Rüdiger Bertram – Ninas Monster. Falsch geliefert

Worum geht’s?

Im Mittelpunkt dieser charmanten Bilderbuchgeschichte steht Nina, deren Alltag plötzlich durcheinandergerät, als ein großes Paket vor ihrer Tür landet – allerdings mit dem klaren Hinweis, dass es eigentlich nicht für sie bestimmt ist. Neugierig öffnet sie die Kiste und wird mit einer überraschenden Situation konfrontiert: Ein großes, zotteliges Monster klettert heraus. Statt Angst und Schrecken entfaltet sich jedoch eine warmherzige Geschichte über das Fremde, das sich als gar nicht so unheimlich entpuppt.

Inhalt

Nachdem Nina das mysteriöse Paket geöffnet hat, steht sie einem Wesen gegenüber, das auf den ersten Blick furchteinflößend wirken könnte. Doch schnell zeigt sich, dass das Monster weder gefährlich noch böse ist – vielmehr wirkt es ein wenig verloren und unbeholfen in seiner neuen Umgebung.

Nina überwindet ihre anfängliche Unsicherheit und beginnt, sich mit dem unerwarteten Gast auseinanderzusetzen. Dabei entdeckt sie nach und nach dessen freundliche und verspielte Seite. Zwischen den beiden entwickelt sich eine vorsichtige, aber stetig wachsende Verbindung.

Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach dem richtigen Bestimmungsort des Monsters. Diese Reise ist weniger eine große äußere Abenteuerhandlung, sondern vielmehr eine einfühlsame Entwicklung der Beziehung zwischen Nina und dem ungewöhnlichen Wesen. Die Geschichte lebt von kleinen Momenten, liebevollen Details und der Erkenntnis, dass Vertrauen Zeit braucht – aber wachsen kann, wenn man sich darauf einlässt.

Am Ende geht es nicht nur darum, den „Fehler“ der falschen Lieferung zu korrigieren, sondern auch um die Frage, was man aus unerwarteten Begegnungen mitnimmt – und wie sehr sie einen verändern können.

Mein Eindruck

Dieses Bilderbuch überzeugt vor allem durch seine ruhige, warme Erzählweise und die stimmungsvollen Illustrationen, die eine ganz eigene Atmosphäre schaffen. Die Bilder sind detailreich und laden dazu ein, immer wieder Neues zu entdecken – gerade für Kinder ein großer Pluspunkt.

Besonders gelungen ist die Figur des Monsters: Es wirkt auf sympathische Weise anders, ein bisschen tollpatschig und zugleich sehr zugänglich. Dadurch wird Kindern die Angst vor dem Unbekannten auf sanfte Weise genommen. Nina selbst ist eine Figur, mit der sich junge Leserinnen und Leser gut identifizieren können – neugierig, zunächst vorsichtig, aber offen genug, sich auf Neues einzulassen.

Die Geschichte verzichtet bewusst auf schnelle Action oder laute Spannung und setzt stattdessen auf leise Zwischentöne. Genau das macht ihren besonderen Reiz aus. Sie vermittelt wichtige Werte wie Empathie, Mut und Offenheit, ohne jemals belehrend zu wirken.

Über den Autor und den Illustrator

Rüdiger Bertram wurde 1967 in Ratingen geboren und arbeitete nach seinem Studium (Geschichte, Volkswirtschaft und Germanistik) zunächst als freier Journalist. Heute schreibt er Drehbücher und hat zahlreiche erfolgreiche Bücher für Kinder veröffentlicht. Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern lebt er in Köln.

Mateo Dineen, 1972 in San Mateo/Kalifornien geboren, studierte Illustration an der Academy of Art University in San Francisco. Seit 2004 lebt er als freischaffender Künstler in Berlin. Bekannt wurde er durch seine Monster-Gemälde im Comic-Stil. (Verlagsinfo)

Fazit

„Ninas Monster. Falsch geliefert“ ist ein wunderschön gestaltetes Bilderbuch, das mit viel Herz erzählt wird. Es zeigt auf einfühlsame Weise, dass das Fremde oft weniger beängstigend ist, als es zunächst scheint – und dass in unerwarteten Begegnungen großes Potenzial für Freundschaft steckt.

Ein ideales Vorlesebuch für Kinder im Kindergarten- und frühen Grundschulalter, das sowohl optisch als auch inhaltlich begeistert und noch lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt.

Gebunden: 144 Seiten
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
ISBN: ‎ 978-3864296765

www.penguin.de

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