Alle Beiträge von Michael Matzer

Lebt in der Nähe von Stuttgart. Journalist und Buchautor.

George R. R. Martin – Traumlieder 2. Erzählungen

Meisterliche SF-Classics

Drei Bände von Martins Erzählungen bringt der Heyne-Verlag häppchenweise auf den Markt. Der zweite Band umfasst einige seiner besten Novellen, darunter „Sandkönige“ und „Nachtgleiter“, beide aus dem Jahr 1980.

Das Beste sind allerdings die autobiographischen Skizzen des Autors selbst. Wer Martin kennt, ahnt schon, dass darin eine Menge Selbstironie stecken muss.
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Val McDermid – Skrupellos (Kate Brannigan 3)

Zwischen Crack und Kinderpornos: Kate Brannigans dritter Fall

Kate Brannigans aktueller Klient ist das Kreditinstitut eines Autoherstellers. Zusammen mit ihrem Freund Richard Barclay tritt Brannigan als Ehepaar auf, das bei einem verdächtigen Händler ein Auto kauft. Ein harmloser Job – nur dass Richard im Gefängnis landet. Nun muss Kate nicht nur die Unschuld ihres Freundes beweisen, sondern sich auch noch um dessen kleinen Sohn kümmern. (Verlagsinfo)

Die Autorin

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John Norman – Rebels of Gor (Gor 33)

Wenn der Eiserne Drache fliegt: packende Action-Fantasy

REBELS OF GOR ist die direkte Fortsetzung zu MARINERS OF GOR und SWORDSMEN OF GOR (siehe meine Berichte dazu), und die Handlung nimmt den dort beendeten Faden direkt auf.

Die Pani haben mit ihrem Riesenschiff das Ende der Welt erreicht: ihre Heimat, die stark an Japan erinnert. Die zwei Fürsten Noshida und Okimoto schließen sich dem Shogun Temmu an. Doch sofort sehen sie sich von Verrat hintergangen, und die Festung Temmus wird von seinem Rivalen Yamada belagert.

Im Laufe der Monate verliert Tarl Cabot, der Hauptmann der Luftkavallerie, durch Verrat den Großteil seiner Streitmacht – und seine Sklavin Cecily wird für einen Fuder Reis an den Feind verkauft. Höchste Zeit also, das Blatt zu wenden. Doch wer ist der Verräter in den eigenen Reihen, der jede Initiative unter den Rebellen heimlich an Yamada weitergibt?
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John Norman – Conspirators of Gor (Gor 31)

Verschwörung und Gegenverschwörung: Showdown im Gebirge

Dieser 31. Band der GOR-Serie schließt an die Ereignisse aus Band 28 „Kur of Gor“ an, spielt aber ausschließlich auf Gor und der Erde. Bekanntlich entschieden sich der Krieger und Halb-Kur Grendel und die von ihm geliebte Kur-Sklavin Lady Bina dazu, nach einer gescheiterten Revolution auf Gor ein neues Leben anzufangen.

Die von der Erde eingeschmuggelte Sklavin Allison wird zur Zeugin des ehrgeizigen Planes, den Lady Bina in Ar, der stolzesten Stadt des Planeten, verfolgt. Dabei verliebt sie sich in einen zwielichtigen Typen, der dunkle Pläne schmiedet…

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Jean-Christophe Grangé – Die purpurnen Flüsse. Thriller

In der Nähe von Grenoble wird in einer Felswand eine Leiche gefunden. Der Mann wurde stundenlang gefoltert, seine Augen fehlen. Wenige Stunden später findet der Pariser Hauptkommissar Pierre Niemans im Gletscher über dem Dorf Guernon eine zweite, ähnliche zugerichtete Leiche. Hat er es mit einem Serienmörder zu tun? Doch so einfach ist der Fall nicht.

Der Autor

Jean-Christophe Grangé stammt aus einer Reporterfamilie und hat schon früh mit dem Recherchieren von Fakten angefangen. 1996 beschäftigte er sich mit dem Thema Genetik. Aus dem Gedankenspiel eines abgeschlossenen Experimentierfeldes entstand der vorliegende Roman, der zu einem nationalen Bestseller wurde und den Franzosen ihr eigenes Thrillergenre bescherte.

An diesen Erfolg schloss der beredte und gebildete Grangé mit „Der Flug der Störche“, „Der steinerne Kreis“ und zuletzt mit „Das Imperium der Wölfe“ an. Wider Erwarten stammt „Der Pakt der Wölfe“ nicht von ihm, sondern von Pierre Pelot.

Handlung – im Vergleich zum Film

Der PROLOG des Buches fehlt im Film. Regisseur und Hauptdarsteller hatten sich wegen der Brutalität dieser Szene dagegen ausgesprochen. Außerdem hätte sie dem Zuschauer einen falschen Eindruck vom Rest der Handlung vermittelt.

In einem Pariser Fußballstadion findet ein Pokalendspiel zwischen zwei ausländischen Mannschaften statt. Danach randalieren die Hooligans von der britischen Insel in den Straßen. Die Polizei ist gerüstet. Eigentlich soll Kommissar Pierre Niemans, ein Bulle von einem Kerl und verhinderter Soldat, nur für den Überblick sorgen, doch schon bald stürzt er sich ins Getümmel, wo er durch wütende Brutalität Furcht und Schrecken verbreitet.

Bei der Verfolgung zweier Bewaffneter tötet er einen von ihnen beinahe. Fortan liegt der Mann im Koma und Niemans wird vom Dienst auf der Straße abgezogen. Sein Chef, der ihn während der Untersuchung aus der Schusslinie haben will, schickt ihn in die Provinz: nach Guernon in der Nähe von Grenoble. Niemans stöhnt, kann aber nichts gegen die „Degradierung“ unternehmen.

Anders als im Buch übernimmt Niemans vor Ort die Ermittlungen und gibt jene Anweisungen, die im Film Dahmane, der Chef der Gendarmerie, erteilt. Im Gegensatz zum Film ist also Niemans ständig im Mittelpunkt des Geschehens und auf dem Laufenden. Hier ist er kein Außenseiter und Besserwisser, auch kein Professor, sondern nur ein stinknormaler Kommissar mit einem verhängnisvollen Innenleben: Wird er in die Enge getrieben, reagiert er mit unkontrollierter Gewalt. Und er hat wirklich Angst vor Hunden. Das ist der Grund, warum er beim Wehrdienst untauglich geschrieben wurde. Da war er 17. Seitdem hat er es weit gebracht: Die Gendarmerie kennt ihn als Star, als Verfolger von Mördern und Dealern.

Die erste Leiche ist Rémy Caillois, 25, Chefbibliothekar an der Elite-Universität von Guernon, einer der ältesten Unis in Europa. Der Wanderer wird hoch oben in einer Schlucht entdeckt, aber nur weil sich seine Leiche im Wasser des Flusses spiegelte. Die Entdeckerin ist Fanny Ferreira, 25, eine Professorin für Geologie und Glaziologie, die auf dem Fluss Kajak fahren wollte. Als Ersten vernimmt Niemans den Uni-Rektor Vincent Louize, der praktisch über das ganze Tal herrscht. Wichtiges Detail: Manche der Lehrer sind auch an der Klinik der Uni tätig. Das traf bis 1982 auch für den Augenarzt Edmond Chernezé zu, der später eine wichtige Rolle spielt. Im Film liefert er bereits ganz zu Anfang entscheidende Hinweise. Im Buch taucht er jedoch erst spät auf.

Der wichtigste Helfer Niemans‘ ist jedoch eine Figur, die im Film überhaupt nicht vorkommt: Der junge Gendarm Eric Joisneau bewundert Niemans und gibt ihm den wichtigen Hinweis, dass an der Uni etwas nicht stimmt: Es gebe hier in Gestalt der Professorenkinder eine regelrechte Elite von Menschen. Auch Fanny Ferreira, die Niemans vernimmt, gehört zur Elite. Sofort empfindet er Sympathie für die robuste und hochintelligente Schöne und baggert sie ganz unverhohlen an. Der Gegensatz zwischen der Härte ihrer Worte, der Robustheit ihrer Bewegungen und der Sanftheit ihrer ausgeprägten Kurven zieht ihn an. Verschüttete Gefühle brechen sich Bahn …

Die Witwe des Ermordeten, Sophie Caillois, ist ebenfalls intelligent, aber auf streitlustige, abwehrende Weise – kein Wunder: Sie hält sich für das nächste Opfer. Sie verrät, dass ihr Rémy an einer Doktorarbeit über das altgriechische Ideal des Athlon, des geistig gebildeten Olympiakämpfers, schrieb und darin Ansichten seines Vaters Etienne übernahm, der ja ebenfalls Chefbibliothekar gewesen war. Sophie wirft Niemans beinahe hinaus, was diesen wütend macht. Er erfährt, dass Caillois schizophren und gewalttätig war.

Zur gleichen Zeit, 200 Kilometer entfernt: Der Marokkaner Karim Abdouf, 29, ausgebildeter Scharfschütze und nun zum Provinzbullen degradiert, wird wegen einer Grabschändung und einem Einbruch in die Dorfschule von Sarzac, Departement Lot, gerufen. Es ist das Grab eines Jungen (!) namens Jude Itéro, 1972 bis 1982. Im Grab wie auch in der Schule fehlen die Bilder des Jungen. Sein Chef Crozier setzt ihn auf die falsche Fährte von Skinheads als Tätern. Nach einer Schlägerei, die es auch im Film zu sehen gibt, erhält er den Hinweis auf einen weißen Lada, der in der fraglichen Nacht am Friedhof gesehen wurde.

Im Gegensatz zum Film ist die katholische Nonne, die er besucht, nicht die Mutter Judes, sondern Schwester André, die für Fabienne Pasquot, die Mutter, versucht die Fotos zu stehlen und alle zu vernichten. Wie im Film erzählt sie von den „Teufeln“, die Mutter und Kind verfolgt hätten, weil das Gesicht des Jungen sie verrate. Sie liefert den Hinweis auf einen Rummelplatz, zu dem der Junge immer gegangen sei, als er zwei Jahre in Sarzac lebte. Dort fällt Karim praktisch aus allen Wolken: Ein Feuerschlucker erinnert sich gut an „Jude“, denn er brachte „ihr“ das Feuerschlucken bei. Wieso „ihr“? Na, Jude war ein Mädchen! Es dauert noch weitere Stunden, bis Karim auf den Trichter kommt: Jude Itéro klingt im Französischen genau gleich wie Judith Hérault!

Unterdessen verhilft das Regenwasser in René Callois‘ Augenhöhlen Niemans zu einem Hinweis: Der saure Regen muss schon vor Jahren gefallen sein. Beim Anblick der Bergriesen ringsum kommt ihm die Erleuchtung: Das Wasser stammt aus einem Gletscher! Er schnappt sich die Eisforscherin und Bergsteigerin Fanny und steigt mit ihr ins Innere der Gletscherwelt hinab. Sobald die Sonne aufgeht, beginnt das Eis zu schmelzen und das Schmelzwasser als Bach und Wasserfall zu Tal zu rauschen. (Diese Szene ist äußerst spannend inszeniert und weiß auch im Film zu faszinieren.) Trotz der zunehmenden Gefahr entdeckt Niemans eine zweite Leiche, allerdings sieht er zunächst ihr Abbild im Eis – ähnlich wie bei Callois. Diesmal handelt es sich um den Klinikpfleger Philippe Sertys, 26. Welche Verbindung gibt es zwischen den Morden?

Sertys gehörte der weiße Lada, der in Sarzac gesehen wurde. Diese Spur führt nun Karim Abdouf nach Guernon, gegen den Widerstand seines Chefs. Es sieht so aus, als müssten sich die beiden degradierten Außenseiter Niemans und Abdouf zusammentun, um das Rätsel dieser Morde zu lösen. Und dadurch und mit Joinnots Hilfe stoßen sie auf ein weit größeres Geheimnis, das das Ende der Universität bedeuten könnte.

Mein Eindruck

Die Handlung des Romans ist wesentlich vielschichtiger und verzweigter als die des Films. Im Film sind nicht nur Figuren weggefallen, sondern ganze Ermittlungsketten. Die Mutter von Judith Hérault erscheint im Buch als eine wirklich kluge und raffinierte Beschützerin, der mehrere falsche Fährten auslegte, die (zunächst) auch einen abgebrühten Kriminaler wie Karim in die Irre führen. Wer hätte gedacht, dass Judith als Junge beerdigt wurde! Und wer käme darauf, dass ihr Sarg statt einer Leiche zahllose Rattenskelette enthält?

Endlich wird hier die so genannte Hintergrund-Story der Verbrechen in Guernon deutlich und verstehbar. Sie wird im Film nur bruchstückhaft sichtbar. An einer Stelle, als Niemans und Kerkerian im Auto fahren, gibt Niemans Erkenntnisse wieder, die zuvor nicht an ihn weitergereicht worden waren – deshalb erscheinen sie völlig aus der Luft gegriffen. Der Leser des Romans, der Hörer des Audiobooks aber weiß Bescheid.

[SPOILER]

Ist der Schluss wirklich „enttäuschend“?

Was aber die Kritiker dem Buch immer vorgeworfen haben, ist der enttäuschende Schluss. Sowohl der inzwischen verdoppelte Täter als auch die Hauptfigur, die uns von Anfang an begleitet hat – nicht Abdouf – müssen dran glauben. Aber warum? Wollte es sich der Autor leicht machen und einfach alle Hauptfiguren abservieren und nur einen Zeitzeugen übriglassen? Das wäre eine (zu?) billige Art und Weise, um sich aus der Affäre zu ziehen.

Vielmehr ist es ja so, dass sowohl Abdouf als auch Niemans zu den beiden Schwestern unabhängig voneinander eine Liebesbeziehung aufbauen. Für Abdouf wird Judith für 24 Stunden zu einer Art Märtyrerin wird, die er gut zu kennen glaubt: von ihrer geheimnisvollen Geburt über „den kleinen Jungen“ bis hin zum traumatisierten, aggressiv gewordenen Mädchen. Was Niemans im Film sagt: „Nicht sie!“, müsste eigentlich Abdouf sagen. Aber das passiert ja auch mit anderen Figuren so.

Niemans hingegen ist ein ausgebranntes Wrack, am Ende der Fahnenstange angelangt, ein „Opfer seiner Phantome“. Und so trägt er selbst die Schuld am grausamen Tod des jungen Polizisten Joinot, der ihn bewunderte und ihm den Weg zum finsteren Geheimnis der Elite-Uni Guernon zeigte. Niemans war Joinot und seinem wichtigen Hinweis auf den Augenarzt Chernezé nicht nachgegangen, ließ ihn im Stich: Chernezé, ein Teil der Verschwörer aus der Hintergrundgeschichte, tötete Joinot ohne Skrupel und löste seine Leiche im Säurebad auf – zu starker Tobak selbst für diesen Thriller (im Gegensatz zu „Das Schweigen der Lämmer“).

Als sich also Niemans in die attraktive Fanny Ferreira verliebt (siehe oben), trifft ihn das Liebesglück völlig unverhofft. Anders als im Film wird diese Liebe nicht durch Blicke angedeutet – Fanny dreht sich vor ihrer Haustür zu ihm um -, sondern zu einem erotischen Ereignis aufgebaut. Die Liebe wird vollzogen. Deshalb bedeutet es für den beglückten Niemans eine Art Weltuntergang, als er herausfindet, dass er nicht nur Joinots Tod auf dem Gewissen hat (wie kann er mit dieser Schuld leben?), sondern auch in Fanny eine der beiden Killerinnen liebt. Für das Trio, das in dieses Verhängnis verstrickt ist, scheint es keinen Ausweg mehr zu geben.

Man kann sich aber fragen, warum auch Fanny dran glauben muss. Sie erzählt Abdouf die ganze Geschichte, wie sie und Judith zusammenkamen und sich fortan eine einzige Existenz teilten. Wie ging das zu, fragen die Kritiker. Herrje, heutzutage fallen viele Menschen in die Anonymität und es kümmert niemanden. Doch Guernon und seine Uni waren eine eng zusammengewachsene Gemeinschaft, in der das Doppelleben Fannys auffallen musste. Das ist ist letzten Endes ein Problem, das der Autor nicht befriedigend löst. Worin aber besteht Fannys Schuld, die sie in den Augen des Autors zum Tode verurteilt? Es muss wohl ihre Mitwisserschaft, wenn nicht sogar Mittäterschaft sein.

Dieser ganze Komplex existiert im Film nur als winziger Abglanz. Der Regisseur hat dafür den Showdown auf den Gletscher verlegt, was an sich schon symbolisch ist: Die Wahrheit muss ans Licht des Tages. Sie macht Fanny und den sie liebenden Niemans frei, während Kerkerian sozusagen ihren Schutzengel spielt. Mir gefällt der Filmschluss wesentlich besser als die Ausweglosigkeit, in der die Leben von Niemans und den beiden Schwestern enden. Und wenn das Ende an den Haaren herbeigezogen erscheint, so sollte man sich mal nach dem Realismus der restlichen Geschichte fragen: Sie ist ja lediglich ein Gedankenexperiment des Autors über Genetik und Eugenik.

[SPOILER Ende]

Unterm Strich

Die „purpurnen Flüsse“, die die Verschwörer von Guernon „beherrschen“, sind nicht nur die Blutadern, sondern auch die genetischen Erblinien, die in Guernon manipulativ weitergeführt werden. Eigentlich wollten die Verschwörer ein Ideal erreichen: den „Athlon“ wiedererschaffen, den Athleten mit einem gebildeten Geist. Das ist ihnen ironischerweise auch gelungen: die modernen „Bill Gates“, wie Kommissar Dahmane im Film sagt.

Leider ist etwas schief gelaufen und nun ein Preis zu zahlen. In dieser Hinsicht unterscheidet sich der Roman nicht sehr von moralischen Märchen über verrückte Wissenschaftler, die in B-Filmen der fünfziger Jahre in amerikanischen Matinee-Kinos zu sehen waren. Doch diesmal erfolgt die Rache auf eine so vertrackte Weise, noch dazu von Seiten der Frauen, dass sich das Buch über die Masse der B-Movies erhebt und sich dem Niveau von „Das Schweigen der Lämmer“ annähert. Der Film erreicht dieses Niveau nicht ganz, keine Frage, aber das Buch, das man nun auch hören kann, ist schon verdammt nah am Hannibal-Level dran. Dass die Hintergrundstory so verzwickt ist, daran trägt der Autor die Schuld. Am besten macht man sich ein paar Notizen, um den Überblick zu behalten.

Taschenbuch: 413 Seiten
Originaltitel: Les rivières pourpres, 1997.
ISBN-13: 978-3404259182
www.luebbe.de

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (6 Stimmen, Durchschnitt: 1,83 von 5)

Siegel, James – Getäuscht (Lesung)

_Gefährliche Adoption: Amerikaner auf Abwegen_

Als sie in Kolumbien eine Tochter adoptieren wollen, widerfahren den beiden Amerikanern Paul und Joanna Breitbart seltsame Dinge. Als sie der Kinderfrau Gallina kurz ihre Tochter Joelle anvertrauen, scheint das Kind wie ausgewechselt zu sein. In der Tat: Es wurde vertauscht. Doch bei Gallina, die sie fragen, warten nicht Antworten, sondern Guerilleros der FARC. Das Ehepaar wird verschleppt und Paul gezwungen, einen Auftrag auszuführen: Er soll Kokain im Wert von zwei Millionen Dollar nach Jersey City schmuggeln, oder er werde seine Frau und seine Tochter Joelle nie wieder sehen. Alles geht gut, bis er am Ziel anlangt. Doch von den Empfängern des Kokses ist weit und breit niemand zu sehen, und an der angegebenen Adresse klafft ein Loch: Das Haus wurde tags zuvor abgefackelt. Etwa von den Feinden der FARC?

_Der Autor_

James Siegel studierte an der Uni von New York, bevor er eine Karriere als Werbefachmann einschlug, dessen Kampagnen mehrfach ausgezeichnet wurden. Er arbeitete als Senior Creative Director für BBDO, eine große Werbeagentur in New York City. Sein Debütroman „Epitaph“ erhielt 2001 den ersten Preis als bester Kriminalroman, eine Auszeichnung der „Private Eye Writers of America“. Sein Roman „Entgleist“ wurde mit Clive Owen und Jennifer Aniston verfilmt. Der Autor lebt auf Long Island vor der Stadt New York.

_Der Sprecher_

Matthias Koeberlin, geboren 1974, absolvierte die Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam. Im Jahr 2000 erhielt er den Günter-Strack-Fernsehpreis. Er spielte den Stephen Foxx in der ProSieben-Verfilmung des Bestsellers „Das Jesus-Video“. Für seine Interpretation der [Hörbuchfassung 267 von Eschbachs Bestseller wurde er für den Deutschen Hörbuchpreis des WDR (2003) nominiert.

Koeberlin liest eine von Antje Seibel gekürzte Textfassung. Regie führte Katja Schiffmann, die Aufnahme im Dacapo-Studio, Breckerfeld, verantwortete Christian Päschk, die Musik lieferten Dennis Kassel und Horst-Günther Hank.

_Handlung_

Joanna und Paul Breitbart können keine eigenen Kinder bekommen und wenden sich an einen Anwalt, der Adoptionen vermittelt. Miles Goldstein sagt ihnen klipp und klar, dass Adoptionen in den meisten Ländern zwei Jahre brauchen, doch in Kolumbien nur zwei Wochen. Der Versicherungsmathematiker und seine Frau greifen zu und fliegen nach Medellín. Sie haben zwar von dem dortigen Drogenkartell gehört, ebenso von dem Bürgerkrieg zwischen Regierung, der FARC (marxistisch) und der USDF (ultrarechts), aber ihnen wird schon nicht passieren, denken sie. Falsch gedacht.

Nachdem sie den von bewaffneten Wachen beschützten Flughafen passiert haben, holt ihr künftiger Guide sie ab. Pablo bringt sie zunächst ins Hotel, dann zum Waisenheim, wo sie endlich ihr kleine Tochter in Empfang nehmen dürfen. Sie verlieben sich auf der Stelle in Joelle. Ein Kreis hat sich gebildet, und nur mit dem Baby ist er perfekt. Sie nehmen es mit ins Hotel. Weil sie auf das Baby nicht richtig vorbereitet sind, bringt Pablo die Amme Gallina mit, die etwa Mitte 50 ist. Endlich haben Paul und Joanna ein wenig Zeit, shoppen zu gehen. Klar, dass sie Spielsachen für ihre Tochter kaufen.

Als sie zurückkehren, sind weder Gallina noch Joelle im Hotelzimmer. Sie geraten ein wenig in Panik, und Paul besteht darauf, dass die Polizei gerufen wird. Seine unausgesprochene Anschuldigung, dass ein Verbrechen vorliege, kommt beim Hotelpersonal gar nicht gut an. Doch da kommt Gallina mit ihrem Kind zurück: Sie habe bloß ein Thermometer gekauft, sagt sie, von ihrem eigenen Geld übrigens. Die Kleine habe nämlich Fieber. Gallina ist etwas verletzt. Die Adoption wird zum Abschluss gebracht. Paul findet es ulkig, dass der amerikanische Vogelbeobachter, den er schon im Flugzeug bemerkt hatte, nun auch in der US-Botschaft auftaucht. Paul ahnt nicht, dass dieser Typ ein Drogenfahnder ist, mit einem speziellen Auftrag.

Als alles zur Abreise bereit ist, sagt Joanna, dass Joelle falsch rieche. Paul guckt ungläubig. Aber auch das Muttermal Joelles sei plötzlich verschwunden. Wie das denn? Weil Joanna ihn überzeugen kann, dass man ihr Kind vertauscht hat, fahren sie zu Gallina. Sie war ja schließlich mal kurz weg, angeblich in der Apotheke. Doch bei Gallina schreit ein zweites Baby, und es ist die echte Joelle! Aber weil Gallina ihnen beiden Betäubungsmittel in den Kaffee getan hat, können sie nichts mehr unternehmen. Man entführt sie an einen Ort, wo die FARC ein Lager hat.

Die Anweisungen des Kommandanten an Paul sind klar und deutlich: Wenn Paul Kokain, das in 36 Kondome verpackt und zwei Mio. Dollar wert ist, nach Jersey City schmuggelt und bei den richtigen FARC-Leuten abliefert, werden Joanna und die echte Joelle freigelassen und in die USA gebracht. Falls es ihm binnen 18 Stunden nicht gelingt, müssen sie sterben. Was bleibt Paul übrig? Er würgt die prall gefüllten Kondome hinunter, fliegt nach New York City, setzt sich in ein Taxi und fährt nach Jersey City. Selbstverständlich gehen die Kondome ihren natürlichen Weg und bevor es zum Schlimmsten kommt, findet Paul rechtzeitig eine Tankstelle, wo er sie loswerden, säubern und in einem kleinen Koffer verstauen kann.

Die Überraschung in Jersey City ist übel: Das Haus an der angegebenen Adresse ist tags zuvor abgefackelt worden, wie Paul herausbekommt. Unter der angegebenen Telefonnummer meldet sich niemand. Paul wendet sich an Miles Goldstein, den Adoptionsanwalt. Wegen Drogenschmuggels könne sich Paul nicht an die Behörden (Polizei, Außenministerium, FBI, was auch immer) wenden, deshalb müsse er, Paul, privat mit den Entführern verhandeln. Der Kontakt kann nur Pablo sein. Pablo wiederum hat Kontakt zu Gallina, und diese kann Joanna Nachrichten überbringen – und umgekehrt.

Paul fährt mit Miles zu einem Ort, an dem die Übergabe des Kokains stattfinden soll. Es ist am Rande eines Sumpfes. Die FARC-Männer, die auftauchen, wirken nicht vertrauenerweckend. Sie schnappen sich das Koks und wollen verschwinden, doch da tauchen zwei weitere Wagen auf. Diese Männer – wohl von der USDF – wollen nicht nur das Koks, sondern auch Leichen sehen. Sie setzen das trockene Schilf in Brand und warten ab, dass die versteckten Männer herausgetrieben werden. Da wird Paul endlich bewusst, dass er in einen Zweifrontenkrieg geraten ist. Kann er Miles noch vertrauen?

_Mein Eindruck_

Der Hintergrund der Entführungen in Kolumbien ist uns bereits aus dem Film „Lebenszeichen“ bekannt, in dem Russell Crowe, ein Verhandlungsführer und Geiselbefreier, mit Meg Ryan, der Frau eines entführten Ingenieurs (David Morse), ein Techtelmechtel anfängt. Hinter dieser Entführung steckte zwar ebenfalls eine Rebellenmiliz, aber die wurde von einem korrupten Politiker gesteuert, um Geld von den Angehörigen der Entführten zu kassieren. Die „Revolutionsarmee“ diente also nur als Kidnapperbande.

|Im Drogenkrieg|

Dies ist in „Getäuscht“ nicht der Fall. Jedenfalls nur zum Teil. Denn die FARC hat ebenso wie die konkurrierende USDF einen schwunghaften Drogenhandel mit den USA in Schwung gebracht. (Denn Drogen bedeuteten Geld, und Geld bedeutet Waffen.) Sie benutzt normalerweise einfache Landarbeiter als Kuriere, so genannte „mules“, die das in Kondomen verpackte Koks in ihrem Darm transportieren. Diesmal wird ein viel besseres Muli eingesetzt: Paul ist ein Bürger der Vereinigten Staaten. Aber die Schwierigkeiten, das gefährliche Zeug an den richtigen Abnehmer zu bringen, sind die gleichen.

Doch während Paul in einen wilden Drogenkrieg gerät und schließlich auch noch von Miles verraten wird, gibt Joanna in Kolumbien keineswegs auf. Sie will, dass ihre neu gewonnene Tochter (die sie viel Geld bezahlt hat) unbedingt überlebt und sie mit ihr nach Hause zurückkehren kann. Verständlich. Aber um fliehen zu können, muss sie erst Gallina, ihre Bewacherin und Helferin, besser verstehen. Wie sich herausstellt, führt Gallinas Geschichte, die wir in einzelnen Happen serviert bekommen, zu einer Wende – nicht nur für Joanna, sondern auch für Paul.

|Der unsichtbare Dritte|

Es gibt nämlich einen unsichtbaren Akteur namens Manuel Riojas, der die Fäden zieht, obwohl er in Florida im Knast sitzt. Manuel Riojas ist nicht nur der Kopf der ultrarechten Miliz USDF, sondern auch der Vater von Gallinas Enkelin. Gallinas Tochter Claudia hatte sich der FARC angeschlossen, wurde gefangen genommen, von Riojas geschwängert. Vor der Geburt konnte sie fliehen und danach Sophie zur Welt bringen. Als das Kind drei Jahre alt war, wurde Claudia jedoch entdeckt und nahm ein furchtbares Ende (eine der blutigsten Stellen im Buch). Gallina konnte Sophie retten und mit der Hilfe von Miles Goldstein in die USA bringen. Dort verlor sich ihre Spur. Riojas sucht immer noch nach seiner Tochter. Deshalb beschattet er Miles Goldstein. Und so geriet Paul zwischen die Fronten.

Die Abwechslung zwischen brenzligen Situationen in New York City und der Erzählung Gallinas erzeugt eine faszinierende Spannung. Während New York einen Cliffhanger nach dem anderen liefert, spinnt Gallina ein Bild von einem schrecklichen Land, nämlich Kolumbien, das sich seinerseits in einem sich endlos dahinziehenden Bürgerkrieg befindet, der es ausbluten lässt. Hier ist nichts von der Cowboy-Söldner-Romantik zu spüren, die Tom Clancy noch in „Das Kartell / Clear and Present Danger“, verfilmt mit Harrison Ford, heraufbeschwor. Hier ist einfach alles nur bedrückend, wie eine Vorhölle.

Ob diese Schilderung so hundertprozentig stimmt, kann ich natürlich nicht sagen. Aber man hört immer wieder von Entführungen durch FARC oder USDF, darunter auch von der einer prominenten Europäerin, deren Namen mir gerade nicht einfällt. Aber die Thematik hat mich bei einem Autoren wie James Siegel überrascht. Sein Roman „Entgleist“ spielt zwar ebenso in bürgerlichen New Yorker Kreisen, doch verlässt die Hauptfigur das Land nicht. Ganz anders hingegen „Getäuscht“: Der Schauplatz Kolumbien ist ebenso wichtig wie New York. Man kann aber nicht sagen, dass Siegel dadurch zu einem politischen Autor wird. Am Ende steht nämlich wieder heiles Familienglück. Die politischen Verhältnisse bleiben unverändert bestehen.

|Amis im Spiegel|

Allmählich ändert sich auch die Selbstwahrnehmung der Amerikaner, zumindest dann, wenn sie mal ins Ausland kommt (gerne als „rest of the world“ bzw. ROW tituliert). Siegel zeigt dies deutlich auf. Paul bemerkt im Hotelaufzug ein Paar Kolumbianer, das auf die „Gringos“ mit ihrem kolumbianischen Baby gar nicht gut zu sprechen ist. Leider ist sein Spanisch zu rudimentär, um sie gut zu verstehen. Er geht wie viele Amis davon aus, dass eh die meisten Leute Englisch können. (Und dass Gallina so gut Englisch kann, um Joanna ihre Leidensgeschichte so gut erzählen zu können, wie sie es tut, wirkt im Nachhinein etwas unwahrscheinlich.)

Was er aber kapiert, ist, dass sie denken, er nehme ihnen wieder einen Teil ihres Landes weg – was ja auch stimmt. Aber für die Zukunft Joelles hält das Ehepaar Breitbart sicher bessere Chancen bereit als ein Paar in Kolumbien. Siegel macht seinen amerikanischen Lesern bewusst, dass ihre Lebensweise kein Naturrecht ist, sondern verdient werden muss. Paul als sein Protagonist muss sich erst durchkämpfen, bis er alles zu einem guten Ende bringen kann.

_Der Sprecher_

Als ausgebildeter Schauspieler weiß Koeberlin seine Stimme wirkungsvoll einzusetzen und die Sätze deutlich und richtig betont zu lesen. Er charakterisiert die Figuren mit der Veränderung der Stimmlage, des Tempos und der Tonhöhe. Der Russe Moshe beispielsweise hat eine tiefe und raue Stimme, die von Miles Goldstein ist sehr gepflegt, schließlich ist er ja Anwalt. Pablo spricht Englisch nur stockend und gebrochen, denn er hat ja nicht viel Übung darin.

Koeberlin kennt nicht die Aussprache jedes einzelnen ausländischen Namens – wer könnte es ihm verdenken? Aber die Aussprache spanischer Namen gelingt ihm erstaunlich gut, so zum Beispiel beim Namen des Waisenhauses „Santa Regina Orfanato“. Das G wird wie ein CH ausgesprochen, und das tut er auch. Ebenso das J in dem Namen Riojas. Eigentlich eine der leichtesten Übungen.

Musik gibt es am Anfang und am Ende der Lesung, die An- und Absage erfolgt durch Franziska Pigulla, deren Stimme unverwechselbar ist.

_Unterm Strich_

Nach einem etwas verwickelten Anfang beginnt der Roman eine spannende Dynamik zu entfalten. Man kann von Pauls Verhalten halten, was man will, aber es sorgt für eine Menge Überraschungen und brenzlige Situationen – die meistens in Cliffhangern enden. Zur Abwechslung erfährt seine Frau Joanna, was hinter der ganzen Sache steckt und welche Tragödie nun auf einen guten Ausgang wartet. Der Kontakt zwischen den beiden Schauplätzen wird durch zwielichtige Figuren wie Pablo und den „Vogelkundler“ hergestellt. Unsichtbar spielt noch ein dritter Mann mit: Manuel Riojas, der Gallinas Tochter auf dem Gewissen hat und seine Tochter – nach zwölf Jahren – immer noch suchen lässt.

Ich fand die Geschichte aufgrund dieser Zutaten sehr kurzweilig und musste einfach schnellstens auch den Ausgang erfahren. Siegel ist hier zwar nicht zum größten Bestsellerautor aufgestiegen, aber nach dem stellenweise hanebüchenen [„Entgleist“ 690 wenigstens in meiner Achtung gestiegen.

Der Sprecher Matthias Koeberlin gestaltet das Geschehen recht lebendig und erweckt die meisten Figuren sehr anschaulich zum Leben. Insbesondere die schrägen Vögel scheinen ihm zu liegen, die meist nicht einmal einen Namen haben. Aber auch sein Gespür für menschlichen Tragödien ist eindeutig zu bemerken, und so wirkt Gallinas Leidengeschichte ebenso eindringlich, wie es Pauls wilde Erlebnisse in New York tun.

|Originaltitel: Detour, 2005
Aus dem US-Englischen übersetzt von Axel Merz
277 Minuten auf 4 CDs|
http://www.luebbe-audio.de

Tad Williams – Otherland 3: Berg aus schwarzem Glas (Hörspiel)

Das Hörspiel um die virtuelle Welt „Otherland“ geht in die dritte Runde. Der Hessische Rundfunk (hr2) hat es in Zusammenarbeit mit dem Münchner Hörverlag produziert. Regisseur und Hörspielbearbeiter Walter Adler ist ein alter Kämpe dieses Metiers und konnte die Crème de la Crème der deutschen Bühnenschauspielergeneration vors Mikro holen, von Rufus Beck und Dietmar Mues bis Nina Hoss und Sophie Rois. Aber ist das Ergebnis der Mühen auch spannend und unterhaltsam? Mal sehen …

Der Autor

Tad Williams, 1957 in San José geboren, hat sowohl mit dem Osten-Ard-Zyklus, seiner Antwort auf Tolkiens „Herr der Ringe“, als auch mit seinem Otherland-Zyklus Millionen von Lesern gewonnen. Davor schrieb er aber schon kleinere Werke wie etwa „Die Stimme der Finsternis“ und „Die Insel des Magiers“. Sein erster Bestseller hieß „Traumjäger und Goldpfote“. Sein Hauptwerk ist die vierbändige „Otherland“-Saga, sein vorletzter Roman trägt den Titel „Der Blumenkrieg“, danach kam „Shadowmarch“ (ab August 2005 auf Deutsch erschienen). Fast alle seine Bücher wurden bei |Klett-Cotta| verlegt. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von San Francisco.

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H. P. Lovecraft – Jäger der Finsternis

Unter dem Dämonenbann: Hexen, Kannibalen, U-Boot-Kapitäne

Wie wäre es, mal eine Nacht allein in einer gruseligen Gruft zu verbringen? Oder der nervenzerrüttenden Musik des verrückten Geigers Zann zu lauschen? Der Selbstversuch könnte einem Spiel mit dem Feuer gleichen.

Auf den vier CDs dieser Lovecraft-Audio-Ausgabe finden sich folgende sechs gruselige Geschichten: „Die Musik des Erich Zann“, „In der Gruft“, „Das Bild im Haus“, „Der Tempel“, „Jäger der Finsternis“ und „Träume im Hexenhaus“.

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George R. R. Martin – Traumlieder Band 1. Erzählungen

Meisterliche SF-Classics, aber auch frühe Gehversuche

Drei Bände von Martins Erzählungen bringt der Heyne-Verlag häppchenweise auf den Markt. Der erste Band umfasst die ersten vorzeigbaren literarischen Gehversuche von 1971 bis hin zu den ersten preisgekrönten Novellen aus den Jahren 1977 und 1978.

Das Beste sind allerdings die autobiographischen Skizzen des Autors selbst. Wer Martin kennt, ahnt schon, dass darin eine Menge Selbstironie stecken muss.

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John Norman – Swordsmen of Gor (Gor 29)

Japaner auf Gor: Luftschlacht und Intrigen

Mehrere Male haben die fremdrassigen Kur bereits Gor, die Gegen-Erde, angegriffen, so etwa in Band 12, „Die Bestien von Gor“, als sie am Nordpol einen Stützpunkt errichteten, oder in Doppelband 17/18, als sie die Wilden der Prärien Gors aufstachelten, Tarl Cabot, den Diener der Priesterkönige, sowie goreanische Kavallerie anzugreifen. Wiederholt hat Tarl Cabot ihre Pläne vereitelt.

Vorgeschichte

Die Priesterkönige hatten Tarl Cabot aus Port Kar auf eine Gefängnisstation auf einem der drei Gor-Monde entführt, zusammen mit zwei Frauen. Die Kur haben diese Station überfallen und ihre Insassen zu ihren Stahlwelten gebracht. Der Kur-Lord Agamemnon wollte sich zum Herr aller Kurii machen, doch dieser Versuch wurde vereitelt. So kam es, dass Tarl mit seiner neuen Sklavin, dem Erdenmädchen Cecily, und einem lahmen Sleen namens Ramar, dem er geholfen hat, ein weiteres Mal per Raumschiff von den Priesterkönigen entführt wird – diesmal nach Gor.
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Val McDermid – Luftgärten (Kate Brannigan 2)

Das Geheimnis der verschwundenen Wintergärten

Kate Brannigan ermittelt wieder: An mehreren Einfamilienhäusern verschwinden buchstäblich über Nacht die eben erst angebauten Wintergärten. Eine kleine Ermittlung, denkt die toughe Privatdetektivin, und doch weckt der sonderbare Fall ihre Neugier. Schon bald stellt sich heraus, dass er gefährliche Dimensionen annimmt und Kate in Lebensgefahr bringt… (Verlagsinfo)

Die Autorin

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Philip Pullman – Der Goldene Kompass (His Dark Materials 1)

Auftakt zur Bestseller-Saga

In Oxford lebt ein Mädchen namens Lyra in einem altehrwürdigen Internat. Lyra ist klug, wild, unendlich neugierig und stößt bei ihren Erkundungen auf beunruhigende Dinge: Was erforscht ihr geheimnisvoller Onkel Lord Asriel oben im eisigen Norden Europas? Und warum verschwinden in der Gegend um Oxford immer wieder Kinder?

Als schließlich auch noch ihr Freund Roger entführt wird, begibt sich Lyra auf eine abenteuerliche Suche nach ihm. Die Reise führt sie in den hohen Norden, wo Panzereisbären eine uneinnehmbare Festung bewachen. Verfolgt wird Lyra von der ominösen Wissenschaftlerin Mrs. Coulter, die ein ganz eigenes Interesse an den Kindern hat. Als Wegweiser erhält Lyra einen magischen „Goldenen Kompass“, der ihr bei der Suche nach der Wahrheit ein nützliches Instrument ist.
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Thomas Gifford – Assassini. Thriller (Lesung)

Finstere Machenschaften einer Mördertruppe versetzen die Angehörigen der Priesterschaft in Furcht und Schrecken. Offenbar will jemand den Ausgang der bevorstehenden Papstwahl zu seinen Gunsten entscheiden und räumt Widersacher aus dem Weg.

Der Autor

Thomas Gifford begann seine schriftstellerische Laufbahn als Autor von Kriminalromanen. Den internationalen Durchbruch erzielte er mit dem Vatikanthriller „Assassini“ (1991), gefolgt von Romanen wie „Gomorrha“ und „Protector“. Neun Jahre verwendete Gifford darauf, für „Assassini“ zu recherchieren und das Buch zu schreiben. Ein entsprechend großes, fundiertes Hintergrundwissen macht den Roman aus, der in Buchform immerhin 800 Seiten stark ist. Der Hörer kann das Buch in „nur“ etwas über neun Stunden genießen.

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James Hibberd – Feuer kann einen Drachen nicht töten. Game of Thrones und die offizielle, noch unbekannte Geschichte der epischen Serie

Der berühmteste Kaffeebecher der Welt

Sie war die unmöglichste Roman-Adaption der Geschichte: die Verfilmung von „Game of Thrones“. Sogar Autor George R.R. Martin war überzeugt, dass seine Fantasy-Saga zu komplex für den Bildschirm sei. Und doch machte HBO das Unmögliche möglich: Die ab 2011 ausgestrahlte Show wurde zum größten Serien-Phänomen aller Zeiten, gekrönt mit unzähligen Preisen (darunter 59 Emmys und damit mehr als jede andere Show der Geschichte) und zuletzt 44 Millionen Zuschauern pro Folge – und das allein in den USA.

Alles an der Serie unterlag höchster Geheimhaltung – doch einer hatte Zugang zu den hermetisch abgeriegelten Sets und interviewte exklusiv all jene Menschen, die zum überragenden Erfolg von „Game of Thrones“ beitrugen: der Journalist James Hibberd. In diesem Prachtband, gespickt mit bislang unveröffentlichten Bildern, erzählt er ihre Geschichten und lässt Stars, Showrunner und den Autor erzählen, über was sie vor Serienende mit niemandem sprechen durften: was hinter den Kulissen von „Game of Thrones“ wirklich passierte.

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Niven, Larry / Pournelle, Jerry / Barnes, Steven – Heorots Vermächtnis

Actionabenteuer auf der Siedlerwelt

Auf der ersten von Menschen besiedelten Welt bekommen es die Kolonisten mit gefährlichen Raubtieren zu tun. Der Einzige, der darauf vorbereitet ist, gegen die Monster zu kämpfen, wird gedemütigt und vertrieben. Zu spät merken die Siedler, was sie an dem ausgebildeten Soldaten haben.

Dieser Roman erzählt die Vorgeschichte zu „Beowulfs Kinder“, das von Niven/Pournelle mit Michael Flynn zusammen geschrieben wurde. Das Buch erschien ebenfalls im |Bastei-Lübbe|-Verlag.
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Raymond Feist – Der verwaiste Thron (Die Midkemia-Saga 2)

Ins feindliche Reich Kelewan verschleppt, muß Pug in einem Sumpflager der Tsuranis Sklavenarbeit leisten. Doch nach neun langen Jahren erkennt ein mächtiger Magier Pugs Zauberkraft und macht den Gefangenen zu seinem Schüler.
Seiner Erinnerung beraubt, wird Pug zu einem Erhabenen, der nur noch dem Wohl des Reiches dient. Dann aber geschieht Furchtbares, das dem jungen Magier die Augen öffnet. Er muß zurück nach Midkemia, um seines eigenen und seines Volkes Schicksal willen …

Dies ist der zweite Band in Feists äußerst erfolgreicher Midkemia-Saga, eine direkte Fortsetzung (und die 2. Hälfte) der Geschehnisse im Startband „Der Lehrling des Magiers“.

Der Autor
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James Patterson – Ave Maria. Ein Alex-Cross-Thriller

Massenhaft Muttermorde: Hollywood in Aufruhr

FBI-Agent Alex Cross macht gerade mit seiner Familie Urlaub in Disneyland, als er den Anruf bekommt. Die bekannte Schauspielerin Antonia Schifman, Mutter mehrerer Kinder, wurde vor ihrem noblen Heim in Beverly Hills erschossen. Kurz danach hat ein Redakteur der Zeitung „L.A. Times“ eine E-Mail erhalten, in welcher der Tathergang minutiös beschrieben wird – vom Täter selbst. Gezeichnet „Mary Smith“.

Cross wird zum Fall hinzugezogen, denn man befürchtet noch weitere Mordanschläge. Um sein Motiv herauszufinden und somit sein nächstes Opfer schützen zu können, muss Cross in die Schauspielerkreise eindringen: ein wahres Haifischbecken.

Der Autor
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Michele Giuttari – Das Monster von Florenz. Anatomie einer Ermittlung (Lesung)

Ermittlung: das Monster ist die Gesellschaft

In den Jahren 1974 bis 1985 wurden in der Umgebung von Florenz sieben junge Pärchen bestialisch ermordet. Jahrelang hielt sich die These vom eigenständig handelnden Serienkiller. Als Michele Giuttari 1995 die Leitung der Mordkommission von Florenz übernimmt, stellt er fest, dass mehrfach wichtige Daten unterschlagen wurden. Offenbar hatte der Mörder mehrere Gehilfen und führte die Morde im Auftrag aus. Giuttari schafft es, den Fall neu aufzurollen. Doch als der Fall weitere Kreise zieht, passt dies gewissen einflussreichen Persönlichkeiten überhaupt nicht in den Kram. Das Blatt wendet sich gegen Giuttari …
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Bryan Cogman – Inside HBO’s ‚Game of Thrones‘ (Making-of der 1. Staffel )

Visuelle Reise nach Westeros und weiter

Dieses opulent ausgestattete Buch dokumentiert die Entstehung der ersten Staffel bis zum Jahr 2012. In über 300 Farbfotos und -grafiken und zahlreichen Stammtafeln sowie humorvollen Anhängen (über teuflische Scherze und mehr) will es dem sammelwütigen Serienfan etwas ganz Besonderes bieten. Der wattierte Einband ist mit den Wappentieren der Königshäuser geschmückt und der Titel mit Golddruck eingefasst.

Die Autoren
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Gansel, Dennis / Marmon, Uticha / Kronbügel, Jens – Die Welle. Original-Hörspiel zum Film (mit Interviews)

Erschreckend: Das Experiment ist realistisch

Deutschland, heute. Der Oberstufenlehrer Rainer Wenger startet während der Projektwoche zum Thema „Autokratie“ einen Versuch, um seinen Schülern die gesellschaftlichen Strukturen einer Diktatur zu veranschaulichen. Was zunächst harmlos mit Begriffen wie Disziplin und Gemeinschaft beginnt, entwickelt sich rasch zu einer Bewegung: Die Welle. Bereits am dritten Tag des Experiments beginnen Mitglieder der „Welle“, Andersdenkende zu drangsalieren. Als die Situation eskaliert, beschließt Wenger, das Experiment abzubrechen – mit schrecklichen Folgen … (abgewandelte Verlagsinfo)
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