Schlagwort-Archiv: Heyne

Terry Bisson – Talking Man. Fantasy- Roman

Viele wundersame Dinge

Dieser Fantasy-Roman ist wie ein Roadmovie aufgebaut. Aber die Suche der Tochter nach ihrem verschwundenen Vater, dem titelgebenden Magier, führt sie von Kentucky bis an den Nordpol. Dort findet ein ungewöhnlicher Showdown statt.

Der Autor Terry Bisson kennt sich mit Kentucky- und Tennessee-Whiskey (was ist nun Scotch und was Bourbon?) aus, mit allerlei Schießprügeln und natürlich mit dem Tabakanbau. Dass er von von all diesen Dingen und noch dazu ausgezeichnet zu erzählen versteht, beweist er in dem vorliegenden Roman „Talking Man“, den der Heyne-Verlag 1999 dreizehn Jahre nach dem Original veröffentlichte.

Dem Leser seien auch Bissons preisgekrönte Storysammlung „Die Bären entdecken das Feuer“ und der Roman „Mars live“ empfohlen.

Der Autor
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Bruce Sterling – Inseln im Netz. Zukunftsroman

Anno 2020: Die Nationalstaaten haben ihren politischen Einfluss weitgehend verloren, Multis beherrschen mithilfe einer perfekt vernetzten Informationstechnik die Welt. Laura und David Webster arbeiten als PR-Berater für eine dieser Firmen, Rizome.

Grenada, Singapur und Luxembourg sind Datenoasen – hier wird mit jeder Sorte von Informationen gehandelt. Der Konkurrenzkampf zwischen ihnen ist groß und hat die Ausmaße eines Kleinkriegs angenommen. Rizome schickt Laura und David nach Grenada, um ein Abkommen auszuhandeln. Als Singapur Grenada angreift, kann David entkommen, doch Laura wird gefangen genommen.

In den folgenden drei Jahren wird sie immer tiefer in die Machenschaften von Firmen, Staaten und Terrororganisationen verstrickt, die sie unmöglich durchschauen kann… (Verlagsinfo)

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[NEWS] Sophie Bichon – Wenn die Sonne glüht (Die Himmelsschwestern 2)

Klio kann ihr Glück kaum fassen, als sie 1978 die Zusage für die Stelle als Assistentin bei einem renommierten Fernsehsender in Hamburg bekommt. Endlich kann sie, wie ihre Vorgesetzte Anni Winter, über das berichten, was sich gerade in der Welt tut. Doch als Klio ihrem Idol gegenübersteht, ist Anni ganz anders als gedacht: arrogant, kalt, herablassend. Nur langsam legt sie diese Maske ab, vertraut sich Klio an, und die beiden Frauen überschreiten gemeinsam immer mehr Grenzen. Schon lange war Klio bewusst, dass sie lesbisch ist, doch erst mit Anni kann sie ganz sie selbst sein. Trotzdem muss ihre Liebe ein Geheimnis bleiben. Und dann ist da noch die Familienlegende, die Klio eine verbotene Liebe prophezeit, die kein gutes Ende finden wird. Klio und Anni müssen kämpfen. Für ihre Liebe. Und für eine bessere Zukunft. (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 480 Seiten
Heyne

[NEWS] Anna Lindqvist – Lichterzauber in Schweden

Lilje wird nach Jokkmokk in den hohen Norden Schwedens geschickt, um für das Online-Magazin eines Tourismusunternehmens über den traditionellen Wintermarkt der Sámi zu berichten. Dort angekommen gibt es jedoch eine böse Überraschung: Das Hotel ist überbucht, und Lilje muss sich ein Zimmer mit Juha teilen. Juha ist als Sohn eines Rentierzüchters aufgewachsen, und lebt als Wissenschaftler in Stockholm. Während er Lilje die atemberaubende Schönheit des verschneiten Lapplands zeigt, kommen sich die beiden näher. Doch dann erfährt Lilje, dass Juha ihr etwas verschwiegen hat. Kann der Zauber der Polarnacht die beiden doch noch zusammenführen? (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 416 Seiten
Heyne

Robert Charles Wilson – Bios. SF-Roman

Das Geheimnis der Isis

Als Wissenschaftler von der Erde erforschen, ob der nur wenige Lichtjahre entfernte Planet Isis für eine Besiedlung geeignet ist, erleben sie eine böse Überraschung: Die Biosphäre dieser bizarren Welt setzt sich zur Wehr. Mikroorganismen entwickeln sich zu gefährlichen Killern, denen ein Großteil der Expeditionsteilnehmer zum Opfer fällt. Wird dem Expansionsstreben des Menschen hier ein für alle Mal eine Grenze gesetzt – oder birgt Isis ein größeres Geheimnis, das unser Verständnis vom Universum völlig verändert? (Verlagsinfo) „Bios“ ist ein wissenschaftlich fundierter und recht spannend geschriebener SF-Roman: ein wahrer Bio-Thriller.

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[NEWS] Adrian Tchaikovsky – Die Feinde der Zeit (Die Zeit 3)

Die Zukunft. Die Erde ist unbewohnbar geworden, und nach einigen fehlgeschlagenen Experimenten ist das Raumschiff Enkidu die letzte Hoffnung der Menschheit. Auf einem neuen Planet Eden gründen die letzten überlebenden Menschen eine Kolonie. Doch Eden ist bereits besiedelt – und die Nachbarn der Menschen bergen ein Geheimnis, das über die Zukunft der ganzen Spezies entscheiden wird. (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 560 Seiten
Heyne

Cixin Liu – Die drei Sonnen (Trisolaris 01)

Die Rache der Astronomin

China, Ende der 1960er-Jahre: Während im ganzen Land die Kulturrevolution tobt, beginnt eine kleine Gruppe von Astrophysikern, Politkommissaren und Ingenieuren ein streng geheimes Forschungsprojekt. Ihre Aufgabe: Signale ins All zu senden und noch vor allen anderen Nationen Kontakt mit Außerirdischen aufzunehmen. Fünfzig Jahre später wird diese Vision Wirklichkeit – auf eine so erschreckende, umwälzende und globale Weise, dass dieser Kontakt das Schicksal der Menschheit für immer verändern wird. (Verlagsinfo)

Die hier besprochene Ausgabe ist ein preisreduziertes Tie-in zum Start der NETFLIX-Serie und wurde von Martina Hasse direkt aus dem Chinesischen übersetzt. Meine erste Rezension hat sich auf eine englische Übersetzung bezogen.

Der Autor

Liu Cixin (* 23. Juni 1963) ist ein chinesischer Science-Fiction-Autor. „Cixin Liu ist einer der erfolgreichsten und produktivsten chinesischen Science-Fiction-Autoren. Seine Romane wurden bereits acht Mal mit dem Galaxy Award prämiert.“ (Amazon.de) Lius Werk wird als Hard Science Fiction angesehen, und die Trisolaris-Romane werden demnächst verfilmt.

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[NEWS] Arne Jensen – Etwas verborgen Schönes

Uckermark, 2018: Ein altes Gutshaus nicht weit vom Nirgendwo entfernt, mitten im Juli. Die Neunzigjährige Ottilie Rabe versammelt ihre weit verzweigte Verwandtschaft, um ihren Nachlass zu regeln. Doch das Treffen reißt alte Wunden auf. Vor allem will sie einem blinden Fleck in ihrer Erinnerung nachgehen. Denn Ottilie hat über Jahrzehnte etwas verheimlicht, und das ist so ungeheuerlich, dass es ihrer aller Leben für immer verändern wird. (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 576 Seiten
Heyne

Wolfgang Jeschke (Hrsg.) – Planetoidenfänger. SF-Erzählungen

Alles ist relativ: Von Planetoiden und Jetpiloten

Diese Storyauswahl präsentiert SF-Erzählungen aus dem SF-Magazin ANALOG, dem Nachfolger von John W. Campbells ASTOUNDING. Der SF-Freund findet hier:

– Die Story eines Überschallflugzeugs im Ersten Weltkrieg;
– Die Titel-Story von den Menschen, die im Asteroidengürtel leben und arbeiten;
– Und die Story von der Befreier GmbH und ihren schärfsten Konkurrenten.

Das Magazin

ANALOG gewann achtmal den begehrten HUGO Award als bestes (US-) Sciencefiction-Magazin. Zusammen mit seinem Vorgänger ASTOUNDING blickte es anno 1983 auf eine rund 50-jährige Geschichte zurück, in der zahlreiche SF-Klassiker erstmals veröffentlicht wurden. Viele berühmte Autoren des Genres begannen auf seinen Seiten ihre Karriere, so etwa Isaac Asimov, Robert A. Heinlein, Theodore Sturgeon und A. E. van Vogt.
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Terry Bisson – Die Bären entdecken das Feuer. Phantastische Kurzgeschichten

Einfallsreiche und mehrfach ausgezeichnete SF-Erzählungen

„Terry Bissons SF-Geschichten bieten alles, was man sich nur wünschen kann: originalität, Humor, Charme, Intelligenz – und sie sprühen geradezu vor Phantasie“. Paul Park, Schriftsteller. Die Titelgeschichte wurde mit drei Preise des Genres ausgezeichnet: dem HUGO, dem NEBULA und dem LOCUS Award. „Die Zukunft der Science Fiction.“ WASHINGTON POST

Der Autor
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Walter Moers – Der Fönig. Ein Moerschen.


Der Furzwellensender mahnt: Kasse dich furz!

Eines Tages erwachte der Fönig zum Gezwitscher einer Fohlmeise, eines Folibris und eines Faninchens, denn in seinem Fönigreich wurden alle Ks durch Fs ersetzt. Ein Moerschen für Erwachsene. (Verlagsinfo) Wieder einmal hat der Vater von Käptn Blaubär und dem kleinen Arschloch zugeschlagen: „Der Fönig“ versetzt die Republik in einen kollektiven Lachkrampf. In „Der Fönig“ verbindet Moers Sprachspiel mit gekonnter Zeichenkunst zu einem recht irrwitzigen Comic-Cocktail – nicht nur für Erwachsene.
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Brian Herbert/Kevin J. Anderson – Mentats of Dune / Die Mentaten des Wüstenplaneten (Die großen Schulen 2)

Das DUNE-Universum: Kampf der Mentaten

85 Jahre nach der Schlacht von Corrin ist das Imperium von Kaiser Salvador mehr denn je in zwei Fraktionen gespalten. Auf der einen baut Josef Venport mit seiner Navigatorengilde seinen Machtbereich aus, auf der anderen führt der Maschinenfeind Manford Torondo seine „Butlerianer“ gegen jede Art von Maschinennutzung. Ein Kulturkonflikt von epischen Ausmaßen ist die Folge, und jede Vereinigung muss wählen, auf welcher Seite sie letzten Endes steht.

Gilbertus Albans hat die Mentatenschule auf Lampadas gegründet. Auf Lampadas befindet sich auch Torondos Hauptquartier. Daher muss Gilbertus sehr vorsichtig agieren, zumal er den Speicherkern des letzten Roboters, Erasmus, wie seinen Augapfel hütet.

Obwohl die letzte Reste der Maschinenverbände und alle Denkmaschinen systematisch vernichtet werden, wagen es die Bene Gesserit, im Verbogenen Computer weiterhin einzusetzen. Ein Jahr zuvor haben sie von kaiserlichen Truppen schwere Verluste hinnehmen müssen, konnten aber ihre Computer und Datenbanken retten und verstecken. Damit planen sie das genetische Schicksal der Menschheit. Weil sich die bislang einzige Ehrwürdige Mutter Raquella unter großem Zeitdruck sieht, betraut sie die einzige andere, neue Ehrwürdige Mutter Valya Harkonnen mit heiklen Aufträgen wie etwa der Wiederbeschaffung der Gendatenbank. Aber Valya Harkonnen verfolgt einen geheimen Racheplan: Sie will Vorian Atreides finden und alle seine Nachkommen eliminieren…

Diese Besprechung basiert auf der Taschenbuchedition der englischsprachigen Originalausgabe.

Die Autoren
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Ursula K. Le Guin – Das Wunschtal. Jugend-Fantasy


Hand in Hand durch Wunderland

„Das Wunschtal“ (The Beginning Place) ist ein relativ früher Fantasyroman der Autorin Ursula K. Le Guin aus dem Jahr 1980. Doch auch hier findet man die gleiche hohe Qualität des Erzählens wie in ihren preisgekrönten und verfilmten Erdsee-Romanen. Allerdings ist die Geschichte selbst wenig bewegend und alles andere als actionreich.

Die Autorin
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Brian Herbert / Kevin J. Anderson – Das Haus Harkonnen (Der Wüstenplanet: Die frühen Chroniken 2)

Die Vorgeschichte eines zweimal verfilmten Bestsellers der Science-Fiction – lohnt sich das überhaupt zu lesen? Es lohnt sich durchaus, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Man sollte auf jeden Fall die Verfilmung „Der Wüstenplanet“ von 1984 gesehen haben (und wer hat das nicht?).

Nicht schlecht wäre es, wenn man auch die literarische Vorlage DUNE dazu kennen und womöglich sogar verstehen würde (das sind immerhin ein paar Millionen Leser weltweit).

Und der Gipfel der guten Voraussetzungen wäre es, wenn man schon den ersten Band der „frühen Chroniken“ gelesen hätte: „Das Haus Atreides„. Aber man muss nicht alles wissen. Jeder Band der „frühen Chroniken“ bringt so viele Erklärungen und Rückverweise, dass man rasch den Anschluss findet. Es gibt allerdings keine Zusammenfassungen wie zu Tad Williams‘ Otherland-Romanen.
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Ken Liu (Hrsg.) – Zerbrochene Sterne. Die besten chinesischen SF-Stories


Durchwachsene Qualität, hoher Preis

Ein junger Mann wird dreimal in der Nacht angerufen – und jedes Mal ist er selbst am anderen Ende der Leitung. Genauer gesagt, sein zukünftiges Ich, und dreimal soll er die Welt vor der unausweichlichen Zerstörung retten. »Mondnacht« lautet der Titel dieser Kurzgeschichte von Cixin Liu, die der preisgekrönte Herausgeber und Übersetzer Ken Liu zusammen mit fünfzehn weiteren Erzählungen der besten Science-Fiction-Autoren Chinas in diesem Band versammelt hat.

Manche sind bereits in der Literaturszene etabliert und international berühmt wie etwa Cixin Liu, Hao Jingfang und Han Song, manche gehören zur jungen, ehrgeizigen Generation wie Qiufan Chen und Xia Jia, und andere wiederum sind in der wachsenden Zunft der Geisteswissenschaftler verwurzelt, zum Beispiel Regina Kanyu Wang und Fei Dao. Sie alle entwickeln in ihren Erzählungen einen kritischen, von der Gegenwartskultur geprägten Blick auf China, und manche Texte konnten erst in der Übersetzung überhaupt veröffentlicht werden. Abgerundet wird dieser Sammelband durch drei Essays, die das Phänomen der chinesischen Science-Fiction ausführlich beleuchten und verständlich machen. (Verlagsinfo)
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James C. Christensen / Alan Dean Foster / Renwick Saint James – Die Reise der Basset. Ein Bilderbuch

Die Familie von Prof. Aisling wird quasi entführt, um den Elfen König Oberons gegen die bösen Trolle beizustehen. Dieses nette Abenteuer zwischen diversen Fabelwesen wurde von Hallmark Pictures mit Beau Bridges in der Hauptrolle verfilmt („Die Unicorn und der Aufstand der Elfen„).

Die Autoren
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Terry Bisson – Mars Live

Geheimnisse und Gefoppte

Jeder Traum lässt sich in Amerika verkaufen, wenn man ihn nur genügend reißerisch verpackt, so auch die Reise zum roten Planeten. Was aber, wenn es dort tatsächlich intelligente Marsianer gäbe?

„Terry Bisson schafft es, den Mars wieder zu einem geheimnisumwiitterten und aufregenden Planeten zu machen.“ (SAN FRANCISCO CHRONICLE) „Eine wundervolle Geschichte.“ (LOS ANGELES TIMES) „Erfrischend und phantasievoll… Das sind die Autoren, von denen die Zukunft der Science Fiction zu erwarten ist.“ (WASHINGTON POST)

Der Autor
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Iain M. Banks – Vor einem dunklen Hintergrund. Zukunftsroman

Ins Chaos

Sharrow war einst Anführerin einer schlagkräftigen Kampftruppe in einem kleinen Handelskrieg. Sie lebt auf dem Planeten Golter im Exil, wo ein Glasstrand noch von älteren Kämpfen zeugt. An diesem Strand bemerkt sie, dass sie von den Huhsz verfolgt wird, einer fanatischen religiösen Gruppe, die ihren Tod fordert. Vorerst bleibt ihr allein die Flucht. Aber sie macht sich auf die Suche nach einer der legendären, verfemten apokalyptischen Waffen der Vergangenheit: einer Lazy Gun. Ihre abenteuerliche Reise, die sie durch das ganze Golter-System führt, wird zu einem Wettlauf mit den Fundamentalisten, die gnadenlos Jagd auf sie machen und bereit sind, die Apokalypse zu entfesseln … (Verlagsinfo)

Ausnahmsweise spielt dieser SF-Roman nicht in Banks‘ Culture-Universum. Anders als in „Exzession“ kommen hier weder intelligente Drohnen noch Agenten der BG vor. Das könnte ein Grund sein, warum das menschliche Ausmaß der Tragödie umso stärker betroffen macht – vorausgesetzt, der Leser ist in der Lage oder bereit, sich mit der Heldin Sharrow zu identifizieren. Da die Welt und die Handlung sowie alle Charaktere aus Sharrows Sicht gesehen werden, sollte die Identifizierung nicht schwer fallen.

Der Autor

Iain Banks ist der wahrscheinlich bedeutendste schottische Schriftsteller der Gegenwart. Seine Mainstream- und Science-Fiction-Romane befassen sich mit aktuellen Themen, sein SF-Zyklus über das Culture-Universum gehört zu den wichtigsten Werken des Genres. Er starb 2013.
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Brian Herbert / Kevin J. Anderson – Das Haus Atreides (Der Wüstenplanet: Die frühen Chroniken 1)

Frank Herberts Sohn Brian hat zusammen mit dem Bestsellerautor Kevin J. Anderson (STAR WARS etc.) eine Trilogie als Vorgeschichte geschrieben, die bei |Heyne| seit Mai 2001 als „Die frühen Chroniken“ erscheint – damals zeitlich passend zur TV-Premiere von „DUNE“.

„Das Haus Atreides“ ist der erste Band, „Das Haus Harkonnen“ der zweite, und „Das Haus Corrino“ bildet den Abschluss. Dieser letzte Band ist im Mai 2002 erstmalig auf Deutsch erschienen, der Termin für die Neuauflage aller drei Bände war der November 2005.

Für Fans des „Wüstenplanet“-Zyklus (oder auch nur des ersten Bandes) ist diese neue Trilogie natürlich ein absolutes Muss. Doch auch SF-Lesern, die DUNE nicht kennen, bringt die Trilogie das Vergnügen, eine flotte, komplexe und spannende Story zu lesen.

Allerdings – und das ist das große Manko – haben die Autoren, um ihre Story nicht zu überfrachten, auf zahlreiche Hintergrundinformationen verzichtet. Entweder liest man also den ersten DUNE-Roman in der gelungenen |Heyne|-Ausgabe von 2001, oder man greift zu der Wüstenplanet-Enzyklopädie aus den 80er-Jahren. Dies scheint sogar für ausgefuchste DUNE-Fans wie mich hin und wieder ratsam. Wünschenswert wäre jedenfalls ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen. Tipp: Dies findet sich im ersten Band des Originalzyklus.
Brian Herbert / Kevin J. Anderson – Das Haus Atreides (Der Wüstenplanet: Die frühen Chroniken 1) weiterlesen