_|House of Night|:_
Band 1: [„Gezeichnet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6374
Band 2: [„Betrogen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6277
Band 3: [„Erwählt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6550
Band 4: [„Ungezähmt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6755
Band 5: [„Gejagt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6949
Band 6: _“Versucht“_
Band 7: „Verbrannt“ (erscheint am 12.08.2011)
Band 8: „Awakened“ (noch ohne dt. Titel)
Sie haben es geschafft, Zoey und ihre Freunde haben Neferet und Kalona mitsamt der Rabenspötter aus Tulsa vertrieben. Viel Zeit nun endlich mal Luft zu holen und sich von den davongetragenen Wunden und den nur knapp entronnenen Tod zu erholen bleibt den Jungvampiren dennoch nicht.
Nicht nur, dass Zoey von beängstigten Träumen geplagt wird, auch Aphrodite hat eine verstörende Vision, in der Kalona eine tragende Rolle spielt. Den Jungvampiren ist klar, dass sie um jeden Preis die Erfüllung dieser Vision verhindern müssen.
Dies sollen aber nicht die einzigen Probleme der Jungvampire bleiben. Stevie Raes dunkles Geheimnis bedroht nicht nur die Freundschaft zu Zoey, die ihrer besten Freundin kaum noch traut, auch alle anderen Vampire des House of Night und sogar Stevie Rae schweben in großer Gefahr.
Wird Stevie Rae die richtige Entscheidung treffen?
_Kritik_
Mit dem sechsten Teil „Versucht“ haben die Autorinnen P. C. und Kristin Cast die Serie um das House of Night spannend und in bekanntem Stil erweitert. In gewohnt jugendlichem Sprachstil erzählen uns die Autorinnen, wie es nach der Schlacht gegen die abtrünnige Neferet und den unsterblichen Kalona mit den jungen Protagonisten weitergeht. „Versucht“ schließt direkt an den Vorgänger „Gejagt“ an und erzählt die Geschichte spannend und sehr unterhaltsam weiter.
Dem gewählt düsteren Plot um die Vampire und Jungvampire bleiben die Autorinnen treu, dabei schaffen sie es trotzdem, auch im sechsten Band immer neue Ideen überzeugend und abwechslungsreich einzuflechten. Auch die Umgebung wird um immer neue Facetten reicher und eine düstere Grundstimmung glaubwürdig dem Leser übermittelt. Der gewohnt saloppe Sprachstil ist auf die Zielgruppe der jugendlichen Leser(innen) ausgerichtet. „Versucht“ liest sich dementsprechend flüssig, ohne dabei völlig übertrieben zu wirken.
Lediglich der Einstieg in die nächsten Abenteuer der Jungvampire um Zoey Redbird liest sich etwas schleppend. Doch bereits nach wenigen Seiten nimmt der Roman rasch an Fahrt auf und bleibt bis zum dramatischen Ende atemberaubend spannend.
Wurden die vorangegangenen fünf Bände der beliebten Serie nur aus der Sicht von Zoey erzählt, dürfen sich die Leser nun auf einen interessanten Perspektivwechsel freuen. Zwar wird ein Großteil der Geschichte noch immer aus der Sicht Zoeys erzählt, aber auch andere Figuren wie Stevie Rae werden mehr ausgeleuchtet. Zusätzlich zu Zoey selber erzählt nun auch ein unabhängiger Beobachter, was einige der Charaktere erleben und was sie zu ihren Taten und Entscheidungen antreibt. Somit richtet sich der Fokus nicht mehr nur alleine auf Zoeys (Liebes)Leben, sondern die Handlung an sich bekommt deutlich mehr Raum, sich zu entfalten. Dieser Aspekt tut der Serie ungemein gut.
Die verschiedenen, größtenteils bekannten Darsteller bleiben sich selber treu und entwickeln sich passend zum Plot authentisch weiter. Eine „Gabe“ teilen sich jedoch die meisten der durchaus ansprechenden Protagonisten, jeder schafft es, durch manchmal wirklich dumme Fehler ein verheerendes Chaos anzurichten. Dies mag der Handlung an sich zwar interessante Perspektiven bieten, der Leser dürfte aber trotzdem ab und an verzweifelt mit dem Kopf schütteln.
Auch bleibt festzustellen, dass eine Erwählte der Nyx schlicht nicht monogam leben kann. Allerdings muss Zoes zugutegehalten werden, dass sie sich nunmehr nur noch in zwei Beziehungen zu verwickeln droht. Die Anziehungskraft zu dem gefallenen Kalona bekämpft sie hartnäckig und einem ihrer Verehrer gibt sie den verdienten Laufpass. Somit wurde in dieser Beziehung schon mal aufgeräumt und Zoey verdient sich durch ihr Verhalten wieder den einen oder anderne Pluspunkt.
Weiter ausgebaut wird Stevie Rae, diese geheimnisvolle Figur bekommt mehr Raum zugedacht, was der Geschichte wirklich Auftrieb gibt. Auch wenn die Leser ihr Verhalten nicht immer für gut befinden werden, bleibt es doch glaubwürdig und sogar verständlich.
Starke Persönlichkeiten sind auch Zoeys Krieger Stark und ihr menschlicher Freund Heath, mit dem Zoey eine Prägung, die wahrscheinlich intensivste Bindung, die es zwischen zwei Lebewesen gibt, hat. Keiner der beiden gibt kampflos auf und Stark sowie Heath sind dazu bereit, Zoey im Zweifel auch mit ihrem eigenen Leben zu beschützen.
Die Entfaltung der weiteren Figuren aus Zoeys Umkreis ist weiterhin als vorteilhaft zu bezeichnen.
Das Cover passt ausgezeichnet zu den fünf ersten Bänden. Farbe und Stil sind gleichbleibend und durch das gewählte Motiv lässt sich ein kleiner Anhaltspunkt zu den Ereignissen knüpfen.
_Fazit_
Mit „Versucht“ haben die Autorinnen P. C. und Kristin Cast den bisher besten Teil ihrer „House of Night“-Serie veröffentlicht. Abwechslungsreich, spannend und absolut interessant überzeugt hier nicht nur die Handlung, sondern auch die glaubwürdigen Darsteller. Ein Pluspunkt ist auch eindeutig die Wahl, nicht nur noch aus Zoeys Sicht die Geschichte zu erzählen, sondern auch anderen Figuren mehr Gewicht beizumessen.
Für mich ist „Versucht“ eine absolute Steigerung zu den ersten fünf Teilen der Serie und ich hoffe, dass die Autorinnen die Geschichte weiter wachsen lassen.
Nach „Versucht“ freue ich mich nun auf „Verbrannt“, der siebte Teil der erfolgreichen Serie wird im August erscheinen.
_Autorinnen_
Phyllis und Kristin Cast sind das erfolgreichste Mutter-Tochter-Autorengespann weltweit. Sie leben beide in Oklahoma, USA.
„House of Night“ erscheint in über 40 Ländern und hat weltweit Millionen von Fans.
Alle amerikanischen „Die drei ???“-Bücher wären längst übersetzt, dachten viele. Dass dem nicht so ist, kann man seit April 2011 in der „Top Secret Edition“ lesen. Dort finden sich nämlich drei Titel, welche es in Zeiten des Umbruchs der „Three Investigators“ zu den „Crimebusters“ (Zwischen 1986 – 1991) in ihrem Ursprungsland nicht (mehr) zu uns bzw. in die deutsche Übersetzung schafften. Darunter sogar ein hierzulande recht unbekanntes „Find your Fate“-Konzept (kurz: FYF), bei dem der Leser eine entscheidende Rolle beim Fortgang der Geschichte übernimmt. Ähnlich dem eines Adventures auf dem Computer. Die drei Erstveröffentlichungen kommen wie üblich aus dem Hause |Kosmos| und im schicken, magnetisch verschlossenen Schmuckschuber daher.
_Band 1: |House of Horrors – Haus der Angst|_
„Find your Fate – Finde dein Schicksal“. Diese Mitmachgeschichte aus dem Jahr 1986 bindet den Leser mit in die Story ein. Dabei ist innerhalb des Buches zu springen, wann immer man entweder dazu aufgefordert wird bzw. die Auswahlmöglichkeit angeboten bekommt, dem einen oder dem anderen Handlungsstrang zu folgen. Diese führen aber nicht selten in Sackgassen oder es ist ein Umweg zur endgültigen Lösung dieses ungewohnt ablaufenden Falles. Geschrieben hat ihn das amerikanische Autorenpaar Megan und H. William Stine, die noch vier weitere „Drei ???“-Bücher in ihrer Bibliographie aufweisen könnnen. Darunter mit „Der weinende Sarg“ ein weiterer FYF, welcher allerdings seinerzeit von Übersetzerin Leonore Puschert für den deutschen Markt in einen „normalen“ Fall umgewandelt wurde.
Die Story ist an sich recht simpel gestrickt und mit wenigen Worten wiedergegeben: Der Leser ist nach seltsamen Vorkommnissen in der Geisterbahn „House of Horrors“, sozusagen Auftraggeber der Drei ??? und gleichzeitig Aspirant auf die (imaginäre) Stelle des „Vierten“ Detektivs. Während es die ersten Seiten für das Grundgerüst noch linear vonstattengeht, gibt es alsbald mehr oder weniger fröhlich kreuz und quer durchs Buch. Je nachdem für welche Fährte man sich eben entscheidet, gelangt man entweder einen Schritt weiter oder es droht nicht selten ein unrühmliches Ende. Darunter auch welche, die sehr endgültigen Charakter für das Alter-Ego des Lesers haben. Manche Nebenhandlung bekommt man vielleicht überhaupt nicht mit, sofern man sich immer „richtig“ entscheidet und somit den kürzesten Weg geht – was allerdings ziemlich unmöglich sein dürfte.
|Zwischenresümee No. 1|
Vierter Detektiv gleich fünftes Rad am Wagen? Nervöses Blättern statt entspanntes Lesen? Allen Vorbehalten des in Ehren (teil)ergrauten, rezensierenden Alt-Fans zum Trotz hat dieses FYF-Teil was. Einen schön schwarzen und teilweise – zumindest für ein Jugendbuch – recht morbiden Humor nämlich. Allein aus diesem Grund lohnt es sich nach (hoffentlich) erfolgreichem Abschluss des eigentlich ziemlich kurzen Falles den anderen Möglichkeiten nachzugehen und dabei allerlei Schräges zu entdecken. Und obendrauf einen nicht geringen Schuss Selbstironie, denn ganz so ernst nimmt sich „House of Horrors“ nicht und zieht so einige Serien- wie auch Achtzigerjahre-Klischees ordentlich und gekonnt durch den Kakao. Ein paar kleine Lektoratsfehler trüben das Bild nicht, zudem gibt es ein Wiedersehen mit Gönner & Mentor Afred Hitchcock – Pardon: Albert Hitfield.
_Band 2: |Brainwash – Gefangene Gedanken|_
Es erfolgt der Sprung ins Jahr 1989, zu einer Story von Peter Lerangis. Der hat insgesamt nur zwei Bücher zu den Drei ??? beigesteuert: Eben „Brainwash – Gefangene Gedanken“ und „Gefahr im Verzug“. Dies hier ist der lange verschollene und nie veröffentlichte zwölfte Fall für die „Crimebusters“, wie das Trio Ende der Achtziger in den USA nun plötzlich hieß. Justus, Peter und Bob sind inzwischen siebzehnjährige Teenager mit Führerschein/Auto und gar einer Kampfsportausbildung. Peter bekam Kelly Madigan als Freundin und Bob arbeitet nebenher bei „Rock Plus“, der Musikagentur Sax Sandlers. Allesamt Umstände, die speziell beim vorliegenden Fall eine nicht unwichtige Rolle spielen.
Bei „Gefangene Gedanken“ geht es um das Thema (New Age) Sekten und deren Manipulationen insbesondere von Jugendlichen. Die Drei ??? werden von den Rademachers zur Hilfe gerufen, denn ihr Sohn Ben hat ihnen in letzter Zeit nicht viel Freude bereitet – Nun ist er sogar abgehauen, mitsamt seinen Ersparnissen. Ähnliches trifft wenig später auch auf Slide zu, den Gitarristen einer jungen Newcomer-Rockband, welche Bob gerade für „Rock Plus“ betreut. Es scheint, dass im Ausstieg der beiden ein Zusammenhang besteht – obwohl die Motive sehr unterschiedlich sind. Das Verbindungsglied heißt „SynRea“, eine Vereinigung mit ganz offenkundigem Sektencharakter. Doch die sitzen in der Nähe von New York. Dennoch machen sich die drei Detektive auf, die beiden Ausreißer genau dort aufzustöbern. In der Höhle des Löwen warten allerdings viele Verlockungen – und noch mehr Gefahren.
|Zwischenresümee No. 2|
Ein straffer und taffer Einsatz für die Juniordetektei. Taff deswegen, weil er sehr erstens ein sehr ernstes Thema hat und zweitens, weil er eher actionlastig ausgelegt ist, wobei die Kampfsportausbildung der drei immer wieder betont wird. Das gibt der Geschichte einen sehr amerikanischen Touch und ist ziemlich weit von dem entfernt, was unter deutscher Ägide verfasst wurde und wird. So ganz plausibel ist das Ganze auch nicht, es erscheint vor allem doch sehr weit hergeholt, dass Justus bereits nach wenigen Tagen in die Führungsriege der Sekte aufsteigen kann. Noch dazu ohne vorherige gründliche Überprüfung seiner Person. So unvorsichtig (oder dämlich) können weder der Obermotz noch seine Schergen des engsten Kreises nicht sein. Trotzdem ist der Fall spannend und mitreißend aufgezogen – immerhin gehören die Gegenspieler nicht grade zu den Gänseblümchenpflückern.
_Band 3: |High Strung – Unter Hochspannung|_
Noch einmal drei Jahre weiter. Wir schreiben das Jahr 1991. Der ebenfalls nie veröffentlichte Band 13 der „Crimebusters“ stellte, so verrät das aufschlussreiche Vorwort, Übersetzerin (und ebenfalls ???-Autorin) Astrid Vollenbruch zunächst vor ein etwas größeres Problem. Der Fund des Falles „High Strung“ in einem amerikanischen Verlags-Archiv kam hierzulande nur unvollständig an: Der Schluss der Geschichte fehlte. Glücklicherweise tauchten die letzten, originalen Manuskriptseiten von Autorin Gayle Lynds doch noch rechtzeitig wieder auf, bevor vielleicht ein neues Ende ersonnen werden musste. Von Gayle Lynds stammen außerdem noch die drei Fälle: „Gefährliche Fässer“, „Musikpiraten“ und „Angriff der Computer-Viren“ – allesamt unter ihrem Pseudonym G. H. Stone. Ihr 2005 verstorbener Ehemann Dennis (alias William Arden) brachte es übrigens auf deren dreizehn und war schon zu den frühen Anfangszeiten als erfolgreicher Autor in der Serie vertreten.
„High Strung“ steht voll im Zeichen einer Schnitzeljagd – nicht, dass das bei den Drei ??? wirklich ungewöhnlich wäre, doch diese wird vom lokalen Radiosender KFUN veranstaltet. Auf Rätselhinweise hin müssen die Hörer drei Wochen lang bestimmte Gegenstände sammeln, um am Ende den Hauptpreis von 5000 Dollar und eine olle Gitarre zu ergattern. Die beiden Deejays „Stinky“ Rossiter und „Doktor Ax Me“ sind inzwischen schon so etwas wie Kultfiguren geworden und haben halb Rocky Beach ins Suchfieber versetzt. Auch Justus hegt den Traum vom Sieg (und somit – endlich – vom eigenen Auto). Er hat natürlich alle bisherigen Rätsel aus dem Handgelenk gelöst und die entsprechenden Gegenstände zusammen. Bis er seiner Sammlung beraubt wird. Und das bleibt, wie sich herausstellt, kein Einzelfall. Da gibt sich jemand redlich Mühe den Schnitzeljägern das Leben schwer zu machen und die Jagd nach den noch ausstehenden Trophäen massiv zu behindern. Just wäre nicht Just, wenn ihn das nicht erst recht motivieren würde …
|Zwischenresümee No. 3|
Dieser Fall tendiert schon deutlicher in die Richtung, wie wir die Drei ??? heute kennen. Allerdings bestehen doch einige Unterschiede. Peter fährt hier zum Beispiel keinen roten MG, sondern einen schwarzen Honda Accord und Bob ist ein kleiner Weiberheld, der nun keine Brille mehr trägt. Die beiden versuchen, den übergewichtigen Justus gelegentlich zu verkuppeln. Apropos „Übergewicht“: Es wird behauptet, dass Justus 84 Kilo bei 1,78 cm Körpergröße auf die Waage bringt, das sind grade mal 6 Kilo über dem Normalgewicht. Man dürfte ihm also seine überzähligen Pfunde kaum ansehen – jedenfalls nicht so sehr, um ihn als „Fettsack“ zu titulieren. Überhaupt wird merklich viel mehr Wert auf Äußerlichkeiten sowie auf Actionelemente, inklusive – zumindest in dieser Massierung – unnötigem Kampfsportgefasel, gelegt. Es dürfte eigentlich ziemlich egal sein ob der Gegner nun mit einem Sushi-Rundumschlag oder Shitake-Edelpilzcremetritt zu Boden geschickt wird. Die Geschichte ist an sich jedoch spannend erzählt und keineswegs langweilig.
_Gesamtfazit_
Schön, dass auch diese verschollenen Fälle nach Jahrzehnten der Dunkelheit in irgendeinem Archiv endlich doch das Licht der Öffentlichkeit erblicken durften. Ganz besonders das hierzulande beinahe unbekannte „Find your fate“-Konzept von „House of Horrors“ ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, hat aber was – vor allem einen frech-frischen Ton. Fast schon schade, dass die ursprünglichen FYFs „Das Volk der Winde“ und „Der weinende Sarg“ damals für den deutschen Markt umgemodelt wurden. Doch die kann man sich ja – bei nun gewecktem Interesse – immerhin noch als amerikanische Originale besorgen, so man der englischen Sprache denn mächtig ist und sie noch ergattern kann. Wer weiß? Vielleicht bringt der Verlag ja auch irgendwann mal die alternativen FYF-Fassungen dieser Storys auf Deutsch heraus. Zwei fähige Übersetzerinnen hat man mit Astrid Vollenbruch und Kari Erlhoff ja.
Während „House of Horrors“ mit seinen damals weiterhin 14-jährigen Protagonisten, sozusagen noch das „alteingesessene“ bzw. „-gelesene“ Klientel bedient, sollten „Brainwash“ und „High Strung“ offenbar bereits eine ganz andere Lesergeneration ansprechen, was nachweislich im Falle der kurzen „Crimebusters“-Ära allerdings seinerzeit grandios nach hinten losging. Deren bis dato unveröffentlichte Bände 12 und 13 geben heute noch beredt darüber Auskunft, dass die vermeintlich modernere Ausrichtung der Drei ??? mehr hin zu körperbetontem „Crime“, selbst auf dem amerikanischen Markt nicht geschätzt wurde. Zu oberflächlich und weit weg von ihren bis ins Detail durchdachten Glanzzeiten wirkten die Geschichten der drei Detektive nun. Was für die Serie letztendlich auch dem Todesstoß in den USA bedeutete. Glücklicherweise galt das nicht für Deutschland, wo sie seit 1993 unvermindert weitergeführt wird.
Die in ihrem Schmuckschuber elegant und wertig wirkende „Top Secret Edition“ ist insgesamt betrachtet eine 1a-Zeitkapsel, und in diesem Kontext muss man die durchweg spannenden Titel auch sehen. Hilfreich sind dabei sowohl die Vorworte zu jedem Band, als auch so manch eingeschobene Anmerkung, welche auf interessante Besonderheiten rund um Zeitgeschehen, Mode, Gepflogenheiten, die Serie an sich oder amerikanische Geschichte hinweisen. Da tut man nebenher (wie so oft bei den Drei ???) was für seine Allgemeinbildung, nur dass Dwight D. Eisenhower der VIERTE US-Präsident („High Strung“, Seite 19 – Fußnote) gewesen sein soll, vergessen wir mal ganz schnell wieder: Er war nämlich der 34. Abgesehen von solch kleineren, verstreuten Lektoratsfehlern gibt es aber an der Box nichts Substanzielles zu meckern. Pflichtkauf für Fans.
|3 Hardcover im Schmuck-Case: 390 Seiten
Nach Figuren von Robert Arthur
Übersetzung: Astrid Vollenbruch und Kari Erlhoff
ISBN: 978-3-440-12493-2|
[www.kosmos.de]http://www.kosmos.de
Über 80 weitere Rezensionen zu den |Drei ???| gibts in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book zu entdecken.
Die Zeiten ändern sich. Wurden früher die Geschichten der drei Fragezeichen vom Englischen ins Deutsche übersetzt, geschieht dies heute umgekehrt. Allerdings nicht etwa zum Zwecke der Veröffentlichung im angloamerikanischen Sprachraum, auch diese Varianten einiger ausgewählter Stories, sind für den deutschen Markt bestimmt. Es sind bereits eine ganze Reihe Fälle diesen Weg gegangen – Das „Geisterschiff“ war mit einer der ersten, welcher diesem sprachlichen re-engineering unterzogen wurde. Der Kosmos-Verlag leistet damit seinen Beitrag der lernwilligen Zielgruppe modernes Alltagsenglisch („Ab dem 4. Lernjahr – mit Vokalbelhilfe“ weiß das Cover zu berichten) in Form des beliebten Jugend-Detektiv-Trios näher zu bringen.
_Zur Story_
Dichter Nebel liegt über der Bucht von Rocky Beach, als Peter und Kelly mit dem roten MG auf der Küstenstraße unterwegs sind. Die Stimmung steht nicht grade zum Besten. Man zofft sich grade. Beinahe überfahren sie dadurch eine Joggerin, welche sie vollkommen aufgelöst bittet sie zum Strand herunter zu begleiten – sie bräuchte dringend Zeugen. Für was sagt sie zunächst nicht. Dort angelangt ist aber nichts Außergewöhnliches zu entdecken, dabei schwört die Frau Stein und Bein, dass sie dort grade ein leibhaftiges Geisterschiff hat vorüberfahren sehen. Einen unter zerfetzten Segeln dahinziehenden Dreimaster, ohne Besatzung und noch dazu aschfahl-gespenstisch aus sich heraus leuchtend. Wie dem auch sei: Der Spuk ist jetzt aber offenbar vorüber und die Bucht Rocky Beachs präsentiert sich gespensterfrei wie eh und je.
Justus ist von der Geschichte fasziniert, als er sie am nächsten Tag von Peter geschildert bekommt. Interessanterweise hat ein Nachlass, den Onkel Titus gerade von Mr Qin erstanden hat ebenfalls Bezug zu Schiffen bzw. Piraten. Sogar einem der beiden berühmtesten aus der Gegend Kaliforniens: Hawk und Duncan, welche sich Zeit ihres Lebens gegenseitig bekämpft haben, was Duncan seinerzeit einen Arm und seinen größten Schatz kostete. Diesen hat Hawk so gut versteckt, dass er seither verschollen ist. Hawk ist übrigens der Ururururgroßvater von Mr Qin, der ausgerechnet dessen Sachen an Familie Jonas verkaufte. Befinden sich vielleicht handfeste Hinweise auf den Verbleib des Schatzes darunter? Bei einem buchstäblichen Nacht-und-Nebelausflug bekommen die drei auch endlich das Geisterschiff selbst zu Gesicht: Es ist die „Stormrider“, Duncans Flaggschiff.
_Eindrücke_
Die Elemente, welche André Marx in seiner Geschichte verwendet sind innerhalb der Serie alles andere als neu. Die Versatzstücke aus dem Fall „Phantomsee“ (geheimnisvolle Seemannskiste und daraus resultierend ein Rätsel über lange zurückliegende Ereignisse bzw. einen verschollenen Schatz) oder „Roter Pirat“ (Piratenthematik generell, sowie auch Leuchtturm im speziellen) sind überdeutlich. Nicht zu vergessen auch der dichte Nebel, wie er in diversen Storys als atmosphärenbildender, stummer wie verschleiernder Verbündeter – auf beiden Seiten: Gut wie Böse – häufiger auftritt: Alles selbstverständlich schon einmal, in dieser oder ähnlicher Form, dagewesen. Allerdings ist es bekanntlich nicht zuletzt die Mischung, welche über Wohl und Wehe entscheidet – und das ist hier nicht anders. Das Gesamtkonzept ist stimmig und trifft den von Fans so goutierten Stil quasi mit einer Punktlandung.
Figurenzeichnung, Spannungsbogen, Pace und Showdown passen ebenso, wie die kleinen Querverbindungen innerhalb der Serie, Peters Freundin Kelly Madigan und mal wieder ihre nervige Tante Eleonora (bekannt aus dem Fall „Poltergeist“) etwa. Auch versteckte Anspielungen auf Dinge außerhalb, real oder fiktiv, sind zu finden z.B. tragen die für die Lösung des Falles nicht unwichtigen Buddelschiffe allesamt Raumschiff-Namen aus der SciFi-Serie „STAR TREK“. Ein netter kleiner Gag, für welche Marx in der Fangemeinde bekannt und berühmt ist. Da sieht man es ihm auch nach, dass die Sache mit einem ausgewachsenen Dreimastschoner als Piratenschiff ein wenig überzogen ist. Realiter waren diese eher klein und vor allem wendig, grade in den tückischen Gewässern Kaliforniens. Eine Brigg, Brigantine oder Schaluppe dürften also wesentlich wahrscheinlicher sein, zumal wenn man sich damit so nah an die zerklüftete Küste wagt.
So ein stattlicher Dreimaster wirkt natürlich wesentlich anziehender und phantasieanregender, vor allem wenn sich ein solcher auch noch quasi vor Justus‘ superkritischem Auge in Luft auflösen kann, ohne dass der Oberschlauberger dafür eine Erklärung parat hat. Diese fällt im Übrigen wesentlich nachvollziehbarer aus, als in der gleichnamigen EUROPA-Hörspieladaption, wo das unter anderem aufgrund von Kürzungen zur Vorlage nicht so recht hinhaut. Doch das ist ein anderes Thema. Insgesamt geht der Plot bis zum Schluss gut und nachvollziehbar auf, wenngleich natürlich einige Klischees unbedingt bedient werden müssen. Klar. Das erwartet der – langjährige und erfahrene – Drei-Fragezeichen-Leser schließlich auch. Die Geschichte hat übrigens durch die Übersetzung ins Amerikanische nicht gelitten, sogar Marx‘ Stil blitzt weiterhin unverkennbar durch, wenngleich sich so mancher Satzbau vielleicht doch einen Tick zu „Deutsch“ liest.
_Fazit_
Um die Mission die Zielgruppe für das spielerische Sprachtraining zu gewinnen, erfolgreich abzuschließen, braucht man das nötige Rüstzeug. Das bringt „Das Geisterschiff“ in Form einer tollen, spannenden Geschichte sicherlich schon von Haus aus mit. Des weiteren ist positiv anzumerken, dass es sich bei der Übersetzung eben um das lebendigere, „rundere“ American English und nicht um das doch zuweilen recht dröge britische handelt, mit dessen „stiff upper lip“ man ehedem Generationen von Schülern traktierte und bestimmt dem einen oder anderen den Spaß am Erlernen des Englischen vergällte. Heute gibts Entertainment statt stupider Vokabelpaukerei – eine deutliche pädagogische Verbesserung.
|Hardcover: 146 Seiten
OT: „Die drei ??? ® und das Geisterschiff“
Basierend auf Figuren von Robert Arthur
Erzählt von André Marx
Ins Amerikanische übersetzt von C. Vivien Arnold
Redaktion: Ina Pfitzer
ISBN: 978-3-440-10790-4|
[www.kosmos.de]http://www.kosmos.de
Über 80 weitere Rezensionen zu den |Drei ???| gibts in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book zu entdecken.
_|Das Buch der Schatten|:_
Band 01: [„Verwandlung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7082
Band 02: [„Magische Glut“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7083
Band 03: „Bluthexe“ (Februar 2012)
Band 04: „Dark Magick“ (noch ohne dt. Titel)
Band 05: „Awakening“ (noch ohne dt. Titel)
Band 06: „Spellbound“ (noch ohne dt. Titel)
Band 07: „The Calling“ (noch ohne dt. Titel)
Band 08: „Changeling“ (noch ohne dt. Titel)
Band 09: „Strife“ (noch ohne dt. Titel)
Band 10: „Seeker“ (noch ohne dt. Titel)
Band 11: „Origins“ (noch ohne dt. Titel)
Band 12: „Eclipse“ (noch ohne dt. Titel)
Band 13: „Reckoning“ (noch ohne dt. Titel)
Band 14: „Full Circle“ (noch ohne dt. Titel)
Band 15: „Night’s Child“ (noch ohne dt. Titel)
_Mit dem Fest Samhain_ ist Morgans Leben nun komplett auf den Kopf gestellt, schließlich hat sich offenbart, dass Morgan eine mächtige Bluthexe ist. Das Verhalten ihrer Eltern wird dadurch noch undurchsichtiger, da eine Bluthexe ihre magischen Fähigkeiten erbt, ihre Ahnen folglich ebenfalls Hexen sein müssen. Auch, dass Morgan und Cal nun offiziell ein Paar sind, stößt besonders bei Bree auf wenig Freude – Bree kündigt Morgan nun die Freundschaft.
Tags darauf kommt es nun zu einem aufsehenerregenden Vorfall, als Morgans Mutter auf der Veranda die Wicca-Bücher findet, die Morgans einstige beste Freundin Bree dort deponiert hat. Morgan konfrontiert ihre Eltern mit der Tatsache, dass sie ihre Gaben geerbt haben muss, demzufolge auch ihre Schwester und ihre Eltern Hexen sein müssen. Morgans Eltern bestreiten diese Tatsachen energisch und Morgan kommt ein schrecklicher Verdacht. Sollte sie etwa gar nicht die leibliche Tochter ihrer Eltern sein?
Schnell wird aus dem Verdacht, adoptiert worden zu sein, Realität. Morgan kann es kaum fassen und reagiert sehr verletzt auf die Tatsache, dass ihr dieses wichtige Detail ihres Lebens 16 Jahre lang verschwiegen wurde.
Bei ihren Nachforschungen nach ihrer leiblichen Familie stößt Morgan auf eine Mauer des Schweigens, helfen will ihr keiner, und so gestaltet sich die Suche als sehr schwierig. Nur Cal steht ihr bei und Morgan findet Trost in seiner Liebe.
Aber nicht nur unter der neuen familiären Situation leidet Morgan, auch der Verlust ihrer besten Freundin Bree macht Morgan schwer zu schaffen.
_Kritik_
Der zweite Band von Cate Tiernans Serie um „Das Buch der Schatten – Magische Glut“ knüpft genau am letzten Satz des ersten Romans an. Die letzten Seiten des ersten Bandes „Verwandlung“ werden hier noch einmal als Prolog eingeschoben, und so ist der Leser wieder schnell im Thema.
Auch der Erzählstil ist dem des ersten Bandes ähnlich; flüssig zu lesen und zu den Protagonisten passend, kann diesem entspannt gefolgt werden. Detaillierte Beschreibungen und lebendige Charaktere sorgen ebenfalls für einen unterhaltsamen Lesegenuss. Ihrem Plot bleibt die Autorin treu, und so kann der Leser auch in diesem Band den Wicca-Kult noch besser kennenlernen. Die Mischung des spirituellen und naturverbundenen Glaubens der Wicca mit glaubwürdiger Romantik und dezenter Spannung überzeugt auch hier.
Beim Spannungsbogen wird in dieser Serie bisher kein Wert auf actiongeladene Szenen gesetzt, sondern mehr auf die Entwicklungen der Personen und die Geheimnisse, die hinter jeder Figur stehen. Der Leser wird durch die Neugierde, die Rätsel um Morgans Herkunft und die Entwicklung der Personen und der Handlung an das Geschehen gefesselt. Durch die gewählte Perspektive, in der Morgan dem Leser ihre Geschichte erzählt, hat der Leser wieder die Möglichkeit, die Ereignisse aus Morgans Sicht zu erleben.
Die Kapitel sind passend zur empfohlenen Altersgruppe erneut in angenehmer Länge gehalten, und wie schon im ersten Band hat die Autorin sich etwas Interessantes einfallen lassen, um diese kenntlich zu machen. An jedem Kapitelanfang steht in „Magische Glut“ ein Stück aus einem „Buch der Schatten“, das einer Feuerhexe namens Bradhadair gehörte. Es werden Erlebnisse und Rituale dieser Hexe beschrieben.
Den Hauptfokus legt die Autorin wieder auf Morgan. Dieser Charakter wurde mit viel Liebe zum Detail konzipiert und überzeugt durch ein lebendiges und authentisches Verhalten. Passend zu ihrem Alter reagiert Morgan auf ihre Umwelt, die Probleme und die magischen Dinge, die ihr widerfahren.
Der junge und sehr einnehmende Hexenmeister Cal ist ebenfalls lebendig gezeichnet; bei ihm bleibt aber das Gefühl zurück, dass Cal irgendein dunkles Geheimnis verbirgt. Bree bleibt eine sehr unsympathische Darstellerin, die nur ihre Ziele verfolgt und dabei vor nichts zurückschreckt. Weiterhin wurden die verschiedenen Nebenfiguren herausgebildet, diese bekommen immer mehr Struktur. Hier wird es sicherlich noch einige Überraschungen geben.
Das Cover ist passend zum ersten Teil dieser Serie gestaltet, auf dunklem Hintergrund sind eine brennende rote Tulpe und Ornamente zu sehen. Der Titel passt sich der Farbwahl an.
_Fazit_
Mit „Magische Glut“ hat Cate Tiernan den logischen zweiten Teil ihrer Serie „Das Buch der Schatten“ veröffentlicht. Die Geschichte um die junge und doch schon sehr mächtige Hexe Morgan wird glaubwürdig weitererzählt. Die Mischung der verschiedenen Elemente wie unter anderem Magie und Romantik ist der Autorin glaubwürdig gelungen.
Jungen Leserinnen ab 12/13 Jahren und auch jung gebliebenen wird hier eine unterhaltsame und manchmal auch anschauliche Geschichte erzählt, die süchtig macht.
Nach dem gleichzeitigen Erscheinen der ersten beiden Teile „Verwandlung“ und „Magische Glut“ wird der Leser nun auf eine Geduldsprobe gestellt, denn erst im Februar 2012 wird der dritte Band „Bluthexe“ erscheinen. Hier kann nur gehofft werden, dass der |cbt|-Verlag unter dem neuen Label „dark moon“ ein Einsehen hat und die Bände in kürzeren Intervallen veröffentlicht werden.
_Autorin_
Cate Tiernan wurde 1961 in New Orleans geboren. Lange Zeit arbeitete sie bei einem großen Verlag in New York, bis sie beschloss, selbst Schriftstellerin zu werden. Inzwischen hat sie mehrere Fantasy-Reihen und Kinderbücher unter Pseudonym geschrieben. Cate Tiernan lebt mit ihrer Familie und ganz vielen Tieren in North Carolina. (Quelle: amazon.de)
|Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: cbt (18. April 2011)
ISBN-13: 978-3570380048
Originaltitel: Sweep 02 – The Coven|
[www.randomhouse.de/cbt]http://www.randomhouse.de/cbt/index.jsp
Band 01: [„Verwandlung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7082
Band 02: [„Magische Glut“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7083
Band 03: „Bluthexe“ (Februar 2012)
Band 04: „Dark Magick“ (noch ohne dt. Titel)
Band 05: „Awakening“ (noch ohne dt. Titel)
Band 06: „Spellbound“ (noch ohne dt. Titel)
Band 07: „The Calling“ (noch ohne dt. Titel)
Band 08: „Changeling“ (noch ohne dt. Titel)
Band 09: „Strife“ (noch ohne dt. Titel)
Band 10: „Seeker“ (noch ohne dt. Titel)
Band 11: „Origins“ (noch ohne dt. Titel)
Band 12: „Eclipse“ (noch ohne dt. Titel)
Band 13: „Reckoning“ (noch ohne dt. Titel)
Band 14: „Full Circle“ (noch ohne dt. Titel)
Band 15: „Night’s Child“ (noch ohne dt. Titel)
_Die 16 Jahre alte Morgan Rowlands_ hält sich für ein ganz durchschnittliches Mädchen. Sie wächst in einem streng katholischen Elternhaus auf, in dem regelmäßige Kirchgänge und ein gläubiges Leben zum Alltag gehören. Morgan lebt ein gewöhnliches Leben mit allen Sorgen und Nöten, die für 16-Jährige normal sind.
Als an ihrer Schule ein neuer Schüler auftaucht, steht Morgans gewohnte Welt plötzlich Kopf. Der charmante und gutaussehende Cal fasziniert sie sofort. Aber nicht nur sie, alle Mädchen erliegen Cals Anziehungskraft. Besonders Morgans beste Freundin Bree hat es sich in den Kopf gesetzt, Cal für sich zu gewinnen.
Um seine neuen Mitschüler kennenzulernen, lädt Cal bald zu einer Party unter freiem Himmel ein. Dieses Kennenlernen ist aber nicht der einzige Grund, denn Cal lebt die Wicca-Kultur und will einen neuen Hexenzirkel gründen. Auf seiner Party plant Cal, ein Wicca-Kreisritual durchzuführen. Morgan ist beeindruckt und nimmt an dem magischen Ritual teil. Irgendetwas löst dieser Kreis bei Morgan aus; nicht nur, dass es ihr nach dem Ritual schlecht geht, auch kann sie plötzlich gewisse Dinge voraussagen.
Schnell wird klar, dass Morgan eine Hexe ist, mit noch mehr Macht, als auch Cal ahnen konnte. Eifrig stürzt Morgan sich in die Studien der Wicca-Religion, womit aber nicht jeder einverstanden ist. Nicht nur Morgans streng gläubigen Eltern stehen Morgans neuen Talenten im Wege, auch Bree reagiert äußerst eifersüchtig und misstrauisch, da Cal Morgan viel Aufmerksamkeit schenkt.
_Kritik_
Mit dem ersten Band der Serie „Das Buch der Schatten – Verwandlung“ führt die Autorin Cate Tiernan ihre Leser in die magische Wicca-Religion ein. Mit diesem sehr interessanten und magischen Auftakt ihrer Serie weckt die Autorin nicht nur die Neugierde auf diese naturverbundene Religion, sie schafft es auch, ihre Leser ansprechend zu unterhalten.
Dem flüssigen und leicht verständlichen Sprachstil kann mühelos gefolgt werden, und dieser passt ausgezeichnet zu der jugendlichen Morgan. Dabei verzichtet die Autorin nicht auf detaillierte Beschreibungen der Handlung und der Plätze, an denen die unterhaltsame Geschichte spielt. Schnell hat der Leser so die Möglichkeit, in der Welt um Morgan zu versinken und nimmt an dem Leben der jungen Darstellerin teil. Der Plot ist sehr interessant gewählt und vermittelt glaubwürdige Einblicke in die neuheidnische Religion der Wicca.
Der Spannungsbogen entwickelt sich mit Morgans Entdeckung ihrer magischen Kräfte stetig, ohne dabei atemberaubend anzusteigen. In „Verwandlung“ setzt die Autorin eher darauf, die Protagonisten einzuführen und die Grundzüge der Wicca vorzustellen. Ebenso werden die Beziehungen unter den Darstellern erläutert. Gekonnt verwebt Cate Tiernan die spiritistischen Züge mit überzeugender Romantik und dezenter Spannung.
Die zu einem Jugendroman passenden kurzen Kapitel fangen jeweils mit abergläubischen Zitaten aus verschiedenen Jahrhunderten und kurzen Gedanken von Morgan oder Cal an. Diese nehmen Bezug auf die Geschichte.
Erzählt wird „Verwandlung“ aus der Perspektive von Morgan. Der Leser erlebt so alle Facetten die Morgan erlebt hautnah mit, sei es Verunsicherung, Freude, Glaube und auch Faszination.
Cate Tiernan hat glaubwürdige, abwechslungsreiche und meist interessante Charaktere konzipiert. Am lebendigsten wurden die Hauptdarsteller Morgan, Cal und Bree beschrieben. Besonders die zurückhaltende Morgan entwickelt sich beträchtlich. Am unsympathischsten wirkte Bree, die in erster Linie durch Egoismus und Rücksichtslosigkeit in Erinnerung bleibt. Die Nebendarsteller bleiben zumeist etwas eindimensional, haben aber in den Folgebänden noch jede Menge Zeit sich weiter zu entwickeln.
_Fazit_
Mit dem ersten Band „Das Buch der Schatten – Verwandlung“ hat die Autorin Cate Tiernan den unterhaltsamen Auftakt einer momentan 15 Bände umfassenden Serie geschrieben. Hier überzeugen nicht nur die authentischen und sympathischen Figuren, auch der okkulte Wicca-Kult fasziniert außerordentlich. Durch einen intelligent gesetzten Cliffhanger wird der zweite Band „Magische Glut“ zur Pflichtlektüre.
_Autorin_
Cate Tiernan wurde 1961 in New Orleans geboren. Lange Zeit arbeitete sie bei einem großen Verlag in New York, bis sie beschloss, selbst Schriftstellerin zu werden. Inzwischen hat sie mehrere Fantasy-Reihen und Kinderbücher unter Pseudonym geschrieben. Cate Tiernan lebt mit ihrer Familie und ganz vielen Tieren in North Carolina. (Quelle: amazon.de)
|Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: cbt (18. April 2011)
ISBN-13: 978-3570380031
Originaltitel: Sweep 01 – Book of Shadows|
[www.randomhouse.de/cbt]http://www.randomhouse.de/cbt/index.jsp
Lügen darf man nicht – so bringt man es schon kleinen Kindern bei. Und was bei Menschen gilt, zählt auch im Tierreich so, beispielsweise bei den Ratten. Doch manchmal würde man sich ja gerne mal stärker machen, als man ist, man würde gerne Abenteuer erleben, und sei es nur in einer erfundenen Geschichte, oder man würde gerne einen Riesenkäse verputzen können. So geht es auch den vier Rattenfreunden Rita, Rodney, Rüdiger und Ralf. Eines Tages entsteht aus diesem Wunsch heraus der Flunkerclub, so treffen die vier Freunde sich fortan an einem Abend der Woche, um sich gegenseitig etwas vorzuflunkern.
Nach fünf Treffen ist daraus dieses herrliche Buch entstanden, in dem wir von den Abenteuern der vier Ratten hören. Dabei erfahren wir unter anderem, dass Rita eigentlich eine Prinzessin ist, die eines Tages aus ihrem Palast fliehen konnte, allerdings musste sie sich dafür von einem Stück ihres Schwanzes trennen. In Freiheit hat Rita nun schon einige Abenteuer erlebt, so hat sie Erfahrungen beim Bungee Springen gesammelt oder musste sich vor einer großen Überschwemmung retten. In anderen Geschichten treffen wir auf einen Zauberlehrling, der auf der Suche nach dem richtigen Zaubertrick ist, um seine Zauberprüfung zu bestehen, am Ende schließt er mit einem sensationellen bunten Bonbonregen als bester die Prüfung ab. Wir lernen eine stinkende Ratte kennen, die in der Kanalisation lebt, und auch eine Farbratte, die sich bei dem Friseur ihres Vertrauens ihr Fell in ganz exklusiven Farben gestalten lässt. In einer anderen Geschichte wird ein schlecht gelaunter Igel gerettet, in einer anderen entwickelt Ralf als Laborratte Superkräfte.
_Erstunken und erlogen_
Abenteuer wie diese erzählen sich die vier Ratten bei ihren Treffen, auf die sie sich natürlich immer gut vorbereiten und auch riesig freuen. Die Vorfreude ist so groß, dass jeder zuerst seine Geschichte erzählen möchte und deswegen die Reihenfolge der Erzählenden ausgelost werden muss. Manchmal sind es schier unglaubliche Abenteuer, die die Ratten erleben, manchmal sind es aber auch eher lustige Geschichten bzw. merkwürdige Begegnungen. Die Bandbreite an erzählten Geschichten ist riesig, sodass für jeden etwas dabei ist. Die vier Ratten beweisen eine wahnsinnige Kreativität, denn keine der Geschichten ist langweilig, sondern man freut sich auf jede einzelne Anekdote.
Da es sich bei dem „Flunkerclub“ um ein Kinderbuch handelt, können die Kinder beim Lesen oder Zuhören natürlich auch wieder etwas lernen, und zwar nicht nur, dass man eigentlich nicht lügen darf, sondern Kinder lernen hier z. B., was Freundschaft ist, denn in vielen der Geschichten geht es um Hilfsbereitschaft und darum, dass die Ratten sich gegenseitig oder jemand anderem helfen, so retten sie beispielsweise einen Igel, obwohl dieser sie zuvor noch schrecklich beleidigt hat (was man natürlich nicht tun darf!). Aber sofort bringen die Ratten dem Igel besseres Benehmen bei, sodass er lernt, dass man „bitte“ und „danke“ zu sagen hat. Auch dieses können Kinder in diesem Buch mitnehmen. Aber keine Angst: Auch wenn Kinder ganz nebenbei etwas lernen können, steht doch die Unterhaltung im Vordergrund. Alle Geschichten sind absolut lesenswert, sie sind lustig, spannend, abenteuerlich und auf jeden Fall unterhaltsam.
Besonders gelungen ist die Illustration sämtlicher Geschichten, so hat die Autorin Jennifer Feldkirchner alle Abenteuer in Wort und Bild festgehalten, laut Verlagsinfo finden sich 73 Abbildungen in dem Buch. Zudem beginnt jede einzelne Geschichte mit einem kleinen „Rattenlogo“, sodass man schnell den Beginn einer jeden Geschichte findet. Die Zeichnungen untermalen das Erzählte ganz hervorragend, oftmals sind es Schwarz-Weiß-Zeichnungen, sehr häufig aber auch farbenfroh gestaltete Bilder, die dem Leser sofort ins Auge springen. Mit ihrem unvergleichlichen Zeichenstil hat Jennifer Feldkirchner alle Emotionen und Erlebnisse eingefangen. Jede Ratte zeichnet sich durch eine bestimmte Eigenart aus, sei es der gekürzte Schwanz, die kleine Glatze oder die besonders sorgfältig gekämmten Haare. In ihren Gesichtern spiegeln sich in jedem Bild die Emotionen der putzigen Gefährten wider, sei es Freude, Überraschung oder auch mal Angst und Schrecken. Die Zeichnungen sind auf der einen Seite ausdrucksstark, auf der anderen aber auch kindgerecht einfach gehalten, sodass man auch schon jüngeren Kindern die Geschichten vorlesen und ihnen die Bilder zeigen kann. Gerade weil es sich um recht kurze Geschichten handelt – insgesamt erzählen sich die Ratten an fünf Abenden 20 Geschichten – eignen sie sich gut zum Vorlesen.
_Rattenscharf_
Das Buch überzeugt in Wort und Bild auf ganzer Linie. Die Lügenmärchen der Ratten sind einfach nur süß und unterhaltsam, untermalt werden sie von herrlichen Zeichnungen, die oftmals auch farbig gestaltet sind und entsprechend ins Auge fallen. Auch wenn sich „Der Flunkerclub“ zunächst an Kinder wendet, wird auch der erwachsene Leser großartig unterhalten! Schließlich sollte jeder ein wenig das Kind in sich bewahren und sich an solcherlei Lügenmärchen erfreuen können!
Band 1: _“Verflucht“_
Band 2: „Verraten“ (01.12.2011)
Band 3: „Jealousy “ (noch ohne dt. Titel)
Band 4: „Defiance “ (noch ohne dt. Titel)
Band 5: „Reckoning“ (01.11.2011, noch ohne dt. Titel)
_Nicht das erste Mal_ musste die 16-jährige Dru Anderson mit ihrem Vater in eine neue Stadt ziehen, dieses Mal hat es sie in das kalte Dakota verschlagen. Nach den unzähligen Umzügen hat Dru das Auspacken der Umzugskartons mittlerweile aufgegeben. Dies lohnt nicht, wenn man nach ein paar Wochen, mit Glück ein paar Monaten, wieder weiterziehen muss.
Die vielen Umzüge sind natürlich nicht grundlos: Drus Vater ist seit dem Tod von Drus Mutter Monsterjäger. Die ersten Jahre hat Dru noch bei ihrer Großmutter gelebt, doch seit deren Tod zieht sie nun mit ihrem Vater von Stadt zu Stadt, um sein Handwerk zu lernen und Monster zu jagen.
Vier Jahre geht das gemeinsame Leben gut, bis Drus Dad von einem Streifzug nicht als Mensch, sondern als Zombie zurückkehrt. Dru ist gezwungen, die wiederbelebte Leiche ihres Vaters zu eliminieren. Hals über Kopf flieht sie aus der gemeinsamen Wohnung und trifft kurze Zeit später auf ihren geheimnisvollen Mitschüler Graves. Graves merkt schnell, dass es Dru nicht gutgeht, und als sie gesteht, nicht nach Hause zu können, nimmt Graves sie ohne viele Fragen bei sich auf. Auch Graves ist kein „normaler“ Junge; er wohnt im stillgelegten Teil eines großen Einkaufszentrums.
Dru und Graves freunden sich in dieser Notsituation schnell an, aber wie wird Graves reagieren, wenn er erfährt, was Dru in ihrer Freizeit für gewöhnlich macht? Als eines Nachts Werwölfe Jagd auf Dru machen, passiert etwas Schreckliches: Graves wird von einem der Wölfe gebissen! Irgendetwas scheint die Jagd auf Dru eröffnet zu haben, und so sind Dru und Graves nun auf der Flucht vor erbarmungslosen Feinden.
_Kritik_
Mit „Strange Angels – Verflucht“ hat Lili St. Crow den ersten Band einer auf fünf Bände ausgelegten Reihe veröffentlicht. Anfangs fallen hier große Ähnlichkeiten zu der beliebten amerikanischen Serie „Supernatural“ auf, mit dem Unterschied, dass Dru wesentlich jünger als die Darsteller dieser Serie und ein Einzelkind ist.
Mit einem fesselnden, leicht zu lesenden Schreibstil überzeugt die Autorin. Lili St. Crow bedient sich einer der Zielgruppe junger Leser angepassten Umgangssprache. Hier wäre etwas weniger schöner zu lesen gewesen, andererseits wirkt diese Sprache hier auch sehr authentisch und zu den Protagonisten passend. Detailliert und überzeugend werden die Umgebung und die spannende Handlung beschrieben. Für einen ersten Band typisch, wird hier auch zwischen den spannungsgeladenen Actionszenen viel erklärt. Langsam lernt man so die Figuren und ihre Hintergründe kennen, wobei die Spannung nie zu kurz kommt, da es nach diversen Rückblicken auch schnell wieder zur Sache geht. Die Nebenhandlungen und Rückblicke ergänzen den Plot somit nahezu perfekt.
Der Spannungsbogen verläuft in „Verflucht“ wellenförmig, mal steigt dieser in ungeahnte Höhen und wenig später entspannt er sich oder fällt auch mal stark ab. Dies geschieht in einem angenehmen Rhythmus, und zwischen atemlos spannenden Szenen wird der Leser durch die Geschichte der Protagonisten unterhalten. Für das Verständnis und den Verlauf der Geschichte war dies sehr gut gewählt.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Dru erzählt, diesen Charakter lernt der Leser also sehr gut kennen. Dadurch, dass auch Dru nicht alles, eher sehr wenig, von dem weiß, was sie verfolgt und welches Geheimnis sie selber umgibt, tappt auch der Leser anfangs im Dunklen und kann mit der Protagonistin versuchen, diese Geheimnisse zu lösen.
Ihre Charaktere hat die Autorin hervorragend konzipiert; vom Denken und Fühlen altersgemäß wachsen die Figuren dem Leser schnell ans Herz. Das dürfte auch daran liegen, dass die Figuren nicht ohne Fehl und Tadel furchtlos ihre Abenteuer bewältigen, sondern auch von Angst und Zweifeln gequält werden. Im Alter von fünf Jahren hat Dru bereits Ihre Mutter verloren und ist danach bei ihrer Großmutter untergekommen. Drus Grandma zeigt ihrer talentierten Enkelin einige Schutzzauber, um das Heim vor Geistern und Dämonen zu sichern. Den Vater sah Dru nur zwischen seinen „Einsätzen“.
Als die Großmutter stirbt, ist Dru gerade zwölf Jahre alt und muss fortan mit ihrem Vater von einem Ort zum nächsten ziehen. Statt sich nach der Schule mit Freunden zu treffen, lernt sie von Ihrem Vater, Dämonen und andere übersinnliche Lebewesen zu vernichten. Dies macht Dru aber keineswegs zu einer gefühllosen Killerin und keineswegs ist sie, trotzdem sie sehr tough und mutig ist, ohne Furcht und Selbstzweifel. Gerade dies macht die Protagonistin sehr sympathisch und vor allem auch glaubwürdig.
Geheimnisvoll kommt Graves daher, äußerlich ein Gothic ist er keinesfalls nur düster, sondern versteckt sich eher hinter seiner Verkleidung. Vor allem Hilfsbereitschaft zeichnet diesen Charakter aus. Auch er hütet ein Geheimnis, was ihn zu dem zurückgezogenen Jungen macht, der er ist. Trotzdem er Dru nur flüchtig aus dem Unterricht kennt, hilft er ihr, als sie in Not ist und bietet ihr ein Heim.
Die Beziehung zwischen Dru und Graves entwickelt sich von einer zarten Freundschaft aus langsam. Hier wird für die Folgebände vielleicht auch noch eine Romanze zu erwarten sein – lassen wir uns überraschen.
Mit Dru und Graves ist das Dämonen jagende Team allerdings noch nicht komplett: Der Djampir Christophe bietet Dru seine Hilfe an, aber kann Dru einem Halb-Vampir trauen?
Der Schutzumschlag ist hier besonders erwähnenswert. Nicht nur, dass dieser wunderschön gestaltet ist, auch fühlt er sich mal ganz anders an. Irgendwie samtig. In dunklen Farben gehalten, ist auf dem Cover ein schlafendes Mädchen zu sehen, der helle Schriftzug des Titels wirkt dagegen leuchtend.
_Fazit_
Mit „Verflucht“ hat Lili St. Crow den ersten, beeindruckenden Roman ihrer auf fünf Bände ausgelegten Reihe der „Strange Angels“ geschrieben. Atemberaubende Spannung, gepaart mit einem flüssigen Sprachstil und sympathischen, äußerst glaubwürdigen Charakteren bieten hier unterhaltsamen Lesespaß nicht nur für junge Fantasy-Begeisterte.
Der erste Band der „Strange Angels“ bekommt von mir eine klare Empfehlung. Lediglich das lange Warten auf den zweiten Band „Verraten“, der erst am 01.12.2011 erscheinen soll, trübt ein wenig die Freude.
_Autorin_
Lili St. Crow ist das Pseudonym der amerikanischen Autorin Lilith Saintcrow, das sie für ihre actiongeladenen, spannenden Jugendromane verwendet. Sie wurde in New Mexico geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Vancouver.
_Lilith Saintcrow bei |Buchwurm.info|:_
|Jill Kismet|:
Band 1: [„Dämonenmal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6337
Band 2: [„Schattenjagd“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6789
Band 3: [„Blutige Vergeltung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7012
Band 1: „Ein verhängnisvoller Auftrag“ Band 2: „Eine fast perfekte Tarnung“ Band 3: „Skandal im Königshaus“ Band 4: „Rivals in the City“ (ohne dt. Titel)
Die Handlung:
Als Mary sich als Junge verkleidet, um auf der Baustelle von Big Ben zu ermitteln, kommen die schrecklichen Erinnerungen an ihre Kindheit wieder hoch. Damals hatte sie sich – ebenfalls in Jungenkleidern – als Straßenkind und Kleindieb durchs Leben schlagen müssen. Und jetzt muss sie mit den anderen Bauarbeitern schuften und im Pub zechen, um an Informationen zu kommen. Ein gefährliches Unterfangen, denn mehr als einmal droht ihre Tarnung aufzufliegen. Und dann taucht auch noch der attraktive James Easton auf der Baustelle auf, ebenfalls um zu ermitteln. Wird Marys Tarnung seinen Adleraugen standhalten? (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Mary Quinn, die jugendliche Spionin in ihrem zweiten Fall. Wieder erleben wir ein lebendig gezeichnetes, viktorianisches London als Setting für ihren Einsatz. Die Klassenunterschiede und unterschiedlichen Lebensumstände der Charaktere schildert Lee eindrucksvoll, sodass der Leser einen manchmal angenehmen und manchmal unangenehmen Eindruck von diesem Zeitalter und diesem Ort bekommt.
Dieses zweite Abenteuer lässt sich auch erleben, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat. Allerdings fehlt dem Leser dann das Hintergrundwissen darum, welche Chemie zwischen Mary und James herrscht. Auch versteht man als neuer Leser der Serie nicht, warum sie so heftig auf ihn reagiert, als sie sich in der Geschichte das erste Mal sehen. Entweder können sie sich nicht leider oder sie sind verliebt … ein bisschen von beidem scheint es zu sein, eher das Letztere ist es, wenn der Roman voranschreitet.
Neben dieser romantischen Verwicklung, die Mary bei ihren Ermittlungen getarnt als 12-jähriger Junge auf der Baustelle von Big Ben dazwischenfunkt, bekommt auch der Leser nicht viele Chancen, sich auf eine Lösung des eigentlichen Falles zu konzentrieren. Wer hat wohl wann, was und wie getan und mit welchem Hintergedanken? Immer gibt es neue Verdächtige und neue Umstände zu beachten. Mary bekommt immer mehr den Verdacht, dass auf der Baustelle so einiges nicht ganz mit rechten Dingen zugeht und viele Beschäftigte so ihre Geheimnisse haben.
Ich bin kein Freund von romantischen Sub-Plots in Krimis und von daher legt mir die Autorin auch auf diesen Teil zu viel Gewicht. In diesen Momenten möchte ich nicht lesen, wie sehr es zwischen Mary und James knistert und sie sich gegenseitig ärgern, ich möchte wissen, was da auf der Baustelle eigentlich los ist. Aufgelöst wird das natürlich auch, sodass auch ich nach dem Lesen zufrieden war.
Das Setting ist lebendig beschrieben und die Protagonistin wächst auch dem Leser schnell ans Herz, der den ersten Band nicht kennt. Wie sie handelt, denkt, fühlt und spricht … das alles wirkt echt und authentisch und auch passend für ihren persönlichen Hintergrund, über den der Leser hier mehr, als im ersten Teil erfährt.
Die Autorin
Y. S. Lee wurde in Singapur geboren und ist in Kanada aufgewachsen. Recherchen für ihr Studium über das viktorianische England inspirierten sie zu den Romanen über die „Meisterspionin Mary Quinn“. Y. S. Lee lebt heute gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn in Kingston, Ontario. (Verlagsinfo)
Mein Fazit:
Ein interessantes Setting und eine sympathische Heldin. Ein spannender Fall und eine romantische Ablenkung. Mary Quinn ermittelt kurzweilig und hoffentlich auch bald wieder im dritten Teil auf Deutsch.
Hardcover: 380 Seiten Originaltitel: The Body at the Tower (The Agency 2) Aus dem Englischen von Eva Riekert Empfohlen ab 14 Jahren ISBN: 978-3423760362 www.dtv.de yslee.com www.meisterspionin.de
Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: (7 Stimmen, Durchschnitt: 1,29 von 5)
Als die drei Geschwister Kate, Michael und Emma, die als Kleinkinder von ihren Eltern getrennt wurden, auf dem Weg in ein neues Waisenhaus in dem abgelegenen Herrenhaus des geheimnisvollen Dr. Pym landen, ahnen sie nicht im Geringsten, wohin diese Reise sie führen wird. Denn bevor sie sich versehen, sind die besonnene Kate, der kluge Michael und die tollkühne kleine Emma in den Kampf um drei magische Bücher voll unermesslicher Macht verstrickt. Sie müssen erfahren, dass es ihre Aufgabe ist, diese
zu finden, wenn sie ihre Eltern je wiedersehen wollen. Auf dem Weg dorthin treten sie gegen finstere Gegner an, finden unerwartete, liebenswerte Verbündete, meistern ihre magischen Talente, entdecken unvorstellbare Wesen und beginnen das Geheimnis ihrer Familie zu lüften.
(Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Bereits Monate vor dem Erscheinen der Erstausgabe wurde um dieses Buch ein riesiger Rummel veranstaltet. Was ist das für eine Geschichte, die bereits in 32 Länder verkauft wurde, bevor die Öffentlichkeit überhaupt nur ein Wort davon gelesen hat? Da müssen sich aber viele Verantwortliche sehr sicher sein, dass die Trilogie um Kate, Michael und Emma ordentlich in den Kinderzimmern dieser Welt einschlagen wird.
Nicht so ganz nachvollziehen kann ich allerdings die Wahl des deutschen Titels. Wie kann man den Originaltitel „Emerald Atlas“ um das sinngebende Element kürzen? So ist es nur noch ein Edelstein, denn „Emerald“ heißt „Smaragd“, und nicht „smaragdgrüner Atlas“, der nämlich, verzaubert wie er ist, eine zentrale Rolle in diesem Buch spielt. So wird der Atlas dann im Buch auch „Buch Emerald“ genannt oder gegen Ende auch „Chronik der Zeit“. Was beides so gar keinen Sinn ergibt, wenn in der Geschichte davon gesprochen wird, dass hier diverse Karten enthalten sind … „wie in einer Chronik“ … Falsch! … In einer Chronik steht Text, in einem Atlas sind Karten! Wenn man schon die Namen der Charaktere direkt übernimmt, dann frage ich mich, warum die Namen der Bücher nicht auch sinngemäß übersetzt wurden, denn auch das Zwergen-Buch, aus dem Michael gern und ständig zitiert, trägt im Original einen ganz anderen Namen.
Es dauert keine Handvoll Seiten, bis der Leser gemerkt hat, dass John Stephens bislang Drehbücher für US-Fernsehserien geschrieben hat. Seine Dialoge sprühen vor Lebendigkeit und Wortwitz. Das Verhältnis der Geschwister untereinander wirkt so echt, wie es nur jemand beschreiben kann, der selbst Geschwister hat. Man ärgert den anderen ständig, aber nicht, weil man ihn nicht leiden kann, sondern weil man ihn liebhat. Aber das würde man natürlich nie öffentlich zugeben. So ähnlich geht es auch den drei „Waisen“ in „Emerald – Die Chroniken vom Anbeginn“. Sind sie das erste Mal voneinander getrennt, merken sie, wie viel sie sich gegenseitig bedeuten. Und das ist auch schon das Kernstück der gesamten Geschichte: Der Zusammenhalt der Familie, der Zusammenhalt von Geschwistern. Durch dick und dünn gehen, aber nie dabei allein sein müssen.
Der lockere Erzählstil von Stephens ist flüssig zu lesen und lässt den Leser nie ins Stocken geraten. Die Kapitel sind kurz genug, um in ein „Eins lese ich noch, dann ist aber Schluss“ zu verfallen.
Gleich zu Anfang merkt der Leser, woher Stephens seine Inspirationen bekommen hat. Sofort denkt man an „Harry Potter“, „Die Chroniken von Narnia“ und „Der goldene Kompass“. Aber trotz aller bekannter Zutaten erfindet Stephens eine neue Geschichte, die mit eigenem Charme begeistert. Seine Ideenvielfalt ist brillant und jedes Kapitel ist wie eine Szene in einer TV-Serie, bei der es alle paar Minuten einen kleinen Höhepunkt gibt und geben muss, bevor dann die Werbung gezeigt wird. Von daher ist seine langjährige Tätigkeit fürs Fernsehen sehr hilfreich gewesen und das kommt auch dem Leser zugute.
Ohne langwierige und langweilige Beschreibungen schafft Stephens es, dem Leser dennoch genug Tiefgang zu vermitteln, dass alle Personen glaubhaft wirken. Schnell entstehen die ersten Bilder im Kopf und das Abenteuer beginnt. Nachdem der erste Mann in der Mitte zerteilt wurde, wusste ich allerdings, warum der Verlag die Altersempfehlung nicht noch weiter heruntergesetzt hat. Abgesehen von dieser Szene sprüht das Buch vor Witz, Charme und Abenteuer. Magische Geheimnisse, Zeitreisen, Zauberer, Zwerge, neue Freundschaften, neue Feindschaften, Schwertkämpfe, all das und mehr erwartet die drei Geschwister und auch den Leser von „Emerald – Die Chroniken vom Anbeginn“.
Die drei verlieren dennoch nie ihr eigentliches Ziel aus den Augen: Ihre Eltern zu finden. Denn sie sind überzeugt davon, dass sie noch leben. Und am Ende dieses Teils weiß der Leser dann, was es mit dem ersten der „drei mächtigsten Zauberbücher, die je geschrieben wurden“ auf sich hat, was man damit anstellen kann und warum diese drei Kinder so entscheidend für das Schicksal der gesamten Menschheit sind.
Die 464 Seiten gehen viel zu schnell zu Ende und der Film, der von der ersten Seite an im Kopf des Lesers abläuft, wird bis zum nächsten Band, dessen Erscheinungstermin leider noch nicht feststeht, leider auf Pause stehen müssen. Aber einen Kinofilm wird es zu diesem Buch mit Sicherheit auch in absehbarer Zeit geben.
Der Autor
John Stephens ist als Drehbuchautor und Produzent bekannt geworden. Er wirkte nach seinem Studium an so erfolgreichen Fernsehserien wie Gossip Girl oder Gilmore Girls mit. Erst Philip Pullmans Goldener Kompass-Trilogie brachte ihn schließlich auf die Idee, sich dem Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern zu widmen. (Verlagsinfo)
Mein Fazit:
Ein fantastisches Abenteuer für die Zielgruppe, für die es hier keine Altersbeschränkung nach oben gibt. Fans von „Harry Potter“ und „Narnia“ finden mit diesem Buch einen ebenbürtigen Lesespaß.
Hardcover: 464 Seiten Originaltitel: The Emerald Atlas – Books of Beginning Aus dem Amerikanischen von Alexandra Ernst Mit Illustrationen von Jon Foster Vom Verlag empfohlenes Lesealter: 10-13 Jahre ISBN: 978-3-570-15292-8 www.randomhouse.de/cbjugendbuch www.EmeraldAtlas.com
Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: (8 Stimmen, Durchschnitt: 2,38 von 5)
Zwei der drei im Frühjahr 2011 veröffentlichten Bände der beliebten Serie, welche sich seit geraumer Zeit fest in deutscher Hand befindet, genauer gesagt in denen des Kosmos-Verlags, stammen aus der Feder von Marco Sonnleitner. Dazu durfte er auch noch vier Kurzgeschichten in der jüngst ebenfalls erschienenen Anthologie „Die drei ??? und die Geisterlampe“ beisteuern und sich inzwischen mit Fug und Recht als Routinier der Serie bezeichnen. Neben Astrid Vollenbruch gehört er zu den dienstältesten der derzeit aktiven „Drei ???“-Autoren. „Feuergeist“ ist bereits der 158. Fall der berühmten Jugenddetektei aus Rocky Beach.
_Zur Story_
Maskenbildnerin Michelle Lannigan ist am Opernhaus „Opera Califia“ beschäftigt und hat dort eine seltsame Begegnung in den finsteren, verwinkelten Kellergewölben des alten Opernhauses gehabt. Eine haarige Kreatur schlich dort herum. Allerdings scheut sie sich dies publik zu machen, da sie erst vor Kurzem dort Anstellung fand und dementsprechend besorgt wegen eines etwaigen Arbeitsplatzverlustes ist, falls man ihr nachsagen sollte, Mist erzählt zu haben. Daher wendet sie sich nun vertrauensvoll an die drei ??? – von denen hat sie über einen Bekannten und früheren Klienten der Jungs erfahren: Adam Campbell („Grusel auf Campbell Castle“ (Band 147)).
Dergleichen ist natürlich ein gefundenes Fressen für das mysteriumserprobte Ermittlungstrio, wobei sie von Michelle unter Vorwand in die Oper geschleust werden. Peter ist nach einem Check der Location und Fund von seltsamem, grünem Schleim an besagter Stelle der Sichtung, beinahe felsenfest davon überzeugt, dass es sich hier um Aliens handeln muss. Kein Wunder, stehen die drei doch noch schwer unter dem Eindruck, dass demnächst der berühmte Dr. Abakulow hier in Rocky Beach auf einer SETI-Tagung den Beweis für außerirdisches Leben erbringen will. Justus hat sogar eine der wenigen begehrten Eintrittskarten für dessen mit Spannung erwartetes Referat ergattert.
Justus glaubt übrigens nicht an Besuch aus dem All, der sich ausgerechnet in den Kellern alter Opernhäuser herumtreibt. Er vermutet höchst irdische Übeltäter. Wenns denn überhaupt eine üble Tat gibt, denn bislang ist gar nichts passiert. Und Typen in Kostümen sind an einer Oper ja nun auch nichts Besonderes. Nur was will jemand in diesem abgeschiedenen Keller, den kaum jemand betritt, mit einer solchen Maskerade bezwecken? Ist es vielleicht Ronald Pounder, der neue Intendant, der damit ein wenig Publicity für sein Haus – Motto: „Phantom der Oper“ – schinden will? Schräg genug für so etwas wäre er – aber der Rest der bunten Truppe ist es nicht minder. Und dann ist da auch noch Moody Firthway, der gefürchtete „Pate“ von Rocky Beach.
_Eindrücke_
Wenn man sich im Vorfeld Kundenrezensionen anschaut, färbt das definitiv auf die Erwartungshaltung ab. Egal ob nun positiv oder negativ. In diesem Fall erzeugte eine Vorabrecherche, beim Branchenriesen Amazon, für eine gewisse Skepsis gegenüber der Story, noch bevor die erste Seite überhaupt aufgeschlagen ward. Allerdings zeigt sich hier wieder einmal ganz deutlich, dass das eigene Urteil durch nichts zu ersetzen ist: Die dort angebrachten Kritikpunkte, dass sich Marco Sonnleitner zwischen Alien-, Oper- und Mafia-Thematik nicht entscheiden könne, kann man durchaus auch als konkrete Stärke dieses Falles werten.
Dadurch, dass nämlich drei Handlungen (streng genommen sind es sogar deren vier, wie sich am Ende herausstellt) miteinander verquickt werden, gerät die temporeiche Geschichte selten in Gefahr in die Langeweile abzudriften. Sicherlich wird das eine oder andere Klischee bemüht, doch erstens erwartet ein Leser, speziell ein altgedienter „Drei ???“-Leser, solche zu finden, zweitens ist es nahezu unmöglich bei inzwischen 160 Fällen immer neue, frische Kaninchen aus dem Hut zu ziehen. Immerhin ist der Plot, wie vielleicht durch artverwandte Fälle (Insbesondere die grausigen Bände „Todesflug“ und „Geheimakte UFO“) zu befürchten stand, überhaupt nicht abgehoben. Die finale Alienfrage bleibt ganz bewusst, und recht geschickt, ungeklärt. So viel darf bereits verraten werden – alles andere hätte auch nicht zur Serie gepasst.
Dennoch ist der „Feuergeist“ nicht vollkommen frei von Kritikwürdigem und nicht alles ist zu hundert Prozent nachvollziehbar. Die größte Unglaubwürdigkeit ist jedoch der rasche Wechsel zwischen den verschiedensten Darbietungen. Gerade ein vorgeblich kleines, finanzschwaches Opernhaus kann es sich allein aus ökonomischen Gründen nicht leisten in einer einzigen Woche „La Traviata“, „Aida“ und „Die Zauberflöte“ zu inszenieren. Das mag – unterstellt sei hier einfach mal, dass der pädagogische Auftrag der jugendlichen Leserschaft auf die spielerische Art etwas Allgemeinbildung mitzugeben, Vater des Gedanken sei – gut gemeint sein, ist aber alles andere als realitätsnah. Auch die abschließende Überführung der Pelzkreatur ist nicht der Weisheit letzter Schluss.
_Fazit_
Ein handwerklich solider wie bodenständiger „Drei ???“-Fall, der entgegen so manchen (Online-)Kritikern gar nicht mal so übel davonkommt und auch bei den Außerirdischen elegant die Kurve kriegt. Letztendlich ist es natürlich absolut Geschmacksache, ob einem die Mischung der Themen liegt oder nicht. Kein Meilenstein, wohl wahr, doch richtige Schwachstellen sind indes kaum zu finden, sieht man von ein paar zurechtgebogen wirkenden Umständen mal ab, die aber das allgemein positive Bild und die Geschichte als solche kaum bis überhaupt nicht beeinträchtigen. Gutes Mittelfeld ist für den „Feuergeist“ (diesmal sogar mit etwas mehr Titelbezug) allemal drin.
|Hardcover: 128 Seiten
Basierend auf den Figuren von Robert Arthur
Erzählt von Marco Sonnleitner
Redaktion: Martina Zierold, Martina Dold
ISBN 978-3-440-12492-5|
[www.kosmos.de]http://www.kosmos.de
Über 80 weitere Rezensionen zu den Drei ??? gibts in [unserer Datenbank]http://buchwurm.info/book zu entdecken.
_Neva ist 16 Jahre alt_ und lebt in Heimatland, einem Ort, der von der Umwelt durch eine Protektosphäre hermetisch abgekapselt ist. Angeblich zum Schutz der Menschen errichtet, werden unter der Protektosphäre aber langsam die Ressourcen kritisch knapp, die Technik streikt immer mehr und letztlich kann durch den Mangel an Rohstoffen nichts mehr instand gehalten und repariert werden. Die Bevölkerungsdichte nimmt konstant ab, ganze Landstriche liegen brach und die überlebenden Frauen in den Dörfern werden möglichst schnell verheiratet, sodass man erwartet, dass eine Frau mit jungen 16 Jahren schon Kinder gebären kann.
Neva, Tochter eines Ministers von Heimaltland, ist dazu angehalten, sich brav an die in Stein gemeißelten Regeln zu halten. Es dürfen keine Fragen gestellt oder gar diskutiert werden. Es soll und muss zum Wohle der Gesellschaft ein Leben vollen Anpassungen stattfinden. Doch Neva rebelliert.
Sie kann nicht glauben, dass es außerhalb der Protektosphäre kein anderes Leben mehr gibt, und ist entschlossen, das dunkle Geheimnis, um die vielen verschwundenen Personen zu lösen. Zusammen mit ihren vertrauenswürdigsten Freunden veranstalten Neva und ihre beste Freundin Sanna eine „Dunkelparty“. Auf dieser Party wird der Grundstein zu einer Rebellion gelegt und Neva, Sanne und die gemeinsamen Freunde begeben sich in große Gefahr und Neva verliebt sich in einen Jungen, der für sie tabu ist.
_Kritik_
Mit „Neva“ hat Sara Grant einen Jugendroman geschrieben, der zutiefst verstörend ist. Die Autorin zeigt eine Welt in der Individualität nicht geschätzt wird, sondern bestraft gehört.
Die Thematik wird sehr authentisch und in einem passend düsteren Ton erzählt. Das Leben, „eingesperrt“ unter einer Kuppel, der anscheinend niemand entfliehen kann und die daraus resultierenden Handicaps werden anschaulich und beängstigend realistisch beschrieben. Dem flüssigen und sehr lebendigen Schreibstil der Autorin kann dabei auch der jugendliche Leser leicht folgen.
Schnell wird der Leser in das Geschehen involviert, lange hält sich die Autorin nicht mit Erklärungen auf, sondern lässt das Geschehen für sich selbst sprechen. Etwas mehr Tiefe an manchen Stellen hätte sicherlich gutgetan, trotzdem bleiben kaum Fragen offen, Heimatland und seine Probleme werden anschaulich erklärt und schnell entsteht eine authentische Vorstellung dieser Kultur.
Besonders die Kritik der Autorin an einem Regime, das keine Individualität zulässt und Andersartigkeit auszumerzen versucht, wird sehr deutlich gemacht und regt mit einem Fingerzeig zum Nachdenken an.
Der Spannungsbogen, der gleich ab der ersten Seite stetig steigt, macht es schwer das Buch auch nur kurz aus der Hand zu legen, viel zu sehr fiebert man beim Lesen mit Neva mit. Diesen Charakter mit allen Facetten zu verstehen fällt dabei sehr leicht, da die Geschichte aus Nevas Perspektive erzählt wird. Der Leser ist so immer auf Nevas Stand der Dinge.
Nevas Charakter und Motivation werden sehr glaubwürdig und lebendig beschrieben. Ihr Versuch hinter das Geheimnis der verschwundenen Menschen, unter anderem ihrer geliebten Großmutter zu kommen, macht ihre Revolte nachvollziehbar. Sie stellt die verbotenen Fragen und bringt sich und auch ihre Familie dadurch in große Gefahr. Mutig stellt Neva sich den Ereignissen und gewinnt so die Herzen der Leserschaft im Sturm.
Nevas beste Freundin Sanne ist wie Neva auch rebellisch und fordert das Ende Heimatlands. Sanne unterstützt Neva bei ihrer Rebellion und erlebt dabei Schreckliches. Zu kippen droht die Freundschaft dann, als Neva sich in Sannes Freund Braydon verliebt.
Braydon ist ein Charakter, der bis über das Ende hinaus sehr geheimnisvoll bleibt, und dessen Motivation leider nicht vollständig aufgeklärt wird. Mysteriös bis zum Schluss, lässt diese Figur eine Menge offener Fragen zurück.
Auch die weiteren Protagonisten sind sehr ansprechend gezeichnet, bleiben aber zum Verdruss des Lesers sehr blass und eine Menge Fragen sind zum Schluss noch offen. Besonders die Eltern Nevas haben ansprechende Ansätze. Der regelkonforme Altminister Heimatlands, Nevas Vater, ist durchweg an der Einhaltung der Regeln bedacht. Dennoch schafft dieser, den Leser zu überraschen.
Der komplette Roman schreit geradezu nach einer Fortsetzung, die es laut Angaben der Autorin aber wohl, zumindest vorerst, nicht geben wird.
Die Gestaltung des Covers in verschiedenen Grauabstufungen passt hervorragend zu dem düsteren Plot. Lediglich der Titel und der Name der Autorin sind heller hervorgehoben.
_Fazit_
Mit Sara Grants „Neva“ erobert eine neue Dystopie den Buchmarkt im Sturm. Klar und verständlich geschrieben, mit dem richtigen Maß an atemberaubender Spannung hat die Autorin eine beängstigende Welt geschaffen, in der wohl keiner leben wollte.
Hier ist ein aufsehenerregendes Jugendbuch geschrieben worden, dessen tiefere Bedeutung zum Nachdenken anregt. Ich kann diesen Roman wirklich weiterempfehlen.
„Neva“ schreit gerade zu nach einer Fortsetzung, viele Fragen sind trotz der grandiosen Art zu erzählen offen geblieben und wollen dringend geklärt werden.
_Autorin_
Sara Grant wurde 1968 im amerikanischen Bundesstaat Indiana geboren, wo sie Journalistik und Psychologie studierte, bevor sie ihrem Mann nach London folgte; dort machte sie an der Universität den „Master in Creative and Life Writing“ und arbeitet seitdem bei einer Literaturagentur. Der Umzug nach England inspirierte sie zu ihrem ersten Roman: „Sowohl die USA als auch Großbritannien hadern mit Immigrationsthemen. Ich glaube daran, dass die Vielfalt uns stärker macht. Also stellte ich mir die Frage, was geschieht, wenn man Landesgrenzen schließt und sich vor fremden Menschen und fremden Gedanken abschottet. Mein Roman ist die Antwort darauf.“
|Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Originaltitel: Dark Parties
ISBN-13: 978-3426283486|
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Kari Erlhoff gehört inzwischen zu den etablierten ???-Autoren der Neuzeit. Und das nicht von ungefähr, denn ihre Geschichten zeichnen sich für gewöhnlich durch den positiven Einsatz klassischer Serienelemente und Figuren ebenso aus wie auch durch moderne Einschläge. Der 142. Fall der berühmten Jugenddetektei aus Rocky Beach datiert auf das Jahr 2008, und somit auf ihre literarischen Anfänge bei den drei ???, zurück. Damals, so hat man den Eindruck, gab es beim |Kosmos|-Verlag sogar noch Buchtitel, die ganz gut zum Inhalt des jeweiligen Werkes passen. „Tödliches Eis“ ist ein solcher Kandidat, der ohne das, sonst von der Marketingabteilung so gern vorgenommene (und oft unnötig), überzogene Tuning des Titels auskommt.
_Zur Story_
Mal kein Fall in den Ferien? So ganz glücklich scheint Justus damit nicht zu sein, doch das Angebot von Kamerafrau und Journalistin Carol Ford sie bei Alaskas härtestem Schlittenhunderennen „Nordic Wilderness Race“ zu begleiten, ist auch verlockend. So kommt es, dass das Detektiv-Trio als Ersatz für Carols kurzfristig ausgefallenes Reporter-Team einspringt. Ihre Mitarbeiter hat es nach Genuss von Erdnusskeksen mit Magenproblemen niedergestreckt. Das ist nicht der einzige sonderbare Vorfall während der Vorbereitungen zum Rennen. Tatsächlich scheinen sich derzeit Sabotageakte zu häufen und Carol hat die drei Fragezeichen nicht ohne Grund aus dem sonnigen Rocky Beach ins eiskalte Dawson gerufen. Das sagt sie ihnen aber erst, nachdem die drei selbst Zeugen eines augenscheinlich absichtlich gelegten Feuers werden.
Dass das recht glimpflich abläuft, und nicht die Ausrüstung der sympathischen Musherin Francis Studstill in Brand setzt, ist Peters Verdienst. Sie ist schon das zweite Mal Beinahe-Opfer eines Anschlags geworden. Die offenbar präparierten Kekse, die zum Ausfall von Carols naschsüchtigen Kollegen geführt haben, waren wohl eigentlich für sie gedacht gewesen. Carol schärft den Jungs ein, auf dem kompletten Trail, welcher erst in Fairbanks endet, die Augen und Ohren offen zu halten. Diese Umstände machen es Justus etwas leichter sich von einem weiteren potenziellen Fall zu trennen: In Dawson wurde erst kürzlich unter mysteriösen Umständen das hiesige Museum ausgeraubt. Einige wertvolle Exponate – ein Original Rucksack von Jack London sowie ein stattlicher Goldklumpen – blieben bislang ebenso spurlos verschwunden, wie der oder die Täter.
_Eindrücke_
Kari Erlhoff bedient sich diesmal einer alten Bekannten der drei ???: Carol Ford. Die Journalistin kennt mancher Leser sicher noch vom Fall „Meuterei auf hoher See“ (Band 83). Diesmal treibt es die Vier allerdings ins frostig kalte Alaska, von dem behauptet wird, dass im fraglichen Gebiet zwischen -30 und -40° C herrschen sollen. Das ist mächtig übertrieben, die höchsten gemessenen Temperaturen im Januar – dem kältesten Monat – liegen allesamt satt unterhalb dieser Marke. Die in der Realität tatsächlich erreichten 15 – 20 Grad Minus (Quelle: Wikipedia u.a.) klingen aber auch wesentlich weniger spektakulär. Allerdings würden diese der Geschichte einen wesentlichen Punkt bei der Glaubhaftigkeit bringen: Als bei der Überquerung des Yukon angeblich das Eis knackt, ist das bei -40° ziemlicher Unfug, da frieren selbst fließende Gewässer innerhalb kürzester Zeit zu.
Ansonsten ist der Geschichte selbst eigentlich nichts anzulasten. Wohl aber dem Korrektorat des Verlags, dem gleich mehrere vermeidbare Rechtschreibfehler (fehlende bzw. zusätzliche Buchstaben – etwa auf S. 26, 41 und 43) sowie kleinere stilistische Patzer, kurz hintereinander durch die Lappen ging. Beispiele gefällig? In den USA heißen die Pommes Frites (noch dazu falsch geschrieben – wiederum S. 26) korrekterweise ‚French Fries‘ – es wäre also wesentlich stilechter diese amerikanische Bezeichnung auch zu benutzen. Ok, das ist Auslegungssache.
Genug gelästert. Der Fall an sich gehört nämlich zu den überdurchschnittlich Guten. Im Prinzip sind es ja zwei Fälle, denn wie sich jeder denken kann, überschneiden sich Museumsdiebstahl und die Sabotageakte letztendlich. Doch bis zum doppelten Showdown ist es ein langer, kalter und spannender Weg. Allein schon deshalb, weil er endlich mal wieder außerhalb Rocky Beachs stattfindet und zudem ein interessantes Thema verfolgt: Schlittenhunderennen. Das hatten wir noch nicht und ist dementsprechend noch nicht so ausgelatscht, wie Erbschaften, Piraten und Ähnliches aus der reichhaltigen ???-Klamottenkiste. Einen erwähnenswerten Gastauftritt gibt’s auch noch: Jelena Charkova. Der Leser erfährt so nebenher einiges rund um das strenge Reglement, welchem sich die Musher unterwerfen müssen und auch über Alaskas Goldgräbergeschichte.
_Fazit_
Von ein paar nicht ganz authentischen Passagen abgesehen, die man der Geschichte allerdings nicht übel nimmt, hat Kari Erlhoff mit „Tödliches Eis“ einen spannenden, thematisch originellen wie vergleichsweise außergewöhnlichen Fall erschaffen, bei dem endlich auch wieder einmal das Teamwork hoch im Kurs steht. Die kleinen Stilbrüche, was die äußeren Umstände angeht, sind da wirklich marginal. Ob die Rechtschreibung gegenüber der Erstauflage inzwischen verbessert wurde, ist nicht bekannt – es täte aber dringend Not. Insbesondere ein Jugendroman (Stichwort: Vorbildfunktion) sollte möglichst frei von solch vermeidbaren Fehlern sein, zumindest in dieser Häufung.
|Hardcover: 126 Seiten
Basierend auf Figuren von Robert Arthur
Erzählt von Kari Erlhoff
Redaktion: Martina Dold, Martina Zierold
ISBN-13: 978-3440-11568-8|
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Fast 80 weitere Rezensionen zu den „Drei Fragezeichen“ gibt es in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book zu entdecken.
Das letzte Jubiläum einer der beliebtesten Jugendserien überhaupt, liegt noch gar nicht so lange zurück. Erst im Jahr 2010 feierte man bei |Kosmos| die Veröffentlichung von Band 150. Trotzdem geht die Erfolgsgeschichte unvermindert weiter. Derzeit befinden sich vier aktive Autoren „im Dienst“, drei von ihnen geben sich im vorliegenden 159. Band ein Stelldichein. Dieser ist eine kleine Neuerung in der inzwischen fast genau 50-jährigen Geschichte der Reihe: Kurzgeschichten der drei ??? hatten wir bislang noch nicht. Gleich zwölf Stück davon sind hier vertreten:
_“Der verschwundene Superstar“ – Kari Erlhoff_
„Blacky“, seit Jahren fester Bestandteil und Maskottchen der drei Fragezeichen, plappert plötzlich Passagen aus Shakespeares „Hamlet“ – genauer gesagt die Textzeilen der weiblichen Hauptrolle Ophelia. Eine kurze Untersuchung des bekannt sprachbegabten, schwarzen Vogels bestätigt den Verdacht, dass es sich hier nicht um Blackbeard, sondern um einen anderen Mynah handelt. Jemand muss Blacky entführt haben!
|Eindruck|
Die Geschichte ist eine schöne Hommage an den Fall „Super-Papagei“ und somit an einen der berühmtesten Fälle des Trios. Kari Erlhoff hat ohnehin ein Faible für die klassischen Elemente und Figuren, gerne auch aus den ganz frühen Tagen der Serie. Erst jüngst erweckte sie Jamie Allison („Feurige Flut“), Jelena Charkova („Tödliches Eis“) und Skinny Norris („Namenloser Gegner“) zu neuem Leben. Wiewohl die Grundidee dieses Falles durchaus originell ist, wirkt die Auflösung etwas holprig und in letzter Instanz nicht besonders plausibel.
_“SOS“ – Marco Sonnleitner_
Nach einem spannenden Kinoabend am Strand, bemerken die drei Fragezeichen ein SOS-Blinksignal aus einem alten, vermeintlich leerstehenden Anwesen mit dem – vor allem für Hasenfuß Peter – höchst verheißungsvollen Namen ‚Gloomy Hollow‘ (dt.: Düstere Senke). Diese stammen von einem von Einbrechern eingesperrten, zehnjährigen Jungen, der kürzlich mit seinen Eltern hier einzog. Diese sind allerdings aushäusig, stattdessen machen sich die ungebetenen Gäste grade an Daddys Tresor zu schaffen …
|Eindruck|
Auch Marco Sonnleitner bedient sich ebenfalls gerne mal erprobter Stilelemente und würzt diese dann vorzugsweise noch mit einem Schuss Mystery. Diesmal langt es, vielleicht wegen der Begrenzung der Länge auf zwölf Seiten pro Story, augenscheinlich nicht für einen ausgewachsenen Fluch, sodass es hier fast ausschließlich das alte Piraten-Thema im Alleingang richten muss, das Kennern der Serie sattsam bekannt ist. Wenig Knobelei, viel Action – lautet die Devise des Plots, der alles in allem recht ordentlich zu unterhalten weiß.
_“Das Rätsel der schwarzen Nadel“ – Hendrik Buchna_
Die drei Jungs sollen einen recht heiklen Überwachungsjob ausführen. Ihr Klient Mr Logan muss eine Schachtel, mit einer ominösen schwarzen Nadel, auf einer alten Industriebrache an einen Unbekannten aushändigen bzw. dort deponieren – zu den üblichen Bedingungen: Allein und natürlich keine Polizei. Die diesbezügliche Drohung ist recht unverhohlen. Noch während der Vorbereitung der Observation müssen die drei zum Arbeitseinsatz für Tante Mathilda antreten – die Gelegenheit nutzt jemand, um sich Zutritt zur Zentrale zu verschaffen.
|Eindruck|
Newcomer Hendrik Buchna („Im Zeichen der Schlangen“) pflegt zunächst lieb gewonnene Klischees, wie den Frondienst für Tante Mathilda und Onkel Titus. Noch während der Leser sich innerlich auf die nächtliche Beschattung vor düsterer Werkshallenkulisse vorbereitet, löst sich der Fall quasi im Vorbeigehen. Und vor allem schneller als gedacht. Eben noch mit Bob gefiebert, der mit dem Einbrecher in der Zentrale konfrontiert wird, und schon einer recht unerwartete Erklärung/Auflösung des Falles.
_“Entführt“ – Marco Sonnleitner_
Peter erhält eine alarmierende E-Mail, in welcher ihm die Entführung seiner Freundin Kelly mitgeteilt wird – nebst einem Rätsel, wo er sie wieder finden kann. Unterzeichnet hat ein gewisser „S.N.“ Natürlich kann es sich dabei nur um Dauerwidersacher und Erzfeind Skinny Norris handeln, denken auch Justus und Bob, als er sie in der Zentrale davon informiert. Das gesetzte Ultimatum ist fast verstrichen und somit der enge Zeitrahmen die kniffligen Denksportaufgaben zu lösen. Kann der recht beschränkte Skinny sich so etwas Subtiles tatsächlich ausgedacht haben?
|Eindruck|
Peters Freundin Kelly Madigan hatten wir die letzten paar Jahre schon (fast) vergessen. Nun erinnert Marco Sonnleitner sich (und uns) wieder an sie. Die Geschichte kommt, für ihn recht untypisch, vollkommen ohne mysteriösen Einschlag aus. Dafür gibt’s ein fast schon traditionell zu nennendes Rätsel im besten Sinne. Der pfiffige Final-Twist rundet diese flotte Geschichte zusätzlich ab.
_“Das Lehrstück“ – Kari Erlhoff_
Mrs Floyd ruft die drei Fragezeichen zur Hilfe, da sie eine Erbschaft vermisst. Zumindest vermutet sie, dass ihre kürzlich verstorbene Mutter einen nicht unerheblichen Betrag gebunkert hat. Die alte Dame war Musiklehrerin – auch die Peters – und hat ihrer Tochter als einzigen Hinweis ein Musikstück hinterlassen, welches diese ganz folgerichtig als versteckte Botschaft auffasst. Wer sie dechiffriert, findet sicher auch das irgendwo im Haus versteckte Ersparte der schrulligen Verstorbenen.
|Eindruck|
Es fällt schwer sich ausgerechnet Peter Shaw als ehemaligen Klavierschüler vorzustellen – aber warum auch nicht? Ansonsten kommt einem bei dieser Story eigentlich nur noch ein einziges Wort in den Sinn: Vorhersehbar.
_“Verschwörung auf der Eagle Ranch“ – Hendrik Buchna_
Mitschüler Miguel bittet die drei ??? um Hilfe. Sein Vater Alejandro ist Besitzer der Highwayraststätte „Eagle Ranch“ und wurde erst vor zwei Jahren amerikanischer Staatsbürger. Irgendjemand hat wohl eine Aversion gegen ihn und veranstaltet – bisher – kleinere Sabotageakte, wobei in rätselhaften Drohschriften auf seinen Migrationshintergrund angespielt wird.
|Eindruck|
Diese Geschichte lebt in nicht unerheblichen Umfang von der Art, wie sie aufgezogen wurde. Bob verfasst einen retrospektiven Bericht für Inspector Cotta auf seiner klapprigen Schreibmaschine, wobei so mancher Tippfehler für Heiterkeit, sprich Auflockerung sorgt. Die Idee ist nicht neu. Diesen stilistischen Kniff kennt man schon vom Fall „Nebelberg“: Bobs Reisetagebuch. Der Fall ist durchaus spannend, gut durchdacht und hat eine unerwartete Auflösung.
_“Der graue Dämon“ – Hendrik Buchna_
Als Peter nach dem Sport noch zum Baumarkt muss, rasselt er dort mit einem monströsen Wesen zusammen. Panikartig ergreift der Ober-Hasenfuß des Trios die Flucht. Per pedes jagt ihn der graue Unhold quer durch Rocky Beach, bis Peter auf einer alten Mülldeponie Zuflucht sucht und sich endlich in Sicherheit wähnt.
|Eindruck|
Run for Fun, hätte man diese Kurzgeschichte ebenfalls nennen können. Eine spannende, rasante Verfolgungsjagd, die auch durch die Erwähnung verschiedener, grade zur jeweiligen Situation passender, Songtitel ihren subtilen Witz bezieht. Am Ende ist natürlich wieder einmal alles anders, als es scheint. Spaßig.
_“Dunkle Vergangenheit“ – Marco Sonnleitner_
Die drei ??? sind mit Bobs Käfer unterwegs, als ihnen ein waschechter Westmann vors Auto läuft. Nur Bobs schneller Reaktion ist es zu verdanken, dass er den Revolverhelden nicht über den Haufen fährt. Einen solchen richtet er nämlich auf die drei und zwingt sie ihm zur Flucht zu verhelfen. Er hat grade eine Bank ausgeraubt – Schlimmer noch: Bei dem Outlaw handelt es sich um einen von Justus‘ Vorfahren.
|Eindruck|
Zeitmaschine und Western? „Jemand zuhause McFly, Du irische Mistfliege?“ Den cineastisch vorbelasteten Leser beschleicht ein Déjà vu, nur dass Bobs Foffi eben kein DeLorean ist und Marty McFly und Doc Brown auch nicht vorkommen. Marco Sonnleitner begibt sich hier vom Setting her auf sehr dünnes, experimentelles Eis. Praktizierte Ahnenforschung einmal anders. Strange.
_“Jagd auf den Weihnachtsmann“ – Hendrik Buchna_
Es ist kurz vor Weihnachten und noch dazu einer der schlimmsten Winter, welche Rocky Beach je erlebt hat. Polizei und Feuerwehr haben alle Hände voll zu tun und sind kürzlich Opfer von Sabotageakten geworden. Umso härter trifft das kleine Städtchen eine dreiste Einbruchserie, die laut übereinstimmender Zeugenaussagen von einem Weihnachtsmann verübt wird.
|Eindruck|
Eine Weihnachtsgeschichte mit dem Nikolaus aus der Hölle – Satan Klaus, sozusagen. Selbstverständlich ist hinterher kaum noch etwas, wie es am Anfang schien und erhält zum Schluss sogar eine aktuelle, sozialkritische Komponente. Die Geschichte ist nicht immer ganz plausibel, vor allem was den Selbstbau-Schneepflug vor Onkel Titus’ Truck angeht. Alles in allem aber eine spannende, wie originelle Story.
_“Manches verlernt man nie“ – Marco Sonnleitner_
Die greisen drei ???, die berühmtesten Emporkömmlinge von Rocky Beach, sollen heute für ihr Lebenswerk geehrt werden. Der Bürgermeister schließt grade die Laudatio ab und will zur Verleihung von mit Edelsteinen geschmückten Fragezeichen übergehen, als plötzlich das Licht ausfällt. Im entstandenen Tumult sind hernach zwei der drei Edelsteine verschwunden. Der Dieb muss sich aber noch im Saal befinden.
|Eindruck|
Eben noch in der dunklen Vergangenheit, gehts mit Marco Sonnleitner nun tatsächlich quasi zurück in die Zukunft: Die drei ??? inzwischen in Ehren ergraut, etwas zänkisch wie ein altes Ehepaar – pardon: Trio – aber immer noch mopsfidel. Beklauen lassen sie sich schon mal gar nicht. Diese nette, kleine Persiflage liest sich fluffig und spielt selbstironisch-humorig mit so manchem Serien-Klischee.
_“Psychomoon“ – Kari Erlhoff_
Kellys Tante wird erpresst und ist Willens zum Schein auf die Lösegeldforderung des Erpressers – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ihr Gärtner – einzugehen. Kelly soll zusammen mit Peter die Geldübergabe vornehmen, Inspector Cotta lauert bereits am Treffpunkt. Im „Gates Motel“, wo die beiden die Honeymoon-Suite beziehen, soll der Zugriff erfolgen. Allerdings geht in der Nacht so einiges schief.
|Eindruck|
Erst entschwindet Kelly ziemlich sang- und klanglos aus der Serie, dann ist sie in einem Buch gleich zwei Mal vertreten. Dabei ist diese Geschichte eine offensichtliche Verneigung vor dem Altmeister Alfred Hitchcock, der den Büchern damals seinen zugkräftigen Namen lieh. Unvergessen sein Film „Psycho“, der bekanntlich im „Bates Motel“ spielt. Kari Erlhoff ließ es sich nicht nehmen, die legendäre Dusch-Szene daraus ebenfalls einzubauen. Natürlich wird hier niemand gemeuchelt …
_“Die drei ??? und die Geisterlampe“ – Kari Erlhoff_
Filmschauspieler Vancura hat einen regelrechten Orient-Spleen und jetzt ist ihm doch glatt sein Dschinn abhandengekommen. Das ist jetzt keine versteckte, anzügliche Sauerrei. Der Mime behauptet steif und fest, einen wahrhaftigen Flaschengeist aus einer kürzlich ersteigerten Öllampe befreit zu haben. Doch obwohl der – nach zwei bereits erfüllten Wünschen – versprach, pünktlich zum dritten wieder da zu sein, ist er seither nicht wieder zum Dienst erschienen.
|Eindruck|
Wie man unschwer erkennen kann, handelt es sich hierbei um die Titel gebende Story des Bandes. Der Plot ist straff, straight und schnörkellos auf den Punkt gebracht. Leider auch ziemlich überraschungsfrei, doch für viel Trara bleibt auf den wenigen, zur Verfügung stehenden, Seiten auch kein Raum. Unter anderen Umständen hätte man aus dieser Grundidee bestimmt einen interessanten Full-Size-Fall mit einem Hauch von „Flüsternde Mumie“ basteln können.
_Fazit_
Eine Anthologie der drei ??? gabs bislang noch nicht – zumindest keine offizielle. Durch die Bank sind die Kurzgeschichten unterhaltsam, einige hätten auch das Rüstzeug für Größeres mitgebracht, mindestens eine ist – für ???-Verhältnisse jedenfalls – sehr gewagt und extrem weit hergeholt. Eine bis zwei sind eher schwach, da zu vorhersehbar – zumindest in dieser kurzen Form. Bemerkenswert, dass Newcomer Hendrik Buchna die durchweg besseren, weil (subjektiv empfunden) originelleren, Storys in dieser Sammlung aus dem Ärmel zieht und seinen beiden etablierten Kollegen in nichts nachsteht.
|Hardcover: 128 Seiten
12 Kurzgeschichten
Basierend auf den Figuren von Robert Arthur
Erzählt von Kari Erlhoff, Marco Sonnleitner und Hendrik Buchna
Redaktion: Martina Zierold, Martina Dold
ISBN 978-3-440-12328-7|
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Fast 80 weitere Rezensionen zu den „Drei Fragezeichen“ gibt es in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book zu entdecken.
Seit sich die beliebte Jugendserie fest in deutscher Hand befindet, wächst die Zahl der Autoren, welche sich in ihre Annalen einschreiben darf, langsam aber stetig weiter. Newcomer Hendrik Buchna gehört mit seinem Debüt nun auch dazu und ergänzt die Riege der derzeit aktiven Schreiber. Band 157 ist sein (vollwertiger) Erstling für die drei Fragezeichen, der sozusagen über die volle Distanz von 128 Seiten geht. Mitgewirkt hat er allerdings schon im jüngst veröffentlichten Kurzgeschichten-Band „Die drei ??? und die Geisterlampe“ (Februar 2011) sowie der EUROPA Dreier-Hörspiel-Sonderfolge „Die drei ??? und der DreiTag“ im Dezember 2010. Das Buch mit dem werbewirksamen aber – wieder einmal – nicht wirklich zur Story passenden Titel „Im Zeichen der Schlangen“ erscheint als Hardcover im Kosmos-Verlag. Wie üblich.
_Die 14 Jahre alte Sophia Kollin_ verliert auf mysteriöse Weise ihre Eltern bei einem Unfall, zeitgleich stand bei beiden Elternteilen das Herz still. Kurze Zeit später stirbt dann auch der Großvater Sophias, Ole Kollin, auch bei diesem führt ein Herzstillstand zum Tod.
Sophia reist aus ihrem Schweizer Internat nach Berlin zu der Testamentseröffnung. Der Notar Sibelius teilt Sophia mit, dass sie als Alleinerbin den kompletten Besitz ihres Großvaters erbt, eine Eigentumswohnung, ein rätselhaftes Buch und ein berühmtes Fabergé-Ei, das verschollen geglaubte Zwielicht-Ei. Das Zwielicht- oder auch Nacht-Ei hat ebenfalls ein Kollin entworfen, ihr Ururgoßvater Erik August Kollin ist der Schöpfer dieses Eis und seines Geheimnisses. Dieses soll sie unter keinen Umständen öffnen, bevor sie nicht die beiliegende Kladde „Das merkwürdigste Buch der Welt“ gelesen hat.
Verwirrt macht sich Sophia auf den Weg in die Wohnung ihres Großvaters um sich dort umzusehen und einen Blick in das geheimnisvolle Buch zu werfen. In der Wohnung von Ole Kollin stellt Sophia mit Erstaunen fest, dass alle Uhren dort um genau 13:13 Uhr stehen geblieben sind, ist dies ein Zufall? Sie schaut sich kurz um, macht sich einen Tee und fängt an „Das merkwürdigste Buch der Welt“ zu lesen. Was ihr dort offenbart wird, kann die vernünftige Sophia allerdings wirklich nur unter „Märchen“ und „Mythos“ abtun, zu fantastisch ist das dort Geschriebene.
Trotzig will sie nun erst recht das Ei öffnen und findet im Fabergé-Ei einen kleinen, goldenen Schlüssel und ein weiteres Ei, das aus vielen Zahnrädern und kleinen Halbkugeln besteht.
Neugierig, was es nun wirklich mit diesem winzigen Uhrwerk auf sich hat, zieht Sophia es mit dem verbotenem Schlüssel auf und wird in eine andere Welt katapultiert, nach Mekanis. Mekanis ist das Reich von Oros, dem Herrn der Zeit, von diesem hat Sophia in dem Buch ihres Großvaters gelesen und muss nun feststellen, dass ihr Großvater doch kein alter Spinner war.
In Mekanis lernt Sophia Theo kennen, Theo ist seit 2000 Jahren in Mekanis gefangen. Ehe Sophia sich versieht, muss sie um ihr Leben bangen und macht sich mit Thao zu einen gewaltigen Abenteuer auf.
_Kritik_
„Der verbotene Schlüssel“ von Ralf Isau ist ein mitreißender und fantastischer Jugendoman, der sich um die Themen Mythen und vor allem um die Freundschaft dreht.
Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte ist die Umstellung auf die gregorianische Kalenderreform von Papst Gregor XIII, seit dieser, fehlen immerhin zehn komplette Tage und dies nutzt Ralf Isau für diese Geschichte.
Auch die Mythen um Ys und Atlantis werden in historisch gut recherchierte Fakten eingebettet, der Leser kann so perfekt seine Fantasie zu diesen Themen spielen lassen.
Gerade auch die zu Cäsars Zeit spielende Geschichte um den jungen Theo ist sehr interessant und es wimmelt dort gerade zu von historischen Personen, die mehr oder weniger Anteil an der Geschichte haben. Dies macht die mystische Geschichte sogar etwas glaubwürdig, genauso hätte es schließlich sein können. Der Einstig in die Geschichte gerät fast hektisch, die Ereignisse überschlagen sich und schnell wird der Leser in das Abenteuer der jungen Protagonisten katapultiert. Sein anfangs sehr schnelles Tempo kann Ralf Isau den Roman über nicht halten, teilweise kommt es zu einigen Längen, wenn aus Theos Leben in Mekanis erzählt wird und der Autor sich teilweise in allzu genauen Details verliert. Diese sorgen andererseits allerdings dafür, dass der Leser sehr genau verstehen kann, worum es geht und auch die ausführlichen Beschreibungen sorgen für ein glasklares Bild der Handlungsorte.
Schnell ist klar, was Oros, der Herr der Zeit, plant und der Leser fiebert mit, ob es Sophia und Theo gelingt, diesen mächtigen Herrscher zu überlisten und alles zum Guten zu wenden.
Trotz mehrerer Handlungsstränge und der über Jahrtausende spielenden Geschichte schafft es der Autor, sich an seinem Plot zu halten, sodass der Leser keine Probleme hat, diesem zu folgen.
Die Geschichte um und mit Sophia wird aus der Perspektive einer dritten Person erzählt, die von Theo, aus seiner eigenen Sicht. Erzählt Theo aus seiner Vergangenheit und dem Leben in Mekanis, wird rückblickend aus seiner Sicht erzählt und der Leser ist bei seinen Erlebnissen hautnah dabei, wird von Sophia erzählt oder verbindet sich die Geschichte der beiden Figuren, wechselt die Perspektive auf die eines Beobachters, der uns Leser am Geschehen teilhaben lässt. Beide Stile sind gut ausgearbeitet und der Geschichte zu folgen fällt leicht und auch die Handlungen der Charaktere sind leicht nachvollziehbar.
Die Charaktere sind detailliert gezeichnet, dabei fehlt dann aber doch die Zeit, damit diese Figuren reifen. Trotzdem ist keine auf ihre Handlung beschränkt und die Protagonisten wirken sehr lebendig und authentisch. Sophia ist anfangs eine sehr sachliche Figur, die mit den Phantastereien ihres Großvaters nur herzlich wenig anfangen kann und so die Geschichte erst ins Rollen bringt. Mit den ihr gebotenen Fakten ist sie dann durchaus belehrbar und bereit sich auf das ihr angebotenes Abenteuer einzulassen. Theo, bereits lange in der Welt Mekanis gefangen, hat es geschafft, sich seine kindliche Unschuld sowie das Vertrauen in die Menschen zu bewahren, ohne dabei naiv zu wirken. Seine Erlebnisse haben ihn reifen lassen und er ist nicht so einfach hinter das Licht zu führen.
Der Antagonist von Sophia und Theo, Oros seines Zeichens der Herrscher der Zeit ist ebenfalls sehr gelungen, mit Hilfe der Weltenuhr will er an sein Ziel gelangen. Dabei ist ihm klar, dass er die Hilfe der Jugendlichen braucht, da Sophia und Theo noch über die Unschuld verfügen, die er für seine Vorhaben benötigt. Den düsteren Fiesling nimmt der Leser ihm problemlos ab. Auch die weiteren Charaktere, egal welcher Epoche oder welcher Welt, sind sehr charakterstark konzipiert und wirken glaubwürdig und überzeugend.
Die Covergestaltung fällt ins Auge, auf rotem Hintergrund ist eine goldene Kette, an der ein Schlüssel befestigt ist, abgebildet. Eine technische Zeichnung und kleine Zahnräder vervollständigen das zum Buch passende Cover.
_Fazit_
Dem Autor Ralf Isau ist mit „Der verbotene Schlüssel“ eine, trotz winziger Schwächen, wunderbare Geschichte gelungen. Die Mischung aus Vergangenheit, Gegenwart, Mythen und einem Hauch Ideologie macht das Buch „Der verbotene Schlüssel“ absolut lesenswert und wird neben der Zielgruppe der Jugendlichen auch Erwachsene in den Bann ziehen.
Gerade auch technikaffine Leser dürften das Buch mit viel Interesse lesen.
_Ralf Isau auf |Buchwurm.info|:_
[„Das Jahrhundertkind“ (Kreis der Dämmerung 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1357
[„Der Wahrheitsfinder“ (Kreis der Dämmerung 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1502
[„Der weiße Wanderer“ (Kreis der Dämmerung 3)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1506
[„Der unsichtbare Freund“ (Kreis der Dämmerung 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1535
[„Die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz“ (Die Legenden von Phantasien)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1095
[„Die Galerie der Lügen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4208
[„Die Dunklen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4829
[„Der Mann, der nichts vergessen konnte“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5361
[„Messias“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5869
[„Das gespiegelte Herz“ (Die Chroniken von Mirad 1)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1807
[„Der König im König“ (Die Chroniken von Mirad 2)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2399
[„Das Wasser von Silmao“ (Die Chroniken von Mirad 3)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3014
01 „Evermore – Die Unsterblichen“
02 [„Evermore – Der blaue Mond“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6342
03 [„Evermore – Das Schattenland“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6626
04 _“Evermore – Das dunkle Feuer“_
05 „Evermore – Der Stern der Nacht“ (erscheint am 01.04.2011)
06 „Everlasting“ (erscheint am 07.06.2011, noch ohne dt. Titel)
Ever musste sich in „Das Schattenland“ entscheiden, entweder Damen endlich wieder nahe zu sein oder aber ihre beste Freundin Heaven zu retten. Ever entschied sich, Heaven zu retten und weiterhin Roman das Gegengift abspenstig zu machen, dabei schreckt Ever nicht einmal vor schwarzer Magie zurück.
Dies alles zusammen birgt nun nur noch größere Probleme für Ever.
Heaven reagiert sehr euphorisch auf die Neuigkeit unsterblich zu sein, der Freundschaft zu Ever stehen allerdings Heavens Gefühle zu Roman deutlich im Wege. Heaven hat sich mittlerweile in Roman verliebt und als Ever versucht ihr Roman auszureden, reagiert Heaven sehr abweisend gegenüber Ever und unterstellt dieser nur eifersüchtig zu sein.
Nicht gerade förderlich, um das Vertrauen Heavens wiederzuerlangen, ist dann auch noch der Bindezauber, den Ever in der Hoffnung das Gegengift von Roman erzwingen zu können, erschaffen hat. Dieser ist gründlich schiefgegangen und anstatt Roman an Ever zu binden, verhält es sich genau anders herum. Ever ist quasi abhängig von Roman, und trotzdem sie gegen diesen missglückten Zauber kämpft, sucht sie doch immer wieder die Nähe zu Roman. Auch körperlich merkt man ihr bald an, dass etwas nicht stimmt, sie wirkt immer ausgemergelter. Als sie bemerkt, dass sie alleine nicht dagegen ankommt, bittet Ever dann Jude ihr zu helfen und verheimlicht ihre Probleme vor Damen.
Wird die unsterbliche Liebe Damens dies verzeihen können?
_Kritik_
Mit „Das dunkle Feuer“ hat Alyson Noël den vierten Band der |Evermore|-Reihe geschrieben. Nachdem schon der dritte Band „Das Schattenland“ deutliche Schwächen aufwies, erreichen diese nun den Höhepunkt.
Durch den angenehm zu lesenden Schreibstil der Autorin ist das Buch sehr gut zu lesen und leicht verständlich. Auch bleibt Alyson Noël ihrem Stil treu und der Plot ist noch der Gleiche wie im ersten Band. Allerdings plätschert die Geschichte nur noch seicht dahin, Spannung kommt kaum auf. Getragen wird der Roman hauptsächlich von den verschiedenen Handlungen, auf genauere Beschreibungen der realen Welt verzichtet Alyson Noël meist. Lediglich bei der Beschreibung des Sommerlandes lässt die Autorin ihrer Fantasie freien Lauf und erschafft so eine wunderschöne Welt, in die der Leser leicht eintauchen kann. Die Handlung dieses vierten Bandes scheint eine Verlängerung des dritten Teiles zu sein, beides zusammen genommen hätte sicher einen kurzweiligen und spannenden Roman geben können. So allerdings wirkt die Geschichte sehr in die Länge gezogen und dem Leser kommt schnell das Gefühl, dass dieser Band unnötig gewesen ist. Gerade nach den ersten beiden Teilen „Die Unsterblichen“ und „Der blaue Mond“ war eine interessante und tiefgründig esoterische Handlung in Aussicht gestellt worden, die die weiteren Bände aber kaum noch erfüllen können.
Erzählt wird die Handlung weiterhin aus der Perspektive Evers, Was zwar ihre Gedankenwelt dem Leser nahe bringt, diese Protagonistin aber leider nicht sympathischer macht.
Ever selbst büßt immer mehr Sympathiepunkte ein, ihr Verhalten gegenüber ihrer Tante, ihren Freunden und auch Damen wird immer unverständlicher und so manches Mal möchte man beim Leser diese Protagonistin am liebsten kräftig durchschütteln. Das menschliche Verhalten von Ever gegenüber ihrer Tante war ja schon am Anfang der Reihe recht bald unfreundlich zu nennen, Familie scheint hier nichts zu bedeuten. Ihren Freunden hat Ever sich anfangs noch als verlässliche und gute Freundin gezeigt, jetzt katapultiert sie sich auch hier in ein soziales Aus. Zum Ende des vierten Bandes bekommt Ever dann aber glücklicherweise wieder Auftrieb, sie reift an den Erlebnissen und erdet wieder.
Damen ist in diesem Band sehr blass und unscheinbar gezeichnet, beim Lesen taucht diese Figur eigentlich nur auf, um Ever ihre vielen einfältigen und unnötigen Fehler zu verzeihen und in dem Moment, wo sie ihn dann wirklich anfleht, ihr zu helfen, verweigert er sich auch mit nicht nachvollziehbaren Gründen.
Auch Heaven kann mit ihrer sehr sturen und unnachgiebigen Art nicht mehr punkten.
Lichtblicke in diesem vierten Band sind aber dennoch zu vermelden, Jude und Ava sind sehr sympathisch und ansprechend gezeichnet. Auch wie die beiden mit ihren Erfahrungen in das Geschehen eingreifen und sich einleuchtend weiterentwickeln. Auch sorgen diese Charaktere für Überraschungen innerhalb der Handlung, die sehr positiv auf die gesamte Geschichte gewirkt haben.
Zum Ende nimmt die gesamte Handlung wieder deutlich Fahrt auf und ein gut konzipierter Schluss lässt auf einen wieder erstklassigen fünften Teil hoffen, die meisten Charaktere haben anscheinend aus den gemachten Fehlern gelernt und so sollte den beiden abschließenden Teilen dieser Reihe auf jeden Fall eine Chance gegeben werden.
_Fazit_
Mit „Das dunkle Feuer“ hat die Autorin Alyson Noël den wohl schwächsten Band der |Evermore|-Reihe geschrieben. Wären die bedeutenden Ereignisse aus „Das Schattenland“ und „Das dunkle Feuer“ in einem Roman zusammengefasst worden, wäre sicherlich ein weitaus substantielleres und attraktiveres Buch möglich gewesen.
Trotzdem sollte auch dieses Buch gelesen werden, um die Handlungen in den beiden folgenden Bänden verstehen zu können, der Abschluss und die Entwicklung der Charaktere im vorliegenden vierten Band verspricht künftig wieder eine Menge Lesespaß, den auch schon die beiden ersten Bände bieten konnten.
Ich selbst gebe der jungen Autorin auf jeden Fall noch eine Chance, schließlich hat sie es bereits geschafft, mich an ihre Figuren und besonders auch das Sommerland zu fesseln. Eine Überraschung wird Alyson Noël bestimmt noch für ihre Leser parat haben und wieder überzeugen können, das nötige Talent besitzt sie ja.
_Autorin_
Die preisgekrönte Autorin Alyson Noël wurde im Orange County, Kalifornien geboren, wo sie nach längeren Aufenthalten in Griechenland und New York auch heute wieder lebt (Laguna Beach). In der Grundschule beschloss sie Schriftstellerin zu werden, nachdem sie „Are YouThere God? It’s Me, Maragret“ von Judy Blume gelesen hatte. Vorher arbeitete sie aber als Stewardess, Juwelier, T-Shirt-Bedruckerin, Rezeptionistin und in der Verwaltung. Noël ist verheiratet und hat keine Kinder. Mit den ersten beiden Büchern von ‚Evermore‘ erreichte sie jeweils den ersten Platz New-York-Times-Bestsellerliste. Insgesamt sind sechs Teile für ‚Evermore‘ geplant. Außerdem gibt es eine Spin-Off-Reihe zu ‚Evermore‘, alles wird als ‚Unsterblichkeitssaga‘ zusammengefasst. (Verlagsinfo)
|Broschiert: 384 Seiten
ISBN-13: 978-3442203789
Originaltitel: Dark Flame|
[www.evermore-unsterbliche.de]http://www.evermore-unsterbliche.de
Band 1: _“Evernight“_
Band 2: [„Evernight – Tochter der Dämmerung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6478
Band 3: „Hourglass“ (noch ohne dt. Titel)
Band 4: „Afterlife“ (noch ohne dt. Titel)
Ganz zu Beginn von Claudia Grays Jugendbuch „Evernight“ ist Bianca dabei, wegzulaufen. Eigentlich nicht wirklich, um wegzulaufen, sondern eher, um ihren Eltern eine Lektion zu erteilen. Diese haben sich nämlich erdreistet, die arme Bianca ins illustre Internat Evernight zu „verschleppen“, weil sie fortan dort als Lehrer arbeiten werden. Und Bianca tut dieser Tapetenwechsel auch ganz gut, finden besagte Eltern, denn in ihrem Heimatkaff hatte sie kaum drei Freundinnen und das ist für ein ordentliches Sozialleben einfach zu wenig.
Wie gut, dass Bianca im Wald auf Lucas trifft, der sie nicht umbringen will (wie sie zunächst annimmt), sondern nur auf dem Weg ins Internat ist. Zwischen den beiden entspinnt sich ein Gespräch. Bianca glaubt, endlich doch einen Verbündeten gefunden zu haben und darf nun hoffen, dass ihre Zeit in Evernight vielleicht doch nicht so schrecklich werden wird, wie zunächst befürchtet.
Nun ja, bis sich Bianca tatsächlich einlebt, verstreicht dann doch einige Zeit. Die anderen Schüler sind nämlich hauptsächlich arrogante Schnösel, während sich Bianca linkisch und unzulänglich findet. Lucas scheint sie anfangs zu ignorieren, nur um sie später gegen ihre Eltern aufzubringen. Doch natürlich können die beiden letztendlich nicht voneinander lassen. Bianca ist total in Lucas verknallt und stellt sich in ihrer Freizeit gern vor, was sie gern alles mit ihm anstellen möchte. Auch Lucas ist natürlich nicht abgeneigt, doch als sich in „Evernight“ dann doch noch so etwas wie ein Plot entspinnt, stellt sich heraus, dass Bianca ein Vampir und Lucas ein Vampirjäger ist und die beiden somit unterschiedlichen Lagern angehören. Romeo und Julia lassen grüßen.
_Vampir? Vampirjäger?_ Ja, denn tatsächlich bedient sich Gray beim Genre des Vampirromans und vermischt diesen mit ihrem Jugendbuchsujet, das irgendwie an eine Mischung aus „Der Trotzkopf“ und „Harry Potter“ erinnert. Das Problem dabei ist, dass Claudia Gray das Handwerk und die Regeln des Schreibens nicht wirklich ernst nimmt und in der Mitte des Romans einen Plot Twist aus dem Hut zaubert, der die Leserschaft wohl nicht nur überrascht, sondern auch erzürnt. Während die erste Hälfte von „Evernight“ so dahindümpelt und außer den bekannten Widrigkeiten des Internatslebens nichts Besonderes passiert, fällt Claudia Gray nach 150 Seiten plötzlich ein, dass sie einen Vampirroman schreiben wollte. Also eröffnet die Ich-Erzählerin Bianca dem reichlich verdutzten Leser, dass sie die Tochter von Vampiren ist und schon ihr Leben lang zu den Mahlzeiten einen Schoppen Blut zu sich nimmt. Einen so fundamentalen Fakt hätte man dem Leser schon früher präsentieren müssen, vor allem, da sich Bianca in der zweiten Hälfte des Romans praktisch ständig über ihr Vampirerbe, Blutmahlzeiten und die Geschichte der Untoten ergeht. Grays Vorhaben, Biancas wahre Identität in einem entscheidenden Moment zu enthüllen, hätte nur funktionieren können, wenn sie eine andere Erzählperspektive gewählt hätte (Lucas würde sich hier anbieten). Dann ließe sich der Roman jedoch lange nicht so gut als Mädchenlektüre vermarken, was vermutlich der einzige Grund ist, warum sich Gray gegen diese Taktik entschieden hat. Dann muss sie im Gegenzug aber auch mit einem deutlichen Punktabzug in der technischen Note leben.
Wieso nun Vampire auf ein Internat gehen? Das ist eigentlich eine ganz interessante Idee – wohl, weil der Ansatz nicht von Claudia Gray, sondern eigentlich von Anne Rice stammt. Denn wenn man ein jahrhundertealter Vampir ist, dann kann man schonmal den Anschluss an die sich immer schneller drehende Welt verlieren. Da hat man sich gerade an Automobile gewöhnt und plötzlich fliegen die Leute mit Überschall durch die Luft. Evernight soll also ein Refugium für Vampire sein, die sich in einer sicheren Umgebung mit dem Fortschritt in der Welt auseinandersetzen wollen. Und so gibt es dann auch Unterrichtsfächer wie „Moderne Technologien“, in denen die Schüler lernen sollen, wie man einen iPod mit Musik befüllt. Claudia Gray führt den Gedanken des Verharrens in einer vergangenen Zeit jedoch weiter und schließlich ad absurdum. Denn auch wenn die Idee natürlich verlockend ist, Vampiren eine Möglichkeit zu geben, Anschluss an die Zeit zu finden, so ist es reichlich hanebüchen, das wie in einer wirklichen Schule zu tun: Nicht nur müssen die – unter Umständen Jahrhunderte alten – Vampire Klassenarbeiten schreiben und Prüfungen bestehen, sondern sie haben auch nächtliche Ausgangssperren und leben, brav nach Männlein und Weiblein getrennt, in unterschiedlichen Bereichen des Internats. Wie seltsam …
Doch die Vampirebene wurde ohnehin nur eingefügt, um dem Ganzen eine gewisse Exotik zu verleihen und natürlich, um den Roman in einem momentan boomenden Genre platzieren zu können. Darüber hinaus bietet Claudia Gray weder Neues noch Überraschendes und noch nicht mal Interessantes. Denn im Kern dreht sich die Geschichte natürlich um Bianca und Lucas, die sich wollen, kriegen und dann vom bösen Schicksal wieder auseinandergerissen werden. Das ist, was die pubertierende Zielgruppe lesen will und da ist es auch ziemlich einerlei, dass die Liebesgeschichte nach Schema F verläuft und gefühlsmäßig immer nur an der Oberfläche kratzt. Immerhin gesteht Claudia Gray ihrer Protagonistin Hormone zu, und so darf sich Bianca wiederholt und im Detail vorstellen, was so abgehen würde, wenn sie und Lucas – naja, man kann sich das bildlich ausmalen. Dass das Ganze dann von seifenoperreifen Dialogen begleitet wird, liegt leider in der Natur der Sache.
_“Evernight“ ist Meterware_ ohne besonderes Alleinstellungsmerkmal. Es eignet sich daher für Leser, die ihre Lektüre ausschließlich nach dem „ist ungefähr wie Buch XYZ“-Kriterium auswählen. Das war auch dem Verlag klar, weswegen er die Leseempfehlung „Twilight-Fans aufgepasst“ in großen Lettern auf das Buch gepappt hat. Dass die „Twilight“-Welle, je mehr Bücher sie auf den Markt schwappen lässt, immer nur mehr literarischen Müll produziert, versteht sich dabei von selbst. „Evernight“ ist zumindest keine Mogelpackung. Es ist tatsächlich erste Wahl für „Twilight“-Fans, die das gleiche Buch und die praktisch gleichen Charaktere immer und immer wieder lesen möchten. Ob das so wirklich erstrebenswert ist, muss eben jeder für sich selbst entscheiden.
_Die 13 Jahre junge Oksa Pollock_ zieht mit ihrer Familie, ihren Eltern Pavel und Marie und ihrer heißgeliebten Großmutter Dragomira von Paris nach London. Ihr Vater Pavel hat dort die einmalige Chance ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Zu Oksas Glück kommt auch ihr bester Freund Gus mit seiner Familie nach London und Gus‘ Vater beteiligt sich an den Restaurantplänen seines alten Freundes Pavel. So fällt der Umzug nicht allzu schwer. Oksa kommt im Kreise der ihr wichtigsten Menschen in Englands Hauptstadt London an.
Oksas erster Schultag an der französischen Schule St. Proximus dagegen beginnt nicht so glücklich, erst einmal ist da der äußerst strenge Lehrer Mr. McGraw, der sie gleich auf dem Kieker hat und ihr, aber auch ihren Mitschülern, das Leben schwer macht. Gleich in der ersten Stunde macht Oksa schlapp, sie wird von merkwürdigen Schmerzen in eine Ohnmacht gezwungen. Mr. McGraw hat nur Spott für das junge Mädchen über und macht sich vor der kompletten Klasse lustig über sie. Dazu kommt dann noch ein gewalttätiger Schüler der neunten Klasse, der Oksa ebenfalls gleich zu Beginn das Leben schwermachen will.
Aber damit nicht genug, als Oksa am Abend ins Bett gehen will, stellt sie mit großem Schrecken fest, dass aus ihren Händen Flammenbälle schießen und ihr Zimmer verwüsten. Geschockt beschließt sie diese neuen und beängstigenden Fähigkeiten für sich zu behalten.
Am nächsten Morgen stellt sie dann auch noch fest, dass rund um ihren Bauchnabel ein großer blauer Fleck zu erkennen ist, der stark schmerzt. Da ihr der blaue Fleck sehr unangenehm ist, geht sie zu ihrer Großmutter Dragomira, die in der Heilkunst bewandert ist. Dragomira weiß sofort was da passiert, sie gibt Oksa eine Salbe, die ihr die Schmerzen nimmt und anschließend nimmt Dragomira Kontakt zu den „Rette sich wer kann“ auf.
„Rette sich wer kann“ ist eine geheime Gruppe, die aus dem magischen Ort Edefia fliehen musste. Mit Oksa – der Unverhofften ist nun der Schlüssel zur Rückkehr da und das Geheimnis ihrer Familie wird Oksa offenbart.
Doch damit fängt das spannende Abenteuer rund um Oksa und ihre Familie und Freunde erst an.
_Kritik_
Mit „Oksa Pollock – Die Unverhoffte“ haben die Autorinnen Anne Plichota und Cendrine Wolf ein fantastisches Jugendbuch geschrieben, das mit vielen kreativen Ideen anreizt.
Der Schreibstil ist auf junge Leser ausgelegt, in kurzen Sätzen wird die Geschichte von Oksa erzählt. Dabei verzichten die Autorinnen aber nicht auf detaillierte Beschreibungen und lebendige Charaktere. Mit viel Kreativität entwickeln die beiden Autorinnen eine fantastische Welt und viele bemerkenswerte Wesen, die einzigartig sind. Auch wenn die Bezeichnungen der Wesen und Pflanzen manchmal etwas ins Lächerliche abschweifen, macht dies trotzdem den Charme dieser ungewöhnlichen Geschichte aus. Lediglich die ungewohnte Sprechweise der Bewohner Edefias, besonders der Plemplems, lässt den Lesefluss ab und an stocken, da der Leser schon mal über den ungewöhnlichen Satzbau stolpert. Da dieser Satzbau aber zum Charme des Buches ungemein beiträgt und beim Lesen so manches Lächeln auf das Gesicht des Lesers zaubert, verzeiht man diesen schnell.
Mit Oksas Erkennen ihrer magischen Fähigkeiten nimmt die Geschichte rasch an Fahrt auf und auch mit Hilfe eines fiesen Antagonisten wird ein relativ konstanter Spannungsbogen aufgebaut, der schnell an die Geschichte fesselt. Das Tempo der Geschichte ist dabei sehr angenehm, eher langsam entwickelt sich das Ganze und gibt dem Leser daher die Chance die einzelnen Charaktere, Wesen und die Besonderheiten Edefias sehr gut kennenzulernen.
Der Plot ist als originell zu bezeichnen, die beiden Autorinnen haben viel Wert darauf gelegt, nicht in bekannte Schemata zu verfallen und etwas komplett Eigenes zu entwickeln. Dieses ist auf jeden Fall gelungen und der Leser hat so die Möglichkeit, eine neue fantastische Welt und deren Bewohner kennenzulernen, auch wenn sich dieser erste Teil in England abspielt, bekommt der Leser durch die Rückblicke der „Rette sich wer kann“ schon ein ungefähres Bild dieser magischen Welt. Die Pflanzen und Wesen, die die Gruppe bei der Flucht aus Edefia mitschmuggeln konnte, sind sehr lebendig und ausdrucksstark beschrieben. Auch die Voraussetzungen unter denen diese nur existieren können, wird erklärt. Für eine Serie passend bleiben noch genügend Fragen für weitere Teile offen und ein Cliffhanger lässt die Zeit bis zum nächsten Teil viel zu lang werden.
Die Protagonisten sind ansprechend und vielfältig konzipiert. Dabei sind manche ausführlicher und lebendiger gezeichnet als andere, was aber zum Plot passt und die in diesem Band wichtigen sind ausgezeichnet dargestellt. Keine der vielfältigen Figuren wirkt überflüssig, jede spielt ihre Rolle und wirkt unverzichtbar. Da es sich hier um eine auf sechs Teile ausgelegte Reihe handelt, haben auch Figuren, die momentan noch recht blass wirken, die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln.
Die 13-jährige Oksa ist die Hauptfigur und schleicht sich schnell in die Herzen der Leser. Mit ihrer offenen und zauberhaften Art beweist sie, dass auch ein Mädchen stark sein kann. Altersgerecht geht sie mit den neuen Fähigkeiten um und auch ihre Reaktionen auf die vielen Familiengeheimnisse wirken realistisch und nachvollziehbar. Zusammenhalt und auch Freundschaft sind der jungen Protagonistin sehr wichtig und das zeigt sich auch in dem Umgang mit Familie und Freunden. Ihre dazu perfekten schulischen Noten wirken da zwar etwas zu sehr perfekt und beim Lesen stellt sich schon die Frage danach, was dieses Mädchen nicht kann. Mit ihrem liebenswürdigen Charakter und den allzu menschlichen Reaktionen wirkt sie trotz dieser Perfektion realistisch.
Unverzichtbar und großer Sympathieträger ist auch Oksas Großmutter Dragomina, von allen nur liebevoll Baba genannt. Sie ist die „Huldvolle“, so etwas wie die Herrscherin von Edefia und musste vor Feinden aus Edefia fliehen. In der Welt der „Von-Draußen“ hat sie sich mit ihren Fähigkeiten, pflanzliche Heilmittel herzustellen, einen Namen gemacht. Sie hält die Familie und die anderen „Rette sich wer kann“ zusammen und hilft zudem Oksa mit ihrer neuen Rolle zurechtzukommen.
Auch Gus, Pavel, Marie, Leomido und Abakum sind Träger der Geschichte und sehr liebevoll gezeichnet. Besonders sind auch noch die verschiedenen Wesen aus Edefia hervorzuheben. Mit viel Kreativität entwickelten die Autorinnen eine Fülle magischer Pflanzen wie die Goranov, die bei zu viel Stress in Ohnmacht fällt oder die Plemplems mit ihrer wundervollen Sprache.
Das Cover ist sehr ansprechend, auf blauem Grund, der durch Pflanzenranken verziert ist, ist Oksa abgebildet. Genau so, wie sie dort gezeichnet ist, stellt man sich die junge und lebendige Heldin des Romans vor.
_Fazit_
Mit ihrem Debütroman „Oksa Pollock – Die Unverhoffte“ haben die Autorinnen Anne Plichota und Cendrine Wolf den magischen Auftakt zu ihrer auf sechs Bände ausgelegten Reihe geschrieben. Mit liebevoll gezeichneten Charakteren und vielen fantasievollen und originellen Ideen, schaffen die Autorinnen eine Atmosphäre, in die der Leser begeistert eintauchen wird.
Oft liest man, dass Oksa sich an Harry Potter anlehnt, bis auf die Tatsache, dass beide magische Fähigkeiten haben, konnte ich allerdings kaum Parallelen zwischen diesen unterschiedlichen Geschichten finden. Die Autorinnen haben hier etwas ganz Neues geschaffen.
Die Zielgruppe jugendlicher Leser dürfte das Autorenduo spielend erreichen und auch erwachsene Leser der fantastischen Literatur werden Spaß mit Oksa, ihrer Familie und ihren Freunden haben.
_Die Autorinnen oder die Geschichte der Geschichte_
Die Entstehungsgeschichte von „Oksa Pollock“ ist so unglaublich, wie die Geschichte selbst.
Es waren einmal zwei Bibliothekarinnen aus Straßburg, die eines Tages auf die Idee kamen, ein Buch zu verfassen … Doch die französischen Verlage trauten den unbekannten Autorinnen nicht zu, einen Bestseller zu schreiben. Plichota und Wolf gaben den Roman deshalb im Selbstverlag heraus. Drei Jahre lang liefen sie von Buchhandlung zu Buchhandlung und boten „Oksa“ an. An Schulen berichteten sie von ihren Erfahrungen. So wurde „Oksa Pollock“ zu einem Geheimtipp im Elsass – und bald in ganz Frankreich. Die Fans steckten neue Leser mit ihrer Begeisterung an, die Internetseite zählte bald mehrere tausend Mitglieder.
Im Oktober 2009 kam dann der „Oksa“-Urknall: Als die Autorinnen es sich finanziell nicht leisten konnten, die Titel auf der Pariser Kinder- und Jugendbuchmesse zu präsentieren, platzte den Lesern der Kragen. Sie wählten den 14-jährigen Achille zu ihrem Sprecher und dieser schickte einen wütenden Brief an Zeitungs- und Buchverlage. Wie könne es sein, dass die Verlage so viel Werbegeld für schlechte Bücher ausgäben, Leser aber 600 km nach Straßburg fahren müssten, um ihr Wunschbuch zu erhalten? Das Nachrichtenmagazin „Nouvel observateur“ veröffentlichte das Protestschreiben und einen Artikel zur „Pollockmania“, die sich in Foren und sozialen Netzwerken gebildet hatte.
Nur einen Monat später erhielten Cendrine Wolf und Anne Plichota das Angebot des französischen XO-Verlages. Im März 2010 wurde „Oksa“ als Spitzentitel auf der Kinder- und Jugendbuchmesse in Bologna gehandelt – und vielfach verkauft. Und den Autorinnen geht es wie ihrer Heldin: Plötzlich stecken sie mitten in einem großen Abenteuer …
|Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
ISBN-13: 978-3789145025
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 13 Jahre
Originaltitel: Oksa Pollock – L’Inespérée|
[www.oetinger.de]http://www.oetinger.de
Mehr zu Oksa: [www.oksapollockfans.de]http://www.oksapollockfans.de
Band 1: [„Die Entführung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6800
Band 2: [„Die Wanderschaft“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6865
Band 3: _“Die Rettung“_
Band 4: „Die Belagerung“ (erscheint am 26.05.2011)
Band 5: „The Shattering“ (noch ohne dt. Titel)
Band 6: „The Burning“ (noch ohne dt. Titel)
Band 7: „The Hatchling“ (noch ohne dt. Titel)
Band 8: „The Outcast“ (noch ohne dt. Titel)
Band 9: „The First Collier“ (noch ohne dt. Titel)
Band 10: „The Coming of Hoole“ (noch ohne dt. Titel)
Band 11: „To Be a King“ (noch ohne dt. Titel)
Band 12: „The Golden Tree“ (noch ohne dt. Titel)
Band 13: „The River of Wind“ (noch ohne dt. Titel)
Band 14: „Exile“ (noch ohne dt. Titel)
Band 15: „The War of the Ember“ (noch ohne dt. Titel)
außerdem erschienen:
„A Guide Book to the Great Tree“
„Lost Tales of Ga’Hoole“
Nachdem der Kreischeulerich Ezylryb von einem Flug nicht zurückgekehrt ist, bangen alle Mitglieder von Ga’Hoole und besonders Soren um den strengen aber weisen Lehrer. Die vier Freunde Soren, Gylfie, Morgengrau und Digger beschließen, heimlich Nachforschungen anzustellen und suchen eine Freie Schmiedin auf, die ihnen Näheres berichten kann.
Sie erfahren dabei von „Eisenschnabel“, einer grausamen Eule, deren Gesicht im Kampf entstellt wurde. Seither trägt der finstere Eulerich eine Eisenmaske und lässt sich von seinen Anhängern als „Hoher Tyto“ anbeten. Anschließend finden die Freunde aber auch noch etwas Beunruhigendes über ihren verschwundenen Lehrer Ezylryb heraus, das sie verwirrt.
Es verhärtet sich der Verdacht, dass Ezylryb vielleicht vom Eisenschnabel gefangen gehalten wird. Ezylrybs Nesthälterin Oktavia erzählt den vier Freunden vom großen Eulenkrieg und der wichtigen Rolle des Lehrers darin. Eisenschnabels Ziel ist es, die Herrschaft über das gesamte Eulenreich zu übernehmen – und die Eulenritter müssen das verhindern …
_Fünfzehn Bände hat Kathryn Lasky_ über die Abenteuer der Eulenritter von Ga’Hoole geschrieben, nur die ersten drei haben es bisher nach Deutschland geschafft – doch auch als Trilogie hinterlässt die Reihe beim Leser einen runden Eindruck.
Nachdem sich die vier jungen Eulen Soren, Gylfie, Morgengrau und Digger im zweiten Band in Ga’Hoole einlebten und in verschiedenen Brigaden geschult wurden, haben sie sich im dritten Band bereits zu geschickten Mitgliedern des Eulenritter-Ordens gemausert. Ihre Sorge gilt nach wie dem verschwundenen weisen Lehrer Ezylryb und noch haben sie die Hoffnung nicht aufgegeben, dass er nicht tot ist, sondern gefangen gehalten wird. Eine geheimnisvolle Freie Schmiedin bringt sie auf die Spur von „Eisenschnabel“ und die Blindschlange Oktavia enthüllt Ezylrybs bewegende Vergangenheit. Es kommt zu einem entscheidenden Kampf, in dem, die Jungeulen beweisen müssen, dass sie in den vergangenen Monaten viel gelernt haben. Zudem erfährt Soren in diesem Band endlich Näheres zum Schicksal seiner Eltern, die er im Gegensatz zu seiner kleinen Schwester Eglantine bisher nicht wiedergefunden hat – diese Erfahrung ist zwar an sich vor allem traurig, aber auf eine Weise auch tröstlich.
Die Hauptcharaktere erfahren in diesem Band im Gegensatz zum vorherigen keine nennenswerte Wandlung mehr. Soren ist der Entschlossenste der Truppe, der im Fokus der Handlung steht, stets etwas nachdenklich und manchmal gar melancholisch. Gylfie ist nach wie vor seine engste Vertraute, neben seiner Nesthälterin Mrs. Plithiver, der gewissenhaften Blindschlange, die kaum von seiner Seite weicht. Morgengrau ist nach wie vor der stürmische Draufgänger, der einen Kampf kaum erwarten kann und der kleine Höhlenkauz Digger beweist ein ums andere Mal, dass man sich auf ihn verlassen kann. Die besserwisserische Otulissa, die bereits im vorherigen Band durchschimmern ließ, dass auch sie sensible Seiten besitzt, ist auch hier nicht mehr nur die nervtötende Streberin vom Anfang, sondern zeigt Profil, wenn es nötig ist – auch wenn es vor allem zwischen ihr und Morgengrau immer wieder zu spitzen Dialogen kommt. Die Einblicke in Ezylrybs Vergangenheit sind sehr spannend und gleichzeitig bewegend; die Freunde erfahren nicht nur, wie er einst seine Zehe verloren hat, sondern auch, wie sein Leben vor der Lehrerzeit in Ga’Hoole aussah, was einige Überraschungen mit sich bringt.
Zu bemängeln gibt es erneut wenig. Leider ist das Ende nicht so abgeschlossen, wie man es bei einer Trilogie normalerweise erwarten kann, da im Original bereits fünfzehn Bände erschienen sind, die Eulensaga also noch längst nicht zu Ende ist – auf Deutsch sind aber bislang nur diese drei Bände erschienen. Zum anderen hält der Schluss eine kleine Pointe bereit, die der Leser aber bereits schon recht früh ahnt, sodass er längst nicht so überrascht ist wie die Figuren selbst. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist nach wie vor das Zusammenspiel aus realistischem Verhalten der Eulen einerseits und zahlreichen Informationen zu ihrem tatsächlichen Leben in der Wildnis – und andererseits ihren teils doch sehr menschlichen Verhaltensweisen. Die Eulen lesen eifrig Bücher, schmieden sich Waffen und Schutzgegenstände und spielen Musikinstrumente, was manchmal ein bisschen zu viel des Guten zu sein scheint.
_Als Fazit_ bleibt insgesamt ein zufriedenstellendes (vorläufiges) Ende für Leser ab etwa zehn Jahren. Die Handlung ist kurzweilig, spannend und mit interessanten Charakteren ausgestattet, allerdings darf man keinen alles klärenden Schluss erwarten, da die Reihe im Original noch längst nicht beendet ist.
_Die Autorin_ Kathryn Lasky, Jahrgang 1944 und aufgewachsen in Indianapolis, arbeitete zunächst als Lehrerin, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Sie verfasste eine Reihe von Sachbüchern für Kinder, Bilderbüchern, „The Royal Diaries“ und die fünfzehnbändige Eulen-Reihe, deren ersten drei Teile auf Deutsch erschienen.
|Hardcover: 223 Seiten
Originaltitel: Guardians of Ga’Hoole: The Rescue
ISBN-13: 978-3473368099|
[www.ravensburger.de]http://www.ravensburger.de
[www.kathrynlasky.com]http://www.kathrynlasky.com
Die Bewohner des Dorfes Daggorhorn leben in Angst und Schrecken. Seit unzähligen Jahren bedroht ein Werwolf die Bewohner des Dorfes und tötete schon unzählige Menschen. Das Morden endete erst als die Bewohner angefangen haben jeden Monat ein Tier zu opfern.
Eines Vollmonds-Nachts sind die Eltern von Valerie an der Reihe ein Tier zu opfern und geben die geliebte Ziege von Valerie her. Diese wird im Wald angebunden und des Nachts schleicht Valerie sich in den Wald, um ihre Ziege zu retten und blickt dem Wolf in die Augen …