Alfadas und sein Heer haben Albenmark erreicht – doch die Menschen sind in der Elfenfestung Phylangan alles andere als willkommen. Fürst Landoran ist überzeugt, die Festung, die einst unter dem Namen »Königstein« das Herz des Trollreichs bildete, auch ohne ihre Hilfe verteidigen zu können. Die Trolle jedoch haben es nicht darauf abgesehen, ihren Königstein zu erstürmen. Mithilfe ihrer Schamanin Skanga schicken sie einen »Geist« ins Innere, der schlimmer wütet als tausend Trolle … (Verlagsinfo)
_Mein Eindruck:_
Nachdem das Menschenheer am Ende des letzten Teils seinen ersten Kampf gewonnen, aber sich noch im Feiern darüber der Erkenntnis geschlagen geben musste, dass sie lediglich ein paar Späher erwischt haben und nicht das eigentliche Heer der Trolle, ist nicht nur der Hörer gespannt darauf, wie es weitergeht.
Wie befürchtet beginnts auch diesmal wieder mit der üblichen einleitenden Folterszene. Die leidende Elfe erzählt weiter und wir steigen wieder in die Geschichte ein. Die Menschen bejubeln immer noch ihren Sieg. Von der Anzahl der Sprecher sind die Menschen aber in dieser Folge in der Unterzahl, wohl auch, weil wir jetzt in Albenmark sind. Hier soll es nun zur großen Schlacht um Königstein kommen, zur Schlacht der Trolle gegen die Elfen.
Einen Anteil daran hat auch Shahondin, der (genau wie der Erzähler) recht schwer zu verstehen ist. Seine Stimme ist zwar düster, extrem tief moduliert und daher ziemlich gruselig, aber das ist der Verständlichkeit nicht sehr zuträglich. Wer bei seiner Meldung an die Trolle von Nebengeräuschen im Auto oder beim Joggen gestört wird, der wird ihm kaum folgen können.
Mir gewohnter Liebe zum Geräuschdetail gibt es hier wieder Hollywood-Kopfkino vom Feinsten zu hören. Nicht nur die Effekte, auch die Sprecher und die immer zur Szene passende Musikuntermalung bieten Unterhaltung, die den Standard für Fantasy-Hörspiele darstellen sollten. Mehr geht nicht, alles passt perfekt zusammen. Auch an dieser Folge fand ich nichts auszusetzen und bin über eine Stunde spannend und kurzweilig unterhalten worden.
Die Schlacht fand nicht den Ausgang, den ich anfangs der Folge noch erwartet hatte, was mir gefiel. Und auch der Schluss macht Lust auf mehr ELFEN-Hörspiele, die hoffentlich bald erscheinen werden.
|Die Reihenfolge der Hörspielumsetzung|:
Am Anfang war die Entwirrung. Der |Elfen|-Zyklus von Bernhard Hennen umfasst fünf Bände. |Die Elfen| als Hörspielausgabe beginnt aber nicht beim ersten, sondern beim zweiten Band, ist also die Umsetzung von |Elfenwinter|. Diese Hörspielumsetzung wird aus fünf Teilen bestehen, von denen der Verlag die ersten drei auf einmal herausgebracht hat. Die Hörspielumsetzung der Folgebände |Elfenlicht| und |Elfenkönigin| sind laut Verlag bereits in Planung.
|Die Sprecher und ihre Rollen:|
|Elfen|
Ollowain: Bernd Rumpf
Meister Alvias (Erzähler): Helmut Zierl
Lyndwyn: Celine Fontanges
Landoran: Peter Weis
Graf Fenryl: Kai-Henrik Möller
Silvyna: Cathlen Gawlich
Shahondin: Andreas von der Meden
Wächterin: Kerstin Draeger
Wächter: Alexander Rieß
|Kentauren|
Orimedes: Martin Keßler
|Trolle|
Orgrim: Tilo Schmitz
Skanga : Luise Lunow
Branbart: Douglas Welbat
Boltan: Frank Felicetti
Dumgar: Jan-David Rönfeldt
Gran: Thomas Petruo
Birga: Simona Pahl
Brud: Frank Gustavus
|Menschen|
Alfadas: Sascha Rotermund
Lambi: Dirk Hardegen
Egil Horsason: Marius Clarén
Hure Dalla: Mia Diekow
|Weitere Bewohner von Albenmark|
Benjamin Dittrich, Dennis Ehrhardt, Janis Grossmann, Frank Gustavus, Christopher Hamann, Oliver Kalkofe, Stefan Krause, Tim Kreuer, Günter Lach, Christian Langmann, Regina Lemnitz Alexander Rieß, Thomas Schmuckert sowie der ehrenamtliche 15-köpfige Trollchor unter Regie von Sebastian Breidbach.
|Technik-Credits:|
Skript, Regie und Produktion: Dennis Ehrhardt
Aufnahmen: Alexander Rieß, CSC Studio, Hamburg
Urs Hauck und der echte Gran im Studio Konterfei, Berlin
Sprachschnitt & Sounddesign: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Illustrationen: Sandobal
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp
Label: Folgenreich (LC 12520)
|Die Ausstattung:|
Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet ist eine Augenweide und trägt auf der Vorderseite das gezeichnete Bild eines Elfenkriegers mit aus dem Hintergrund lauernden Trollen. Diese sehen aber eher wie dicke, glatzköppfige Yetis aus. Innen finden wir eine ausführliche Erklärung des Autors dazu, welche Position im Familienranking er seit dieser Hörspielproduktion einnehmen konnte.
Auch die Aufstellung der Sprecher und ihrer Rollen ist besonders ansprechend gestaltet. Übersichtlich wurde hier nach Rassen getrennt: Elfen, Trolle, Kentauren, Menschen, Restvolk von Albenmark. Zusätzlich gibt es noch die oben erwähnten Technik-Credits nachzulesen und etwas Werbung in eigener Autorensache.
Die Elfen:
Band 1: „Die Elfen“
Band 2: „Elfenwinter“
Band 3: „Elfenlicht“
Band 4: „Elfenkönigin“
Band 5: „Elfenlied“
Elfenwinter als Hörspielumsetzung:
Folge 1: „Der Untergang von Vahan Calyd“
Folge 2: „Firnstayns Kinder“
Folge 3: „Königstein“
Folge 4: „Der Fluch des Schicksalswebers“
Folge 5: „Elfenwinter“
Elfenlicht als Hörspielumsetzung:
Folge 1: „Die goldenen Pfade“
Folgen 2-6: – angekündigt –
_Mein Fazit:_
Alles läuft auf die Schlacht um den Königstein hinaus, die imposant und fulminant vertont durch die Surround-Lautsprecher des Kopfkinos dröhnt. Die Story ist und bleibt spannend, die Sprecher machen einen tollen Job und der Hörer wartet gespannt auf Folge vier.
1 Audio-CD
Spieldauer: 75 Min.
Tracks: 21
Empfohlen ab 12 Jahren
UPC: 0602527772898 www.folgenreich.de
Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: (4 Stimmen, Durchschnitt: 1,50 von 5)
Das Fjordland mit seinen menschlichen Bewohnern ist vom neu entbrannten Krieg der Trolle gegen die Elfen bisher unberührt geblieben. Das »Nichts«, eine abgrundtiefe, gefährliche Schwärze, trennt beide Welten. Dem Elfen-Schwertmeister Ollowain gelang es jedoch, das Nichts zu überwinden und die verwundete Königin Emerelle in der kleinen Siedlung Firnstayn zu verstecken.
Schon bald verbreitet sich die Kunde von der Ankunft der Fremden – und König Horsa Starkschild lässt ein Heer zusammenstellen, um den Elfen im Kampf beizustehen … (Verlagsinfo)
_Mein Eindruck:_
Nachdem wir am Ende des ersten Teils zwar die erfolgreiche Flucht von Emerella vor den Trollen erlebt haben, sind wir natürlich gespannt ob und wie es für die verwundete Elfe weitergeht. Stattdessen gibts erstmal wieder eine Folterszene, wie schon am Anfang und am Ende von Teil eins. Der Großteil der Handlung dieser Folge ist auch schnell zusammengefasst: Ein Menschenheer soll zusammengestellt und durch ein magisches Portal nach Albenmark geschickt werden, damit die Elfen im Kampf gegen die Trolle Unterstützung erfahren.
Und wir lernen die ersten Menschen aus dem titelgebenden Firnstayn kennen. Menschen sind in diesem Teil das erste Mal mit dabei, dafür gibts diesmal keine Kobolde. Lebendig und mit viel Schauspiel vor dem Mikro begegnen uns in der Siedlung sämtliche Sprecher, selbst der junge Ulric steht mit seiner Leistung den anderen in nichts nach. Allein der Erzähler spricht wieder zu leise und man muss schon genau hinhören, damit man alles versteht, was er zurückhaltend berichtet.
Besonders fällt die Sprecherin der Elfe Lyndwyn auf, die mit ihrer Interpretation des Charakters nicht nur dem Schwertmeister Ollowain ein prickelnd erotisches Zwischenspiel beschert, sondern sicher auch so manchem Hörer ein süffisantes Grinsen abverlangt. Und am Ende sind wir wieder zurück bei der Elfenfolterung.
Die Effekte und die zur Fantasy-Welt passende Musik sind auch in diesem Teil wieder hollywoodreif imposant. Fantasy-Kopfkino, wie es sein sollte und wie es klingen sollte. Bernhard Hennen meint: „So müssen DIE ELFEN klingen.“ Ich würde sogar sagen: „So müssen Hörspiele klingen“, nicht nur die aus dem Fantasy-Bereich.
|Die Reihenfolge der Hörspielumsetzung|:
Am Anfang war die Entwirrung. Der |Elfen|-Zyklus von Bernhard Hennen umfasst fünf Bände. |Die Elfen| als Hörspielausgabe beginnt aber nicht beim ersten, sondern beim zweiten Band, ist also die Umsetzung von |Elfenwinter|. Diese Hörspielumsetzung wird aus fünf Teilen bestehen, von denen der Verlag die ersten drei auf einmal herausgebracht hat. Die Hörspielumsetzung der Folgebände |Elfenlicht| und |Elfenkönigin| sind laut Verlag bereits in Planung.
|Die Sprecher und ihre Rollen:|
|Elfen|
Ollowain: Bernd Rumpf
Meister Alvias (Erzähler): Helmut Zierl
Lyndwyn: Celine Fontanges
Landoran: Peter Weis
Silvyna: Cathlen Gawlich
Graf Fenryl – Kai-Henrik Möller
Lysilla – Annette Gunkel
Wächter: Robert Kotulla
|Trolle|
Skanga: Luise Lunow
Birga: Simona Pahl
|Kentauren|
Orimedes: Martin Keßler
|Menschen|
Alfadas: Sascha Rotermund
Lambi: Dirk Hardegen
Horsa Starkschild: Eckart Dux
Gundar: Christian Schult
Ole Ragnarsson: Andreas Mannkopff
Asla: Dagmar Dreke
Ulric: Philipp Draeger
Ragni – Markus Pfeiffer
|Weitere Bewohner von Albenmark|
Benjamin Dittrich, Dennis Ehrhardt, Janis Grossmann, Frank Gustavus, Christopher Hamann, Günter Lach, Christian Langmann, Regina Lemnitz, Alexander Rieß, Thomas Schmuckert sowie der ehrenamtliche 15-köpfige Trollchor unter Regie von Sebastian Breidbach
|Technik-Credits:|
Skript, Regie und Produktion: Dennis Ehrhardt
Aufnahmen: Alexander Rieß, CSC Studio, Hamburg
Urs Hauck und der echte Gran im Studio Konterfei, Berlin
Sprachschnitt & Sounddesign: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Illustrationen: Sandobal
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp
Label: Folgenreich (LC 12520)
|Die Ausstattung:|
Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet ist eine Augenweide und trägt auf der Vorderseite das in warmen Tönen gezeichnete Bild eines Elfenkriegers. Innen finden wir eine ausführliche Erklärung des Autors, welche persönlichen Erlebnisse zur Geschichte von Kadlin und dem Hund „Blut“ geführt haben.
Auch die Aufstellung der Sprecher und ihrer Rollen ist besonders ansprechend gestaltet. Übersichtlich wurde hier nach Rassen getrennt: Elfen, Trolle, Kentauren, Menschen, Restvolk von Albenmark. Zusätzlich gibt es noch die oben erwähnten Technik-Credits nachzulesen und etwas Werbung in eigener Autorensache.
Die Elfen:
Band 1: „Die Elfen“
Band 2: „Elfenwinter“
Band 3: „Elfenlicht“
Band 4: „Elfenkönigin“
Band 5: „Elfenlied“
Elfenwinter als Hörspielumsetzung:
Folge 1: „Der Untergang von Vahan Calyd“
Folge 2: „Firnstayns Kinder“
Folge 3: „Königstein“
Folge 4: „Der Fluch des Schicksalswebers“
Folge 5: „Elfenwinter“
Elfenlicht als Hörspielumsetzung:
Folge 1: „Die goldenen Pfade“
Folgen 2-6: – angekündigt –
_Mein Fazit:_
Das Fantasy-Kopfkino geht imposant weiter. Die überragenden Effekte sorgen zusammen mit den Sprechern, die sich richtig reinhängen, für ein weiteres spannendes ELFEN-Abenteuer.
|1 Audio-CD
Spieldauer: 80 Min.
Tracks: 17
Empfohlen ab 12 Jahren
UPC: 0602527772882| www.folgenreich.de
Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: (2 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)
Elfen, Kobolde, Feen – die Völker von Albenmark sind in Vahan Calyd zusammengekommen, um die Elfenkönigin Emerelle als Herrscherin über Albenmark zu bestätigen. Doch das Fest wird jäh unterbrochen: Die Trolle sind aus der Verbannung zurückgekehrt und legen die Stadt in Schutt und Asche!
Emerelle befindet sich auf der Flucht – in der Begleitung ihres Schwertmeisters Ollowain, der ahnt, dass es einen Verräter unter den Elfen geben muss und dass diese Nacht über das Schicksal von ganz Albenmark entscheidet … (Verlagsinfo)
_Die |Waringham|-Saga:_
01 „Das Lächeln der Fortuna“
02 „Die Hüter der Rose“
03 „Das Spiel der Könige“
04 _“Der dunkle Thron“_
_Die Handlung:_
London 1529: Der 14-jährige Nick of Waringham lebt als Schüler bei dem berühmten Humanisten Sir Thomas More. Als Nicks Vater, der Earl of Waringham, Opfer einer Intrige wird und der Häresie beschuldigt wird, wird der Junge zurück nach Hause geschickt, wo sein Vater vor seinen Augen an den Folgen der Folter stirbt. Nick bleibt zurück mit einer Baronie in desolatem Zustand – und einer großen, schier unlösbaren Aufgabe: Er soll Prinzessin Mary, Catalinas einziges Kind, beschützen – auch vor ihrem eigenen Vater … (Verlagsinfo)
_Mein Eindruck:_
Nach vier Jahren Warten gehts in der Familenchronik der Waringhams weiter. Das hätte selbst Rebecca Gablé nicht gedacht, denn eigentlich sollte nach dem dritten Band Schluss sein mit den Waringhams. Unterstützt von den Fans und weil ihr die Geschichte selbst nicht aus dem Kopf ging, präsentiert die Autorin also einen vierten Band.
Mittlerweile sind wir im 16. Jahrhundert angekommen und der Fokus liegt auf dem 14-jährigen Nick of Waringham. In den ersten Hörstunden erleben wir mit ihm zusammen das, was wir schon auf der Verpackung gelesen haben. Und obwohl der Hörer in diesem Fall schon weiß, was passiert, macht die Autorin die Geschichte dennoch zu einem echten Erlebnis. Ihre lebendige Erzählweise und ihre Beschreibungen von Land und Leuten lassen schnell ein historisches Kopfkino beim Hörer entstehen, in dem er gern Platz nimmt und verweilen möchte.
Der Protagonist wächst dem Hörer schnell ans Herz und seine Abneigung gegen „Brechnuss“ und „Sumpfhexe“, seine Stiefschwester und seine Stiefmutter, teilt auch er sofort. Nachdem sein Vater verstorben ist und er sich verpflichtet, auf Prinzessin Mary aufzupassen, muss er ganz schnell erwachsen werden. Wir begleiten die beiden dabei und erleben auch die verzweifelten Versuche Henry VIII. mit, der unbedingt einen Thronfolger haben möchte und deshalb sogar mit der katholischen Kirche bricht. Nicht nur Nick ist jetzt verunsichert, wem er noch etwas sagen darf, ohne verhaftet zu werden, auch das Volk weiß es nicht mehr.
Und so verknüpft Rebecca Gablé wieder einmal geschickt gut recherchierte Fakten mit einer fiktiven Geschichte. Und ob sich wirklich alles so zugetragen hat oder nicht, das ist dem Hörer bei ihrem einfühlsamen Erzählstil eh egal. Hier sind viele spannende, schmunzelnde, aber auch tragisch unterhaltsame Stunden garantiert. Und die können auch problemlos genossen werden, wenn man die Vorgängerbände nicht kennt. Gablé macht es also auch Quereinsteigern leicht, der Faszination der Waringham-Sga zu erliegen.
_Das Hörerlebnis:_
„Bierstedt liest ausdrucksstark und unwahrscheinlich vielseitig“, sagt Rebecca Gablé laut Verlag über ihren Sprecher. Ich kann weder das eine noch das andere bestätigen. Mir fiel direkt auf, dass er am Anfang sehr gehetzt seine Zeilen runterhastet. Da fällt es schwer, sich fallenzulassen, wenn der Sprecher direkt so eine Hektik verbreitet, die nicht vom Skript vorgeschrieben ist. Danach verfällt er aber wieder in die eher monotone Sprechweise, die ich von ihm gewohnt war.
Die „Inszenierung“ dieser Lesung war für meine Ohren sehr inkonsequent, denn vom Einsatz von zur Szene passenden Geräuschen wird leider nur wenig Gebrauch gemacht und wenn, dann sind es auch gern mal zu viele. Als Nick durch Hampton streift, werden gleich so viele Effekte unter den Sprecher gemischt, dass das dabei entstehende Bild im Kopf des Hörers eigene Wege geht und der Sprecher fast stört. Wenn Nick aber seinen eingesperrten Vater besucht, erwischt die Tonregie genau das richtige Maß an Effekten und Musik, sodass diese Szene ein wirklich rundes Hörerlebnis bietet.
Der oftmals schön ausgewählte und die Story unterstützende Musik- und Klangteppich wertet die Lesung absolut auf. Detlef Bierstedt, der sonst eher als einschläfernder Sprecher bekannt ist, erfährt dadurch eine willkommene Unterstützung. So wirkt sein Vortrag nicht mehr saftlos, sondern zur Zeit passend gediegen. Zumindest in den Momenten, die mit Musik unterlegt sind oder wenn er wörtliche Rede vorliest.
Das meinte ich mit „inkonsequent“. Der Hörer bekommt also im Wechsel minutenlang einen Musikteppich als Unterlage zu hören oder nur den Sprecher. Ab und an gibts dann auch mal ein paar Effekte mit dabei, als könnte man sich nicht entscheiden, welches Stilmittel man denn benutzen möchte und vor allem wie oft und wie lange.
Bierstedt wirkt hörbar bemüht, die Geschichte um Nick so lebendig wie ihm möglich zu erzählen. Bei allem Verstellen der Stimme, wenn er den verschiedenen Charakteren wiedererkennbare Merkmale gibt, fühlt der Hörer leider die ganze Zeit über, dass Bierstedt abliest und nicht erzählt. Dazu klingt seine Stimme grad bei beschreibenden Stellen zu monoton, fast gleichgültig, weil er mit angezogener Handbremse liest. Nicht nur die Lautstärke, sondern auch die Sprechgeschwindigkeit zu verändern, um aus dem Schwarz-Weiß-Film im Kopf einen sprühenden Farbfilm entstehen zu lassen, wäre ein probates Mittel gewesen. Aber das verwendet der Sprecher nur sporadisch und wenn, dann nur kurz. Danach geht es direkt weiter mit der gleichen langsamen Geschwindigkeit und die Dramatik ist dahin, da hilft dann auch die Musikuntermalung wenig. Manchmal ist auch nicht zu erkennen, ob die Charaktere sprechen oder der Sprecher die Szene beschreibt, weil beides mit der gleichen Geschwindigkeit und Sprachmelodie im Ohr des Hörers ankommt.
Wenn er in solchen Situationen auch noch durch die zwar zur Szene passende dramatische Musik übertönt wird, muss man schon genau hinhören. Denn manchmal klingt es so, als würde der Lautstärkeregler für den Sprecher recht abrupt heruntergezogen und der für die Musik nach oben geschoben, bis zu einem Punkt, an dem sie nicht mehr unterstützt, sondern störend ablenkt, wie die vorhin erwähnten „Mittelalter“-Geräusche.
_Der Sprecher:_
Detlef Bierstedt, 1952 geboren, ist einer der gefragtesten Synchronsprecher Deutschlands. Er leiht u. a. George Clooney, Jonathan Frakes („Star Trek“) und Bill Pullman („Independance Day“) seine Stimme. Insgesamt wirkte er in mehr als 1000 Film- und Fernsehproduktionen mit. (Verlagsinfo)
_Die Ausstattung:_
Die 12 CDs sind stilvoll verpackt. In zwei entfaltbaren Pappboxen stecken sie zusammen in einem Pappschuber. Vor und hinter den weinrot bedruckten CDs ist jede Menge Platz für Zusatzinfos, sodass das Fehlen eines Booklets nicht auffällt.
So gibt es ein Dankeswort der Autorin, ein Zitat aus dem Roman von Nicholas of Waringham, einen gezeichneten Stammbaum der Waringhams, eine gezeichnete Karte, die das England unter Henry VIII. zeigt, Lob aus der Presse, Werbung für die anderen Teile der Waringham-Saga, Infos zu Autorin und Sprecher und, sehr wichtig, eine sehr lange Auflistung aller beteiligten wichtigen Personen aus dem Roman. Wobei diejenigen noch mal gekennzeichnet wurden, die es tatsächlich gegeben hat.
_Mein Fazit:_
Warum Rebecca Gablé sich Detlef Bierstedt als Sprecher aussuchte, kann ich nicht nachvollziehen, warum sie so von ihm schwärmt, erst recht nicht. Ein lebendigerer und mit mehr Einsatz vor dem Mikro agierender Sprecher hätte so viel mehr aus der spannenden Geschichte um Nicholas of Waringham herausholen können und so dem Hörer ein intensiveres Erlebnis beschert. So bleibt der Kontrast zwischen einem weiteren unterhaltsamen und schönen Roman der „Waringham“-Reihe und einem bemühten Sprecher, der auch mit Musikuntermalung nicht in der Lage ist, den Hörer wirklich zu fesseln oder in die Story hineinzuziehen. Kopfkino ja, aber leider in Schwarz-Weiß.
Audible bietet auch eine ungekürzte Lesung an, die 35 Stunden Spieldauer bietet. Auch hier liest Detlef Bierstedt.
Wer erst einmal in die Lesung reinhören möchte, der kann unter [diesem Link]http://www.luebbe.de/Hoerbuecher/Historisches/Details/Id/978-3-7857-4567-0# beim Verlag hörprobieren.
_Rebecca Gablé bei |Buchwurm.info|:_
[„Die Siedler von Catan“ 1218 (Hörbuch)
[„Die Siedler von Catan“ 258
[„Das Lächeln der Fortuna“ 1522 (Hörbuch)
[„Die Hüter der Rose“ 1733
[„Das Spiel der Könige“ 4129
[„Das zweite Königreich“ 4541 (Hörspiel)
[„Hiobs Brüder“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5953
In einem Labor experimentieren Wissenschaftler mit einer überlegenen künstlichen Intelligenz – bis sie beginnt, sich zu wehren: ARCHOS bringt sämtliche Maschinen der Welt unter seine Kontrolle, vom kleinsten Computer bis zum tödlichen Waffensystem. Die Robocalypse bringt die Menschheit an den Rand der Auslöschung – doch die Maschinen haben nicht mit dem Mut der Menschen gerechnet … (Verlagsinfo)
_Mein Eindruck:_
Ok, auch die unter uns, die nur selten ins Kino gehen, werden bei dem Klappentext an „I Robot“ oder aber wenigstens an das „Terminator“-Franchise denken. Die Generation, die noch mit VHS aufgewachsen ist, wird sich auch noch an Stephen Kings „Rhea M. – Es begann ohne Warnung“ erinnern, in dem die Maschinen auch plötzlich anfingen zu rebellieren. In einigen Teilen kommen dem Hörer dann auch Gedanken an „Staatsfeind Nr. 1“ und „Eagle Eye“.
Und das ist auch schon der größte Kritikpunkt. Nein, nicht der Teil mit der Rebellion, sondern der Vergleich mit Filmen. Denn nichts anderes ist dieses Buch, es ist ein Action-Film-Skript, das übrigens im Jahr 2013 von Steven Spielberg verfilmt tatsächlich ins Kino kommen wird.
Da gehört es auch hin, denn als Buch ist diese Geschichte leider schwer bis gar nicht zu gebrauchen. Kapitel für Kapitel erzählt der Autor in Episoden wie unterschiedliche Menschen den Aufstand der Maschinen erlebt haben wie bei einer Kurzgeschichtensammlung. Alles ist bereits passiert, denn der Hörer weiß schon, dass die Menschen am Ende gewonnen haben. Erzählt wird das Ganze von einem Soldaten, der die aufgezeichneten Erlebnisse anderer Menschen während des Maschinen-Aufstands gefunden hat und sie an den Hörer weitergibt.
Da kommt kein Handlungsfaden zustande, weil es keinen echten gibt. Es ist halt eine Kurzgeschichtensammlung mit dem Oberthema „Wie ich den Roboteraufstand erlebte“. Auch kann man keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen, weil man sie oftmals nur in kurzen, lauten Action-Sequenzen erlebt, wie das in einem schnell geschnittenen Film halt so ist. Eine Charakterentwicklung gibt es demzufolge auch nicht. Es sind lauter kleine Geschichtchen, die aneinandergereiht wurden. Und da man eh schon weiß, wer gewinnt, ist auch der Showdown am Ende nur mäßig spannend.
Als Film wird die Story aber sicher gut funktionieren und nettes Popcorn-Kino bieten. Überraschenderweise funktioniert das auch als Hörbuch ganz gut, wenn man einen talentierten Sprecher hat. Denn der kann, wenn er denn kann, im Kopf des Hörers ein Action-Feuerwerk abbrennen.
_Das Hörerlebnis:_
Die dunkle und rau-kratzige Stimme von Rolf Berg passt sehr gut zu dieser Romanvertonung. Energisch, druckvoll und lautstark verlangt der Sprecher sofort nach Aufmerksamkeit, die er vom Hörer auch bekommt. Lebendig und authentisch kommt sein Vortrag im Ohr an und man hat das Gefühl, als würde man tatsächlich einem Soldaten zuhören, der uns von seiner Entdeckung erzählt. Das klingt bei Rolf Berg wie Action-Kopfkino klingen muss: schnell, hart und dreckig. Passend zum Krieg, der gerade zu Ende gegangen ist.
Aber er kann auch anders, denn nach dem Prolog, den er als Ich-Erzähler und Soldat spricht, bekommt er von der episodenhaften Romanvorlage die Gelegenheit, zu zeigen, dass er auch andere Charaktere lebendig sprechen kann. Plötzlich klingt seine Stimme nicht mehr rau und hart, plötzlich schlüpft in eine andere Rolle und in die Nächste und in die Nächste … Auch die nimmt ihm der Hörer ab, weil er es mit der Modulation der Stimme nie übertreibt, aber dennoch von Kapitel zu Kapitel genug Unterscheidbarkeit zwischen den Charakteren herstellt. Auch als Erzähler kann Berg durch einen lebendigen Stil überzeugen.
Mich hat allerdings gestört, dass er dabei fast durchgängig zu laut gelesen hat. Lautstärke ab und zu als dramaturgisches Mittel einzusetzen, ist absolut ok, passt ja auch zu den ganzen dramatischen Roboter-Geschichten. Aber wenn der Sprecher den Hörer die ganze Zeit anbrüllt, dann wirkt das trotz aller dramatischer Geschehnisse irgendwann unangenehm und der Hörspaß leidet. Da nützt auch ein Herunterregeln der Lautstärke nichts, weil das nichts an der Art und Weise ändert, mit der gelesen wird.
Ein wenig Musik gibts auch zu hören, dramatische und bewegende Orchestermusik, passend zum Action-Kopfkino. Am Anfang und am Ende der Kapitel wird sie unter den Sprecher gemischt.
_Der Autor:_
Daniel H. Wilson wurde am 6. März 1978 in Tulsa, Oklahoma geboren – oder vielleicht doch von Robotern unter die Menschen geschmuggelt: Schon als Kind versuchte er, seinen Computer zum Sprechen zu bringen, und verliebte sich in das Androidenmädchen einer Fernsehserie. Nach der High School studierte Daniel H. Wilson neben Informatik alles, was mit künstlicher Intelligenz zusammenhängt, bevor er 2005 am Institut für Robotertechnik in Pittsburgh den Doktortitel für Robotik erwarb. Neben Artikeln für das „Popular Mechanics Magazine“ veröffentlicht er sehr erfolgreich Anleitungen, wie man einen Roboteraufstand überlebt. Daniel H. Wilson lebt heute in Portland, Oregon in den USA. Seine besten Freunde sind Werkzeuge – und er arbeitet, wie er selbst betont, für die Mächte des Guten. (Verlagsinfo)
_Der Sprecher:_
Rolf Berg ist Schauspieler, Sprecher und Kampfchoreograph. Er spielte an verschiedenen deutschen Theatern und ist in der WDR-Fernsehserie „Die Anrheiner“, aber auch vielen anderen Fernseh- und Kinoproduktionen zu sehen. (Verlagsinfo)
_Die Ausstattung:_
Die sechs schlicht weiß bedruckten CDs stecken in Einschüben in einer entfaltbaren Pappbox. Aufgedruckt auf den Einschüben finden wir Infos zu Autor und Sprecher, technische Daten zur Produktion und etwas Eigenwerbung des Verlags für weitere Hörbücher.
_Mein Fazit:_
Die Geschichte ist ein Skript für einen Action-Film, das als Roman nicht funktioniert, weil es wie eine Kurzgeschichtensammlung wirkt, ist es ja im Prinzip auch. Zu episodenhaft, um die Charaktere im Gedächtnis zu behalten und durch den Spoiler am Anfang auch noch unspannend, weil man weiß, wies ausgehen wird.
Als Hörbuch mit einem lebendig erzählenden Sprecher aber, funktioniert es wieder. „Robocalypse“ ist tatsächlich einer der wenigen Fälle, in denen das Hörbuch mehr Spaß bereitet als das Buch. Hier kann sich der Hörer entspannt zurücklehnen und wird vom Sprecher actionträchtig unterhalten. Action-Popcorn-Kino für den Kopf, bunt wie ein Comic, wenn auch ein ziemlich lauter Comic in diesem Fall.
|6 Audio-CDs mit 70 Tracks
Spieldauer: 6:58 Std.
Gelesen von Rolf Berg
Originaltitel: Robopocalypse: How Humanity Survived the Robot Uprising
ISBN-13: 978-3-7857-4571-7|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de
[www.danielhwilson.blogspot.com]http://www.danielhwilson.blogspot.com
Bei Audible liest Rolf Berg die ungekürzte Version in 12:35 Std. vor.
Der Verlag stellt unter [diesem Link]http://www.luebbe.de/Hoerbuecher/SF-Fantasy/Details/Id/978-3-7857-4571-7# auch eine Hörprobe zur Verfügung.
Teil 1: 325 MB, 3:52 h, 47 Tracks
Teil 2: 334 MB, 3:56 h, 47 Tracks
Teil 3: 380 MB, 4:32 h, 53 Tracks
Teil 4: – erscheint am 11.10.2011 –
_Die Handlung:_
April 3460: Die Milchstraße ächzt unter der Herrschaft der technisch überlegenen Laren und ihrer skrupellosen Helfer, den Überschweren. Perry Rhodan blieb keine andere Wahl, als Erde und Mond in einem gewagten Manöver dem Zugriff der Invasoren zu entziehen: Die Urheimat der Terraner und ihr Trabant gingen durch einen gigantischen Sonnentransmitter, sprangen durch den Hyperraum und rematerialisierten im „Mahlstrom der Sterne“, einem Gebiet des Alls, unendlich weit von dem vorgesehenen Zielpunkt entfernt. Lordadmiral Atlan organisiert derweil den Widerstand gegen die Invasoren – und die Suche nach der verschollenen Erde. Sein Weg führt ihn nach Andromeda, zu sterbenden, von Jahrzehntausende alten Ruinen übersäten Welten und zu einer mysteriösen Geisterflotte. Aber für vier seiner Begleiter erweist sich die Mission als ein Flug durch tausend Höllen …
(Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 78|)
|Dieser Teil|:
Atlan und sein Team erwehren sich der wahnsinngen Embryos und finden mit Hilfe der Graunzer das gesuchte Wissen um die lemurischen Sonnentransmitter. Beim Versuch, den Gercksvira-Sonnentransmitter in Betrieb zu nehmen, wird Atlans Schiff über der Schaltwelt des Transmitters, Peschnath, abgeschossen. Hier begegnet er der schönen Ermigoa Merota, welche ihn stark und schmerzlich an Mirona Thetin erinnert und einen Zellaktivator trägt.
Parellel dazu machen vier Techniker, die versehentlich durch den Sonnentransmitter geschickt wurden, einige interessante und auch unliebsame Entdeckungen und Erstkontakte. Währenddessen macht auch Alaska Saedelaere sich auf den Weg, um eine verschollene lemurische Raumschiffflotte zu finden.
_Mein Eindruck:_
Es geht direkt so dramatisch los, wie der letzte Teil geendet hat. Wir sind auf der Sumpfwelt Tockton, suchen das Zentralarchiv der Lemurer und die wahnsinnigen Embryonen versuchen grad, die Fauna des Planeten so zu manipulieren, dass sie unseren Einsatztrupp tötet.
Auch Tom Jacobs macht da weiter, wo er vor drei Wochen aufgehört hat. Mit gewohnt vollem Einsatz vor dem Mikro bringt er sofort die dramatische Situation auf Tockton ins Kopfkino des Hörers. Souverän bringt er auch den Rest des als Vorlage dienenden Heftromans zu Ende, der gegen Ende des letzten Teils unterbrochen wurde.
Ohne Atempause fiebert der Hörer sofort mit dem Außenteam mit und kann sich erst nach einer guten Stunde mit ihm zusammen ausruhen, als die Embryos endlich bezwungen und der Planet verlassen ist. Danach ist Jacobs‘ Talent gefordert, den vielen auch außerirdischen Charakteren, die sich unterhalten, viele verschiedene Stimmmodulationen und angenehm anzuhörende Akzente zuteil werden zu lassen, damit man sie auseinanderhalten kann. Auch das gelingt ihm gewohnt gut. Einzig Galbraith Deightons amerikanischer Akzent klingt ein wenig übertrieben.
Als die Handlung dann auf einmal zu einem dramatischen Liebesroman wird, sagt dem Hörer ein ängstlicher Blick zum MP3-Player, dass ihm noch gute drei Stunden bevorstehen. Der zu diesem Zeitpunkt vertonte Roman heißt „Das Mädchen von Lemuria“, aber das hält nicht nur Atlan, sondern auch den Hörer auf. Denn nicht nur der möchte eigentlich den Sonnentransmitter mit dem notdürftig reparierten Dummy-Lemurerschiff getestet haben, um die vor tausenden von Jahren durch gerade diesen Transmitter verschwundenen 22.000 Lemurerschiffe zu finden und sich nicht mit einer Weltraumfurie herumschlagen.
Und während sich Atlan und Ermigoa mit für den Erscheinungszeitpunkt des Romans (1974) passend klingenden Begriffen wie „Schuft“ und „Närrin“ beschimpfen, kann Tom Jacobs wieder einmal zeigen, dass er vor dem Mikro genauso wild werden kann, wie die beiden Kontrahenten.
Zum Hörer-Glück wechselt die Handlung dann aber auch wieder. Der Dummy-Raumschiff-Abstrahl-Test hatte funktioniert. Leider wurden dabei aber in der Hektik vier Techniker vergessen, die zum Abstrahlzeitpunkt noch an Bord waren. Und mit ihnen zusammen orientiert sich der Hörer dann am unbekannten Ankuftsort neu und macht in den letzten 90 Minuten noch ein paar spannende Entdeckungen. Und auch Alaska Saedelaere macht sich auf die Suche nach den 22.000 verschollenen Raumschiffen.
Das ansatzlose Wechseln zwischen diesen beiden Handlungsfäden kann zu Verwirrungen beim Hörer führen, weil sie nicht durch Musik oder Effekte kenntlich gemacht werden. Aufpassen ist also zu jeder Zeit angesagt.
|Die Effekte – Der Hintergrund|
Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund. Dieser Teppich fällt aber kaum auf, weil er so leise und unscheinbar klingt, als wären es Nebengeräusche.
|Die MP3s|
Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die 53 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten |Silber Edition| beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.
Diesmal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 683 „Das Mädchen von Lemuria“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.
Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.
_Mein Fazit:_
Das Abenteuer, das vor drei Wochen unterbrochen wurde, wird hier zu Ende gebracht und ein Neues wird gestartet. Parallel gibts noch ein Liebes-Drama, das ein wenig ablenkt und aufhält. Dann aber gehts spannend an anderer Stelle weiter. Tom Jacobs agiert überragend vor dem Mikro und lässt nicht den Hauch von Langeweile aufkommen.
Eine dramatische Begegnung, von der der Hörer schon weiß und die die vier Techniker fürchten, verschiebt sich aber auf den nächsten Teil. Schade, denn auch die wird sicher interessant werden.
|MP3-Download mit ca. 380 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:32 h
Anzahl der Tracks: 53
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 978-3943013078|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net
|Hinweis:| Die |Silber Edition 78| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 11. Oktober 2011 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.
Ein Essen mit den Eltern seiner jugendlichen Freundin? Zbigniew, sprich Dz-big-niäff, Meier, Hauptkommissar im KK51 der Kölner City-Polizei Stolkgasse, hat ziemlich schlechte Laune, bevor er von seinem türkischen Kollegen Zeynel in einen vermeintlichen Routinefall hineingezogen wird: Ein Junge wird von seinen Eltern vermisst. Je mehr Meier über das vermögende Elternhaus und den wohlbehüteten Schüler eines Kölner Elitegymnasiums in Erfahrung bringt, desto sicherer ist er, dass der 15-jährige Timo einfach abgehauen ist.
Kurz darauf wird in Turin der Torso eines Jungen gefunden, der missbraucht und grausam verstümmelt wurde. Auf seinem Rücken eingezeichnet: eine Karte von Frankreich. Und obwohl der tote Junge nicht Timo ist, glaubt Zbigniew Meier an einen Zusammenhang. Auf eigene Faust macht er sich auf den Weg nach Houlgate in der Normandie – an jenen Ort, an dem Timo mit seiner Familie den letzten Urlaub verbracht hat und an dem sich sein Leben entscheidend verändern sollte. (Verlagsinfo) Stephan Brüggenthies – Der geheimnislose Junge (Lesung) weiterlesen →
_Bei Familie Wünschmann_ sieht es nicht rosig aus, Mama Emmas Jugendbuchladen steht kurz vor der Pleite, Papa Frank ist dem Burn-out nahe, Tochter Fee wird sitzenbleiben und der hochbegabte Sohn Max wird an seiner Schule gemobbt. Das führt zu heftigen Streitigkeiten.
Immerhin hegt Mama Emma einen Hoffnungsschimmer. Von einer früheren Arbeitskollegin wird sie zu einer Veranstaltung geladen, bei der Stephenie Meyer den vierten und letzten Band ihrer „Bis(s)“-Saga vorstellt. Hier hofft sie nicht nur Stephenie Meyer davon zu überzeugen, eine Lesung in ihrer Buchhandlung zu halten. Auch hofft Emma, ihre ehemalige Kollegin mit ihrer „wunderbaren“ Familie neidisch zu machen. Emma hat verstanden, dass es sich bei der Veranstaltung um ein Kostümfest handelt und so kommt Emma mit ihrer widerwilligen Familie als Monster verkleidet zu der Buchpremiere. Leider hat Emma das mit den Kostümen völlig missverstanden und so ist die vierköpfige Familie Wünschmann als Einzige verkleidet. Doch nicht nur das sorgt dafür, dass der Abend in einem Desaster endet.
Gekrönt wird dieser Abend, als die Familie auf dem Heimweg der Hexe Baba Jaga begegnet. Baba Jaga verflucht die vier streitenden Wünschmanns. Plötzlich ist Emma eine leibhaftige Vampirin, Frank ist zu Frankensteins Monster geworden, Fee eine Mumie und Max ein Werwolf.
Gemeinsam beschließen die frischgebackenen Monster die Hexe zu jagen, um die Rückverwandlung zu erzwingen. Hilfe bekommen die Vier von Emmas Angestellten und ausgerechnet Max Widersacherin Jacqueline.
Wird es Familie Wünschmann gelingen, den Fluch zu brechen und obendrein wieder eine glückliche Familie zu werden?
_Kritik_
Mit „Happy Family“ ist David Safier wieder einmal ein äußerst humorvoller Roman gelungen. Aber nicht nur der brillante Humor überzeugt, auch eine gewisse Ernsthaftigkeit kommt in „Happy Family“ zum Tragen.
Klar verständlich und mit einer Menge Wortwitz erzählt der Autor uns Hörern die Geschichte der Wünschmanns. Dank des lockeren Stils des Autors finden die Hörer schnell in die Geschichte hinein und erleben so ein paar lustige Stunden. Die unter den Familienmitgliedern geführten Dialoge laden nicht nur zum Schmunzeln ein, da David Safier auch die Geschichte einer Familie, die zu scheitern droht, erzählt. Gekonnt verwebt der Autor das Elend der einst so hoffnungsvollen Familie in die Satire. David Safier schickt seine Protagonisten auf eine Jagd nach dem Glück, die trotz der Fantasy sehr dicht an der Realität bleibt. Dabei übertreibt der Autor manchmal so sehr, dass dem Hörer schnell die Lachtränen kommen.
Die Familienmitglieder erzählen in den ihnen zugedachten Kapiteln das Leben aus ihrer jeweiligen Perspektive. So erfährt der Hörer schnell, wie es in den einzelnen Seelen aussieht und lacht und leidet mit ihnen.
Authentisch und lebendig wurden die Protagonisten konzipiert. Emma ist zutiefst unglücklich und befürchtet nicht nur ihren Mann verloren zu haben, sondern auch ihre Kinder. Wegen Kleinigkeiten kommt es zu großen Streitigkeiten, besonders mit Tochter Fee. Fee, inmitten der Pubertät, weiß mit ihrem Leben nichts anzufangen und momentan sind Jungs sowieso viel aufregender als Schule und andere Pflichten. So geraten Emma und Fee oft aneinander und suchen darüber hinaus die Schuld für das eigene Versagen gerne beim anderen. Frank bekommt hingegen kaum mit was mit seiner Familie passiert, er fühlt sich in einem Laufrad gefangen, das nur noch aus Arbeit besteht, und er sieht kaum eine Chance, dies zu ändern. So versinkt der Vater in einem Burn-out und hat kaum mehr Kraft sich am Familienleben zu beteiligen. Max, ein Bücherwurm und zudem auch noch hochbegabt, ist ein sehr einfaches Kind und fällt kaum auf, da er so aber kaum beachtet wird, fühlt er sich nicht geliebt.
Die fünf CDs sind in einer Jewel-Case-Box untergebracht. Das gelbe Cover strahlt und die Protagonisten sind in ihrer Form als Monster abgebildet. Auf der Rückseite sind der Klappentext sowie Informationen zu den Sprechern und dem Autor zu finden. Auf ein Booklet wurde verzichtet, dafür findet sich im Inneren der Hülle das komplette Verlagsprogramm.
_Das Hörerlebnis_
Drei Sprecher machen das Hörerlebnis in „Happy Family“ zu einem perfekten Hörerlebnis.
Cathlen Gawlich hat die Rolle von Mama Emma übernommen und schafft es, diese Figur zum Leben zu erwecken. Cathlen Gawlich bringt die widerstreitenden Gefühle von Emma perfekt zum Ausdruck und durch ihre einzigartige Klangfarbe und die gekonnte Betonung spiegelt sie Emma wieder. Josefine Preuß liest den Part von Tochter Fee. Mit ihrer jugendlichen Stimme passt Josefine Preuß perfekt zu der pubertierenden Tochter und schafft es, die Gefühlsschwankungen Fees wiederzuspiegeln. So bekommt das kleine stark liebebedürftige Kind und auch die aufsässige Heranwachsende eine Stimme, die perfekt passt und authentisch ist. Ausdrucksstark präsentiert sich auch Stefan Kaminski, der die Rollen von Frank und Max innehat. Anfangs klingt Stefan Kaminski für Max zwar noch viel zu erwachsen, die Stimme zu tief, aber sobald aus Max ein Werwolf wird, passt das Timbre des Sprechers perfekt.
Zusammen lesen Cathlen Gawlich, Josefine Preuß und Stefan Kaminski die satirische Geschichte so authentisch und lebendig, dass keine Wünsche offenbleiben.
_Autor_
David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten Autoren der letzten Jahre. Seine Romane „Mieses Karma“, „Jesus liebt mich“ und „Plötzlich Shakespeare“ erreichten Millionenauflagen. Neben seiner Schriftstellertätigkeit arbeitet David Safier als Drehbuchautor. Für seine TV-Serie „Berlin, Berlin“ gewann er den Grimme-Preis sowie den Emmy.
_Die Sprecher_
_Cathlen Gawlich_ ist eine beliebte Synchron- und Hörspielsprecherin. Ihre enorm wandlungsfähige Stimme und ihr großes komisches Talent machen sie zur Idealbesetzung für „Happy Family“.
_Stefan Kaminski_ gehört zum Ensemble des Deutschen Theaters Berlin. Er ist ein ungeheuer ausdrucksstarker, vielseitiger Hörbuchsprecher, der es wie kaum ein anderer versteht, mit seinen nuancenreichen Lesungen zu fesseln und zu begeistern.
Mehr Infos zu ihm gibt es hier: [www.kaminski-on-air.de]http://www.kaminski-on-air.de
_Josefine Preuß_ ist als Tochter Lena in „Türkisch für Anfänger“ bekannt. Mit ihrer temperamentvollen, mädchenhaften Stimme hat die beliebte Schauspielerin schon viele Hörbücher mit großem Erfolg eingelesen. Mehr Infos zu ihr gibt es hier: [www.josefinepreuss.com]http://www.josefinepreuss.com
_Fazit_
Mit „Happy Family“ ist David Safier wieder einmal ein humorvoller Roman gelungen, der den Alltag auf die Schippe nimmt. Mit viel Wortwitz schafft es der Autor, einen heiteren Roman zu einem leider alltäglichen Thema zu schreiben. David Safiers Bücher sind nicht nur urkomisch, es steckt auch eine Botschaft in ihnen, was diese so besonders macht. Allerdings muss der Hörer den Humor von David Safier mögen.
Die Sprecher Cathlen Gawlich, Josefine Preuß und Stefan Kaminski lassen das Hörbuch zu einem besonderen Erlebnis werden. Ausdrucksstark und wandlungsfähig erzählen die Sprecher jeweils aus der Sicht „ihrer“ Protagonisten. Alle drei sind absolute Idealbesetzungen für „Happy Family“.
Mich persönlich hat das Hörbuch begeistert und ich konnte nicht genug davon bekommen. Fans von David Safier ist „Happy Family“ absolut ans Herz zu legen, hier überzeugen Autor und die Sprecher gleichermaßen.
|5 Audio CDs mit 369 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3839811153|
[www.argon-verlag.de]http://www.argon-verlag.de
Rod Kane zog seine Luger und schritt leicht gebückt und nach allen Seiten blickend in den Garten. Das diffuse Mondlicht tauchte das Gelände in ein unheimliches Grau. Plötzlich hörte er das Geräusch. Ein Wiehern. Kane fuhr herum – und erblasste. Mitten auf dem Rasen stand sie. Eine Kutsche. Eine schwarzlackierte Leichenkutsche, vor die zwei ebenfalls pechschwarze Pferde gespannt waren. Die Augen der Tiere leuchteten in einem tiefen rot. Rod wusste, dass nun etwas Schreckliches geschehen würde. (Verlagsinfo)
_Mein Eindruck:_
Dieses Mal beglückt uns das Sinclair-Team mit der Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer 214, der erstmalig im Jahr 1982 an den Kiosken zu kaufen war. Den Hörer erwartet aber hier nicht das übliche Sinclair-gegen-das-Böse, sondern ein reinrassiger Krimi. Dass dabei ein Dämon auftritt, ist schon fast Nebensache.
Der Dämon Xorron soll für den Mafiaboss Logan Costello einige „Mitbewerber“ töten, damit er mit Solo Morassos (alias Dr. Tod) Hilfe die Londoner Unterwelt kontrollieren kann. Dazu ist er mit der titelgebenden Leichenkutsche unterwegs. Erst stirbt Rod Kane, dann Jason Frogg und dann ist Wesley Steele sein Ziel. Ein weiterer Bösewicht begeht lieber Selbstmord, bevor der Dämon auch ihn erwischen kann. So will Costello eine Message an die gesamte Unterwelt senden und sich zum Boss der Bosse aufschwingen.
John trifft zwar zwischendurch auch auf Xorron, der macht sich aber lieber aus dem Staub, anstatt Sinclair auch anzugreifen. Er hat halt andere Aufträge. Den Höhepunkt hat die Folge gegen Ende dann in der Disco „Rave In“. In der Romanvorlage hieß der Tanzpalast noch „Come In“, das klang den Machern wohl nicht mehr zeitgemäß. Was mir nicht mehr zeitgemäß klang, war das gegenseitige Ansprechen mit „Alter“. Das passt vielleicht bei jüngeren Darstellern noch, aber nicht bei hörbar erwachsenen Männern. Da hätte es ein „Mann“ auch getan.
Die kleine Überraschung, die am Ende dann Jane zuteilwird, hätte der Hörer dann auch gern John Sinclair erzählt. Dessen Reaktion wurde aber wohl auf die nächste Folge verschoben.
_Das Hörerlebnis:_
Was es hier nicht an Kampf gegen das Böse gibt, gibts in ausführlichen Beschreibungen der Morde und den zerquetschten Organen. Garniert mit reichlich vielen Kraftausdrücken und Flüchen.
Diesmal sind auch die Effekte extrem „matschig“ und das Horror-Kopfkino kriegt schon fast eine Überdosis an Blut auf die Leinwand gespritzt. Einen kurzen Zwischengrinser kann der Hörer einlegen, wenn Lana Leroy zu Pornomusik tanzt und der eigentlich sonst so gruselig erzählende Joachim Kerzel plötzlich ganz süffisant und lasziv die Szene beschreibt.
Alle Sprecher machen einen prima Job, wie man es von der Serie gewohnt ist. Oliver Kalkofe brachte mich mit seinem für meinen Geschmack leicht übertrieben Einsatz zum Grinsen. Der DJ in der Disco klingt ein wenig abgelesen und leblos. Leblos ist er auch wenig später, nachdem er extrem grafisch zu Tode gekommen ist.
|Die Sprecher und ihre Rollen:|
Erzähler – Joachim Kerzel
John Sinclair – Frank Glaubrecht
Suko – Martin May
Sir James Powell – Karlheinz Tafe
Jane Collins – Franziska Pigulla
Wesley Steele – Rainer Fritzsche
Jason Frogg – Wolfgang Bahro
Mark – Oliver Kalkofe
Digger – Jan Spitzer
Randy – Markus Pfeiffer
Lana – Marie Bierstedt
Xorron – Udo Schenk
Logan Costello – Bernd Vollbrecht
Rod Kane – Kaspar Eichel
DJ – Ralph Caspers
Roddy – Tobias Kluckert
Peter – Phillip Schepmann
sowie Christian Schult, Thomas Nero Wolff, Dietmar Wunder, Gerrit Schmidt-Foss, Jörg Döring, Fred Bogner, Hans-Georg Paczak, Jörg Hengstler, Thomas Nokielski
|Technik-Credits:|
Produktion: Ales Stelkens (WortArt), Marc sieper (Lübbe Audio)
Realisation: Ila Schnier von Wittich
Tontechnik und SChnitt: ear2brain productions
Buch und Regie: Oliver Döring
|Die Ausstattung:|
Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.
_Mein Fazit:_
Diesmal keine John-gegen-das-Böse-Folge, sondern ein Bandenkrieg in der Londoner Unterwelt, mit einem Dämon als Auftragskiller. Sehr grafisch für die Ohren garniert, noch grafischer, als man das sonst gewohnt ist.
|Audio-CD mit ca. 49 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3-7857-4474-1|
[www.luebbe-audio.de]http://www.luebbe-audio.de
_|Geisterjäger John Sinclair| auf |Buchwurm.info|:_
[„Der Anfang“ 1818 (Die Nacht des Hexers: SE01)
[„Der Pfähler“ 2019 (SE02)
[„John Sinclair – Die Comedy“ 3564
[„Im Nachtclub der Vampire“ 2078 (Folge 1)
[„Die Totenkopf-Insel“ 2048 (Folge 2)
[„Achterbahn ins Jenseits“ 2155 (Folge 3)
[„Damona, Dienerin des Satans“ 2460 (Folge 4)
[„Der Mörder mit dem Januskopf“ 2471 (Folge 5)
[„Schach mit dem Dämon“ 2534 (Folge 6)
[„Die Eisvampire“ 2108 (Folge 33)
[„Mr. Mondos Monster“ 2154 (Folge 34, Teil 1)
[„Königin der Wölfe“ 2953 (Folge 35, Teil 2)
[„Der Todesnebel“ 2858 (Folge 36)
[„Dr. Tods Horror-Insel“ 4000 (Folge 37)
[„Im Land des Vampirs“ 4021 (Folge 38)
[„Schreie in der Horror-Gruft“ 4435 (Folge 39)
[„Mein Todesurteil“ 4455 (Folge 40)
[„Die Schöne aus dem Totenreich“ 4516 (Folge 41)
[„Blutiger Halloween“ 4478 (Folge 42)
[„Ich flog in die Todeswolke“ 5008 (Folge 43)
[„Das Elixier des Teufels“ 5092 (Folge 44)
[„Die Teufelsuhr“ 5187 (Folge 45)
[„Myxins Entführung“ 5234 (Folge 46)
[„Die Rückkehr des schwarzen Tods“ 3473 (Buch)
[„Im Jenseits verurteilt“ (Folge 57)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6469
[„Sakuro, der Dämon“ (Classics, Folge 5)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6765
[„Das Erbe des Schwarzen Tods“ (Folge 59)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6768
[„Verlorene Seelen“ (John-Sinclair-Jubiläumsbox)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6846
[„Ich stieß das Tor zur Hölle auf“ (Folge 60)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6888
[„Im Zentrum des Schreckens“ (Folge 61)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6889
[„Bring mir den Kopf von Asmodina“ (Folge 62)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6890
[„Tokatas Todesspur“ (Folge 63)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7004
[„Die Leichenkutsche von London“ (Folge 68)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7370
Zu der Zeit als Fall 140 der drei Detektive die Buchläden erreichte, schwelte ein inzwischen fast schon legendär gewordener Lizenzstreit zwischen Stammverlag |Kosmos| und den |EUROPA|-Studios, in dessen Konsequenz und in einem Anflug zivilen Ungehorsams Letztere die Serie „Die Dr3i“ auf Basis der originalen Figuren von Robert Arthur als Hörspiele auflegten. Glücklicherweise wurde der Zwist schon bald beigelegt und die drei ??? durften endlich – seit inzwischen 30 Jahren gewohnter Manier – auch wieder in den Hörspielen ermitteln und die „Dr3i“ wurden zur großen Freude der Fans eingestellt. Marco Sonnleitners „Stadt der Vampire“ von 2008 brauchte dennoch immerhin noch zwei volle Jahre bis zu seiner Vertonung.
_Zur Story_
Justus, Peter und Bob sind in den Ferien des Detektivtreibens ein wenig überdrüssig und machen sich auf in die nahen Rocky Mountains. Einfach mal ein wenig wandern und die Seele baumeln lassen. Eine kleine, versteckt liegende Ortschaft erregt ihre Neugier schon von Weitem und weckt zudem Sehnsüchte nach einem Gasthaus mit saftigen Steaks und Fritten – statt Konserven vom Gaskocher. „Yonderwood“, wie Bobs Karte verrät, wird aber wohl zumindest einen Laden haben, damit sich die Jungs mit einigen Vorräten eindecken können. Da auch noch ein Unwetter heraufzieht, beeilen sie sich das Kaff rechtzeitig zu erreichen. Das bietet allerdings auch ohne das nun einsetzende Gewitter ein gespenstisches Bild. Die Hälfte der Häuser scheint verlassen und kurz darauf, in der mit Kreuzen und Knoblauch überdekorierten Dorfkneipe, bereitet man ihnen einen höchst eisigen Empfang. Immerhin gelangen sie doch noch zum Drugstore, wo Betreiberin Josy ihnen nach anfänglichem, peinlichem Zögern auch verrät, warum alle hier so komisch sind: In Yonderwood geht seit geraumer Zeit ein Vampir um.
_Eindrücke_
Der Beginn ist viel versprechend, wenn auch nicht sonderlich neu: Die drei ??? in den Bergen? Das hatten wir alles schon bei „Nebelberg“ & Co. Jammern auf hohem Niveau?. Vielleicht. Grund für des Rezensenten bereits recht früh einsetzenden Missmut ist aber schon die von Beginn an nicht wirklich überzeugende Produktion. Das fängt bei Bobs langwierigem Zählen der Blitz-/Donner-Zeiten an und geht über sein nerviges Gestammel beim Lesen der Landkarte bis hin zu ebensolchem im Pub. Dort befinden sich die Sprecher allerdings in bester – respektive schlechter – Gesellschaft, denn insbesondere diese Szene ist an falscher wie liebloser Betonung der hölzernen Dialoge kaum zu übertreffen. Doch. Gastsprecher und Schauspiel-Legende Gerd Baltus als sabbernder und vollkommen unglaubwürdig klingender Pfarrer schießt diesbezüglich den Vogel noch ab.
Irgendwie will bei den Sprechern diesmal der Funke nicht so recht überspringen. Ausnahmen sind Lily Draeger und Sascha Rotermund, deren Performance ausgezeichnet ist, ansonsten ist „lustlos“ die passendste Vokabel, selbst Oliver Rohrbecks fehlerhaftes „YonderHOOD“ blieb von der Regie offenbar unbemerkt. Ein Grund könnte die gegenüber dem Buch arg eingedampfte Geschichte sein, der man ausgerechnet für die Hörspieladaption einige wichtige und spannungsförderliche sowie sinnstiftende Schlüsselmomente gestrichen hat. Damit ist sie lahm, wirr und zahnlos (nettes Bild bei einer Vampirgeschichte) geworden, vielleicht schlug das allen Beteiligten etwas aufs Gemüt. Lediglich die Musik weiß zu gefallen, vor allem das sakrale Orgelspiel passt sehr gut ins Szenario, doch auch die Sound-Bites der seligen (Ur-)Hui Buh Ära sind artgerecht verwendet.
Die Buchvorlage hatte eigentlich nur einen wirklichen Schwachpunkt und der lag darin, dass der Übeltäter ohne Not das ganze Brimborium veranstaltet und sich somit quasi (und vollkommen unnötigerweise) grade dadurch selbst ein Bein stellt. Natürlich gehören solcherlei nicht immer ganz nachvollziehbares Gehabe und Übertreibung auch irgendwie zu einem drei-???-Fall wie das Pflegen bestimmter Klischees. Allerdings ist bei der Umsetzung einiges schiefgegangen. Zum Beispiel die gefundene Patronenhülse im Grab, aus der dann später beim großen, pathetischen Justus-erklärt-allen-mal-wieder-alles-haarklein-Finale ein Projektil wird. Letzteres ist übrigens korrekt, logisch und vorlagenkonform. Die Hülse hat sich fälschlicher- wie frecherweise ins Drehbuch geschlichen. Wie so manche andere kleine Seltsamkeit, die erst mit Kenntnis des Buches plötzlich sinniger erscheint. Details seien hier aus Gründen des letzten bisschen Spannungserhalts verschwiegen.
_Die Produktion_
Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Morgenstern, George, Conrad
_Sprecher und Figuren_
Oliver Rohrbeck (Justus Jonas), Jens Wawrczeck (Peter Shaw), Andreas Fröhlich (Bob Andrews), Thomas Fritsch (Erzähler), Lili Draeger (Josy McDonaghough), Christian Senger (Homer Diesel), Annabelle Krieg (Mary Stamper), Klaus Dittmann (Otis Stamper), Eckehard Dux (Jonathan Black), Sascha Rotermund (Miles Black), Steffi Kirchberger (Klara Kowalski), Gustav A. Artz (Silverster Proud), Gerd Baltus (Pfarrer Clark)
_Fazit_
Während das Buch trotz seines nicht immer ganz plausiblen Grundgerüsts trotzdem zu überzeugen weiß, präsentiert sich das gleichnamige Hörspiel als höchst alberner Abklatsch. Ausgerechnet die Stellen, an denen die Vorlage es versteht Spannung und Atmosphäre aufzubauen, griff hier der Rotstift vollkommen unverständlich ein. Auf der anderen Seite wurden dafür ziemlich unwichtige Szenen in die Länge gezogen und die eigentlich spannende und mysteriöse Geschichte mit unterdurchschnittlicher Sprecher- sowie Regieleistung endgültig zunichtegemacht. Von einigen Logiklöchern mal ganz zu schweigen. Kleiner Trost: Die Vorlage füllt diese auf unterhaltsame Art auf, es lohnt sich also, das Buch in die Hand zu nehmen. Für die ziemlich vergeigte Adaption zeigt der Daumen jedoch deutlich nach unten.
|Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 82 Minuten
Erzählt von Marco Sonnleitner nach Figuren von Robert Arthur
EAN: 886974414025|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de
Mehr als 80 weitere Rezensionen zu den „Drei ???“ findet ihr in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book .
1) „Diebe im Olymp“
2) [„Im Bann des Zyklopen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7273
3) [„Der Fluch des Titanen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7344
4) _“Die Schlacht um das Labyrinth“_
5) „Die letzte Göttin“
6) „The Demigod Files“ (noch ohne dt. Titel)
_In Tunneln und Wildnis: Percys Traum vom Fliegen_
Die Armee des Titanen Kronos wird immer stärker! Nun ist auch Camp Half-Blood nicht mehr vor ihr sicher, denn das magische Labyrinth des Dädalus hat einen geheimen Ausgang mitten im Camp. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn der Titan und seine Verbündeten den Weg dorthin fänden!
Percy und seine Freunde müssen das unbedingt verhindern. Unerschrocken treten sie eine Reise ins Unbekannte an, hinunter in das unterirdische Labyrinth, das ständig seine Form verändert. Und hinter jeder Biegung lauern neue Gefahren … (abgewandelte Verlagsinfo)
_Der Autor_
Rick Riordan war viele Jahre lang Lehrer für Englisch und Geschichte. Mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen lebt er in San Antonio, Texas, und widmet sich ausschließlich dem Schreiben. „Percy Jackson. Diebe im Olymp“ war sein erstes Buch für junge Leser. Dessen Verfilmung mit Pierce Brosnan und Uma Thurman lief ab 11. Februar 2010 in deutschen Kinos.
_Der Sprecher_
Marius Clarén, 1978 in Berlin geboren, ist Synchronsprecher, -autor und –regisseur. Er lieh seine Stimme Tobey Maguire, Chris Klein und Jake Gyllenhaal sowie vielen mehr.
Regie führte Kati Schaefer, die Aufnahme bei soundcompany audiopost erledigte Klemens Fuhrmann, die Musik steuerte Andy Matern bei. Clarén liest eine von Kai Lüftner bearbeitete Fassung.
_Handlung_
Es sind sechs Monate seit Percys letztem Abenteuer vergangen, und wieder mal sucht er eine neue Schule. Vom neuen Freund seiner Mutter, Paul Blowfiss, hat er eine Einladung an dessen Highschool erhalten. Zusammen mit seiner Freundin Annabeth, der Tochter Athenes, geht er hin, um sich die Sache mal anzusehen. Was soll dabei schon passieren?
|Gefährliche Begegnungen|
Als Percy ein Mädchen mit rotem Kraushaar erblickt, nimmt er einen Umweg und geht zum Seiteneingang. Man weiß ja nie, wann man der Medusa begegnet. Am Seiteneingang warten allerdings schon zwei freundliche Cheerleaderinnen, die nicht sonderlich vertrauenerweckend wirken. Paul ruft aus der Schule, und Percy geht weiter. Als er die eine, Kelly, streift, klingt diese sonderbar metallisch und hohl. Er achtet nicht darauf, denn schon wieder kreuzt er den Pfad der Rothaarigen, deren Augen sich bei seinem Anblick weiten. Warum nur?
Rachel Elizabeth Dare sagt, sie kenne Percy vom Hoover-Damm und könne durch den Nebel blicken, der die Götter und Halbblute vor den Sterblichen verbirgt. Und weil das so ist, zerrt sie ihn ins Musikzimmer, damit sie sich dort verstecken können. Vor wem denn bloß, will er wissen. Zum Beispiel vor den beiden Cheerleaderinnen Kelly und Tammy, die gar keine sind, sondern eine ganz besondere Art von Monster: Empusen, Dienerin der Nachtgöttin Hekate. Ihr besonderes Merkmal: Blutdurst und spitze Zähne!
Im Verlauf des folgenden Kampfes vernichtet Percy Schwert die Empusen, doch leider geht dabei Kelly in Flammen auf, welche ihrerseits die Schule in Brand stecken. Rachel bringt Percy in Sicherheit und zu Annabeth. Dann geht sie zurück, um Percys Ruf zu retten. Oder was jetzt noch davon noch übrig ist. Das Duo bringt sich vor Polizei und Feuerwehr in Sicherheit.
|Zwei Neulinge|
Im Camp Halfblood stößt Percy als Erstes auf einen Höllenhund. „Keine Angst, der will bloß spielen“, meint eine neue männliche Stimme. Der neue Schwertkampflehrer nennt sich Quintus. „Das ist Mrs. O’Leary, mein Haustier.“ Nett. Als Nächstes muss Percy Chiron, dem Unterrichtskoordinator, alles erzählen. Unterdessen entscheidet der Rat der Satyrn über das Schicksal seines Freundes Grover. Grover behauptet, den seit 2000 Jahren vermissten Gott Pan beinahe gefunden zu haben. Man gibt ihm dennoch nur noch eine Woche Frist. Diese Demütigung empört Grovers Freundin, die Baumnymphe Wacholder.
|Eine Botschaft|
Um Mitternacht erhält Percy eine Iris-Botschaft per Regenbogen, aber von einem unbekannten Absender. Er sieht eine Szene mit Nico DiAngelo, dem Sohn des Hades, der seine Schwester Bianca verloren hat (wie Percy aus seinem letzten Abenteuer nur zu gut weiß). Nico, der Percy nicht bemerkt, befindet sich am Ufer eines Flusses in der Unterwelt. Ein Geist spricht zu ihm und bietet ihm einen Seelentausch an, wobei er von Gerechtigkeit und Vergeltung spricht. Der Geist sagt, er habe einen Plan, um Biancas Seele zu befreien und wolle Nico durchs Labyrinth führen. Wohin? Und welche Seele soll eingetauscht werden? Percy ahnt, dass es um seine eigene geht.
|Über das Labyrinth|
Am nächsten Morgen erklärt Chiron die Sache mit dem Labyrinth, das Dädalus einst für König Minos von Kreta bauen ließ, um den Minotaurus gefangen zu halten. Das Labyrinth ist inzwischen jedoch weitergewachsen und hat sich unter allen Städten ausgebreitet. Unter Phoenix in Arizona hat Clarisse, die Tochter des Ares, den wahnsinnigen Chris Rodriguez im Labyrinth gefunden und ins Camp gebracht. Er berichtet von Lukes Titanenarmee.
Sobald Luke, der abtrünnige Sohn des Hermes, den Aufbau des Camps durch den Ariadnefaden kenne, könne er seine Armee überallhin führen. So etwa auch, um das Camp der Halbblute zu überfallen – und danach den Olymp. Dagegen muss etwas unternommen werden. Aber Percy sieht auch den Nutzen für Grovers Suche nach Pan. Normalerweise wollen Satyrn nicht unter die Erde, aber Pan ist definitiv dort unten.
|Eine Entdeckung|
Bei einer weiteren „Erobert die Flagge“-Übung fallen Percy und Annabeth zwischen großen Findlingsfelsen hindurch in einen Tunnel, der offensichtlich zum Labyrinth gehört. Tatsächlich, da ist das Delta, das Zeichen des Dädalus. Als Annabeth auf eines der Symbole drückt, findet sie einen Aufgang, der zur Erdoberfläche führt. Die anderen schimpfen, sie wären fast eine Stunde fort gewesen. Dabei kam es Percy und seiner Freundin nur wie eine Minute vor. Das ist ja interessant. Und auch beängstigend: Der Zugang führt nämlich mitten ins Camp. Luke könnte seine Armee unbemerkt bis hierher führen.
|Ratsschluss|
Kein Wunder also, dass der Sicherheitsrat zusammentritt, mit Argus, dem Sicherheitschef. Die Baumnymphe Wacholder erzählt, dass Luke den Zugang oft benutzt habe, ebenso Chris Rodriguez, sein Späher. Luke suchte nämlich die Werkstatt des Dädalus, die im Zentrum des Labyrinths liegt, weil er dort den Ariadnefaden vermutet. Das einhellige Urteil lautet, dass man Luke zuvorkommen müsse. Da Annabeth die Fachfrau für Architektur ist, hat sie die Ehre, die Mission anzuführen und dazu das Orakel des Camps befragen zu dürfen.
|Aufbruch|
Doch die Weissagung ist wie immer uneindeutig. Jedenfalls darf Annabeth ihre Helfer und Gefährten bei der anstehenden Mission wählen: Percy, das ist eh klar, muss mit, ebenso Percys Halbbruder, der Zyklop Tyson, und Grover. Auch Rachel Elizabeth Dare erhält die seltene Ehre, mitkommen zu dürfen, denn ihre Fähigkeit ist von unschätzbarem Wert, um Monster und Halbblute zu durchschauen.
Zum Abschied gibt Quintus Percy eine stygische Hundepfeife, die in der Lage ist, Mrs O’Leary, den Höllenhund, herbeizurufen. Natürlich nur in Zeiten der Gefahr. Annabeth will Percy auf keinen Fall den Schluss der Weissagung verraten. Er wird erst nach seiner Rückkehr die Wahrheit und den Grund ihres Schweigens erfahren.
Dann steigen die vier Gefährten ins Labyrinth und begeben sich auf eine gefährliche Reise, von der sie nicht wissen, wie sie enden wird …
_Mein Eindruck_
Diesmal hat die Reise der Gefährten gleich mehrere Ziele:
1) Lukes Titanenarmee aufhalten
2) die Titan Chronos finden und unschädlich machen
3) die Werkstatt von Dädalus finden
4) dort den Ariadnefaden bergen
5) Pan finden und retten
6) Möglichst alle Angriffe durch Monster überleben!
Und Monster gibt es im Labyrinth nicht wenige, so etwa die erwähnten Empusen – von denen ich hier zum ersten Mal erfahren habe. Aber auch Drakenae, ein Mittelding aus Fledermaus und Schlangenfrau, sind nicht zu unterschätzen, vor allem nicht ihre Anführerin Kampe. Denn natürlich kann es bei der abschließenden Schlacht um Camp Halfblood nicht ausbleiben, dass all die Ungeheuer und Titanen, die Luke um sich geschart hat, die Sprösslinge der Olympier als Erstes angreifen. Wie der Kampf ausgeht, soll hier nicht verraten werden.
|In der Schmiede|
Viel interessanter ist eigentlich, welchen Leuten Percy und Kompanie in den Tunneln des Labyrinths begegnen. Die Göttin Hera, Zeus‘ Gattin, gibt ihnen einen guten Tipp: Dädalus, der Typ mit dem Schlüssel zum Labyrinth, sei ein enger Mitarbeiter des Feuergottes Hephaistos. Und dessen Werkstatt sei eigentlich leicht zu finden: unter dem Mount St. Helens.
Ich musste sofort an Sarumans Schmiede unter Isengard sowie an den Schicksalsberg denken, als Percy und Annabeth (Grover und Tyson suchen unterdessen Pan) die Werkstatt des Feuergottes besuchen. Lavasee, Amboss, Hammer sind vorhanden und die Arbeit wird von rebellischen Telchinen verrichtet, die charakterlich etwas an Zwerge erinnern, aber weitaus quengeliger sind. Weil sie sich von Hephaistos betrogen fühlen, rebellieren sie. Annabeths Tarnkappe erweist sich anschließend als sehr nützlich.
|Dädalus, der Ingenieur|
Auch Dädalus selbst ist kein einfacher Zeitgenosse. Wer seine Sage kennt, weiß ja, dass er nicht nur seinen Sohn Ikarus verloren hat, sondern auch seinen Neffen Perdix auf dem Gewissen hat. König Minos ließ ihn das Labyrinth für den Minotaurus bauen, und es zeigt sich, dass Minos ihn in Geisterform immer noch sucht, um sich für Dädalus‘ Verrat zu rächen. Für diesen Ernstfall hat die x-te Inkarnation von Dädalus stets ein paar Flügelpaare bereitstehen, um entkommen zu können. Dädalus, das ist der Clou, ist ein beseelter Automat. Wir würden heute Roboter sagen.
|Antaios und Chronos|
Natürlich kann es nicht ausbleiben, dass Percy auch auf Luke und dessen Gesindel stößt. Er muss jedoch feststellen, dass Luke über einen mächtigen Verbündeten verfügt: Antaios, einen Riesen, dessen Mutter Gaia ihn unbesiegbar gemacht hat, weil sie ihm stets neue Kraft zuführt. Dennoch muss Percy den Riesen in der Arena überwältigen, sonst ist seine Mission nur von kurzer Dauer …
Auch die Begegnung mit Chronos, dem Titanen, erweist sich als wenig ersprießlich und nicht gerade das, was sich Percy unter einem Sieg vorstellt. Der unsterbliche Titan, den in den drei bisherigen Abenteuern, in einem goldenen Sarkophag herumgetragen wurde, in dem Luke ihm Lebenskraft und Körperteile zuführte, ist nun vollendet und erwacht zum Leben!
|Der Große Gott Pan|
Die traurigste Begegnung jedoch hat Percy mit dem Großen Gott Pan, dessen Tod schon vor 2000 Jahren verkündet wurde. Allerdings weigerten sich die Satyrn, seine ziegenbeinigen Ebenbilder, dies zu glauben und hielten ihn so am Leben. Nun erfahren Grover, der erfolgreiche Sucher, Tyson, Percy und die anderen, den Grund für Pans damaligen Fortgang, sein Weiterleben in einer Höhle und seine Sehnsucht nach einem gnädigen Tod.
Pan war von alters her der Hüter der Wildnis. Als Hirte der Ziegen spielte er die Syrinx, die Panflöte. Doch die Sterblichen haben sie erst zurückgedrängt, um ihre Häuser zu bauen und das Vieh zu weiden, dann breiteten sie sich über die ganze Erde aus, um die Wildnis in Weiden, Gärten, Parks und Steppe zu verwandeln. In seinen letzten Worten bittet er seine Besucher, sich um die letzten Reste der Wildnis zu kümmern und sie zu bewahren. Grover jedoch macht er ein ganz besonderes Geschenk: die Gabe, Panik zu verbreiten. Dann löst sich sein Geist von seiner sterblichen Hülle und verschwindet.
In der Schlacht um Camp Halfblood erweist sich Grovers neue Gabe als äußerst nützlich. Und auch wenn ihm der Rat der Satyrn nicht glaubt, was passiert ist, so begeben sich die meisten Satyrn, die ihm glauben, in die Nationalparks und andere Gegenden, um die Wildnis zu hüten. Dieses Abenteuer hat also auch eine ökologische Botschaft. Und das finde ich sehr sympathisch.
Wer jedoch gar nicht auftritt, sind Ariadne, ihr Held Theseus und das Ungeheuer Minotaurus. Wozu auch? Sie sind alle schon längst vergangen, und es zählt nur ihr Vermächtnis.
_Der Sprecher_
Marius Clarén verfügt als Sprecher über einige erstaunliche Fähigkeiten, die ich der Reihe nach vorstellen will. Zunächst charakterisiert er jede Figur durch eine eigene Ausdrucksform. Percy Jacksons Tonlage entspricht der deutschen Stimme von Tobey Maguire, wie wir sie aus den Spider-Man-Filmen kennen. Der junge Held ist uns also schon mal ziemlich sympathisch, muss aber zahlreiche Prüfungen bestehen. In Camp Halfblood sagt Annabeth gleich zu ihm: „Du sabberst im Schlaf.“ Na, wenn das nicht eine nette Begrüßung ist! Offenbar mag sie ihn.
Ganz anders hingegen sein Freund Grover, der junge Satyr. Schwere Proben muss der Ärmste bestehen, ist er doch Percys Hüter. Seine Redeweise ist entsprechend unsicher und wiederholt etwas mitleiderregend. Aber man kann nicht böse auf ihn sein, denn Ziegenfüßer habens auch nicht leicht.
|Kalypso & Co.|
Alle seine weiblichen Figuren sprechen selbstredend in einer höheren Tonlage als die männlichen Vertreter, so etwa auch Annabeth und die schlangenhaft zischenden Cheerleader, natürlich auch Rachel Elizabeth Dare. Am eindrucksvollsten sprechen jedoch die Göttin Hera und die unglückselige Nymphe Kalypso. Sie wurde auf eine einsame Insel verbannt, um dort gestrandete Helden gesundzupflegen (etwa Odysseus). Dabei verliebt sie sich unweigerlich in den jeweiligen Heros, doch gerade ihre Pflege versetzt ihn in die Lage, sie wieder zu verlassen, um seine Aufgabe zu erledigen.
Natürlich werden alle Stimmen der jeweiligen Situation angepasst. Sie rufen, sind ängstlich, wütend, nervös, zweifelnd und vieles mehr. All dies hört man genau aus Claréns Darstellung heraus. An einer Stelle wird sogar ein Klangeffekt eingesetzt: Die Stimme wird verdoppelt, um Chronos, den wiederauferstandenen Titanen, noch mächtiger wirken zu lassen.
Alles in allem sorgen all diese Klangfarben für einen sehr lebhaften Vortrag, an dem Kinder und Jugendliche ihre helle Freude haben werden.
|Musik|
Einen Serien-Jingle gibt es nicht mehr. Vielmehr erklingt gleich die Hintergrundmusik, die im Intro, Outro und am Schluss jeder CD eingespielt wird. Nach einem Auftakt mit Harfe und tiefer Trommel setzen die Streicher ein, so dass eine recht mystische Stimmung entstehen kann.
Geräusche gibt es leider keine, so dass man sich jederzeit voll auf den Vortrag des Sprechers konzentrieren kann. Ein paar Soundeffekte hätten aber vielleicht nur gestört.
Die Zusatzinformationen, die bislang im Booklet abgedruckt waren, gibt es jetzt nicht mehr. Offensichtlich muss Lübbe Audio sparen.
_Unterm Strich_
Dieses Abenteuer ist höchst abwechslungsreich: Spannung, Action, Humor, viel Romantik, aber auch Tragik werden unterhaltsam kombiniert. Aber der junge Zuhörer ist gut beraten, sich zuvor ein wenig mit der Sage von Dädalus und Ikarus vertraut zu machen. Hier hätte das inzwischen gestrichene Glossar zum Hörbuch wertvolle Dienste geleistet.
Man könnte höchstens einwenden, dass die griechische Sagenwelt doch stark amerikanisiert worden sei, aber das muss auch so sein, um sie überhaupt der Moderne näherbringen zu können. Harry Schotter hat sicherlich Pate gestanden und vielleicht auch Bilbo Beutlin, aber der Rest liest sich wie eine Mischung aus Detektivroman und Fantasy-Abenteuerfahrt. Zum Glück hat der Autor alle Ungeheuer vermenschlicht und modernisiert, so dass jeder heutige Hörer etwas damit anfangen kann.
Sehr schön, weil unendlich traurig fand ich die Episoden mit der Nymphe Kalypso (s.o.) und dem Großen Gott Pan. Letzterer vermittelt eine willkommene ökologische Botschaft. Diese mag nach vierzig Jahren Umweltbewegung vielleicht ein wenig wohlfeil erscheinen und auf taube Ohren stoßen, aber ich bezweifle, dass amerikanische Highschoolkids neben Sex, Musik und Sport noch für etwas anderes Interesse aufbringen, und auch für die ist dieses Buch geschrieben worden.
Für den, der meint, er wisse schon alles über griechische Mythologie, hält auch dieses Abenteuer wieder einige Überraschungen bereit. Das sind die Drakenae, die Empusen, die Telchinen und schließlich noch die Hunderthändigen, darunter ein gewisser Briareus. Und ein Höllenhund, dessen Namen „Mrs O’Leary“ man sicher auch nicht erwartet hätte. Sicherlich ein privater Scherz des Autors.
|Das Hörbuch|
Der Sprecher Marius Clarén hat sich wahrlich ins Zeug gelegt, um sein jugendliches Publikum mit einer Vielzahl von Stimmen zu unterhalten. Die damit zum Leben erweckten Figuren sind leicht unterscheidbar und bereiten obendrein einigen Spaß. Geräusche und Musik würden nur von den Dialogen ablenken. Schade, dass das Glossar nicht mehr mitgeliefert wird. Dieses findet man jedoch ausführlich im Buch.
|4 Audio-CDs
Spieldauer: 312 Minuten
Gelesen von Marius Clarén
Originaltitel: Percy Jackson and the Olympians: The Battle of the Labyrinth (2008)
Aus dem US-Englischen übersetzt von Gabriele Haefs
ISBN-13: 978-3785744437|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de
_Akustisches Trashkino: Die Darsteller schlagen zurück_
„Pussy Stanton will nach oben, auf den „Walk of Fame“, die legendäre Meile am Hollywood Boulevard. „Walk of Fame“ heißt auch Pussys erster Film: Moskitos, Tsunamis, verschwundene Eingeweideeimer. Nackte Filipinas laufen durchs Bild, bei einem Zombie löst sich der Glibber und dann geschieht noch ein Mord am Filmset von „Racheengel auf der Blutinsel“…
Lieben Sie unkorrekte Unterhaltung, Schmutz und Schund? Finden Sie auch, dass Frauen durch Schmerz erst schön werden? Sehen Sie im Kino auch gerne, wie das Fahrrad in Flammen aufgeht, nachdem es die Böschung heruntergefallen ist? Dann sind Sie hier richtig: „Walk of Fame“ ist die Rache des Hörspiels am Hörbuch. „Walk of Fame“ ist die Rache für alles.“ (Verlagsinfo)
_Der Autor_
Ulrich Bassenge, geboren 1956 in München, ist Hörspielmacher („Morbus sacer“, „Shashlyk for paik“), Komponist, Musiker, Autor und Regisseur. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. Er spielt in mehreren Bands und schrieb Filmmusiken, u. a. für „Die Macht der Bilder – Leni Riefenstahl“ und „Living Buddha“.
_Die Sprecher/Die Inszenierung_
Die Rollen und ihre Sprecher:
Pussy Stanton: Tanja Schleiff
Mary Satána: Edda Fischer
Stacy Love: Winnie Böwe
Ida Gomez: Valerie Koch
Teddie Romero, Regisseur: Engelbert von Nordhausen (dt. Stimme von Samuel L. Jackson)
John Miller, Regieassistent: Norman Matt
Harvey Blitz, Produzent: Thomas Piper (dt. Stimme von Alf)
Paul Sherman, Skriptautor: Andreas Pietschmann
Zombies / Mann im Autokino: Alexander Geringas
5 nackte Filipinas / Häftling / Filmvorführer: Juan Carlos Lopez
Audiokommentar: Jörg Buttgereit & Thilo Gosejohann (Experten, weil Trash-Regisseure)
Off-Sprecher: Rainer Schmitt
Regie führte Leonhard Koppelmann, die Musik trug der Autor Bassenge bei, für die Dramaturgie war Martina Müller-Wallraf verantwortlich. Der WDR produzierte das Hörspiel 2007.
Tanja Schleiff, geboren 1973, war bereits während ihres Schauspielstudiums am Schauspiel Leipzig und anschließend am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen tätig, bis sie 1997 Ensemblemitglied des Bayerischen Staatsschauspiels in München wurde. Hier arbeitete sie u.a. mit Roberto Ciulli, Dieter Dorn, Klaus Emmerich und Andreas Kriegenburg. Für ihre darstellerischen Leistungen erhielt sie u. a. den „Bayerischen Kunstförderpreis“ (2000), den „Kurt-Meisel-Preis“ (2001 und 2002) sowie den „Max-Ophüls-Preis“ (2008). Seit 2002 arbeitet sie freischaffend für Film, TV und Theater. Sie spielte u. a. unter der Regie von Heinrich Breloer, Doris Dörrie und Dominik Graf.
Andreas Pietschmann,geboren 1969 in Würzburg, hatte bereits Engagements am Schauspielhaus Bochum und am Schauspiel Zürich, bevor er 2000/ 2001 an das Hamburger Thalia Theater wechselte. Im Kino machte er sich durch seine Rollen in FC Venus, Sonnenallee und Echte Kerle einen Namen, während er im Fernsehen von 2004 bis 2006 u. a. in der Kinderserie Vier gegen Z zu sehen war.
Tommi Piper stand schon im Alter von zwölf Jahren vor dem Mikrophon. Der damalige NWDR Hamburg holte ihn für „Kalle Blomquist“ und viele andere Hörspiele in die Aufnahmestudios. Es folgten Schauspielschule in Hamburg und diverse Theaterengagements. Die Zuschauer kennen ihn aus vielen TV-Krimis. Außerdem synchronisierte er Hunderte von Fernsehfilmen und sprach zahlreiche Hörspiele; das Mikrophon ist dabei seine Bühne. (Verlagsinfos)
_“Handlung“_
Eine Fanfare sowie die Schreie einer Frau eröffnen die Szene, an deren Ende der Regisseur Teddy Romero „Gestorben“ ruft und eine Leiche am Boden liegt. Gelächter ringsum. Der Dreh auf den Philippinen muss schon einige Nerven gekostet haben. Aber Pussy Stanton alias Strohmeyer wird von ihrem Agenten entsprechend motiviert. Da sie bislang bloß einen Stunt als Aktrice vorzuweisen hatte, teilte der Produzent Harry W. Blitz sie für den Part der „dummen Blondine“. Diese Rolle ist ihr wie auf den drallen Leib geschnitten. Falls sie überlebt.
C-Klasse-Regisseur Teddy Romero dreht in den 70er Jahren auf den Phlippinen – wegen der niedrigen Kosten: er hat bloß 50.000 Dollar zu verbraten – ein B-Movie mit dem schaurigen Titel „Racheengel auf der Blutinsel“ – the name says it all. Sein verschlagenster Trick besteht darin, alle Schauspieler erst einmal das Drehbuch vergessen zu lassen – dann haben sie nämlich null Peilung und hören nur auf sein göttliches Wort. Dafür darf dann der wahre Drehbuchautor Paul Sherman das x-mal geänderte Drehbuch ständig umschreiben.
Da aber alle echten Namen die erfundenen Namen ersetzen sollen, tritt natürlich auch eine Pussy Stanton auf. Die Story ist ebenso Banane wie simpel: Lesbische Frauenknastis entkommen in einen von Zombies wimmelnden Dschungel, wo sie ständig vergewaltigt werden. Die zwei kommentierenden Filmkritiker sind sich einig: Dies ist klassisches Exploitationkino direkt fürs Auto- und Bahnhofskino. Unterste Schublade.
„Gestorben!“ Wieder ist eine Szene im Kasten, einen 2. Take kann man sich nicht leisten. Und Pussi flucht, heult und klagt. Doch Paul, der Autor, tröstet sie, denn er hat sich in Frau Strohmeyer richtig verliebt. Unterdessen legt Harry W. Blitz auf seiner Produzentencouch Stacy, Pussis Kollegin, flach. Sie wird von seinem Assi von der Couch und aufs Set gezerrt. Die Zeiten sind hart. Dafür darf sie aber zusammen mit den anderen drei Mädels Hunderte von Zombies niedermähen.
Während Mary, die lesbische Nazi-Gefängnisaufseherin, von ihrer glorreichen Zeit in Andy Warhols Factory schwärmt, ertönt ein sehr spitzer Schrei. Stacy fällt einem Unhold zum Opfer, der sich im dunklen Wald zeigt und ihr seinen Dolch in die hübsch gewölbte Brust stößt. John, der Assi, berichtet den anderen von Stacys Ableben. Doch als er die Muster anschaut, entdeckt er auf einem der Streifen das Gesicht des Täters – unglaublich! Es ist kein Mann …
_Mein Eindruck_
Quentin Tarantino hätte sich schlappgelacht, ist er doch selbst einer der größten Fans von Exploitationfilmen. Unzählige Male zitiert er dieses ebenso üppige wie verfemte Genre, das in den 70er Jahre überall blühte. Der Spaghetti-Western ist nur eines der bekanntesten Beispiele. Es gab ja auch Black Exploitation, in der Stars wie Pam Grier spielten – die dann in Tarantinos „Jackie Brown“ zu Ehren kam. Frauenknast, Nazis, Lesben, Mafia und vieles mehr diente als Hintergrund für Billigstfilmchen. Kein Wunder, dass Tarantino als nächstes ein Remake eines Russ-Meyer-Softpornos drehen will.
Die Anspielungen im Film sind vor allem für den Eingeweihten zu verstehen. Dazu lese man einfach die fachkundige Rezension auf Amazon.de. Dass die Philippinen als Kulisse herhalten, ist möglicherweise eine Anspielung auf Coppolas Dreharbeiten zu „Apocalypse Now“, die in ein wahres Desaster ausarteten und ihn, den „Paten“-Krösus, schier ruinierten. So wundert es nicht, dass eine Riesenwelle vorkommt, fehlt eigentlich nur der obligatorische Taifun.
|Kommentare|
Aber die Filmhandlung ist im Grunde – zum Glück – Nebensache. Der Regisseur, der Produzent, die Darstellerin der Mary geben Interviews, die ebenfalls ironisch gemeint seind (hoffe ich zumindest). Als dritte Ebene fungieren die zwei Filmkritiker, die sich ausnahmsweise ziemlich einig sind, was für ein Schrott dies alles ist und welche erbärmlichen Zuschauerbedürfnisse damit bedient wurden.
|Meta-Ebene|
Aber diese Ebene ist nicht Selbstzweck, sondern dient der Beurteilung einer uralten Filmkopie aus den siebziger Jahren, die nun in New York City vorgeführt und restauriert werden soll: eben „Racheengel auf der Blutinsel“. Mithin bilden nicht die Kritiker eine Rückblende, sondern die Action, die wir dazwischen hören.
|Epilog|
Die Zeitebene der Kritiker ist (vermutlich) nicht die gleiche Zeitebene wie die des ironischen Epilogs. Pussi geht mit Paul Sherman zur Premiere ins Kino. Doch vor „Racheengel auf der Blutinsel“ laufen noch zwei andere Exploitationfilme, und kann es nicht ausbleiben, dass Pussi und Paul dem mitgebrachten Whisky übermäßig zusprechen.
Pussi will den erbärmlichen Film stoppen und stürmt das Kämmerchen des Filmvorführers. Dieser erkennt sie aus dem Film und stürzt sich aufgegeilt auf sie. Sie und Paul schlagen ihn zu Klump, doch dabei gerät der Film im Projektor in Brand – billiges Nitro! – woraufhin ein Feuer im Kino ausbricht und es zu einer Massenpanik kommt. Die Filmkritiker sind begeistert, als sie davon (im Archiv?) lesen.
_Die Sprecher/Die Inszenierung_
Tommi Piper als Harvey Blitz, Engelbert von Nordhausen als Teddy Romero (alias Eddie Romero), Tanja Schleiff als Pussi Strohmeyer und Andreas Pietschmann als Paul, der gequälte Autor – sie alle legen einen diebischen Spaß an der Sache an den Tag, denn sie können mal so richtig das Klischee spielen: Pussi die dumme Blondine usw., Teddy den trickreichen Regisseur, und Harvey legt alle „Puppen“ flach. Am besten gefiel mir aber die auf den Hund gekommene, aber knallharte Mary Satána (alias Tura Satana), gesprochen von Edda Fischer.
Jörg Buttgereit und Thilo Gosejohann sprechen die beiden Filmexperten. Beide sind Profis im Geschäft. Buttgereit (Jahrgang 1963) ist Hörspiel- und Filmemacher und mit seinen Horror- bzw. Trashhörspielen „einer der Pioniere dieses Hörspielgenres“, schreib der Verlag. Seine Arthouse-Horrorfilme wie „Nekromantik“, „Schramm“ und „Der Todesking“ sollen in USA und Japan Kultfilme sein. Er hat Filmbücher publiziert und lehrt an Filmhochschulen. Außerdem ist er monatlich als DJ in Berlin unterwegs.
Thilo Gosejohann, Bruder von Comedian Simon, wurde 1971 in Gütersloh geboren. Er sei mit seinen Trashfilmen „Captain Cosmotic“ und „Operation Dance Sensation“ in der Filmszene bekannt geworden und arbeite heute für verschiedene Privatsender als Regisseur, informiert der Verlag.
Die beiden Dampfplauderer aus dem Metier geben Sätze wie „Die Gewalt ist der Platzhalter für den Sex“ und „Frauen werden erst schön, wenn sie leiden“ von sich. Dagegen hält es Teddy Romero mit Hitchcock, der gesagt haben soll. „Schauspieler sind Vieh.“ Kein Wunder also, wenn die Schauspieler am Schluss zurückschlagen.
|Geräusche|
Regieprofi Leonhard Koppelmann und seine Crew haben sich ins Zeug gelegt, um die Geräuschkulisse der Dreharbeiten so dicht wie möglich zu gestalten – also mit allen Schreiben, jedem Schuss, allem Gebrüll usw. Alles in Stereo, versteht sich. Dabei durfte aber der Dia- bzw. Monolog keinesfalls gestört werden.
Dieses Unterfangen ist durchaus gelungen, aber ich hätte mir gewünscht, dass die Szenen nicht bloß ineinander übergehen, sondern als separate Einheit zu erkennen sind. So quatschen die zwei Kritiker zu jeder Gelegenheit ins Geschehen hinein, und die Interviews kommen ebenso unvermittelt. Der Eindruck ist wegen der Disparatheit der Elemente etwas verwirrend. Man muss sich darauf einlassen.
|Musik|
Die Musik wurde wie der Text von Ulrich Bassenge komponiert. Demzufolge gibt es ein paar Songs, etwas Hintergrundmusik sowie In- und Outro, wie sich das gehört. Von der Hintergrundmusik habe ich fast nichts wahrgenommen, aber die Songs haben mir gefallen. Einmal meinte ich Nico von Velvet Underground zu vernehmen: Die Deutsche sang immer falsch, weil sie mit ihrer tiefen Stimme die Töne nicht traf. Aber das gehört natürlich auch mit zur Parodie.
_Unterm Strich_
Eine parodistische Trash-Hommage wie diese eignet sich selbstredend nur für Trashliebhaber. Anhänger der U- & E-Hochkultur haben hier nichts verloren. Doch Tarantino-Fans wird hier ein gefundenes Fressen serviert. In hochkonzentrierter Dosis bekommen sie das Trashkino der Seventies verpasst – und zugleich auch das Heilmittel dazu, nämlich die Kritik und die Selbstironie.
Allerdings hatte ich ein paar Probleme mit der Disparatheit der Elemente. Da wird zusammengezwungen, was nicht zusammengehört, so etwa Action vor und hinter der Bühne, Filmkritikerkommentare und Interviews. Die Zeitebenen sind auch nicht so ganz klar, und ich muss mir meinen Teil dazudenken. Ein zweites Anhören hilft.
|Das Hörspiel|
Der Stereoton lässt die Action im Dschungelcamp-Set von Teddy Romero lebendiger wirken. Die Sprecher füllen ihre Rollen als Darsteller von Klischees mit Gusto aus, wobei mir besonders Edda Fischer als teuflische Mary Satana gefiel.
Jede Menge Geräusche sowie die Musik von Ulrich Bassenge tragen dazu bei, eine sehr dichte akustische Präsentation zu bilden. Man muss sich als Zuhörer ranhalten, um alles mitzubekommen, deshalb ist ein zweites Anhören sehr empfehlenswert.
|Audio-CD mit 53 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3867172790|
[www.randomhouse.de/hoerverlag]http://www.randomhouse.de/hoerverlag
1) „Diebe im Olymp“
2) [„Im Bann des Zyklopen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7273
3) _“Der Fluch des Titanen“_
4) „Die Schlacht um das Labyrinth“
5) „Die letzte Göttin“
6) „The Demigod Files“ (noch ohne dt. Titel)
_Aufstand der Monster: Heroen auf Rettungsmission_
Die Götter des Olymp befürchten das Schlimmste, denn die Titanen rüsten zum Krieg! Percy und seine Freunde müssen bis zur Wintersonnenwende die Göttin Artemis (= Diana) befreien, die in die Klauen der finsteren Mächte geraten ist. Dabei müssen sie gegen die gefährlichsten Monster der griechischen Mythologie antreten – und geraten selbst in tödliche Gefahr. Aber mit Percy haben die Titanen nicht gerechnet. Dabei weiß doch inzwischen jeder, dass er mit allen Wassern gewaschen ist – schließlich ist er der Sohn des Poseidon, des Meeresgottes! (abgewandelte Verlagsinfo)
_Der Autor_
Rick Riordan war viele Jahre lang Lehrer für Englisch und Geschichte. Mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen lebt er in San Antonio, Texas, und widmet sich ausschließlich dem Schreiben. „Percy Jackson. Diebe im Olymp“ ist sein erstes Buch für junge Leser. Dessen Verfilmung mit Pierce Brosnan und Uma Thurman lief ab 11. Februar 2010 in deutschen Kinos.
_Der Sprecher_
Marius Clarén, 1978 in Berlin geboren, ist Synchronsprecher, -autor und –regisseur. Er lieh seine Stimme Tobey Maguire, Chris Klein und Jake Gyllenhaal sowie vielen mehr.
Regie führte Kati Schaefer, die Aufnahme bei soundcompany audiopost erledigte Oliver Schmerwitz, die Musik steuerte Andy Matern bei. Clarén liest eine von Kai Lüftner bearbeitete Fassung.
_Handlung_
Sechs Monate nach den turbulenten Ereignissen in „Im Bann des Zyklopen“ besuchen Percy Jackson, seine Freundin Annabeth Chase und Thalia, die Halbbluttochter von Obergott Zeus eine neue Schule. Nur mal reinschnuppern, wie denn Westover Hall denn so ist. Am der Meeresküste gelegen, erhebt sich die Schule wie eine Ritterburg vor dem Hintergrund eines Waldes. „Das soll ein Internat sein?“, zweifelt Thalia, die jahrelang als Fichte das Camp Halfblood beschützte und nun wie ein rotzfrecher Goth-Punk gekleidet ist. Aber Percys Freund Grover, der Satyr, hat ihnen von hier aus einen telepathischen Hilferuf geschickt.
Drinnen spürt Percy, dass Gefahr droht. Dr. Thorn, der stellvertretende Schulleiter, und Miss Gottschalk begrüßen die Besucher. Doch Grover führt sie weiter in die Turnhalle, wo ein Ball stattfinden soll. Grover hat zwei Halbblute entdeckt, Bianca und Nico DeAngelo. Sie wissen nichts von ihrem Schicksal. Allerdings lässt Dr. Thron Grover nicht an die beiden heran. Er ist ein Monster. Aber was für eines?
Zur Ablenkung tanzen die Besucher miteinander, doch dann merkt Percy, dass die beiden DiAngelos verschwunden sind. Er eilt ihnen nach und zieht Springflut, sein als Kugelschreiber verkleidetes Schwert. Als er sie findet, überrascht ihn Dr. Thorn von hinten, der Perseus sofort erkannt hat. Ein vergifteter Dolch hat Percys Schulter durchbohrt, abgefeuert von Thorns Mähne: Er ist ein Mantikor, eine Schimäre aus Löwenhaupt und -leib, Stachelrücken und Skorpionschwanz – überaus gefährlich!
Während Thorn in den Wald auf eine Lichtung geht, nimmt er Percy und die zwei Halbblute mit. Ein Helikopter soll „das Paket“ abholen. Mit wem steckt er unter einer Decke – mit Luke, dem Verräter? Nein, es sei ein „General“. Thorn frohlockt, das „Beben der Monster“ stehe kurz bevor, und das größte von allen, Chronos, werde schon bald kommen, um den Olymp zu zerstören.
Da endlich eilen Annabeth, Athenes Tochter, und Thalia mit ihrem Schild herbei und wehrt Thorns Skorpionstachel ab. Grover bläst sein magische Flöte Syrinx, als plötzlich ein Jagdhorn erschallt! Ein silberner Pfeil trifft Thorns Schulter, weitere folgen. Die Schützinnen stellen sich als junge Mädels zwischen zehn und 14 Jahren heraus, die von Artemis, der Göttin der Jagd, angeführt werden. Annabeth springt auf das Monster, welches Reißaus nimmt und sich von der Klippe ins Meer stürzt. Von Annabeth ist nur ihre Tarnkappe zurückgeblieben, die Percy an sich nimmt. Wird er sie je wiedersehen?
_Mein Eindruck_
Wird Percy seine Freundin jemals wiedersehen? Aber klar doch. Allerdings sehr weit entfernt, in San Francisco. Dort findet der fulminante Showdown statt. Doch der Reihe nach. Vorerst geht es um die beiden Quasi-Findlinge Bianca und Nico DiAngelo. Bianca schließt sich der Göttin Artemis und ihren Mädchen an. Das heißt, sie muss zwar Sex mit Männern für alle Zeit entsagen (aber es gibt ja auch andere Möglichkeiten) und Jungfrau bleiben, aber dafür erhält sie Unsterblichkeit, was auch ganz nett sein kann.
Beide werden in Camp Halfblood dem Ausbildungsleiter Chiron, dem Zentauren, und Mr Dee, dem Gott Dionysos, vorgestellt, der hier den Laden schmeißt. (Das Zwischenspiel mit König Tantalus als Chirons Ersatz hat ja nicht so gut funktioniert.) Im Camp hat jede Partei ihre eigene Hütte. Kommuniziert wird via Iris-Regenbogen, den man mit einer magischen Drachme herbeiruft: hypermodernes Pay-Videofon. So weiß Percys Mom Sally, wo sich ihr Sprössling aufhält.
Allerdings erreichen schon bald schlechte Nachrichten das Camp. Denn die Gegenseite bleibt ja nicht untätig. Mit dem Camp-eigenen Orakel erhält man eine Art Regieanweisung für die nächste Mission, allerdings ist diese Weissagung derart verschlüsselt, dass sich jeder angesprochen fühlen kann. Fünf sollen gen Westen gehen, drei Mädchen der Artemis und zwei weitere. Und sie haben bloß fünf Tage Zeit, denn zur Wintersonnenwende ist großer Götterrat, bei dem Artemis nicht fehlen darf! Erst als eines dieser Mädchen ausfällt, wird Percy ins Team aufgenommen, das eindeutig von Zoe Nachtschatten, der Leutnantin der entführten Artemis, angeführt wird.
Wie Percy nach und nach herausfindet, etwa durch Träume, hat es mit Zoe eine ganz besondere Bewandtnis, die für den Handlungsverlauf entscheidend ist. Sie ist eine der vier Töchter des Atlas, der bekanntlich das Himmelsgewölbe trägt. Sie lebte einst in den Gärten der Hesperiden, welche sich in der Gegend von Gibraltar befunden haben dürften. In diesen Gärten wuchsen sie die süßesten Äpfel, die man sich vorstellen kann – und sie waren den Sterblichen selbstredend verboten. Der Drache Ladon bewachte sie, dessen Biss giftig war. Allerdings zählte es zu den zwölf Aufgaben des Herakles / Herkules, diese Äpfel zu besorgen. Dummerweise kriegte er Zoe rum, ihm zu helfen, und damit fing der Ärger an …
Da Rick Riordans Götter mit zu unserer Welt gehören, finden sich ihre Aufenthaltsorte in diversen Gegenden in und um die Vereinigten Staaten herum – es sind recht amerikanische Götter. Aber auch die Feinde dieser Olympier schicken sich an, Amerika zu erobern. Die Invasion beginnt in San Francisco, genauer gesagt: Am Berg der Verzweiflung, der uns als Mount Tamalpais bekannt ist. Hier findet der Showdown statt, denn Atlas, Luke und der ganze Monsterverein der Titanen haben recht fiese Dinge vor. Können ihnen Percy und seine Freunde die Suppe versalzen? You bet!
Von allen Monstern gefiel mir der Riese Talos am besten. Mindestens 20 Meter hoch, ist er das mechanische Geschöpf des göttlichen Schmiedes Hephaistos. Doch er taucht mitten auf einem Schrottplatz in der Wüste von Arizona auf, und die Flucht vor ihm bzw. der Kampf gegen seine Hiebe sind eines der aufregendsten Kapitel der Handlung. Es ist zwar Percy, der auf den Trichter kommt, wie man den mechanischen Mann stoppen könnte, doch es ist Bianca, die Neue, die dies auch in die Tat umsetzt. Als sie nicht wiederkehrt, fragt sich Percy bange, wie er dies ihrem Bruder nur beibringen soll – der hatte ihn ja extra um Biancas Schutz gebeten.
Es gibt aber auch eine wirklich traurige Sterbeszene am Ende des Finales. Nichts weiter darf darüber verraten werden, doch nichts war in der Serie bislang so bewegend und anrührend. Hier bietet der Autor die Kraft der griechischen Tragödie auf, um eine feine Aussage zu machen. Wer einen Fehler macht, wird dafür bezahlen – okay, aber es kommt auf den richtigen Moment und Zweck dafür an. Ein Opfer darf niemals umsonst sein.
Witzig ist hingegen der Auftritt von Annabeths Dad. Professor Chase ist Militärhistoriker und besitzt Unmengen von Zinnfiguren und Kriegsspielzeug. Kein Wunder also, dass er es mit der martialisch gerüsteten Göttin Athene getrieben hat. Aber der Prof hat auch seinen eigenen Doppeldecker aus dem Ersten Weltkrieg in der Garage stehen. Und mit dieser Sopwith Camel greift er in den finalen Kampf um Atlas, Artemis und die anderen am Berg der Verzweiflung ein.
Hier treffen wir Luke wieder, den Sohn des Hermes, der den Titanen Chronos ins Leben rufen will, um die Olympier zu stürzen. Weil er dessen Sarkophag mit sich herumschleppt, leidet er unter dem titelgebenden „Fluch des Titanen“: die rapide Alterung. Er baggert seine alte Flamme Thalia an, sich ihm anzuschließen und den Olympiern einen Tritt in den Hintern zu verpassen. Wird Thalia ihrem eigenen Daddy, nämlich Zeus, solch einen Tritt verpassen wollen? Wollens nicht hoffen.
_Der Sprecher_
Marius Clarén verfügt als Sprecher über einige erstaunliche Fähigkeiten, die ich der Reihe nach vorstellen will. Zunächst charakterisiert er jede Figur durch eine eigene Ausdrucksform. Percy Jacksons Tonlage entspricht der deutschen Stimme von Tobey Maguire, wie wir sie aus den Spider-Man-Filmen kennen. Der junge Held ist uns also schon mal ziemlich sympathisch, muss aber zahlreiche Prüfungen bestehen. In Camp Halfblood sagt Annabeth gleich zu ihm: „Du sabberst im Schlaf.“ Na, wenn das nicht eine nette Begrüßung ist! Offenbar mag sie ihn.
Ganz anders hingegen sein Freund Grover, der junge Satyr. Schwere Proben muss der Ärmste bestehen, ist er doch Percys Hüter. Seine Redeweise ist entsprechend unsicher und wiederholt etwas mitleiderregend. Aber man kann nicht böse auf ihn sein, denn Ziegenfüßer haben’s auch nicht leicht.
Alle seine weiblichen Figuren sprechen selbstredend in einer höheren Tonlage als die männlichen Vertreter, so etwa auch Annabeth und die wirklich verführerische Aphrodite. Die männlichen Erwachsenen wie Zeus, Poseidon und vor allem der Mantikor Dr. Thorn wirken durchweg furcht- und respekteinflößend, von General Atlas ganz zu schweigen.
Natürlich werden alle Stimmen der jeweiligen Situation angepasst. Da rumpeln diverse Ungeheuer, sodass man sich über Abwechslung wirklich nicht beschweren kann. Alles in allem sorgen all diese Klangfarben für einen sehr lebhaften Vortrag, an dem Kinder und Jugendliche ihre helle Freude haben werden.
|Musik|
Einen Serien-Jingle wie früher gibt es nicht mehr. Vielmehr erklingt gleich die Hintergrundmusik, die im Intro und Outro eingespielt wird. Nach einem Auftakt mit Harfe und tiefer Trommel setzen die Streicher ein, sodass eine recht mystische Stimmung entstehen kann.
Geräusche gibt es leider keine, sodass man sich jederzeit voll auf den Vortrag des Sprechers konzentrieren kann. Ein paar Soundeffekte hätten aber vielleicht nur gestört.
Die Zusatzinformationen, die bislang im Booklet abgedruckt waren, gibt es jetzt nicht mehr. Offensichtlich muss Lübbe Audio sparen.
_Unterm Strich_
Diesmal benutzt der Autor die Abenteuer des Herakles als Folie für manche Begegnungen, die Percy hat. Herakles war in den Gärten der Hesperiden (= die im Westen wohnen), und im nächsten Abenteuer darf Percy die Ställe des Augias ausmisten. Für Antike-Kenner sind dies alles natürlich olle Kamellen, aber für sie wurden diese Bücher nicht geschrieben. Sondern vielmehr für amerikanische Schüler, die von der Antike keine Ahnung haben – aber zumindest welche haben sollten.
Die Mädchen der Artemis sind ein interessantes Motiv. Die Vorstellung, dass sich junge Mädchen als Jägerinnen betätigen und zu eigenen Cliquen aus Jungfrauen zusammenschließen könnten, ist ja in der patriarchalischen amerikanischen Gesellschaft nicht unbedingt selbstverständlich. Was würde denn dann aus dem Nachwuchs werden? Gar nichts nämlich.
Man könnte einwenden, dass hier die griechische Sagenwelt doch stark amerikanisiert worden sei, aber das muss auch so sein, um sie überhaupt der Moderne näherbringen zu können. Harry Schotter hat sicherlich Pate gestanden und vielleicht auch Bilbo Beutlin, aber der Rest liest sich wie eine Mischung aus „Nachts im Museum“, Odyssee und Monsterjagd. Wer seine „Odyssee“ (und womöglich sogar die „Ilias“) kennt, dem wird hier so manches Ungeheuer recht bekannt vorkommen. Zum Glück hat der Autor jedes vermenschlicht und modernisiert, sodass jeder heutige Hörer etwas damit anfangen kann.
Ansonsten geht der Krieg der Titanen gegen die Olympier weiter, quasi als Remake der vor Urzeiten unternommenen und gescheiterten Rebellion. Doch es regen sich Ungeheuer, die viel älter sind als Titanen und Olympier, und denen wird Percy in seinem nächsten Abenteuer begegnen.
|Das Hörbuch|
Der Sprecher Marius Clarén hat sich wahrlich ins Zeug gelegt, um sein jugendliches Publikum mit einer Vielzahl von Stimmen zu unterhalten. Die damit zum Leben erweckten Figuren sind leicht unterscheidbar und bereiten obendrein einigen Spaß. Geräusche und Hintergrundmusik würden nur von den Dialogen ablenken.
|4 Audio-CDs
Spieldauer: 272 Minuten
Gelesen von Marius Clarén
Originaltitel: Percy Jackson and the Olympians: The Titan’s Curse (2007)
Aus dem US-Englischen übersetzt von Gabriele Haefs
ISBN-13: 978-3785744437|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de
Ohne Erinnerung sind wir nichts. Stell dir vor, du verlierst sie immer wieder, sobald du einschläfst. Dein Name, deine Identität, die Menschen, die du liebst – alles über Nacht ausradiert. Es gibt nur eine Person, der du vertraust. Aber erzählt sie dir die ganze Wahrheit? Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter älterer Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang zwanzig ist, wie sie denkt, sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor vielen Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist. Sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben, der sich immer um sie gekümmert hat. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben – und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? (Verlagsinfo)
_Mein Eindruck:_
Beim Klappentext fühlte ich mich sofort an die Filme „Memento“ und „50 erste Dates“ erinnert. Dennoch war ich interessiert, weil ich auf diese Thematik schon länger nicht mehr gestoßen bin und sehen wollte, wie der Autor sie in seinem Erstlingswerk angeht. „Memento“ hat er nach eigenen Angaben tatsächlich gesehen, aber seine Inspiration zu dem Buch kam durch eine tatsächliche Geschichte, von der er gelesen hatte. Ein Mann hatte nach einem chirurgischen Eingriff, der seine Epilepsie heilen sollte, die Fähigkeit zur Erinnerungsbildung verloren.
Ich hätte nicht erwartet, dass mich die Geschichte, bei dieser recht simplen Prämisse, so stark in seinen Bann ziehen würde. Vor allem tat sie das unglaublich schnell. Wenn ich die Buchausgabe vor mir gehabt hätte, dann hätte ich mein Lesetempo stetig gesteigert, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht und vor allem, wie es überhaupt zu der Amnesie gekommen ist.
So war ich Andrea Sawatzki ausgeliefert und das war ich gern. Schon mit den ersten Sätzen hatte sie mich an die Geschichte gefesselt. Verstört, verängstigt, verärgert, verzweifelt, verwirrt … die Sprecherin transportiert die Gefühle der Protagonistin von der ersten Sekunde an perfekt ins Ohr des Hörers. Die Leinwand im Kopfkino wird hell und die Spannung lässt den Hörer nicht mehr los.
Die Geschichte ist in drei Teile aufgesplittet, alle werden aus Sicht von Christine erzählt, sodass der Hörer auch nicht mehr weiß als sie. Der erste Teil spielt im Jetzt, direkt nachdem Christine (mal wieder) ohne Erinnerung an die letzten Jahre aufgewacht ist und befasst sich mit ihren ersten verwirrten Stunden in einem Leben und einem Körper die ihr fremd sind. Das dauert etwa 50 Hör-Minuten. In den nächsten Stunden bekommen wir 14 Tage aus ihrem Tagebuch erzählt, das sie für sich selbst angelegt und vor ihrem Mann versteckt hat. Wieso sollte sie das tun? Das fragt sich nicht nur der Hörer, sondern sie sich auch selbst! Mit dem Wissen des Tagebuchs gehts dann für den Hörer und die Protagonistin wieder zwei Stunden lang zurück ins Jetzt und in den Endspurt, der vor Spannung kaum zu ertragen ist.
Ich hatte erwartet, dass der Tagebuch-Teil ein wenig langweiliger wird, grad, weil er so lang ist. Aber im Gegenteil. Das Tagebuch wird von Andrea Sawatzki genauso spannend gelesen wie der Jetzt-Teil. Immer wenn sich ein Hauch von Langeweile einschleichen will, wirft der Autor ein Info-Bröckchen ins Ohr des Hörers und schon ist die Spannung wieder auf 100%. In keiner Sekunde ihres Vortrags hat der Hörer einen Zweifel daran, dass hier die Frau spricht, die immer und immer wieder ihr Gedächtnis verliert. Beängstigend gut schafft Sawatzki es, nicht nur die Verwirrung, sondern auch die immer weiter ansteigende Spannung und innere Unruhe authentisch und lebendig zu erhalten und gemäß der Vorlage sogar weiter zu steigern..
|Der Erfolg des Erstlings:|
Dieses Buch ist das Produkt eines Autoren-Kurses „Wie man ein Buch schreibt“. Den hatte der Autor im Jahr 2009 besucht. Am letzten Abend des Kurses traf er auf eine Literaturagentin und der Rest ist Erfolgsgeschichte. Mittlerweile sind die Rechte an dem Buch nicht nur in 37 Länder verkauft worden, sondern die Filmrechte auch an den bekannten Regisseur Ridley Scott. Die Dreharbeiten sollen noch dieses Jahr beginnen.
_Der Autor:_
S. J. Watson wurde in den Midlands geboren, lebt in London und hat viele Jahre für den staatlichen britischen Gesundheitsdienst (NHS) gearbeitet. 2008 wurde S. J. Watson in das Studienprogramm Kreatives Schreiben der Faber Academy aufgenommen. „Ich. Darf. Nicht. Schlafen.“ erscheint weltweit in über 30 Sprachen. (Verlagsinfo)
_Die Sprecherin:_
Andrea Sawatzki begeistert ihr Publikum mit Filmen wie „Das Experiment“ oder „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“. 2005 erhielt sie den Adolf-Grimme-Preis für Ihre Rolle als Tatort-Kommissarin. Ihre einzigartige Stimme, für die sie 2009 mit dem Deutschen Vorlesepreis ausgezeichnet wurde, hat sie bereits vielen Hörbuchbestsellern geliehen. (Verlagsinfo)
_Die Ausstattung:_
Das Hörbuch hat ein schlichtes blaues Cover mit einem gebogenen Schriftzug, neben dem ein dicker Falter abgedruckt ist, der an „Das Schweigen der Lämmer“ erinnert. Die CDs, die in einem dicken Jewel-Case stecken, sind mit dem gleichen Blau bedruckt, aber ohne zusätzliches Bild. Im Inneren finden wir ein Tracklisting mit den Titeln der Buchkapitel und den entsprechenden Tracks der CDs. Ein Booklet gibt es nicht. Stattdessen hat der Verlag ein dickes Verlagsprogramm mit in die Box gelegt.
Auf der Rückseite der Box finden wir noch Bilder von Autor und Sprecherin und ein paar Infos zu ihnen.
_Mein Fazit:_
Eine einfache Grundidee, überragend spannend erzählt. Gepaart mit einer beängstigend guten Sprecherleistung fesseln Autor und Sprecherin den Hörer gnadenlos an die Geschichte, die genialerweise in gut acht Stunden keinen Funken Langeweile aufkommen lässt. Stattdessen wird der Spannungsbogen immer weiter gespannt. Selten habe ich meinen Alltag für ein Hörbuch so stark eingeschränkt, weil ich unbedingt weiterhören musste.
|6 CDs mit 87 Tracks
Spieldauer: 7:48 Std.
Gelesen von Andrea Sawatzki
Originaltitel: Before I Go To Sleep
ISBN-13: 978-3839811054|
[www.argon-verlag.de]http://www.argon-verlag.de
Derek Ashby kann es nicht glauben, aber der Brief in der Manteltasche seiner Mutter lässt keine Zweifel: Mrs Ashby wird erpresst!
Als sie eines Nachts erneut heimlich das Haus verlässt, folgen ihr Jay, Tom und Derek und stoßen auf den Mann im Nadelstreifenanzug. Ehe die Jungen wissen, wie ihnen geschieht, finden sie sich inmitten eines siebenundzwanzig Jahre alten Mordkomplotts wieder. Der ehemalige Filmstar Norma D’Arcy beichtet ihnen in Todesangst vom bedingungslosen Ultimatum der Bertani-Familie.
Und immer wieder fällt ein und derselbe Name: der Doktor … (Verlagsinfo)
_Mein Eindruck:_
Nach neun Monaten Pause und dem Wechsel des Vertriebs tauchen die drei Jungs aus Point Whitmark, der Stadt, die heißt wie der Radiosender, wieder auf. Und durch Zufall kommen sie auch direkt an ihren nächsten Fall, der für Derek eine ganz besondere Bedeutung hat, geht es doch um seine Mutter, die bedroht wird.
Während ihrer Ermittlungen verschlägt es die drei an ein Filmset und sie machen die Bekanntschaft der Hauptdarstellerin Norma D’Arcy. Zuerst erweckt Sonja Deutsch, die diesem Charakter ihre Stimme leiht, den Anschein, als wäre sie etwas over the top in ihrer Darbietung. Im Laufe der Zeit erklärt sich dem Hörer aber, warum sie so übertrieben spielt.
Auch die anderen Sprecher, allen voran die der drei Radiosenderbetreiber, machen einen prima Job und wirken lebendig und natürlich bei ihrer Interpretation der Figuren. Die Emotionen werden wie vom Skript gefordert mal lautstark und mal verschroben, angsterfüllt oder wütend von den Sprechern sehr gut vermittelt, sodass ein spannendes Kopfkino entsteht.
Unterstützt wird das Ganze durch die von der Serie gewohnt aufwendige Geräuschkulisse. Da wird nicht einfach nur ein einzelner Effekt zur Untermalung einer Szene benutzt, oftmals sind es mehrere, die zusammen ein authentisches Gesamtbild ins Ohr bringen. Hier und da gibt es auch ein wenig Zwischenmusik, die aber vom Hörer nicht als Minutenschinder wahrgenommen wird.
Interessant an dem Fall ist, dass den Hörer durch einen Twist in der Handlung letztendlich doch nicht das erwartet, was er die ganze Zeit über erwartet hat. Nach dem Abschlusslacher, der nicht von den drei Jungs kommt, sondern vom Hörer, gibts noch eine mit düsterer und dramatisch gruseliger Musik unterlegte Vorschau auf die kommende Folge.
|Die Sprecher und ihre Rollen:|
Erzähler: Jürg Löw
Jay Lawrence: Sven Plate
Tom Cole: Kim Hasper
Derek Ashby: Gerrit Schmidt-Foss
Mr McLaughlin: Horst Lampe
Jimmy Chase: Dominik Freiberger
Norma D’Arcy: Sonja Deutsch
Monica Ashby: Martin Treger
Jonathan Walcott: Olaf Baden
Der alte Fry: Bert Franzke
Rosie Day: Tirzah Haase
Der Doktor: C.-D. Clausnitzer
Mr Crowley: Herr Steiner
Portier: Ernst Meincke
|Technik-Credits:|
Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert und Volker Sassenberg, Markus Segschneider und Manuel Rösler
Tontechnik und Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Illustration & Cover Design: Ingo Masjoshusmann
Verlegt durch ROBIL BOR Music
Aufgenommen und gemischt unter Finians Regenbogen
Produziert von Volker Sassenberg
|Die Ausstattung:|
Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält eine Bildergalerie der bislang erschienen Folgen, inklusive der kommenden „Das Schloss des Blutmalers“. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.
_Mein Fazit:_
Nach einem leicht wirren Beginn entwickelt sich ein spannender Fall, der nicht so endet, wie man glaubt. Gewohnt souverän gespieltes und genial mit Effekten unterstütztes Kopfkino, das den Hörer eine kurzweilige Stunde unterhält. Neuer Vertrieb, aber gewohnte Hörspiel-Qualität.
|1 Audio-CD mit 60 Minuten Spieldauer
EAN: 0886979467828|
_|Point Whitmark| bei |Buchwurm.info|:_
Folge 1: [„Die Bucht der 22 Schreie“ 5128
Folge 2: [„Die rote Hand des teufels“ 5256
Folge 22: [„Die blutenden Schlüssel“ 4793
Folge 23: [„Der Duft der Finsternis“ 5058
Folge 24: [„Am Tag der großen Flut“ 5410
Folge 25: [„Die fiebrigen Tränen“ 5551
Folge 26: [„Die Diener der Pest“ 5743
Folge 27: [„Eiland der Gespenster“ 5817
Folge 28: [„Der leere Raum“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6175
Folge 29: [„Der Seelenkünder (1/2)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6518
Folge 30: [„Der Seelenkünder (2/2)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6670
Folge 32: [„Hauptrolle: tot“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7330
Teil 1: 325 MB, 3:52 h, 47 Tracks
Teil 2: 334 MB, 3:56 h, 47 Tracks
Teil 3: – erscheint am 20.09.2011 –
Teil 4: – erscheint am 11.10.2011 –
_Die Handlung:_
April 3460: Die Milchstraße ächzt unter der Herrschaft der technisch überlegenen Laren und ihrer skrupellosen Helfer, den Überschweren. Perry Rhodan blieb keine andere Wahl, als Erde und Mond in einem gewagten Manöver dem Zugriff der Invasoren zu entziehen: Die Urheimat der Terraner und ihr Trabant gingen durch einen gigantischen Sonnentransmitter, sprangen durch den Hyperraum und rematerialisierten im „Mahlstrom der Sterne“, einem Gebiet des Alls, unendlich weit von dem vorgesehenen Zielpunkt entfernt. Lordadmiral Atlan organisiert derweil den Widerstand gegen die Invasoren – und die Suche nach der verschollenen Erde. Sein Weg führt ihn nach Andromeda, zu sterbenden, von Jahrzehntausende alten Ruinen übersäten Welten und zu einer mysteriösen Geisterflotte. Aber für vier seiner Begleiter erweist sich die Mission als ein Flug durch tausend Höllen …
(Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 78| )
|Dieser Teil|:
Atlan ist mit der IMPERATOR VII unterwegs auf der Suche nach der Erde. In Andromeda hofft er, Antworten zu finden. Aber die dortigen Sonnentransmitter werden von den Maakhs kontrolliert, die plötzlich darauf bestehen, dass sämtliche Terraner Andromeda verlassen. Ein einziger Transmitter, der von einem für Maahks undurchdringlichen „Wahnsinnsschutzschild“ umgeben ist, wird für Atlan interessant …
_Mein Eindruck:_
Die Idee mit dem „Wahnsinnsschild“ ist schon interessant, dennoch fühlt sich dieser zweite Teil der |Silber Edition 78| wie ein Lückenfüller an. Lange geht es nur um politische Spannungen mit viel Hektik und Kämpfen. Aber irgendwie hält das Ganze nicht nur Atlan, sondern auch den Hörspaß auf.
Erst als Atlan anfängt, den Sonnentransmitter Gercksvira zu untersuchen, wird es wieder spannender. An dieser Stelle geht es als Planetenabenteuer weiter, das aber auch eher halbherzig interessant so lange aufhält, bis die Forschergruppe einen alten Kontrollturm der Lemurer findet, der kryostatisch aufbewahrtes Leben enthält. Und ohne wirklich etwas herausgefunden zu haben, das dem Trupp weiterhelfen könnte, endet dieser Teil auch schon wieder. Zwar gibts einen kleinen mini-dramatischen Cliffhanger, dennoch glaubt der Hörer nicht, dass es hier wirklich ernsthafte oder gar fatale Probleme für die Forscher geben wird.
_Mein Höreindruck:_
Als Solarmarschall Bulmer Akbosht legt Tom Jacobs gleich zu Anfang lautstark los, passend zur Romanvorlage überschlägt sich seine Stimme geradezu vor Hektik. Hektisch hat er unter anderem auch einen überforderten Ortungsoffizier zu sprechen, wobei Jacobs wieder einmal eine Menge Schauspiel vor dem Mikro zeigt.
Egal ob als kühler und souveräner Atlan oder mit kräftiger Stimme als Oxtorner Ortokur, Jacobs kann sich in diesem Teil der |Silber Edition 78| so richtig austoben. Den Abschluss der Stimmenvariationsgala bilden die garstig krächzenden, wahnsinnigen Lemurer-Embryos oder besser ihre Gedanken.
Tom Jacobs ist es zu verdanken, dass trotz wenig Handlungsfortschritts oder fesselnd spannender Geschehnisse, das Kopfkino dennoch eingeschaltet bleibt.
|Die Effekte – Der Hintergrund|
Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund. Dieser Teppich fällt aber kaum auf, weil er so leise und unscheinbar klingt, als wären es Nebengeräusche.
|Die MP3s|
Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die 47 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten |Silber Edition| beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.
Diesmal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 682 „Terror der Ungeborenen“, die gleichzeitig auch das Titelbild des |Silberbandes 78| ist, die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.
Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.
_Mein Fazit:_
Die Handlung hängt ein wenig durch, weil die diplomatische Bremse in Andromeda nicht nur Atlan aufhält, sondern auch den Hörspaß ein wenig trübt. Der Wechsel zum Planetenabenteuer entschädigt dann aber wieder für die ein wenig gestreckte Handlung. Tom Jacobs schöpft aus dem Vollen und hängt sich richtig rein. Seine packende und sehr lebendig variable Sprecherleistung bindet den Hörer auch in Phasen, in denen er die Geschichte gern selbst vorantreiben möchte.
|MP3-Download mit ca. 334 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 3:56 h
Anzahl der Tracks: 47
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 978-3943013078|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net
|Hinweis:| Die |Silber Edition 78| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 11. Oktober 2011 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.
Allan Karlsson hat keine Lust auf seine Geburtstagsfeier im Altenheim. Obwohl der Bürgermeister und die Presse auf den 100-jährigen Jubilar warten, steigt Allan kurzerhand aus dem Fenster und verduftet. Bald schon sucht ganz Schweden nach dem kauzigen Alten, doch der ist es gewohnt, das Weltgeschehen durcheinanderzubringen und sich immer wieder aus dem Staub zu machen. Mit viel Charme begleitet Otto Sander den schlitzohrigen Allan auf seiner herrlich komischen Flucht durch Schweden und lässt augenzwinkernd die politischen Verwicklungen des 100-Jährigen Revue passieren.
(Verlagsinfo)
_Mein Eindruck:_
„Schlitzorig“ passt als Beschreibung auf den guten alten Allan sehr gut. Aber er ist ein liebenswürdiges Schlitzohr, dem der Leser und die Charaktere in der Romanvorlage eigentlich fast alles verzeihen. Für seine 100 Jahre hat er es faustdick hinter den (Schlitz-)Ohren. Und was er in seiner Zeit so alles erlebt hat, davon erzählt Jonas Jonasson für ihn.
Eigentlich interessiert er sich ja gar nicht so sehr dafür, auf Politik und Weltgeschehen Einfluss zu nehmen und verfolgt keine persönlichen Ziele. Dennoch ist er aber in seiner Lebenszeit so manch wichtiger Person begegnet und hat einigen Wirbel veranstaltet. Ohne zu viel zu verraten, werfe ich hier einfach mal die Namen Churchill und Truman in den Raum. Die Beschreibung des Lebens von Allan Karlsson ist auch gleichzeitig ein besonderer Blick auf die 19-hunderter Jahre, deren Betrachtung an der Seite von Allan richtig viel Freude bereitet.
Und so wird er nach seiner Flucht aus dem Altersheim zusammen mit der Gruppe, die er um sich schart, einen Monat lang gejagt, während die Handlung immer wieder in seine Vergangenheit und seine Erlebnisse springt. Von seinem Geburtsjahr 1905 bis hin zum Jahr seines „Ausbruchs“ 2005.
Selten aber habe ich einen so großen Unterschied zwischen Vorlage und Vortrag erlebt. Der Roman sprüht vor sinnigem und intelligentem Humor. Vor scharfsinniger Beobachtung und aufgrund der ungewöhnlichen Erzählweise unter der Verwendung von enorm viel indirekter Rede, von einer Art klassischem Stil. Die Geschichte erinnert an eine Mischung aus Münchhausen und Forrest Gump, der Humor selbst hat mich an Douglas Adams erinnert, mit einem Schuss Loriot.
Der Vortrag hingegen von Otto Sander ist wirklich bodenlos schlecht. In den ersten Sekunden lächelt der Hörer noch und findet, dass Sander die perfekte Besetzung zu sein scheint. Leider hört er sich nicht nur an wie ein Hundertjähriger, er liest auch wie einer. Unfassbar genuschelt und monoton leiert er Seite um Seite des Skripts herunter, dass es nur so eine Qual ist. Und man muss wirklich einen eisernen Willen haben, damit man nicht einschläft. Dabei ist das, was er vorliest, wirklich toll geschrieben und humorvoll bis ins Letzte.
Immer wieder legt der Sprecher unnötige Pausen ein, wenn der Text im Skript offenbar das Zeilenende erreicht hat. Wörtliche Rede, indirekte Rede, Beschreibungen von Handlungen … Sander liest alles im gleichen Stil runter, dabei könnte er als Schauspieler doch so viel mehr vermitteln. Und es klingt leider auch vorgelesen und nicht erzählt. Immer wieder versucht der Hörer, den Sprecher auszublenden und nur auf Allan zu achten, was aber immer schwerer gelingt. Laufend wird das Kopfkino durch das Bild eines Sprechers in einer Sprecherkabine unterbrochen, der hier seinen Job macht und seinen Text runterliest, weil er Geld dafür bekommt. Und hörbar hat er auch keinerlei Interesse an dem, was er da vorträgt. Ein Sprachcomputer hätte eine ähnliche Leistung abgeliefert.
_Der Autor:_
Jonas Jonasson, geb. 1962 im schwedischen Växsjö, arbeitete nach seinem Studium in Göteborg als Journalist unter anderem für die Zeitungen „Smålandsposten“ und „Expressen“. Später gründete er eine eigene Medien-Consulting-Firma. Doch nach 20 Jahren in der Medienwelt verkaufte er alles und zog in den Schweizer Kanton Tessin. Sein Roman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ trat in Schweden eine regelrechte Allan-Karlsson-Manie los. Inzwischen erscheint der Titel in ganz Europa und entwickelt sich zu einem internationalen Bestseller. Zurzeit schreibt Jonasson an einem zweiten Roman.
_Der Sprecher:_
Otto Sander, 1941 in Hannover geboren, studierte Theater- und Literaturwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte und besuchte die Otto-Falckenberg-Schule in München. Er spielte mitunter an den Düsseldorfer Kammerspielen, an der Freien Volksbühne Berlin und an der Berliner Schaubühne. Zugleich gilt der Künstler, der in Werken von Eric Rohmer, Margarethe von Trotta und Wim Wenders internationale Berühmtheit erlangte, als einer der bedeutendsten deutschen Filmschauspieler. Er war in zahlreichen bekannten Film- und Fernsehproduktionen wie „Das Boot“ und mit Heinz Rühmann in „In weiter Ferne, so nah“ zu sehen, blieb aber auch immer der Bühne treu, wo er in den großen Rollen der Theatergeschichte brilliert und begeistert. Für den Hörverlag sprach er bereits in Umberto Ecos „Das Foucaultsche Pendel“, in Maarten `t Harts „Das Wüten der ganzen Welt“, in „Pygmalion“ von George Bernard Shaw und in weiteren Produktionen. (Verlagsinfo)
_Die Ausstattung:_
Die sechs CDs stecken in einem dicken Jewel-Case und sind mit dem gleichen schönen Stich eines Elefantenkopfes verziert wie die Front der Box. Nur ist der Aufdruck auf den CDs orange und das Titelbild ist in Braun gehalten und wird von einem Kofferanhänger verdeckt.
Im Booklet-Faltblatt finden wir Infos zum Autor und zum Sprecher, ein Foto von Jonas Jonasson sowie ein Tracklisting. Schön und übersichtlich, dass hier die Tracks tatsächlich eigene Namen haben.
_Mein Fazit:_
Ein unglaublich lebensfrohes Buch mit einem feinen und intelligenten Humor. Ein liebevolles hundertjähriges Schlitzohr, das in seinem Leben so allerhand erlebt hat. Ein intelligenter Forrest Gump, dem man gern alles glauben möchte, aber sich nicht vorstellen kann, dass er das alles wirklich erlebt hat. Leider wird die schöne Geschichte vom Sprecher in Grund und Boden gelesen, womit das Hörbuch nur für diejenigen geeignet ist, die mit Otto Sanders Lesestil keine Probleme haben. Mir hat er überhaupt nicht gefallen.
Ein zur Vorlage passender Sprecher, der die Geschichte(n) und den Humor lebendiger erzählt hätte, hätte dieses Hörbuch zu einem wirklich tollen Erlebnis werden lassen. Otto Sander war hier leider die falsche Wahl.
|6 CDs
Spieldauer: 7:32 Std.
Originaltitel: Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann
Aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn
Lesefassung: Anke Albrecht
Gelesen von Otto Sander
ISBN: 978-3867177818|
[www.hoerverlag.de]http://www.hoerverlag.de
Biggi, Patrick und Luk wird auch in der Ferienzeit nicht langweilig. Eher zufällig geraten sie in den Besitz eines eigenartigen Schlüssels, dessen Spur zu einem uralten chinesischen Mythos führt. Offenkundig öffnet sich mithilfe des legendären Artefakts das Tor zum Mondscheinpalast auf dem Berg der 1000 Drachen – doch was nun?
Mit etwas Pfiff gelingt es dem Trio, eine Reise nach Peking zu gewinnen und dort ihrer Spur nachzugehen. Allerdings bleibt ihre Ankunft nicht unbeobachtet; die hinterhältige Lady Q. hat es ebenfalls auf den Schlüssel abgesehen und wittert endlich ihre Chance, endlich selber den Mondscheinpalast zu betreten und ihn für den Geheimbund der Schwarzen Schlange zu öffnen. Als Biggi, Luk und Patrick hiervon erfahren, scheint es bereits zu spät. Lady Q. und ihre Schergen haben die lokalen Verbündeten des Trios entführt und erpresst das Tiger Team. Doch mit Aussicht auf den Kelch mit dem Elixier des Lebens lassen die drei jungen Detektive aus Österreich nicht locker …
_Persönlicher Eindruck:_
Es ist jedes Mal schwierig, einen jugendlichen Kinostreifen als Hörspiel-Adaption ähnlich packend zu gestalten, wie das entsprechende Leinwand-Abenteuer, ganz einfach weil ein Großteil der rasanten Action nicht passend wiedergegeben werden kann und stattdessen durch einen leitenden Erzähler aufgefangen werden muss. Einen genau solchen Fall erleben wir auch beim Äquivalent zum ersten Streifen um das „Tiger Team“, welches sicherlich durch einen tollen Spannungsaufbau und eine sehr starke Inszenierung überzeugen kann. Doch insgeheim liegt eine zu große Last auf den Schultern von Stephan Schad, der im Prinzip den gesamten Background erläutern muss, jede Bewegung analysiert und partiell auch noch jede Emotion auffangen muss. Die eigentlichen Akteure kommen im Zuge dessen kaum zum Zuge – und das kratzt schlussendlich schon zu einem gewissen Anteil an der Atmosphäre und am lebendigen Setting der Geschichte!
Letztere ist indes indiskutabel mitreißend und mit vielen interessanten, mythischen Elementen gespickt. Natürlich sind die zufälligen Begebenheiten zu beginn des Plots nicht sonderlich glaubwürdig, doch einen Aufhänger, um die Dinge überhaupt erst in Gang zu bringen, ist schließlich dringend nötig, damit das Buch von Thomas C. Brezina sofort Tempo aufnehmen kann. Und die Geschwindigkeit, mit der die Dinge in den folgenden mehr als 80 Minuten voranschreiten, ist für ein Hörspiel mit der hier bedienten Zielgruppe schon wirklich bemerkenswert. Und unter diesem Aspekt muss Schad dann noch einmal besonders hervorgehoben werden, da er die Handlung jederzeit fest in seinen Händen hält, als Lenker einen Spitzenjob macht und auch die Brisanz der einzelnen Szenen passend mit seiner Stimme verarbeitet – ohne künstlich heroisch zu klingen oder in den Action-Szenen zu übertreiben. Und gerade das ist für ein Hörspiel, wie es „Der Berg der 1000 Drachen“ ist, nicht immer üblich!
Auch recht außergewöhnlich ist die ziemlich lange Spielzeit, die jedoch daher rührt, dass der Kinostreifen hier nahezu 1:1 übernommen wurde. Dabei ist beachtlich, dass die Story in diesem relativ üppigen Rahmen nicht mit Längen kämpfen muss, sondern grundsätzlich von einer packenden Szene zur nächsten rast. Das Tempo bleibt kontinuierlich auf einem ansprechenden Level, die Spannung eilt derweil von Höhepunkt zu Höhepunkt, und zuletzt können auch die Sprecher ihr Übriges dazu tun und die Hörspiel-Fassung von „Der Berg der 1000 Drachen“ in eine wirklich lohnenswerte Alternative zur audiovisuellen Version verwandeln. Schade eben nur, dass die Protagonisten selber nicht so oft zum Zuge kommen; ansonsten ist diese überlange „Tiger Team“-Episode jedoch frei von jeder angebrachten Kritik!
|Audio-CD mit 87 Min. Spieldauer
ISBN-13: 978-3833726668|
[www.jumboverlag.de]http://www.jumboverlag.de
Er hätte tot sein können. Doch das iPhone, das ihm seine Schädeldecke zertrümmert hat, macht Tom zum Superhelden – zu iBoy. Allwissend, da permanent online. Unverwundbar dank seiner iHaut, die ihn wie einen Panzer schützt. Allmächtig – und bereit, es mit den Typen aufzunehmen, die seine heimliche Liebe Lucy vergewaltigt haben.
Als iBoy seinen Rachefeldzug startet und Lucy dabei in tödliche Gefahr bringt, wird ihm klar, dass es mehr braucht als seine Allmacht, um sie zu retten. Und dass Tom der einzig wahre Superheld ist, der Lucy glücklich machen kann.
(Verlagsinfo)
_Mein Eindruck:_
Ok, ich gebs zu, das „i“ hat mich schon gereizt und die Grundidee fand ich interessant. Auf der anderen Seite erinnerte mich das Ganze schon irgendwo an SPIDER-MAN, der seine Fähigkeiten durch einen Spinnenbiss bekam.
(Super)iBoy bekommt also ein iPhone (3GS) auf den Kopf und kann danach Hacken, Telefonieren, Leuchten (!) und Elektrizität verschießen. Bis auf das Letzte, alles, was ein iPhone auch kann. Teile davon hat er ja noch in seinem Kopf.
Das könnte jetzt eine alberne und lustige Kinder-Märchengeschichte werden, wird es aber nicht. Mit viel Fluchen und einem „dreckigen“ Setting in London hat der Autor eine Welt gewählt, die nicht sauber ist und glänzt. Drogen, Gang-Gewalt und sogar Vergewaltigungen gehören im Umfeld von „iBoy“ Tom zum Alltag. Entsprechend ist die Sprache oftmals sehr „bodenständig“, was aber authentisch und ehrlich klingt.
iBoy schwingt sich nicht auf, um die Welt zu erobern, vielmehr spielt seine Geschichte räumlich auf einem sehr engen Gebiet. Er schickt sich an, die Vergewaltigung seiner besten Freundin zu rächen, die im Zusammenhang mit seinem eigenen iPhone-Unfall steht. Und das tut er auch, mit viel Action und auf eine schnell zu konsumierende Erzählweise, die dieses Hörbuch viel zu schnell zu Ende gehen lässt.
Im Internet gibt es hier und dort und auch bei Wikipedia Hinweise auf eine Fortsetzung, allerdings ist von offizieller Seite noch nichts bekannt. Die Geschichte um den iBoy ist zwar abgeschlossen, lässt aber Raum für neue Abenteuer. Es wäre schade, wenn der Autor diesen interessanten Charakter nicht noch einmal aufgreifen würde.
_Mein Höreindruck:_
Stefan Kaminski passt mit seiner „jugendlichen“ Stimmfarbe perfekt zu diesem Hörbuch. Seine Art zu lesen fesselt den Hörer sehr schnell an die Story. Auch wenn es eine Weile dauert, bis das notwendige Vorspiel abgearbeitet und Tom aus dem Krankenhaus entlassen ist, so schafft es der Sprecher dennoch, das Interesse aufrechtzuerhalten. Ab hier geht das Abenteuer dann richtig los.
Ob er den iBoy, dessen Großmutter, Freundin Lucy oder einen der Gangmitglieder spricht, immer trifft er den richtigen Tonfall und die richtige Sprachmelodie, die der Situation angemessen sind. Und nicht selten vergisst man, das tatsächlich nur ein einzelner Sprecher am Werk ist. So sollte sich ein Hörbuch anfühlen.
_Die Ausstattung:_
Die vier passend zum Gesamt-Styling des Multipacks in Schwarz bedruckten CDs stecken in Einschubschlitzen. Aufgedruckt auf der Pappbox finden wir Infos zu Autor und Sprecher, ein wenig Eigenwerbung des Verlags, einen kurzen Handlungsanriss und ein Bild von Stefan Kaminski.
Die ungewöhnlich hohe Anzahl an Tracks ist auch eine Erwähnung wert. Mit über 20 pro CD bringt es das Hörbuch auf stattliche 101 Titel, die im Schnitt drei Minuten lang sind.
_Der Autor_
Kevin Brooks, geboren 1959, wuchs in einem kleinen Ort namens Pinhoe in der Nähe von Exeter/Südengland auf. Er studierte in Birmingham und London. Sein Geld verdiente er lange Zeit mit Gelegenheitsjobs. Seit dem überwältigenden Erfolg seines Debütromans „Martyn Pig“ ist er freier Schriftsteller.
Für seine Arbeiten wurde er mit renommierten Preisen ausgezeichnet, u.a mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Buxtehuder Bullen. Für den Deutschen Jugendliteraturpreis wurde er innerhalb von fünf Jahren vier Mal nominiert und hat den begehrten Preis auch schon zwei Mal erhalten – 2006 für „Lucas“ und 2009 für „The Road of the Dead“. (Verlagsinfo)
_Der Sprecher:_
Stefan Kaminski, geboren 1974, schloss sein Studium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch ab. 1996 begann er seine Laufbahn als Sprecher und Schauspieler. Er betreibt die beliebte Live-Hörspielreihe „Kaminski on Air“ und ist seit 2001 am Deutschen Theater Berlin zu sehen. Für seine Hörbuch- und Hörspielproduktionen wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik und dem Ohrkanus 2009. (Verlagsinfo)
_Mein Fazit:_
Wenn man nicht alles hinterfragen will und Action mag. Wenn die Protagonisten öfter mal fluchen dürfen und man sich am Ende fragen möchte: „Was hätte ich eigentlich gemacht?“, dann ist man bei „iBoy“ richtig. Ein spannendes, schnelles Jugendbuch ohne glattgebügelte Helden, das im Kopf einschlägt … wie es ein herabfallendes iPhone könnte.
Passend dazu liefert Stefan Kaminski eine überzeugende Arbeit ab und sorgt für ein spannendes Kopfkino.
|4 Audio-CDs mit insgesamt 101 Tracks
Spieldauer: 5:03 Std.
Originaltitel: iBoy
Gelesen von Stefan Kaminski
Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn
Vom Verlag empfohlen ab 14 Jahren
ISBN: 978-3867426879|
[Verlagshomepage]http://www.hoerbuch-hamburg.de/web/hbhh/silberfisch
Unsere Rezension zur Buchausgabe findet ihr [hier]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7288
Ein schwerer Fluch lastet auf Allie Jamison, einer alten Bekannten der drei ???. Jedenfalls ist sie davon überzeugt. Schon in der nächsten Vollmondnacht soll etwas Schlimmes geschehen! Es gibt nur einen Ausweg: Justus, Peter und Bob müssen ein alchemistisches Rätsel lösen – in nur 24 Stunden. Ihre fieberhaften Ermittlungen führen die drei Detektive in eine Welt von Zauberern und Wahrsagern. Als Justus jedoch in einen Hinterhalt gelockt wird, ist klar: Dieser Fall ist lebensgefährlich! (Verlagsinfo)
_Mein Eindruck:_
Nach „Die Singende Schlange“ (Folge 25) und „Die Silbermine“ (Folge 26) treffen wir hier nach 30 Jahren (Echtzeit-)Pause zum dritten Mal auf Allie Jamison. Allerdings treffen wir sie nicht in bester Gesundheit an, sondern scheinbar von einem Fluch befallen und erkrankt.
Generell geht es hier insgesamt schon etwas grafischer zur Sache, als man es noch zu Zeiten des ersten Auftritts von Allie gewohnt war. Katrin Fröhlich ist schon mächtig am Keuchen, wenn sie spricht, was nicht daran liegt, dass sie Asthma hat, was der Hörer in den ersten Minuten der Folge glauben könnte, ihr Charakter meint von einem Fluch getroffen in den nächsten Stunden sterben zu müssen. Und das geht dem Hörer schon an die Nieren, zumal sie später sogar Nasenbluten bekommt und in Ohnmacht fällt. So intensiv waren bislang die wenigsten Abenteuer der drei Detektive.
Um den Fluch zu brechen oder ihn bestenfalls als nicht existent zu entlarven, haben es Justus, Peter und Bob mit einer klassischen Worträtsel-Aufgabe zu tun. Solche Abenteuer gehören zu den beliebtesten der Serie und es ist immer wieder ein Genuss, den drei Jungs aus Rocky Beach beim Sinnieren darüber zuzuhören, wie welche Aussage der kryptischen Hinweise zu interpretieren ist. Und an dieser Stelle gibt es noch einen Umstand, den die Fans auch nicht oft erleben: Nicht Justus kommt auf die entscheidende Idee, sondern Bob!
Was aber das Ganze mit einer „Feurigen Flut“ zu tun hat, ist nur mit viel Fantasie zu erahnen, weil es nur einmal brennt. Zwar dramatisch und mit Hilfe-Gerufe, aber nur kurz und auch nur in einem kurzen Nebenausschnitt. Eigentlich hätte es „Chemische Keule“ heißen können, weil es ja eigentlich um Chemie geht.
_Das Hörerlebnis:_
Gewohnt lebendig und souverän unterhalten Rohrbeck, Wawrczeck und Fröhlich den Zuhörer bei dieser Rätsel-Todesfluch-Folge. Dass Allie-Sprecherin Katrin Fröhlich da ein wenig hinterherhinkt, ist nicht etwa ihrem fehlenden Talent zu verdanken oder der Tatsache, dass auch sie sich 30 echte Jahre älter anhört. Sondern dem Autor, der ihr Wörter wie „zuvor“ (im Sinne von „vorher“) in den Mund legt, die sich auf Papier sicher prima machen, gesprochen aber unnatürlich klingen.
Auch die anderen Sprecher, die teilweise nur in wenigen dramatischen Szenen zu Wort kommen, machen einen prima Job und klingen glaubwürdig gut, böse, leicht verwirrt oder esoterisch verschroben.
Auch Musik und Geräusche tragen, wie man es von dieser Serie gewohnt ist, zu einem lebhaften Kopfkino bei, das den Hörer eine gute Stunde spannend unterhält und mitfiebernd miträtseln lässt.
|Die Sprecher und ihre Rollen:|
Erzähler: Thomas Fritsch
Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Allie Jamison: Katrin Fröhlich
Inspektor Cotta: Holger Mahlich
Ursula Burns: Birke Bruck
Emerald Pendragon: Monty Arnold
Carl Parsley: Peter Weis
Sunshine: Dagmar Dreke
1. Mann: Tetje Mierendorf
2. Mann: Gosta Liptow
|Technik-Credits:|
Erzählt von: Kari Erlhoff
Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Titelmusik: Simon Bertling & Christian Hagitte (STIL)
Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL), Morgenstern, Conrad
|Die Ausstattung:|
Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Bookletchen enthält eine Aufstellung der Sprecher und etwas Eigenwerbung für „Drei ???“-Merschandise-Artikel und die kommende Folge.
_Mein Fazit:_
Zwar passt der Titel nicht zum Abenteuer, aber das Abenteuer passt zu den drei Fragezeichen. Rätselraten, böse Buben und eine alte Bekannte, der die drei zu Hilfe kommen können, bieten alles, was sich der Serien-Fan wünscht. Hier gibts eine spannende Mixtur, die den Hörspielfreund eine Stunde lang kurzweilig unterhalten kann.
| 1 Audio-CD
Spieldauer: ca. 65 Minuten
EAN: 886978014825|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de
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