Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Nahrgang, Frauke – Teufelskicker 22 – Die Teufels-Kocher!

_Story:_

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika wirft ihre Schatten voraus und lässt auch Moritz und seine Freunde nicht mehr los. Während die Jungs in der Schule ein Tippspiel organisieren, muss der junge Star-Kicker jedoch seiner Unkonzentriertheit Tribut zollen und eine Strafarbeit über den afrikanischen Staat schreiben. Durch einen Zufall lernt er hierbei Gloria kennen, die durch ihren Vater ein umfassendes Wissen über Südafrika gesammelt hat und Moritz aus der Patsche helfen kann. Doch nicht nur deswegen scheint ihm Gloria auf Anhieb sympathisch …

Derweil nimmt das Tippspiel immer größere Ausmaße an; die beiden Favoriten Brasilien und Deutschland sollen sogar in Kürze in einem vorgezogenen Freundschaftsspiel von den Teufelskickern aufeinandertreffen. Die Sponsoren sind schnell gefunden und stellen sogar einen Trikotsatz beider Mannschaften. Und damit auch die weiblichen Fußballbegeisterten auf ihre Kosten kommen, soll im Anschluss an das Spiel eine Koch-WM mit Spezialitäten der beteiligten Länder organisiert werden. Die Jungs sind hiervon zunächst nicht begeistert, entwickeln aber in Windeseile einen gesteigerten Ehrgeiz …

_Sprecher:_

Erzähler – Thomas Karallus
Mehmet – Flemming Stein
Pierre – Tammo Kaulbarsch
Elena – Alina Degener
Alex – Aaron Kaulbarsch
Anton – Max McMahon
Catrina – Julia Fölster
Serkan – Maximilian v. Stengel
Sergio – Valentin Pages
Olli – Alexander Kapp
Moritz – Anton Sprick
Enes – Lukas Sperber
Niko – Janekl Schächter
Horst Lichter – Horst Lichter
Catrinas Oma – Elga Schütz
Catrinas Mutter – Traudel Sperber
Nikos Vater – Miachael Bideller
Enes Mutter – Tina Eschmann
Norbert – Oliver Rohrbeck
Kommentator – Ulli Potofski

Vorlage: Frauke Nahrgang
Manuskript: Ully Arndt Studios
Regie: Thomas Karallus
Produktion: Christoph Guder
Aufnahme: Fährhauston, Hamburg
Titelsong/Musik: Michael Berg & Szina Pätzoldt
Geräuschemacher: Andreas Lück
Gestaltung: www.KBundB.de
Cover-Illustration: Ully Arndt Studios

_Persönlicher Eindruck:_

Kulinarisches und Fußball? Zwei Kontraste sind es, die in der neuen Ausgabe der „Teufelskicker“ aufeinandertreffen, hier aber ausgesprochen gut harmonieren, selbst wenn sich so manches Klischee einfach partout nicht ausblenden lässt. Dabei ist die Idee, ein potenzielles WM-Finale nachspielen zu lassen und dabei den internationalen Background mancher Beteiligten auszureizen, eigentlich recht weit hergeholt und dient lediglich als Aufhänger für die hier inszenierte dritte Halbzeit, die dann wiederum ziemlich lebendig aufbereitet wird und erst die eigentlichen, wirklich guten Ideen in den Fokus wirft. Eine Koch-WM im Rahmen einer Fußballfeier, und das auch noch kurz vor der bevorstehenden Kicker-Weltmeisterschaft? Ja, da bekommt man durchaus Appetit …

Die Geschichte ist jedenfalls ziemlich kreativ ausgearbeitet und bietet allerhand nette Ideen, die dem Plot ausreichend Leben verpassen, um auch außerhalb des Fußballplatzes zu glänzen. Der Running Gag, dass nahezu jeder Spieler sich darüber Gedanken macht, wie er sein Heimatland am besten vertreten kann, ist ein probates Mittel, um den Humorlevel anzukurbeln, und dass die coolen Jungs natürlich alles andere als begeistert sind, dass die emanzipatorischen Werte ihrer Freundinnen sich durchsetzen, bringt auch noch ein paar Lacher mit sich. In Sachen positive Ausstrahlung ist in „Die Teufels-Kocher!“ daher auch alles im grünen Bereich.

Doch auch sonst ist die Story sehr unterhaltsam und abwechslungsreich, obschon hier kein klarer Schwerpunkt gesetzt wird. Die übertriebenen Darstellungen (beispielsweise im ziemlich heroischen Radiokommentar während des Spiels) gehören dabei zum guten Ton und sind ein Element, welches das Zielpublikum nicht erst seit den „wilden Kerlen“ schätzt. Als Äquivalent zu den Filmen um die beiden Ochsenknecht-Jungs bleibt also auch die neueste Folge souverän, wenngleich das Leder als solches nicht ganz so stark im Mittelpunkt steht und bei den teuflischen Fußballern auch immer eher der Teamgedanke im Vordergrund steht. Aber, und das gilt auch für den kuriosen Kochwettbewerb aus Folge 22: Wer auf das Logo mit den gebleckten Zähnen steht und weitere feine Geschichten rund um die mittlerweile auch schon wieder beendete Fußball-WM hören mag, der ist am hier aufgebauten, provisorischen Herd sofort heimisch!

|Audio-CD mit 75 Minuten Spieldauer
Empfohlen ab 6 Jahren|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Die „Teufelskicker“-Hörspiele bei |Buchwurm.info|:_
[„Talent gesichtet“ 3523 (Teufelskicker 9)

Frank Borsch – Totenspiel (Perry Rhodan 2552, Lesung)

|In der Milchstraße schreibt man das Jahr 1463 Neuer Galaktischer Zeitrechnung – das entspricht dem Jahr 5050 christlicher Zeitrechnung. Seit über hundert Jahren herrscht Frieden: Die Sternenreiche arbeiten daran, eine gemeinsame Zukunft zu schaffen. Als aber die Terraner die Transport-Technologie sogenannter Polyport-Höfe, Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit, zu entschlüsseln beginnen, tritt die Frequenz-Monarchie auf den Plan: Sie beansprucht die Macht über jeden Polyport-Hof.

Mit Raumschiffen aus Formenergie oder über die Transportkamine der Polyport-Höfe rücken die Vatrox vor, und anfangs scheinen sie kaum aufzuhalten zu sein. Dann aber entdeckt man ihre Achillesferse ausgerechnet in ihrer stärksten Waffe: Die Vatrox verfügen mittels ihrer Hibernationswelten über die Möglichkeit der „Wiedergeburt“. Als die Terraner ihnen diese Welten nehmen und die freien Bewusstseine dieses Volkes einfangen, beenden sie die Herrschaft der Frequenz-Monarchie.

Allerdings sind damit nicht alle Gefahren beseitigt: Noch immer gibt es Vatrox, darunter den gefährlichen Frequenzfolger Sinnafoch, und mindestens zwei rivalisierende Geisteswesen, die mit dieser fremden Kultur zusammenhängen. Sinnafoch hat es mit zwei Begleitern in einen unbekannten Raum verschlagen – dort kommt es zu einer unheilvollen Begegnung und zu einem TOTENSPIEL …|

(Verlagsinfo)

_In dem Moment,_ als der Frequenzfolger Sinnafoch durch den Transferkamin von FATICO verschwinden und sich dem Zugriff der Galaktiker entziehen will, entdeckt er das Flaggschiff Rhodans im Aktionsradius des Handelssterns. Er lässt den Terraner von den unüberwindbaren Traktorstrahlen FATICOs in den Transfer ziehen, um ihn am Ziel vernichten zu lassen. Dann reist er selbst mit seinen Begleitern hinterher, doch die Reise führt nicht ans gewünschte Ziel: Auf einer nur von primitiven Detar bewohnten Welt stranden die drei Monarchen; Sinnafoch ist bewusstlos und dem Okrivar Kruuper geht langsam die Atemluft aus. Und Hilfe können sie ausgerechnet nur von dem geächteten Wissenschaftler F’har bekommen, der von seinem Volk verachtet und misstrauisch beäugt wird. Die Überraschung: F’hars Welt ist auf der Schnittfläche einer Halbkugel angelegt …

_Dies ist der_ erste Teil des Doppelromans aus der Tastatur von Frank Borsch, der sich ausführlich mit dem Werdegang Sinnafochs in dessen Vergangenheit sowie in winzigen Schritten mit seinen Problemen der Gegenwart auseinandersetzt.

Das Thema ist interessant und entspricht einer typischen Vorgehensweise der „Rhodan“-Autoren, die auf diesem Weg starke Charaktere vorstellen und sie oft als tragische Opfer ihres Schicksals und Umfelds zeigen, um sie für den Leser weniger schwarz-weiß und stärker interessant zu machen.

Borsch erzählt ausdrucksstark, und obwohl die Gegenwartsebene langsam voranschreitet, bietet sie gleichfalls Spannung und Unterhaltung wie die Vergangenheitsebene. Es kristallisiert sich bereits nach diesem ersten Teil heraus, dass die Unsterblichkeit der Vatrox nicht folgenlos für sie ist und wahrscheinlich mit einer Indoktrinierung einher zu gehen scheint.

Koch als Leser ist ebenfalls eine solide Wahl. Bei dem Erscheinungsrhythmus muss dieses Niveau erstmal gehalten werden, und auch wenn seine Stimmfarbe nicht jedermanns Vorliebe sein mag, bringt seine Intonation doch die kleinen Stimmungsnuancen gut zur Geltung.

Das Titelbild spielt in dieser Ausgabe als MP3-Download nicht so eine Rolle wie in der Druckausgabe, wo es auch Käufer locken soll. Trotzdem sind die Bilder von Papenbrock stets ein Genuss.

_Auch ohne den_ zweiten Teil sehr interessant und unterhaltend, bietet Raum für Spekulationen und lässt den Hörer nicht unbefriedigt in der Luft hängen. Guter erster Teil eines Zweiteilers.

|MP3-Hörbuch mit 203 Minuten Spieldauer
Titelbild: Swen Papenbrock

Terry Pratchett – Ruhig Blut! (Lesung)

Neues von der vielseitigen Scheibenwelt: Vampire bedrohen das Königreich! Unbemerkt von allen, außer einigen Hexen, beeinflussen die Vampire König und Hofstaat, um sich ein modernes Volk von Vasallen und „Nahrung“ zu schaffen. Modern, das ist die Devise des amtierenden Grafen: Jahrelange Konfrontation mit den vampirschreckenden Mitteln wie Knoblauch, Zitronen, heiligen Symbolen, Licht und normaler Nahrung haben tatsächlich für eine gewisse Toleranz gegenüber dieser Dinge geschaffen – ausgenommen bleiben natürlich die Pflöcke, die man einem Vampir ins Herz rammen soll …

Agnes, eine Hexe von fülliger Gestalt, beherbergt eine zweite Persönlichkeit in ihrem Innern. Die stets mit nervenden Kommentaren bezüglich Agnes‘ Figur stichelnde „Perdita“ erweist sich jedoch als Vorteil, als die Vampirfamilie aus Überwald zur Geburt des königlichen Kindes eingeladen wird und diesen Vorwand nutzt, die geistige Herrschaft im Schloss von Lancre zu übernehmen – den doppelten Geist Agnes‘ bekommen sie nicht zu fassen.

Agnes geling es, ihre Hexenkolleginnen (Frau Ogg und die Königin Magrat Knoblauch) aus dem Bann zu befreien und mit ihnen auf die Suche nach Oma Wetterwachs, der ältesten und mächtigsten Hexe des Reiches, zu gehen, die allein eine Chance hätte, gegen den Grafen zu bestehen.

Zwar finden sie Oma, die aber keine Anstalten macht, sich an dem Kampf zu beteiligen. Da tauchen kleine blaue Männchen auf, die für Unruhe sorgen und König Verence befreien könnten. Und obwohl die Vampire gegen übliche Abwehrmittel immun zu sein scheinen und Oma Wetterwachs außer Gefecht setzen, gewinnen die Hexen an Boden. Da erweckt Igor, der persönliche Diener des Grafen, den alten Grafen in seiner Gruft zu neuem Leben …

Die Scheibenwelt bietet in ihrem Wahnsinn unendliche Spielwiesen für die absurden Ideen ihres Schöpfers. Vampire, die eine Art Hyposensibilisierung durchziehen, um sich gegen religiöse Symbole, Zitronen, Knoblauch und Silber immun zu machen (nur der Pflock ins Herz zeigt weiterhin Erfolg); eine neue Betrachtung des Phönix als natürlichen Bewohner der Scheibenwelt mit interessanten pseudowissenschaftlichen Ansätzen. Schizophrene Hexen und ein unter Drogen wütender König mit blauen Gnomen, die zu viert eine Kuh entführen können (je einer unter einem Huf) – Pratchett verbreitert seine Sammlung neuer Ansätze bei bekannten Figuren des Genres und erzählt dabei ein Abenteuer voller Spannung und humorvoller Unterhaltung.

Katharina Thalbach als Sprecherin erfüllt mit ihrer kratzigen Stimme gerade die Hexen mit charaktervollem Leben, beherrscht aber auch die Kunst, männliche Stimmen glaubhaft zu erzeugen. Ihre Leistung erzielt die Qualität, mit der das Hörbuch gesehen werden muss.

Agnes ist als Charakter etwas schwach ausgebildet, doch Nanny Ogg und Oma Wetterwachs erhalten mit wenigen Strichen eine eindrucksvolle Persönlichkeit, ebenso wie der junge Vampir Vlad und der Diener Igor ihr glaubhaftes Eigenleben entwickeln.

Die Gnome sind mehr als Kuriosität zu sehen, sie tragen wenig zur eigentlichen Geschichte bei. Aber der Priester von Ohm wirkt kräftig mit und macht eine konsequente Entwicklung durch, an deren Ende er sogar die Axt in ein religiöses Symbol verwandelt, um die Vampire anzugreifen.

Insgesamt ein buntes Spektakel mit sehr anspruchsvoller Umsetzung durch die Erzählerin. Weit weniger verworren als andere Romane Pratchetts, aber ein sehr unterhaltsamer voller Überraschungen.

6 Audio-CDs mit ca. 420 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3837103137

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

Hilbert, Jörg – Ritter Rost: Im Weltraum (Folge 10) (Hörspiel)

_Story:_

Graf Zitzewitz verfolgt einen waghalsigen Plan: Er will mit einer Rakete von seiner Burg aus ins Weltall fliegen und sich zur Umsetzung seines Vorhabens niemand geringeren als Ritter Rost. Dieser soll von der Erde aus die Rakete steuern und dafür sorgen, dass der ideenreiche Graf ans Ziel kommt. Doch hinter der Aktion steckt noch ein weiterer Gedanke. Rosts Pferd Feuerstuhl wurden von Außerirdischen entführt. Und Burgfräulein Bö und Drache Koks sollen an Bord des Raumschiffs dafür sorgen, dass der stolze Hengst alsbald wieder auf die Erde zurückkehrt. Wäre der Ritter nur nicht so ein schlechter Navigator …

_Persönlicher Eindruck:_

Das zehnte Hörspielabenteuer des chaotisch-tollpatschigen Ritters Rost wartet einmal mehr mit skurrilem Humor und einigen moralverhafteten Weisen auf, weiß derweil aber auch prima zu unterhalten. Dabei muss man schon klar differenzieren, dass die Serie zwar auf das kleinste Publikum abzielt, so mancher Scherz aber dann doch eher auf eine ältere Zielgruppe fixiert ist, gerade was das Fachjargon in manchen technischen Beschreibungen anbelangt. Hier könnte der eigene vierjährige Sohn, der ja de facto ebenfalls zur anvisierten Hörerschaft gehört, schon einmal leicht überfordert sein. Davon abgesehen ist aber auch „Ritter Rost im Weltraum“ insbesondere für die ganz Kleinen ein richtig nettes Hörspiel geworden, das mit viel jugendlichem Witz, einer Menge Charme und vorzüglich aufgelegten Sprechern begeistert.

Im Mittelpunkt steht einmal mehr der Namensgeber, der sich in seiner Rolle als externer Steuermann alles andere als glücklich schlägt und seine Gefährten mit seiner fehlenden Orientierung beinahe ins Verderben jagt. Die Ratschläge, die er gibt, sind eher hilflos, sein Wissen um Maschinen jeglicher Art peinlich – womit der Grundstein für den teils sicherlich auch albernen Humor der Geschichte schon gelegt wäre.

Doch auch sonst sind die eigensinnigen Inhalte immer wieder für ein kurzes Schmunzeln gut; die Beschreibung der Außerirdischen ist wirklich witzig, die Verwechslung von Pferd und Mensch der Running Gag schlechthin. Und da der Ritter selber auch immer Mal wieder für einen kurzen Kalauer sorgt und hierbei selbst rechts und links verwechselt, macht die Sache nur noch sympathischer und beschreibt charakteristisch den hohen Unterhaltungswert dieser kurzweiligen Inszenierung.

Der Rahmen von „Im Weltraum“ lässt zuletzt auch keine Wünsche übrig; in den Erzählstrang werden ab und zu ein paar Lieder zum Thema ‚Kometen und Planeten‘ bzw. ‚Computer‘ eingefügt, die das Ganze weiter lockern und auch den Sprechern Zeit geben, sich noch einmal besonders in Szene zu setzen. Obschon dies eigentlich gar nicht nötig wäre, denn die Leistung der Leute hinterm Mikro ist absolut makellos, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Herrschaften teilweise gleich mehreren Charakteren ihre Stimme leihen, ohne dabei die Individualität ihrer Figur aufs Spiel zu setzen.

Die genannten Gründe lassen daher auch nur ein Fazit zu: „Im Weltraum“ ist ein durchweg tolles Hörspiel, das man Kids im Grundschul- und gehobenen Kindergartenalter bedenkenlos zum Geschenk machen kann!

_Sprecher:_

Erzähler – Fritz Stavenhagen
Ritter Rost – Björn Dömkes
Koks der Drache – Felix Janosa
Bö – Patricia Prawit
Graf Zitzewitz – Martin Baltscheit
Drei Roboter – Uli Wewelsiep, Patricia Prawit, Björn Dömkes
Asteroid – Uli Wewelsiep

Buch: Jörg Hilbert
Regie und Produktion: Felix Janosa
Illustration: Jörg Hilbert

|Audio-CD mit ca. 45 Minuten Spielzeit
ISBN-13: 978-3-89835-182-9|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de
[www.ritter-rost.de]http://www.ritter-rost.de

Lueg, Lars Peter – Jack Slaughter 07: Dr. Jekyll & Mrs. Hyde

_|Jack Slaughter|:_

Folge 1: [„Tochter des Lichts“ 5532
Folge 2: [„Professor Dooms Erwachen“ 5552
Folge 3: „Das Tor zur Hölle“
Folge 4: [„Virus in Jacksonville“ 6065
Folge 5: [„Am Ende der Welt“ 6079
Folge 6: [„Im Land der Vampire“ 6082
Folge 7: „Dr. Jekyll und Mrs. Hyde“
Folge 8: „Das Herr der Finsternis“
Folge 9: „Die Wurzel des Bösen“
Folge 10: [„Werwolf im Schafspelz“ 6386

_Story:_

Erst kürzlich ist Ruhe im Heim des Freizeit-Dämonenjägers Jack Slaughter eingekehrt, als er von seiner Grandma Abigail erfährt, dass Kim Novak sich aus unerfindlichen Gründen auf Abwegen befindet und sich dem Einfluss der mächtigen Toten entzogen hat. Slaughter, die Tochter des Lichts, macht sich alsbald auf die Suche nach Kim und entdeckt sie tatsächlich in der Nähe des Surfer-Machos Rick Silver, den sowohl Slaughter als auch Novak aufs Äußerste verachten. Doch Kims Zunge kreuzt sich in diesem Moment mit der von Silver, und darüber hinaus nennt sich Kim plötzlich Madison. Die Wesensveränderung bringt Slaughter zur Weißglut, ebenso Madisons ungewohnte Naivität und ihre gesteigerte sexuelle Lust. Also führt er die Doktorin der Parapsychologie ins Dojo ihres kampfeslustigen Bruders Chuck, der ebenfalls kaum fassen kann, was seine Augen sehen. Welches Biest hat sich in Kims Hirn eingenistet? Und welche Rolle spielt das obskure Erfrischungsgetränk Lemonade hierbei?

_Persönlicher Eindruck:_

Nachdem die Fortentwicklung des Dämonen-Klamauks um die Tochter des Lichts in den letzten Episoden durchaus positiv war, muss man mit der Veröffentlichung der siebten Folge nun wieder ein Stück weit Stagnation attestieren. Das Grundthema des vergangenen Kapitels wird im Grunde genommen übernommen und nun neu auf Dr. Kim Novak projiziert. War es zuletzt Slaughter, der seinen manipulierten Gelüsten unterlag, ist es nun sein weiblicher Sidekick, dem sämtliche Intelligenz geraubt wird und im Rahmen einer völlig klischeebefangenen Story auch ein entscheidender Part – denn wenn man der Serie irgendetwas nicht so recht abkaufen will, dann, dass sie sich (wie hier) von ihrer albernen Seite völlig überrennen lässt. Obwohl es anfangs schon deutliche Tendenzen diesbezüglich gab …

Wie auch immer, die Klischees haben ganz klar die Oberhand und bestimmen den Verlauf der Geschichte, so dass der Plot an sich gerade in den ersten Kapiteln total erstickt wird. Es sind einmal mehr Silvers Mix-Tapes, die hier auf den Tisch kommen, als Running Gag aber inzwischen fast ebenso ausgelutscht sind wie der ewige Kampf zwischen dem dümmlichen Surfer und den Protagonisten Nowak, Bishop und Slaughter. Klar, wiederkehrende Komik mag zwar ein Grundbestandteil von „Jack Slaughter“ sein, aber wenn sich hierbei nahezu der gesamte Content auf Rezitierungen und penetrante Wiederholungen stützt, verliert das Ganze irgendwann seinen Reiz – und das ist in „Dr. Jekyll & Mrs. Hyde“ schließlich der Fall.

Zumindest erfährt die Handlung im letzten Drittel noch eine entscheidende Aufwertung, da die Auflösung der Story nicht nur amüsant ist, sondern auch ein bisschen mehr Action und Tempo in die Sache hineinbringt. Es geschieht endlich mal was, und die Regie ist nicht mehr bloß versucht, sich hinter dem Klamauk zu verstecken, der hier phasenweise viel zu dominant inszeniert wird. Selbstredend wird es sicherlich Die-Hard-Anhänger der Serie geben, die gerade das an der Tochter des Lichts schätzen. Doch ganz objektiv betrachtet, hätte in diesem Fall weniger mehr sein können – einfach nur zugunsten der Handlung!

Seis drum: „Jack Slaughter“ ist als polarisierende Reihe auf den Markt gekommen,hat sich zwar diesbezüglich kurz rehabilitieren können, steht nun aber wieder zur Diskussion. Immerhin sind auch in „Dr. Jekyll & Mrs. Hyde“ einige starke Gags vertreten (Wie etwa die Interaktion zwischen Flopper, Basil Creeper und Dr. Doom), die einen mittlerweile eigentlich überraschenden Absturz zu verhindern wissen. Aber inhaltlich sollte künftig wieder mehr passieren, damit sich die Serie nicht irgendwann selbst überlebt!

_Sprecher:_

Erzähler – Till Hagen
Tony Bishop – David Nathan
Jack Slaughter – Simon Jäger
Dr. Kim Novak – Arianne Borbach
Rick Silver – Dennis Schmidt-Foss
Bob – Andy Matern
Basil Creeper – Rainer Fritzsche
Professor Doom – H. Dieter Klebsch
Flopper – Delphin Mitzi
Sunset River – Schaukja Könning
Tracy Santiago – Christin Marquitan
Dr. William Murphy – Stefan Staudinger
Grandma Abigail – Gisela Fritsch
Chuck Novak – Tobias Kluckert
Reverend Black – Hasso Zorn
Victorie Osborne – Marianne Groß
Frank Stoner – Jan Spitzer
Frogi Oaktree – Santiago Ziesmer
Mr. Ming – Fang Yu

|Audio-CD: ca. 65 Minuten Spielzeit
ISBN-13: 978-3-8291-2296-2
ASIN: B002MEW7ZI|
[www.jack-slaughter.de]http://www.jack-slaughter.de
[www.lpl.de]http://www.lpl.de
[Myspace-Website]http://www.myspace.com/jackslaughtertochterdeslichts
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de

Philip Sington – Das Einstein-Mädchen

Die Handlung:

Berlin 1932. Eine junge Frau wird im Wald bei Caputh bewusstlos, verletzt und halb nackt aufgefunden und in die psychiatrische Abteilung der Charité eingeliefert. Als sie aus dem Koma erwacht, kann sie sich an nichts erinnern, nicht einmal an ihren Namen. Bei ihr findet man nur einen Programmzettel von einem Vortrag Albert Einsteins.

Martin Kirsch, der zuständige Psychiater, ist fasziniert von diesem ungewöhnlichen Fall und entwickelt Gefühle für seine Patientin. Wer ist diese Frau? Gibt es eine Verbindung zu Einstein? Seine Nachforschungen führen ihn nach Zürich und bis nach Serbien. Währenddessen ergreifen in Deutschland die Nazis die Macht … (abgewandelte Verlagsinfo)

Philip Sington – Das Einstein-Mädchen weiterlesen

Wallace, Bryan Edgar – Henker von London, Der (Bryan-Edgar-Wallace-Filmhörspiele 3)(Hörspiel)

_Die „Bryan-Edgar-Wallace-Filmhörspielreihe“:_

01 [„Das Geheimnis der schwarzen Koffer“ 6390
02 „Der Würger von Schloss Blackmoor“
03 „Der Henker von London“

_Inhalt:_

London wird von zwei grauenhaften Verbrechensserien erschüttert. Zum einen geht ein skrupelloser Mädchenmörder um, und zum anderen treibt der Henker von London sein Unwesen, der Gangster, die durch die Maschen des Gesetzes geschlüpft sind, hinrichten lässt. Zu diesem Zweck wird jedes Mal ein alter Henkersstrick aus dem Kriminalmuseum von Scotland Yard gestohlen. Inspektor Hillier soll den Henker stoppen, doch er hat keinerlei Anhaltspunkte. Er bittet seinen Vorgesetzten ihn von dem Fall abzuziehen. Doch der muss das Gesuch ablehnen. Im Fall des Mädchenmörders ist der Inspektor befangen, denn seine eigene Schwester wurde auch ein Opfer des Killers. Und das Morden geht unaufhaltsam weiter …

_Meinung:_

Der dritte Film von Bryan Edgar Wallace, der von Nocturna Audio, im Auftrag von Eichborn, als Filmhörspiel herausgebracht wurde, ist zugleich auch der stimmungsvollste. Die Thematik der Lynchjustiz wird zwar nicht gerade differenziert, aber immerhin unterhaltsam dargestellt und der wahnsinnige Mädchenmörder bringt eine gute Portion Psychothrill und Tragik in das Sujet mit ein. Inspektor Hillier ist kein Supermann und Draufgänger, sondern ein Mensch, der von Selbstzweifeln geplagt wird. Etwas lax wird hier mit den Erzählertexten umgegangen, die bisweilen ein wenig zu augenzwinkernd klingen. Dennoch vermag Norbert Langer die düstere Atmosphäre des alten Films gut einzufangen und fügt sich perfekt in die Riege der Schauspieler von damals ein. Hier wird der Hörer mit den Original-Filmtonspulen beglückt, auf denen die Stimmen von Hansjörg Felmy, Maria Perschy, Wolfgang Preiss, Dieter Borsche und Chris Howland verewigt sind. Letzterer spielt hier einen seiner interessantesten Charaktere. Auch die Auflösung vermag, selbst nach heutigen Maßstäben, durchaus zu überraschen. „Der Henker von London“ ist kein Meilenstein des Genres, sondern ein solider Gruselkrimi, der nicht zuletzt zahlreiche Werke der Trivialliteratur maßgeblich beeinflusst haben dürfte. Wer die Reihe der „Bryan-Edgar-Wallace-Filmhörspiele“ antesten möchte, sollte bei diesem Titel zugreifen. Fans und Nostalgiker kommen ohnehin auf ihre Kosten.

Das Booklet verwöhnt den Käufer, neben dem Filmplakat, mit zahlreichen Fotos aus dem Schwarzweiß-Streifen von 1963, und lässt keine Wünsche offen.

_Fazit:_

Klassischer Gruselkrimi nach einer Geschichte von Bryan Edgar Wallace als atmosphärisch dichtes Filmhörspiel. Eine Reise in die Vergangenheit mit Norbert („Tom Selleck“) Langer als fulminantem Erzähler.

|Audio-CD mit ca. 70 Minuten Spieldauer
Titelfoto/Titelgestaltung: Artur Brauner-Archiv, Frankfurt am Main
Innenillustrationen (Fotos): Artur-Brauner-Archiv, Frankfurt am Main
ISBN-13: 9783821863122|
[www.nocturna-audio.de]http://www.nocturna-audio.de
[www.eichborn.com]http://www.eichborn.com

_Florian Hilleberg_

Wallace, Bryan Edgar – Würger von Schloss Blackmoor, Der (Bryan-Edgar-Wallace-Filmhörspiele 2)(Hörspiel)

_Die „Bryan-Edgar-Wallace-Filmhörspielreihe“:_

01 [„Das Geheimnis der schwarzen Koffer“ 6390
02 „Der Würger von Schloss Blackmoor“
03 „Der Henker von London“

_Inhalt:_

Lucius Clark steht kurz davor geadelt zu werden, als er auf seinem Wohnsitz Schloss Blackmoor Besuch von einem maskierten Eindringling erhält, der ihn erpresst. Kurz darauf wird der Gärtner erwürgt aufgefunden. Scotland Yard betraut Inspektor Mitchell und dessen Assistenten Watson mit dem Fall. Mitchell fühlt sich sofort von Clarks Nichte Claridge angezogen, die als Journalistin sofort eine Story wittert. Ansatzpunkte für die Scotland-Yard-Beamten sind die bewegte Vergangenheit von Lucius Clark, sowie der Diener Anthony, der einst selbst im Zuchthaus saß. Der Fall bekommt neuen Zündstoff als der Würger von Blackmoor ein neues Opfer findet …

_Meinung:_

Ein altes Schloss, nebelverhangene Moore und ein maskierter Mörder. Nicht nur Edgar Wallace, auch sein Sohn Bryan hatten ein Faible für düstere Settings und eine klassische Gruselatmosphäre. Der Film „Der Würger von Schloss Blackmoor“ entstand nach dem gleichnamigen Roman und liegt jetzt als stimmungsvolles Filmhörspiel mit dem Originalton von 1963 vor. Der Käufer hält also nicht nur eine liebevoll gestaltete Hommage an den frühen deutschen Kriminalfilm in Händen, sondern auch ein Zeitdokument, das vor allen Dingen Nostalgiker erfreuen wird. Ursprünglich dauerte der Film 87 Minuten, die aber von der Autorin und Regisseurin Susa Gülzow entsprechend gekürzt wurden, so dass das Hörspiel letztlich noch eine Laufzeit von gut einer Stunde beträgt. Die einzelnen Szenen sind durch Erzählertexte verknüpft worden, die von Norbert Langer gesprochen werden, einem der bekanntesten Synchron- und Hörspielsprecher unserer Zeit, dessen Stimme zudem perfekt in das Ambiente der Schwarzweiß-Gruselkrimis aus den 60ern passt. Als deutsche Stimme von Tom Selleck alias Magnum hat Langer zudem hinreichend Erfahrung im Genre Krimi sammeln können. Die Handlung des Films ist schon ein wenig ernsthafter als in anderen Produktion und bei weitem nicht so abgehoben, wie in den „Mabuse“-Filmen.

Aus heutiger Sicht regt die Geschichte aber mehr zum Schmunzeln als zum Gruseln an und so entbehrt auch der Erzählertext nicht einem gewissen Humor. Darüber hinaus kommt der Hörer in den Genuss der Stimmen von Harry Riebauer (Inspektor Mitchell), Rudolf Fernau (Lucius Clark), Dieter Eppler (Butler Anthony), Walter Giller (Lord Blackmoor) und Karon Dor als Claridge. Der Schauspieler Stephan Schwartz, damals noch ein Kind, hat in diesem Film einen seiner ersten Auftritte absolviert. Mittlerweile hat er für Nocturna Audio eine erkleckliche Anzahl an Hörbüchern und Hörspielen eingesprochen. Für die Produktionsfirma von Sven Schreivogel, der sich für das vorliegende Filmhörspiel verantwortlich zeigt, eine besondere Ehre.

An dem Booklet für die Filmhörspiele von Eichborn Lido können sich andere Label ein Beispiel nehmen. Acht Seiten mit Filmfotos, Kinoplakat, Vorwort und Infos zu Sprecher und Produktionsteam. Mehr kann man kaum erwarten.

_Fazit:_

Atmosphärischer Ausflug in die Vergangenheit. Mit Norbert Langer als Erzähler erwacht die schaurige Kulisse von Blackmoor Castle vor den Ohren des Publikums zu neuem Leben. Für Film-Liebhaber und Wallace-Fans.

|Audio-CD mit ca. 70 Minuten Spieldauer
Titelfoto/Titelgestaltung: Artur Brauner-Archiv, Frankfurt am Main
Innenillustrationen (Fotos): Artur-Brauner-Archiv, Frankfurt am Main
ISBN-13: 9783821863139|
[www.nocturna-audio.de]http://www.nocturna-audio.de
[www.eichborn.com]http://www.eichborn.com

_Florian Hilleberg_

Doyle, Arthur Conan – Sherlock Holmes 45: Das Verschwinden der Lady Carfax (Hörspiel)

_Inhalt:_

Sherlock Holmes wird von einer ehemaligen Gouvernante der Lady Frances Carfax beauftragt, die einstige Herrin wiederzufinden. Sie ist spurlos verschwunden. Die Frauen standen im regelmäßigen Briefkontakt, doch der ist nach dem Aufenthalt der Lady Carfax in einem Hotel in Lausanne abgebrochen. Da Holmes in London unabkömmlich ist, schickt er seinen treuen Freund, Dr. Watson, nach Lausanne, um die Ermittlungen aufzunehmen.

Die Spur führt nach Baden-Baden, wo Lady Carfax in Begleitung eines Missionars-Paares gesehen wurde. Doch offensichtlich ist Lady Carfax einem perfiden Betrug aufgesessen. Sherlock Holmes ist sich sicher, dass die Verschwundene Opfer eines Verbrechens wurde, und bangt um das Leben der Vermissten …

_Meinung:_

Innerhalb kürzester Zeit veröffentlicht |Maritim| eine Folge, in der Watson mehr ist als nur Erzähler und bloße Staffage. Hier kommen die Fans von Peter Groeger voll auf ihre Kosten, und wenngleich der Plot der Geschichte ein wenig hanebüchen erscheint, so entbehrt er dennoch nicht einer gewissen Dramatik und Spannung.

Neben dem Spiel von Groeger ist es die Darbietung von Christian Rode als Sherlock Holmes, die im Gedächtnis haften bleibt. Als Bösewicht brilliert dieses Mal Peter Weis, der aber eine verhältnismäßig kleine Rolle erhalten hat. Außerdem dabei sind Thomas Karallus, Anke Reitzenstein, Jan Panczak, Christian Toberentz, Klaus Dittmann und Ingeborg Christiansen. Des Weiteren hat Gisela Fritsch einen ihrer seltenen Auftritt als Mrs. Hudson, die treusorgende Haushälterin und Vermieterin von Sherlock Holmes und Dr. Watson. Im Gegensatz zu ihrer Darstellung der Hobbydetektivin Mimi Rutherfurt, klingt Gisela Fritsch viel zu harmlos und sanftmütig für die resolute Dame, die es gewohnt ist, mit den Schrullen ihres Untermieters fertigzuwerden.

Bemerkens- und hörenswert ist der Soundtrack des konservativen Kriminalhörspiels. Der Hörer wird mit gelungenen, teils verspielten, teils dramatischen Stücken unterhalten, die das Geschehen kongenial begleiten, ohne den Schauspielern die Show zu stehlen.

Die Covergrafik zeigt ein Blumengebinde für eine Beerdigung und damit, wie so häufig, eine Schlüsselszene der Geschichte, deren Bedeutung dem Hörer häufig erst nach dem Hörgenuss bewusst wird. Die Ausstattung des Booklets lässt weiterhin zu wünschen übrig.

_Fazit:_

Wunderbar gespieltes Kriminalhörspiel mit dem Erfolgsduo Groeger/Rode. Handlung und Umsetzung sind grundsolide und bieten kurzweiliges Hörvergnügen.

|Audio-CD mit 56 Minuten Spielzeit
Titelillustration von Simon Römer
ISBN-13: 9783867142601|
[www.maritim-produktionen.de]http://www.maritim-produktionen.de

_Florian Hilleberg_

Jede Menge mehr „Sherlock Holmes“-Abenteuer finden Sie in unserer [Rezensions-Datenbank!]http://www.buchwurm.info/book

Wallace, Bryan Edgar – Geheimnis der schwarzen Koffer, Das (Bryan-Edgar-Wallace-Filmhörspiele 1)(Hörspiel)

_Die „Bryan-Edgar-Wallace-Filmhörspielreihe“:_

01 [„Das Geheimnis der schwarzen Koffer“ 6390
02 „Der Würger von Schloss Blackmoor“
03 „Der Henker von London“

_Inhalt:_

London erzittert vor den Taten eines teuflischen Serienkillers. Erst packt er seine Opfer einen schwarzen Koffer, dann wirft er ihnen ein Messer in den Rücken. Inspektor Finch von Scotland Yard steht vor einem Rätsel. Die Spur führt unter anderem zu Dr. Bransby, in dessen Sprechstundenhilfe Susan sich Inspektor Finch verliebt. Was aber hat die neuartige Droge Meskadrin mit den unheimlichen Morden zu tun? Steckt der ehemalige FBI-Agent und jetzige Rauschgifthändler Curtis hinter den Verbrechen? Auf einem alten Schloss soll sich das Schicksal von Inspektor Finch und Susan erfüllen …

_Meinung: _

Nur um Missverständnisse zu vermeiden: Bryan ist weder ein Pseudonym, noch der Spitzname des Meisters der Kriminalliteratur sondern schlichtweg der Name seines Sohnes. Bryan Edgar Wallace wurde am 28. April 1904 geboren und hatte durchaus Ambitionen in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Wenn auch vergleichsweise spät, denn seine nennenswerten Werke, ausnahmslos Spionage- oder Kriminalromane, erschienen in den 60er Jahren, kurz vor dem Tod von Bryan Edgar Wallace, im Jahr 1971.

Es ist erstaunlich wie wenig über diesen Schriftsteller in Erfahrung zu bringen ist, denn die Internetsuchmaschinen verweisen meistens auf die kultverdächtigen Rialto-Verfilmungen, oder eben auf die Filmhörspiele, von denen „Das Geheimnis der schwarzen Koffer“, das erste ist. Dem Film liegt der Roman „Der Tod packt seinen Koffer“ („Death Packs a Suitcase“) aus dem Jahr 1961 zugrunde. Verfilmt wurde der Stoff mit Joachim Hansen (Inspektor Finch), der bezaubernden Senta Berger (Susan) und dem unvergleichlichen Chris Howland, der im Film den schrulligen Vetter des Inspektors spielt und für Situationskomik und Slapstick zuständig ist. Den Reiz einer solchen Produktion bildet natürlich die Original-Filmtonspur, die erstaunlich gut erhalten ist und nicht ansatzweise das Scheppern und Rauschen aufweist, das vor allem die neuen „Dr. Mabuse“-Filmhörspiele zum Teil so anstrengend gemacht haben.

Ein kleines Highlight bildet Norbert Langer als Erzähler, dem von Susa Gülzow witzig-ironische Bemerkungen in den Mund gelegt wurden, um die einzelnen Szenen miteinander zu verknüpfen. Die Stimme des Mimen weckt als Synchronsprecher von Tom Selleck und Burt Reynolds oder in seiner Rolle als He-Man in der Hörspielserie „Masters of the Universe“ unheimlich viele Erinnerungen. Manchmal muss man aber schon genau hinhören, um die Zusammenhänge zu verstehen. In puncto Trash und Unterhaltungswert ist die Geschichte mit den ersten „Mabuse“-Folgen zu vergleichen, wenngleich der Plot natürlich nicht ganz so abgehoben ist. In „Das Geheimnis der schwarzen Koffer“ geht es natürlich immer mit rechten Dingen zu. Hier geht es nicht um anspruchsvolle und ausgefeilte Ermittlungen, sondern um den reinen Unterhaltungswert. Sehr nostalgisch und kultig sind die Geräusche mit denen das Messer den Opfern das Leben nimmt. Das kommt insbesondere deshalb gut zur Geltung, weil eben das dazugehörige Bild fehlt. Nichtsdestotrotz muss man den Charme der 60er-Jahre Krimis in Schwarzweiß einfach mögen, um Gefallen an dieser Produktion zu finden. Doch wer bereits die Filme kennt und zu schätzen weiß, der wird auch die Hörspiele gut finden.

Das Cover zeigt eine Filmszene im typisch neuen Filmhörspiellayout, das bereits die neuen „Mabuse“-Folgen aufweisen. Inhaltlich kommt natürlich wieder der Produzent Sven Schreivogel zu Wort. Außerdem werden das Original-Kinoplakat und zahlreiche Filmfotos gezeigt. Eine kurze Vita der Macher runden das Booklet optimal ab.

_Fazit:_

Kultkrimi aus den 60ern als Filmhörspiel. Die Handlung ist nicht unbedingt ausgefeilt, aber allein die Schauspielikonen Senta Berger und Chris Howland im Originalton zu hören lohnt die Anschaffung. Abgerundet wird das Hörspiel durch Norbert Langer („Magnum“) als Erzähler.

|Audio-CD mit ca. 70 Minuten Spieldauer
Titelfoto/Titelgestaltung: Artur Brauner-Archiv, Frankfurt am Main
Innenillustrationen (Fotos): Artur-Brauner-Archiv, Frankfurt am Main
ISBN-13: 9783821863115|
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[www.eichborn.com]http://www.eichborn.com

_Florian Hilleberg_

Lueg, Lars Peter – Jack Slaughter 10: Werwolf im Schafspelz (Hörspiel)

_|Jack Slaughter|:_
Folge 1: [„Tochter des Lichts“ 5532
Folge 2: [„Tochter des Lichts 2: Professor Dooms Erwachen“ 5552
Folge 3: „Das Tor zur Hölle“
Folge 4: [„Virus in Jacksonville“ 6065
Folge 5: [„Am Ende der Welt“ 6079
Folge 6: [„Im Land der Vampire“ 6082
Folge 7: „Dr. Jekyll und Mrs. Hyde“
Folge 8: „Das Herr der Finsternis“
Folge 9: „Die Wurzel des Bösen“

_Story:_

In der letzten Vollmondnacht hat ein bestialisches Wesen in Jacksonville sein Unwesen getrieben und gleich mehrere unschuldige Zivilisten brutal zerfleischt. Auch Chuck Novak, Kims Bruder, der erfahrene Karate-Kämpfer, wurde angegriffen und schwer verletzt. Mr. Stoner, der Leiter des DDC, bittet Jack und Tony in sein Büro und hofft auf Unterstützung, kann sich aber erwartungsgemäß auf die Männer verlassen.

Schnell findet die Tochter des Lichts heraus, dass Chuck von der dunklen Seite der Macht besessen ist und sich nun nächtlich in einen Werwolf verwandelt wird, ohne Aussicht auf Normalität. Slaughter und Co. suchen nach Möglichkeiten, den verwandelten Novak zu kontrollieren, können ihn jedoch nur fesseln und einsperren, um ihn und alle anderen von seinem neuen Alter Ego zu schützen. Als es Chuck in Gestalt des Werwolfs dann aber doch gelingt auszubüchsen, müssen Kim, Tony und Jack zu unkonventionelleren Mitteln greifen …

_Persönlicher Eindruck:_

Nach den ersten sehr gewöhnungsbedürftigen Gehversuchen musste man schon ein ziemlich großer Optimist sein, um dieser Serie eine Nummer 10 tatsächlich zuzutrauen. Zu albern, viel zu viel Klamauk, zu klischeebesessen und generell von allem ein bisschen zu viel: „Jack Slaughter“ schien eine Eintagsfliege zu sein, an der man sich schnell satt gehört hat. Doch die Reihe hat ihr Potenzial immer weiter ausdehnen können, hier und dort zwar ein paar Hänger gehabt und sich zu sehr in irgendwelchen Klischees verfangen, jedoch kontinuierlich für gute Unterhaltung gesorgt, so dass das kleine interne Jubiläum jetzt auch ein verdientes ist!

Die zugehörige Story gehört glücklicherweise dann auch zu den besten, die das Team bislang hat auf die Beine stellen können – selbst wenn hier wieder ein wahrhaft klassisches Klischee durch den, nomen est omen, Wolf gedreht wird. Diesmal ist es Chuck Novak, der von einer fürchterlichen Intrige betroffen ist und während eines nächtlichen Angriffs zu einem Werwolf mutiert. Entsetzt müssen seine Freunde mit ansehen, wie sich seine Gestalt von nun an stets bei Mitternacht verändert, und wie sie ihren Freund scheinbar zu verlieren drohen. Doch genau diese Tatsache liefert der Regie und dem Drehbuch natürlich auch zahlreiche Möglichkeiten, das Unheil kreativ und manchmal auch bewusst sinnentleert zu bekämpfen – und was das betrifft, ist „Werwolf im Schafspelz“ mal wieder ein feines Sammelsurium eigenartiger Ideen innerhalb der modernen Hörspielkunst. Und zu viel zu verraten, wäre an dieser Stelle fatal, da die Gags diesmal definitiv Tiefgang haben …

Beschäftigen wir uns also mit der Inszenierung, die aber gewohntermaßen souverän ist. Die Geräuschkulisse gehört mittlerweile zu den führenden Angeboten auf dem Markt, die Sprecher sind bis in die Haarspitzen motiviert, und da es dieses Mal andere Figuren sind, die im Mittelpunkt stehen, bekommt man auch mal wieder etwas Abwechslung auf diesem Gebiet geboten – nicht jedoch, ohne dabei auf illustre Gestalten wie Dr. Doom oder Basil Creepeer verzichten zu müssen, die in einem völlig sinnfreien Intermezzo die Lacher auf ihrer Seite haben!

In der Zusammenfassung ist die Nummer 10 also ein echtes Bonbon aus der Serie um die Tochter des Lichts. Man mag von „Jack Slaughter“ nach wie vor halten, was man mag, aber wenn man auf humorvolle Unterhaltung steht und dem Horror-Business nicht abgeneigt gegenübersteht, gibt es derzeit kaum eine Hörspielreihe, die Folgen wie „Werwolf im Schafspelz“ das Wasser abgraben kann.

_Sprecher:_

Erzähler – Till Hagen
Sunset River – Schaukje Könning
Chuck Novak – Tobias Kluckert
Frank Stoner – Jan Spitzer
Jack Slaughter – Simon Jäger
Tony Bishop – David Nathan
Grandma Abigail – Gisela Fritsch
Dr. Kim Novak – Arianne Borbach
Bob – Andy Matern
Zoran Lovari – Tilo Schmitz
Professor Doom – Klaus-Dieter Klebsch
Basil Creeper – Rainer Fritzsche
Flopper – Delphin Mitzi
Django Rodriguez – Lutz Schnell
Mr. Ming – Fang Yu

Idee, Konzeption & Story: Lars Peter Lueg
Dialogbücher: Devon Richteer & Nikola Prey
Musik, Arrangements & Instrumente: Andy Matern
Weitere Gitarren: Stefan Ellerhorst
Regie, Produktion & Dramaturgie: Lars Peter Lueg
Aufnahmeleitung: Anno Storbeck
Artwork, Illustration, Grafik: Alexander Lux, torius
Product Management: dp

|Audio-CD: ca. 65 Minuten Spielzeit
ISBN-13: 978-3-8291-2356-3
ASIN: B003H1K10S|
[www.jack-slaughter.de]http://www.jack-slaughter.de
[www.lpl.de]http://www.lpl.de
[Myspace-Website]http://www.myspace.com/jackslaughtertochterdeslichts
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Arentzen, Gunter – Christoph Schwarz 3 – Das Keltengrab von Kirn (Hörspiel)

_Die „Christoph Schwarz“-Reihe:_

1 „Der Zombie von Landau“
2 „Die Brocken-Hexen“
3 „Das Keltengrab von Kirn
4 „Das Richtschwert des Henkers“ (nur angekündigt)

_Inhalt:_

Dieses Mal soll Christoph Schwarz, der Detektiv des Übersinnlichen, einen grausamen Mord in der Nähe der kleinen Stadt Kirn untersuchen. Die örtliche Polizei steht vor einem Rätsel und verdächtigt die Freunde des Opfers, die das keltische Fest Beltane feiern wollten. Doch schon kurz nach seiner Ankunft wittert Christoph Schwarz, dass auch in diesem Fall etwas Übernatürliches seine Hand im Spiel hat.

Gemeinsam mit seiner Freundin Nadine Weyer kampiert er unweit des Tatorts. Tatsächlich werden die beiden schnell fündig, denn sonderbarer Nebel wallt auf und entführt den Detektiv des Übersinnlichen in die Vergangenheit. Dort kommt er in einer Siedlung der Kelten an und trifft auf den Archäologen Erwin Wahlberg, der ebenfalls in der Vergangenheit gestrandet ist. Auch für Christoph Schwarz gibt es scheinbar kein Zurück …

_Meinung:_

Mit dieser Folge endet die Serie „Christoph Schwarz“ unter der Regie der |Hörfabrik|. Die kommenden Episoden werden komplett von der |Romantruhe| produziert werden. Inwieweit es Änderungen bezüglich der Besetzung geben wird, ist noch unklar, doch darf man davon ausgehen, dass auch weiterhin Sascha Rotermund und Lea Kohns die Hauptrollen ausfüllen werden. Beide leisten auch in der vorliegenden Story sehr gute Arbeit und sind hauptverantwortlich für den Hörspaß dieser Episode.

Die Handlung ist geradlinig und bewegt sich auf gutem Heftromanniveau, auch wenn das Finale doch ein wenig anders gestaltet ist, als man es üblicherweise von einer trivialen Horrorserie erwarten würde. Dieses Mal wird dem Hörer keine simple Schwarzweiß-Malerei serviert, sondern eine gut durchdachte Geschichte mit viel Hintergrundwissen bezüglich der keltischen Mythologie.

Dummerweise bleiben aber auch viele Fragen offen, so dass man nicht unbedingt von einem richtigen Ende sprechen kann. Einen Gastauftritt hat zudem Jaqueline Berger, wunderbar gespielt von Marion von Stengel, der die Handlung allerdings nicht sonderlich vorantreibt. Auch die vorliegende Folge besitzt die stolze Laufzeit von 78 Minuten, was die Geschichte nicht gerade kurzweilig gestaltet. Zu viele überflüssige Szenen und Dialoge ziehen das Geschehen unnötig in die Länge, wie beispielsweise die schnulzige Liebesszene unter der Dusche oder der Part von Jaqueline Berger, der ruhig ein wenig straffer hätte ausfallen dürfen. Die Monologe von Christoph Schwarz bremsen gerade in dramatischen Momenten die Spannung. Äußerst enervierend sind außerdem die vielen schmatzenden Kussgeräusche, die nicht gerade realistisch rüberkommen. Leider agieren auch viele Sprecher in den Nebenrollen sehr hölzern und unnatürlich.

Die Musik von Dirk Hardegen klingt in den Action-Szenen höchst unpassend, vermittelt in den ruhigeren, stimmungsvollen Passagen allerdings ein angemessenes Feeling. Im direkten Vergleich mit den ersten beiden Folgen die schwächste „Christoph Schwarz“-Vertonung.

Das Cover-Artwork ist ordentlich und ansprechend, zumal es einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Im Innenteil gibt es zudem weiterführende Informationen zu den Hauptfiguren und dem Roman, der dem Hörspiel zugrunde liegt.

_Fazit:_

Zu langatmig und hölzern erzählte Gruselgeschichte. Die Hauptdarsteller sind ausgezeichnet, doch viele Nebenrollen wurden leider fehlbesetzt. Auch die Musik kann nicht immer überzeugen.

|Audio-CD: ca. 78 Minuten Spielzeit
Titelillustration von Alexander von Wieding
ISBN-13: 978-3-940812-32-2|
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_Florian Hilleberg_

Göllner, Marco – Folterknecht, Der – Die Nacht von Nancy (Dorian Hunter 10.1) (Hörspiel)

_Story:_

Dorian Hunter geät mit Philipps Hilfe an das Tagebuch des Nicolas de Conde, der offenkundig Verbindungen zur schwarzen Familie hatte. De Conde lebte im 15. Jahrhundert und schloss einen Pakt mit dem Teufel, der ihm das ewige Leben versprach, wenn er sich von seiner Familie loseisen und die ihm auferlegten Prüfungen bestehen würde. Doch der Baron konnte nur marginal einschätzen, auf welchen Deal er sich da eingelassen hat. Er bezeugte Hexenverbrennungen und sah dämonische Wesen, war letzten Endes dazu gezwungen, große Opfer zu erbringen, um seine eigene Haut zu retten. Hunter schreitet immer weiter fort in den Tagebuch-Aufzeichnungen, obschon ihn eine alte Bekannte bittet, nicht zu tief in de Coandes Vermächtnis einzudringen. Doch was genau verbirgt sich tatsächlich hinter dem baron und seinem mysteriösen Lebenswerk?

_Persönlicher Eindruck:_

Nahezu parallel zur Horror-Klamauk-Serie „Jack Slaughter“ geht auch „Dorian Hunter“ in die zehnte Runde und belohnt die treue Hörerschaft dieekt mit einer gewaltigen Doppelfolge. Mit „Der Folterknecht“ soll gleichzeitig ein Zyklus abgeschlossen werden, der sich mit den Brüdern des Dämonen-Killers befasst und durch die ziemlich lebhaft inszenierte Rückblende ins 15. Jahrhundert ihre Auflösung finden sollte. Und ausgehend von dem, was bereits „Die Nacht von Nancy“ offenbart, darf man sich vielleicht sogar auf das bisherige Highlight einer sowieso schon ausgezeichneten, stimmungsvoll brillant umgesetzten Reihe freuen!

Dorian Hunter agiert in „Der Folterknecht“ allerdings zunächst nur als Nebendarsteller, der zwar ab und zu in Dialogen über seinen Fund berichtet, seinem Bruder im Geiste, Nicolas de Conde, hier aber das Feld überlässt. Die Produktion sieht vor, dass die Tagebücher nicht nur vorgelesen, sondern in einer sehr üppigen Inszenierung zum Leben erweckt werden, was wiederum zahlreiche Möglichkeiten für die sphärische Performance bietet, die entsprechend effektreich genutzt werden. Allgemein ist hier vor allem die musikalische Basis zu erwähnen, die neben Witts Titelsong gerade in den temporeichen Passagen die Stimmung packend untermalt und gerade die Verbindungen mit den Dämonen adäquat wiedergibt. Auf diesem Standbein hat Nicolas de Conde ein Leichtes, in jeder Sekunde zu glänzen und seine Suche nach Antworten auf die mysteriösesten Fragen für die Hörerschaft zu einem mitreißenden Erlebnis zu machen. Hunter als Protagonist wird daher auch nicht vermisst, weil die Story in der Story Hand und Fuß hat, überzeugend vorgetragen wird und vor allem in der Spannungskurve ein paar rasante Spitzen aufbietet. Auch inhaltlich ist die Handlung makellos: Der Komplex um den Baron ist verzwickt und voller Mythen und geht über das hinaus, was man aus dieser Serie bislang gewohnt ist – was ja schon eine bedeutungsschwere Aussage ist.

Das vortreffliche Resultat ist schließlich auch zu großen Teilen de Conde-Sprecher David Nathan zu verdanken. In der Funktion des Hauptakteurs und primären Erzählers hat er eine sehr vereinnahmende, manchmal gar hypnotisierende Wirkung und versteht es, sein Publikum in den Bann zu ziehen. Thomas Schmuckert in der Rolle des Titelhelden wird es in der folgenden Episode schwer haben, seinem Partner hier Paroli zu bieten. Doch generell sind die Sprecher in einer vorzüglichen Verfassung und mit Herz und Seele in den Plot integriert. Die Interaktion ist fabelhaft, und in Verbindung mit der exzellent aufgearbeiteten Geräuschkulisse bekommt man genau das geboten, was man ein vortreffliches, vorbildliches Hörspiel nennen würde. Das klingt womöglich eine Spur zu euphorisch, doch genau jene Euphorie ist hier in allen Belangen angebracht!

Zur Abrundung des Jubiläums enthält Episode 10.1 noch den ersten Teil eines Interviews mit den Machern von „Dorian Hunter“, in dem man sich vorrangig mit dem Transfer der Serie zum Hörspiel beschäftigt und auch die Indizierung einiger Folgen der Heftserie in den Fokus nimmt – sehr aufschlussreich. Die Fortsetzung gibt es in der anschließenden Episode – analog zur Fortsetzung der Handlung, auf die man sehr gespannt sein darf!

_Sprecher:_

Dorian Hunter – Thomas Schmuckert
Nicolas de Conde – David Nathan
Olivaro – Stefan Krause
Asmodi – K. Dieter Klebsch
Jakob Sprenger – Lutz Richter
Heinrich Institoris – Michael von Rospatt
Eustache – Philipp Moog
Wirt Stiecher – Wolf Frass
Martha Pickford – Regina Lemnitz
Donald Chapman – Frank Felicetti
Marvin Cohen – Frank Gustavus
Brunhilde – Kerstin Draeger
Equinus – Martin Semmelrogge
Isabelle de Conde – Celine Fontanges
Phillip Hayward – Tim Kreuer
Kutscher – Jan-Gregor Kremp
Irene Reuchlin – Katja Brügger
Wirtin Stiecher – Eva Michaelis
Henker – Lennardt Krüger
Marie Leibnitz – Mia Diekow
Söhne de Conde – Max Schmuckert und Flemming Stein
Fahrer – Dennis Ehrhardt

Produktion: Dennis Ehrhardt, Taubermond Verlag
Skript, Regie und Tonproduktion: Marco Göllner
Musik: MoorlandMusic, Gene Hunt
Titelmusik: Joachim Witt
Illustrationen: Mark Freier
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp

|Audio CD: ca. 78 Minuten Spielzeit
ASIN: B003F0VM4A|
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[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de

_“Dorian Hunter“ bei |Buchwurm.info|:_
[„Im Zeichen des Bösen“ (Folge 1) 5432
[„Das Henkersschwert“ (Folge 2) 5477
[„Der Puppenmacher“ (Folge 3) 5585

Göllner, Marco – Folterknecht, Der – Hexenhammer (Dorian Hunter 10.2) (Hörspiel)

_Story:_

Dorian Hunter hat sich von Olivaris Warnungen nicht einschüchtern lassen und verfolgt das Leben des Nicolas de Conde in dessen Tagebüchern weiter. Und je weiter er eindringt, desto geheimnisvoller und unglaublicher sind die Enthüllungen, die der Baron preisgibt. Getroffen vom verfehlten Pakt mit Asmodi, dem seine Familie zum Opfer gefallen ist und ihm einen Platz in der schwarzen Familie eingebracht hat, schließt sich Nicolas den beiden führenden Inquisitoren Heinrich Institoris und Johann Sprenger an.

Hasserfüllt jagt er an ihrer Seite die Dämonen und verfasst in dieser Zeit den ‚Hexenhammer‘, eine Leitschrift zur Bekämpfung böser Mächte, deren Manipulation de Conde jedoch an den Pranger bringt. De Conde soll verurteilt werden – doch der Mann, dem Asmodi die Unsterblichkeit versprochen hat, lässt sich vom Folterknecht nicht so leicht einschüchtern – und wählt einen Weg, der auch für Dorian Hunter und seine Brüder einige schwerwiegende Überraschungen birgt …

_Persönlicher Eindruck:_

Ähnlich rasant, stellenweise sogar noch mit größerem Tempo geht es in der Fortsetzung zu „Der Folterknecht“, der Jubiläumsfolge der „Dorian Hunter“-Serie, weiter. Und nicht nur das ist fast noch beeindruckender als in der vorangegangenen Folge; auch die Erweiterung des Handlungsspielraums, die noch auffälligere inhaltliche Tiefe und die, so zeigt der überraschende Schlussteil, vollkommene Unberechenbarkeit im Bezug auf die Handlung machen den zweiten Teil zu einem würdigen Abschluss der wohl experimentellsten, aber insgesamt sicher auch stärksten Folge aus dem „Dorian Hunter“-Kosmos. Wobei: Das ist schon das vorgegriffene Resümee …

Die Story selber knüpft nahtlos an die Ereignisse im 15. Jahrhundert an. Man begibt sich zwar zu Beginn direkt auf einen kleinen, zweijährigen Zeitsprung, der für die Geschichte an sich aber nicht wirklich relevant ist. Anschließend ist es wieder de Conde alias David Nathan, der das Zepter in die Hand nimmt und die Glanzpunkte sowohl als Akteur als auch als Sprecher setzt. Ihm obliegt die Führungsrolle, und er nimmt diese souverän ein, angefangen bei den ständigen Auseinandersetzungen mit und an der Seite der Inquisitoren, und er ist es auch, der die Last einer familiären Tragödie zu tragen hat, der die emotionale Achterbahnfahrt absolviert, der es aber tunlichst vermeiden muss, hierbei pathetisch zu werden, um die manchmal bitterkalte Atmosphäre nicht zu gefährden. Diesen Part erfüllt Nathan einmal mehr mit Bravour, indem er die Rolle eindrucksvoll annimmt, Leidenschaft zeigt, die Gefühlswelt prima beherrscht, aber auch die Action, die hier ein großes Gewicht bekommt, nicht als treibende Kraft der Handlung zulässt. Mit einem Wort: Brillant, was dieser Mann aus dem eh schon starken Skript noch alles herausholt.

Ebenso stark, für viele aber letzten Endes definitiv überraschend, sollte der Schlussakkord von „Hexenhammer“ sein. Hier werden dann endlich die Zusammenhänge hergestellt, die sich bereits über die gesamte zweistündige Dauer abzeichneten, aber nur marginal vertieft wurden. Nur so viel sei verraten: Der erste Zyklus findet tatsächlich ein Ende – mündet aber eben direkt auch in den Auftakt für einen weiteren. So soll’s sein! Als Bonus findet sich auf „Hexenhammer“ dann noch der zweite und finale Part des Interviews mit den Machern der Serie. Und auch hier ist Beifall erlaubt, da man noch einmal reichlich Hintergrundwissen spendiert bekommt!

Mit „Der Folterknecht“ hat sich „Dorian Hunter“ endgültig in die absolute Top-Liga des modernen Fantasy-Hörspiels hoch gearbeitet. Was bislang schon überzeugend und durchaus lohnenswert schien, erreicht hiermit nun den Status ‚überragend‘!

_Sprecher:_

Dorian Hunter – Thomas Schmuckert
Nicolas de Conde – David Nathan
Olivaro – Stefan Krause
Equinus – Martin Semmelrogge
Jakob Sprenger – Lutz Richter
Heinrich Institoris – Michael von Rospatt
Eustache – Philipp Moog
Asmodi – K. Dieter Klebsch
Donald Chapman – Frank Felicetti
Brunhilde – Kerstin Draeger
Trevor Sullivan – Konrad Halver
Marvin Cohen – Frank Gustavus
Maurice – Markus Pfeiffer

Produktion: Dennis Ehrhardt, Zaubermond Verlag
Skript, Regie und Tonproduktion: Marco Göllner
Musik: MoorlandMusic, Gene Hunt
Titelmusik: Joachim Witt
Illustrationen: Mark Freier
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp

|Audio-CD: ca. 78 Minuten Spielzeit
ASIN: B003F0VM4K|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.marcogoellner.de]http://www.marcogoellner.de
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de

_“Dorian Hunter“ bei |Buchwurm.info|:_
[„Im Zeichen des Bösen“ (Folge 1) 5432
[„Das Henkersschwert“ (Folge 2) 5477
[„Der Puppenmacher“ (Folge 3) 5585
[„Der Folterknecht – Die Nacht von Nancy“ 6382 (Folge 10, Teil 1 von 2)

TKKG – Tatort Dschungel (Folge 169)

Story:

Im „Dschungel-Land“, einem stark frequentierten Freizeit-Themenpark, der neben einigen Fahrgeschäften auch einen großen zoologischen Garten aufbietet, gehen merkwürdige Dinge vor sich. Eher zufällig geraten TKKG bei ihrem Besuch an eine verschlüsselte Botschaft, der bald weitere Nachrichten mit spezifischen Anordnungen folgen sollen, die das Quartett in steter Alarmbereitschaft halten. Erst spät wird ihnen bewusst, dass der gesamte Park in Gefahr ist und sogar die Möglichkeit besteht, dass die große Schlangenachterbahn auf einer ihrer Fahrten entgleisen wird. Tim, Karl, Klößchen und Gaby suchen eilig nach Spuren und möglichen Tätern – bis schließlich Willis Übergewicht dazu führt, dass der Weg zum Täter geebnet wird …

Persönlicher Eindruck:

TKKG – Tatort Dschungel (Folge 169) weiterlesen

von Bargen, Ascan / Krauss, Helmut / Wunder, Dietmar / Halm, Florian – Insignium 02: 33 Tage weißes Licht (Hörspiel)

_Inhalt:_

Der Sonderermittler des Papstes, Pater Sante Della Vigna, wird von seinem Freund, dem Privatsekretär des heiligen Vaters, beauftragt, eine junge Journalistin zu schützen, die ein wertvolles Artefakt gefunden hat. Darüber hinaus scheint sie, ohne es zu wissen, Informationen zu besitzen, die zur Aufklärung des mysteriösen Todes des 33-Tage-Papstes Johannes Paul I. alias Albino Luciani beitragen können. Doch Della Vigna scheint nirgends vor den gefährlichen Assassini sicher zu sein, die den Sonderermittler aufs Korn genommen haben …

_Meinung:_

Mit gut 53 Minuten Laufzeit ist die zweite Folge der neuen Serie „Insignium“ zwar fast zwanzig Minuten kürzer ausgefallen als die Pilotfolge, doch das schmälert keineswegs den Unterhaltungswert des Hörspiels. Im Gegenteil, die Handlung kommt prompt auf den Punkt und beginnt mit einer stimmungsvollen Rückblende, in der Papst Johannes Paul I. am 28 September 1978 den Tod findet.

Hier offenbart sich auch die sorgfältige Recherche des Autors Ascan von Bargen, der sich hörbar bemüht, seinen Geschichten einen authentischen Hintergrund zu verleihen. Dabei geht er schon weitaus subtiler zu Werke als noch in Folge 1, wo die Fakten häufig sehr geballt eingestreut wurden. Die finsteren Machenschaften des Kardinals Saviero Capani und die Anschläge der Assassini sind der erste rote Faden, der die Hörspiele miteinander verbindet. Nichtsdestotrotz ist diese Episode ohne weiteres verständlich, auch wenn man die erste Folge nicht kennt.

Neben der Hauptrolle, gespielt von Dietmar Wunder, sind es vor allem die Sprecher des Don Aurelio (Florian Halm) und des Kardinals (Helmut Krauss), die ein außerordentliches Hörvergnügen garantieren. Ebenfalls mit dabei sind Anke Reitzenstein, Stefan Staudinger, Bernd Vollbrecht und viele andere mehr, die ihre Rollen äußerst versiert und eindringlich spielen. Hinzu kommt die epische und mitreißende Musik, angeführt vom Nightwish-Titelsong „Amaranth“, die das Kino im Kopf komplett macht. Eine ansprechende und neugierig machende Bookletgestaltung rundet das stimmige Gesamtbild des Hörspiels ideal ab.

Technisch brillant präsentiert sich die neue Maritim-Serie und überzeugt durch einen kristallklaren Klang und eine erstklassige Abmischung. „Insignium“ wird allen Freunden intelligenter Krimikost gefallen und ist nicht nur für Gläubige eine kleine Offenbarung.

_Fazit:_

„Insignium“ macht den Vatikan zum Tatort! Exzellentes Thriller-Hörspiel, bei dem einfach alles stimmt: Top-Besetzung, mitreißender Soundtrack und eine intelligente Handlung.

|Audio-CD: 53 Spielzeit
Titelfoto/Titelgestaltung von Tatosian – Fotolia.com
ISBN-13: 9783867142656|
[www.verlagsgruppe-hermann.de]http://www.verlagsgruppe-hermann.de

Diese Rezension stammt von _Florian Hilleberg_.

Fünf Freunde und die verlorenen Blüten (Folge 86)

_Story:_

Die Fünf Freunde werden von Onkel Quentin eingeladen, der Pflanzenausstellung in Kirrin beizuwohnen und sich dort auch aktiv einzubinden. Die Organisation läuft prächtig an, und als das Quintett gebeten wird, nach einem alten Hausrezept Crêpes für die Gäste zu backen und diese an einem eigenen Stand zu verkaufen, scheint das Fest für alle Beteiligten schon vorab ein Riesenerfolg zu sein. Doch der eigenartige Kevin verdirbt den Freunden gleich mehrfach die gute Laune; zunächst gerät er mit George aneinander, weil er ein Problem mit deren Vierbeiner hat, und kurz darauf offenbart sich ein Pflanzenverkäufer als eigenartiger Aussteller, da er unter anderem auch Cannabis im Angebot hat.

Als der erste Verkaufstag schließlich damit endet, dass die Fünf haufenweise Falschgeld eingenommen haben, entwickelt sich die Ausstellung zur Katastrophe. Doch Julian, Dick, Anne, George und Timmy lassen sich nicht so leicht in die Enge treiben und stellen dem Betrüger eine Falle …

_Persönlicher Eindruck:_

Seit einiger Zeit bereits erfährt Enyd Blytons legendäre Jugendbuchserie auf dem Hörspielmarkt wieder richtig Schwung. Die Release-Zyklen haben sich verkürzt, die einzelnen Episoden sind wieder viel lebendiger erzählt, und auch die Sprecher scheinen neue Motivation gewonnen zu haben, um das britische Original hierzulande noch einmal richtig fein in Szene zu setzen.

Ein besseres Beispiel für diese These könnte es in Form von Episode 86, „Fünf Freunde und die verlorenen Blüten“, auch kaum geben. Die Story ist stark, die Arrangements sehr abwechslungsreich und das sprachliche Fundament astrein – gerade hier hat man der Konkurrenz von „TKKG“ mittlerweile wieder längst das Wasser abgegraben.

Die aktuelle Folge orientiert sich hierbei nicht nur sprachlich sehr stark an den Anfängen der Serie. Die Thematik ist klassisch, typisch englisch eigentlich, und wird nicht nur von den Sprechern sehr sympathisch transferiert. Auch das allgemeine Stimmungsbild und die generelle Erzählatmosphäre überzeugen durchweg, speziell im flotten Finale, bei dem die Spannungskurve sehr harmonisch aufgebaut wird und schließlich mit einer schönen Spitze und einem würdigen Abschluss endet.

Bis hierhin hat man eigentlich auch alles gehört, was man an dieser Serie schätzt. Angefangen bei den freundlichen Charakteren, über die ständige Einbeziehung kultureller Events und Begebenheiten bis hin zu den zahlreichen Wendungen, von denen auch Nr. 86 stark gezeichnet ist. Lediglich der Start ist ein bisschen schwierig, da man sich gehörig Zeit nimmt, um eine Basis zu schaffen und den Zuhörer an das Thema und den Fall heranzuführen. Hier hätte man womöglich reduzieren und später zusätzliche Parts in den mittleren Teil anhängen können. Dieser überzeugt aber auch in der vorhandenen Variante, bietet eine prima Überleitung und verdient letzten Endes, ebenso wie „Fünf Freunde und die verlorenen Blüten“ im Allgemeinen das Prädikat ‚besonders gut‘!

Wem die interaktiven Geschichten um die vier Jugendlichen und ihren Hund nicht ganz so gut gefallen, der sollte daher spätestens hier wieder hellhörig werden. Das hier ist nämlich absolut hörenswert!

_Sprecher:_

Erzähler – Lutz Mackensy
Julian – Ivo Möller
Dick – Jannik Endemann
Anne – Theresa Underberg
George – Alexandra Garcia
Tante Fanny – Ursula Sieg
Onkel Quentin – Andreas von der Meden
Pastor Fletcher – Achim Schülke
Mrs. Botterbloom – Ingrid Andree
Jean Paul Legrand – Oliveer Bouchè
Yvette Legrand – Celine Fontanges
Kevin Blossom – Jona Mues
Mann am Strand – Mike Olsowski
Krämer Mr. Kinsey – Klaus Dittmann
Polizist – Volker Bogdan
Kunde – Tim Kreuer

Buch: Katrin Dorn
Redaktion: Hilla Fitzen, Wanda Osten
Produktion und Regie: Heikedine Körting
Effkte André Minninger
Musik: Tonstudio EUROPA

|Audio-CD oder -MC mit 57 Minuten Spielzeit
ASIN: B0032E5952|

_“Fünf Freunde“ bei |Buchwurm.info|:_
[„Fünf Freunde verfolgen den Wilderer“ (Folge 74) 4674

TKKG – Das Geheimnis um TKKG (Sonderfolge, 2010)

Story:

Seit einiger Zeit bereits sind TKKG mit dem alten Herrn Berthold befreundet, so dass ein Besuch im Krankenhaus für Tim, Karl, Klößchen und Gaby ein Akt der Selbstverständlichkeit ist. Gemeinsam wollen sie im Hospital die Radiosendung ‚Interessante Mitmenschen‘ anhören, für die das Quartett unlängst selbst interviewt wurde. Doch schon vor den Aufnahmen kommt es zu einigen merkwürdigen Ereignissen: ‚Das Herz des Regenbogens‘, ein seit Jahren verschollen geglaubter Edelstein, taucht wieder auf und findet seinen Weg zum urtümlichen Besitzer – dem alten Berthold. Als dieser schließlich verrät, dass er die vier jungen Detektive zu seinen rechtmäßigen Erben machen möchte, wissen TKKG ihr Glück gar nicht einzuordnen. Doch die Sensation scheint auch nur von kurzer Dauer anzuhalten, denn just in dem Moment, in dem die Neuentdeckung publik wird, verschwindet der Diamant spurlos. Und ausgerechnet Tim, Karl, Klößchen und Gaby stehen im Verdacht, in die Sache verwickelt zu sein …

Background:

„Das Geheimnis um TKKG“ ist an sich kein neues Hörspiel aus der berüchtigten Reihe des nunmehr verstorbenen Autors Stefan Wolf. Vielmehr handelt es sich bei der anno 2010 aufgelegten Fassung um ein Remake jenes Stückes, welches bereits 1995 und vier Jahre später zum 20-jährigen Jubiläum der Serie veröffentlicht wurde. Allerdings ist die aktuelle Version nicht bloß eine Neuauflage, sondern ein komplett überarbeitetes Hörspiel mit neuen Sprechern, zeitgemäßeren Texten, etwas mehr Tempo und einer generell sehr modernen Überarbeitung. Und damit ist auch wieder für eine Menge Diskussionsstoff gesorgt, weil die puristische Fraktion unter den TKKG-Fans mit den neuen Entwicklungen innerhalb der Reihe nicht immer gänzlich einverstanden ist – und dann auch noch so ein Remake …

Persönlicher Eindruck:

Im Vergleich zum Original, welcher natürlich nicht zu vermeiden ist, fällt sofort die leicht aggressive Sprache auf, um die sich vor allem von Hauptdarsteller Tim immer wieder bemüht wird. Als dieser beispielsweise im Radiointerview beschuldigt wird, lediglich ein Auge auf die Klunker geworfen zu haben, statt sich ehrlich für den alten Berthold zu interessieren, droht dieser direkt, dem zuständigen Moderator an die Wäsche zu gehen – Entwicklungen, die im Original so nicht gepflegt wurden und folgerichtig auch in der Neufassung nicht abzusehen waren. Doch auch sonst ist die Restauration sehr stark auf den momentane Zeitgeist zugeschnitten: Die Telefonzelle wird selbstredend durch das Mobiltelefon ersetzt, die Erklärungen für den Internatsaufenthalt von Klößchen und Tim wirken auch ein Stück weit banaler, und wenn Karl sich rechtfertigt, warum er sein Hirn einem Muskelzuwachs vorzieht, ist das Ganze auch nicht wirklich überzeugend.

Die Differenzen mit der Sprache werden dann vom Erzähltempo aber wieder einigermaßen aufgefangen; die Geschichte schreitet rasend voran, die Charaktere werden von ihren Sprechern, abgesehen vom benannten Sprachgebrauch, sehr authentisch vorgestellt, und da die Handlung auch zwischen einigen Strängen hin- und herbaumelt, ohne dabei den Faden zu verlieren, kann man diesbezüglich nur Positives berichten. Und dennoch: Am Ende bleibt ein leicht fader Beigeschmack, weil es in diesem Fall eigentlich nicht wirklich Sinn gemacht hat, das Original zu verändern. Die Geschichte bleibt gut, war sie aber auch schon, aber auf Teufel komm raus das Gesamtbild zu verändern und dann nicht einmal den Titel zu rechtfertigen – „Das Geheimnis um TKKG“ ist nämlich eigentlich keines – basiert eben nicht auf der Idee, hier wirklich Verbesserungen herauszuschlagen. Fans sollten sich definitiv mal warmhören, doch eigentlich kann man auf den Stoff auch gut und gerne verzichten, wenn man die Erstveröffentlichung dieses Hörspiels bereits sein Eigen nennt!

Audio-CD oder -MC mit 55 Minuten Spielzeit
ASIN: B0036OP0PM

TKKG – Millionencoup im Stadion (Folge 168)

_Story:_

Kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft boomt das Geschäft mit Fanartikeln der einzelnen Nationalmannschaften. Auch Tim und Klößchen outen sich als begeisterte Fans und können die Endrunde ebenso kaum erwarten wie das nächste Spiel gegen das lokale Gymnasium. Als jedoch die Lagerhalle eines bekannten Sportgeschäfts niederbrennt und hierbei unzählige Trikots gestohlen werden, wirft die WM einen negativen Schatten auf die Euphorie der jungen Fans. Eigenartigerweise werden seither vermehrt Trikots in der direkten Umgebung angeboten. Auch Klößchen ergreift die Chance, auf dem Pausenhof ein Originalstück zum stark reduzierten Preis abzugreifen, stellt jedoch kurz darauf enttäuscht fest, dass es sich bei diesem Schnäppchen um eine Produktfälschung handelt. Tim wittert den nächsten Fall und sieht sich bestätigt, als das verdächtige Treiben um ihn herum immer offensichtlichere Züge nimmt. Tatsächlich ist ein Ring von Trikotfälschern in der Region aktiv und sorgt für einen neuen Fall für die fußballbegeisterten TKKG!

_Persönlicher Eindruck:_

Passender könnte die Wahl dieser Tage kaum sein: Die insgesamt bereits 168. Episode der vier befreundeten Junior-Detektive beschäftigt sich mit dem derzeitigen Highlight-Thema Fußball und dazu mit einem nach wie vor sehr akuten Thema, nämlich der Produktfälschung namhafter Lizenzartikel.

Die Story ist dabei zwar relativ vorhersehbar aufgebaut und manchmal auch mit anstrengenden Klischees bestückt – so zum Beispiel wenn Klugnase Tim sein Wissen über die Fußball-Historie nach außen trägt, hier fehlt einfach das Genie eines Justus Jonas – dafür aber erneut sehr temporeich und auch mit reichlich Abwechslung ausgestattet. Das eigentliche Thema wird ziemlich umfassend ausgeschmückt, sei es nun durch die beliebten Sticheleien zum Gewicht von Willi, mit einigen Hintergrundinfos zur verbrecherischen Nachmache der Lizenprodukte, schließlich mit der Fehde, die man auf dem Platz mit einem Nachbargymnasium auszutragen gedenkt. ,Und zu guter Letzt auch mit schönen Effekten und einer sehr guten Rahmenuntermalung, für die das Team Minninger/Osten verdienten Beifall bekommt.

Inhaltlich wirkt der Fußballrahmen gut recherchiert, aber auch auf den aktuellen Stand gebracht. Die WM in Südafrika wird zwar nicht direkt als Leitthema in den Vordergrund gesetzt, ist aber der offenkundige Aufhänger für die Entwicklungen im Merchandising-Geschäft. Und darauf bauen die einzelnen Stränge dann auch auf, entwickeln zwar nicht immer den Spannungsgrad, den man sich von einer TKKG-Folge wünscht, dafür aber wirklich sehr gute Unterhaltung, die nur phasenweise ein wenig darunter leidet, dass die Regie die Auflösung der schmutzigen Deals, schon viel zu früh zu vorhersehbar gestaltet. Die schwarzen Schafe sind schnell entlarvt, und schlussendlich ist es nur eine Frage der zeit, bis die vier Schnüffler ihnen auf die Spur gekommen sind – aber das ist inzwischen auch ein serieninternes Phänomen geworden, an das man sich lange genug hat gewöhnen können.

Sprachlich ist „Millionencoup im Stadion“ auf einem sehr guten Weg. Die teils doch recht unzensierte Jugendsprache früherer Folgen tritt nicht auf, und auch Protagonist Tim, der in letzter Zeit schon mal häufiger austeilen mag, stellt sich nicht so aggressiv vor, wie man es jüngst öfter erfahren musste. Gerade hier sticht Episode Nr. 168 positiv hervor und kaschiert manche Lücken im Spannungsaufbau mit einer souveränen Performance. Letztere muss man zum Ende dann auch den Sprechern attestieren, die allesamt einen fabelhaften Job machen und ganz klar vermitteln, dass sie – umgangssprachlich formuliert – in der Thematik drin sind.

Alles in allem bleibt daher ein anständiges Hörspiel in Erinnerung, das gerade zum aktuellen Zeitpunkt seine Abnehmer finden sollte – und das wohlgemerkt nicht bloß unter TKKG-Fans!

_Sprecher:_

Erzähler – Wolfgang Kaven
Tim – Sascha Draeger
Karl – Niki Nowotny
Klößchen – Manou Lubowski
Gaby – Rhea Harder
Kommissar Glockner – Edgar Bessen
Ettel – André Minninger
Johannes Kraut – Dietmar Mues
Steven Kraut – Woody Mues
Magnus Arrantes – Jacob Weigert
Leon – Iva Möller
Max – Nick Seidensticker
Kevin Fidentinus – Jannik Endemann
Robert Teiler – Sascha Rotermund
Morosow – Dimitrji Marakow

Produktion und Regie: Heikedine Körting
Buch: Corinna Harder nach Motiven von Stefan Wolf
Manuspript und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten

Audio-CD oder -MC mit 55 Minuten Spielzeit
ASIN: B0038M43I2

Perry Rhodan – Die Para-Sprinter (Silber Edition 24)

_Die Handlung:_

Die Maakhs dringen mit einem Raumschiff in die Milchstraße ein und wollen mittels einer Impulsweiche weitere Schiffe unbemerkt in den Bereich des Solaren Imperiums einschleusen. Das sollen die im Vorgängerband „Die Maakhs“ duplizierten Agenten der Terranischen Abwehr ermöglichen. Rakal und Tronar Woolver sollen dies verhindern. Die beiden Brüder sind Mutanten, von denen bislang nur Atlan etwas wusste. Sie haben die Gabe, jede Energieform als Transportmittel zu benutzen.

So infiltrieren sie das Schiff der Maakhs, wobei Tronar entdeckt und auch dupliziert wird, doch dabei löst er sich auf. Seine Kopie, der Duplo, weiß allerdings nicht, dass sein Original ein Mutant ist, geschweige denn, dass er einen Zwillingsbruder hat. Deshalb schlägt auch der Versuch der Maakhs fehl, ihn bei den Terranern einzuschleusen. Rakal Woolver übernimmt seinen Platz und sabotiert den Plan, die Impulsweiche zu benutzen. Der Duplo stirbt und der tot geglaubte Tronar erscheint wieder.

Nachdem die Maakhs gescheitert sind, sieht der Kommandant des Schiffs, Grek-1, keinen Grund mehr, seinen Auftraggebern, den geheimnisvollen „Meistern der Insel“, weiter zu dienen. Er schlägt sich auf die Seite Perry Rhodans.

Nun tauchen die Akonen vor dem Sonnentransmitter auf und verlangen seine ungehinderte Benutzung. Perry Rhodan gestattet dies, um einen Krieg zu verhindern. Außerdem bittet auch Grek-1, der offenbar ein persönliches Interesse daran hat, die Akonen durchzulassen.

Nachdem die Akonen den Sonnentransmitter durchflogen haben, werden sie von einer Übermacht an Maakh-Raumern angegriffen und vernichtet. Rhodan flüchtet aus der Kampfzone und findet im Schrotschuss-System einen weiteren Sonnentransmitter, der von den „Meistern der Insel“ nicht mehr genutzt wird.

Hier fasst er den Plan, einen großen Asteroiden, der den Namen „Troja“ bekommt, auszuhöhlen, mit Superschlachtschiffen zu bestücken und eigenem Antrieb zu versehen, um ihn als „Trojanisches Pferd“ durch den Sonnentransmitter in die Klein-Galaxie „Andro-Beta“ zu schicken. Dort soll dann ein weiteres Standbein auf dem Weg nach Andromeda und zu den „Meistern zu Insel“ geschaffen werden.

Perry Rhodan gelingt mit seinen Verbündeten das unbemerkte Eindringen in das System. Bei dem Versuch, sich von dem dort vorgefundenen und bewachten Justierungsplaneten zu entfernen, wird „Troja“ vom einem „Moby“ verschlungen. Das riesige anorganische Wesen lebt und patrouilliert zwischen den Sternen und dient den „Meistern der Insel“. Bevor „Troja“ durch den „Moby“ zur eigenen Speisung in Energie umgewandelt wird, gelingt es Perry Rhodan, mit Hilfe der im „Moby“ lebenden Bio-Parasiten und der Woover-Zwillinge, ihn zu vernichten.

_Das Hörbuch:_

Die Handlungszusammenfassung ist deshalb so üppig ausgefallen, weil wirklich ständig etwas passiert. Wer hier auch nur für einen Moment wegdriftet, weil er auf den Verkehr achten muss oder es sich abends im Bett mit dem Hörbuch gemütlich gemacht hat, wird „bestraft“. Denn, wenn der Hörer einmal etwas verpasst hat und sich über verschiedene Dinge wundert, wird es bei einem Hörbuch mit zwölf CDs schwer haben, die richtige Stelle wiederzufinden.

Wie immer wurden für die Lesung des gleichnamigen Silberbandes nur die Heftromane der Serie ausgewählt, die interessant sind und die Story um Perry Rhodan vorantreiben. Und das sind diesmal gleich acht Hefte (Nr. 224-230 und 233), was im Endeffekt zu über 15 Stunden kurzweiliger Unterhaltung führt.

Erzählt wird das Ganze wie gewohnt von Josef Tratnik, der bereits die vorherigen Silber Editionen vorgetragen hat. Wieder schafft er es, jedem Charakter eine eigene Stimmfarbe zu verleihen und den Zuhörer durch eine packende Interpretation der Geschichte zu fesseln. Leider zeigt sich Herr Tratnik in einem Punkt komplett kritikresistent und liest Gucky weiterhin mit der Stimme von „Kermit dem Frosch“. Darüber hatten sich in der Vergangenheit schon viele Fans der Serie beschwert. Er scheint es zur Kenntnis genommen zu haben.

Unterstützt wird Tratnik ab und an durch ein paar Ambient-Sounds oder kleine Melodien, die am Anfang einiger Tracks eingespielt werden. Mit diesem Stilmittel geht der Verlag, nach Meinung vieler Fans, viel zu zaghaft um. Erschienen die ersten Lesungen noch komplett ohne Musik, so wurden später die erwähnten Klänge und Melodien hinzugefügt. Leider wurde dieser Ansatz nicht weiter ausgebaut. Die Idee kam nämlich sehr gut an, und nicht wenige wünschen sich mehr Untermalung und sogar Geräusche, so dass am Ende eine tolle inszenierte Lesung entstehen könnte.

_Das Fazit:_

Wer dieses ungekürzte Hörbuch hört, der hat mehr von der Story als jemand, der nur das Buch liest, und das nicht nur, weil es schlichtweg länger dauert. Denn durch Josef Tratniks Erzählweise hat der Hörer immer das Gefühl, direkt im Geschehen zu sein. Und das macht einfach Spaß und lässt den Hörer am Ende mit Vorfreude auf die nächste Silber Edition zurück, die in drei Monaten erscheint. Und da bereits über 100 Silberbände veröffentlicht wurden, ist für reichlich hörbaren Nachschub gesorgt.

|12 CDs in Papp-Klappbox, einzeln in Papphüllen verpackt
Gesamtlaufzeit: ca. 15 Stunden
Gelesen von Josef Tratnik
Booklet mit Vorwort aus dem Originalroman, Cover der Einzelromane und Risszeichnung von „Troja“
ISBN-13: 978-3939648710|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[perry-rhodan.net]http://perry-rhodan.net