Archiv der Kategorie: Kinder- und Jugendliteratur

de Mari, Silvana – letzte Ork, Der

_Die Reihe:_

Band 1: [„Der letzte Elf“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6769
Band 2: _“Der letzte Ork“_
Band 3: „Der letzte Zauberer“
Band 4: „Die Rückkehr der Elfen“

_Der Elf Yorsch ist erwachsen geworden_ und lebt mit seiner kleine Familie am Meer. Yorsch und seiner Gefährten haben dort eine kleine Gemeinde gegründet und leben dort. Mit seiner geliebten Robi hat Yorsch nun eine Tochter, die der letzte Elf und seine menschliche Frau Robi nach dem letzten Drachen Erbrow benannt haben.

Fernab der Zivilisation wächst die kleine Halbelfe Erbrow auf und entfaltet langsam ihre elfischen Kräfte. Geschützt vor der Zivilisation brauchen Yorsch und seine Familie keine Angst vor einer Verfolgung haben und so leben sie ein recht unbeschwertes Leben. Auch wenn es an Dingen wie Kleidung und Nahrung manchmal fehlt, ist der Großteil der kleinen Gemeinde glücklich und zufrieden.

Doch dann droht Gefahr aus der Stadt Daligar, die Orks belagern die Stadt und Yorsch fühlt sich verpflichtet, zu helfen …

_Kritik_

Mit „Der letzte Ork“ hat Silvana de Mari die bezaubernde Fortsetzung zu „Der letzte Elf“ geschrieben.

Aufgeteilt ist „Der letzte Ork“ in drei Bücher. Das erste Buch trägt den Titel „Der Bär und der Wolf“. In diesem spielt nicht Yorsch die Hauptrolle, sondern der Söldnerhauptmann Rankstrail. Die Ereignisse, die in „Der Bär und der Wolf“ stattfinden, laufen parallel zu „Der letzte Elf“ und erzählen die Geschichte des Hauptmanns. So erfährt der Leser, was sich zeitgleich zu Yorschs Abenteuern im Land abgespielt hat und weitere, für die Handlung wichtige, Figuren und Begebenheiten werden eingeführt.

Das zweite Buch „Der letzte Phönix“ beginnt mit Yorschs Leben in der von ihm und Robi gegründeten Gemeinde. Diese wurde genau wie Yorschs kleine Tochter Erbrow nach dem letzten Drachen benannt. Hier fügen sich auch die Handlungsstränge zusammen und der Leser erfährt einerseits viel von dem, was in der kleinen Gemeinde am Meer passiert, genauso aber auch was im Land und den Städten vor sich geht.

Das dritte Buch „Der letzte Ork“ hält dann einige Überraschungen für den Leser bereit. „Der letzte Ork“ besteht wieder aus nur einem Handlungsstrang, in dem sich letztendlich alle offenen Fragen klären und die Geschichte zu einem großen Ganzen vollendet wird.

Mit viel Liebe zum Detail und ihrer unverwechselbaren Art zu erzählen, spinnt die Autorin die abwechslungsreiche Geschichte um den letzten Elf weiter. Liebevoll und einfühlsam wird eine Geschichte um großen Mut, schrecklichen Verlust, Freundschaft und auch der Liebe erzählt. Silvana de Mari versteht, dem Leser die ganze Bandbreite verschiedener Gefühle und Stimmungen nahe zu bringen. So leidet, freut, fürchtet und hofft der Leser, ehe er sich versieht, mit den so unterschiedlichen Charakteren mit. Getragen wird der Roman von seiner unterhaltsamen und fesselnden Handlung. Aber auch wunderschöne Landschaftsbeschreibungen, lebendige Figuren und leise übermittelte Werte machen diesen zauberhaften Roman aus. Jüngere Leser lassen sich vielleicht von dem 894 Seiten starken Roman abschrecken, die zarte und unkomplizierte Sprache lassen sich jedoch fast spielend lesen und so ist auch „Der letzte Ork“ absolut für junge Leser ab circa 12 Jahren geeignet. Der interessant eingewobene Spannungsbogen macht es dazu leicht bei der Stange zu bleiben und die fast 900 Seiten in kürzester Zeit zu lesen.

Nicht nur die verträumte Welt des letzten Elfen wird in „Der letzte Ork“ erzählt. Das Böse verfügt ebenfalls über eine sehr große Rolle in diesem Roman. Missklänge, Neid, ja sogar Rache und blutige Kämpfe, vor denen auch Unschuldige nicht verschont werden, spielen eine bedeutsame Rolle. Dabei setzt die Autorin nach grausamen und blutigen Kämpfen aber auch auf Humanität. Ein friedliches Zusammenleben der unterschiedlichen und verfeindeten Völker ist immer das Ziel. Dass die Figuren hier erst lernen und auch über ihren Schatten springen müssen ist klar.

Eine beobachtende dritte Person erzählt rückblickend die verschiedenen Handlungsstränge. Anders als in „Der letzte Elf“ springt der Erzähler zwischen den verschiedenen Protagonisten hin und her. Dies mag sich anstrengend anhören, ist es aber nicht. Vielmehr bekommt der Leser eine umfassende Sicht auf die Ereignisse und versteht auch die Hintergründe der verschiedenen Charaktere besser.

Liebevoll hat die Autorin ihre Protagonisten konzipiert. Ob die erst zwei Jahre alte Erbrow oder auch den Söldnerhauptmann Rankstrail, der schon so viel Leid sehen musste, allen gibt die Autorin ein unverwechselbares Gesicht und eine fülle Charaktereigenschaften. Erbrow und Rankstrail sind nur zwei von vielen, für die Geschichte unverzichtbaren, Figuren. Sei es die Tochter des grausamen Verwaltungsrichters, ein einfacher Söldner, ein jeder trägt seinen wichtigen Teil zu der Geschichte bei. Überflüssige Charaktere sucht der Leser daher vergebens. Auch das Böse bekommt bei Silvana de Mari ein Gesicht. Dabei sind es nicht unbedingt die grausamen Orks, viel schlimmer mutet da der erbarmungslose Verwaltungsrichter Daligars an.

Das Cover wurde passend zum Plot gestaltet, in braunroten Farben gehalten ist nicht nur Elf und Phönix zu sehen, auch ein Krieger ist abgebildet.

_Autorin_

Silvana de Mari lebt mit ihrer Familie und einem riesigen Hund nahe Turin. Sie arbeitete als Ärztin in Italien und Afrika, bevor sie sich zur Psychotherapeutin ausbilden ließ. Nachdem sie schon kürzere Texte in Zeitschriften publiziert hatte, landete sie mit ihrem ersten Kinderbuch „Der letzte Elf“ einen sensationellen weltweiten Erfolg.

_Fazit_

Silvana de Mari weiß ihre Leser zu verzaubern. Egal welcher Altersklasse, „Der letzte Ork“ dürfte jeden begeistern, der eine einfühlsame Geschichte zu schätzen weiß. Bewegend und weise erzählt die Autorin von den schönen, aber auch den schrecklichen Seiten des Lebens ohne je kitschig zu wirken. Dabei vermittelt Silvana de Mari auch wichtige Werte und zeigt Wege, wie es zu einem friedlicheren Zusammenleben kommen kann.
Wie schon „Der letzte Elf“ hat mich auch „Der letzte Ork“ wieder tief bewegt zurückgelassen.

|Taschenbuch: 896 Seiten
ISBN-13: 978-3570222393
Originaltitel: L’ultimo Orco|
[ww.randomhouse.de/cbjugendbuch]http://www.randomhouse.de/cbjugendbuch/index.jsp

Gabel, Claudia – Dein Blut auf meinen Lippen

„Dein Blut auf meinen Lippen“ klingt irgendwie nach einem süßlichen Liebesroman für die Hausfrau fortgeschrittenen Alters, die sich in ihrer Freizeit gern in die Arme eines gutgebauten (und doch romantisch veranlagten) Mannes träumt. Tatsächlich kommt man dem Kern der Sache näher, wenn man sich den amerikanischen Originaltitel ansieht, der ziemlich eindeutig benennt, worum es in dem Roman von Claudia Gabel geht: „Romeo & Juliet & Vampires“. Und damit ist eigentlich auch schon alles Wichtige gesagt. Erwähnenswert ist vielleicht außerdem, dass es sich um ein Jugendbuch handelt – erwachsene Leser sollten also keine tiefschürfenden Erkenntnisse erwarten, weder zu „Romeo und Julia“ noch zu Vampiren.

„Dein Blut auf meinen Lippen“ lässt sich dem gerade boomenden Genre des Mashups zuordnen. Die zugrundeliegende Idee ist, dass ein Autor sich einen existierenden Text vornimmt (in diesem Fall Shakespeares „Romeo und Julia“) und ihm ein neues (in der Regel fantastisches) Element hinzufügt – hier sind es Vampire. Dadurch erhält der eventuell angestaubte, da gemeinfreie, Text frischen Pepp und wird unter neuen Gesichtspunkten und mit anderen Schwerpunkten durch den Autor uminterpretiert. Das wohl bekannteste Beispiel für ein Mashup ist Seth Grahame-Smiths „Stolz und Vorurteil und Zombies“. Und ja, oftmals sind die Titel tatsächlich so einfallslos, wohl damit der geneigte Leser sofort erkennen kann, womit er es zu tun hat.

„Dein Blut auf meinen Lippen“ folgt also mehr oder weniger der Handlung von Shakespeares großer Tragödie, allerdings mit einigen tiefgreifenden Veränderungen. Zunächst einmal wird die Handlung nach Transsilvanien verlegt, was ziemlich seltsam wirkt, da trotzdem alle Personen italienische Namen tragen. Julia Capulet ist die Tochter einer ruchlosen und einflussreichen Vampirdynastie. In den vergangenen Jahren haben die Capulets mit Freude die transsilvanische Landbevölkerung buchstäblich ausgesagt, geduldet vom walachischen Landesfürsten Vlad. Dieser wurde nun jedoch gestürzt und sein Bruder Radu möchte für Frieden im Land sorgen. Deshalb verbietet er den Capulets, Menschen auszusaugen. Er verbietet ihnen auch bei Todesstrafe, mit ihren Erzfeinden, den Montagues, aneinanderzugeraten. Diese sind – kaum überraschend – Vampirjäger.

Die Capulets versuchen nun mit allen Mitteln, ihren Einfluss zu sichern. Dazu geben sie einen großen Ball, um Graf Paris zu umschwärmen und ihm ihre Tochter anzubiedern. Denn Paris genießt bei Radu großes Ansehen und könnte so die Interessen der Capulets vertreten. Doch Julia will von Paris nichts wissen. Sie ist ohnehin von ihrer Familie und deren fehlender Moral genervt. Zu ihrem sechszehnten Geburtstag wird sie sich in einen vollwertigen Vampir verwandeln, doch sie hadert mit ihrem Schicksal – schließlich will sie keineswegs Menschen töten! Die Situation spitzt sich zu, als sie auf dem Ball Romeo kennenlernt – einen Menschen und Vampirjäger. Die beiden verlieben sich sofort unsterblich und heiraten praktisch sofort. Doch kann eine Liebe zwischen Vampir und Vampirjäger Bestand haben? Kann Romeo akzeptieren, was aus Julia wird? Kann sie es selbst?

Keine Sorge, „Dein Blut auf meinen Lippen“ beantwortet all diese Fragen wohlwollend und in klarer Übereinstimmung mit den aktuellen Trends in der Vampirliteratur. Dass Claudia Gabel am Ende drastisch von Shakespeares Auflösung der Geschichte abweicht, ist vermutlich der größte Fauxpas, den sie sich leistet. Jugendliche Leser werden sicher begrüßen, dass Romeo und Julia schlussendlich nicht ihr Leben für die Versöhnung ihrer Familien aushauchen. Shakespeare-Fans werden wohl aufgrund solch schändlicher Abweichung vom großen Barden das Buch mit einem bitteren Nachgeschmack zuklappen.

Ansonsten kommt „Dein Blut auf meinen Lippen“ recht geradlinig daher: Alle wichtigen Handlungspunkte von Shakespeares Drama werden abgearbeitet: Das Fest, die Balkonszene, die Hochzeit, das Duell, Julias scheinbarer Tod. Abgearbeitet ist hierbei ein wichtiges Stichwort, denn oft hat man als Leser den Eindruck, vieles würde schnell und mit einigem Desinteresse abgehandelt. Dass sich Claudia Gabel entschlossen hat, ein Drama in einen Prosatext umzuschreiben, ist eine große Chance, die sie leider viel zu oft ungenutzt verstreichen lässt. Emotionen und Motive werden kaum ergründet, stattdessen dümpelt der Roman an der Oberfläche jugendlicher Liebe, ohne je wirklich tiefes Gefühl vermitteln zu können. Das liegt sicher auch an der sehr einfachen Sprache des Textes, der oftmals wie eine Schreibübung ohne einen Funken Inspiration klingt. So erscheint „Dein Blut auf meinen Lippen“ irgendwie unentschlossen: Auf der einen Seite verfährt der Roman mit der überlebensgroßen Vorlage lieblos und ohne rechte Sympathie. Andererseits gibt es zu wenige wirklich zündende Ideen der Autorin, die dem Stoff eine neue Richtung geben würden. Dadurch kann man sich nie ganz des Eindrucks erwehren, dass man auch einfach das Original hätte lesen können.

_“Dein Blut auf meinen Lippen“_ eignet sich sicherlich für jugendliche Leser, denen man Shakespeare schmackhaft machen will – Baz Luhrmanns farbenprächtige Verfilmung des Stoffes erzielt allerdings sicherlich denselben Effekt und vermittelt außerdem noch die Einzigartikeit des Shakespeare’schen Sprache – etwas, das Gabels Buch (bis auf wenige Zitate) komplett vermissen lässt. Für erwachsene Leser bietet der Roman wenig Spektakuläres und eignet sich höchstens für einen verregneten Nachmittag.

|Taschenbuch: 240 Seiten
Originaltitel: Romeo & Juliet & Vampires
ISBN-13: 978-3499257032|
[www.rowohlt.de]http://www.rowohlt.de

RICHELLE MEAD – Schicksalsbande (Vampire Academy 06)

Rose Hathaway, ehemalige Schülerin der St. Vladimir’s Academy und nun Wächterin im Dienste der Moroi, war noch nie besonders brav. Doch in Band 6 von Richelle Meads Serie „Vampire Academy“ steckt sie in den wohl größten Schwierigkeiten ihres Lebens. Sie sitzt im Gefängnis, weil man sie verdächtigt, die Königin der Moroi getötet zu haben.

Glücklicherweise kann sich Rose Hathaway auf ihre Freunde, ihren Exfreund und ehemaligen Lehrer Dimitri und ihren zwielichtigen Vater Abe verlassen. Wenig später befreien sie sie aus ihrem Gefängnis, aber das macht die Situation nicht wirklich besser. Nun befindet sich Rose auf der Flucht und soll in einem Motelzimmer in West Virginia warten, bis ihre beste Freundin Lissa den wahren Mörder von Königin Tatiana gefunden hat. Nur ist Stillsitzen nichts für das lebendige Mädchen. Viel lieber macht sie sich auf die Suche nach etwas, das Tatiana in einem letzten Brief mitgeteilt hat, weil sie glaubt, dass Rose die Einzige ist, die dieses Etwas finden kann: eine uneheliche Schwester oder ein unehelicher Bruder von Lissa. Da diese die letzte ihres Geschlechts ist, hat sie im Rat der Moroi keine Stimme, denn dafür würde sie einen weiteren, lebenden Verwandten brauchen. Ein weiterer Spross der Dragomirfamilie wäre politisch überaus brisant.

Währenddessen kandidiert Lissa am Hofe der Moroi als Königin. Was eigentlich als Manöver gedacht ist, um Zeit für die Suche nach dem Königinnenmörder zu schinden, bekommt bald eine ganz eigene Dynamik …

„Schicksalsbande“ ist der vermutlich bislang komplexeste Teil der Serie. Es gibt zahlreiche Handlungsstränge. Neben dem Beweis von Roses Unschuld sind dies vor allem die Suche nach dem unehelichen Kind, Lissas Kandidatur als Königin sowie, fürs Herz, einige Überraschungen in Roses Liebesleben. Trotz dieser Fülle an Stoff hält Mead die Geschichte zusammen. Sie erzählt kompakt und klar, mit viel Spannung und geschickt platzierten Wendungen. Ein gesundes Maß an Action, interessantes Wissen über die übernatürlichen Moroi und Strigoi sowie Einblicke in Roses turbulentes Gefühlsleben runden die gelungene Handlung ab. Besonders angenehm: Das Thema Liebe steht nicht wie in vielen ähnlichen Büchern im Vordergrund, sondern spielt nur eine kleine Rolle und kommt noch dazu völlig ohne Kitsch aus.

Mit Rose Hathaway hat Mead eine Heldin geschaffen, deren Abenteuer man gerne liest. Sie ist sympathisch, clever und humorvoll und entwickelt sich kontinuierlich weiter. Auch die anderen Figuren überzeugen durch ihre Darstellung. Dimitri, der gerade von einem bösartigen Strigoi zurück in einen Moroi verwandelt wurde, hat mit Schuldgefühlen zu kämpfen, während Lissa mit ihren 18 Jahren einiges an Verantwortung schultern muss. Für ein Jugendbuch sind Meads Figuren angenehm tiefgründig und erwachsen.

Dazu passt der schnörkellose Schreibstil der Autorin. Es wird aus Roses Perspektive in der ersten Person erzählt, sodass vor allem ihre Gefühle und Gedanken im Vordergrund stehen. Dadurch, dass Rose mit einem unsichtbaren Band mit Lissa verbunden ist und dadurch Anteil an ihrem Alltag hat, erfährt man aber auch genug aus deren Leben. Mead setzt dabei mittlerweile hauptsächlich auf Ernst. Roses humorvolle Seite hat sie zurückgeschraubt, was aber authentisch ist, da die Situationen, in denen sich die Protagonistin befindet, ebenfalls ernst sind. Genau wie Rose ist auch der Schreibstil erwachsener geworden.

Richelle Meads Serie „Vampire Academy“ entwickelt sich immer mehr von Jugendbüchern, die in einem Internat spielen, zu spannender Mysteryliteratur mit tollen Figuren, packender Handlung und viel Tiefgang. „Schicksalsbande“ ist bis dato der beste Band der Serie und besticht vor allem durch die komplexe Story.

Broschiert: 522 Seiten
Originaltitel: Last Sacrifice
Deutsch von Michaela Link
ISBN-13: 978-3802583476

http://www.egmont-lyx.de
http://www.richellemead.com

Erlhoff, Kari – Die drei ??? – Botschaft aus der Unterwelt (Band 154)

„Botschaft aus der Unterwelt“ ist Autorin Kari Erlhoffs inzwischen sechster Beitrag und insgesamt der 154. Fall, aus der berühmten Jugendserie des Stuttgarter Hauses |Kosmos|. Das Buch erschien im August 2010 zeitgleich mit Band 155: „… und der Meister des Todes“. Inzwischen nähern sich „Die drei ???“ unaufhaltsam schon ihrem 160. Auftritt – offiziell. Denn nicht mitgerechnet sind die drei kürzlich aus irgendwelchen, staubigen Archiven wieder aufgetauchten Bände der „Crimebusters“-Ära, welche sich in der ebenfalls jüngst veröffentlichten „Top Secret Edition“ finden. Diese müsste man streng genommen irgendwo bei Band 60 dazwischen quetschen, allerdings besitzen die Bücher per se ohnehin keine Nummerierung. Man hat der Einfachheit halber einfach die Zählung der in Deutschland so erfolgreichen |EUROPA|-Hörspieladaptionen übernommen. Wiewohl diese chronologisch eigentlich inkorrekt ist.

_Zur Story_

Der Triumph der drei Detektive bei der Firma „Weston & Weston“ einen Bauplan-Diebstahl gekonnt aufklären zu können, währt nicht lange. Schon bei ihrer Verhaftung schwört die überführte Sekretärin, dass dies ein Nachspiel haben wird. Die drei wüssten ja gar nicht, mit welchen Kreisen sie sich nun angelegt hätten. Und in der Tat sollen sich die düsteren Prophezeiungen ein paar Tage später als durchaus real entpuppen. In der Post befindet sich der Brief eines neuen Klienten, der kein Zweifel daran lässt, dass es ihm darum geht, die drei Detektive herauszufordern – speziell Justus, den er respektvoll „Sherlock Holmes“ nennt. Sich selbst bezeichnet er stilgerecht als „Professor James Moriarty“, bekanntlich Holmes‘ größter Widersacher. Auch das Rätsel, welches es für ihn zu lösen gilt, hat mit den berühmten Geschichten Sir Arthur Conan Doyles zu tun.

Moriarty lässt überdies keinen Zweifel daran aufkommen, dass er rasch Erfolge sehen will und stellt Repressalien in Aussicht, sollten es die drei ??? an Einsatzwillen mangeln lassen. Dass dies keine leere Drohung ist, stellt sich kurze Zeit später heraus, als Onkel Titus wegen angeblicher Hehlerei verhaftet wird. Hintergrund war, dass es Moriarty nicht passte, dass sie sich Gedanken über seine Identität machten, anstatt sich um das Rätsel zu kümmern. Scheinbar hat er eine Menge Einfluss, ist den drei Jungs stets einen Schritt voraus und überdies auch allerbestens über sie und ihre Aktionen informiert.

Dummerweise ist Inspector Cotta unerreichbar in Urlaub, fernab der Zivilisation, sodass sie notgedrungen auf eigene Faust handeln müssen. Spätestens als sich dann auch noch einige Hightech-Wanzen in der hochheiligen Zentrale finden, wird ihnen klar, dass sie es wahrlich nicht mit einem armseligen Kleingauner zu tun haben.

_Eindrücke_

Wie schon bei ihren vorangegangenen Geschichten setzt Kari Erlhoff hier auf klassische Elemente, was in diesem Fall gleich doppelt gilt: einmal nämlich die der Serie selbst (was sich unter anderem durch einen Gastauftritt des Hauptkommissars a.d. Reynolds äußert), zum anderen natürlich durch die Verwendung des wohl berühmtesten aller Detektive – Sherlock Holmes. Beides gelingt ihr, die mittlerweile fest in der Serie angekommen ist, auch sehr gut. Natürlich ist das Rätsel als sinngebender Faktor mittlerweile etwas arg ausgelatscht, doch gut gemacht und schlüssig ist es allemal. Nebenher erfährt der Leser dadurch auch noch ein paar durchaus wissenswerte Fakten über Holmes und nicht zuletzt seinen Schöpfer Sir Arthur Conan Doyle. Darunter auch welche, die bis dato vielleicht noch nicht so in der Öffentlichkeit bekannt waren. Literaturpädagogisch also ein erhellender Plot, wenn auch sonst nicht sonderlich überraschend ausfallend. Rätseltexte aller Coleur hatten wir in jüngster Vergangenheit schließlich nun wirklich genug.

Noch etwas hat diese Geschichte mit denen neueren Datums gemein: Die Gegner der drei ??? sind inzwischen nicht mehr von Pappe. Nach „Feuergeist“ legen sich die drei Detektive nun schon zum zweiten Male innerhalb kürzester Zeit mit einem großkalibrigen Verbrecher an. Endgültig vorbei scheinbar die unschuldigen Zeiten, wo man sich vornehmlich mit kleinkriminellem Gesindel, wie Erbschleichern und vergleichbar „harmlosen“ Gegenspielern, herumbalgte. Der vergleichende Zwist der beiden literarischen Superhirne ist durchaus Programm, wobei Syndikatschef „Moriarty“ hier keinerlei Skrupel zeigt, selbst Jugendliche nach Art des Hauses unter Druck zu setzen. Selbst Gefahren für Leib und Leben sind diesmal eminent, was durchaus realistisch und glaubhaft erscheint – OK, der eigentliche Showdown ist schon etwas dick aufgetragen. Es erhöht aber die Spannung ungemein und auch das angeschlagene Tempo lässt kaum Zeit zum Durchschnaufen – eher selten hat man in letzter Zeit einen ???-Band schneller durchgehabt.

_Fazit_

Die Attribute „gradlinig“ und „kompromisslos“ kommen einem als erstes in den Sinn, sobald man das Buch ausgelesen zur Seite gelegt hat. Schön, dass auch mal wieder jemand einer der klassischen Figuren wie Ex-Kommissar Reynolds entsinnt, das bringt in den Augen des Fortysomething-Rezensenten einige Bonuspunkte – dass schon wieder mal ein verschwurbelter Text dechiffriert werden muss, kostet allerdings gleich wieder ein paar (wenige) davon bei der Originalität. Dennoch zeigt der Daumen hier klar nach oben, da das Gesamtkonzept flott, stimmig und überaus spannend geriet. Titel und Cover sind diesmal auch endlich mal wieder gelungen und haben tatsächlich (doppeldeutigen) Inhaltsbezug, oder um es mal mit Sherlock Holmes auszudrücken: „Elementar, mein lieber Watson!“

|Hardcover: 128 Seiten
Erzählt von Kari Erlhoff nach Figuren von Robert Arthur
Redaktion: Martina Dold, Martina Zierold
ISBN 978-3-440-11845-0|
[www.kosmos.de]http://www.kosmos.de

Mehr als 80 weitere Rezensionen zu den „Drei ???“ findet ihr in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book .

Jaffe, Michele – Wer schön sein will, muss sterben

„In der einen Minute gehörst du zu den beliebtesten Mädchen deiner Schule, bist mit dem heißesten Typen der Stadt zusammen und tanzt auf der coolsten Party des Jahres – in der anderen liegst du halbtot in einem dornigen Rosenstrauch. Du wachst auf und kannst dich an nichts erinnern.“

So geht es der 16-jährigen Jane, die nach einem Unfall mit Fahrerflucht im Krankenhaus wach wird. Doch während der zahlreichen Besuche von Familie und Freunden kommt die grausame Erinnerung wieder – Stück für Stück. Jemand wollte sie töten – aber wer?

„Als wir ankamen, war die Party eine pulsierende Masse bunter, tanzender Körper, die sich teilte wie das Meer, als wir sie erreichten. Dabei schienen alle gleichzeitig aufzuatmen, als hätten sie auf uns gewartet. Kate, Langley und ich tanzten uns quer durch den Raum.

Ich erinnere mich genau an diesen Moment: Langley mit ihren hellblonden Haaren, Kate mit ihren honigbraunen und ich mit meinen rabenschwarzen. Ja, wie drei Märchenprinzessinnen. Ich dachte, das wäre mein Leben. Wie in einer Make-up-Werbung. Und es war perfekt.

Nur fünfeinhalb Stunden später werde ich halbtot in einem Rosenstrauch liegen.“ (Verlagsinfo)

_Meine Meinung_

Anfangs dachte ich, eine Teenie-Story mit ein bisschen Gewalt würde hier das beherrschende Thema sein, aber ich habe mich sehr geirrt.

Jane, eine verletzliche aber auch sehr naive junge Frau, kommt im Krankenhaus wieder zu sich. Gelähmt und ohne die Möglichkeit sich zu äußern, findet sie langsam den Weg zurück in die Gegenwart. Aber nicht nur sie findet zurück, sondern auch die Erinnerungen an den Abend, der ihr Leben verändert. Erinnerungsfetzen streifen durch ihr Gehirn, manchmal klar wie Wasser, manchmal trübe und unklar. Immer wieder besuchen sie ihre Familie, die Freunde, den Freund und irgendjemand spielt ihr übel mit. Telefonanrufe, Nachrichten am Spiegel und sonstige Geschenke geben Jane bald das Gefühl verrückt zu werden. Niemand glaubt ihr, glaubt an die Anrufe, die Nachrichten … Außer einer Person, die ihr am Ende vielleicht sogar das Leben rettet.

Die Sprünge von der Gegenwart in die Vergangenheit sind mitunter anstrengend. Man versucht die Geschehnisse der Gegenwart zu begreifen, wird aber in der nächsten Szene in Janes Vergangenheit befördert. Aber diese Puzzleteilchen können Jane helfen, die Person zu finden, die ihr das Leben zur Hölle macht.

Janes Freundinnen, Langley und Kate, sind für mich oberflächliche, naive und manipulative Menschen, die nur für sich das Beste wollen, ohne an die Gefühle anderer zu denken. Zwar tun sie so, als wären ihre Freunde für sie das Wichtigste auf der Welt, aber mit der Zeit stellt sich heraus, dass Sie nur ihre eigenen Ziele verfolgen. Auch Janes Freund hat nur seine eigenen Interessen im Sinn, ohne an Jane zu denken. Mach dies oder ich verlasse dich, mach jenes oder ich mach Schluss.

Dass Drogen konsumiert werden und der leichtfertige Umgang, den die Schriftstellerin hier praktiziert, stößt mir sauer auf. Dieses Buch ist für Jugendliche, da sollte man als erwachsene Frau doch dran denken, was solche Szenen bei Jugendlichen bewirken können. So nach dem Motto: „Hey, es ist in Ordnung, dass ihr Marihuana raucht. Ist nicht schlimm, wenn ihr es macht.“

Was mich aber überrascht hat, an diesem Buch, ist die Geschichte an sich. Eine herausragende Spannung liegt im Buch, sodass man so lange liest, bis man erfährt, wer denn nur versucht Jane umzubringen. Man hat die ganze Zeit den einen oder anderen Verdächtigen, dann kommt eine Wendung, die man nicht erwartet hat, und dann steht plötzliche eine andere Person als Verdächtiger im Scheinwerferlicht. Am Ende bin ich nicht auf den Mörder gekommen, man sieht also, das Konzept der Schriftstellerin, die Spannung bis zum Schluss aufrechtzuerhalten, hat funktioniert.

_Die Autorin_

Michele Jaffe ist in Los Angeles, Kalifornien, aufgewachsen. Sie hat in Harvard studiert und im Fach Vergleichende Literaturwissenschaft promoviert. Danach wollte sie eigentlich FBI-Agentin werden, ist dann aber doch beim Schreiben gelandet. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Las Vegas. (Verlagsinfo)

_Fazit_

Ein sehr gutes Buch, nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Leute, die mal einen Krimi lesen wollen, der nicht beinhart ist, sondern auch mal durch ihre naiven Protagonisten überzeugen kann. Die Handlung an sich ist auch sehr gut und man legt das Buch so schnell nicht aus der Hand. Lesevergnügen ist also garantiert.

|Gebunden: 448 Seiten
Originaltitel: Rosebush
In Deutsche übertragen von Astrid Gravert
ISBN-13: 978-3841421203|
[www.fischerverlage.de]http://www.fischerverlage.de
[www.michelejaffe.com]http://www.michelejaffe.com

_Annika Nett_

Kevin Brooks – iBoy

Die Handlung:

Er hätte tot sein können. Doch das iPhone, das ihm seine Schädeldecke zertrümmert hat, macht Tom zum Superhelden – zu iBoy. Allwissend, da permanent online. Unverwundbar dank seiner iHaut, die ihn wie einen Panzer schützt. Allmächtig – und bereit, es mit den Typen aufzunehmen, die seine heimliche Liebe Lucy vergewaltigt haben.
Als iBoy seinen Rachefeldzug startet und Lucy dabei in tödliche Gefahr bringt, wird ihm klar, dass es mehr braucht als seine Allmacht, um sie zu retten. Und dass Tom der einzig wahre Superheld ist, der Lucy glücklich machen kann. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ok, ich gebs zu, das „i“ hat mich schon gereizt und die Grundidee fand ich interessant. Auf der anderen Seite erinnerte mich das Ganze schon irgendwo an SPIDER-MAN, der seine Fähigkeiten durch einen Spinnenbiss bekam. Auf Seite 85 zieht Tom übrigens die gleichen Parallelen.

Kevin Brooks – iBoy weiterlesen

Kacvinsky, Katie – Rebellion der Maddie Freeman, Die

_|Maddie Freeman|:_

Band 1: _“Die Rebellion der Maddie Freeman“_
Band 2: „Middle Ground“ (noch ohne Erscheinungstermin)

Auf Facebook haben viele Leute Hunderte von Freunden, aber bei wie vielen von diesen kann man überhaupt von einer echten Freundschaft sprechen? Ein Thema, das schon heute aktuell ist, könnte sich nach Katie Kacvinskys Meinung noch verstärken. Ihr Science-Fiction-Roman für Jugendliche spielt im Jahr 2060 und zeigt, wohin die vollständige Digitalisierung des Alltags führen kann.

Die 17-jährige Maddie Freeman lebt im Internet. Ihre Freunde, ihre Freizeitaktivitäten – alles findet im Netz statt. Auch der Schulunterricht. Die so genannte „Digital School“, kurz auch DS, ermöglicht es allen Kindern Amerikas kostenlos von Zuhause gebildet zu werden. Da die Gewalt in den Schulen vor Einführung der DS sehr stark zugenommen hat, gilt diese neue Schulform als Heilsbringer. Maddie fügt sich ihrem Schicksal, doch eines Tages lernt sie im Chat den hübschen Justin kennen, der sie dazu drängt, mit ihm zu einer realen Lerngruppe zu gehen.

Doch Justin ist nicht nur ein beliebiger DS-Schüler. Er ist ein Rebell. Er schreibt mit der Hand anstatt mit dem Computer, fährt mit dem Auto anstatt mit der Bahn und trifft sich regelmäßig mit seinen Freunden in Cafés statt im Internet. Maddie ist fasziniert von ihm und seinem Protest gegen die Digitalisierung. Doch als sie herausfindet, dass er und seine Freunde sie nicht per Zufall gefunden haben, sondern ihre ganz eigenen Pläne mit ihr haben, bricht sie den Kontakt ab. Denn was niemand weiß: Maddie ist die Tochter des Direktors der Digital School – und sie hat ein Geheimnis …

_Katie Kacvinskys erster Roman_ gefällt zwar durch seine Grundidee, schwächelt aber bei der Umsetzung. Die Science-Fiction-Welt, in der Maddie lebt, ist wenig originell. Es entsteht der Eindruck, die Autorin hätte einfach die klischeehaftesten Elemente, die man mit der Zukunft in Verbindung bringt, in die Geschichte gepackt. Schnelle Bahnen statt Autos, Sozialleben im Internet, Kinder, die von ihren Eltern in Umerziehungscamps gesteckt werden, wenn sie sich nicht mit der neuen Welt anfreunden können – dies alles kennt man schon. Hinzu kommt, dass Kacvinskys Welt merkwürdig veraltet wirkt für das Jahr 2060. Die Technik, von der sie redet, ist nicht bahnbrechend, alles wirkt so, als ob es auch heute schon spielen könnte.

Ein weiterer Schwachpunkt ist die Protagonistin. Maddie Freeman wirkt stellenweise wie ein Moralapostel. Es gelingt der Autorin nicht, sich wirklich in einen pubertierenden Teenager hineinzuversetzen. Maddie wirkt brav, rational und wenn sie mal über die Stränge schlägt, dann bleibt sie trotzdem in einem gewissen Rahmen. Würde die Autorin sie von vornherein etwas rebellischer zeichnen oder zumindest dafür sorgen, dass sie etwas mehr aus diesem Rahmen fällt, könnte man sich besser mit ihr identifizieren. Immerhin gelingt es der Autorin, Maddies Geheimnis so geschickt aufzulösen, dass sie mit der Zeit sympathischer wird. Eine wirkliche Heldin ist sie trotzdem nicht. Eine Antiheldin auch nicht. Sie ist irgendwo in der Mitte.

Immerhin: Ich-Erzählerin Maddie vermag es, den Leser mitzuziehen. Ihre Gedanken und Gefühle zu den im Buch behandelten Themen werden knappgehalten, sind aber ausführlich genug, dass man in die Geschichte eintauchen kann. Die Handlung ist sauber aufgebaut und hat einige spannende Momente. Auch hier fehlen allerdings zündende Ideen. Die Liebesgeschichte ist in diesem Zusammenhang beinahe obligatorisch, kommt alles in allem aber relativ kitschfrei aus. Wirklich innovativ ist das nicht, aber es lässt sich trotzdem gut lesen. Was allerdings unangenehm auffällt, ist der pädagogische Zeigefinger. Die Botschaft der Autorin, dass eine zu starke Digitalisierung des Internets Gefahren birgt, wird ein wenig zu offensiv vorgetragen. Gerade Jugendliche werden das nicht gerne hören.

Dabei ist das Buch eigentlich perfekt für die Zielgruppe geschrieben. Es lässt sich schnell und flüssig lesen. Das Vokabular ist auf dem Niveau Jugendlicher und passt gut zur Ich-Erzählerin.

_Alles in allem_ ist „Die Rebellion der Maddie Freeman“ aber weit weniger dramatisch, als der Titel das suggeriert. Schuld daran ist vor allem Kacvinskys Drang, einen pädagogischen Unterton in das Buch zu packen. Es wirkt dadurch mehr wie ein Vehikel für ihre Botschaft als wie ein echter Roman. Etwas weniger Zeigefinger und etwas mehr Mut hätten der Geschichte gutgetan.

|Gebunden, 366 Seiten
Originaltitel: Awaken
Deutsch von Ulrike Nolte
ISBN-13: 978-3414823007|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de

_Katie Kacvinsky bei |Buchwurm.info|:_
[„Die Rebellion der Maddie Freeman“ (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7245

Jordan, Sophie – Brennender Kuss (Fireflight 1)

_Die |Firelight|-Trilogie:_

Band 1: _“Brennender Kuss“_
Band 2: „Vanish“ (06.09.2011, noch ohne dt. Titel)
Band 3: – nur angekündigt –

_Die Handlung:_

Als sie Will zum ersten Mal sieht, flieht Jacinda vor dem Jungen mit den haselnussbraunen Augen. Denn sie hat ein Geheimnis: Sie ist eine Draki, ein Mädchen, das sich in einen Drachen verwandeln kann. Nur in ihrem Rudel, hoch oben in den Bergen, glaubt sich Jacinda sicher. Sicher vor den Drachenjägern, die es auf ihre schillernde Haut und ihr purpurfarbenes Blut abgesehen haben. Doch im Rudel braut sich Unheil zusammen. Hat es damit zu tun, dass Jacinda den gut aussehenden Cassian, den zukünftigen Leitdrachen, heiraten soll?

Ihre Mutter verschweigt ihr etwas, als sie bei Nacht und Nebel das Dorf verlassen. Todunglücklich beginnt Jacinda ein neues Leben. Da trifft sie Will wieder und Hals über Kopf verliebt sie sich in ihn. Aber ihre Liebe darf nicht sein – denn Will ist ein Drachenjäger … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Das Besondere an ‚Firelight‘ ist eigentlich weniger die Geschichte an sich, sondern vielmehr die exotische Thematik. Die Autorin beschäftigt sich mit Drakis, Wesen, die einmal Drachen waren, und die sich zu ihrem Schutz in Menschen verwandeln können. In dieser Form bleibt Jacinda, die Protagonistin, auch die meiste Zeit, da es überwiegend für sie nicht sicher genug ist, sich zu verwandeln. Das liegt vor allem an den Feinden der Drakis, den Drachenjägern sowie den Enkos. Allerdings erfährt man beinahe gar nichts über die Feinde der Drakis, abgesehen von den Jägern, zu denen Jacinda notgedrungen Kontakt hat.

Die Charaktere fand ich jedoch alle sehr interessant und sympathisch. Sie erhalten genug Tiefe und man merkt, dass es sich um verschiedene Persönlichkeiten handelt. Jacinda scheint zum Beispiel stark und stur, Cassian ist eher ein reiner Macho und Tamra verletzt und egoistisch.

Ansonsten bleibt die Geschichte aber durchweg sehr spannend und aufregend, was wohl, aber nicht nur, auch an den Drakis liegt. Denn es gibt verschiedene. Jacinda kann beispielsweise Feuer speien, Cassian ist unglaublich stark und Jacindas Mutter kannte sich früher bestens mit Kräutern und ihrer Wirkung aus. Genau das gibt den Drakis noch das gewisse Etwas, da jeder seine eigene Fähigkeit einsetzten kann.

Das Cover ist wunderschön. Wenn man das Buch erst einmal in den Händen hält, sieht es sogar noch besser aus, denn der Umschlag erscheint wie aus Drakischuppen und schimmert sanft. Abgesehen von der treffenden Abbildung von Jacinda, gefällt es mir auch, dass der Titel hier keineswegs zerschunden wurde. Der Titel wurde aus dem englischen übernommen und passt meiner Meinung auch perfekt zu dem ersten Band!

_Die Autorin:_

Sophie Jordan wuchs im Hügelland von Texas auf, das sie schon früh zu Geschichten über Drachen, Kämpfer und Prinzessinnen inspirierte. Neben Literatur für Jugendliche verfasst die ehemalige Highschool-Lehrerin auch historische Romane. Wenn sie nicht gerade schreibt, verbringt sie ihre Zeit gerne mit der Aufnahme von zu viel Koffein (am liebsten in Form von Latte macchiato und Cherry Cola) und bespricht Handlungsstränge mit jedem, der zuhört – ihre Kinder eingeschlossen. Heute lebt die Autorin mit ihrer Familie in Houston.

Bei Loewe erscheint mit „Firelight – Brennender Kuss“ ihr Debüt in Deutschland. Es ist der Auftakt einer emotions- und spannungsgeladenen Paranormal-Romance-Trilogie, die durch originelle Charaktere und eine starke Liebesgeschichte besticht. (Verlagsinfo)

_Mein Fazit:_

‚Firelight: Brennender Kuss‘ ist der Auftakt einer fantastischen Trilogie mit spannenden Wesen. Sophie Jordans Charaktere sind glaubwürdig und fassettenreich. Der flüssige Schreibstil macht ‚Firelight‘ zu einem absoluten Lesegenuss.

|Gebundene Ausgabe: 376 Seiten
Originaltitel: Firelight
Aus dem Amerikanischen von Julia Sroka
ISBN 978-3-7855-7045-6|
[www.loewe-verlag.de]http://www.loewe-verlag.de

_Lisa Kespohl_

Cast, P. C. & Kristin – Verbrannt (House of Night 7)

_|House of Night|:_

Band 1: [„Gezeichnet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6374
Band 2: [„Betrogen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6277
Band 3: [„Erwählt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6550
Band 4: [„Ungezähmt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6755
Band 5: [„Gejagt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6949
Band 6: [„Versucht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7133
Band 7: _“Verbrannt“_
Band 8: „Geweckt“ (erscheint im November 2011)
Band 9: „Bestimmt“ (noch ohne Termin)

_Zoeys Seele ist nach Kalonas Mord_ an Heath in viele Teile zerborsten und Heath in die Anderwelt gefolgt. Noch lebt ihr Körper, allerdings bleiben ihr nur wenige Tage, ansonsten wird sie als ruhelose Seele für immer in der Anderwelt bleiben müssen.

Ihr Krieger Stark ist der Einzige, der sie retten könnte, doch müsste sich auch seine Seele von seinem Körper lösen. Doch wie soll Stark dies überleben?

In Tulsa kämpft derweil Stevie Rae, Zoeys beste Freundin und Hohepriesterin der roten Vampyre, mit ganz eigenen Problemen. Die roten Jungvampyre, die sich für die Finsternis entschieden haben, geraten nun völlig außer Kontrolle. Hat Stevie Rae eine Chance diese noch auf ihre Seite zu ziehen?

_Kritik_

„Verbrannt“ schließt direkt an seinen Vorgänger „Versucht“ an. Zoeys Seele ist nach dem grausamen Mord an Heath vor Verzweiflung zerborsten. Dies bedeutet den sicheren Tod der jungen Hohepriesterin der Nyx und ihre Freunde setzen alles daran, zu erfahren, wie Zoey gerettet werden kann.

Mit dem siebten Band der erfolgreichen „House of Night“-Serie beweist das Autorenduo Cast, dass es sich durchaus einem wunderbaren Sprachstil bedienen kann. Mancher Leser wird sich daher aber auch fragen, warum dieser durch verschiedene Dialoge, die wie immer gewollt jugendlich sind, gestört wird. Besonders auf den ersten Seiten kann dies, bis der Leser sich wieder daran gewöhnt hat, schon als störend empfunden werden. Ansonsten ist dem Erzählstil der Autorinnen nichts entgegenzusetzen, leicht verständlich und flüssig wird das neue spannende Abenteuer der Jungvampyre erzählt. Nachdem die reizvollen Ereignisse bis zum sechsten Band vorwiegend in Tulsa gespielt haben, wird der Radius nun erweitert. Bereits in „Versucht“ reisten die Jungvampyre nach Italien, wo es zu dem schockierenden Showdown kam. Nun wird der Wirkungsbereich nochmals ausgedehnt, ein Teil der Geschichte spielt sich nun auch auf einer schottischen Insel ab. Somit werden die Leser nun nicht mehr nur mit indianischen Legenden konfrontiert, auch die schottischen Sagen werden angerissen. Der spannende und unterhaltsame Plot wird so geschickt erweitert. Dabei bleiben sich P. C. und Kristin Cast aber treu, in gewohnt düsterer Atmosphäre wird die Geschichte um die Vampyre und Jungvampyre weitererzählt.

In „Verbrannt“ spielt die Geschichte an verschiedenen Orten. Die Ereignisse in Tulsa wechseln sich mit denen in Venedig, der Isle of Skye und auch der Anderwelt ab. Durch geschickte Wechsel der Handlungsorte erreicht der ohnehin schon reizvolle Spannungsbogen immer wieder neue Höhen, die den Leser an die Geschichte fesseln.

Mit dem Wechsel der Orte ändert sich auch die Perspektive, ein unbefangener Beobachter erzählt rückblickend die Ereignisse und konzentriert sich dabei auf die im Kapitel angesprochene Figur. Lediglich die Vorkommnisse in der Anderwelt werden wie gewohnt aus Zoeys Blickwinkel geschildert. So kann der Leser leicht nachvollziehen, was die einzelnen Charaktere antreibt und die abwechslungsreiche Handlung bekommt deutlich mehr Raum, sich zu entfalten.

Die Protagonisten wie auch die Gegenspieler werden auch im siebten Teil weiter ausgebaut und entwickeln sich authentisch weiter. Bei Zoey merkt der Leser schnell, wie sehr sie ihren menschlichen Gefährten Heath geliebt haben muss, auch in der Anderwelt mag sie sich nicht von ihm trennen. Passend zum Plot ist Zoey aber hier mehr eine Nebenfigur.

P.C. und Kristin Cast haben den Blickwinkel hier auf die scheinbar unmögliche Rettung Zoeys gelegt, daher bekommen ihre Verbündeten deutlich mehr Spielraum. Allen voran Stevie Rae, deren Sprache zwar teilweise nervtötend wirkt, ist aber sonst eine sehr charakterstarke und sympathische Persönlichkeit. Neben der Rettung Zoeys hat Stevie Rae allerdings auch ein eigenes Problem, das hervorragend konzipiert ist. Bei Zoey sind Aphrodite, ihr Krieger Stark und die beliebte „Streber Clique“. Ganz neu treten hier die Krieger der „Eilean nan Sgiath“, der Insel der Frauen, auf den Plan. Besonders deren Königin Sgiach und ihr durch Eid gebundener Krieger Seoras MacUallis werden anschaulich beschrieben.

Farbe und Stil des Covers sind gleichbleibend gestaltet, auf schwarzem Hintergrund sind verschiedene Ornamente durch Spotlack hervorgehoben. Lediglich die junge Frau sieht merklich anders aus, so wie der Leser sich Stevie Rae vorstellen könnte. Die verschiedenen Kapitel tragen jeweils den Hauptdarsteller als Überschrift, so ist immer klar, wer gerade das Wort führt.

_Autorinnen_

Phyllis und Kristin Cast sind das erfolgreichste Mutter-Tochter-Autorengespann weltweit. Sie leben beide in Oklahoma, USA. „House of Night“ erscheint in über 40 Ländern und hat weltweit Millionen von Fans.

_Fazit_

Auch mit dem siebten Band ihrer erfolgreichen „House of Night“-Serie gehen den Autorinnen Phyllis und Kristin Cast die Ideen anscheinend noch lange nicht aus. Ein fesselnder Plot, gepaart mit glaubwürdigen Protagonisten und anschaulichen Handlungsorten machen süchtig.

Ungewöhnlich für einen siebten Band, ist „Verbrannt“ eine erneute Steigerung der Serie. Abwechslungsreich, faszinierend und spannend überzeugt „Verbrannt“ mit Sicherheit die Fans der Serie.

|Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Originaltitel: Burned
ISBN-13: 978-3841420077|
[www.fischerverlage.de]http://www.fischerverlage.de

Minninger, André (Adaption), Nevis, Ben (Autor) – Die drei ??? und die Rache der Samurai (Folge 145) (Hörspiel)

Mit Folge 145 leisteten die inzwischen zu |Sony Music| gehörenden |EUROPA|-Studios ein weiteres Pensum an Vertonungen der berühmten Jugendbuchserie „Die drei ??? ® „. Damit hinkt man in Hamburg allerdings dem Stuttgarter Stammhaus der Reihe aber immer noch gut 10 bis 15 Fälle hinterher, denn bei |Kosmos| hat man die magische 150er-Marke inzwischen längst satt überschritten und die Fälle 160+ sind bereits fest angekündigt. Doch die Hörspiele holen, im Moment jedenfalls, wacker auf, den pro Quartal durchschnittlich zwei neu veröffentlichten Büchern, stehen derzeit drei Audio-Adaptionen im gleichen Zeitraum entgegen. Wobei die Hörspiele in Deutschland fast schon traditionell die größere Anhängerschaft vorweisen können. Im März 2011 konnte diese dann auch endlich Ben Nevis‘ „Rache der Samurai“ in ihre CD-Player stopfen – nach immerhin zwei Jahren Wartezeit.

_Zur Story_

Takashi Yukawa, der Schulleiter des „Shadowstone“-Jungeninternats wendet sich Hilfe suchend an die drei Detektive: Der Schüler Percy Zuckerman ist seit fünf Tagen verschwunden. Die Polizei ist zwar verständigt, geht aber davon aus, dass Percy einfach mal wieder abgehauen ist. Dazu muss man wissen, dass sich das Klientel des Internats sehr stark aus recht schwer erziehbaren Sprösslingen reicher Familien rekrutiert und somit nicht den allerbesten Ruf besitzt. Der Schulleiter ist allerdings ziemlich sicher, dass etwas anderes dahinter steckt. Percy hatte zuvor einen anderen Schüler bezichtigt einen Diebstahl sowie einen tätlichen Angriff auf den Hausmeister begangen zu haben, worauf hin dieser von der Schule flog. Kurz darauf fand sich ein japanischer Schriftzug in blutroter Farbe, welcher „Percy Verräter“ kundtat. Offensichtlich das Werk eines der Schüler aus der elitär-verschworenen Samurai AG, zu der auch der Geschasste gehörte. Percy jedenfalls verschwand darauf spurlos. Flucht, Entführung oder vielleicht Schlimmeres?

Die drei ??? willigen ein, sich als vermeintliche Interessenten ins Internat einschleusen zu lassen. Das heißt, Justus und Peter werden dort mit getürkter Vita einquartiert, Bob übernimmt den Außenposten im angrenzenden Örtchen. Die Schulregeln sind rigide: Feste Schlafens- und Essenszeiten, keine Handys – und als Krönung mögen die alteingesessenen Schüler keine Frischlinge. Schon gar nicht, wenn sie neugierige Fragen stellen und herumschnüffeln. Was sich ohnehin als schwierig entpuppt, da Mr Yukawa ihnen keine Schützenhilfe geben kann, weil er wegen dieser Vorkommnisse vor dem Trägerverband der Schule antreten muss und daher die nächsten drei Tage nicht vor Ort ist. Alsbald kristallisiert sich heraus, dass an der ominösen Samurai AG mehr dran ist, als bloßes sportliches Interesse an japanischen Kampftechniken und Traditionen seitens seiner Teilnehmer. Mancher Schüler der AG hat sich mit der Krieger-Philosophie dermaßen identifiziert, sodass es schon in Fanatismus ausartet. Kotzbrocken Sean Doherty, vormals Percys, und jetzt ausgerechnet Peters, Zimmergenosse ist der Glühenste von ihnen.

_Eindrücke_

Die Grundstimmung geht irgendwie gefühlt in Richtung des ebenfalls kürzlich veröffentlichten und vertonten Falles „Brainwash – Gefangene Gedanken“. Wieder einmal müssen die drei Detektive undercover tätig werden, wobei sich zumindest im Hörspiel doch sehr viel Mühe gegeben wird, dies – auch vor den Augen der anderen Schüler – plausibel aussehen zu lassen. Das erfordert zwar ein gerüttelt Maß an Geschwafel zu Beginn, doch ab dem zweiten Drittel zieht das Tempo dann doch merklich und dankenswerterweise an. Selbstverständlich dürfen auch einige Actionelemente nicht fehlen und dennoch bleibt die Geschichte eher eine der gemächlicheren Vertreterinnen ihrer Zunft, wobei Titel und Coverbild durchaus etwas anderes signalisieren. Prinzipiell ist an der Story nicht viel auszusetzen, nur dass sie sich trotz der Kürzungen gegenüber der Vorlage, immer noch vergleichsweise zäh hinzieht und sich zuweilen in überzogenem Geplänkel verliert. Die Akteure muss man aber sowieso erst einmal in Ruhe mental sortieren, sonst blickt man nicht zuletzt dank einiger Namensähnlichkeiten nicht mehr so recht durch, wer mit wem und warum.

Handwerklich ist man bei den Profis von EUROPA selbstredend mal wieder auf der sicheren Seite, wobei ein paar kleine Extra-Bonbons das „Look and Feel“ im Kopfkino noch etwas hätten steigern können. Das ganze Japan-Thema etwa hätte durch die Verwendung authentischer(rer) Begriffe den letzten Schliff erhalten. Das fängt mit dem „Schwertkampf“ an, der zu Übungszwecken eigentlich immer ein Stockkampf ist – das berühmte „Kendo“, dementsprechend müsste die AG auch so heißen und nicht „Samurai“. Der angeblich so japanophile Lehrer unterbricht einen Kampf nicht mit dem korrekten Kommando („Ma-te!“), sondern mit einem westlichen „Halt!“. Auch die Anrede „Meister“ klingt für Freunde der besagten Krieger-Kultur befremdlich und spätestens seit den „Teenage Mutant Ninja Turtles“ weiß jedes Kind, dass dieser vorzugsweise und stilecht mit „Sensei“ tituliert wird. Aber das ist jetzt alles ziemliche Haarspalterei. Im Großen und Ganzen kann man mit der thematischen Umsetzung gut leben, grobe Schnitzer sind Fehlanzeige.

_Die Produktion_

Drehbuch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Conrad, George, Morgenstern

|Sprecher und Figuren:|

Oliver Rohrbeck (Justus Jonas), Jens Wawrczeck (Peter Shaw), Andreas Fröhlich (Bob Andrews), Wilfried Diallaz (Takashi Yukawa), Michael Lott (Frank Hektor), Leonhard Mahlich (Sean Doherty), Jasmin Wagner (Mandy), Philipp Baltus (Zeno Daniels), Jesse Grimm (Percy), Jens Wendland (Keko), Peter Buchholz (Anthony Fender), Thomas Fritsch (Erzähler)

_Fazit_

Ein leichter Hauch von Hogwarts umweht diese Folge, nur dass die Zauberstabduelle hier auf Schloss Schattenstein (nicht zu verwechseln mit Schreckenstein) wesentlich rustikaler und fast ausnahmslos „voll auffe Omme“ ausfallen. Und das natürlich ganz ohne übersinnlich-magischen Hokuspokus. Insgesamt eine stimmungsvolle Folge, die sich aber mit einer Laufzeit von satt oberhalb einer Stunde die eine oder andere Länge gönnt und nicht immer den authentischen Ton des Grundthemas trifft, wodurch der Funke vielleicht nicht so recht überspringen mag. Selbstverständlich werden auch einige sattsam bekannte Serienklischees bedient. Wat mutt, dat mutt. Ansonsten gibt es an der sauber produzierten Umsetzung dieses Mittelfeld-Falles nicht viel auszusetzen. Eine 3+ kann man durchaus vertreten.

|Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 74 Minuten
Story von Ben Nevis nach Figuren von Robert Arthur
EAN: 886978014528|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

Mehr als 80 weitere Rezensionen zu den „Drei ???“ findet ihr in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book .

Plichota, Anne & Wolf, Cendrine – Entschwundenen, Die (Oksa Pollock 2)

_|Oksa Pollock|:_

Band 1: [„Die Unverhoffte“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7073
Band 2: _“Die Entschwundenen“_
Band 3 – 6: -geplant-

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt Oksa und ihrem Freund Gus nach dem Kampf mit Orthon, besser bekannt als Mr. McGraw, nicht. Kurze Zeit später verschwindet Gus plötzlich nach dem Unterricht auf mysteriöse Weise, Oksa kann nur sein Handy finden. Erst einmal kann sich keiner der „Rette-sich-wer-kann“ (eine geheime Gruppe, die dem magischen Ort Edefia entfliehen musste) erklären, wie Gus am helllichten Tage auf dem Gelände der St. Proximus verschwinden konnte.

Nach dem sich die „Rette-sich-wer-kann“ beraten haben, steht fest, dass Gus einem magischen Fluch zum Opfer fiel und er eingemäldet wurde, was bedeutet, dass er in einem Gemälde gefangen ist. In Edefia ist dies gleichzusetzen mit einem Gefängnis. Um wieder freizukommen, muss der Gefangene die schwersten Prüfungen bestehen. Um Gus zu retten, lassen sich Oksa, ihr Vater Pavel, Leomido, der Feenmann Abakum, Gus Adoptivvater Pierre und der geheimnisvolle Tugdual ebenfalls eingemälden. Mit von der Partie ist Dragomiras Plempline und auch die Sensybille begleitet die Abenteurer.

Die Reise durch das Gemälde stellt Oksa und ihre Gefährten vor die härtesten Prüfungen ihres Lebens und ihr Leben wird nicht nur einmal gefährdet. Doch nicht nur sie sind in großer Gefahr, in London werden Dragomira und Oksas Mutter Marie von den Treubrüchigen bedroht, da es in den eigenen Reihen einen Verräter gibt, doch wer hat die Seiten gewechselt?

_Kritik_

Mit „Die Entschwundenen“ gehen die Abenteuer von Oksa Pollock und den „Rette-sich-wer-kann“ in die zweite Runde. Die Autorinnen Anne Plichota und Cendrine Wolf lassen ihrer Fantasie wieder freien Lauf und so dürfen wir Leser uns erneut auf die unterhaltsamen Erlebnisse der „Rette-sich-wer-kann“ und deren Gegenspieler freuen.

Die Autorinnen bedienen sich einem auch schon für junge Leser geeigneten, klaren Erzählstil, dem spielend gefolgt werden kann. Unterstützt wird dies durch eine angenehme Satzlänge und 64 kurze Kapitel, das ist besonders für die jungen Leseratten sehr vorteilhaft. Dabei hauchen Anne Plichota und Cendrine Wolf ihren sympathischen Figuren und der hier ungewöhnlichen Umgebung, in der die fantasievolle Geschichte spielt, so viel Leben ein, dass der Leser sich diese schnell bildlich vor Augen führen kann. Auch die Handlung an sich zeigt, dass sich hier zwei kreative und vor allem einfallsreiche Köpfe zusammengetan haben. Gemeinsam wurde hier ein origineller Plot entwickelt, der mit viel Charme besticht.

Im Rückblick auf die Ereignisse wird uns Lesern die Geschichte aus der Perspektive eines Beobachters erzählt. Da sich die Ereignisse zeitgleich in zwei verschiedenen Ebenen abspielen, wechselt diese Person immer mal wieder von den Erlebnissen der „Eingemäldeten“ zu den „Rette-sich-wer-kann“, die sich im realen London aufhalten. So kann der Leser beide Gruppen gut im Auge behalten. Da sich die Perspektivwechsel immer an besonders spannenden Stellen ereignen, wird der sowieso schon fesselnde Spannungsbogen noch zusätzlich erhöht. Die verschiedenen Handlungsstränge fügen sich in ein stimmiges Gesamtbild zusammen und harmonieren sehr gut miteinander. Mit einem neugierig machenden Cliffhanger endet dann auch der zweite Teil um Oksa Pollock viel zu schnell. Auch wenn die Abenteuer zufriedenstellend bewältigt wurden, möchte man doch zu gerne und am besten sofort wissen, wie die Geschichte weitergeht.

Oksa und ihre Familie lernt der Leser in „Die Entschwundenen“ noch besser kennen, Gleiches gilt auch für die Mitstreiter auf dem Weg zurück nach Edefia. Oksa findet sich mittlerweile mit ihrer Bestimmung besser ab und kann ihre Gaben sehr gut annehmen. Mit ihrer ehrlichen und charmanten Art wickelt sie die Leser schnell um den Finger. Glaubwürdig entwickelt sich die junge Protagonistin weiter und zeigt sich dabei auch etwas als Vorbild für die Zielgruppe. Mit Werten wie Respekt, Charakterstärke, Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit ausgestattet ist sie keinesfalls eine unsympathische Überfliegerin, sondern aufgrund ihrer auch mal explosiven Art sehr menschlich.

Ebefalls lernt der Leser Oksas Vater Pavel Pollock besser kennen, auch er hütet eine besondere Gabe, die sich als lebensrettend erweisen dürfte. Auch wenn Pavel sich so manches Mal gegen eine Rückkehr nach Edefia ausspricht, steht er doch mit seinen geballten Kräften hinter der gemeinsamen Sache.

Tugdual, ebenfalls ein junger und im „Da-Draußen“ geborener „Rette-sich-wer-kann“ bleibt düster und geheimnisvoll, scheint aber eine ehrliche Haut zu sein der unbedingt hinter der jungen Huldvollen und der „Rette-sich-wer-kann“ steht. Nur Gus scheint ihm ein Dorn im Auge und nicht nur einmal kommt es zwischen den beiden zu vernichtenden Auseinandersetzungen. Zudem bringt Tugdual Oksas Gefühle ordentlich durcheinander.

Selbstverständlich dürfen auch die nicht menschlichen Wesen aus Edefia hier nicht fehlen, ob Plemplem und Plempline, Sensybille, Kapirnix oder auch die empfindliche Goranov, gerade diese Geschöpfe machen die Geschichte unverwechselbar und bezaubernd charmant.

Das Cover ist in grünen Tönen gehalten, lediglich das in Flammen stehende „Oksa Pollock“ und die drei für dieses Buch wichtigsten Darsteller, Oksa, Gus und Tugdual werden hier hervorgehoben. Der Titel und die wunderschönen Blumenranken passen sich dem Hintergrund perfekt an.

_Die Autorinnen_

|Anne Plichota|

Geboren in Dijon, ist Bibliothekarin in Straßburg, studierte Chinesisch und Kulturwissenschaften, lebte einige Zeit in Korea und arbeitete in China. Sie hat eine elfjährige Tochter, ist ein Fan von angelsächsischer Literatur und interessiert sich für Geschichten und Sehnsüchte anderer Menschen.

|Cendrine Wolf|

Geboren in Colmar, studierte Sport und arbeitete viele Jahre mit Kindern, bevor sie Bibliothekarin in Straßburg wurde. Sie liebt alles, was schnell ist, fantastische Literatur und malt sehr gerne.

_Fazit_

Auch der zweite Band um Oksa Pollock, „Die Entschwundenen“, besticht wieder durch kreative Ideen und liebenswerte Charaktere. Schnell ist der Leser von der faszinierenden Handlung gefesselt.

Geübte Buchwürmer ab ca. 10 Jahren, aber auch erwachsene Liebhaber fantastischer Literatur werden mit viel Spaß in der zauberhaften Atmosphäre versinken können, die die beiden Autorinnen hier geschaffen haben.

Anne Plichota und Cendrine Wolf haben die Reihe um Oksa Pollock momentan auf sechs Bände ausgelegt, deren Verlauf man unbedingt im Auge behalten sollte.

|Gebundene Ausgabe: 459 Seiten
ISBN-13: 978-3789145032
Originaltitel: La Forêt des égarés
Übersetzt von: Bettina Bach und Lisa Maria Rust|
[www.oetinger.de]http://www.oetinger.de

Kelley Armstrong – Höllenglanz (Die dunklen Mächte 3)

Ein Werwolf, eine Hexe, ein Magier und eine Nekromantin – In Kelley Armstrongs Reihe „Die dunklen Mächte“ fliehen vier paranormale Jugendliche vor ihren Machern. Das ist nicht immer einfach, doch ihre starken, wenn auch manchmal unberechenbaren Kräfte helfen ihnen. In „Höllenglanz“ glauben sie, endlich in Sicherheit zu sein, doch sie täuschen sich.

Nachdem Ich-Erzählerin Chloe, Tori, Derek und Simon Zuflucht bei Andrew gefunden haben, einem Verbündeten, fühlen sie sich sicher genug, um nach ihrer spektakulären Flucht aus Lyle House durchzuatmen. Während die Erwachsenen darüber verhandeln, ob sie helfen wollen, weitere Freunde der vier aus Lyle House zu befreien, wächst die Gruppe zusammen. Wider Erwarten knüpft Chloe sogar freundschaftliche Bande mit der Zicke Tori.

Doch der Frieden ist nur von kurzer Dauer. Da sich die Gruppe um Andrew nur schwer dazu entscheiden kann, ob sie den vier helfen will, schmieden diese ihre eigenen Pläne. Sie wollen weiterziehen, ihre Freunde befreien und außerdem den Vater von Derek und Simon finden. Doch dann geht es plötzlich drunter und drüber. Dereks erste vollständige Verwandlung in einen Werwolf steht an, Tori entdeckt Hinweise, die die vier an Andrews Absichten zweifeln lassen, und ein wahnsinniger Geist belästigt Chloe.

„Höllenglanz“ kann sich im Vergleich zu seinem Vorgänger „Seelennacht“ ein ganzes Stück steigern. Auch dieses Mal wird nur ein sehr kurzer Zeitabschnitt im Leben der vier behandelt, doch dieser dafür umso intensiver. Neben der eigentlichen Handlung steht das Innenleben der Gruppe im Vordergrund. Während sich Erstere durch mehr Aktion und Verwicklungen angenehm von der Handlung von „Seelennacht“ abhebt, glänzt Armstrong vor allem bei Letzterem. Sie hat ein gutes Händchen für die Konflikte von Teenagern, die aufgrund widriger Umstände auf engsten Raum zusammengepfercht sind. Neben kleineren Reibereien gibt es auch wenig Romantik, die glücklicherweise gänzlich ohne Kitsch auskommt.

Auffällig ist dabei, wie sich die Charaktere von Buch zu Buch weiterentwickeln. Das fällt vor allem bei Tori auf, die die Rolle des Störenfrieds innehat. Sie mag die anderen nicht und lässt sie dies deutlich spüren. Allmählich wird sie aber freundlicher und taut auf. Ihr wird klar, dass diese Zweckgemeinschaft für sie momentan die einzige Möglichkeit ist. Anstatt Tori in ihrer Rolle als Zicke zu belassen, erlaubt die Autorin ihr, aus ihrem Schatten zu treten und beinahe so etwas wie eine Freundschaft mit Chloe zu beginnen. Auch die anderen Figuren entwickeln sich weiter und werden erwachsener.

Der Schreibstil ist für ein Jugendbuch erfreulich niveauvoll. Armstrong schreibt nüchtern, aber packend und baut mithilfe ihrer Worte eine tolle Atmosphäre auf. Ich-Erzählerin Chloe sorgt zudem dafür, dass man die emotionale Seite der Geschichte einsieht und versteht. Ihre Gedanken und Gefühle werden knapp, aber authentisch dargestellt und machen „Höllenglanz“ noch vielschichtiger und interessanter.

„Höllenglanz“ ist ein guter Fantasyroman für Jugendliche, der neben der mitreißenden Handlung vor allem durch seine Erwachsenheit und das hohe Niveau gefällt.

Gebunden, 397 Seiten
Originaltitel: Darkest Powers: The Reckoning
Deutsch von Christine Gaspard
ISBN-13: 978-3426283431

Rauchhaus, Susanne – Messertänzerin, Die

_Divya ist eine Dienerin_ und gehört damit zur untersten Kaste in der Stadt Pandrea. Die Leiterin der Höheren Töchterschule ist ihre Herrin und zeigt Divya deutlich, wo ihr Platz ist. Divya aber ist nicht bereit, sich damit abzufinden. Heimlich belauscht sie den Unterricht der anderen Mädchen und lernt so, was sie lernen. Sie bringt sogar einen jungen Offizier der Wache dazu, ihr Unterricht im Nahkampf zu erteilen, weil sein Können sie fasziniert. Damit zieht sie jedoch unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich, und ehe sie sichs versieht, ist sie in politische Ränke erster Güte verwickelt …

_Klingt eigentlich_ recht vielversprechend. Leider hat das Buch nicht gehalten, was es versprach.

Divya ist nicht unsympathisch. Ihr hervorstechendster Charakterzug ist, dass sie alles hinterfragt, nichts für selbstverständlich nimmt. Und sie vertraut auf ihre eigenen Erfahrungen, die oft genug dem widersprechen, was man sie glauben machen will.

Ganz im Gegensatz zu Tajan, dem Jungen, der ihr das Kämpfen beibringt. Er hat vorbehaltlos alles akzeptiert, was er im Laufe seines Lebens gelernt hat. Der Bursche, der im Klappentext als düster beschrieben wird, ist eigentlich nicht mehr als ein naiver, gutgläubiger junger Spund.

Jolissa wiederum hat nicht vor, sich an sämtliche Regeln zu halten, die für junge Mädchen höheren Standes gelten. Im Gegensatz zu Divya stellt sie die Gültigkeit dieser Regeln aber nicht grundsätzlich in Frage, sondern lebt einfach nur den Übermut und die Neugierde einer eingesperrten, gelangweilten Jugendlichen aus.

Mehr gibt es zu den Charakteren eigentlich nicht zu sagen. Vor allem Tajan ist blass und farblos geblieben, aber auch die beiden Mädchen kommen dem Leser nicht so nahe, dass er ihretwegen feuchte Hände bekäme oder gar Tränen vergießen würde.

Dasselbe kann man eigentlich auch von allen anderen Aspekten der Geschichte behaupten. Alles wird nur gestreift, nichts vertieft. Pure Nachvollziehbarkeit ist die absolute Obergrenze. Offenbar gibt es in dieser Welt Magie, im Zusammenhang mit den Magiern wird allerdings hauptsächlich von Erfindungen gesprochen wie Augengläsern und Ähnlichem, was ja nun gar nichts mit Magie zu tun hat. Das Einzige, was zumindest ein wenig magisch klingt, sind die |Lichter|, von denen allerdings nur gesagt wird, dass sie den Menschen bei ihrem Tun helfen, wenn man sie mit Zuckerwasser belohnt. Auch über die Tassari erfährt der Leser im Grunde gar nichts: nicht, woher sie kommen, nichts über ihre offenbar besondere Beziehung zu den |Lichtern|. Und was genau ist nun eigentlich ein Sujim?

Die Handlung gibt leider auch nicht allzu viel her. Susanne Rauchhaus verwendet denselben Kniff wie Christoph Marzi in seinen Uralten Metropolen: Sie steigt an einer Stelle mitten in der Geschichte ein, um dann zunächst die Entwicklung bis dahin zu erzählen, ehe sie die Erzählung weiterführt. Leider ist es ihr im Gegensatz zu ihrem Kollegen nicht gelungen, das Niveau des ersten Kapitels zu halten. Macht die merkwürdige Anfangssituation den Leser zunächst noch neugierig darauf, wie es dazu kam, verpufft diese Neugierde nur zu bald wieder, weil in der abgeschotteten Schule im Grunde nichts passiert, außer, dass die Autorin ihre Heldin mit Jolissa und Tajan zusammenführt.

Aber auch, als der Leser die Stelle erreicht, an der er ganz zu Beginn des Buches schon einmal stand, nimmt die Handlung nicht wirklich Fahrt auf. Alles entwickelt sich viel zu leicht, läuft viel zu glatt, plätschert geradezu dahin. Die Stadtwache agiert so unfähig, dass es schon unglaubwürdig ist, und stellenweise regelrecht lächerlich! Warum um Himmels Willen sollte sollte eine Patrouille, die eine Handvoll Stadtbewohner festnimmt, dabei brüllen, als stürmte sie in eine Schlacht? Ich konnte nur den Kopf schütteln.

Dazu kommen logische Fehler, die die Glaubwürdigkeit nicht gerade verbesserten. Auswärtige Händler werden nicht in die Stadt gelassen, statt dessen zwingt man sie, ihre Waren für ein Almosen herzugeben, verkauft dieselben Waren dann teuer in der Stadt und steckt den Gewinn in die eigene Tasche? Und das seit fünfundzwanzig Jahren? Wie dämlich sind diese auswärtigen Händler, dass sie überhaupt noch nach Pandrea kommen?? Es gibt doch genug andere Städte, wo man Handel treiben kann!
Und wie kommt es, dass einige Menschen empfänglich für geistige Beeinflussung sind und andere nicht? Vielleicht sind die Magier immun dagegen, weil sie Magier sind, die Tassari, weil sie Tassari sind. Aber warum Jolissa?

Und wie kann ein Magier, der offenbar in der Lage ist, das kollektive Bewusstsein der |Lichter| zu nutzen, sich so leicht belügen lassen? Kann so jemand wirklich die ungeheuerlichen Aussagen eines einzigen Mannes akzeptieren, ohne auch nur zu versuchen, sie zu überprüfen? Es wäre doch so leicht gewesen, die |Lichter| zu fragen!

_Bleibt zu sagen_, dass der Klappentext wieder einmal totale Irreführung war. Ein düsterer Wächter? Tajan? Ein Witz! Und das, was Divya von den Lichtern gehört hat, kann man kaum eine Prophezeiung nennen!

Schade, aber ich habe selten erlebt, dass gute Ideen so wenig ausgeschöpft und so blass umgesetzt wurden. Der erste Teil des Buches kommt nicht über Belanglosigkeit hinaus, da die Charaktere zu blass sind, um der Freundschaft zwischen Divya und Jolissa oder auch den entstehenden Romanzen Intensität zu verleihen. Die Handlung verläuft – abgesehen von dem Kniff am Anfang – völlig linear und einfach, und dass die Wache so unfähig ist, nimmt der Handlung jegliche Spannung, weil die Heldin zu keiner Zeit wirklich unter Druck gerät. Der Showdown schließlich wirkt hölzern und unrealistisch, denn die Rebellen sind im Grunde genauso unfähig wie die Wachen. Vieles – wie Divyas Herkunft – ist zudem völlig vorhersehbar. Die Tassari und alles, was mit der Magie und den |Lichtern| zu tun hat, wird derart stiefmütterlich behandelt, als hätte die Autorin die Entwicklung von Stimmung oder gar Flair unbedingt verhindern wollen. Das ganze Buch wirkt unbeholfen und trocken wie Stroh. Dabei hätte man aus all den Ideen so viel machen können.

_Susanne Rauchhaus_ arbeitete nach einer Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin zunächst in einer Werbeagentur und in der Redaktion einer Fachzeitschrift. Ihr erster Roman „Der Hexenspiegel“ erschien 2008, seither hat sie drei weitere Romane geschrieben, außerdem erschien ihre Kurzgeschichte „Verdammter Schnee“ in der Anthologie „Fantastische Weihnachten“. Die Autorin lebt und arbeitet in Stuttgart.

|Gebundene Ausgabe: 367 Seiten
ISBN-13: 978-3800056033|
[www.ueberreuter.at]http://www.ueberreuter.at
[www.susanne-rauchhaus.de]http://www.susanne-rauchhaus.de/index.html

_Susanne Rauchhaus auf |Buchwurm.info|:_
[„Die Übersinnlichen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6015
[„Schattenwesen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6217

Erlhoff, Kari – Die drei ??? und der Meister des Todes (Band 155)

In letzter Zeit jettete man in einer von Deutschlands wohl beliebtesten, bekanntesten und dienstältesten Jugendserien von einem Jubiläum zum anderen. Und immer noch reißt der Strom an Neuveröffentlichungen nicht ab, wobei sich die „Die drei ???“ seit 1993 bekanntlich fest in deutscher Hand befinden. Zwei bis drei frische Bände erscheinen in der Regel pro Quartal. Die Zusammensetzung der Autoren bei |Kosmos| wechselte – vor allem in jüngster Geschichte – zwar immer wieder, Kari Erlhoff gehört jedoch seit ihrem Debüt „Tödliches Eis“ von 2008 inzwischen zum festen Stamm der aktiven Geschichtenschreiber. Der Fall „…und der Meister des Todes“ von August 2010 ist (neben ihrer Beteiligung an der Anthologie “ … und die Geisterlampe“) ihr 6. Beitrag zur Serie und insgesamt schon der 155. der berühmten Juniorschnüffler aus Rocky Beach.

_Zur Story_

Derzeit sind Filme als Schulprojekte angesagt, und da Justus, Peter und Bob sicher bei keiner Schnulze und auch keinem Pferdefilm mitwirken wollen, landen sie im Horror-Genre. Immerhin stimmt das thematisch mit ihren sonstigen Interessen als ambitionierte Junior-Detektive halbwegs überein. Wobei so ganz glücklich ist insbesondere Justus nicht über die Rolle des übergewichtigen Serienkillers. Er gibt aber sein Bestes. Peter ist schon besser dran, denn er ist selbstverständlich für die Tricks zuständig, schließlich arbeitet sein Dad ja in einer Special-Effects-Abteilung Hollywoods. Eigentlich sollte auch seine Freundin Kelly mitmachen, doch die fiel wegen Magen-Darm kurzfristig aus. Dafür meldete sich die als schräg geltende Latona als Ersatz. Bob hat eher kleinere Szenen und einen recht lauen Job, ebenso wie der zurückhaltende Frank. Komplettiert wird die Gruppe durch die etwas weinerliche Mary-Ann, die passenderweise die weibliche Opferrolle besetzt. Zuguterletzt ist da noch Zack, er hat das Drehbuch geschrieben und führt auch Regie.

Leider ist die Schule als Location nicht grade ideal und so kommt es, dass der Horror-AG durch Zufall ein altes, abseits an der Küste gelegenes Haus als Drehort angeboten wird. Dort können sie praktischerweise auch gleich übernachten. Es ist ein geheimnisvolles Fleckchen mit einer sehr bewegten wie düsteren Geschichte, wie die Besitzerin Mrs. Sciutto zu berichten weiß. Ihr Mann war passionierter Puppenspieler, eine Tradition, welche die Familie aus ihrer ursprünglichen Heimat Venedig mitbrachte. Er wurde „Der Meister des Todes“ genannt, denn angeblich starben die Sciutto-Puppenspieler niemals sondern verschwanden irgendwann einfach. Auf der anderen Seite gab es in ihrem Umfeld auch immer wieder rätselhafte Unglücksfälle, so als wolle der überlistete Gevatter Tod sich sozusagen zum Ausgleich anderweitig Kundschaft besorgen. Inzwischen steht das Haus schon lange leer, seit der letzte „Meister“ verschwand – doch seine Puppen hängen immer noch dort und erwarten die Jugendlichen als stummes Spalier. Darunter auch der Sensenmann.

_Eindrücke_

Kari Erlhoff hat sich inzwischen als feste Größe bei den neuen ???-Büchern etabliert, wobei bei ihr immer gern die „klassischen“ Serienelemente und Figuren besondere Beachtung finden. Hier ist es „nur“ Ersteres, und mal nicht ein Revival von Figuren wie Skinny Norris („Der unsichtbare Gegner“) oder Jamie Allison („Feurige Flut“). Das Line-Up besteht – abgesehen von den Hauptprotagonisten, natürlich – aus in der Serie bislang vollkommen unbekannten Mitschülern der drei Fragezeichen, denen wie in einem beliebigen, neuzeitlichen Teenie-Slasher, ganz bestimmte Funktionen zukommen. Da gibt es die panische Mary-Ann, den coolen Zack, die etwas abseitige Latona, den zurückhaltenden Frank und natürlich die allseits bekannten Charaktere der drei ???. Das alles passt ganz gut zur Thematik, denn in der Tat drehen die Jugendlichen ja einen Horrorfilm, wobei die schön spukige Kulisse wiederum Anleihen an den Achtzigerjahre Mystery-Streifen „Joey“ vermuten, und das Leitmotiv an den (Nicht-???-)Film „Das Geisterschloss“, denken lässt.

Selbstverständlich läuft das Ganze auf eine rationale Erklärung hinaus und geht ganz ohne Übersinnliches über die Bühne. Ehrensache. Obwohl mit dieser Karte – Pardon: Marionette – kräftig gespielt wird und natürlich auch wieder mit dem einen oder anderen liebgewonnenen Serienklischee. Auch das ist Ehrensache. Dass dabei aber auch so manch witziger Moment herumkommt, ist schon etwas mehr als nur Dienst nach Vorschrift und soll hier auch ruhig einmal anerkennend erwähnt werden. Genauso, dass die Geschichte sowohl gut durchdacht, als auch die Auflösung plausibel ausfällt, ist bei Weitem (leider) nicht (mehr) so selbstverständlich in letzter Zeit. Insgesamt zeigt sich „Der Meister des Todes“ als sauber inszenierter Fall alter Schule mit Witz und Charme gleichermaßen. Insbesondere der Epilog, oder nennen wir es „zweiter Showdown“, nämlich die Aufführung des fertigen Filmes in der Highschool, hat noch ein paar Schmunzler in petto. Soviel darf hier verraten werden.

Ein paar kleine Haare in der Suppe trüben das Bild nicht wirklich – man kann schließlich nicht alles wissen, dafür ist die Redaktion und Lektorat ja da – oder ein klugscheißerischer Rezensent. So wird die marode Hausinstallation als „Elektronik“ bezeichnet, „Elektrik“ ist jedoch der korrekte Ausdruck (S. 33). Dann spielt man „Tat oder Wahrheit“, was irgendwie seltsam klingt, wobei „Wahrheit oder Pflicht“ der weitaus geläufigere Begriff für das beliebte Party-Spiel wäre (S. 34). Auf Seite 100 (und später noch einmal) wird ein „Revolver entsichert“. Das klingt schön dramatisch, was ja wohl auch beabsichtigt und vollkommen OK ist. Die Kombination der beiden Worte jedoch sorgt bei jedem, der sich waffentechnisch ein wenig auskennt (etwa klugscheißerische Rezensenten mit solider militärischer Ausbildung), eher für ein schiefes Grinsen. Revolver entsichert man nämlich nicht, allenfalls „spannt man den Hahn“. Und selbst das brauchts heute im Prinzip nicht mal mehr. „Entsichert“ werden lediglich (semi-)automatische Waffen.

_Fazit_

Eine der gelungensten Veröffentlichungen der jüngeren Zeit und somit nicht nur für eingefleischte Fans empfehlenswert. Wohldosierte Old-School-Serienelemente treffen auf eine atmosphärisch dichte und bodenständige Story, deren stimmige Grundgeschichte mal nicht schon mehrfach wiedergekäut wurde. Natürlich ist sie auch keine Neuerfindung des Rades, aber immerhin originell genug, um aus der sonst dieser Tage leider viel zu oft präsentierten Massenware der Serie herauszustechen. Augenzwinkernde Figurenzeichnung, Witz und Nachvollziehbarkeit runden den „Meister des Todes“ ab und verleihen ihm obendrauf das Zeug vielleicht irgendwann mal zum Neo-Klassiker ernannt zu werden. Da hätte man gerne mehr davon.

|Hardcover: 128 Seiten
Erzählt von Kari Erlhoff nach Figuren von Robert Arthur
Redaktion: Martina Dold, Martina Zierold
ISBN 978-3-440-118467|
[www.kosmos.de]http://www.kosmos.de

Mehr als 80 weitere Rezensionen zu den „Drei ???“ findet ihr in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book .

Miller, Barnabas; Orlando, Jordan – Seven Souls. Sieben Gründe, Mary Shayne zu hassen

Mary Shayne ist das hübscheste und beliebteste Mädchen der Schule. Dachte sie jedenfalls. An ihrem siebzehnten Geburtstag jedoch muss sie feststellen, dass sie eben nicht jeder mag – oder sie sogar hasst. Die New Yorker Autoren Barnabas Miller und Jordan Orlando zeigen in „Seven Souls – Sieben Gründe, Mary Shayne zu hassen“, wie sehr man sich irren kann und wie gefährlich ein solcher Irrtum sein kann.

_Am Morgen ihres siebzehnten Geburtstags_ wacht Mary im Schaufenster eines teuren Einrichtungsgeschäfts auf. Sie liegt nackt in einem Bett und ist die Attraktion für die Vorbeilaufenden. Mary hat keine Ahnung, wie sie hierher kommt, wieso sie nichts an hat und wieso sie an der Schulter verletzt ist. Sie kann sich an nichts erinnern.

Doch das ist nicht das Schlimmste an diesem Tag, der eigentlich ihr schönster werden sollte. Niemand gratuliert ihr, alle scheinen ihren Geburtstag vergessen zu haben. Ihr Freund Patrick hat sich ausgerechnet diesen Tag ausgesucht, um mit ihr Schluss zu machen. Alles läuft irgendwie schief. Oder es scheint jedenfalls so. Die Überraschungsparty am Abend soll eigentlich die Wende bringen, doch dann wird Mary umgebracht. Nach ihrem Tod reist in die Seelen sieben verschiedener Menschen, die allen Grund haben sie zu hassen, und sie findet heraus, wie beliebt Mary Shayne wirklich war.

_“Seven Souls“ ist ein Jugendbuch_, das sehr stark in New York verankert ist und das Leben der reichen Jugendlichen zeigt. Marys gesamter Freundeskreis gehört zu dieser Elite. Sie selbst hingegen lebt mit ihrer kleinen Schwester und ihrer seit dem Tod des Vaters depressiven Mutter in einer engen Mietswohnung. Einzig ihr Aussehen macht sie für ihre Freunde attraktiv. Trotz dieser interessanten Ausgangssituation gelingt es den Autoren nicht wirklich, Marys Persönlichkeit mit allen Facetten darzustellen. Sie wirkt stellenweise etwas oberflächlich, obwohl ihre Gedanken und Gefühle ausführlich behandelt werden.

Dies mag allerdings auch damit zusammenhängen, dass der Hintergrund der Geschichte unecht wirkt. Intrigen, Zicken, hübsche Jungs und eine Eliteschule – „Seven Souls“ erinnert stellenweise stark an die amerikanische Serie „Gossip Girl“. Das ist an und für sich nichts Schlimmes. Die Upper East Side ist auch in anderen Büchern und Filmen der Schauplatz. Doch den Autoren gelingt es nicht, sich New York zu eigen zu machen. Trotz vieler Referenzen, der Erwähnung von Geschäften und Edelrestaurants fehlt das Leben in der Kulisse. Sie wirkt künstlich – und dadurch nicht nur wie eine Erinnerung an, sondern fast wie eine Kopie von „Gossip Girl“.

Gelungen ist allerdings die Handlung, da sie viele unvorhersehbare Wendungen nimmt und von Anfang an Spannung aufbaut. Diese bleibt auch das ganze Buch über erhalten. Bereits die ersten Seiten bauen eine gewisse Atmosphäre auf. Schnell wird klar, dass etwas an Marys Geburtstag nicht stimmt, doch bereits das erste Rätsel – Marys Aufwachen in dem Ausstellungsraum – wird erst am Ende der Geschichte geklärt. Dazwischen kommen weitere Ungereimtheiten auf, die, geschickt gestreut, die Spannung aufrechterhalten. Glaubt man zuerst noch, man hätte es „nur“ mit einem Jugendbuch zu tun, entwickelt sich dies mit der Zeit beinahe schon zu einem Psychothriller. Natürlich bleibt es jugendfrei, aber die Dynamik, die die Geschichte entwickelt, ist trotzdem überraschend und vor allem sehr gelungen.

Der Schreibstil hingegen hat noch Verbesserungspotenzial. Auch wenn Miller und Orlando sich durchaus kunstfertig zeigen und entsprechende Stimmung aufbauen, hakt es an der einen oder anderen Stelle noch. Vor allem ihre Metaphern und Vergleiche wirken manchmal etwas zu bemüht. Die übermäßige Benutzung von Markennamen stört ebenfalls. Ansonsten ist das Buch jedoch gut und flüssig erzählt.

_“Seven Souls“ ist kein herausragendes Buch_. Dafür hat es zu viele Makel. Die Handlung kann sich jedoch trotzdem sehen lassen. Zusammen mit dem annehmbaren Schreibstil ist es ideale Lektüre für Jugendliche, die an der Szenerie von „Gossip Girl“ gefallen finden.

|Gebunden: 410 Seiten
Originaltitel: Seven Souls
Deutsch von Franca Fritz und Heinrich Koop
ISBN-13: 978-3401064482|
[www.arena-verlag.de]http://www.arena-verlag.de

Wood, Maryrose – Liebe ist unheilbar (Die Poison Diaries 1)

_|Die Poison Diaries|:_

Band 1: _“Liebe ist unheilbar“_
Band 2: „Nightshade“ 01.09.2011 (noch ohne dt. Titel)
Band 3: – geplant –

|“Was zu heilen vermag, das kann auch töten …“|

_England um 1800._ Die 16-jährige Jessamine Luxton lebt abgeschieden mit ihrem Vater Thomas in einer alten und einsam gelegenen Kapelle in der Herzogschaft Northumberland nahe Alnwick Castle.

Jessamines Vater interessiert sich seit dem Tod seiner Frau stark für Pflanzen und deren Heilmöglichkeiten. Aber Thomas baut nicht nur altbekannte Heilpflanzen an. In der sicheren Überzeugung, dass auch Gifte in der richtigen Dosierung durchaus heilen können, hat er einen geheimen, gut gesicherten Giftgarten angelegt. Jessamine ist der Zutritt zu dem geheimen Garten streng untersagt, da Thomas seine Tochter vor den Gefahren seines tödlichen Giftgartens schützen möchte. Zudem hält er Jessamine für zu kindlich, um mit diesen Gefahren umgehen zu können.

Oft lässt Thomas seine Tochter lange alleine, um mit seinem Können und Wissen anderen Menschen zu helfen. Jessamine ist daher oft einsam und hat nur die Pflanzen, um die sie sich kümmern kann. Dies ändert sich, als der junge Weed in das Leben von Thomas und Jessamine tritt. Weed scheint noch mehr Wissen über die Kraft der verschiedenen Pflanzen zu haben als Thomas selbst und so ist Thomas sehr fasziniert von dem jungen Mann.

Aber nicht nur Thomas ist von Weed fasziniert, seine Tochter verliebt sich schnell in den jungen Mann mit den geheimnisvoll absinthgrünen Augen. Doch kaum kommen sich die beiden näher, wird Jessamine sterbenskrank. Wird Weed ihre Rettung oder ihr Verderben sein?

_Kritik_

„Die Poison Diaries – Liebe ist unheilbar“ ist der düstere Auftakt zu einer Trilogie, die Maryrose Wood nach einer Idee von Jane Northumberland verfasst hat.

Maryrose Wood bedient sich einem gehobenen, manchmal schon fast poetischen Schreibstil, der hervorragend in die Zeit um 1800 passt. Dieser Stil dürfte für die jugendliche Zielgruppe etwas ganz Neues sein, durch prägnante Sätze ist dem anspruchsvollen Stil dennoch leicht zu folgen. Authentisch und düster werden die zuweilen finster anmutend Orte der Handlung beschrieben und üben so einen ganz eigenen Reiz aus. Viel Raum wird hier vor allem der Welt der Pflanzen gegeben, vor allem der, wie der Titel schon sagt, der Giftpflanzen.

Ein fein gesponnener Spannungsbogen zieht sich gleichmäßig durch die Geschichte. Ohne besondere Höhen, schafft es die Autorin die Leser an die Geschichte zu fesseln. Das Ende wirkt abgeschlossen, wenn auch genug Fragen offenbleiben, um die weiteren Teile der Trilogie mit Interesse zu erwarten. Auch das hier kein typisches „Happy End“ geboten wird, steigert die Neugier auf die weiteren Teile der Trilogie.

Aus dem Betrachtungswinkel von Jessamine wird uns Lesern Jessamines Geschichte im Stil eines Tagebuches erzählt. Dabei drückt Jessamine sich sehr pflanzlich aus, um ihre Gefühlswelt deutlich zu machen. Dies passt hervorragend zu diesem Charakter, schließlich kennt sie die Welt der Pflanzen deutlich besser als die der Menschen, ist ihr Vater doch ihr einziger menschlicher Kontakt. Die Wahl dieser Perspektive und die Art zu erzählen bringt dem Leser die Gefühlswelt der jungen Protagonistin sehr nahe. Erst als Jessamine sterbenskrank wird und nicht mehr in der Lage ist ihre Geschichte zu erzählen, wechselt die Perspektive und Weed erzählt nun aus seinem Blickwinkel die Ereignisse weiter.

Sehr glaubwürdig und in ihre Zeit passend werden die einzelnen Protagonisten gezeichnet. Am stärksten bleiben dabei die stille Jessamine und der geheimnisvolle Weed in Erinnerung. Die beiden Hauptdarsteller sind sympathisch und liebenswürdig konzipiert. Beide passen in ihrem Wesen geradezu perfekt in die Welt, in die sie gehören. Undurchsichtig ist von Anfang an Jessamines Vater, Thomas. Oft lässt er seine junge Tochter alleine, traut ihr dabei aber fast nichts zu.

Die Gestaltung des Covers passt perfekt zum Inhalt. In dunklen Grüntönen gehalten, sind ein düster anmutender Wald sowie ein junges Mädchen zu sehen. Goldene Ranken sowie der in Gold gehaltene und durch Spotlack in Szene gesetzte Titel wirken dabei besonders edel.

_Fazit_

Maryrose Woods Roman „Die Poison Diaries – Liebe ist unheilbar“ fällt schon aufgrund des ungewöhnlichen Erzählstils aus der Reihe. Die Mischung aus der geheimnisvollen Welt der Pflanzen, einer zarten Romanze und einer tödlichen Gefahr ist der Autorin hervorragend gelungen und macht Lust auf mehr.

Auch wenn der Plot und das gewählte Ende gewöhnungsbedürftig sind, eine Chance sollte der Leser dieser außergewöhnlichen Geschichte geben und sich in die geheimnisvollen und düsteren (Gift)Gärten entführen lassen.

_Autorin_

Maryrose Wood wuchs auf Long Island auf. Sie arbeitete viele Jahre am Theater, ehe sie ihren ersten Roman schrieb. „Die Poison Diaries – Liebe ist unheilbar“ ist das erste Buch, das auf Deutsch erscheint. Maryrose Wood lebt mit ihren zwei Kindern, zwei Katzen und einem kleinen Hund in New York.

|Hardcover mit Schutzumschlag: 272 Seiten
Aus dem Englischen von Alexandra Ernst
ISBN 978-3-8414-2124-1|
[www.fischerverlage.de]http://www.fischerverlage.de

Nevis, Ben (Autor); Huber, Chris & Tracey (Übersetzer) – Die drei ??? – The Pharaoh\’s Message (American English)

Schon länger werden einige ausgewählte Fälle der Jugendserie „Die drei ??? ®“ ins Amerikanische übersetzt. Das mag ein wenig paradox erscheinen, früher war es schließlich umgekehrt – doch befindet sie sich bekanntlich seit 1993 fest in deutscher Hand. Das Reverse-Engineering ist auch nicht dazu gedacht, wieder auf dem amerikanischen Markt Fuß zu fassen. Es dient vielmehr dazu, der Zielgruppe anhand der beliebten Geschichten um die inzwischen berühmte Junior-Detektei den Gebrauch von Alltagsenglisch näher zu bringen. Dieses Konzept läuft inzwischen so erfolgreich, dass bei |Kosmos| regelmäßig solche englischsprachigen ???-Bücher mit Vokabelhilfe erscheinen. Aus dem 129. Fall „SMS aus dem Grab“ von Ben Nevis wurde 2009 somit „The Pharaoh’s Message“.

_Concerning the story_

Die drei Fragezeichen schulden dem stadtbekannten Landstreicher „Rubbish“ George aufgrund einer verlorenen Wette noch 10 Dollar. Als Peter die Spielschulden überbringen will, findet er die Heimstadt ihres obdachlosen Freundes vollkommen verwüstet vor. Von George selbst fehlt jede Spur. Dafür wird Peter beim Inspizieren des vermeintlichen Tatorts von einer jungen Frau überrascht, die ihn zunächst mit einem Messer bedroht. Allerdings entpuppt sich die stumme Halb-Ägypterin Layla als Bekannte von George, die ihn ebenfalls verzweifelt sucht. Der aus Großbritannien stammende George Cooper – so sein richtiger Name – war vor Jahren als Banker in Kairo tätig, wo er mit Laylas Mutter liiert war. Bis er eines Tages von dort flüchtete, um schließlich im beschaulichen Rocky Beach inkognito als Tippelbruder zu leben.

Die Vergangenheit hat ihn in Gestalt von Layla offenbar nun eingeholt. Hat diese Vergangenheit aber überhaupt etwas mit seinem erneuten Verschwinden zu tun? Peter findet jedenfalls einen Hinweis darauf, dass Ägypten ein durchaus wichtiger Schlüssel sein könnte. In einem Fußballmagazin getarnt, entdeckt er einen rätselhaften und verschlüsselten Text, der verspricht, ein altes Menschheitsrätsel zu lösen: Die geheime Kammer des Sphinx. Es gibt eigentlich nur einen Weg dies herauszufinden und das ist vor Ort in Kairo. Glücklicherweise haben die drei ohnehin grade vor, transatlantisch zu fliegen, da sie eine Einladung aus England und entsprechende Tickets vorliegen haben. Diese werden kurzerhand umgebucht, um stattdessen dem ollen Sphinx einen Besuch abzustatten. Doch im Orient lebt sichs gefährlich – auch ohne altertümliche Flüche.

_Impressions_
|Warning: May contain spoilers – further reading at your own risk!|

Ben Nevis‘ Geschichten zeichnen sich stets durch Temporeichtum, Action und mehr als einen Hauch Technokratie aus, allerdings stehen auf der Kehrseite meist Dinge, welche sich mit der Realität oft nur schwer vereinen lassen. Zumindest auf den zweiten Blick. „SMS aus dem Grab“, dessen deutscher Original-Titel erstaunlicherweise einmal mehr als üblich Inhaltsbezug hat (ganz im Gegensatz zum „Pharaoh’s Message“, denn kein Pharao hat irgendeine Nachricht verfasst) bildet hier keine Ausnahme, in allen diesen Punkten ist die Story sozusagen ein „typischer Nevis“. Der Autor mit dem geheimnisvollen Künstlernamen liebt offenbar Handys. In Sachen Mobilfunkgeräte kommt diesmal ein regelrechtes Smartphone zum Einsatz, welches sogar getippte Worte in Sprache umzuwandeln vermag. Zur Zeit, als die Story entstand, pure Zukunftsmusik.

Die Idee eine inzwischen etablierte Randfigur der Serie in den Fokus eines Falles zu rücken ist gut – dass es sich dabei um Rubbish George handelt, sogar noch besser. Er ist ohnehin ein interessanter Charakter, wie in diversen Büchern zuvor schon durchblitzt. Allein das Drumherum will nicht ganz einleuchten, wie etwa Layla, die in Ägypten aufwuchs und quasi „mal eben“ in die USA tingelt, um im kalifornischen Kleinstadtkaff Rocky Beach den verflossenen Lover ihrer Mom – wie auch immer sie ihn aufgespürt haben will – zu (be-)suchen. Wenn George wenigstens (vielleicht) ihr Vater wäre, könnte man die Motivation eher nachvollziehen, warum die Jugendliche gegen den Willen ihrer Mutter in die USA reist – doch es wird von vorneherein klargestellt, dass ihr leiblicher Vater Ägypter ist. Somit ist auch die Pace aus diesem Strang schon einmal raus.

Doch sie ist nicht die Einzige, die sich aufgrund wackliger Indizienlage aufs interkontinentale Parkett begibt, auch unsere (siebzehnjährigen!) Helden treibt es buchstäblich ja auch mutterseelenallein – nämlich ohne irgendwelche Begleitung, Konsultation oder auch nur Information der Erziehungsberechtigten – in den Moloch Kairo. Nun ja. OK, es ist eine fiktive Abenteuergeschichte. Ob die angepeilte Zielgruppe eingedenk ihrer Jugend die Räuberpistole jedoch so kauft, sei dahingestellt. Dem Erwachsenen stehen beim Gedanken an solch unverantwortlich handelndem Nachwuchs jedenfalls bestimmt sämtliche noch vorhandenen Haare zu Berge. Von pädagogisch wertvoller Vorbildfunktion, wie sie bei den drei ??? sonst anzutreffen ist, also keine Spur. Geopfert auf dem Altar des Actiongottes.

[Anmerkung des selbst erziehungsgenötigten Rezensenten: Liebe Kinder, macht das also zuhause nicht nach. Mama und Papa kriegen sonst nicht nur Ärger mit sämtlichen Behörden des Orients wie des Okzidents, sondern auch ’nen Kabelbrand im Herzschrittmacher, der sich proportional zum Anschwellen der Halsschlagader sowie diametral gegenläufig zum Füllstand des Taschengeldkontos verhält. Danke.]

Nun gut. Zurück zum Wesentlichen. An und für sich ist die Story stilistisch gut aufgezogen, das heißt, sie hat Pep, Tempo und Action in ausgewogenem Verhältnis. Die beinahe obligatorischen Serien-Klischees und auch sanft dosierte Komik sind vorhanden – Letztere bezieht die Geschichte hauptsächlich aus dem dienstbeflissenen Taxifahrer Alaa Edine, der – fast schon wie ein ägyptischer Morton – stets im rechten Moment und mit trockenen Kommentaren zur Stelle ist. Hierbei ist die englische Sprache besonders passend für den Plot, grade vor dem Hintergrund, dass sich die drei amerikanischen Jungs in einem fremden Land befinden und kein Wort Arabisch können. Wenn wenn man nun das teils gebrochene Amerikanisch der Dialoge über den Umweg des Deutschen darstellen will, geht unter Umständen zu viel verloren. So wirkt es jetzt natürlich authentischer.

_Conclusion_

Die rätselgetriebene Schnitzeljagd als solche ist bei den drei ??? nun wahrlich kein unbekanntes Thema, die orientalische Kulisse reißt es aber dann doch etwas raus. Nur allzu genau hinsehen sollte man eben nicht, dann merkt man, dass schon das Grundgerüst auf recht wackeligem Fundament steht. Schafft man den Sprung über so manche mindestens hüfthohe Plausibilitäts-Hürde, wird man aber mit einem spannend wie flott gestalteten Fall belohnt, der keine Langeweile aufkommen lässt und auch sonst unterhaltsam ausfällt. Das verwendete alltagstaugliche American English passt zu diesem Abenteuer besonders gut – der eingeenglischte Titel leider dafür überhaupt nicht. Unterm Strich bleibt Mittelmaß – nicht mehr, nicht weniger.

|Hardcover: 144 Seiten
OT: „Die drei ??? SMS aus dem Grab“ – Band 129
Erzählt von Ben Nevis nach Figuren von Robert Arthur
Ins Amerikanische von Chris und Tracey Huber
Redaktion: Ina Brandt
ISBN 978-3-440-12115-3|
[www.kosmos.de]http://www.kosmos.de

Über 80 weitere Rezensionen zu den Drei ??? gibts in [unserer Datenbank]http://buchwurm.info/book zu entdecken.

White, Kiersten – Flames \’n Roses – Lebe lieber übersinnlich

_|Paranormalcy|-Trilogie:_

Band 1: „Flames ’n‘ Roses“
Band 2: „Supernaturally“ (26.07.2011, noch ohne dt. Titel)
Band 3: – nur angekündigt –

|“Ich weiß nicht, woher ich komme.
Ich sehe Dinge, die du nicht siehst.
Ich bin Teil einer dunklen Prophezeiung.
Und dabei will ich doch nur eins: ein richtiges Date!“|

_Die 16-jährige Evie_ hält sich eigentlich für ein ganz normales Mädchen, das sich nur durch eine ganz besondere Gabe von den übrigen Menschen unterscheidet: Evie kann durch die Cover paranormaler Wesen schauen und diese somit erkennen. Was Evie dort zu sehen bekommt, unterscheidet sich stark von dem, was generell von paranormalen Wesen erwartet wird. Da wären zum Beispiel Vampire, die unter ihrem verführerischen Cover so aussehen, wie es eigentlich erwartet werden dürfte, ziemlich tot. Dies ist auch der Grund dafür, dass Evie von Raquel als kleines Mädchen adoptiert wurde und seitdem für die IBKP (Internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler) arbeitet.

Evies Job besteht darin, nicht registrierte Paranormale aufzuspüren und zu klassifizieren. Ausgerüstet mit ihrem pinken, mit Glitzersteinchen verzierten Tasey (Anm.: Taser/Elektroschockgerät) macht Evie daher Jagd auf Vampire, Werwesen und Co.
Trotzdem verläuft Evies Leben relativ glücklich, nur ein Traum scheint unerfüllbar. Evie würde gerne das ganz normale Leben einer Jugendlichen, inklusive Schulbesuch, führen. Dies wird ihr allerdings von ihrer Ziehmutter Raquel streng untersagt. So ergibt es sich, dass Evies beste Freundin die Meerjungfrau Alisha ist und sie ihre ersten romantischen Erfahrungen mit einem Feenmann hat.

Doch plötzlich steht Evies geordnetes Leben völlig auf dem Kopf, der Gestaltenwandler Lend bricht in die Zentrale der IBKP ein. Durch ihn erfährt Evie nicht nur, dass seit Kurzem viele paranormale Wesen getötet wurden und es eine dunkle Prophezeiung gibt, die irgendwie bis ins Detail auf Evie zutrifft. Wobei Evie sich ziemlich sicher ist, nicht böse zu sein und dass sie keinesfalls ein paranormales Wesen ist. Trotzdem forscht Evie gemeinsam mit dem süßen Lend nach, was es mit dieser Prophezeiung auf sich hat und wer Evie wirklich ist, denn so normal, wie sie bisher immer dachte, scheint sie doch nicht zu sein ,,,

_Kritik_

Mit ihrem Debütroman „Flames ’n‘ Roses – Lebe lieber übersinnlich“ hat die Autorin Kiersten White einen facettenreichen und vielversprechenden Auftakt einer übersinnlichen Trilogie veröffentlicht. Auch wenn hier wieder zu den beliebten Vampiren und anderen paranormalen Wesen gegriffen wird, werden diese doch erfrischend anders gezeigt.

Kiersten White bedient sich einem leicht verständlichen und emotionsgeladenen Erzählstil, der auf die jugendliche Zielgruppe ausgerichtet ist. Mit viel Liebe zum Detail und einer Menge Wortwitz beschreibt die Autorin nicht nur ihre liebenswerten Figuren, auch die Schauplätze ihrer humorvollen und magischen Handlung werden faszinierend beschrieben. Schnell entsteht so ein dreidimensionales Bild vor dem Auge des Lesers. Die für andere Jungendbücher typischen verbalen Ausfälle wurden hier interessant und humorvoll gelöst, was zu einem deutlichen und vor allem witzigen Pluspunkt führt. Auch die Romantik kommt hier nicht zu kurz, passend zum Alter der Protagonisten entfaltet sich diese sanft und daher sehr authentisch.

Der erste Band der Trilogie endet abgeschlossen und trotzdem werden genug Fragen offengelassen, um den Leser auf die weiteren Bände neugierig zu machen.

Gleich zu Anfang wird der Leser in die spannende, aber auch humorvolle Geschichte hineingeschubst. Man findet sich auf einem düsteren Friedhof wieder, auf dem ein Vampir es kaum fassen kann, dass unsere Heldin Evie nicht gleich vor Schreck und Angst umfällt. Der Spannungsbogen wird nach diesem Vorfall erst einmal in einem niedrigen Bereich gehalten und der Leser bekommt erst einmal einen Einblick in Evies Leben und lernt auch die anderen für diese Geschichte wichtigen Charaktere kennen. In dem Moment, wo der geheimnisvolle Lend dann die Bildfläche betritt, zieht der Spannungsbogen sehr deutlich an. Nicht nur der Tod vieler paranormaler Wesen beeinflusst diesen, auch das rätselhafte Geheimnis um Evie und die düstere Prophezeiung, schaffen es hier, den Leser an das undurchsichtige Geschehen zu fesseln.

Aus der Perspektive Evies erzählt, fällt es dem Leser sehr leicht in die Haut der liebenswerten Protagonistin zu schlüpfen. Evie erzählt, wie ihr der jugendliche Schnabel gewachsen ist und legt auch ihre Sehnsüchte offen. Gemeinsam mit der liebenswerten Figur macht sich der Leser so auf, das Geheimnis um Evie und die mysteriöse Prophezeiung zu lüften. Ihre Geschichte erzählt Evie mit so viel Witz, Aufrichtigkeit und Liebenswürdigkeit, dass der Leser sie schon fast nur lieben kann.

Ansprechend und sehr authentisch sind die einzelnen Darsteller konzipiert. Keiner gleicht dem anderen und facettenreiche Charaktereigenschaften machen es dem Leser nicht immer leicht hinter die Gesichter zu blicken.

Allen voran wird Evie sehr glaubwürdig und vielschichtig beschrieben. Nicht nur ihre Liebe zu glitzernden und vor allem zu rosafarbenen Accessoires macht dieses toughe Mädel aus. Vor allem besticht sie durch Mut, Gradlinigkeit und auch eine gute Portion Selbstironie. Auch ihre Sehnsucht nach ein wenig Normalität, und sei es nur ein ganz normaler Schulbesuch statt des ewigen Privatunterrichts, kommt deutlich zum Ausdruck. Aufgewachsen zwischen Erwachsenen und deutlich älteren Paranormalen, ist es nur logisch, dass sie sich direkt zu dem gleichaltrigen Lend hingezogen fühlt.

Lend ist ein Gestaltenwandler der besonderen Art, er hat sich nicht auf ein Cover festgelegt, sondern wechselt diese nach Lust und Belieben. So kann es durchaus passieren, dass Evie sich selbst gegenübersitzt. Dem Leser dürfte schnell klar sein, dass Lend wenig Böses im Sinn hat, auch wenn seine Herkunft geheimnisvoll bleibt.

Bei den weiteren Charakteren sorgt die Autorin immer wieder für Überraschungen, sodass die Handlung niemals vorhersehbar ist.

Besonders gut haben mir auch die diversen Nebencharaktere gefallen, hier wurde nicht nur dem Vampir als dem Wesen schlechthin Raum gegeben. Auch Moorhexen, Trolle, Feen (die nicht immer so süß sind, wie man gemeinhin glaubt), Wassergeister und Nixen tummeln sich in der ansprechenden Geschichte.

Auch das Cover verdient lobende Worte, der Verlag ist ja nicht nur für geniale Bücher bekannt, auch die Gestaltung der einzelnen Cover gelingt immer wieder meisterhaft. Im vorliegenden Fall wurde ein ansprechendes Cover gestaltet, das nicht nur durch die Farbkombination ins Auge fällt. Gelungen ist hier dann auch das Design der Kapitelüberschriften, die eine florale Grafik zeigen. Besonders liebenswert sind die in pink gedruckten Seitenzahlen und das passende Lesebändchen in grau.

_Fazit_

Mit „Flames ’n‘ Roses – Lebe lieber übersinnlich“ hat die Autorin Kiersten White einen vielversprechenden Start einer übersinnlichen und spannenden Trilogie veröffentlicht, die nicht nur durch außergewöhnliche und sympathische Figuren hervorsticht.

Die Mischung aus altbekannter Fantasy gepaart mit neuen Ideen ist der Autorin hervorragend gelungen. Kiersten White hat gekonnt in ihren magischen Plot eine jugendlich frische Romanze eingewoben.

Mir hat das Buch überraschend gut gefallen und schon jetzt freue ich mich auf die beiden Folgebände.

_Autorin_

Kiersten White hat einen großen Mann und zwei kleine Kinder. Sie lebt in San Diego, nahe dem Meer, wo sie ihre Tage vollkommen normal verbringt. Diese Fülle an Normalität hat dazu geführt, dass sie alle paranormalen Dinge absolut faszinierend findet – unter anderem Feen, Vampire und Popkultur.

„Flames ’n‘ Roses“ ist ihr erstes Buch. (Verlagsinfo)

|Gebundene Ausgabe: 380 Seiten
ISBN-13: 978-3785572382
Originaltitel: Paranormalcy|
[www.loewe-verlag.de]http://www.loewe-verlag.de

Powell, Laura – Spiel des Schicksals, Das

_|Tarot|:_

Band 1: _“Das Spiel des Schicksals“_
Band 2: „Der Lord des Chaos“ (09.01.2012)

_Cat ist fünfzehn_ und lebt in London. Da laufen eine ganze Menge durchgeknallter Typen herum, insofern erscheint ihr der nervöse, schwitzende Kerl, der sie auf der Straße überraschend um Hilfe bittet, nicht wirklich auffällig. Doch dann fällt ihr auf, dass der Mann tatsächlich verfolgt wird, und jetzt ist ihre Neugierde geweckt …

_Cats Geschichte_ spielt in zwei verschiedenen Dimensionen. Die eine ist das, was man gemeinhin als Realität bezeichnet, die andere ist die Welt des „Spiels“, das Arkanum. Und diese Welt ist nicht so leicht zu fassen. Das liegt zum einen daran, dass die Szenen, die dort spielen, eher kurzgehalten sind, zum anderen daran, dass ihr Erscheinungsbild offenbar auch von demjenigen abhängt, der sich dort aufhält. Auch ist die Autorin bisher noch recht geizig mit Informationen. Die Grundidee beruht auf einem Satz Tarot-Karten, und wer davon keine Ahnung hat – so wie ich – , weiß manchmal nicht so recht, worum es da eigentlich gerade geht. Genau wie Cat. Im Laufe der Handlung wird das zwar besser, aber so richtig den Durchblick hatte ich auch ganz am Ende noch nicht. Trotzdem fand ich die Idee des Kartenspiels richtig gut. Sie ist völlig neu und unverbraucht und bietet zahllose Möglichkeiten unterschiedlichster Szenarien, die die Autorin bisher gerade mal gestreift hat.

Die Figuren, die die Autorin in diesen Kontext gesetzt hat, sind nicht allzu zahlreich. Die Hauptperson ist Cat, aus ihrer Sicht wird erzählt. Cat ist eine Waise und lebt bei ihrer Tante Bel, zu der sie ein gutes und inniges Verhältnis hat. Der Welt hingegen traut sie nicht besonders. Häufige Umzüge haben dazu geführt, dass sie keine Freunde hat, und sie scheint auch keine Interessen oder Ziele zu haben. Auch das Spiel fasziniert sie nicht wirklich, sie spielt es nur, weil sie Antworten sucht. Dennoch scheint der Umgang mit den anderen Jokern sie allmählich aus ihrer mürrischen Reserve zu locken.

Toby wirkt in seiner überschäumenden Begeisterung ein wenig naiv. Er nimmt das Spiel nicht ernster als irgendein Online- oder Rollenspiel, man könnte fast meinen, er hält das Arkanum für keine gleichwertige Dimension. Aber er ist gutmütig, hilfsbereit und aufgrund seiner leichten Dickfelligkeit auch nicht nachtragend.

Flora, das Mädchen aus reichem Hause, wirkt zunächst ausgesprochen abweisend. Aber nachdem sie Cats Hartnäckigkeit erkannt hat, gibt sie nach und taut im Laufe des gemeinsamen Abenteuers sogar ein wenig auf. Sie ist ziemlich hartgesotten, fast schon ein wenig zynisch, aber auch entschlossen, und sie hat bereits einige Erfahrung mit dem Arkanum.

Blaine ist der Geheimnisvolle in der Runde, nicht nur, weil er als letzter dazukommt, sondern auch, weil er kaum den Mund aufmacht. Sein Zynismus schlägt selbst den von Flora, sein Misstrauen gegenüber dem Rest der Welt sogar Cats.

Besonders angenehm an dieser Charakterzeichnung empfand ich die Tatsache, dass keiner der vier in irgendeine Schablone passt. Schade fand ich dagegen, dass die Könige und Königinnen des Spiels so wenig Tiefe besaßen. Einzig der König der Schwerter besaß ein wenig Persönlichkeit, sodass ich zumindest sagen kann, dass ich ihm nicht traute. Alle anderen blieben so nebensächlich, dass sie keiner Erwähnung wert sind. Ein Sonderfall ist der Gefangene im Keller, der wohl absichtlich so wenig ausgearbeitet wurde.

Was die Handlung angeht, so entwickelt sie sich nur ganz allmählich. Tatsächlich ließ Laura Powell sich damit so viel Zeit, dass ich mich bereits bei der Hälfte fragte, wann es denn endlich einmal losgeht. Cat hält das Spiel zunächst für Humbug, nur was für Spinner wie Toby. Bis Cat schließlich angebissen hat, vergehen hundert Seiten, danach muss sie erst mal Flora weichklopfen, und bis das Quartett sich endlich vollständig zusammengefunden hat, vergehen weitere hundert Seiten. Damit sind bereits zwei Drittel des Buches gelesen, und für das eigentliche Abenteuer und den Showdown bleiben nur noch weitere hundertdreißig Seiten. Da ist für Verwicklungen oder Schwierigkeiten in größerem Stil natürlich nicht mehr viel Raum. Kein Wunder also, dass die vier ihre Aufgaben in ziemlich raschem Tempo abarbeiten. Trotzdem ist es der Autorin gelungen, die Spannungsschraube spürbar anzuziehen, und die Entwicklung großteils unvorhersehbar zu halten.

_Mit anderen Worten:_ das Buch ist wirklich klasse. Mancher könnte sich vielleicht ein etwas höheres Erzähltempo wünschen, oder ein paar Infos mehr über die Funktionsweise des Spiels oder die Bedeutung der Spielkarten. Mich dagegen hat es nicht gestört, dass Cat so zögerlich in diese Sache hineinrutscht, es passt viel besser zu ihrem Charakter. Und die eher spärlichen Informationen machen die Sache zwar verwirrend, aber auch hautnaher. Man kann sich besser in Cats Situation hineinversetzen. Mir persönlich hätte es gut gefallen, wenn die Könige und Königinnen etwas deutlicher herausgearbeitet worden wären, andererseits spielen sie eigentlich keine allzu große Rolle, und so hat die Autorin sich wohl zu Recht auf den König der Schwerter konzentriert, quasi stellvertretend für alle. Vom Aufbau her ist das Buch eher schlicht gestrickt. Es bezieht seine Stimmung und seine Spannung hauptsächlich aus der unvorhersehbaren, verwirrenden und vielfältigen Dimension des Spiels und kommt ohne große Intrigen, blutige Kämpfe, ja selbst ohne einen echten Bösewicht aus. Zumindest bisher. Eines ist allerdings vollkommen klar: Dass die vier auf den Gefangenen im Keller gehört haben, werden sie noch bitter bereuen!

Das beantwortet die Frage nach dem Schluss der Geschichte. Nein, sie ist nicht zu Ende. Sie scheint jetzt erst richtig anzufangen. Denn das Quartett hat zwar sein primäres Ziel erreicht, aber die Antworten auf seine Fragen noch nicht erhalten. Das Spiel wird also weitergehen, und zwar unter völlig neuen Bedingungen. Außerdem dürfte der zweite Teil zu einem wesentlich größeren Teil als der Erste in der Welt des Arkanums spielen, da die Vier das Stadium des Zuschauers nun ja hinter sich gelassen haben. Ich muss gestehen, ich bin jetzt schon gespannt darauf, wie es Cat und ihren Mitspielern im nächsten Band ergehen wird.

_Laura Powell_ ist in Wales aufgewachsen und studierte Altphilologin. Nach einer Kindheit voller Bücher und fünf Jahren Verlagstätigkeit hat sie mit „Das Spiel des Schicksals“ ihr erstes eigenes Jugendbuch vorgelegt. Der zweite Teil der Geschichte erscheint voraussichtlich im Januar 2012 unter dem Titel „Der Lord des Chaos“.

|Taschenbuch: 331 Seiten
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 12 Jahre
Originaltitel: |The Game of Triumphs|
Deutsch von Alexandra Ernst
ISBN-13: 978-3570307434|
[www.laurapowellauthor.com]http://www.laurapowellauthor.com
[www.randomhouse.de/cbt]http://www.randomhouse.de/cbt/index.jsp

Die drei ??? – Top Secret Edition

_Die Handlungen:_

|“Brain Wash – Gefangene Gedanken“:| Als in einer Woche gleich zwei Bekannte der drei ??? verschwinden, vermuten die Jungen, dass die Sekte SynRea dahinter stecken könnte. Um die Vermissten zurückzuholen, fliegen die drei Detektive nach New York und treten in einer Undercoveraktion der Sekte bei. Schon bald stellt sich heraus, dass die vermissten Jugendlichen tatsächlich dort sind. Was jedoch als einfache Rückholaktion geplant war, entpuppt sich zunehmend als unlösbare Mission – denn die Mächte der SynRea-Gruppe scheinen auch von Justus, Peter und Bob Besitz zu ergreifen …

|“High Strung – Unter Hochspannung“:| Justus will bei einer Radioshow 5000 Dollar gewinnen. Die Regeln sehen vor, dass dazu täglich ein Rätsel gelöst und ein Gegenstand eingesammelt werden muss. Wer alles gefunden hat und es zum Sponsor der Sendung bringt, bekommt das Geld. Ein weiterer Preis ist eine alte Gitarre, die aber scheinbar niemand haben will. Plötzlich wird auf dem Schrottplatz eingebrochen und den drei Detektiven ist schnell klar, dass es jemand auf Justus‘ gesammelte Gegenstände abgesehen hat. Aber wer sollte das sein? Gemeinsam machen sich die drei ??? auf die Suche nach dem Dieb und geraten in ein gefährliches Abenteuer …

|“House of Horrors – Haus der Angst“:| In der Geisterbahn im Freizeitpark geschehen merkwürdige Dinge. Schreckliche Schreie, ertönen, die mit Sicherheit nicht zum Programm dazugehören. Du musst schnellstmöglich mit Justus, Peter und Bob herausfinden, was dahinter steckt. Aber Vorsicht: Eine falsche Entscheidung, und ihr seid für immer verloren! Es liegt an dir. Du kannst den Weg durch das Horrorhaus schaffen. Oder auch nicht …
(Verlagsinfos)

_Mein Eindruck:_

Was sagt der altgediente „Drei ???“-Fan dazu? Drei „verlorene“ Schätze aus den Jahren 1986, 1989 und 1991 tauchen zu einer Zeit auf, als nicht wenige ältere Fans immer häufiger bemängeln, dass das ja schon lange nicht mehr „ihre Drei ???“ wären und die Fälle eh immer langweiliger würden.

|Brainwash – Gefangene Gedanken (1989)|

Der Verlag gibt in zwei Vorworten (einem für junge und einem für erwachsene Leser) Infos dazu, was es Ende der 80er Jahre so alles gab und was nicht, damit sich der unbedarfte Leser nicht wundert, warum die drei nicht einfach mal im Internet recherchieren. Videorekorder, Modems, Floppy-Disks, den Kalten Krieg und TV-Prediger, um die es auch in |Brainwash| geht, sind hier zu erleben. Außerdem wird erklärt, dass die Jungs in dem Buch schon 17 sind und einen Führerschein haben. Diese Veränderung wurde vorgenommen, weil die Jungs der Konkurrenzserie „Hardy Boys“ auch gealtert waren. Dennoch kam das bei den Fans der Serie nicht an und sie wurde eingestellt, |Brainwash| erschien in den USA nicht mehr.

Durch die ganzen klassischen Utensilien, derer sich die drei Detektive bedienen, kam bei mir schon Retro-Feeling auf. Auch hebt sich die Story schon dadurch von vielen anderen Geschichten ab, dass es hier nicht um mystische Gegenstände oder unheimliche Vorgänge geht. Es geht um eine Sekte, die jungen und ahnungslosen Opfern das Gehirn vernebelt und sie finanziell ausnimmt. Der Einzige, der von dem Ganzen profitiert, ist der Sekten-Guru.

Dass es am Ende dann ein wenig zu einfach ist, sich in die Sekte einzuschmuggeln und der ganze Fall dann auch sehr schnell gelöst wird, na gut, es ist ja ein Jugendbuch, dem sei das verziehen. Dennoch habe ich mehr Dramatik verspürt und mehr mit den Jungs mitgefiebert als bei diversen anderen Erlebnissen, die vom Titel her wesentlich spannender klangen.

Lustige Seitennotiz zum Cover: Nachdem einige Fans angemerkt hatten, dass der Sektenchef auf dem Titel unserem Papst Herrn Ratzinger verdächtig ähnlich sehen würde, hat der Verlag das Bild nachträglich verändert. Wer im Internet ein wenig sucht, kann das alte Cover aber noch entdecken und sich seine eigene Meinung bilden.

|High Strung – Unter Hochspannung (1991)|

Auch hier gibt der Verlag in zwei Vorworten für die zwei Zielgruppen ein paar interessante Infos, was sich im Vergleich zum Jahr 1989 im Jahr 1991 so alles getan hat. Die CD hielt ihren Siegeszug sogar in tragbarer Form und auf ihr war oftmals die Musik von Madonna oder Michael Jackson zu hören.

Die Jungs, die immer noch „Crimebusters“ hießen und extrem hip sein sollten, kamen wie schon beim vorigen Band erwähnt, beim Publikum nicht an und deshalb wurde auch diese Folge nie veröffentlicht. Welcher heutige „Drei ???“-Fan möchte die Jungs zusammen mit Mädels, Autos und Musik ermitteln lassen? Bob als Frauenheld und Peter als beziehungsgestresster zweiter Detektiv, der nebenbei gegen Geld Autos repariert, würden auch heute bei allen Zielgruppen nicht so gut ankommen.

Auch wenn die Jungs in diesem Fall alle zusammen Justus bei der Preis-Schnitzeljagd helfen oder besser gesagt, nach demjenigen suchen, der ständig Justs Schnitzel klaut, damit er nicht gewinnt, fehlt mir der Zusammenhalt der Jungs. Jeder macht irgendwie sein eigenes Ding und nebenbei lösen sie Fälle, „Wir übernehmen jeden Fall, wenn wir grad mal alle Zeit haben.“

Auch, wer für die Diebstähle verantwortlich ist, lässt die Autorin einen der Bösewichte so offensichtlich und unzweifelhaft vor dem Ende schon verraten, dass es eigentlich ab diesem Zeitpunkt keinen Spaß mehr macht, weiterzulesen. Es fehlt lediglich die Auflösung, ob Justus das Geld gewinnt oder nicht.

Bei der Übersetzung ist mir nur ein Schnitzer aufgefallen. Bei „Doktor Ax Me“ wurde das „Ax“ mit „feuern/entlassen“ übersetzt. Das hätte dann allerdings „axe“ heißen müssen. Da es in diesem Fall aber um einen „Doktor“ geht, wäre die richtige Übersetzung „ask“, also „fragen“ gewesen, das umgangssprachlich und als Slang auch als „ax“ gesprochen wird.

Ach so, und der in einer Fußnote erwähnte US-Präsident Eisenhower war der 34. und nicht der 4. Präsident, da hat wohl jemand eine 3 unterschlagen.

Lustige Seitennotiz zu dieser Geschichte: Der Übersetzerin dieses Romans wurde der Schluss nicht zugeschickt. Kurz bevor sie sich daranmachen wollte, selbst einen zu erfinden, tauchte in den USA dann doch noch der Rest der Geschichte auf und wurde nachgereicht. „Die drei ??? und das verschwundene Ende“ sozusagen.

|House of Horros – Haus der Angst (1986)|

Dies ist kein normales „Drei ???“-Abenteuer, sondern ein „FYF-“ („Find Your Fate“) oder auch „Mitmach-„Fall. In den 80ern gab es ein paar Versuche, um jungen Leuten mehr Spaß beim Lesen zu bereiten und sie aktiv ins Geschehen mit einzubeziehen. Mit am bekanntesten war nicht nur hierzulande die Reihe „Einsamer Wolf“.

In den USA wurden vier Fälle der „Drei ???“ auf diese Weise umgesetzt, bei uns ist dieses Buch das Erste seiner Art.

Nach den üblichen zwei Vorworten für die zwei Zielgruppen, die den anderen beiden recht ähnlich sind, wird dem Leser kurz erklärt, worum es in diesem Buch geht und dass er die wichtigen Entscheidungen selbst treffen darf und muss und die Jungs aus Rocky Beach ihm nur beratend zur Seite stehen.

Die Autoren sprechen den Leser immer direkt mit „du“ an und beschreiben, was der Leser gerade macht und was er erlebt. Spätestens nach zwei Seiten muss man dann auf einer unten angegebenen Seite weiterlesen oder bekommt die Möglichkeit, sich zwischen zwei oder drei Aktionen zu entscheiden. Diese Entscheidungen bringen den Leser dann jeweils wieder auf andere Seiten, wo er dann weiterlesen kann oder im schlimmsten Fall das abrupte Ende der Geschichte erlebt.

Das Problem an der ganzen Sache ist, dass der Spaß recht schnell auf der Strecke bleibt, wenn man mehr als zweimal in eine Sackgasse gerannt ist und das Wort „Ende“ lesen musste. Wer jetzt nicht „schummelt“ und einfach zur letzten Entscheidungskreuzung zurückgeht und einfach die andere Möglichkeit wählt, der muss komplett von vorn anfangen zu lesen.

Ich selbst bin beim Lesen fünfmal „gescheitert“ und hatte nach dem dritten Mal zunehmend weniger Spaß. Zwar habe ich eine Logikschwäche, aber nicht immer ging es nach der Entscheidung so weiter, wie ichs erwartet hatte. Der Lesefluss wird nicht nur durch das ständige Hin- und Herblättern gebremst, sondern auch durch unerwartete Pausen in der Handlung. Oftmals ging ich davon aus, dass es direkt weitergehen würde, aber die Ermittlungen fanden dann erst am nächsten Tag statt. Wohl deshalb, weil man auch von einer anderen Stelle im Buch zu dieser Seite gelangen konnte.

Trotzdem hat der Roman einen roten Handlungs-Faden, der sich trotz der vielen Entscheidungsmöglichkeiten deutlich abzeichnet. Langweilig wird es auch nicht, allein schon deshalb nicht, weil der Leser ständig blättert und hofft, nicht wieder auf ein „ENDE“ zu stoßen. Und nebenbei löst er ja auch noch einen Fall.

Eine interessante Idee, aus einer Zeit, als man seine Adventure-Spiele noch nicht am PC, sondern in Buchform erlebt hat. Heutzutage macht es schon Spaß, das Ganze noch einmal zu spielen, besonders, wenn man dieses Mitmach-Prinzip noch nicht kennt. Wer aber mit PC-Spielen aufgewachsen ist, der könnte recht schnell frustriert werden … außer er benutzt einen Finger zum Zwischenspeichern zwischen den Seiten.

_Die Autoren_

|Peter Lerangis| ist preisgekrönter Autor von über 160 Büchern. Für die „Die drei ???“ hat er zwei Bücher geschrieben, wovon nur eines veröffentlicht wurde. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in New York.

Das Autorenehepaar |Megan und H. William Stine| schrieb insgesamt fünf „Die drei ???“-Bücher. Megan ist Chefredakteurin, Fotografin und Autorin zahlreicher Kinder- und Jugendbuchreihen. Ihr Mann ist Filmproduzent und schreibt ebenfalls erfolgreich für Kinder und Jugendliche.

|Gayle Lynds| hat drei „Die drei ???“-Geschichten geschrieben, die von 1989-1990 unter ihrem Pseudonym G. H. Stone veröffentlicht wurden. Sie ist Bestseller-Autorin und war mit dem „Die drei ???“-Autor Denis Lynds (William Arden) bis zu seinem Tod 2005 verheitratet.
(Verlagsinfos)

_Mein Fazit:_

Zwei Romane und ein Mitmach-Spielbuch in einem schönen Schmuckschuber. Einmal kommt Retro-Feeling auf, einmal erlebt der Fan, warum die Veränderung der Jungs in den USA statt zum Erfolg zur Einstellung der Serie geführt hat. Und einmal darf man sich als vierter Detektiv zu Justus, Peter und Bob gesellen und auch noch selbst entscheiden, wie es weitergeht.

Für Fans eine absolute Empfehlung, gerade für die, an die sich das jeweils zweite Vorwort richtet.

|Hardcover: 3 x 128 Seiten im Magnetverschluss-Schuber
Originaltitel: Brainwash / House of Horrors / High Strung
Aus dem Englischen von Kari Erlhoff und Astrid Vollenbruch
ISBN: 978-3440124932|
[www.kosmos.de]http://www.kosmos.de

Über 80 weitere Rezensionen zu den |Drei ???| gibts in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book zu entdecken.