|Stell dir vor, du musst täglich ums Überleben kämpfen.
Stell dir vor, dein Gegner ist unbesiegbar.
Stell dir vor, du kommst ihm zu nah.
Stell dir vor, du verliebst dich in ihn.|
Die Percents, für den dritten Weltkrieg geschaffene Soldaten, haben die Weltherrschaft übernommen und unterjochen die Menschen. Rebellenclans versuchen, außerhalb des Systems zu überleben. Mit ihnen kämpft die 20-jährige Joy gegen das Gewaltregime. Doch dann fällt sie dem Feind in die Hände und muss feststellen, dass sich auch unter den vermeintlichen Monstern Menschlichkeit findet. Und sogar noch mehr … (Klappentext)
_Kritik_
Bei „Dark Canopy“ handelt es sich um den ersten Teil eines geplanten Zweiteilers aus der Feder von Jennifer Benkau.
Die Autorin entwickelt einen düsteren und brutalen Plot für ihre Dystopie. Die Welt, in der die Protagonisten leben, ist finster. Nicht nur, dass die Sonne bis auf zwei Stunden am Tag durch „Dark Canopy“ hinter einem undurchdringlichen schwarzen Schleier verborgen wird, auch die Lebensumstände ist alles andere als freundlich. Tiefer Hass und Verachtung herrschen unter den verfeindeten Gruppen der Menschen und der Percents. Während die Menschen als Sklaven in der Stadt oder als Rebellen in kompletter Armut leben, herrschen die Percents. Dennoch sind die Menschen keinesfalls unschuldig an der Situation. Letzten Endes waren sie es, die diese emotionslosen Monster geschaffen haben, um diese für einen Krieg zu benutzen.
Besonders im ersten Drittel bekommt der Leser die volle Bandbreite an menschenverachtenden und brutalen Taten zu lesen. Zarte Gemüter werden hier einige Male heftig zu schlucken haben. Gefangenschaft, Missbrauch, Folter und andere erbarmungslose Vergehen an den Menschen beherrschen diesen Romanabschnitt. Im Mittelteil des Romans flaut die Spannung dann etwas ab, langweilig wird er allerdings nicht. Zu sehr ist der Leser von der finsteren Zukunftsversion gefesselt. Obwohl die Autorin eine Welt geschaffen hat, in der die Rassen eigentlich nur Verachtung und Hass füreinander hegen, gelingt es Jennifer Benkau, eine glaubwürdige Liebesgeschichte in ihren Plot einzuweben. Logisch ist, dass dies Zeit braucht. Besonders die weibliche Hauptdarstellerin Joy, bei den Rebellen aufgewachsen, kennt nichts anderes als Hass und Angst vor den Percents. Doch Joy muss feststellen, dass nicht alle Percents über einen Kamm zu scheren sind. Sicher gibt es diese grausamen und kalten Geschöpfe, aber einige wenige sind anders, menschlich.
Mit ihrem kreativen und atmosphärisch dichten Schreibstil lässt die Autorin eine Welt vor den Augen ihrer Leser entstehen, die durchaus glaubwürdig ist. Leicht verständlich und erstaunlich anschaulich entsteht eine spannende Zukunftsversion, die zwar brutal ist, aber auch durch ehrliche Emotionen punktet. Jennifer Benkau hat ihre Geschichte geschickt entworfen und baut überraschende Wendungen ein. Geschickt wirft die Autorin immer wieder Nebenhandlungen ein, wobei sie aber nie den roten Faden verliert. Nicht alles ist zum Ende hin erklärt und in sich abgeschossen, und ein wirklich intelligent gesetzter Cliffhanger macht das Warten auf den zweiten und letzten Teil wirklich zur Qual.
Erzählt in der Ich-Form aus der Perspektive Joys, erleben die Leser die vielfältigen Emotionen der Protagonisten hautnah mit. Verzweiflung, Freundschaft, Hass, Liebe, Angst sind nur einige der Gefühle, mit denen Joy umgehen muss.
Die Charakterzeichnung der Darsteller ist psychologisch vielfältig und gibt den Figuren Raum, sich zu entwickeln und zu lernen. In einer Welt, in der vorwiegend Verachtung und Hass regieren, ist es unmöglich, Figuren zu schaffen, die frei von Ecken und Kanten sind und sich als strahlender Held oder Heldin präsentieren. Menschen sind genauso verachtenswürdig wie die Percents, und im umgekehrten Fall gibt es Percents, die keine emotionslosen Monster sind, sondern dazu in der Lage, sogar freundschaftliche Bindungen zu Menschen einzugehen.
Die Gestaltung der Covers ist passend zum düsteren Plot gehalten. Schon beim ersten Blick darauf bekommt der Leser eine gewisse Ahnung war ihn erwartet, nämlich keine zarte und leichte Romanze, sondern etwas Finsteres, in dem aber dennoch ein funke Hoffnung existiert.
_Autorin_
Jennifer Benkau wurde 1980 in Solingen geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann, drei Kindern und zwei Katzen inmitten lauter Musik und vielen Büchern lebt. Nachdem sie in ihrer Kindheit Geschichten in eine Schreibmaschine gehämmert hatte, verfiel sie pünktlich zum Erwachsenwerden in einen literarischen Dornröschenschlaf, aus dem sie zehn Jahre später, an einem verregneten Dezembermorgen, von ihrer ersten Romanidee stürmisch wachgeküsst wurde. Von dem Moment an gab es kein Halten mehr. „Dark Canopy“ ist ihr erster Roman für junge Erwachsene.
_Fazit_
„Dark Canopy“ ist eine brutale und schonungslose Dystopie, die dieses Genre mit allen Konsequenzen repräsentiert. Jennifer Benkau hat hier ein erschreckendes Szenario konzipiert, das nicht mehr loslässt. Glaubwürdige Figuren, ehrliche Emotionen, der düstere Schreibstil und unerwartete Wendungen runden die Geschichte hervorragend ab.
Für mich ist „Dark Canopy“ eine der besten Dystopien, die es momentan auf dem Buchmarkt gibt.
|Hardcover mit Relieflack, Schutzumschlag und Leseband, 524 Seiten
ISBN-13: 978-3839001448|
http://www.script5.de
http://www.jbenkau.bplaced.de
Band 01: [„Liebe ist unheilbar“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7184
Band 02: _Liebe ist stärker als der Tod_
Band 03: – angekündigt für 28.02.2013 – (noch ohne dt. Titel)
Wer den Tod besiegt, muss mit dem Teufel im Bunde sein …
Jessamine hat ihre Unschuld verloren und den Mann, den sie liebt. Sie weiß, wer die Schuld daran trägt, und sie wird ihn umbringen. Sie wird ihren eigenen Vater mit seinen giftigen Gewächsen töten, die ihm stets mehr wert gewesen sind als seine Tochter. Wird Jessamine ihre große Liebe Weed wiederfinden? Denn nur die Liebe vermag ein bitteres Herz zu heilen … Vergiss niemals: Was zu heilen vermag, das kann auch töten! (Verlagsinfo)
_Kritik_
Unter dem Titel „Liebe ist stärker als der Tod“ ist der zweite Teil der „Poison Diaries“ von Maryrose Wood erschienen. Die Autorin wandelt wie schon im ersten Band „Liebe ist unheilbar“ auf völlig neuen Pfaden. Nicht nur der Plot ist einzigartig, auch die Art zu erzählen bietet den Lesern etwas völlig Neues.
Den Plot hält die Autorin weiterhin düster und geheimnisvoll. Die Welt der Pflanzen wird nachhaltig beschrieben. Im Gegensatz zum ersten Teil passiert sehr viel, Mord und Manipulation spielen eine große Rolle, aber auch der Verlust und die Suche nach Menschlichkeit. Mystisch und oftmals finster ist die Welt von Jessamine und Weed.
Ihrem poetischen und gehobenen Erzählstil belebt die Autorin auch im zweiten Band treu. Prägnante Sätze machen es den Lesern dabei leicht, der Handlung zu folgen. Lebendig und greifbar beschreibt Maryrose Wood die Schauplätze ihrer Handlung. Dabei ist Jessamines Weg von Trauer und Finsternis geprägt, während Weed lichte Gärten der Heilung und der Hoffnung kennenlernen darf. Besonders prägnant wird den Lesern durch Weed Venedig und der wundervolle Garten Orto botanico gezeigt.
Anders als im ersten Band „Liebe ist unheilbar“, in dem vorwiegend Jessamine aus ihrer Perspektive erzählte, wechselt die Perspektive nun zwischen Jessamine und Weed. Der Leser bekommt so einen guten Einblick in die Erlebnisse der beiden Protagonisten.
In den „Poison Diaries“ sollte der Leser keine atemberaubende Spannung erwarten. Hier legt die Autorin mehr Wert auf eine Art der Spannung, die durch die düstere, gruselige und skrupellose Manipulation, die Jessamine erlebt, erzeugt wird. Obwohl „Liebe ist stärker als der Tod“ wieder ein zufriedenstellendes, wenn auch nicht glückliches Ende findet, merkt der Leser deutlich, dass es einen weiteren Teil geben wird.
Sehr glaubwürdig und in ihre Zeit passend werden die einzelnen Protagonisten gezeichnet. Dabei fällt besonders auf, wie Jessamine sich verändert und in die Fänge des Bösen gerät. Besessen von Oleander ist sie zu Taten fähig, welche die Leser ihr im ersten Teil niemals zugetraut hätten. Jessamine ist als Protagonistin gewachsen. Durch den Hass, den sie für ihren Vater mittlerweile empfindet, hat das alles vergiftende Böse allerdings leichtes Spiel bei ihr. Weed macht sich auf der Suche nach Jessamine seine Gabe zunutze, die Sprache der Pflanzen zu verstehen.
Die Gestaltung des Covers passt wieder perfekt zum Inhalt. In dunklen Blautönen gehalten, sind ein düster anmutender Wald sowie ein junges Mädchen zu sehen. Goldene Ranken sowie der in Gold gehaltene und durch Spotlack in Szene gesetzte Titel wirken dabei besonders edel.
_Autorin_
Maryrose Wood wuchs auf Long Island, USA, auf. Sie arbeitete viele Jahre am Theater, ehe sie ihren ersten Roman schrieb. „Die Poison Diaries“ ist das erste Werk, das auf Deutsch erscheint. Maryrose Wood lebt mit ihren zwei Kindern, zwei Katzen und einem kleinen Hund in New York, USA.
_Fazit_
Auch der zweite Teil der „Poison Diaries“ weiß seine Leser auf besondere Weise zu fesseln. Die düster schaurige Welt der Pflanzen und das historische Setting wissen zu überzeugen. Mit Spannung darf der abschließende Band um Jessamine, Oleander und Weed erwartet werden.
|Gebundene Ausgabe: 268 Seiten
ISBN-13: 978-3841421258
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 15 Jahre
Originaltitel: The Poison Diaries 2|
http://www.fischerverlage.de
_Kyria und Reb_
Band 1: „Bis ans Ende der Welt“
weitere Bände in Planung
Im Jahr 2125 hat sich Europa in eine Welt der kompletten Überwachung verwandelt. In diesem perfekt gesteuerten System – New Europe – wächst Kyria behütet auf. Bis sie an ihrem 17. Geburtstag erfährt, dass sie an einer tödlichen Krankheit leidet. Jetzt zählt nur noch ein Gedanke: Flucht. In der wenigen Zeit, die ihr bleibt, will sie endlich frei sein! An einem Ort, der dem Zugriff des Systems entzogen ist. Mit ihr auf den Weg macht sich Reb, der vor nichts und niemandem Angst hat. Doch schon bald sind den beiden die Verfolger auf der Spur. Und das ist nicht die einzige Gefahr: Alle, die sich der Macht von New Europe entziehen, drohen furchtbaren Seuchen zum Opfer zu fallen … (Verlagsinfo)
_Kritik_
Mit „Bis ans Ende der Welt“ eröffnet die bekannte Autorin Andrea Schacht ihre spannende Dystopie um Kyria und Reb. Hier wagt sich die für ihre historischen Romane bekannte Autorin an ein ganz anderes Genre. Andrea Schacht konzipiert eine Zukunft, in der Freiheit völlig ausgeschlossen ist und die totale Kontrolle herrscht.
Den Lesern wird eine völlig andere Welt gezeigt, Frauen haben die ausnahmslose Macht und Männer werden medikamentös unter Kontrolle gehalten. Typisch männliche Eigenschaften sind nicht mehr gewünscht und werden daher ausgeschaltet. Komplex und gut durchdacht, wird den Lesern hier eine fesselnde Geschichte erzählt, die durchaus in Erinnerung bleibt.
In dieser Welt wächst die Protagonistin Kyria in dem Glauben, sterbenskrank zu sein, auf. Als Tochter einer angesehenen Politikerin stehen Kyria alle Türen offen. Doch als sie erfährt, dass sie nur noch wenige Wochen zu leben hat, kann sie nur noch an Flucht denken. Sie will ihre Freundin Hazrel, die in einem der wenigen freien Reservate nahe der Küste lebt, besuchen.
Aufgeteilt in zwei Teile, den ersten Teil „Die Flucht der Rebellen“ und den zweiten Teil „Der lange Weg“, werden die Abenteuer der Protagonisten erzählt. Die Geschichte beginnt in New Europe, genannt NuYu, und der Leser wird in die zukünftige Welt eingeführt. Die herrschende Politik und die Lebensumstände in NuYu werden sehr gut dargestellt und den Lesern gelingt es schnell, in diese hineinzufinden. NuYu wirkt dabei sehr futuristisch. An NuYu grenzen die Reservate, in denen die Menschen leben, die sich der totalen Kontrolle entziehen wollen und so rückständiger leben. Die Unterschiede werden nicht nur bei der medizinischen Versorgung und der rückständigen Technik deutlich, auch die Rollenverteilung ist hier eine völlig andere.
Dem Erzählstil der Autorin kann nach kurzer Eingewöhnung spielend gefolgt werden. Andrea Schacht entwickelt für ihre Dystopie einen passenden Sprachstil, der zwar bei den Dialogen so manches Mal recht abgehackt wirkt, dadurch aber sehr gut zu ihren Darstellern passt. Ungewöhnlich und dadurch auffällig sind die Namensgebung und die Benennung der verschiedenen Orte. Dieses trägt zur Glaubwürdigkeit bei, schließlich haben sich in NuYu verschiedene Länder zusammengetan und so eine Sprache entwickelt, die aus Deutsch, Englisch, Italienisch und anderen Sprachen besteht.
Erfrischend ist der eingewobene Humor, der nicht nur in den Streitereien der Protagonisten deutlich wird. Auch verschiedene Redewendungen und Decknamen lassen die Leser so manches Mal schmunzeln, wenn nicht sogar laut lachen.
Erzählt wird der Roman aus der Perspektive von Kyria. Aus ihrer Sicht erlebt der Leser die Geschichte. Vieles, wie die totale Kontrolle und auch die Verteilung der Rollen der Geschlechter, werden so als selbstverständlich dargestellt. Durch Reb erfährt Kyria und somit auch der Leser dann viel von den Lebensumständen bei den Rebellen und den Menschen aus den Reservaten.
Die Darsteller sind sehr komplex und authentisch konzipiert. Auch wenn die Protagonisten Kyria und Reb zu Beginn nicht gerade vor Sympathie sprühen, nimmt der Leser doch Anteil an deren Leben. Häppchenweise werden die verschiedenen Hintergründe der Personen erklärt, geben aber dennoch bis zum Schluss so einige Rätsel auf. Nicht alle werden letztendlich geklärt, was noch viel Potenzial für Folgebände gibt.
Kyria, die sehr behütet aufwuchs, zeigt schnell dass sie ein sehr aufgeschlossener, mitfühlender und mutiger Charakter ist. Anfangs noch sehr naiv, wächst Kyria schnell über sich hinaus und findet sich in die fremden Umstände ein. Schlagfertig und keinesfalls auf den Mund gefallen, gewinnt Kyria so die Sympathie der Leser. Reb ist ein sehr verschlossener Darsteller, bei dem schnell klar wird, dass er bereits so einiges hat einstecken müssen. Ruhig, verschlossen aber dennoch auch hilfsbereit und so manches Mal auch sehr spitzbübisch wird Reb gezeigt.
Die weiteren Figuren werden zwar ausreichend vorgestellt, dennoch fehlt es oft an Tiefe. Da es sich hier allerdings um einen ersten Teil handelt, ist noch vieles möglich.
_Autorin_
Andrea Schacht hat lange Jahre als Wirtschaftsingenieurin gearbeitet, bis sie sich entschloss, ihre wahre Leidenschaft, das Schreiben, zu ihrem Beruf zu machen. Vor allem mit ihren historischen Romanen um die Kölner Begine Almut Bossart erlangte sie große Bekanntheit. Ihre Bücher stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten.
_Fazit_
Mit „Bis zum Ende der Welt“ ist der Bestsellerautorin Andrea Schacht ein fesselnder Roman gelungen. Humor, eine zarte Romanze und eine Zukunftsversion, die so manches Mal erschreckend glaubwürdig scheint, machen den ersten Teil um Kyria und Reb aus. Hier hat Andrea Schacht wirklich alles richtig gemacht.
Mich konnte Andrea Schacht voll in den Bann ziehen und ich habe jede Seite ihrer Dystopie genossen. Ein gemeiner Cliffhanger am Ende der Geschichte lässt darauf hoffen, dass die Autorin schnell einen weiteren Band um Kyria und Reb veröffentlicht.
_Mehr von Andrea Schacht auf |Buchwurm.info|_
[„Der dunkle Spiegel“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=369 (Begine 1)
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[Interview]http://buchwurm.info/artikel/anzeigen.php?id=119
01 _“Delirium“_
02 „Pandemonium“ (noch ohne dt. Titel)
03 „Requiem“ (Februar 2013, noch ohne dt. Titel)
Die Liebe ist eine Krankheit, so hat es die Menschheit in einer schier unvorstellbaren Welt herausgefunden. Doch es gibt ein Heilmittel – einen Eingriff kurz nach dem 18. Geburtstag, der einen von der sog. Amor Deliria Nervosa befreit. Ein Eingriff, der einem jeglichen Liebeskummer erspart, der Menschen aber auch ihrer Gefühle beraubt.
Lena ist 17 und zählt die Tage bis zu ihrem lang ersehnten Eingriff. Sie ist ein durchschnittliches Mädchen, nicht besonders hübsch, aber mit der sehr attraktiven Hana eng befreundet. Beide gehen zusammen zur Schule und drehen regelmäßig zusammen ihre Laufrunden. Lena hat bis heute nicht verstanden, was Hana an ihr findet. Nicht nur ihr 18. Geburtstag und damit der Eingriff gegen die gefürchtete Krankheit Amor Deliria Nervosa rückt näher, sondern auch die Evaluierung in den Regierungslabors. Diese Prüfung vor einem Gutachtergremium ist ein entscheidender Wendepunkt im Leben jedes Jugendlichen. Dort werden sie auf Herz und Nieren geprüft und mit einer Note versehen – diese beeinflusst alles andere. Basierend auf den Ergebnissen bekommt jeder Jugendliche vier potenzielle Partner zugeteilt, für einen davon muss man sich entscheiden, denn diesen heiratet man nach dem Studium, setzt Kinder in die Welt (die Zahl legt selbstverständlich die Regierung fest, denn nach dem Eingriff ist der Wunsch nach eigenen Kindern meist gering) und lebt sein Leben, ohne die Gefahr einer Liebeskrankheit.
Doch Lena ist vorbelastet: Bei ihrer Mutter ist der Eingriff zweimal gescheitert. Als der Dritte bevorsteht, nimmt sie sich das Leben. Das ist ein Grund, warum Lena den Eingriff umso mehr herbeisehnt, denn sie fürchtet, dass sie ähnlich enden könne wie ihre Mutter. Aufgewachsen ist sie stattdessen bei ihrer Tante, die stets ein wachsames Auge auf Lena hat und sie für die Prüfung drillen möchte. Genau an diesem Tag geschieht etwas Merkwürdiges: Fremde Menschen dringen in das Regierungslabor ein und machen die Prüfungen von diesem Tag ungültig. Lena ist sehr froh darüber, hatte sie dem Gremium doch gerade verkündet, grau sei ihre Lieblingsfarbe, obwohl doch blau die richtige Antwort gewesen wäre. Ein unbekannter Junge steht plötzlich vor ihr – Alex, wie sie später herausfinden wird. Vom ersten Augenblick an fühlt sich Lena magisch von Alex angezogen, weil er so fremdartig und anders wirkt.
Bald findet Lena heraus, was anders ist: Obwohl Alex die charakteristische Narbe über dem Ohr trägt, die auf seinen Eingriff hindeutet, zählt er noch nicht zu den Geheilten. Er täuscht den Eingriff nur vor! Fast zur gleichen Zeit erfährt Lena, dass ihre Freundin Hana auf illegale Partys geht – nach der allabendlichen Ausgangssperre für die Ungeheilten. Beides rüttelt an Lenas Grundfesten und irritiert sie zutiefst. Um aber nicht als Feigling dazustehen, schleicht sie sich auf eine illegale Party und trifft Alex wieder – der Beginn einer zarten und sich allmählich anbahnenden Liebesgeschichte. Aber die Zeit rennt den beiden davon, denn Lenas Eingriff rückt näher und näher, als dann auch noch ihr späterer Ehemann ausgewählt ist, wird Lena und Alex klar, dass ihre gemeinsame Zeit bald zu Ende geht. Unvorstellbar, doch wie können sie in dieser Welt zusammen glücklich werden?
_Liebeskrank_
Die Geschichte in „Delirium“ erzählt von einer Welt, in der die Liebe als Krankheit gilt, so zeigt es auch schon das Cover, das übersät ist mit dem Schriftzug „Liebe“, der sich kreuz und quer über das gesamte Cover rankt (der aufmerksame Leser wird im Laufe des Buches verstehen, woran sich die sehr gelungene Covergestaltung orientiert). Die 17-jährige Lena ist die Ich-Erzählerin, die uns von ihrer Welt, ihrem Leben und ihren (noch) Gefühlen erzählt. Natürlich ist auch diese glücklicherweise fiktive Welt nicht frei von Liebe(skrankheit), denn der Eingriff ist noch nicht ausgefeilt, sodass er erst ausgeführt werden kann, wenn das Gehirn vermeintlich ausgewachsen ist, also nach dem 18. Geburtstag. Zeigt ein jüngerer Jugendlicher Anzeichen der Krankheit, wird er auch früher „geheilt“, doch dann ist der Eingriff mit hohem Risiko verbunden und geht oft schief. Die Regierung wacht strikt über die Einhaltung zahlreicher Regeln. Für Ungeheilte gilt abends eine Ausgangssperre, zudem dürfen sie keinen Kontakt zum anderen Geschlecht haben. Mädchen und Jungen gehen auf getrennte Schulen und haben auch sonst nichts miteinander zu tun, damit bloß keine überflüssigen Krankheitsfälle auftreten.
Und so lebt Lena ihr Leben, immer ihrem Eingriff entgegen fiebernd, denn sie weiß von ihrer Mutter, wie es enden kann, wenn man nicht rechtzeitig geheilt wird bzw. wenn der Eingriff misslingt. Lenas Mutter hat sich das Leben genommen, aus Liebe. Davor hat Lena Angst und daher glaubt sie den Grundsätzen der Regierung, sie glaubt an den Eingriff und sie glaubt daran, dass es nicht rechtens ist, sich gegen die Regeln aufzulehnen, wie ihre beste Freundin Hana es tut.
Als sie Alex begegnet, beginnt der Zweifel in ihr zu keimen. Alex ist nicht geheilt und wirkt doch alles andere als krank auf Lena. Er lebt sein Leben in Freiheit, denn niemand ahnt, dass er den Eingriff nicht hat vornehmen lassen. Als Leser beginnt man allerdings sich zu fragen, wieso der Regierung nicht aufgefallen ist, dass er keine Partnerin zugeteilt bekommen hat, denn davon ist im ganzen Buch keine Rede. Hätte die Regierung ihm nicht auch seine spätere Ehefrau zuweisen müssen?
Wie dem auch sei: Langsam aber unweigerlich entwickelt sich zwischen Lena und Alex eine Liebesbeziehung. Sie kommen sich näher und näher und küssen sich schließlich. Lena merkt, dass Liebe gar keine Krankheit ist, sondern etwas sehr Schönes, das sich zu bewahren lohnt. Sie will für ihre Liebe kämpfen und steht doch auf verlorenem Posten dar. Der Brief mit den Ergebnissen ihrer Evaluation trifft ein, sie hat sehr gut abgeschnitten und kann sich doch nicht darüber freuen. Denn auch vier Namen stehen in dem Brief, die ihr im Grunde nichts sagen. Kurzerhand wählt sie einen davon aus – den Namen ihres zukünftigen Ehemannes. Wohl wissend dass sie diesen Jungen nie heiraten und stattdessen mit Alex in Freiheit leben möchte. Doch im Gegensatz zu ihm gäbe es für Lena keine Freiheit, sie müsste ständig auf der Flucht leben und sich von ihrer Familie trennen und ihrer Freundin Hana Lebewohl sagen. Schafft sie das? Für Alex?
_Gesunde Gedanken_
Lauren Oliver zeichnet eine Welt, in der Liebe auszumerzen ist – eine Krankheit, die letztendlich unweigerlich zum Tod führt. So steht es im Buch „Psst“ geschrieben, das die Regierung herausgibt. Es ist eine Welt, die gezeichnet ist von einer allumfassenden Gehirnwäsche. Jeder Mensch soll daran glauben, dass Liebe eine gefährliche Krankheit ist. Jeder Mensch MUSS daran glauben, denn sonst bräche das komplizierte Konstrukt in sich zusammen. Und doch sieht man an der strengen Kontrolle durch die Regierung, wie wackelig dieses Konstrukt ist. Es gibt Wilde, die außerhalb aller Regeln leben und sich nicht heilen lassen. Sie werden gejagt. Alle Ungeheilten werden abends bei ihren Familien eingesperrt, rigide Kontrollen sorgen für Ordnung und überwachen die Ausgangssperre. Aber auch tagsüber muss jeder sich jederzeit ausweisen können. Jungen und Mädchen gehen strikt getrennt voneinander zur Schule und haben tunlichst jeden Kontakt zu vermeiden. Es sind strenge Regeln, die es nicht ohne Grund gibt, denn würden zu viele Jugendliche merken, wie schön sich Liebe anfühlt, wie glücklich sie einen machen kann, wäre die ganze Ordnung bedroht. Zu viele Menschen würden für ihre Liebe, ihr Glück kämpfen. Und das muss natürlich verhindert werden.
Eine Geschichte wie diese habe ich noch nicht gelesen, die Liebe als Krankheit anzusehen, war mir völlig neu, und so fand ich die erzählte Geschichte mit all ihren Konsequenzen sehr spannend. Die Konstruktion der fiktiven Welt ist ausgesprochen gelungen und überzeugt auf ganzer Linie. Lauren Oliver hat an alles gedacht, ihre Charaktere und ihre Grundidee sind vollkommen glaubwürdig und passen wunderbar zusammen. Allen voran ist natürlich Lena zu nennen, aus deren Sicht die Geschichte erzählt ist und die sich ganz allmählich entwickelt: Am Anfang treffen wir ein sehr unsicheres Mädchen, das richtig Angst vor der ominösen Amor Deliria Nervosa hat, weil ihre Mutter daran zugrunde gegangen ist. Lena glaubt alles, was die Regierung ihr glauben machen will, doch ganz allmählich wachsen die Zweifel, sie wird stärker, handelt auf eigene Faust, bekommt mehr Profil und entwickelt sich zu einer starken und selbstbewussteren Persönlichkeit. Seinen Anteil daran hat natürlich Alex, der Lena erstmals das Gefühl vermittelt, etwas Besonderes zu sein und nicht nur ein durchschnittlich hübsches Mädchen, das sich nicht aus der Masse abhebt.
Zu bemängeln habe ich eigentlich nur eins, und zwar die Vorhersehbarkeit der gesamten Geschichte. Nun gut, „Delirium“ richtet sich eher an jugendliches Publikum (laut Verlag ist das Buch für Jugendliche ab 14 Jahren gedacht), da mag man das verzeihen. Als erwachsener Leser jedoch kann man praktisch von Seite 1 an die Geschichte vorausahnen. Natürlich ist klar, dass Lena, nachdem sie Alex kennen gelernt hat, eine Beziehung mit ihm eingeht und merkt, dass die Regierung doch nicht immer Recht hat mit ihren Ansichten und Regeln. Und klar kommen dadurch Konflikte zustande, die Geschichte nimmt an Tempo auf und sorgt für Spannung. Ich denke, jugendliche Leser dürften das Buch noch viel spannender finden und auch trefflich darüber diskutieren.
_Im Delirium_
„Delirium“ ist der erste Teil der „Amor“-Trilogie und erzählt die Geschichte der 17-jährigen Lena, die von der Krankheit der Liebe geheilt werden soll. Lauren Oliver zeichnet in dem Auftakt zu ihrer Trilogie eine schreckliche Welt, in der alle Menschen nach strengen Regeln zu leben haben – ohne Aussicht auf Liebesglück. Mit all seinen Konsequenzen konstruiert die Autorin diese Welt und passt ihre Charaktere daran an. Es sind faszinierende Gedanken, die im eigenen Kopf dabei entstehen, auch wenn das Buch sich eher an jugendliche Leser richtet und der erwachsene Leser sehr schnell erahnen kann, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt und wie sie wohl ausgehen wird. Dennoch darf man sehr gespannt sein, wie Lauren Oliver ihre Geschichte fortsetzt!
Jeremy Fink steht vor einem unglaublichen Rätsel: Eine verschlossene Holzkiste, die den Sinn des Lebens verspricht – das ist alles, was sein verstorbener Vater ihm zu seinem 13. Geburtstag hinterlassen hat. Doch die Schlüssel dazu sind spurlos verschwunden!
Neugierig machen sich Jeremy und seine beste Freundin Lizzy auf die Suche danach – und geraten in eine abenteuerliche Odyssee quer durch New York, voll skurriler Ereignisse, köstlicher Süßigkeiten, abgegriffener Spielkarten und wundersamer Begegnungen. Doch was sie am Ende ihrer Reise finden, übertrifft alles, was sie jemals zu hoffen gewagt hätten. (Verlagsinfo)
Der Verlag empfiehlt das Buch für das Alter zwischen 12 und 15 Jahren.
_Die Autorin_
Wendy Mass, geboren 1967, wuchs in Livingstone, New Jersey auf. Schon als Kind liebte sie Bücher, was sie – nach einigen Schreibkursen – zur Schriftstellerin machte. Heute lebt die mehrfach ausgezeichnete Jugendbuchautorin in New Jersey mit ihrem Mann, ihren Zwillingen und ihrer Katze. (Verlagsinfo)
_Handlung_
Jeremy Fink, der noch einen Monat bis zu seinem 13. Geburtstag Zeit hat, mag keine Veränderungen. Seit sein Vater vor knapp sechs Jahren bei einem Autounfall mit nur 39 Jahren starb, lebt er mit seiner Mutter in einem New Yorker Mietshaus, in dem auch seine Seelengefährtin Lizzie bei ihrem Vater wohnt. Ihre Kinderzimmer grenzen an die gleiche Wand, und durch ein Loch darin können sie auf Schulheftpapier geschriebene Botschaften austauschen. Keine SMS, keine E-Mails, nein, sondern altmodisches Papier. Während Jeremy nicht genug Wissen – insbesondere über Zeitmaschinen – in sich hineinstopfen kann, findet Lizzie, unnützes Wissen sei nur Ballast.
Heute kommt Postbote Nick mit einem größeren Pappkarton vorbei. Eigentlich sei das Paket an Jeremys Mutter adressiert und sie müsse auch den Empfang quittieren, doch Jeremy und Lizzie bequatschen ihn so lange, bis er Jeremy das Paket übergibt. Die Neugierde siegt über den Respekt vor der Mutter, und so öffnet Jeremy das Paket. Ein Brief von Onkel Harold, einem Freund seiner Eltern, der als Anwalt oder so arbeitet. Und dann diese Holzkassette, auf der eingeschnitzt draufsteht: „DER SINN DES LEBENS. FÜR JEREMY FINK. ZU ÖFFNEN AN SEINEM 13. GEBURTSTAG.“
Wow, der Sinn des Lebens, hübsch verpackt in einer Kassette! So etwas kann auch nur sein Vater fertigbringen, denkt Jeremy, bevor er den Brief weiterliest. Onkel Harold hat offenbar die vier Schlüssel verloren, die nötig sind, um den Deckel der Kassette zu öffnen. Und wie er später herausfinden soll, nützt es nichts, eine Axt oder Säge oder ein Brecheisen zu benutzen, um an den klappernden Inhalt heranzukommen: Diese Kassette ist durch einen inwendigen Metallkasten verstärkt. Bestimmt hat Vater sie auf einem der geliebten Flohmärkte oder Garagenverkäufe gefunden und aufgemöbelt.
Lizzie, stets gewitzt und zu allen Schadtaten bereit, macht eine Liste mit Plänen, um die Kassette aufzubekommen. Plan C bedeutet, den größten Flohmarkt der Stadt abzugrasen, um Ersatzschlüssel zu finden. Doch nach Chelsea kommt man nur mit der U-Bahn, die Jeremy bislang praktisch nie benutzt hat. Und da er keine Veränderungen mag, sträubt er sich erst einmal. Es ist wieder mal Lizzie, die ihn rumkriegt, nach Chelsea zu fahren. Komisch, dass alle denken, Lizzie sei entweder seine Schwester oder sein „Schatz“. Können die Leute sich nichts anderes vorstellen?
Auf dem Flohmarkt in Chelsea beginnt ein Abenteuer, das Jeremy und Lizzie verändern soll. Doch was tut man nicht alles, um herauszufinden, worin der „Sinn des Lebens“ besteht …
_Mein Eindruck_
So werden Lizzie und Jeremy beispielsweise zur gemeinnützigen Arbeit für den sympathischen Pfandleiher Mr. Oswald verdonnert, weil sie in das (schon längst verlassene) Büro des Anwalts Harold Forland – der die Kassette verwahrte und abschickte – eingebrochen sind, um dort Schlüssel zu suchen. Mr. Oswalds Aufträge bestehen darin, alte Dinge, die in den dreißiger Jahren von Jugendlichen versetzt wurden, zurückzuerstatten. Im Zuge dieser Zustellungen geht Jeremy auf, dass Leben lang sind, Erinnerungen ebenfalls, Schicksale niemals zu enden scheinen und es darauf ankommt, wie man sich entscheidet. Alle diese Beobachtungen, so verlangt es der Polizist, trägt er in ein Notizheft ein.
|Sucher und Sammler|
Aber das ist erst der Anfang von Jeremys Odyssee durch das moderne New York City. Zum Glück artet diese jedoch in eine bedrückende Vergangenheitsbewältigung aus, wie sie Jonathan Safran Foer in seinem 9/11-Roman [„Extrem laut und unglaublich nah“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2168 zelebrierte. Da sowohl Jeremy als auch Lizzy fanatische Sammler sind – in seiner Sammlung sind Fehlproduktionen von Süßigkeiten, in ihrer ein fast kompletter Satz von Spielkarten -, gibt es immer etwas zu finden. Und die Funde erweisen sich als sehr wichtig.
|Lebensweisheiten|
Die Figuren, welche die beiden Zwölfjährigen antreffen, sind nicht einfach nur Lieferanten von weisen Zitaten, sondern bringen jeweils ihre Lebensgeschichte mit ein. So musste sich etwa Mabel vor sechzig Jahren zwischen ihrer Freundin und einem potentiellen Mann entscheiden, denn sie heiraten konnte: Sie brauchte ein Abendkleid und versetzte dafür ihre signierte Erstausgabe von „Pu der Bär“, die heute ein Vermögen wert ist. Merke: Nicht jede Wahl ist eine leichte, aber manchmal erringt man etwas, das das ganze Leben verändert.
Ein anderer Junge versetzte ein wertvolles Fernrohr. Als Jeremy und Lizzy ihn besuchen, ist er der Direktor der Astronomieabteilung des Nationalen Wissenschaftsmuseums in New York City, eines der größten weltweit. Dr. Grady ist zwar zu Tränen gerührt, aber er hat auch etwas Wichtiges über den sogenannten „Sinn des Lebens“ zu sagen. Und da Jeremy sowieso Physikfan und Zeitmaschinensucher ist, fallen diese Weisheiten auf offene Ohren. Ich werde euch nicht langweilen, indem ich sie wiederhole, aber es läuft auf einen Satz hinaus: Wir sind hier, weil wir hier sind – denn wir haben in der Evolutionslotterie den Hauptpreis gezogen. Nun sollten wir das Beste draus machen. Aber worin besteht das?
|Humor|
Die Großmutter auf dem Lande hätte dazu einiges zu sagen, aber sie schickt die beiden Beinahe-Geschwister auf einen Jahrmarkt des Bundesstaates New Jersey, damit sie an einem Talentwettbewerb teilnehmen. Dieser erweist sich als komischer Höhepunkt des Buches, ein schönes Gegengewicht zu all den gewichtigen Worten, die zuvor gefallen sind. Das Talent von Lizzy? Hula-Hoop-Tanz. Wie sich herausstellt, ist jedoch Jeremy noch viel besser in dieser Disziplin. Er muss einspringen, weil ausgerechnet jetzt bei Lizzy ihre erste Periode einsetzt. Es wird unvergessliches Erlebnis – und er gewinnt 35 Dollar für den zweiten Platz! Es gibt noch etliche weitere solcher Szenen.
|Ente gut, alles gut?|
Mr. Oswalds Krimskramskoffer enthält drei der vier gesuchten Schlüssel, und Lizzy hat den vierten über eine Woche lang verborgen gehalten – ist es zu fassen?! Endlich gelangen wir zu jener Szene, die wir schon im Prolog geschildert bekommen: Jeremy kann endlich die Kassette aufschließen, die ihm sein Vater vor sechs Jahren vermacht hat. Es klappert etwas darin. Aber was sich als viel wichtiger erweist, sind ein langer Brief von Dad und eine kurze Notiz von einem alten Bekannten. Die ganze Schnitzeljagd nach den Schlüsseln erweist sich nun als etwas völlig anderes – und darauf wäre Jeremy nie im Leben gekommen (wir aber schon!).
_Die Übersetzung _
Der Sprachstil ist einfach, anschaulich und die Geschichte ist stets im Präsens erzählt, was alle Vorgänge unmittelbar wirken lässt. Kein reflektierender oder gar zensierender Erzähler weit und breit, so scheint es (die Autorin versteckt sich sehr clever).
Daher bot die Übersetzung wenig Schwierigkeiten, selbst bei Themen wie Astronomie und Astrophysik. Dennoch schaffte es die Übersetzerin, eine dicken Fehler zu produzieren – Glückwunsch! Er findet sich auf Seite 264: „Die Frau [eine Wahrsagerin in Atlantic City] versucht, uns nicht aufzuhalten.“ Das klingt schon reichlich merkwürdig – weil es nämlich nicht geht. Richtig wird der Satz, wenn man das Komma und ein Wörtchen versetzt: „Die Frau versucht nicht, uns aufzuhalten.“
_Unterm Strich_
Das Buch ist einigermaßen spannend, stets lustig, wartet mit zwei sonderbaren, aber sympathischen Hauptfiguren auf und liefert dem junger Leser, was er von Anfang an wissen will: Worin besteht der Sinn des Lebens? Angesichts des Umstands, dass Jeremys Vater mit erst 39 Jahren ums Leben kam und er sich seitdem selbst Vorwürfe macht, ist auch für Jeremy diese Frage von höchster Bedeutung: Wozu überhaupt leben, wenn es doch so kurz ist?
Dann doch lieber gleich den Nachtisch essen. Jeremy futtert nämlich Unmengen von Süßigkeiten das ganze Buch über und ist erst zufrieden, wenn er sich mit Zucker vollstopfen kann. Wir bekommen es zwar nie verraten, wie viel Jeremy wiegt, aber ich stelle ihn mir als zumindest moppeligen Proto-Diabetiker vor. Lizzy scheint hingegen mehr eine Bohnenstange zu sein, deshalb tritt sie als rothaariges Energiebündel auf. Was nicht verhindert, dass sie kleptomanisch agiert und wie eine Elster stiehlt. Auch ihr fehlt ein Elternteil, so dass die Diebstähle einen Ausgleich für fehlende Mutterliebe zu bieten scheinen.
Was den Plot angeht, der an ein Wunder grenzt, so hätten wir (und Jeremy) uns ja gleich denken können, dass irgendein Trick dabei ist. Wie sonst könnte es sein, dass Jeremy und Lizzy in kürzester Zeit alle vier Schlüssel finden UND noch die letzte Karte, die Lizzy in ihrem Spielkartensatz fehlt? Ich werde mich allerdings hüten zu verraten, wer dahintersteckt. Es ist auf jeden Fall ein guter Geist.
Und alle haben sich wieder lieb und wischen sich die Tränen aus den Augen. Das ist die unausweichlich sentimentale Seite, auf die man sich offenbar in jedem Jugendbuch, das von einer Amerikanerin geschrieben wird, gefasst machen muss. Nichts gegen ehrliche Gefühle, aber es gibt ja noch ein paar harte Realitäten am Rande des Geschehens. Dass Mr. Oswald eine Stretch-Limousine vorfahren lässt, um die zwei Kinder zu ihrer Strafarbeit abzuholen, kommt uns ebenfalls spanisch vor. Warum nicht gleich eine Kutsche, die von Mäusen gezogen wird? Aber auch dies gehört, wie so vieles, zum Komplott des guten Geistes.
Was der Leser mitnimmt, sind einige Einsichten, die durchaus wertvoll zu nennen sind. Da ist die Evolutionstheorie Dr. Gradys, da ist das völlig lächerliche Ouija-Brett, der sonderbare Mr. Rudolph, der von allem nur ein Exemplar hat, vor allem aber das beruhigende, ja, erhebende Gefühl, dass alles miteinander zusammenhängt. Es gibt Schlechteres, was man mitnehmen könnte. Aber vor allem bietet das Buch Heranwachsenden einige Stunden witziger Unterhaltung. Und das ohne eine einzige E-Mail oder SMS.
|Originaltitel: Jeremy Fink and the Meaning of Life, 2006
352 Seiten
Aus dem US-Englischen von Barbara Küper|
http://www.cbj-verlag.de
Courtney kann es nicht fassen: Ihre Eltern bestehen tatsächlich darauf, dass sie wie geplant zusammen mit ihrem Ex-Freund Jordan die dreitägige Autofahrt zum College unternimmt, obwohl er vor Kurzem mit ihr Schluss gemacht hat! Wie soll sie diesen Horrortrip nur überstehen – auf kleinstem Raum mit diesem Ekelpaket, diesem herzlosen Idioten, diesem … diesem immer noch verdammt
süßen Traumboy?
_Eindruck_
Manche Bücher fallen auf den ersten Blick nicht auf, andere sind solche Eyecatcher, dass man sie unbedingt sofort lesen möchte. Bei „Love Trip: Bitte nicht den Fahrer küssen“ trat bei mir eher der erste Fall ein. Als ich das Buch dann jedoch in die Hand genommen habe, war ich sehr schnell im Geschehen und wurde von der Autorin in den Bann gezogen. Da ich Road Trips durch die USA schon immer interessant fand und die Idee dahinter, dass sich zwei mehr oder weniger entfremdete Menschen plötzlich gezwungenermaßen auf kleinsten Raum ungewollt wieder annähern müssen, recht spannend klang, war dieses Buch genau das richtige für mich. Allerdings weist das Buch durch seinen Schreibstil und die Protagonistin Courtney ein paar kleine Schwächen auf.
Beim Schreibstil bin ich ein wenig unschlüssig. Auf der einen Seite hat er mir gefallen, auf der anderen Seite konnte ich mir so manches Mal das Kopfschütteln nicht verkneifen. Die Geschichte liest sich sehr flüssig und der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit war lückenlos und stimmig, allerdings ist mir Courtney dabei recht häufig negativ aufgefallen, denn dieses ständige „La la la“ am Ende eines Satzes hat mich extrem genervt. Oftmals konnte ich mir ein „Was soll das jetzt?!“ nur schwer verkneifen.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Courtney und Jordan erzählt. Zum einen schildern beide ihre Gefühle und Eindrücke von der Fahrt, zum anderen wird die Vergangenheit thematisiert, in der die zwei Jugendlichen noch ein Paar waren und wie es letztlich zur Trennung kam. Während Courtney dabei hauptsächlich mit Oberflächlichkeiten auffällt, kam mir Jordan sehr reif vor. Trotz mancher nicht ganz nachvollziehbarer Erfahrungen, kam er mir sehr intelligent vor. Während der Fahrt entwickelt er sich sehr gut und wird immer mehr zu meinem Liebling. Er geht trotz all der Abweisung freundlich und fürsorglich mit Courtney um und passt auf sie auf. Courtney bleibt dagegen stur, oberflächlich und fällt hauptsächlich durch trotziges Schmollen auf. Ihre Gedanken sind weder tiefgründig, noch besonders spektakulär, vielmehr macht sie sich ständige Gedanken um ihre Flip Flops, ihre Kleidung und der neuen Freundin von Jordan. Obwohl sie immer wieder in ihren Gedanken betont, wie sehr sie noch an ihn hängt, verflucht sie ihn und behandelt ihn mehrfach wie den letzten Dreck. Sympathiepunkte konnte sie leider nicht bei mir sammeln.
Aber nicht nur die Beziehung zwischen Jordan und Courtney wird in diesem Buch verarbeitet, sondern auch Familiengeheimnisse gelüftet und über Freundschaften berichtet, die manchmal so ganz anders verlaufen, als man es sich zuvor erhofft hat. Während Jordans bester Freund immer wieder durch zu viel Alkohol auffällt, mutiert Courtneys beste Freundin zur Stalkerin und Egoistin. Aber auch ihr bester Freund ist ein etwas komplizierter Mensch, der mit unbedachten Aktionen auffällt, ohne dabei wirklich an Courtney zu denken. Das Cover ist ganz hübsch und drückt den Road Trip gut aus, aber was sollen denn bitte die roten, dicken Wollsocken, die so gar nicht zum Hochsommer passen?! Auf dieses Detail hätte man lieber verzichten und es durch lila Flip Flips ersetzen sollen, von denen Courtney während der Fahrt mehrfach geschwärmt hat.
_Fazit_
Obwohl „Love Trip: Bitte nicht den Fahrer küssen!“ so manche Schwäche aufweist, konnte mich Lauren Barnholdt dennoch unterhalten. Für Leser, die Road Trips und College-Geschichten mögen, ist dieses Buch besonders geeignet. Empfehlenswert!
|Taschenbuch: 292 Seiten
Originaltitel: Two Way Street
Ins Deutsche übertragen von Michaela Link
ISBN 978-3401502861|
[www.arena-verlag.de]http://www.arena-verlag.de
[www.laurenbarnholdt.com]http://www.laurenbarnholdt.com
Band 1: _“Und raus bist du“_
Band 2: „Never Have I Ever“ (noch ohne dt. Titel)
Band 3: „Two Truths and a Lie“ (noch ohne dt. Titel)
Band 4: „Hide and Seek“ (31.07.2012, noch ohne dt. Titel)
_Die Handlung:_
Kurz vor ihrem 18. Geburtstag macht Emma via Facebook eine überraschende Entdeckung: Sie hat eine eineiige Zwillingsschwester! Doch noch bevor sie Sutton treffen kann, erhält sie die mysteriöse Nachricht, dass ihre Schwester tot ist – und sie ihre Rolle übernehmen soll. Der Beginn eines gefährlichen Lügen-Spiels: Aus Emma wird Sutton, um herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Dabei übernimmt sie nicht nur Suttons Leben als makelloses Upperclass-Girl, die teuflischen Glamour-Freundinnen und Boyfriend Garret – sondern gerät auch in tödliche Gefahr. Denn nur der Mörder weiß, dass Emma nicht Sutton ist … (Verlagsinfo)
_Mein Eindruck:_
Mit Lügnerinnen hats die Autorin offenbar. Nach ihren Erfolgen mit den „Pretty Little Liars“ lässt sie nun die Zwillinge Emma und Sutton ein „Lying Game“ spielen. Und dass das extrem gefährlich (und für den mit dem Buch in der Hand auch manchmal recht verwirrend) sein kann, das lernen Emma und der Leser schnell. Denn, ohne es zu wollen, gerät Emma in eine Sache hinein, mit der sie nicht gerechnet hat und auch der Leser ist schockiert und gespannt darauf, wie sich die Dinge entwickeln.
An dieser Stelle zu verraten, dass ihre Zwillingsschwester Sutton tot ist, das ist kein Spoiler, das steht schon auf dem Buchrücken, aber auch im Prolog. Wir verfolgen nämlich zusammen mit Sutton, die als eine Art Geist über Emma schwebt, die Geschichte. Das ist schon eine seltsame, aber aufregende Erfahrung und sowohl der getötete Teenager als auch der Leser haben dabei schon ein ungutes und gruseliges Gefühl. Und wenn sich Sutton noch daran erinnern könnte, wer sie denn nun umgebracht hat, dann wäre das Buch wohl auch direkt mit dem Prolog schon zu Ende gewesen und es hätte keine Folgeromane gegeben.
So aber zieht die Autorin ihre Leser vom Vorspann an schon in ihr Storykonstrukt und wirft sie zusammen mit der armen Emma, die sich eigentlich auf die Begegnung mit ihrer unerwartet in ihr Leben getretenen Schwester freut, in eine völlig neue Umgebung, in der sich alle erstmal zurechtfinden müssen. Und als wäre es nicht genug, dass Sutton tot ist, muss Emma sie nun spielen … vor allen Freunden und auch vor Suttons Familie. Hier fiebert der Leser auf der einen Seite ständig mit, dass ihr „Lying Game“ von niemandem aufgedeckt und sie bloßgestellt und womöglich dann auch ermordet wird, auf der anderen Seite möchte man, dass sie sich doch jemandem anvertraut, um wenig ein bisschen weniger Last auf der Seele zu haben. Wie wäre es mit denn mit einer ihrer Freundinnen oder mit Garrett oder mit Ethan? Aber, wem kann sie wirklich trauen? Und, wer sagt denn, dass nicht einer ihrer Freunde der Mörder ist? Bei all den Lügenspielen wäre das kein Wunder.
Die 33 Kapitel (plus Prolog und Epilog), die auf die 320 Seiten des Romans verteilt sind, fliegen nicht nur so dahin, weil sie kurz und schnell geschnitten wie eine TV-Serie sind, sie sind auch wirklich fesselnd, weil sie so flüssig und lebendig geschrieben sind. Emma zu folgen ist eine Gefühlsachterbahn, die einfach nicht anhalten will und man möchte auch nicht, dass sie anhält, weil man Emma nicht allein lassen will. Und so wird auch der Story mehr Raum gegeben als der Charakterentwicklung oder -beschreibung. Mir aber gefällt das, ich mags, wenn etwas passiert und nicht ständig nur beschrieben, sondern die Spannung hochgehalten wird wird.
Die Unterschiede zwischen Emma und Sutton sind so groß wie der Unterschied ihrer Herkunft. Und so erleben wir zwei unterschiedliche Betrachtungsweisen aus zwei unterschiedlichen Welten. Die eine kommt aus einer Folge von Pflegefamilien, die nicht die Nettesten waren, die andere hatte alles, was sie wollte und lebte den Stil einer reichen und verzogenen Göre … tja, ob ihr das den Tod brachte oder die kranken Spiele, die sie mit ihren Freundinnen gespielt hat? Das Ganze noch mit einer ordentlichen Prise Mystery und Paranoia zu würzen, ist der Autorin perfekt gelungen und unterhält unglaublich gut.
Der eine oder andere Leser könnte allerdings schnell mal die Übersicht über die ganzen Charaktere verlieren, weil die Autorin so einige davon ins Spiel bringt. Und immer mal wieder gibts Wendungen, die das Lesetempo und die Spannung hochhalten.
Und wer damit leben kann, dass eventuell nicht alle auftauchenden Fragen in diesem ersten Band der Serie beantwortet werden, sondern im Gegenteil eher noch Neue dazukommen, der bekommt ein paar fesselnde Stunden geboten, die Lust auf den nächsten Band machen.
Wer sich bis dahin auf die in den USA erfolgreich gelaufene erste Staffel der TV-Umsetzung des Romans stürzen möchte, der wird sich wundern. Hier sind nämlich beide Schwestern am Leben und suchen nach ihrer leiblichen Mutter! Eine unheimliche Bedrohung, jede Menge verdächtige Geheimnisse, Lügner und Lügenspiele gibts aber auch hier. Wer offen genug für die Unterschiede ist, der wird auch hierbei viel Spaß haben.
_Die Autorin_
Sara Shepard hat an der New York University studiert und am Brooklyn College ihren Magisterabschluss im Fach Kreatives Schreiben gemacht. Sie wuchs in einem Vorort von Philadelphia auf, wo sie auch heute lebt. Ihre Zeit dort hat die „Pretty Little Liars“-Serie inspiriert, die in 22 Länder verkauft wurde und die, ebenso wie ihre neue Reihe „The Lying Game“, zum New-York-Times-Bestseller wurde. Inzwischen werden „Pretty Little Liars“ und „The Lying Game“ mit großem Erfolg als TV-Serien bei ABC ausgestrahlt. (Verlagsinfo)
_Mein Fazit:_
Ein Lügenspiel größer als das Nächste, eine ermordete Zwillingsschwester, ein Haufen Verdächtiger und ständige Paranoia sind nur einige der Zutaten, die „Lying Game – Und raus bist du“ zu einem Pageturner nicht nur für Teenager machen.
Bleibt zu hoffen, dass der Verlag auch die Folgebände veröffentlicht, damit die Neugier des Lesers befriedigt wird.
|Broschiert: 320 Seiten
Originaltitel: The Lying Game 1
ISBN-13: 978-3570308004|
[www.randomhouse.de/cbt]http://www.randomhouse.de/cbt/index.jsp
Band 1: _“Dragons Schwur“_
Band 2: „Lenobia’s Vow“ (noch ohne dt. Titel)
Als Vampyr gezeichnet.
Von der Liebe geblendet.
An einen Schwur gekettet …
Lange bevor Zoey gezeichnet wurde … bevor sie ins „House of Night“ eintrat … bevor sie den Kampf gegen das Böse aufnahm … gab es schon einen, der dort seit Langem lebte: Dragon Lankfort, Schwertmeister und Krieger. Dies ist seine Geschichte. (Klappentext)
_Kritik_
Mit „Dragons Schwur“ eröffnen die Autorinnen P. C. und Kristin Cast eine Reihe Geschichten um die Lehrer des House of Night. Diese geben den Lesern Hintergrundinformationen und leuchten die Vergangenheit aus, schließlich wurden schon vor Zoeys Zeit Kämpfe ausgefochten und große Gefühle gelebt.
Während der Trauerfeier von Jack, der im achten Teil der „House of Night“-Serie starb, erinnert sich Dragon Lankfort an seine erste Zeit als Gezeichneter und seine einzig wahre Liebe zu Professor Anastasia. Leider setzen die Autorinnen dieses recht schwach um. Selbstverständlich gibt es etwas Romantik und auch Gefahren, auf die die Darsteller hier stoßen. An das, was wir Leser allerdings von den Autorinnen gewohnt sind, reicht dies nicht heran. Allerdings haben Fans der Serie hier die Möglichkeit auch einmal in das Leben der verschiedenen Lehrer zu blicken, was durchaus interessant ist und diese Figuren den Lesern näher bringt.
Gewohnt flüssig lässt sich die Geschichte um Dragon Lankfort lesen. Besonders positiv fällt dabei auf, dass komplett auf jugendlichen Slang und Kraftausdrücke verzichtet wird. Die Dialoge lesen sich so um ein Vielfaches angenehmer. Die Handlung wird schlicht beschrieben, dümpelt dabei vor sich hin und zeigt keine besonderen Höhepunkte. Lediglich zum Ende kommt kurz etwas Spannung auf. Die Schauplätze werden angenehm beschrieben und der Leser kann sich ein gutes Bild von der Umgebung machen. Erzählt wird die Geschichte um Bryan „Dragon“ Lankfort aus der Perspektive eines Beobachters, der sich auf die beiden Protagonisten Dragon und Anastasia konzentriert.
Die Darsteller in dem Roman „Dragons Schwur“ sind recht blass gezeichnet. Von den Nebenfiguren erfährt der Leser fast nichts und kann daher zu diesen keine Beziehung aufbauen. Auch zu den beiden Protagonisten ist nicht viel zu sagen. Dragon ist ein talentierter und ehrgeiziger Schüler, Anastasia eine äußerst begabte Vampyrin. Hintergründe zu Gegebenheiten, die diese Figuren formten, werden ebenfalls kurz angerissen.
Die Gestaltung und Aufmachung des Buches ist absolut gelungen. Das Cover zeigt die beiden wichtigsten Dinge in Dragons Leben, Anastasia und das Schwert. Auch die Farbgebung ist schön anzusehen und insgesamt passt die Gestaltung des Covers perfekt zur den „House of Night“-Büchern. Im Inneren wird der Leser von ansprechenden Zeichnungen überrascht. Eine Freundin des Autorenduos, Kim Doner, hat sich die Mühe gemacht, die Geschichte mit passenden Bildern aufzuwerten.
_Autorinnen_
P. C. Cast ist zusammen mit ihrer Tochter Kristin Autorin der „House of Night“-Bestseller. Die beiden sind das erfolgreichste Mutter-Tochter-Autorengespann weltweit. Die Serie „House of Night“ hat Millionen von Fans in über 40 Ländern. P. C. und Kristin Cast leben beide in Tulsa, Oklahoma.
_Fazit_
Für Fans der Serie um Zoey und das House of Night ist die Novelle „Dragons Schwur“ gedacht. Eine kurze Geschichte, die einen Blick auf die bekannten Lehrer der Schule gewährt. Leider scheinen Kurzgeschichten den beiden Autorinnen nicht zu liegen und schnell vermisst der Leser so den Charme, der die Bücher der Autorinnen sonst besitzen und ausmacht.
Für Vollblutfans durchaus ein Schmankerl, das die Wartezeit auf den nächsten Band der „House of Night“-Serie verkürzen kann. Genau für diese Zielgruppe ist das Buch gedacht und wird hier sicherlich Anklang finden. Etwas über die Lehrer, die sonst nur Randfiguren sind, zu erfahren, ist auf jeden Fall aufschlussreich.
|Gebundene Ausgabe: 175 Seiten
ISBN-13: 978-3841422132
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Dragon’s Oath|
http://www.fischerverlage.de/verlage/fischer__fjb
_P. C. und Kristin Cast bei |Buchwurm.info|_
|House of Night|:
Band 1: [„Gezeichnet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6374
Band 2: [„Betrogen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6277
Band 3: [„Erwählt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6550
Band 4: [„Ungezähmt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6755
Band 5: [„Gejagt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6949
Band 6: [„Versucht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7133
Band 7: [„Verbrannt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7274
Band 8: [„Geweckt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7590
_Das Buch der Schatten:_
Band 01: [„Verwandlung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7082
Band 02: [„Magische Glut“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7083
Band 03: _“Bluthexe“_
Band 04: „Flammende Gefahr“ (April 2012)
Band 05: „Dunkle Zeichen“ (April 2012)
Band 06: „Spellbound“ (noch ohne dt. Titel)
Band 07: „The Calling“ (noch ohne dt. Titel)
Band 08: „Changeling“ (noch ohne dt. Titel)
Band 09: „Strife“ (noch ohne dt. Titel)
Band 10: „Seeker“ (noch ohne dt. Titel)
Band 11: „Origins“ (noch ohne dt. Titel)
Band 12: „Eclipse“ (noch ohne dt. Titel)
Band 13: „Reckoning“ (noch ohne dt. Titel)
Band 14: „Full Circle“ (noch ohne dt. Titel)
Band 15: „Night’s Child“ (noch ohne dt. Titel)
_Morgan hat das Buch der Schatten_ ihrer leiblichen Mutter, der mächtigen Hexe Maeve Riordan, gefunden. Sie ist geschockt, als sie herausfindet, dass Maeve – und damit Morgan selbst – von den Woodbane abstammt, dem dunklen Wiccaclan. Zudem scheint ihre ehemals beste Freundin Bree einen Racheplan zu schmieden: Sie hat einer mächtigen Bluthexe ein paar von Morgans Haaren gegeben. Was hat Bree vor? Morgan macht sich auf alles gefasst, doch nicht nur von Bree geht Gefahr aus … (Verlagsinfo)
_Kritik_
Mit dem dritten Teil „Bluthexe“ der 15 Bände umfassenden Reihe „Das Buch der Schatten“ bekommen wir Leser einen Einblick in Morgans Familie und ihre Abstammung.
Der Einstig in den Roman gelingt leicht, mit dem Prolog wiederholt sich das letzte Kapitel aus dem zweiten Band „Magische Glut“ und durch diese Wiederholung ist der Leser sofort wieder im Geschehen. Cate Tiernan setzt ihren Fokus in „Bluthexe“ diesmal nicht auf das Magische und die Wicca-Kultur, sondern auf die Hintergründe der Charaktere, besonders ihrer Protagonisten Morgan. Schritt für Schritt wird die Herkunft Morgans entschlüsselt. Das Buch der Schatten ihrer verstorbenen Mutter birgt dabei so manche Überraschung für die junge Protagonistin. Auch wenn der Fokus hauptsächlich auf Morgen liegt, wird auch die Vergangenheit andere Hexen behandelt. Zu Beginn eines jeden Kapitels finden sich Auszüge verschiedener Einträge aus Schattenbüchern anderer Hexen. Vor allem die Einträge von Sgàth und Giomanach, die nach und nach einiges klären, obwohl diese scheinbar erst einmal nicht zum Plot passen. Zum Ende erfasst der Leser den Sinn dieser Einträge und vieles wird klar.
Der fließende Erzählstil der Autorin schafft es, die Atmosphäre und die Emotionen fassbar zu transportieren. Die leicht düstere Grundstimmung und die ständig präsente und trotzdem nie bestimmbare Gefahr werden geschickt durch die Art zu erzählen übermittelt. Getragen wird der Roman durch die Handlung, zwar werden die Schauplätze ausreichend beschrieben, um den Lesern ein ungefähres Bild der örtlichen Gegebenheiten zu bieten, besonders detailliert sind diese jedoch nicht. Dem Lesespaß tut dies keinen Abbruch, die Geschichte wird so fesselnd wiedergegeben, dass der Leser hier kaum etwas vermissen wird.
Obwohl es kaum, ja fast nie, zu Action geladenen Szenen kommt, schafft es Cate Tiernan einen soliden Spannungsbogen in das Geschehen zu verweben.
Nicht nur die Tagebucheinträge der verschiedenen Hexen werden aus der Perspektive des jeweiligen Schreibers wiedergegeben. Auch die eigentliche Handlung wird in der Ich-Form erzählt. So erleben wir Leser die Ereignisse aus Morgans Blickwinkel, wodurch diese Figur und sehr nahekommt.
Bei ihren Darstellern bietet die Autorin uns Lesern alles, was das Herz begehrt. Sympathischen, liebenswerten, geheimnisvollen, undurchschaubaren und auch unheilvollen Figuren wird hier eine Bühne gegeben. Die Charaktere entwickeln sich überzeugend weiter, was vor allem auf Morgan zutrifft. Auch die Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Figuren des Romans sind nachvollziehbar und glaubwürdig.
_Autorin_
Cate Tiernan wurde 1961 in New Orleans geboren. Lange Zeit arbeitete sie bei einem großen Verlag in New York, bis sie beschloss, selbst Schriftstellerin zu werden. Inzwischen hat sie mehrere Fantasy-Reihen und Kinderbücher unter Pseudonym geschrieben. Cate Tiernan lebt mit ihrer Familie und ganz vielen Tieren in North Carolina. (Quelle: amazon.de)
_Fazit_
Auch der dritte Band „Bluthexe“ aus der Reihe um die neuheidnische Wicca-Kultur ist Cate Tiernan gelungen. Der interessante und spannende Plot, der so manches Geheimnis birgt, lebendige und vor allem sympathische Darsteller und der unterhaltsame Erzählstil lassen die Leser nur so durch die Seiten fliegen. Auch wenn diesmal der Fokus nicht auf der Magie liegt, ist der Roman trotzdem passend. Die Leser erfahren viel Interessantes. Eine Reihe, die wir Leser definitiv im Auge behalten sollten.
Mir hat das dritte Buch der Schatten „Bluthexe“ wieder sehr gut gefallen. Schon jüngeren Leserinnen, besonders die, die sich für Hexen und Magie interessieren, kann diese Reihe bedenkenlos empfohlen werden.
|Taschenbuch: 256 Seiten
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: Sweep 03 – Blood Witch|
http://www.randomhouse.de/cbt/index.jsp
Band 1: [„Die Unverhoffte“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6968
Band 2: [„Die Entschwundenen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7248
Band 3: _“Der Treubrüchige“_
Band 4: „Les liens maudits“ (noch ohne dt. Titel)
Band 5-6: geplant
|Der Todeskampf beider Welten nähert sich schneller als erwartet, verkündet die Alterslose. Doch es ist immer noch möglich, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Allerdings nur unter der Bedingung, dass ihr euch verbündet und Opfer bringt, die euch jetzt noch unerträglich scheinen mögen. Die Zukunft beider Welten hängt von euch ab. Von euch allen|
_Die Zeit drängt für Oksa Pollock,_ denn beide Welten sind vom Untergang bedroht. Nur eine kann die Vernichtung sowohl Edefias als auch der Welt der Da-Draußen noch verhindern: Okas Pollock, die Unverhoffte. Deshalb bleibt ihr und ihren Helfern allen Gefahren zum Trotz keine Wahl. Oksa muss ihre Bestimmung erfüllen und Edefia aus den Händen des bösen Ocious reißen. Doch dazu müssen sich die Rette-sich-wer-kann mit ihren schlimmsten Feinden verbünden … (Klappentext)
_Kritik_
„Der Treubrüchige“ ist der dritte Teil der auf sechs Bände ausgelegten Reihe um Oksa Pollock und die Rette-sich-wer-kann. Anne Plichota und Cendrine Wolf lassen ihre Protagonisten wieder ein fantasievolles Abenteuer erleben.
Der Erzählstil der Autorinnen ist gewohnt klar umrissen und daher spielend zu lesen, dabei aber auch gespickt von ungewöhnlichen Wörtern, die der Fantasie der Autorinnen entsprungen sind. Dies betrifft vor allem die zauberhaften Lebewesen und die Fauna Edefias. Im mittlerweile dritten Band haben sich die Leser langsam auch an die witzigen Dialoge gewöhnt, die vor allem von den Plemplems geführt werden. Die ungewöhnliche Zusammenstellung der Wörter und der reichhaltige Gebrauch von Fremdwörtern machen nach wie vor Spaß. In der sonst mittlerweile recht drückenden Atmosphäre lockert dies den Plot wieder etwas auf. Detaillierte Beschreibungen der Schauplätze lassen das Kopfkino der Leser schnell anspringen. Ob in der realen Welt oder auch Edefia, das wir Leser nun endlich betreten dürfen, wird durch greifbare Erklärungen ein sehr lebendiges Bild gezeichnet.
Der Plot ist weiterhin sehr originell. Die Autorinnen haben hier etwas völlig Neues und Einzigartiges geschaffen. In einer oftmals düsteren Stimmung werden die Abenteuer der Protagonisten beschrieben. Beider Welten droht der Untergang und nur Oksa kann beide retten. Die gefahrenvolle Reise nach Edefia und die Kämpfe, die sich die Gruppen untereinander bieten sind, nachvollziehbar geschildert und ziehen die Leser in den Bann. Originelle und charmante Geschöpfe machen die Geschichte unverwechselbar.
Unterhaltsam ist der Spannungsbogen eingewoben und fesselt die Leser an die Geschichte. Es wird niemals langweilig mit den Rette-sich-wer-kann, sein es spektakuläre Kämpfe oder die gefahrenvolle Reise, auf die sich Oksa mit ihren Verbündeten macht, alles wird abwechslungsreich und mitreißend erzählt. So fliegen die Seiten schnell dahin und schnell ist der Leser wieder am Ende der Geschichte angelangt. Obwohl das Ende des dritten Bandes zufriedenstellend ist, wird doch die Neugier auf den nächsten Band geschürt.
Weiterhin wird der Roman aus der Perspektive eines Beobachters in der dritten Person erzählt. Dieser Erzähler konzentriert sich auf Oksa und so erleben wir Leser die Abenteuer der jungen Heldin aus nächster Nähe mit.
Schon bekannte Darsteller entwickeln sich glaubwürdig weiter und neue Charaktere werden eingeführt. Die Entwicklung der Figuren ist am deutlichsten bei Oksa und Gus bemerkbar, beide werden durch einen gefährlichen Virus infiziert und können nur dadurch gerettet werden, dass sie schneller altern. So wird innerhalb von Tagen aus der, manches Mal noch kindlichen, Oksa eine 16-jährige Jugendliche, die sich schnell mit den körperlichen Veränderungen arrangieren muss. Auch reift sie nochmals schneller und aus einer Figur, die schon jüngere Leser anspricht, wird eine mit der sich auch die älteren Leser identifizieren können.
Schon auf dem Cover sieht der Leser, dass Oksa „erwachsen“ wird. Aus der kindlichen Protagonistin ist eine junge Frau geworden. Die Gestaltung passt sich den Vorgängern an, auf orangenem Hintergrund sind Oksa und Gus zu sehen, im Hintergrund pflanzliche Ornamente. Die Geschichte ist in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil, der gut zwei Drittel des Buches ausmacht, befinden sich die Rette-sich-wer-kann noch in der realen Welt, im zweiten Teil dann in Edefia. In 61 Kapitel unterteilt ist „Der Treubrüchige“ schon für jünger Leser gut zu lesen.
_Autorinnen_
Anne Plichota, 1968 im französischen Dijon geboren, studierte Chinesisch und Kulturwissenschaften und verbrachte einige Jahre in Asien, bevor sie Bibliothekarin an der Stadtbücherei von Straßburg wurde, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Die Geschichten um das Zaubermädchen Oksa Pollock, die sie gemeinsam mit Cendrine Wolf erdacht und geschrieben hat, sind ihr erstes und überaus erfolgreiches literarisches Projekt.
Cendrine Wolf wurde 1969 in Colmar im Elsass geboren. Sie absolvierte eine Sportlehrerausbildung und arbeitete einige Jahre mit Kindern, bevor sie Bibliothekarin in der Stadtbücherei von Straßburg wurde. Heute widmet sie sich als freie Autorin ganz ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Schreiben. Die Geschichten um das Zaubermädchen Oksa Pollock, die sie gemeinsam mit Anne Plichota erdacht und geschrieben hat, sind ihr erstes und überaus erfolgreiches literarisches Projekt.
_Fazit_
Cendrine Wolf und Anne Plichota wissen ihre Leser zu unterhalten. Der dritte Band um Oksa Pollock, „Der Treubrüchige“, besticht wieder durch fantasievolle Ideen und charmante Charaktere. Der fesselnde und originelle Plot verzaubert nicht nur jüngere Leser.
Schon jüngeren Lesern können die Romane um Oksa Pollock ans Herz gelegt werden. Wobei nicht nur die jugendliche Zielgruppe von den magischen Abenteuern verzaubert wird, auch Erwachsene werden angenehm unterhalten.
|Gebundene Ausgabe: 395 Seiten
ISBN-13: 978-3789145049
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 – 13 Jahre
Originaltitel: Le coeur des deux mondes|
http://www.oetinger.de
_London 1888:_ Die siebzehnjährige Violet ist nicht so geraten, wie es sich ihr Vater, Lord Adair, wünscht. Sie hat es sich in den Kopf gesetzt, eine berühmte Erfinderin zu werden, und schleicht nachts heimlich zu ihrem Labor. Ihr zur Seite steht nur Butler Alfred, der auch als Leibwächter fungiert. Gemeinsam decken sie eine Verschwörung auf: Mit künstlichen Giftspinnen werden königinnentreue Personen ermordet – und auch Königin Viktoria selbst ist in Gefahr! Der geheimnisvolle Fremde mit der Augenklappe, den Violet gleichzeitig gefährlich und unwiderstehlich findet, scheint dabei sehr verdächtig …
_Kritik_
Mit „Clockwork Spiders“ entführt die Autorin Corina Bomann ihre Leser in das viktorianische London. Technische Errungenschaften wie Luftschiffe, mechanische Kutschen und dampfbetriebene oder auch zahnradgetriebene Maschinen machen dabei klar das die Leser einen Steampunk-Roman vor sich haben.
Der lebhafte Erzählstil von Corina Bomann ist, passend für ein Jugendbuch, klar verständlich und leicht zu lesen. Wobei die Autorin auch den Sprachstil des viktorianischen Zeitalters berücksichtigt der in den Dialogen sehr gut zum Ausdruck kommt. Lebendig beschriebene Schauplätze und authentische Kleidung lassen dieses Zeitalter ebenfalls glaubwürdig vor den Augen der Leser wieder auferstehen. Geschickt verwebt die Autorin dabei dann die technischen Errungenschaften mit dem historischen Kontext. Die Autorin hat es geschafft, diese verschiedenen Komponenten authentisch zu vermischen und so einen soliden Steampunk-Roman zu schreiben. Fantasie und Witz zeichnen den Plot der abenteuerlichen Geschichte aus. Schnell taucht der Leser in die atmosphärisch dichte Handlung ein und macht sich gemeinsam mit der jungen Violet und ihrem Butler Alfred daran die geheimnisvollen Morde an Mitgliedern der Aristokratie Londons aufzuklären. Die junge Protagonistin stolpert dabei von Abenteuer zu Abenteuer. Dem roten Faden des Plots kann dabei ungehindert gefolgt werden, was diesen Roman auch schon für jüngere Leser sehr gut lesbar macht. Selbstverständlich darf neben den abenteuerlichen Ereignissen und einer Menge Wortwitz auch die Romantik hier nicht fehlen, diese ist in gut abgestimmten Mengen in die Geschichte eingebettet und bereichert diese nochmals.
Gleich zu beginn baut Corina Bomann einen fesselnden Spannungsbogen auf. Durch die komplette Geschichte kann die Autorin diesen halten und in einem gut durchdachten Showdown entlädt sich dieser am Schluss. Damit endet die Geschichte um Violet und die „Clockwork Spiders“ in sich abgeschlossen und hinterlässt so zufriedene Leser.
Rückblickend erzählt eine dritte Person die Ereignisse und konzentriert sich voll und ganz auf die sympathische Protagonistin. Die Welt Violets wird so sehr deutlich und auch ihre Gefühlswelt sehr gut beschrieben. Aus dem Blickwinkel dieser einnehmenden Figur erlebt der Leser so die Abenteuer und entdeckt mit ihr die Geheimnisse, die zu erforschen und aufzulösen sind.
Beeindruckend hat die Autorin ihre Figuren konzipiert. Besonders gelungen ist die einnehmende Violet. Mit, für das beschriebene Zeitalter, typisch weiblichen Attributen kann die junge Darstellerin wenig anfangen. Kaffeekränzchen und Bälle sind ihr ein Graus und mehr wie Zeitverschwendung bedeutet dies für sich nicht. Lieber würde sie stundenlang in ihrem geheimen Labor forschen und sinnvolle Geräte erfinden, die auch den Angestellten der Adelshäuser das Leben erleichtern. Dabei lässt sie sich auch nicht von Rückschlägen ins Bockshorn jagen, sondern forsch munter weiter. Ein besonderes Talent hat Violet für die Tesla Energie. Die Grenzen, die ihrem Geschlecht auferlegt sind, mag Violet sich nicht beugen und so zeigt sich eine sehr eigenwillige Person, die den Lesern schnell ans Herz wachsen dürfte.
Ihr zur Seite steht Butler Alfred. Eine rätselhafte Vergangenheit und das Talent, unbemerkt an verschlossene Orte zu kommen machen Alfred zu einem unverzichtbaren Partner für die abenteuerlustige Violet.
Dann wäre da noch Black, geheimnisvoll und düster lässt er das Herz Violets höher schlagen, wobei sie sich allerdings nie sicher sein kann, auf welcher Seite er steht.
Äußerst interessant dargestellt sind auch Violets Freunde aus Blakleys Mechanic Circus. Hier treten Menschen auf, die mit mechanischen Teilen ausgestattet sind und so über ungeahnte Talente verfügen.
Das Cover ist passend zum Genre gestaltet. Mit typischer Kleidung und passenden Accessoires wie die Goggles ausgestattet, ist die Protagonisten Violet in einer Schar mechanischer Spinnen zu sehen.
_Autorin_
Geboren im Jahr 1974 entdeckte sie schon früh das Schreiben für sich. Seit 2002 ist sie als freie Autorin tätig und schreibt Bücher für Erwachsene und Jugendliche. Derzeit lebt sie in Mecklenburg.
Die in Norddeutschland lebende Schriftstellerin wurde 1974 in Parchim geboren. Nachdem sie elf Jahre lang im medizinischen Bereich tätig war, hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht und widmet sich nun ganz dem Schreiben. Am liebsten schreibt sie historische Romane für Jugendliche und Erwachsene.
Mehr unter http://www.corina-bomann-online.de
_Fazit_
Mit „Clockwork Spiders“ ist der deutschen Autorin Corina Bomann ein abenteuerlicher Steampunk-Roman geglückt, der seine Leser in den Bann ziehen kann. Der lebendig konzipierte Plot hat alle Merkmale, die für dieses Genre unverzichtbar sind. Vielschichtige Charaktere, interessante technische Errungenschaften, ein spannendes Abenteuer und das viktorianische Flair laden hier zum Schmökern ein.
Ich bin von dem Roman wirklich begeistert und kann die „Clockwork Spiders“ wirklich empfehlen. Nicht nur jüngere Leser haben hier ihren Spaß, Corina Bomann schafft es auch, ihre erwachsenen Leser in den Bann zu ziehen.
„… vielleicht könnten wir alle fliegen, wenn wir so todsicher davon überzeugt wären, es zu können, wie der kühne Peter Pan …“
_Jedes Kind weiß,_ dass Peter Pan in Nimmerland lebt, mit der Fee Tinkerbell befreundet ist und gegen Captain Hook kämpfen muss. Aber hast du dich noch nie gefragt, wo Peter Pan herkommt, wie er aufgewachsen und wann er von zu Hause ausgerissen ist? Peter Pan in Kensington Gardens ist die erste, die ursprüngliche Erzählung von James Matthew Barrie, in der die Figur des Peter Pan zum ersten Mal auftaucht. Eine Geschichte über den Ur-Peter-Pan, über die große Welt der kleinen Dinge, der Elfen und Tiere, über den Zauber der Musik – und natürlich über das Fliegen! Magisch illustriert von Arthur Rackham – ein wahres Kleinod. (Verlagsinfo)
_Kritik_
Das Verlagshaus Mescheryakov aus Wien hat mit Peter Pan in Kensington Gardens die Geschichte des Ur-Peter Pans erneut veröffentlicht. Erstmalig wurde die Figur Peter Pan 1902 in J. M. Barries Roman „The Little White Bird“ erwähnt. 1906 brachte J. M. Barrie dann die sechs Kapitel als eigenständiges Buch heraus. Illustriert wurde Peter Pan in Kensington Gardens von dem berühmten Arthur Rackham. Erst 1911 adaptierte Barrie seine Idee um Peter Pan für die Erzählung Peter und Wendy, die heute als Peter Pan bekannt ist und von allen Altersklassen geliebt wird. Das Vorwort von Oxana Wassiliadi erzählt von dem Entstehen des Buches, der gemeinsamen Arbeit von J. M. Barrie und Arthur Rackham.
In dem Werk Peter Pan in Kensington Gardens überzeugt nicht nur die Geschichte an sich, besonders die opulente Gestaltung fällt direkt ins Auge und bleibt unvergessen. Schon das aufwendig gestaltete Cover lässt die Herzen der Liebhaber höher schlagen. Die Struktur des Holzes der Bäume ist fühlbar und auch die Schrift reliefartig hervorgehoben. Trotz düsterer Farben gelingt es dem Illustrator Arthur Rackham, zauberhaft magische und lebendige Bilder zu erschaffen, bei denen die Betrachter jedes Mal beim Anschauen etwas Neues entdecken. 50 aufwendig gestaltete Farbtafeln zeigen Bilder, die sich perfekt in die Geschichte einfügen. Mal sind diese sehr düster, aber auch Bilder in Sepiatönen und einfarbige Tuschzeichnungen wollen entdeckt werden.
Nimmerland, Wendy und Hook sucht der Leser vergeblich in der Geschichte um den Ur-Peter Pan, hier erleben wir die Geburtsstunde des Jungen, der nicht erwachsen werden wollte (konnte). Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Londoner Park Kensington Gardens, wo der erst sieben Tage alte Peter landet. Die Idee, dass Babys von Vögeln abstammen und so noch einige Tage nach ihrer Ankunft bei ihren Eltern fliegen können ist Grundlage der Figur Peter Pan, wie sie hier beschrieben wird. Die Geschichte um den kleinen Peter wird in einer sehr ungewohnten Perspektive erzählt. Der Erzähler spricht den Leser direkt an, so wie beispielsweise ein Vater, der seinem Sohn eine abenteuerliche Geschichte erzählt. So nimmt der Erzähler den Leser an die Hand und spaziert mit ihm durch Kensington Gardens und erzählt die Geschichte wie Peter zu Peter Pan wurde und seine ersten Abenteuer mit den magischen Feen. Trotz der Abenteuer kommt so manches Mal auch ein wenig Melancholie zum Tragen, besonders in den Momenten, wo Peter sich an seine Mutter erinnert und die Sehnsucht überhandnimmt. Schon für kleinste Kinder ist die magische Geschichte um Peter Pan geeignet, da mit einfachen Worten die Handlung beschrieben wird und sich das Buch, durch den besonderen Erzählstil wunderbar zum Vorlesen eignet. Die für das frühe 20. Jahrhundert zeitgemäße Sprache vermag zu bezaubern.
Aufgeteilt ist die Geschichte in sechs Kapitel, welche immer wieder durch die Bilder und durch Zitate das Hintergrundwissen der damaligen Zeit und der örtlichen Gegebenheiten vermitteln, den Leser aber immer wieder aus der eigentlichen Geschichte herausreißen. Hier wäre es schöner gewesen diese zu Beginn oder zum Ende eines Kapitels gesammelt unter zu bringen.
_Autor_
Sir James Matthew Barrie, Baronet (* 9. Mai 1860 in Kirriemuir, Schottland; † 19. Juni 1937 in London), besser als J. M. Barrie bekannt, war ein schottischer Schriftsteller und Dramatiker. Peter Pan ist seine bekannteste literarische Figur. (Wikipedia)
_Illustrator_
Arthur Rackham (* 19. September 1867 in London; † 6. September 1939 in Limpsfield, Surrey) war ein britischer Illustrator, der durch seine zahlreichen Buchillustrationen, insbesondere für Volksmärchen und andere Kinderbücher, bekannt wurde. (Wikipedia)
_Fazit_
„Peter Pan in Kensington Gardens“ erzählt von den frühen Abenteuern des Peter Pan und wo er herkommt. Leser, die sich dem Zauber dieser Figur nur schwer entziehen können, liegen hier genau richtig. Es darf ein opulentes und bildreiches Werk erwartet werden, bei dem die schriftstellerische Leistung wunderbar mit den Illustrationen harmoniert.
Das Verlagshaus Mescheryakov hat hier ein wahres Schmuckstück geschaffen, das immer wieder zur Hand genommen werden dürfte, sei es nur, um mit kindlicher Neugier die Bilder von Arthur Rackham zu betrachten und immer wieder überrascht zu werden.
Lesern, die niemals erwachsen werden wollen, und Kunstliebhabern kann dieses Werk bedenkenlos ans Herz gelegt werden.
Die 7-jährige Fridoline lebt zusammen mit ihrer Familie in Hamburg. Sie liebt ihre Familie, ihre Freunde und ihre Stadt. Sie nascht für ihr Leben gerne und sammelt Sticker jeder Art. In „Fridoline Pappelspitz“ erzählt das Mädchen aus ihrem Alltag und lässt den Leser an ihren Gedanken teilhaben.
_Meinung_
Manuela Inusa hat mit „Fridoline Pappelspitz“ eine kurzweilige Geschichte aus der Sicht eines Kindes geschrieben, das mich für kurze Zeit gut unterhalten hat. Durch die große Schriftgröße und wenigen Seiten, die die Geschichte umfasst, ist dieses Buch besonders für die jüngsten Leser geeignet, die gerade das Lesen für sich entdecken. Der Schreibstil ist leicht und kindgerecht, die Sätze sind von der Länge her vollkommen ausreichend und durch den flüssigen Stil bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Auch wenn es in der Geschichte nicht speziell erwähnt wird, ist hier schnell klar, dass es sich um Fridolines Tagebuch handelt, in dem sie ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse niederschreibt.
Sie ist ein aufmerksames Mädchen, das wohlbehütet in Hamburg aufwächst und mit Lebensfreude durchs Leben geht. Für ihre gerade mal sieben Jahre erscheint sie häufig reifer und kaum naiv, was sie zu einer liebenswerten Protagonistin macht. Sie
ist eine kleine Träumerin, die ihren eigenen Kopf hat und sich auch nicht davor scheut, sich durchzusetzen. So möchte sie zum Beispiel auch im Winter ihr geliebtes „Hello Kitty“- Kleid tragen, da sie Angst hat, dass es ihr im Sommer nicht mehr passen könnte.
Einen kleinen Kritikpunkt gibt es jedoch direkt zum Schreibstil, denn meiner Meinung nach bleibt mir die Geschichte ein bisschen zu oberflächlich. Vieles wird von der Protagonistin zwar angedeutet, aber nicht weiter ausgeführt, was ich hierbei schade fand, da man Fridoline zwar mochte, sie aber dadurch kein Charakter ist, der lange im Gedächtnis bleibt. Etwas mehr Tiefe wäre hier perfekt gewesen, allerdings kann man dies in ihrem Alter nicht unbedingt erwarten.
Neben Fridolines Gedanken findet man in diesem Buch auch viele Zeichnungen von Heike Laufenburg. Auch diese Bilder sind – wie Fridolines Gedanken – eher einfach gehalten, aber dennoch schön anzusehen. So findet man in diesem Buch u. a. Fridolines Bett und ihre Geburtstagstorte, aber auch Zeichnungen über die einzelnen Charaktere. Die Covergestaltung ist wie die Geschichte selbst: bunt! Die Wiese und die Buntstifte passen zwar jetzt nicht direkt zum Inhalt, aber gefällt mir dennoch sehr, da es kindgerecht gestaltet ist und direkt ins Auge springt. Auch die Kurzbeschreibung ist gut geschrieben, ohne zu viel zu verraten.
_Fazit_
Insgesamt konnte mich Manuela Inusa mit „Fridoline Pappelspitz“ überzeugen. Die Geschichte ist leicht und flüssig und ist daher für jede Altersklasse bestens geeignet. Das perfekte Buch für Erstleser, die das Leben einer Gleichaltrigen kennenlernen möchten.
|Taschenbuch: 33 Seiten
ISBN 978-3868062588|
[www.zwiebelzwerg.de]http://www.zwiebelzwerg.de
Band 1. _“Der unsterbliche Alchemyst“_
Band 2. „Der dunkle Magier“
Band 3. „Die mächtige Zauberin“
Band 4. „Der unheimliche Geisterrufer“
Band 5: „Der schwarze Hexenmeister“
Band 6: |Die Fee| (Arbeitstitel, geplant Frühjahr 2013)
_San Francisco 2007._ Am helllichten Tag wird in Nick Flemings Buchhandlung unter Einsatz von Magie ein altes Buch gestohlen. Die Zwillinge Sophie und Josh staunen nicht schlecht, als der Buchhändler sich als der berühmte Alchemyst Nicholas Flamel zu erkennen gibt, geboren vor über 670 Jahren! Er hat einst das Geheimnis des ewigen Lebens entdeckt und nun sind die Mächte des Bösen hinter ihm her. Ein atemberaubendes Abenteuer beginnt …
_Kritik_
Wie der Titel schon verrät, begeben wir uns in Michael Scotts Roman „Die Geheimnisse des Nicholas Flamel – Der unsterbliche Alchemyst“ auf Spurensuche des geheimnisvollen Nicholas Flamel, seines Zeichens der wohl bekannteste und unsterbliche Alchemyst aller Zeiten.
Über 400 Seiten Geschichte behandeln hier gerade zwei Tage im Leben von Sophie, Josh und Nick Fleming (Nicholas Flamel). Dank des fantasievollen, leicht zu lesenden Erzählstils des irischen Autors liest sich der Roman sehr flüssig. Die Leser werden gleich zu Beginn in eine rasante Geschichte geworfen, deren Plot sich kräftig an der verworrenen Welt voller mystischer Sagengestalten, alter ägyptische Götter, keltischer Mythologie, Schattenwelten und der Magie aller Zeiten von der grauen Vorzeit bis in die Gegenwart bedient. Selbstverständlich ist auch der Kampf Gut gegen Böse ein Thema, dessen sich der Autor bedient und dieses zwischen Flamel und seinem ewigen Gegner Dr. John Dee austragen lässt. Dank des außergewöhnlichen Erzählstils dürften sich die Leser schnell in der fantastischen Welt des Nicholas Flamel zurechtfinden und in die Geschichte eintauchen. Obwohl die Ideen, die Michael Scott hier aufgreift, nicht die Neuesten sind, schafft er es, diese interessant und fesselnd umzusetzen. Der Roman endet offen und so bleibt den Lesern nicht viel anderes übrig, als am besten direkt zum nächsten Teil der auf sechs Bände ausgelegten Reihe zu greifen.
Die Spannung, die der Autor aufgreift, lässt sich nur mit atemberaubend und nervenzerreißend beschreiben. Schon auf den ersten Seiten wird schnell ein Spannungsbogen entwickelt, der sich stetig steigert. Jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger, der das Unterbrechen geradezu qualvoll macht. So dürften Leser, die gerade etwas Zeit haben oder Schlaf überbewerten diesen Schmöker in einem Rutsch lesen. Bis zum Showdown bleibt kaum Zeit Luft zu holen.
Erzählt aus der Perspektive eines Beobachters, bekommt der Leser einen guten Überblick über das Geschehen. Gekonnt wechselt der Erzähler die Perspektiven und ein umfassender Einblick in die Abenteuer wird gewährleistet. Zwar konzentriert sich diese dritte Person auf die Zwillinge Sophie und Josh, allerdings kommen auch andere Darsteller durchaus zu Wort. Diese unterschiedlichen Perspektiven machen den Roman äußerst unterhaltsam und vieles kann der Leser so nachvollziehen.
Die Zeichnung der vielen unterschiedlichen Figuren, ob Mensch, Fabelwesen, Gottheit ist dem Autor durchaus gelungen. Zwar bleiben viele der Figuren etwas blass, was bei der Fülle nicht weiter verwundert. Angesichts der Tatsache, dass es hier noch fünf weitere Bände gibt, kann dies verziehen werden, schließlich bleibt genug Raum, um alle Persönlichkeiten weiterzuentwickeln. Es ist auch durchaus reizvoll, langsam in die Geheimnisse der einzelnen Darsteller eingeweiht zu werden.
Die Zwillinge Sophie und Josh werden erst einmal mit einer Menge konfrontiert. Magie und Sagen kannten beide zwar aus Büchern, dass diese aber wirklich vorhanden ist, ist ein Schock. So schlittern die jungen Protagonisten völlig unvorbereitet in eine magische Welt und kommen erstaunlich gut in dieser klar.
Dann ist da selbstverständlich der geniale, unsterbliche Alchemyst Nicholas Flamel. Seit fast 700 Jahren weilt er nun schon auf der Erde, immer im Kampf gegen das Böse. Gemeinsam mit seiner Frau Perenelle Flamel, ihres Zeichens Zauberin, schützt und versteckt er den Codex, um zu verhindern, dass das Böse die Weltherrschaft übernimmt.
Auch die verschiedenen Nebenfiguren tragen zum Lesespaß bei. Richtig interessant wird es dann noch mal bei den Gegnern, Dr. John Dee, der sich der Unterstützung der Katzenkönigin Basset und der Rabenkönigin Morrigan sicher sein kann.
Das Cover ist ein wahrer Eyecatcher, verschiedene Symbole auf dunklem Grund fallen ins Auge. Am Anfang eines jeden Kapitels sind ebenfalls Zeichnungen der Symbole zu finden. Eine angenehme Kapitellänge unterstützt den Lesespaß.
_Autor_
Michael Scott ist einer der erfolgreichsten und profiliertesten Autoren Irlands und ein international anerkannter Fachmann für mythen- und kulturgeschichtliche Themen. Seine zahlreichen Fantasy- und Science-Fiction-Romane für Jugendliche wie für Erwachsene sind in mehr als zwanzig Ländern veröffentlicht. Seine Reihe um die „Geheimnisse des Nicholas Flamel“ ist ein internationaler Bestseller. Michael Scott lebt und schreibt in Dublin.
_Fazit_
Mit „Die Geheimnisse des Nicholas Flamel – Der unsterbliche Alchemyst“ hat der Autor Michael Scott einen fantastischen Jugendroman verfasst, der auch Erwachsene begeistert und in den Bann ziehen kann. Geschickt verwebt der Autor bekannte Sagen und Mythen zu einer Geschichte, die ihre Leser in den Bann zieht, ein Feuerwerk an Erzählkunst. Der fesselnde und mystische Plot überzeugt durch atemberaubende Spannung, fabelhafte Ideen und nicht nur durch sympathische Darsteller, auch die Bösen haben ihren Reiz.
Den Lesern bleibt hier nur eines, schnell den nächsten Teil lesen, um zu erfahren, wie es weitergeht.
|Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
ISBN-13: 978-3570133774
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 15 Jahre
Originaltitel: The Secrets of the Immortal Nicholas Flamel – The Alchemyst|
[www.randomhouse.de/cbjugendbuch]http://www.randomhouse.de/cbjugendbuch
[www.nicholas-flamel.de]http://www.nicholas-flamel.de
_Michael Scott bei |Buchwurm.info|_
[„Der unsterbliche Alchemyst“(Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4760
Band 1: [„Verflucht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7061
Band 2: _“Verraten“_
Band 3: „Jealousy “ (noch ohne dt. Titel)
Band 4: „Defiance “ (noch ohne dt. Titel)
Band 5: „Reckoning“ (noch ohne dt. Titel)
_Dru und ihr bester Freund Graves_ tauchen in einer geheimen Schule unter, um sich vor ihren Verfolgern in Sicherheit zu bringen. Doch während der junge Werwolf mit offenen Armen empfangen wird, behandelt man Dru wie eine Gefangene. Noch dazu trachtet ihr auch hier jemand nach dem Leben. Als Vampire die Schule angreifen, gerät Dru in höchste Gefahr – und muss sich die schockierende Frage stellen, ob der Verräter ihr näher ist, als sie für möglich hielt … (Verlagsinfo)
_Kritik_
Mit „Verraten“ erscheint der zweite Teil der auf fünf Bände ausgelegten Reihe um die „Strange Angels“ von Lili St. Crow. „Verraten“ knüpft direkt an das Ende von „Verflucht“ an. Dem Titel wird hier Rechnung getragen, aber wer hat Interesse daran, die junge Svetocha Dru zu verraten? Schnell findet der Leser sich wieder in die Handlung ein, durch kurze Rückblicke in die Geschehnisse aus dem ersten Teil wird dies erleichtert.
Der Erzählstil der Autorin überzeugt schon dadurch, dass Lili St. Crow es versteht, die düstere Atmosphäre greifbar zu übermitteln. Auch die verschiedenen Emotionen werden fassbar transportiert und so gelingt es den Lesern spielend, sich in die Protagonisten einzufühlen. Fesselnd und unterhaltsam werden die spannenden Abenteuer der Darsteller erzählt. Gekonnt greift die Autorin auch auf eine Umgangssprache zurück, die sich den jüngeren Darstellern und Lesern anpasst und so sehr authentisch wirkt. Mühelos hält die Autorin sich an den roten Faden ihrer Geschichte und wertet diese durch Rückblicke und kleinere Nebenhandlungen auf. So erfährt der Leser beispielsweise einiges aus dem Leben Drus Mutter, etwas das manche Fragen, die im ersten Band offenblieben, klärt. Es werden dabei aber auch neue Fragen aufgeworfen, um die Neugier auf die weiteren drei Bände aufrechtzuerhalten. Die Schauplätze werden greifbar beschrieben, sodass es leichtfällt, sich diese vorzustellen. Ein mitunter düsteres Bild der Schola und der Umgebung wird gezeichnet. Fantastische Elemente bettet die Autorin glaubwürdig in die reale Welt ein und schafft so eine überzeugende Basis für ihre Geschichte.
„Verraten“ ist actiongeladen und spannend. Gleich zu Beginn wird wieder ein Spannungsbogen aufgebaut, der sich meist im oberen Level hält. Zwar kommt es immer mal wieder zu ruhigeren, durch Dru nachdenklichen Szenen, diese passen sich der actionreichen Spannung dabei sehr vorteilhaft an. Die Leser dürften geradezu durch das Buch fliegen, um dann einen Cliffhanger zu erleben, der das Warten auf den nächsten Band nicht einfach macht.
Erzählt wird der Roman weiterhin aus der Perspektive Drus. Dies macht einen guten Teil des Rätselhaften aus, da der Leser wie Dru selber nicht weiß, wer sie verrät und wer wirklich zu ihr hält. Drus Stimmungen und Gefühle werden so nachvollziehbar weitergegeben und die Leser sehen sich auch mit den Ängsten und Schwächen der Protagonisten konfrontiert.
Ihre Figuren hat die Autorin authentisch und lebendig konzipiert. Vom Denken und Empfinden altersgemäß wachsen die lebendigen Figuren dem Leser schnell ans Herz. Dieses dürfte auch daran liegen, dass die Figuren nicht ohne Fehl und Tadel furchtlos ihre Abenteuer bewältigen, sondern auch von Angst und Zweifeln gequält werden.
Dru muss dabei das größte Päckchen tragen, nicht nur, dass sie plötzlich ohne Familie dastehen muss, auch ihre Gaben sind ihr suspekt. Verständlich, dass sie von den Lehrern der Schola fordert, mehr beigebracht zu bekommen und eine vernünftige Ausbildung auch im Kampf zu erhalten. Dass sie mit Samthandschuhen angefasst wird und das Gefühl bekommt in einen Glaskasten gesperrt zu werden, ist daher nachvollziehbar und auch gerechtfertigt.
Graves dagegen bekommt genau das, was Dru sich so sehnlich wünscht, eine fundierte Ausbildung. Mit seiner liebenswerten und hilfsbereiten Art macht er sich schnell Freunde und steigt auch in der Rangordnung an der Schola schnell auf. Auch die Herzen seiner jungen Leserinnen dürfte sich dieser Darsteller sicher sein.
Nach wie vor geheimnisvoll und undurchsichtig bleibt der Djamphir Christophe. Immer zur Stelle, wenn Dru Hilfe braucht, hütet er ein verhängnisvolles Geheimniss.
Die Aufmachung des Covers passt sich dem des ersten Bandes perfekt an. Dunkle Farben, ein heller Schriftzug, der zu leuchten scheint und der samtige Eindruck beim Berühren des Covers machen den Schutzumschlag zu etwas Besonderem. Lediglich das männliche Model scheint nicht zu den Protagonisten zu passen, auch wenn klar ist, dass es sich hier um Graves handelt.
_Autorin_
Lili St. Crow ist das Pseudonym der amerikanischen Autorin Lilith Saintcrow, das sie für ihre actiongeladenen, spannenden Jugendromane verwendet. Sie wurde in New Mexico geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Vancouver.
_Fazit_
Lili St. Crow zeigt, was sie kann. Mit „Verraten“ steigert sie die actionreiche Geschichte ihrer „Strange Angels“. Nervenzerreißende Spannung, ein authentischer und flüssiger Sprachstil und ansprechende, äußerst überzeugende Charaktere bieten nicht nur jungen Lesern unterhaltsamen Lesespaß.
Die Reihe um die „Strange Angels“ verspricht spannend zu bleiben und so freue ich mich schon jetzt auf den dritten Teil.
|Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
ISBN-13: 978-3426283462
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 15 Jahre
Originaltitel: Strange Angels: Betrayal|
_Lilith Saintcrow bei |Buchwurm.info|:_
|Jill Kismet|:
Band 1: [„Dämonenmal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6337
Band 2: [„Schattenjagd“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6789
Band 3: [„Blutige Vergeltung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7012
Band 1: [„Die Auswahl“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6903
Band 2: _“Die Flucht“_
Band 3: „Juntos“ (noch ohne dt. Titel)
_Wie durch ein Wunder gelingt Cassia_ die Flucht in die Äußeren Provinzen. Sie will nach Ky suchen, ihrer großen Liebe. Dort kämpft Ky als Soldat für die Gesellschaft und ist ununterbrochen brutalen Angriffen ausgesetzt. Als Cassia endlich auf eine Spur von Ky stößt, ist er bereits entkommen und auf dem Weg in die wilden Canyons in den Grenzgebieten. Verzweifelt macht sich Cassia auf den lebensgefährlichen Weg. Was wird sie am Ende der ihr bekannten Welt finden? Zwischen steinigen Schluchten und staubigen Pfaden sucht Cassia nicht nur nach Ky – sondern auch nach sich selbst. (Verlagsinfo)
_Kritik_
Mit „Die Flucht“ hat Ally Condie den sehnsüchtig erwarteten zweiten Teil ihrer Trilogie um Cassia und Ky geschrieben. Wie der Titel schon verrät, sind die beiden Darsteller Cassia und Ky auf der Flucht vor einem System, das die komplette Kontrolle über die Menschheit hat.
Der Sprachstil der Autorin ist wie auch im ersten Teil „Die Auswahl“ flüssig zu lesen, dabei aber auch sehr detailliert und greifbar. Schnell gelingt es den Lesern, sich wieder in die Geschichte einzufinden und begibt sich dann mit den Darstellern auf „Die Flucht“. Auch die Poesie nimmt wieder einen Raum in der Geschichte ein, Gedichte, die auf eine Bewegung gegen das System und den „Steuermann“ hinweisen, werden rezitiert. Gerade diese Gedichte machen einen guten Teil der Fragen aus, die sich dem Leser schnell stellen dürften: Um was geht es dabei genau und wer ist der Steuermann? Die Schauplätze, besonders die Canyons, werden greifbar beschrieben. Die Umgebung nimmt so Gestalt vor dem inneren Auge an. In der Handlung liegt der Fokus auf der Flucht, aber auch die Entwicklung der Charaktere und deren Geheimnisse nehmen Raum ein. Erschreckend ist die Brutalität und die menschenverachtende Haltung des Systems. Wer sich nicht an die Vorgaben des Systems hält und wagt eigensinnig zu sein, läuft schnell Gefahr vom Bürger zu „Aberrationen“ hinabgestuft zu werden, damit ist das Leben dann keinen Pfifferling mehr wert. Besonders Jugendliche werden so schnell zu Kanonenfutter. In verschiedenen Nebenhandlungen wird die Vergangenheit der Figuren ausgeleuchtet und vieles versteht der Leser so viel besser und kann die Handlungen der Darsteller nachvollziehen. Zum Ende hin klären sich so manche Fragen, allerdings nicht alle und dem letzten und dritten Teil um Cassia und Ky kann so entgegengefiebert werden.
Gleich zu Beginn zieht Ally Condie den Spannungsbogen rasant an und die ersten Kapitel fliegen nur so dahin. Erst stetig steigernd nimmt diese im mittleren Teil dann etwas ab und ruhigere Sequenzen behalten kurz die Oberhand. Trotz dieser ruhigen Szenen wird es allerdings nicht langweilig, zu viel gibt es zu entdecken, sei es die grandios gezeichnete Landschaft oder die Darsteller mit ihren Belangen, immer wird genug Neugier auf den weiteren Verlauf geschürt. Zum Ende hin nimmt der Roman dann noch mal an Fahrt auf.
Erzählt wird wechselnd aus der Perspektive von Cassia und Ky. Abwechselnd erzählen die Protagonisten dem Leser aus der Ich-Perspektive die Erlebnisse und der Leser erhält Einblick in das, was die beiden vorantreibt. Dies müssen nicht immer gleiche Ziele sein.
Die Zeichnung der unterschiedlichen Darsteller ist Ally Condie ansprechend gelungen. Nicht nur die beiden Hautdarsteller sind greifbar und authentisch dargestellt, auch bei den weiteren Figuren zeigt sich das die Autorin Wert auf glaubwürdige und dreidimensionale Figuren Wert legt.
Cassia wächst über sich hinaus, war sie im ersten Band besonders am Anfang dem System treu ergeben, ändert sich dieses schnell. Sie hat das System durchschaut und wird zu einer ernst zu nehmenden Gegnerin. Durch die Gedichte, die sie von ihrem Großvater erhielt, wird sie auf die „Erhebung“ aufmerksam. Mit starkem Willen gegen die Ungerechtigkeiten zu kämpfen, ist sie zu vielem bereit.
Ky nimmt immer mehr Form an. War er im ersten Teil noch so manches Mal recht undurchsichtig, wird nun klar, welche Hintergründe er hat. Dadurch, dass die Geschichte nun auch aus seiner Perspektive erzählt wird, kommt nach und nach ans Licht, warum er zu einer „Aberration“ klassifiziert wurde. Seine Ängste diesbezüglich sind nachvollziehbar.
Neu kommen Eli und Indie dazu. Diese beiden Charaktere bereichern die Geschichte. Indie treibt etwas ganz Eigenes an, sie zeigt sich als Kämpferin, die auch bereit ist, ihre Freunde im Stich zu lassen, um ihr Ziel zu erreichen. Eli dagegen ist sehr jung und daher auch etwas ängstlich, was ihn zu einer „Aberration“ macht, bleibt erst mal unklar. Mit seiner zurückhaltenden Art wächst er nicht nur Ky schnell ans Herz. Auch die Leser dürften sich seiner Art kaum entziehen dürfen.
Die Gestaltung des Covers passt zu seinem Vorgänger. War bei „Die Auswahl“ noch ein Mädchen in einer schützenden Glaskugel zu sehen, bricht eben dieses Mädchen nun aus, die Glaskugel zerbricht.
_Autorin_
Ally Condie stammt aus dem südlichen Utah, USA, einer wunderschönen Gegend, die der Landschaft in „Die Flucht“ als Vorlage diente. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Salt Lake City. Nach ihrem Studium unterrichtete sie mehrere Jahre lang Englische Literatur in New York, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre Romane um „Cassia & Ky“ werden in mehr als 30 Sprachen übersetzt und sind große internationale Bestseller.
_Fazit_
„Die Flucht“, der zweite Band um Cassia und Ky, überzeugt besonders durch die leisen, nachdenklichen Töne, die diesen Roman ausmachen. Plastische Beschreibungen vermitteln ein lebendiges Bild und die Protagonisten werden noch greifbarer. Der Plot regt weiterhin zum Nachdenken an, schnell stellt sich der Leser die Frage, wie weit er für ein selbstbestimmtes Leben gehen würde, wie viele Grenzen man selber aushalten würde.
„Die Flucht“ zeigt das einfühlsame, erzählerische Talent der Autorin. Leider endet der zweite Band um Cassia und Ky wieder viel zu schnell und der Leser dürfte gespannt auf den abschließenden Teil dieser ansprechenden Trilogie warten.
|Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
ISBN-13: 978-3841421449
Vom Verlag empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Originaltitel: Crossed|
[www.fischerverlage.de]http://www.fischerverlage.de/verlage/fischer__fjb
_Flora fällt aus allen Wolken,_ als sie erfährt, dass ihre Seele seit jeher ein nächtliches Doppelleben in der geheimnisvollen Stadt Eisenheim führt. Von nun an wird sie nie wieder schlafen, ohne dass ihr Bewusstsein in die farblose Welt der Schatten wandert. Als wäre das nicht unerfreulich genug, hat ihre Seele offenbar den Weißen Löwen gestohlen, einen mächtigen alchemistischen Stein, nach dem sich nicht nur die Herrscher der Schattenwelt verzehren. Bald ist Flora selbst in der realen Welt vor den Gefahren Eisenheims nicht mehr sicher und eines ist klar: Sie kann niemandem trauen, nicht einmal Marian, der plötzlich in beiden Welten auftaucht und dessen Küsse vertrauter schmecken, als ihr lieb ist. (Verlagsinfo)
_Kritik_
Mit völlig neuen und innovativen Ideen überrascht die junge Autorin Mechthild Gläser uns Leser mit ihrem Debütroman „Stadt aus Trug und Schatten“. Im ersten Teil ihrer geplanten Trilogie macht die Autorin uns mit dem düsteren Eisenheim und seinen Begebenheiten vertraut. Bereits der Prolog verspricht eine spannende Geschichte.
So recht kann man den Roman „Stadt aus Trug und Schatten“ keinem Genre richtig zuordnen, Elemente der Fantasy und des Steampunks verbinden sich mit einer Geschichte, die zeitweise in der Realität spielt. Der Plot ist genial und hat viel Potenzial, welches die Autorin gekonnt umsetzt. An zwei Orten spielen sich die Ereignisse ab, einmal in der deutschen Stadt Essen und in Eisenheim, der Stadt in der alle schlafenden Seelen die Nächte verbringen. Anschaulich werden besonders die Schauplätze in Eisenheim beschrieben, verschiedene berühmte Bauwerke, wie Buckingham Palace, Notre Dame, die Pyramiden von Giseh und auch der Kreml liegen dicht beieinander. Aber auch die weniger schönen Orte Eisenheims werden eindrucksvoll beschrieben. Die Aufteilung der unterschiedlichen Handlungsstränge ist dabei sehr gut gelungen. Unterhaltsam und niemals langweilig erlebt der Leser die Abenteuer Floras mit und die Handlung wird intensiviert. Auch das Kennenlernen Eisenheims ist nachvollziehbar beschrieben, so staunt der Leser gemeinsam mit der Protagonistin beim Kennenlernen dieser geheimnisvoll düsteren Welt. Besonders gut gelungen ist auch die Atmosphäre, geheimnisvoll und düster präsentiert sich die greifbare Grundstimmung, die sehr gut vermittelt wird. Mechthild Gläser überzeugt durch fantasievolle Ideen, die die junge Autorin einleuchtend umsetzt. Mit ihren Worten zeichnet sie ausdrucksstark die Welt der Schlafenden und ihr reicher Wortschatz überzeugt. Zwar kommt es immer mal wieder zu sprachlichen Stolpersteinen, das Vergnügen an dieser ganz eigenen Geschichte wird dadurch allerdings nur wenig geschmälert.
Verschiedene Ränkespiele und Geheimnisse sorgen schnell dafür, dass nicht nur Flora ein Problem damit hat, jemandem wirklich zu vertrauen. Auch die Leser sind schnell vor die Problematik gestellt, dass ein jeder Darsteller gegen die Protagonisten intrigieren könnte. Im Laufe der Geschichte gibt es immer wieder neue Wendungen, Nebenhandlungen und neu aufgenommene Fäden, die uns Leser verwirren. Dabei schleicht sich auch der eine oder andere vermeintliche Logikfehler ein, der sich aber so manches Mal doch aufklärt. So wird irgendwann auch klar, dass die Autorin es auf den 412 Seiten nicht alles komplett auflösen kann. Da ist es dann schön zu erfahren, dass es sich um eine geplante Trilogie handelt, wir Leser also doch noch die Möglichkeit haben alles zu enträtseln.
Eines versteht die Autorin besonders gut, eine abwechslungsreiche Spannung zu erzeugen, die fesselt und stetig steigt. Der aufgefeilte Spannungsbogen wird dabei besonders durch geschickt eingestreute Geheimnisse entwickelt. Nicht nur die Frage, wem Flora überhaupt trauen kann, auch geheimnisvolle Figuren und deren Schachzüge sorgen dafür, dass das Buch kaum aus der Hand zu legen ist.
Erzählt wird Floras Geschichte aus ihrer eigenen Perspektive in der Ich-Form. Dabei spricht die Protagonistin so manches Mal auch den Leser direkt an. So ergründet der Leser gemeinsam mit Flora die rätselhafte Welt Eisenheims, deren Gefahren und Besonderheiten.
Bis auf Flora sind die verschiedenen Figuren undurchschaubar und geheimnisvoll konzipiert. Durch facettenreiche Charaktereigenschaften wirken diese glaubwürdig.
Flora wächst bei ihrem schusseligen Vater und einer merkwürdigen Haushaltshilfe auf. Ihre Mutter verließ die kleine Familie früh, etwas, unter dem Flora noch immer leidet. Besonnen und verantwortungsbewusst übernimmt Flora so die Rolle der Frau im Haus. Ganz anders ist da ihre Seele, die risikofreudig und sehr mutig ist, bis Flora aktiv an dem Geschehen in Eisenheim teilnimmt. Das klingt erst einmal unlogisch, warum sollte die Seele so anders sein, wie der Mensch selber? Aber vielleicht liegt genau hier die Lösung, früh an Verantwortung gewöhnt, hat die Seele Floras genau das ausgelebt, was Flora in der realen Welt niemals konnte, bis der Verstand auch in der Traumwelt einsetzt.
Undurchsichtig ist Marian, mal Freund mal Feind. Marian verfolgt seine eigenen Ziele und kollidiert dabei mit den Gefühlen, die er für Flora hegt.
Auch die weiteren Darsteller sind rätselhaft und nur sehr schwer zu durchschauen, bei manchen gelingt dies bis zum Schluss nicht.
Dabei gibt es allerdings auch Figuren, die schlicht überflüssig sind, wie Linus, der Bruder von Floras bester Freundin Wiebke. Dieser hat scheinbar keine andere Daseinsberechtigung, als der gescheiterten Beziehung mit Flora hinterherzuweinen und eifersüchtig auf Marian zu reagieren.
Das Cover sticht schon durch seine Schlichtheit ins Auge. Fast komplett weiß ist eine in pink gehaltene Zeichnung sowie Titel und Autorin in gleicher Farbe zu sehen. Von diesen lichten Farben sollte der Leser sich nicht täuschen lassen. Im Inneren erwartet uns eine düstere Geschichte, auf die ein Cover in grauen Tönen zwar besser gepasst hätte, aber kaum so viel Überraschung geboten hätte.
_Autorin_
Mechthild Gläser wurde im Sommer 1986 in Essen geboren. Auch heute lebt und arbeitet sie im Ruhrgebiet, wo sie sich ihrem Studium widmet und ab und an, laut eigener Aussage, unfassbar schlecht Ballett tanzt – aber nur, wenn niemand hinsieht. Sie hat früh mit dem Schreiben begonnen und ihr Laptop steht noch immer auf der rosafarbenen Schreibtischunterlage, auf der ihre ersten Geschichten entstanden. Inspiration findet sie überall, am besten jedoch bei einer Tasse Pfefferminztee
_Fazit_
Überraschend ist das beeindruckende Debüt der Essener Autorin Mechthild Gläser zu nennen. Mit dem ersten Band ihrer Trilogie „Stadt aus Trug und Schatten“ um die geheimnisvolle Traumstadt Eisenheim überzeugt die Autorin durch einen innovativen und aufsehenerregenden Plot, den sie grandios umsetzt. Kleinere Logikfehler und ein manchmal noch holpriger Schreibstil sind da schnell vergessen und das Gefühl, etwas völlig Einzigartiges erlebt zu haben, bleibt.
Eine gut durchdachte, abwechslungsreiche Geschichte, die sich aus dem Einheitsbrei der üblichen Fantasy abhebt, interessante Charaktere, die bildgewaltige Sprache und immer neue Überraschungen sorgen hier für wundervolle Lesestunden.
Ich kann „Stadt aus Trug und Schatten“ bedenkenlos an Leser empfehlen, die einmal ein völlig anderes Abenteuer erleben wollen.
2012 kommt der Film „The Moth Diaries“ in die Kino. Er handelt von einem Mädchen, das auf einem Mädcheninternat lebt, auf dem sich mit der Ankunft einer neuen Schülerin merkwürdige Dinge ereignen. Als Romanvorlage diente Rachel Kleins „The Moth Diaries – Die Sehnsucht der Falter“, ein zuerst 2002 veröffentlichtes Buch, das aber im Gegensatz zum Film in den 60ern oder frühen 70ern spielt.
Die junge Jüdin Rebecca geht auf ein amerikanisches Mädcheninternat und kann das neue Schuljahr und das Wiedersehen mit ihrer besten Freundin Lucy gar nicht erwarten. Doch ihre Freude wird nach einigen Tagen getrübt. Lucy verbringt immer mehr Zeit mit der Neuen in ihrer Klasse, der geheimnisvollen Ernessa, die nie isst, viel raucht und ihr Zimmer nie lüftet. Rebecca ist eifersüchtig auf Ernessa, mit der sie einige Gemeinsamkeiten hat. Zum einen sind beide Jüdinnen, zum anderen haben sie beide ihren Vater verloren, was Ernessa immer wieder gerne erwähnt.
Der Internatsalltag der Mädchen wird jäh unterbrochen, als eine Schülerin, Dora, eines Morgens tot aufgefunden wird. Sie ist vom Dach des Internats gefallen. Alle gehen von einem Unfall aus, aber Rebecca weiß es besser, denn Doras Leiche liegt direkt unter dem Fenster von Ernessa. Dann geschehen weitere mysteriöse Dinge …
_Liest man den Klappentext_ oder Kritiken von „The Moth Diaries“ hat man den Eindruck, es würde sich dabei entweder um eine etwas düsterere Version von „Hanni und Nanni“ oder „noch ein Vampirbuch“ handeln. Damit tut man Rachel Klein allerdings unrecht. Sie hat mit ihrem Roman ein tolles Buch mit jugendlichen Figuren geschrieben, dass auch für Erwachsene sehr interessant ist. Drei Dinge ragen besonders heraus: die Atmosphäre im Buch, die Erzählerin und der subtile Horror, der mit der Zeit immer deutlicher zutage tritt.
Die Geschichte ist nicht als Fließtext verfasst, sondern wird von Rebecca in authentischer Tagebuchform geschrieben. Es gibt längere wie auch kürzere Einträge, Einträge, in denen es nur um ihre Gedanken und Gefühle geht wie auch solche, in denen sie Ereignisse beschreibt. Die Autorin hält diesen Stil bewundernswert durch. Der Leser hat tatsächlich das Gefühl, einem jungen Mädchen beim Tagebuchschreiben über die Schulter zu schauen, anstatt einen Roman in der Hand zu haben. Neben einer sehr subjektiven Erzählperspektive bedeutet das auch, dass Rebecca nicht nur über die eigentliche Handlung schreibt, sondern auch andere Dinge einbringt. Sie berichtet ausführlich über den Internatsalltag, beschreibt Lehrerinnen, den Unterricht bei Mr. Davies, dem einzigen Mann an der Schule, und erzählt immer wieder von den Unterrichtsinhalten, vor allem den Büchern, die sie lesen muss. Die Autorin schafft es, dass Rebeccas Leben sowie die Besonderheiten der damaligen Zeit lebendig werden.
Dies ist die Grundlage für eine außergewöhnliche Erzählerin, die nicht alles bis ins kleinste Detail beschreibt, sondern häufig nur wenige Sätze benutzt und die Lücken vom Leser selbst füllen lässt. Rebecca wirkt sehr naiv, zurückhaltend und ein wenig prüde – Sex und Jungs findet sie (noch) doof. Gleichzeitig vertraut sie sich aber voll und ganz ihrem Tagebuch an, so dass man sie als Leser wirklich sehr genau kennenlernt und dabei merkt, dass mehr hinter ihrer Fassade steckt. Der Selbstmord ihres Vaters beschäftigt sie beispielsweise sehr, genau wie ihre Sorge um Lucy.
Mit der Zeit merkt man allerdings, dass ihre Sicht der Dinge vielleicht nicht unbedingt der Wahrheit entspricht. Je besser man Rebecca kennenlernt, umso instabiler wirkt sie. Rachel Klein lässt es dabei gekonnt im Vagen, ob die Ereignisse sich wirklich so abgespielt haben, wie Rebecca sie berichtet oder ob sie in Ernessa einfach eine Nebenbuhlerin um die Freundschaft mit Lucy sieht. Steigert sie sich nur rein und sieht Dinge, die nicht da sind, oder benimmt sich Ernessa wirklich so merkwürdig, hat Angst vor dem Sonnenlicht und ein Zimmer voller Motten? Dieses geschickte Verwirrspiel lässt den Leser am Ende zwar ratlos zurück, gelungen ist es trotzdem. Man denkt noch eine ganze Weile darüber nach, wer oder was Ernessa jetzt eigentlich ist und was die Autorin genau damit sagen möchte.
_“The Moth Diaries – Die Sehnsucht der Falter“_ ist ein ungewöhnliches Buch, das geschickt mit seinem Leser spielt. Hervorragend geschrieben und aufgebaut überlässt es ihm am Ende selbst, über die Glaubwürdigkeit von Erzählerin Rebecca zu urteilen. Spannend und sehr lesenswert!
|Originaltitel: The Moth Diaries
Deutsch von Susanne Goga-Klinkenberg
312 Seiten, broschiert
ISBN-13: 978-3841421395|
[www.fischerverlage.de]http://www.fischerverlage.de
Band 1: _“Die Sehnsucht“_
Band 2: geplant
Band 3: geplant
_Wenn die Unsterblichen das größte Opfer verlangen …_
Jack ist Nikkis große Liebe. Eine Liebe, die sie durch die Finsternis der Unterwelt getragen hat. Endlich, nach hundert Jahren der Sehnsucht, kehrt Nikki zurück. Doch ihr bleibt nur ein halbes Jahr … Ihre Freunde und ihr Vater glauben, dass sie einfach abgehauen war, doch in Wirklichkeit hat der Rockmusiker Cole sie mit in die Unterwelt genommen. Cole ist ein Unsterblicher, der sich von den Gefühlen der Menschen ernährt nur Nikkis Liebe zu Jack hat sie davor bewahrt zu sterben und ihr ermöglicht, auf die Erde zurückzukehren. Cole, mit dem sie ein seltsam enges Band verbindet, bedrängt sie, mit ihm gemeinsam in der Unterwelt zu herrschen. Doch Jack, der Nikki niemals wieder verlieren möchte, riskiert alles für sie … (Verlagsinfo).
_Kritik_
Um das Ewigseits, bekannt auch als Unterwelt, und die unsterblichen Ewiglichen rankt sich die Geschichte von Brodi Ashton. Angelehnt an den griechischen Orpheus und Eurydike Mythos erzählt uns die Autorin von einer jungen Liebe und der Hoffnung.
Mit einem sehr gefühlvollen und für ein Jugendbuch passend, flüssig zu lesenden Schreibstil erzählt die Autorin uns Lesern die Geschichte von Nikki, Jack und Cole. Die Grundidee ist dabei nichts Neues, zwei Jungs, die um ein Mädchen werben und dabei, jeder für sich, ein eigenes Ziel verfolgen. Bei Cole ist es der Wunsch nach Macht, ein sehr egoistisches Ziel und bei Jack die Liebe selbst. Ewiglich beginnt im Ewigseits, das Ende der Nährung zwischen Cole und Nikki, für die Ewiglichen wichtig und unverzichtbar, da sie sonst sterben würden, wird sehr deutlich und auch schmerzhaft beschrieben. Auch von Tunnel, Schatten und anderen Dingen ist die Rede, dies verwirrt zunächst. Hier legt die Autorin erst einmal ein sehr hohes Tempo vor. Dieses verlangsamt sich deutlich als Nikki zurück in die Welt der Menschen kehrt. Nikki muss sich nun erst einmal wieder in diese Welt einfinden, in der sie seit hundert Jahren Zeitrechnung im Ewigseits, sechs Monate in unserer Welt, lebte. Langsam schreitet der Roman fort und der Leser bekommt häppchenweise die Ereignisse serviert, die sich vor Nikkis Nährung ereigneten. In zwei verschiedenen Zeitsträngen wird Nikkis Geschichte erzählt. Einmal erfährt der Leser, was sich in der Vergangenheit ereignete und dann was im Moment passiert. Die vergangenen Ereignisse erklären, was Nikki zu dem Entschluss trieb, mit Cole die Welt zu verlassen, ohne sich Gedanken um die daraus folgenden Resultate zu machen. Die jetzigen Momentaufnahmen erzählen davon, wie Nikki wieder in die Welt zurückfindet und versucht wieder Fuß im Leben zu fassen. Dramatisch dabei, Nikki hat nur sechs Monate, bevor ihr das Schicksal anderer Spender droht, das endgültige Ende in den Schatten der Tunnel.
Obwohl „Ewiglich“ sich an der griechischen Mythenwelt orientiert kommt dieses Thema doch zu kurz, Leser, die sich hier erhoffen, mehr aus diesen Sagen zu erfahren, dürften enttäuscht werden. Der Mythos um Orpheus und Eurydike wird zwar angeschnitten, dies aber nur minimal.
Erzählt wird „Ewiglich – Die Sehnsucht“ aus der Perspektive Nikkis, so wird auch nur das offenbart, was Nikki uns Lesern in diesem Moment erzählen will. Dem Leser kann es so manches Mal zu langsam gehen und er möchte Nikki anschieben, um eine Lösung zu finden, die Nikki vor dem Ende rettet. Brodi Ashton lässt ihre Leser zappeln, erst nach über der Hälfte des Romans scheint Nikki „wach“ zu werden und um ihr Leben wirklich kämpfen zu wollen. So kommt es, dass die Leser immer mal wieder meinen, jetzt, jetzt passiert etwas, aber just in dem Moment verlangsamt sich das Tempo wieder. Die Autorin nutzt so einen Spannungsbogen, der die Leser fast schon foltert, gerne würde man in den Roman springen und den Protagonisten helfen, eine Lösung zu finden. So fiebert der Leser mit, ohne dass die Spannung sich in einem oberen Level hält, eine Kunst, die nicht jeder Autor zu beherrschen vermag und die dieses Buch zu etwas Besonderem macht. So baut sich der Roman langsam auf und lässt seine Leser traurig zurück, den zweiten Teil kann man daher kaum erwarten.
Die Darsteller betreten die Bühne wie unbeschriebene Blätter, erst langsam füllen sich diese. Anfangs weiß man rein gar nichts von diesen Figuren und nach und nach füllen sie sich mit Leben. Relativ schnell wird deutlich wer zu den „Guten“ und wer zu den „Bösen“ gehört, leider bleiben die Figuren trotzdem vorerst recht blass, etwas was sich allerdings in den weiteren Bänden dieser Trilogie geben könnte.
Nikki ist zerbrochen, nicht nur an ihrer Erfahrung im Ewigseits, auch an dem, was ihr in den Monaten vor ihrer schwerwiegenden Entscheidung wiederfahren ist. Der eindeutig romanische Charakter ist Jack, er bringt das meiste Gefühl mit in diese Story und ist ein wahrer Sympathieträger. Während Cole, ein rücksichtsloser Ewiglicher, perfekt den Gegenspieler darstellt.
_Autorin_
Brodi Ashton studierte Journalismus an der Universität Utah und erwarb einen Master im Fach Internationale Beziehungen an der London School of Economics. Sie ist Mutter von zwei Söhnen, lebt mit ihrer Familie in Utah und erzählt über sich, ihr Leben und das Abenteuer, Autorin zu sein, in ihrem Blog [brodiashton.blogspot.com]http:// brodiashton.blogspot.com Die Trilogie „Ewiglich“ ist ihre erste Buchveröffentlichung für junge Erwachsene, „Ewiglich die Sehnsucht“ der erste Teil davon. Die Geschichte ist von der griechischen Mythologie um Persephone, Tochter des Zeus und der Demeter, inspiriert, jedoch in einer modernen Highschool angesiedelt.
_Fazit_
„Die Sehnsucht“ ist ein solider Auftakt der „Ewiglich“-Trilogie. Zwar sind durchaus Schwächen zu verzeichnen, aber der ungewöhnliche Plot lässt dieses verzeihen. Ungewöhnlich ist die Art der Autorin Brodi Ashton Spannung zu erzeugen, ungewöhnlich aber dennoch genial. Gefühlvoll, traurig und dramatisch ist, was in Erinnerung bleibt und starke Neugier, wie es mit Nikki, Jack und auch Cole weitergeht. Der Wettlauf gegen die Zeit hat begonnen!
|Gebundene Ausgabe: 379 Seiten
ISBN-13: 978-3789130403
Vom Verlag empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Originaltitel: EVERNEATH|
[www.oetinger.de]http://www.oetinger.de
|Die Begegnung mit ihm war wie eine Kollision gewesen und sie hatte gewusst, dass sie ihr Leben lang genau danach gesucht hatte: mit solcher Wucht mit einem anderen Menschen zusammenzuprallen, dass sie für einen Moment mit ihm verschmolz.|
_St. Hauda’s Land ist eine karge_ und doch magische Inselgruppe mit wundersamen Lebewesen und einsiedlerischen Bewohnern. Ida hat hier, nach dem Ende einer Beziehung, Urlaub gemacht und kehrt nun zurück. Sie sucht Antworten und den rätselhaften Henry Fuwa, von dem sie sich eben diese Antworten erhofft. Denn eine merkwürdige Veränderung geht mit ihr vor und einzig Henry Fuwa, den sie während ihres Urlaubes kennenlernte, verspricht dem Geheimnis auf den Grund gehen zu können. Eine geheimnisvolle Bemerkung über Glasmenschen stärkt Ida in ihrem Glauben, dass Henry ihr helfen könnte. Denn Ida wird zu Glas!
Doch niemand scheint Henry Fuwa zu kennen. Bei Ihrer Suche trifft Ida den introvertierten Midas, der seine Umgebung anscheinend nur durch das Objektiv seiner Kamera wahrnimmt. Mit ihrem traurigen Schicksal schafft es Ida den Knoten in Midas Herzen zu lösen, aber werden sie auch die immer schneller voranschreitende Verwandlung Idas aufhalten können?
_Kritik_
Mit seinem Debütroman „Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“ hat der Autor Ali Shaw einem Roman veröffentlicht, der fernab des Mainstreams von Liebe, Verzweiflung, Vertrauen und auch Trauer erzählt.
Der Erzählstil des Autors besticht durch seine blumigen Beschreibungen und vielen, fast schon poetischen Vergleichen. Getragen von den unterschiedlichsten Emotionen wird dem Leser hier einmal etwas völlig anderes geboten. Bildgewaltige und ausführliche Beschreibungen nehmen ungewöhnlich viel Raum ein, lassen allerdings ein realistisches Bild entstehen und schaffen eine teilweise magische vor allem aber eine sehr melancholische Atmosphäre. Ali Shaw lässt unglaublich lebendige Bilder entstehen die Tiefe haben. Der Autor hat viele ungewöhnliche und ansprechende Ideen, die er in seinem Roman umsetzt. Da wären Quallen, die für Feuerwerke im Meer verantwortlich sind, niedliche Ochsenmotten und gläserne Menschen, die am Grund eines Sees liegen. Leider werden diese „Wunder“ nur am Rande behandelt und irgendwann fragt der Leser sich, welchen Sinn und Grund diese magische Wesen für den Roman und seine Handlung haben. Denn eigentlich geht es mehr um die eigenbrötlerischen Menschen, vor allem Midas, die St. Hauda’s Land bewohnen. In verschiedenen Handlungssträngen, die in den Zeiten hin und her springen, geht es hauptsächlich um Midas Kindheit und Jugend und sein stark gestörtes Verhältnis zu seinem Vater. Ständige Rückblenden und Perspektivenwechsel lassen der Handlung in der Gegenwart kaum Raum, erklären aber so, wie Midas und andere Figuren zu dem wurden, was sie sind. Der Fantasyanteil ist daher verschwindend gering und die magischen Wesen sollten als reine Dekoration angesehen werden, mehr sind sie nicht. Dennoch hat der Autor einen einzigartigen Plot geschaffen, der davon erzählt wie tiefe Wunden aus der Vergangenheit geheilt werden und dass jede Sekunde des Lebens genossen werden sollte, allzuschnell könnte dieses enden.
Erzählt wird die Geschichte um Midas und Ida aus der Perspektive einer beobachtenden Person. Rückblickend erzählt uns dieser Beobachter, was sich in den verschiedenen Zeitspannen ereignet hat. Der Fokus springt dabei zwischen verschiedenen Personen hin und her, dies kann schon mal verwirren. Gerade deshalb lernt der Leser so aber die unterschiedlichsten Charaktere kennen. Überraschenderweise erfährt der Leser von Ida am wenigsten.
Obwohl der Roman wirklich zu fesseln weiß, kommt kaum Spannung auf, hier wird hauptsächlich auf Emotionen gebaut. So wird der recht unvorbereitete Leser mit Emotionen wie Hass, Verzweiflung, Liebe, Freude und Trauer konfrontiert. Wer einen Fantasytitel erwartet hat, wird daher nicht schlecht staunen. Aber gerade dies macht den Roman aus.
Jeder Darsteller hat hier sein Päckchen zu tragen und der Autor lässt uns Leser bis auf den Grund der Seele schauen. Alle Darsteller zusammen machen die Geschichte zu etwas Besonderem.
Der Hauptdarsteller ist eindeutig Midas, ein Mensch, der die Welt hauptsächlich durch das Objektiv seiner Kamera wahrnimmt. Für Fotos lebt er. Schaut man dann in die Seele des jungen Mannes offenbart sich en Mensch, der keine Nähe zulassen kann und sein Herz verschließt. Nach und nach erfährt der Leser, warum er sich so entwickelte.
Ida ist das genaue Gegenteil von Midas und bemüht sich den Knoten in Midas Herzen zu lösen, etwas was Midas ihr sehr schwer macht. Dies und die Tatsache, dass sie langsam aber sicher zu Glas wird, könnte Ida verzweifeln lassen.
Eine bedeutende Rolle spielt auch noch Carl, er war zu Jugendzeiten sehr verliebt in Idas Mutter und hat nie loslassen können. Selbst dann nicht als Idas Mutter starb. Ida sieht in ihm eine Art Onkel, aber ist dies auch das, was Carl für sie sein möchte?
Im Laufe des Romans entschlüsseln sich die verschiedenen Beziehungen zwischen den so unterschiedlichen Charakteren.
Die Aufmachung des Romans ist ein wahrer Eyecatcher. Der silberfarbene Schnitt und das in gleicher Farbe gehaltene Lesebändchen sind für sich schon etwas Besonderes. Die Gestaltung des Covers passt absolut zum Plot, etwas düster und doch irgendwie wunderschön. Jedes Kapitel zeigt am Anfang florale Dekoration, die einfach nur schön anzusehen ist.
_Autor_
Ali Shaw wurde 1982 geboren und wuchs in einer kleinen Stadt in Dorset, Großbritannien, auf. Nach seinem Abschluss in englischer Literatur an der Universität von Lancaster arbeitete er als Buchhändler und in einer Bibliothek in Oxford. Sein Debüt „Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“ war ein großer Überraschungserfolg und wurde in 18 Sprachen übersetzt. Gerade hat Ali Shaw seinen zweiten Roman beendet.
_Fazit_
Ali Shaws Roman „Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“ berührt, daran ist nicht zu rütteln. Die eingestreuten Fantasyelemente wirken, trotz ihrer Originalität, jedoch völlig fehl am Platze. Leser, die ein Fantasybuch erwarten, werden definitiv enttäuscht sein. Wer sich allerdings auf eine poetische, emotionale Geschichte mit Tiefgang einlassen wird, hat die Chance hier ein wahres Kleinod zu entdecken.
Ali Shaw hat einen eindrucksvollen Debütroman geschrieben, der gefühlsbetonten Tiefgang hat, mit wunderschönen Bildern aufwartet und tief in die Seelen seiner Darsteller blicken lässt.
|Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
ISBN-13: 978-3839001318
Orginaltitel: The Girl with Glass Feet|
[www.script5.de]http://www.script5.de
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