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Luceno, James / Döring, Oliver – Star Wars – Labyrinth des Bösen. Teil 1: Gunrays Geheimnis

|Star Wars| ist 30 Jahre alt geworden, so lange ist es bereits her, dass [„Krieg der Sterne – Eine neue Hoffnung“ 686 in den Kinosälen anlief. Als kleines Jubiläumsgeschenk kann man da die Trilogie „Labyrinth des Bösen“ verstehen, die nun auf Grundlage einer literarischen Vorlage von James Luceno als Hörspiel erschienen ist. Denn bei der Umsetzung der äußerst beliebten Romanreihe wurden nicht nur die original Soundeffekte und John Williams‘ Filmmusik benutzt, sondern zugleich sämtliche Synchronsprecher verpflichtet, um das Kino-im-Kopf-Erlebnis perfekt zu machen und echte Star-Wars-Atmosphäre aus den heimischen Lautsprecherboxen zu zaubern.

_Inhalt_

„Star Wars – Labyrinth des Bösen“ ist zwischen Episode II und III angesiedelt. Die Klonkriege haben die gesamte Galaxis in den Krieg gestürzt. Die Separatisten, angeführt von Count Dooku und finanziell unterstützt durch die Handelsförderation, haben eine Droidenarmee errichtet, um die Republik in den Bürgerkrieg zu stürzen und ihre Handlungsunfähigkeit aufzuzeigen. Tatsächlich spalten sich immer mehr Systeme im OuterRim ab und stellen sich auf die Seite der Separatisten. Die Republik ist zum Gegenschlag gezwungen. Um einen schnellen, reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und den Krieg nicht unnötig in die Länge zu ziehen, werden Kanzler Palpatine im Senat zahlreiche Rechte zugesprochen, die ihm freie Hand lassen und seine Macht mehr und mehr steigern. Mit einer Klonarmee sollen die Separatisten in ihre Schranken getrieben werden. Der Rat der Jedis äußert Bedenken und betrachtet die Machtansprüche des Kanzlers mit Sorge, beugt sich jedoch schließlich Palpatine. Um die Lage unter Kontrolle zu halten, sind es die Jediritter, die die Klonarmeen auf ihren Feldzügen durch die Galaxis anführen.

In Episode III ist nur noch das Ende der Epoche der Klonkrieg zu sehen und Palpatins Übernahme des Senats als Darth Sidious, die Auslöschung der Jedis und die Kontrolle über Anakin Skywalker, den er als Darth Vader auszubilden gedenkt, findet seinen Höhepunkt in dem Untergang der Republik und der Geburtsstunde des Imperiums. Wie es zu diesem Zerfall kam, welche strategischen Mittel Palpatine aufbot, um den Jedirat zu unterwandern, und wie er Schritt für Schritt Anakin unter seinen Einfluss bringen konnte, werden im Film nur angedeutet und nebenbei erwähnt. Genau hier setzt die Hörspieltrilogie ein und bietet jedem Star-Wars-Fan endlich das perfekte Bindeglied zwischen den beiden Kinostreifen.

_Teil 1: Gunrays Geheimnis_

Der erste Teil der Hörspielserie startet, wie es sich für ein Star-Wars-Produkt gehört, mit den Worten „Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis …“, dem der von Joachim Kerzel gelesene Prolog folgt. Abgesehen von dieser Stelle sowie einigen wenigen Worten zum Abschluss tritt der Erzähler kein weiteres Mal auf. Ein für ein Hörspiel ungewöhnlicher Zug, müssen doch so die deskriptiven Elemente, die ja im Gegenteil zu den Filmen nicht visuell erfassbar sind, durch die Sprecher bzw. Soundeffekte transportiert werden. Besonders für |Star Wars| hat diese ungewohnte Erzählweise aber große Vorteile. Der Hörer wird sofort in die Welt mitgerissen und lauscht der Geschichte nicht nur distanziert von außen, sondern steht mitten im Geschehen. Hier wird ganz klar deutlich, dass |Star Wars| sich eher, seinen Wurzen entsprechend, als filmisches Hörspiel denn als gelesener Roman präsentiert. Dank bekannter Soundkulissen, die denen aus den Filmen entsprechen, weiß der kundige Fan sofort, wo sich die Helden befinden. Ist dies nicht sofort klar, weist einer der Sprecher innerhalb eines Dialogs darauf hin, unterschwellig und meist so, dass es nicht aufgesetzt wirkt. Der Hörer kann der Handlung also gut folgen und wird nicht aus dem actiongeladenen Szenen herausgerissen, um ihn zunächst über den Ort und die Hintergründe des nun folgenden Abschnitts aufzuklären.

Gunrays Geheimnis katapultiert den Hörer direkt in eine Bodenschlacht, die denen aus der Zelluloidvorlage in nichts nachsteht. Überall kracht und explodiert es, dennoch kann man dem Geschehen, dank Zentrierung auf Obi-Wan Kenobi (Philipp Moog) und Anakin Skywalker (Wanja Gerick), gut folgen. Die beiden Jedis haben sich auf den Weg nach Cato Neimoidia aufgemacht, dem Heimatplaneten von Nute Gunray (Joachim Siebenschuh), einem der Anführer der Handelsförderation. Sie erhoffen sich mit der Stürmung seiner Behausung wertvolle Hinweise auf den Aufenthalt von Count Dooku (Klaus Sonnenschein) und Darth Sidious (Friedhelm Ptok), um die Separatisten mit einer entscheidenden Schlacht in die Knie zu zwingen. Jedes weitere Gefecht, das hierzu notwendig wäre, würde die Verluste auf beiden Seiten unnötigerweise erhöhen. Und es hat bereits viele sinnlose Opfer gegeben.

Obi-Wan und Anakin kämpfen sich durch die Fronten der Droidenarmee, um in die befestigte Anlage Gunrays einzudringen. Nach einigen Komplikationen gelingt es ihnen schließlich, die Festung zu stürmen und zu sichern. Doch von Gunray ist keine Spur zu finden. Er hat sich rechtzeitig auf den Angriff der Jedis eingestellt und seine Flucht minutiös geplant. Auch wenn die Enttäuschung bei Obi-Wan und Anakin groß und die erhoffte finale Schlacht wieder in weite Ferne gerückt ist, scheint Gunray einen großen Fehler gemacht zu haben. Er hat in seiner Festung den Mechno-Stuhl zurückgelassen.

Zunächst rätseln die Jedis über dessen Funktion, doch bald erhalten sie eine eintreffende Nachricht von General Grievous, der diesen Stuhl als Nachrichtenübermittler benutzt. Die Nachricht enthält genaue Angaben zu den Plänen der Separatisten und ihrem nächsten Angriff. Doch damit nicht genug, Grievous verrät, nicht wissend, dass die Nachricht nicht an Gunray, sondern die Jedis geht, dass Darth Sidious den Senat beherrsche. Obi-Wan und Anakin zögern nicht lange und setzen den Jedirat in Kenntnis.

Yoda (Tobias Meister) und Mace Windu (Helmut Gauß) sind äußerst beunruhigt. Doch sie wollen nichts überstürzen und vor allem Kanzler Palpatine vorerst nichts von ihrer Entdeckung berichten. Stattdessen sollen sich Obi-Wan und Anakin auf die Spuren von Sidious machen und mit der Entschlüsselung des Mechno-Stuhls herausfinden, wer alles in das Komplott verwickelt ist.

_Umsetzung_

„Die spektakuläre Vorgeschichte zu Episode 3“, wie die Hörspiel-Trilogie „Star Wars – Labyrinth des Bösen“ von |Universal| angekündigt wird, hält alles, was sie verspricht. Dank der kompletten Riege der Synchronsprecher, die für die deutsche Stimmen der Star-Wars-Charaktere in den Filmen tätig waren, kommt sofort eine packende Atmosphäre auf. Die Soundkulisse erreicht Kinoqualität und ist, mit entsprechenden Boxen, selbst in Stereo ein Hörgenuss. Glasklare Geräusche, die dank ihrer Bekanntheit aus der Kinovorlage sofort zuzuordnen sind, lassen die Geschichte im Kopf des Hörers entstehen. Der offizielle Soundtrack von John Williams veredelt das Spektakel, läuft während wichtiger Dialoge unaufdringlich im Hintergrund und drängt dann, wenn die Action zunimmt, geschickt nach vorne. Selbst die Handlung ist vielschichtig und intelligent aufgebaut und übertrifft deutlich den Sinngehalt der mitunter platt und unfreiwillig komisch anmutenden Gespräche aus den Kinofilmen. „Labyrinth des Bösen“ schlägt die Brücke zwischen Episode II und III und liefert endlich die Hintergrundinformationen, die man im Kino vermisst hatte.

_Fazit_

Kein Star-Wars-Fan wird umhinkommen, diese Hörspiel-Perle zu erwerben. Ein Produkt höchster Güte und auf einem technisch selten erreichten Qualitätsniveau. Eines muss man George Lukas lassen: Was er als offizielles Produkt abseits seiner Filme zulässt, hat meistens entsprechendes Niveau. „Labyrinth des Böses“ war bereits als Roman empfehlenswert, als Hörspiel übertrifft es sich noch einmal selbst.

|ISBN 3-8291-1884-8 / 978-3-8291-1884-2|
http://www.karussell.de/

Raupach, E. B. S. / Gruppe, Marc – Blutbaronin, Die (Gruselkabinett 14)

_Trivialliteratur aus der Gruft._

Ernst Benjamin Salomo Raupach hat 1784 in Schlesien das Licht der Welt erblickt, Theologie studiert, als Privatlehrer in Russland unterrichtet, wurde schließlich an der Philosophischen Fakultät in St. Petersburg zum Professor ernannt, fiel dort in Ungnade und kehrte nach Deutschland zurück, wo er sich als Autor für dramatische Stücke einen kurzlebigen Ruhm erschreiben konnte. Es heißt, seine Werke seien in der Tradition eines gewissen August von Kotzebue entstanden, und jener gilt heute als der Vater der Trivialliteratur.

Raupachs Kurzgeschichte „Lasst die Todten ruhen“, die von |Titania| ausgebuddelt und zur „Blutbaronin“ erhoben wurde, könnte einen passenderen Stempel kaum aufgedrückt bekommen:

_Finger weg von toten Liebsten!_

Baron Ferenc vergießt bittere Tränen am Grab von Elisabeth Bathory: Was seiner Angebeteten einfiele, klagt er, ihn so kalt anzustarren, während er im Reich der Lebenden vor Verlangen vergeht. Eine gruslige alte Kräuterhexe, von jedem im Ort gemieden, lauscht dem Lamentieren des armen Barons und erbarmt sich seiner, indem sie ihm jene verderbte Hilfe in Aussicht stellt, die gruslige alte Kräuterhexen immer im Futteral haben, wenn sie auf Friedhöfen herumschleichen: Sie kann die Geliebte zurück ins Leben holen. Natürlich wird Ferenc von ihr gewarnt, dass Elisabeth nicht mehr dieselbe sein wird, wenn sie erst einmal von den Toten auferstanden ist. Außerdem wird es sehr schwierig sein, droht sie, Elisabeth wieder in die Gruft zurückzubefördern, falls dem Baron dämmern sollte, welch grausliger Fehler ihm unterlaufen ist.

Ferenc lässt sich natürlich von niemandem verunsichern und pocht auf die Wiedererweckung. Bald schon nimmt er Elisabeth Bathory in sein Waldschloss und wundert sich nur wenig über Elisabeths Bitte, sie keinesfalls mit dem Tageslicht zu konfrontieren. Es ist allerdings nicht sehr geschickt von Ferenc, seiner Flamme zu beichten, dass er noch mit Katharina verheiratet ist und zwei Kinder hat. Elisabeth ist erbost. Sie verweigert sich dem Entbrannten und verlangt von ihm, sich von seiner Frau zu trennen. Der Baron lässt sich nicht zweimal bitten.

Bald darauf zieht Elisabeth Bathory selbst wieder in die Festung des Barons ein und erschreckt dort jeden, der sie erblickt: Das kann doch unmöglich die Baronin sein? Natürlich kann Ferenc niemandem gestehen, dass eine eigentlich Verblichene die Dienerschaft durch die kühlen Gänge hetzt, und versucht, die Belegschaft der Festung deshalb mit haarsträubenden Geschichten zu besänftigen: Die hübsche Dame habe er in der Fremde aufgetan und wegen ihrer Ähnlichkeit zu Elisabeth sei sein Herz sogleich zu ihr entbrannt – sogar ihr Name gleicht der Verstorbenen!

Gelinde Zweifel halten sich dennoch in Ferencs Festung, als Elisabeth ungebührliches Interesse an jungen Bediensteten findet, als immer mehr unerklärliche Todesfälle auftreten, ausgemergelte Leichen, grauhaarig trotz jungen Alters und leer (im wahrsten Sinne des Wortes). Irgendwann geht Ferenc auf, dass auch er nicht verschont wird, von der unheimlichen „Bluttrinkerin“ die umgeht – ganz im Gegenteil …

_Staub und Spinnweben._

Davon ist Raupachs Geschichte geradezu verkrustet. Natürlich muss man die Zeit bedenken, in der „Lasst die Todten ruhen!“ entstanden ist, und ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Blutbaronin kräftig an den damaligen Moralvorstellungen gerüttelt hat: Da wird eine heilige Ehe annulliert, um eine Tote ins Schlafgemach zu hieven, und Elisabeth Bathory, ihrerseits eine pechschwarze Legendengestalt, ist die Sünde selbst. Eine schwarzhaarige Schöne mit vollen roten Lippen und einer kräftigen Stimme, ein Loch dort, wo eigentlich die Seele sein sollte. Es gibt Tränke aus Menschenblut, Hexenzauber, Versündigung gegen den Allmächtigen, außerdem haufenweise Anzüglichkeiten und subtile Erotik. Der „Bluttrinker“ ist zu jener Zeit noch eine frische Idee gewesen, ein unheimliches Wesen, weit weg vom heutigen Vampir, der schwarzgewandeten Modegestalt, der man viel zu oft die Zähne abgefeilt hat, um sie durch belanglose Vorabendserien zu scheuchen.

Den heutigen Hörer kann „Die Blutbaronin“ aber kaum hinter dem Ofen hervorlocken. Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was man in dieser Form nicht irgendwann schon mal vorgesetzt bekommen hat. Elisabeth kommt ins Schloss, der Baron ist entzückt, die Bediensteten schöpfen Verdacht, der Baron ist blind vor Verlangen, die Bediensteten werden dezimiert, der Baron weigert sich mit Händen und Füßen, die Wahrheit anzuerkennen … Noch dazu fließt die Story so zähflüssig dahin wie abkühlendes Wachs: Endlose Belehrungen an den Baron („Bedenke, was du dir wünscht, Ferenc!“) und ewige Dialoge zwischen Bediensteten und der fiesen Baronin („Bitte nicht, verzeiht, Herrin!“ „Tu, was dir gesagt wird!“) Dazu ist Elisabeth Bathory eine energische Vertreterin des Schurken-Monologs. Ausschweifendst erzählt sie einer Amme von ihren finsteren Plänen, ehe sie ihr den Garaus macht.

_Gebrechlicher Geschichten-Greis im Profi-Klanggewand._

Auch der „Blutbaronin“ hat so manch illustre Persönlichkeit die Stimme geliehen: Ferenc wird von Uwe Büschken gesprochen (Hugh Grant), seine Frau Katharina spricht Arianne Borbach (Uma Thurman) und Hartmut Neugebauer, der sonst den Hagrid knarzt, übernimmt die Erzählerrolle. Der gesamte Sound enttäuscht wie immer nicht, aber auch er kann keine Atmosphäre schaffen, wenn der Story die Puste ausgeht. Hall-Effekte, Streicher, murmelnde Menschenmassen, pfeifender Wind um knirschende Grabsteine, schön und gut, aber ohne geschichtentechnische Rückendeckung nichts weiter als eine hübsche Schatulle.

Wie gesagt, der Story selbst soll hier kein Strick gedreht werden. Wer weiß, wie die Filmfans am Ende des 22. Jahrhunderts über die Idee von „Matrix“ urteilen! Schon jetzt setzt diese „die Realität ist nur eine virtuelle Illusion“-Idee ersten Staub an. Das ändert aber nichts daran, dass das damals eine wirklich knackfrische Herangehensweise war, ein Wendepunkt, wie ein Tritt in den Magen. Raupach mag der deutschen Phantastik einen Meilenstein der grusligen Trivialliteratur erschaffen haben, aber selbst das würde nichts daran ändern, dass „Die Blutbaronin“ heute ein staubiges Relikt ist. Hardcore-Nostalgiker mögen durchaus ihren Spaß an diesem Hörspiel haben und auch Komplettisten können sich „Die Blutbaronin“ ohne weiteres ins Regal stellen – es ist eine schwächere Story, kein Totalausfall. Für alle anderen aber gilt: Lasset die Todten ruhen!

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_Das |Gruselkabinett| auf |Buchwurm.info|:_

[„Carmilla, der Vampir“ 993 (Gruselkabinett 1)
[„Das Amulett der Mumie“ 1148 (Gruselkabinett 2)
[„Die Familie des Vampirs“ 1026 (Gruselkabinett 3)
[„Das Phantom der Oper“ 1798 (Gruselkabinett 4)
[„Die Unschuldsengel“ 1383 (Gruselkabinett 5)
[„Das verfluchte Haus“ 1810 (Gruselkabinett 6)
[„Die Totenbraut“ 1854 (Gruselkabinett 7)
[„Spuk in Hill House“ 1866 (Gruselkabinett 8 & 9)
[„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ 2349 (Gruselkabinett 10)
[„Untergang des Hauses Usher“ 2347 (Gruselkabinett 11)
[„Frankenstein. Teil 1 von 2“ 2960 (Gruselkabinett 12)
[„Frankenstein. Teil 2 von 2“ 2965 (Gruselkabinett 13)
[„Frankenstein. Teil 1 und 2“ 3132 (Gruselkabinett 12 & 13)
[„Die Blutbaronin“ 3032 (Gruselkabinett 14)
[„Der Freischütz“ 3038 (Gruselkabinett 15)
[„Dracula“ 3489 (Gruselkabinett 16-19)
[„Der Werwolf“ 4316 (Gruselkabinett 20)
[„Der Hexenfluch“ 4332 (Gruselkabinett 21)
[„Der fliegende Holländer“ 4358 (Gruselkabinett 22)
[„Die Bilder der Ahnen“ 4366 (Gruselkabinett 23)
[„Der Fall Charles Dexter Ward“ 4851 (Gruselkabinett 24/25)
[„Die liebende Tote“ 5021 (Gruselkabinett 26)
[„Der Leichendieb“ 5166 (Gruselkabinett 27)

Perry-Rhodan-Team / Böhmert, Frank / Effenberger, S. A. / Sieper, Marc – Havarie auf Hayok (Perry Rhodan – Sternenozean 5)

Folge 1: [„Der Sternenbastard“ 3030
Folge 2: [„Die Mascantin“ 3031
Folge 3: [„Der Hyperschock“ 3035
Folge 4: [„Planet der Mythen“ 3058

_Story_

Auf ihrer Flucht vor dem Kopfgeldjäger Shallowain geraten Mal Detair und Kantiran in ein Raumbeben und werden gezwungen, im Hayok-Archipel notzulanden. Um den befürchteten Unannehmlichkeiten zu entgehen, tarnen sie ihr Schiff und schaffen es tatsächlich ohne Schwierigkeiten, in Hayok unterzutauchen. Doch Shallowain hat die Tarnung durchschaut und bereits einige Späher eingesetzt, die Kantiran und Mal Detair alsbald gefangen nehmen. Allerdings ist nicht nur der Killer des Imperators hinter den beiden her; auch Kantirans Mutter, Ascari da Vivo, sinnt nach Ranne, nachdem ihr zuletzt übel mitgespielt wurde. Denn wie Kantiran erschrocken feststellen muss, hat die Dame das Attentat überlebt und gibt nun alles dafür, den Verursachern an den Kragen zu gehen. Für Kantiran und Mal Detair wird die Luft immer dünner …

_Meine Meinung_

Nach dem eher bescheidenen, um nicht zu sagen langweiligen letzten Hörspiel aus der „Sternenozean“-Serie von Perry Rhodan, „Planet der Mythen“, hat sich die Story in „Havarie auf Hayok“ wieder gefangen und überzeugt nach diesem einmaligen Ausfall erneut mit einem sehr spannenden, rasant voranschreitenden Plot. Wo vor kurzem noch schleppende Handlungsfortschritte an der Tagesordnung waren, steht hier wieder das volle Maß an Science-Fiction-Action an, und dies gleich auf zwei Ebenen.

Nach dem kurzen Intermezzo mit Titelgeber Perry Rhodan steht nun Kantiran wieder im Mittelpunkt des Geschehens und vielleicht sogar vor seiner größten Herausforderung. Sowohl Shallowain als auch Ascari da Vivo sind ihm und seinem Gefährten Mal Detair dicht auf den Fersen und durchschauen schließlich auch ihre sicher geglaubte Tarnung. Inmitten des unplanmäßig aufgesuchten Sternenarchipels Hayok kommt es zu einer weiteren Auseinandersetzung der beiden Fronten, jedoch mit ungewissem Ausgang, denn hier setzt der etatmäßige Cliffhanger wieder an.

Auf der anderen Seite kämpft Kantiran auch unterschwellig mit seinem persönlichen Schicksal. Als Sohn des wohl berühmtesten Weltraumhelden Perry Rhodan lastet ein großer Druck auf ihm. Gleichzeitig belastet ihn seine Herkunft; seine Mutter steht auf der Gegenseite und plant sogar, ihn zu töten, ganz gleich, welche Verbindung eigentlich zwischen den beiden besteht. Doch nach dem Attentat an Thereme lassen ihn die Gefühle gegenüber seiner Mutter kalt und schlagen in Hass um. Ein offener Schlagabtausch war unvermeidlich und führte beinahe schon zum Tod von da Vivo. Aber diese Lady hatte schon mehr als einmal die Überraschungen auf ihrer Seite und kehrt nun zurück, um dem ebenfalls verhassten Sohn endgültig den Garaus zu machen.

Die fünfte Episode von „Sternenozean“ begeistert in erster Linie wegen der vielen überraschenden Wendepunkte der Handlung. Sowohl das plötzliche Auftauchen von Shallowain als auch die Rückkehr von Ascari da Vivo geben der Story eine entscheidende Wendung und halten die Spannung, nicht zuletzt wegen des offenes Ende, stets am Siedepunkt. Gleichzeitig steht die Frage im Raume, was aus Atlan und Rhodan geworden ist, die in dieser Folge erst gar nicht auftauchen. Haben sie sich selbständig vom fremden neuen Planeten im Sternenozean lösen können, oder ist ihnen doch etwas zugestoßen? Die Antworten hierauf gibt es später, gemeinsam mit denen zum Ausgang des Konflikts zwischen Kantiran und da Vivo, der im angesprochenen Cliffhanger seinen Höhepunkt erreicht und schon andeutet, wie „Sternenozean“ inhaltlich in der nächsten Episode „Das Blut der Varonis“ weitergeführt werden muss – nämlich mit einer Entscheidung auf Leben und Tod, die hier nach einer temporeichen Actionhandlung eröffnet wird und dringend eine Fortsetzung verlangt. Ebenso wie die Ereignisse um Rhodan und Atlan …

Das Zwischentief und die Phase der Langeweile sind also spielerisch überwunden. In „Havarie auf Hayok“ erreichen Sprecher und Story wieder das Anfangsniveau und und erkämpfen sich hier gemeinsam einen Spitzenplatz in den aktuellen Hörspiel-Charts. Rhodan- und Science-Fiction-Fans sollten sich nicht zweimal bitten lassen und am besten die gesamte Serie besorgen.

http://www.perryrhodan.org
http://www.luebbe-audio.de
http://www.stil.name/
[Ausführlicher Überblick über diesen Zyklus der Heftromanserie]http://www.perrypedia.proc.org/Der__Sternenozean__%28Zyklus%29

Wallace, Edgar; Herwald, Hans-Joachim – Edgar Wallace – Der Banknotenfälscher (Folge 4) (Hörspiel)

_Besetzung_

Chronist/Erzähler – Eckart Dux
Peter Clifton – Mark Bremer
Jane Clifton – Christine Pappert
Donand Wells – Marco Sand
Basil Hale – Holger Potzern
Oberinspektor Bourke – Wolf Frass
Oberinspektor Rouper – Kai Henrik Möller
Madame Untersohn – Traudl Sperber

Regie: Hans-Joachim Herwald

_Story_

Die junge Jane Leith ist alles andere als glücklich mit ihrem frisch vermählten Ehegatten Peter Clifton; nur auf Geheiß ihres Vaters hat sie sich auf die Ehe eingelassen, empfindet aber rein gar nichts für ihren Mann. Dies ist auch Basil Hale nicht entgangen, der schon seit längerer Zeit in das Mädchen verliebt ist und nicht ansehen möchte, wie sie in ihr Unglück hineinrennt. Hale verfolgt das Paar bis in die Flitterwochen und bricht in das Haus des Ehepaars ein, wird aber von Peter auf frischer Tat ertappt. Es folgt eine heftige Auseinandersetzung zwischen Peter und Basil mit offenem Ende. Einen Tag später wird Basil tot aufgefunden, und ihr Mann liegt mit der Tatwaffe blutverschmiert in seinem Bett.

Inzwischen ist sich Jane ihrer Gefühle gar nicht mehr so sicher. Insgeheim empfindet sie doch etwas für Peter und lässt wichtige Beweise verschwinden. Als sie ihren Mann dann jedoch an einer Geldpresse entdeckt, wird sie erst recht skeptisch. Handelt es sich bei ihrem Gatten tatsächlich um den schon lange gesuchten Banknotenfälscher, der überall nur ‚Fuchs‘ genannt wird?

_Meine Meinung_

Ist das Gros der Edgar-Wallace-Stücke mit einer dezent gruseligen Atmosphäre ausgestattet, handelt es sich bei „Der Banknotenfälscher“ indes um eine reine Kriminalgeschichte, wie sie jedoch auch absolut typisch für den legendären britischen Autor war und ist, geschrieben unter dem Originaltitel |The Forger| 1927 (dt. 1930). Und sicherlich ist die Story um den seltsamen Peter Clifton und seine fast noch seltsamere junge Gattin Jane auch eine der besseren aus der Feder von Mr Wallace, zumal der Autor sich das Recht vorbehalten hat, die Handlung mit überraschend vielen Wendungen auszustatten und dabei die Spannung stets am Höhepunkt brodeln zu lassen. Das mag bei den meisten seiner Werke sicherlich ähnlich sein, doch das stete Hin und Her in „Der Banknotenfälscher“ sticht definitiv aus dem Katalog des verstorbenen Autors heraus.

Besonders gut gelungen sind Wallace in dieser Erzählung die einzelnen Charakterprofile. Den beiden teils sehr konfusen Hauptdarstellern kann man kaum in die Karten schauen, weil sie ihre Meinungen und Einstellungen von Szene zu Szene verändern, so dass hier ein sehr ambivalentes Bild entsteht. Wallace bedient sich geschickterweise des Mittels der offensichtlichen Geisteskrankheit seitens Cliftons, stellt diese aber auch kurzerhand wieder in Frage und stiftet so ununterbrochen für (in diesem Fall) willkommene Verwirrung beim Zuhörer. Wer ist hier genau wer? Was steckt hinter den einzelnen Personen? Diese Fragen ziehen sich durch die Geschichte und betreffen selbst die erst später auftretenden, offenbar nicht ganz sauberen Leute von Scotland Yard, wobei einem vor allem der zweifelhafte Inspektor Rouper äußerst fragwürdig erscheint. Und wieder die Frage: Was wird hier eigentlich gespielt? Worum geht es jetzt genau?

Die genauen Hintergründe der Geschichte zu erfassen, ist in „Der Banknotenfälscher“ zwischenzeitlich gar nicht mal so leicht. Ständig erscheinen die Motive der Morde in einem neuen Licht, denn auch wenn prinzipiell nur Clifton für die brutalen Attentate als Täter in Frage kommt, bleiben immer noch Zweifel, denn warum sollte sich der Mann so ungeschickt verhalten und geradezu darauf hinweisen, dass er es gewesen ist? Vielleicht ist er ja doch Opfer und nicht Täter? Oder doch geisteskrank und unberechenbar?

„Der Banknotenfälscher“ ist ein wirklich sehr spannendes Hörspiel, vor allem eben, weil sich der Charakter der Geschichte und natürlich auch die vielen merkwürdigen Charaktere permanent wandeln. Die Sprecher transferieren diese beabsichtigte Verwirrung jedoch ohne jegliche chaotische Darstellungen und machen insgesamt alle einen fantastischen Job, vor allem die beiden Hauptfiguren Mark Bremer (Peter) und Christine Pappert (Jane). Die Summe all dessen ergibt schließlich eine weitere sehr gelungene Wallace-Adaption, die nunmehr vierte aus dem Hause |Maritim|, und gleichzeitig eine weitere, die man als Krimi-Liebhaber bedenkenlos ins Haus holen kann.

http://www.maritim-produktionen.de/

Michael Siefener – Somniferus

Michael Siefener wurde 1961 geboren wurde und ist promovierter Jurist. Er wandte sich von dieser Profession 1992 ab, um als freier Schriftsteller und Übersetzer – im Rheinland lebend – zu arbeiten.

Der Autor kann zahlreiche Veröffentlichungen vorweisen, darunter über zwanzig Romane. Seine Genre-Vorliebe ist die Fantasy. Zuletzt erschienen im Jahr 2006 „Die magische Bibliothek“ (|Edition Medusenblut|), „Totentanz“ (gemeinsam mit Silke Urbanski, |Emmons|), „Nathaniel“ (|Festa|) sowie „Hinter der Maske“ (|KBV|).

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Kramp, Ralf – neunte Tod, Der

Ein weiterer Roman aus der Feder des Autors Ralf Kramp erschien aktuell auch als Hörbuch. „Der neunte Tod“ wurde auf drei Audio-CDs im |KBV| vertont.

Der Obdachlose Harry ist im tiefen Winter recht angetrunken auf dem Weg vom Vellerhof Richtung Trier. Als zwei Unbekannte ihm auflauern, wollen diese nur wissen, wo sein üblicher Begleiter ist, und töten Harry. Die Leiche wird von den Mördern als Schneemann getarnt.

Währenddessen ist Herbie Feldmann, der nette „Spinner“ aus Euskirchen, von seiner Tante Hettie damit betraut worden, ihr pompöses Haus zu hüten. Herbie gilt als eigenartiger Mensch, denn nach einer Psychose hört er Stimmen und sein steter „Begleiter“ ist Julius, den nur er sehen und hören kann. Dem netten Eigenbrötler ist weihnachtlich zumute, als er einen Obdachlosen entdeckt und spontan entschließt, ihm Unterschlupf in Tante Hetties Haus zu gewähren. „Mikesch, wie der Kater“, tönt der Obdachlose und prahlt, dass er wie eine Katze neun Leben habe. Auf schreckliche und unvorhersehbare Weise scheint er acht Leben verspielt zu haben und stirbt unter sonderbaren Umständen. Herbie Feldmann und sein unvermeidlicher Schatten „Julius“ nehmen die Ermittlungen auf. Und seine geliebte Kusine Nina hilft ihm dabei.

Ralf Kramp, geboren 1963, veröffentlichte 1996 seinen ersten Kriminalroman „Tief unterm Laub“, für den er im selben Jahr der „Eifel-Literatur-Förderpreis“ erhielt. Später wurde er Verleger und veröffentlichte weitere Krimis mit Eifeler Lokalkolorit. Zudem ist Kramp Karikaturist und Veranstalter von Krimi-Wochenenden in der Eifel. Das Hörbuch von Ralf Kramp wird von Kalle Pohl gesprochen, der durch die TV-Sendungen „7 Tage – 7 Köpfe“ und „Kalle kocht“ bekannt ist. Der Comedian, der 1951 in Düren geboren wurde, wird von dem Schweizer Jürg Löw unterstützt. Der 1946 in Basel geborene Löw spricht den stets vorlauten Julius.

Die Geschichte Kramps ist gelungen, verbindet Spannung und Humor exzellent. Der Autor setzt auf Herbie Feldmann und Julius als kultige Figuren, bindet aber erneut Kusine Nina und die nervige Tante Hettie wunderbar ein, die als Vormund von Herbie dessen Vermögen verwaltet und ihn nach wie vor „kurz“ hält. Und der stets genervte Kommissar Baldus darf natürlich auch nicht fehlen … ihn nervt die Eifel.

Die Spannung und die Verwicklungen des Falles sind von außerordentlichem Witz und stetem Humor geprägt. Nicht minder sympathisch ist der Kommissar Baldus, der regelmäßig an seinem Assistenten verzweifelt.

Das Hörbuch, als Alternative zum Lesen, lebt von der brillanten Auswahl der Vorleser. Kalle Pohl erzählt mit einer leichten Eifeler Modulation, spricht den Mikesch aus dem „Osten“ mit einem abwechslungsreichen slawischen Akzent. Sein Einsatz von Akzenten, verschiedenen Tempi sowie von Höhen und Tiefen in der Stimme lassen ihn zum genialen Erzähler werden. Er liest nicht einfach nur vor, er ist als lebendiger Erzähler zu verstehen.

Aber auch Jürg Löw füllt seine Rolle als Julius aus, jener Julius, der kaum einen Kommentar von sich gibt, ohne frech, bissig, entsetzt oder zynisch zu sein.

http://www.kbv-verlag.de/

Leon, Donna – Blutige Steine

_Handlung_

Venedig, mitten in der Vorweihnachtszeit. Auf dem Campo Santo Stefano wird ein so genannter |vucumprà|, ein Taschenhändler, der illegal aus Afrika eingereist ist, von zwei Profikillern erschossen. Inmitten einer Gruppe amerikanischer Touristen, und niemand hat etwas gesehen. Neben den üblichen Problemen seitens seines Vorgesetzten Patta, der ihm bald verbietet, weiterzuforschen, muss Commissario Brunetti auch mit dem Rassismus im eigenen Land sowie Problemen von ganz oben kämpfen. Selbst bei den anderen |vucumprà| gibt es nicht viel Hilfe, und so muss sich Brunetti wieder auf seine Kontakte und die tatkräftige Hilfe von Elettra und Vianello verlassen.

_Kritik_

Schon vierzehn Fälle hat die amerikanische Autorin Donna Leon über ihren liebenswürdigen Commissario Brunetti und seine Ermittlungen im beschaulichen Venedig veröffentlicht, ein fünfzehnter ist bereits in Arbeit, der dann im Juni erscheinen soll. Die Rezeptur wirkt auch hier wieder einwandfrei; so sind die Beschreibungen der edlen Gemäuer und die verfallenen Gassen Venedigs ebenso ein Hauptbestandteil wie die italienische Lebensart. Da stört es auch nicht, wenn auch hier wieder kaum Neues festzustellen ist. Brunetti fragt sich durch, anstatt sich von Actionsequenz zu Actionsequenz zu prügeln, die Familie von Guido Brunetti steht wieder im Mittelpunkt und sowohl Komissar Zufall als auch seine Verbindungen mit den Einwohnern Venedigs helfen Brunetti bei der Lösung des Falles.

Die Story ist herrlich typisch für Commissario Brunetti. Auf der einen Seite entsteht Reiselust nach Venedig, erweckt durch die ausgiebigen Beschreibungen der Stadt, ihrer Sitten und Gebräuche und ihrer kulinarischen Gewohnheiten. Auf der anderen Seite überschattet das Bild hinter den Kulissen den beschaulichen Ausblick auf die Lagunen. Der Rassismus, der sich in die alteingesessenen Herzen der Venezianer geschlichen hat, zeigt sich an vielen Ecken, sogar in der eigenen Familie von Commissario Brunetti. Die Fragen, wie man mit Schwarzafrikanern umgehen soll, wie man sie als Individuen „unterscheiden“ kann und wie ihre Handlungsmotivationen aussehen, beschäftigen Guido Brunetti genauso wie die Lösung des Falles, was sehr interessant nachzulesen ist und den Leser gedanklich anregt. Diese dezente Gesellschaftskritik, wie sie in anderen Romanen schon bezüglich Homosexualität oder auch Aristokratie in der heutigen Zeit gezeigt wurde, dient auch in diesem Fall als roter Faden für viele innere Monologe des Commissario.

Die Spuren des Falles sind im Übrigen allesamt gut nachvollziehbar, und mit ein bisschen eigenem Mitdenken lassen sich auch hier wieder vom Zuhörer diverse Fährten selbst verfolgen, was durch das gemäßigte Erzähltempo sehr gut unterstützt wird.

Bei der CD selbst bin ich geteilter Meinung. Achim Höppner liest klar und verständlich, und seine charakteristische Stimme klingt überaus angenehm. Leider wirkt es immer etwas unpassend, wenn er versucht, den Charakteren eine eigene Stimme zu geben. Da werden die Frauen ein kleines bisschen höher und die Amerikaner mit Akzent gesprochen, aber ein wirkliches Auseinanderhalten kommt dennoch nicht zustande, da wäre ein ganz normales Vorlesen ohne Charakterunterscheidung angebrachter gewesen. Wenn das Erzähltempo gesteigert wird, liest Höppner übrigens weiterhin im gleichen, ruhigen Ton und Tempo, obwohl man als Hörer vor Spannung am liebsten vorspulen möchte, ganz wie man es beim Lesen schließlich auch macht. Generell ist die langsame Vortragsweise der größte Kritikpunkt am Hörbuch. Bei vielen, nicht storyrelevanten Einschüben, wie etwa Gedanken über die Klimakatastrophen oder auch Ortsbeschreibungen, kann es durchaus passieren, dass man sich nur wünscht, Herr Höppner würde mal ein bisschen Tempo zulegen.

_Fazit_

So langsam stellt sich wohl die Frage, ob Frau Leon das gleiche Schicksal wie den von mir geschätzten Henning Mankell ereilt und sie die Lust auf die jährliche Reise nach Venedig verliert. Aber es scheint nicht so. Während es sich bei Mankell schon bemerkbar machte, dass er irgendwann aus seinen literarischen Strukturen ausbrechen würde, so merkt man Leon wiederum an, dass sie weiterhin an ihrer Struktur festhalten will und daran auch nichts verändern wird. Wer nach dreizehn Bänden immer noch hofft, dass ein großer Schicksalsschlag oder eine andere Wendung den generellen Ablauf aufbricht, der wird auch hier wieder enttäuscht sein. Venedig und das Leben Brunettis sind die Hauptdarsteller, der Fall ist faszinierend und mit aktueller Sozialkritik versehen, und auch die Gespräche abseits der Story sind interessant gehalten. Bis auf das etwas abrupte Ende kann man dem Buch kaum etwas Negatives vorhalten.

Ganz anders sieht es wie gesagt beim etwas langatmigen Vortrag des Hörbuches aus. Nur wer die absolute Ruhe hat und sich mit Heißgetränk gemütlich aufs Sofa setzen und abschalten kann, den wird das gemächliche und durch nichts aus der Ruhe zu bringende Erzähltempo von Achim Höppner nicht stören. Allen anderen sei dann doch eher das Buch ans Herz gelegt.

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Apel, Johann August / Gruppe, Marc – Freischütz, Der (Gruselkabinett 15)

_Die Jägerbraut, die Oper und die Wiedererweckung von den Toten._

Johan August Apel selbst durfte nicht mehr miterleben, wie seine Erzählung „Die Jägerbraut“ 1821 uraufgeführt wurde, von Carl Maria von Weber zur Oper adaptiert. Zusammen mit Friedrich August Schulze hat Apel „Das Gespensterbuch“ verfasst und konnte damit einiges an Aufmerksamkeit erlangen; am 9. August 1916 starb der Autor.

Die Oper variiert Apels Erzählung (neben vielen Namen und Nebensächlichkeiten) vor allem am Ende, das um einiges gefälliger ausfällt. Aber |Titania| haben gottlob die Ur-Version aus ihrer Gruft gehoben und sorgen für wohlig romantischen Schauder:

_Waidmannspech um 1800._

Amtsschreiber Wilhelm will unbedingt des Försters Tochter Käthchen heiraten, aber den beiden wird die Hochzeit verwehrt, weil Wilhelm kein Jäger ist. Käthchen soll stattdessen den Jäger Rudolf heiraten! Aber Wilhelm ging bei seinem Onkel in die Jägerslehre, dem Oberförster Finsterbusch, und deswegen willigt Vater Bertram doch in die Heirat ein.

Es entsteht eine gute Familienbande, schon vor der Hochzeit. Wilhelm ist ein sehr guter Schütze, so gut, dass ihn Pappa Bertram sogar mit Urahn Kuno vergleicht. Kuno schoss dereinst einen Hirsch, an den ein Mensch gebunden war, und der Herzog vermachte dem kundigen Schützen daraufhin die Försterei, die Wilhelm später erben soll. Weil man Kuno aber die Försterei neidete, unterstellte man ihm einen „Freischuss“, einen Schuss also, der durch Zauberei in sein Ziel ging. Deswegen verlangte man noch einen Probeschuss von Kuno und er bestand. Da das zur Tradition wurde, verlangt man nun von jedem angehenden Erben der Försterei einen Probeschuss, damit der sich der Försterei auch würdig erweist.

Wilhelm allerdings verliert seit dieser Offenbarung immer mehr von seiner Treffsicherheit. Jägerbursche Rudolf freut sich hämisch über Wilhelms Jagdpech, redet ihm ein, dass sein Gewehr verhext worden sei und raunt ihm zu, dass er seinen Probeschuss nur dann bestehen kann, wenn er sich mit Samiel einlässt, um die unsäglichen Freikugeln zu gießen … Wilhelm will nicht, verschießt weiterhin, verzweifelt allmählich und trifft den unheimlichen Stelzfuß. Der verlockt Wilhelm zu einem Freikugelschuss, steckt ihm weitere zu und versichert ihm, dass ein kundiger Jäger keine Angst bei der Herstellung dieser Kugeln zu haben braucht …

Wilhelms Jagdglück kehrt zurück, mit ihm düstere Vorzeichen: Das Bild des Urahnen Kuno stürzte von der Wand, in jener Nacht, da Wilhelm den Stelzfuß traf. Wilhelm hat Tagträume, Vater Betram hat Alpträume und warnt seinen zukünftigen Schwiegersohn mit Geschichten von Dämonen, die versagende Freikugelgießer verstümmelten. Wilhelms Zweifel werden immer größer. 63 Patronen würde er haben, wenn er sich auf das Ritual einlasse, 60 davon würden das gewünschte Ziel treffen, die drei übrigen jedoch fänden das Ziel, das der Teufel für sie ausersehen hat. Nur eine Kugel, um sich des zukünftigen Glückes mit Käthchen sicher zu sein. Wilhelm muss sich nur dazu durchringen …

_Atmosphärische Talfahrt ins Verhängnis._

Die Erzählstruktur der Geschichte ist sehr dicht, die Schlinge um Wilhelm zieht sich immer enger, er muss Freikugeln gießen, um Käthchen heiraten zu können, aber gleichzeitig häufen sich die Anzeichen, dass etwas Unsägliches passieren wird, falls er sich tatsächlich auf diese Teufelspatronen verlassen sollte. Wilhelm wird immer seltsamer, und immer wieder werfen ihm seltsame Mächte Steine in den Weg. Mächte mit guter oder böser Absicht? Das wird sich herausstellen.

Schon der Anfang des Hörspieles jedenfalls nimmt vorweg, dass Wilhelm ein unheilvolles Ende beschert sein wird, aber das zerstört die Spannung keineswegs. Wilhelm ist uns von Beginn an sympathisch, ebenso Käthchen und Mutter und Vater Förster ebenfalls. Alles würde glattgehen, sich ideal entwickeln, wären da nicht dieser vermaledeite Probeschuss und Wilhelms versiegendes Jagdglück. Man empfindet das Dilemma, das Wilhelm zu zerreißen droht, man möchte, dass er Stelzfuß mit seinen Freikugeln in die Wüste schickt, gleichzeitig ertappt man sich selbst bei dem Gedanken, dass es doch nur um den einen Schuss geht … Was soll denn da schief gehen, bei 60 Kugeln? Nun, wie gesagt, der Anfang des Freischütz macht deutlich, dass etwas schiefgehen wird, und zwar gründlich. Bleibt nur noch die bange Frage, wie schlimm es werden wird …

_Premium-Gänsehaut für die Ohren._

Es ist ja schon fast überflüssig anzumerken, dass die Stimmen von |Titania| vortrefflich ausgewählt wurden, denn diese Disziplin beherrschen die Burschen wahrlich: Marius Clarén (u. a. Tobey Maguire) spricht den Wilhelm und das Käthchen bekommt von Luise Helm (u. a. Scarlett Johannson) die sympathisch niedliche Stimme geliehen. Jochen Schröder (James Cromwell; Gregory Peck) knarzt den urigen Jägersvater, Jürgen Thormann (Michael Caine; Max von Sydow) gibt den verlockend schrägen Stelzfuß und Tobias Kluckert (Joaquin Phoenix in „Walk the Line“) darf als Jägersbursche Rudolf durch die Gegend stänkern – herrlich!

Die Soundatmosphäre ist von |Titania|-Produktion zu |Titania|-Produktion unterschiedlich: mal minimalistisch, mal bombastisch, mal musikorientiert, mal stark auf Soundeffekte ausgerichtet. „Der Freischütz“ ist dezent und überaus stimmig vertont, das Klangbild vermittelt wunderbar die düsterromantische Einsamkeit eines Lebens in der Försterhütte: knarrende Bodendielen, quietschende Türen, knisternde Kaminfeuer, tickende Standuhren und ständig der Wind, der um die Dächer streicht, mal leise und behaglich, mal laut und bedrohlich. Aufgelockert wird das Ganze von gelegentlicher Kammermusik oder von dunklen Streichern, die Unheilvolles ankündigen. Der Wald ist, natürlich, erfüllt vom Geschrei der Waldkäuzchen, von raschelndem Laub und krähenden Raben. Sauber dosierter Hall auf den Stimmen unterstreicht die unheimliche Leere des Waldes, aber auch die behagliche Nähe in der Försterhütte – wunderbar!

Unter dem Strich ist „Der Freischütz“ für mich bisher der absolute Gewinner unter den |Titania|-Produktionen, zumindest unter den mir bekannten: „Spuk in Hill House“, „Frankenstein“ und „Die Blutbaronin“. Die Stimmung ist perfekt, die Story atmet Zeitgeist und Waldmannsnostalgie ins abendliche Wohnzimmer, Aberglaube und Geisterfurcht werden wieder lebendig, der Wald vor der Haustüre wieder unheimlich. Alt bedeutet keinesfalls veraltet, Apels quicklebendige Erzählung beweist das, und |Titania| dürfen weiterhin verdiente Lobeslorbeeren einfahren. Unbedingt empfehlenswert!

Home – Atmosphärische Hörspiele


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_Das |Gruselkabinett| auf |Buchwurm.info|:_

[„Carmilla, der Vampir“ 993 (Gruselkabinett 1)
[„Das Amulett der Mumie“ 1148 (Gruselkabinett 2)
[„Die Familie des Vampirs“ 1026 (Gruselkabinett 3)
[„Das Phantom der Oper“ 1798 (Gruselkabinett 4)
[„Die Unschuldsengel“ 1383 (Gruselkabinett 5)
[„Das verfluchte Haus“ 1810 (Gruselkabinett 6)
[„Die Totenbraut“ 1854 (Gruselkabinett 7)
[„Spuk in Hill House“ 1866 (Gruselkabinett 8 & 9)
[„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ 2349 (Gruselkabinett 10)
[„Untergang des Hauses Usher“ 2347 (Gruselkabinett 11)
[„Frankenstein. Teil 1 von 2“ 2960 (Gruselkabinett 12)
[„Frankenstein. Teil 2 von 2“ 2965 (Gruselkabinett 13)
[„Frankenstein. Teil 1 und 2“ 3132 (Gruselkabinett 12 & 13)
[„Die Blutbaronin“ 3032 (Gruselkabinett 14)
[„Der Freischütz“ 3038 (Gruselkabinett 15)
[„Dracula“ 3489 (Gruselkabinett 16-19)
[„Der Werwolf“ 4316 (Gruselkabinett 20)
[„Der Hexenfluch“ 4332 (Gruselkabinett 21)
[„Der fliegende Holländer“ 4358 (Gruselkabinett 22)
[„Die Bilder der Ahnen“ 4366 (Gruselkabinett 23)
[„Der Fall Charles Dexter Ward“ 4851 (Gruselkabinett 24/25)
[„Die liebende Tote“ 5021 (Gruselkabinett 26)
[„Der Leichendieb“ 5166 (Gruselkabinett 27)

Lieser, Carl von – Schicksal Eifel

_Attentäter in der Eifel: Carl von Lieser ist Spezialist für Eifel-Mosel-Krimis_

Der Roman „Schicksal Eifel“ von Carl von Lieser führt zum nunmehr sechsten Mal in die Region. Das beim |ST|-Verlag 2006 erschienene Taschenbuch wurde nun bei |Technisat Digital Division Radioropa Hörbuch| auf vier CDs vertont.

Ein Attentat zwischen Bitburg und Trier versetzt eine ganze Region in Angst und Schrecken. Die versteckte Bombe galt amerikanischen Soldaten unweit einer nahen Air-Base, vieles spricht für einen Angriff islamistischer Terroristen. Die amerikanischen Geheimdienste und das deutsche Bundeskriminalamt nehmen sich des Anschlags an, der weltweites Echo erfährt. Die Trierer Kripo indes darf den Spezialisten von CIA und BND nur zuarbeiten. Eine Spur führt nach Mittelamerika, doch als der Täter mit Hilfe moderner Polizeitechnik überführt wird, ist die Überraschung groß.

Der Autor Karl-Josef Prüm wurde 1955 geboren und veröffentlicht seine Romane unter dem Pseudonym Carl von Lieser. Er ist Diplom-Forstingenieur und lebt seit seiner Rückkehr als Entwicklungshelfer in Nicaragua im Jahre 1988 in Trier. Zu seinen Veröffentlichungen gehören regionale Wanderführer und mittlerweile sechs Krimis aus den Regionen Mosel und Eifel.

Der gelungene Roman profitiert von der guten Auswahl des Vorlesers Thomas Klees, der als Schauspieler durch gute Stimme und feine Modulation besticht. Der einer Chronologie ähnelnde Krimi kombiniert eine politisch brisante Story mit gutem Hintergrundwissen über Geheimdienste und deren Arbeitsweise. Zudem weiß von Lieser durch ausgeprägtes Lokalkolorit zu bestechen. Auch das Szenario baut der Autor langsam, aber sehr spannend auf.

Der Eifeler Krimi ist zwar durch Lokalkolorit geprägt, aber durch das Terror-Szenario ein nahezu internationaler Roman, der durch häufige Attentate auf US-Streitkräfte in allen Regionen der Welt auch über die Grenzen Deutschlands hinaus Aufmerksamkeit verdient hätte.

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Kristan, Georg R. – Jagdhaus in der Eifel, Das

_Spionage oder Orgien? Ein Kommissar im politischen Sumpf_

In der Vulkaneifel ist der Hörbuchverlag |Technisat Digital Division Radioropa Hörbuch| ansässig. Der Dauner Hörbuch-Verlag vertonte eine Vielzahl von Eifelkrimis, unter anderem „Requiem für einen Henker“ von Jacques Berndorf und ebenfalls den erfolgreichen Eifelroman „Auszeit“ der Kölnerin Carola Clasen.

Weniger bekannt ist der Schriftsteller Georg R. Kristan, dessen Krimi „Das Jagdhaus in der Eifel“ mittlerweile ebenfalls vertont wurde und von dem Schauspieler und Hörbuchsprecher Johannes Gabriel vorgelesen wird.

In einem Bonner Ministerium verschwindet eine Sekretärin. Ausgerechnet sie besaß den Schlüssel zu einem Panzerschrank, der komplett geleert wurde. Schnell vermuten die Behörden einen Spionagefall, und bei der Suche nach einem „Sündenbock“ wird der Leiter der Abteilung beurlaubt und suspendiert. Doch schon bald entdeckt der Eifeler Kommissar Freiberg eine neue Spur, die in ein Jagdhaus in der Eifel führt. Erste Ermittlungen ergeben, dass dort wilde Partys und Orgien stattfanden, denen auch die verschwundene Sekretärin beiwohnte.

Der Roman von Georg R. Kristan ist kurzweilig und von Lokalkolorit gefüllt. Der Eifeler wird das Flair seiner Region erkennen und schätzen, wie Kristan den Landstrich beschreibt. Spannung pur erwartet den Zuhörer, auch wenn der Autor auf spektakuläre „Action“ verzichtet. Gelungen erscheint auch, dass der Verlag Johannes Gabriel als Vorleser engagierte. Mit prägnanter Stimme und guter Modulation weiß er die Kriminalgeschichte in ein perfektes Licht zu setzen.

Das Hörbuch hat eine Laufzeit von knapp acht Stunden, verbunden mit dem günstigen Preis von 8,90 Euro. Zudem geht der |Radioropa| den innovativen Weg, dem Hörbuch eine komprimierte CD im zunehmend beliebten mp3-Format beizufügen.

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Hauff, Wilhelm – Wirtshaus im Spessart, Das (Europa-Originale 26)

_Besetzung_

Erzähler – Hans Paetsch
Der Räuberhauptmann – Herbert A. E. Böhme
Der Jäger – Rudolf Oeser
Felix – Susanne Hartau
Die alte Wirtin – Heike Kintzel
Der Drechsler – Michel Stobbe
Der Student – Sven H. Mahler
Die Gräfin – Heike Kintzel
Ein herzoglicher Offizier – Hans Meinhardt
Und die Räuber

Regie: Claudius Brac

_Story_

Seit Jahren erzählt man sich unheimliche Dinge über den Spessart. Der finstere Wald wird bis weit über die Grenze gefürchtet und geächtet, denn dort sollen sich bereits einige grausame Vorfälle zugetragen haben. Als der junge Goldschmied Felix zusammen mit einem Drechsler in die Gegend kommt und völlig entkräftet im dort gelegenen Wirtshaus nächtigt, sollen sie alsbald zu spüren bekommen, welche Geheimnisse die Region verbirgt. Noch in derselben Nacht wird einer Kutsche eine Falle gestellt, damit die darin untergebrachte Gräfin ebenfalls in der Herberge eine Notunterkunft mieten muss. Doch dies ist noch nicht das Ende des Planes: Die Gräfin selber soll von der kompromisslosen Räuberbande entführt werden. Bevor es jedoch unter starkem Druck der Verbrecher zur Übergabe kommt, hat Felix eine Idee. Er selber schlüpft kostümiert in die Rolle der Edeldame und macht den verwirrten Ganoven auf diese Art und Weise den Garaus.

_Meine Meinung_

Eigentlich hatte sich meine Kritik an der Fehlbesetzung Susanne Hartaus’ nach der Rezension zu „Die Schatzinsel“ wieder beruhigt, denn schon dort war die Dame in der Rolle des jungen Jim Hawkins unangenehm und unglaubwürdig aus der Reihe getanzt. Doch anscheinend hat dies damals niemanden gestört, so dass die Sprecherin auch in „Das Wirtshaus im Spessart“ wieder eine männlich Rolle auferlegt bekam, die sie zwar etwas besser bearbeitet als noch in besagtem Piratenabenteuer, aber wirklich überzeugen kann sie in der Besetzung des jungen Knaben Felix letztendlich doch nicht. Dafür kommt ihre Weiblichkeit schlichtweg zu sehr durch.

Im Gegensatz dazu ist die Geschichte eine echte Wucht und dazu verdammt spannend inszeniert und erzählt. Schritt für Schritt entführt uns Regisseur Claudius Brac in den sagenumwobenen Spessart, tief hinein in eine zwielichtige Welt voller Gauner und Landstreicher, die jedoch auch in regelmäßigen Abständen vom Adelsgeschlecht des Landes heimgesucht wird. Der Mann hat sich dabei sehr strikt an die Originalvorlage von Wilhelm Hauff gehalten und von Kapitel zu Kapitel das Mysterium um das seltsame Wirtshaus weitergesponnen, bis es schließlich mittendrin zur Auflösung und einigen unvorhersehbaren Konsequenzen kommt.

Der Regisseur lässt sich nicht ein einziges Mal in die Karten schauen und übernimmt die eigenwilligen Wendungen der Vorlage absolut detailgetreu, agiert aufgrund der Kürze der Spielzeit aber noch ein ganzes Stück zielstrebiger und temporeicher, was gerade beim sehr direkten Einstieg schnell für Verwirrung sorgt. Man hat sich nämlich hier noch nicht einmal so richtig mit den Hauptfiguren vertraut gemacht, da ist man such schon mitten in einem geheimnisvollen, von langer Hand geplanten Komplott gefangen, welches der Story all ihren Nährstoff verleiht.

Dies beginnt allerdings erst einmal mit einigen Zufällen, denen der Goldschmied und der Drechsler bei ihrer Ankunft im Wirtshaus eher ungewollt auf die Spur kommen – doch ihnen bleibt keine andere Wahl, denn es ist nur zu offensichtlich, dass sich der hermetisch abgeriegelte Gasthof über Nacht in eine schutzlose Räuberhöhle verwandeln wird. Anschließend schmieden die beiden dann Pläne, das Attentat auf die Gräfin zu vermeiden; sie verbünden sich mit den Anhängern der edlen Dame und gehen gut vorbereitet in den Kampf mit den Räubern, allerdings wird ihnen hierbei schon klar, dass sie der elitären Räubermeute auch zu siebt (neben den beiden Hauptfiguren haben sich auch ein berüchtigter Jäger und ein Student mit Felix verbündet) unterlegen sind, so dass ihnen keine andere Wahl bleibt, als den Forderungen ihrer Gegner nachzukommen. Doch Felix reagiert mit einer unerwarteten List und hilft seinen Kumpanen dabei, die Gräfin in Sicherheit zu bringen. Aber nun ist er selber in großer Gefahr und muss die Rache der genarrten Räuber befürchten – und die machen selbst vor so einem jungen Knaben nicht Halt.

Brac und sein Team haben mit diesem deutschen Literaturklassiker ein echtes Schmuckstück für ihr Hörspiel adaptiert und es auch dem Wert entsprechend sehr spannend und auch ein wenig komplex gestaltet. Dem Hörer werden nach einem recht flotten Einstieg erst nach und nach die Zusammenhänge klar, doch sobald sich die Kutsche mit der Gräfin nähert und man eine Vorstellung davon bekommt, was genau die Räuber im Spessart treiben könnten, entwickelt sich die Hörspiel-Fassung aus dem Hause |Europa| zu einem spannenden Mix aus Abenteuer- und Kriminalgeschichte, der durch die humorvolle Darstellung noch zusätzlich aufgewertet wird. Lediglich die erneute Fehlbesetzung der weiblichen Männerrolle durch Susanne Hartau darf als Wermutstropfen gewertet werden; ansonsten ist „Das Wirtshaus im Spessart“ aber ein weiteres Highlight aus der bereits dritten Staffel der Reihe „Europa-Originale“ und als solches, vor allem eben wegen des tollen Spannungsaufbaus, uneingeschränkt zu empfehlen.

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Lanzelot – Ritter ohne Furcht und Tadel (Europa-Originale 23)

Story

Dulac, der Ritter vom See, lebt ein friedliches Leben an den Gewässern seiner Umgebung. Erst als der alte Gwendap nach langer Reise zurückkehrt, soll sich dies ändern, denn er hat beschlossen, dem Jüngling Dulac den letzten Feinschliff in der Ausbildung zum Ritter zu verpassen. Dulac ist wissbegierig und lernt schnell, so dass der Reise zu König Arthur und der Aufnahme in die Tafelrunde nichts mehr im Wege steht. Doch auf der Reise dorthin muss Dulac erst noch einige Abenteuer bestehen und entdeckt nach einem harten Kampf in einer Drachenhöhle auf einem Grabstein eine uralte Prophezeiung, der zufolge er der Königssohn Lanzelot ist, der eines Tages die edle Elaine ehelichen soll. Dulac alias Lanzelot ist von der Offenbarung verblüfft, macht sich jedoch daran, sie zu verwirklichen. Nachdem er am Königshof zum Ritter geschlagen wurde, begibt er sich auf die Suche nach Elaine, um sein Schicksal zu besiegeln.

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Twain, Mark / Brac, Claudius – Tom Sawyer und Huckleberry Finn – Folge 2 (Europa-Originale 18)

_Besetzung_

Erzähler – Hns Paetsch
Becky – Regine Lamster
Tom Sawyer – Florian Kühne
Huckleberry Finn – Wolf Schenke
Indianer-Joe – Horst Fleck
Der Alte – Heinz Fabian
Walliser – Walter Petersen
Mrs. Douglas – Heike Kintzel
Volksmenge, Jungen und Mädchen

_Story_

Nachdem Indianer-Joe als Mörder entlarvt wurde, jedoch noch vor Gericht die Flucht angetreten hat, lebt Tom Sawyer in steter Angst, wohl wissend, dass der Verbrecher Tom wegen seiner Aussage noch belangen möchte. Unterdessen suchen Huckleberry Finn und Tom nach einem geheimnisvollen Schatz, den auch der berüchtigte Indianer entdeckt hat. Auch Becky hat sich den beiden Jungs angeschlossen und befindet sich gemeinsam mit Tom mitten im Schatz-Labyrinth, als Indianer-Joe und sein Helfershelfer den Schatz bergen wollen. Als den beiden Ganoven die frischen Spuren im Versteck auffallen, werden sie misstrauisch und wissen nun, dass sie nicht die Einzigen sind, die von dem Schatz wissen. Von nun an ist Tom gleicht doppelt in der Klemme: Zum einen hat Indianer-Joe seine Rachepläne noch nicht vergessen, und zum anderen ist Tom dem Schurken in der Enge des Labyrinths schutzlos ausgeliefert. Nun liegt es an Huckleberry, der außerhalb des Eingangs Wache schiebt, Tom aus seiner misslichen Lage zu befreien und Indianer-Joe ein für allemal das Handwerk zu legen.

_Meine Meinung_

Im zweiten Teil der Geschichte befinden sich die beiden Jugendlichen mit einem Mal in großer Gefahr. Keiner von ihnen hätte gedacht, dass Indianer-Joe sich dem Richterspruch entziehen könnte, und somit bereut vor allem der junge Sawyer, sich öffentlich gegen den offenkundigen Mörder gestellt zu haben. Es ist an ihm, aus der Stadt zu fliehen und sich in Sicherheit zu bringen, doch seine Liebe zu Becky lässt ihn nicht weiter über diesen Plan nachdenken.
So werfen sich Tom und Huck direkt ins nächste Abenteuer und entdecken dabei einen wertvollen Schatz.

Doch sie sind erneut nicht allein, denn wiederum kommt ihnen der fiese Indianer-Joe in die Quere und offenbart in ihrem verborgenen Beisein die Rachepläne an Tom und der Douglas-Witwe. Erschrocken von der kompromisslosen Art des Verbrechers, überlegt Sawyer weiter, ob es nicht besser wäre, vor dem ausstehenden Anschlag zu fliehen, doch wiederum ist es Becky, die ihn unbewusst zurückhält. Ihre Anwesenheit ermutigt ihn, sich der Konfrontation zu stellen und selbst unliebsame Konsequenzen in Kauf zu nehmen. Die junge Miss Thatcher, die Tochter des Richters, weiß aber noch nicht, auf welch gefährliches Spiel sie sich einlässt, als sie Tom erneut in das finstere Labyrinth folgt, und gerät unschuldig in eine Falle, bei der nichts sicherer als der Tod zu sein scheint – schließlich macht der gemeine Joe keine halben Sachen.

Tatsächlich ist die zweite Episode des 1967 eingespielten Hörspiels von „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ (mit dem Untertitel „… auf gefährlicher Entdeckungsfahrt“) noch einmal eine Steigerung zur bereits durchweg überzeugenden ersten Folge. Prinzipiell sind die Unterschiede dabei nur minimal und konzentrieren sich vorwiegend auf den erhöhten Spannungsanteil, der in diesem Fall von der erheblich gefährlicheren Ausgangslage herrührt. Nun nämlich weiß Indianer-Joe von den beiden herumstreunenden Jungen und ist bereit, Tom Sawyer trotz seiner Jugend ohne jegliche Gewissensbisse auszulöschen. Und da weiß er noch nicht, dass der Knabe auch dieses Mal wieder in seinen Plänen herumpfuscht. So entwickelt sich nach und nach ein spannendes Abenteuerdrama mit einigen überraschenden Wendepunkten, einer prima inszenierten Handlung und gut aufgelegten Sprechern, bei denen vor allem die Rollen der beiden Jungen gut besetzt sind.

Schön ist auch der stringente Aufbau. Das Erzähltempo wurde noch einmal gehörig gesteigert, und dennoch bleibt genügend Raum für mehrere parallel laufende Handlungsstränge, die wiederum für ein Mehr an Spannung bürgen. Letztendlich ist Claudius Brac mit diesem kurzweiligen Hörspiel eine sehr schöne Adaption von Mark Twains weltberühmter Romanvorlage geglückt, die meines Erachtens ebenfalls zu den Highlights der „Europa-Originale“-Reihe zu zählen ist.

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Verne, Jules – geheimnisvolle Insel, Die (Europa-Originale 24)

_Besetzung_

Erzähler – Hans Paetsch
Mr. Penncroff, Seemann – Rainer Brönneke
Mr. Smith, Ingenieur – Gerd Martienzen
Mr. Spilett, Reporter – Gernot Endemann
Nab – Joachim Grützner
Harbert – Michael Borgmann
Kapitän Nemo – Horst Frank

_Story_

Fünf Nordstaatler fliehen mit einem Ballon aus der Kriegsgefangenschaft in Richmond und schaffen es tatsächlich, den hartnäckigen Wächtern zu entkommen. Nach einer beschwerlichen Reise über den Ozean landen sie auf einer Insel in der Südsee, jedoch ohne ihren Ingenieur Mr. Smith, der schon vor dem Absturz des Ballons verschwunden ist. Nach drei Tagen entdecken sie ihn und seinen Hund schließlich und suchen nun gemeinsam nach Möglichkeiten, ihr Überleben auf der Insel zu sichern. Doch von Stunde zu Stunde häufen sich die Merkwürdigkeiten, die das Quintett durchlebt. So entdecken sie auf offenem Meer eine Kiste mit nützlichen Gegenstände und finden in einem erlegten Tier eine Schrotkugel – und dies, obwohl niemand die Insel zu bewohnen scheint. Als schließlich aus heiterem Himmel ein Piratenschiff auftaucht und angreift und anscheinend durch Fremdeinwirkung auch wieder versenkt wird, sind sich die fünf sicher, dass sich eine geheime Macht auf der Insel verbirgt. Und tatsächlich begegnen sie eines Tages einem Mann, der trotz großartiger Errungenschaften schon beinahe in Vergessenheit geraten wäre …

_Meine Meinung_

Vielleicht bin ich nun ein Literaturbanause, doch mir war die Geschichte um „Die geheimnisvolle Insel“ von Jules Verne selbst als wiederholtem Leser von „20.000 Meilen unter den Meeren“ bislang nicht bekannt – und dabei handelt es sich hierbei gewissermaßen um eine inoffizielle Fortsetzung samt einem tragenden Charakter des weltberühmten Stücks. Damit habe ich nun auch schon gewisse inhaltliche Eckpunkte vorweggenommen, die jedoch auch schon aus der Besetzungsliste hervorgehen sollten. Um es kurz zu fassen: In „Die geheimnisvolle Insel“ begegnet man erneut dem eigensinnigen Kapitän Nemo, allerdings in recht hohem Alter und kurz vor dem Tode. Er ist mit seinem Unterseeboot im Vulkankrater der Insel eingeschlossen und seit ewigen Jahren nicht mehr in der Lage, die Insel zu verlassen. Immer wieder hat er Mitglieder seiner Besatzung verloren, bis er schließlich zum einzig Verbliebenen wurde.

Dies ist in gewissem Sinne – je nachdem, wie man es nimmt – nur die Rahmenhandlung von „Die geheimnisvolle Insel“. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen nämlich eigentlich die fünf Nordstaatler, die mit recht unkonventionellen Mitteln aus der Gefangenschaft fliehen und auf der unbewohnten Insel eine bis dahin schon lange nicht mehr erlebte Freiheit genießen. Unter ihnen sind neben dem Jüngling Harbert auch einige seltsame Gestalten wie etwa der erfahrene Mr. Penncroff oder der stets rationell denkende Mr. Smith, aber auch der Handlanger des Ingenieurs, Nab, der seinem Meister treu ergeben ist und ihn nach seiner Vermisstenmeldung als Einziger noch nicht aufgibt. Dieser erlesene Haufen ist nun zwar frei, aber komplett auf sich alleine gestellt. Es ist nicht der Traum von der Südseeinel, der sie beflügelt, sondern die Hoffnung, über diese Zwischenstation einen Ort zu finden, an dem sie wieder glücklich und in Frieden leben können. Sie suchen quasi nach einem Ort der Geborgenheit, der im Gegensatz zu Nemos damaligen Bestrebungen nicht in der Abgeschiedenheit des Ozeans zu suchen ist.

Erst mit dem Aufeinandertreffen mit Nemo fügen sich die beiden Geschichten zusammen und stellen eine bis dato niemals vermutete Verbindung auf, die der Story eine ganz andere Tragweite verleiht. Aus der Abenteuerhandlung, die zunächst durch die Suche nach Nahrung und die Verteidigung gegen die Piratengegner geprägt war, wird mit einem Mal ein bewegendes, menschliches Drama, in dem selbst der einst so abscheulich erscheinende Kapitän Nemo das Herz des Lesers bzw. in diesem Fall des Hörers gewinnt.

Die Adaption von Vernes Geschichte aus dem Jahre 1977 ist dabei ein echtes Highlight der Label-Historie und (auch wenn ich dies schon öfter geschrieben habe) eine der besten Erzählungen im Zuge der neu aufgelegten Klassiker von |Europa|. Das Hörspiel ist äußert lebhaft inszeniert und bietet die vielleicht sogar größte Spannung aller „Originale“. Dies ist zum einen sicherlich auf die mir bislang unbekannte Handlung zurückzuführen, definitiv aber auch auf die tolle Bearbeitung samt den stark agierenden Sprecher (unter ihnen auch einmal mehr Hans Paetsch als Erzähler). Selbst die Tragödie um den vom Schicksal geplagten Nemo ist prima aufgefangen worden und frei von jeglichen typischen Klischees. So macht ein Hörspiel wirklich Spaß!

Deshalb gibt es dieser Kritik auch nicht mehr hinzuzufügen außer dem Fakt, dass das Hörspiel mich echt begeistert hat. „Die geheimnisvolle Insel“ wird der alleine schon durch den Autor hervorgerufenen Erwartungshaltung in jeglicher Beziehung gerecht und ist wegen des hohen Maßes an Spannung absolut zu empfehlen.

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May, Karl – Unter Geiern (Europa-Originale 12)

_Besetzung_

Erzähler – Hans Paetsch
Bob – Jürgen Strube
Hobble-Frank – Immo Kronenberg
Bloody Fox – Christian Rohde
Helmers – Herbert A. E. Böhme
Tobias Preisegott Burton – Siegmar Schneider
1. ‚Llano-Geier‘ – Joachim Rake
2. ‚Llano-Geier‘ – Rudolf H. Herget
Jemmy – Horst Beck
Davy – Malte Petzel
Eisenherz – Gunther Beth
Old Shatterhand – Karl-Heinz Heß
Sanna – Marga Maasberg
Auswanderer – Herbert Tiede

_Story_

Im Tal des Llano Estacado herrscht der Legende nach ein Geist, dem in den letzten Jahren schon einige Menschen zum Opfer gefallen sind. Als erneut ein Auswanderertreck dort eingezogen ist, werden die Männer auf Helmers Home skeptisch; Old Shatterhand, Bloody Fox und Hobble-Frank befürchten, dass die berüchtigten Llano-Geier einmal mehr einen solchen Treck irreführen wollen, und gehen der Sache auf den Grund.

Etwa zur gleichen Zeit taucht der Mormonenprediger Tobias Burton auf und wird von den Anwesenden auf Helmers Home auch sofort sehr skeptisch beäugt. Irgendetwas stimmt nicht mit dem nach außen hin so sympathischen Mann. Bloody Fox, der bereits seit einer Ewigkeit den Mörder seiner Eltern sucht, taucht in Llano Estacado auf und begibt sich auf der Suche nach der Wahrheit in größte Gefahr.

_Meine Meinung_

Mit „Unter Geiern“ wird ein weiterer Klassiker von Karl May im Rahmen der „Europa-Originale“ als Hörspiel neu aufgelegt. Zwar hat das Stück nicht den Beliebtheitsgrad der „Winnetou“-Saga, aber es gehört zweifelsohne zu Mays besten Werken. Im Hörspiel werden diese Unterschiede jedoch sehr deutlich bemerkbar, denn irgendwie will hier nie so recht Spannung aufkommen. Der Inhalt wird zwar recht detailgetreu wiedergegeben, aber irgendwie läuft Hörspielregisseurin Dagmar von Kurmin der Handlung ein wenig hinterher. Ständig hat man den Eindruck, dass hier einige Punkte vergessen wurden, die dann doch noch plötzlich einbezogen werden, jedoch zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Geschichte wieder längst einen Schritt vorwärts bewegt hat. Bisweilen wird der Inhalt daher auch etwas konfus erzählt, zwar lückenlos, aber irgendwie etwas verworren, so dass man nach einiger Zeit den Überblick verloren hat, wer nun welche Rolle im intriganten Spiel der Llano-Geier betreibt – und das ist bezogen auf den Plot sicher nicht beabsichtigt.

Dazu kommt erschwerend, dass diverse Dinge recht seltsam wirken; so wird ein dunkelhäutiger Charakter beispielsweise in sächsischer Sprache wiedergegeben, was dann doch seltsam und auch eher unfreiwillig komisch wirkt. Ob das nun wirklich so sein musste?

Ansonsten sind die Leistungen der Sprecher der einzige echte Glanzpunkt von „Unter Geiern“, jedoch besteht auch hier das Problem, dass die Stimmen manchmal schwer einzuordnen sind und man in einigen Situationen nicht genau sagen kann, welcher Charakter nun gerade in die Handlung eingreift. Aber dies mag sicherlich auch am Datum der grundsätzlich ganz ordentlichen Aufnahmen liegen. Die Geschichte hingegen hätte etwas besser strukturiert werden müssen, wobei die mal wieder recht kurze Vinyl-Spielzeit von ca. 40 Minuten sicherlich ein Hindernis bei der Umsetzung war. Aber das kann aufgrund der starken Konkurrenz aus eigenen Reihen (sprich dem Gros der übrigen Hörspiele dieser Serie) nicht als Entschuldigung gelten. Mir persönlich hat diese Fassung von „Unter Geiern“ nur bedingt gut gefallen. Ein etwas spannungsarmer, nicht wirklich harmonischer Aufbau, dazu eine letztendlich zu stark gestraffte Version des Originals und die zuletzt häufiger aufkeimende Langeweile trüben den Spaß am Hören ungemein und machen „Unter Geiern“ zu einer der schwächeren Episoden der „Europa-Originale“. In diesem Fall würde ich das Buch letztlich vorziehen.

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Märchen aus 1001 Nacht – Ali Baba und die vierzig Räuber & Aladin und die Wunderlampe (Europa-Originale 27)

Besetzung

Erzähler – Hans Paetsch
Ali Baba – Benno Gellenbeck
Kasim – Gottfried Lackmann
Räuberhauptmann – Jürgen Pooch
Morgiane – Karin Heine
Kundschafter – Michael Stobbe
Baba Mustafa – Gottfried Lackmann
3. Räuber – Sven H. Mahler

Inhalt

„Ali Baba und die vierzig Räuber“

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Frankenstein. Teil 1 und 2 (Gruselkabinett 12 & 13)

Das Jahr ohne Sommer.

1816 schleuderte ein Vulkanausbruch seine Asche in die Atmosphäre und kühlte das Klima deutlich ab, weshalb, so verrät uns der Prolog dieses nostalgischen Zweiteilers, bis in den Hochsommer hinein Schnee fiel. Während dieser finstren Zeit saßen unter anderem Lord Byron und die 19-jährige Mary Shelley beisammen und gruselten sich zu einem Band alter deutscher Geistergeschichten. Es wurde der Beschluss gefasst, Ähnliches zu vollbringen, aber nur Mary Shelley brachte ihr Werk zu Ende: „Frankenstein oder: Der moderne Prometheus“.

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May, Karl – Winnetou II (Europa-Originale 11)

_Besetzung_

Winnetou – Konrad Halver
Old Shatterhand – Michael Poelchau
Sam Hawkins – Horst Beck
Pida – Hans König
Tangua – Josef Dahmen
Mr. Henry – Konrad Mayerhoff
Harry – Heiner Jahncke
Forster – Rolf Jahncker
Arbeiter – Albert Johannes
Parranoh – Curt Timm
Schwarze Feder – Rudolf Fenner
Colonel – Horst Stark
Old Firehand – Benno Gellenbeck
Rollins – Michael Weckler
Santer – Peter Folken

Regie: Konrad Halver

_Story_

Nach dem Mord an seiner Schwester schwört Winnetou dem fiesen Santer Rache und Vergeltung. Gemeinsam mit Old Shatterhand macht er sich auf die Jagd nach dem Mörder und findet auch schon bald eine heiße Spur. Auch Old Firehand, einer der bekanntesten Krieger des gesamten Westens, schließt sich dem Apachen an. Doch ihre Mission endet zunächst unglücklich; Winnetou und Old Shatterhand geraten in einen Hinterhalt und spüren plötzlich auch die Bedrohung, die von Santer ausgeht. Und außerdem taucht auch noch sein alter Gegenspieler Parranoh auf, der einst Winnetous Geliebte und Old Firehands spätere Frau getötet hat. Wird das neue Dreigespann die kompromisslosen Bleichgesichter bezwingen können?

_Meine Meinung_

Das auch ursprünglich zweigeteilte Hörspiel zu Karl Mays Fortsetzung der beliebten „Winnetou“-Saga setzt genau dort an, wo die vorherige Geschichte abgeschlossen wurde. Direkt nach dem Tod von Winnetous Schwester Nscho-tschi jagt der Apachenhäuptling den hinterhältigen Mörder. Währenddessen sucht sein Kumpan Old Shatterhand den Stamm der Kaiowas auf, um den dort gefangenen Sam Hawkins zu befreien. Hierzu nimmt er den Häuptlingssohn Pida in Gefangenschaft und schließt einen Deal mit dem Stammesführer Tangua, der den Forderungen Old Shatterhands ausweglos stattgeben muss. Anschließend siedelt der Held kurzzeitig nach Europa über, kehrt aber schon bald wieder nach St. Louis zurück, wo er alsbald Bekanntschaft mit dem verwegenen Harry macht, einem mutigen kleinen Jungen, der kaum Respekt vor dem erfahrenen Old Shatterhand zeigt. Harry hingegen stürzt sich mutig in ein gefährliches Abenteuer um Leben und Tod und lässt einen staunenden und zugleich schockierten Old Shatterhand zurück, der sich dem brutalen Kampf, der sich hier anbahnt, nicht stellen will. Dieser Part des Hörspiels ist leider ein wenig misslungen, weil hier der Komplettierung halber Details erwähnt werden, die im Grunde genommen mehr Ausschmückung benötigen, dennoch besser ausgelassen worden wären, weil sie die etwas komplexere Handlung ein wenig ausbremsen.

Genau diese Szene markiert aber auch den Wendepunkt, ab dem die Geschichte wieder richtig Fahrt aufnimmt. Wirken die Situationen bis hierhin etwas unmotiviert und erzwungen, greift man mit einem Mal wieder die anfangs vermisste Action auf, steigert diese im Vergleich zum ersten Teil sogar noch mal gehörig und bietet zudem einige der besten und spannendsten Szenen der gesamten Trilogie auf. Spätestens der Showdown, in dem beide Seiten mit allen bislang wichtigen Beteiligten auftreten, ist ein echtes Highlight, welches hier in punkto Dramaturgie und Effekten dem gleichnamigen TV-Ereignis absolut ebenbürtig ist.

Weiterhin sind die Leistungen aller Sprecher durch die Bank überzeugend. Zwar mutet die kindliche Stimme des jungen Harry in der Gegenüberstellung mit dem sehr männlichen Organ der beiden Protagonisten Konrad Halver bzw. Michael Poelchau schon etwas seltsam an, doch an den einzelnen Performances gibt es nichts zu rütteln. Erschwerend stellt sich hingegen die Tatsache heraus, dass die Stimmen der Hauptpersonen teilweise nur schwer voneinander zu unterscheiden sind. Natürlich ist einem nach einiger Zeit dann klar, wer gerade welchen Text gesprochen hat, aber sofort zu erkennen, wem man da zuhört, ist manchmal recht knifflig.

Insgesamt ist aber auch der zweite Teil von „Winnetou“ in der Hörspiel-Fassung sehr gut gelungen, wenngleich der Anfang ein wenig mühselig gestaltet wurde. Doch nach und nach findet man sich in die Erzählung ein und folgt den Helden in ihren neuen Auseinandersetzungen bis hin zum nächsten dramatischen Abschluss, der schließlich in den letzten Teil übergeht, der aber auch schon im Rahmen der „Europa-Originale“ in der Warteschleife steht. Zwar würde ich im Zweifelsfall auf jeden Fall den zugehörigen Streifen oder das wunderschön erzählte Buch bevorzugen, doch dass „Winnetou II“ auch in der hier vorliegenden Version sehr lohnenswert ist, soll damit nicht ausgeschlossen werden. Was Spannungsaufbau und die Leistungen der Sprecher angeht, ist in diesem Fall nämlich alles im grünen Bereich.

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Henn, Carsten S. – In Vino Veritas

_Ein Mord in der Eifel und leckere Wein- und Kochrezepte_

Julius Eichendorff ist eigentlich Koch und arbeitet gerade verbissen daran, im „Michelin“ als Sternekoch aufgenommen zu werden. Das Leben in der Eifel und an der Ahr ist friedlich und für Julius nur von angenehmen Seiten umgeben … wenn ihn nicht gerade sein Wiener Oberkellner Franz-Xaver ärgert. Die charmante Bissigkeit zwischen Julius und Franz Xaxer ist im Übrigen im gesamten Buch einfach genial. Aber: Der berühmteste Winzer im Ahrtal wird ermordet und in einem Weinbottich tot aufgefunden. Er galt als eigentümliches, unbeliebtes und exzentrisches Weingenie. Er hatte viele Feinde, so dass es genug Motive gab, ihn zu töten. Auch Gourmetkoch und Hobbydetektiv Julius Eichendorff gerät bei der Kripo unter Verdacht und beschließt, auf eigene Faust den Mörder zu suchen, bis es auch für ihn gefährlich wird. Seine Privatermittlungen gefallen vor allem der Kommissarin von Reuschenberg nicht. Doch aus ihren ersten Ressentiments wird dann Sympathie. Vor allem, weil Julius auch Spuren entdeckt, die der Kommissarin verborgen blieben. Bevor aber der Fall gelöst wird, kriegt Julius zunächst Ärger mit der örtlichen Wein-„Mafia“, einem Bund, der die Interessen der Winzer seit Jahrhunderten vertritt. Und dann kommt Julius in ganz große Schwierigkeiten, als er den Mörder entlarvt.

_Autor und Vorleser_

Christian Sebastian Henn wurde 1973 in Köln geboren. Er arbeitet als Autor und Weinjournalist. Seinen bislang drei Romanen mit Julius Eichendorff als Freizeitkriminalist folgte ein neuer Krimi im Mai 2006 mit dem Titel „Vinum Mysterium“.

Der |Emons|-Verlag konnte den bekannten TV-Moderator Jürgen von der Lippe als Vorleser für eine Hörbuchadaption von „In Vino Veritas“ gewinnen. Der 1948 in Bad Salzuflen im Lipperland geborene von der Lippe lieh sich von der Region auch seinen Künstlernamen und wurde zunächst in den siebziger Jahren als Liedermacher bekannt, bis er 1980 als Moderator den Einstieg ins Fernsehen schaffte.

_Eindrücke_

„In Vino Veritas“ ist nicht nur spannend, sondern auch witzig. Neben den Ermittlungen über einen Mord führt der Autor den Leser durch eine Welt kulinarischer Genüsse, was die Story und ihre vielen Rätsel auflockert. Auch das Eifeler Lokalkolorit ist unverkennbar. Vor allem dem Ahrtal wird so charmant gehuldigt, dass es den Leser dazu verführen könnte, diese Region zu besuchen. Weinkenner werden wissen, dass sich das Ahrtal erst seit nur 30 Jahren zu einem der deutschen Mittelpunkte deutscher Weinlese entwickelt hat.

Neben der Mördersuche ist zudem jedes „Intermezzo“, das der Autor bietet, von besonderem Charme. Er entführt den Leser immer wieder in die „Cuisine“ von Julius Eichendorff. Erzählend entdeckt der Leser Kochrezepte, die so reizvoll sind, dass sich anbietet, sie selbst in die Tat umzusetzen. Bestes Beispiel ist die „Herr-Bimmel-Suppe“.

Womit wir beim nächsten Intermezzo wären: Herr Bimmel ist der Kater von Julius, und auf seiner Suche nach einer leckeren Vorsuppe spinnt Julius sich gemütlich im Sessel zusammen, was seinem Kater alles schmeckt (außer Katzenfutter eben). Und so entsteht die zum Nachkochen absolut geeignete „Herr-Bimmel-Suppe“. Nicht zu vergessen sind die Dialoge mit seinem Wiener Oberkellner Franz-Xaver, der stets darauf besteht, „Maitre d’Hotel“ genannt zu werden.

Und bei allem „Intermezzo“ bleibt die Spannung bei der Suche nach dem Mörder und seinen Motiven keinen Augenblick auf der Strecke …

_Buch vs. Hörbuch_

Daher gibt es zwei Wahrheiten: Wer offen für Hörbücher ist, sollte auf das Buch verzichten und genießen, wie Jürgen von der Lippe mit genialer Modulation die Story vorliest. Wer indes nach wie vor einen Roman in geschriebener Form bevorzugt, wird mit viel Lächeln und ebenso häufigem Lachen ein „Problem“ haben, abends die Nachttischlampe auszuschalten, und einfach weiterlesen wollen.

Carsten Sebastian Henn gehört zu den Autoren, die mit gutem Schreibstil und viel Amusement in ihren Schilderungen und Erzählungen für viel Kurzweiligkeit sorgen. Henn macht einfach Lust auf mehr …

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Verne, Jules / Körting, Heikedine – Reise zum Mittelpunkt der Erde, Die (Europa-Originale 19)

_Besetzung_

Axel – Stefan Schwade
Professor Lidenbrock – Klaus Schwarzkopf
Martha – Marianne Kehlau
Hans – Lutz Mackensy

Regie: Heikedine Körting

_Story_

Professor Lidenbrock entdeckt in einer Bibliothek einen sensationellen Schatz: Das verschollene Buch des berühmten Forschers Arne Saknussemm. In diesem schildert der Mann aus dem hohen Norden den Weg, der von einem isländischen Vulkan direkt ins Innere der Erde bis zu deren Mittelpunkt führt. Lidenbrock ist sofort Feuer und Flamme, den Geheimnissen des Planeten auf die Spur zu kommen und bricht gemeinsam mit dem skeptischen Axel nach Island auf, von wo aus er der Beschreibung Saknussemms folgen möchte. Vor Ort angekommen, stimmen die Erläuterungen des Wissenschaftlers tatsächlich mit der Realität überein. Dies ist für den Professor der endgültige Beweis dafür, dass es einen Weg zum Mittelpunkt der Erde gibt. Axel ist zwar noch immer nicht überzeugt, steigt aber zusammen mit Lidenbrock und dessen Helfershelfer Hans in den Krater ein. Axels Skepsis wird jedoch ein schnelles Ende gesetzt, als sie inmitten der riesigen Höhle den seltsamsten Geschöpfen begegnen.

_Meine Meinung_

Für meinen Geschmack ist [„Reise zum Mittelpunkt der Erde“ 325 die schönste Geschichte im großen Fundus des legendären Jules Verne, vor allem, weil der phantastische Aspekt der Handlung hier noch weiter ausgebaut wurde. Die Geschichte des Professors, der sich von einem unrealistisch anmutenden Sachbuch dazu hinreißen lässt, eine haltlose Expedition zu starten, beinhaltet so ziemlich alles, was die Phantasie des jungen Lesers bewegt: eine neue Fabelwelt, der Drang, auf Teufel komm raus Neues zu entdecken, ein recht lustiges Entdeckerteam sowie Wesen und Landschaften, die man in dieser Form nur aus seinen schönsten Träumen kennt.

Vergleichbares wurde ja bereits in [„20.000 Meilen unter den Meeren“ 518 entworfen, allerdings wurde dort in erster Linie der menschliche Aspekt betont. In „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ liegt indes der Schwerpunkt auf der puren Abenteuerlust und der natürlichen Vielfalt, die sich den Reisenden auf ihrem außergewöhnlichen Trip offenbart. Weit unter der Erde stoßen sie auf ungeahnte Landschaftsformationen sowie längst als ausgestorben betrachtete Tiere und erleben unzählige unerklärliche Ereignisse, die ihre Weltsicht radikal verändern – bis sie mit einem Mal wieder an der Oberfläche landen und das Ganze wie einen weltfremden Traum erleben.

Die Hörspiel-Fassung von |Europa| geht dabei leider nicht so sehr ins Detail wie der weltbekannte Roman von Jules Verne. Zwar werden hier ebenfalls einige der unglaublichen Phänomene dargelegt, doch wegen der relativ kurzen Spielzeit – nicht selten ein Hindernis bei den ursprünglich auf Vinyl veröffentlichten Geschichten, die als „Europa-Originale“ neu aufgelegt werden – musste sich Regisseurin Heikedine Körting auf ein paar wesentliche Punkte beschränken, die sie dann auch auf angemessene Art und Weise abhandeln kann.

Andererseits kommt der Spaß in den insgesamt 40 Minuten nicht zu kurz, dafür sorgen schon alleine die witzigen Charaktere, allen voran der tollpatschige Hans, der bis auf die Worte ‚ja‘ und ‚richtig‘ nicht wirklich viel herausbekommt. Als Auflockerung ist sein unbeholfener Sprachgebrauch auf jeden Fall ein Highlight. Weiterhin gefallen die Zwiegespräche vom unentschlossenen Axel mit dem euphorischen Professor Lidenbrock. Es ist jedes Mal lustig, wenn Axel eine skeptische beäugte Tatsache plötzlich aus ganz anderen Augen betrachtet und dem Professor ein weiteres Mal in seinem Denken Recht geben muss.

Angenehm ist auch mal die Tatsache, dass sich die Handlung auf wenige Schultern verlagert, die zudem auch noch richtig gut miteinander harmonieren. „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ist zwar sicherlich keine komplexe Story, aber man kommt bedingt durch diesen Fakt irgendwie noch viel besser in die Handlung rein, gerade nach dem ziemlich direkten Einstieg.

Halten wir also fest: Die Geschichte ist mit 40 Minuten etwas kurz abgehandelt, macht dieses kleine Mako aber wieder durch fantastische Sprecher (vor allem Klaus Schwarzkopf als Professor Lidenbrock), eine gesalzene Prise Humor und einen immer noch spannenden, unterhaltsamen Szenenaufbau wett. Vielleicht ist das 19. Hörspiel der „Europa-Originale“ nicht das allerbeste dieser Reihe, aber auf jeden Fall noch eines, das man gehört haben sollte.

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