David Baldacci – Exekution (Memory Man Amos Decker 3)

Herzschlagfinale: der Anschlag auf die Kanzlerin

Washington, D.C.: Mitten am helllichten Tag zieht ein Mann vor der FBI-Zentrale eine Beretta. Er erschießt zielgerichtet eine Passantin – und anschließend sich selbst. Der Mann ist ein absolut unbescholtener Mitbürger und Familienvater, sein Opfer eine sozial engagierte Hilfslehrerin. Und es scheint keinerlei Verbindung zwischen den beiden zu geben. Amos Decker, der Memory Man, hat das Verbrechen durch Zufall beobachtet und steht vor einem kompletten Rätsel. Gemeinsam mit seinem Spezialermittlerteam vom FBI beginnt er die Lebensläufe der beiden Toten zu durchsuchen. Schnell stößt er auf zahlreiche Ungereimtheiten. Doch dann fordert ihn plötzlich die DIA, der militärische Nachrichtendienst, auf, sich sofort aus dem Fall zurückzuziehen: Es bestehe Gefahr für die nationale Sicherheit. Ein Grund mehr für Amos Decker weiterzuermitteln … (Verlagsinfo)

Der Autor

David Baldacci ((https://de.wikipedia.org/wiki/David_Baldacci)) wurde 1960 in Virginia geboren, wo er heute lebt. Er wuchs in Richmond auf; sein Vater war Mechaniker und später Vorarbeiter bei einer Spedition, seine Mutter Sekretärin bei einer Telefongesellschaft. Baldacci studierte Politikwissenschaft an der Virginia Commonwealth University (B. A.) und Jura an der University of Virginia. Während des Studiums jobbte er u.a. als Staubsaugerverkäufer, Security-Guard, Konstrukteur und Dampfkesselreiniger. Er praktizierte neun Jahre lang als Anwalt in Washington, D.C., sowohl als Strafverteidiger als auch als Wirtschaftsjurist.

Neben seiner Arbeit als Schriftsteller engagiert sich Baldacci für eine Reihe karitativer und gesellschaftlicher Institutionen, darunter der National Multiple Sclerosis Society, der Barbara Bush Foundation for Family Literacy, der Virginia Foundation for the Humanities, der America Cancer Society, der Cystic Fibrosis Foundation und der Virginia Commonwealth University. David Baldacci ist verheiratet und hat zwei Kinder. (Verlagsinfo)

Romane

Amos Decker

1: Memory Man (2016; Originaltitel: Memory Man, 2015) ISBN 978-3-453-27060-2
2: Last Mile (2017; Originaltitel: The Last Mile, 2016) ISBN 978-3-453-27061-9
3: Exekution (2020; Originaltitel: The Fix, 2017) ISBN 978-3453271609
4: Downfall (2021; Originaltitel: The Fallen, 2018) ISBN 978-3453272347
5: Redemption (2019, Flashback, 2023))
6: Walk The Wire (2020, noch nicht auf Deutsch erschienen) (Crossover mit der Will-Robie-Serie)

Camel Club

1: Die Wächter (2007; Originaltitel: The Camel Club, 2005) ISBN 978-3-7857-2273-2
2: Die Sammler (2008; Originaltitel: The Collectors, 2006) ISBN 978-3-7857-2354-8
3: Die Spieler (2010; Originaltitel: Stone Cold, 2007) ISBN 978-3-7857-2380-7
4: Die Jäger (2011; Originaltitel: Divine Justice, 2008) ISBN 978-3-7857-2420-0
5: Der Auftrag (2014; Originaltitel: Hell’s Corner, 2010) ISBN 978-3-7857-2484-2

Sean King und Michelle Maxwell

1: Im Bruchteil der Sekunde (2004; Originaltitel: Split Second, 2003)ISBN 978-3-404-15500-2
2: Mit jedem Schlag der Stunde (2006; Originaltitel: Hour Game, 2004)ISBN 978-3-404-15793-8
3: Im Takt des Todes (2009; Originaltitel: Simple Genius, 2007)ISBN 978-3-404-15968-0
4: Bis zum letzten Atemzug (2011; Originaltitel: First Family, 2009) ISBN 978-3-404-16553-7
5: Fünf vor Zwölf (2014; Originaltitel The Sixth Man, 2011) ISBN 978-3-404-16994-8
6: In letzter Minute (2016; Originaltitel King and Maxwell, 2013) ISBN 978-3-404-17309-9

Shaw und Katie James

1: Die Kampagne (2009; Originaltitel: The Whole Truth, 2008) ISBN 978-3-404-27074-3
2: Doppelspiel (2013; Originaltitel: Deliver Us From Evil, 2010) ISBN 978-3-404-16842-2

Will Robie

1: Der Killer (2014, Originaltitel: The Innocent, 2012), ISBN 978-3-7857-2512-2
2: Verfolgt (2015, Originaltitel: The Hit, 2013), ISBN 978-3-7857-2540-5
3: Im Auge des Todes (2016, Originaltitel: The Target, 2014), ISBN 978-3-7857-2563-4
4: Falsche Wahrheit (2017, Originaltitel: The Guilty, 2015) ISBN 978-3785725894
5: Der Feind im Dunkeln (2018, Originaltitel: End Game, 2017) ISBN 978-3785726396

John Puller

1: Zero Day (2013; Originaltitel: Zero Day, 2011) ISBN 978-3-453-26906-4
2: Am Limit (2015, Originaltitel: The Forgotten, 2012) ISBN 978-3-453-26926-2
3: Escape (2015, Originaltitel: The Escape, 2014) ISBN 978-3-453-27010-7
4: No Man’s Land (2018, Originaltitel: No Man’s Land, 2016) ISBN 978-3453271616

Atlee Pine

1: Ausgezählt (2019; Originaltitel: Long Road to Mercy, 2018) ISBN 978-3-453-27228-6
2: Abgetaucht (2020; Originaltitel: A Minute To Midnight 2019)ISBN 978-3453273122
3: Eingeholt (2021; Originaltitel: Daylight 2020) (Crossover mit der John-Puller-Serie) ISBN 978-3453273450
4: Abgerechnet (2022; Originaltitel: Mercy 2021) ISBN 978-3453274006

Vega Jane
(bisher noch nicht auf Deutsch erschienen)

1: The Finisher (2014)
2: The Keeper (2015)
3: The Width of the World (2017)
4: The Stars Below (2019)

Aloysius Archer
(bisher noch nicht auf Deutsch erschienen)

1: One Good Deed (2019)
2: A Gambling Man (2021)
3: Dream Town (2022)

Ned Devine

1) The 6:20 Man
2) The Edge
3) To Die For

Nash

1) Nash Falls
2) Hope Rises

Sonstige Bücher

Der Präsident (1996; Originaltitel: Absolute Power, 1996)
Das Labyrinth (1999; Originaltitel: Total Control, 1997)
Die Versuchung (1998; Originaltitel: The Winner, 1998)
Die Wahrheit (1999; Originaltitel: The Simple Truth, 1998)
Die Verschwörung (2000; Originaltitel: Saving Faith, 1999)
Das Versprechen (2002; Originaltitel: Wish You Well, 2000)
Der Abgrund (2003; Originaltitel: Last Man Standing, 2001)
Das Geschenk (2003; Originaltitel: The Christmas Train, 2002)
Auf Bewährung (2012; Originaltitel: True Blue, 2009)
Das Glück eines Sommers (2012; Originaltitel: One Summer, 2011)
Todeszeiten (2013, Kurzgeschichte; Originaltitel: No Time Left, 2010)
Der Komplize (2014, Kurzgeschichte; Originaltitel: Bullseye, 2014)

Herausgeber: FaceOff. Doppeltes Spiel. (Originaltitel: FaceOff, 2014) Wilhelm Goldmann Verlag, München 2014, ISBN 978-3-442-48189-7

Freddy and the French Fries
(bisher noch nicht auf Deutsch erschienen)

Freddy and the French Fries: Fries Alive! (2005)
Freddy and the French Fries: The Mystery of Silas Finklebean (2006)
(Quelle: Wikipedia.de)

Mehr Infos: https://www.davidbaldacci.com/ . (Verlagsinfo)

Handlung

Washington, D.C.: Am helllichten Tag zieht ein Mann vor der FBI-Zentrale eine Beretta-Pistole. Er erschießt eine Passantin namens Anne Berkshire – und anschließend sich selbst. Der Mann ist ein unbescholtener Mitbürger und Familienvater, sein Opfer eine sozial engagierte Lehrerin. Und es scheint keine Verbindung zwischen den beiden zu geben.

Amos Decker, der Memory Man, wird Zeuge in unmittelbarer Nähe, da er sich auf dem Weg zu einer Besprechung im FBI-Hauptquartier befindet. Er kann allerdings den Schuss, mit dem sich Walter Dabney töten will, nicht verhindern. Dabney wird sofort ins Krankenhaus gebracht, wo er im Koma liegt. Seine Frau Eleanor eilt herbei, später auch die vier Töchter. Eleanor wusste nicht einmal, dass er überhaupt eine Waffe besaß, erzählt sie Agentin Alex Jamison von Deckers FBI-Spezialeinheit. Doch zuvor sei ihr Mann etwa eine Woche auf einer Reise bis nach New York City gewesen, von der er verändert zurückgekommen war. Und jetzt das – es ist ihr ein Rätsel.

Tiefer graben

Zusammen mit seiner Spezialeinheit für Cold Cases beginnt Decker zu ermitteln. Der letzte Tag von Anne Berkshire verlief ruhig, indem sie zunächst in einem Hospiz für Sterbenskranke mit den Patienten sprach oder ihnen vorlas. Doch ihre fast leere Luxuswohnung ist etwas völlig anders: „Das Penthouse ist in dieser Gegend an die zwei Millionen wert, eher mehr“, meint Todd Milligan, Deckers Kollege. Hinzu kommt noch der edle Mercedes, der, wie sich herausstellt, kaum gefahren worden ist. Anscheinend hat Anne Berkshire ein Doppelleben geführt. Die Frage lautet also, wo sie ihr wahres Leben verbracht hat. Denn es gibt keine Unterlagen, die älter sind als zehn Jahre.

Dabney stirbt in der Klinik – nicht nur an seinen schweren Kopfverletzungen durch den Schuss, sondern auch durch einen bösartigen Hirntumor und ein Aneurysma. Kurz vor seinem Ableben äußert er ein paar Worte, die aber keiner versteht. In seiner Firma, die offenbar zahlreiche Regierungsaufträge ausführte, ist man verstört und nicht sonderlich kooperativ. Von Dabneys ältester Tochter Jules erfährt Decker, dass die Hinterbliebenen die Firma komplett erben werden.

Jules hat zudem einen Schlüssel zugeschickt bekommen, der zu einem Bankschließfach gehört. Dabneys Bank öffnet das Schließfach der Tochter, doch es ist leer. Kein Wunder, wie das Ü-Video zeigt: Dabney selbst hat es geleert, allerdings nicht für sich selbst, sondern für eine mysteriöse Frau in seiner Begleitung. In ihrer Tasche verstaut ist deutlich ein Kästchen zu erkennen. Es handelt sich definitiv nicht um die geheimnisvolle Anne Berkshire. Deren Schulrektorin behauptet, Berkshire hat einen alten Honda gefahren. Das passt überhaupt nicht zu der reichen Penthouse-und-Mercedes-Besitzerin.

Rückzug?

Doch dann fordert ihn Harper Brown, eine Agentin des militärischen Geheimdiensts DIA auf, sich sofort zurückzuziehen: Es bestehe Gefahr für die nationale Sicherheit. Ein Grund mehr für Decker und sein Team weiterzuforschen. Doch die Verfolgung der Spuren, die Anne Berkshire hinterlassen hat, führt zunächst in eine Sackgasse: Die alte Farm, die als Adresse für den zugelassenen alten Honda angegeben ist, erweist sich als Todesfalle. Den USB-Stick, den Decker findet, nehmen ihm bewaffnete Finsterlinge, gleich wieder ab. Aber warum lassen sie ihn am Leben?

Harper Brown von der DIA muss endlich mit mehr Infos herausrücken, findet Decker. Sie lässt sich ein wenig erweichen. Walter Dabney habe militärische Sicherheitsgeheimnisse an eine unbekannte Partei verkauft. Decker wundert sich, wozu Dabney das Geld brauchte, denn er besaß ja eine lukrative Firma und eine feudale Villa. Die erste Antwort liefert die Autopsie seiner Leiche: einen Hirntumor und ein Aneurysma. Er hatte nicht mehr lange zu leben. Doch dafür brauchte er das Geld nicht, denn er lehnte eine Behandlung ab. Sein Motiv kommt von Natalie, der jüngsten Tochter, die bislang in Paris lebt: Ihr Mann hatte enorme Spielschulden, und mit Daddys zehn Millionen wurden sie beglichen.

Wer ist der geheimnisvolle Dritte, der Dabney die Geheimnisse abkaufte und ihn möglicherweise zwang, Anne Berkshire zu töten? Im Gespräch mit Harper Brown tippt Decker darauf, dass die Lehrerin mit tiefen Hintergrund eine Whistleblowerin gewesen sein könnte.

Eine neue Wohngegend

Deckers Freund Melvin Mars, der aus dem Knast geholte Ex-Footballspieler, hat in Anacostia ein Wohnhaus am gleichnamigen Fluss gekauft. Deckers Kollegin Alex Jamison merkt schnell, dass das Haus, in dessen Penthouse sie logieren dürfen, in einem „Problemviertel“ liegt. Ringsum stehen Bauruinen oder solche, die sich gerade im Umbau befinden. Der Mieter Tomas Amaya wohnt mit seinem Sohn Danny im Mars-Haus, geht aber tagsüber auf dem Bau arbeiten.

Eines Morgens sitzt Decker auf der Eingangstreppe, als er beobachtet, wo Amaya von zwei Gangstern in die Mangel genommen wird. Decker geht sofort dazwischen und vertreibt die Gangster mit seiner FBI-Marke und seiner Pistole. Sie ziehen ab, doch Amaya will nicht sagen, wer sie waren, und lehnt auch jede Hilfe ab. Offenbar wird er erpresst, dass man sich an seinem Sohn vergreifen werde.

Wie übel diese Typen sind, erweist sich ein paar Tage später, als Decker nach Amayas Arbeitsplatz sucht. Er gerät in eine Szene, in der die Gangster im Keller eines Neubaus eine Leiche einbetonieren wollen – und Amaya gleich dazu. Decker muss dazwischengehen, um einen weiteren Mord zu vereiteln, gerät in Bedrängnis – und erhält Hilfe von unerwarteter Seite…

Mein Eindruck

Die Handlung schlägt so lange Haken, bis dem Leser ganz schwindlig ist. Viele Schichten der Wirklichkeit bzw. Wahrheit werden aufgedeckt, bis endlich eine haltbare Theorie des wahren Sachverhalts herausgeschält worden ist, vor allem von Decker. Viele male muss er sich in seinen Kopf zurückziehen, um Abläufe oder Sinneseindrücke zu überprüfen. Immer wieder stößt er dabei auf Ungereimtheiten und Falschaussagen. Weil niemand die – vollständige – Wahrheit zu sagen scheint, muss er seine Annahmen ständig korrigieren. Zeitweilige Überblicke über die Befunde fassen seinen Kenntnisstand bündig zusammen. So ist der Leser stets auf dem Laufenden.

Auf diese Weise geraten immer mehr Personen ins Zwielicht dieser Schattenwelt der Spione, bis er sogar an Harper Brown zweifelt, sobald diese ein eindeutiges Interesse an Deckers Freund Melvin Mars an den Tag legt. Er muss tiefer graben. So stößt er auf Spuren, die nach Russland führen, aber auch auf eine Akteurin, die aus der ehemaligen DDR stammt.

Opfer des DDR-Sports

Ellie Dabney war, wie sie sehr spät widerwillig zugibt, Hochleistungssportlerin für die DDR und musste leistungssteigernde Anabolika nehmen. Diese machten sie krank, führten zu einer Totgeburt und zwei Fehlgeburten sowie zu Missbildungen und Asthma bei den vier überlebenden Töchtern. Mit anderen Worten, sie hatte einen guten Grund, auf ihre früheren „Führungsoffiziere“ wütend zu sein und aussteigen zu wollen, genau wie ihr Mann. Und die einzige Kontaktperson war nun mal diese obskure „Anna Berkshire“, die in Wahrheit ganz anders hieß. Der Treffpznkt war wohl das Kinderhospiz.

Das Kinderhospiz

Der zehnjährige Joe hat Leukämie und wird mit Sicherheit sterben. Doch das ist für Decker und Jamison kein Grund, ihn aufzugeben. Ganz im Gegenteil: Sie und Melvin muntern den Jungen auf jede erdenkliche Weise auf. (Diese Szenen gehen jedem mitfühlenden Leser zu Herzen, und das mit voller Absicht des Autors.)

Bei ihren Besuchen entdecken die Ermittler, dass das Hospiz von den russischen Spionen als Umschlagplatz für Geheiminformationen missbraucht wird. Eine weitere Stelle, wo Geheimnisse den Besitzer wechseln, ist das Heim der Dabneys: Hier spielen Puppen die Rolle eines toten Briefkastens. Wenn das nicht so hinterlistig wäre, müsste man es „grotesk“ nennen.

Die deutsche Kanzlerin

Warum vor dem FBI-Hauptquartier, fragt sich Decker ständig, warum brachte sich Walter Dabney an diesem besonderen Ort um? Theoretisch müsste das Hoover Building von innen und außen mit vielen Kameras überwacht werden, doch der Schein trügt: Es ist so alt, dass inzwischen fast alle Kameras ausgefallen sind. Deshalb also auch die vielen Baustellen, überlegt Decker. Ein ganzer Gebäudetrakt ist in Folie eingekleidet, und in der Nähe wird an einem Schacht gearbeitet. Aber ist das alles echt?

Möglicherweise dient all dieses Brimborium nur der Verschleierung eines bestens vorbereiteten Anschlags, und auf den wollte Dabney indirekt hinweisen. Er hätte sich in Washington, D.C. ja an vielen anderen, weitaus prominenteren Ort erschießen können, etwa vor dem Capitol. Wie in einer nachträglichen Prüfung lässt Decker in seiner makellosen Erinnerung die allererste Szene ablaufen, die er bei Dabneys Mord und Selbstmord erlebte.

Seine Theorie stimmt: Ein Anschlag bevor. Und wie es sich zeitlich ergibt, ist heute die deutsche Kanzlerin mit dem US-Präsidenten zu Besuch beim FBI, um die gefallenen Agenten zu ehren. Decker und seinem Team bleiben nur wenige Minuten, um den Anschlag zu vereiteln.

Die Übersetzung

S. 58: „Was geht es ohne Dabney mit der Firma weiter?“: Statt „was“ sollte es „wie“ heißen.

S. 61: “Von Berkshire gibt er (!) keine Unterlagen, die älter als zehn Jahre sind.“ Statt „er“ sollte es „es“ heißen.

S. 117: “Ihr[e] Gesicht war glatt…“: Das E ist überflüssig.

S. 220: “Nachdem alle Platz genommen hatte[n], …“: Das N fehlt.

S. 342: “Milligan und die NSA-Agentin Brown“: Bis zu dieser Stelle ist Agentin Harper Brown stets als Mitarbeiterin der DIA vorgestellt worden, also des Militärischen Geheimdienstes der USA.

S. 454: “Dabneys Lungen, der Nasengang und der Ösophagus waren sauber.“ Statt Ösophagus sagt man hierzulande meist „Speiseröhre“, aber Ösophagus klingt natürlich viel wissenschaftlicher.

S. 466: “Decker, es gab eine biorhythmische Sicherheitsschwelle.“ Nachdem ich meinen Lachkrampf überwunden hatte, versuchte ich mir vorzustellen, was anstelle von „biorhythmisch“ gemeint sein könnte. Da kam ich auf „biometrisch“. Gibt‘s heute überall. Warum nicht gleich so?

S. 484 ff: Ab dieser Stelle legt Decker offen, was Ellie Dabney, geboren in der DDR, als Spionin getan haben muss.

Unterm Strich

Atemlos hab ich auch diesen Baldacci-Thriller in wenigen Tagen verschlungen. Die zahlreichen unerwarteten Wendungen ließen mich ständig rätseln, wie das alles zusammenhängt und wo das alles wohl enden wird. Actionszenen bildeten die besondere Würze, die mich bei der Stange und wach hielten. So gelingt es dem Autor, die eher rührseligen Szenen wie die beim kranken Joey einzuschmuggeln – dieses Thema ist dem Autor wirklich ein Anliegen, wie aus seiner Biografie hervorgeht. Er schreibt nicht, um Millionen für den eigenen Bedarf zu scheffeln, sondern um wohltätige Zwecke und Einrichtungen zu unterstützen.

Auf überraschende Weise tauchen hier einige Deutsche auf. Die Kanzlerin kommt nach Washington, D.C. zu Besuch und gerät ins Visier der russischen Agenten. Das wird ganz schön knapp für Deckers Team. Noch erstaunlicher ist der Auftritt einer ehemaligen Sportlerin der DDR, keine andere als Ellie Dabney. Ihr gesamter Lebenslauf ist ebenso erfunden wie der von Anna Berkshire. Sie zahlt einen hohen Preis für die Einnahme der Anabolika in der DDR.

So mancher Leser, der sich mit Sicherheitstechniken auskennt, mag sich fragen, was denn Dabneys Firma so Brisantes an die Russen verkaufen konnte, um die vermeintlichen „Spielschulden“ von Natalies Mann zu bezahlen. (auch das nur eine von vielen Lügen, die Decker aufdeckt.) Dabney verkaufte Hintertüren für die Computer-basierten Sicherheitsmechanismen, die DIA und die anderen Geheimdienste nutzten. DIA-Agentin Brown zählt mit: Durch diese Backdoors seien bereits zehn Agenten aufgeflogen, weil ihre Kommunikation entschlüsselt worden war. Und wer in dieser Schattenwelt der Spione auffliegt, der ist schon bald tot. (Man denke etwa an die „NOC-Liste“ in „Mission Possible“ 1. NOC-Liste steht für „Non-Official Cover List“: Die Liste enthält Decknamen und die zugehörigen wahren Identitäten von Agenten ohne offiziellen diplomatischen Schutz.)

Die Bedeutung des deutschen Buchtitels ergibt sich aus der Handlung, aber beim Originaltitel ist das kniffliger: „fix“ kann so vieles bedeuten, dass daraus ein eigenes Wortspiel wird. Mittlerweile gibt es seit 2024 eine TV-Thrillerserie mit diesem Titel. Darin ist der titelgebende „fix“ die Einnahme einer Droge.

Fazit: 4,5 von 5 Sternen.

Taschenbuch: 544 Seiten plus Leseprobe von „Downfall“
O-Titel: The Fix, 2019
Aus dem Amerikanischen von Uwe Anton.
ISBN-13: 978-3453271609www.heyne.de

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)