Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Gaspard, Jan / Lueg, Lars Peter – Stonehenge (Offenbarung 23, Folge 7)

_Allohol macht auch dich unsterblich!_

Was bisher bloße Verschwörungstheorie war, wird Realität: Die geheimnisvollsten Tragödien, die skrupellosesten Verbrechen werden entschlüsselt. Die Welt wird nicht mehr die gleiche sein, denn auch das letzte Rätselt wird gelöst.

Ein kleiner Bronzekelch aus Trons Besitz führt den Hacker Georg Brand auf die Spur eines alten Druidenkults. Uraltes Wissen hütet dieser Zirkel, der Georg nach Südengland und zum Hügel von Salisbury führt, zu den Ruinen von Stonehenge. Hat Tron wirklich wirklich das Geheimnis des Zaubertranks der alten Kelten gelöst, der Unsterblichkeit verspricht?

Dies ist die bislang lustigste Episode des Serie – Georg Brand schaut einfach zu tief ins Whiskyglas …

_Der Autor_

Über Jan Gaspard ist nichts bekannt, und es scheint sich um ein Pseudonym zu handeln (siehe Webseite von |LPL records|). Jedenfalls zeichnet er nach Angaben des Booklets für „Idee, Konzeption, Recherche & Buch“ verantwortlich.

Für die praktische Umsetzung dieser Steilvorlage sorgte hinsichtlich Regie, Produktion & Dramaturgie Lars Peter Lueg, seines Zeichens Verlagsleiter von |LPL records|. Für den „heiligen Geist“ in Form von „Inspiration“ sorgte Koproduzent Marc Sieper. (Es dürfte auch eine Menge „Transpiration“ gegeben haben, wenn man Thomas A. Edison glauben darf.) Schnitt, Musik und Tontechnik lagen in den kompetenten Händen von Andy Matern.

Andy Matern wird von zwei Spezialisten unterstützt. Markus Wienstroer bearbeitete die Gitarren – das Ergebnis kann sich wirklich hören lassen.

|1. Staffel von „Offenbarung 23“:|
1) [„Wer erschoss Tupac?“ 1934
2) [„Tupacs Geheimnis“ 1948
3) [„Die ‚Titanic‘ darf nie ankommen“ 2012
4) [„Die Krebs-Macher“ 2015

Einschub: [„Offenbarung 23 – Machiavelli“ 2472

|2. Staffel:|
5) [„Das Handy-Komplott“ 2576
6) [„Der Fußball-Gott“ 2577
7) [„Stonehenge“ 2590
8) [„Macht!“ 2591

|3. Staffel:|
9) [„Gier!“ 3104
10) [„Die traurige Prinzessin“ 3113
11) [„Die Hindenburg“ 3131
12) [„Der Piratenschatz“ 3136

|4. Staffel:|
13) [Das Wissen der Menschheit 3885
14) Das Bernsteinzimmer
15) Durst!
16) Krauts und Rüben

Mehr Infos: http://www.offenbarung23.de und http://www.vertraue-niemandem.net

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

In der Riege der Sprecher finden sich etliche einschlägig vorbelastete Herrschaften, die man schon aus dem Hause |LPL records| kennt. Als da wären:

David Nathan spricht die Hauptfigur Georg Brand alias T-Rex und klingt wie Johnny Depp.
Marie Bierstedt spricht Tatjana Junk alias Nolo, die Freundin von „Tron“.
Detlef Bierstedt spricht den Reporter Kai Sickmann und klingt wie George Clooney am Telefon.
Dagmar Berghoff spricht eine Nachrichtensprecherin und klingt wie Dagmar Berghoff (logo!).
Dietmar Wunder spricht T-Rex’ besten Kumpel Kim Schmittke und klingt wie Cuba Gooding jr. bzw. Adam Sandler.
Arianne Borbach spricht Margo und klingt wie Catherine Zeta-Jones.
Till Hagen spricht Ian G. und klingt wie Jonathan Pryce in „Fluch der Karibik“.
Benjamin Völz spricht Boris F. alias „Tron“.
Tilo Schmitz spricht Herrn Brand senior und klingt wie Ving Rhames oder Michael Clarke Duncan.
Marianne Groß spricht die Kuratorin und klingt wie Angelica Huston oder Meryl Streep.
Lutz Mackensy spricht den Druidengroßmeister Saint-Clair und klingt wie Rowan Atkinson oder Christopher Lloyd.
Friedrich Schoenfelder spricht die „Stimme der Wahrheit“ und klingt wie David Niven, Peter Cushing oder Vincent Price.
Helmut Krauss ist der Erzähler und klingt verdächtig nach Marlon Brando oder Samuel L. Jackson.

_Vorgeschichte_

Der Berliner Informatikstudent Georg Brand, in Hackerkreisen als „T-Rex“ bekannt, ist auf eine Verbindung zwischen dem besten deutschen Hacker Boris F. alias „Tron“, und dem Rapper Tupac Shakur gestoßen. Alle möglichen Leute, die Geheimnisse aufdecken oder vertuschen wollen, interessieren sich auf einmal für T-Rex. Während Georg mit Trons ehemaliger Freundin Tatjana Junk alias Nolo anbandelt, meldet sich Tron quasi aus dem Jenseits: Er ist seit 1998 offiziell tot. Ist er das wirklich? Jedenfalls gibt Nolo Georg eine „Chiffre“ nach der anderen in die Hand. Chiffren sind eine Umschreibung für Hinweise auf die Geheimnisse, die Tron vor seinem Tod aufgedeckt hat – brisanter Stoff sozusagen. Diesmal geht es um Whisky – oder sowas Ähnliches.

_Handlung_

Bald ist Wintersonnenwende, und im Keller der Berliner Urania-Loge findet ein konspiratives Treffen statt. Der Großmeister des Zirkels kündigt einen Wissenden an, der herausfinden werde, wie man den Zaubertrank der Unsterblichkeit zubereitet. Von wem redet der Typ bloß?

Die Nachrichtensprecherin (Dagmar Berghoff) steht am Tag der Sommersonnenwende auf der Ebene von Salisbury. Im Zirkel der Steine von Stonehenge vollzieht die so genannte Druid Society ihr alljährliches Ritual. Sie erinnert an den Krieg im Bohnenfeld, der sich 1985 am Verbot des jährlich hier stattfindenden Stonehenge-Festivals entzündete und die Demonstranten – New-Age-Jünger und viele Aussteiger – gegen die Polizei kämpfen ließ. Aber was machen die Druiden da eigentlich, fragt die Reporterin.

November in Berlin. Georg Brand sitzt immer noch gefesselt im Keller der Urania-Loge von Berlin, vor ihm stehen im Fackelschein der Reporter Kai Sickmann und der Druidengroßmeister Saint-Clair. Man nimmt ihm die Handschellen ab. Er soll sich den Druiden anschließen. Saint-Clair hat eine Aufgabe für den Hacker, der in seinen Kreisen als T-Rex bekannt ist. Er zeigt ihm einen Bronzebecher mit Glockenform, der uralt sein muss.

Dieses Gefäß komme aus Avebury und wurde unweit von Stonehenge gefunden. Ein Bildmotiv zeigt, wie ein Riese einen Zwerg in einen Kessel tunkt. Steckt die keltische Legende dahinter, wonach der Gott Lugh seinen Wundarzt gebeten habe, die verwundeten Krieger zu heilen und dieser sie in einem Zauberkessel wiederherstellte? Aber was befand sich in dem Kessel – der Trank der Unsterblichkeit?

Mit diesem Rätsel der „durchgeknallten Komiker“ im Kopf besucht Georg seine Freundin Tatjana Junk, die als Nolo bis 1998 die Freundin Trons war. Er erhofft sich nicht viel, ist daher umso erstaunter, als sie ihm erzählt, dass Tron an einem eben solchen Becher besonders interessiert war und sich danach eine Whiskyflasche – wohl die erste in seinem Abstinenzlerleben – gekauft habe. Auf dem Boden des Tonbechers im Museum habe der Name einer Whiskydestille in Schottland gestanden: Talisker.

Georg muss sofort die Probe aufs Exempel machen und testet in der Bar Hudson, die 300 Whisky-Sorten vorrätig hat, den besagten Whisky. Völlig benebelt antwortet er auf die Fragen von Ian G, der ihn hier aufstöbert. Ja, dieser durchgeknallte Typ namens Saint-Clair habe ihm ein Rätsel aufgegeben. Na, und? Als Ian seinen Kumpel vor diesen Typen warnt, ist Georg schon eingepennt.

Er erwacht mit einem Kater, der sich gewaschen hat. Mitbewohner Schmittke bemuttert den Patienten, bis Georg kurz vor Mittag wieder ansprechbar ist. Unglaublich, dass er zu einem fiesen Trick gegenüber Ian fähig ist: Er hört dessen Handy ab (siehe Episode 5!). Ian telefoniert mit seinem „Bruder Tom“, der Georg bislang als „Mista Beat“ bekannt war, der Manager von Tupac. Als sich die Stimme von Tron einschaltet, wird das Gespräch abgewürgt. Echt blöd! Aber T-Rex fragt sich nun: Warum wollen diese Komiker nicht, dass ich nach Stonehenge fahre?

_Mein Eindruck_

Eigentlich ist die Lösung für den Zaubertrank der ollen Kelten wirklich „pillepalle“, wie Georg in Todesangst schreit. Und dass sein Auftraggeber, der Oberdruide Saint-Clair, nicht von selbst draufgekommen sein soll, nehme ich dem Typen keine Sekunde ab. Aber trotzdem hält er größte Stücke auf seinen „jungen Wissenden“, der die Nachfolge von Tron antreten soll. Dass der minderbemittelte Saint-Clair von einer Frau – dreimal darf man raten, wer – mächtig eins auf die Mütze bekommt, ist daher schon ziemlich verwunderlich.

Als ginge es mit dem Teufel zu, taucht auch in England wieder Ian G aus der Versenkung auf und tut unserem Helden T-Rex gar Übles an. Sogar auf einen Altarstein wird der Ärmste gebunden und selbstredend soll er irgendwelchen längst toten Göttern geopfert werden. Diese Szene greift derart tief in die Mottenkiste des Gruselfilms, dass es die Sau graust. Ich hoffe, der Autor hat sie selbst nicht ernst genommen, oder er bekommt zehn Jahre Ekelhaft in den Verliesen des Vatikan.

Immerhin nehme ich eine nette Erkenntnis mit nach Hause: Die Jungsteinzeitler waren auch bloß Menschen. Stonehenge war ja nicht bloß Observatorium, sondern auch Kalender. Den brauchten nicht bloß die Bauern, sondern auch die Heiratswilligen. Wer am Sonnwendtag ein Kind zeugte, konnte sicher sein, dass es im März – zehn Mondmonate später – zu einer Zeit geboren wurde, wenn es wieder genügend Nahrung gab und es wärmer wurde. Die Überlebenschancen waren also ungleich höher als für ein im Winter gezeugtes Kind.

Nicht nur wurde an Sonnwend gezeugt, sondern auch kräftig gebechert. Daher die Sache mit dem Whisky, den offenbar schon die Altvorderen zu schätzen wussten. Slainte!

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Es ist schon lustig, wenn man in einem Serienhörspiel all jene Schauspieler sprechen hört, die man sonst mit bildschirmfüllenden Actionkrachern oder großartigen Romanzen in Verbindung bringt: Wesley Snipes, Ving Rhames, Johnny Depp und George Clooney. Das hebt die Handlung, die ansonsten leicht etwas trivial hätte wirken können, doch gleich eine Stufe höher, verleiht ihr den Glanz von Hollywood.

Besonders David Nathan als T-Rex hat mir gefallen, denn man hört immer einen leichten ironischen Zungenschlag bei ihm heraus. Etwas Humor hatte die Hörspielserie bislang nämlich dringend nötig. Paranoia ist ja schön und gut, aber sie ist schwer die ganze Zeit zu ertragen. Besserte sich die Lage an der Humorfront schon in den Episoden 5 und 6, so explodiert nun geradezu eine Ironiebombe. T-Rex hat eine derart freches Mundwerk, dass ich mich vor Vergnügen kringelte. „Durchgeknallte Komiker“ ist ja noch harmlos gegen die anderen Dinger, die er loslässt. Diese Respektlosigkeit macht das ganze Mysteriengewäsch endlich erträglich.

_Geräusche und Musik_

Alle Geräusche sind natürlich aus der Realität entnommen und verleihen der Handlung den Anstrich von Filmqualität. Aber sie kommen nie den Dialogen in die Quere, sondern sind in dieser Hinsicht zurückhaltend.

Die Musik fungiert meist ein Pausenfüller: Fetzige Gitarren, für die Markus Wienstroer verantwortlich zeichnet, und schließlich etwas wie Elektro-Rock. Mir gefielen mehr die Gitarren. Zum Glück fehlt nun die Rapmusik, weil ich mit Rap nur wenig anfangen kann.

_Unterm Strich_

Bei dieser Episode hat der Autor wirklich zu tief ins Whiskyglas geschaut, aber genau deshalb ist sie die bislang lustigste der Serie. Der Bierernst der ersten Staffel hat einer bissigen, fast schon zynischen Ironie Platz gemacht, dass es ein Vergnügen ist, Georgs Respektlosigkeiten gegen die versammelten „Komiker“ anzuhören. Die völlig verkalkten Verschwörungstheorien à la „Da Vinci Code“ haben wir allmählich dicke, daher muss sich das jeweils gelüftete Geheimnis eigentlich umso mehr der aktuellen Realität zuwenden. Das geschah im „Handy-Komplott“ und in „Der Fußball-Gott“. „Stonehenge“ stellt einen Rückfall in das alte Mysteriengeraune dar. Aber es ist wie gesagt sehr gut zu ertragen, wenn man ein stabiles Zwerchfell sein Eigen nennt.

Das mit 76 Minuten ungewöhnlich lange Hörspiel ist von Lübbe und LPL Records gewohnt sorgfältig produziert worden und es gibt absolut nichts daran auszusetzen – wie schade. Die Stimmen der Hollywoodschauspieler verleihen der ansonsten höchst trivialen und unglaubwürdigen Handlung den Glamour des Abenteuers.

Gruppe, Marc – Sherlock Holmes – Der Engel von Hampstead (Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs 4) (Hörspiel)

Serienmord per Mäusebutter

London im Jahr 1889. Eine offenbar nicht abreißende Reihe ungeklärter Todesfälle erschüttert den beschaulichen Londoner Nobel-Stadtteil Hampstead. Auf Bitten seiner treuen Haushälterin Mrs. Hudson nimmt sich der Meisterdetektiv des Falles an und findet Erstaunliches heraus … (Verlagsinfo)

Diese Fälle dieser neuen Holmes-Reihe wurden nicht von Sir Arthur Conan Doyle geschrieben, sondern alle von Marc Gruppe. Sie basieren natürlich auf den originalen Figuren, die mittlerweile Allgemeingut geworden sind.

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 12 Jahren.

Der Autor
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E. T. A. Hoffmann – Das Fräulein von Scuderi (Lesung)

Seniorenkrimi: Mitgefühl überwindet den Terror

Mysteriöse Raubmorde erschüttern das Paris Ludwigs XIV. Die Morde haben eines gemeinsam: Alle Opfer trugen Schmuck des Goldschmiedes Cardillac bei sich. Eines Nachts klopft ein geheimnisvoller Bote an der Tür des ehrbaren Fräuleins von Scuderi und überbringt ein verziertes Kästchen. Es enthält ein von Cardillac gefertigtes Collier und einen Brief mit den besten Grüßen des Mörders. (Verlagsinfo)

Der Autor

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Arnaldur Indriðason – Engelsstimme. Kommissar Erlendur Sveinssons 5. Fall (Lesung)

In einem angesehenen Hotel in Reykjavík wird der Portier tot aufgefunden, als Weihnachtsmann verkleidet, die Hosen heruntergelassen. Erlendur stellt bald fest: Diskretion ist das oberste Gebot, der Tourismus ist heilig. Um den Tod des alten Mannes schert sich eigentlich niemand. Wer aber hat Interesse einen zurückgezogen lebenden Portier aus dem Weg zu räumen? Erlendur quartiert sich kurzerhand im Hotel ein und stößt auf ein Geheimnis aus der Vergangenheit des Toten, auf eine „Engelsstimme“… Kommissar Erlendur Sveinsson ermittelt in seinem fünften Fall. (Verlagsinfo)

Der Autor
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Jonathan Safran Foer – Extrem laut und unglaublich nah (Lesung)

Dresden 1945 – New York 9/11: Odyssee zum Geheimnis

Dies ist die Geschichte von Oskar Schell. Oskar ist neun, er ist Erfinder, Pazifist, Veganer, Schmuckdesigner und Tamburinspieler. Obendrein hat er jede Menge Frage, auf die er dringend eine Antwort braucht. Wieso gab es den Anschlag vom 11. September? Warum musste sein Vater eines der Opfer sein? Als er in dessen Sachen einen Schlüssel in einem Umschlag mit der Aufschrift „BLACK“ findet, probiert er alle Schlösser in der Wohnung durch: nichts. Bleibt also nur, alle Menschen in New York City, die Black heißen, zu befragen, ob der Schlüssel bei ihnen passt. Eine abenteuerliche Odyssee beginnt.

Der Autor

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Frank Herbert / Kerstin Kaiser – DUNE 1: Der Wüstenplanet. Teil 1 von 2 (Hörbuch)

SF-Epos in originalgetreuer Umsetzung

Im 11. Jahrtausend tun sich der Imperator und Harkonnen zusammen, um das Haus Atreides unter Herzog Leto zu vernichten. Die große Mausefalle ist der Wüstenplanet Arrakis, der Köder unermesslicher Reichtum in Form des einzigartigen Rohstoffs |Spice-Mélange|. Der Plan klappt wie am Schnürchen, doch eine Kleinigkeit geht schief: des Herzogs Konkubine und sein Sohn Paul entkommen in die Wüste. Dort bauen sie mit den einheimischen Fremen eine Guerilla-Organisation auf, die droht, die lebenswichtige Spice-Produktion zum Erliegen zu bringen – und damit jeden Verkehr im Imperium! Der Imperator, gezwungen von der Raumfahrtgilde, muss nach Arrakis kommen …
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Lueg, Lars Peter / Keller / Wilson / Smith / Fowler / Masterton – Necrophobia 3

_Das Verhängnis der Nekromanten_

Wieder mal hat Lars Peter Lueg als Regisseur, Produzent und Dramaturg ein Fest für Horrorfans vorbereitet. Sein Adlatus Andy Matern steuerte die Musik, den Schnitt und die Tontechnik bei. Zu den Autoren der neuen Storys gehören die bekanntesten Vertreter des Genres, darunter Christopher Fowler und Altmeister Clark Ashton Smith, ein Freund von H. P. Lovecraft.

|Erzählung # 1: _David H. Keller: Da unten ist nichts!_ (1952)|

Unter dem Haus der Tuckers liegt ein Keller, der sich viel weiter erstreckt, als sie ahnen, und der viel älter ist als ihr gemietetes Häuschen. Der Zugang zu diesem düsteren Keller ist nur durch die Küche möglich, und er wird durch eine wuchtige Eichentür verschlossen, die mit schmiedeeisernen Scharnieren und Riegeln verstärkt ist. Soll diese massive Tür etwas drin halten oder jemanden draußen?

Schon als der Sohn der Tuckers, Tommy, noch ein kleines Baby ist, weint er immer nur in der Nähe dieser Tür, also immer in der Küche, sonst aber nirgends. Als er sprechen kann, versucht er zu erklären: Ist der Riegel vorgelegt, ist er still, doch ist die Tür nur geschlossen, aber nicht verriegelt, empfindet er Angst. Am schlimmsten ist es für ihn natürlich, wenn die Tür geöffnet ist. Er weigert sich, den Keller auch nur zu betreten.

Als seine Eltern, einfache Arbeitergemüter, ihn zur Schule schicken wollen, meinen sie, man müsse etwas wegen dieses Verhaltens unternehmen. Sein Vater möchte am liebsten aus Tommy einen richtigen Mann machen. Der Hausarzt Dr. Hawthorne ist zwar kein Psychologe, gibt aber in seiner Unwissenheit den gut gemeinten Rat, Tommy dem vollen Effekt der offenen Tür auszusetzen – alleine. Der Vater überwindet den heftigen Widerstand des Jungen und setzt ihn dem offenen Keller aus.

Doch Hawthorne kommen Zweifel ob seines Rats und befragt einen Freund, der wirklich ein Fachmann ist. Dieser kann sich vorstellen, dass die Sinne dieses Kindes feiner sind als die eines Erwachsenen. Vielleicht ist da unten im Keller wirklich etwas, oder Tommy glaubt es zumindest. Hawthorne fährt zu den Tuckers, um sich nach dem Wohlergehen Tommys zu erkundigen. Inzwischen ist die volle Stunde der „Schocktherapie“ vergangen, und der Vater erklärt sich bereit, die Tür zur Küche zu öffnen, damit Hawthorne sich Tommy ansehen kann.

Was Hawthorne vorfindet, ist ein Bild des Grauens …

|Mein Eindruck|

Die Ursache des Horrors ist in dieser Geschichte nie zu sehen, und nur das Resultat des Grauens lässt darauf schließlich, dass da etwas sein muss – da unten im Keller. Horror kann mitunter nur in der Vorstellung, vielleicht auch in verschärfter Wahrnehmung entstehen, wie schon Poe zu berichten wusste. Das „Unnennbare“ – hier schlägt es wieder mal zu. Und wieder mal glauben die normalen Spießbürger keine Sekunde lang an seine Existenz. Das hat verhängnisvolle Folgen. Wer auf Splattereffekte wartet, ist hier aber an der falschen Adresse.

|Der Sprecher|

Udo Schenk ist die deutsche Stimme von Gary Oldman. Er moduliert seine Stimme nach oben und unten, um die verschiedenen Stimmlagen von Frauen und Männer anzudeuten, und er gibt die situationsbedingten Ausdrucksweisen des ängstlichen Tommy wieder. Eigentlich nichts Besonderes, aber solide Sprecherarbeit.

|Erzählung # 2: _F. Paul Wilson: Zart wie Babyhaut_ (1991)|

Denise ist gerade beim Shopping in Downtown Manhattan, als ihr ihre frühere Freundin Helen Ryder über den Weg läuft. Wow, was für ein klasse Outfit, staunt Denise. Helen lädt Denise zum Tee im Waldorf Astoria ein, man gönnt sich ja sonst nix. Offenbar hat es Helen gut getroffen, wohingegen Denises Mann Brian sich mit brotlosen Sozialprojekten abgibt, ach je!

Und was für eine obergeile Handtasche Helen da trägt! So weich, so zart, und aus lauter kleinen Stückchen zusammengenäht, offensichtlich teure Handarbeit, womöglich sogar italienisch, hat bestimmt ein Schweinegeld gekostet, oder? Höchst exklusiv, versichert Helen geschmeichelt, und als eine Japanerin mit einer schwarzen Ausführung dieser Tasche vorbeitrippelt und anerkennend nickt, ahnt Denise, dass Helen Mitglied eines exklusiven Klubs ist, zu dem sie unbedingt auch gehören will.

Es gibt nur einen kleinen Haken. Die Tasche ist aus der Haut von menschlichen Föten, die abgetrieben wurden, und in die entsprechenden Verkaufsabteilungen der exklusiven Boutiquen gelangt man nur auf Empfehlung hin. Die ihr ihre Freundin selbstredend gerne gibt, sobald Denise ihren Schock überwunden hat. Doch ob Brian für eine Fötenhandtasche Verständnis aufbringen kann, wagt Denise ernsthaft zu bezweifeln.

Doch wenn eine Frau ein ernsthaftes Fashion Statement machen möchte, verschiebt sie gerne die Grenze dessen, was okay ist …

|Mein Eindruck|

Und um diese moralische Grenze geht es in der Tat. Was wird den „total Reichen“ (John Brunner) noch alles einfallen, um in Sachen Mode eine Aussage zu machen und zu zeigen, dass sie sich über die Maßstäbe von Lieschen Müller und Otto Normal hinwegsetzen können? Heute gehört es für Heidi Klum & Co. zum guten Ton, einen begehbaren Schrank, so groß wie ein Kinderzimmer, nur für Schuhe zu besitzen und mindestens ein Wohnzimmer nur für die Garderobe, die da Gucci, Armani, D&G sowie Donna Karan liefern. Für Herren gilt selbstverständlich das Gleiche.

Doch die wahren Reichenklubs insistieren natürlich auf exklusivsten Accessoires. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Die menschliche Haut – eine schier unerschöpfliche Ressource, besonders dann, wenn die Inder so billig liefern können. Da kann der Lagerkommandant von Auschwitz mit seinen Lampenschirmen aus Menschenhaut einpacken.

Die Story thematisiert die Ausbeutung der Dritten Welt durch die besitzende Klasse der westlichen Welt, aber das Feindbild basiert bereits auf überholten Besitzverhältnissen. Inzwischen sitzen auch in Moskau, Schanghai und Neu-Delhi Milliardäre, die sich Fötenhauthandtaschen aus der Portokasse leisten können.

|Die Sprecherin|

Marie Bierstedt, Jahrgang 1974, trat ab Mitte der 80er Jahre in TV-Serien wie „Praxis Bülowbogen“ oder „Ein Heim für Tiere“ auf. Sie ist u. a. die deutsche Stimme von Kirsten Dunst („Spider-Man“), Kate Beckinsale und Natalie Portman. Sie ist vielen Deutschen als deutsche Stimmbandvertretung von Alyson „Willow“ Hannigan in „Buffy“ vertraut.

Ganz natürlich klingt bei ihr, wie sich die zwei alten Freundinnen über die grausigsten Dinge austauschen können, solange es dabei nur um Mode geht. Freilich vermag Denise ihre Vorbehalte gegen Fötenhaut nicht zu verbergen und spricht sie auch aus, doch Helen beruhigt: Der Oberste Gerichtshof hat es doch erlaubt, also was soll die Aufregung?

Natürlich klingen Denises Mann Brian und der Verkäufer der Handtaschen ganz anders, tiefer, männlicher. Aber das sind nur vorübergehende Randfiguren, dann sind die Damen mit ihrem schauderhaften Accessoire wieder unter sich.

|Erzählung # 3: _Clark Ashton Smith: Necropolis – Das Reich der Toten_ (1932)|

Es waren einmal zwei hervorragende Nekromanten in der Welt Zothique, welche da hießen Madmour und Sodossma. Leider wussten die Bewohner des Landes Tinarat ihre Künste und Fertigkeiten wenig zu würdigen und vertrieben sie. Auf der einsamen Straße durch die Wüste von Zinkor begegnen den beiden Totenbeschwörern diverse Skelette von Pferden und ihren Reitern. Stante pede treffen sie eine Übereinkunft, wonach sie diese lohnende Beute gerecht unter sich aufteilen. Und so dauert es nicht lange, und sie gelangen mit einem stattlichen Tross von knochigen Reitern als Sklaven nach Yepirion.

Aus den Grüften wecken sie die Sklavenarbeiter und betreten mit ihrer Totenarmee die Hauptstadt, welche von einer schrecklichen Pest aller menschlichen Wesen beraubt wurde. Sie erobern ohne Kampf den herrlichen Palast und schwelgen in dessen Pracht. Etwas keck geworden, erwecken sie sogar die toten Nimbod-Herrscher wieder zum Scheinleben und lassen sich von ihnen auf dem alten Doppelthron huldigen. Der erste Nombodherrscher, Hestaion, krönt sie höchstselbst. Ach, es ist ein gar fürstliches Leben, finden sie, und genießen die Pracht und die weiblichen Dienerschaft in vollen Zügen. Nekrophilie ward nie herrlicher zelebriert als hier.

Doch die dienstbaren, zum Leben erweckten Geister sehnen sich nach der Ruhe des Todes. Der letzte Nimbod mit Namen Elairo erinnert sich, wie’s früher war, und hasst die beiden Despoten. Während diese ihrerseits nachlässig und träge werden und ihren nächsten Krieg planen, organisiert Elairo den Aufstand der unzufriedenen Geister, um sich für die Tyrannei zu rächen. Hestaion war einst ein Zauberer und erinnert sich einer Prophezeiung. Man müsse die Statue des Erdgottes zerschlagen, eine Tür in den tiefsten Grüften öffnen und so den Weg zum tiefsten Abgrund unter dem Palast bereiten.

Gesagt getan, nun frisch ans Werk! Die Rache der Toten ist schrecklich – und dauert ewig …

|Mein Eindruck|

Eine wundervoll altmodische Geschichte, wie „ein Märchen aus uralten Zeiten“, und mit einem herrlichen Schluss, welcher der ausgleichenden Gerechtigkeit wieder Geltung verschafft. Smith ist weitaus weniger auf das kosmische Grauen bedacht als sein Brieffreund Lovecraft und erweist sich immer wieder als großer Romantiker in der Art von Lord Dunsany, den auch Lovecraft anfangs verehrte und nachahmte. Die Erzählung ist eindeutig ein Glanzpunkt in dieser Auswahl.

|Der Sprecher|

Reinhard Kuhnert ist die deutsche Stimme von Pierce Brosnan. Es gelingt ihm, nicht nur die beiden überheblichen Totenbeschwörer zu porträtieren, nein, auch die Toten, allen voran der alte Hestaion, erhalten ein Profil.

Doch wie sprechen die Toten? Das ist eine knifflige Frage, die sich durch empirische Befunde leider nicht beantworten lässt (alldieweil die Toten gemeinhin nicht sprechen). Da schafft Hollywood zum Glück Abhilfe durch eine gewisse Inspirationshilfe. Man denke etwa an das Heer der Toten im dritten Teil von Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Verfilmung. Die Toten sind heiser, hauchen leise, wodurch sinnfällig wird, dass ihnen ein Kehlkopf fehlt. Was an Dialogen daher fehlt, macht die wunderbar genaue Beschreibung der Vorgänge wieder wett.

|Erzählung # 4: _Christopher Fowler: Die langweiligste Frau der Welt_ (1995)|

Die Ich-Erzählerin ist eine ganz normal frustrierte Hausfrau aus Süd-London und behauptet, sie sei die langweiligste Frau der Welt. Wie möchten es ihr gerne glauben, doch irgendwie fallen schon die ersten Begebenheiten, von denen sie aus ihrem Leben berichtet, etwas aus dem Rahmen dieses Bildes. Anno 1964 stürzte ihr Vater die Kohlenluke im Haus hinunter und starb an einem Herzinfarkt. Zwei Cousins starben durch Unglücke, und ihr erster Lover John Perry brach ihr die Nase. Ihre Schwiegermutter hielt sie deshalb für verflucht – bevor sie selbst einen Schlaganfall erlitt und den Löffel abgab.

Erst nahm sie gegen die tödliche Langeweile nur Valium, aber inzwischen ist sie schon bei Speed (Amphetaminen) angekommen. Als sie herausbekommt, dass ihr Mann Derek sie mit einer gewissen Gigi betrügt, killt sie den Nachbarshund. Offenbar hat sie auch Blackouts, von denen sie ihr Mann, ihr Sohn Jason und die beschränkte Tochter Emma in Kenntnis setzen. Hm, kann schon sein, na und? Sie wittert eine Verschwörung und Paranoia macht sich breit.

Als Derek ihr eines Abends verkündet, er wolle ausziehen und sich scheiden lassen (um es mit Gigi zu treiben, logo), dreht sie durch und haut ihm die Bratpfanne über den Schädel. Sie verteilt ihn auf drei Müllbeutel und entsorgt die Leiche in der Kiesgrube. Oder ist das nur zusammenfantasiert? Und wenn schon. Eines Tages könnte sie es ja wirklich tun. Fragt sich nur – schon bald oder …

|Mein Eindruck|

Der Autor Christopher Fowler, ein bekannter britischer Horrorliterat („Über den Dächern von London“ u. v. a.), schildert das ganz normale Grauen, wie es sich anfühlt, lebendig begraben zu sein – in einer spießbürgerlichen Ehe, welche die Erzählerin schon mit sechzehn einging, danach kamen die Kinder, nie auch nur das geringste Fünkchen Selbstverwirklichung. Und schwupps, kehren sich erst der Mann und dann die Kinder gegen sie selbst. Kein Wunder, dass da Mordphantasien aufkommen. Ob solche Existenzen heute überwunden sind? Ich würde nicht darauf wetten. Da lauert noch jede Mordpotenzial.

|Die Sprecherin|

Arianne Borbach ist die deutsche Stimme von Catherine Zeta-Jones. Borbach lässt die Erzählerin alle Gefühlsregungen durchlaufen: von der gruftigen Langeweile über Eifersucht und Hass bis hin zu rasender Wut – und dann wieder zurück zu lethargischer Apathie. Diese Entwicklung ist von Borbach fabelhaft flexibel und sehr bewusst gestaltet, doch nie übertrieben. Und in seiner Glaubwürdigkeit ist dieses Porträt einer zerstörten Existenz umso bedrohlicher.

Die Erzählung lebt nur von der inneren Bewegung und Entwicklung, und wenn einmal ein Mord geschieht, dann entpuppt er sich als eingebildet. Daher könnte diese Story den einen oder anderen Hörer frustrieren. Es ist ein Stück für Leute mit psychologischem Einfühlungsvermögen. Und sie wissen Borbachs Darstellungsleistung zu würdigen.

|Erzählung # 5: _Graham Masterton: Die graue Madonna_ (1995)|

Der Amerikaner Dean Wallace ist nach Brügge in Belgien zurückgekehrt, weil ihm ein winziges Detail nicht aus dem Kopf geht. Als seine Frau Karen hier starb, erwähnte ein Kutscher eine seltsame Beobachtung: Karen habe vor ihrem Tod mit einer Nonne gesprochen, die graue Gewänder getragen habe. Wieso sollte Karen mit einer Nonne streiten? Man fand Karen später in einem der Kanäle, welche die Stadt durchziehen, um den Hals einen Strick aus Hanf. Hatte sie sich erhängt? Vielleicht wegen ihrer Abtreibung?

Die Polizei bestreitet, dass es solche Nonnen gebe. Wallace spürt den Kutscher auf und gegen ein ordentliches Trinkgeld führt ihn der junge Mann zu jener Stelle, wo er Karen zuletzt sah. Ja, Karen schrie die Nonne an und fragte sie: „Was habe ich getan?“ Die Nonne sah genauso aus wie die zahllosen Madonnen, die an den alten Brügger Bürgerhäusern die Fassade zieren. Und alle halten ein Jesuskind im Arm. Jetzt sieht es auch Wallace, und ihm wird mulmig. Überall Madonnen, an jedem Haus. Und Teufelsfratzen! Was hat das zu bedeuten?

Der Kutscher erzählt ihm von der Pest im 14. Jahrhundert, die so lange wütete, dass sich die Menschen als Sünder betrachteten und an die heilige Muttergottes ein Hilfeersuchen richteten, das sie als verbindlichen Vertrag ansahen. Maria vergibt, doch die Madonnen bestrafen. Der Kutscher äußert eine merkwürdige Ansicht. Die Bürger schufen die Statuen mit falschen Hoffnungen: Für die Erschaffung der Statuen werde ein Preis gefordert. Aber welcher?, will Wallace wissen. Beleidigt man die Madonnen, werde man bestraft.

Wallace erklärt den Kutscher für verrückt und geht seines Weges. Doch überall sind diese Madonnen mit ihren Kindern im Arm. Er denkt an den armen abgetriebenen Charlie … Als er in einer Bar sitzt, sieht er draußen eine graue Nonne vorübergehen. Sofort folgt er ihr. Weiß sie etwas über Karen? Sie eilt in den Glockenturm des Belfrieds, er hinterher, an der Pförtnerin vorbei, die nichts gesehen haben will. Immer höher, den hörbaren Schritten nach, hunderte von Stufen.

Auf der obersten Plattform holt er die Nonnen in Grau endlich ein. Doch die Begegnung erweist sich als verhängnisvoller Fehler. Denn die graue Madonna hat ein Hanfseil dabei …

|Mein Eindruck|

Diese lange Erzählung ist die meisterliche Verschränkung des unterbewussten Schuldkomplexes um die Abtreibung eines Kindes mit dem Motiv der Schutzgöttinnen von Brügge. Diese Madonnen haben offenbar die Aufgabe, die Sünder, die sich der Kindstötung schuldig gemacht haben, ihrer gerechten Strafe zuzuführen: Sowohl Karen als auch ihr Mann müssen dran glauben.

Man kann sagen, dass diese Story von einem Abtreibungsgegner geschrieben worden sein muss, aber ich kenne die Schuldgefühle, die eine Abtreibung hervorruft, von einer früheren Freundin selbst. Diese Gefühle können schwere Depressionen hervorrufen – warum sollten sie nicht zu einer Illusion wie jener wandelnder Madonnen führen? Der Rest ist dann nur eine Frage des Einfallsreichtums des Autors.

|Der Sprecher|

Till Hagen ist die deutsche Stimmbandvertretung für Filmstars wie Kevin Spacey, Billy Bob Thornton und Kevin Kline. Er absolvierte die Schauspielschule in Berlin und war am Theater in Dortmund und Bielefeld engagiert. Seit 1977 ist der professionelle Rundfunksprecher beim RBB und anderen ARD-Sendeanstalten tätig. Er hat beispielsweise alle Krimis von Arne Dahl vorgelesen.

Es gibt nur zwei Hauptfiguren, die Hagen zu porträtieren hat: Den Ich-Erzähler Dean Wallace kann er mit ganz normaler Stimmlage sprechen, doch er lässt ihn auch rufen und sich empört und wütend äußern. Der Kutscher Jan de Keizer erfordert etwas mehr Darstellungskunst. Der Ex-Junkie spricht leise, zögerlich, geradezu schwächlich, außer dann, als er voll Überzeugung von den Madonnen Brügges und ihrer besonderen Rolle und Bedeutung mit insistierendem Tonfall erzählt.

Im dramatischen Finale der Handlung erklingt die Glocke des Belfrieds nicht weniger als viermal im Hintergrund, was andeutet, dass sich das Schicksal unserem Erzähler mit schnellen Schritten nähert. Die Hintergrundmusik ist inzwischen verklungen und nur der Klang der Glocken begleitet die Stimme des Erzählers bzw. Sprechers.

_Unterm Strich_

In dieser Auswahl gefielen mir am besten Smiths Erzählung vom Untergang der beiden despotischen Nekromanten und die letzte Erzählung, in der Graham Masterton meisterlich die Themen Abtreibung, Schuldgefühle und Sühne miteinander verknüpft. Schade, dass die anderen Geschichten nicht das gleiche Niveau erreichen. Splatter und Action gehören diesmal nicht zum Repertoire.

Die Sprecher sind allesamt kompetent und Könner ihres Fachs. Die Musik von Andy Matern variiert von Story zu Story, mal langsam, mal schnell, aber stets anders instrumentiert. Die Musik hält sich stets dezent im Hintergrund und stört den Vortrag des Sprechers zu keiner Zeit. Mit rund 20 Euro ist die Doppel-CD deutlich teurer als der Durchschnitt, aber das dürfte wohl auf die solide Produktion mit bekannten Sprechern und qualitätsvoller Musik zurückzuführen sein. Ein Sammlerstück.

|144 Minuten auf 2 CD|
http://www.lpl.de
http://www.luebbe-audio.de
http://www.festa-verlag.de
[„Necrophobia 1“ 1103
[„Necrophobia 2“ 1073
[„Necrophobia – Meister der Angst“ 1724

Becker, Rolf & Alexandra / Stamm, Heinz-Günter – Gestatten, mein Name ist Cox: Heißen Dank fürs kalte Buffet (Hörspiel)

Mordermittlung als Freizeit-„Vergnügen“

Ein seltsamer Zufall, dass etliche Leute an rätselhaften Herzattacken sterben, mit denen Privatdetektiv Paul Cox kurz zuvor noch ein Gläschen trank. Dieser Ansicht ist auch der ermittelnde Polizeiinspektor Carter. Um den schlimmen Verdacht Carters von sich abzuwenden, bleibt Cox nur die Möglichkeit, den wahren Täter zu finden, und er macht sich mit seinem Freund Thomas Richardson auf die Socken. Ob es wohl etwas zu bedeuten hat, dass die Verstorbenen alle irgendwelche Erbansprüche an den Textil- und Chemieunternehmer Antoine Lefèvre besaßen?
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Dugald A. Steer (Hg.) / Volker Präkelt – Das geheime Buch der Magie. Die Zauberkunst Merlins (Hörspiel)

Mit dem Fliegenden Teppich: auf Merlins Spuren

Zwei ungleiche Gefährten, der schrullige Buchhändler und das ungestüme Mädchen Kitty, sind auf der Suche nach Merlins geheimem Buch der Magie. Doch hartnäckige Widersacher stellen sich ihnen in den Weg. Eine zauberhafte und zugleich atemlose Reise beginnt, die sie nach Stonehenge und in die Bretagne führt, denn dort wartet der weise Magier bereits auf sie.

Die Inszenierung
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Edith Nesbit – Der Ebenholzrahmen (Gruselkabinett 112)

Die Geliebte aus der Hölle

London 1923: Philip Devigne ist nicht wenig erstaunt, von seiner reichen Tante ein altes viktorianisches Haus im Londoner Nobel-Stadtteil Chelsea zu erben. Über dem Kamin im Speisezimmer hängt in dem ansonsten erlesen möblierten Haus ein billiger Druck in einem aufwändigen Ebenholzrahmen. Wie sich herausstellt, hat es damit eine unheimliche Bewandtnis… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.

Die Autorin

Edith Nesbit – Der Ebenholzrahmen (Gruselkabinett 112) weiterlesen

Burroughs, Augusten – Krass!

_Krasser als „American Beauty“_

Als Augusten Burroughs‘ psychisch kranke Mutter den alkoholkranken Vater verlässt, nimmt sie ihren Sohn zwar mit, schiebt ihn aber bald in die Obhut ihres Psychiaters ab. Dr. Finch ist nicht nur ein sehr unkonventioneller Psychologe, auch die neue Familie in der völlig vermüllten Villa hat es in sich …

_Der Autor_

Chris Robison alias Augusten Burroughs wurde 1965 in Pittsburgh als Sohn eines Mathematikers und einer Lyrikerin geboren. Nach der Scheidung gab ihn seine Mutter in die Familie ihres Psychiaters Dr. Finch nach Massachusetts, in dessen Haus er als Ziehsohn, gemeinsam mit den Kindern und Patienten des Doktors, aufwuchs.

Burroughs arbeitete u. a. als Hundetrainer, Süßwarenverkäufer, Kellner und Ladendetektiv, bevor er mit 19 Jahren als Werbetexter Karriere machte. Mit seinem Roman „Sellervision“ erregte er bereits 2000 großes Aufsehen, und seine Memoiren „Running with Scissors“ (2002; „Krass“) hielten sich über mehrere Monate in den Top Ten. Burroughs lebt heute in Manhattan.

Die Hollywood-Verfilmung (Sony) mit Gwyneth Paltrow und Joseph Fiennes (beide in „Shakespeare in Love“) lief bei uns am 18. Januar in den Kinos an, wurde jedoch kaum registriert.

_Der Sprecher_

August Diehl, geboren 1976 in Berlin, ist einer der angesehensten deutschen Schauspieler der jüngeren Generation. Er wurde für seine Rolle in dem Film „23“ mit dem Deutschen Filmpreis und dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Seitdem war er in „Kalt ist der Abendhauch“, „Tattoo“, „Was nützt die Liebe in Gedanken“ (neben Daniel Brühl) und in Schlöndorffs „Die neunte Stunde“ zu sehen.

Den Text hat Bettina Brömme bearbeitet und gekürzt, Regie führte Marie-Luise Goerke, die Technik bediente Ahmed Chouraqui vom |OnAir|-Studio.

_Handlung_

Ein Name wie „Augusten“ gehört eigentlich verboten, zumal er im Englischen in allzu großer Nähe zu „disgusting“ (= widerlich) steht. Und dann ist dieser Junge auch noch anderweitig doppelt gestraft. Sein Vater ist ein alkoholsüchtiger Mathematiker, seine Mutter eine nikotinsüchtige Möchtegerndichterin. Nichtsdestoweniger eifert Augusten ihr nach, will stets gut aussehen, ausgezeichnete Manieren an den Tag legen und stets wissen, wie man sich kleidet. Er träumt davon, mal Steward bei einer Airline zu werden. Selbstredend ist die beste Zeitschrift, die er kennt, „The New Yorker“, das Intellektuellenblatt der Ostküste. Schließlich konnte Mutter dort eines ihrer Gedichte veröffentlichen. Ohne Zweifel wird er eines Tages ebenso berühmt sein wie sie und mit einer Stretch-Limousine durch die Städte kursiert werden.

Doch die Realität ist etwas anderes als Hoffnungen und Träume.

Sein Vater ist das genaue Gegenteil seiner Mutter, und daher streiten sich die beiden Elternteile ständig. Eines Tages beleidigt Deirdre Norman, und dieser reagiert damit, dass er sie würgt. Augusten schreit, sie sollen aufhören. Es folgt ein Stoß, ein Sturz: Vater liegt am Boden. Kein Wunder, denn er ist mal wieder betrunken. Deirdre hofft, er werde sich umbringen.

Als Psychiater und Eheberater, der die Lage retten soll, tritt Dr. Finch auf. Augusten stellt sich vor, Finch wäre der Weihnachtsmann, und mag ihn auf Anhieb. Augusten ist erst elf Jahre alt. Als er Finchs Praxis besucht, entdeckt er dort Hope, Finchs 28-jährige Tochter, die für ihn als Sprechstundenhilfe arbeitet. Sie ist so nett, dass sie Augusten einen Ring gibt, den er bewundert. Finch hat ein Zimmer in der Praxis, den er als „Masturbatorium“ bezeichnet. Darin stapeln sich Ausgaben von „Penthouse“. Hope schläft hier manchmal in der Mittagspause. Sie fragt Augusten, ob er manchmal auch masturbiert. Klar, aber er braucht dafür kein Extrazimmer.

|Die Finchs|

Als die Ehe seiner Eltern in die Brüche geht – das war abzusehen -, lebt Augusten noch eine Zeit lang bei seiner Mutter, doch irgendwann sieht sie ihn eher als Hemmschuh für ihre Kreativität. Da er sowieso schon sehr häufig die Familie von Dr. Finch besucht hat, übergibt sie ihn Finch als dessen Mündel. Nun ist Finch also sein Vater, neben sieben weiteren Kindern, von denen einige schon ausgeflogen und einige adoptiert sind. Darunter ist auch der 32-jährige Neil Bookman, der später eine wichtige Rolle spielt.

Der Haushalt der Finchs ist das genaue Gegenteil dessen, was unser junger Held bislang gewöhnt war. Die Kids laufen schlampig herum wie Hippies, die Wohnung ist ein Saustall, der Kleinste kackt unters Piano, und wenn man mit einem Elektroschockgerät spielen kann, dann ist das eine gute Gelegenheit, Doktor und Patient zu spielen. Aber endlich ist immer jemand da, mit dem Augusten sprechen kann. Er schreibt die Nacht hindurch an seinem Tagebuch, in das er einträgt, was die Finch-Kids heute wieder angestellt haben.

|Schwul|

Dass sie tolerant gegenüber Schwulen sind, findet er eines Tages von Hope heraus. „Du bist schwul? Na und?“ Ihr adoptierter Bruder Neil Bookman sei es ja auch und lebe trotzdem mit einer geschiedenen Frau zusammen. Augusten ist bereit, neue Sachen auszuprobieren, z. B. Hundefutter zu essen – schmeckt gut. Und als Neil zu Besuch ist, geht er mit ihm spazieren. Sie gestehen einander, dass sie schwul sind, Neil gibt sich offen und hilfsbereit.

Es ist der Beginn einer wunderbaren, intensiven Freundschaft. Doch für Neil ist es mehr: Es ist der Beginn einer leidenschaftlichen Liebe zu Augusten. Aber der Geliebte ist nicht sicher, ob er so viel Verantwortung ertragen kann. Er hat nämlich den Verdacht, dass er die Geisteskrankheit seiner Mutter geerbt haben könnte …

_Mein Eindruck_

Die Story gehört eigentlich ins Kuriositätenkabinett. Die zwei Familien Augustens sind ordentlich verkorkst bzw. verschroben und würden sogar den „Royal Tenenbaums“ zum Vorbild gereichen. Doch wie schon die Tenenbaums sind auch die Burroughs‘ und Finchs nur von begrenztem Komikpotenzial – es ist alles so traurig, dass es schon wieder komisch ist und umgekehrt. Kaum möchte man loslachen, bleibt einem das Lachen schon wieder im Halse stecken.

Dass Augustens Mutter lesbische Neigungen auslebt, erwartet man heute schon automatisch, sobald eine Frau von einem Mann enttäuscht worden ist. Sie setzt noch einen drauf, indem sie sich mit einer Pfarrersfrau und dann mit einer Schwarzen einlässt! Dass auch Augusten homosexuell ist, leuchtet einem schon in der ersten Szene ein, in der er seiner Mutter nacheifert und sich todschick ausstaffiert. Die Finch-Kinder wundern sich denn auch, warum er so „aufgebrezelt“ herumläuft, wohingegen er entsetzt registriert, in welchem Slum er gelandet ist. Diese Kontraste sind alle ganz nett, aber sie vergehen wieder. Augustens Homosexualität bleibt.

Einer der zahlreichen Schockmomente, die der Autor eingebaut hat, besteht in einer völlig unvermittelt einsetzenden Szene, in der Augusten einen Penis in seiner Kehle stecken hat. So etwas liest man in einem biographischen Roman nicht alle Tage, und die Szene verfehlt denn auch ihre Wirkung nicht, so dass sie in Erinnerung bleibt. Eine weitere Szene mit Analverkehr wird ebenso minutiös geschildert und dürfte nur für Schwule von erotischem Schauwert sein.

Aber es gibt auch langweilige Szenen wie etwa die finale Konversation zwischen Augusten und seiner „Schwester“ Natalie, von der nie ganz klar wird, ob er mit ihr ebenfalls schläft. Vertraut genug wären sie ja miteinander. Auch dass eine Kellnerin mit Haaren auf den Zähnen Dr. Finch bei der Behandlung von Mrs. Burroughs in den Arm fällt, ist zunächst ganz amüsant, doch sobald Mom mal wieder von ihrer Geisteskrankheit kuriert aussieht, ist die Luft auch aus dieser Episode raus.

Man könnte dem Buch allenfalls zugute halten, dass es die späten siebziger und frühen achtziger Jahre in Neuenglands Universitätsstädten recht gut einfängt. Zahlreiche Kulturphänomene aus der Musik, dem Fernsehen und aus dem Kino (Burroughs schaut sich vor allem europäische Filme an) werden zitiert. Natürlich kommen sie uns heute entsprechend seltsam und antiquiert vor, aber daran kann man ablesen, wie stockkonservativ das alte Neuengland gewesen sein muss, in dem Augusten aufwächst. In New Hampshire beispielsweise wird stets stramm republikanisch gewählt.

Über Dr. Finch erfahren wir seltsamerweise nur indirekt etwas, nämlich über seine Familie, seine Frauen (zu denen auch Frau Burroughs gehört) und natürlich seine Familie. Ein liberaler Freigeist mit recht unorthodoxen Vorstellungen einer psychotherapeutischen Behandlung. Um es gelinde auszudrücken. Was er mit Mrs. Burroughs im Motel macht, sieht verdächtig nach einer Vergewaltigung aus. Er wird bestraft, natürlich, aber ironischerweise nicht für sein Verhalten als Mediziner, sondern für – Versicherungsbetrug. Das ist ungefähr so, als würde man Al Capone nicht für Alkoholschmuggel etc. einbuchten, sondern für Steuerhinterziehung – was ja auch der Fall war.

|Der Sprecher|

August (man beachte die Namensähnlichkeit!) Diehl liest den Text mit ruhiger Stimme, die sich nur selten zu etwas Energie aufrafft. Die vielen Stellen, die zum Schmunzeln Anlass geben, spricht er beispielsweise mit ganz lässiger Betonung, so dass man sich nichts Böses dabei denkt. Er bevormundet den Hörer nicht.

Allerdings bringt es diese ruhige Art des Vortrags mit sich, dass die einzelnen Figuren kaum voneinander zu unterscheiden sind. Mr. Burroughs hat zwar eine wesentlich tiefere Stimmlage als Mrs. Burroughs, aber die restlichen Figuren sprechen fast alle gleich (die Frauen ein wenig sanfter). Die Situationen geben da schon mehr her. Wenn Augusten wieder einmal, wie so häufig, Anlass hat, entsetzt oder bestürzt zu sein, so hört man ihm dies auch dem Vortrag an. Wenn seine Mom intensiv auf ihn einredet (= doziert), so hört man auch dem Sprecher genau zu. Und wenn gehaucht oder geflüstert wird, so ist auch dies willkommener Anlass für Abwechslung im langen Einerlei des ruhigen Vortrags.

Ich könnte mir eine Menge bessere Sprecher als Diehl vorstellen, aber es ist nicht unbedingt gesagt, dass ein anderer auch die mitunter sehr drastischen Stellen (s. o.) mit so stoischer Ruhe vorgelesen hätte.

_Unterm Strich_

„The Royal Tenenbaums“, „American Beauty“ und „Thirteen“ lassen schön grüßen. Die Familien, in die der Held vom Schicksal geworfen wird, sind schon ganz schön schlimm. Aber nur weil die Verhältnisse im stockkonservativen Neuengland sie so aussehen lassen. Eine lesbische Geliebte, die schwarz ist – ungeheuerlich! Ein schwuler Geliebter, der zwanzig Jahre älter ist – ist es zu fassen! Hinzu kommen die üblichen drogengestützten Psychotherapien; man kennt dies schon aus „Einer flog übers Kuckucksnest“.

Verwunderlich ist eher, dass sich Augusten Burroughs, der Held, freischwimmt statt im Drogensumpf unterzugehen. Und diese Fähigkeit als Überlebenskünstler wundert ihn selbst am meisten. Aber er ist kein Superman, denn seine beste Freundin, seine „Schwester“ Natalie, schafft es ja auch, nicht kaputtzugehen, sondern einen erfüllenden Beruf zu erlangen: Von der McDonalds-Verkäuferin zur Medizinerin ist ein toller Aufstieg. Warum liegt Augusten nichts daran? Es bleibt ein Rätsel. Vielleicht hat er schon immer Schriftsteller werden wollen: seine Bestimmung, seine Erfüllung. Zahlreiche gefüllte Notizhefte, die in der Geschichte erwähnt werden, zeugen davon. Jetzt haben wir den Salat.

|Originaltitel: Running with Scissors, 2002
298 Minuten auf 4 CDs
Aus dem US-Englischen übersetzt von Volker Oldenburg|
http://www.hoerverlag.de

Leopold von Sacher-Masoch – Die Toten sind unersättlich (Gruselkabinett 99)

Trugbild der Erotik: ein weiblicher Vampir

In den verschneiten Karpaten in den 1880er Jahren: Auf einem einsamen Felsen erhob sich einst das alte, halbverfallene Schloss Tartakow, von dem der Volksmund mancherlei unheimliche Sagen zu berichten wusste. Immer wieder fühlten sich junge Männer davon angezogen und wagten es, das alte Gemäuer zu betreten, um hinter sein Geheimnis zu kommen … (Verlagsinfo)

Leopold von Sacher-Masoch – Die Toten sind unersättlich (Gruselkabinett 99) weiterlesen

Andreas Eschbach – Die Wiederentdeckung (Lesung)

Eine kleine Lektion für Praktikanten

Auf dem Planeten Eswerlund gibt es einen Schrottplatz für Raumschiffe, und genau dort werden in einem ausgedienten Gleiter Karten der verschollenen Galaxie Gheera wiederentdeckt. Diese bislang unveröffentlichte Erzählung spielt im gleichen Universum wie „Die Haarteppichknüpfer“, dem Romandebüt des Autors Eschbach.

Der Autor

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Peter Robinson – Wenn die Dunkelheit fällt . Ein Fall für Inspektor Banks (Lesung)

Ein harter Fall für Inspektor Banks

Als zwei herbeigerufene Polizisten in das Haus Nr. 35 auf The Hill in Leeds eindringen, entdecken sie im Keller die Leiche eines nackten, gefesselten Mädchens. Sofort werden sie attackiert, und einer der beiden verliert sein Leben, wohingegen der andere den Täter unschädlich machen kann. Aber hatte die Frau, die oben im Treppenhaus bewusstlos gefunden worden war, etwas mit dem Mord an dem Mädchen zu tun oder nicht?

Je weiter Inspektor Banks in die Vorgeschichte des Falls eindringt, desto Grauen erregender werden dessen Dimensionen. Wenn er nicht bald den richtigen Täter erwischt, könnten die Serienmorde an jungen Frauen in Yorkshire weitergehen.
Peter Robinson – Wenn die Dunkelheit fällt . Ein Fall für Inspektor Banks (Lesung) weiterlesen

William Gibson – Neuromancer (Lesung)

„Case ist 24 und seine Karriere am Ende. Das Nervensystem des abgehalfterten Daten-Cowboys ist zerstört, er hat keinen Zugang mehr zur Matrix des Cyberspace. Bis er Molly kennen lernt, eine durch Implantate getunte Kämpferin. Ein unerwarteter Auftrag führt sie in die gefährliche Auseinandersetzung zwischen den künstlichen Zwillings-Intelligenzen Neuromancer und Wintermute …“ (Klappentext)

Der Autor

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Bram Stoker – Die Squaw (Gruselkabinett 48)

Vom Marterpfahl in die Eiserne Jungfrau

Frankfurt am Main um 1883: Amelia und George Price, ein junges Paar in den Flitterwochen, macht während seiner Reise durch das romantische Deutschland die Bekanntschaft von Elias P. Hutcheson, einem verwegenen Abenteurer aus Nebraska. Die drei planen eine gemeinsame Besichtigung der Burg zu Nürnberg, in der die berühmte „Eiserne Jungfrau“, eines der grauenvollsten je erdachten Folterwerkzeuge, ausgestellt wird …

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 14 Jahren.

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Karel Capek – R.U.R. – Rossums Universal Robots (Hörspiel)

Humanistische Satire: die Abschaffung des Menschen

Die amerikanische Firma R.U.R. will die Menschheit mit humanoiden Maschinen vom Zwang der Arbeit befreien. Mit Gefühlen ausgestattet, rebellieren die Roboter jedoch gegen ihre Ausbeutung. Capeks „utopisches Kollektivdrama“ ist eine Warnung vor der Verselbständigung der Technik – inzwischen ein Klassiker der SF über den künstlichen Menschen, die Technologie in menschlicher Form.

Der Autor

Karel Capek – R.U.R. – Rossums Universal Robots (Hörspiel) weiterlesen

Arthur Conan Doyle – Die fünf Orangenkerne (Sherlock Holmes 17)

Der Fluch des Hauses Openshaw: Sherlock Holmes wird nachlässig

An einem verregneten Abend sucht der junge John Openshaw den Rat des Meisterdetektivs in der Baker Street 221b. In seiner Familie ereignen sich seit einigen Jahren mysteriöse Todesfälle, die stets mit der Zusendung von fünf Orangenkernen angekündigt werden… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 12 Jahren.

Der Autor
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Perry Rhodan – DORIFER (Silber Edition 161)

Die Handlung:

In den Galaxien von Estartu kämpfen die Gänger des Netzes – unter ihnen Perry Rhodan – gegen die Macht der Ewigen Krieger. Aktuell wollen sie zwei alte Freunde aus den Orphischen Labyrinthen befreien.
Zur gleichen Zeit taucht der geheimnisvolle KLOTZ auf, ein riesiger Raumkörper. Er materialisiert ausgerechnet in der Nähe von DORIFER – dabei handelt es sich um ein Kosmonukleotid, ein zentrales Element für den gesamten Kosmos … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Los gehts mit Alaska Saedalaere, der Teil der Gänger des Netzes geworden ist, und den wir auf der Suche nach Roi Danton und Ronald Tekener begleiten. Wobei … eigentlich ist es ja eine Jagd, der er sich anschließt.

An der nehmen wir aber noch nicht Teil, denn uns wird der KLOTZ vorgestellt. Das ist ein Großraumschiff, das den Namen mehr als verdient. 80x25x18 Kilometer sind die Maße … und der Klops bietet eine Menge Platz für Technik und Leben.

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Alina Reyes – Labyrinth des Eros

Sinnlich: Kaleidoskop erotischer Phantasien

Ein Mann und eine Frau betreten hintereinander einen kleinen Wanderzirkus. Dies ist das Königreich des Eros: ein Labyrinth aus dunklen Fluren. Hinter jeder Tür erwartet die beiden ein neues erotisches und sexuelles Abenteuer. Das Buch ist zweigeteilt: denn Mann und Frau öffnen ihre jeweils eigenen Türen. Werden sie den Partner fürs Leben finden? (Verlagsinfo)

Die Autorin

Die Französin Alina Reyes schrieb mit „Labyrinth des Eros“ einen Klassiker der modernen erotischen Literatur. Sie wurde bekannt mit ihrem Debütroman „Der Schlachter“, übersetzt in 25 Sprachen, und vor allem durch den internationalen Bestseller „Die siebte Nacht“.

Werke (Auswahl)

Verlangen und Vergeltung. Erotische Erzählungen. Berliner Taschenbuchverlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-8333-0662-4.
La septième nuit.
deutsch: Die siebte Nacht. Goldmann, München 2007, ISBN 978-3-442-46608-5[1]
Derrière la porte.
deutsch: Labyrinth des Eros. Berliner Taschenbuchverlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8333-0380-7[1]
Le boucher. Roman.
deutsch: Verführt. Erzählung. Rowohlt, Reinbek 1989.
deutsch: Der Schlachter.
Le carnet de rose.
deutsch: Tagebuch der Lust. Berliner Taschenbuchverlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8333-0526-9[1]
Lilith. Roman.
deutsch: Lilith. VGS Verlag, Köln 2000, ISBN 3-8025-2756-9

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