_Die 13 Jahre alte Anne_ lebt mit ihrem Vater auf einem Bauernhof und hilft ihm bei der täglichen Arbeit. Ihre Mutter verstarb früh und ihr Bruder Henri ist zum Studieren auf eine ferne Universität gegangen. Ihrer Zukunft sieht Anne nicht besonders glücklich entgegen, eine Heirat mit einem ungebildeten Bauernsohn aus der Nachbarschaft und ein arbeitsreiches, wenig spannendes Leben scheinen vor ihr zu liegen. Lediglich ein immer wiederkehrender Traum verwirrt das junge Mädchen. In diesem sieht sie sich einen geheimnisvollen und sehr gutaussehenden Mann heiraten.
Eines Tages kommt Henri, Anne und den gemeinsamen Vater besuchen, in seiner Begleitung ist der Mann, den Anne schon so oft in Ihren Träumen gesehen hat, Miraj. Dieser ist Anne gegenüber zwar freundlich, aber ihn scheint ein düsteres Geheimnis zu umgeben. Sehr enttäuscht ist Anne allerdings von ihrem Bruder Henri, er behandelt Anne sehr herablassend, von der früheren geschwisterlichen Freundschaft scheint nichts mehr geblieben zu sein.
Die Tage vergehen und Miraj trainiert oft hart mit Henri Schwertkampf und auch magische Techniken, bis eines Nachts ein Überfall die Welt von Anne auf den Kopf stellt. Der Hof wird angegriffen und bei diesem Überfall wird Annes Vater ermordet. Miraj und Henri gelingt die Flucht und die beiden Männer nehmen Anne mit. Mit diesem Ereignis verändert sich das Leben des jungen Mädchens komplett, sie erfährt von Miraj, dass sie in einer magischen Welt lebt und gerät in die Kämpfe der Magier.
_Kritik_
Mit „Altraterra – Die Prophezeiung“ hat die Autorin Yvonne Pioch ihren Debütroman veröffentlicht, der der erste Teil einer All-Age-Fantasy-Trilogie ist.
Die Autorin bedient sich einem überschaubaren und sehr bodenständigen Schreibstil, dem auch junge Leser leicht folgen können. Dabei legt die Autorin beim Erzählen ihrer Geschichte viel Wert auf ein kraftvolles und authentisches Bild, ohne sich in Erklärungen zu verlieren. Die Umgebung wird stets passend beschrieben, so kommt die jeweilige Atmosphäre überzeugend beim Leser an. Dabei nimmt sich die Autorin genug Zeit, die Figuren und die Welt in der sie sich bewegen zu entwickeln und dem Leser so verständlich nahe zu bringen.
Auch die Spannung kommt hier nicht zu kurz, anfangs sanft ansteigend baut sich der Spannungsbogen bis zum Ende gekonnt auf. Das Ende ist zufriedenstellend, wenn auch leicht verwirrend. Die Neugier auf den zweiten Teil der Trilogie wird so aufgebaut und der nächste Teil mit Spannung erwartet.
Mit „Altraterra“ hat die Autorin eine neue Welt geschaffen, in der normale Menschen leben, die von der Magie nichts ahnen und ein gewöhnliches Leben führen. Auf der anderen Seite stehen die Magier, die sich in drei verschiedene Gruppen aufteilen. Da gibt es die grünen Magier, die sich für die besten Magier halten und dabei recht hochnäsig sind. Die schwarzen Magier wollen den Menschen schaden und befinden sich in einem ewigen Kampf gegen die Menschheit und besonders die grünen Magiern. Dazwischen stehen die roten Magier, deren Kräfte nicht besonders stark sind, und da sie von den schwarzen Magiern abstammen, werden sie von den grünen lediglich geduldet und mit Misstrauen bedacht.
Yvonne Pioch erzählt die Geschichte ihrer Protagonisten aus der Perspektive eines Beobachters, der sich meist auf Anne konzentriert. Hier kann man sagen, dass die Autorin diese Perspektive klug gewählt hat, da Anne die Welt, in der sie lebt, selbst neu kennenlernen muss und der Leser so mit Anne gemeinsam Altraterra entdecken kann.
Die Zeichnung der Figuren ist der Autorin sehr gut gelungen, ohne gleich zu viel zu verraten, gibt sie den Protagonisten ein Gesicht und eine Fülle an Charaktereigenschaften, die sich im Laufe der Handlung offenbaren. Die Protagonisten entwickeln sich im Laufe der Geschichte und manches scheint doch anders, als es auf den ersten Blick zu sein scheint. Dies macht zu einem guten Teil das geheimnisvolle des Romans aus, da nicht jede Figur völlig durchschaubar ist. Besonders die Entwicklung von Anne ist der Autorin dabei hervorragend gelungen.
Der Leser kann Annes Entwicklung von einer wissbegierigen Jugendlichen bis zu einer jungen, magisch begabten Frau mit verfolgen. Anne muss sich plötzlich in einer für sie komplett fremden Welt zurechtfinden und sieht sich den Kämpfen von guten und bösen Magiern gegenüber. Ihren Platz in dieser Welt suchend, muss sie gefährliche Abenteuer bestehen, erlebt die ersten zarten Bande der Liebe und auch Neid, Vorurteile, Wut, Trauer und Hass muss sie kennenlernen.
Auch die Beziehungen untereinander entwickeln sich, aber nicht alle so, wie es anfangs scheint, auch hier bietet die Autorin durchaus Überraschungen.
_Fazit_
Yvonne Pioch hat mit „Altraterra: Die Prophezeiung“ ein interessantes Buch über das Erwachsenwerden geschrieben. Die Geschichte ist einfach als unterhaltsam und reizend zu bezeichnen.
Die neue All-Age-Fantasy-Trilogie der Autorin Yvonne Pioch kann jungen wie auch erwachsenen Lesern der Fantasy nahegelegt werden.
_Autorin_
Yvonne Pioch ist freie Autorin, Lektorin und Journalistin. Geboren ist sie in Düsseldorf, lebt und arbeitet aber seit sechs Jahren in Frankfurt am Main. Nach Praktika und freier Mitarbeiter bei FAZ, AP und Frankfurter Neue Presse und einem Zwischenstopp in der PR hat sie sich selbstständig gemacht und ist damit sehr glücklich.
„Altraterra“ ist Yvonne Piochs erster Roman und gleich der Auftakt einer Trilogie. In dieser Fantasy-Geschichte geht es vor allem um Identität, Macht, Familie und Freunde – und die Schwierigkeit, den eigenen Weg zu finden
|Taschenbuch: 314 Seiten
ISBN-13: 978-1446702666|






















