers…

Die Story vereint mit ihrer Landschaft und Kultur Elemente aus DUNE, kombiniert sie mit dem Initiationsmythos vom jungen Helden (vgl. Joseph Campbell) und bildet so den Auftakt zu einem Space-Opera-Jungsabenteuer. Davon hätte ich gerne noch mehr gelesen.

2) Odyssee auf Cathadonia (Cathadonian Odyssey, VÖ 1974, nominiert für den HUGO 1975)

Die ersten Siedler taufen den erdähnlichen Planeten auf den Namen Cathadonia, ein Kofferwort aus „Cathay“ (altes China) und „Caledonia“ (altes Schottland). Sie fanden einen Ozean, viele Tümpel und an jedem Tümpel einen Wächterbaum vor. Und die dreibeinigen Affen, die sie überall vorfanden, massakrierten sie als unerwünschte Konkurrenten – oder einfach aus Lust an der Jagd. Bald waren alle Dreibeiner verschwunden.

Das riesige Interstellarschiff „Nobel“ ist unterwegs zu den Magellanschen Wolken und setzt in der Nähe von Cathadonia eine Forschungsfähre ab. An Bord sind das Ehepaar Ian und Fischelson. Plötzlich packt eine Kraft die Fähre, so dass sie abstürzt. Nur Maria Jill Ian überlebt die Notlandung, und fortan trauert sie um ihren Mann Arthur. In einem der zahllosen Tümpel bestattet sie die beiden Männer. Dann begegnet sie dem letzten überlebenden Dreibeiner. Von intelligentem Leben haben die Siedler keine Meldung an die Erde gemacht, daher ist Maria überrascht.

Das Lebewesen mit den großen Augen ernährt sich von Früchten, die in den Wächterbäumen wachsen. Merkwürdig daran ist jedoch, dass die Früchte nach oben schweben, um in seinem Maul zu landen. Es muss über telekinetische Fähigkeiten verfügen. Maria begrüßt es zaghaft und ernährt sich fortan ebenfalls von den Früchten und dem Wasser in den Tümpeln. Da der Dreibeiner, den sie Bracero tauft, harmlos aussieht, nimmt sie ihn mit auf ihre Odyssee. Cathadonia duckt sich unter den brennenden Strahlen der Sonne, die die Siedler „Ogers Herz“ (bei Heyne: „Menschenfressers Herz“) genannt haben.

Dass Bracero auch über telepathische Fähigkeiten verfügen muss, erschließt sich Maria Jill Ian aus den verschiedenen Reaktionen auf ihre eigenen Gefühle, vor allem auf ihre Trauer. Nach einer tagelangen Phase der Regungslosigkeit tauchen die Leichen von Arthur und Fischelson in einem der Tümpel auf. Doch was wohl als Trost gedacht war, stürzt Maria noch mehr in Verzweiflung. Sie versenkt die Leichen wieder. Nun plant sie einen Kurswechsel Richtung Ozean, denn davon hat sie ein Stück während des Absturzes erhascht. Die Tümpel werden größer.

Doch dann wünscht sich Maria, diese Welt hätte einen Mond, zumindest eine Kugel, die Cathadonia zeitweilig von den sengenden Strahlen der Oger-Sonne schützen würde. Volle fünf Tage verfällt Bracero in Trance, und als erwacht, schwebt am Himmel tatsächlich eine neue Welt. Es ist die Erde…

Mein Eindruck

Jeder SF-Fan kennt die Story „Eine Mars-Odyssee“ von Stanley G. Weinbaum. Sie war die erste SF-Geschichte, in der Aliens freundlich auftraten und den Erdlingen halfen, in einer fremdartigen Umgebung zu überleben. Auch Bracero ist so ein fremdartiger Helfer. Doch der Autor hatte kurz zuvor ein Buch über die russischen Psi-Experimente gelesen und nahm nun Telekinese und Telepathie in diese Geschichte auf.

Das Ergebnis ist für die gestrandete Maria Jill Ian jedes Mal erschütternd und unerwartet: Ihr toter Mann kehrt zurück und die Erde wird nach Cathadonia versetzt. Manchmal bekommt man eben mehr, als man sich gewünscht hat. Alfred Lord Tennyson liefert auf S. 52 mit einer Strophe aus seinem epischen Gedicht „Ulysses“ den tröstenden Kommentar, nach dem Motto „Wir sind, wer wir sind, und wir wissen, was wir noch haben. Wir werden trotz aller Rückschläge nicht weichen.“

Ich hatte eigentlich die ganze Zeit erwartet, dass Maria die Siedler trifft und denen eine Standpauke hält. Dass da wohl ein Genozid an Braceros Leuten stattgefunden haben muss usw. Aber damit hätte sie sich nur in Lebensgefahr gebracht. Stattdessen erscheint die Erde über Cathadonia, und lange nach Marias Tod usw. wird der Doppelplanet zu einer Touristenattraktion. Ein ironischer Schluss, der den dramatisch erscheinenden Mittelteil wieder humorvoll ausgleicht.

3) Abbilder (Effigies)

Lange nach der globalen Katastrophe auf der Siedlerwelt Hond ist der Stamm, in dem die junge Thelet lebt, bis auf 24 Mitglieder geschrumpft. Sie leben auf Steinzeitniveau und praktizieren Inzest, um wenigstens auf diese Weise auf Nachwuchs hoffen zu dürfen. So muss Thelet ebenso wie ihre Schwester Amigna mit ihrem klumpfüßigen Bruder Hrul schlafen. Um das eigene Leben zu verlängern, häuten sich die Mitglieder hin und wieder.

Es gibt einen alten Einsiedler namens Verlis, der in der Lage ist, die Maschinen in seiner Festung Adiro zu benutzen. Während die anderen auf die Jagd gehen, nimmt Verlis Thelet mit in sein Labor. Hier zeigt er ihr, wie er gedenkt, die Zahl der Stammesangehörigen zu steigern: durch Pflanzung. Mit der Erlaubnis und Unterstützung der anderen darf Verlis 40 Samen in kleine Erdhaufen säen, obwohl manche, wie der zynische Hrul, dagegen sind: Verlis, so behauptet er, habe das Wild vertrieben.

Nach etwa zwei Wochen erheben sich die ersten zarten Pflänzchen aus den Erdhaufen. Sie weisen Gesichter auf, und während sie wachsen, zeigen sie alle das Gesicht von Verlis. Das ruft Empörung hervor. Für wen hält sich der Alte denn? Aus dieser ersten Ablehnung erwächst schließlich Hass. Es kommt, wie Verlis vorausgesagt hat: Als der Hunger zu groß wird, fallen die Stammesangehörigen über die neue Saat her: Es ist glatter Mord.

Doch die Schuldgefühle richten sich nicht gegen die Anführerin Evmaunda, sondern gegen Verlis. Eine verunstaltete Puppe hängt vor dem Eingang zum Labor. Als Thelet sie schließlich entfernt und Verlis‘ Festung betritt, ahnt sie Schlimmes…

Mein Eindruck

Die sehr anschaulich aus Thelets Blickwinkel erzählte Geschichte belegt, dass die künstliche Fortpflanzung auch keine Alternative ist. Offenbar ist die menschliche Psychologie nicht dafür eingerichtet, sich künstlich helfen zu lassen. Dafür aber ist Inzest erlaubt, selbst wenn diese Praxis mangelhaft lebensfähige Nachkommen hervorbringt.

Es ist der Gipfel der Ironie, dass ausgerechnet das Labor, das der alte Verlis gepflegt und genutzt hat, zerstört wird, um den Status quo der steinzeitlichen Lebensweise erhalten zu können. Dabei spielen nicht einmal absurde Vorstellungen wie etwa Dämonen eine Rolle. Thelet wird als hilf- und wehrloses Mädchen dargestellt, das nicht einzugreifen wagt. Aber auch Evamaunda als Stammesführerin weist einen positiven Weg.

Und so kommt es, dass der schärfste Kritiker, Thelets Bruder Hrul, seinen Willen bekommt. Sein ungenannter Hintergedanke könnte ja die ungestörte Benutzung von Thelet und ihrer Schwester sein. Egoismus obsiegt also über Altruismus, Kurzsichtigkeit über Strategie. Eine ziemlich pessimistische Aussage, die der Autor hier vermittelt.

4) Das Haus der mitfühlenden Teiler (The House of Compassionate Sharers)

Dorian Lorca ist der Prinzgemahl der Gouverneurin des Planeten Diroste (im Original: Miroste), deren Namen Rumer (im Original: Rumai) Miethai lautet. Doch Dorian ist nur noch zu einem geringen Teil menschlich zu nennen, denn bei einer Explosion in einer Mine, die er als Beamter inspizieren sollte, wurde sein Originalkörper schwer beschädigt. Der Galen (Arzt) Diderits hat die beschädigten Körperteile durch künstliche ersetzt: Stahl, Keramik und Elektronik. Inzwischen betrachtet Dorian diese Teile als seinen wahren Körper und empfindet Abscheu vor organischen Körpern wie dem seiner Frau Rumer. Inzwischen hat er gelernt, ein Sondenschiff durch das galaktische Imperium zu steuern, das die Menschen dem Atomkrieg auf der Erde errichtet haben.

Auch heute verursacht ihm die Begegnung mit Rumer Übelkeit. Wenige Wochen später trifft in Port Iranani, wo er lebt, eine beinahe kahlköpfige Frau in einem kostbaren Gewand ein. Sie ist eine Wärterin namens Kefa, doch im Laufe des Gesprächs, an dem Diderits und Rumer teilnehmen, wird Dorian klar, dass sie in Wahrheit die Puffmutter eines Bordells ist, das sie „Das Haus der mitfühlenden Teiler“ nennt. Es liegt auf der Erde. Diderits und Rumer machen Dorian deutlich, dass dies seine letzte Chance ist, die Ehe mit der Gouverneurin aufrechtzuerhalten. Also kriegt er eine Therapie der Extraklasse.

Manitou Port liegt etwa 200 Meilen südwestlich des im Atomkrieg zerstörten Denver in Colorado, am Boden einer Schlucht, in die ein Ferienort mit allen Schikanen gebaut wurde. Hier ist Skifahren das ganze Jahr hindurch möglich. Folglich kommen allerlei reiche und schöne Menschen hierher – und Wärterin Kefas Spezialhaus. Dorian bekommt eine Privatsuite. In der ersten Nacht darf er einen der Teiler besuchen. Das Wesen liegt auf einem beheizten Bett und rührt sich kaum. Halb blind muss sich Dorian das Aussehen dieses stummen Partners ertasten. Ein Totenkopf mit elektronischen Augen?

In der nächsten Nacht mit diesem Partner erhält Dorian zwei Instrumente, die es ihm erlauben, den Körper und Geist des Partners vollkommen zu beherrschen. Er wird zum Puppenspieler. Seine Marionette soll auf sein Geheiß hin die singende Schwarzdrossel, die immer in ihrem Käfig sitzt, töten. Die Sache geht schief, aber für Wärterin Kefa ist die Sache aufschlussreich. Die Alpträume lassen nach und verschwinden schließlich ganz.

Andere Besucher sind nicht so kooperativ wie Lorca. Ein Klonpaar namens Cleirach und Cleva Orha, zwei hochrangige Beamte auf Urlaub, hat sich spezielle Spiele mit einem Eingeborenen der Welt Trope ausgedacht. Sie berühren Lorcas kühle Haut und wundern sich über seine Unempfindlichkeit gegenüber der Kälte von Wolf Run Summit, hier in den Rockies. Dann wird Lorca klar, wofür sie ihn halten: für einen Sklaven.

Beim Aufenthalt der Orhas kommt es zu einem Zwischenfall. Beide haben zuviel Drogen und Alkohol konsumiert, nun droht Cleva, der weibliche Klon, nicht nur den Eingeborenen von Trope zu töten – sie hat sein Kristallauge herausgeschnitten -, sondern Wärterin Kefa zu erwürgen. Nun ist es an Dorian Lorca, sich zu entscheiden, für wen er eintritt: für Besucher wie ihn selbst oder für die Wärterin, die offenbar auch eine barmherzige Partnerin ist…

Mein Eindruck

Die Geschichte dreht sich um die Überwindung von Entfremdung. Das ist der seelische Zustand von Dorian, der nicht nur zufällig an Oscar Wildes Figur des Dorian Gray erinnert, der ewige Jugend erkaufte. Dorian Lorcas seelischer Zustand klammert sich an die „Aufwertung“ durch langlebige Komponenten, doch erkauft wird diese Balance mit den Medikamenten, die ihm Dr. Diderits verabreicht. Folglich will sich Dorian nur widerwillig auf eine Behandlung dieses prekären Zustands einlassen.

In den siebziger Jahren waren Therapien aller Art in Mode, denn wenn sich schon die Gesellschaft – wie 1968 gescheitert – nicht verändern ließ, so vielleicht doch das eigene Seelenleben. Bei John Lennon klappte es, denn er wollte von seiner Heroinsucht geheilt werden. Seine Qualen kann man gemäß der Urschrei-Therapie heute noch anhören, beispielsweise „Cold Turkey“ oder „Mother“. Es ist kaum auszuhalten. Ein weiterer Entwurf ist Robert Silverbergs Roman „The Book of Skulls“, auf Deutsch als „Bruderschaft des Schmerzes“ bei Moewig übersetzt.

Mit Sicherheit geht es in Bishops Story um Schmerz, aber vielleicht nicht um eine Bruderschaft. Dorian ahnt nicht, dass seine Rolle nicht die des Puppenspielers sein wird, als er mit der Gesprächstherapie beginnt, aber wohl auch nicht die eines Kunden, wie es die Olha-Klone sind. Wie sich nach einigen Beichten und Erkenntnissen herausstellt, ist Dorian am besten als Teiler bzw. Partner geeignet. Und auf die sogenannte „Puffmutter“ oder Wärterin oder Wartin – je nach Übersetzung – lässt Dorian nichts kommen. Sie lässt ihm die Freiheit, seinen Weg selbst zu finden. Dafür bekommt sie seine Hilfe, wenn es ihr an den Kragen geht. Denn offenbar ist auch sie eine Teilerin.

Die vielfach abgedruckte Novelle mutet dem Leser zu Anfang viele neue Begriffe zu, wird aber dann immer leichter lesbar. Sie bleibt im titelgebenden Haus stets leicht verständlich, ohne an Niveau einzubüßen. Dieses ist nach dem Vorbild der Grafiken von M.C. Escher konstruiert, ein verwirrendes Labyrinth, das die Seelen seiner Klienten widerspiegelt.

HINWEIS: Eine alternative Übersetzung findet sich im „Heyne SF Reader 21“ aus dem Jahr 1984.

5) Die Bewohner von Chinistrex Fortronza sind Maschinen (In Chinistrex Fortronza the People are Machines)

Der Planet heißt Blaispagal GmbH und ist, wie etliche andere Welten, inkorporiert, also ein Unternehmen. Die Bewohner der Hauptstadt Chinistrex Fortronza sind allesamt Maschinen, die von einem Kaiser mit dem Titel Parmalee beherrscht werden. Der Kaiser ist lediglich dem göttlichen Uhrmacher verantwortlich, der alle Maschinen gebaut und in Betrieb gesetzt hat.

Der aktuelle Kaiser trägt den Namen Pajetric Stat. Als ihm von ausländischen Botschaftern ein unglaubliches Gerücht zugetragen wird, beauftragt er seinen „Wesir“ RundLauf mit dem Auftrag, dieses unglaubliche Wesen zu finden und in die Steuerzentrale zu bringen. Rund Lauf entgeht der Vernichtung, indem es ihm gelingt, jenes Fabelwesen aufzuspüren und zum Mitkommen zu bewegen: den Homunculus.

Der Homunculus, so besagt das Gerücht, sei in der Lage, zu lachen, klagen und Tränen zu vergießen, die sofort zu Diamanten werden, wenn sie zu Boden fallen. Dieser Homunculus jedoch klagt statt zu lachen, vergießt aber dennoch Tränen aus Diamant. Dies findet den Beifall des Parmalee, der seine Mitmaschinen zu begeistern weiß. Das Bruttobetriebsprodukt steigt in ungeahnte Höhen. Nach angemessener Zeit kehrt der Homunculus in seinen Wald zurück.

Die hinterlistigen Rivalen einer anderen GmbH schenken dem Parmalee etwas, das sie ein Gegenstück zum Homunculus nennen, allerdings aus „organischer Materie“. Dieser sei „biologisch“. Das da im Topf blubbert höchst unansehnlich. Sie haben es „Hoom“ genannt. Allerdings ist das Gebräu aus Aminosäuren, Fett und anderen garstigen Dingen durchaus zu Denken und „Emotionen“ fähig, wie sich herausstellt. Prompt verlangt der Parmalee ein Duett. Dieses misslingt. Und auch sonst gibt der Hoom Anlass zu Unmut: Er bricht zusammen. Ist dies der Anfang vom Ende?

Mein Eindruck

Die Story liest sich wie eines der netten Robotermärchen, die Stanislaw Lem einst zur Erbauung und Unterhaltung seiner Leserschaft schrieb. Allerdings fehlen hier die beiden verrückten Wissenschaftler Trurl und Klapaucius, so dass die Entwicklung des Geschehens mehr einer dialektischen Evolution gleicht. Sie folgt den Vorgaben des Kapitalismus, denn jede GmbH muss ein Bruttobetriebsprodukt erwirtschaften. Als das von Blaisephagal in den Keller geht, gerät die Welt in Gefahr, von einem popligen Konkurrenten wie Bzz übernommen zu werden. Doch wie in einem ordentlichen Märchen kommt Hilfe aus einer unerwarteten Richtung: der wahre Homunculus meldet sich zurück.

Wie in „Alice im Wunderland“ spielt der Autor mit Erwartungen. Er steigert die Abweichungen von der Maschine über den Homunculus bis zum „Hoom“, der eine biologische Lebensform darstellt, wie der Leser selbst. Nun kommt der Clou: Dieser Hoom (kurz für „human“) ist etwas, das die Maschinen überhaupt nicht kennen, also nicht nur biologisch, sondern auch sterblich. Der Tod ist etwas Neues im Maschinenland und könnte verheerende psychische Folgen für die Maschinen haben. Der Leser muss sich als Mensch fragen, ob es wirklich so eine gute Idee ist, biologisch und sterblich zu sein. Was hier wirklich fehlt, ist ein „Schöpfer“. Auf die Idee, dass die „Hooms“ sich durch gegenseitige Befruchtung fortpflanzen könnten, kommt natürlich keine der Maschinen.

6) Glaubenssprünge (Leaps of Faith)

Heinz Jürgens arbeitet als Insektenbekämpfer für Wanz-Ex in Columbus, Georgia. Heute hat er den Auftrag, Flähe im Haus der Familie Mayer zu beseitigen. Als er mit unerklärlichen Kopfschmerzen ankommt, sieht er, wie Mr. Mayer bereits mit Kalk usw. sein Haus zu schützen versucht, obwohl doch der Befall innerhalb des Hauses gewesen sein soll. Hier experimentiert Mrs. Mayer als freie Forscherin mit Flöhen. Sie untersucht deren Fähigkeit, aus dem Stand sehr hoch bzw. weit zu springen. Dabei hat sie das Resilin entdeckt und einen Muskel am Bauch.

Jürgens‘ Kopfschmerzen werden schlimmer. Er erinnert sich an seine Trennung von seiner Ex-Frau und wie sie ihm einmal Würstchen servierte, die sich noch in der Plastikverpackung verbanden. Das konnte ja nicht gut gehen – obwohl er noch darüber lachte. Aber sie nahm es ihm übel, nun ist sie Geschichte.

Eigentlich wollen die Mayers gar keinen Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln. Und ein Monats-Abo schon gleich gar nicht. Heinz‘ Kopfschmerzen werden stärker. Als er unverrichteter Dinge wieder zur Firmenzentrale fährt, stoppt er unterwegs am Straßenrand. Was sein Kollege, der ihn abholen will, im Auto vorfindet, ist jedoch nur ein junger Mann, dem aber der Geist von Heinz Jürgens fehlt…

Mein Eindruck

Auf seine augenzwinkernde Weise deutet der Autor an, dass auch Aliens wie Flöhe andere Wesen befallen könnten. In diesem Fall sind es Geistwesen, die sich der Seele eines Menschen bemächtigen, wie im Fall Heinz Jürgens. Aber auch seine Ex Trudi könnte ein solcher „Wirt“ gewesen sein, wegen ihres seltsamen Verhaltens beim Kochen.

Fragt sich allerdings, welchen Vorteil diese Geistwesen von solcher Wanderung haben könnten. Eine ähnliche Story hat einmal Lucius Shepard geschrieben, und dort wollte der Alien einfach nur verweilen, überleben und lernen, wie jeder Mensch. Jürgens spricht immer wieder vom Glauben (wie schon der Storytitel andeutet), und er betet zusammen mit den Mayers, obwohl diese Atheisten sind. Das ist herzwärmend, aber auch ein wenig schräg.

7) Besucher (Pinon Fall, 1970)

Die drei Aguilera-Jungs Jamie, Pokie und Tonio sind ins Gebirge gezogen, um Pinonzapfen zu sammeln. Der zarte Kerne würden ihre magere Winterkost aufbessern. Ringsum liegt Schnee in Colorado, bis sie zu einem Fleck kommen, wo eine Gestalt im Schnee liegt. Sie ist blau vor Kälte. Sobald sie ihre Furcht überwunden haben, öffnet Jamie die Augen der humanoiden Kreatur. Die Augen sind völlig schwarz und facettiert.

Aber das Wesen kann sprechen und bittet darum, es zu bedecken. Jamie gibt ihm seine Decke und den Inhalt von Einmachglässern voller gesammelter Pinonzapfen. Da erst sieht er, was sich hinter der Gestalt verbirgt. Es sind vier papierdünne Flügel. Sobald es gestärkt ist, beginnt das Wesen, das sich „Papilio“ nennt, mit den dünnen Flügeln zu schlagen. Dann folgt es ihnen zu ihrem Zuhause.

Ihre Mutter hat nicht nur einen prophetischen Alptraum erlebt, sondern auch noch Besuch von der alten Nachbarin Mrs. Zowodny, die aus Polen stammt. Das hindert die gehbehinderte Witwe nicht daran, die Chicanos als „Schwarzköpfe“ zu beschimpfen. Die Jungs pflegen ihr Häuschen mit Schnee- und Schmutzbällen zu bewerfen und rufen sie „Polack“. Die Polin will sich Mrs. Aguileras Axt ausleihen. Aber wozu, hat sie doch einen Ofen, der nur Kohle verbrennt. Sie bekommt die Axt dennoch.

Als Jamie zu Hause eintrifft, empfängt ihn seine deprimierte Mutter. Er bringt keinerlei Zapfenkerne mit, die ihre magere Kost aufgebessert hätten. Jamie soll die verliehene Axt zurückholen. Als er bei der Polin eintrifft, schlägt ihm organischer Drüsengeruch entgegen. Die Haustür ist offen und er sieht Mrs. Zowodny über einen schlafsackähnlichen Gestalt knien, auf die sie mit der Axt einschlägt. Als er dies sieht, fällt Papilio, der Jamie unauffällig gefolgt ist, über Mrs. Zowodny her, um der Artgenossin, die am Boden liegt, zu Hilfe zu eilen. Doch Jamie hält zu den Menschenwesen, nimmt die Axt und schlägt Papilio den Schädel ein.

Das hilft ihm nicht. Vom Himmel fallen wie Schneeflocken viele weitere Schmetterlingswesen zu Boden…

Mein Eindruck

Auf eine sehr ironische Art geht es in der ehemaligen Minenstadt Huerfano („Waise“), Colorado, um Invasion und Immigration. Polen sind hergezogen, bevor auch die Mexikaner in das fruchtbare San Luis Tal einwanderten, die Chicanos. Die schneebedeckten Gipfel der Sangre de Cristo Berge (bis knapp 4400 m hoch) erheben sich im Westen. Ja, die Spanier tauften einst diese Berge, ebenfalls Einwanderer, die gekommen waren, um ein Kaiserreich zu errichten- bis die Amerikaner sie 1848 vertrieben.

Und jetzt kommen die Aliens aus dem Himmel. Erst ein männlicher „Schmetterling“, dann taucht vor Mrs. Zowodnys Haus ein weiblicher Alien auf. Beide überleben ihre Begegnung mit den Bewohnern dieses Planeten nicht, aber sie sind ja nur die ersten ihrer Art.

In einer stimmungsvollen, aber abwechslungsreichen Erzählweise gelingt es dem Autor, Interesse für die sich anbahnende Auseinandersetzung zu wecken. Keine Spur von Romantik kommt auf, wenn der Schmetterling seine marmorierten Flügel ausbreitet. Nur gebührendes Staunen füllt die Augen der drei Jungs. Aber schon müssen sie ihre eigene Nahrung mit dem Fremdwesen teilen. Mit wenigen Pinselstrichen zeichnet der Auror die Grundelemente der Konflikte, die zwischen Alteingesessenen und Neulingen immer wieder den Verlauf der Begegnung bestimmen: das Eigene vs. das Fremde, Kampf ums Lebensraum und Nahrungsmittel. Wie Jamie herausfindet, zählt die Solidarität unter Menschen mehr als der latente Rassismus.

Die Übersetzung

S. 12: Der ganz[e] Canyon…“: Das E fehlt.

S. 15: „karmesinbraun“. Karmin ist meist rot. Google weiß: „Karmesin bezeichnet ein tiefes, sattes Rot, oft synonym verwendet mit Karmin, Karminrot oder Scharlachrot.“

S. 58: „spielerische Strategeme“: Das könnte man auch als „Spielstrategien“ übersetzen.

S. 66: „Nahrung aus Krautzweigen“: Ansonsten ist immer von Krautweizen die Rede.

S. 75: „zwei gleichartige Beinsti[e]le“: Das E fehlt.

S. 86: „Sie setzte sich über ihre eigene[n] Angst…“: Das N ist überflüssig.

S. 114: „Sie versuchen mich auf den Lein zu führen“: Gemeint ist wohl der Leim, mit dem man früher Vögel fing.

S. 134: „der Homunculus in seiner Unberechenheit“: Gemeint ist wohl vielmehr „Unberechenbarkeit“.

S. 145: „wie das nachts klopften“: Heinz meint aber wohl „DES nachts“.

S. 167: „Jamie zock seine Jacke aus…“: Er zog sie wohl aus.

Warum die Übersetzung von „Das Haus der mitfühlenden Teiler“ in den Namen so vom englischen Original abweicht, könnte daran liegen, dass der Autor inzwischen den Text überarbeitet hat. Mal ehrlich, „Rumai“ (Dorians Frau) klingt ziemlich ähnlich wie „Humay“ (Dorians Geliebte), nicht wahr?

Unterm Strich

In dieser ersten Hälfte der Story-Sammlung bildet „Das Haus der mitfühlenden Teiler“ sicherlich den Höhepunkt, nicht nur was die Konzeption und Ausführung, sondern auch, was die Aussage anbelangt. Mit Ausnahme von „Die Bewohner…“ sind alle anderen Stories leichter lesbar, aber etwa anschaulich genug, dass sie kein zweites Lesen erfordern. „Das Haus der mitfühlenden Teiler“ lohnt hingegen ein zweites Lesen. So ist es durchaus vorstellbar, dass die Explosion, der der Beamte Dorian Lorca seinerzeit zum Opfer fiel, nicht von Gruben-, also Methangas, sondern von Sprengstoff herbeigeführt wurde.

„Die Bewohner von Chinistrex Fortronza“ ist ein Robotermärchen, das seine Moral von der Geschicht‘ hinter kuriosen Details versteckt. „Glaubenssprünge“ erfordert ein wenig Nachdenken, um die Pointe zu erfassen. Am besten gefielen mir die Geschichten „Besucher“ und „Odyssee“, nicht nur wegen der Vorbilder, sondern auch wegen des jeweils überraschenden Ausgangs der Handlung.

Für die vielen Druckfehler gibt es Punktabzug.

Taschenbuch: 176 Seiten,
O-Titel: Blooded on Arachne, 1. Teil, 1982
Ullstein 1983, Berlin;
Aus dem US-Englischen von Johannes Blasius
ISBN 9783548310541

www.ullstein.de

Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

[NEWS] Katharina Peters – Rügenmord (Romy Beccare 15)

Im Süden von Rügen wird bei den Löscharbeiten eines Lagerhauses eine männliche Leiche entdeckt. Schnell verdichten sich Hinweise auf ein Verbrechen. Bei dem Toten handelt es sich um Tom Kappler, der vor Kurzem in seine Heimatstadt Greifswald zurückgekehrt ist. Kommissarin Romy Beccare findet heraus, dass Kappler bemerkenswert oft nach Rügen reiste – und hier eine Affäre mit dem verheirateten Robin Baumann hatte. Baumanns Frau scheint Wind davon bekommen zu haben. Wurde Tom Kappler aus Eifersucht aus dem Weg geräumt? (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 375 Seiten
Aufbau

[NEWS] Liza Grimm – Steingladiole (Die Bücher der Macht 3)

Als Elementgesandte des Wassers kämpft Nara im großen Wettkampf der Akademie, um die Buchbinder in ihre Heimat zu bringen. In der Auswahl hat sie es schon weit geschafft, doch der Wettkampf ist längst nicht mehr ihre einzige Sorge. Jemand hat es auf sie und ihr Seelenbuch abgesehen. Als Nara dann auch noch mit einer unglaublichen Enthüllung konfrontiert wird, stellt sie alles in Frage, was sie je zu wissen geglaubt hat. Ihre Suche nach der Wahrheit lässt sie zurück in die Vergangenheit blicken und führt sie auf eine Reise zu ihren Wurzeln. Währenddessen geht die Auswahl an der Akademie unerbittlich weiter und Nara ist hin und hergerissen zwischen der Treue zu ihrem Volk und der Suche nach der Wahrheit. (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 400 Seiten
Knaur

Christopher Stasheff – Der Zauberer Ihrer Majestät. Fantasy-Roman

Die Magie der Poesie

Matthew Mantrell, glückloser Literaturstudent, gelangt durch Runenlektüre in eine Parallelwelt und bekommt es nicht nur mit dem fiesen Zauberer Malingo, sondern auch mit einer wunderschönen Prinzessin zu tun. Pech, dass sie wie er im Kerker des Thronräubers gelandet ist. Doch Poesie ist in dieser Dimension Magie, und bald nimmt er es mit Malingo und seinen Monstern auf, begleitet von der unwahrscheinlichsten Truppe, die man sich vorstellen kann.

„Als Malingo, ein Vertreter Schwarzer Magie, dem dahergelaufenen Rivalen den Garaus machen will, bedarf es allerdings realerer Waffen als klassischer Zitate und lallender Drachen. Und so bietet Matt eine Phalanx grimmig bewaffneter Griechen, eine geläuterte Lusthexe, einen moralisch entgleisten Priester sowie eine Schar kampflustiger Nonnen aus seiner Welt auf, um in einer gnadenlosen Schlacht das Schicksal seines Gastplaneten zu entscheiden.“ (Verlagsinfo)

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Martin Hofmann – Fourth Wing. Dragons (500 Teile)

Die Verlagsinfo:

Schimmerndes Glas, ein Flügelschlag im Himmel – Tairn erhebt sich in die Lüfte und blickt zu dem goldenen Federschwanzdrachen. Gemeinsam gleiten sie über die Weiten von Navarre, während im Hintergrund weitere Drachen zu erkennen sind. In den 500 Puzzleteilen finden Fans der erfolgreichen Buchreihe rund um Violett Sorrengail und mächtige Drachen ein liebevoll gestaltetes Bild, dass die Faszination von Fourth Wing auf besondere Weise einfängt. Ob als entspannte Me-Time oder zusammen mit Freunden – beim Puzzeln tauchen Fans in Erinnerungen an die Abenteuer am Basgiath War College ein.

Mein Eindruck:

Als offizieller Lizenznehmer der zu Recht beliebten und erfolgreichen Empyrean-Reihe von Rebecca Yarros präsentiert KOSMOS in diesem Frühjahr ein paar schöne Must-Haves für Freunde von Violet Sorrengail, „ihren“ Drachen und dem War College.

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[NEWS] Marie Merburg – Leuchtturmzauber (Nordsee-Reihe, Band 3)

Als zukünftige Erbin der Inselspedition Lüders ist Julia Lüders quasi auf einer Kutsche aufgewachsen. Deshalb findet sie es geradezu unverschämt, als der Inselpolizist sie wegen »gefährlichen Fahrens« zu einem Kutscher-Lehrgang verdonnert. Und dort trifft sie zu allem Überfluss den attraktiven Lukas Jantzen – ihren ehemals großen Schwarm! Eigentlich will sie überhaupt nicht wissen, weshalb er vor vierzehn Jahren bei Nacht und Nebel die Insel verlassen hat und nun plötzlich wieder hier ist, aber Lukas scheint ihre Nähe zu suchen. Denn er hat etwas über ihre Vergangenheit herausgefunden, dass ihr ganzes Leben verändern könnte … (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 384 Seiten
Lübbe

[NEWS] Eva Almstädt – Ostseehölle (Pia Korittki 21)

Während einer Führung in der Lübecker Marienkirche entdeckt eine Teilnehmerin beim Blick über die Brüstung einen leblosen Körper tief unten am Boden des einen Turms. Offenbar wurde eine Frau in den Tod gestoßen. Pia Korittki wird zum Tatort gerufen und erfährt, dass es sich bei der Ermordeten um jemanden aus einem Chor aus Ostholstein handelt – und die Chormitglieder allerhand Geheimnisse voreinander haben. Kommt der Mörder oder die Mörderin etwa aus diesem Kreis? Ging es um Eifersucht? Oder gibt es noch ganz andere Motive bei diesem Mord? Dann wird Pia zusammen mit ihrem Team unvermittelt von dem Fall abgezogen und ausgerechnet ihr Lebensgefährte Marten Unruh vom LKA übernimmt … (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 384 Seiten
Lübbe

Kathy Reichs – Die Spur der Angst (Tempe Brennan 24)

Ein Experiment des Bösen

Kleine Tierkadaver – eine Ratte, ein Kaninchen, ein Eichhörnchen – tauchen in Charlotte, North Carolina, auf, verstümmelt und auf bizarre Weise inszeniert. Der forensischen Anthropologin Tempe Brennan ist Tierquälerei zutiefst verhasst. Ihre Beunruhigung wächst, als die Entdeckungen immer makabrer werden. Mit Hochdruck versucht sie dem Täter auf die Spur zu kommen. Denn es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis ein Mensch zum Opfer wird … (Verlagsinfo)

Hinweis: Der deutsche Verlag bezeichnet dieses Buch als Band 24 der Tempe-Brennan-Reihe. Tatsächlich ist dies aber schon Band 25, siehe unten.

Die Autorin
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[NEWS] Krischan Koch – Einer flog über das Möwennest (Theis Detlefsen & Nicole Stapenbek 14)

Der entspannte Sommerabend an Fredenbülls Badestelle nimmt für Althippie Bounty und seine Freunde von Stehtisch 2 ein unerwartetes Ende, als sie in einem Möwennest neben flauschigen Küken eine Urne entdecken, gefüllt mit Asche – und einem glitzernden Diamanten. Dorfpolizist Thies Detlefsen wittert sofort ein neues Verbrechen und leitet die Ermittlungen ein. (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 320 Seiten
dtv

[NEWS] Katrin Scholz – Hallo, ich rede mit dir!


Hunde wollen sich an ihrem Menschen orientieren, brauchen jemanden an ihrer Seite, dem sie vertrauen können und der sie führt. Katrin Scholz – Hundetrainerin und Verhaltensbeobachterin – lebt mit über 30 Hunden zusammen, ihre eigenen und Hunde aus dem Tierschutz. Sie alle leben mit engem Familienanschluss im Haus und dürfen täglich raus in die Natur – auch in den Freilauf. Durch das enge Verhältnis und intensive Beobachten der Hunde hat Katrin ihr eigenes Führungskonzept entwickelt und möchte dieses mit anderen Hundemenschen teilen. Sie zeigt, wie Hunde miteinander umgehen, welche Dominanzgesten eingesetzt werden und wie Führungsanspruch gefordert und auch wieder abgegeben wird. Ihr Konzept kann sowohl in der Einzelhundehaltung als auch in der Hundegruppe angewendet werden. Erstmals kann man an dem großen Erfahrungsschatz der „Hundeforscherin“ teilhaben, ihr über die Schulter blicken und eine neue Sicht auf seinen eigenen Hund gewinnen. (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 208 Seiten
Kosmos