Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Lueg, Lars Peter – Jack Slaughter 12: Der dämonische Hellseher (Hörspiel)

_|Jack Slaughter|:_
Folge 1: [„Tochter des Lichts“ 5532
Folge 2: [„Tochter des Lichts 2: Professor Dooms Erwachen“ 5552
Folge 3: „Das Tor zur Hölle“
Folge 4: [„Virus in Jacksonville“ 6065
Folge 5: [„Am Ende der Welt“ 6079
Folge 6: [„Im Land der Vampire“ 6082
Folge 7: „Dr. Jekyll und Mrs. Hyde“
Folge 8: „Das Herr der Finsternis“
Folge 9: „Die Wurzel des Bösen“
Folge 10: [„Werwolf im Schafspelz“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6386
Folge 11: [„Im Haus des Todes“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6508
Folge 12: _“Der dämonische Hellseher“_

_Story_

Ausnahmezustand in Jacksonville: Professor Doom und sein langjähriger Kupferstecher Basil Creeper geraten in einen Clinch ob Dooms zeitweiliger Pause im Kampf gegen Jack Slaughter und Co. Der müde Professor entlässt seinen Schützling und seinen Delfin Flopper und widmet sich einer Selbsthilfegruppe, in der er den betriebsamen John Turner kennenlernt. Ebenfalls mit den Mächten des Bösen im Bündnis kooperiert er in der Folge mit Doom und schürt durch einen Wust an Briefnachrichten den Hass der Bürger, die sich mit einem Mal gegenseitig zerfleischen. Doch Jack ist gewarnt, zunächst durch Grandma Abigail, schließlich aber auch von seinem alten Kumpan Zoran Lovari, der ihm erst vergegenwärtigt, wer und was sich tatsächlich hinter Turner verbirgt. Als Slaughter allerdings die schreckliche Wahrheit realisiert, laufen die Menschen in Jacksonville bereits mordend durch die Straßen …

_Sprecher:_

Erzähler – Till Hagen
Jack Slaughter – Simon Jäger
Dr. Kim Novak – Arianne Borbach
Tony Bishop – David Nathan
Mr. Ming – Fang Yu
Professor Doom – K. Dieter Klebsch
Basil Creeper – Rainer Fritzsche
Flopper – Delphin Mitzi
Frank Stoner – Jan Spitzer
John Turner – Lutz Riedel
Sitzungsleiter – Oliver Siebeck
Grandma Abigail – Gisela Fritsch
Rick Silver – Dennis Schmidt-Foss
Sunset River – Schaukje Könning
Chuck Novak – Tobias Klucker
Bob – Andy Matern
White Silk – Ulrike Stürzbecher
Zoran Lovari – Tilo Schmitz

Idee, Konzeption & Story: Lars Peter Lueg
Dialogbücher: Devon Richter & Nikola Frey
Musik, Arrangements & Instrumente: Andy Matern
Weitere Gitarren:Stefan Ellerhorst
Regie, Produktion & Dramaturgie: Lars Peter Lueg
Aufnahmeleitung: Anno Storbeck
Artwork, Illustration, Grafik: Alexander Lux, torius
Product Management: dp

_Persönlicher Eindruck:_

Das Dutzend ist voll, und eigentlich wäre es mal an der Zeit, ein Resümee zu erarbeiten, einen Rückblick zu entwerfen oder einfach nur mal einen Punkt unter das zu setzen, was Lars Peter Lueg und sein Team in den vergangenen beiden Jahren mit der Tochter des Lichts erreicht haben. Allerdings lässt die aktuellste Produktion aus dem wilden, völlig durchgeknallten Kosmos von „Jack Slaughter“ seinen Fans und Kritikern hierzu überhaupt keine Gelegenheit. Denn statt sich einfach nur mit einer neuen Story zu beschäftigen und die Basics modifiziert auszuspielen, greifen Drehbuch und Regie zu den Mitteln des Supergaus – und schaffen damit die größte Überraschung in der bisherigen Geschichte des Hörspiel-Helden aus dem Folgenreich-Verlag.

Die größte Palastrevolution im eigenen Haus steht schon im dritten Kapitel der neuen Episode „Der dämonische Hellseher“ an: Basil Creeper und Professor Doom werden getrennt, nachdem Creeper sich erstmals gegen sein bisheroiges Idol aufgelehnt und dessen Methodik angezweifelt hat. Creeper fordert mehr Bösartigkeit und weniger Unterwürfigkeit und brüllt gegen das lapidare Getue seines Meisters. Die Folge: Ein handfester Streit, aus dem ausgerechnet der kriechende Taugenichts als Sieger hervorgeht. Wer hätte gedacht, dass die Serie es irgendwann einmal so weit bringen würde.

Aber auch im Rahmen der teuflischen Handlung entstehen weitere ungeahnte Konflikte zwischen Persönlichkeiten, die sich ansonsten unheimlich nahestehen. Ausgelöst vom neuen Schmutzfinken John Turner erhalten alle Bürger von Jacksonville einen Brief, in dem eine gefälschte Aussage einer weiteren Person als Beleidigung aufgeführt wird. Kim Novak soll in den Augen ihres Bruders zu fett sein, der wiederum eilt erbost zu seiner Model-Schwester, weil die seine Kampfkunst als brutales Ballett abgestempelt hat. Und so geht es munter weiter, bis sich selbst die entspanntesten Menschen Jacksonvilles an die Wäsche wollen. Selbst Doom, hier ein zerbrechlicher Spiegel seiner selbst, muss sich seiner eigenen Genialität im Zuge einer anhaltenden Depression beugen, geht plötzlich den Leidensweg und schmeißt sogar seinen Lieblingsdelfin Flopper raus, weil er dessen Anschuldigungen nicht mehr ertragen kann.

Die inhaltlichen Entwicklungen haben schließlich auch eine klare Auswirkung auf den Sprachgebrauch, der weitaus offensiver ist als in den bisherigen Hörspielen. So manches Kraftwort kommt dem einen oder anderen Darsteller über die Lippen, allerdings scheint dies bei der deutlich erhitzten, manchmal fast schon aggressiven Stimmung, die zwischen den Handelnden herrscht, auch durchaus angebracht. Oder anders gesagt: Während die meisten klassischen Jugendhörspiele derzeit versuchen, durch eine sprachliche Neuorientierung ihr Publikum zu wahren (und es dabei eigentlich verprellen), ist die Sache bei „Jack Slaughter“ absolut authentisch und auch passend gewählt.

Zuletzt sei noch erwähnt, dass der Humor in keiner Folge so pechschwarz und derbe war, dementsprechend aber auch noch nie so stark. Geradeso, als würde man sie herausfordern, poltern die Herrschaften hier munter drauf los, übersteigen Grenzen, vor denen man sich bis dato gescheut hatte. Das macht Lust auf mehr, erscheint wie eine Revolution in dem nicht immer stabilen Setting dieser Produktion und ringt dem Rezensenten schließlich auch eine ganz klare, unumstößliche Meinung ab: „Der dämonische Hellseher“ ist, wenigstens was den Entertainment-Faktor betrifft, die mit Abstand stärkste Folge in der nunmehr zwölfteiligen Serie!

|Audio-CD: ca. 65 Minuten Spielzeit
ISBN-13: 978-3-8291-2358-7|
[www.jack-slaughter.de]http://www.jack-slaughter.de
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Göllner, Marco – Mädchen in der Pestgrube, Das (Dorian Hunter 12) (Hörspiel)

_Story:_

Auf Geheiß der ‚Schwestern der Gnade‘ reist Dorian Hunter nach Wien, um dort endgültig Details über eine mögliche Vernichtung Asmodis aufzuspüren. Direkt unter dem Stephansdom sollen sich der Legende nach einige geheime Katakomben befinden, in denen Asmodi seinerzeit ein bestialisches Pfand hinterlegt hat, und das schließlich der Schlüssel zum Erfolg sein soll. Doch das Opfer, welches sich in den Händen der Reichnitz-Schwestern Elisabeth und Marie befinden soll, scheint nicht das zu sein, was Hunter sich erhofft hat. Der Dämonen-Killer wird unfreiwillig Zeuge eines teuflischen Rituals, welches das Vermächtnis Asmodis einerseits in Frage stellt, andererseits aber auch klarstellt, dass Hunter offenbar wieder zu spät gekommen ist. Ein gewisser Michael Zamis hat längst einen Weg gefunden, Asmodi zu überlisten und sich seine Mächte anzueignen. Doch was heißt dies für die Schwarze Familie und Dorian selbst?

_Sprecher:_

Dorian Hunter – Thomas Schmuckert
Norbert Helnwein – Haso Zorn
Michael Zamis – Douglas Welbat
Asmodi – K. Dieter Klebsch
Schwester Hercy – Luise Lunow
Schwester Mercy – Jessy Rameik
Ferdinand Dunkel – Markus Pfeiffer
Ferdinands Vater – Bernd Rumpf
Creeper – Thomas Nicolai
Steffi – Steffi Kirchberger
Mr. Davenport – Oliver Kalkofe
Regina Vlcek

Aufnahen: Alexander Rieß, Gary Stack
Produktion: Dennnis Ehrhardt, Zaubermond Verlag
Skript: Marco Göllner, Dennis Ehrhardt
Regie und Tonproduktion: Marco Göllner
Musik: MoorlandMusic
Titelmusik: Joachim Witt
Illustrationen: Mark Freier
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp

_Persönlicher Eindruck:_

Mit der insgesamt bereits zwölften Hörspiel-Episode um den berüchtigten und beliebten Dämonen-Killer Dorian Hunter holen die Macher der Serie zum großen Schlag aus. Zwar gibt die Romanvorlage grob die Richtung vor, doch für Marco Göllner und sein Team schien die Herausforderung außerordentlich groß, die drei Zeitebenen der Handlung gleichmäßig aufzuteilen, die Spannung derweil aufrechtzuerhalten, aber auch die Komplexität auf inhaltlicher Ebene nicht zu überreizen. Herausgekommen ist schließlich – und das definitiv gegen alle Erwartungen – ein relativ entspanntes Kapitel mit vielen kleinen Teilepisoden und einem Sprecherteam, welches besser kaum aufeinander hätte abgestimmt sein können. Unterdessen setzt die Handlung genau dort die Akzente, wo sie am nötigsten gebraucht werden, nämlich in der Strukturierung der einzelnen Erzählstränge, und mausert sich peu a peu zum bis dato größten Ereignis im Rahmen dieser Serie. Sehr gut!

„Das Mädchen in der Pestgrube“ beginnt zunächst derart gelassen, dass man nicht glauben mag, welche rasanten Entwicklungen die Geschichte im späteren Verlauf noch nehmen soll. Helnwein und Hunter philosophieren relativ locker über die Geschehnisse der Vergangenheit und Dorians spezielle Fähigkeiten, lassen sich aber auch im Hinblick auf die drängenden Szenenwechsel nicht aus der Ruhe bringen und halten unbeeindruckt an ihrem sinnbildlichen Plausch fest. Doch dann geht es Schlag auf Schlag: Die Zusammenhänge lichten sich, Asmodis Geschichte wird ebenso erzählt wie das tragische Drama um das junge Hausmädchen Steffi und ihren Geliebten Ferdinand Dunkel, und ehe man sichs versieht, gewinnt die Story mal wieder komplett frische Handlungsebenen, justiert die inhaltliche Ausrichtung mal wieder gänzlich neu, bringt an den entsprechenden Stellen aber dennoch die Querverweise zu all dem, was hinter „Dorian Hunter“ steckt.

Allerdings könnte „Das Mädchen in der Pestgrube“ auch für sich alleine existieren, denn trotz der bestehenden Verlinkungen zu älteren Hörspielen ist der Plot eigenständig, erarbeitet sich eine vorzeigbare Spannungskurve und bietet so viele unterschiedliche Stränge, dass selbst „Dorian Hunter“-Profis gelegentlich damit ringen müssen, die Fassung zu bewahren. Dies gelingt vorwiegend deshalb, weil der gesamte Vortrag sehr harmonisch gestaltet wird und die Sprecher ihre Passagen sehr emotional, aber schließlich dennoch mit der nötigen Ruhe darbieten. Der Plot offeriert genügend Gelegenheiten, in Hektik zu verfallen, doch schon der Ansatz einer solchen Entwicklung wird mit viel Geschick und klugen Breaks im Keim erstickt.

Doch noch einmal zum Inhalt: Wahrlich spektakulär, was aufgefahren wird, und wie es von der „Dorian Hunter“-Mannschaft im Hörspiel interpretiert wird. Die Ereignisse überschlagen sich, aber die Ruhe innerhalb der Erzählung wird stets aufrechterhalten, was stellenweise sogar fast schon gespenstisch souverän wirkt. Lediglich in den Schlussmomenten folgt dann doch noch der Showdown, den man lange Zeit vorausgeschoben und fast schon perfide und fokussiert vorbereitet hat. Und der standesgemäße Cliffhanger kann auch als endgültiger Neuanfang für einen neuen übergeordneten Strang betrachtet werden. Denn alles in allem steuert „Das Mädchen in der Pestgrube“ fast ausschließlich darauf zu, den schon länger angedeuteten Übergang zu meistern und ihn vollständig zu vollziehen. Insofern: Neue Ebenen wurden aufgerissen, alte Elemente beibehalten, zukunftsträchtige Inhalte spannend gemacht: „Dorian Hunter“ nimmt in der aktuellen Episode wieder so richtig Fahrt auf und vermittelt den Eindruck, als wolle man erst jetzt so richtig durchstarten. Weiter so, liebes Team!

|Audio-CD mit ca. 75 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3-8291-2380-8|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.marcogoellner.de]http://www.marcogoellner.de
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de

_“Dorian Hunter“ bei |Buchwurm.info|:_
[„Im Zeichen des Bösen“ 5432 (Folge 1)
[„Das Henkersschwert“ 5477 (Folge 2)
[„Der Puppenmacher“ 5585 (Folge 3)
[„Der Folterknecht – Die Nacht von Nancy“ 6382 (Folge 10, Teil 1 von 2)
[„Der Folterknecht – Hexenhammer“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6384 (Folge 10, Teil 2 von 2)
[„Schwestern der Gnade“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6507 (Folge 11)

Koser, Michael – Professor van Dusen 3: Mord bei Gaslicht (Hörspiel)

_Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen:_

Folge 1: [„Eine Unze Radium“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6717
Folge 2: [„Das sicherste Gefängnis der Welt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6672
Folge 3: [„Mord bei Gaslicht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6718
Folge 4: [„Der Mann, der seinen Kopf verlor“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6685

_Story:_

Weldon Henley hat allen Anlass, um sein Leben zu fürchten. Bereits drei Attentate hat der Playboy überlebt, aber dennoch fühlt er sich in seiner Haut nicht sicher. Als die Gasleitungen in seinem Appartment offenkundig manipuliert werden, wendet er sich an Hutchinson Hatch und hofft, dass dieser seinen Freund und Kollegen Augustus van Dusen einschalten würde, um sein Zukunft zu sichern. Die ‚Denkmaschine‘ überlegt nicht lange und untersucht die Gegebenheiten, kann sich zunächst aber auch keinen Reim darauf machen, inwiefern der Täter des Nachts in die Wohnung Henleys gelangen sollte. Dann jedoch ergibt sich eine tragische Spur: Die Nachbarin des vermeintlichen Opfers, eine Zofe, stirbt an einer Gasvergiftung, wohingegen Henley kurz darauf angeschossen wird. Während alle Beteiligten noch stutzen und nach einem Reim für die Ereignisse suchen, hat der Professor und dreifache Doktor bereits die Puzzleteile zusammengefügt …

_Sprecher:_

Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen – Friedrich W. Bauschulte
Hutchinson Hatch – Klaus Herm
Detective-Sergeant Caruso – Reinhard Kolldehoff
Weldon Henley – Wolfgang Condrus
Peter Crippen – Jürgen Thormann
Reginald Cable – Hans-Peter Hallwachs
Percival – Heinz Spitzner
Liftboy / Verkäufer / Telefonist – Heinz Welzel

_Persönlicher Eindruck:_

Die dritte Episode der vier erstmals in CD-Form veröffentlichten Hörspiele um den geschäftigen Professor van Dusen ist sicherlich diejenige mit der komplexesten Falldarstellung. Dabei beginnt die Story eigentlich nicht wirklich anders als die übrigen Titel der just via Folgenreich publizierten Silberlinge, soll heißen der Fall wird von außen an den Professor herangetragen, und dessen Job besteht lediglich darin, aus Erzählungen und Berichten Fakten zu sammeln, die er später für die Aufklärung der Geschichte. Allerdings nimmt das Ganze in den ersten Kapiteln bereits einen alternativen Verlauf und hangelt sich über mehrere Umwege bis zum Professor durch – und hier startet schließlich ein etwas komplexerer Komplex!

Es ist nämlich Hutchinson Hatch, van Dusens bis hierhin noch arg vernachlässigter Kumpan, dem in dieser Episode eine größere Bedeutung zukommt, und der schließlich auch die Verbindung zwischen Henley und dem Hobby-Kriminologen herstellt. Doch die Handlung konstituiert sich nicht immer nach logischen Gesichtspunkten, weil van Dusens Ermittlungsmethoden heuer ein wenig unkonventioneller sind und er sein Publikum nahezu überhaupt nicht an seinen Gedanken teilhaben lässt. Während sich im Vordergrund die Ereignisse überschlagen und in teils hektischen Dialogen aufgearbeitet werden, arbeitet der Protagonist still und heimlich an seiner Kombinationsgabe und spart sich sein Fazit diesmal erstaunlich lange auf, selbst wenn man den üblichen Schlussmonolog erfahrungsgemäß erwarten durfte.

Was bei „Mord bei Gaslicht“ schließlich ein bisschen störend wirkt, ist die Tatsache, dass man zwar mitfiebern, aber eben nicht nachvollziehen kann, wie sich die Ereignisse zutragen und zugetragen haben. Van Dusens Schlussplädoyer deckt zwar die wichtigsten Eckpunkte auf, de facto wäre der Spannungsaufbau aber noch konsequenter ausgearbeitet gewesen, hätte man die Details innerhalb der Story reifen und wachsen lassen. In diesem Punkt mag die Serie noch nicht so recht auf dem Stand der sicherlich vergleichbaren Maritim-Titel um den Helden aus der Baker Street stehen, hat aber zweifelsohne das Potenzial, irgendwann dorthin zu gelangen. „Der Mann, der seinen Kopf verlor“ hat dies eindrucksvoll belegen können.

Am Ende bleibt daher zu hoffen, dass „Van Dusen“ weitergeführt wird und die Macher des Hörspiels bzw. dieser Neuauflage sich dazu hinreißen können, weitere Episoden aus dem reichhaltigen Fundus der einstigen RIAS-Produktion auszugraben. Nicht nur der Unterhaltungswert, auch das kulturelle Erbe wäre verschenkt, würde man es bei diesem kurzen Aufbegehren belassen!

|Audio-CD
Spieldauer: 60 Minuten
ISBN-13: 978-3-8291-2400-3|
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de

Koser, Michael – Professor van Dusen 1: Eine Unze Radium (Hörspiel)

_Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen:_

Folge 1: [„Eine Unze Radium“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6717
Folge 2: [„Das sicherste Gefängnis der Welt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6672
Folge 3: [„Mord bei Gaslicht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6718
Folge 4: [„Der Mann, der seinen Kopf verlor“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6685

_Story:_

Gerade erst ein Jahr ist vergangenen, seit die Bedeutung des radioaktiven Elements Radium für die Forschung wieder ein enormes Interesse hervorgerufen hat. Dies ist auch dem renommierten Professot Dexter nicht entgangen, der den Stoff in seinem Laboratorium intensiv untersucht und eine ganze Unze zu wissenschaftlichen Zwecken dort beherbergt. Deswegen staunt er auch nicht schlecht, als eine rätselhafte Französin seine Räumlichkeiten betritt und ihm eine weitere Unze anbietet. Madame du Chateau-Neuf verlangt satte drei Millionen Dollar für ihren Stoff. Doch kaum hat sie das Büro des Professors verlassen, ist dessen eigenes Radium verschwunden. Außer sich vor Verwirrung und einer fehlenden Erklärung wendet er sich an seinen Kollegen und Hobbykriminologen van Dusen, der die Sache Stück für Stück aufarbeitet und auch die undenkbaren Fakten ans Licht bringt – und damit auch weitere Überraschungen …

_Sprecher:_

Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen – Friedrich W. Bauschulte
Hutchinson hatch – Klaus Herm
Professor Dexter – Otto Sander
Madame du Chateau-Neuf – Lieselotte Rau
Monsieur Bertrand – Klaus Miedel
Detektiv Caruso – Rolf Marnitz
Labordiener – Franz Georg Stegers
Hotelportier – Kurt Pratsch-Kaufmann
Pensionswirt – Herbert Weißbach

_Persönlicher Eindruck:_

Es ergibt eigentlich nicht wirklich Sinn, die neu aufgelegten „Van Dusen“-Hörspiele bereits zu Beginn in falscher Chronologie zu veröffentlichen. Zum einen gibt es schlichtweg zu viele Querverweise auf bereits getätigte Fälle bzw. Produktionen, zum anderen entwickelt sich der Charme des eigenwilligen Wissenschaftlers und Hobbydetektivs erst peu à peu und ist vor allem zu Debützeiten noch nicht ganz so fein ausgeprägt wie in den Geschichten, die kurz darauf folgen sollten.

„Eine Unze Radium“, der ersten Episode der geschichtsträchtigen Kriminalreihe, merkt man jedenfalls an, dass es sich um einen Erstling handelt, selbst wenn die Story und die Akteure wirklich keine elementaren Schwächen offenbaren. Allerdings wirkt das Team um Bauschulte und Herm noch nicht ganz so trefflich aufeinander eingespielt und überlässt ganz offenkundig anderen Darstellern das Feld. So zum Beispiel Klaus Miedel, selber Hörspiel-Veteran, der seinen Part als Monsieur Bertrand wahrlich herausragend interpretiert und vor allem den Akzent prima herüberbringt. Seinem Redefluss zu folgen ist ein zusätzliches Vergnügen, welches der Story eine ungewollt humoristische Note verpasst, sie aber dadurch auch definitiv bereichert. Allerdings sind die Sprecher allgemein sehr gut aufgelegt, wirken halt nur im Zusammenspiel noch nicht so souverän, wie man es später in „Das sicherste Gefängnis der Welt“ bereits erfährt.

Die Story wiederum ist noch relativ stark auf den wissenschaftlichen Background des Professors zugeschnitten und offenbart noch keinen ganz so starken Spannungsaufbau. Leider verrät man bereits in den ersten Minuten zwischen den Zeilen zu viel über die noch folgenden Wendungen im Plot, so dass man elementare Entwicklungen der Erzählung bereits frühzeitig erahnen und voraussagen kann. Manches wirkt durchschaubar, anderes wiederum nicht, doch unterm Strich fehlt in den entsprechenden Passagen noch die Cleverness, etwas mehr Spannung und Prickeln zu kreieren, damit das kriminalistische Feeling nicht zu stark untergraben wird. Ein bisschen mehr von den zugehörigen Aufbauzutaten hätte es also schon sein können!

Ansonsten ist „Eine Unze Radium“ sicher ein guter Einstieg ins Hörspiel-Segment, gelegentlich vielleicht ausbaufähig, was die Intensität bei der Strukturierung des Story-Arrangements betrifft, aber letzten Endes dennoch hörenswert genug, um den Interessenten weiter bei der Stange zu halten – was sich im Übrigen als äußerst lukrative Option herausstellt, denn die Entwicklung selbst innerhalb der ersten vier Hörspiele dieser Serie ist wirklich absolut bemerkenswert! Und gerade deshalb sollte man nicht quereinsteigen, sondern sich langsam an die Welt des außergewöhnlichen Hauptdarstellers herantasten, dessen Regisseur im Übrigen in den anschließend eingespielten Randbemerkungen im Bonus-Abteil der CD anmerkt, dass es an der neuen Hörspiel-Generation liegt, ob die Serie weiter fortgesetzt wird. Hoffen wir, dass es eine rhetorische Frage bleibt!

|Audio-CD
Spieldauer: 50 Minuten
ISBN-13: 978-3-8291-2398-3|
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de
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Wulf Dorn – Kalte Stille (Lesung)

Für Wulf Dorn, den man nach verschiedenen kurzgeschichtlichen Veröffentlichungen erst 2009 mit „Trigger“ im Romansektor entdeckte, scheint die Schriftstellerei bergauf zu gehen. Schon der Romanerstling erschien bei dem großen Publikumsverlag Heyne und wurde zeitgleich als Hörbuch unter das Volk gebracht. In gleicher Weise ging man auch dieses Jahr mit dem zweiten Thriller aus seiner Tastatur um und präsentiert ihn so an vorderster Front – zu Recht, wie die Lektüre zeigt.

Der Psychiater Bernhardt Forstner erlitt einen Autounfall auf einer verschneiten Straße im Wald. Seine Gedanken kreisten um seinen Sohn Sven, doch seine letzten Worte waren abgrundtiefer Hass auf den Mann, der ihn kurz vor seinem Tod fand und verenden ließ.

Jahre später kehrt sein Sohn Jan Forstner in seinen Heimatort zurück. Er ist ebenfalls Psychiater und ein herausragender Arzt, doch ein Zwischenfall, bei dem er einen Patienten verprügelte, ließ seine Reputation ins Bodenlose fallen. Der Klinikleiter in seinem Heimatort, ehemals guter Freund seines Vaters, bietet ihm einen Posten an – unter der Auflage, dass er sich von einem Kollegen therapieren lässt. Denn Jan Forstner hat ein schweres Trauma aus der Kindheit: Sein Bruder Sven verschwand in eiskalter Winternacht spurlos, und Jans laufendes Diktiergerät enthält nichts – nur kalte Stille …

Der Titel scheint sich an typischen Vorgaben zu orientieren und mehr auf rhetorischer Ebene eine Wirkung anzustreben, zumindest, solange man noch keinen Einblick in die Geschichte erhalten hat: Dort hat er nämlich eine handfeste Bedeutung, in erster Linie für den Protagonisten Jan Forstner, der seit jener Nacht seiner Kindheit das Tonbandgerät stets bei sich trägt und in der Aufzeichnung der eisigen Winternacht nach Spuren sucht, die ihm Anhaltspunkte über den Verbleib seines jüngeren Bruders geben könnten.

Wulf Dorn hat sich wirklich einen traumatisierenden Aufhänger gesucht. Das Verschwinden des kleinen Sven hat nichts mit konstruierten Fällen zu tun, die einem so häufig in anderen Romanen begegnen und deren einziger Zweck es ist, die Situation notdürftig zu erklären. Bei Dorn hat das Ganze Hand und Fuß und wirkt darum umso schrecklicher. Man stelle sich vor: Ein Kind lässt seinen Bruder nachts für wenige Momente allein auf einer Parkbank, um ungestört zu pinkeln – und als er zurückkehrt, ist der Bruder spurlos verschwunden! Der Schrecken und die Panik müssen für die Familie unerträglich sein, und so ist es auch nicht Jan allein, der traumatisiert aus dem Geschehnis heraus kommt.

Der Verdacht liegt vom ersten Moment an bei einem Arbeitskollegen von Jans Vater. Um wen es sich handelt, wird natürlich nicht verraten, doch Dorn versteht es geschickt, den Hörer in die Irre zu führen. Man meint recht schnell – zu schnell – , des Rätsels Lösung gefunden zu haben, was zum einen ein enttäuschendes Gefühl ist, zum anderen aber auch misstrauisch macht, da es einfach zu leicht anmutet. Doch sprechen lange alle Indizien für den Verdacht, die Enttäuschung nimmt zu und mündet schließlich in einer umso größeren Überraschung – hoffentlich nicht zu spät, denn es ist zwar ein durchweg spannendes und gut erzähltes Hörbuch, doch bleibt hier jeder Leser am Ball, wenn er mit jedem Indiz seinen Verdacht bestätigt sieht und sein Unmut über diese Einfachheit wächst? Die Qualität der Irreführung ist hier vielleicht zu hoch, der Hörer zu einseitig auf ein Ziel fokussiert.

Die für einen Psychothriller typischen Verdächtigungen, Erinnerungen, die Steuerung zur Katastrophe und die damit verbundene Anhäufung von Indizien, die dem Hörer Ahnungen bescheren und bei vorangeschrittener Geschichte die Erwartung auf den finalen Schlag und Beinahe-Sieg des Gegners mit der Adrenalinpeitsche hoch jagt, all das sind handwerkliche Eigenschaften, die Wulf Dorn in hoher Meisterschaft beherrscht und zu einem runden Ganzen formt, in das sich der Hörer schon nach wenigen Sätzen hineinversetzt fühlt. Die Auflösung aller Rätsel geschieht dann schwupp-diwupp in einem kaum unterbrochenen Monolog des Bösewichts, auf den ein typischer rasanter Showdown folgt, bei dem sich der Protagonist zwischen Rache und Menschlichkeit entscheiden muss.

Nach dem Höhepunkt scheint es so, als wolle Dorn die Geschichte noch entspannt ausklingen lassen, doch hat er auch für das Ende noch einen Gänsehautfaktor parat, der mit der kalten Stille auf dem Tonbandgerät und einer übernatürlichen Lektüre des kindlichen Jan Forstner erzeugt wird.

David Nathan, bekannt zum Beispiel als Synchronsprecher Johnny Depps, macht einen hervorragenden Job als Leser. Die Schnitzer, die Wulf Dorn selbst bei seiner Autorenlesung seines Romanerstlings „Trigger“ unterliefen, braucht man bei Nathan nicht zu suchen. Allerdings hat es auch einen ganz eigenen Charakter, wenn ein Autor seine Geschichte selbst erzählt und die Stimmung genau so transportiert, wie er es sich beim Schreiben vielleicht vorstellte.

„Kalte Stille“ ist ein insgesamt sehr überzeugender Psychothriller, dessen hohe irreführende Qualität anfangs für Unruhe beim Hörer sorgt, dessen Unterhaltungswert aber jeder Empfehlung gerecht wird. Der Roman bietet Gänsehaut, betroffenes Mitgefühl, Adrenalinschauer, eine wirklich durchdachte Story und nochmals Gänsehaut, womit er das Prädikat „Besonders Unterhaltsam“ auf jeden Fall verdient.

6 Audio-CDs mit 431 Minuten Spieldauer
Gelesen von David Nathan
ISBN-13: 978-3785744390

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

Perry Rhodan – Konzil der Sieben (Silber Edition 74)

_Die Handlung:_

Es beginnt Anfang des Jahres 3459. Perry Rhodans Gehirn ist in seinen Körper zurückgekehrt, und die Galaxis wartet voller Spannung auf die Konsequenzen, die sich aus dem „Kosmischen Schachspiel“ ergeben könnten. Als dann aber die Sterne erlöschen, kommt alles anders als erhofft. Eine fremde Macht, die Laren, landet im Auftrag des „Konzils der Sieben“ auf der Erde und stellt unmissverständliche Forderungen. Hotrenor-Taak, ihr Sprecher und Anführer, bestimmt Perry Rhodan kurzerhand zum „Ersten Hetran der Milchstraße“. Der Terraner soll im Auftrag des Konzils diktatorisch über die Völker der Galaxis herrschen. Perry Rhodan bleibt nichts anderes übrig, als zum Schein auf die Forderung der Fremden einzugehen und im Untergrund gegen das Konzil der Sieben zu kämpfen. Dabei darf er nicht einmal davor zurückschrecken, zum Schein seinen Freund Atlan zum Tode zu verurteilen – ein Spiel, aus dem tödlicher Ernst wird … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Da ist sie nun, die erste |Silber Edition|, die nicht von Josef Tratnik gelesen wird. Nach 25 erfolgreichen Hörbüchern startete der Verlag, sicher auch auf Drängen der Fans hin, eine Parallelveröffentlichung von weiteren Silberbänden, die im Wechsel von Tom Jacobs und Andreas Laurenz Maier gelesen werden. Und damit man sich selbst nicht irgendwann in die Quere kommt, beginnen die neuen Lesungen mit |Silber Edition 74|, die Tom Jacobs vorliest. Die |Silber Edition 75| vertont dann Andreas Laurenz Maier. In der „regulären“ Reihe hat Josef Tratnik gerade Silberband 26 präsentiert.

Die |Silber Edition| 74 „Konzil der Sieben“ startet den „Konzil“-Zyklus, der sieben Silberbände umfasst. Band 74 selbst beinhaltet die Handlung der Heftromane mit den Nummern 650-655.

|Das Hör-Erlebnis|

Es ist schon ein wenig seltsam, nach der altbekannten Titelmusik nicht die Stimme von Josef Tratnik zu hören, besonders für die, die Tom Jacobs nicht von den wöchentlichen Heftlesungen her kennen. Was allerdings ein wenig das Hörvergnügen gleich zu Anfang schmälert, ist die Zeitleiste, die Jacobs vorträgt. Das hat Tratnik auch schon 26-mal gemacht, natürlich, sie steht ja auch am Anfang jedes Silberbandes, nur erfährt der Hörer der vorherigen |Silber Editionen| jetzt schon Dinge, die er eventuell gar nicht wissen möchte. Denn hier wird die Lücke zwischen Band 26 und 74 im Schnelldurchlauf geschlossen und die Handlung sämtlicher kommender Tratnik-Lesungen schon vorweg genommen. Wer hier also nicht schnell genug auf den „Nächster Track“-Knopf drückt, der bekommt eine Hypnoschulung der unfreiwilligen Art.

|Der erste „neue“ Sprecher|

Tom Jacobs liest gefühlt schneller als Josef Tratnik, dieser Eindruck stellte sich sofort ein. Teilweise klingt er ein wenig unruhig und gehetzt und überträgt eine Art Nervosität. Aber er kann auch langsamer lesen und sich passend mit den bekannten Charakteren auseinandersetzen, sodass es nicht lange seltsam anmutet, dass hier Jacobs liest und nicht Tratnik. Er hat seine eigene Note, kopiert Tratnik nicht und hat es auch nicht nötig.

Einen leichten Einstand hat Jacobs allerdings nicht, so muss er doch gleich zu Anfang einen Xisrapen lesen. Diese amöbenartige Rasse kann die Lautverbindungen „an“ und „in“ mit ihrer Sprechblase nicht erzeugen, und entsprechend schwer hat es der Sprecher, wenn solche Passagen vorzulesen sind. Jacobs spricht den Außerirdischen gequält, gedrungen, bedrückt, fast asthmatisch und irgendwie leidend. Es hat den Anschein, dass hier auch das Leid des Sprechers mit eingeflossen ist. Allerdings hat der Erfinder dieser Rasse 1974 sicher noch nicht daran gedacht, dass in 36 Jahren einmal jemand diese Sprache laut vorlesen würde.

Davon abgesehen macht Jacobs seinen Job wirklich gut und transportiert die Stimmung und die Handlung überzeugend. Insgesamt wirkt sein Vortrag ein wenig lebendiger als der von Tratnik, an dem er sich natürlich messen lassen muss. Tratnik ist eher der ruhigere und gemächlichere Vorleser, wohingegen Jacobs mehr Schauspiel vor dem Mikro und somit ein wenig mehr Action in die Ohren bringt.

Im Speziellen spricht er Gucky nicht wie „Kermit der Frosch“. Zwar auch ein wenig gedrungen, aber nicht so nervend, wie Tratnik diesen Charakter vertont. Und Icho Tolot spricht er nicht wie einen ruhigen Riesen mit tiefer Stimme, wie sein Kollege es tut, sondern kräftig laut und mit Abstand vom Mikrofon.

Allerdings fällt störend auf, dass er Galbraith Deighton, der den Angriff der Solaren Abwehr und des Mutantenkorps gegen die Hetos-Inspekteure leitet, mit einem störenden amerikanischen Nuschelakzent liest. Sämtliche anderen Amerikaner liest er allerdings ohne Akzent. Und auch Perry Rhodan ist Amerikaner.

Auch der Mutant Merkosh klingt ein wenig seltsam. Seine Stimme erinnerte mich spontan an alte Schwarz-Weiß-Filme, in denen als Frauen auftretende Männer versuchen, eine „Frauenstimme“ zu imitieren. Und wo ich grad bei „Frauen“ bin: Der Egosektor der Schiffspositronik der VISION, „Angel“, soll erotisch klingen. Entweder ist Tom Jacobs bei dieser Aufgabe unwohl oder ihm liegen strenge und autoritäre Charaktere einfach besser.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

In Sachen „Hintergrund“ bleibt der Verlag bei Altbewährtem. So werden die bereits aus den Tratnik-Lesungen bekannten Effekte und Ambientsounds an den Anfang einiger Tracks gestellt. Dies könnte gern öfter und vielfältiger getan werden. Auch die Titelmusik ist die Gleiche.

|Die MP3s – Das Booklet|

Die MP3s liegen in der Qualität 192kbps, 41,1kHz und in Joint Stereo vor. Die ID3-Tags sind sauber gesetzt. Leider fehlt im Vergleich zur Downloadversion in den Dateien das Cover der |Silber Edition|, was sich bei MP3-Playern der iPod-Touch-Fraktion immer nett im Display macht oder in diesem Fall gemacht hätte. Genau wie in der Downloadversion gibt es ein knackendes Kompressionsartefakt an der jeweils identischen Stelle in Kapitel 24 in der sonst fehlerfreien Aufnahme zu hören. Das zeigt, dass hier für beide Qualitätsversionen (die Downloadvariante wurde in 128kbps angeboten) nur einmal nach MP3 gewandelt wurde.

Auf beiden MP3-CDs ist zusätzlich das Cover der |Silber Edition 74| im Format 1648 x 1475 als JPG-Datei zu finden und auf der zweiten CD auch noch die Titelseite des Perry-Rhodan-Heftes Nr. 650 „Der Bund der Sieben“ in der Auflösung 2513 x 3716.

Wie auch bei den weiterhin parallel erscheinenden Josef-Tratnik-Silber-Editionen liegt dem Digipack ein Booklet bei. Hier gibt es ein Tracklisting, ein Vorwort von Horst Hoffmann, die Risszeichnung eines Laren-Raumers, eine Zeitleiste und die Cover der in dieser |Silber Edition| enthaltenen Heftromane Nr. 650-655 zu sehen. Auf der Hülle des Digipacks zeigt der Verlag ein Bild des Sprechers und gibt weitere Informationen zu ihm.

_Mein Fazit:_

Tom Jacobs hat die Vergleiche mit Josef Tratnik absolut nicht zu fürchten. Jeder der beiden liefert seine eigene Interpretation der Handlungen und Charaktere ab. Tom Jacobs bietet aber mehr Action und Lebendigkeit vor dem Mikro und reißt den Hörer noch ein wenig mehr mit, als Tratnik das tut.

Perry-Fans, die warten können, freuen sich jetzt zweimal auf neue |Silber Editionen|, die ungeduldigeren greifen vorab zu den vier Downloadhäppchen, die zwischen den CD-Versionen alle drei Wochen erscheinen.

Eine etwa 7,5 Minuten lange Hörprobe bietet der Verlag [hier]http://www.einsamedien.de/MP3/hoerprobe__se74.mp3 an.

|2 MP3-CDs mit 16 h Gesamtspieldauer
Aufgeteilt auf 188 Tracks
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 978-3939648819|
[perry-rhodan-shop.de]https://perry-rhodan-shop.de
[perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

Perry Rhodan – Die Zeitstadt (Andromeda 6)

Perry Rhodan: Andromeda

Band 1: „Die brennenden Schiffe“
Band 2: „Die Methanatmer“
Band 3: „Der schwerelose Zug“
Band 4: „Die Sternenhorcher“
Band 5: „Der Schattenspiegel“
Band 6: „Die Zeitstadt“

Die Handlung:

Noch immer sind Perry Rhodan und seine Mannschaft an Bord der Journee in der Andromeda-Galaxis gefangen, eine temporale Barriere macht jede Flucht unmöglich.
Doch nichts hat der Resident der Liga Freier Terraner weniger im Sinn, als die dort lebenden Tefroder und Maahks ihrem Schicksal zu überlassen.

Perry Rhodan – Die Zeitstadt (Andromeda 6) weiterlesen

Smith, Lisa J. – Im Zwielicht (Vampire Diaries 1, Hörbuch)

Die „Vampire Diaries“ laufen seit einiger Zeit erfolgreich auch im deutschen Fernsehen. Die Serie basiert auf der Jugendbuchreihe gleichen Namens der amerikanischen Autorin Lisa J. Smith. Fürs Fernsehen entdeckt wurde der Stoff sicherlich im Kometenschweif der momentanen Twilight-Euphorie und tatsächlich werden Fans vor Freude jubilieren, bietet „Vampire Diaries“ doch einen praktisch baugleichen Plot, und das, obwohl Smith den ersten Teil der Reihe bereits 1991 veröffentlichte.

_Elena ist die_ Königin ihrer Highschool: Bildhübsch und beliebt, hält sie sich einen Hof Freundinnen, die sie umschwirren wie die Motten das Licht. Alle Jungs liegen ihr zu Füßen und sie hat die freie Auswahl, wem sie ihre Gunst gewähren will. Bisher war der nette Matt Mann der Stunde gewesen, doch während der Sommerferien ist Elena aufgegangen, dass sie eigentlich nur mit Matt befreundet sein will. Also macht sie mit ihm Schluss, mal ganz nebenbei auf dem Schulweg. (Ein Tipp an die jugendlichen Leser: Es handelt sich hier um Fiktion, dass das Ende einer Beziehung jemals so harmonisch und geradezu kuschelig über die Bühne geht, ist relativ unwahrscheinlich – nur so als Rat für den weiteren Lebensweg.)

Somit ist Elena frei für neue Abenteuer. Wie gut, dass es da prompt einen Neuzugang in ihrem Jahrgang gibt – den feschen (Italiener!) Stefano Salvatore, der stilsicher im Porsche vorfährt und die getönte Sonnenbrille auch im Unterricht nicht abnimmt. Hach, wie romantisch! Elena ist sofort Feuer und Flamme und macht es sich zur Aufgabe, Stefanos Herz zu erobern. Dabei geht sie vor, als handele es sich um einen Geschäftsplan und nicht um Herzensangelegenheiten. Sich Stefano zu angeln wird zum Selbstzweck. Dass sie ihre Freundinnen auf einem Friedhof mit Blut schwören lässt, ihr bei der Um-den-Finger-wickel-Aktion immer beizustehen, ist da nur die Krönung der pubertären Hysterie.

Kurzum, Stefano erweist sich als harter Brocken. Er scheint völlig immun gegen Elenas sprühenden Charme und ihre überdurchschnittliche Schönheit zu sein. Doch halt! Natürlich ist das nur ein literarischer Kniff, um das Unausweichliche etwas hinauszuzögern und die reichlich konfliktarme und geradlinige Handlung auf Romanlänge zu strecken. Denn selbstverständlich ist Stefano verknallt in Elena, nur trägt er – natürlich! – ein dunkles und gefährliches Geheimnis mit sich herum und will deshalb jeden von sich fernhalten. Schließlich ist Stefano ein Vampir aus dem Florenz des 15. Jahrunderts und Elena sieht haargenau aus wie seine damals verflossene Catarina, die ihn und seinen Bruder Damon zum Vampir machte, nur um sich dann (gekränkte Eitelkeit) durchs Sonnenlicht zu einem Häufchen Asche verbrennen zu lassen.

Aber „Im Zwielicht“ wäre kein ordentliches Jugendbuch, wenn nicht alles doch noch in die richtigen Bahnen gelenkt würde: Stefano und Elena finden schließlich zueinander und Elena ergeht sich in schwülstigen und endlosen Tagebucheinträgen über die Schicksalhaftigkeit ihrer Liebe. Nebenbei taucht auch noch Damon auf, der ein paar Leute umbringt, um Stefanos Aufmerksamkeit zu erregen (Stefano erweist sich allerdings als ziemlich träge in dieser Hinsicht) und die Geschichte generell etwas aufzumischen. Bevor das alles jedoch zu einem Höhepunkt führen kann, beendet Lisa J. Smith ihr Buch einfach, genau da, wo andere Autoren ihren Showdown einbauen würden. Die Erzählung endet damit so unvorhergesehen und abrupt, dass man zunächst annimmt, einfach vergessen zu haben, eine weitere CD einzulegen. Doch dem ist nicht so, Lisa J. Smith beendet den ersten Teil ihrer Reihe tatsächlich mitten in der Szene, gerade als ob ihr die Puste ausgegangen wäre. Sehr schade.

_Smiths „Vampire Diaries“_ können wirklich nur jugendlichen Leserinnen uneingeschränkt empfohlen werden. Für diese hat sie einen Roman voller romantischer Klischees verfasst, die man so hochdosiert nur in jungen Jahren gut finden kann. Dass sie dabei ihre Protagonistin Elena praktisch als die Oberzicke der Schule charakterisiert, ist noch ihr größter Fehler. Elenas Oberflächlichkeit äußert sich vor allem in ihrer Fokussierng auf das Äußerliche: Darauf, wie sie erscheint, welches Bild sie bei anderen erweckt. Dass Stefano dabei nur das letzte Accessoire in ihrer Beliebtheitskollektion ist (oder zumindest so erscheint), stößt beim Leser sauer auf und macht die beiden nicht gerade zu Vorbildern in Sachen schicksalhafter Liebe. Zwar meint Elena, unsterblich in Stefano verliebt zu sein, doch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie sich eigentlich nur in ihrer Eitelkeit gekränkt fühlt, weil er ihr so lange widersteht. Denn das facht ihr Interesse erst recht an – dieses ewige gefühlsmäßige hin und her, das zu keinem wirklichen Ergebnis führt, mag für das anvisierte Publikum (Mädchen zwischen 13 und 17) wirklich spannend sein. Alle mit etwas mehr Jahren auf dem Buckel werden sich von der generellen emotionalen Unreife der Charaktere wohl eher genervt fühlen und froh sein, dass sie die Pubertät bereits hinter sich gelassen haben.

CBJ Audio hat „Im Zwielicht“ als gekürzte Lesung auf vier CDs veröffentlicht, wobei es ausnahmsweise wirklich keine Rolle spielt, dass der Roman für die Hörbuchfassung etwas zusammengeschrumpft wurde. Da die Handlung und die Charaktere relativ eindimensional daherkommen, hat man beim Hörbuch nie den Eindruck, wichtige Entwicklungen zu verpassen. Sprecher Adam Nümm schafft das Kunststück, den Text absolut ironiefrei zu lesen (großes Lob!), ihm also immer mit dem nötigen Ernst zu begegnen, den Fans der Reihe erwarten werden. Von Zeit zu Zeit sind Tagebucheinträge Elenas eingesträut (gelesen von Jennie Appel), die man wohl getrost hätte kürzen können, da sie die Handlung nicht vorantreiben. Allerdings wurden sie vermutlich zumindest in Teilen erhalten, um dem Originalsound des Buches nahezukommen. Mehrwert bieten sie jedenfalls nicht.

_Abschließend kann man_ sagen: Ein empfehlenswertes Hörbuch für alle, die lieber hören als sich das Buch vorzunehmen. Allerdings sollten sich Erwachsene möglichst fernhalten, außer sie stehen noch in gutem Kontakt zu ihrem inneren Teenie.

|4 Audio CDs
gelesen von Adam Nümm
ISBN-13: 978-3837104295
|
_Lisa J. Smith beim Buchwurm:_
[Engel der Verdammnis (Night World 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6012
[Prinz des Schattenreichs (Night World 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6013
[Jägerin der Dunkelheit (Night World 3)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6014

Perry Rhodan – Kontrollstation Modul (Silber Edition 26)

_Die Handlung:_

Geheimnisvolle Hypersignale rasen durch die Zwerggalaxis Andro-Beta; sie stürzen die Sterneninsel, die Andromeda vorgelagert ist, ins Chaos. Als Folge erwachen die Mobys, planetengroße und bereits totgeglaubte Weltraumungeheuer. Sie tragen Tod und Verderben zu den Planeten von Andro-Beta.

Den Terranern ist klar, dass dahinter nur die |Meister der Insel| stecken können, die mysteriösen Beherrscher Andromedas. Perry Rhodan schickt seine besten Männer aus, um den Vorgängen auf die Spur zu kommen. Er ahnt, dass die Meister weitere schreckliche Angriffe vorbereiten.

Die terranischen Raumfahrer, darunter Captain Don Redhorse, finden einen seltsamen Planeten, auf dem sie die |Kontrollstation Modul| entdecken. In der Station erwartet sie das Grauen – und ein Wesen, das seit Jahrtausenden ein ohnmächtiges Werkzeug der Meister der Insel ist. Der Ausgang dieser Begegnung ist entscheidend für das weitere Schicksal von Andro-Beta und der terranischen Expedition …
|(Verlagsinfo)|

_Mein Eindruck:_

Im sechsten |Silberband| des Zyklus‘ „Meister der Insel“ sind die Romanhefte Nr. 241 bis 247 der Heftserie enthalten. Bei der Auswahl des Covers für die |Silber Edition| hat man sich allerdings für ein anderes Motiv entschieden als noch bei der Buchausgabe. So ziert eine farblich nachbearbeitete Version des Titels von Heft Nr. 241 („Fünf von der CREST“) die Front dieser CD-Box. Das verleiht dem Ganzen noch ein wenig mehr Dramatik. Das Buch-Cover war ein wenig entspannter im Ausdruck.

|Kontrollstation Modul| ist ein Planetenabenteuer mit Betonung auf „Abenteuer“. Wenig Technobabble, viel Erlebnis. Dies ist einer der |Perry Rhodan|-Sammelbände, die auch mit wenig Vorwissen gehört werden können. Keine Massen an Fremdvölkern mit unaussprechlichen Namen, keine komplizierten Zusammenhänge, die lang und breit erklärt werden müssen. Die wenigen Neulinge im Perryversum fügen sich schnell und unkompliziert in die Story ein.

Wobei das mit dem Erklären diesmal am Anfang ein wenig mehr Zeit in Anspruch nimmt als sonst. Nach der üblichen Zeitleiste, die dem Hörer im Schnelldurchlauf noch einmal erzählt, was in Perry Rhodans Leben bislang so alles passiert ist, gibt es im anschließenden Prolog noch eine Zusammenfassung der jüngsten Ereignisse. Dies empfand ich allerdings eher als hilfreich denn als störend, denn nach drei Monaten Tratnik-Silber-Edition-Pause war eine kleine Gedächtnisstütze sehr willkommen.

_Das Hörerlebnis:_

|Musik und Effekte|

Leider geht der Verlag wie immer für meinen Geschmack viel zu sparsam mit Effekten und Musik oder kleinen Melodien um. Wenn wie hier entschieden wurde, dass beides eingesetzt werden soll, dann wäre eine konsequentere und mutigere Umsetzung wünschenswert. Und ich werde auch erst aufhören dies zu monieren, wenn sich das geändert hat. Ich bin immer noch überzeugt davon, dass man mit einer passend gewählten atmosphärischen Untermalung noch einiges mehr aus den |Silber Editionen| herausholen könnte.

So gibt es weiterhin lediglich zögerlich eingespielte schwebende Klangteppiche, die teilweise in der Lautstärke unangenehm stark variieren. Da ist ein Kampf des Funkers Olivier Doutreval auf dem Planeten zu Anfang der |Silber Edition| nur zur Hälfte mit Teppich ausgelegt, der aber irgendwie weder zur beschriebenen Planetenoberfläche noch zur Szene passt. Die Untermalung verbreitet durch die Lautstärkewechsel nur Unruhe beim Hörer. Nicht zuletzt auch dadurch, dass sie plötzlich zu Ende ist, die Szene mit Doutreval aber weitergeht.

Einzige Neuerung war in dieser |Silber Editon| ein Spezialeffekt bei einem Intercom-Funkspruch. Ich gehe davon aus, dass hier ein Klang wie bei einem Funkgerät beabsichtigt war. Leider war das Ergebnis lediglich eine elektronisch verzerrte Stimme mit unangenehm schnell wabernder Modulation. Zum Glück dauerte der Funkspruch nicht allzu lange.

|Die Vertonung der Charaktere|

|Kontrollstation Modul| ist für mich die bislang schwächste Leistung Josef Tratniks, was die Auswahl an Stimmfarben für die einzelnen Charaktere angeht. Die bekannten Charaktere sind Tratnik-mäßig wieder klar zu unterscheiden und werden in der Regel durch Lautstärkeunterschiede, ruhige Gelassenheit oder hektische Betriebsamkeit dargestellt. Aber so gut wie alle „Neulinge“ klingen extrem unangenehm in den Ohren.

Bei der Vertonung von Doutreval hat er sich für einen französischen Akzent entschieden, den er allerdings nicht konsequent durchhält, sondern bei einigen Wörtern auch einfach weglässt. Die Stimmen der Gleamor nerven extrem, weil Tratnik bei ihren Dialogen das „i“ unnötig in die Länge zieht. Wenn er die Superintelligenz ES spricht, dann klingt er im Vergleich zu den anderen Stimmen sehr viel leiser und langsam wie ein Hypnotiseur, dem man die Wörter aus der Nase ziehen muss. Auch das Kugelwesen Harno spricht er in diesem Stil. Leise, langsam und somit anstrengend für den Zuhörer. Bei Major Notami verpasst er fast jedem zweiten Wort am Ende ein sehr nerviges „äh“. Und zu schlechter Letzt hört sich der neue Verbündete von Perry Rhodan, Baar Lun, erst wie ein krächzender alter Zahnarztpatient an, dem noch die Tampons der Behandlung in den Mundecken stecken, später lässt er diesen Effekt immer öfter weg, um dann gegen Ende nur noch hoch zu krächzen. Grad in den Schlusskapiteln der Lesung ist das extrem unangenehm für die Ohren, da Baar Lun zum Erzähler wird.

Wer auch die Lesungen der Heftromane oder der parallel erscheinenden |Silber Edition 74| verfolgt, stellt fest, dass |Perry Rhodan|-Lesungen auch noch eine Spur lebendiger vorgetragen werden können. Wo die Kollegen mehr Stimmung erzeugen, indem sie mehr Schauspiel vor dem Mikro präsentieren, bleibt Tratnik gewohnt ruhig und erinnert im Vergleich zu Tom Jacobs und Co. eher an einen Märchenonkel. Dennoch ist bei Tratnik oftmals die Trennung zwischen Handlungsbeschreibung und wörtlicher Rede klarer zu erkennen als bei den Kollegen, die teilweise beides im gleichen Tonfall interpretieren, was das Hören ein wenig unübersichtlich machen kann.

_Der Sprecher:_

Josef Tratnik ist der Sprecher der „klassischen“ |Silber Edtionen|. Er studierte Theaterwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Köln und absolvierte dort eine Schauspielausbildung am Theater „Der Keller“. Neben der Sprechertätigkeit für Hörfunk und Fernsehen, hauptsächlich bei den Sendern DLF, DW und WDR mit Hörspiel-/ und Feature-Produktionen, ist er freischaffender Schauspieler, Synchronsprecher und Sprecher in Köln. (Quelle: wikipedia)

_Das Fazit:_

Tratnik liefert wie gewohnt eine gute Arbeit ab. Bei seinen Lesungen kann man sicher sein, jedes Mal ein tolles Hörerlebnis zu bekommen. Allerdings hat er sich dieses Mal bei so gut wie allen neuen Charakteren in der Tonkiste vergriffen und strengt die Ohren des Hörers unnötig an. Die Geschichte allerdings ist wieder ein spannendes Abenteuer, das zum Glück für den Hörer ungekürzt nacherzählt wird. Wir hören uns in drei Monaten auf jeden Fall wieder. Hoffentlich mit etwas mehr Rücksicht auf meine Ohren.

Hörprobe: http://www.einsamedien.de/MP3/hoerprobe__se26.mp3

|13 CDs in Papp-Klappbox, einzeln in Papphüllen verpackt
Spieldauer: ca. 16 Stunden
Gelesen von Josef Tratnik
Booklet mit Tracklisting, einem Vorwort von Horst Hoffmann, der Risszeichnung einer Hyperfunk-Relaisstation und den Titelbildern der Hefte Nr. 241 bis 247
Die ausgebreiteten Rückseiten der CD-Hüllen ergeben zusammengesetzt das Cover von Heft 243
ISBN-13: 978-3939648802|
http://www.einsamedien.de
http://perry-rhodan.net

Perry Rhodan – Konzil der Sieben (Silber Edition 74, Teil 4)

Konzil der Sieben (Silber Edition 74):
Teil 1: 216 MB, 3:52 h
Teil 2: 205 MB, 3:40 h
Teil 3: 240 MB, 4:18 h
Teil 4: 238 MB, 4:11 h

Die Handlung:

Es beginnt Anfang des Jahres 3459. Perry Rhodans Gehirn ist in seinen Körper zurückgekehrt, und die Galaxis wartet voller Spannung auf die Konsequenzen, die sich aus dem „Kosmischen Schachspiel“ ergeben könnten. Als dann aber die Sterne erlöschen, kommt alles anders als erhofft. Eine fremde Macht, die Laren, landet im Auftrag des „Konzils der Sieben“ auf der Erde und stellt unmissverständliche Forderungen. Hotrenor-Taak, ihr Sprecher und Anführer, bestimmt Perry Rhodan kurzerhand zum „Ersten Hetran der Milchstraße“. Der Terraner soll im Auftrag des Konzils diktatorisch über die Völker der Galaxis herrschen. Perry Rhodan bleibt nichts anderes übrig, als zum Schein auf die Forderung der Fremden einzugehen und im Untergrund gegen das Konzil der Sieben zu kämpfen. Dabei darf er nicht einmal davor zurückschrecken, zum Schein seinen Freund Atlan zum Tode zu verurteilen – ein Spiel, aus dem tödlicher Ernst wird … (Verlagsinfo für den kompletten Silberband)

Dieser Teil:

Atlan und eine Gruppe von Spezialisten wollen auf dem Erd-Mond bei der Operation „Datakill“ den Speicher von NATHAN löschen, bevor sich die Laren in den Besitz der Daten bringen können. Von den Laren dafür als Verbrecher gejagt und verurteilt, soll Perry Rhodan an ihm die Todesstrafe vollstrecken. Mit Hilfe eines Magiers will Rhodan dabei die Laren austricksen.

Mein Hör-Eindruck:

Nach einem Einleitungssatz, der Titel und Teil der |Silber Edition| nennt, geht es direkt mit Kapitel 24 los. Diesmal wird der Hörer nicht in eine hitzige Diskussion geworfen, sondern bekommt eine Geschichtsstunde rund um NATHAN, den Hauptrechner der Menschheit.

Das ist allerdings auch der einzige Moment, in dem der Hörer etwas Ruhe erfährt. In diesem letzten Teil der |Silber Edition 74| wird sehr viel geschrien. Für meine Ohren absolut zu viel, aber, was bleibt dem Sprecher schon übrig, wenn im Buch steht, dass sich alle anbrüllen und auch die Handlung sehr dramatisch ist? Ein entspanntes Hörerlebnis ist das allerdings nicht, gerade weil oftmals zwischen ruhigen Zwischenteilen und Gebrüll hin- und hergeschaltet wird. Das irritiert den Hörer, der das Hörbuch mit Kopfhörern hört, schon ziemlich.

Der erste neue Sprecher

Tom Jacobs liest gewohnt packend und mitreißend. Grad in diesem dramatischen Schlussteil der |Silber Edition| versteht er es sehr gut, dem Hörer die Spannung ins Ohr zu bringen. Galbraith Deighton fällt wie schon im letzten Teil, etwas störend aus der Reihe, weil Jacobs ihn weiterhin als einzigen Charakter mit Akzent liest.

Ansonsten hat er viel zu schreien in diesem Teil. NATHAN, die Oxtorner, die Laren und eigentlich alle anderen auch, sind immer mal wieder extrem laut zu hören. Selbst Perry Rhodan, der in einer Szene mit seinem Sohn etwas „geduldig erwidert“, wird hier zum Scheihals.

Die Effekte – Der Hintergrund

Der vierte Teil unterscheidet sich natürlich in Sachen Hintergrundgestaltung nicht vom Vorgänger. Hier und da gibt es ein paar Ambientsounds zu hören oder eine leichte Melodie.

Die MP3s – Das Booklet

Diesmal gibt es mit 57 Tracks acht Tracks mehr als vor drei Wochen, dennoch ist dieser letzte Teil der |Silber Edition 74| sieben Minuten kürzer. Die Lesung wird auch als One-Track-Version zum Download angeboten.

Die MP3s liegen wie gehabt in der Qualität 128kbps, 41,1kHz und in Joint Stereo vor. Die ID3-Tags sind sauber gesetzt und jede Datei enthält neben den Angaben zu Titel und Autor auch das Cover der |Silber Edition|, was sich bei MP3-Playern der iPod-Touch-Fraktion immer nett im Display macht.

Da die Aufnahme der |Silber Edition 74| bislang immer störungsfrei präsentiert wurde und nur hier und da das Umblättern des Skripts zu hören ist, fällt direkt auf, dass sich in Track 7 ein Kompressionsartefakt eingeschlichen hat. Das ist allerdings auch die einzige Stelle in den gesamten vier Teilen, an der es geknackt hat.

Schön ist auch, dass der Verlag weiterhin das Cover bei jedem Teil der |Silber Edition| austauscht. Dieses Mal ist die Front von Band 655 „Der letzte Magier“ an der Reihe. Das Bild liegt dem Hörbuch wieder zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

Als Bonus gibt es dieses Mal auch das Booklet, das der CD-Version beiligt als PDF-Datei. Hier gibt es ein Tracklisting, ein Vorwort von Horst Hoffmann, eine Risszeichnung eines Laren-Raumers, eine Zeitleiste und die Cover der in dieser |Silber Edition| enthaltenen Heftromane Nr. 650-655 zu sehen.

Das neue Konzept der Silber Editionen

Die Fans hatten mehr |Silber Editionen| gefordert und wollten nicht immer drei Monate zwischen den Lesungen warten. So rief der Verlag einen neuen Parallel-Zyklus mit zwei neuen Sprechern ins Leben, die alle drei Wochen einen von vier Teilen einer |Silber Edition| vortragen sollten.

Das Konzept ging auf. Nicht nur die wesentlich verkürzte Wartezeit zwischen den Fortsetzungen ist sehr angenehm, auch der erste neue Sprecher, Tom Jacobs, macht einen tollen Job und bringt die spannende Handlung als echtes Kopfkino ins Ohr.

Mein Fazit:

Nach vier Teilen muss ich sagen, dass Jacobs die Vergleiche mit Josef Tratnik absolut nicht zu fürchten hat. Jeder der beiden liefert seine eigene Interpretation der Handlungen und Charaktere ab. Tom Jacobs bietet aber mehr Action und Lebendigkeit vor dem Mikro und reißt den Hörer noch ein wenig mehr mit, als Tratnik das tut.

Und die Idee, eine Silber Edition in vier Teile aufzuspalten und diese dann alle drei Wochen zu servieren, ist bei mir sehr gut angekommen. Das Schöne ist, in drei Wochen geht es direkt weiter … und nicht erst in drei Monaten.

MP3-Download mit ca. 238 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:11 h
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 978-3939648819
www.einsamedien.de
www.perry-rhodan.net

Hinweis: Die MP3-Fassung erschien zeitgleich mit dem letzten Download-Teil am 9. November 2010 auch auf zwei MP3-CDs im Handel.

Félix J. Palma – Die Landkarte der Zeit

Die Handlung:

Andrew hat seine große Liebe verloren und begibt sich auf eine Zeitreise in die Vergangenheit, um sie wiederzugewinnen. Claire langweilt sich im viktorianischen London und verliebt sich in einen Mann aus der Zukunft. Und Inspektor Garrett jagt einen zeitreisenden Mörder … Alle Fäden laufen bei einem dämonischen Bibliothekar zusammen. Denn er kennt das Geheimnis der Landkarte der Zeit. Gibt es die Zeitreisenden wirklich oder ist alles nur Illusion? Kann man Fehler aus der Vergangenheit ungeschehen machen? Und ist die Liebe wirklich stärker als die Zeit?
(Verlagsinfo)

Das Hörerlebnis:

Der Einleitungssatz zum Hörbuch wird von Oliver Rohrbeck gesprochen, was den geneigten „Drei ???“-Fan zum Grinsen bringt und eigentlich nur noch Jens Wawrczek vermissen lässt, damit das Detektiv-Trio aus Rocky Beach komplett ist. Aber allein schon der Erzählstil des Autors lenkt den Hörer sofort in die gewünschten Bahnen.

Die Geschichte spielt in der viktorianischen Zeit, die Sprachwahl des Autors ist entsprechend und Andreas Fröhlich vermittelt beides perfekt. Wenn es die Umstände und die teilweise verschachtelten Sätze verlangen, spricht er ruhig und erklärend. Und wenn die Spannung steigt und die Charaktere aufgeregt sind, gibt Fröhlich auch das glänzend an den Hörer weiter.

Ihm gelingt es, die Charaktere unterschiedlich und wiedererkennbar zu halten, und das ganz ohne laut zu werden oder seine Stimme unnatürlich zu verstellen. Im zweiten der drei Teile spendiert Fröhlich einem Charakter einen ausländischen Akzent, was bei anderen Produktionen von seinen Kollegen auch oft gemacht wird, aber selten gut oder wenigstens glaubhaft. Fröhlichs Interpretation wirkt hier stimmig und belustigend. Eine leichte Modulation der eh schon angenehmen Stimmfarbe reicht bei ihm oft aus, und eine kurze Variation der Sprechgeschwindigkeit und schon weiß der Hörer, wen er vor sich hat. Allein „Salomon“, der Anführer der Roboter, klingt von der Stimmfarbe und der monotonen „Sprachmelodie“ her ein wenig nervig.

Die einzige leichte Irritation ist das teilweise lautstarke Ausatmen durch die Nase, als hätte der Sprecher Polypen oder Schnupfen. In Seufzer-Situationen ist so etwas absolut angebracht, aber wenn es dem Hörer einmal zwischendurch als störend aufgefallen ist, hört er es immer wieder und wartet förmlich auf den nächsten „alte Männer Nasenatmer“.

Das allerdings ist natürlich Pedanterie, denn Fröhlich gibt eine großartige Vorstellung ab, die absolut zu überzeugen weiß.

Absolut zurecht hat der Autor für das Buch im Jahr 2008 den Literaturpreis „Premio Ateneo de Sevilla“ gewonnen. Hier passt einfach alles unglaublich gut zusammen. Die Sprachwahl, das Zeitalter, die Geschichte, die Handlungsfäden, die Spannung, die miteinander verflochtenen Genres, die eine spannende Symbiose eingehen und sich in ihrer Gesamtheit vor H. G. Wells verneigen. Und das nicht nur, weil er selber einen Platz im Roman bekommen hat.

Drei Erzählstränge, viktorianische Liebesgeschichten, eine Zeitmaschine, Jack the Ripper und Morde mit Waffen aus der Zukunft … wer hätte gedacht, dass das alles zusammen in einem Roman funktionieren könnte. Palma beweist, dass es geht.

Der Sprecher:

Andreas Fröhlich von „Die drei ???“ ist einer der bekanntesten und beliebtesten Sprecher. Er ist die feste deutsche Synchronstimme von u. a. John Cusack, Edward Norton, Ethan Hawke sowie Andy „Gollum“ Serkis und hat zahlreiche erfolgreiche Hörbücher wie z. B. die „Eragon“-Trilogie von Christopher Paolini eingelesen. Für „Der Herr der Ringe“ führte er zudem die Synchronregie und schrieb das Dialogbuch. (erweiterte Verlagsinfo)

Die Ausstattung:

Neun CDs in einer Klappdeckelbox. Das klingt schlicht und ist leider auch genau das, was man bekommt. Die CDs sind zwar in Eierschal eingefärbt und damit nicht entsprechend dem Sepia-Thema der Box, aber da sie lediglich mit Titel, Autor- und Sprechername bedruckt sind, bleiben große Teile der Oberfläche scheinbar leer. Eine clevere Idee allerdings ist, die CD-Nummer jeweils an der richtigen Stelle eines aufgedruckten Ziffernblattes darzustellen. Leider ist das Ziffernblatt aber so blass, dass es erst beim näheren Betrachten zu erkennen ist und dann auch so aussieht, als hätte etwas auf die CD abgefärbt.

Auch die Einzelverpackungen der CDs sind an Schlichtheit kaum zu überbieten. Geschützt werden sollen die CDs durch dünne schwarze Papierhüllen mit Sichtfenster, die ihren Inhalt aufbewahren, aber weder schützen noch optisch gefällig präsentieren können.

Das sechsseitige Booklet ist ansprechend gestaltet und in Sepia gehalten. Hier werden die Charaktere der Geschichte nicht nur genannt, sondern auch mit einer zusätzlichen Kurz-Info beschrieben. Zusätzlich gibt es noch Informationen dazu, wie viele Tracks auf den CDs sind und wie lang die Gesamtspieldauer der einzelnen CDs ist. Außerdem liegt noch ein Gesamtverzeichnis des Verlages bei.

Mein Fazit:

Ein toller Genremix zwischen Liebe, klassischem Zukunftsroman und Krimi, der in einer interessanten Zeit spielt, sich passend auszudrücken weiß und von einem der besten deutschen Sprecher perfekt ins Ohr transportiert wird.

Gekürzte Lesung auf 9 Audio-CDs
Gesamtspielzeit: 640 Minuten, aufgeteilt auf 97 Tracks
Originaltitel: El mapa del tiempo (2008)
Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen
ISBN-13: 978-3-8398-1057-6
www.argon-verlag.de

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (4 Stimmen, Durchschnitt: 2,00 von 5)

Döring, Oliver – Don Harris, Psycho-Cop – Drei Gräber in Sibirien (Folge 7) (Hörspiel)

_|Don Harris – Psycho Cop|:_

Folge 1: [„Das dritte Auge“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3907
Folge 2: [„Der Club der Höllensöhne“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3922
Folge 3: [„Das schwarze Amulett“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6690
Folge 4: „Das Erbe der Wächter“
Folge 5: [„Das Killer-Kommando“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6701
Folge 6: [„Das Glastonbury-Rätsel“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6709
Folge 7: [„Drei Gräber in Sibirien“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6711
Folge 8: „Triaden-Terror“ (erscheint am 10.12.2010)

_Story:_

Alan Bancroft gehört zu den wichtigsten Personen im medialen Nachrichtendienst und ist auch für den MI6 und die ESI tätig. Als er auf einer weiteren Erkundungstour in der sibirischen Steppe die Spuren von Grigori Rasputin verfolgt, verliert sich jedoch plötzlich seine Spur. Harris wird vom ESI auf den Fall angesetzt und reist auf einigen Umwegen nach Russland, um die Ereignisse aufzuklären. Gemeinsam mit seiner russischen Kollegin Larissa Chamova untersucht er Bancrofts letzten Standort und stößt schließlich auf die Hinterlassenschaften einer wohlbekannten Organisation: Die Höllensöhne! Harris‘ und Chamovas Weg führt schließlich in ein Kloster, in dem sie einen unglaublichen Fund machen – und Leute aufspüren, die bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet wurden, aber trotz allem Leben …

_Sprecher:_

Erzähler – Douglas Welbat
Don Harris – Dietmar Wunder
Elektra – Claudia Urbschat-Mingues
Jack O’Donnell – Bernd Rumpf
Michael Dorian – Torsten Michaelis
Larissa Chamova – Marion von Stengel
Andreij Lukow – Engelbert von Nordhausen
Kolja – Viktor Neumann
Stevens – Martin Kessler
Lewis – Rainer Fritzsche
Serkow – Jan Spitzer
Deven Parker – Tobias Kluckert

Buch: Gerry Streberg und Oliver Döring
Regie: Oliver Döring
Sounddesign & Schnitt:ear2brain productions
Produktion: WortArt / AS Hörspiel GmbH
Realisation: Pe Simon
Illustration: Vladimir Bondar
Artworkgestaltung: Friedemann Weise
Product Management: dp

_Persönlicher Eindruck:_

Für die verschworene „Don Harris“-Gemeinschaft bedeutet das Release der siebten Hörspiel-Episode gleichzeitig auch eine enorme Erleichterung. Denn immerhin hat man länger als ein Jahr warten müssen, bis die Reihe um den Psycho-Cop fortgeführt werden konnte, wohingegen Dörings zweites, sicher auch erfolgreicheres Steckenpferd „John Sinclair“ nicht nur aufgrund seines Jubiläums noch einmal richtig Gas gegeben hat. Rückblickend darf man diese Wartezeit jedoch auch gewissermaßen positiv verbuchen. Mit „Drei Gräber in Sibirien“ folgt nämlich eines der bislang meist überzeugendsten Hörspiele im Kampf gegen die Höllensöhne – und wie schon in der letzten Geschichte ein Plot, der mit hohem Tempo und interessanter Story voll und ganz für sich alleine stehen kann.

Dennoch überrascht es zunächst mal, dass Oliver Döring sein Publikum wieder zu den Höllensöhnen zurückführt, nachdem er in „Das Glastonbury-Rätsel“ mit dem ‚Schwert Zions‘ eine weitere Organisation aus der Taufe gehoben hat, deren Kompromisslosigkeit bzw. deren noch rätselhafteres Auftreten definitiv Stoff für weitere Kapitel ermöglicht hätte. Der Überraschungseffekt ist vergleichbar groß, zumal der Regisseur sich einmal mehr das Recht heraus nimmt, etwas weiter auszuholen und noch einmal einen völlig eigenständigen Plot herauszukramen, bei dem bekannte Elemente aus den vorherigen Geschichten mit einer brandneuen, wiederum sehr erfrischenden Story vermischt werden. Die Reise nach Russland basiert auf dem Rasputin-Mythos wird mit Zutaten einer klassischen Harris-Agentenstory gekoppelt, windet sich dann wieder in einige Action-Sequenzen, die sich jedoch nicht mit dem eigentlichen Inhalt überwerfen. Das rasche Tempo und der tatsächliche Fortschritt der Handlung halten sich die Waage und reisen Schritt für Schritt voraus, während Döring dem Ganzen mit einigen überzeugenden Wendungen und einem wahrhaftig glaubwürdigen Background die entsprechende Würze verpasst. Selbst das Finale, in manchen „Don Harris“-Hörspielen eher einer der Kritikpunkte, wird souverän gemeistert, lässt sich aber für die weiterführenden Folgen noch einige kleine Hintertürchen offen, Charaktere und Schauplätze ein zweites Mal zu verwenden.

Insofern ist „Don Harris“ nach der längeren – im Hinblick auf die ursprünglich vorliegende Romanserie eher zufälligen Pause genau das gelungen, was man schon schwerpunktmäßig angestrebt, aber nicht immer im uneingeschränkt gefälligen Maße hat meistern können: Nämlich einen Cliffhanger zu schaffen, der unheimlich viel Spielraum lässt, andererseits aber auch Klarheit schafft, um die hiesige Episode ‚Rund‘ zu bekommen. Das macht „Drei Gräber in Sibirien“ nicht nur zu einer wertvollen Folge im Kontext der ganzen Serie, sondern auch zu einem starken Single-Hörspiel. Denn, und das sei auch erwähnt: Wer erst einmal in die Fälle des Psycho-Cops hineinschnuppern möchte, bekommt mit der aktuellsten Ausgabe ein sehr interessantes Einzelstück vorgesetzt, das den Kern der Serie zusammenfasst, aber auch keine weiteren Voraussetzungen anfordert. So oder so also: Absolut lohnenswert und womöglich das Highlight im bisherigen Zyklus!

|Audio-CD mit 59 Minuten Spieldauer
Empfohlen ab 12 Jahren
ISBN-13: 978-3-8291-2372-3|
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de
[www.folgenreich.de/donharris]http://www.folgenreich.de/donharris

Döring, Oliver – Don Harris, Psycho-Cop – Das Killer-Kommando (Folge 5) (Hörspiel)

_|Don Harris – Psycho Cop|:_

Folge 1: [„Das dritte Auge“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3907
Folge 2: [„Der Club der Höllensöhne“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3922
Folge 3: [„Das schwarze Amulett“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6690
Folge 4: „Das Erbe der Wächter“
Folge 5: [„Das Killer-Kommando“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6701
Folge 6: [„Das Glastonbury-Rätsel“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6709
Folge 7: [„Drei Gräber in Sibirien“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6711
Folge 8: „Triaden-Terror“ (erscheint am 10.12.2010)

_Story:_

Die Luft für Elektra und Harris wird im Zuge der jüngsten Intrigen immer dünner; vor allem Elektra wird zur Zielscheibe der Höllensöhne, die ein Killer-Kommando ausgesandt haben, um die offenkundig unsterbliche Partnerin des Psycho-Cops endgültig unschädlich zu machen. Doch Harris ahnt das bevorstehende Attentat bereits im Vorfeld und überrumpelt den ausgesandten Killer. Doch die Höllensöhne, die durch den Fund des Amuletts mehr denn je um ihre Existenz fürchten, setzen nach und schicken ihre Häscher nach Glastonbury, wo Harris mit dem Vollzug der Bestattung seines Vaters zu sein scheint. Glastonbury scheint sicher – doch die Höllensöhne fühlen sich bereits jetzt gezwungen, alles auf eine Karte zu setzen, und lasse nichts unversucht …

_Sprecher:_

Erzähler – Douglas Welbat
Don Harris – Dietmar Wunder
Elektra – Claudia Urbschat-Mingues
Jack O’Donnell – Bernd Rumpf
Terry Sheridan – Gerrit Schmidt-Foß
Pablo – Björn Schalla
Terence Kyle – F.-G. Beckhaus
Ethan Sloane – Jörg Döring
Frank – Matthias Haase
George – Bernd Vollbrecht
Marty – Nicolas Böll

Buch und Regie:: Oliver Döring
Produktion: Alex Stelkens
Realisation: Pe Simons
Illustration: Vladimir Bondar
Grafik: Friedemann Weise
Product Management: dp

_Persönlicher Eindruck:_

Tempo, Spannung, leider aber auch ein rasanter Anstieg der handlungseigenen Brutalität – die fünfte Episode der „Don Harris“-Hörspielserie entlarvt typische Elemente nebst einer erschreckenden Wendung, was den inhaltlichen Härtegrad betrifft. Zwar ist man gewohnt, dass die Akteure auf dem schmalen Grat zwischen Leben und Tod wandern, doch die Erpressungsmethoden bzw. deren auditive Umsetzung haben in manchen Szenen nicht meehr wirklich jugendfreies Niveau. Die Szene, in der Harris beispielsweise seinem Jäger Ethan Sloane die Informationen mit den Fäusten herausprügelt, ist definitiv grenzwertig und nähert sich dem Niveau von Reihen wie „Caine“ an – wobei dies nun nichts Qualitatives aussagt, aber eben den Umstand beschreibt, dass diesbezüglich eine spürbare Entwicklung zu verzeichnen ist.

Inhaltlich hingegen setzt der Plot genau dort an, wo „Das Erbe der Wächter“ nach einem kurzen Einschnitt endete. Die Story wird konsequent ausgedehnt, in diesem Falle aber nicht weiter vertieft. Stattdessen konzentriert sich die fünfte Episode vorläufig darauf, einzig und alleine die Jagd der Höllensöhne aufzuarbeiten und die Erzählgeschwindigkeit auch vorwiegend darauf auszurichten. Gleich mehrmals kommt es zu einigen actiongeladenen Begegnungen, und während Harris und Elektra in erster Linie darauf bedacht sind, die Flucht nach vorne anzutreten, entwickeln sich im Club des bösartigen Ordens neue Pläne zur endgültigen Vernichtung der neuen Besitzer des Amuletts.

Insgesamt ist die Story diesmal allerdings arg vorhersehbar, was sich auch auf den Spannungsaufbau auswirkt. Zwar wechseln die Standorte und Szenen mit erhöhter Taktung, aber in vielen Sequenzen kündigt sich bereits an, in welche Richtung die Handlung pendeln wird, was vor allem in der ersten Hälfte von „Das Killer-Kommando“ zu einer minimalen Reduktion des Unterhaltungswerts führt. Gott sei Dank gelingt es Döring wenigstens, das Tempo auf einem konstanten Level zu halten und somit über Umwege auch für die kleinen Durststrecken zu entschädigen. Doch insgeheim wünscht man sich an dieser Stelle wieder etwas mehr Mystik als Ausgleich zum bisweilen hektischen Vorgehen in dieser fünften Episode.

Meckern will man letzten Endes aber nicht, weil „Don Harris“ auch mit „Das Killer-Kommando“ einen gewissen Standard hält und als Interludium zwischen zwei besseren Folgen ebenfalls funktioniert. Jede Serie hat eben auch mal einen Moment, der nicht ganz so herausragend ist wie das Gros der anderen Episoden. Und diesen Punkt hat „Don Harris“ an dieser Stelle erreicht – ohne dass deswegen die Empfehlung ausbliebe!.

|Audio-CD mit 55 Minuten Spieldauer
Empfohlen ab 12 Jahren
ISBN-13: 978-3-8291-2257-3|
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de
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Döring, Oliver – Don Harris, Psycho-Cop – Das Glastonbury-Rätsel (Folge 6) (Hörspiel)

_|Don Harris – Psycho Cop|:_

Folge 1: [„Das dritte Auge“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3907
Folge 2: [„Der Club der Höllensöhne“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3922
Folge 3: [„Das schwarze Amulett“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6690
Folge 4: „Das Erbe der Wächter“
Folge 5: [„Das Killer-Kommando“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6701
Folge 6: [„Das Glastonbury-Rätsel“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6709
Folge 7: [„Drei Gräber in Sibirien“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6711
Folge 8: „Triaden-Terror“ (erscheint am 10.12.2010)

_Story:_

Bei der ESI geht ein verzweifelter Hilferuf aus Ägypten ein, dessen Spur direkt nach Glastonbury führt. Ein unbekannter Bewohner des britischen Städtchens hat die Entschlüsselung eines offenbar sehr wertvollen antiken Dokuments angeordnet, seine drei Informanten vor Ort jedoch an eine geheime Organisation verloren, die das Trio kurzerhand ermordet hat. Aber auch die Kontaktperson der ESI findet noch während der Übermittlung weitere Informationen einen raschen Tod und stellt den Geheimdienst vor ein großes Rätsel.

Harris und Elektra nehmen sich der Sache an und begeben sich auf die Suche nach jenem rätselhaften Schriftstück – und staunen nicht schlecht, als sie in Erfahrung bringen, dass es sich hierbei um eine Abschrift handelt, die mehr über die tatsächliche Identität Jesu Christi preisgibt. Ein Missbrauch wäre für die ESI der Supergau, doch allem Anschein nach sind es dieses Mal nicht die Höllensöhne, die den beiden Agenten das Leben schwer maachen. Eine Organisation namens „Schwert des Zion“ jagt nach dem Dokument und agiert hierbei noch skrupelloser als Harris‘ bisheriger Erzfeind …

_Sprecher:_

Erzähler – Douglas Welbat
Don Harris – Dietmar Wunder
Elektra – Claudia Urbschat-Mingues
Jack O’Donnell – Bernd Rumpf
Terry Sheridan – Gerrit Schmidt-Foss
Ahmet Corelli – Philipp MoogAnwer Corelli – Reiner Schöne
Ethan Sloane – Jörg Döring
Hassan Hurst – Bodo Wolf
Alan Bradley – Thomas Vogt
Chaim – Roland Hemmo
Chef – Jürgen Kluckert
Geist – Raimund Krone
Hotelier – Ingolf Gorges

Buch und Regie: Oliver Döring
Produktion: Alex Stelkens
Realisation: Pe Simon
Illustration: Vladimir Bondar
Grafik: Friedemann Weise
Product Management: dp

_Persönlicher Eindruck:_

Auf den jüngsten kreativen Stillstand in der Mystery-Action-Reihe um den Psycho-Cop folgt in „Das Glastonbury-Rätsel“ wieder eine enorme Tempoverschärfung, die nicht nur eine enorme Wendung in den Plot bringt, sondern ein völlig neues Kapitel in der inzwischen in einer kleinen Sackgasse gelandeten Handlung. Eine neue Organisation mischt sich in die Story und stellt die bisherigen Stränge gewaltig auf den Kopf – und bevor man sich schließlich versieht, hat „Don Harris“ wieder jenes Niveau erreicht, welches in der vorherigen Folge aufgrund der sehr deutlichen Action-Tendenzen ein wenig abhandengekommen war.

Dabei spart auch „Das Glastonbury-Rätsel“ nicht mit Action und teils sehr rasanten Wendungen. Die Geschichte startet quasi im Nichts, mündet dann jedoch relativ früh in einer sehr erfrischenden Inszenierung mit einigen neuen Charakteren und eröffnet letztlich einen Fall, der durchaus wieder das Potenzial hat, gleich mehrere Kapitel abzudecken, gleichermaßen aber auch einige Flashbacks zum bisher Geschehenen zu erlauben. Insofern nimmt die sechste Episode sicherlich eine vorzeitige Schlüsselrolle innerhalb der Serie ein, da sie gewissermaßen einen Neustart ermöglicht, der jedoch in weiten Zügen auf der Basis dessen beruht, was sich in den bis dato veröffentlichten Hörspielen ereignet hat.

Die Story ist unterdessen ein echter Schmaus, mal wieder mit einer hohen Erzählgeschwindigkeit staffiert, aber auch wieder von einer angenehmen inhaltlichen Tiefe, deren religiöser Background eine neue Facette im übergreifenden Plot öffnet. Zwar trifft man hier oftmals auf relativ bekannte Quertendenzen, doch im Hinblick auf den historischen Ursprung der Serie geht dies völlig in Ordnung. Denn im Prinzip war es ja Harris, der mit mancherlei Idee zuerst dort war – und dementsprechend erfrischend ist auch der Transfer von Themen und Theorien, die sich um die Handlung in „Das Glastonbury-Rätsel“ ranken.

Schade ist lediglich, dass man das Ganze nicht ähnlich effektreich über die Ziellinie bringt. Die plötzliche Auflösung der Ereignisse folgt relativ abrupt und verschenkt ein bisschen von dem, was sich die Story bis hierhin in eleganten Schritten erarbeitet hat. Doch immerhin zählt hier die klare Steigerung gegenüber dem Vorgänger, sowohl in der Inszenierung als auch im Bereich des Plots, der sich wieder vielschichtiger gestaltet.
Die übrigen Faktoren sind schließlich gewohntermaßen stark: Bombastische Effekte sind ein gängiger Standard, fantastisch aufgelegte Sprecher – Harris-Mime Dietmar Wunder tritt so überzeugend wie nie zuvor auf – die erwartete Ergänzung. Und da dieses Mal auch die Story wieder durchweg überzeugt, mag man den minimalen Durchhänger aus „Das Killer-Kommando“ auch ganz flott wieder vergessen. Gott bzw. in diesem Fall Oliver Döring sei Dank!

|Audio-CD mit 59 Minuten Spieldauer
Empfohlen ab 12 Jahren
ISBN-13: 978-3-8291-2258-0|
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de
[www.folgenreich.de/donharris]http://www.folgenreich.de/donharris

Döring, Oliver / Dark, Jason – Don Harris, Psycho-Cop – Das schwarze Amulett (Folge 3) (Hörspiel)

_|Don Harris – Psycho Cop|:_

Folge 1: [„Das dritte Auge“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3907
Folge 2: [„Der Club der Höllensöhne“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3922
Folge 3: [„Das schwarze Amulett“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6690
Folge 4: „Das Erbe der Wächter“
Folge 5: [„Das Killer-Kommando“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6701
Folge 6: [„Das Glastonbury-Rätsel“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6709
Folge 7: [„Drei Gräber in Sibirien“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6711
Folge 8: „Triaden-Terror“ (erscheint am 10.12.2010)

_Story_

Immer noch ist Don Harris mit sich und seiner Vergangenheit nicht im Reinen und kann sich auch keinen Reim darauf machen, wer und was genau hinter seiner Person steckt. Als er in einer Vision einen Aufruf Elektras empfängt, verschlägt es den ESI-Agenten nach Barcelona. Doch Harris ist gewarnt, da die Ermittlungsergebnisse des Geheimdienstes viele brisante Fakten beinhalten, die er vor seiner Abreise komplett zerstört.

In Barcelona angekommen, wartet bereits ein Empfangskomitee, das Prinz Ali Ben Racman für den Agenten zusammengestellt hat – und welches Harris offenkundig an die Wäsche will. Unter der Leitung Azucenas setzt die Truppe den Reisenden gehörig unter Druck und lässt auch Elektra keine Ruhe. Erst als die beiden aufeinandertreffen und Elektra die Lücken der Vergangenheit schließen kann, scheint Harris endlich aus seinem persönlichen Dilemma entrinnen zu können. Doch mit der neuen Verantwortung und der völlig veränderten Situation beginnt für den ESI-Cop erst recht ein neues Leben – ein Leben, dessen enorme Tragweite er bis dato noch nicht einmal erahnen konnte …

_Sprecher:_

Erzähler – Douglas Welbat
Don Harris – Dietmar Wunder
Elektra – Claudia Urbschat-Mingues
Mac ‚Silver‘ Sterling – Frank Glaubrecht
Azucena – Katrin Fröhlich
Alain Berger – Oliver Feld
Jack O’Donnell – Bernd Rumpf
Fahrer – Martin Kessler
Suleika – Berenice Weichert
Pablo – Björn Schalla
Rosita – Elisabeth Günther
Ali Ben Rachman – Jörg Hengstler
Jakeem – Dennis Schmidt-Foss
Anfüher – Lutz Mackensy
Ziegler – Kaspar Eichel

Buch und Regie: Oliver Döring
Produktions: Alex Stelkens
Realisation: Pe Simon
Illustration: Vladimir Bondar
Grafik: Friedemann Weise
Product Management: dp

_Persönlicher Eindruck:_

In der dritten Episode der „Don Harris“-Hörspielserie sorgen die Macher des actionreichen Mystery-Plots langsam aber sicher für Klarheit. Die ziemlich breit ausgelegte Einleitung ist abgeschlossen, die nennenswerten Akteure längst Teil der Geschichte und Letztgenannte insoweit durchsichtig, als dass die eigentliche Erzählung mit all ihren Nebensträngen für einige Fortschritte endgültig bereit ist. Allerdings muss man in diesem Zusammenhang auch bedenken, dass die ersten beiden Episoden die Zusammenfassung des Debütromans waren und somit als gekoppelter Einstieg betrachtet werden mussten. Daher folgt eine Forcierung des Erzähltempos wohl auch erst jetzt.

Döring lässt sich dementsprechend auch nicht lange bitten und schickt seinen Helden auf Reisen und ein vorerst letztes Mal in die finsteren Verliese seiner persönlichen Vergangenheit. Harris erfährt einige enorm wichtige Details über seine Eltern und deren Beziehung zu Elektra. Doch je mehr der Protagonist in Erfahrung bringt, desto gefährlicher werden die Begleitumstände seiner Reise. Neue Feinde, neue Geheimnisse und dazu jenes Amulett, welches den Kern der Handlung darstellt, und um das herum die Story schleppend aber mit gesteigerter Intensität aufgebaut wird – es tut sich etwas im „Don Harris“-Audiokosmos!

Parallel hierzu finden sich auch die Sprecher immer besser in ihren Rollen zurecht. Harris selber agiert schon als bestens vertrauter Hauptakteur, ebenso Elektra, deren steter Wechsel zwischen emotionaler Berichterstattung und nüchterner Interaktion von Claudia Urbschat-Mingues prima interpretiert wird. Und auch ‚Geisterjäger‘ Frank Glaubrecht, an dessen zweite Rolle man sich hier erst einmal gewöhnen muss, leistet in seinen kurzen Auftritten mal wieder Applaudierenswertes und steht seinem Kollegen Douglas Welbat in Situationen, in denen er ein wenig übermotiviert wird, immer als Ausgleich zur Seite. Man hat schließlich den Eindruck, dass die Mannschaft final integriert ist und ihr der Plot in Fleisch und Blut übergegangen ist, so dass auch hier die letzten kritischen Bemerkungen ausbleiben dürfen.

Inhaltlich entwickelt das Ganze derweil einen „Sinclair“ vergleichbaren Charme, wenngleich Dörings legendäre Parallel-Inszenierung noch ein Stück weit bombastischer aufgebaut ist, gerade was die klangliche Untermalung mit Sounds und Effekten anbetrifft. Zwar hat auch „Das schwarze Amulett“ diesbezüglich einige nette Sequenzen, allerdings wird die Story selten mit Nebengeschichten aufgebläht oder in einem Maß vollgepumpt, das von der Erzählung ablenken würde. Recht so! Dass der Plot unterdessen gerade im Sinne der modernen Fantasy-Unterhaltung einige hölzerne Fragmente aufweist, macht die Sache schließlich noch ein ganzes Stück sympathischer. Man darf eben auch nie vergessen, dass der Ursprung von „Don Harris“ bereits drei Dekaden zurückliegt, und diese Basis einzufangen, die Story aber dennoch passend in die Jetztzeit zu bringen, ist eine Kunst, die Döring im dritten Teil seiner Serie besser denn je hinbekommen hat. Und sie erfährt in „Das schwarze Amulett“ nun auch endlich die entsprechende Wertschätzung. Von nun an ist „Don Harris“ nämlich ebenfalls eine Hausnummer im Folgenreich-Katalog!

|Audio-CD mit 60 Minuten Spieldauer
Empfohlen ab 12 Jahren
ISBN-13: 978-3-8291-2255-9|
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de
[www.folgenreich.de/donharris]http://www.folgenreich.de/donharris

Perry Rhodan – Konzil der Sieben (Silber Edition 74, Teil 3)

_|Konzil der Sieben (Silber Edition 74)|:_

[Teil 1: 216 MB, 3:52 h]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6560
[Teil 2: 205 MB, 3:40 h]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6614
_Teil 3: 240 MB, 4:18 h_
Teil 4: – erscheint am 9. November 2010 –

_Die Handlung:_

Es beginnt Anfang des Jahres 3459. Perry Rhodans Gehirn ist in seinen Körper zurückgekehrt, und die Galaxis wartet voller Spannung auf die Konsequenzen, die sich aus dem „Kosmischen Schachspiel“ ergeben könnten. Als dann aber die Sterne erlöschen, kommt alles anders als erhofft.

Eine fremde Macht, die Laren, landet im Auftrag des „Konzils der Sieben“ auf der Erde und stellt unmissverständliche Forderungen. Hotrenor-Taak, ihr Sprecher und Anführer, bestimmt Perry Rhodan kurzerhand zum „Ersten Hetran der Milchstraße“. Der Terraner soll im Auftrag des Konzils diktatorisch über die Völker der Galaxis herrschen.

Perry Rhodan bleibt nichts anderes übrig, als zum Schein auf die Forderung der Fremden einzugehen und im Untergrund gegen das Konzil der Sieben zu kämpfen. Dabei darf er nicht einmal davor zurückschrecken, zum Schein seinen Freund Atlan zum Tode zu verurteilen – ein Spiel, aus dem tödlicher Ernst wird … (Verlagsinfo für den kompletten Silberband)

|Dieser Teil:|

Nachdem sich Perry Rhodan einen Überblick über die aktuelle Lage in der Milchstraße verschafft hat, fingiert er mit Hilfe der Rebellen seine „Befreiung“ aus seiner „Gefangenschaft“ und kehrt zurück in den Einzugsbereich des Konzils. Die Laren glauben ihm die Geschichte und bringen ihn wieder zurück in die Milchstraße, wo er von ihnen zum Ersten Hetran der Milchstraße ernannt wird. Was das bedeutet, ist den meisten nicht klar. Auch Rhodan verhält sich abwartend. Als Rhodan und Atlan sich darüber streiten, ob die Speicher von NATHAN, dem lunaren Großrechner und Hauptrechner der Menschheit, vorsorglich gelöscht werden sollten, startet Atlan das Unternehmen „Datakill“. Das ist dann auch der Cliffhanger zum letzten Teil.

_Mein Hör-Eindruck:_

Nach einem Einleitungssatz, der Titel und Teil der |Silber Edition| angibt, geht es direkt mit Kapitel 15 los. Und wieder findet sich der Hörer in einer Diskussion wieder, wie schon vor drei Wochen. Auch auch hier stellt sich der gleiche Effekt ein: Der Hörer ist schnell wieder „im Thema“ und kann der Handlung problemlos folgen.

Die letzte Teil-Lesung hörte mit dem ersten enttarnten HI, dem Hetos-Inspektor und Spion des Konzils, auf, und mit diesem Thema geht es hier auch direkt weiter, sodass der Einstieg in diesen dritten Teil nicht schwerfällt.

|Der erste neue Sprecher|

Tom Jacobs liest auch diesen Teil wie erwartet überzeugend. Wenn es spannend wird, nimmt er Fahrt auf, und wenn es die Geschichte erfordert, liest er langsamer. Allerdings fällt störend auf, dass er Galbraith Deighton, der den Angriff der Solaren Abwehr und des Mutantenkorps gegen die Hetos-Inspekteure leitet, mit einem amerikanischen Nuschelakzent liest. Dieser fügt sich so nicht wirklich gut zu den anderen von ihm in Szene gesetzten Charakteren. Das fällt in diesem Teil der Lesung stärker auf als beim letzten Mal, da Deighton mehr „Sprechzeit“ bekommt.

Auch der Mutant Merkosh klingt ein wenig seltsam. Seine Stimme erinnerte mich spontan an alte Schwarz-Weiß-Filme, in denen als Frauen auftretende Männer versuchen, eine „Frauenstimme“ zu imitieren. Und wo ich grad bei „Frauen“ bin: Der Egosektor der Schiffspositronik der VISION, „Angel“, soll erotisch klingen. Entweder ist Tom Jacobs bei dieser Aufgabe unwohl oder ihm liegen strenge und autoritäre Charaktere einfach mehr.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Auch der dritte Teil unterscheidet sich in Sachen Hintergrundgestaltung nicht vom Vorgänger. Hier und da gibt es ein paar Ambientsounds zu hören oder eine leichte Melodie.

Da ich davon ausgehe, dass die |Silber Edition 74| schon komplett produziert auf die Verteilung wartet, würde ich mir bei der Untermalung für die folgende |Silber Edition| ein wenig mehr Mut zum Abmischen wünschen.

|Die MP3s|

Mit 49 Tracks gibt es diesmal nicht nur 35 MB mehr zum Downloaden als vor drei Wochen, auch ist diese Teil-Lesung um 20 Minuten länger als die vorherige und somit die längste der bisher veröffentlichten Teile. Die Lesung wird auch als One-Track-Version zum Download angeboten.

Die MP3s liegen wie gehabt in der Qualität 128kbps, 41,1kHz und in Joint Stereo vor. Die ID3-Tags sind sauber gesetzt und jede Datei enthält neben den Angaben zu Titel und Autor auch das Cover der |Silber Edition|, was sich bei MP3-Playern der iPod-Touch-Fraktion immer nett im Display macht.

Schön ist auch, dass der Verlag weiterhin das Cover bei jedem Teil der |Silber Edition| austauscht. Dieses Mal ist die Front von Band 653 „Der Terraner und der Rebell“ an der Reihe. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

_Mein Fazit:_

Der Versuch, eine |Silber Edition| zu zerstückeln und in vier Teilen zu veröffentlichen, scheint zu funktionieren. Die einzelnen Teile gehören zwar zu einem Ganzen, lassen sich aber auch gut in Drei-Wochen-Häppchen konsumieren. Schließlich ist eine |Silber Edition| ja auch „nur“ ein Sammelband von einzelnen Heften. Der große Vorteil an der Idee ist ganz klar die verkürzte Wartezeit zwischen den Teilen. Jetzt gibt es alle drei Wochen etwas zu hören und nicht erst alle zwölf.

Eine etwa 7,5 Minuten lange Hörprobe bietet der Verlag [hier]http://www.einsamedien.de/MP3/hoerprobe__se74.mp3 an.

|MP3-Download mit ca. 240 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:18 h
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 978-3939648819|
[perry-rhodan-shop.de]https://perry-rhodan-shop.de
[perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

Hinweis: Die MP3-Fassung erscheint im November auch auf 2 CDs im Handel.

Koser, Michael – Professor van Dusen 4: Der Mann, der seinen Kopf verlor (Hörspiel)

_Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen:_

Folge 1: [„Eine Unze Radium“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6717
Folge 2: [„Das sicherste Gefängnis der Welt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6672
Folge 3: [„Mord bei Gaslicht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6718
Folge 4: [„Der Mann, der seinen Kopf verlor“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6685

_Story:_

Eigentlich hatte Professor van Dusen sich dazu entschieden, seine Forschungen weiterzutreiben und sein Genie der Wissenschaft zu widmen. Doch als ein völlig zerstreuter Mann sein Büro aufsucht und ihm berichtet, dass und wie er sein Gedächtnis verloren hat, bleibt dem dreifachen Doktor keine andere Wahl, als sich des Fremden anzunehmen. Van Dusens erste Studien führen schnell zu einem groben Profil desjenigen Mannes, der sein ungebetener Gast gewesen sein muss. Doch einige überraschende Unbekannte tauchen aus dem Nichts auf und bestätigen, den Mann, der sich vorübergehend Jonathan Henry nennt, zu kennen. Viel merkwürdiger erscheint die Sache jedoch erst, als ein zwielichtiges Bankgeschäft auf den Plan kommt, in welches der Fremde scheinbar in irgendeiner Form verwickelt ist. Aber Henry alias Mr. X kann den Hobby-Ermittlern van Dusen und Hatch keine Antwort mehr liefern. Als sich die zeitweiligen Kriminologen nämlich zu einem Fazit durchringen wollen, wird der gute Herr auf offener Straße erschossen.

_Persönlicher Eindruck:_

Van Dusen ist ein absoluter Tausendsassa und in dieser Funktion seinem offenkundigen Vorbild aus der Baker Street in vielerlei Hinsicht auch sehr ähnlich. Einen deutlicher fokussierten Beweis als in der vierten Hörspiel-Episode „Der Mann, der seinen Kopf verlor“, bedarf es hierzu jedenfalls nicht mehr. Allerdings zeigt das letzte Stück aus der ersten (und hoffentlich bald noch ausgebauten) Edition der Re-Releases auch ein Dilemma, welches den Grundcharakter der Debüt-Geschichten des Professors begleitet, später aber von Initiator Michael Koser geändert werden sollte – nämlich dass ihm die jeweiligen Fälle regelrecht apportiert werden. Doch das soll in der aktuellen Folge noch sehr angenehm ins Gewicht fallen.

„Der Mann, der seinen Kopf verlor“ ist nämlich eine brillante Inszenierung, mitunter hektisch, dies wiederum aber auch bewusst, vor allem in den aufklärenden Schlusssequenzen, in denen der holmesmäßig agierende Hauptakteur und Titelheld mal wieder mit einem wunderbaren Monolog zu glänzen weiß. Bis hierhin überschlagen sich jedoch regelrecht die Ereignisse. Die Identität des eigenartigen Mannes wechselt von Kapitel zu Kapitel, unzählige Fährten werden ausgelegt, Spekulationen aufgerufen, um sofort wieder verworfen zu werden, und als schließlich auch noch einige Nebendarsteller in die Handlung drängen, ist das Verwirrspiel komplett. Die Interaktion ist derweil fantastisch aufbereitet; der Professor und sein Begleiter Hutchinson Hatch mutmaßen und pflügen in der möglichen Vergangenheit des Fremden herum, zitieren Offensichtliches und weniger Konventionelles, wechseln das Thema im Minutentakt und kommen irgendwie doch auf keinen greifbaren Nenner. Und dennoch nimmt die an sich recht schlichte Geschichte ein ungeheures Tempo auf, konzentriert sich dabei nahezu permanent auf eine und dieselbe Räumlichkeit und spielt ständig mit Optionen und Möglichkeiten, deren Spannungsgehalt sich daraus aufbaut, dass man gar nicht so recht einschätzen kann, wozu der Professor und sein Sidekick als Nächstes greifen werden.

Mit der Auflösung des Falles folgt allerdings auch eine minimale Ernüchterung, die darin begründet ist, dass man vorab gar keine Chance hatte, den Hobbyschnüfflern ein guter Begleiter zu sein und selbst die Lösung auf den Tisch zu bringen. Doch auch dies relativiert sich sehr schnell, da die Inszenierung als solche einfach keine spitzfindigen Kritiken zulassen kann und das kriminalistische Lustspiel sich am Ende als ein einziger Höhepunkt darstellt – bewusstes Chaos inbegriffen.

Als Schmankerl obendrein wird auch die vierte Episode durch einen kurzen Interview-Ausschnitt ergänzt, bei dem Autor und Protagonist kurz zu Wort kommen und die Entwicklung der Serie kommentieren. Auch das macht Sinn, da sie noch einmal eine völlig neue Perspektive auf die komplette Reihe eröffnen und vor allem einige Grundgedanken einer absolut frischen Interpretation zuordnen. Zum Schluss bleibt daher auch nichts anderes, als zu applaudieren und dem Verlag einen Dank auszusprechen, dass „Van Dusen“ nun auch endlich für jedermann zugänglich gemacht wird. Hörspiel-Geschichten wie „Der Mann, der seinen Kopf verlor“ sind nämlich nicht bloß Insider-Kulturgut, sondern vor allem auch kriminalistisches Entertainment auf Top-Niveau!

|Audio-CD
Spieldauer: 63 Minuten
ISBN-13: 978-3-8291-2401-0|
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de

Koser, Michael – Professor van Dusen 2: Das sicherste Gefängnis der Welt (Hörspiel)

_Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen:_

Folge 1: [„Eine Unze Radium“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6717
Folge 2: [„Das sicherste Gefängnis der Welt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6672
Folge 3: [„Mord bei Gaslicht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6718
Folge 4: [„Der Mann, der seinen Kopf verlor“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6685

_Story:_

Professor van Dusen, „die Denkmaschine“ genannt, ist sich sicher: Nicht ist unmöglich! Im erlauchten Kreise behauptet er somit bei einer Flasche Champagner, dass er selbst aus dem sichersten Gefängnis der Welt binnen einer Woche ausbrechen kann. Gefängnisdirektor Ransome, selber in der Runde zugegen, findet diese Aussage unglaublich und lässt ich gemeinsam mit den übrigen Gästen auf eine Wette ein: Van Dusen hat unter verschärften Bedingungen genau diese eine Woche Zeit, der Todeszelle mit der berüchtigten Nr. 13 zu entfliehen. Ansonsten soll er die Konsequenzen für seine offenkundige Aufschneiderei tragen. Doch der Professor ist sich seiner Sache sicher und arbeitet mit allen Tricks, was seinen persönlichen Wärter O’Brian an den Rand des Wahnsinns treibt. Als es van Dusen schließlich tatsächlich gelingt, die Zelle zu verlassen, ist dieser ähnlich verblüfft wie Ransome – und muss bei der nachfolgenden Champagner-Runde eine persönliche Schmach erleben …

_Sprecher:_

Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen – Friedrich W. Bauschulte
Hutchinson Hatch – Klaus Herm
Thomas Ransome – Georg Corten
Vivian Ransome – Eva Manhardt
O’Brian – Dietser Ranspach
Oberkellner / Ballard – Ortwin Speer

_Persönlicher Eindruck:_

In der zweiten Hörspiel-Episode um den raffinierten Professor van Dusen wird man nicht nur ein weiteres Mal Zeuge dessen unbestrittener Genialität, sondern auch des feinen Humors, den die 1978 ausgestrahlte Erstaufführung der legendären Radioserie bis zu ihrem letzten Tag im Jahr 1999 immerzu zur Ausnahmeerscheinung im deutschlandweiten Rundfunk machte. Ähnlich wie im Debüt „Eine Unze Radium“, welches parallel veröffentlicht wird, sind es die eleganten Wortspielereien sowie das auditive Pokerface des Hauptdarstellers, die hier von Beginn an überzeugen und auch „Das sicherste Gefängnis der Welt“ zu einem echten Kultwerk avancieren lassen – welches nun nach jahrelanger Abstinenz endlich auch das digitale Zeitalter erreicht hat.

Die Geschichte scheint dabei so abgegriffen und konventionell wie ein typischer Plot um gerissene Ganoven und Trickbetrüger, strahlt aber trotz ihres Alters eine enorme Frische und Unbeschwertheit aus, was sicherlich auf die Sprecher, in erster Linie aber auch auf die brillante Umsetzung dieser an sich nicht sonderlich innovativen Ideen zurückzuführen ist. Obschon van Dusen infolge seiner zeitweiligen Arroganz kein herkömmlicher Sympathieträger ist, findet man sich schnell mit seiner Ausstrahlung und seiner perfiden Raffinesse zurecht und lernt sie auch in der zweiten Folge wieder sehr schnell lieben. Seine Wortgewandtheit, sein Vermögen, das jeweilige Gegenüber zu überzeugen, und unterschwellig auch sein undurchdringliches Wesen tragen maßgeblich dazu bei, dass seine Hörspiele und insbesondere das hiesige eine absolute Kurzweil garantieren.

Erstaunlich ist hierbei, dass eine vergleichsweise dialogreiche und weniger actionreiche Produktion wie „Das sicherste Gefängnis der Welt“ in wenigen Minuten ein solches Tempo aufnehmen kann. Die Tage des Professors im Gefängnis vergehen wie im Flug, die hierbei vorgestellten Ideen sorgen derweil für den einen oder anderen Schmunzler. Und wenn van Dusen alias Friedrich W. Bauschulte gegen Ende dann über seine Genialität philosophiert und seine Gegenspieler in der Wettgeschichte ein wenig bloßstellt, hat er nicht nur die Lacher auf seine Seite, sondern auch das Resümee, dass seine aktuellste Geschichte mal wieder eine äußerst unterhaltsame war. Und sie steigert natürlich den Wunsch, den werten Dreifach-Doktor auch in naher Zukunft noch öfter zu hören zu bekommen. Bei dem Potenzial der ersten Kapitel des RIAS Berlin-Schlagers, wäre es jedenfalls nur wünschenswert, dass das anständige 77 Folgen zählende Gesamtwerk peu à peu einen CD-Release erfährt. Warum? Na, wegen solch genialer Episoden wie „Das sicherste Gefängnis der Welt“!

|Audio-CD
Spieldauer: 48 Minuten
ISBN-13: 978-3-8291-2399-0|
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de

Gloge, Andreas / Sassenberg, Volker – Point Whitmark: Der Seelenkünder (2/2) (Folge 30) (Hörspiel)

_Story:_

Jay und Tom sind immer noch vom plötzlichen Verschwinden ihres Freunds und Kollegen Derek geschockt, als sie mit der Isidora endlich in See stechen. Die Nachbildung der Karavelle, auf der vor 300 Jahren der Seelenkünder Luiz del Santos den Ozean überquerte, reist im Auftrag von Papa Caballero, um das geheimnisvolle schwarze Okular wieder in den Besitz des spanischen Staates zu bringen. Doch die Schiffsreise wird immer spektakulärer und bringt einige unglaubliche Mysterien mit sich. Selbst Dereks unverhofft rasches Auftauchen trägt nicht zur Entspannung der Lage bei, die durch einige Naturgewalten und unendliche Nebelbänke von Stunde zu Stunde brisanter wird. Als schließlich die Nachfahren des Seelenkünders die Mannschaft infiltrieren und das Okular wieder in ihren Besitz bringen wollen, sind das Geschick und die detektivischen Fähigkeiten der Jungs vom Radiosender Point Whitmark gefragt. Doch del Santos Erben gehen über Leichen und machen den Kampf um das Okular selbst für die erprobten Nachwuchs-Fahnder zu einer der schwierigsten Episoden in ihrer Karriere als Hobby-Ermittler …

_Sprecher:_

Erzähler – Jürg Löw
Jay Lawrence – Sven Plate
Tom Cole – Kim Hasper
Derek Ashby – Gerrit Schmidt-Foss
Ramiro Luiz del Santos – Bodo Henkel
Kapitän – Michael Müller
Alberto Guarda – Martin Birke
Capitan Osorio – Ingrid Mülleder
Ferula – Sabrina Heuer
Papa Caballero – Engelbert von Nordhausen
Percy Briggs – Günter Burchert
Arturo – Dominik Freiberger

Original-Erzählung: Bob Lexington
Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Regie: Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert, Volker Sassenberg, Markus Segschneider & Manuel Rösler
Ton & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Tonassistenz: Ramona Heinisch
Illustration: Ingo Masjoshusmann

_Persönlicher Eindruck:_

Der Jubiläums-Zweiteiler sollte einer der nächsten großen Triumphzüge der beliebten Hörspiel-Reihe „Point Whitmark“ werden – und ausgehend von der ersten Episode konnte man tatsächlich davon ausgehen, dass Volker Sassenberg und sein Team diese Richtung nicht nur anpeilten, sondern auch die Voraussetzungen dafür geschaffen hatten, dass die Umsetzung die hohen Erwartungen würde bestätigen können. Mit dem zweiten Teil von „Der Seelenkünder“ sollte daher nun die Kür einer sehr aufregenden Inszenierung und einer ebenso spektakulär aufbereiteten Story folgen. Doch leider ist Part Nr. II nicht ganz jener Gewaltakt geworden, den man sich nach den Ereignissen der vorherigen Folge gewünscht hatte.

Doch der Reihe nach: Aller Anfang ist schwierig, nicht jedoch in der 30. Episode von „Point Whitmark“. Das Team kann auf eine sehr solide Basis zurückgreifen und steigt sofort wieder in die tempo- und spannungsreiche Story ein. Vor allem die Sprecher leisten im Zuge dessen wieder Gorßartiges, bieten Emotionen und massiv Aufregung, letzten Endes aber auch eine heimelige Atmosphäre, die trotz der erschütternden Situationen, in die Jay, Tom und später auch Derek geraten, sehr harmonisch bleibt – und schließlich in keiner Sekunde ihr mitreißendes Element beiseitelegt. Was also läuft schief? Nun, ganz grob betrachtet läuft gar nichts aus der Spur. Das Problem besteht viel eher darin, dass man irgendwann den Punkt verpasst, an dem man einzelne Erzählstränge hätte kompakter fassen oder gar gänzlich ausblenden können, vielleicht auch sollen. Die Story gewinnt zwar im Eiltempo wieder ihre gewohnte Intensität, wird aber im Laufe der Inszenierung immer wieder in neue Richtungen gedrängt, die spätestens im Schlussdrittel nahezu uferlos wirken. Zwar bleibt der Zusammenhang immer erhalten und läuft auch nie Gefahr, einmal kurzzeitig durchbrochen zu werden, aber in der Gesamtheit scheint eine fokussiertere Vorgehensweise und somit auch ein runder Abschluss die günstigere Lösung zu sein, ganz einfach weil der eigentliche Höhepunkt bereits vor den Schlusskapiteln erreicht ist. Und auch wenn die Geschichte bis zuletzt sehr gut ist und auch der Spannungsgrad in der letzten Phase in einem mehr als akzeptablen Rahmen bleibt, weiß man einfach, dass „Der Seelekünder II/II“ schlichtweg noch ein kleines bisschen besser hätte präsentiert werden können.

Nichtsdestotrotz bleibt der gute, stellenweise wirklich überragende Eindruck bestehen, den die Sassenberg-Mannschaft und vor allem die Sprecher hier hinterlassen haben. Die Handlung kann der relativ breiten Spieldauer gerecht werden und verfällt auch in besagten Schlussminuten nicht in Längen, die Handelnden wiederum geben sich nie die Blöße, die Erzählatmosphäre hält ein sehr hohes Niveau und die Auflösung des Ganzen bestätigt das starke Konzept und die hervorragenden Grundideen. Insofern ist das Urteil kein verwunderliches, aber eben ein sehr angenehmes: Episode 30 ist ein weiteres Muss in dieser jubilierenden Serie!

|Audio-CD mit 63 Minuten Spieldauer
Empfohlen ab 8 Jahren
ISBN-13: ISBN 978-3-8291-2324-2|

_|Point Whitmark| bei |Buchwurm.info|:_
Folge 1: [„Die Bucht der 22 Schreie“ 5128
Folge 2: [„Die rote Hand des teufels“ 5256
Folge 22: [„Die blutenden Schlüssel“ 4793
Folge 23: [„Der Duft der Finsternis“ 5058
Folge 24: [„Am Tag der großen Flut“ 5410
Folge 25: [„Die fiebrigen Tränen“ 5551
Folge 26: [„Die Diener der Pest“ 5743
Folge 27: [„Eiland der Gespenster“ 5817
Folge 28: [„Der leere Raum“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6175
Folge 29: [„Der Seelenkünder (1/2)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6518

Spurensuche mit der Maus (Die Maus 17)

Die Maus als Sherlock Holmes? Und der Elefant als sein tollpatschiger Begleiter Dr. Watson? Eigentlich unvorstellbar – oder vielleicht doch? Immerhin: In der aktuellen Episode der Audio-Ausgabe des beliebten Zweigespanns lädt man zur Spurensuche und Schnüffelei ein – und hält sich in den 18 themenbezogenen Kapiteln der insgesamt bereits 17. Serien-Veröffentlichung sehr nah an die Detektiv-Thematik.

Spurensuche mit der Maus (Die Maus 17) weiterlesen