Der Roman erzählt die Geschichte einer jungen Frau, deren Leben durch eine verbotene Liebe, eine überstürzte Flucht und ein lang verborgenes Familiengeheimnis aus den Bahnen gerät. „Die Frauen von Ballymore“ verbindet die Enge eines irischen Dorfes mit der Aufbruchsstimmung des London der 1960er-Jahre und zeigt, wie sehr Entscheidungen aus der Jugend ein ganzes Leben prägen können.
Im Mittelpunkt steht Sorcha O’Donovan, die versucht, ihren eigenen Weg zu finden — zwischen Loyalität, Sehnsucht, Schuld und Hoffnung.
Inhalt
Sorcha wächst im kleinen Küstenort Ballymore auf, einem Dorf, das idyllisch wirkt, aber von Traditionen, Erwartungen und starren sozialen Grenzen geprägt ist. Als Teenager verliebt sie sich in Con, einen jungen Musiker, der sich mit seiner Kunst gegen die Normen des Dorfes stellt. Ihre Beziehung bleibt lange geheim, bis ein Verrat alles auffliegen lässt.
Für Sorcha bedeutet das den Bruch mit ihrer Familie. Sie flieht gemeinsam mit Con nach London, wo sie ein vollkommen neues Leben beginnen müssen — ohne Geld, ohne Sicherheit, nur getragen von Cons Traum, als Musiker erfolgreich zu werden.
Der Roman begleitet sie durch diese Umbruchszeit:
• Die ersten Jahre des Kampfes ums Überleben,
• den schrittweisen musikalischen Erfolg,
• die Versuchungen und Risiken, die mit Ruhm einhergehen,
• die inneren Spannungen, die die beiden zunehmend entzweien.
Gleichzeitig verfolgt die Geschichte, wie Sorcha versucht, ihre Rolle in dieser neuen Welt zu finden. Vergangenheit und Gegenwart verschränken sich, während alte Konflikte aus Ballymore erneut auftauchen und die fragile Zukunft bedrohen. Lange verdrängte familiäre Wunden brechen auf, und Sorcha muss sich schließlich entscheiden, ob sie weiterhin davonlaufen oder sich dem stellen will, was sie einst hinter sich gelassen hat.
Mein Eindruck
Der Roman beginnt stark: Die Atmosphäre in Ballymore ist eindringlich, und die Dynamik zwischen Sorcha und Con wirkt glaubwürdig und intensiv. Riley gelingt es, die Mischung aus jugendlicher Leidenschaft, Unsicherheit und dem Gefühl der Auflehnung sehr gut einzufangen. Auch die Schilderung des Dorflebens wirkt lebendig und unterstreicht die Zwänge und Erwartungen, denen Sorcha ausgesetzt ist.
Der Wechsel nach London bringt einen reizvollen Bruch: Neues Tempo, neue Möglichkeiten, mehr Freiheit — und gleichzeitig neue Gefahren. Diese zweite Welt ist bunt, laut und voller Verlockungen. Dadurch entsteht eine interessante Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Allerdings verliert die Geschichte in der zweiten Hälfte etwas an Kraft.
Einige Handlungsentwicklungen sind vorhersehbar, besonders jene, die mit dem Aufstieg der Musikszene zusammenhängen. Manche emotionalen Entscheidungen wirken ein wenig konstruiert, weniger aus der Figur heraus gewachsen. Die Nebenfiguren bleiben weitgehend funktional, was die Tiefe der Handlung etwas schmälert.
Trotzdem schafft der Roman immer wieder berührende Momente, vor allem, wenn es um Sorchas innere Konflikte geht: ihre Schuldgefühle, ihre Zerrissenheit zwischen Liebe und Selbstbehauptung, ihre Sehnsucht nach einem tatsächlichen Zuhause.
Über die Autorin
Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere Jahre in Fernost. Sie liebte es zu reisen und war nach wie vor den Orten ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und Fernsehschauspielerin konzentrierte sich Lucinda Riley ganz auf das Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten Roman »Das Orchideenhaus« stand jedes ihrer Bücher an der Spitze der internationalen Bestsellerlisten, allein die Romane der »Sieben-Schwestern«-Serie wurden weltweit bisher über 30 Millionen Mal verkauft. Lucinda Riley lebte mit ihrem Mann und ihren vier Kindern im englischen Norfolk und in West Cork, Irland. Sie verstarb im Juni 2021. (Verlagsinfo)
Fazit
„Die Frauen von Ballymor“e ist ein atmosphärisch dichtes, emotionales Drama über Liebe, Verlust und Erwachsenwerden. Die Kombination aus irischem Küstenleben und Londoner Musikszene verleiht dem Roman einen spannenden Kontrast. Der Einstieg ist stark und gefühlvoll, die Themen sind mitreißend, und die Grundidee trägt gut.
Doch im Verlauf verliert die Geschichte etwas an Tiefe, und einige Entwicklungen sind zu vorhersehbar oder zu stark auf melodramatische Effekte ausgelegt. Ein gutes, aber nicht durchgehend überzeugendes Leseerlebnis.
E-Book: 9,2 MB
ISBN: 978-3641333683
Originaltitel: Losing you
Ins Deutsche übersetzt von Sonja Dufner, Karin Hauser, Ursula Wulfekamp und Sibylle Schmidt
www.penguin.de
Der Autor vergibt: 




