_Der Engel und der Drache:_
Band 1: [„Und der Tod wird ein Versprechen sein“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5490
_Band 2: „Und das Leben wird voller Gift sein“_
_Inhalt:_
Sechs Minuten sind es, die Hana-Rose jedes Jahr aufrecht halten und ihr das bisschen Lebendigkeit schenken, das ihr nach dem Tod ihres Geliebten geblieben ist. Genau sechs Minuten sind ihr und ihrem Partner geblieben – denn in jenen sechs Minuten kehrt Licomte als Engel auf die Erde zurück und kann Hana-Rose ganz nahe sein. Doch von Jahr zu Jahr wird das Verlangen intensiver und das Warten unerträglicher.
Die verzweifelte junge Dame beschließt daher, dem Rat der alten Hexe zu folgen und in einer entfernen Bibliothek nach Antworten zu suchen, wie es möglich sein kann, Licomte für immer bei sich zu haben, ohne den Tod dafür in Kauf zu nehmen. Doch die Wahrheit ist grausam und stürzt ihr Leben endgültig in einen Trümmerhaufen – denn mit einem Mal kann Hana-Rose nicht mehr unterscheiden, was tatsächlich real ist und welche ihrer finsteren Visionen lediglich einem Konstrukt aus Träumen und Gedankenspielen entspringt.
_Persönlicher Eindruck:_
Bildgewaltig, aber inhaltlich weniger spektakulär: Der erste Band zum Zweiteiler „Der Engel und der Drache“ hinterließ einen recht zwiespältigen Eindruck, gefiel zwar mit begeisternden Illustrationen, vermachte dem Leser aber viele Fragen, auf die Autor Téhy zunächst keine Antwort wusste. Zu stringent und phantasielos schien das, was sich hinter den tollen Zeichnungen versteckte, zu wenig Raum für eine echte Story blieb übrig, selbst unter der gegebenen Voraussetzung, dass die Serie lediglich mit zwei Episoden aufwarten würde. Doch der Autor hat dieses Problem im abschließenden Kapitel noch überraschend gut in den Griff bekommen und eben jene Phantasie, die man vorab noch vermisst hatte, umso intensiver in „Und das Leben wird voller Gift sein“ einfließen lassen.
Das Drama um die Hauptdarstellerin wird aufschlussreicher dargestellt, die einzelnen Trugbilder zwischen Realität und Funktion funktionieren folgerichtig auch viel besser. Zwar ist der Start ein wenig unbeholfen, da man hier den Zusammenhang der Ereignisse noch einmal deutlich aus den Fugen reißt. Doch je weiter man in die Verzweiflung der Protagonistin eintaucht und je philosophischer die Grundzüge der Story fortentwickelt werden, desto stärker verwachsen Text und Bild hier auch miteinander und lassen schließlich jene Symbiose entstehen, nach der man in „Und der Tod wird ein Versprechen sein“ noch vergebens suchen musste.
Hinzu kommt ein ungeahntes Maß an Komplexität, welches vor allem das Schlussdrittel des zweiten Bandes schmückt. Irgendwann verschwimmen die Elemente, so dass man nicht mehr exakt abschätzen kann, inwieweit die Inhalte nun real oder doch eher ein Traumgebilde sind. Lediglich die Tatsache, dass der Charakter der Hauptakteurin kaum gefestigt ist, macht dem faszinierenden, überraschend starken Gesamtbild noch einen Strich durch die Rechnung und schränkt die Souveränität des Schöpfers ein Stück weit ein.
Ansonsten muss man eingestehen, dass „Der Engel und der Drache“ erstaunlich schnell die Kurve bekommen hat, die Ungereimtheiten aufgeklärt werden, die Kontraste mit einem Schlag aufgehoben sind und der Effekt dementsprechend noch stärker ist. Schade daher, dass im ersten Kapitel so viel Zeit damit vertan wurde, die Liebelei aufzuschlüsseln. Wenn man nämlich nun sieht, was Téhy aus der Sache noch hat herausholen können, kann man sich nämlich des Eindrucks nicht erwehren, dass insgesamt noch mehr drin gewesen wäre. Nichtsdestotrotz ist „Und das Leben wird voller Gift sein“ jedoch ein versöhnlicher, für sich betrachtet voll und ganz überzeugender Abschluss.
|47 Seiten, gebunden
ISBN-13: 978-3939823278|
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