Im fünften Jahrhundert Neuer Galaktischer Zeitrechnung: Alaska Saedelaere, der Mann mit der Maske, ist mit der Galaktischen Flotte in einer weit entfernten Galaxis unterwegs. An Bord des Trägerraumschiffes BASIS erhält er einen Auftrag von kosmischer Bedeutung.
Die Superintelligenz ES schickt ihn in den Kugelsternhaufen Bormeen. Die dort lebenden Wesen werden von einer ungeheuren Macht bedroht: Unbezwingbare Raumschiffe greifen ihre Welten an und lösen diese buchstäblich auf.
Saedelaere gelingt es dank der Hilfsmittel der Superintelligenz, den Kampf gegen die mysteriöse Macht aufzunehmen. Doch er muss erkennen, dass seine Gegner ihre Pläne schon vor urdenklichen Zeiten geschmiedet haben …
(Verlagsinfo)
In der Galaxis Bormeen landen auf den Industriewelten der Bormeener zwiebelförmige Raumschiffe, die den betroffenen Planeten in einen undurchdringlichen höherdimensionalen Energieschirm hüllen und ihrerseits jegliche höherdimensionale Technik blockieren. Kontaktversuche seitens der Bormeener erwirken keine Reaktion, gewaltsam gibt es kein Mittel gegen diese Schiffe, deren Aggregate nach einer kurzen Frist den Planeten entstofflichen.
In dieser Situation taucht der Terraner Alaska Saedelaere mit dem unmissverständlichen Auftrag der Superintelligenz ES auf, das Problem zu lösen oder bei dieser Mission zu sterben. Alaska hat ES‘ Macht nichts entgegenzusetzen und kann sich der Aufgabe nicht entziehen. Sein einziges Hilfsmittel: Ein Übersetzungsgerät, das ihm die Superintelligenz mit auf den Weg gegeben hat …
Das ist natürlich typisch ES und darum immer wieder gern gewähltes Mittel, eine kleine Gruppe von Handlungsträgern an entlegene Orte zu verfrachten, um dort ohne Unterstützung ein existenzielles Problem zu bewältigen, zu dem die ansässigen Intelligenzen keinen Zugang finden. Meist trifft es Perry Rhodan selbst und kleine Gruppen ausgewählter Partner, oft genug aber auch Einzelgänger wie den einsamen, von Selbstzweifeln zerfressenen Alaska Saedelaere, dessen Name allein bereits eigentlich jeden Schriftsteller abstoßen sollte, Texte über ihn zu schreiben.
Die Planetenromane, deren ursprüngliche Erscheinungsform das Taschenbuch war und die derzeit in günstiger Produktion neu beauflagt werden, dienten den Autoren oftmals, eigene Ideen dem Perryversum hinzuzufügen oder lieb gewonnene Figuren weiter zu entwickeln. Robert Feldhoff, der bis zu seinem Tod zuletzt die Geschicke der Rhodan-Serie leitete, widmete sich im vorliegenden Band Alaska Saedelaere, einer Figur, die in der eigentlichen Serie nie so richtig glücklich ins Rampenlicht gerückt wird, ihre Höhenflüge aber in Planetenromanen und anderen Spin-Offs hat.
Der besprochene Roman ist inhaltlich nicht sehr aufwändig oder umfangreich, fügt dem kosmischen Geheimnis, das die Superintelligenz ES noch immer umgibt, aber ein weiteres Steinchen und Spekulationsgrund hinzu und widmet sich einer Spezies, den sogenannten Molekülverformern, die in der Rhodan-Historie eine immer wieder bedeutende Rolle spielen und für viele kosmische Ereignisse und Geheimnisse wichtig sind. Ob ihr Geheimnis irgendwo in diesem unüberblickbaren Kosmos über vierzigjähriger Geschichte der Serie gelüftet wurde, entzieht sich meiner Kenntnis, doch wirkt allein ihr Auftauchen in diesem Roman wie in jedweder anderen Geschichte allein als Magnet kosmischen Gefühls.
Saedelaere gewinnt eigentlich nicht an Profil, Feldhoff stellt nur erneut seine Unsicherheit, seine Selbstzweifel und seine Todessehnsucht heraus und hinterlässt ihn einmal mehr als tragische Figur, die endlich einen Weg in die persönliche Sicherheit und Geborgenheit hätte finden können, um im letzten Moment durch die grausamen Pläne ES‘ wieder in das ihm vorbestimmte Leben des Außenseiters zurückgerissen zu werden.
Trotz des geringen Umfangs schafft es Feldhoff, die Actionszenen zu dehnen, sich in Wiederholungen von saedelaereschen Überlegungen zu verlieren und im Endeffekt einen Roman abzuliefern, der kaum Handlung besitzt, trotzdem unterhält und mit kosmischem Sense of Wonder aufwartet.
Taschenheft, 161 Seiten
ASIN: B003WAKYWO
Der Autor vergibt: (3.5/5) Ihr vergebt: (6 Stimmen, Durchschnitt: 1,33 von 5)
Während Misstrauen und Rivalität zwei Königreiche in einen Krieg treiben, muss sich Prinzessin Alera entscheiden – für ihr Land, für ihre Freiheit oder für ihren Feind.
Alera ist nicht nur die Thronfolgerin des Königreichs – sie hat auch ihren eigenen Kopf, und ihre Vorstellungen von Freiheit und Gerechtigkeit finden am traditionellen Hof nicht immer Anklang. Das Land blickt dunklen Zeiten entgegen. Die lange währende Feindschaft mit dem Nachbarreich droht in einen Krieg zu münden.
Und als eines Tages der junge Narian aus dem Feindesland an Aleras Hof auftaucht, ändert sich alles: Ist Narian ein Spion, ein Attentäter oder gar ein Freund? Alera erfährt mehr über das Volk, das sie für ihren erbitterten Gegner hielt. Sie erkennt, dass sie sich unweigerlich in Narian verliebt hat – und dass ihre Liebe nicht nur ihr Leben, sondern das Schicksal des ganzen Königreichs aufs Spiel setzt.
(Verlagsinfos)
„Alera geht ihren eigenen Weg – und jeder Leser wird ihrem Charme sofort erliegen.“ – |Booklist|
_Handlungsabriss:_
„Alera – Geliebter Feind“ ist der Auftaktband einer romantischen Fantasy-Trilogie der erst 17-jährigen US-Autorin Cayla Kluver, somit auch ihr Debütwerk und ein beachtliches und stimmungsvolles dazu.
Schauplatz der Saga sind zwei Königreiche, die sich im Krieg befinden: Cokyri und Hytancia. In Hytancia verschwanden vor knapp zwei Jahrzehnten 49 Kinder (Jungen), doch man fand nur 48 Leichen – ein Junge bleibt verschollen. Sein Schicksal ist seither ungewiss. Den Sagen nach hatte der erste König von Hytancia, um sein neues Reich zu schützen, seinen kleinen Sohn getötet und mit dessen Blut die Grenzen des Reiches benetzt.
Am Ende des Krieges zwischen den beiden Reichen kommt Alera, die Kronprinzessin Hytancias, zur Welt. Sie erzählt ihre Geschichte, die ihrer Welt und ihrer Liebe. Die Handlung beginnt in ihrem 16. und auf der Schwelle zu ihrem 17. Lebensjahr. Alera wächst gut behütet mit Miranna, ihrer 15-jährigen Schwester auf. Umsorgt von ihrem Vater, König Adrik, und ihrer Mutter, Lady Elissia, der Dienerschaft des Hofes und London, ihrem persönlichen Leibwächter (silberne Locken, indigofarbene Augen).
Einziger Wermutstropfen für Alera ist, ihr Vater möchte sie mit dem eitlen, selbstgefälligen, jungen Lord Steldor verheiraten, den er sich neben seiner Tochter auf dem Thron wünscht. Denn es ist Tradition, dass die Thronerbin mit 18 Jahren heiratet und ihr Mann der nächste König wird. Doch Steldor (20 Jahre, charmant, klug, gutaussehend, aber ein aufgeblasener Wichtigtuer) ist Alera unsympathisch, seine Gegenwart und Arroganz verursacht ihr Übelkeit, seine Annäherungsversuche Ekel.
Am 10. Mai, Aleras 17. Geburtstag, verlässt sie während der Feierlichkeit den Festsaal und stößt im Garten des Anwesens auf einen Eindringling – dem ersten Cokyrier, dem sie in ihrem Leben gegenübersteht. Eine weitere Person aus dem Feindesland wird in Gewahrsam genommen: Nantilam, die Hohepriesterin und Schwester des Königs von Cokyri, dem Overlord, der als schrecklicher, bösartiger Kriegsherr gilt.
Erstmals hört Alea, dass in Cokyri Frauen mehr gelten als Männer und das Reich führen. Nantilam (umwerfend schön, grünäugig, kinnlanges dunkelrotes Haar, goldfarbener Teint, schwarz gekleidet) wird von Aleras Vater in den Kerker gebracht. Alera bemerkt, dass London nachts nicht in seinem Bett liegt, und am nächsten Tag ist die gefangene Hohepriesterin aus dem Verlies verschwunden. Hat London ihr zur Flucht verholfen? Alera behält ihre Beobachtung und Zweifel für sich, trifft sich erneut mit Steldor, um diesen über den Ausbruch der Gefangenen auszuhorchen, und auch er vertritt die naheliegende Meinung, dass es einen Verräter am Hof geben muss.
Alera spricht danach mit ihrer Mutter und erfährt, dass London fast zehn Monate lang Gefangener der Cokyrier war und daher am meisten über sie weiß. Er ist auch der Einzige, der eine Gefangenschaft bei den Cokyriern überlebt hat, und hat lange gebraucht, das dort Erlebte zu verwinden. Alera fasst sich ein Herz und weiht ihren Vater darin ein, dass London in jener Nacht, als die Gefangene entkam, nicht in seinem Bett und auf seinem Posten (über ihre Sicherheit zu wachen) war.
London wird als möglicher Verräter vom Dienst suspendiert und vom Hofe verbannt – tief enttäuscht, dass Alera ihn verraten und nicht zuerst das Gespräch mit ihm gesucht hat und er überhaupt des Verrats verdächtigt wird. Alera plagt längst das schlechte Gewissen und sie vermisst ihren langjährigen Leibwächter, zu dem sie ein enges freundschaftliches Verhältnis pflegte.
Auf der Teeparty anlässlich des 16. Geburtstags von Miranna schwärmen alle Freundinnen der beiden Schwestern von Steldor, doch Alera nimmt erstaunt wahr, dass die Freundinnen der Ansicht sind, Steldor mache ihr nicht nur Avancen, weil er nach dem Thron schielt, sondern weil er auch an ihr Gefallen gefunden hat. Dann wird ein weiterer Cokyrier gefangen genommen – mit Londons Hilfe: Narian, über den sich die Gerüchte schnell mehren – vor allem, dass er sehr attraktiv sei.
Alera soll ihr erstes Fest selbst ausrichten, dabei will sie sich nach einem potentiellen Ehemann umsehen, um nicht Steldor heiraten zu müssen – und fortan begegnet ihr auch ständig Narian. Er lehrt Alera Selbstverteidigung und die beiden kommen sich näher, eifersüchtig von Steldor beäugt. Und es geschieht, was der Titel vermuten ließ; Alera verliebt sich in Narian, der sich als der eine von den Cokyriern entführte Junge, dessen Leiche nie gefunden wurde, entpuppt. So sehr sich Alera zu Narian hingezogen fühlt, so sehr stößt sie Steldors Verhalten und Gegenwart ab. Als ihr Vater auf eine Heirat mit Steldor drängt, gesteht ihm Alera, dass sie Narian liebt und ihn heiraten möchte – und stößt auf rigorose Ablehnung bei ihrem Vater.
Auch London warnt sie vor Narian und davor, dass er nicht der sei, der er zu sein vorgebe. Er erzählt ihr die Legende vom blutenden Mond, in der es heißt, dass Hytancia von einem seiner eigenen Söhne besiegt werden kann, der das Zeichen des blutenden Mondes trägt. London vermutet, dass es sich um Narian handelt. Doch Alera hat ein solches Zeichen auch an Steldors Arm entdeckt. Sie spricht Narian, darauf an, der ihr jedoch versichert nur nach Hytancia gekommen zu sein, um mehr über seine wahre Herkunft und Familie zu erfahren. Dann bittet die Hohepriestern von Cokyri um eine Audienz bei der königlichen Familie und verlangt die Auslieferung von Narian. Doch dieser verschwindet bei einem Überfall, bei dem London schwer verletzt wird …
Viele Fragen stellen sich nun:
Wird Alera Narian wiedersehen?
Hat die Liebe von Alera und Narian dank ihrer verfeindeten Völker eine Chance?
Was wird aus Steldor, der weiter um sie anhält, und der die Wahl von Aleras Vater ist, der Narian als neuen König des Landes ablehnt?
Auf welcher Seite steht Narian wirklich? Auf der seines Blutes, seiner Herkunft oder jener der Cokyrier, die er zu schätzen gelernt hat und von denen er großgezogen und ausgebildet wurde?
Wer ist in den Turbulenzen Freund, wer Feind?
Wird London den Überfall überleben?
Was hat es mit dem Silberring auf sich, den London trägt, und der einst dem Overlord gehört haben soll?
_Meine Meinung:_
Die junge Autorin schildert feinfühlig und intensiv das Leben und die Personen am Königshof, mit sehr viel Liebe zum Detail, jedoch ohne adjektivlastig zu sein. Die Handlung ist packend geschrieben, voller Emotionen – aber niemals kitschig oder schmalzig. Der Band erinnert vom Duktus her an die [„Tamír Triad“-Trilogie]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6106 von Lynn Flewelling (in Deutscher Erstveröffentlichung bei |Otherworld| erschienen). Cayla Kluver lässt damit mehr als nur Potential erkennen, der großen Kollegin nacheifern zu können.
Eines verbindet die beiden Autorinnen jetzt schon: die zarte Melancholie, die zwischen den Zeilen schwingt und den Leser seicht umschwebt, ohne dabei den oft schnellen Rhythmus des Lebens von Alera sprachlich zu vernachlässigen. Amüsant sind so zum Beispiel zu Anfang des Buches die fast koketten Wortwechsel und Szenen zwischen Alera und London. Überhaupt, ist das Buch so flüssig geschrieben, dass man die 553 Seiten in Rekordzeit liest, da man „Alera – Geliebter Feind“ nicht mehr aus der Hand legen möchte. Respekt an eine junge Autorin für einen solchen Debütroman!
Auch die Aufmachung des Werkes weiß zu überzeugen: edle Hardcoverausgabe mit ALERAs Antlitz auf dem Schutzumschlag, Papier und Satz sind erstklassig.
_Fazit:_
Für alle, die romantische Fantasy jenseits der Schmonzette lieben, und für jene, die der Schlachtgemetzel-Fantasy überdrüssig sind – aber auch generell für alle Liebhaber des feinen Lesegenusses absolut empfehlenswert. Grandioser Debütroman einer Jungautorin, von der man sicher (und hoffentlich) noch viel lesen wird.
|Gebunden: 560 Seiten
Originaltitel: Legacy (2009)
Aus dem Amerikanischen von Henriette Zeltner
Titelfoto von Melanie Delon/Repr. by Norma
Titelgestaltung von Guter Punkt, München
ISBN-13: 9783492702164|
[www.piper-fantasy.de]http://www.piper-fantasy.de
[www.caylakluver.com]http://www.caylakluver.com
_|Fallen Angels|:_
Band 1: „Die Ankunft“
Band 2: „Crave“ (erscheint auf Englisch am 05.10.2010, eine deutsche Übersetzung ist bislang nicht angekündigt)
_Es ist schon paradox_: Einerseits ist das Verlangen nach neuen Werken von Bestseller-Autorin J. R. Ward unheimlich groß, andererseits kann man sich kaum vorstellen, dass die gute Dame ihre mehrfach gekrönte „Black Dagger“-Reihe in irgendeiner Form überhaupt erreichen, geschweige denn übertreffen könnte. Ward alias Jessica Rowley Pell Bird hat das Experiment dennoch gewagt und mit „Fallen Angels“ eine neue Serie ins Leben gerufen, die sich ebenfalls mit der düsteren Fantasy beschäftigt und themenspezifisch nicht weit von ihrer Erfolgsreihe entfernt ist.
Darüber hinaus hat sich die Autorin dabei auch das Recht vorbehalten, einige Elemente aus „Black Dagger“ direkt zu übernehmen und diverse Quertendenzen transparent zu machen, um auch die Insider für ihr Durchhaltevermögen zu belohnen. „Fallen Angels“ deshalb aber lediglich als Nebenprodukt abzustufen, wäre fatal, da der neue Plot völlig eigenständig ist und auch die teils bekannten Nebendarsteller keinen größeren Einfluss auf den Verlauf der Handlung nehmen können. Doch kann „Fallen Angel“ seinem erfolgreichen Vorgänger überhaupt das Wasser reichen?
_Story:_
Jim Heron hat sein Leben mit Ach und Krach in den Griff bekommen; die finstere Vergangenheit ist überwunden und der solide Job an der Baustelle sein Basis-Standbein, welches ein erneutes Abrutschen in zwielichtige Gefilde verhindern soll. Als Heron jedoch eines Tages einen folgenschweren Unfall erleidet, scheint die neu gewonnene Hoffnung ein für allemal passé zu sein. Doch im Jenseits ereilt ihn das Schicksal zum ersten Mal von der positiven Seite.
Heron bekommt eine weitere Chance, jedoch zu einem beträchtlichen Preis. Es muss ihm gelingen, in kürzester Zeit sieben bestimmte Seelen zu retten und damit die Schlacht zwischen den himmlischen Mächten und denen des Jenseits als Lastenträger für die gute Seite zu entscheiden. Und es kommt noch dicker: Ausgerechnet sein zwielichtiger Boss Vin diPietro ist die erste Person, deren Seele für die Errettung infrage kommt.
Heron hegt nur wenig Hoffnung, dass sein Auftrag hier Erfolg haben kann, lernt diPietro dann jedoch von einer ganz anderen Seite kennen. Dessen ekstatischer Kampf für die Liebe seines Lebens und die Charakter-Qualitäten, die man dem schwerreichen Bauunternehmer absolut nicht zuschreiben würde, überzeugen Jim von seiner Aufgabe. Doch während er dem ersten Seelenpfand hinterherjagt, schmieden die Mächte der düsteren Seite bereits ihre intriganten Pläne. Und im Gegensatz zu Heron wissen sie ganz genau, mit welchen Mitteln sie an ihr finsteres Ziel kommen …
_Persönlicher Eindruck:_
Viele Parallelen, aber letzten Endes ein eigenständiger Plot. Der unvermeidbare Vergleich sollte von Beginn an für alle Ward-Fans zufriedenstellend ausfallen, da sich die Autorin kaum wiederholt, die Stärken des Vorgängers aber in vielen Passagen des neuen Auftaktbandes unterzubringen weiß. „Die Ankunft“ stützt sich auf den atmosphärischen Highlights aus „Black Dagger“, geht aber inhaltlich einen anderen, insgesamt weitaus straighteren Weg, was den Spannungsaufbau betrifft.
Statt nämlich über viele Episoden einen großen Komplex zu erstellen, legt sie die Karten in „Fallen Angels“ schon in der ersten Ausgabe auf den Tisch. Man durchschaut in groben Zügen, in welche Richtung sich der Plot entwickelt und welche Rolle die Protagonisten hierbei spielen können. Ward arbeitet schlichtweg mit mehr Transparenz und lässt dem Leser stets das Gefühl, den nächsten Schritt bereits erahnen zu können. Dennoch leidet die Spannung darunter selten, weil die entscheidenden Passagen immer noch jenes Überraschungsmoment aufweisen, welches man bereits aus besagtem Vorgängermodell kennt. Und genau damit reißt die Autorin auch heuer wieder ihr vertrautes Publikum mit.
Anderseits ist es schon erstaunlich, wie schwer sie sich gerade zu Beginn damit tut, die Story gebührend einzuführen und bei der Vorstellung ihrer Figuren auf den Punkt zu kommen. Ward inszeniert ein Verwirrspiel, dessen Ausmaß im Hinblick auf den gesamten Auftakt übertrieben wirkt und am Ende in dieser Form auch nicht mehr so recht nachzuvollziehen ist. Zwar erweckt die lang gestreckte Einleitung nicht das Gefühl, dass hier Prioritäten verschoben wurden bzw. Platz verschenkt wurde, der später fehlt, doch wünscht man sich ab und an eine kompaktere Vorgehensweise, mit deren Hilfe man schneller in die Handlung hineinkommen könnte. Diesen Vorzug gewährt Ward ihren Lesern indes nicht.
In der Gesamtübersicht ist dieser Umstand jedoch wieder zu vernachlässigen, weil die Geschichte, einmal in Fahrt gekommen, zu überzeugen weiß und auch Blickwinkel entwickelt, die in „Black Dagger“ nicht so deutlich hervorgehoben wurden. So zum Beispiel ist der Action-Anteil in der neuen Serie ungleich größer, das Tempo entsprechend höher, die Komplexität schließlich nicht ganz so stark ausgeprägt. Außerdem ist das vielzitierte Vampir-Thema nur ein Nebenschauplatz, welcher hier von der Engel-Thematik abgelöst wird, die der Story schließlich ihren Charakter verleiht und in der oberflächlichen Betrachtung das Handlungskonzept weitestgehend beschreibt. Und in diesem Zusammenhang ist die Umsetzung der Geschichte mit wachsender Dauer immer stärker, bis man sich zum Ende von „Die Ankunft“ endlich heimisch fühlt und in der vertrauten Umgebung, nämlich Wards Stilistik, die Überzeugung gewinnt, an der man nach den ersten Episoden dieses Debüts durchaus noch zweifelte.
„Fallen Angels“ mag zwar keine leichte Sache sein, im Gegenteil sogar eher eine Herausforderung, die an den erschwerten Vorbedingungen gemessen wird, aber schlussendlich doch ein lohnenswertes Werk, welches Wards Extravaganz zumindest schon einmal andeutet. Wenn auf die Pflicht nun in einer der noch folgenden Ausgaben auch die Kür folgt, wird man die Einstiegsprobleme sicher auch schnell wieder vergessen können. Bis dahin sei gesagt, dass „Der Ankunft“ ein lesenswerter, aber definitiv noch nicht überragender Fantasy-Roman mit bodenständigem Backing ist.
Im Auftaktband „Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele“ erzählt Suzanne Collins von einem zerstörten Nordamerika in einer düsteren Zukunft. Kriege und Hungersnöte haben das Land zerstört, die überlebenden Menschen leben in Distrikten. Jeder der zwölf Distrikte hat etwas Besonders an sich und konzentriert sich auf seine produktive Stärke. Es gibt einen Distrikt, der sich auf Bergbau spezialisiert hat, ein anderer widmet sich ganz der Landwirtschaft, der nächste der technischen Produktion von elektronischen Gütern oder Waffen.
Panems 13. Distrikt wurde vom „Kapitol“, dem imperialen Machtzentrum, zerstört. In diesem Distrikt rebellierten die Einwohner gegen das Regime, und es rächte sich, indem der Distrikt ausgelöscht wurde. Das Exempel verfehlte seine Wirkung nicht, die anderen Distrikte verstanden die Warnung, dass Rebellion im Keim erstickt wird. Doch auch die verbliebenen Distrikte mussten von nun an ihren Tribut an das „Kapitol“ mit einem Blutzoll entrichten, denn kurz nach der Zerstörung des 13. Distrikts wurden die „Hungerspiele“ ins Leben gerufen.
Nun müssen Jahr für Jahr die zwölf Distrikte zwei „Tribute“ – Jugendliche im Alter zwischen zwölf und achtzehn Jahren – in einer großen Arena auf Leben und Tod gegeneinander kämpfen lassen. Den Überlebenden und dessen Familie erwartet dann ein erfülltes und sicheres Leben, kein Hunger, keine Angst – reich und berühmt für den Rest des Lebens. Auf die anderen warten nur der Tod und unglückliche Familien, die ihre Kinder in einer Unterhaltungsshow verloren haben. Die „Hungerspiele“ werden rund um die Uhr live im nationalen Fernsehen übertragen. Der Kampf, die Angst, die Verzweiflung und der grausame Tod werden den Zuschauern und natürlich auch den Angehörigen live vor Augen geführt.
Als Prim, die jüngere Schwester von Katniss, aus dem 12. Distrikt ausgelost wird, stellt sich Katniss vor ihre Schwester und nimmt ihren Platz als Freiwillige ein. Als männlicher Part des Distrikts wird Peeta, der Sohn des hiesigen Bäckers, ausgelost. Die anderen jugendlichen Tribute kennt das Duo nicht. Katniss, die immer für ihre Familie die Versorgung übernommen hat, indem sie Kleintiere jagte, rechnet sich keine großen Chancen auf einen Sieg aus.
In der Vorbereitungszeit gibt es Trainingseinheiten und die Chance für die Tribute, ihre Fähigkeiten auszubauen. Als Mentoren für die ausgelosten Tribute fungieren ehemalige Sieger der Hungerspiele. Es ist ein Medienspektakel, und genauso, wie sich Sponsoren für die kämpfenden Jugendlichen einfinden, werden hier auch Wetten darüber abgeschlossen, wie die diesjährigen Hungerspiele ausgehen werden. Interviews mit den Tributen und eine Zurschaustellung der Kombattanten dienen der Unterhaltung. Die Diktatur überlässt nichts dem Zufall, alles dient nur dazu, die Macht des Kapitols zu präsentieren. Ihre Spielmacher, die sich die Fallen in der Arena einfallen lassen, um das Publikum zu begeistern, verstehen ihr tödliches Handwerk.
Als die tödlichen Spiele beginnen, muss Katniss in der Arena entweder töten oder sie wird getötet …
Kritik
Auch wenn „Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele“ ein Buch für Jugendliche ist und so vor allem die Zwölf- bis Sechzehnjährigen ansprechen soll, ist es doch mehr als eines unter vielen ähnlich gelagerten Jugendbüchern und schlägt eine deutlich andere Gangart an.
Die Thematik, die Suzanne Collins aufgreift, ist vielschichtig und spiegelt auch unsere Gesellschaft wider. Die Macht der Medien, Manipulation und Unterdrückung finden hier ebenso ihren Platz wie ethische und moralische Werte, Pflicht- und Mitgefühl gegenüber anderen, vor allem schwächeren und benachteiligen Personen. Der Roman erzählt primär die spannende und sehr ergreifende Geschichte von Katniss und Peeta, aber auch die durchaus zahlreichen Nebenfiguren haben ihren bemerkenswerten Auftritt und bleiben dem Leser auch nach dem literarischen Tod noch lange im Gedächtnis.
Die Story wird ausschließlich aus der Perspektive von Katniss geschildert. Der Leser hat nun die Möglichkeit, Katniss‘ Weg in die Arena mitzuerleben, so dass ihre Emotionen sehr greifbar und realistisch nachklingen, wenn sie von ihrer Angst und Verzweiflung erzählt, aber auch ihrer Wut freien Lauf lässt. Die Sympathie für ihre Figur entwickelt sich im Laufe der Handlung, und auch ihre persönliche Entfaltung ist nachvollziehbar, auch wenn Katniss oft unsicher und naiv wirkt. Peeta verhält sich zunächst zurückhaltend, aber seine Persönlichkeit birgt starkes Potenzial, und es dauert nicht lange, bis seine Fähigkeiten an die Oberfläche drängen. Er weiß, was er tut, und er spielt in der Arena nach seinen eigenen Regeln.
Spannung sowie viel Raum für Gesellschaftskritik und einen Ausblick in eine nicht allzu ferne Zukunft versprechen ein außergewöhnliches Lesevergnügen. Menschliche Abgründe und ein perverser Voyeurismus, aber auch bedingungslose Liebe sowie Verantwortung gegenüber anderen sind der Tenor des Romans. Die Hungerspiele sollen den Einwohnern der Distrikte aufzeigen, wo sie in einer totalitären Gesellschaft stehen. Einschüchterung, Angst und Brutalität sind die Noten dieser grausamen Melodie, aber auch in dieser Dunkelheit flammt am Ende ein Hoffnungsfunke auf, denn Katniss ist nicht gewillt, sich kontrollieren und manipulieren zu lassen. Doch ihre Entscheidung wird Folgen haben, die sie sich zunächst nicht ausmalen kann. Entscheidungen schlagen immer Wellen, und selbst wenn man vor den Konsequenzen davonläuft, werden sie einen immer wieder ein- und überholen.
„Brot und Spiele“ verlangen nach einer blutigen Show, doch die Autorin verzichtet auf detailreiche Beschreibungen der Tötungen. Zwar fließt hin und wieder Blut, doch die Autorin umschifft diese Klippe und konzentriert sich auf die Emotionen von Katniss und den anderen Tributen. Actionreich ist „Die Tribute von Panem“ nur phasenweise, doch auch die Vorbereitungen für den finalen Kampf in der Arena sind spannend und der Leser erhält einen Überblick über die Fähigkeit und Talente der anderen Kandidaten.
Suzanne Collins Erzählstil ist äußerst pragmatisch zu nennen. Der Aufbau ihrer Sätze ist zumeist kurz und anfangs gewöhnungsbedürftig. Ich hätte mir manchmal mehr Erklärungen zu einzelnen Situationen und Szenen gewünscht, oftmals mangelte es mir an Details, zu schnell wechseln die Szenen. Auch die Vergangenheit Panems, die Entwicklung der Distrikte, die Macht des Kapitols, die früheren Kriege in Nordamerika sowie die Erklärung der anderen Distrikte bleiben (noch) im Verborgenen. Zudem wäre es vorteilhaft gewesen, wenn der Roman nicht nur aus der Sicht von Katniss erzählt worden wäre, sondern vielleicht auch die Perspektive der Zuschauer, der Angehörigen der Kandidaten und zuletzt der Spielmacher berücksichtigt worden wäre. Diese eindimensionale Perspektive ist zwar spannend, aber nicht sonderlich informativ gewählt.
Fazit
„Die Tribute von Panem . Tödliche Spiele“ ist der erste Roman einer geplanten Trilogie von der Autorin Suzanne Collins. Selten habe ich einen Jugendroman gelesen, der sich so ernsthaft mit gesellschaftlichen Themen befasst und zugleich eine Spannung entwickelt, der man sich nur schwerlich entziehen kann. Suzanne Collins versteht ihr Handwerk, und nach Ende des ersten Teils wird man es nicht vermeiden können, gleich den zweiten Band zur Hand zu nehmen, in dem das Schicksal von Katniss fortgeführt wird.
Emotional und spannend, regt der Roman auch zum Nachdenken an. Zwischen den Zeilen wird so mancher Gedanke transportiert, und auch die bei Jugendlichen oft von hormongelenkten Emotionen durcheinandergewirbelte Welt lässt es zu, dass sich der junge Leser gut mit Katniss oder Peeta identifizieren kann. In „Die Tribute von Panem“ verschwimmen die Grenzen zwischen Gefühl und Verstand, und wie so oft liegt in der Liebe die Antwort zu allen Fragen.
Dieser Roman verdient in der Summe ein Platin-Prädikat und wird sich neben den Bestsellerlisten in so mancher Diskussion wiederfinden. Ein Jugendbuch, das Spannung verspricht und nicht damit enttäuscht, und zudem noch viel Potenzial für Diskussionen und eigene Gedanken einbringt – was will man mehr? Ganz klar: Mit Sicherheit den zweiten Teil lesen – „Die Tribute von Panem. Gefährliche Liebe“.
_Die Autorin_
Suzanne Collins (* 1962 in New Jersey) ist eine in Connecticut ansässige Autorin für Cartoons und Kinder- und Jugendliteratur. Collins schreibt seit 1991 sehr erfolgreich für das US-amerikanische Kinderfernsehen. Mit den Abenteuern von Gregor und seiner kleinen Schwester Boots veröffentlicht sie seit 2003 ihre ersten eigenen Kinderbücher, die in den USA schon bald auf Empfehlungslisten für Kinderliteratur erschienen und bereits in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Collins wurde für „Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele“ mit dem |Buxtehuder Bullen| 2009 ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 nominiert.
Originaltitel: The Hunger Games 1. The Hunger Games Aus dem Amerikanischen von Peter Klöss und Sylke Hachmeister 414 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag Empfohlen ab 14 Jahren ISBN-13: 978-3-7891-3218 https://www.oetinger.de/die-tribute-von-panem
Der frustrierte Highschool-Schüler John Rayburn bekommt eines Tages Besuch von John Rayburn, einem alternativen Ich aus einem Paralleluniversum. Dieser überlässt ihm ein Gerät, mit dem er nun selbst andere Paralleluniversen bereisen kann. Der Alternativ-John würde so lange seinen Platz einnehmen, bis John wieder da wäre.
Allerdings verschweigt Alternativ-John eine Kleinigkeit: Das Gerät hat einen Defekt und man kann nie mehr in sein altes Universum zurückkehren!
Auf seiner Reise durch die alternativen Welten trifft John andere Johns und versucht zu Geld zu kommen, indem er Dinge seines alltäglichen Lebens „erfindet“, die es in den anderen Welten nie gab. Und trotzdem er sich in einem neuen Universum verliebt und niederlässt, gibt er sein Vorhaben nie auf, das Gerät zu reparieren, um letztendlich doch wieder in seine eigene Realität zurückzukehren …
Mein Eindruck:
Zeitreiseabenteuer und Paralleluniversen faszinieren mich, seitdem ich das erste Mal „Die Zeitmaschine“ im Fernsehen gesehen habe.
Und nachdem ich dieses Buch gelesen hatte, habe ich mir gedacht: „Hey, eigentlich könntest du dir mal wieder ‚Sliders‘ ansehen!“. Denn die Ähnlichkeit zwischen der TV-Serie aus den 80ern und der Geschichte im Buch ist nicht abzustreiten. Auch das Team in der Serie „slidet“ von Paralleluniversum zu Paralleluniversum und versucht wieder nach Hause zu kommen.
Dennoch hat das Buch seinen eigenen Charme, wenn also auch die Grundidee nicht wirklich etwas Neues ist. Wer würde nicht die Chance wahrnehmen, in andere Realitäten zu reisen, um einfach mal zu schauen, wie es da so aussieht? Was ist anders? Was ist gleich? Sind alle, die ich kenne, auch in dem anderen Universum? Was ist aus meinem Alternativ-Ich in der anderen Welt geworden?
Okay, der Teil mit dem „es gibt kein Zurück“, der stört … aber der ist es auch, der das Buch spannend macht und den Leser bei der Stange hält. Einfach nur zuzuschauen, wie John von Welt zu Welt springt und neue alte Bekannte wiedertrifft, den Zauberwürfel erfindet und das Buch „Shining“ von Stephen King neu schreibt, weil es beides in seinem neuen Zuhause nie gegeben hat, ist interessant. Dennoch würde das recht schnell langweilig werden, weil der Roman dann zu einer schlichten Aufzählung verkommen würde.
Aber die Tatsache, dass John davon überzeugt ist, das Gerät reparieren zu können, um doch wieder in das Universum zurückzukommen, aus dem Alternativ-John ihn heraus getrickst hat, das ist interessant. Und so bleibt der Leser Seite für Seite am Ball und lässt sich von John mit auf die Reise nehmen, um Welten zu erleben, deren Geschichte anders verlaufen ist als seine … und unsere.
2006 gewann die dem Roman zugrunde liegende Geschichte „The Walls of the Universe“ den Asimov’s Readers Poll Award.
Fazit:
Ein Sciencefiction-Roman auch für Nicht-SciFi-Leser, da der Science-Anteil sehr gering ausfällt. Stattdessen eine interessante und spannende Was-wäre-wenn-Geschichte für alle, die gern einmal aus ihrem Alltag entfliehen wollen … und das nicht nur bis nach Mallorca.
Taschenbuch: 512 Seiten Originaltitel: The Walls of the Universe (2009) Aus dem Englischen von Ulrich Thiele ISBN-13: 978-3453526914 www.randomhouse.de/heyne www.paulmelko.com
Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: (3 Stimmen, Durchschnitt: 2,33 von 5)
Fünfzehn Jahre sind seit den Ereignissen in „Herbst der Kriege“ vergangen. Die Städte der Khai, die den Überfall der Galten überlebt haben, stehen vor dem Zusammenbruch, denn seit fünfzehn Jahren wurden im Reich nur eine Handvoll Kinder geboren, Kinder, deren Mütter aus anderen Ländern stammen. Otah, inzwischen Kaiser, sieht nur eine Möglichkeit, den Niedergang seines Volkes zu verhindern: Heiraten zwischen seinem Volk und den verfeindeten Galten, die auf Seiten der Männer dasselbe Problem haben. Der Plan stößt auf wenig Gegenliebe, und das nicht nur in Galtland.
Letztes Jahr erschien im Blanvalet-Verlag das Erstlingswerk von Brent Weeks – „Der Weg in die Schatten“ – und entführte den Leser in eine faszinierende neue Region der phantastischen Literatur. Der Auftaktband der Schatten-Trilogie war mehr als überzeugend, und mit dem Erscheinen des zweiten Teiles ist der Autor durch die Erwartungshaltung des Lesers gefordert, die ohnehin schon dichte Atmosphäre und den Spannungsbogen weiter auszubauen.
Inhalt
Kylar Stern – oder Azoth, wie er früher, in einem ganz anderen Leben hieß – sieht sich gezwungen, sein Leben und das seiner kleinen Familie zu überdenken. Nach der Invasion durch den brutalen und kalten Gottkaiser befindet sich Kylars frühere Heimat in den Händen der Invasoren, die mit Willkür und Opferungen, die eher sorgsam organisierten Hinrichtungen gleichen, das Volk einschüchtern. Kylar und seine alte Liebe, das ehemalige Puppenmädchen Elene und die Tochter seines ehemaligen Meisters, der auch für Kylar so etwas wie eine Vaterfigur gewesen ist, fliehen aus der Stadt. Elene, die um Kylars Vergangenheit und seine Tätigkeit als gedungener Mörder, als „Blutjunge“ weiß, möchte, dass ihr Liebster nicht mehr zu seinem Schwert „Vergeltung“ greift und dem Töten abschwört.
Angekommen in seiner neuen Umgebung, wird Kylar aber nicht glücklich. Auch wenn er mit Elene ein Herzensziel erreicht hat, überkommt ihn eine stetige innere Unruhe. Kylar wurde zum Töten ausgebildet, von einem Meister, dessen tödliches Talent einmalig war, und doch war Durzo Blint kein schlechter Mensch, und vieles, was seinen Meister innerlich bewegte, versteht Kylar erst jetzt. Doch Kylar musste seinen Meister in einem Zweikampf töten, und nun, auf sich allein gestellt, kann er sich nicht wirklich mit jemanden austauschen. Elene würde ihn ohnehin nicht verstehen, denn seinen Wunsch zu töten und seine erworbenen Fähigkeiten zu trainieren, kann er nicht ausleben, und so wird Kylar zunehmend gereizter.
Nach einer Zwiesprache mit sich selbst öffnet er dann doch seine Kiste, in der seine Blutjungenkleidung und seine Waffen schlummern, und geht nachts auf die Jagd. Verbrecher, Diebe und Räuber werden zu Zielen Kylars – auch wenn er sie anfangs nur erschreckt, ist es lediglich eine Frage der Zeit, bis sein Schwert „Vergeltung“ wieder Blut fließen lassen wird.
Inzwischen wird das Blutmädchen Vi vom Gottkaiser beauftragt, seinen alten Freund Jarl zu ermorden, der inzwischen das Oberhaupt der organisierten Kriminalität geworden ist. Gefangen zwischen den Optionen des Versagens, der Loyalität zu Jarl und dem Zorn des Gottkaisers, ist Vi der Verzweiflung nahe, doch wie unter einem Zwang weiß sie auch, was ihre nächsten Schritte sein werden.
Kylar, der ja vermutet, dass sein Freund und nun König Logan Gyre den Tod gefunden hat, täuscht sich indessen. Logan Gyre lebt, ist aber in dem dunkelsten Gefängnis der Stadt gelandet, das auch als „Das Arschloch der Hölle“ bekannt und berüchtigt ist. Hier haben nur jene Menschen eine Chance zu überleben, die skrupellos sind gegenüber ihrem eigenen Gewissen und jeder Ethik. Im Loch kann man nur überleben, wenn man bereit ist, seine Menschlichkeit abzulegen, wobei Mord hier noch eher eine Bagatelle darstellt.
Als Kylar von seinem alten Freund Jarl um Hilfe gebeten wird, den Gottkaiser umzubringen, um für die Rebellion gegen die Besatzer ein Zeichen zu setzen, muss er sich entscheiden, ob er seiner Familie und dem Versprechen, das er Elena gab, treu bleibt oder aber seine Bestimmung und sein Schicksal herausfordern soll.
Kritik
„Am Rande der Schatten“ von Brent Weeks wird den Leser erneut begeistern. Kylar ist erwachsen geworden; er ist ein Blutjunge, er ist der Nachtengel und damit eine Legende. Sein Talent ist tödlich, doch noch bewahrt er seine Menschlichkeit und sein Mitgefühl für andere. Zwischen Verantwortung und Bestimmung wird Kylar hin- und hergerissen. Fast zu spät entdeckt er, dass sein Schicksal nicht immer in seinen Händen liegt und dass Verantwortung ein sehr scharfes zweischneidiges Schwert sein kann.
Die Handlung baut sich auf, indem die Protagonisten immer wieder in persönliche Konflikte getrieben und so gelenkt werden, dass ihre Entscheidungen die der anderen bis aufs Äußerste beeinflussen. Hier geht es nicht um eindimensionale Beweggründe. Die Grenzen zwischen Freund und Feind, zwischen Verantwortung und Bestimmung sind fließend und oft genug müssen sich Kylar und auch Logan eingestehen, dass man gezwungen wird, sich nicht nur am Rande der Schatten zu bewegen, sondern auch tief in sie einzutauchen.
Dass Kylar wieder zum Schwert greift, ist natürlich schon der Tatsache geschuldet, dass es sich hier um eine Trilogie handelt, also absolut vorhersehbar, doch Kylars Dilemma mit seiner Familie und dem Drang, die Konfrontation mit dem Bösen zu suchen, zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Handlung. Spannend bleibt die ganze Thematik auf jeden Fall, und auch für Action wird gesorgt, wenn auch ein bisschen weniger als im ersten Teil. Deutlich zugenommen hat hier die Einbeziehung der magischen Elemente, und das finde ich diesmal, gemessen an den übrigen Szenarien, überproportioniert.
Kylar wirkt im zweiten Teil deutlich überfordert. Dadurch, dass er immer versucht, allem und jedem gerecht zu werden, vergisst er sich selbst und handelt fast zu spät für sich und andere. Der zweite Handlungsstrang beschäftigt sich primär mit Logan, der gezwungen ist, mit dem Bösen zu paktieren, denn im „Loch“ gibt es keine Zivilisation, hier herrscht Primitivität und keine Moral, und erst recht kennt man hier kein Gewissen. Um zu überleben, muss er sich mit Mördern und Vergewaltigern verbünden, die unverzeihliche Verbrechen verübt haben. Logan verändert ich zwangsläufig und wird niemals mehr die gleiche Person sein.
Das Blutmädchen Vi ist der verlorenste Charakter in diesem zweiten Band. Weder weiß sie, was sie möchte, noch kann sie einschätzen, welche Folgen ihre Handlungen haben werden. Zwischen Gefühl und Verstand verloren, fühlt sie sich isoliert und unverstanden. Noch schlimmer wird es für sie, als sie den Auftrag bekommt, Jarl zu töten, ihren alten Freund, und als sie später Kylar kennenlernt, ist sie fasziniert von seinen Fähigkeiten und seinem Charakter.
In ihrem Leben gab es nicht viel Licht. Sie selbst kannte nur die undurchdringliche Dunkelheit, lebte eher jenseits der Schatten und bewegt sich nun langsam an die verheißungsvolle lichte Oberfläche, die so vielversprechend ist, so menschlich sein kann, dabei aber auch so verletzend. Doch sie ist bereit, für ihre Menschlichkeit zu kämpfen und notfalls auch alles zu opfern. Hier kann der Leser wirklich gespannt sein, denn ähnlich wie bei Kylar trägt sie eine Unmenge an Potenzial in sich und im dritten Teil der Serie kann sie zur Schlüsselfigur werden.
„Am Rande der Schatten“ besteht aus drei Handlungssträngen, die an die drei Protagonisten gekoppelt sind. Zum letzten Drittel des Buches hin verfolgen diese drei ein gemeinsames Ziel, nur der Weg dahin ist ein jeweils eigenständiger.
Interessant zu betrachten ist die Wirkung der Invasoren auf die Bevölkerung. „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ trifft in diesem Falle zu, denn auch die Gilde der Kriminellen ist wenig angetan von der brutalen totalitären Herrschaft und rebelliert offen zusammen mit Bürgern und dem Adel, was in einer „Blutnacht“ eskaliert.
Fazit
„Am Rande der Schatten“ von Brent Weeks setzt die Schatten-Trilogie gelungen fort und überzeugt durch die facettenreichen und vielschichtigen Charaktere. Mit viel Spannung und Action bietet auch dieser Roman ein überaus hohes Lesevergnügen, das den Leser packen und nicht mehr loslassen wird.
Als Negativkritik gibt es nur wenig anzumerken: Die magischen Komponenten sind gerade in der Mitte der Geschichte meiner Meinung nach übermäßig präsent im Vergleich zu den menschlichen Wesenszügen der Charaktere.
Auf der Bühne präsentieren sich Dramatik und Tragik, Liebe und Tod, und selbst in kleineren Nebenschauplätzen zeigt sich das Talent des Autors und somit ein Roman, der mit seinen Figuren hundertfünfzigprozentig zu überzeugen weiß. Phantastisches Lesevergnügen ist hier garantiert, und Brent Weeks hat damit Zauberhaftes für die Leserschaft geleistet.
Der Autor
Brent Weeks wollte schon als Junge Schriftsteller werden und hat sich deshalb nach dem Collage nicht mit dem Erlernen eines anderen Berufes aufgehalten, sondern gleich mit dem Schreiben begonnen. Bis jemand bereit war, ihm etwas dafür zu bezahlen, hielt er sich als Barkeeper über Wasser. „Der Weg in die Schatten“ war seine erste Veröffentlichung und der Auftakt zur |Nachtengel|-Trilogie, gefolgt von „Am Rande der Schatten“. Band drei, „Jenseits der Schatten“, ist für den November 2010 angekündigt. Der Autor schreibt derweil an seiner nächsten Serie, deren erster Band unter dem Titel „The Black Prism“ im August dieses Jahres auf Englisch erschien.
_Dawn hat nun endlich_ akzeptiert, dass sie der Welt ihres Vaters Morpheus, des Königs der Träume, angehört, und trainiert fleißig ihre Fähigkeiten und die Gegebenheiten des Traumlandes.
Als sie eines Abends vom Training wiederkommt, ruft Noah sie an und bittet sie, ins Krankenhaus zu kommen, denn seine Ex-Frau Amanda wurde vergewaltigt und Noah hofft, dass Dawn ihr helfen kann. Dawn ist so schockiert, als sie die übel zugerichtete Amanda sieht, dass sie beschließt, Amanda in deren Träumen beiseite zu stehen.
Als Amanda von den Vorgängen träumt, gesellt Dawn sich dazu und hilft Amanda, dem Täter in die Augen zu sehen, um ihn so später identifizieren zu können. Auch Dawn kann den Mann sehen und nimmt Amanda einige der grausamen Gefühle.
Ein paar Tage später besucht Dawn mit Noah einen Kunsthandwerkermarkt, auf dem ihr einige Arbeiten eines Puppenmachers ins Auge fallen. Eine der Puppen zeigt extreme Ähnlichkeit mit Amanda. Sie kommt mit dem Mann ins Gespräch, und der Verdacht liegt nahe, dass diese Puppe eine seiner Trophäen ist. Auch hat er starke Ähnlichkeit mit dem Mann aus Amandas Träumen, was den Verdacht gegen ihn erhärtet.
Sie beschließt, den Puppenmacher in seinen Träumen aufzusuchen, damit er seine Taten gesteht. Dies muss allerdings heimlich geschehen, da Noah es nicht wissen soll, schließlich versteht er sich als Beschützer Dawns und kommt nur schwer damit klar, dass Dawn in der Lage ist, ihre Kämpfe selber durchzustehen.
Leider bekommt Dawn zudem noch Probleme im Traumland. Der Rat der Nachtmahre klagt sie des Verrates an. Da sie Noah mit ins Traumreich gebracht hat, als sie von dem Traumdämon Karatos bedroht wurden, meint der Rat, sie hätte die Traumwelt und ihre Geschöpfe in Gefahr gebracht und verraten, so dass sie im Grunde deren Welt zerstören könnte.
Nicht einmal ihr Vater, immerhin der König dieser Welt, kann ihr helfen. Die oberste Wächterin des Rates, Padera, macht Dawn das Leben schwer und schreckt auch nicht davor zurück, Noah noch in seinen Träumen zu belästigen. Als Padera dann auch noch die Träume des Vergewaltigers Amandas wieder so verändert, dass dieser sich nicht stellen wird, wird Dawn klar, dass die oberste Wächterin auch ein persönliches Problem mit ihr hat.
Padera droht Dawn damit, dem Rat mitzuteilen, dass sie sich in die Träume anderer einmischt. Aber es scheint auch im Rat Traumwesen zu geben, die Dawn nicht für gefährlich halten und sie unterstützen. Dies hat Dawn auch bitter nötig, da ihr die Auslöschung im Traumreich droht.
Dawn wird von Verek, einem der Wächter der Traumwelt, und der Priesterin Hadria trainiert und lernt die Gesetze der Traumwelt. Beide unterstützen sie vor dem Rat und besonders vor der hasserfüllten obersten Wächterin.
Wird Dawn es schaffen, je in der Traumwelt akzeptiert zu werden?
_Kritik_
Mit „Wächterin der Träume“ ist Kathryn Smith eine wirklich gelungene Fortsetzung ihrer Serie rund um Dawn und die Traumwelt gelungen. Schon nach wenigen Seiten ist man wieder voll im Geschehen, und der Autorin gelingt es fast spielend, den Leser zu fesseln. Kathryn Smith baut direkt am Anfang einen Spannungsbogen auf, der sich konstant durch den Roman zieht und durch geschickt eingearbeitete Wendungen nach oben arbeitet.
Die Autorin verwebt verschiedene Handlungsstränge: Da wären die Vergewaltigung Amandas, die familiären Probleme und auch die Schwierigkeiten in der Traumwelt, die so geschickt miteinander verflochten sind, dass ein wunderbares Gesamtbild entsteht. Der fließende und anschauliche Schreibstil der Autorin fesselt den Leser an das Geschehen und der Spannungsbogen wird auf den letzten Seiten noch einmal enorm in die Höhe getrieben. Auch wird der Plot zunehmend romantischer, und dezente Erotik vollendet den Genuss.
Erzählt wird die Geschichte weiterhin aus der Perspektive von Dawn, so als ob sie beim Leser säße und aus ihrem Leben erzählte. Die Protagonisten, teilweise schon aus dem ersten Teil bekannt, entwickeln sich im Verlauf der Handlung glaubhaft weiter.
Dawn und Noah, die seit den gemeinsamen Erlebnissen im ersten Teil ein Paar sind, geben sich gegenseitig eine Menge. Dawn beginnt ihren Körper immer mehr zu lieben, und kleine Komplexe, die sie noch anfangs hatte, verfliegen. Und Noah lernt, offener zu werden und auf Dawns Fähigkeiten zu vertrauen. Sicher möchte er noch immer ihr Beschützer sein, lernt aber durch verschiedene Auseinandersetzungen darauf zu vertrauen, dass sie sich auch selber schützen kann. Beide wirken sehr sympathisch und real.
Den Nebencharakteren wird wieder recht wenig Raum zugestanden, aber auch diese sind überzeugend ausgearbeitet. Etwas mehr Handlung im Traumland würde das Ganze dennoch vervollständigen, um auch diese Welt besser erforschen zu können.
Dieses Buch ist, anders als der erste Band, nicht abgeschlossen, denn ein Cliffhanger am Ende lässt ebenso wie Kathryn Smith‘ angenehmer Erzählstil darauf hoffen, dass es schnell einen dritten Teil geben wird.
_Fazit_
„Wächterin der Träume“ von Kathryn Smith ist eine wirklich gelungene Fortsetzung von „Tochter der Träume“, die durch Organilität besticht. Ausgerichtet auf die weibliche Leserschaft, verspricht der Roman schöne Lesestunden. Ich hoffe sehr, dass Kathryn Smith ihre „Nightmare Chronicles“ bald fortsetzt und man auch die Traumwelt noch besser verstehen kann.
_Die Autorin_
Kathryn Smith studierte Literaturwissenschaft und begann nach einer kurzen Tätigkeit als Journalistin mit dem Schreiben von Liebesromanen. Mittlerweile hat sie zahlreiche Bestseller in Amerika veröffentlicht, die in viele andere Sprachen übersetzt wurden. Kathryn Smith lebt mit ihrem Ehemann in Connecticut. (Verlagsinfo)
|Taschenbuch: 362 Seiten
Originaltitel: The Dark Side of Dawn
Aus dem Amerikanischen von Carola Kaperek
ISBN-13: 978-3-426-28322-6|
[www.pan-verlag.de]http://www.pan-verlag.de
[www.kathryn-smith.com]http://www.kathryn-smith.com
_Nadine Warnke_
_Kathryn Smith bei |Buchwurm.info|:_
[„Tochter der Träume“ 6021
[„Wächterin der Träume“ 6480
_Die 28-jährige Dawn Riley_ ist Psychologin und Traumforscherin am MacCullum Schlaf- und Traumforschungsinstitut in New York City. Was niemand weiß: Sie ist nur halb menschlich. Als Tochter einer sterblichen Mutter und des Königs der Träume, Morpheus, gehört sie nicht nur der unseren Welt an, sondern auch der magischen Welt ihres Vaters. Sie ist ein Traumwesen und einzigartig, da es bisher nicht vorgekommen ist, dass Halbwesen geboren wurden.
Aufgewachsen in beiden Welten, hat Dawn sich vor Jahren allerdings von der Welt der Träume abgewandt, als sie feststellen musste, zu welchen Taten sie als Traumwesen fähig ist. Auch die Beziehung ihrer Mutter zu Morpheus – sie verließ ihre Familie für ihn – belastet Dawn, da sie diesen Verrat nicht nachvollziehen kann. Die Trauer ihres weltlichen Vaters und ihrer Geschwister setzen ihr stark zu; keiner würde ihr glauben, dass die Mutter keinesfalls im Koma liegt, sondern sich in die Welt der Träume zurückgezogen hat, und es an ihr selbst liegt zurückzukommen.
In New York sterben plötzlich immer mehr Menschen im Schlaf, ohne erkrankt zu sein. Diese werden mitten aus dem Leben gerissen und hinterlassen ratlose Angehörige. Noah Clarke, ein Patient von Dawn und luzider Träumer, bittet Dawn um Hilfe, da er seine Träume nicht mehr steuern kann und angegriffen wird.
Dawn und Noah kommen sich näher und Dawn stellt fest, dass ein Traumdämon für Noahs Problem verantwortlich ist. Der Traumdämon Karatos will ihr und ihrem Vater schaden und benutzt Noah und enge Freunde von Dawn.
Dawn wird klar, dass sie sich der Welt, von der sie sich abgewandt hat, wieder stellen muss, um herauszufinden, was wirklich vorgeht.
_Kritik_
Mit „Tochter der Träume“ hat Kathryn Smith den reizvollen und spannenden Auftakt einer neuen Serie rund um Dawn und die Welt der Träume geschrieben. Die Autorin baut ab der ersten Seite einen konstanten Spannungsbogen auf, der sich wie ein roter Faden durch das Geschehen zieht. Obwohl von der ersten Seite an bekannt ist, dass Dawn kein rein menschliches Wesen ist, erklärt Kathryn Smith dies nicht überhastet, sondern streut die Informationen geschickt immer wieder ein.
Der Stil der Autorin ist leicht lesbar, und sie versteht es, immer wieder überraschende Wendungen einfließen zu lassen, so dass der Spannungsbogen nie absinkt. Im letzten Drittel wird es dann so spannend, dass man das Buch kaum mehr aus der Hand legen mag. Der Roman wird aus der Perspektive Dawns erzählt, so dass Dawn den Leser teilweise auch direkt anspricht. Dies bringt dem Leser das Verhalten und die Gefühle lebensnah rüber.
Die Protagonisten sind lebendig, sympathisch und realistisch konzipiert. Dawn ist mit ihren Stärken, Schwächen und Problemen sehr lebensecht entworfen. Anders als die übliche Heldin bringt sie ein paar Pfunde zu viel mit und wird nicht als die Überfrau schlechthin beschrieben, so dass man sich schnell mit ihr identifizieren kann und mit ihr fühlt. Auch der Konflikt zwischen Dawn und ihren leiblichen Eltern ist gut ausgearbeitet und nachvollziehbar beschrieben.
Der ihr an die Seite gestellte Noah ist ebenso glaubwürdig aufgebaut. Auch er bringt familiäre Probleme mit, die ihn zu dem gemacht haben, was er ist. Sein Beschützerinstinkt wird klar hervorgehoben, auch wenn erst noch unklar bleibt, warum dies so ist. Die weiteren Nebenfiguren bleiben meist etwas im Schatten, was aber aufgrund der Erzählperspektive nicht verwunderlich ist. Mehr Raum hätte den Traumwesen gegeben werden sollen. Da dies der Auftakt einer Serie ist, bleibt aber noch Zeit, diese dem Leser näherzubringen.
Die Autorin versteht es, Umgebung, Charaktere und Geschehen lebendig, detailreich und greifbar zu beschreiben. Ebenfalls positiv fällt auf, dass zwar Liebe und Erotik in diesem Roman ein Thema sind, aber sehr angenehm beschrieben und dezent eingesetzt. Das verleiht genau die richtige Würzmischung.
_Fazit_
„Tochter der Träume“ von Katryn Smith ist ein gelungener Roman, der den weiblichen Lesern der Fantasy, aber auch Lesern von Liebesromanen gefallen dürfte. Es ist alles vertreten, was das Herz begehrt. Ein wirklich überzeugender Auftakt dieser neuen Serie von Kathryn Smith.
_Die Autorin_
Kathryn Smith entdeckte ihre Leidenschaft für Bücher im Alter von zehn Jahren, als sie die Romane von Kathleen E. Woodiwiss las, der Pionierin im Bereich historischer Liebesromane. Sie studierte Literaturwissenschaft und begann nach einer kurzen Tätigkeit als Journalistin mit dem Schreiben von Liebesromanen. Mittlerweile hat sie zahlreiche Bestseller in Amerika veröffentlicht, die in viele andere Sprachen übersetzt wurden. Kathryn Smith lebt mit ihrem Ehemann in Connecticut. (Verlagsinfo)
|Taschenbuch: 464 Seiten
Originaltitel: Before I Wake
Aus dem Amerikanischen von Regina Schneider
ISBN-13: 978-3426283059|
[www.pan-verlag.de]http://www.pan-verlag.de
[www.kathryn-smith.com]http://www.kathryn-smith.com
_Nadine Warnke_
_Kathryn Smith bei |Buchwurm.info|:_
[„Tochter der Träume“ 6021
[„Wächterin der Träume“ 6480
Band 1: „Evernight“
Band 2: _“Evernight – Tochter der Dämmerung“_
Band 3: „Hourglass“
Band 4: „Afterlife“ (April 2011)
_Bianca Olivers zweites Schuljahr_ in der Evernight-Akademie hat begonnen, leider ohne ihren Freund den Vampirjäger Lucas Ross. Als vor sechs Monaten herauskam, dass er dem Schwarzen Kreuz, einer Vereinigung gut trainierter Vampirjäger, angehörte, haben die beiden sich nicht mehr gesehen und eine gemeinsame Zukunft ist mehr als fraglich.
Als Lucas‘ Freund Vic ihr dann einen Brief von Lucas übergibt, ist Bianca sehr überrascht, dass dieser durch die „Kontrolle“ der Schulleitung Mrs. Bethany geschmuggelt werden konnte. Lucas schreibt Bianca, dass seine Gefühle für sie unverändert wären und er sich gerne mit ihr in dem nahen Ort Amherst treffen möchte.
Bianca schafft es unter einem Vorwand, am genannten Termin das Schulgelände zu verlassen, und macht sich auf den Weg zu Lucas. Als sie zu dem vereinbarten Treffpunkt geht, schließt sich ihr das verängstigte Mädchen Charity an, das Bianca vor einem Verfolger warnt, durch den sie sich bedroht fühlt. Es stellt sich heraus, dass dieses Mädchen ein Vampir ist und Bianca als Wesen gleicher Art erkannt hat. Als sie dann auf Lucas treffen, flieht Charity, da Lucas und das Schwarze Kreuz sie verfolgen und auslöschen wollen.
Zurück in Evernight, kommt der 300 Jahre alte Vampir Balthasar Mores, der ihr im letzten Jahr schon den Hof gemacht hat, Bianca auf die Schliche. In dem folgenden Gespräch stellt sich heraus, dass Charity die jüngere Schwester Balthasars ist, die er schon seit Jahren sucht. Um Charity zu finden und Bianca dabei zu helfen, sich weiter mit Lucas treffen zu können, schließt er einen Pakt mit ihr: Sie werden zukünftig in der Schule so tun, als wären sie ein Paar, um das Gelände verlassen zu können. Mrs. Bethany vertraut Balthasar, daher steht den Nachforschungen und Treffen nicht viel im Wege.
Bei einem weiteren Treffen eröffnet Lucas Bianca, dass er sich niemals für sie zum Vampir wandeln lassen wird, was für Bianca ein Schock ist. Wie soll ihre Beziehung so weitergehen, wo doch ihre Natur – sie selber ist ja eine geborene aber noch nicht voll gewandelte Vampirin – immer mehr nach ihrem Recht verlangt? Die Beziehung der beiden wird so auf eine große Bewährungsprobe gestellt.
Nicht nur in Biancas Gefühlswelt herrscht allerdings Unruhe, auch in der Akademie gehen seltsame Dinge vor sich. Bianca wird von Geistern heimgesucht, die ihr eine Heidenangst machen. Als dies auf dem alljährlichen Schulball geschieht, ruft Mrs. Bethany Bianca und ihre Eltern zu sich und teilt Biancas Eltern mit, dass es langsam zu gefährlich wird, Bianca weiterhin an der Schule zu behalten. Was Bianca in diesem Gespräch erfährt, ist für sie ein großer Vertrauensbruch und ein Schlag ins Gesicht.
_Kritik_
Mit „Tochter der Dämmerung“ hat Claudia Grey den zweiten Roman ihrer „Evernight“-Serie vorgelegt. Der Plot knüpft direkt an die Ereignisse des ersten Bandes an. Claudia Grey erschafft in ihrem Buch eine passende düstere Stimmung, die zum Geschehen passt. Auch die Beschreibung der Evernight-Akademie und deren Umgebung ist als gelungen zu bezeichnen.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Bianca erzählt, was dem Leser diese Figur sehr nahe bringt, die anderen Protagonisten geraten dabei allerdings etwas in den Hintergrund. Die Autorin hat einen Spannungsbogen in diese Geschichte eingebracht, der zunächst nur leicht steigt, aber in einem hitzigen Showdown endet. Hauptsächlich scheint es erst einmal um die Zerrissenheit in Biancas Leben zu gehen. Da scheint ihre große Liebe den Bach runterzugehen, die Beziehung zu Balthasar ist nicht immer eindeutig einzuordnen. Dazu dann noch die familiären Probleme. Da Bianca ihren Eltern immer weniger traut, haben sie doch sehr große Geheimnisse vor ihr und weichen in den Gesprächen aus, auch beantworten sie Biancas Fragen nie vollends. Das Auftauchen der Geister gibt weitere Rätsel auf und sorgt ebenso wie die Aktivitäten des „Schwarzen Kreuzes“ für die nötige Spannung.
Die Protagonisten haben sich in diesem zweiten Teil weiterentwickelt und sind in ihrem Auftreten realistisch konzipiert. Jede der Figuren bringt eigene Stärken und Schwächen mit, die ihre Persönlichkeit greifbar machen. Bianca, völlig zerrissen zwischen der Liebe zu Lucas, der Freundschaft zu Balthasar und dem Gefühl, dass ihre Eltern ihr etwas Wesentliches verheimlichen, hat es in diesem Roman nicht wirklich leicht. Trotzdem hat es die Autorin fertiggebracht, das Verhalten ihrer Hauptprotagonistin glaubhaft und nachvollziehbar zu beschreiben, ohne in die Unlogik abzudriften. Auch Lucas und Balthasar sind in ihrem Wesen detailreich ausgearbeitet und sorgen für Spannung in ihrem Verhalten. Undurchsichtig bleibt erst mal Charity, die Schwester Balthasars. Was sie wirklich plant, bleibt bis zum Schuss ein Rätsel. Die Nebenfiguren erhalten ebenfalls genug Raum, um sich zu entfalten.
Spannend bleibt diese Serie auf jeden Fall, und es müssen noch einige Rätsel gelöst werden, so dass man sich auf den nächsten Band freuen kann, der im Englischen unter dem Titel „Hourglass“ am 9. März 2010 erschien und hoffentlich auch bald auf Deutsch erscheinen wird.
_Autorin_
Bevor Claudia Grey sich ganz dem Schreiben widmete, arbeitete sie als Anwältin, Journalistin und DJ. Seid ihrer Kindheit interessiert sie sich für Filmklassiker, die Stile vergangener Epochen und Architektur. Ihr so erworbenes Wissen ließ sie in „Evernight“ einfließen und erschuf so eine unverwechselbare Atmosphäre. (Verlagsinfo)
|Gebunden mit Schutzumschlag: 400 Seiten
Originaltitel: Stargazer
Originalverlag: HarperTeen, New York 2009
Aus dem Englischen von Marianne Schmidt
ISBN-13: 978-3764530525|
[www.randomhouse.de/penhaligon]http://www.randomhouse.de/penhaligon
[www.claudiagray.com]http://www.claudiagray.com
1 [„Feuer und Flamme für diesen Mann“ 6450
2 [„Manche lieben’s heiß“ 6451
3 [„Rendezvous am Höllentor“ 6452
4 _“Höllische Hochzeitsglocken“_
_Inhalt:_
Am Tag ihrer Hochzeit steht Aisling Grey alleine vor dem Traualtar, denn von ihrem zukünftigen Ehemann Drake Vireo ist nichts zu sehen. Mit Hilfe ihrer Freunde und Verwandten macht Aisling sich auf die Suche nach Drake. Als er dann urplötzlich wieder auftaucht, wird schnell für den nächsten Tag die Hochzeit von Aislings Stiefmutter neu geplant und für den Nachmittag festgesetzt. Diesmal ist es Aisling, die nicht erscheint.
Anscheinend steht die Hochzeit der beiden unter keinem guten Stern, und es müssen noch einige Probleme aus der Welt geräumt werden. Besonders macht Aisling die Ächtung der Hüter-Gilde zu schaffen. Diese wurde ausgesprochen, da sie nun unfreiwillig Fürstin von Abaddon (der Hölle) ist. Da Aisling als Hüterin geboren scheint, versucht sie alles, um aus Abaddon verbannt zu werden, dies stellt sich aber als nicht so einfach heraus, denn eher versucht Bael, sie auf die dunkle Seite zu ziehen.
Auch der Krieg, der zwischen den roten und grünen Drachen tobt, macht Aislins und Drakes Leben nicht einfacher, zudem müssen sie sich noch mit der Tatsache herumärgern, dass der blaue Drache Blu sie durch eine List zu seiner Gefährtin gemacht hat. Gut, dass Aisling und Drake bei allen diesen Problemen wieder der Hundedämon Jim, das Schicksal René und andere Freunde zur Seite stehen.
Aber werden es Aisling und Drake schaffen?
_Kritik:_
Mit „Höllische Hochzeitsglocken“ hat Katie MacAlister den abschließenden Band ihrer „Dragon Love“-Saga geschrieben. Mit reichlich Humor, einer wahren Liebe und einem konstanten Spannungsbogen schafft die Autorin es, die Leser in Atem zu halten. Bewundernswert, wie es der Autorin gelingt, bei den ganzen Abenteuern ihrer Protagonisten den Überblick zu behalten und sich nicht in Widersprüche zu verstricken.
Geschrieben ist der Roman wieder aus der Perspektive von Aisling. Der Schreibstil von Katie MacAlister ist flüssig und sie bleibt ihrem Plot auch in dem letzten Teil der „Dragon Love“-Serie treu. Auch wenn die Autorin ihrer Protagonisten in diesem letzten Teil fast noch mehr zumutet als in den ersten Romanen, bleibt dieser Roman doch in sich glaubwürdig.
Die Protagonisten bleiben sich selber treu und verändern sich kaum noch, allerdings wurde Drake diesmal noch sympathischer, da er sich nun völlig auf die Beziehung zu Aisling eingelassen hat und ihr bei den vielen Abenteuern zur Seite steht und sie unterstützt. Aisling ist wie gewohnt schlagfertig und mit Elan darum bemüht, ihre Probleme in den Griff zu bekommen. Jim, Aislings persönlicher Dämon, ist gewohnt witzig und hat mir oft die Lachtränen in die Augen schießen lassen. Natürlich durften auch René und Norra nicht fehlen.
_Fazit:_
Wer schon die drei Vorgänger der „Dragon Love“-Saga gelesen hat, darf sich Katie MacAlisters „Höllische Hochzeitsglocken“ auf keinen Fall entgehen lassen. Mit reichlich Romantik, Witz und Spannung sorgt die Autorin für viel Lesespaß.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und bin nun etwas traurig, dass die Geschichte von Aisling und Drake ein Ende gefunden hat.
Bald geht es aber mit den Drachen weiter: Im Januar 2011 startet Katie MacAlisters „Silver Dragon“-Zyklus.
_Die „Silver Dragon“-Serie im Original:_
1 „Playing with Fire“ (2008)
2 „Up in Smoke“ (2008)
3 „Me and My Shadow“ (2009)
_Autorin:_
Katie MacAlister begann ihre Karriere als Schriftstellerin mit einem Sachbuch über Software. Da sie darin jedoch weder witzige Dialoge noch romantische Szenen unterbringen durfte, beschloss sie, von nun an nur noch Liebesromane zu schreiben. Seither sind über 25 Romane aus ihrer Feder erschienen, die regelmäßig die amerikanischen Bestsellerlisten stürmen. Katies Webseite informiert darüber unter: [www.katiemacalister.com.]http://www.katiemacalister.com
|Taschenbuch: 327 Seiten
Originaltitel: Holy Smokes (Aisling Grey, Guardian 4) (2007)
Aus dem Amerikanischen von Margarethe van Pée
ISBN-13: 978-3802583216|
[www.egmont-lyx.de]http://www.egmont-lyx.de
_Nadine Warnke_
_Mehr von Katie MacAlister auf |Buchwurm.info|:_
[„Blind Date mit einem Vampir“ 4983
[„Kein Vampir für eine Nacht“ 5633
[„Küsst du noch oder beißt du schon?“ 5673
[„Vampir im Schottenrock“ 5676
1 [„Feuer und Flamme für diesen Mann“ 6450
2 [„Manche lieben’s heiß“ 6451
3 _“Rendezvous am Höllentor“_
4 [„Höllische Hochzeitsglocken“ 6453
_Inhalt:_
Aisling zieht zu ihrer Mentorin Nora nach London, um ihre Lehre zur Hüterin aufzunehmen und nach Möglichkeit auch Drake zu vergessen, der ihr das Herz gebrochen hat. Doch kaum ist sie in London angekommen, nimmt das Chaos auch schon seinen Lauf.
Nora wird die Lizenz entzogen, Hüterinnen auszubilden. Ihr wird vorgeworfen, sich nicht an die Regeln der Ausbildung gehalten zu haben. Dies müsse sie vor einem Ausschuss der Anderswelt gerade rücken.
Drake erscheint, um mit Aisling, die durch einen Schwur an die Sippe der grünen Drachen gebunden ist, an einer Versammlung der Drachen teilzunehmen. Dort soll sie als seine Gefährtin anerkannt werden – ein Cousin Drakes spricht sich allerdings vehement gegen sie aus. Auf der Versammlung erfährt Aisling auch, dass die roten Drachen ihrem Clan den Krieg erklärt haben, und sie gerät zwischen die Fronten.
René taucht auch in London wieder auf, was sie langsam nicht mehr als Zufall ansehen kann – ist es Schicksal?
Damit es dann nicht doch noch langweilig wird, frisst ihr Dämon Jim den Koboldkönig, woraufhin die Kobolde Rache schwören. Als Dämonenfürstin soll sie für Jims Fehler geradestehen. Nachdem die Kobolde Noras Haus in Brand gesteckt haben, bietet Drake ihnen an, in sein Londoner Haus zu ziehen. Dies geschieht nicht nur aus purer Freundlichkeit, denn er will Aisling zurückgewinnen.
Aus Paris kommen ebenfalls beunruhigende Nachrichten: Aisling soll nach dem Tod des letzten Venedigers in seine Fußstapfen treten, da sich kein anderer würdiger Nachfolger findet.
_Kritik:_
Wieder einmal hat die Autorin Katie MacAlister ihre Fantasie spielen lassen. Im dritten „Dragon Love“-Roman „Rendezvous am Höllentor“ geht es heiß her. An Action, Humor und Gefühl wird nicht gespart.
Die Charaktere entwickeln sich zunehmend weiter, auch können einige Fragen geklärt werden. Aisling und ihr Dämon Jim sind sehr gründlich, fesselnd und amüsant gezeichnet. Drake entwickelt sich auch zunehmend positiv und zeigt endlich auch mehr echte Gefühle. Bereits bekannte Figuren wie Nora, René und auch Amélie tauchen wieder auf, und manches Geheimnis wird offenbart.
Katie MacAlisters Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, ihrem Plot bleibt sie in der „Dragon Love“-Serie treu. Die Gliederung des Romans ist klar und es bleibt von der ersten bis zur letzen Seite aufregend. Ihrer Hauptprotagonistin mutet die Autorin eine Menge zu, es ist aber trotzdem alles stimmig und fügt sich gut in die Geschichte ein. Erzählt wird die Story aus Sicht Aislings, wodurch man ihre „Nöte“ hautnah miterleben kann.
Die „Dragon Love“-Serie ist chronologisch aufgebaut, und es ist, um die Handlungen nachvollziehen zu können, wichtig, die Bücher der Reihe nach zu lesen. Mit großen Erklärungen, was in den vorhergegangenen Romanen passiert ist, wird sich hier nicht aufgehalten.
_Fazit:_
Wer spannende, humorvolle und mit einem Klacks Erotik garnierte Fantasy liebt, wird an der „Dragon Love“-Serie nicht vorbeikommen. Sie macht viel Spaß und man möchte gerne wissen, wie es mit Aisling und Drake weitergeht und welchen Abenteuern sich Aisling noch stellen muss. Ich freue mich schon sehr auf den vierten Teil der Serie.
_Autorin:_
Katie MacAlister begann ihre Karriere als Schriftstellerin mit einem Sachbuch über Software. Da sie darin jedoch weder witzige Dialoge noch romantische Szenen unterbringen durfte, beschloss sie, von nun an nur noch Liebesromane zu schreiben. Seither sind über 25 Romane aus ihrer Feder erschienen, die regelmäßig die amerikanischen Bestsellerlisten stürmen. Katies Webseite informiert darüber unter: [www.katiemacalister.com.]http://www.katiemacalister.com
|Taschenbuch: 327 Seiten
Originaltitel: Light My Fire (Aisling Grey, Guardian 3) (2006)
Aus dem Amerikanischen von Margarethe van Pée
ISBN-13: 978-3802581519|
[www.egmont-lyx.de]http://www.egmont-lyx.de
_Nadine Warnke_
_Mehr von Katie MacAlister auf |Buchwurm.info|:_
[„Blind Date mit einem Vampir“ 4983
[„Kein Vampir für eine Nacht“ 5633
[„Küsst du noch oder beißt du schon?“ 5673
[„Vampir im Schottenrock“ 5676
1 [„Feuer und Flamme für diesen Mann“ 6450
2 _“Manche lieben’s heiß“_
3 [„Rendezvous am Höllentor“ 6452
4 [„Höllische Hochzeitsglocken“ 6453
_Inhalt:_
Aisling Grey will mehr über ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten als Hüterin erfahren und besucht daher mit ihrem Dämon Jim den Kongress der Kartenleger, Orakel, Hüter, Theurgen und Zauberer, kurz KOHTZ, in Budapest. Dazu ist sie auch wieder als Kurier ihres Onkels unterwegs: Sie soll ein Amulett bei einem Eremiten abliefern.
Als sie in Budapest ankommt, wird sie am Bahnhof ausgeraubt und trifft auch noch mit Drake zusammen, den sie ja im letzten Band verlassen hat. Als sie sich ein Taxi ruft, trifft sie zu ihrer großen Freude auf René, der ihr schon in der Vergangenheit eine große Hilfe war. René fährt sie erst mal zu ihrem Hotel und verspricht, ihr zu helfen, falls sie ihn benötigt.
In diesem Hotel sind auch Drake mit seinem Clan und drei weitere Clans der Drachen abgestiegen, um dort Friedensverhandlungen abzuhalten. Aisling erfährt, dass dieses Gipfeltreffen eigentlich in Paris stattfinden sollte, da sie sich aber in Budapest aufhält, dieser kurzerhand verlegt wurde. Da sie unfreiwillig Drakes Gefährtin ist, muss sie bei den Verhandlungen anwesend sein. Aisling ist alles andere als begeistert.
Am Abend besucht sie das Bankett zur Eröffnung des 238. internationalen Kongresses der KOHTZ. Dort begibt sie sich auf die Suche nach einem Mentor, der sie als Lehrling aufnimmt. Nach dem Bankett geht sie mit ihrem Dämon(enhund) Jim noch eine Weile spazieren, als sie im hoteleigenen Park überfallen wird und man ihr das wertvolle Amulett, das sie abzuliefern hat, raubt. Ihr kommt Gabriel Tauhou, der Wyvern der silbernen Drachen, zur Hilfe, und erkennt sie gleich als Drakes Gefährtin. Er kann ihr das Amulett wiederbringen, und Aisling geht daraufhin zurück ins Hotel, um etwas zu schlafen.
Zum Ausruhen soll sie aber nicht kommen, denn sie wird die ganze Nacht von liebestollen Incubi belästigt, die sie von ihren Fähigkeiten als Liebhaber überzeugen wollen. Nach dem Sechsten hat sie die Nase gründlich voll und flüchtet zu Drake, um zumindest etwas Schlaf zu finden. Dieser kann auch erfolgreich die Incubi verjagen, und endlich tritt Ruhe ein.
Am folgenden Tag spricht Aisling mit mehreren potenziellen Mentoren, die leider nur so lange Erfolg versprechen, bis sie Jim, ihr „Höllenhund“, darauf aufmerksam macht, dass sie die Gefährtin des Wyvern der grünen Drachen ist. Einzig die Hüterin Nora weist sie nicht direkt ab. Des Weiteren macht sie sich auf die Suche nach dem Eremiten, bei der ihr René und die professionelle Jungfrau Tiffany helfen. Erschwert wird ihr die Suche dadurch, dass ihr alle Männer plötzlich zu Füßen liegen.
Als sie wieder im Hotel ankommt, muss sie erfahren, dass eine der Hüterinnen, mit der sie gesprochen hat, gestorben ist, und sie gerät unter Verdacht, diese ermordet zu haben …
_Kritik:_
Katie MacAlister hat mit ihrem zweiten „Dragon Love“-Roman „Manche lieben’s heiß“ wieder einen spannenden, mit witzigen Kommentaren und mit einem guten Schuss Erotik gespickten Roman geschrieben.
Aisling, ihres Zeichens Hüterin, Dämonenfürstin und Gefährtin des Wyvern Drake, ist herrlich amüsant konzipiert und ihr Dämon Jim ergänzt sie perfekt. Die Figur „Drake“ entwickelt sich ebenfalls positiv weiter und zieht den Leser immer mehr in ihren Bann. Auch die anderen Darsteller sind glaubhaft und sympathisch gezeichnet; René, der Retter in der Not, Tiffany, die etwas nervende, aber trotzdem liebenswerte „professionelle Jungfrau“, und Nora, die immer einen kühlen Kopf bewahrt.
Die Autorin versteht es, ihre Charaktere in eine unmögliche Situation nach der anderen zu verwickeln, ohne dies allzu unrealistisch erscheinen zu lassen, und hält sich dabei an den Faden, den sie schon im ersten Band gesponnen hat. Dieses Buch bietet alles, was man für einen gemütlichen Abend auf dem Sofa braucht: Spannung, Humor, der dem Leser die Lachtränen in die Augen treibt, und einen Schuss Erotik. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
_Fazit:_
Wer einen unterhaltsamen Roman zum Relaxen sucht, wird von „Manche lieben`s heiß“ nicht enttäuscht werden. Man sollte sich allerdings schon an die Reihenfolge halten, da diese Romane nicht in sich abgeschlossen sind, sondern aufeinander aufbauen. Ich kann dieses Buch/diese Reihe jedem empfehlen, der nach einer amüsanten, unterhaltsamen und romanischen Lektüre sucht.
Ich freue mich schon auf den nächsten Teil: „Rendezvous am Höllentor“.
_Autorin:_
Katie MacAlister begann ihre Karriere als Schriftstellerin mit einem Sachbuch über Software. Da sie darin jedoch weder witzige Dialoge noch romantische Szenen unterbringen durfte, beschloss sie, von nun an nur noch Liebesromane zu schreiben. Seither sind über 25 Romane aus ihrer Feder erschienen, die regelmäßig die amerikanischen Bestsellerlisten stürmen. Katies Webseite informiert darüber unter: [www.katiemacalister.com.]http://www.katiemacalister.com
|Taschenbuch: 327 Seiten
Originaltitel: Fire Me Up (Aisling Grey, Guardian 2) (2005)
Aus dem Amerikanischen von Margarethe van Pée
ISBN-13: 978-3802581502|
[www.egmont-lyx.de]http://www.egmont-lyx.de
_Nadine Warnke_
_Mehr von Katie MacAlister auf |Buchwurm.info|:_
[„Blind Date mit einem Vampir“ 4983
[„Kein Vampir für eine Nacht“ 5633
[„Küsst du noch oder beißt du schon?“ 5673
[„Vampir im Schottenrock“ 5676
1 _“Feuer und Flamme für diesen Mann“_
2 [„Manche lieben’s heiß“ 6451
3 [„Rendezvous am Höllentor“ 6452
4 [„Höllische Hochzeitsglocken“ 6453
_Inhalt:_
Die Amerikanerin Aisling Grey soll für ihren Onkel eine sehr wertvolle, goldene Drachenstatur an eine Sammlerin in Paris liefern. Leider spricht sie kein Wort Französisch. Schon bei ihrer Ankunft fangen die Dinge an, völlig aus dem Ruder zu laufen. Erst trifft sie auf den Taxifahrer René, der ihr wichtige französische Sätze wie „J’ai une grenouille dans mon bidet – Ich habe einen Frosch im Bidet“ beibringt und sie zu der Sammlerin fährt.
Dort angekommen, trifft Aisling dann aber nur noch die Leiche an: Die Frau wurde an ihrem Kronleuchter erhängt, unter ihr ein Kreis mit mystischen Symbolen. Während sie versucht, diesen Schock zu verdauen, betritt Drake Vireo, der sich als Detectiv von Interpol ausweist, den Raum und stiehlt ihr in einem Moment der Unachtsamkeit die wertvolle Statue.
Leider kommt sie nicht mehr dazu, ihn zu verfolgen, da gerade in diesem Moment die Polizei den Raum betritt und sie als Verdächtige festnimmt. Nach stundenlangen Verhören wird sie mangels Beweisen freigelassen, man behält aber ihr Visum und ihren Pass. Ihr wird zudem noch offenbart, dass Drake keinesfalls Interpol angehört.
Völlig erschlagen kommt sie in ihrem Hotelzimmer an und muss zu allem Übel feststellen, dass ihr Gepäck gestohlen wurde. Nach einer Dusche und einem ausgiebigen Frühstück ruft sie René an, der ihr behilflich ist, an neue Kleidung zu kommen, und sie zu einem esoterischen Buchladen fährt, wo sie hofft, Antworten darauf zu finden, wie sie Drake finden kann.
Amélie, die Besitzerin des Buchladens, schlägt ihr vor, es einmal im G&T (Goetie und Theurgie) zu versuchen, denn Drake sei ein waschechter Werdrache. Dort treffen sich alle magischen Wesen der Erdwelt sowie der Anderwelt, die sich in Paris aufhalten. Sie rät Aisling auch dazu, ihre Fähigkeiten anzunehmen, denn sie sei eine Hüterin. Langsam glaubt Aisling, dass entweder sie oder der Rest von Paris dabei ist, den Verstand zu verlieren. An Übersinnliches hat sie bis jetzt noch nicht geglaubt.
Abends trifft sie dann im G&T auf Drake. Dieser weigert sich allerdings standhaft, ihr den goldenen Drachen wiederzugeben. Als er ihr während einer Auseinandersetzung einen Kuss gibt, passiert etwas völlig Unerwartetes. Aising kann diesem Kuss widerstehen. Das können nur die Gefährtinnen eines Drachen. Die gesamte magische Gemeinde ist erstaunt.
Als Aisling am nächsten Tag beschließt, versuchsweise einen Dämon zu beschwören, wird es richtig amüsant. Sie beschwört Jim, einen ausgestoßenen Dämon in Gestalt eines Neufundländers …
_Kritik:_
Wie gewohnt, hat Katie MacAlister mit „Feuer und Flamme für diesen Mann“ einen locker-leichten, reizvollen Fantasyroman geschrieben.
Die Heldin Aisling ist wunderbar konzipiert; sie besitzt einen trockenen Humor, mit dem sie das Chaos rund um sie herum erlebt. Der Roman ist aus ihrer Perspektive heraus geschrieben. Dadurch bekommt man gleich ein Gefühl für sie und kann alles, was sie erlebt, nachempfinden. Auch ihr „dämonischer“ Hund Jim ist mit reichlich Witz gesegnet; er bringt sie zwar fast zur Verzweiflung, aber im Laufe der Geschichte kann sie es sich ohne ihn nicht mehr vorstellen. Gerade Jim hat zum Humor in dieser Geschichte beigetragen.
Der grüne Drache Drake ist noch etwas schwach gezeichnet, aber durchaus ausbaufähig. In diesem Roman meint man manchmal, dass er nur eine Nebenrolle spiele. Alle weiteren Charaktere fügen sich gut in die Geschichte ein.
Die Geschichte rund um die Heldin Aisling ist spannend, witzig und erotisch geschrieben. Durch die Morde und die Aufklärung hat sich ein angenehmer Spannungsbogen aufgebaut – bis zum Schluss kann man miträtseln, wer nun der Übeltäter ist. Die Dialoge zwischen den Charakteren sind teilweise zum Schreien komisch, und durch die beginnende Beziehung zwischen Aisling und Drake kommt auch die Erotik nicht zu kurz.
_Fazit:_
„Dragon Love – Feuer und Flamme für diesen Mann“ von Katie MacAlister hat mir ein paar schöne unterhaltsame Stunden bereitet. Ich konnte mitfiebern und mich auch mal vor Lachen ausschütteln.
Wer ein unterhaltsames Buch für einen netten Entspannungsabend auf dem Sofa sucht, der wird hier fündig. Man sollte aber nichts hochtrabend Anspruchsvolles zu erwarten.
_Die Autorin:_
Aufgewachsen in einer bücherverrückten Familie, begann Katie MacAlister ihre Karriere als Schriftstellerin zunächst mit einem Sachbuch über Software. Dabei merkte sie, dass mehr in ihr steckt als trockenes Fachwissen. Über dreißig Romane später ist sie bekannt für ihre zeitgenössischen, historischen und paranormalen Romanzen, die besonders durch ihre witzigen Dialoge zu unterhalten wissen. Ihre Inspirationen hierfür findet sie in ausgedehnten Surftouren durch das Internet. Katie MacAlister ist Mitglied der Autorenvereinigung „Romance Writers of America“ und lebt mit Mann und Hunden im pazifischen Nordwesten der USA.
|Taschenbuch: 352 Seiten
Originaltitel: You Slay Me (Aisling Grey, Guardian 1) (2004)
Aus dem Amerikanischen von Margarethe van Pée
ISBN-13: 978-3-8025-8149-6|
[www.egmont-lyx.de]http://www.egmont-lyx.de
_Nadine Warnke_
_Mehr von Katie MacAlister auf |Buchwurm.info|:_
[„Blind Date mit einem Vampir“ 4983
[„Kein Vampir für eine Nacht“ 5633
[„Küsst du noch oder beißt du schon?“ 5673
[„Vampir im Schottenrock“ 5676
Michael Marcus Thurner beginnt den zweiten Abschnitt des Stardust-Zyklus‘ mit einem sogenannten Doppelroman, er erzählt also eine Geschichte verteilt über zwei Romane, die noch enger zusammenhängen, als dies ohnehin bei einer Serie schon der Fall ist. Der vorliegende Band ist der zweite Teil dieses Doppelromans.
|In der Milchstraße schreibt man das Jahr 1463 Neuer Galaktischer Zeitrechnung – das entspricht dem Jahr 5050 christlicher Zeitrechnung. Seit über hundert Jahren herrscht Frieden: Die Sternenreiche arbeiten daran, eine gemeinsame Zukunft zu schaffen. Als die Terraner die Transport-Technologie sogenannter Polyport-Höfe, Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit, zu entschlüsseln beginnen, tritt die Frequenz-Monarchie auf den Plan: Sie beansprucht die Macht über jeden Polyport-Hof. Mit Raumschiffen aus Formenergie oder über die Transportkamine der Polyport-Höfe rücken die Vatrox vor, und anfangs scheinen sie kaum aufzuhalten zu sein. Dann aber entdeckt man ihre Achillesferse ausgerechnet in ihrer stärksten Waffe: Die Vatrox verfügen mittels ihrer „Hibernationswelten“ über die Möglichkeit der „Wiedergeburt“. Als die Terraner ihnen diese Welten nehmen und die freien Bewusstseine dieses Volkes einfangen, beenden sie damit die Herrschaft der Frequenz-Monarchie. Allerdings sind damit nicht alle Gefahren beseitigt: Noch immer gibt es Vatrox, darunter den gefährlichen Frequenzfolger Sinnafoch, und mindestens zwei rivalisierende Geisteswesen, die mit dieser fremden Kultur zusammenhängen. Und zwei Drittel des Raumschiffs JULES VERNE mit Perry Rhodan an Bord wurden am Ende der entscheidenden Schlacht vom Handelsstern FATICO wegtransportiert. Die Besatzung gewahrt nunmehr DAS WUNDER VON ANTHURESTA …|
(Verlagsinfo)
_An Bord der_ JULES VERNE versucht das psimaterielle Wesen Myles Kantor mit allen Mitteln, sein Dasein weiter zu manifestieren. Es entfernt sich charakterlich absolut von seiner Vorlage und will das Schiff unterjochen. Derweil kämpft sein „geistiger Vater“ Chucan Tica um die Entwicklung eines Gegenangriffs.
Perry Rhodans Gruppe stößt im Handelsstern auf ein Wesen, das sich aus Hyperkristallen zusammensetzt und das Konzeptwesen Lloyd/Tschubai als Kontaktperson auserkoren hat. Sein Ziel ist, den Herrn des Sterns zu finden und durch ihn die eigene Existenz zu bezwecken. Rhodan erhofft sich durch seine Hilfe bei der Suche gleichfalls wertvolle Informationen zu erhalten und möglichst einen Verbündeten für seine Sache zu gewinnen. Doch als sie den Herrn endlich finden, wartet eine schreckliche Überraschung …
_Wie schon im_ ersten Teil leistet der Sprecher solide Arbeit, ohne allerdings der Leistung im Vorgänger gleichzukommen. Aber gerade auch den Wahnsinn des Myles Kantor bringt Tom Jacobs deutlich zur Geltung.
Was sich an Problemen durch die Psifolien entwickelt hat, dient natürlich deutlich der Füllung von zwei Romanen um ein Ereignis, nämlich die Entdeckung des Handelssterns und den Vorstoß in sein Inneres. Hier kommt die berüchtigte Schwäche von Serienromanen zum Tragen, die sich in ihrer Kürze um Spannung in jedem Fall bemühen müssen und dadurch die eigentliche Handlung oft vernachlässigen. Das ist hier nicht übermäßig eingetreten, jedoch deutet das Abenteuer mit den Psifolien kein Potenzial für spätere Romane an. Es sei denn, die Innenwelt von Mikru, der Schiffsseele eines seit Band 2550 nicht nochmals richtig eingeführten Schiffes MIKRU JON, dessen Rolle in diesem Spiel noch nicht richtig zu durchschauen ist, wäre im Zusammenhang mit den Psifoliencharakteren im weiteren Verlauf noch von Bedeutung.
Das Auffinden des Herrn des Sterns ist eher enttäuschend, da natürlich, um das Rätsel nicht schon jetzt zu lösen, ein erfreuliches Erlebnis ausbleibt. Zwar ist die Erscheinung ein imposantes Bild und der Wahnsinn des Wesens gut beschrieben, doch Rhodan ist mit seiner Informationssuche nur einen kleinen Schritt weiter (und den ging er schon im Vorgängerroman mit seinen Gedanken zu WANDERER und den 20.000 Welten).
Was es mit dem Titel des Romans auf sich hat, wird nicht deutlich. Ist das „Wunder von Anthuresta“ der Handelsstern selbst oder eher doch seine Einmaligkeit unter den Handelssternen mit der umgebenden Hohlkugel von 20.000 Kunstplaneten?
_Insgesamt gute Unterhaltung_ mit schönen Abenteuern, ohne jedoch die Haupthandlung weiterzubringen.
|Mp3-Hörbuch mit 181 Minuten Spieldauer
Titelbild: Dirk Schulz
Exklusiv über den Perry-Rhodan-Shop erhältlich:|
Im Jahre 1986 gelingt in den (alternativen) Vereinigten Staaten von Amerika die Entwicklung eines bahnbrechenden Verfahrens zur Materieübermittlung: Statt mühsam zu reisen oder transportiert zu werden, können Menschen und Fracht nun per Teleportation in Nullzeit an jeden gewünschten Ort geschafft werden. Diese Erfindung wird nicht nur das Verkehrswesen revolutionieren, sondern alle Aspekte des Alltagslebens verändern. Nicht alle Menschen scheinen davon begeistert zu sein. Privatdetektiv Jan Darzek wird mit einer perfiden Form von Sabotage konfrontiert. Angeheuert hat ihn Ted Arnold, leitender Ingenieur der Teleportations-Gesellschaft, nachdem Reisende zwar abgestrahlt, aber am Zielort nicht empfangen wurden.
01 „Der vergessene Friedhof“ – Markus K. Korb
02 „Nachtleben“ – Martin Hoyer
03 „Das Dedra-Ne“ – Sylke Brandt
04 „Saramees Nache“ – Dirk Wonhöfer
05 „Schattenspiele“ – Michael Schmidt
06 „Der Dieb“ – Karl-Georg Müller
07 „Die Ankunft“ – Martin Hoyer & Markus K. Korb
08 „Die Grube“ – Christian Endres
09 „Himmelsstürmer“ – Michael Schmidt
10 „Tanz der Bestien“ – Christian Endres
11 _“Kronns Rache“_ – Markus K. Korb
_Inhalt:_
Was verbindet den Sklavenhändler Jossof Akrikka mit dem mysteriösen Alten Volk, und was haben sie mit der Vergiftung des Trinkwasser der Stadt zu tun? Im Auftrag der Stadtvorderen machen sich Kronn und sein Kampfgefährte Harrak in die düstere unterirdische Zuflucht des Alten Volkes auf, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.
_Meinung:_
Markus K. Korb, der mit Band 1 den Auftaktband zu „Saramee“ schrieb, Kronn erschuf und ihn in Band 7 („Die Ankunft“) weiterentwickelte, beendet die dünnen „Saramee“-Bände ebenfalls mit einem „Kronn“-Roman. Somit schließt sich ein erster Kreis. Ab dem nächsten, dickeren Band, gibt es drei Episoden in einem und eine wesentlich künstlerische Aufmachung als die der ersten elf eher schlichteren Bände.
Als Einstieg dieses Romans gibt es mit „Was bisher geschah“ ein kurzes Resümee auf Kronns bisherige Abenteuer und dann kreuzen sich Kronns Wege wieder mit denen des „Alten Volkes“. Kronn und sein Freund Harrak folgen nämlich einem Alten Wesen in den unterirdischen Gang eines Berges und landen am Rand eines Felsendomes – darauf liegt das Wrack eines Schiffes. Die beiden Männer erfahren, dass es sich um den Opferplatz für den Gott „der ewig ist und ewig war und ewig sein wird“ handelt und landen in einem Höhlenschacht, in dem es vor Überlebenden des Alten Volkes wimmelt, und beobachten diese. Doch sie werden entdeckt und in die Flucht geschlagen. Harrak wird dabei schwer verletzt.
So sieht sich Kronn gezwungen, die Tierwesen des Alten Volkes um Hilfe zu bitten, seinem Freund freies Geleit zu gewähren. Als das abgelehnt wird, bittet er um Versorgung durch einen Heiler des Alten Volkes, danach soll sich Harrak vor einem Gericht des Alten Volkes verantworten.
Kronn wird gefangengenommen und in die Unterbergstadt Zoin gebracht, dort zu dem König des Alten Volkes – Grok Mont-Tarr – und nachdem er diesen beleidigt, in eine Felszelle gesperrt. Hier macht er die Bekanntschaft von Gecko, einem sonderbaren kleinen Wesen (einem Mong), das empathisch mit ihm kommuniziert. Durch ihn erfährt Kronn Einiges über das Alte Volk.
Dann wird über Kronn Gericht gehalten, weil er mehrere Mitglieder des Alten Volkes getötet hat. Kronn erklärt, dass er das nur getan habe, weil er der Annahme war, das Alte Volk hätte die Wasserversorgung von Saramee vergiftet (Band 1 und 7) – und erfährt Erstaunliches … auch, dass er große Schuld auf sich geladen hat. Kronn wird dazu verurteilt, als Opfer der Kriechenden Finsternis zu dienen …
Im Anschluss an den Romantext befindet sich ein Glossar zu den Hauptpersonen des Romans und eine Information zum „Lederschwinger“ und „Mong“- jeweils mit einer Illustration. Ebenso gibt es wie immer die Vitae des Autors und der Künstlerin Chris Schlicht.
Markus K. Korbs Plot ist es deutlich anzumerken, dass der Autor in der düsteren Phantastik verwurzelt ist und lovecraftschen Atem in seine Texte haucht. So ist für mich dieser Band der absolute Spitzenreiter der bisherigen Romane der Serie. Und der Plot des Alten Volkes alleine böte schon genug Raum eines komplexen Serienromans. Welchen die Leser sicher dankbar begrüßen würden. Was mir an diesem Titel auch gefällt ist die Tiefe, auch Themen wie z. B. Vorurteile und wozu sie führen können, geschickt einzubauen und diese beinahe spielerisch und ohne schulmeisterlich daherzukommen einzuweben.
_Fazit:_
Düster-phantastisch und spannend erzähltes „Kronn“-Abenteuer. Einer der Sahnehäubchen-Bände der Serie!
|Taschenbuch: 72 Seiten
Titelillustration von Chris Schlicht
Innenillustrationen von Chris Schlicht
ISBN-13: 978-3936742732|
[www.atlantis-verlag.de]http://www.atlantis-verlag.de
[www.saramee.de]http://www.saramee.de
[www.dreamspiral.de]http://www.dreamspiral.de
_Mehr aus „Saramee“ bei |Buchwurm.info|:_
[„Das Glück Saramees“ 6368
01 „Der vergessene Friedhof“ – Markus K. Korb
02 „Nachtleben“ – Martin Hoyer
03 „Das Dedra-Ne“ – Sylke Brandt
04 „Saramees Nache“ – Dirk Wonhöfer
05 „Schattenspiele“ – Michael Schmidt
06 „Der Dieb“ – Karl-Georg Müller
07 „Die Ankunft“ – Martin Hoyer & Markus K. Korb
08 „Die Grube“ – Christian Endres
09 „Himmelsstürmer“ – Michael Schmidt
10 _“Tanz der Bestien“_ – Christian Endres
11 „Kronns Rache“ – Markus K. Korb
_Inhalt:_
Während Ralec, Honorarkonsul des westlichen Imperiums, nach machtvollen Verbündeten in Saramee sucht, fahndet der Rest der Stadt fieberhaft nach einer mordlüsternen Kreatur, welche die Straßen Nacht für Nacht mit Blut tränkt. Bald stellt sich jedoch heraus, dass Saramee neuerdings voller Bestien ist …
_Meinung:_
Durch den „Was bisher geschah“-Opener wird offensichtlich, dass die Geschichte des Honorarkonsuls Ralec weitererzählt werden soll. Der Leser wird dadurch geschickt an die Handlung herangebracht. Ralec versucht immer mehr, sein „eigenes Süppchen“ zu kochen und die Portalwächter als Verbündete zu gewinnen, um ein Netz aus Spitzeln und Spionen zur Informationsbeschaffung und Machtstärkung zu bilden.
Die Schänke „Goldene Laute“ hat seit Band 8 den Besitzer gewechselt. Dort trifft der Leser auf zwei weitere bekannte Charaktere: Gwendis, die Schwertfrau, und ihre Gefährtin Lerii. Auch Ralec kehrt dort ein, um sich mit zwei Männern der Loge der Torwächter zu treffen, und sammelt danach eifrig Informationen über wichtige Personen der Stadt – so unter anderem auch über Bofacht – und zieht mit einer Handvoll Männer in den Dschungel los.
Das zentrale Thema ist die blutrünstige Mordserie der „Bestie“, die schon lange die Gemüter der Bewohner der Stadt erhitzt. Gwendis und Lerii werden von Bofacht, dem Alleshändler, zu sich „gebeten“. Er will, dass die beiden Frauen, die Bestie für ihn fangen. Die Schwertschwestern nehmen den „Auftrag“ an und machen sich Richtung Urwald auf. In diesem Handlungsstrang wird der Faden seit dem Plot um das Dedra-Ne weitergesponnen.
Argus Panoptes, ein Ermittler, ist ebenfalls hinter der Bestie her und sucht den Hirten Sheparo, auf um von ihm Informationen einzuholen, da es zu vermehrten Tierverlusten in den Herden gekommen ist. Alle Kadaver weisen die gleichen Merkmale auf – sie sind grässlich entstellt und Herz und Leber sind entnommen worden. Sheparo erzählt von einer Höhle im Dschungel, aus deren Tiefen ein schreckliches Kreischen erklang.
So findet der Knotenpunkt dieses Bandes in einer Ruine im Dschungel statt, unter der der Eingang in ein unterirdisches Höhenlabyrinth ist, in dem die Bestie ihr Versteck haben soll …
„Tanz der Bestien“ ist ein stilistisch ansprechender Band, in dem der Autor dicht und spannend erzählt und sehr atmosphärisch weitere Einblicke in Saramees Stadtleben gewährt. Einziges kleines Manko: Der Roman ist zu kurz. Man hätte mehr von dem Autor lesen wollen. Denn er hat gute Arbeit geleistet und einige Handlungsstränge weitergeführt. Auch die Charaktere werden dadurch immer vertrauter, bekommen immer mehr „Gesicht“.
Im Anschluss an den Romantext wird das „Karrial“ erklärt – mit einer Illustration versehen. Darüber hinaus werden Autor und Künstlerin in kurzen Vitae vorgestellt.
_Fazit:_
Atmosphärischer „Saramee“-Band, der einige Handlungsstränge weiterführt und wieder einmal Lust auf einen komplexen Serienroman weckt – absolut empfehlenswert.
|Taschenbuch: 72 Seiten
Titelillustration von Chris Schlicht
Innenillustrationen von Chris Schlicht
ISBN-13: 978-3936742725|
[www.atlantis-verlag.de]http://www.atlantis-verlag.de
[www.saramee.de]http://www.saramee.de
[www.dreamspiral.de]http://www.dreamspiral.de
_Mehr aus „Saramee“ bei |Buchwurm.info|:_
[„Das Glück Saramees“ 6368
[„Himmelsstürmer“ 6425
Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, dass der Heyne Verlag einen Schreibwettbewerb ins Leben rief: „Schreiben Sie einen magischen Bestseller“ hieß der Slogan und gesucht waren Manuskripte zu den Themen Fantasy, Mystery und Science Fiction. Mit über 1400 eingereichten Manuskripten wurde der Verlag praktisch erschlagen – und mehrere Büros sicher bis an die Schmerzgrenze zugemüllt. Doch nach heroischer Sichtung der Papierberge wurden fünf Finalisten ausgewählt. Oliver Dierssen mit seinem Roman „Fledermausland“ war einer davon.
Heyne hat nun eben diesen Roman mit einer putzig-trotteligen Fledermaus auf dem Cover (und fast schon in Großdruck – die Brillenträger der Republik bedanken sich herzlich) herausgebracht und bewirbt ihn als den „definitiven Vampirroman für die Generation Praktikum“. Das klingt zwar lustig, aber macht auch misstrauisch – schließlich führen die Superlative von Verlagswerbesprüchen in der Regel immer zu Enttäuschungen. Und tatsächlich stellt sich bei der Lektüre heraus, dass „Fledermausland“ nicht wirklich ein Vampirroman ist. Und ein Praktikum macht auch niemand.
_Stattdessen geht es_ um Basti. Man könnte ihn als sympathischen Loser bezeichnen, denn er hängt ein bisschen in den Seilen. Seinen Zivildienst hat er in einem Otterzentrum absolviert und eigentlich sollte er sich jetzt für einen Studienplatz bewerben. Doch so richtig bekommt er das nicht auf die Reihe, denn die Bewerbungen stauben in seiner Nachttischschublade einfach so vor sich hin. Immerhin wohnt er nicht mehr zu Hause, aber das auch nur, weil seine Eltern ihm monatlich Geld zukommen lassen, von dem er die Miete seiner bescheidenen Bleibe bestreiten kann. Ansonsten arbeitet er in einem Asiashop – Integration mal umgekehrt. In seiner Freizeit ist er in Kim verknallt, doch die hat sich gerade von Andi getrennt und ist dementsprechend spröde. Sie widersetzt sich Bastis tolpatschigen Annäherungsversuchen ein ums andere Mal, obwohl Basti praktisch seine ganzen Ersparnisse auf den Kopf haut, um sie wiederholt ins Kino ausführen zu können. Und zu allem Überfluss lebt er auch noch in Hannover. Hannover! Was soll da schon Spannendes passieren?
So einiges, wie Basti bald feststellen soll. Nachdem nämlich eines Nachts eine Fledermaus durch sein geöffnetes Schlafzimmerfenster fliegt und ihm Panikattacken beschert, nehmen die Dinge ihren Lauf. Als er einen Notruf absetzt („Hilfe! Fledermaus in meinem Zimmer!“) erscheint nicht das DRK, sondern der MAD. Einige Tage später ist plötzlich seine Wohnung blitzblank und ein russischer Hausgeist nistet sich unter der Spüle ein. Die GEZ in Form dreier Kampfzwerge verhört ihn wegen seinem Kontakt zu Kim (und natürlich wegen seiner unangemeldeten Rundfunkgeräte). Und ja, es gibt Vampire, Uno spielende Zombies und am Schluss ein Happy End.
Als dann aber Kim plötzlich verschwindet und klar wird, dass sie wegen Kontakts mit einem Hominiden vor Gericht gestellt wird, macht sich Basti auf, um seine Kim heldenhaft zurück zu gewinnen.
_Das klingt alles_ nach ziemlich viel Buch, gerade für einen Debutroman. Tatsächlich hat man auf den 500 Seiten jedoch kaum Gelegenheit, sich zu langweilen. Das liegt zum Einen am Ich-Erzähler Basti und den Gedanken und Beobachtungen, die Dierssen ihm in den Mund legt. Das liest sich alles flüssig, unglaublich kurzweilig und stellenweise flapsig. Kurzum: Dierssens Stil macht einfach Spaß, vor allem, weil er trotz des betont umgangssprachlichen Erzähltons präzise Beobachtungen und überraschende Details in seine Handlung einfließen lässt.
Und zum Anderen liegt es ganz einfach daran, dass Dierssen sich bei allerlei Mythen bedient und diese augenzwinkernd neuinterpretiert. Denn Basti lebt zunächst in unserer „ganz normalen“ Welt, bis Vampire, Zwerge und Dämonenkatzen in diese wohlbekannte Realität einbrechen. Er wehrt sich lange gegen die Erkenntnis, dass es solcherlei Dinge tatsächlich geben könnte und daraus erwächst die Komik des Romans. Klar, thematisch liegt das irgendwo zwischen [„American Gods“ 1396 und „Neverwhere“ (Dierssen lässt einen Charakter sogar „Willkommen in der Unterwelt“ sagen). Der Roman ist allerdings stark auf deutsche Befindlichkeiten zugeschnitten. Das geht bei der GEZ los und hört bei der Bielefeld-Verschwörung auf.
Für einen Erstlingsroman liest sich „Fledermausland“ erstaunlich flüssig. Sicher, ein paar Szenen hätten gekürzt (oder gelöscht) werden können – so führt beispielsweise der obligatorische Elternbesuch in Bastis Wohnung nirgendwohin. Doch lässt sich nicht leugnen, dass Dierssen ein begabter Erzähler ist, dem es gelingt, humorige Fantastik für den deutschen Sprachraum mit originellen oder gar kauzigen Charakteren auf die Beine zu stellen. Einzig Kim bleibt etwas blass und erscheint mehr und mehr wie ein ferner Schwarm und nicht wie die unsterblich Geliebte, für die Basti mehr schlecht als recht Kopf und Kragen riskiert (er ist eben kein geborener Held).
_Bleibt zu hoffen_, dass Dierssen auch in Zukunft mit so guten Romanideen gesegnet ist!
_Der Geisterthron_
Band 1: [Die Assassine 6031
Band 2: [Die Regentin 6132
_Amenkor hat die_ Chorl zurück geschlagen. Aber der Geisterthron ist geborsten, seine Macht verschwunden. Varis spürt den Verlust umso deutlicher, da sie inzwischen die Gründe für die Angriffe der Chorl kennt und weiß, dass sie erneut angreifen werden. Neben dem Bemühen um den Wiederaufbau der Stadtbefestigung und ihrer Sorge um Erick, der sich noch immer nicht von seiner Gefangenschaft bei den Chorl erholt hat, muss sie sich nun auch noch mit Gesandten aus Venitte herum schlagen, die ganz offensichtlich etwas zu verbergen haben …
_Im Hinblick auf_ die Charakterzeichnung hat sich nicht mehr viel getan. Varis wird sich lediglich ihrer Zuneigung zu William bewusst, was aber lediglich ein Detail am Rande bleibt. Ansonsten ist sie noch immer die undiplomatische, direkte und pragmatische Person wie bisher.
Die Neuzugänge bei den Figuren, die nahezu alle aus Venitte stammen, erreichen nicht mehr Tiefe als die altbekannten aus Amenkor. Das fand ich besonders im Hinblick auf Ottul, die junge Begabte der Chorl, ausgesprochen schade. Von ihr hatte ich mir tiefere Einblicke in die Kultur der Chorl erhofft, aber leider waren die Informationen aus dieser Richtung sehr bruchstückhaft.
Das Hauptgewicht lag diesmal auf Venitte. Der erste der drei Teile des Buches spielt noch in Amenkor, schildert den Zustand der Stadt nach der Schlacht und die Maßnahmen zum Wiederaufbau sowie Varis‘ Bemühungen um Erick, einige Details um die junge Ottul und die Benutzung des Flusses. Aber schon während dieses ersten Teils fließen in Gestalt der Gesandten Aspekte der Stadt Venitte mit in die Handlung ein. Venitte wird als Ort von Intrigen und Machtkämpfen beschrieben. Vorerst bleibt es allerdings bei angedeuteten Differenzen zwischen den beiden Gesandten, insgesamt also ziemlich ruhiges Fahrwasser.
Mit dem Aufbruch Varis‘ nach Süden jedoch rückt Venitte rasch in den Mittelpunkt des Geschehens. Venitte wird im Gegensatz zu Amenkor von einem Rat regiert, der sich natürlich nicht einmal dann einig wäre, wenn es in Venitte keine Verschwörer und Ränkeschmiede gäbe. Die gibt es aber und das Komplott, das sie schmieden, geht noch weiter als das, welches Alendor in Amenkor geschmiedet hatte. Varis muss also sozusagen an zwei Fronten kämpfen. Kein Wunder, dass ihre Gegner ihr immer ein Stück voraus sind.
Die Tatsache, dass Varis keine Beweise zu fassen bekommt, mit denen sie den Verrätern das Handwerk legen könnte, sorgt zum einen dafür, dass Varis nicht ins Klischee der Überheldin abrutscht, die alles mit einem lässigen Fingerschnipsen erledigt. Zum anderen dreht sie gehörig an der Spannungsschraube. Die Indizien sind absolut eindeutig, die betreffenden Entscheidungsträger aber ausgesprochen stur und Varis nicht in der Position, sie zur Einsicht zu zwingen. Und der Verräter bleibt natürlich nicht untätig sitzen, sondern arbeitet eifrig daran, Varis in Verruf zu bringen.
Der Showdown seinerseits hatte wiederum viel Ähnlichkeit mit der Schlacht um Amenkor. Jede Menge Blut, jede Menge Feuer und jede Menge Explosionen.Die entscheidende Auseinandersetzung konnte allerdings mit dem Duell zwischen Varis und der Ochea aus dem zweiten Band nicht ganz mithalten, was natürlich daran lag, dass Varis in die eigentliche Konfrontation gar nicht verwickelt war. Das ließ die Angelegenheit recht glatt und unkompliziert, ja fast nebensächlich wirken.
Den Schluss schließlich fand ich enttäuschend. Die Entscheidung Varis‘ im Hinblick auf die Chorl ist bestenfalls ein Provisorium, was auch dadurch nicht besser wird, dass Varis sich dessen bewusst ist. Zu diesem ungelösten Problem kommt noch, dass die Fragen im Hinblick auf das Weiße Feuer – seinen Ursprung und seiner Bewandtnis – überhaupt nicht beantwortet wurden.
Irritiert hat mich auch die Rivalität zwischen den beiden Gesandten aus Venitte, denn bei der Ankunft dort stellt sich heraus, dass beide eigentlich auf derselben Seite standen. Eine Erklärung dafür wurde nicht gegeben, was den Verdacht aufkommen lässt, dass ihre Reibereien in Amenkor lediglich der Dramaturgie dienten.
So blieb Band drei trotz des gelungenen Komplotts und der durchaus vorhandenen Spannung ein wenig hinter Band zwei zurück. Zumindest eine endgültige Bereinigung der Beziehungen zwischen Einheimischen und Invasoren hätte ich erwartet. Das offene Ende, das der Autor hier angeboten hat, ist schlicht unbefriedigend.
_Insgesamt ist die_ |Geisterthron|-Trilogie eine eher handfeste Angelegenheit geworden. Die Darstellung von Kampfhandlungen jeglicher Art sowie die Beschreibung körperlicher Empfindungen waren deutlich und intensiv, ebenso alles, was mit der Anwendung der Magie zu tun hatte. Charakterzeichnung, Gedanken und Gefühle der Figuren sowie Ausarbeitung von Kultur und Historie sind da weit schwächer geraten. Eindeutig liegen die Stärken des Autors mehr auf der Handlungs- als auf der Gedankenseite, mehr bei der Action als bei der Ausstattung. Abgesehen von dem enttäuschenden Schluss fand ich die Trilogie ganz in Ordnung. Wer es allerdings gern tiefgründig oder üppig mag oder wer Probleme mit fließendem oder spritzendem Blut hat, sollte besser zu einem anderen Buch greifen.
_Joshua Palmatier ist_ eigentlich Dozent für Mathematik an der Universität von Oneonta im Staat New York, schreibt aber schon, seit er in der Schule eine fantastische Kurzgeschichte aufbekam. „Die Assassine“ ist sein erster Roman und der Auftakt zur |Geisterthron|-Trilogie, die auf Englisch bereits komplett erschienen ist. Der Autor schreibt derweil am seinem nächsten Zyklus, dessen erster Band „Well of Sorrows“ bereits im Mai 2010 veröffentlicht wurde, allerdings unter dem Pseudonym Benjamin Tate.
|Broschiert: 571 Seiten
ISBN-13: 978-3-785-76029-1
Originaltitel: |The Vacant Throne|
Deutsch von Michael Krug|
http://www.luebbe.de
http://www.sff.net/people/jpalmatier/index.html
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