Archiv der Kategorie: Fantasy / Science-Fiction

von Michalewsky, Nikolai (als Mark Brandis) – Mark Brandis: Sirius-Patrouille (Weltraumpartisanen – Band 18)

_Mark Brandis bei |Buchwurm.info|:_

Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
Band 16: [„PILGRIM 2000“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7167
Band 17: [„Der Spiegelplanet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7194
Band 18: [„Sirius-Patrouille“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7267

_Band 18: Sirius-Patrouille_

Es war eine der erfolgreichsten deutschen SciFi-Serien der Siebziger- und Achtzigerjahre. Nikolai von Michalewsky (1931 – 2000) alias „Mark Brandis“ schuf mit dem gleichnamigen Titelhelden, welcher quasi seine Memoiren in der Ich-Form präsentiert, einen wahren Klassiker. Zwischen 1970 und 1987 brachte er es immerhin auf 31 Bände, wobei die originalen Hardcover des |Herder|-Verlages nur noch antiquarisch, und – zumindest die Erstauflage – zu teils horrenden Preisen, zu bekommen sind. |Bertelsmann| scheiterte beim Versuch, sie als doppelbändige Taschenbuchausgaben über den hauseigenen Buchclub wieder zu etablieren. Bis zum Jahr 2000 senkte sich allmählich immer mehr Vergessen über die „Weltraumpartisanen“.

Ausgerechnet in seinem Todesjahr startete NvM den letzten Versuch der Wiederbelebung und Neuausrichtung seiner Figur, kam aber über einen einzigen – wenig beachteten und noch weniger geliebten – Band („Ambivalente Zone“) nicht mehr hinaus. Erst weitere acht Jahre später nahm sich der |Wurdack|-Verlag der Original-Serie noch einmal, mit der ihr gebührenden Ernsthaftigkeit, an und legte sie komplett neu auf: Jedes Quartal erscheinen seither zwei Bände als broschierte Sammlerausgaben für je 12 Euro. Dabei wurde der Inhalt (sogar die alte Rechtschreibung) unangetastet gelassen, das äußere Erscheinungsbild jedoch deutlich modernisiert und gelegentlich einige Randbeiträge eingebaut.

_Vorgeschichte_

Der Weltraum unseres Sol-Systems wird bereist und die nächsten Himmelskörper sind auch bereits kolonisiert. Die Zeiten einzelner Nationalstaaten sind lange vorbei. Nur zwei große Machtblöcke belauern sich auf dem Mutterplaneten Erde noch: Die Union Europas, Afrikas und Amerikas (EAAU) und die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR). Commander Mark Brandis, unfreiwilliger Bürgerkriegsheld (Band 1 – 4) und – seit dessen Ende – endlich wieder als Cheftester in der zivilen Institution VEGA (Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik) tätig, hat in den Folgejahren schon so manchen heiklen Job im Dienste der Erde übernommen. Dabei ficht der deutschstämmige Kosmopolit und -pilot vehement für Humanität, Gerechtigkeit, Demokratie und gegen Militar- sowie Rassismus. Kurzum: Eine bessere und friedlichere Welt.

_Zur Story_

Nach ihrem unerwartet langen Testflug mit der |Kronos|, der Commander Mark Brandis und seine Crew einmal um die Sonne herum führte (Band 16 und 17) herrscht wieder halbwegs „normaler“ VEGA-Testalltag. Die Kronos-Baureihe ist erwiesenermaßen ein guter Griff und nun bereit als schlagkräftige Ausgangsplattform für schwere Kreuzer in den Dienst der strategischen Raumflotte gestellt zu werden. Der SK |Invictus| wurde bereits mit allen Waffensystemen ausgerüstet und harrt seines letzten Fluges unter dem VEGA-Banner, danach wird er offiziell dem Militär überstellt. Die so genannte „Sirius Patrouille“, auf welcher das Schiff einem allerletzten Funktions-Check unterzogen werden soll, steht nominell unter dem Befehl von EAAU-Major Degenhardt. De facto gibt es aber zwei Kommandanten an Bord. Da die |Invictus| nämlich noch nicht rechtskräftig übergeben wurde, hat streng genommen der „technische Berater“ Brandis das Kommando eigentlich in allerletzter und höchster Instanz.

Der und sein Begleiter, Iwan Stroganow, sind aber prinzipiell nur Gäste auf diesem Flug. Die Kompetenzen für diesen Einsatz sind klar abgegrenzt. Ebenfalls mit an Bord befindet sich der Reporter Martin Seebeck, welcher für die oft stringente Routine eher hinderlich ist, und somit die Funktion des fünften Rades am Wagen innehat. Die für gewöhnlich als kreuzlangweilig verschriene Patrouille quer durch das Sol-System bekommt aber eine neue Qualität: Der Notruf eines |Najade|-Frachtschiffes lässt darauf schließen, dass es von einem neuartigen VOR-Raumer bedrängt wird. Für Degenhardt klares Signal sich schnellstmöglich auf die Socken zu machen und die Kavallerie zu mimen. Als man die im All treibende |Najade| aufspürt, ist es zu spät. Brandis, der das Wrack inspiziert, findet etwas, das ihn stutzig werden lässt – doch kurz darauf verunfallt er schwer und fällt ins Delirium. Für den Major steht ohnehin felsenfest, dass die Schlitzaugen Schießübungen auf Zivilisten veranstaltet haben und somit erklärt er die Jagd für eröffnet.

_Eindrücke_

Dies ist wieder einmal einer der Romane, in denen von der sonst bei MB üblichen Ich-Form abgewichen wird. Stattdessen werden die Ereignisse aus der neutralen dritten Person heraus geschildert – basierend auf den angeblichen Aufzeichnungen des Reporters Martin Seebeck. Wie schon in der Vergangenheit geschehen, erklärt Nikolai von Michalewsky – respektive sein fiktives Pendant Mark Brandis, dessen „Memoiren“ der Leser schließlich in der Hand hält – warum er so verfährt bzw. verfahren musste: Die Ereignisse hat die Hauptfigur aufgrund seines Gesundheitszustandes nur bruchstückhaft bewusst miterlebt und zudem unterlagen sie bislang der militärischen Geheimhaltung. Dieser Kniff aus der selbstauferlegten, manchmal doch wohl zu engen, Korsage der Ego-Perspektive der zu entfliehen, ist dem Serienkenner indes nicht Neues. Wann immer NvM sein geistiges Kind (man kann getrost auch „Zwilling“ sagen) mal wieder ein wenig überhöhen und heroisieren wollte, griff er zu diesem stilistischen Mittel.

Auch der Rest der Mitwirkenden bietet keine wirklich originellen Charaktere und rekrutiert sich aus dem recht stereotypen Baukastensystem NvMs. Der heilige Zorn des Autors richtet sich mal wieder gegen das Militär und seine Betonköpfe, speziell der verbohrte Major hat es ihm angetan. Dabei fällt die Figur ebenso zweidimensional-berechenbar wie unglaubwürdig aus. Selbstverständlich können auch Offiziere einen an der Ratsche haben, doch fällt es schwer zu glauben, dass man solch heißspornigen Erst-schießen-dann-fragen-Knilchen tatsächlich ein solch potentes Raumschiff anvertrauen würde. Mit einem derartigen John-Wayne-Gehabe sind die diplomatischen Verwicklungen ja bereits – dieser kleine Wortwitz sei gestattet – VORprogrammiert. Zudem ist es erstaunlich, dass bei MB diese Typen sich in letzter Konsequenz entweder doch noch für die gute Sache begeistern können, und/oder den Heldentod sterben. Nie hatte NvM einen im Ärmel, der sich tatsächlich mal zu seinem Bockmist bekennt und sich vor Gericht stellen lässt. Eigentümlich.

|Spoilerwarnung: Enthält sensible Informationen und Rückschlüsse|

Das bringt uns zum Storytelling. Auch hier herrscht recht müdes Einerlei. Alle Teile der Geschichte hat man schon in den anderen Bänden so oder so ähnlich bereits gesehen, insbesondere auch was das unrühmliche, ehrenrührige Ende des Majors betrifft. Zudem will dem Rezensenten partout nicht einleuchten, wie Brandis (und später auch Stroganow) anhand eines einzigen, kleinen Trümmerteils den wahren Sachverhalt so exakt bestimmen können – und dann auch noch recht spät. Sicher ist es für die Geschichte spannender, Indizien zu sammeln und sie langsam konkreter werden zu lassen. Wobei die grundsätzliche Frage aufkommt, warum so alte Raum-Hasen wie Degenhardt und Brandis den Grund für die Katastrophe nicht gleich auf einen Blick feststellen konnten, zumal das typische Schadensbild mühelos schon von außen hätte bemerkt werden müssen. Damit wäre Brandis‘ Exkursion und Unfall allerdings auch vollkommen obsolet geworden. Die Formulierung, dass es eine „Stichflamme“ war, die dem Transporter zum Verhängnis wurde, erscheint auch eher unglücklich. Ein weniger spezifischer „schwerer Brand an Bord“ hätte es dramaturgisch wahrscheinlich genauso gut (und im Übrigen auch glaubhafter) getan.

|Spoilerentwarnung: Die Luft ist rein – und raus|

_Fazit_

Nach „Der Spiegelplanet“, welcher demonstrierte, wie haarsträubend ein MB-Roman ausfallen kann, zeigt sich „Sirius-Patrouille“ wieder etwas deutlicher im interstellaren Aufwind. Plot und Figurenzeichnung sind zwar 08/15 und quer aus dem reichhaltig-moralinsauren Brandis-Sortiment zusammengebastelt, doch weiß die, nicht vollends überzeugende, Story immerhin ganz gut zu unterhalten und ihre zeitlose Message zu transportieren. Nämlich die, dass Vorurteile sowie Militärs nix taugen – und schon gar nicht in Kombination miteinander. Ein paar kleinere Unpässlichkeiten in Sachen Logik, Physik/Technik und Stil sind auch (wieder mal) zu vermelden, gehören aber zum Charakter der Serie und machen sich nicht weiter störend bemerkbar. Jedenfalls wesentlich weniger als bei manchem anderen Band. Als Leckerli gibts im Anhang noch ein interessantes Interview mit Mechthild von Michalewsky, der Witwe des Autors.

|Taschenbuch, 176 Seiten
Ersterscheinung: 1979 – Herder, Freiburg
Sammleredition/Neuauflage: 2010/2011
ISBN: 978-3-938065-66-2|
[www.wurdack-verlag.de]http://www.wurdackverlag.de

_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“ 4995
02 [„Verrat auf der Venus“ 5013
03 [„Unternehmen Delphin“ 5524
04 [„Aufstand der Roboter“ 5986
05 [„Testakte Kolibri 1“ 5984
06 [„Testakte Kolibri 2“ 5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“ 6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“ 6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 [„Pilgrim 2000 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7059
14 [„Pilgrim 2000 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7060
15 [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7128
16 [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7129
17 „Alarm für die Erde“ (für Herbst 2011 angekündigt)
18 – für Herbst 2011 angekündigt –

Jordan, Robert – Schatten erhebt sich, Der (Das Rad der Zeit 4 – Das Original)

_Story:_

Eine neue Epoche beginnt für den jungen Rand al’Thor. Nachdem der Krieger die Prophezeiung erfüllt und als der Wiedergeborene Drache die Festung ‚Stein von Tear‘ eingenommen hat. Gestärkt durch den Ter’Angreal Calandor, jenes Artefakt, mit dem er den Sieg erringen konnte, setzt Rand seine Reise fort, zunächst jedoch mit ungewissem Ziel. Doch die Bestimmung seines Heeres lenkt ihn in die Wüste – und somit in das Reich der Aiel. Dort trifft Rand schließlich auch Egwene wieder, die sich von den Magierinnen unterrichten lässt und ihm als Weggefährtin treu bleibt. Doch ihre Reise durch das Land der Träume gestaltet sich ebenso verzwickt wie Rands ersuchte Freiheit. Denn der erfahrene Krieger wird inzwischen von vielen Fronten gejagt und lieber tot als lebendig gesehen.

Derweil fürchtet Perrin um das Wohl seines Volkes. Im Land der zwei Flüsse treiben die Trollorcs ihr Unwesen und erregen größte Besorgnis. Viel schlimmer scheint jedoch der Umstand, dass auch die Weißmäntel in das Land eingefallen sind. Aus Angst, seine Familie zu gefährden, geht Perrin in die Offensive und versucht, weiteren Schaden von Freunden und Verwandten abzuwenden. Doch die gewieften Strategen lassen sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen.

Aber auch andernorts herrschen große Unruhen: Als Sedai Nynaeve und Elaine in die Stadt Tanchico reisen, um das Treiben der letzten Schwarzen Ajah zu begutachten, wittern sie Böses. Und in der Tat ist ihre Mission im Reich der Träume alles andere als ein Paradiestrip …

_Persönlicher Eindruck:_

Lange genug haben die Fans von Robert Jordan’s Kultserie auf den vierten Band der sogenannten „Originale“ warten müssen – nun ist „Der Schatten erhebt sich“ mit den Episoden 10-12 aus der ursprünglichen Buchreihe um Rand al’Thor und „Das Rad der Zeit“ endlich zu haben.

Doch im Gegensatz zu den vorausgegangenen Ausgaben ist das Tempo im aktuellen Exemplar bei Weitem nicht mehr so hoch. Viele Veränderungen, vor allem auf Charakterebene, zeichnen das Buch und belegen erstmals den immensen Wandel, den die Story im Laufe der etlichen Kapitel noch durchlaufen wird. Die Charaktere wachsen nicht nur in ihrem handeln, sie werden schließlich auch älter und ändern infolge dieses Prozesses auch ihre Einstellungen, ihre Ziele und schließlich auch ihre Beziehung zu Dingen, Personen und Situationen.

Dieser Schritt war nach den hektischen Ereignissen des letzten Bandes sicher auch erforderlich, um wieder Ruhe in den sehr vielschichtigen, abwechslungsreichen Plot zu bekommen. Fraglich ist allerdings, ob Jordan hierzu gleich ein ganzes Drittel der Fortsetzung dafür opfern musste, um die Story wieder ins Lot zu bringen und ihr neue Ansätze zu verpassen bzw. die Richtung dementsprechend mit frischen Mitteln zu weisen. „Der Schatten erhebt sich“ kommt vor allem auf den ersten 300-400 Seiten überhaupt nicht in die Gänge, da sich der Autor viel zu sehr damit beschäftigt, der Handlung wieder eine facettenreiche Orientierung zu verpassen. Die Frage nach dem ‚Wohin‘ stellt sich allen Akteuren, denn nach den verbuchten Erfolgen scheint niemand mehr so recht zu wissen, wo genau sein Platz in dieser Serie bzw. (konkreter formuliert) in seinem individuellen Leben jetzt genau sein soll. Allen ist gemeinsam, dass sie nach Veränderung streben, aber wirklich entschlussfreudig ist abgesehen von Perrin niemand – und Letztgenannter dann auch eher gezwungenermaßen.

Das relativ lange Interludium, welches es in der Mitte zu verkraften gilt, findet schließlich aber doch ein versöhnliches Ende und initiiert gleichzeitig einen Neustart, der inhaltlich problemlos an die Geschehnisse der ersten drei Bände anknüpft. Die Charaktere folgen wieder ihrer sehr stark divergierenden Bestimmung, die Story gewinnt zunehmend wieder an Komplexität, aber auch die Motive, denen Perrin, Rand und auch Elaine und Nynaeve hinterher jagen, zeugen wieder von gesteigertem Potenzial und der Kreativität, die man zu Beginn des Romans noch so schmerzlich vermisst hatte. In diesem Rahmen macht der angesprochene Alterungsprozess der vielen Helden dann auch gleich viel mehr Sinn, da er nicht mit eher dürftigen Themen wie der Selbstfindung oder der Suche nach der persönlichen Bestimmung gewidmet ist. Dies wäre zwar bei angemessener Seitenzahl ganz angenehm, aber nicht in der breiten Form und derart allumfassend wie es in „Der Schatten erhebt sich“ geschieht.

Zum Schluss weiß man aber trotz aller zeitweiligen Zweifel und einer Reihe von Geduldsproben, was man am Schreiber und somit auch an „Das Rad der Zeit“ hat. Der Text ist auch in den schwächeren Phasen stark, die Übersetzung makellos, die Geschichte im späteren Verlauf wieder vollkommen überzeugend, und auch im Hinblick auf die inhaltliche Eigenständigkeit gibt sich der zusammengefasste Dreiteiler keine Blöße mehr. Es dauert eine Zeit, bis man sich wieder zurechtfindet – doch ist dies geschehen, darf man sich auf einen weiteren sehr faszinierenden Plot und einen Roman freuen, der der anspruchsvolleren Vorstellung von klassischer Fantasy weitestgehend gerecht wird.

|Broschiert: 1200 Seiten
ISBN-13: 978-3492700849
Originaltitel: The Shadow Rising|
[www.piper-verlag.de]http://www.piper-verlag.de/piper/index.php

_|Das Rad der Zeit – Das Original| bei |Buchwurm.info|:_
Band 1: [„Die Suche nach dem Auge der Welt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=700
Band 2: [„Die Jagd beginnt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=730
Band 3: [„Die Rückkehr des Drachen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2470

Kearney, Susan – Bann des Zeitreisenden, Der (Pendragon 2)

_|Pendragon|:_

Band 1: [„Die Geliebte des Zeitreisenden“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6961
Band 2: _“Der Bann des Zeitreisenden“_
Band 3: „Der Kuss des Zeitreisenden“

_Lucans Schwester Marisa_ hat eine schwere Scheidung hinter sich. Das Vertrauen in Beziehungen hat sie daher komplett verloren. Kurz vor dem Ende ihrer Ehe hat sie sich, um auch wieder Kinder bekommen zu können, Drachenblut geben lassen. So ist auch Marisa nun eine Drachenwandlerin, allerdings hat sie die Gabe, mit telepathischen Fähigkeiten auf neue Drachenwandler, die erst mit der neuen Situation leben lernen müssen, beruhigend einzuwirken. Diese Gabe möchte der Weltraumreisende Rion, der zusammen mit Lucan auf die Erde gekommen ist, um Hilfe für sein Volk zu suchen, gerne für die Rettung seines Heimatplaneten nutzen.

Rions Heimatplanet Ehro ist in die Hände der Unari gefallen. Die Unari haben das Volk der Ehronier versklavt und beuten die Drachenwandler auf Ehro unter schlimmster Folter aus. Rion hat Visionen, in denen ihm gezeigt wird, wie schlimm es um den Planeten steht. Als diese Visionen entsetzliche Qualen zeigen und er mit seinen Verhandlungen auf der Erde nicht weiterkommt, entführt Rion kurzerhand Marisa, um mithilfe ihrer Gabe sein Volk zu befreien.

Marisa ist außer sich vor Wut und ihr Vertrauen wieder einmal maßlos erschüttert. Nicht nur, dass Rion ihr Leben riskiert, auch war sie wider jede Vernunft dabei, sich in Rion zu verlieben. Doch schnell begreift sie, dass nicht nur Rions Volk in Gefahr ist, sondern auch die Menschen der Erde. Kann Marisa mit ihrer Gabe und der heiß entfachen Leidenschaft zwischen ihr und dem Ehronier Rion den Planeten Ehro retten?

_Kritik_

In dem zweiten Band der „Pendragon“-Trilogie „Der Bann des Zeitreisenden“ besetzt Susan Kearney die Hauptrollen diesmal mit der menschlichen Marisa und dem Ehronier Rion. Den Anfang nimmt die Geschichte auf der Erde, bevor eine abenteuerliche Reise bis nach Ehro beginnt.

Die Autorin bedient sich einem leicht verständlichen wie auch ausführlichen Erzählstil. Leicht kann dem Geschehen gefolgt werden und dank der eingehenden Beschreibungen fällt es leicht, das Kopfkino am Laufen zu halten. Interessant ist auch wieder die Mischung aus spannender Fantasy, Sciencefiction und knisternder Erotik. Wobei der Erotikanteil in dem zweiten Band der „Pendragon“-Reihe deutlich im Vordergrund steht. Hier wurden Erotikszenen an Stellen eingebaut, wo sie zwar zum Plot passten, trotzdem aber fragwürdig wirkten. Ob Leidenschaft eine Welt retten kann, sei mal dahingestellt, wie die Autorin dieses aber gelöst hat, ist auch wieder sehr ansprechend. Interessant ist, dass die verschiedenen Welten gar nicht so unterschiedlich sind, wie man meinen könnte. Ob auf der Erde oder Ehro, ob auf Pendragon oder auch Tor, viel unterscheidet die Welten nicht. Auch die Bewohner sind grundsätzlich menschlich, lediglich die Bewohner Tors sind nicht in der Lage, die Gestalt eines Drachen anzunehmen. So fällt es leicht, sich die verschiedenen Handlungsorte und deren Bewohner vorzustellen. Kein glückliches Händchen hat der Verlag allerdings wieder bei dem Titel des Romans bewiesen, Zeitreisende sucht der Leser hier weiterhin vergeblich. Hier hätte der Originaltitel deutlich besser zugesagt.

Der Mythos um den heiligen Gral wird auch in „Der Bann des Zeitreisenden“ kurz angeschnitten, hat aber kaum Gewicht in der Geschichte. Ihr Augenmerk legt die Autorin auf den Kampf gegen die Unari und die unwürdige Behandlung und auch die Rettung des Volks der Ehronier. Langsam wird ein Spannungsbogen aufgebaut, der sich bis zum Ende ebenmäßig weiterentwickelt. Nach einem fesselnden Showdown klingt die Erzählung ruhig aus und wirkt damit in sich abgeschlossen, wobei dennoch die Neugier auf den dritten Band geschürt wird.

Rückblickend wird die Geschichte aus der Perspektive einer dritten Person erzählt. Diese hat den Fokus deutlich auf Marisa gerichtet, sodass der Leser schnell nachempfinden kann, wie diese Figur denkt und auch fühlt.

Die Darstellung und Entfaltung der beiden Hauptdarsteller ist der Autorin hervorragend gelungen. Anziehend, lebendig und authentisch werden die Figuren beschrieben und die Entwicklung infolge der Ereignisse passt zu den einzelnen Protagonisten. Die Neben- und Randfiguren bleiben allerdings etwas blass und so bleiben diese trotz einigen Potenzials nicht lange in Erinnerung.

Die Beziehung zwischen Marisa und Rion ist voll knisternder Erotik, und der Leser darf sich hier auf einige sehr prickelnde Szenen freuen.

Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und harmoniert sehr gut mit dem Inhalt. Die Gestaltung der einzelnen Kapitel ist wie schon im ersten Band aufschlussreich gestaltet. Diese beginnen immer mit einem Zitat verschiedener Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Merlin oder auch der Herrin vom See, und diese Zitate passen immer zum Ablauf der Geschichte.

_Autorin_

Susan Kearney schreibt prickelnde Romanzen mit futuristischem Setting. Sie hält sich an die alte Regel, über das zu schreiben, was man kennt – deshalb schreibt sie über die Zukunft. Und als Taucherin, Expertin in Kampfkunst, Seglerin, Eiskunstläuferin, Immobilienmaklerin, ehemalige Besitzerin eines Tauschgeschäfts, eines Fitnessstudios für Frauen sowie eines Friseursalons, hat sie genug Stoff für den Rest ihres Lebens gesammelt.

_Fazit_

Mit „Der Bann des Zeitreisenden“ hat die Autorin Susan Kearney auf jeden Fall bewiesen, dass sie ein Händchen für erotische Szenen hat. In einen fesselnden und futuristischen Plot hat Susan Kearney eine vor Erotik prickelnde Romanze eingebaut, die zwar nicht immer glaubwürdig erscheint, aber dennoch zu dem Plot passt.

Leserinnen, die erotische Geschichten vor futuristischem Hintergrund bevorzugen, sind hier auf jeden Fall richtig.

|Taschenbuch: 400 Seiten
ISBN-13: 978-3492267663
Originaltitel: Rion. The Pendragon Legacy|

Smith, Lisa J. – dunkle Gabe, Die (Visionen der Nacht 1)

_|Visionen der Nacht|:_

Band 1: _“Die dunkle Gabe“_
Band 2: „Der geheime Bund“
Band 3: „Der tödliche Bann“

_Kaitlyn, genannt Kait,_ hat es in der Kleinstadt Thoroughfare nicht leicht. Sie ist eine Außenseiterin, die von ihren Mitschülern und den anderen Bewohnern als Dorfhexe bezeichnet wird. Schuld daran ist ihre Gabe, Bilder aus der Zukunft zu sehen. Ihr größter Wunsch ist, aus der Kleinstadt zu entkommen und noch einmal völlig von vorne anzufangen. Die Gelegenheit erhält sie kurz darauf, als sie zur Schuldirektorin gerufen wird.

Hier erwartet sie die Forscherin Joyce, die Kait bei einem angeblichen Schultest untersucht hat. Sie erhält das Angebot, für ein Jahr nach Kalifornien zu gehen, um dort an einem Forschungsprojekt teilzunehmen.

Hierbei lernt sie die gleichaltrigen Teenager Anna, Rob, Lewis und Gabriel kennen, mit denen sie zusammen im parapsychologischen Institut lebt und zur Schule geht. Schnell freunden sie sich untereinander an, nur Gabriel schottet sich von der Gruppe ab und will für sich sein.

Kait lebt sich in ihrer neuen Umgebung schnell ein, merkt aber auch, dass hier etwas nicht stimmt. Zusammen mit ihren Freunden versucht sie herauszufinden, was es mit dem Institut wirklich auf sich hat. Doch die Entdeckung, die sie dabei machen, ist noch viel schrecklicher, als sie jemals ahnen konnten …

_Nachdem Lisa J. Smith_ zuletzt mit den letzten Bänden der „Vampire Diaries“-Reihe enttäuscht hat, war ich hier zunächst skeptisch. Allerdings wurden meine Zweifel schnell in Luft aufgelöst, denn die Autorin kehrt hier zu ihrer gewohnt guten Leistung zurück.

„Die dunkle Gabe“ ist der Auftakt der „Visionen der Nacht“-Trilogie, die sich mit den paranormalen Fähigkeiten von Kait und ihren Freunden Rob, Anna, Lewis und Gabriel beschäftigt.

Im Prinzip ist die Idee mit den paranormalen Fähigkeiten nicht neu, da die Ideen jedoch allesamt gut umgesetzt wurden, wird hier ein kurzlebiger Lesespaß garantiert.

Der Schreibstil weiß hier zu gefallen. Obwohl die Geschichte bereits 1994 im Original veröffentlicht wurde, wirkt sie dennoch sehr modern und kann mit ihren Charakteren und einer guten Handlung überzeugen. Die Geschichte liest sich flüssig und durch die mittelgroße Schrift fliegt man nur so durch die Seiten. Die Geschichte strahlt eine düstere Stimmung aus und kann die nötige Spannung erzeugen. Neben dem nötigen Spannungsbogen, werden Fantasyelemente gut und an den richtigen Stellen eingebaut. Auch eine zaghafte Liebesgeschichte ist hier zu finden, die besonders Teenagerherzen höher schlagen lässt.

Vor allem die Charaktere stechen hier besonders heraus. Obwohl man einige Protagonisten nur oberflächlich kennenlernt, wissen sie zu überzeugen. Alle sind durch ihre Gabe in ihrem normalen Umfeld zu Außenseitern geworden und konnten nur schwer bis gar nicht mit ihren paranormalen Fähigkeiten umgehen.

Besonders auffällig sind hierbei Gabriel und Kait, die ihre Gabe zwar anerkennen, aber sehr unkontrolliert damit umgehen können. Während Gabriel sich selbst als „energieraubenden Vampir“ bezeichnet, kann Kait bestimmte Bilder von Ereignissen in ihrem Kopf hervorrufen, die noch nicht geschehen sind. Allerdings weiß sie nicht, wann die Ereignisse eintreten. Ihre Bilder zeichnet sie detailliert auf. Hier kommt auch ihre Liebe zur Malerei gut zur Geltung.

Andere Charaktere, wie die Teenager Anna, Lewis und Rob sowie die Institutsmitarbeiter Joyce, Mr, Zete und Marisol kommen hier ein wenig zu kurz und man lernt sie nur wenig kennen. Da es sich hier aber wie bereits genannt um eine Trilogie handelt, erwarte ich hier noch eine Weiterentwicklung aller Protagonisten.

Sehr verwirrend ist hier jedoch das Cover, aus dem man nicht wirklich schlau wird. Zwar schafft es das Bild, die düstere Stimmung der Geschichte widerzuspiegeln, allerdings ist mir nicht klar, wer die Person auf dem Bild überhaupt sein soll. Wenn man sich die Kurzbeschreibung durchliest und sich dann das Cover anschaut, geht man spontan davon aus, dass hier Kait abgebildet ist. Da Kait jedoch graue Augen und rötliche Haare hat, fällt auch sie als Vorlage weg. Kein Protagonist passt zu dem Covermädchen, sodass hier unnötiges Potenzial verschenkt wurde.

_Fazit:_

Mit dem Trilogie-Auftakt „Die dunkle Gabe“ ist Lisa J. Smith zu ihrer alten Form zurückgekehrt und begeistert mit einer guten Handlung und tollen Charakteren, die für die nötige Stimmung sorgen und tolle Lesestunden versprechen.

|Taschenbuch: 304 Seiten
Originaltitel: Dark Visions #1 – The Strange Power
Ins Deutsche übertragen von Anne Emmert
ISBN 978-3570380000|
[www.randomhouse.de/cbt]http://www.randomhouse.de/cbt/
[www.ljanesmith.net]http://www.ljanesmith.net/www/

_Sabrina Reithmacher_

_Lisa J. Smith bei |Buchwurm.info|:_
|Night World|:
Band 1: [„Engel der Verdammnis“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6012
Band 2: [„Prinz des Schattenreichs“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6013
Band 3: [„Jägerin der Dunkelheit“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6014

|The Vampire Diaries|:
Band 1: [„Im Zwielicht (Hörbuch)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6739

Werner, C. L. – Angriff der Orcs (Der letzte Jäger 1)

_|Der letzte Jäger|:_

01 _“Angriff der Orcs“_
02 „Labyrinth der Goblins“
03 „Drachenjagd“

_Story:_

Er ist eiskalt, skrupellos und bleibt für seine Feinde unberechenbar: Sobald Brunner sich in den Kopf gesetzt hat, jemanden zu töten, sei es für das nächste Kopfgeld, oder auch aus rein persönlicher Motivation, kann sich sein Gegner darauf gefasst machen, nicht mehr mit dem Leben davon zu kommen. Brunner jagt, wird gejagt, bleibt jedoch stets der Sieger in seinem gefährlichen Spiel. Doch seine Taten hinterlassen Spuren und führen ihn in manches, gemeine, hinterhältige Schicksal. Denn dort wo er am meisten verletzlich ist, dort treffen ihn seine Feinde – und opfern seine Freunde, um sich an ihm zu rächen. Doch der Kopfgeldjäger findet immer seine Genugtuung. Wenn es nicht der Sold ist, der ihn antreibt, dann der Rachedurst, der ihn zur meist gefürchteten Kampfmaschine unter der Sonne macht …

_Persönlicher Eindruck:_

Als „Warhammer“-Kunde ist man ein gewisses Schwarz-Weiß-Denken inzwischen gewohnt – denn so gut und spannend manche Zyklen auch starten und fortgesetzt werden, so schwach und ideenarm sind manchmal die Kontraste, sobald die Franchise-Kriegsmaschinerie es mal wieder mit der Darstellung von Schlachten und brutalen Gefechten übertreibt und wichtige Merkmale wie Persönlichkeits-Charakterisitika oder eine zündende Story außen vor lässt.

C. L. Werner schützt sich vor dieser Gefahr ganz clever, indem er seinen Helden durch mehrere Kurzgeschichten treibt, die zwar schon aufeinander aufbauen, in ihrer episodischen Präsentation aber vorrangig dazu dienen, das Profil des Protagonisten zu schärfen und sein teils hasserfülltes, teils auch martialisches Vorgehen in irgendeiner Form zu rechtfertigen – doch gerade hier fehlen dem Autor oft genug die schlagkräftigen Argumente.

Brunner, der unnahbare Held der Geschichte(n), ist eine am Reißbrett entworfene Kriegsmaschine, die ihren Heil im Mord an unliebsamen Figuren sucht und sich dafür individuell auch noch fürstlich entlohnen lässt. Der Kopfgeldjäger geht keine Kompromisse ein und positioniert sich als eiskalter Killer dort ein, wo schon so viele „Warhammer“-Persönlichkeiten ihren Platz gefunden haben. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass Werner ihm sehr viel Freiräume lässt und sehr um eine punktgenaue Darstellung seines Charakters bemüht ist, dabei den Inhalt seiner Einzelmissionen aber gelegentlich zu kurz kommen lässt. Es ist zwar stets die Jagd, die in allen widerlichen und misanthropischen Zügen auf den Punkt kommt, doch letzten Endes geht es vorrangig darum, den Menschen als stählernes, gefühlsarmes Etwas in den Fokus zu rücken, welches lediglich dann Emotionen zeigt, wenn man sein Umfeld gefährdet. Doch auch dann reagiert er mit der einzigen Konfliktlösungsstrategie, die ihm übrig bleibt: Morden und seinem Job nachgehen – denn mehr als ein Job ist das, was Brunner hier durchzieht, nicht.

Unterm Strich kehrt daher auch relativ bald Langeweile ein, weil die etwas unbeholfene Motivsuche sehr schnell an ihre Grenzen stößt und vom anspruchsvolleren Leser bald nicht mehr als hinreichend zufriedenstellend angenommen wird. Werner will die finsteren Gedanken seiner Leitfigur zwar in irgendeiner Form auf die Atmosphäre übertragen, verliert sich hierbei aber allzu schnell in Zweckoptimismus, der von der Handlung nicht mehr getragen werden kann. Denn irgendwann ist jedes Kapitel durchschaubar, jeder Ansatz von Spannung zunichte und jede Aufbruchsstimmung dahin – nur eben, dass dies bei „Angriff der Orcs“ recht schnell der Fall ist.

Insofern kann man jemandem nicht verübeln, dass er/sie bei „Warhammer“-Geschichten nur in zwei Kategorien denkt. Es gibt die wirklich guten Storys, und es gibt den unteren Durchschnitt. Und zu den Letztgenanntem muss man leider auch den ersten Band von „Der letzte Jäger“ zählen!

|Broschiert: 384 Seiten
Originaltitel: Blood Money
ISBN-13: 978-3492291491|
[www.piper-verlag.de]http://www.piper-verlag.de/fantasy

Algis Budrys – Projekt Luna

Auf dem Mond tötet ein außerirdisches Artefakt seine Erforscher. Es kann nur von einem Mann bezwungen werden, der als Kopie nach jedem grausigen Ende erneut in das Objekt zurückkehrt … – Das Rätsel auf dem Mond ist Vorwand für das Ausloten der Frage nach der Identität des Menschen. Aus heutiger Sicht wirkt „Projekt Luna“ didaktisch, doch faktisch ist der Roman ein wichtiger Vorreiter für die „New-Wave“-SF der 1960er Jahre: sperrig aber interessant und von nachhaltiger Wirkung, zumal dem Verfasser im letzten Drittel gleich mehrfach immer noch schockierende Twists gelingen.
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George R. R. Martin – Das Erbe von Winterfell (Das Lied von Eis und Feuer 2)

Das Lied von Eis und Feuer (überarbeitete Neuauflage):

01 „Die Herren von Winterfell“
02 „Das Erbe von Winterfell“
03 „Der Thron der Sieben Königreiche“
04 „Die Saat des goldenen Löwen“
05 „Sturm der Schwerter“
06 „Die Königin der Drachen“
07 „Zeit der Krähen“
08 „Die dunkle Königin“
09 „Der Sohn des Greifen“
10 „Ein Tanz mit Drachen“

Im Original:

01 „A Game of Thrones“
02 „A Clash of Kings“
03 „A Storm of Swords“
04 „A Feast for Crows“
05 „A Dance with Dragons“
06 „The Winds of Winter“
07 „A Dream of Spring“

Die Handlung:

Eddard Stark, der Lord von Winterfell, ist dem Ruf seines Königs und alten Freundes Robert Baratheon gefolgt und hat seine kalte Heimat im hohen Norden verlassen, um als Hand – als Roberts Berater und Stellvertreter – zu dienen. Eddard ist ein geradliniger, tapferer und aufrechter Mann, der sich jeder Gefahr mit dem Schwert entgegenstellen würde – doch die Ränke der Mächtigen bei Hof sind nichts, was man mit einem Schwert bekämpfen kann. Auch dann nicht, wenn man die Hand des Königs ist … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Weniger Seiten aber mehr Kapitel bietet der zweite Teil der Serie. Und wieder sind die Kapitel mit den Vornamen der Charaktere betitelt, um die es auf den folgenden Seiten gehen wird. Da dem Leser des ersten Bandes die Namen mittlerweile aber etwas sagen, fällt die Orientierung leichter und die Vorfreude, endlich zu erfahren, wie es mit ihm oder ihr weitergeht, ist groß … oder die Abneigung, je nachdem ob man dem „Team Stark“ oder „Team Lennister“ angehört.

In diesem Teil wird jede Menge gekämpft, intrigiert, beschuldigt, zu Felde gezogen, entführt und der Leser lernt die Erzählweise von George R. R. Martin erneut kennen: Gewöhne dich nicht zu sehr an einen Charakter, es könnte ihm etwas zustoßen. Und gegen Ende dieses Bandes müssen wir uns auch direkt von jemandem verabschieden, von dem wir das am Anfang des ersten Bandes sicher nicht erwartet hätten.

Aber so hält Martin die Spannung hoch. Nicht nur, dass er seine Schlachten ausführlich beschreibt, auch lässt er keinen seiner Charaktere in Sicherheit verweilen. Dies ist keine TV-Soap, in der nie einer der Hauptcharaktere sterben wird, hier kann es jeden erwischen. Vielleicht auch ein Grund, warum Martin sich so viele Figuren hat einfallen lassen, da kann er auch mal überraschend eine Hauptperson aus dem Rennen nehmen, ohne dass die Geschichte dann nicht mehr weitergehen könnte.

Und selbst die vermeintlichen Nebenschauplätze sind so interessant, dass der Leser an allen Fronten wissen will, was los ist. Daenerys Targaryen, die von ihrem Bruder mit einem „Wilden“, dem Stammesfürsten des Reitervolks, Khal Drogo, verheiratet wurde, wird irgendwann und irgendwie noch eine wichtige Rolle spielen, das spürt der Leser. Auch wenn sich ihre Wege mit keinem der anderen beschriebenen Häuser gekreuzt haben. Ihr Charakter macht die grundlegendste Entwicklung durch. Vom verschüchterten 13-jährigen zwangsverheirateten Mädchen bis hin zur selbstbewussten Anführerin. Und all das so glaubhaft beschrieben, dass der Leser es in seinem Kopfkino lebendig sehen kann.

Am Ende des Romans hat dann auch sie ihren dramatischen Auftritt und lässt die Wochen für den Neu-Leser erneut viel zu langsam vergehen, bis der nächste Band der Neuausgabe erscheint.

Geteiltes Buch ist halbes Buch

Der Verlag streitet gar nicht ab, die original Bücher geteilt zu haben und das mit der Neuausgabe auch gar nicht verändern zu wollen, im Gegenteil sind die Bücher ja nochmals durch eine großzügigere Aufteilung künstlich verlängert worden, um damit Mehreinnahmen zu erzielen.

Das ist ja nicht grundsätzlich verwerflich, kosten doch die Lizenzen für so ein bekanntes und beliebtes Werk eine Menge mehr als die Romane von eher unbekannten Autoren. Außerdem verlängert die Übersetzung vom Englischen ins Deutsche das Manuskript allein schon um ein Drittel, was auch zu Problemen führen könnte, will man die Seiten nicht komplett bedrucken oder einen Zeichensatz verwenden, den nur Brillenträger noch erkennen können.

Sicher gibt es dennoch Sonderausgaben der „Eis und Feuer“-Bücher, die den kompletten Text der geteilten Bücher enthalten, das sind dann aber auch ordentliche Ziegel, die nur angenehm im Regal anzusehen sind und schnell mal für eine Bänderdehnung im Handgelenk sorgen können, wenn man tatsächlich versucht sie zu lesen.

Die vollständig überarbeite Neuausgabe

Die Bezeichnung allein klingt schon nach „spezialgelagerter Sonderfall“. Was ist also neu, außer dem Cover, das durch seine schlichte Gestaltung edler wirkt als die Vorgängerversion?

Das merkt der Leser recht schnell (so er denn die alten Ausgaben kennt), wenn er die kartonierten Klappen öffnet, die die neu gezeichneten Kartenteile von Westeros freigeben. Hier wurde konsequent alles übersetzt, was es zu übersetzen gab. Früher hatte man sich noch Teile rausgepickt, die dann eingedeutscht wurden, hier heißt es jetzt „Weißwasserhafen“ statt „White Harbor“ und so weiter.

Auch gibts die aktuelle Rechtschreibung zu sehen, also „dass“ statt „daß“ und „Pass“ statt „Paß“. Bei den Kapitelanfängen hat der Verlag mehr Platz gelassen, was das Buch im Endeffekt noch mal um richtige viele (unnötige) Seiten länger macht.

Der Anhang wurde auch überarbeitet und durch eine Versetzung der Spiegelstriche übersichtlicher gemacht. Statt direkt mit einer Aufzählung der wichtigsten Häuser zu beginnen, gibts erstmal eine Kurzbeschreibung von Westeros und den wichtigsten Stämmen. Dann folgt die Vorstellung der Häuser in alphabetischer Reihenfolge. Dies ist eine sehr leserfreundliche Veränderung zum Vorgänger, denn grad der Neueinsteiger wird ziemlich oft im Anhang blättern (müssen), bei der Fülle an Charakteren und Häusern, die in diesem Roman zu finden sind. Auch wenn er sich sicher schon an viele der Figuren erinnern kann.

Und auch bei den Namen sowohl der Häuser als auch der Charaktere wurde die Eindeutschung weiter fortgeführt. Aus „Haus Greyjoy“ wurde „Haus Graufreud“, aus „Ser Arys Oekheart“ wurde „Ser Arys Eichenherz“ und Daenerys Targaryen heißt jetzt „Daenerys Sturmtochter“ und nicht mehr „Daenerys Stormborn“. Das kann man sicher alles gut nachvollziehen, warum aber das „Haus Lannister“ jetzt „Haus Lennister“ heißt, das erschließt sich mir nicht.

Die TV-Serie:

Im April 2011 startete die zehnteilige TV-Version des ersten Bandes „A Game of Thrones“ so erfolgreich im US-Fernsehen, dass sie direkt für eine weitere Staffel verlängert wurde. Sie orientiert sich stark am Buch (oder den ersten beiden Büchern, wenn man in Deutschland wohnt) und braucht sich weder bei Nacktheit noch bei Gewaltdarstellungen einzuschränken, da die Serie im Pay-TV läuft. Gerade das kommt bei den Fans der Serie sehr gut an.

In Deutschland wird der Sender TNT die zehn Folgen der ersten Staffel ab November 2011 zeigen … Winter is coming to Germany.

Die Dreharbeiten zur zweiten Staffel beginnen Ende Juli 2011.

Der Autor

George R. R. Martin, 1948 in Bayonne/New Jersey geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Sciencefiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte Hugo Award verliehen. Danach arbeitete er in der Produktion von Fernsehserien, etwa als Dramaturg der TV-Serie „Twilight Zone“, ehe er 1996 mit einem Sensationserfolg auf die Bühne der Fantasy-Literatur zurückkehrte: Sein mehrteiliges Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ wird einhellig als Meisterwerk gepriesen. George R. R. Martin lebt in Santa Fe, New Mexico. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Dramatik und Kämpfe an allen Fronten, alle Schauplätze sind spannend beschrieben, selbst die, die noch gar nichts mit den anderen zu tun haben. Bei George R. R. Martin ist kein Charakter vor dem plötzlichen Tod sicher, so wichtig er auch zu sein scheint. Auch das trägt dazu bei, dass das Kopfkino wieder unglaublich gut unterhält.

Taschenbuch: 544 Seiten
Originaltitel: A Game of Thrones (Seite 360 – 674)
Aus dem Amerikanischen von Jörn Ingwersen
ISBN: 978-3-442-26781-1
www.randomhouse.de/blanvalet

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (6 Stimmen, Durchschnitt: 1,50 von 5)

George R. R. Martin – Die Herren von Winterfell (Das Lied von Eis und Feuer 1)

Das Lied von Eis und Feuer (überarbeitete Neuauflage):

01 „Die Herren von Winterfell“
02 „Das Erbe von Winterfell“
03 „Der Thron der Sieben Königreiche“
04 „Die Saat des goldenen Löwen“
05 „Sturm der Schwerter“
06 „Die Königin der Drachen“
07 „Zeit der Krähen“
08 „Die dunkle Königin“
09 „Der Sohn des Greifen“
10 „Ein Tanz mit Drachen“

Im Original:

01 „A Game of Thrones“
02 „A Clash of Kings“
03 „A Storm of Swords“
04 „A Feast for Crows“
05 „A Dance with Dragons“
06 „The Winds of Winter“
07 „A Dream of Spring“

George R. R. Martin – Die Herren von Winterfell (Das Lied von Eis und Feuer 1) weiterlesen

Harris, Charlaine – Vor Vampiren wird gewarnt (Sookie Stackhouse 10)

_|Sookie Stackhouse|_:

Band 1: [„Vorübergehend tot“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=788
Band 2: [„Untot in Dallas“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=939
Band 3: [„Club Dead“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1238
Band 4: [„Der Vampir, der mich liebte“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2033
Band 5: [„Vampire bevorzugt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3157
Band 6: [„Ball der Vampire“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4870
Band 7: [„Vampire schlafen fest“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5450
Band 8: [„Ein Vampir für alle Fälle“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6161
Band 9: [„Vampirgeflüster“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6593
Band 10: [„Vor Vampiren wird gewarnt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7208
Band 11: „Dead Reckoning“ (noch ohne dt. Titel)

Charlaine Harris‘ Roman „Vor Vampiren wird gewarnt“ – der immerhin zehnte Teil ihrer Sookie-Stackhouse-Reihe – ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Dollarzeichen in den Augen von Verlag (und Autorin) einer ehemals spritzigen, unterhaltsamen und originellen Urban-Fantasy-Serie den Garaus machen können. Im Jahresrhythmus entspringt der Harris’schen Buchproduktion ein neuer Teil. Nun kommt „Vor Vampiren wird gewarnt“ zwar mit griffigen und übersichtlichen 370 Seiten daher, doch wenn man bedenkt, dass die Sookie-Bücher lange nicht alle Eisen sind, die Harris im Feuer hat, dann wird schnell klar, welchen Output diese Frau produzieren muss, weil sie vertraglich dazu verpflichtet ist.

Das kann nicht gutgehen. Schon seit einiger Zeit schwächelt die Serie – auch, wenn sich Harris im letzten Teil „Vampirgeflüster“ kurzfristig gefangen hatte. Doch bei der Lektüre von „Vor Vampiren wird gewarnt“ wird relativ schnell klar, dass der Autorin eine Deadline im Nacken saß. Vermutlich hat sie verzweifelt in den Schubladen ihres Schreibtischs nach Notizzetteln mit möglichen Plots für einen zehnten Band gekramt. Etwas Brauchbares hat sie dabei jedoch nicht zutage gefördert. Und so liest sich das Buch mindestens so zäh und schmerzhaft, wie der Prozess des Schreibens für Charlaine Harris gewesen sein mag. Autor und Leser bilden hier also eine unfreiwillige Leidensgemeinschaft.

Dabei kann man dem Roman nicht vorwerfen, dass nichts passieren würde. Ganz im Gegenteil, da ist einiges los! Sookie laboriert an den Spätfolgen ihrer Elfenfolter (ihr tun die Handgelenke weh und mit dem Orgasmus klappts auch nicht mehr). Bill ist durch die Silbervergiftung nur noch ein Schatten seiner selbst. Die Vergiftung will einfach nicht abheilen, bis Sookie die Sache in die Hand nimmt. Eric ist von seinem Vampirvorgesetzten Victor genervt und würde ihn am liebsten ins Jenseits befördern. Im Parlament wird gerade ein Gesetz diskutiert, nach dem sich alle Werwölfe registrieren lassen müssten (siehe „X-Men“). Auf Sookies Grundstück findet sich eine Leiche. Ihr Elfencousin Claude zieht bei ihr ein. Ihr Neffe übernachtet bei ihr. Eric bekommt Besuch von seinem Schöpfer. Und so weiter.

Klingt nach viel Stoff, oder? Das wäre es auch, würden all diese Handlungselemente irgendwohin führen. Stattdessen lässt „Vor Vampiren wird gewarnt“ einen zentralen Konflikt vermissen. Es gibt keine zielführende Handlung oder Entwicklung, die von A nach B führen würde. Da ist kein zentraler Punkt, um den die Handlung kreist und schlussendlich nichts, was die Aufmerksamkeit des Lesers nachhaltig fesseln würde. Das heißt nicht einmal, dass die Einzelgeschichten nicht interessant wären. Es gibt durchaus schöne Passagen, z. B. wenn Bill am Sterbebett der Grande Dame von Bon Temps erklärt, ihr Ururgroßvater zu sein. Oder wenn Sookie zu ihrem Neffen Hunter eine Beziehung aufbaut (hier wirkt natürlich der Kinderbonus). Doch kaum hat man sich als Leser auf eine Richtung eingestellt, geht es ganz woanders lang. Und so fährt man ständig im Kreis, ohne jemals irgendwo anzukommen. Es scheint, Harris habe Ideen, die sie für Sookie-Kurzgeschichten hatte, in diesen Roman gepackt. Und für sich genommen würden sie vermutlich auch funktionieren. Doch lieblos in einem Roman aneinandergereiht? Teilweise unaufgelöst? Das macht auf Dauer keinen Spaß.

Denn Tatsache ist auch, dass Harris manche dieser Handlungsstränge eben nicht bis zum Ende verfolgt, sodass der Leser den Eindruck bekommt, einer Seifenoper zu folgen: Die Handlung läuft zwar im Schneckentempo ab, gelöst wird aber trotzdem nichts. Um mehr zu erfahren, muss man in einem Jahr wieder einschalten. Das ist bei manchen Subplots ärgerlicher als bei anderen. So ist es zum Beispiel verzeihlich, dass das Werwolf-Gesetz als Idee zwar eingeführt wird. So etwas lässt sich gut über mehrere Bücher ziehen, zum Beispiel als verbindendes Element zwischen mehreren Büchern. Doch dass Sookie und Pam zwei von Victors Leuten umbringen, ohne dass darauf irgendeine Reaktion erfolgt, das ist einfach schlechter Autorenstil. Und so geht es vielen Ereignissen in diesem Buch: Sie stehen isoliert und in keinem größerem Zusammenhang und führen im schlimmsten Fall nirgendwohin.

Am eklatantesten ist die Schaffenskrise der Autorin aber wohl an der Charakterzeichnung abzulesen. Denn pfiffige, abwegige und interessante Charaktere waren schon immer Harris‘ starke Seite. Hier jedoch hat sie schon Schwierigkeiten, ihren Charakteren überhaupt treu zu bleiben: Eric, der markante Wikinger, der sich von nichts und niemandem einschüchtern lässt, nennt Sookie jetzt Schatz und hat mit ihr (wiederholten) Blümchensex in seiner Vorortvilla. Bill schleicht zweimal durchs Bild und leidet (immerhin das ist charakterkonform). Alle anderen Männer in Sookies Leben kommen entweder überhaupt nicht vor (Quinn) oder mutieren zum bloßen Stichwortgeber (Sam, Alcide). Am schlimmsten trifft es Sookie selbst, die von einer frechen und neugierigen (wenn auch nicht sonderlich gebildeten) Göre zu einer Karikatur ihrer selbst geworden ist: eine überzeichnete und egozentrische Zicke, um die das Romanuniversum zu jeder Tages- und Nachtzeit kreist. Egal, wie uninteressant Sookies Leben auch sein mag. Und so bekommt der Leser auch hier wieder Banalitäten aus dem Hause Stackhouse serviert: Sookie wäscht ab, jätet den Garten und macht Gymnastik. Der Höhepunkt (oder Tiefpunkt) ist wohl erreicht, wenn Sookie dem Leser auseinandersetzt, wie sie aufwacht und aufs Klo muss. Und wenn Charlaine Harris dann gar nichts mehr einfällt, dann refereriert sie nicht nur Ereignisse aus vorangegangenen Büchern, sondern wiederholt sich innerhalb des aktuellen Romans, um dem Leser immer und immer wieder zu erzählen, dass Sookie ja in der Vergangenheit so viele Geldprobleme hatte (diese Passage kommt fast wortgleich mindestens drei Mal vor). Wenn sich schon die Autorin solche Füllsel nicht verkneifen kann, dann hätte wenigstens der Lektor mal den Rotstift zücken können. Dafür ist er schließlich da.

Man möchte Charlaine Harris wünschen, dass sie ihre Muse wiederfindet oder dass sie zwischen der ganzen Auftragsschreiberei auch ein wenig Zeit für anderes findet – irgendwo müssen Romanideen ja schließlich herkommen, meist entstehen diese nämlich nicht spontan, während man auf ein leeres Blatt Papier starrt. Ansonsten ist von den verbleibenden drei Romanen der Reihe, die zu schreiben sie vertraglich verpflichtet ist, kein großes Lesevergnügen zu erwarten.

|Taschenbuch: 384 Seiten
Originaltitel: Dead in the Familiy
ISBN-13: 978-3423212830|
[www.dtv.de]http://www.dtv.de

_Charlaine Harris bei |Buchwurm.info|:_

|Harper Connelly|:
Band 1: [„Grabesstimmen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4704
Band 2: [„Falsches Grab“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5608
Band 3: [„Ein eiskaltes Grab“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6318
Band 4: [„Grabeshauch“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7031

von Michalewsky, Nikolai (als Mark Brandis) – Mark Brandis: Der Spiegelplanet (Weltraumpartisanen – Band 17)

_Mark Brandis bei |Buchwurm.info|:_

Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
Band 16: [„PILGRIM 2000″]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7167
Band 17: _“Der Spiegelplanet“
_

Es war eine der erfolgreichsten deutschen SciFi-Serien der Siebziger- und Achtzigerjahre. Nikolai von Michalewsky (1931 – 2000) alias „Mark Brandis“ schuf mit dem gleichnamigen Titelhelden, welcher quasi seine Memoiren in der Ich-Form präsentiert, einen wahren Klassiker. Zwischen 1970 und 1987 brachte er es immerhin auf 31 Bände, wobei die originalen Hardcover des |Herder|-Verlages nur noch antiquarisch, und – zumindest die Erstauflage – zu teils horrenden Preisen, zu bekommen sind. |Bertelsmann| scheiterte beim Versuch, sie als doppelbändige Taschenbuchausgaben über den hauseigenen Buchclub wieder zu etablieren. Bis zum Jahr 2000 senkte sich allmählich immer mehr Vergessen über die „Weltraumpartisanen“.

Ausgerechnet in seinem Todesjahr startete NvM den letzten Versuch der Wiederbelebung und Neuausrichtung seiner Figur, kam aber über einen einzigen – wenig beachteten und noch weniger geliebten – Band („Ambivalente Zone“) nicht mehr hinaus. Erst weitere acht Jahre später nahm sich der |Wurdack|-Verlag der Original-Serie noch einmal, mit der ihr gebührenden Ernsthaftigkeit, an und legte sie komplett neu auf: Jedes Quartal erscheinen seither zwei Bände als broschierte Sammlerausgaben für je 12 Euro. Dabei wurde der Inhalt (sogar die alte Rechtschreibung) unangetastet gelassen, das äußere Erscheinungsbild jedoch deutlich modernisiert und gelegentlich einige Randbeiträge eingebaut.

_Vorgeschichte_

Der Weltraum unseres Sol-Systems wird bereist und die nächsten Himmelskörper sind auch bereits kolonisiert. Die Zeiten einzelner Nationalstaaten sind lange vorbei. Nur zwei große Machtblöcke belauern sich auf dem Mutterplaneten Erde noch: Die Union Europas, Afrikas und Amerikas (EAAU) und die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR). Commander Mark Brandis, unfreiwilliger Bürgerkriegsheld (Band 1 – 4) und – seit dessen Ende – endlich wieder als Cheftester in der zivilen Institution VEGA (Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik) tätig, hat in den Folgejahren schon so manchen heiklen Job im Dienste der Erde übernommen. Dabei ficht der deutschstämmige Kosmopolit und -pilot vehement für Humanität, Gerechtigkeit, Demokratie und gegen Militar- sowie Rassismus. Kurzum: Eine bessere und friedlichere Welt.

_Zur Story_

Noch gar nicht so lange her, nämlich im April 2080, da stieß die Besatzung der |Kronos|, die nach einer interstellaren Explosion weit vom Kurs abgekommen war, auf die seit 1991 verschollene Raumstation |Pilgrim 2000|. Diese befand sich auf der der Erde gegenüberliegenden Seite der Sonne, wohin es nun auch die |Kronos| verschlagen hatte. Commander Mark Brandis evakuierte die überlebenden Nachkommen der einstigen Siedler (vgl. Band 16) und setzt nun mit der überfüllten |Kronos| den beschwerlichen, langen Heimflug rund um die Sonne fort. Navigator Iwan Stroganow macht plötzlich eine sehr seltsame Entdeckung: Ein Planet, welcher der Zwilling der Erde sein könnte, taucht im Erfassungsbereich des Radars auf. Gleiche Größe, Masse und Rotation sowie Umlaufgeschwindigkeit um die Sonne. Daher ist auch er – wie schon die |Pilgrim| – zuvor wohl auch nie entdeckt worden. Eine Sensation und Weckruf an den Forscherdrang.

„Der Spiegelplanet“ wie ihn Brandis zunächst tauft, hat sogar das gleiche Verteilungsverhältnis von Wasser- und Landmassen. Und: Er ist bewohnt. Wie es scheint, haben sich die Bewohner aber noch nicht auf ins All gemacht, auch interstellare Raumüberwachung ist Fehlanzeige. Man bleibt also unbemerkt, als man neugierig in den Orbit einschwenkt. Brandis beschließt, mit den Leutnants Stroganow und Torrente zu einem Erkundungsflug mit dem Dingi aufzubrechen. Genau eine Woche soll Pilot Grischa Romen Ihnen Zeit geben, dann wollen sie zurück sein. Sollte ihnen dies nicht möglich sein, etwa bei Beschädigung des Dingis oder anderen Widrigkeiten, ist ein vermeintlich gut erreichbarer Treffpunkt auf einem abgelegenen Plateau ausgemacht, an welchem die |Kronos| dann landet und sie aufpickt. Verstreicht eine weitere Sicherheitsfrist hat er die strikte Weisung ohne Verzögerung auf Heimatkurs gehen. So jedenfalls der Plan.

Pläne haben allerdings bekanntlich die unangenehme Eigenschaft beim ersten Anprall mit der Realität zu zerbröseln wie trockene Kekse aus der Bordration. Zunächst sieht der Planet in den weitesten Teilen höchst idyllisch aus. Klare Seen, unberührte Wälder und Auen – einen ersten Riss bekommt das schöne Bild, als die heimlichen Besucher Zeugen eines durch Polizeikräfte verübten Mordes werden. Die Absonderlichkeiten gehen weiter, scheinbar wird der Rest der noch verbleibenden Landbevölkerung per Staatsdoktrin in die einzige große Stadt getrieben. Brandis und seine beiden Begleiter wagen sich zu nah vor ihre Tore und müssen sich notgedrungen als neue Stadtbewohner registrieren lassen, der Weg zum Dingi ist durch meterhohe Mauern und dem Polizeiapparat abgeschnitten. In der Stadt hat BIG MOTHER das Sagen: Alle haben reich, satt und glücklich zu sein. Jegliche Form von Arbeit ist strengstens verboten. Widerstand wird nicht geduldet – wer es dennoch tut, ist des Todes.

_Eindrücke_

Zeitreisen wären ein probates Mittel für Recherchen in der Zukunft und der Vergangenheit. Nikolai von Michalewsky geht den eigenständigen Weg und schreibt sich dazu einfach eine alternative Erde zurecht, die sich von seinem Bezugspunkt aus 12 Jahre in der Zukunft befindet und die er dann sozialkritisch auseinandernimmt. Der Rezensent wünscht sich dagegen eine solide konstruierte Zeitmaschine der Marke „Orwell Turbo“, um eben jenen Autor vor dessen Ableben zu fragen, was um alles in der (Anti-)Welt er sich bei diesem haarsträubenden Unsinn gedacht haben mag, den er sich da zurecht gepuzzelt hat. Wir werden es also wohl leider nie genau erfahren, sondern stets nur interpretieren können, ob NvM fast exakt zur Hälfte seine MB-Phase vielleicht so etwas wie einen kreativen Mariannengraben durchschritt. Man muss es auch als langjähriger Fan, welcher die Serie von Kindesbeinen an verfolgte, nämlich leider ganz knallhart formulieren: Alles andere als ein Verriss, wäre hier – Ironie des Schicksals für einen Sciencefiction-Roman – absolute Utopie.

| Spoilerwarnung: Weiterlesen verdirbt den Spaß am Buch nachhaltig!
Hinweis für Kritik-Allergiker: Kann Spuren von verbalen Kopfnüssen und Worthülsen enthalten|

Nun da die Katze aus dem Sack ist, dass „Der Spiegelplanet“ ziemlich desaströs ausfällt, bleibt noch die alles entscheidende Frage zu klären: Warum? Die Antwort darauf ist vielschichtig, denn es klemmt an vielen Ecken und Enden. Es ist dabei nicht einmal NvMs geradezu naive Art Technik und/oder (astro-)physikalische Zusammenhänge in seinen Büchern zu verarbeiten. Das kennt man schon und es gehört auch zur Serie wie die Mayo auf die Pommes. Das verbucht man vielleicht am Besten unter der Rubrik „Charme“ oder „es waren halt die Siebzigerjahre“, obwohl auch diese Entschuldigungen meist nicht weit genug greifen und schon genauso abgedroschen klingen wie „Er war jung und brauchte das Geld“ – was freilich auf NvM, zumindest bezüglich des ersten Punktes, schon nicht mehr zutraf. Schon damals hätte er vieles besser wissen und wissenschaftlich wasserdichter darstellen können (und eigentlich auch müssen). Aber dieser leidige Punkt ist hier nur ein Fragment des Problems.

Es ist auch nicht die Theorie eines planetaren Zwillings an sich, denn so neu ist dieser Mythos nämlich gar nicht. Schon die ollen Pythagoräer waren (wie einige andere Gelehrte vor wie nach ihnen) überzeugt, dass es einen geheimnisvollen 10. Planeten im Sol-System geben müsse: Antichthon – die „Gegenerde“ – stets auf der gegenüberliegenden Seite der Sonne gelegen und daher nicht sichtbar. Einen höchst interessanten Exkurs über das Thema findet man im Anhang des Bandes. Mal abgesehen davon, dass es 1978 schon allein aufgrund von gesicherten Gravitationsberechnungen sowieso vollkommen auszuschließen war, dass sie noch ein weiterer nennenswert großer Himmelskörper in unserem Sonnensystem – noch dazu exakt auf der Erdbahn – befinden könne, müsste spätestens mit der Besiedlung der Venus auch im MB-Universum Schluss mit inkognito gewesen sein. Denn die Venus hat eine ganz andere Umlaufzeit und -bahn, sodass man von dort aus sicherlich inzwischen auf den ominösen Planeten gestoßen wäre.

Nun ja wie gesagt, NvM, Naturgesetze und Logik passen oft nicht so ganz überein. Doch auch darüber hinaus hat er dieses Mal noch viel tiefer in die fiktionale Wundertüte gegriffen. Drastischer gesagt: ins Klo. Nicht nur dass die Gegenerde physikalisch wie landschaftlich ein fast perfektes Abbild der unsrigen darstellt, Nein, es kommt noch viel doller. Schrift, Sprache und Zeitrechnung sind (fast) identisch! Hoppla, das würde eine exakt gleiche Historie, technische Entwicklung sowie komplette Sozialisation ihrer Bewohner voraussetzen. Inklusive eines angeblichen Messias, von dessen Tod an die 1980 Jahre vergangen sind, denn auf (Achtung – Wink mit dem Zaunpfahl) „Mir“, wie die Bewohner ihren Planeten nennen, ist man ziemlich genau 100 Jahre (1980/2080 – welch Zufall) in der Entwicklung zurück, sieht man vom bemerkenswerten Fahlen der Raumfahrt einmal ab, wobei offenbar nach gregorianischem Kalender (Na da schau her!) gerechnet wird. Und was sagt uns das alles? Richtig. Schmarrn!

OK, wir schauen auf die Haben-Seite. Eine aus Zeiten des Kalten Krieges resultierende Sozialkritik am kommunistischen System wie es erscheint, mit welchem die ehemaligen Einheitsparteien sozialistischer Länder – sei es nun SED oder KPdSU (hier eben „Wohlstands-Partei“ genannt) – und ihr zentrales Verteilungssystem BIG MOTHER (George Orwells „1984“ lässt schön grüßen) durchaus gleichgesetzt werden können. Dazu passt auch die wahre herrschende Kaste der „Ingenieure“, die wie russische Oligarchen ausgestaltet sind. Der Polizeiapparatschik über den sie gebieten ist VoPo, Militär und Stasi zusammengenommen. Inklusive zivilem Denunziantentum. Die zentrale Frage, kann der Staat dem Bürger das Recht zu arbeiten und zu denken nehmen – oder in ein steriles Habitat stecken?, lässt sich natürlich nur mit einem Nein beantworten. NvM schwingt hier wieder einmal die ganz große Moral-Keule und Gutmensch Brandis schießt dabei aber kollossal über das Ziel hinaus.

Wobei er seine, sonst so plakativ präsentierten, preußischen Tugenden wegen eines hübschen, siebzehnährigen (!) Mädels fahren lässt, das noch nie die Stadt verlassen hat. Sapperlot! Ja, isses denn die Possibility? Da muss der Outworld-Galan natürlich ran. Wider alle Vernunft brodeln da Gerechtigkeitssinn wie Hormone und es geht illegal hinaus in Wald und Heidi – pardon: Heide. Fast vergessen sind Verantwortung für Schiff, Besatzung, die an Bord befindlichen Flüchtlinge und nicht zuletzt das sorgenvoll wartende Eheweib daheim. Dass er dann doch noch knapp die Kurve kriegt und es dann doch nicht zur drohenden Affäre mit etwaigem Beischlaf kommt, beruhigt dann, wenngleich es auch eine Spur weniger melodramatisch hätte ausgehen dürfen. Der inzwischen auch außerhalb von Polizeikreisen bekannte „Finale Rettungsschuss“, rettet hier buchstäblich Geschichte und Hauptfigur vor dem endgültigen Fiasko, welche diesbezüglich in „Die lautlose Bombe“ schon ein paar Fissuren bekam, als er an einer jungen hübschen Asiatin knusperte.

|Spoilerentwarnung: Ab hier geht es wieder entspannter zu Sache|

Was sich NvM letztendlich beim Spiegelplaneten gedacht haben mag, wird auf ewig (s)ein Geheimnis bleiben. Fest steht, dass dieser Roman einen Tiefpunkt innerhalb der Serie darstellt und allgemeinhin als der fehlerreichste seiner Art gilt. Und das auf beinahe allen Ebenen – physikalisch, logisch und emotional. Ging einfach nur die Fantasie mit ihm durch? Was sollte das Ganze bezwecken? Immerhin ist er auf diese Art die Quäker (= Siedler der |Pilgrim|) sozusagen gewinnbringend los geworden. Was aber wundert, ist die Inkonsequenz, nämlich dass in der gesamten restlichen Serie nicht ein nennenswertes Wörtchen mehr über „Mir“ und/oder die dort Zurückgelassenen fällt. Keine einzige Expedition zu den entfernten Verwandten im eigenen Sonnensystem (!), die schließlich mehr sind als nur Nachbarn. Es wären Brüder im Kampf gegen Hunger und Überbevölkerung auf der durch radioaktiven Fallout zerschundenen Erde (vgl. „Operation Sonnenfracht“ und darauf folgende Bände). Es ist wie in der Realität: Die „Gegenerde“ wird ein Mysterium bleiben.

_Fazit_

Kurz und bündig: Der altgediente Fan wird den Band sicher noch in schlechter Erinnerung haben, sich aber den seit Januar 2011 erhältlichen Reprint bestimmt trotzdem ins Regal stellen wollen. Möglicherweise zusätzlich zu den eventuell noch vorhandenen Original Hardcovern oder weil die Chronologie und/oder Vollständigkeit der Sammlung es verlangen. Neu- wie Quereinsteiger seien vor dieser grottenschlechten Geschichte gewarnt, welche glücklicherweise nicht für den Rest der Reihe repräsentativ ist: Lesen, schmunzeln (oder ärgern – je nach Temperament und Veranlagung) und am besten gleich ganz schnell wieder vergessen. Schon mit dem nächsten Abenteuer geht es wieder aufwärts.

|Taschenbuch, 194 Seiten
Ersterscheinung: 1978 – Herder, Freiburg
Sammleredition/Neuauflage: 2010/2011
ISBN: 978-3-938065-65-5|
[www.wurdack-verlag.de]http://www.wurdackverlag.de

_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“ 4995
02 [„Verrat auf der Venus“ 5013
03 [„Unternehmen Delphin“ 5524
04 [„Aufstand der Roboter“ 5986
05 [„Testakte Kolibri 1“ 5984
06 [„Testakte Kolibri 2“ 5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“ 6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“ 6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 [„Pilgrim 2000 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7059
14 [„Pilgrim 2000 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7060
15 [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7128
16 [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7129
17 „Alarm für die Erde“ (für Herbst 2011 angekündigt)
18 – für Herbst 2011 angekündigt –

Headley, Maria Dahvana – Königin der Unsterblichen, Die

_Ägypten 30 v. Ch._ Kleopatra von Ägypten hat alles verloren, was eine Frau und Königin verlieren kann. Nicht nur der Tod ihres geliebten Marcus Antonius treibt Kleopatra in die Verzweiflung, auch der Verlust ihrer Kinder und der verlorene Krieg gegen Rom und Octavian treibt sie zu einer Verzweiflungstat.

Zu ihrer und Ägyptens Rettung beschwört Kleopatra, genährt von ihrem Hass auf Rom und den neuen Herrscher Octavian, Sachmet, die von Ägyptens Göttern verbannte Göttin des Krieges. Ihr Plan Ägypten und ihre Familie zu rächen geht aber aufgrund eines Fehlers in der uralten Beschwörung nicht auf und Kleopatra verliert ihre Seele an Sachmet, die sie nun für ihre Zwecke missbraucht.

Sachmet verwandelt Kleopatra in eine vampirähnliche Kreatur, die nur noch in der Dunkelheit existieren kann und eine unstillbare Gier nach frischem Blut entwickelt. Doch ein kleiner Teil ihrer Menschlichkeit ist Kleopatra geblieben und so sucht sie, neben der Rache an Rom und Octavian, einen Weg dem Handel mit Sachmet zu entgehen. Doch wie besiegt man eine unsterbliche Göttin?

_Kritik_

Mit ihrem Debüt „Die Königin der Unsterblichen“ hat die Newcomerin Maria Dahvana Headley den mystischen Beginn einer Trilogie, vor historischem Hintergrund, veröffentlicht.

Auf eine sehr interessante Art verwebt die Autorin hier geschichtliche Fakten mit Fantasy und alter Mythologie. Durch den Selbstmord Kleopatras wird dem Leser eine neue, mystische Version ihres Todes erzählt. Schon der Prolog, geschrieben wie ein Tatsachenbericht vom Hauslehrer ihrer Kinder, Nikolaus von Damaskus, übt einen unwiderstehlichen Reiz auf die Leser aus.

Mit oftmals poetisch anmutenden Beschreibungen schafft es die Autorin, eine mystische Stimmung zu vermitteln, trotzdem lässt sich das Buch flüssig lesen. Bildgewaltig und authentisch erzählt die Autorin die lebendige und vielschichtige Handlung. Leider verliert sie sich teilweise in den sehr ausführlichen Beschreibungen, sodass in den ersten zwei Dritteln kaum Spannung aufkommt und der Roman etwas langatmig wirkt. Erst im letzten Drittel zieht die Spannung etwas an, um in einem gewaltigen Showdown zu enden. Auch versäumt es die Autorin, die Schauplätze ihrer Handlung bildhaft zu beschreiben.

Verschieden Mythen um die alten Götter und auch Hexen vereinen sich in „Die Königin der Unsterblichen“ auf eine sehr interessante Art, was einen ganz eigenen Charme ausübt. Besonders Leser, die sich mit diesen Überlieferungen schon einmal beschäftigt haben, dürften hier einen besonderen Leckerbissen finden.

Mit dem Fokus auf alle wichtigen Figuren lässt uns ein Beobachter an dem Plot teilhaben. Interessant ist es dabei vor allem, dass der Leser nicht nur die Perspektive Kleopatras und Octavians miterlebt, sondern die Geschichte auch aus der Sicht der verschiedenen Sagengestalten wahrnimmt. Zeitweise kommt es zwar aufgrund der Perspektivwechsel zu Brüchen von mehreren Tagen, was schon mal zu Fragen führen kann, genauso ist es aber auch interessant zu lesen, was sich zum Beispiel die Priesterin der Hekate von den Ereignissen verspricht. Lediglich die Göttinnen bleiben etwas im Dunkeln, da dieser Betrachtungswinkel völlig ausgelassen wird.

Viele historisch verbürgte Personen, aber auch verschiedene Sagengestalten und auch alte Götter bekommen von Maria Dahvana Headley einen Platz in „Die Königin der Unsterblichen“. Was hier schon außergewöhnlich ist, trotz vieler wichtiger und unverzichtbarer Protagonisten wirken alle wichtig für den Verlauf der Geschichte. Die Hintergründe ihres jeweiligen Handelns sind schlüssig und fügen sich in den Verlauf, den die Geschichte nimmt, brillant ein. Allerdings fällt es schwer oder ist auch schon fast unmöglich, Partei für eine Seite zu ergreifen. Auch wenn der Leser mit Kleopatra schon fast mitleidet und ihre Trauer um den verstorbenen Marcus Antonius und den Verlust ihrer nun römischen Kinder nachvollziehen kann, einen wirklichen Bösewicht scheint es hier nicht zu geben.

Neben der nun untoten Kleopatra, ihren Kindern und verschiedenen bekannten Römern, gibt es da dann auch noch eine Schicksalsweberin, die auf ihrem Spinnrocken geschickt die Fäden des Schicksals immer wieder neu webt. Eine alte Priesterin der Göttin Hekate, die ihrem eigenen Angelegenheiten folgt und auch einen Psylli, der mit der Tochter des Westwindes verheiratet ist und so manches Geheimnis vor allen anderen erfährt.

Das Cover ist dem Verlag wirklich passend gelungen. Nicht nur, dass hier eine junge Frau abgebildet ist, die an Kleopatra erinnern soll, auch die Schlange, die für ihren Tod steht und alter Schriftzeichen im Hintergrund zeigen deutlich, dass Ägypten und besonders Kleopatra eine Rolle spielen. Dies kann der Leser erkennen, auch ohne den Klappentext gelesen zu haben.

In einem Nachwort geht die Autorin noch kurz auf die geschichtlichen Hintergründe sowie auf ihre Idee dazu ein.

_Fazit_

Die vielversprechende Autorin Maria Dahvana Headley hat mit ihrem Debütroman „Die Königin der Unsterblichen“ eine ansprechende Version der historischen Geschichte um Kleopatra zu Papier gebracht.

Vom historischen Hintergrund mal abgesehen, ist „Die Königin der Untersterblichen“ ein solider Titel aus dem Genre Fantasy. Lediglich der fast völlig fehlende Spannungsbogen und die dadurch entstehenden Längen sind hier ein Kritikpunkt. Dies wird sich hoffentlich in den weiteren Bänden verbessern, es darf ja auch nicht vergessen werden, dass es sich hier mehr um eine Einleitung zu der Geschichte handelt.

Mit Spannung können die weiteren Teile der Trilogie erwartet werden, ich denke Maria Dahvana Headley hat so viel Potenzial, dass sie uns Leser noch so manches Mal überraschen wird.

|Acta est fabula|

_Autorin_

Maria Dahvana Headley veröffentlichte bereits mehrere Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien. Sie lebt mit ihrem Ehemann, dem Dramatiker Robert Schenkkan, in Seattle. „Die Königin der Unsterblichen“ ist ihr erster Roman.

|Taschenbuch: 528 Seiten
Originaltitel: Queen of Kings
ISBN-13: 978-3426508930|
[www.droemer-knaur.de]http://www.droemer-knaur.de/home
[Leseprobe]http://www.droemer-knaur.de/livebook/LP__978-3-426-50893-0/index.html

Kendall, Anna – Pfad der Seelen, Der

_|Soulvine Moor Chronicles|:_

Band 1: _“Der Pfad der Seelen“_
Band 2: „Dark Mist Rising“ (noch ohne dt. Titel)

_Roger ist eine Waise_ und lebt bei seinem Onkel und seiner Tante. Über seine Eltern weiß er überhaupt nichts, dafür weiß er eine Menge über das Reich der Toten. Denn Roger besitzt die Fähigkeit, auf den Pfaden der Toten zu wandeln. Dankbar ist er dafür allerdings nicht, denn sein Onkel ist ein rücksichtsloser und brutaler Mann, der Roger nach Strich und Faden ausbeutet. Aber selbst, als Roger wie durch ein Wunder nach Gloria kommt, der Hauptstadt des Reiches, erweist seine Gabe sich eher als Fluch denn als Segen …

_Obwohl Roger durch eine_ harte Schule gegangen ist, ist er in mancher Hinsicht noch recht naiv. Vor allem von Frauen hat er keine Ahnung. Er selbst hält sich vor allem für einen Feigling. Aber dumm ist er nicht. Cecilia dagegen, die Hofdame, in die Roger sich verguckt, ist nichts weiter als ein Schmetterling: hübsch, schillernd, harmlos und ohne jeglichen Verstand. Ganz anders Maggie, die sich ihrerseits in Roger verguckt hat. Maggie ist eine Küchenmagd, besitzt jede Menge praktischen Menschenverstand und ist außerdem hilfsbereit und treu.

Weit schwerer einzuordnen ist die junge Königin Caroline. Sie ist ehrgeizig und fürsorglich, charmant und rücksichtslos. Das Einzige, dessen man sich bei ihr sicher sein kann, ist, dass sie das Beste für ihr Land will. Ihre Methoden, das zu erreichen, sind allerdings recht bedenklich.

Den Part des Geheimnisvollen übernimmt Mutter Chilton, eine Heilerin, die offenbar mit den gefürchteten Bewohnern des Seelenrankenmoores zu tun hat. Sie scheint eine Menge zu wissen, gibt aber nichts davon preis.

Den Entwurf der Charaktere fand ich gar nicht schlecht. Vor allem die schillernde Figur der Caroline hat mir gefallen. Und auch Rogers Verwirrung angesichts des Königshofes und seine Vernarrtheit in Cecilia sind gut getroffen. Trotzdem hat es nicht zu echter Tiefe gereicht. Denn die genannten Punkte dominieren Roger so sehr, dass andere interessante Aspekte darunter leiden, zum Beispiel seine Fragen in Bezug auf seine Eltern. Und dem Konflikt zwischen Caroline und ihrer Mutter Eleonore fehlte jegliche Basis, weil nirgendwo erwähnt wird, warum Eleonore ihre Tochter für ungeeignet hält, das Land zu regieren.

Genauso sparsam war die Autorin mit der Ausarbeitung ihrer Welt. In der Kultur, die sie entworfen hat, gilt es als natürliche Ordnung der Dinge, dass Frauen regieren, weil Männer nur zum Beschützen taugen. Dennoch gibt es außerhalb der Königshäuser keinerlei Anzeichen für eine matriarchalische Gesellschaftsordnung, eher im Gegenteil, denn außer Rogers Onkel und Tante tauchen kaum einfache Leute auf, die verheiratet sind, und der Onkel unterdrückt seine Frau genauso wie seinen Neffen. Und die „Wilden“, mit denen Caroline sich verbündet hat, und die in einer völlig anderen Gesellschaftsform leben, bleiben eine kaum ausgearbeitete Randerscheinung.

Auch Magie ist kaum vertreten. Rogers Fähigkeit, das Totenreich zu betreten, ist vorerst das einzige Detail, das dieses Buch zu einem Fantasy-Roman macht. Die Ereignisse in Hyrgyll wirken eher wie Schamanismus. Und der Raub fremder Seelen, der den Bewohnern des Seelenrankenmoores vorgeworfen wird, ist bisher lediglich ein Statement ohne jede Erklärung. Vielleicht hat Mutter Chilton magische Fähigkeiten. Wenn ja, hat sie sie erfolgreich vor jedem verborgen, selbst vor dem Leser.

Zugegeben, das Seelenrankenmoor und alles, was damit zusammenhängt, klingt sehr geheimnisvoll und macht neugierig. Die eine oder andere Antwort hätte ich aber schon gern gehabt. Und es ist ja nicht so, dass das Buch mit seinen knapp vierhundert Seiten bereits die Grenzen eines erträglichen Umfangs erreicht hätte. Statt dessen hat die Autorin sich offenbar fast alles, was damit zusammenhängt, für den nächsten Band aufgehoben, was ich ein wenig unbefriedigend fand. Zumal die Handlung trotz interessanter Entwicklungen und Wendungen nie wirklich spannend wurde. Obwohl Caroline sich in ziemliche Schwierigkeiten gebracht hat, fehlt ihrer Situation jegliche Dynamik, weil der Ich-Erzähler, nämlich Roger, in der entscheidenden Phase die Stadt verlässt! Und die bedenkliche Entwicklung im Totenreich wirkt sich ebenfalls nicht auf die Spannungskurve aus, weil nirgendwo ein Zusammenhang zwischen den beiden Welten hergestellt wird, aus dem man Rückschlüsse ziehen könnte, ob und wie sich ein Kollaps des Totenreiches auf die Welt der Lebenden auswirken würde.

_Schade, daraus_ hätte man mehr machen können. Eine detailliertere Ausarbeitung der „Wilden“ und ihres Anführers hätte der unbestritten prekären Situation Carolines noch einiges an zusätzlichem Pfeffer verleihen können, ebenso hätte die intrigante Stimmung innerhalb des Hofes von zusätzlichen Einzelheiten über die Entstehung des Königinnenstreits profitiert. Und ein paar Antworten mehr in Bezug auf das Seelenrankenmoor und seine Bewohner hätten vielleicht eine nachvollziehbare Erklärung für Cecilias Rolle in der ganzen Geschichte geliefert, denn wenn Caroline sie tatsächlich an den Hof geholt hat, weil sie hoffte, das Mädchen besäße dieselbe Gabe wie Roger, warum hat sie sie dann nicht nach Hause geschickt, sobald offensichtlich wurde, dass die einzige Gabe dieses geistlosen Geschöpfes ihr hübsches Aussehen war?

Hier wurde definitiv Potenzial verschenkt. Manches davon war sicherlich Absicht, denn das Ende des Buches deutet unmissverständlich auf eine Fortsetzung. Vieles andere dagegen wäre für den nächsten Band gar nicht mehr relevant und wurde folglich nicht absichtlich aufgespart. Ich hoffe daher stark, dass Anna Kendall sich in ihrem nächsten Buch etwas mehr auf ihre eigene Geschichte einlässt, dass sie sich die Mühe macht, die Situation ihrer Figuren etwas genauer zu beleuchten und allem damit etwas mehr Farbe zu verleihen, und dass sie es schafft, ihren Konflikten genug Sprengkraft zu verleihen, um echte Spannung zu erzeugen.

_Anna Kendall_ ist gebürtige Irin, lebt aber heute in den USA. Sie war lange als Lehrerin tätig, ehe sie sich dem Schreiben widmete. „Der Pfad der Seelen“ ist ihr Debutroman und wurde im englischsprachigen Raum als Buch für junge Erwachsene ausgewiesen.

|Taschenbuch: 384 Seiten
Originaltitel: Crossing Over
Aus dem Englischen von Simone Heller
ISBN-13: 978-3442267927|

Pflieger, Kerstin – Alchemie der Unsterblichkeit, Die

_Die Handlung:_

Den jungen Gelehrten Icherios Ceihn packt die Angst. Niemals zuvor ist er durch diese finsteren Lande gefahren, noch nie hat er ein Irrlicht gesehen. Es ist das Jahr 1771 und Icherios auf dem Weg in den tiefsten Schwarzwald, um eine brutale Mordserie aufzuklären. Im Dorf erwartet ihn schon eine seltsame Ansammlung aus Vampiren, Werwölfen und Menschen, die alles andere als friedfertig ist. Und ein Mord folgt auf den nächsten …
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Ich gebe zu, dass ich mit einem Vampirroman à la Edward Cullan gerechnet habe, jedoch bin ich angenehm überrascht worden, da in diesem Buch kein Vampir glitzert oder einfühlsam ist, in diesem Buch sind die Vampire, Werwölfe und Irrlichter wirklich böse.

Man kann sich sehr leicht in diesen Roman reinlesen, da man gleich ab der ersten Seite einen guten Bezug zu dem Protagonisten herstellt. Das Buch ist aus der Sicht des Inspektors Icherios Ceihn geschrieben, der durch seine Tollpatschigkeit und seinen zweifelnden Wissenschaftler-Gedanken dem Leser sehr sympathisch wird.

Dieser junge Mann, der eigentlich ein Medizinstudium beginnen möchte, wird nun in den Schwarzwald geschickt, um eine geheimnisvolle Mordserie aufzuklären und um den Mörder zu finden. Der Leser wird dabei animiert mitzurätseln, da dieser Ort voller Lügen und Geheimnisse steckt, sodass bis zum Ende unklar ist, wer der Täter ist und so die Spannung die ganze Zeit erhalten bleibt.

Ab und an wird die eigentliche Geschichte mit Monologen des Täters unterbrochen, welche den Leser oft auf eine falsche Fährte locken, doch später setzen sich die Puzzleteile zusammen und der Mörder muss nur noch gestellt werden. Dabei müssen jedoch Vampire, Werwölfe und Menschen zusammenarbeiten, doch unter ihnen ist Misstrauen gesät worden. So fiebert der Leser mit, er hofft, dass dieser nicht der Mörder ist, sondern lieber jener und so bleibt dieses Buch spannend bis zum Schluss.

Einzig die Vorgeschichte der Kanzlei, in dessen Auftrag Icherios in den Schwarzwald geschickt wird, bleibt ungewiss, ein paar Erläuterungen zu dieser Kanzlei wären schön gewesen, aber vermutlich klärt sich das im nächsten Teil der Serie auf.

_Die Autorin:_

Kerstin Pflieger wurde 1980 in eine Surferfamilie hineingeboren. Durch Reisen an die Küsten Europas, Afrikas und Asiens lernte sie unterschiedliche Kulturen und Denkweisen kennen. Nach dem Abitur studierte sie Biologie in Heidelberg und arbeitet unter anderem für ein Institut zur biologischen Stechmückenbekämpfung. Kerstin Pflieger lebt mit ihren Hunden im Landkreis Heilbronn.
(Verlagsinfo)

_Mein Fazit:_

„Die Alchemie der Unsterblichkeit“ ist eine total andere Vampir-Werwolf-Geschichte, als wir sie bisher kennen. Sie gibt dem Leser viele Rätsel auf, beinhaltet viele mystische Figuren, bietet Spannung und facettenreiche Charaktere, sodass dem Leser ein paar erfrischend unterhaltsame Lesestunden geboten werden.

Der zweite Teil der Serie erscheint bereits im Dezember 2011 unter dem Namen „Der Krähenturm“.

|Taschenbuch: 352 Seiten
ISBN: 978-3-442-47483-7|
[www.randomhouse.de/goldmann]http://www.randomhouse.de/goldmann

_Lisa Kespohl_

von Michalewsky, Nikolai (als Mark Brandis) – Mark Brandis: Pilgrim 2000 (Weltraumpartisanen – Band 16)

_Mark Brandis bei |Buchwurm.info|:_

Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
_Band 16: „PILGRIM 2000″_

Es war eine der erfolgreichsten deutschen SciFi-Serien der Siebziger- und Achtzigerjahre. Nikolai von Michalewsky (1931 – 2000) alias „Mark Brandis“ schuf mit dem gleichnamigen Titelhelden, welcher quasi seine Memoiren in der Ich-Form präsentiert, einen wahren Klassiker. Zwischen 1970 und 1987 brachte er es immerhin auf 31 Bände, wobei die originalen Hardcover des |Herder|-Verlages nur noch antiquarisch, und – zumindest die Erstauflage – zu teils horrenden Preisen, zu bekommen waren bzw. sind. |Bertelsmann| scheiterte beim Versuch, sie als doppelbändige Taschenbuchausgaben über den hauseigenen Buchclub wieder zu etablieren. Bis zum Jahr 2000 senkte sich allmählich immer mehr Vergessen über die „Weltraumpartisanen“.

Ausgerechnet in seinem Todesjahr startete NvM den letzten Versuch der Wiederbelebung und Neuausrichtung seiner Figur, kam aber über einen einzigen – wenig beachteten und noch weniger geliebten – Band („Ambivalente Zone“) nicht mehr hinaus. Erst weitere acht Jahre später nahm sich der |Wurdack|-Verlag der Original-Serie noch einmal, mit der ihr gebührenden Ernsthaftigkeit, an und legte sie komplett neu auf: Jedes Quartal erscheinen seither zwei Bände als broschierte Sammlerausgaben für je 12 Euro. Dabei wurde der Inhalt (sogar die alte Rechtschreibung) unangetastet gelassen, das äußere Erscheinungsbild jedoch deutlich modernisiert und gelegentlich einige Randbeiträge eingebaut.

_Vorgeschichte_

Der Weltraum unseres Sol-Systems wird bereist und die nächsten Himmelskörper sind auch bereits kolonisiert. Die Zeiten einzelner Nationalstaaten sind lange vorbei. Nur zwei große Machtblöcke belauern sich auf dem Mutterplaneten Erde noch: Die Union Europas, Afrikas und Amerikas (EAAU) und die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR). Commander Mark Brandis, unfreiwilliger Bürgerkriegsheld (Band 1 – 4) und – seit dessen Ende – endlich wieder als Cheftester in der zivilen Institution VEGA (Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik) tätig, hat in den Folgejahren schon so manchen heiklen Job im Dienste der Erde übernommen. Dabei ficht der deutschstämmige Kosmopolit und -pilot vehement für Humanität, Gerechtigkeit, Demokratie und gegen Militar- sowie Rassismus. Kurzum: Eine bessere und friedlichere Welt.

_Zur Story_

Ein kosmische Explosion schleudert den VEGA-Prototypen |Kronos| von Mark Brandis und seiner erfahrenen Crew vom Kurs: in einen Raumsektor des Sol-Systems, welcher berechtigterweise als „JWD“ bezeichnet werden kann – nämlich „Janz Weit Draußen“. Zu allem Überfluss hat dieses galaktische Phänomen die Besatzung auch gesundheitlich teils arg mitgenommen. Abseits beflogener Routen ist man auf sich allein gestellt und im Sonnenschatten befindlich ist auch keinerlei Funkverbindung in die Heimat möglich. So bleibt nur der beschwerliche Weg des langsamen, etwa zwei Monate länger als geplant dauernden Heimfluges, bis die Zivilisation sie wieder hat. Plötzlich gerät ein riesiges Objekt auf Radarschirme der Kronos. Ein irrläufiger Asteroid, ein „Quick Running Object“ also, wie weiland der „QRO Helin“ (vgl. „Countdown für die Erde“)?

Nein, Brandis und Co. haben offensichtlich etwas viel geheimnisvolleres entdeckt. Ein fast hundert Jahre altes Raumschiff gigantischen Ausmaßes, welches 1991 im Angesicht des drohenden 3. Weltkriegs hastig zu den Sternen aufbrach. An Bord zehntausend enthusiastische Siedler, die nach alte Pilgerväter-Sitte die Erde und all ihre Schlechtigkeit hinter sich zu lassen gedachten, um anderswo eine bessere Welt zu finden bzw. eine friedvolle Zukunft aufzubauen. Die PILGRIM 2000 wurde als künstliches Paradies konzipiert. Felder, Wälder, Seen und ganze Städte fanden in ihr Platz. Sie verschwand allerdings kurz darauf spurlos in den Weiten des Alls und geriet allmählich in Vergessenheit. Bis jetzt. Nun im April des Jahres 2080 schickt sich die Kronos tatsächlich an dem 52 Kilometer langen und fast 10 Kilometer durchmessenden, verschollenen Leviathan anzudocken.

Stumm nimmt das alte Schiff – oder vielmehr Station – ihre Ankunft hin. Auf Funksprüche antwortete man bislang nicht. Die Landeplattform und die Schleusenanlage präsentieren sich ebenso verlassen wie verwahrlost. Lifte und andere Aggregate haben keinen Strom. Dennoch gelingt es sich Zutritt zum Inneren der Station zu verschaffen – auch hier bietet sich ein Bild des Verfalls. Die ehemals gepflegten Parks, Straßen und andere Infrastruktur zeigen sich von Korrosion gezeichnet, der dschungelgleichen Vegetation überwuchert – aber prinzipiell intakt. Die aus Reaktoren gespeiste Atmosphärenaufbereitung funktioniert ebenfalls weiterhin tadellos. Es ist jedoch gespenstisch menschenleer, grade so als wären die Siedler mitten aus ihrem Alltag einfach verschwunden, wie eine Überprüfung einiger Gebäude ergibt. Als sich jedoch ein primitiver Pfeil in Grischa Romens Schulter bohrt, wird klar, dass man wohl doch nicht so allein ist.

_Eindrücke_

Neues Schiff – alte Crew. Fast zumindest. Lt. Israel Levy ersetzt den beim Kampf gegen die FLOBs (vgl. „Kurier zum Mars“) gefallenen Antoine Mercier. Ein neues Gesicht an der Position des Funkoffiziers. Sonst gibt es keine personellen Veränderungen, was die etablierten Figuren angeht, ist man auf der bekannt-sicheren Seite. Das Schiff selbst ist natürlich mal wieder ein brandneuer, leistungsfähiger Vorserientyp, den die Test-Crew „einreiten“ soll. Die |Kronos| bleibt allerdings im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen ein blasser, ja für Brandis-Verhältnisse fast schon geradezu unpersönlicher Raumer, dem NvM mal nicht mit glühenden Worten herausragende Beschleunigung, Panzerung oder mögliche Bewaffnung andichtet. Es ist ein reibungslos funktionierendes Transportmittel modernster Bauart. Punkt. Was insofern von Vorteil ist, dass sich NvM diesbezüglich ausnahmsweise mal nicht auf wissenschaftliches Glatteis begibt.

Dieses bei allen seinen Romanen leidige Thema trifft der Leser aber an Bord der |Pilgrim| dafür wieder an. Wenn auch diesmal nicht ganz so störend. Nichteingeweihte sollten wissen, dass der multitalentierte und weit herumgekommene Nikolai von Michalewsky schon eine ganze Reihe beruflicher Engagements annahm, bevor er sich ans Schreiben machte – er selbst sah sich auch nie als „richtiger“ SciFi-Autor. Die Konsequenz dessen ist, dass seine Geschichten zwar in der Zukunft spielen, dem ganzen technischen Kram aber nie die Bedeutung zukam, wie anderen Vertretern des Genres. Das ist ein großer Pluspunkt der Serie. Auf der anderen Seite allerdings auch eine oft zurecht monierte Achillesferse. NvM verstrickt sich auf diesem Gebiet nämlich gerne in Fantastereien, die, wenn nicht schon auf den ersten, dann aber auf den zweiten Blick oft unplausibel erscheinen. Das betrifft meist das Science in der Fiction.

|Spoilerwarnung: Verrät spannungsförderliche Teile der Handlung|

Ein künstliches Weltraumhabitat, welches verschollen irgendwo hinter der Sonne herumtreibt, bietet für sich genommen natürlich eine schöne Spielwiese für Zukunftsfantasien und ist zudem eine spannende Kulisse eine zünftige Abenteuergeschichte. Das ist sie auch. Mit der Logik sollte man es aber dann doch nicht ganz so genau nehmen, denn über ein paar Ungereimtheiten muss man einfach hinwegsehen. Zuerst natürlich, dass es im Jahre 1991 möglich gewesen, wäre ein solch technisch anspruchsvolles Terraforming-Mammutprojekt zu realisieren. Vom Standpunkt des Autors aus gerechnet, waren dies lediglich magere 13 Jahre. Die Erdgeschichte bei MB stimmt mit der tatsächlichen bis zu den Neunzehnhundertsiebzigern überein. Damit ist die |Pilgrim 2000| unter den Rahmenbedingungen in der Serie eine ziemlich unglaubwürdige Utopie. So etwas kann man in der SciFi zwar getrost machen, d. h. wäre ausgerechnet MB nicht sonst so stark auf Realismus bzw. Machbarkeit aus heutiger Sicht geprägt.

Übrigens versetzt die Hörspieladaption Mark Brandis noch 100 weitere Jahre in die Zukunft, das macht es – speziell hier – ein Stück glaubwürdiger. Die Bewohner können innerhalb dieser sonst recht kurzen Spanne nicht plötzlich fast alles über ihre irdische Vergangenheit vergessen haben – auch wenn man zugrunde legt, dass es sich bei den ehemaligen Siedlern um weltfremd-fromme Leutchen (Parallelen zu den „Amish-People“ sind unverkennbar) handelte, deren Nachkommen inzwischen nur noch nach den Zeilen des „Buches“ (= Bibel) leben. Auch die körperliche sowie geistige Degeneration der so genannten „Ratmen“, die sich den – übertrieben weit entwickelten – Riesenratten unterwerfen, ist nicht nachvollziehbar. Die Zahl der Nager an Bord der |Pilgrim| ist überhaupt ein Punkt. Wovon sollte sich ein mehrere Zehntausende umfassendes Rattenheer auch ernähren? SO groß ist die Station nun auch wieder nicht.

Nun gut, mit dem Imperfekt, wobei die geschilderten Schnitzer nur die Gröberen darstellen, kann man sicherlich leben. Große und kleine Unplausibilitäten ist man bei NvM schließlich gewohnt, zumindest wenn man die Serie kennt oder gar zur nicht grade kleinen, alteingesessenen Fangemeinde gehört. Da nimmt man auch die an sich recht einfache Figurengestaltung in Kauf, was sich allerdings nicht auf die Hauptprotagonisten, sondern mehr auf die Randfiguren bezieht. Die scheinen doch sehr durchschaubar gestrickt, wohingegen Mark Brandis selbst – bestärkt nicht zuletzt durch die gewohnte Ich-Perspektive – wieder einmal facettenreich ausgestaltet ist. Was nicht wirklich wundert, da sich in MB ein großer Teil des Autors wiederfindet. Quasi als Alter-Ego. Sehr preußisch, tugendhaft und selbstzweiflerisch, sprich: Urdeutsch. Auch diese Tatsache ist hinlänglich bekannt und wird stets positiv hervorgehoben.

|Spoilerentwarnung: Ab hier ist das Weiterlesen ungefährlich|

Der Leser begleitet die Crew auf einem atmosphärisch dichten Höllentrip durch ein Beinahe-Geisterschiff im Kampf gegen gefährlich berechnende Riesenratten und deren verrohte menschliche Diener. Dabei ist „menschlich“ ein gutes Stichwort. MB steht seit jeher für diese Tugend. Es wird dem Ganzen auch (wieder einmal) die knifflige Frage beigegeben, ob Gewalt als Mittel zum Zweck – hier: Selbstverteidigung – dienen darf (und muss), auch wenn es der eigenen Grundhaltung komplett zuwiderläuft. Beide Lager gehen da unterschiedliche Wege. Die „modernen“ Raumfahrer sind da eher praktisch veranlagt und wollen mit allen Mitteln überleben, während die altruistisch veranlagten Pilger eine Art pazifistischem Fatalismus unterliegen: Lieber untergehen als die Hand erheben. Diese Gegensätze würzen den temporeichen Plot ungemein, sodass all die zweifellos vorhandenen Patzer dahinter beinahe verschwinden.

_Fazit_

Zurecht eine der beliebtesten Storys der Serie, auch wenn man manch arg konstruiert wirkendes Element des Setups einfach ausblenden oder als gegeben akzeptieren muss. Die darunter liegende Abenteuergeschichte ist aber sehr unterhaltsam, flott und sozialkritisch. Sie könnte auch ohne Weiteres auf der Erde stattfinden, die geheimnisvolle Raumstation mit ihren Eigenheiten ist natürlich eine um Längen spannendere Szenerie – insbesondere für das ehemals angepeilte Klientel der jugendlichen SciFi-Leserschaft. Dass diese nicht unbedingt nur männlich sein musste, beweist das Nachwort der Neuauflage: Es stammt von Christel Scheja, heute selbst Autorin im Bereich Fantasy/SciFi und bekennender MB-Fan fast der ersten Stunde.

|Taschenbuch: 186 Seiten
ISBN 13: 978-3-938065-60-0|
[www.wurdack-verlag.de]http://www.wurdack-verlag.de

_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“ 4995
02 [„Verrat auf der Venus“ 5013
03 [„Unternehmen Delphin“ 5524
04 [„Aufstand der Roboter“ 5986
05 [„Testakte Kolibri 1“ 5984
06 [„Testakte Kolibri 2“ 5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“ 6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“ 6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 [„Pilgrim 2000 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7059
14 [„Pilgrim 2000 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7060
15 [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7128
16 [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7129
17 „Alarm für die Erde“ (für Herbst 2011 angekündigt)
18 – für Herbst 2011 angekündigt –

Sanderson, Brandon – Weg der Könige, Der (Die Sturmlicht-Choniken 1, Teil 1)

Die Sturmlicht-Chroniken:

Band 1: „Der Weg der Könige“
Band 1 (Teil 2): „Der Pfad der Winde“ (08.08.2011)
Band 2: – angekündigt für Ende 2012 / Anfang 2013 –
Band 3: – angekündigt für „ein Jahr nach Band 2“ –

Kaladin ist der Sohn eines Chirurgen und wurde von seinem Vater dazu ausgebildet, ebenfalls Chirurg zu werden. Inzwischen ist er allerdings ein Sklave, der täglich ums Überleben kämpfen muss. Sein Wunsch, anderen Menschen zu helfen, scheint jedoch unverwüstlich zu sein …

Shallan ist eine junge Adlige, deren Familie in ziemlichen Schwierigkeiten steckt. Deshalb will sie unbedingt von Prinzessin Jasnah als Mündel angenommen werden. Diese Position würde sie in die Lage versetzen, einen kniffligen Plan in die Tat umzusetzen. Doch je besser Shallan ihre Mentorin kennen lernt, desto größer werden ihre Skrupel …

Szeth ist eine Waffe. Und diejenigen, die über den Einsatz dieser Waffe entscheiden, haben ihm einen extrem unangenehmen Auftrag erteilt: Töte den König von Alethkar!

Dalinar, der Bruder des Königs, war einst ein viel bewunderter, starker Krieger. In letzter Zeit aber hat er regelmäßig Anfälle und Visionen, die er nicht deuten kann. Dalinar ist überzeugt davon, dass diese Visionen wichtig sind, doch im Heer machen bereits Gerüchte über Schwäche und Wahnsinn die Runde …

„Der Weg der Könige“ ist ein richtig dicker Schinken, und das liegt nicht unbedingt an der Tiefe der Charakterzeichnung. Tatsächlich erfährt man über die Charaktere nicht allzu viel. Kaladin war schon als Junge hin- und hergerissen zwischen Heilen und Kämpfen, denn obwohl er Letzteres gar nicht gelernt hat, beherrscht er es ziemlich perfekt. Seine Überzeugung, auch durch Kämpfen andere Menschen retten zu können, wird allerdings schon bald über den Haufen geworfen. Wer – oder besser, was genau – Kaladin tatsächlich ist, erfährt der Leser jedoch nicht. – Schallan liebt vor allem die Naturwissenschaften, und wäre ihre Familie nicht in Gefahr, würde sie das Studium bei Prinzessin Jasnah in vollen Zügen genießen. Wie genau es aber gekommen ist, dass ausgerechnet sie die Familie retten muss, obwohl sie doch noch eine Menge Brüder hat, ist bisher nicht klar geworden. – Von Szeth erfährt man nur, dass ihm das Töten nicht gefällt. Was dazu geführt hat, dass er eine solche Aufgabe auferlegt bekam, ist nirgendwo erwähnt. – Und auch Dalinar ist zumindest bisher noch auf den inneren Kampf beschränkt, der sich in ihm abspielt, seine Unsicherheit im Hinblick auf seine Visionen und seine Bemühungen, das Reich zusammenzuhalten.

Ich fand es ein wenig schade, dass die Figuren so stark auf einige wenige Punkte ihrer Persönlichkeit beschränkt waren. Bei Dalinar störte es mich noch am wenigsten, Shallan dagegen wirkt schon ein wenig flach, und auch Kaladin darf sich durchaus noch entwickeln.

Ähnliches gilt für den Entwurf der Welt. Es ist eine kahle, abweisende Welt. Regelmäßig toben tödliche Stürme über das Land hinweg, was dazu geführt hat, dass selbst die Vegetation mit Stein gepanzert ist oder sich beim geringsten Anzeichen von Gefahr versteckt. Der Großteil der Handlung spielt auf einer Ebene, die in zahllose Stücke unterschiedlicher Größe zerbrochen ist. Die Spalten zwischen den Stücken sind schroff, tief und werden bei jedem Sturm von tödlichen Wassermassen geflutet. Ein wenig wohnlicher wirkt die Stadt, in der Schallan sich aufhält, allerdings beschränkt die Beschreibung sich hier großteils auf die Bibliothek, in der Shallan ihren Studien nachgeht.
Auch die Darstellung der Magie ist lückenhaft. Sie beruht bisher hauptsächlich auf Sturmlicht, einer Art Energie. Diese Energie wird gewonnen, indem Edelsteine dem Sturm ausgesetzt und dabei sozusagen aufgeladen werden. Diese Energie kann aber nicht nur für Magie, sondern auch für Maschinen benutzt werden. Edelsteine sind deshalb von immenser Bedeutung und werden auch als Zahlungsmittel benutzt. Szeth allerdings scheint die Energie direkt in sich aufzunehmen, wie er das schafft, ist unklar.

Dabei wäre genug Raum gewesen, um diesbezüglich etwas mehr ins Detail zu gehen. Zumindest hätte man die Handlung zugunsten dieser Details problemlos ein wenig kürzen können, denn stellenweise zieht sie sich schon ziemlich. Vor allem der Teil in den Kriegslagern hätte Straffung vertragen. Nicht, dass es uninteressant gewesen wäre, wie Kaladin sein persönliches Tief überwindet und erneut den Kampf ums Überleben auf für seine Leidensgenossen aufnimmt, oder wie die Situation für Dalinar immer schwieriger wird. Was stört, ist die Tatsache, dass sonst nichts geschieht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so was mal sagen würde, aber hier wurde schon ein wenig zu viel Augenmerk auf die Entwicklung von Personen gelegt, vor allem, weil sich diese Entwicklung nur auf einen einzigen Punkt bezog.

Vielleicht hätte Brandon Sanderson diesen Eindruck ein wenig abmildern können, wenn er seine Handlungsstränge etwas mehr gemischt hätte. Statt dessen hat er sich stets über längere Zeit auf höchstens zwei dieser Stränge konzentriert und die anderen währenddessen komplett ruhen lassen. Im Falle von Szetz ist es sogar so, dass er fast nur in den Zwischenspielen vorkommt und kaum als eigener Handlungsstrang bezeichnet werden kann.

Insgesamt blieb ein durchwachsener Eindruck zurück. Es braucht Zeit, bis man sich eingelesen hat, da der Autor von Anfang an ziemlich gnadenlos mit spezifischen Begriffen um sich wirft, deren Bedeutung der Leser sich erst erschließen muss. Die Ideen im Zusammenhang mit der Magie, der Kultur und der Historie der Welt klingen aber sehr vielversprechend, die Figuren sind sympathisch und nachvollziehbar. Ein Plot ist bisher allerdings kaum auszumachen, da die Handlung trotz diverser Kämpfe gegen Feinde und Ungeheuer großteils auf der Stelle tritt. Da es sich um einen Mehrteiler handelt, ist davon auszugehen, dass Figuren, Magie und Historie noch weiter ausgebaut werden, schließlich gibt es eine ganze Menge Fragen zu beantworten, und darauf bin ich ziemlich neugierig. Ich hoffe allerdings, dass sich die Handlung im nächsten Band etwas zügiger entwickelt, als sie es bisher getan hat.

Brandon Sanderson gehört zu denjenigen, die bereits als Kinder phantastische Geschichten schrieben. Sein Debütroman „Elantris“ erschien 2005, seither war er ungemein fleißig. Neben den Sturmlicht-Chroniken schreibt er an seinem Jugendbuchzyklus Alcatraz, der inzwischen bis Band vier gediehen ist sowie an den beiden Serien Warbraker und Dragonsteel. Außerdem hat er das Angebot angenommen, nach Robert Jordans Tod dessen Zyklus Das Rad der Zeit zu Ende zu bringen. Auch dafür sind drei Bände veranschlagt, von denen zwei bereits erschienen sind. In der deutschen Übersetzung wurden die Bände geteilt, zusätzlich zu den beiden, im letzten Jahr erschienen Büchern wurden für Oktober zwei weitere angekündigt. Gleiches gilt auch für die Sturmlicht-Chroniken, denn im englischen Original existiert bisher nur ein Band, trotzdem kommt im August eine Fortsetzung unter dem Titel „Der Pfad der Winde“ in die deutschen Buchläden.

Hardcover: 896 Seiten
Originaltitel: The Way of Kings – The Stormlight Archive 1 (Teil 1)
Aus dem Amerikanischen von Michael Siefener
 Mit zehn Schwarzweiß-Abbildungen
 ISBN: 978-3-453-26717-6
http://www.randomhouse.de/heyne
 http://www.brandonsanderson.com

Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (3 Stimmen, Durchschnitt: 4,33 von 5)

Chandler, David – Metropole der Diebe, Die (Ancient Blades 1)

_|Ancient Blades|_:

Band 1: _“Die Metropole der Diebe“_
Band 2: „Das Grab der Elfen“ (April 2012)

_Malden ist ein_ Hurenbastard. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum er es nicht zu einem ehrlichen Beruf gebracht hat. Malden ist fürs Stehlen sozusagen geboren. Bei der Wahl seines letzten Zieles hat er allerdings einen Missgriff getan! Nun steht er vor Cutbill, dem Oberhaupt der Diebesgilde, und gleichzeitig vor der Wahl, zu unverschämten Bedingungen derselben beizutreten oder abgemurkst zu werden. Eine Wahl mit weitreichenden Folgen …

_Dass Malden dermaßen_ zwischen die Fronten gerät, liegt nicht nur an seinen Entscheidungen, sondern auch an den Umständen. Die Stadt Ness, in der Malden lebt, genießt einen Sonderstatus im Königreich Skrae: Ihre Bewohner sind alle freie Bürger, zumindest, solange sie die Stadt nicht verlassen. Denn das Reich gründet sich auf einem Feudalsystem, in dem jeder, der nicht über ein eigenes Stück Land verfügt, automatisch ein Sklave oder ein Leibeigener ist. In Ness gibt es weder Sklaverei noch Leibeigenschaft, was zumindest die theoretische Möglichkeit eröffnet, dass ein Mann wie Malden trotz seiner niedrigen Geburt es dort zu etwas bringen kann.

Praktisch stößt Malden jedoch schon bald an die Grenzen dieser Theorie, und das stört ihn ganz erheblich, denn seine eingeschränkte Bewegungsfreiheit zwingt ihn dazu, sich mit Dingen auseinanderzusetzen, denen er sonst lieber aus dem Weg gehen würde. Malden ist behände, geschickt und hat Köpfchen. Aber abgesehen davon, dass eine zugespitzte Ahle die einzige Waffe ist, die einem Mann seiner Standes erlaubt ist, hat er nie gelernt zu kämpfen. Wie es sich für einen Dieb gehört, benutzt er seine Hände und Füße zum Beutel aufschlitzen und Weglaufen, oder zum Klettern, Schlösser knacken und dann weglaufen. Weglaufen ist allerdings innerhalb des begrenzten Raumes einer Stadt nur bedingt möglich, im Hinblick auf Maldens Verfolger eher gar nicht.

Die Verfolger reichen von der gewöhnlichen Stadtwache über einen mächtigen Ritter bis hin zu einem noch mächtigeren Zauberer. Dass der Ritter aus Verbitterung seinen Ehrenkodex über Bord geworfen hat, und der Zauberer ein arroganter Menschenverächter ist, macht die Sache nicht einfacher. Zum Glück hat Malden sich bewegen lassen, einen Mann namens Kemper vor der Folter zu retten. Der zechfreudige Falschspieler besitzt ein paar bemerkenswerte Fähigkeiten und ist aus Dankbarkeit bereit, Malden mit einigen davon zu unterstützen. Ob Malden sich auch über die Unterstützung von Croy freuen soll, weiß er nicht so recht. Zwar ist Croy ebenfalls ein mächtiger Ritter, im Gegensatz zu Maldens Verfolger jedoch seinem Ehrenkodex dermaßen verhaftet, dass es schon naiv anmutet. Das hat durchaus bedenkliche Auswirkungen auf Croys Methoden!

Mit solchen Jägern auf den Hacken und solchen Kameraden an der Seite ist es kein Wunder, dass Maldens Zwickmühle immer enger wird, bis die Situation schier aussichtslos erscheint. Im selben Maße zieht auch die Spannung immer mehr an. Aber nicht nur die gegensätzlichen Interessen sämtlicher Beteiligten, in deren Netz Malden sich immer mehr verstrickt, machen die Sache spannend, auch Maldens berufliche Tätigkeit bringt Abwechslung in die Geschichte, wenngleich manches Hindernis wohl den ungewöhnlichen Zielobjekten geschuldet ist, die Malden unter dem Druck der Umstände aufsucht. Eine Prise Unterweltflair, wenn Malden mit Cutbill zu tun hat, ein Quentchen Magie, wenn er dem Zauberer in die Quere kommt, ein Schuss Kriminalistik in der Frage, wer nun eigentlich der Drahtzieher des Ganzen ist, und der Hauch einer Romanze sind die Zutaten, mit denen David Chandler sein Abenteuer abgerundet hat.

_Mir hat dieses Abenteuer_ gut gefallen. Zwar ist die Charakterzeichnung nicht unbedingt allzu tiefgründig, trotzdem nimmt man jeder Figur ihre Motive und Handlungen ab, selbst dem etwas überzeichneten Croy, weil seine Darstellung irgendwie mit einem Augenzwinkern daherkommt. Vor allem Malden ist ein sympathischer Protagonist, der nicht deshalb zum Helden wird, weil er von einer Prophezeiung dazu ausersehen ist oder plötzlich ungeahnte, geheime Fähigkeiten an sich entdeckt, sondern weil er sich mit dem zu helfen weiß, was er kann und ist. Auch die Welt, die der Autor für seine Geschichte entworfen hat, ist nicht allzu detailliert beschrieben. Die Stadt ist knapp, aber präzise und durchaus stimmungsvoll skizziert, ebenso die Magie. Ausschmückungen, die nicht unmittelbar die Handlung betreffen, fehlen dagegen völlig, was der Spannung zugutekam. Die verschiedenen Aspekte der Geschichte ergaben ein nahtloses Stück ohne logische Brüche oder bemühte Unwahrscheinlichkeiten, das sich flüssig liest und aufgrund der vielfältigen Würze niemals langweilig wird. Sehr gelungen.

_David Chandler_ lebt in New York und arbeitete für die Uno, ehe er mit dem Schreiben begann. „Die Metropole der Diebe“ ist der erste Band seines Zyklus |Ancient Blades|, der im April nächsten Jahres mit dem Titel „Das Grab der Elfen“ fortgesetzt wird.

|Taschenbuch: 484 Seiten
Originaltitel: |Den of Thieves|
Deutsch von Andreas Decker
ISBN-13: 978-3492267540|
[www.piper-verlag.de]http://www.piper-verlag.de/piper/index.php

Thomas, Alex – Lux Domini

Ohne Verrat keine Kreuzigung – Ohne Kreuzigung keine Auferstehung – Ohne Auferstehung keine Erlösung.

Es gibt unzählige Quellen und Schriften, die die Grundlage der Heiligen Schrift, der Bibel, sind. Doch sind uns nicht längst alle bekannt, und aus religionspolitischer Perspektive wurden einige Apokryphen gar nicht erst ins „Neue Testament“ aufgenommen. Ebenso verhält es sich höchstwahrscheinlich mit den Qumran-Funden, die in den 50er- und 60er- Jahren in einem Tal am Schwarzen Meer gefunden wurden und die zu den ältesten bekannten Handschriften der Bibel gehören.

Vieles von dem hat der Vatikan in seine Archive einsortiert, die natürlich mit zu den größten und wichtigsten der Welt gehören. In den kilometerlangen Regalreihen stehen unzählige Urkunden, Bücher, Dokumente und Protokolle aus mehreren Jahrhunderten. Ein wissenschaftlicher Schatz und das nicht nur für Bibelforscher, sondern auch für jeden anderen Historiker interessant und wohl das höchste Ziel, sich hier der Recherche widmen zu dürfen.

Der Vatikan, ein souveräner Staat in Rom, liegt direkt am Tiber. Der Vatikan ist der religiöse Dreh- und Angelpunkt der katholischen Kirche und Zentrum der Christenheit. Doch neben dem religiösen Gedanken gibt es auch innen- und außenpolitische Themen, die sehr weltlich diskutiert werden. Der Vatikan mit seiner Kurie, ist auch nichts anderes als eine zentrale Behörde. Und in dieser gibt es viele unterschiedliche Idealisten und politische Meinungen. Die Kirchenfürsten und Kardinäle sind nicht nur in Kongregationen organisiert, sondern auch in vielen unterschiedlichen Gruppierungen wie z. B. Opus Dei. Doch gibt es hier noch einige Unbekannte und Bekanntere, die sich aber nicht gerne in das Licht der Öffentlichkeit treiben lassen. Hier spielen neben den politischen Machtkämpfen viele wirtschaftliche Interessen eine übergeordnete Rolle und viele Mythen und Legenden gleich mit.

Das Autorenduo – Alex Thomas – hat in seinem Debütroman „Lux Domini“ die Thematik um die Bedeutung der zwölf Apostel verarbeitet und damit einen Vatikanthriller veröffentlicht, der durch intelligente Spannung überzeugt.

_Inhalt_

Catherine Bell ist medial begabt und sie ist nicht die Einzige. Das Besondere an der jungen Frau sind aber nicht nur ihre geistigen Kräfte, sondern auch ihr rebellischer Kopf unter ihrer Ordenstracht. Die Publikationen der jungen Schwester Catherine lassen den Kirchenstaat mitsamt seinen nicht immer toleranten Ideologien nicht gut dastehen. In einem Disziplinverfahren muss sich die junge Theologin nun verantworten und zu von ihr geäußerten Themen Stellung beziehen. Der oberste Glaubenswächter Marc Abott Kardinal Ciban, ein charismatischer Großinquisitor, der zwar keine Scheiterhaufen mehr brennen lässt, aber doch ketzerische Gedanken in seiner Funktion bekämpft. Catherine Bell reagiert angemessen, umsichtig, und auch wenn sie ihr Leben der Kirche seit der Kindheit gewidmet hat, so trägt sie sich immer mit den Gedanken, diesen Abschnitt endgültig zu beenden.

Einer ihrer Vertrauten ist seit diesen Kindheitstagen auch ihr etwa gleichaltriger Jugendfreund Ben, der ebenso dem klerikalen Weg folgt, wenn auch in einer ganz anderen Funktion. Ben ist ein Mitarbeiter des Nachrichtendienstes im Vatikan, ein Agent, der im Auftrage der Kirche Ermittlungen durchführt. Sein nächster Auftrag führt ihn nach Deutschland, dort soll der junge Monsignore und Agent den Tod von Catherines väterlichem Mentor, Pater Darius aufklären, der bei einem Unfall um Leben gekommen ist.

Ben entdeckt, dass dieser Unfall nur inszeniert wurde und es sich hierbei um einen kaltblütigen Mord handelt. In späteren Ermittlungen verfolgt der junge Geistliche weitere Spuren und stößt dabei zeitgleich auf mehrere mysteriöse Unfälle von Priestern und Nonnen.

Als sich bei einem Bankett der einflussreiche Kardinal Benelli das Leben nimmt, überträgt er seine mediale Energie an Catherine. Zuvor übergibt er der jungen Frau einen Tresorschlüssel und erklärt ihr, dass sie die einzige Person sei, die mit ihrer Gabe den amtierenden Papst Leo retten könne. Catherine, verwirrt und verängstigt angesichts ihrer immer intensiveren Visionen, muss sich Kardinal Ciban anvertrauen, der sie in den päpstlichen Privathaushalt des Stellvertreters Christis einschleust.

Ben findet in den Nachlässen der ermordeten Personen Bibeln mit identischen Markierungen in der Apostelgeschichte. Kardinal Ciban, an den er berichtet, scheint das nicht genug zu interessieren, sodass sich Ben dazu entschließt, sich Catherine anzuvertrauen, die inzwischen erkannt hat, dass sie mit ihrer geistigen Verbindung den schwächelnden Papst stärkt.

Nach und nach erkennen Catherine und Ben das Geheimnis um die markierten Bibelstellen und ein Geheimnis, dem die Kirche ihr 2000-jähriges Überleben verdankt. Der Schlüssel zu dem Geheimnis ist nicht Christus selbst, sondern die zwölf Apostel und deren schicksalshafte Aufgabe …

In der Sixtinischen Kapelle kommt es zur Konfrontation mit dem Mörder …

_Kritik_

Eine interessante Theorie, der sich das Autorenduo bedient, und gar keine abwegige. Im neuen Testament ist die Rollenverteilung eine ganz klare: Hauptprotagonist ist Jesus von Nazareth, und seine Jünger die zwölf Apostel spielen zwar tragende, wenn auch nicht wichtige Rollen. Allerdings von einigen Situationen mal abgesehen. Doch wer kennt diese Apostel mit ihrem Namen und ihre Funktion in diesem tragischen Zentrum? Wer war Judas wirklich und warum hat er Jesus verraten? Welche Rolle spielte Petrus, der später in Rom gekreuzigt wurde? Auf welchem Kontinent hielten sich die Jünger nach dem Tod ihres Meistern auf? Und welche historische Rolle spielte Maria von Magdala?

Auf all diese Fragen gehen die Autoren ein und das mit einer Intensität, die nicht nur spannend, sondern auch ungemein interessant ist. Die Bibelforschung ist mit Sicherheit eine Wissenschaft, die nicht einfach ist. Alleine schon die vielen Quellen sind schwer interpretierbar, und archäologische Beweise eher wenig überzeugend. Vieles könnte sicherlich der Vatikan selbst aufklären, aber will er das überhaupt?

Auch hier beschreibt das Autorenehepaar augenzwinkernd, dass im Vatikan eher sehr intrigiert wird und gerade die weltliche Macht die religiöse weitestgehend stützt. Immer mit einem Pro und Kontra beschreiben die Autoren die verschiedenen Einflüsse innerhalb und außerhalb des kleinen Kirchenstaates. Fiktion und Fakten werden hier interessant vermischt, sodass der Leser nicht nur am Ende des Romans selbst recherchieren wird. Vieles wirkt widersprüchlich, aber gerade das erklärt ja gerade die fast schon ehrfürchtige Mystik um den kleinen Staat am Tiber.

Die Autoren beschreiben uns, wie es vielleicht in der Organisation der Kurie zugeht, welche persönlichen Interessen die Kardinäle an einer Machterhaltung des Vatikans haben und warum manche lieber innerhalb der Mauern bleiben sollten. Auch werden hier Religion und Wissenschaft miteinander vermengt und nicht wie so oft, im Widerspruch beschrieben.

Mit einer sehr überzeugenden Atmosphäre ist dieser Vatikanthriller kein typischer. Sicherlich gibt es wie in so vielen anderen dieses Genre auch Verschwörungstheorien, doch interessanterweise spielt Jesus hier in der Rolle des Erlösers der Menschheit nicht die Paraderolle. Die Apostelgeschichte mit göttlicher Unterstützung bildet Gottes Plan. Und warum nicht, allerdings könnte es auch die gesamte katholische Kirche revolutionieren. Doch die Kirchenoberen würden dies nicht so amüsant empfinden.

Die Figuren in „Lux Domini“ sind realistisch entworfen. Catherine Bell, die quasi von der Kirche erzogen wird, rebelliert mit ihrem wachen Geist gegen die Traditionen und intoleranten Ideologien des Kirchenstaates. Ihr Glaube an Gott ist dabei unerschütterlich, doch versucht sie es mit ihren Publikationen, die Kirche zu modernisieren. Glaube und Wissenschaft sind für den Vatikan dadurch nicht immer einfach miteinander zu kombinieren. Der Glaube ist das Einzige, an dem sie sich festhalten können und das die Zukunft ihrer Kirche garantiert.

Ben, der seit Kindheitstagen sehr eng mit Catherine verbunden ist, geht einen ganz anderen Weg. Ebenso wie seine Jugendfreundin widmet er sein Leben der Kirche, aber sein(e) Beruf(ung) als Agent des Vatikans geht vielmehr in die weltliche Richtung. Ob in der Realität der Vatikan einen eigenen Geheimdienst hat, gehört sicherlich zu den größeren Vermutungen und Mythen, aber ausgeschlossen oder gar unwahrscheinlich ist diese These nicht.

Ein weiterer interessanter Charakter ist der des charismatischen Kardinals Ciban, der immer Herr der Lage zu sein scheint und seine Schachfiguren scheinbar beliebig flexibel aufstellen kann. Von seiner Person hätte ich gerne mehr gelesen. Alleine sein Wissen um die politischen Gruppierungen wie z. B. Opus Dei oder Lux Domini u. a. würden Volumen für viel mehr Romane parat legen.

Spannend ist „Lux Domini“ allemal, wenn auch manchmal einzelnen Passagen etwas die Intensität fehlt. Vieles wird kurz angerissen, aber später nicht mehr aufgegriffen und alleine schon die Wichtigkeit der Apostel und deren Entwicklung über die Jahrhunderte hinweg, bleibt mir ein wenig zu sehr im Schatten. Sehr aufschlussreich und erklärend hingegen waren die Visionen von Catherine, die sich in einer Zeitreise gleich im Neuen Testament bewegt. Sie begegnet Jesus, Petrus, Judas u. a., auch an Orten wie Golgatha und andere Wesenheiten wie ein Erzengel offenbaren sich ihr. Und entgegen allerhand Klischees bleibt und ist „Lux Domini“ ein überzeugender klerikaler Thriller.

_Fazit_

„Lux Domini“ ist der Debütroman eines Autorenehepaars mit dem Pseudonym Alex Thomas. Wer als Leser gerne zu spannenden Vatikanthrillern greift, wird hier überhaupt nicht enttäuscht sein und auch der Theologe mit einem Faible für spannende Thriller wird hier das Buch nicht zur Seite legen können.

Eine ungemein wasserdichte Atmosphäre in der Fakten und Fiktion grandios verarbeitet wurden, bildet das Grundgerüst dieses fabelhaften Romans. Die Spannung ist allgegenwärtig, und kleinere Ausflüge in die Welt von Jesus und seinen Aposteln bilden ein rundes Bild.

Für mich einer der bisher spannendsten und am besten durchdachten Thriller in den letzten Jahren. Absolut zu empfehlen und ich freue mich auf weitere Bücher und vielleicht ein Wiedersehen mit Kardinal Ciban.

|Broschiert: 448 Seiten
ISBN-13: 978-3764503697|
[www.randomhouse.de/blanvalet]http://www.randomhouse.de/blanvalet

Cast, P.C. – Ausersehen (Tales of Partholon 1)

_Tales of Partholon_

Band 1: _“Ausersehen“_
Band 2: „Verbannt“ (September 2011)
Band 3: „Gekrönt“ (Januar 2012)

_Gerade ist Shannon Parker_ eine noch unterbezahlte Lehrerin an der Highschool und auf dem Weg zu einer außergewöhnlichen Auktion, bei der sie hofft, ein paar antike Stücke zu ersteigern, als sich ihr Leben auf einmal grundlegend ändert.

Kurz nachdem sie eine wertvolle Amphore ersteigert hat, gerät Shannon in einen Wirbelsturm und wacht Tage später in einer ihr komplett unbekannten Umgebung wieder auf. Zu ihrer Verwirrung trägt bei, dass sie plötzlich mit „My Lady“ angesprochen wird, ist dies die neue Anrede, die in Krankenhäusern üblich ist? Denn genau hiervon geht Shannon aus, nach einem schweren Unfall in einem Krankenhaus wieder aufzuwachen.

In dieser Sache täuscht sich Shannon aber sehr, sie ist nicht in einem Krankenhaus, sondern in einer Parallelwelt und hier hält man sie für die Hohepriesterin der mächtigen Göttin Epona, Rhiannon. Lediglich Rhiannons erste Dienerin Alanna weiß darüber Bescheid, dass Shannon aus einer Parallelwelt kommt und unwissentlich mit Rhiannon den Platz getauscht hat.

Dieser erste Shock ist nicht einmal verdaut, als sich die nächste Hiobsbotschaft ankündigt, Rhiannons Verlobter ClanFintan ist im heimischen Tempel, um mit Rhiannon die Handfeste, eine Ehe auf Zeit, einzugehen.

Shannon versucht die ganze Sache mit Humor zu nehmen, bis sie schockiert feststellen muss, welcher unglaublichen Sagengestalt sie das Jawort geben soll! Der ihr versprochene Stammesführer ClanFintan ist nämlich keinesfalls ein normaler Mann, sondern gehört der Rasse der Zentauren, halb Mensch – halb Pferd, an. Wie so eine Ehe funktionieren, beziehungsweise vollzogen werden soll möchte Shannon sich nun so gar nicht vorstellen.

Als Shannon dann aber von Visionen heimgesucht wird und erschreckende Bilder zu sehen bekommt, beginnt sie zu begreifen, dass sie alleine dazu auserwählt wurde, Partholon Rettung zu bringen. Erbarmungslos bestialische, Vampiren ähnliche Dämonen bedrohen das Volk Partholons und Shannon nimmt die Herausforderung an. Doch dazu ist sie auch auf die Unterstützung von ClanFintan und seinem Volk angewiesen.

_Kritik_

Mit dem Roman „Ausersehen“ hat die erfolgreiche Autorin P. C. Cast den ersten Band ihrer mitreißenden Trilogie um Partholon veröffentlicht. Mit einem ebenso spannenden wie humorvollen und erotischen Plot zieht die Autorin ihre Leserinnen schnell in ihren Bann.
Mit einem anschaulichen und sehr angenehmen Schreibstil macht die Autorin es ihren Lesern leicht, der Geschichte zu folgen und die lebendige Beschreibung der Parallelwelt Partholon macht es dazu ebenso mühelos, das Kopfkino am Laufen zuhalten. Auch der Humor kommt in „Ausersehen“ nicht zu kurz, oft schafft es P. C. Cast durch amüsante Umschreibungen und besonders durch die Gedankengänge ihrer Hauptdarstellerin die Leser zum Lachen zu bringen. Auch die Mischung der verschiedenen Elemente, wie ein grausamer Feind, eine bezaubernde und spritzige Liebesgeschichte, Elemente, die an keltische Sagen erinnern, und überzeugende Protagonisten, ist der Autorin nahezu vollkommen geglückt.

Aufgeteilt ist das Buch in drei unterschiedlich lange Teile, die jeweils bestimmte Ereignisse im Blickpunkt haben. Ein angenehmer Satzbau und die Unterteilung in verschiedene Kapitel machen den Roman angenehm überschaubar.

Der Plot und die verschiedenen Charaktere werden dem Leser unterhaltsam und amüsant nahegebracht, bevor die Autorin einen steigenden Spannungsbogen gekonnt in das Geschehen einwebt und von diesem auch nicht wieder ablässt. Wer nicht schon von der magischen Welt Partholons und den anziehenden Figuren gefesselt wurde, wird nun spätestens an das Geschehen gebunden.

Erzählt wird Shannons Geschichte aus ihrer eigenen Perspektive. Durch diese Wahl der Betrachtungsweise werden die verschiedenen Stimmungen der sympathischen Protagonistin nachvollziehbar übermittelt und der Leser lernt mit Shannon die exotische Welt Partholons, deren Bräuche und Eigenarten kennen.

Die Darstellung und Entwicklung der verschiedenen Figuren ist der Autorin ausgezeichnet gelungen. Ansprechend, lebendig und äußerst authentisch werden die Figuren beschrieben und die Entwicklung infolge der Ereignisse passt zu den einzelnen Protagonisten.

Die Hauptperson Shannon sprüht gerade zu vor Witz und nimmt auch sich selber dabei das eine oder andere Mal auf die Schippe. Aber auch Freundlichkeit, Leidenschaft, Zuverlässigkeit und Aufrichtigkeit gehören zu ihren hervorstechenden Charaktereigenschaften. Shannon steht mit beiden Beinen fest im Leben und stellt sich den ihr gestellten Herausforderungen couragiert.

Weitere wichtige Charaktere wie beispielsweise ClanFintan und Alanna sind ebenfalls erstklassig konzipiert. Ebenfalls ausgestattet mit einer Fülle an Eigenschaften wirken auch diese lebendig und ansprechend.

Teilweise bleiben die Rand- und Nebenfiguren dabei etwas im Schatten, was dem Lesegenuss allerdings keinen Abbruch tut.

Wahrhaftig grausam sind die Antagonisten, vampirartige Wesen, die so erbarmungslos und brutal vorgehen, dass dieses Buch erst ab einem gewissen Alter gelesen werden sollte. Ein Jugendbuch ist dieses daher ganz sicher nicht mehr.

_Fazit_

Mit dem ersten Teil der Trilogie der |Tales of Partholon|, „Ausersehen“, hat die Autorin P. C. Cast einen vielversprechenden Auftakt vorgelegt. Ihre Mischung aus überzeugenden und ansprechenden Figuren, einer ordentlichen Portion Humor, etwas Erotik und einem beängstigenden Feind ist der Autorin brillant gelungen. Besonders weiblichen Leserinnen der Fantasy kann ich „Ausersehen“ ans Herz legen.

_Autorin_

P. C. Cast ist in Illinois geboren und pendelte während ihrer Jugend oft nach Oklahoma. Dort hat sie ihre Liebe für Quarter Horses und Mythologie entdeckt. Im Gegensatz zu anderen Kindern konnte sie zuerst reiten und lernte danach das Gehen. Später las sie jedes Buch, das sie in die Hände bekommen hat, bis ihr Vater der Zehnjährigen den „Herrn der Ringe“ geschenkt hat. Nach Tolkiens Meisterwerk hat sie Anne McCafferys „Pern“-Romane für sich entdeckt, und damit war ihre Leidenschaft für Fantasy vollends entbrannt.

Fünf Tage nach ihrem Highschoolabschluss ging sie zur Air Force, wo sie angefangen hat, professionell Reden zu halten und zu schreiben. Nach ihrer Zeit dort hat P. C. Cast 15 Jahre lang unterrichtet, bis sie sich ganz dem Schreiben widmen konnte.

Weltweit ist sie mit den „House of Night“-Romanen bekannt geworden, die P. C. Cast zusammen mit ihrer Tochter schreibt. Ihr allererster Roman – der erste Teil der |Tales of Partholon| – ist zunächst bei einem kleinen amerikanischen Verlag erschienen. Für die Autorin sehr überraschend, gewann ihr Erstlingswerk verschiedene Preise und gehörte zu den Finalisten des National Reader’s Award. Seitdem ist P. C. Cast mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Sie hat sich riesig darüber gefreut, dass sie die Welt, die sie in ihrem ersten Roman geschaffen hat, in weiteren Teilen der „Partholon“-Reihe weiterentwickeln konnte.

Die New-York-Times-Bestsellerautorin lebt mit ihrer fabelhaften Tochter, ihrer verwöhnten Katze und ihren Scotties – besser bekannt als Scottinators – in Oklahoma. Die Tochter studiert. Die Katze hat sich gegen Weiterbildung entschieden. Die Scottinators haben noch keine Zukunftspläne geschmiedet. (Verlagsinfo)

|Taschenbuch: 528 Seiten
ISBN-13: 978-3899418552
Originaltitel: Divine by Mistake|
[www.talesofpartholon.de]http://www.talesofpartholon.de
[www.mira-taschenbuch.de]http://www.mira-taschenbuch.de

_P. C. und Kristin Cast bei |Buchwurm.info|:_
|House of Night|
Band 01: [„Gezeichnet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6374
Band 02: [„Betrogen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6277
Band 03: [„Erwählt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6550
Band 04: [„Umgezähmt]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6755
Band 05: [„Gejagt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6949

Hendrix, Lisa – Unsterbliche Liebe (Nachtkrieger 1)

_Nachtkrieger:_

Band 1: _“Unsterbliche Liebe“_
Band 2: „Ewige Begierde“
Band 3: „Immortal Champion“ (noch ohne dt. Titel)
Band 4 – 9: – geplant –

_Neun Krieger, zum ewigen Leben verdammt,_ und ein Fluch zwingt sie, sich jeden Tag bei Sonnenaufgang in ein Tier zu verwandeln. Jeder in die Gestalt seines Fylgja, des Tieres, das ihm zum Schutzgeist bestimmt wurde. So ziehen sie einsam und voller Sehnsucht nach einem normalen Leben durch das Land …

England 1095. Ivar, in dieser Zeit unter dem Namen Ivo de Vassy bekannt, dient König William dem Eroberer als Spion. Was niemand auch nur ahnt, jeden Tag bei Sonnenaufgang verwandelt sich Ivo in einen Adler. Ein normales Leben scheint für Ivo ein für die Ewigkeit unerfüllter Traum zu sein. Bis zu jenem Tag als König William II Ivo Alnwick Castle als Lehen zuteilt und Ivo die dort herrschende Adelige Alaida zur Ehefrau verspricht. Ivo ist selbstverständlich völlig klar, dass es der pure Wahnsinn ist, sich auf dieses Geschäft einzulassen, wie soll Ivo einer Ehefrau den jemals seine zweite Gestalt auf lange Sicht verheimlichen?

Ivo sucht Rat bei seinem einstmaligen Anführer und Freund Brand, der Ivo erfolglos versucht, das Lehen und eine Ehefrau auszureden. Ivo, der voller Sehnsucht nach einer echten Heimat ist, überzeugt schließlich Brand und Ari, ebenfalls ein Gestaltwandler, ihn zu unterstützen. Als Ivo dann Alaida, eine gescheite wie auch eigenwillige Frau, kennenlernt, ist es um ihn geschehen. Was er nicht ahnt, nicht nur der Fluch birgt große Gefahr für sein Glück, auch eine bedrohliche alte Weissagung bringt ihn und Alaida in tödliche Gefahr.

_Kritik_

Die Autorin Lisa Hendrix hat mit „Unsterbliche Liebe“ den ersten Teil ihrer auf neun Teile ausgelegten Reihe um die Nachtkrieger veröffentlicht. Hier geht es um eine Saga, in der neun Krieger von einer bösen Hexe verflucht werden ihr Leben als unsterbliche Gestaltwandler zu leben. Im ersten Band spielt der Krieger Ivar die Hauptrolle.

Mit einem schnörkellosen und mühelos zu lesenden Schreibstil wird der Leser in die Geschichte um die neun Verfluchten eingeführt. Bewegend beschreibt die Autorin die Lebensumstände der verwünschten Krieger und die Probleme, die sich für diese ergeben. Auch eine greifbare Beschreibung der Landstriche trägt dazu bei, dass sich der Leser ein authentisches Bild machen kann. Viele Wendungen gab es in dem Roman nicht und so blieb er bis kurz vor Ende recht vorhersehbar. Vielmehr ist in diesem ersten Band viel Wert darauf gelegt worden, das Leben mit dem Fluch und die daraus resultierenden Probleme zu beschrieben. Stellenweise tritt die Geschichte da etwas auf der Stelle, da die Autorin immer wieder erklärt, warum die Verfluchten eine Entdeckung fürchten. Lediglich zum Schluss gab es einige Überraschungen, auf die der Leser nicht unbedingt gefasst sein durfte.

Abwechslungsreich ist auch die Kombination aus dramatischer Fantasy vor einem historischen Hintergrund gewählt. Auch wenn der historische Teil stark verklärt beschrieben wurde, ist es anhand einer zeitgemäßen Ausdrucksweise und dem historischen Hintergrund sehr unterhaltsam zu lesen. Aus dem Genre der Fantasy betrachtet, gibt es hier dann sogar etwas Neueres, ein Fluch, der die Wikingerkrieger um Anführer Brand zwingt, einen Teil des Tages als Tier mit kaum noch menschlichem Bewusstsein zu verbringen. Dies macht ein Leben unter Menschen fast unmöglich, immerhin ist gerade im Mittelalter die Kirche noch sehr mächtig und das Entdecken hätte schnell tödlich enden können oder zumindest unbeschreibliche Qualen mit sich gebracht.

Die Geschichte plätschert bis kurz vor Ende eigentlich nur dahin und verliert sich oftmals in Erklärungen. Erst zum Ende hin, als Alaida erkennt, was der ihr Angetraute ist, zieht die Spannung mächtig an. Im ersten Band liegt der Fokus der Autorin deutlich daran, das Leben der Krieger mit dem Fluch zu beschreiben.

Die Protagonisten hat Lisa Hendrix sehr ansprechend konzipiert, nicht nur die beiden Hauptdarsteller Ivo und Alaida sind sehr einnehmend skizziert, auch verschiedenen Nebenfiguren wie Brand, Ari und Merewyn sind lebendig und sympathisch gezeichnet.
Der künftige Burgherr Ivo ist mit ausreichend Durchsetzungskraft und Selbstbewusstsein ausgestattet, um das ihm gegebene Lehen und die dazugehörige Ehefrau direkt und ohne viel Federlesen in Besitz zu nehmen. Dennoch ist er einfühlsam und Ivo ist daran gelegen, seine Frau glücklich zu machen und auch für seinen Untertanen zu sorgen. So ist er ein gerechter und angesehener Lehnsherr und bei seinen Leute beliebt.

Alaida ist eine für ihre Zeit etwas zu couragierte und selbstbewusste Frau. Allerdings trägt sie Herz und Zunge auf dem rechten Fleck und zieht so die Leser schnell in ihren Bann.

Die Beziehungen zwischen den Charakteren sind klar definiert und überzeugend beschrieben.

Die Gestaltung des Covers mit den bläulichen Flügeln, die für den Adler in Ivo stehen, und die durch Spotlack hervorgehobene Schrift hätte ein echter Eyecatcher sein können, wäre ein meinen Geschmack treffendes männliches Model genommen worden.

In einem Nachwort zum geschichtlichen Hintergrund werden die realen Schauplätze sowie die historisch verbürgten Personen aufgezeigt.

_Fazit_

Mit dem ersten Band um die unsterblichen Nachtkrieger „Unsterbliche Liebe“ ist der Autorin Lisa Hendrix ein unterhaltsamer Fantasy Roman gelungen, den sie interessant in einen historischen Kontext verwoben hat. Trotz kleinerer Schwächen ist „Nachtkrieger – Unsterbliche Liebe“ lesenswert und besticht nicht nur durch die Saga an sich, sondern auch durch individuelle und lebendige Darsteller.

Die auf neun Teile angelegte Reihe hat mit „Unsterbliche Liebe“ einen interessanten Auftakt geboten, und gespannt darf der nächste Teil erwartet werden. Er wird 200 Jahre später in Sherwood Forest spielen wird, „Ewige Begierde“ heißen und im März 2012 erscheinen.

_Autorin_

Bevor Lisa Hendrix sich als Schriftstellerin selbstständig machte, arbeitete sie unter anderem als Sekretärin, als Englischlehrerin in Japan und als Forschungsassistentin auf einem Schiff in der Beringsee. Sie hat in den USA bereits mehrere Liebesromane veröffentlicht, bevor sie sich mit ihrer Serie „Nachtkrieger“ der Romantic-Fantasy zuwandte. Insgesamt soll die Reihe neun Bücher umfassen, von denen jedes in einem anderen Jahrhundert spielen wird. Mehr Informationen unter: [www.lisahendrix.com]http://www.lisahendrix.com

|Taschenbuch: 480 Seiten
ISBN-13: 978-3426508404
Originaltitel: Immortal Warrior|
[www.droemer-knaur.de]http://www.droemer-knaur.de/home

Bullington, Jesse – traurige Geschichte der Brüder Grossbart, Die

_Das geschieht:_

Vermutlich in einem der deutschen Länder – sämtliche Zeitgenossen weigern sich später, sie als Landsleute anzuerkennen – werden die Zwillingsbrüder Hegel und Manfried Großbart um 1340 geboren. Die ersten 25 Jahre ihres Lebens verdingen sie sich als Grabräuber. Nach dem Tod der Mutter satteln sie um und überfallen lebende Zeitgenossen. Schon der erste Versuch gipfelt in einem Gemetzel, dem die flüchtenden Brüder ein Massaker an ihren Verfolgern folgen lassen.

Über die Alpen zieht es sie in den warmen Süden Europas und weiter nach Ägypten, wo ihr Vater es angeblich zu einem kleinen Königreich gebracht hat – eine barmherzige Lüge der Mutter, weshalb die Großbarts unverdrossen daran gehen, unter Anwendung brutaler Gewalt ihre eigene Vision von einem bequemen Dasein zu verwirklichen. Nicht nur die Zahl ihrer Opfer steigt kontinuierlich. Sie geraten an Menschen fressende Ungeheuer, einen Pest-Dämonen und eine Hexe, die sie obendrein mit einem Fluch belegt. Stets den Großbarts hart auf den Fersen reitet Bauer Heinrich, der sich für den Mord an seiner Familie rächen will.

In Venedig, wo sie sich von den Strapazen der Alpenreise erholen, wird den Großbarts der Boden heiß unter den Füßen, als die Kunde ihrer Übeltaten sich verbreitet. Bevor sie verhaftet werden können, schiffen sie sich nach Ägypten ein. Dort wollen sie das eine oder andere Grabmal schänden. Stattdessen sorgt eine zaubermächtige Sirene für unerwartete Turbulenzen und weitere gewaltsame Todesfälle. Unerschütterlich morden und lügen die Großbarts sich durch das Chaos, das ihnen auch in Ägypten treu bleibt, wo sie einen bizarren Kreuzzug geraten und Heinrich, der wütende Pest-Dämon und zwei grässliche Homunkuli sie endlich einholen …

_Ein ganz besonderer Blick in die Vergangenheit_

Das Mittelalter ist ab 1350 nicht nur eine exotische Ära, sondern zeigt eine Welt im Ausnahmezustand. Ursprünglich in Asien ausgebrochen, rast die Pest, der „Schwarze Tod“, ab 1347 durch Europa. Ganze Landstriche werden entvölkert, 25 Mio. Menschen – ein Drittel der Gesamtbevölkerung – sterben. Die Überlebenden sind durch das erlebte Grauen gezeichnet. Kaum eine Familie ist ohne Opfer und die Angst vor der Seuche so groß, dass sie in Hysterie umschlägt. Ohne Kenntnis der Ursachen oder medizinisch wirksamer Gegenmittel, auf der verzweifelten Suche nach Heilung oder wenigstens einer Erklärung verfallen die Menschen Scharlatanen und Weltuntergangs-Propheten. Auf der Suche nach ‚Schuldigen‘ brennen ‚Ketzer‘ und Juden. Als dieser Pestzug 1351 abklingt, folgen nach kurzen Jahren der Ruhe neue Wellen. Die Ratlosigkeit und die daraus resultierende Angst erhalten sich bis in die Neuzeit, und noch heute, da die Krankheit beinahe ausgerottet sowie heilbar ist, sorgt schon das Wort „Pest“ für Gänsehaut.

Eine ohnehin aus den Fugen geratene Welt wird bei Jesse Bullington zur Kulisse eines bemerkenswerten Fantasy-Romans. Nicht Schwertkämpfer, Dämonen-Fürsten oder von Tolkien plagiierte Orks/Zwergen/Elben/Etc.-Klone treiben ihr Unwesen in einer verfremdeten Märchen-Welt, sondern simple Menschen als Produkte ihrer turbulenten Gegenwart. Bullington, der als studierter Historiker das Mittelalter nicht nur als simple Folie benutzt, sondern in Kenntnis der historischen Realität einsetzt, gelingt das Kunststück, die zeitgenössische Gedankenwelt so zu verfremden, dass sie die zeitgenössische Realität umso deutlicher herausstellt. Darüber hinaus gelingt ihm eine ungemein unterhaltsame Geschichte.

|Gott, der Teufel und der arme Mensch|

Die Welt des Mittelalters muss man mit der Allgegenwärtigkeit von Religion und – aus heutiger Sicht – Aberglauben gleichsetzen. Gott und vor allem der Teufel und seine Geschöpfe waren überall. Die Kirche lehrte die Lebenden, sich dem schlauen, in vielen Verkleidungen auftretenden Bösen zu entziehen. Für die Toten bzw. deren Seelen wurde gebetet, denn das Höllenfeuer loderte stets in Reichweite. Angesichts einer Lebenserwartung, die durchschnittlich bei 35 oder 40 Jahren lag, war der Tod den Zeitgenossen eine Selbstverständlichkeit.

Nur der bedingungslose Glaube bot einen Ausweg, während sehr reale Missstände als Ausdruck einer vorgegebenen Ordnung zu akzeptieren waren. Also sind die Großbarts einerseits durchaus ehrlich fromm und andererseits ungebildete, grobe, schmutzige Lumpen. Im Mittelalter war dies kein Widerspruch. Die meisten Zeitgenossen Hegels und Manfrieds würden aus heutiger Sicht in diese Kategorie fallen.

Gleichzeitig steckte die Wissenschaft in den Kinderschuhen. Das Mittelalter war vor allem in Europa sprichwörtlich dunkel, während Forschung und Lehre ausgerechnet in den ‚heidnischen‘ arabischen Ländern blühte. Der Zusammenhang zwischen Ansteckung und Hygiene blieb unerkannt, Zauberei bzw. Hexerei galt als Tatsache, und die meist unbekannte Welt wurde von gefährlichen Kreaturen bevölkert. Bullington geht nur einen Schritt weiter und nimmt diesen Aberglauben für bare Münze. Die Großbarts oder Bruder Martin entsetzen sich daher nicht vor eingebildeten, sondern vor ‚echten‘ Ungeheuern und Dämonen.

|Zwei brutale Schelme auf privatem Kreuzzug|

Hegel und Manfried Großbart begeben sich auf eine lange Reise, die ihnen jedoch keine geistige Reifung bringen wird. Bullington karikiert das Motiv der Queste, wie er überhaupt sorgfältig darauf achtet, jeglichen Gedanken an positive Werte zu tilgen. Moralische Integrität, Frömmigkeit, Liebe – immer verbergen sich hinter solcher Anständigkeit Bigotterie, Lüge und Eigennutz. In dieser Beziehung ist Bullington modern: Seine Leser sollen durch die Lektüre nicht belehrt werden. Mit Vorsicht sei deshalb das umfangreiche Literaturverzeichnis betrachtet: Zwischen tatsächlich existierenden Werken verbergen sich geschickt erfundene Werke, die eine Existenz von Grossbart-Überlieferungen vorspiegeln

Hegel und Manfried sind Räuber und Mörder, aber als solche passen sie in ihre Welt. Selbst der unglückliche Heinrich paktiert für seine Rache mit einer Hexe und einem Dämonen. So kann man den Zwillingen nicht wirklich böse sein. Zwischen Anfällen eingetrichterter (und köstlich fehlinterpretierter) Glaubensstärke sind sie konsequent ehrlich. Sie wollen ihren Zipfel von der Wurst. Nach einem Leben in Elend haben sie begriffen, dass niemand mit ihnen teilen wird. Also nehmen sie sich, was sie begehren, und geben sich dabei nicht einmal den Anschein, Robin Hoods zu sein. Wenn eine ganze Welt sich in ein Irrenhaus verwandelt, sind Hegel und Manfried exemplarische Bewohner.

Der Zug ins „Gypterland“ ist ihr einziger Traum oder besser: eine vage Wunschvorstellung. Mitte des 14. Jahrhunderts lagen die ‚klassischen‘ Kreuzzüge ins längst sarazenische Morgenland schon viele Jahrzehnte zurück. Geblieben waren nur geschönte Erinnerungen an ein hehres Ziel, das tatsächlich in eine endlose Kette blutiger Sinnlosigkeiten ausgeartet war. Als die Großbarts 1365 tatsächlich ihr Ziel erreichen, geraten sie in den aberwitzigen „Kreuzzug gegen Alexandria“, den König Peter I. von Zypern angezettelt hat. Dieser will nicht die Wiege der Christenheit befreien, sondern lässt Alexandria sowie 1366 Tripolis und Tartus überfallen, plündern und zerstören – ein reales, durch und durch verlogenes Unternehmen, dem schließlich sogar der Papst seine Unterstützung verweigerte.

|Eine traurige Geschichte aber ein tolles Buch|

„Die traurige Geschichte …“ erzählt nicht nur eine kurzweilige Geschichte, die ihrem Titel erst auf der letzten Seite gerecht wird und selbst dabei heiter wirkt. Weitere und längst nicht selbstverständliche Vorteile tragen zur Freude des Lesers bei. Da ist vor allem die fabelhafte Übersetzung hervorzuheben. Der Name Eva Bauche-Eppers sorgt für Erwartungen, denn diese Frau versteht ihr Handwerk, was u. a. daraus ersichtlich wird, dass sie 2003 für ihre Übertragung von China Miévilles Roman „Perdido Street Station“ mit dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet wurde. Sie mit der Übersetzung zu beauftragen, war eine wirklich gute Entscheidung, weil die Vorlage sprachlich eine Herausforderung darstellt. Bullington wandelt bunt auf einem schmalen Grat zwischen ‚originaler‘ mittelalterlicher und lesbar moderner Ausdrucksweise. Bauche-Eppers vermag ihm dorthin zu folgen. Die Übersetzung wirkt durch geschickt eingeflochtene altertümliche oder altertümlich erscheinende Redewendungen und Ausdrücke zeitgemäß, ohne es zu sein, es sein zu müssen oder den Leser zu überfordern. „Die traurige Geschichte …“ liest sich reibungslos, und der historisch oder sprachlich Bewanderte freut sich über Neu- und Wiederentdeckungen als Boni.

Das Auge isst nicht nur in der Küche mit. Auch der Leser freut sich über Bücher, die ihm solide aber geschmeidig in der Hand liegen, bei Öffnen und Blättern nicht spröde krachen sowie schön aufgemacht sind. „Die traurige Geschichte …“ bietet sich durch ihren Umfang für ein Paperback geradezu an, weshalb ihm dieses Gewand gut steht. Hier musste kein Text durch Großschrift, Leerseiten und gewaltige Zeilenabstände künstlich aufgeblasen werden. Darüber hinaus gibt es nicht nur ein ‚richtiges‘, also gemaltes Cover, sondern eigens angefertigte Innenzeichnungen. Man kann es prosaisch auch so ausdrücken: Hier bekommt der Leser wirklich etwas für sein Geld!

_Autor_

Jesse Bullington wurde in Boulder, US-Staat Colorado geboren. Nach einem Umzug wuchs er zunächst in Pennsylvania auf, bevor die Familie für mehrere Jahre in die Niederlande übersiedelte. Nach der Rückkehr in die USA beendete Bullington die High School und studierte Englische Literatur und Geschichte an der Florida State University. Beide Fächer schloss er 2005 ab.

Bereits in seiner High-School-Zeit lernte Bullington den Fantasy-Autoren Jeff Vandermeer kennen. Sie wurden Freunde, und Vandermeer wurde Bullingtons Mentor, als dieser eigene schriftstellerische Pläne entwickelte. Mit der Arbeit an seinem Debütroman „The Sad Tale of the Brothers Grossbart“ (dt. „Die traurige Geschichte der Brüder Grossbart“) begann Bullington unmittelbar nach dem Studium. Das opulente, inhaltlich wie formal vom Fantasy-Mainstream abweichende Werk erregte bei Kritik und Publikum großes Aufsehen.

|Paperback: 541 Seiten
Originaltitel: The Sad Tale of the Brothers Grossbart (New York : Orbit 2009)
Übersetzung: Eva Bauche-Eppers
Cover: Oliver Wetter
Deutsche Erstausgabe: Mai 2011 (Bastei-Lübbe-Verlag 2011/Paperback Nr. 28550)
ISBN-13: 978-3-404-28550-1|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de
[jessebullington.com]http://jessebullington.com