Die Handlung:
Zugegeben, Mrs Patricia Osborne ist eine etwas seltsame Dame. Ihrer Nichte Allie geht sie damit auf die Nerven, dass sie behauptet, Spinnweben seien hervorragende Heilkräuter. Sie erzählt Allie, dass sie abends vor dem Schlafengehen mit einem Messer einen Kreis um ihr Bett zieht, um sich vor drohendem Unheil zu schützen. Außerdem lädt sie nachts zu geheimnisvollen Zusammenkünften ein. Allie bittet deshalb die drei ??? diesen Rätseln auf den Grund zu gehen. Unserer Detektive schleichen sich bei Mrs Osborne ein und beobachten schauerliche Dinge. Was sie wohl gesehen haben? (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Im Jahr 2023 wurde dieses klassische Abenteuer der Drei ??? im Mehrkanalton in deutschen Planetarien uraufgeführt. Jetzt erscheint es auf CD (und als Download) in Stereo für den Hausgebrauch.
Wie auch schon beim Fall „Die schwarze Katze“ wird hier der erweiterte Zeitrahmen genutzt, um die Hörspieladaption dichter an den Originialroman heranzubringen. Früher waren die Hörspiele ja auch knapp um die Hälfte kürzer als heute. Diese Folge hier brachte 45:23 Minuten auf die Kassette.
Warum gerade nun diese Folge ausgewählt wurde, um eine Mehrkanalüberarbeitung zu bekommen, liegt auf der Hand. Die Story lädt die Tontechniker direkt ein, sich auszutoben. Gruselig schräger Singsang bei esoterisch-okkulten Veranstaltungen eignen sich perfekt, um in 3D um die Zuhörerschaft herumzufliegen.
Und für alle, die die Folge nicht kennen, hier ein paar Eindrücke von dieser Fassung:
Während es in der ursprünglichen Hörspielfassung direkt mit einem Fahrrad-und-Pferd-Unfall losgeht, bei dem wir auch Allie treffen, erleben wir hier erst mal Justus in Badehose beim Frühstück. Den Unfall gibts aber auch noch, aber später, damit wir auch in dieser Neufassung das Mädchen kennenlernen können.
Nicht nur sie, auch ihrer Tante begegnen wir schnell und wissen nun auch, wie sie drauf ist. Ein wenig ungewöhnlich für die meisten, aber nur, weil jemand Naturheilkunde zu schätzen weiß, muss er ja nicht zwingend halluzinieren … oder sie. Aber, Spinnenweben sollte man wirklich nicht auf frische Wunden legen, das ist viel zu unhygienisch, auch wenn sie aus Proteinen bestehen.
Dann aber gibts endlich einen Auftrag für die Jungs. Allie kommt zurück und bittet die Detektive um Hilfe. Sie will diesen Herrn Asmodi loswerden, den ihre Tante so toll findet. Seitdem der da ist, gibts im Haus so ungewöhnliche Laute und Geräusche, dass sogar Marie (eine Hausangestellte von Patricia Osborne) weggelaufen ist.
Natürlich nehmen die Jungs den Auftrag an und erleben direkt am Abend eine Kultsitzung mit Schadzauberversuch … nebst schrägem Gruselgesang.
Dem gehen sie dann nach und ermitteln immer mehr in Richtung „Teufel“, „Satan“ und Okkultismus. Verdächtige (warum auch immer die verdächtig sind) gibts einige und schräg sind sie und gewalttätig zum Teil auch.
Wer von denen will denn nun letztendlich was genau mit dieser Gruselshow erreichen? Und ist Patricia Osbourne Opfer oder Mittäterin dabei?
Die Sprecher und ihre Rollen:
Erzähler – Axel Milberg
Justus Jonas, Erster Detektiv – Oliver Rohrbeck
Peter Shaw, Zweiter Detektiv – Jens Wawrczeck
Bob Andrews, Recherchen und Archiv – Andreas Fröhlich
Tante Mathilda – Karin Lieneweg
Onkel Titus – Rüdiger Schulzki
Allie Jamison – Katrin Fröhlich
Marie – Susanne Wulkow
Patricia Osborne – Barbara Focke
Madelyn Enderby – Caroline Kiesewetter
Noxworth – Maio Ramos
Asmodi – Hanns-Jörg Krumpholz
Wache – Wolfgang Karven
Morton – Michael Prelle
Hendricks – André Beyer
Landstreicher – Jürgen Thormann
Mara – Katha Brügger
Dr. Shaitan – Tim Grobe
Barrister/Bentley – Douglas Welbat
TV-Sprecher – Roman Rossa
Mrs. Compton – Heidi Schaffrath
Krankenschwester – Sarah Madeleine Tusk
Trackliste:
CD1
1. Das Mädchen auf der Schimmelstute
2. Zuflucht bei Nacht
3. Die singende Schlange
4. Hinter der Mauer
5. Ein Opfer der Schlange
6. Die goldene Kobra
CD2
7. Die Diamanten der Kaiserin
8. Dr. Shaitans Geister
9. Tante Patricia in Bedrängnis
10. Ein Opfer der Angst
11. Maras weiße Magie
12. Schluss mit der Schlangenbeschwörung
Technik-Credits:
Hörspielbuch: André Minninger
Regie: Heikedine Körting
Tonregie & Mischung: Pierre Brand
Produktion & Redaktion: Maike Müller, Matthias Krauße, Markus Schäfer
Musikalische Leitung: André Minninger
Tongestaltung: Paul Timmich
Sprachschnitt: Pierre Brand, Isa Köroglu
Aufgenommen im Primetime Studio und im Studio Körting, Hamburg
Geräuschemacher: Martin Langenbach
Foley Recordings: Christoph Oertel
Titel- & Schlussmusik: Jan-Friedrich Conrad
Score: Jan-Friedrich Conrad, Constantin Stahlberg, Betty George, Jens-Peter Morgenstern
Cover-Illustration: Aiga Rasch
Cover-Design: KB&B – Family Marketing Experts
Die Ausstattung:
Die schwarzen CDs stecken in einem Digipak. Auf die Pappe sind die Aufstellung der Sprecher und ihre Rollen gedruckt, eine kurze Inhaltsangabe, die Tracknamen und die Technik-Credits.
Die CDs selbst sind mit dem Cover der Box bedruckt, aber einmal in rot und einmal in gelb.
Mein Fazit:
Die XL-Fassung dieses klassischen und wie gewohnt robusten und lebensbedrohlichen Abenteuers bietet den vielen Freunden dieser Hörspielfolge wie erwartet einen tieferen Einblick in das Story-Konstrukt.
Das wird aufgrund der Länge ausführlicher übernommen und zeigt zum einen, dass für die Kassettenkinder-Version zwar gekürzt wurde, aber beide Varianten Spaß machen können. Jetzt dauert der Spaß doppelt so lange, bleibt aber dennoch kurzweilig.
Auch wenn ihre Stimme mittlerweile etwas reif für die Rolle der „Allie“ klingt, ists für Langzeitfans doch schön, dass Katrin Fröhlich den Part wieder übernimmt. Und auch ihre „Tante“ ist wie damals mit Barbara Focke besetzt.
Axel Milberg gibt einen hervorragenden Peter Pasetti (der Erzähler des Hörspiels aus dem Jahr 1981) und auch alle anderen Sprecher machen einen guten Job,
An welchen Stellen im Planetarium der Mehrkanalton zu hören ist, ist leicht zu erkennen und auch die Sprecher sind oftmals akustisch stark in die eine oder andere Ecke geschubst worden, damit das in diesem Szenario bestens zur Geltung kommt. Bei Stereo-Lautsprechern klappte das für mich nicht ganz so toll.
2 Audio-CDs
CD1: 47:44 Min.
CD2: 42:33 Min.
Vom Planetarium empfohlen ab 10 Jahren
1. Auflage, März 2026
www.play-europa.de
Der Autor vergibt: 




