Cornelia Funke und Pauline Pete – Ayeshas Pinsel

Die junge Künstlerin Ayesha malt Bilder für Bücher und Poster. Sogar in Museen werden ihre Werke ausgestellt. Sie hat ein gutes Leben, in dem die Verkäuferin Oksana und ihr kleiner Sohn Emil wichtige Bezugspersonen für sie sind. Doch eines Tages wird alles anders: Bomben bringen Not und Zerstörung. Oksana, Emil und schließlich auch viele weitere Menschen rücken in Ayeshas Keller zusammen. Hier bringen sie mit Fantasie und Farben ein wenig Licht in die plötzlich dunkel gewordene Welt. Doch wird der Krieg am Ende stärker als Ayeshas Pinsel sein?

Das 2026 im Kunstanstifter Verlag erschienene Bilderbuch „Ayeshas Pinsel“, geschrieben von Cornelia Funke und illustriert von Pauline Pete, erzählt eine ungewöhnliche Geschichte über eine junge Frau, die durch Malen die schreckliche Welt des Krieges um sich herum verändert. Es zeigt, wie Kreativität und Gemeinschaft Mut und Trost spenden können.

Die Texte von Cornelia Funke sind sehr reduziert: kurze, präzise Sätze, eine fast emotionslose Sprache, die nicht alles beschreiben muss, denn der Wandel vom Frieden hin zum Schrecken des Krieges mit explodierenden Bomben und zerstörten Häusern wird eindrucksvoll von der Illustratorin Pauline Pete vollzogen. Sie nutzt unterschiedliche Materialien wie Bleistift, Gouache oder Farbstifte und erzeugt stimmungsvolle Licht- und Schatteneffekte, die die emotionale Tiefe der Geschichte visuell unterstützen. Sehr deutlich wird der Unterschied zwischen den zarten Farben in Friedenszeiten und der dunklen Welt des Krieges, in der nur die Bilder und Menschen noch farbig sind.

Auch die Aufmachung von „Ayeshas Pinsel“ trägt zum Leseerlebnis bei. Das Buch liegt gut in der Hand, verfügt über einen stabilen Hardcover-Einband und 40 großformatige, matte Seiten, auf denen die Illustrationen besonders gut zur Geltung kommen, während der Text sich bewusst zurückhält.

In Zeiten, in denen viele Kinder mit Angst oder Unsicherheit konfrontiert sind, kann „Ayeshas Pinsel“ ein wertvoller Gesprächsanlass für Eltern oder andere Bezugspersonen sein. Das magische Happy End könnte jedoch für Kinder unglaubwürdig wirken, sodass Erwachsene bereit sein sollten, das symbolhafte Ende zu erklären. Zwar zeigt das Buch die Kraft der Kunst eindrucksvoll, doch das märchenhafte Finale – in dem die Personen im Luftschutzkeller durch ein gemaltes Fenster in eine ‚bessere Welt‘ entkommen – kann gerade für junge Leser, die sich heute mit realen Kriegen in Europa oder im Nahen Osten auseinandersetzen, irritierend sein. Gleichzeitig eröffnet das Ende Raum für eine spannende Diskussion über Realität und Fantasie.

Der Kunstanstifter Verlag empfiehlt das Buch für Kinder ab 7 Jahren.

Hardcover: 40 Seiten
ISBN 13: 978-3948743567
Kunstanstifter

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