Wir schreiben das Jahr 2109. Der Mond ist längst besiedelt, und auch auf dem Mars sind die ersten Kolonisten eingetroffen. Einer von ihnen, ein junger Amateurastronom, entdeckt dort einen Asterioden, der auf die Erde zu stürzen droht. Er nennt ihn Kali, nach der Hindu-Göttin der Vernichtung. Captain Robert Singh und die Besatzung des Raumschiffs „Goliath“ erhalten die Aufgabe, Kali vom Kurs abzubringen. Ihre schier unlösbare Mission wird zusätzlich erschwert, denn religiöse Fanatiker erwarten sehnsüchtig die Apokalypse … (Verlagsinfo zum E-Book)
Die Autoren
Arthur C. Clarke war einer der bedeutendsten Autoren der internationalen Science Fiction. Geboren 1917 in Minehead, Somerset, studierte er nach dem Zweiten Weltkrieg Physik und Mathematik am King’s College in London. Zugleich legte er mit seinen Kurzgeschichten und Romanen den Grundstein für eine beispiellose Schriftsteller-Laufbahn. Neben zahllosen Sachbüchern zählen zu seinen größten Werken die Romane „Die letzte Generation“ und „2001 – Odyssee im Weltraum“, nach dem Stanley Kubrick seinen legendären Film drehte. Clarke starb im März 2008 in seiner Wahlheimat Sri Lanka.
Michael Dennis McQuay (* 3. Juni 1949 in Baltimore, Maryland; † 25. Mai 1995 in Oklahoma City, Oklahoma) war ein US-amerikanischer Science-Fiction-Autor.
Einzelromane
Lifekeeper (1980)
Escape from New York (1981)
Deutsch: Flucht aus New York. Übersetzt von Barbara Heidkamp. Bastei Lübbe #71009, 1982, ISBN 3-404-71009-6. Neuauflage als: Die Klapperschlange. Bastei-Lübbe-Taschenbuch #13297, 1991, ISBN 3-404-13297-1.
Cradle to Grave (1983, als Susan Claudia)
Jitterbug (1984)
My Science Project (1985)
The M.I.A. Ransom (1986)
Memories (1987)
Isaac Asimov’s Robot City 2: Suspicion (1987)
Deutsch: Isaac Asimov’s Robot City Bd. 2 : Der Verdacht. Übersetzt von Bernd Müller. Bastei-Lübbe-Taschenbuch #23083, 1988, ISBN 3-404-23083-3.
Pixel (1988)
The Nexus (1989)
The Book of Justice #1: Genocide Express (1989, als Jack Arnett)
Panama Dead (1990, als Jack Arnett)
Puppetmaster (1991)
State of Siege (1994)
Richter 10 (1996, mit Arthur C. Clarke)
Handlung
Im Jahr 2109 sind Mond und Mars kolonisiert, der Rote Planet wird terraformiert. Einer dieser Marsianer, ein junger Amateurastronom, entdeckt von dort durch einen glücklichen Zufall einen unbekannten dunklen Asteroiden, der auf die Erde zu stürzen droht. Er tauft ihn nach der Hindugöttin der Zerstörung: Kali.
Captain Robert Singh und seine Besatzung vom wissenschaftlichen Raumschlepper „Goliath“ erhalten die Aufgabe, Kali per Antriebsaggegat von seinem unheilvollen Kurs abzubringen. Dummerweise haben fanatische Angehörige der Religion des Chrislam – deren Entstehung detailliert beschrieben wird – etwas dagegen, dass die Erde ihrem von Gott bestimmten Schicksal entrinnt: Sie sabotieren das Antriebsaggregat.
Singh bleibt nichts anderes übrig, als mit der „Goliath“ selbst die nötige Antriebskraft auf den Asteroiden einwirken zu lassen. Doch die Lage spitzt sich zu, als unter der Erwärmung durch die nahende Sonne der Asteroid zu einem Vulkan wird und die Weltregierung beschließt, den Asteroiden per Rakete zu sprengen – selbst um den Preis der Besatzung der „Goliath“…
Mein Eindruck
Eine weitere der vielen Kooperationen von Science Fiction-Gigant Clarke mit dem inzwischen verstorbenen Autor McQuay, diesmal einer der Kometenromane. Unwillkürlich fragt sich der Leser, welche Kapitel von welchem der beiden Autoren stammen. Ich tippe darauf, daß die harten Fakten von Clarke stammen, so etwa die Berechnungen der Bahndaten von Himmelskörpern in unserem Sonnensystem. Aber Clarke ist auch wohltuend selbstironisch. Bei der Beschreibung des Jupiter bezeichnet er seine eigene Kurzgeschichte „Begegnung mit Medusa“ als „Astro-Fantasy“.
Unterm Strich
Das große Panorama eines Sonnensystems in etwa 100 Jahren in nur 200 Seiten zu zwängen, ist schon etwas gewagt. Infolgedessen kommt auch die Charakterisierung und die psychologische Motivation der Hauptfiguren etwas kurz. Auch der Schurke des Stücks, die Fanatiker des Chrislam, bleiben daher gesichtlos. Als ob ein barmherziger Lektor dem Leser belanglose Passagen aus dem Privatleben der Helden ersparen wollte – dies ist auf sogenannten „Memochips“ jederzeit verfügbar – konzentriert sich die Geschichte auf das Geschehen um den Asteroiden. Das tut dem Buch durchaus gut. Aber es hält dennoch keinem Vergleich mit Romanen von Ben Bova (Sonnensystem-Zyklus) oder Vernor Vinge (Galaxis-Zyklus) stand.
So scheint es daher, als sei dieses Buch ein Schnellschuss zur „Feier“ des Vorbeiflugs des Kometen Smith-Tuttle im Jahr 1992 gewesen – es erschien 1993. Dieser Komet soll im Jahr 2146 die Erde zerstören – so lautet zumindest eine der letzten Berechnungen. Na denn: Bis dahin ist noch Zeit, ein weiteres Clarke-Buch zu lesen.
Taschenbuch: 220 Seiten.
O-Titel: The Hammer of God, 1993
Übersetzt von Marion Koppelmann.
ISBN-13: 9783453161115
www.heyne.de
Der Autor vergibt: 




