Archiv der Kategorie: Fantasy / Science-Fiction

Michael G. Coney – Der Sommer geht (Pallahaxi 1)

Der Einbruch des Winters, das Ende der Kindheit

Das Jugendbuch schildert aus der Sicht eines Jungen eine fremdartige Welt, die von Menschen einst besiedelt wurde, auf der zu überleben sie aber die Hilfe der gutmütigen, PSI-begabten Eingeborenen benötigen, der liebenswerten Lorins. Als der Sommer endet und der Winter beginnt, endet die Kindheit des Jungen Druv…

Der Autor

Michael Greatrex Coney wurde am 28. September 1932 im englischen Birmingham geboren. Nach der Schule wurde er Wirtschaftsprüfer; ein Beruf, in dem er herzlich unglücklich war. Er versuchte sich deshalb später u. a. als Manager eines Campingplatzes und arbeitete für eine Brauerei. 1969 verließ Coney, inzwischen verheiratet und Vater einer Tochter, England. Die Familie siedelte sich auf Antigua, einer der Westindischen Inseln, an, wo Coney ein Hotel leitete.

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Peter S. Beagle – Das Volk der Lüfte

Ein Volk von Hexen und Göttinnen

Die „Liga für archaische Vergnügungen“ unternimmt aufregende Zeitreisen ins Mittelalter. Dort versucht Nicolas, der Sohn einer Göttin, sich vom Fluch der Unsterblichkeit zu lösen. (Verlagsinfo) Sicherlich kein leichtes Unterfangen.

Der Autor

Peter S. Beagle wurde 1939 in Manhattan geboren und wuchs in der New Yorker Bronx auf. Während seiner Zeit auf der Highschool nahm er an einem Autorenwettbewerb teil und erhielt als ersten Preis ein College-Stipendium. So verbrachte er die folgenden vier Jahre auf der Pittsburgh University.
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Harald Braem – Der König von Tara

Magisches Irland an der Zeitenwende

Der „historische“ Fantasyroman beschreibt Geschehnisse an einer Zeitenwende, als sich die vorchristliche irische Gesellschaft an einem Wendepunkt befand. Die Magie schwindet, neue Ideen lösen sie ab. Und mittendrin spielt sich eine klassische Dreiecksgeschichte ab, die einer historisch verbürgten Legende entnommen ist: der Sage um die Liebe zwischen dem Helden Diarmaid und der zauberkundigen Königstochter Grainne, die aber schon dem finsteren Feldherrn Finn versprochen ist.

Der Autor
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Hal Clement – Der Feuerzyklus

Für große Jungs: Planeten- und Astronomie-Abenteuer

Alle 830 Sonnenumläufe (Jahre) sorgt die exzentrische Umlaufbahn von Abyormens Sonne um eine andere Sonne dafür, dass sich Abyormen unglaublich erhitzt: Alles Wasser verdampft und giftige Stickoxide bringenn alle vorhandenen Lebewesen um. Doch etwas überlebt dennoch.

Auf diesen ungewöhnlichen Zyklus und die Voraussetzungen für das Überleben gewisser intelligenter Lebewensformen stößt der junge Pilotenkadett Kruger, als er auf Abyormen strandet und sich mit einem einheimischen Piloten, der ebenfalls gestrandet ist, anfreundet. Zusammen entdecken sie die unglaubliche Wahrheit über den Feuerzyklus – und einen Weg, die Flamme der Intelligenz über den Abgrund der Vernichtung weiterzutragen.
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Shirley, John – Stadt geht los

Innovativer Cyberpunk

Rocksängerin Catz hat einen gewissen schrägen Ruf, und sie ist loyal ihren Freunden gegenüber. Dazu gehört der San Franciscoer Clubbesitzer Stu Cole, der als einer der Letzten der Mafia trotzt und seinen Club unabhängig zu halten versucht. Eines Nachts taucht während Catz Konzert ein unheimlicher, diffus bedrohlicher Mann in Stus Club auf. Während er durch die Menge geht, ändert sich seine Kleidung, seine Hautfarbe, seine Statur, nur eines nicht: die undurchsichtige Spiegelbrille, die ihm direkt aus den Schläfen wächst .. Er ist die fleischgewordene Persönlichkeit der Stadt. Und er hat die allgegenwärtige Korruption satt. Für Stu und Catz beginnt eine höllische Achterbahnfahrt durch die Halbweltmilieus der siechen Metropole: Stadt räumt auf! (Verlagsinfo)

Handlung

Die eigentliche Handlung beginnt nach einem kurzen Intro nur wenige Jahrzehnte in der Zukunft, im guten alten San Francisco. Da sind der Welt schon Öl und Benzin ausgegangen. Die gedankenlesende Rocksängerin Catz tritt im Club „Anesthesia“ („örtliche Betäubung“) auf, welcher Stu Cole gehört, einem aufrechten Vierzigjährigen, der als einer der Letzten den Pressionen der Mafia und der korrupten Polizei trotzt, um seinen Club unabhängig zu halten. Catz und Cole sind natürlich zwei der drei Hauptpersonen des Buches.

Eines Nachts taucht bei Catz‘ Rockauftritt ein unheimlicher Typ auf. Während er durchs saufende, koksende Publikum gleitet, ändert sich seine Kleidung, seine Hautfarbe, seine Statur, nur eines nicht: die undurchsichtige Spiegelbrille, die ihm direkt aus den Schläfen wächst: City.

City ist die fleischgewordene, nur nachts sichtbare Gestalt-Persönlichkeit der Stadt San Francisco. Auch die anderen US-Städte haben ihre Persönlichkeiten. City zeigt sich, wenn Cole an ihn denkt, tagsüber eben auf Fernsehschirmen oder als Stimme in Telefonen und Lautsprechern. City hat Cole auserwählt, mit ihm zu kämpfen.

Er hat nämlich die allgegenwärtige Korruption satt, deren massiver Einsatz von Datenkontrolle in Internet und EDV dazu führt, dass erstens die Mafia mit Hilfe der EDV die Bürger unterdrücken kann (schon bald findet Cole sein Konto aufgelöst – die gesellschaftliche Kastration) und zweitens, dass die Bürger sich außerhalb der Stadt niederlassen, weil sie in Heimbüros arbeiten können – die City droht buchstäblich auszusterben.

Catz ist dieser Kampf, in den ihr Freund Cole hineingezogen wird, nicht geheuer. Als Folge davon wendet sich City gegen die vermeintlich Illoyale, was nun Cole nicht besonders witzig findet: Er muss Catz nach einer Entführung befreien, wobei mehrere Menschen draufgehen. Cole kann kein Blut sehen.

Nach einer leidenschaftlichen Liebesnacht haut Catz nach Chicago, ihre Heimat-City, ab, so dass sich Cole allein gegen die Umzingelung durch die zahlreichen Arme der Mafia wehren muss. Schließlich lässt ihm City keine Wahl mehr und holt ihn zu sich … Das Buch endet mit einem knackigen Kehraus, der unter der amerikanischen Mafia das eine oder andere verdiente Opfer findet, als die jeweilige Stadt lebendig zu werden scheint.

Mein Eindruck

William Gibson nennt diesen Roman in seinem Vorwort „die proplasmische Mutter aller Cyberpunk-Romane“ und wahrscheinlich hat er damit Recht. Hier finden jedenfalls gegenüber der vorherigen Literatur wichtige Veränderungen statt, wie sie für den späteren Cyberpunk kennzeichnend sind: die Wahrnehmung ganzer elektronischer oder urbaner Systeme als Gestalt und Quasi-Organismus; die direkte Verbindung dieses Systems mit dem Menschen, was dessen Anverwandlung zur Folge haben kann; und schließlich die Wandlung des Low-Life-Bürgers zu einem kompletten Außenseiter der Gesellschaft, ja, letztlich zu ihrem Gegner, aufgrund seiner geänderten Wahrnehmung der Systeme, die sein Leben bislang bestimmt haben. Nun heißt es: low life gegen high tech (das gilt umgekehrt sowieso).

Es erübrigt sich fast zu erwähnen, dass ein einflussreicher Veteran wie John Shirley eine engagierte, interessante Geschichte spannend zu erzählen versteht und so flott, dass man das Buch kaum mehr aus der Hand legen möchte. Und die Perspektiven, die er aufzeigt, sind für uns wahrlich bedenkenswert. – Das Buch entstand zuerst Ende der 70er Jahre und erschien 1980, wurde aber 1996 überarbeitet.

Unterm Strich

Knallhart setzt sich dieser Roman gegen die (heute wie auch 1980) übliche Science-Fiction ab, die sich traditionellen Darstellungsweisen und Wertesystemen verpflichtet fühlt. Die Prosa ist hart und rhythmisch, wie guter Rock. Der Leser merkt, dass sich Shirley mit Rockbands selbst der abgefahrensten Sorte auskennt und sie ernst nimmt.

Genau wie die Musik, so wird auch die Stadt selbst lebendig gemacht: Ihre Straßen öffnen sich, ihre Unterwelt bewegt sich. Wie City die elektrischen Leitungen nutzt, so nutzt Cole, sein Mitstreiter, die Adern der Transportwege: Urbanität als Lebensform, die Stadt als Organismus. Und mittendrin fühlt City die neuen Computer-Systeme der Mafia als Krebsgeschwür. Dies ist nachvollziehbar, wenn man die Prämissen akzeptiert. Und der eifrige Cyberpunkleser wird nichts mehr Besonderes dabei finden, wenn sich die technische Realität in seltsamen, interessanten neuen Formen präsentiert. City ist lediglich die Vorstufe zum Cyberspace.

Was allerdings Shirley hier noch kritisch beäugt – die Elektronisierung aller Geldzahlungen und sogar der Postzustellung –, weil damit der illegalen Kontrolle Tür und Tor geöffnet werden, das sehen dann die Hacker-Outlaws des Cyberpunk als Gelegenheit, sich mit den Konzernen und ihren Supercomputern anzulegen und sich in die virtuelle Realität einzustöpseln. Als dieser Roman entstand, tauchten mit den Phonephreaks die ersten Hacker auf. Sie schlugen das System mit seinen eigenen Waffen. Auch in „Stadt geht los“ wird ein Anschlag auf den Zentralcomputer verübt.

Dem |Argument|-Verlag ist es zu danken, dass dieser Klassiker wieder zugänglich ist, in einer von Shirley überarbeiteten Fassung und einer neuen Übersetzung. Das dankbare Vorwort von Gibson, dem literarischen Enkel Shirleys, stimmt auf die Lektüre optimal ein.

Hinweis: Beim Verlag ist dieser Titel ebenso vergriffen wie viele weitere Titel aus der Reihe „Social Fantasies“.

Taschenbuch: 220 Seiten
Originaltitel: City come a-walking, 1980/1996
Aus dem US-Englischen übertragen von Hannes Riffel
ISBN-13: 9783886199549

Ian McDonald – Sternenträume. Phantastische Erzählungen

Originelle und stilsichere Erzählungen

Bevor dieser erfolgreiche nordirische Autor mit Romanen wie „Chaga“ und „Kirinja“ weithin bekannt wurde, war er bereits als origineller, engagierter und stilsicherer Autor von Erzählungen und Novellen anerkannt. Hier sind seine besten Arbeiten bis 1988 versammelt, wenn auch ohne die Chaga-Novelle „Toward Kilimanjaro“, die erst 1990 erschien.

Die Story-Sammlung enthält die Erzählungen:

Sternenträume
Szenen aus einem Schattenspiel
Christian
König der Dämmerung, Königin des Lichts
Das Rad der Katharina
Van Goghs unvollendetes Porträt des Königs der Schmerzen
Die Insel der Toten
Radio Marrakesch
Reisen in einzigartige Städte
Vivaldi.

Der Autor
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Peter Verhelst – Das Muskelalphabet. Roman

Anspruchsvolle, erotische Phantastik

Ein junger Mann hat es sich zur Aufgabe gemacht, die kostbaren Bestände einer unterirdischen Bibliothek aus dem 16. Jahrhundert zu ordnen. Allein in dem unheimlichen Gewölbe und umgeben von alten Grabstatuen, verrichtet er seine Arbeit als Archivar – und wird plötzlich mit höchst mysteriösen Ereignissen konfrontiert… (verlagsinfo)

Wie geht mann mit einer jungen rothaarigen Frau um, die sich in einen Engel verwandeln will? Mann verliebt sich Hals über Kopf mit Haut und Haar in sie. So eine Frau ist Lore in Peter Verhelsts Roman „Das Muskelaphabet“. Ein junger Archivar schreibt hier sein Tagebuch über die merkwürdigen und tragischen Ereignisse, die ihm nicht nur mit Lore zustoßen.

Der Autor
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Card, Orson Scott – Xenozid (Ender 3)

_Spannende Weiterführung des Ender-Zyklus_

Im dritten Band des Ender-Zyklus spitzt sich die Lage für Ender und alles Leben auf Lusitania erheblich zu. Ein erneuter ‚Xenozid‘ droht, die Vernichtung allen fremdartigen Lebens.

_Handlung_

Die Erzählung schließt nahtlos an „Sprecher für die Toten“ an. Alle liebgewonnenen Helden tauchen auf: Ender Wiggin natürlich, seine Schwester Valentine, seine Adoptivfamilie auf Lusitania, die Schwarmkönigin, die Vaterbäume von Lusitania und nicht zuletzt die KI Jane, deren rätselhafte Herkunft in diesem Band von der Schwarmkönigin erklärt wird. Doch neben der Weiterentwicklung und Beantwortung früherer Fragen führt Card einen neuen Handlungsstrang und neue bedeutsame Charaktere ein.

Auf dem Planeten Weg, einer Welt von Taoisten, die von einer sehr strengen religösen Oligarchie, den ‚Gottberührten‘, beherrscht wird, lebt die junge Chinesin Qing-Jao, auch ‚Strahlend-Hell‘ genannt. Sie stellt ihre außergewöhnliche Intelligenz in den Dienst der Götter und wird so zur Vollstreckerin des Sternenkongresses der Hundert Welten. Der Kongress hat eine Raumflotte nach Lusitania entsandt, um diese Welt zu vernichten, da sie ja von dem tödlichen Virus der ‚Descolada‘ beherrscht wird. Der Virus schickt sich an, alles molekulare Leben im Universum zu töten.

Ender und seine Familie, die Xenologen auf Lusitania, versuchen verzweifelt, diesem Virus gentechnisch beizukommen, denn die Raumflotte würde ja nur ein weiteres Xenozid anrichten: Die Schwarmkönigin und ihre Krabbler wären ebenso wie die Schweinchen gefährdet. Die KI Jane isoliert die Flotte vom Kongress, setzt aber ihre eigene Existenz durch die Übermittlung der Botschaften von Demosthenes (auf Lusitania) aufs Spiel, denn hierbei kommt ihr Qing-Jao auf die Schliche und veranlasst Janes Vernichtung.

Jane offenbart sich deshalb Jian Qing, Strahlend-Hells Vater, und Si Wang Mu, der geheimen Magd der ‚Gottberührten‘, wobei sie die Welt Weg als einen Planeten entlarven, der vom Kongress gentechnisch durch das UZV (Unbewusst-Zwanghafte Verhalten) kontrolliert wird. Doch Strahlend-Hell bleibt der Wahrheit gegenüber blind, und so droht nicht nur der Untergang Janes, sondern der Kampf gegen den Xenozid wird für Ender und seine Familie(n) zum Wettlauf gegen die Zeit.

_Fazit_

Das Buch ist wie seine beiden Vorgänger ein sehr lesbares, trotz der langen familiären und philosophischen Ausführungen spannendes Buch, das zugleich viele Fragen aufwirft und neue Einsichten vermittelt. Ich habe das Buch im Asienurlaub am Strand gelesen, und es hat mir die Stunden ausgezeichnet vertrieben, auch wenn es keine einfache Kost ist.

Es gibt nicht viele Autoren in der Science-Fiction, die in der Lage sind, solche moralisierenden Bücher zu schreiben wie der Mormone Card. Er beherrscht meisterhafte Dialoge ebenso wie die Herbeiführung spannender Konflikte und stellt seine rhetorischen Tricks listig in den Dienst seiner Überzeugungsarbeit. Wie auch sein zauberhafter Dornröschen-Roman „Enchantment“ zeigt, verfügt er über Charisma und Charme. Er weiß das und so versucht er, seine Sicht der Wahrheit hinter den Dingen zu vermitteln. Viele Leser lieben ihn dafür, aber manche sind lieber vorsichtig.

Auf „Xenozid“ folgten in diesem Zyklus die Romane „Enders Kinder“ (Bastei-Lübbe), [„Enders Schatten“ 951 sowie „Shadow of the Hegemon“ und „Shadow Puppets“

|Originaltitel: Xenocide, 1991
Aus dem US-Englischen übertragen von Uwe Anton|

Michael Moorcock – Gloriana oder Die unerfüllte Königin (revidierte Fassung)

Preisgekrönte Fantasykomödie

In einem England des 16. Jahrhunderts, das es nie gab, lebt die unerfüllte Königin Gloriana. Obwohl ihr Reich sich bis nach Asien erstreckt und die Wissenschaft floriert, ist sie unglücklich: Sie kommt nie zum Höhepunkt. Das will Quire ändern, einer der zahllosen Geheimagenten des Lordkanzlers Montfallcon. Quire verbündet sich mit dem ärgsten Feind des Kanzlers und verführt die Königin, um das Reich zum Einsturz zu bringen. Doch er hat nicht mit Glorianas Reaktion gerechnet…

Der Roman wurde mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet.

Der Autor

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Piers Anthony – Steppe

Ein Uighure im Computerspiel

Längst hat sich die Menschheit über die Galaxis ausgebreitet. Die Menschen können weder lesen noch schreiben, aber sie frönen leidenschaftlich ihrer Lieblingsbeschäftigung: dem Spiel. Sie spielen Geschichte. Mit geringem Einsatz lässt sich ein märchenhaftes Vermögen auf der imaginären galaxisweiten Bühne gewinnen, auf der die Geschichte der alten Erde wiederentsteht.

Sie spielen STEPPE. Die Geschichte der Reitervölker Innerasiens zwischen dem 9. und dem Höhepunkt im 13. Jahrhundert: Dschingis Khan.

Um den Spielecomputer, der als einziger den genauen historischen Ablauf kennt, zu betrügen und illegalen gewinn zu machen, holt sich eine Spielergruppe mit einer Zeitmaschine einen Menschen vom Originalschauplatz aus dem 9. Jahrhundert und schmuggelt ihn ins Spiel: Alp, Sohn eines Uighurenhäuptlings. Alp hat die Informationen, die für den Betrug nötig sind, aber der Primitive ist gerissener als die Galaktiker geahnt haben. Er macht sich seine Erfahrungen zunutze und spielt auf eigene Rechnung.

Denn was könnte ihm vertrauter sein als das unbarmherzige Kriegsspiel der STEPPE, seien es die Weiten Innerasiens oder der Galaxis? (Verlagsinfo)

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Terry Goodkind – Die Seelen der Toten. Die Legende von Richard und Kahlan (Band 3)

Kahlan und Richard Rahl: Heilung vom Tod?

Zwei unerbittliche Generäle, Bischof Hannis Arc und der Geisterkönig Sulachan, führen eine riesige Totenarmee aus den hintersten Winkeln des D’Haranischen Reiches bis in dessen Zentrum. Doch ihr Ziel ist nicht die Zerstörung des Reiches, sie wollen die Welt der Lebenden vernichten.

Richard und Kahlan sind von einer Hexe mit der Essenz des Todes, dem „Todeshauch“, infiziert worden, was ihnen ihre Kräfte raubt und sie schließlich das Leben kosten wird. Sie müssen um jeden Preis den Palast des Volkes erreichen, um sich und das Reich zu retten. Doch die tödliche Bedrohung lauert überall… (erweiterte Verlagsinfo)

Viel näher, sagt die sie begleitende Hexe Irena, sei die Festung Saavedra, die von Bischof Hannis Arc verlassen worden sei. Dort gebe es ein Dämmfeld, um sie bei dem magischen Vorgang zu schützen – und ihre Umgebung. Doch niemand ahnt, dass die Festung in eine Falle umgewandelt worden ist, um Kahlan udn Richard darin zu fangen…

Der Autor
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Frank Herbert – Hellstrøms Brut

Utopie unter Tage: Menschen wie Termiten

1971 drehte der Regisseur Walon Green den Film „The Hellström Chronicle“ um den erfundenen Insektenforscher Nils Hellström, der die Insekten als die wahren Herrscher der Erde zeigt. Frank Herbert, betroffen und tief beeindruckt von Greens Film, fragte sich, welche Überlebenstechniken der Mensch wohl entwickeln müsse, um seinen Fortbestand über vergleichsweise lange Zeiträume zu sichern, und spielte den Gedanken in diesem 1972/73 veröffentlichten Roman durch. Dies ist wahrscheinlich Frank Herberts künstlerisch gelungenster Roman neben dem „Wüstenplanet“-Zyklus.
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Ian McDonald – Rebellin des Glücks

Gescheiterte Utopie

Am Ende des 21 Jahrhunderts: Dank der allmächtigen Computer ist die Welt perfekt; keine Kriege, keine Krankheiten bedrohen die Menschheit. Jedermann hat glücklich zu sein — oder er macht sich eines Verbrechens gegen die Gesellschaft schuldig. In der Megalopolis Yu lebt die Zeichnerin Courtney Hau ihr verordnetes glückliches Leben, bis einer ihrer Cartoons der allgegenwärtigen Glückspolizei missfällt. Courtney muss fliehen und lernt plötzlich die andere Seite ihrer Schönen Neuen Welt kennen. In einem düsteren Labyrinth unter der Stadt kämpfen die Ver­rückten und Verbannten von Yu ums Überleben — und träumen von einer Rebellion der Freiheit, die plötzlich Wirklichkeit werden kann. (verlagsinfo)

Der Autor
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John Sinclair – Das Grauen aus dem Bleisarg (Folge 142)

Die Handlung:

„Ich bin gleich zurück, Mrs Lockhead.“ Die Schritte entfernten sich, und Thelma Lockhead blieb allein in der Dunkelheit zurück. Bisher hatte es ihr nichts ausgemacht, dem Fremden zu vertrauen. Nun aber wurde ihr mulmig zumute, denn in der Gruft ihrer Ahnin Dorothy Lockhead sollte es spuken, wie man ihr versichert hatte … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer
369 gemacht, das erstmalig am 29. Juli 1985 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

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Ian McDonald – König der Dämmerung, Königin des Lichts

Drei Frauen im Kampf mit der irischen Vergangenheit

Eines der überraschendsten und schönsten Leseerlebnisse der neunziger Jahre hat mir der phantastische Roman des Nord-Iren Ian McDonald beschert. Es ist eine rätselhafte, poetische Geschichte von drei wunderbaren Frauen. Sie beginnt 1913, als die junge Emily mythische Figuren zum Leben erweckt, die fortan sie und ihre Nachkommen Jessica und Enye begleiten. Die drei Frauen dringen in das dunkle, lebendig gewordene Reich ihres Unterbewusstseins ein, das ihre reale, hektische Welt des 20. und 21. Jahrhunderts überlagert und verändert.

Auf unterschiedliche Weise versuchen Emily und ihre Nachfahren sich der Mächte der eigenen Traumzeit zu erwehren. Während die eine den mythischen Wesen nachgibt, versucht die andere, ihnen zu entkommen. Die dritte, Enye, hingegen bekämpft sie mit Drogen, Wut und einem Samurai-Schwert.

Der Autor
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Theodore Sturgeon – To Marry Medusa / Das Milliarden-Gehirn

Galaktisches Bewusstsein, here we come!

Bis vor einer Minute war Dan Gurlick nur ein Individuum der Spezies Homo sapiens, und noch dazu ein unterdurchschnittliches. Doch jetzt hat dieser feige, würtende, kaum des Lesens und Schreibens fähige Trunkenbold eine Spore in sich aufgenommen, die Lichtjahre weit gereist war, bevor sie unseren Planeten traf. Diese Spore hat ihrerseits Gurlick in sich aufgenommen und ihn in den Wirt für Medusa verwandelt. Medusa ist ein Schwarmbewusstsein und so immens groß, dass es die Lebensformen einer Milliarde Planeten in drei Galaxien umfasst. Und diese Schwarmintelligenz hat es nun darauf abgesehen, auch die Erde in sich aufzunehmen. (Verlagsinfo) Ob das so eine gute Idee ist, muss sich erst noch herausstellen.

Diese Besprechung beruht auf der englischsprachigen Originalausgabe.
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Michael Moorcock – Zeitnomaden. Die Abenteuer Captain Oswald Bastables

Der Brite im Tempel des Todes

Dieser Sammelband umfasst die drei OSWALD-BASTABLE-Romane, in denen Moorcock in den Jahren 1971, 1974 und 1981 die Abenteuer des Captain Oswald Bastable auf alternativen Zeitströmen schilderte:

1. Warlord of the Air, Ace Books 1971, OCLC 14007905
Die Herren der Lüfte, König 1973, Übersetzer Walter Ernsting und Rosemarie Ott, ISBN 3-8082-0052-9
2. The Land Leviathan, Doubleday 1974, ISBN 0-385-01473-2
Der Landleviathan, Heyne 1982, Übersetzerin Sylvia Pukallus, ISBN 3-453-30827-1
3. The Steel-Tsar, Mayflower / Granada 1981, ISBN 0-583-13432-7
Der Stahlzar, Heyne 1984, Übersetzerin Sylvia Pukallus, ISBN 3-453-31086-1
The Nomad of Time, Granada 1984, (Sammelausgabe von 1–3)
Zeitnomaden. Heyne 1991, ISBN 3-453-05009-6
The Flight from Singapore (1979, Kurzgeschichte) (Quelle: Wikipedia.de)

In drei Geschichten besucht der Ich-Erzähler Captain Oswald Bastable, ein Viktorianer von altem Schrot und Korn, drei unterschiedliche Welten: Eine Welt, in der bis in die 1970er Jahre die Imperialmächte (lang lebe Kaiserin Victoria!) mit Luftschiffen und Kolonien die Welt beherrschen, zweitens eine durch Kriege zerstörte Welt und schließlich eine des Russischen Bürgerkriegs. Alle drei Romane sind wunderbar illustriert von Themistokles Kanellakis.

Der Autor

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Julian May – Der Sporn des Perseus (Die Rampart-Welten 1)

Detektivthriller, Familiensaga und Abenteuerexpedition

Eine spannende Mischung aus Detektivthriller, Familiensaga und Abenteuerexpedition – so kommt der Startband einer neuen Science Fiction-Trilogie von Altmeisterin Julian May daher. Die Mischung funktioniert, doch überfordert das Buch den jugendlichen Leser in keinster Weise. Wahrscheinlich unterfordert er sogar die meisten erwachsenen Leser.

Die Autorin
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Michael McCollum – Die Lebenssonde

Revival der Space Opera

Mit diesem action- und spannungsgeladenen Abenteuer in einer fernen Galaxis präsentiert sich Michael McCollum als neuer Starautor im populären Feld der Space Opera. (Verlagsinfo) McCollum hat bei Heyne mit gleich drei Romanen debütiert: „Die Lebenssonde“ (1996), „Antares erlischt“ (1996) und „Die Wolken des Saturn“ (1995) (Heyne HSF 06/5381-5383).
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