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Fünf Freunde und die verlorenen Blüten (Folge 86)

_Story:_

Die Fünf Freunde werden von Onkel Quentin eingeladen, der Pflanzenausstellung in Kirrin beizuwohnen und sich dort auch aktiv einzubinden. Die Organisation läuft prächtig an, und als das Quintett gebeten wird, nach einem alten Hausrezept Crêpes für die Gäste zu backen und diese an einem eigenen Stand zu verkaufen, scheint das Fest für alle Beteiligten schon vorab ein Riesenerfolg zu sein. Doch der eigenartige Kevin verdirbt den Freunden gleich mehrfach die gute Laune; zunächst gerät er mit George aneinander, weil er ein Problem mit deren Vierbeiner hat, und kurz darauf offenbart sich ein Pflanzenverkäufer als eigenartiger Aussteller, da er unter anderem auch Cannabis im Angebot hat.

Als der erste Verkaufstag schließlich damit endet, dass die Fünf haufenweise Falschgeld eingenommen haben, entwickelt sich die Ausstellung zur Katastrophe. Doch Julian, Dick, Anne, George und Timmy lassen sich nicht so leicht in die Enge treiben und stellen dem Betrüger eine Falle …

_Persönlicher Eindruck:_

Seit einiger Zeit bereits erfährt Enyd Blytons legendäre Jugendbuchserie auf dem Hörspielmarkt wieder richtig Schwung. Die Release-Zyklen haben sich verkürzt, die einzelnen Episoden sind wieder viel lebendiger erzählt, und auch die Sprecher scheinen neue Motivation gewonnen zu haben, um das britische Original hierzulande noch einmal richtig fein in Szene zu setzen.

Ein besseres Beispiel für diese These könnte es in Form von Episode 86, „Fünf Freunde und die verlorenen Blüten“, auch kaum geben. Die Story ist stark, die Arrangements sehr abwechslungsreich und das sprachliche Fundament astrein – gerade hier hat man der Konkurrenz von „TKKG“ mittlerweile wieder längst das Wasser abgegraben.

Die aktuelle Folge orientiert sich hierbei nicht nur sprachlich sehr stark an den Anfängen der Serie. Die Thematik ist klassisch, typisch englisch eigentlich, und wird nicht nur von den Sprechern sehr sympathisch transferiert. Auch das allgemeine Stimmungsbild und die generelle Erzählatmosphäre überzeugen durchweg, speziell im flotten Finale, bei dem die Spannungskurve sehr harmonisch aufgebaut wird und schließlich mit einer schönen Spitze und einem würdigen Abschluss endet.

Bis hierhin hat man eigentlich auch alles gehört, was man an dieser Serie schätzt. Angefangen bei den freundlichen Charakteren, über die ständige Einbeziehung kultureller Events und Begebenheiten bis hin zu den zahlreichen Wendungen, von denen auch Nr. 86 stark gezeichnet ist. Lediglich der Start ist ein bisschen schwierig, da man sich gehörig Zeit nimmt, um eine Basis zu schaffen und den Zuhörer an das Thema und den Fall heranzuführen. Hier hätte man womöglich reduzieren und später zusätzliche Parts in den mittleren Teil anhängen können. Dieser überzeugt aber auch in der vorhandenen Variante, bietet eine prima Überleitung und verdient letzten Endes, ebenso wie „Fünf Freunde und die verlorenen Blüten“ im Allgemeinen das Prädikat ‚besonders gut‘!

Wem die interaktiven Geschichten um die vier Jugendlichen und ihren Hund nicht ganz so gut gefallen, der sollte daher spätestens hier wieder hellhörig werden. Das hier ist nämlich absolut hörenswert!

_Sprecher:_

Erzähler – Lutz Mackensy
Julian – Ivo Möller
Dick – Jannik Endemann
Anne – Theresa Underberg
George – Alexandra Garcia
Tante Fanny – Ursula Sieg
Onkel Quentin – Andreas von der Meden
Pastor Fletcher – Achim Schülke
Mrs. Botterbloom – Ingrid Andree
Jean Paul Legrand – Oliveer Bouchè
Yvette Legrand – Celine Fontanges
Kevin Blossom – Jona Mues
Mann am Strand – Mike Olsowski
Krämer Mr. Kinsey – Klaus Dittmann
Polizist – Volker Bogdan
Kunde – Tim Kreuer

Buch: Katrin Dorn
Redaktion: Hilla Fitzen, Wanda Osten
Produktion und Regie: Heikedine Körting
Effkte André Minninger
Musik: Tonstudio EUROPA

|Audio-CD oder -MC mit 57 Minuten Spielzeit
ASIN: B0032E5952|

_“Fünf Freunde“ bei |Buchwurm.info|:_
[„Fünf Freunde verfolgen den Wilderer“ (Folge 74) 4674

Fünf Freunde verfolgen den Wilderer (Folge 74)

_Besetzung_

Erzähler – Lutz Mackensy
Julian – Ivo Möller
Dick – Jannik Endemann
Anne – Theresa Underberg
George – Alexandra Garcia
Tante Fanny – Ursula Sieg
Cora – Heidi Berndt
Charles: Gernot Endemann
Jo – Mia Diekow
Brendan – Tobias Schmidt
Russel – Christian Senger
Lenny – Patrick Bach
Jason Carter: Douglas Welbat
Lady Wollington – Sabine Schmidt-Kirchner
Imelda Meade – Elga Schütz
Laura – Stephanie Kirchberger

_Story_

Anlässlich der Hochzeit ihrer alten Bekannten Cora reisen die fünf Freunde nach Nottingham, um den Feierlichkeiten beizuwohnen und auch Jo wiederzutreffen. Allerdings werden die Hochzeitsvorbereitungen von einigen Vorfällen im Revier von Charles Hamilton, dem ortsansässigen Förster und Coras zukünftigem Mann, überschattet. Gleich mehrere grausam getötete Tiere werden binnen kürzester Zeit entdeckt und legen die Vermutung nahe, dass das Gebiet von Wilderern heimgesucht wird. Während Charles‘ Kollegen bereits Überschichten zur Hege des Waldes schieben, und auch der Förster selber der Verzweiflung nahe ist, schreitet auch noch die Forstbehörde ein und droht, das Revier an jemand anderen zu vergeben. An eine glückliche Feier ist da kaum noch zu denken.

Die fünf Freunde jedoch sind fest entschlossen, der Sache auf die Spur zu kommen und die Wilderer aufzuspüren. Allerdings ist Schnüffelei in der ländlichen Umgebung Nottinghams absolut nicht gerne gesehen. Lady Wollington, der Bauer Jason Carter und die merkwürdige Imelda Meade stellen sich den Jugendlichen immer wieder in den Weg, machen sich somit aber auch prompt verdächtig. Umso schwieriger ist es jedoch für die Junior-Detektive, aus der wachsenden Zahl Verdächtiger den tatsächlichen Missetäter herauszufiltern – und dies, noch bevor Hamilton endgültig seinen Posten verliert.

_Persönlicher Eindruck_

Während die Umbenennung der drei Detektive aus Rocky Beach einen erneuten qualitativen Einbruch ihrer Hörspiel-Serie bewirkte und TKKG nach der sprachlichen Neuorientierung seit geraumer Zeit ein eher ambivalentes Gesamtbild ergibt, sind die „Fünf Freunde“ ihrer charmanten Ausstrahlung all die Zeit über stets treu geblieben. Man könnte dies jetzt auch negativ auslegen und von einer mangelnden Weiterentwicklung reden, was angesichts der teils naiven Charaktere auch phasenweise angebracht wäre, jedoch ist die konsequente Stiltreue wohl letzten Endes doch der Auslöser dafür, dass die „Fünf Freunde“ als einzige Serie des einstigen Triumvirats bis heute von schärferer Kritik verschont blieb.

Dieser Umstand soll sich auch im Anschluss an die neueste Hörspielveröffentlichung der britischen Schnüffelnasen nicht ändern, wenngleich die Story inhaltlich – zumindest im Rahmen der Serie – recht hart ist. Die Beschreibung der Tiermorde, gleichzeitig aber auch der zwischenmenschliche Umgang sind fast schon ungewöhnlich heftig, wobei man dies natürlich jederzeit im Kontext der bisherigen Erscheinungen verstehen muss. Doch der Action-Teil, wenn man ihn denn so nennen darf, ist in „Fünf Freunde verfolgen den Wilderer“ doch vergleichsweise groß.

Des Weiteren ist die nunmehr schon 74. Episode der Reihe eine ziemlich spannende. Die Frage um Charles‘ Zukunft als Förster will erörtert werden, aber auch die Suche nach dem Wilderer ist etwas verzwickter und leitet die Hörer selber zum munteren Miträtseln an. Mehrere Wendungen stellen die Handlung ständig auf den Kopf, und als schließlich das Ergebnis präsentiert wird, dürfte so mancher Laiendetektiv vor den heimischen Boxen doch ein wenig überrascht über die Auflösung sein. Genau so stellt man sich einen guten, lebendigen Jugend-Krimi vor.

Die Sprecher lassen unterdessen auch nichts anbrennen, wenngleich die fünf Hauptdarsteller bei ihrer Ankunft in Nottingham schon ein wenig Süßholz raspeln und der Humor nicht jedermanns Geschmack sein dürfte. Es stellt sich jedenfalls heraus, dass die gesamte Besetzung ambitioniert bei der Sache ist, und das kommt dem Hörspiel sowie auch der guten Atmosphäre der Story merklich zugute.

Insgesamt hinterlässt „Fünf Freunde verfolgen den Wilderer“ einen richtig anständigen Eindruck und überzeugt mit spannungsvoller Story, charmanten Figuren und teils auch fein eingewobener Action. Oder anders gesagt: Episode 74 bringt alle Voraussetzungen mit, welche die Serie nach all den Jahren weiterhin zur festen Konstanten im deutschen Hörspiel-Universum machen!

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