Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Ken Follett – Sturz der Titanen (Die Jahrhundert-Saga 1)

Die Handlung:

Europa, 1914: Eine deutsch-österreichische Aristokratenfamilie, die durch politische Spannungen zerrissen wird. Eine Familie aus England zwischen Arbeiterschicht und Adel. Und zwei Brüder aus Russland, die in den Strudel der Revolution geraten und sich auf verschiedenen Seiten gegenüber stehen. Ken Folletts neue Trilogie spielt zwischen 1914 und 1989 und erzählt von drei Familien aus drei Ländern, deren Schicksale auf dramatische Weise miteinander verknüpft sind – und wird Geschichte schreiben! (Verlagsinfo)

Meine Meinung:

Mit diesem Buch startet Follett seine neue Trilogie mit dem Titel „The Century“. In dieser Reihe beschreibt der Autor das 20. Jahrhundert aus der Sicht unterschiedlicher Familien aus Amerika, Deutschland, Russland, England und Wales, die wichtige und bekannte geschichtliche Ereignisse durchleben. Im Speziellen sind das im ersten Band der Erste Weltkrieg, die Russische Revolution und der Kampf der Frauen um das eigene Wahlrecht in Großbritannien.

Wie schon beim letzten Roman „Die Tore der Welt“ erwartet den Hörer eine gekürzte Lesung, die allerdings auch wieder auf 12 CDs erscheint, was fast die doppelte Menge von dem ist, mit dem andere Verlage bei ihren Hörbuchumsetzungen aufwarten. Eine ungekürzte Lesung mit ca. 40 Stunden Spieldauer, die von Philipp Schepmann gelesen wird, erscheint voraussichtlich im November. Und ich kann mir gut vorstellen, dass auch bei diesem Buch eine Hörspiel-Umsetzung folgen wird, wie es schon nach dem Erfolg von „Die Tore der Welt“ der Fall war.

„Sturz der Titanen“ beginnt im Juni 1911 und endet im Januar 1924, wobei ein großer Anteil der Geschichten sich in der Zeit des Ersten Weltkriegs abspielen. Hier schafft es Follett perfekt, die Schicksale der vielen Charaktere und Familien, die aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Ländern stammen, miteinander zu verknüpfen. So trifft der Grubenjunge Billy aus Wales auf den Russen Lev, der eigentlich von Russland nach Amerika auswandern wollte, aber betrogen wurde und in Wales gestrandet ist. Und Lady Maud Fitzherbert verliebt sich in den Deutschen Walter von Ulrich.

Viele interessante Charaktere, viele interessante Geschichten, alle irgendwie und irgendwo miteinander verbunden und keine davon auch nur eine Spur langweilig. Jeder Mann und jede Frau ist nicht einfach nur gut oder böse gezeichnet, Follett zeigt dem Hörer auch, warum sie so handeln und denken, wie sie es tun. Die gesellschaftliche Stellung und die Herkunft der Charaktere hat eine Menge damit zu tun, wie sie miteinander interagieren.

Einzig die mir persönlich zu detailliert geschilderten und zu häufig auftretenden Sex-Szenen bremsen die Handlung immer mal wieder ab. Aber auch nicht wirklich lange, denn während sich die einen ausruhen, erleben die anderen wieder etwas Interessantes.

Mein Hör-Eindruck:

Ken Follett persönlich begrüßt den Hörer als Einleitung der ersten CD auf Englisch. Er wünscht eine gute Unterhaltung und spricht am Ende seines Einleitungssatzes den Titel des Romans auch auf Deutsch aus. Dann folgt ruhige Ambientmusik, während eine Frauenstimme den männlichen Sprecher vorstellt. Nach ein wenig mehr Musik beginnt Johannes Steck mit seiner Arbeit, während die Musik ganz langsam ausgeblendet wird. Das schafft eine angenehme Stimmung und nimmt den Hörer ganz vorsichtig mit in die Story.

Und wenn Steck dann beginnt, vom Grubenjungen Billy zu erzählen, fällt dem Hörer gar nicht auf, dass im Hintergrund schon gar keine Untermalung mehr zu hören ist. So schnell schafft es Follett, den Hörer in seinen Bann zu ziehen – oder ist es Steck? Es ist bestimmt die Kombination aus beiden.

Nie aufdringlich oder nervend bearbeitet er die vielen unterschiedlichen Charaktere. Der jeweiligen Gesellschaftsstellung angemessen spricht er aristokratisch oder vulgär und gewöhnlich. Auch mit der Lautstärke seiner Stimme spielt Steck gekonnt. So deutet er nicht nur ein Brüllen an, er brüllt auch, allerdings entfernt er sich dafür vom Mikrofon, was den Effekt aber nicht schmälert. Jedem Charakter wird seine eigene individuelle Note verliehen, die einen hohen Wiedererkennungswert hat.

Steck ist dabei immer klar und deutlich zu verstehen und erzählt mit seiner angenehmen Stimmfarbe eine spannende und überaus interessante Geschichte.

Die Übersetzung

Normalerweise gehe ich nie gesondert auf die Übersetzung ein, besonders nicht bei einem Hörbuch, aber hier ist mir doch etwas äußerst unangenehm aufgefallen. Wie der Übersetzer auf die Idee kommt, dass Wörter wie „giggle“ (kichern) und „pal“ (Kumpel, Kamerad) als Anglizismus Eingang in die deutsche Sprache gefunden haben, kann ich nicht nachvollziehen. Wenn Kinder oder Näherinnen also „giggeln“, dann klingt es nicht nur unnatürlich, das ist es auch, denn im Gegensatz zum Wort „googeln“ gibt es dieses Wort im deutschen Sprachgebrauch nicht.

Des Weiteren schafft der Übersetzer es auch den derben Witz einer Näherin so seltsam und unlustig zu übersetzen, dass ich im Original nachschlagen musste, weil ich mir nicht erklären konnte, was an dieser Stelle denn nun so witzig sein sollte. Es stellte sich heraus, dass hier „itchy finger“ (juckender Finger) mit „Intimbereich“ übersetzt wurde, was den Witz komplett zerstört.

Und das sind nur die Stellen, die mir direkt aufgefallen sind. Es gibt bestimmt noch weitere, die nicht das wiedergeben, was der Autor beabsichtig hat.

Die Aufmachung

Die Aufmachung dieser Lesung ist wirklich ansprechend gemacht. Komplett auf Plastik verzichtend, kommt das Hörbuch in einem Pappschuber daher, in dem zwei Pappeinschübe stecken, die jeweils sechs CDs enthalten.

Bei den Einschüben hat man sich eine intelligente Aufbewahrungsart einfallen lassen. So stecken die einzelnen CDs jeweils bis zur Hälfte in einer Art Einschubtasche. Sie sind zwar leicht zu entnehmen, sitzen aber fest genug, um nicht herauszufallen. Hinter den CDs und auf den Einschubtaschen sind weitere Informationen zum Buch, Bilder von Autor und Sprecher, Auszüge aus „Sturz der Titanen“, eine Aufstellung der beschriebenen Charaktere, und das sind eine Menge Personen, Schwarz/Weiß-Zeichnungen und bei CD 7 – 12 Werbung für weitere Ken-Follett-Lesungen aufgedruckt. So stört es nicht weiter, dass es kein Booklet gibt.

Was allerdings stört, ist ein starker Geruch nach Chemie, der sich sofort verbreitet, nachdem die Box von der Plastikfolie befreit wurde. Nach ein paar Tagen war dieser Geruch allerdings verflogen.

Die Fortsetzungen

In den nächsten beiden Bänden der Reihe wird Follett den kommenden Generationen der bekannten Familien folgen, die sich mit weiteren geschichtlichen Großereignissen auseinandersetzen müssen. Und Nachwuchs gibt es so viel, wie es in „Sturz der Titanen“ Sex gibt.

Der Sprecher

Johannes Steck, Jahrgang 1966, ist Schauspieler und Sprecher. Nach einer Ausbildung zum Theatermaler am Staatstheater Braunschweig studierte er an der Schauspielschule Prof. Krauss in Wien. Verschiedene Engagement an deutschen Bühnen folgten, zum Beispiel am Schauspielhaus Chemnitz, am Stadttheater Würzburg und am Staatstheater Darmstadt. Danach zog es ihn verstärkt zum Fernsehen. Er war über vier Jahre in einer Hauptrolle in der ARD-Fernsehserie „In aller Freundschaft“ zu sehen, spielte aber auch in „Forsthaus Falkenau“, „Soko Leipzig“ und „Die Wache“. Seit 2004 widmet sich Johannes Steck verstärkt seiner Leidenschaft – den Hörbüchern. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Ein tolles Hörbuch und ein toller Sprecher. Eine sehr gut recherchierte und ebenso spannende Geschichte mit vielen unterschiedlichen Charakteren, die in einer interessanten Zeit leben. Kein Sturz für den Titan Ken Follett.

12 Audio-CDs mit 15:30 Stunden Spieldauer, aufgeteilt auf 157 Tracks
Originaltitel: Fall of the Giants
Gesprochen von Johannes Steck
ISBN-13: 978-3785744000
www.luebbe-audio.de
Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (4 Stimmen, Durchschnitt: 1,50 von 5)

Pratchett, Terry (Autor) / Thalbach, Katharina (Sprecherin) – Ruhig Blut! (inszenierte Lesung von der Scheibenwelt)

„Die Scheibenwelt“ könnte man wohl guten Gewissens als Terry Pratchetts Opus Magnus bezeichnen. „Ruhig Blut!“ (oder „Carpe Jugulum“, wie der Roman im Original heißt) ist mitten aus dieser ausufernden Serie heraus gegriffen und doch verspricht der Autor auf seiner Webseite, man könne an jeder Stelle der Scheibenwelt einsteigen. Und so sollte es auch kein Problem darstellen, sich das von Katharina Thalbach meisterhaft eingelesene Hörbuch vorzunehmen und sich in diese bizarre Scheibenwelt entführen zu lassen, die trotz alle ihrer seltsamen Bewohner unserer eigenen Welt doch auf verwirrende Weise ähnelt.

_Worum geht es?_ Dem Königspaar von Lancre ist ein Töchterchen geboren worden. Zur bevorstehende Taufe lädt König Verence natürlich das unterschiedlichste Volk ein und weil er ein besonders offenherziger und moderner König sein will, verschickt er auch an die gräfliche Familie Elstyr eine Einladung … ein großer Fehler, wie sich bald herausstellt. Denn bei den Elstyrs handelt es sich um Vampire, äh, Vampyre, die sich das Königreich Verences unter den Nagel reißen wollen.

Und zunächst sieht es auch so aus, als hätten die Vier leichtes Spiel. Graf Elstyr ist ebenfalls ein moderner Mann und hat mit klassischer Konditionierung seine Vampirfamilie dazu gebracht, sich vor den traditionellen Vampirwaffen nicht mehr zu fürchten. So hat er seine Kinder mit Weihwasser bespritzt und mit Knoblauch bekocht, damit sie davon abkommen, sich vor diesen Dingen zu fürchten. Gleichzeitig besitzen die Vampyre die Fähigkeit, die Gedanken der umgebenden Menschen zu beeinflussen, sodass plötzlich alle auf der Tauffeier die Vampyre für sympathisch und ungefährlich halten.

Alle? Nicht alle, denn der tapsige Om-Priester Hilbert Himmelwärts und Agnes Nitt, die Hexe mit der gespaltenen Persönlichkeit (in der rundlichen Hexe steckt noch eine viel schlankere Person – und vorlauter ist sie auch) können der Massensuggestion auf seltsame Art widerstehen. So liegt es an ihnen, Lancre vor der vampirischen Übernahme zu beschützen. Mit Verstärkung von Königin Margrat und der schrulligen Oma Wetterwachs machen sie sich auf zum Vampirschloss, um die Vampyre auf eigenem Terrain zu schlagen.

_Terry Pratchett braucht_ eine Weile, bis sein Roman in Schwung kommt. Zunächst wird Lancre mit seinen urigen Gestalten beschrieben, um die Stimmung für die folgende Handlung aufzubauen. Dabei erwächst der besondere Witz zunächst daraus, dass wir es mit völlig abwegigen Charakteren zu tun haben – Zwerge, Vampire, Hexen, Phönixe -, die aber dennoch all den menschlichen Schwächen und Ticks unterworfen sind, die wir von uns selbst kennen. So hat selbst Hexe Agnes trotz ihrer Zauberkünste mit Übergewicht zu kämpfen und muss sich von ihrem schlankeren Selbst Perdita bissige Kommentare anhören.

Wenn dann endlich die Vampyre auftauchen, kann auch die Handlung richtig losgehen. Und obwohl alle Charaktere dieses Buches mit Ironie angelegt sind, so sind die Vampyre hier doch die Stars der Geschichte. Papa Graf entlarvt all die Vorstellungen, die man über Vampyre hat, als festgefahrene und überflüssige Traditionen, die es abzulegen gilt. Dies wirkt umso komischer, als die Familie einen Dienstboten mit sich führt (eine Art Erbstück), der schon dem Vampyr-Vorgänger gedient hat. Das war nämlich ein echter Vampyr! Spielte des nächstens auf seiner Orgel mit extraordinären Geräuschen (Quietschen, Schreie, Wolfsgeheul), um dann Jungfrauen zu jagen – aber nur, wenn sie auch im Negligée gut aussahen. Währenddessen pflegte Diener Igor im Keller die Spinnweben und hantierte so lange an der Eingangstür herum, bis der Quietschton perfekt war. Das waren noch Zeiten, findet Igor, nicht so wie der neue Herr mit seinen modernen Ansichten. Überhaupt gar kein richtiger Vampyr ist das!

Terry Pratchett macht sich gnadenlos über all die Vorstellungen lustig, die wir heute von Vampyren haben – und die hauptsächlich durch Filme (die von Hammer nämlich) geprägt sind. Da gibt es das Theatercape, die Tatsache, dass möglichst viele Requisiten herumhängen sollten, aus denen sich Kreuze basteln lassen, Pflöcke, Weihwasser, alte Schlösser und quietschende Türen. Prachett fährt also das durchschnittliche Inventar eines Vampirfilms auf und zeigt all die unlogischen Einzelheiten, über die sich der aufmerksame Zuschauer schon immer wunderte. All dies hat sich so festgefahren, dass es sogar den Vampyren zuwider ist.

„Ruhig Blut!“ macht Spaß – eigentlich. Katharina Thalbachs Leseleistung schwankt irgendwo zwischen grandios und absolut genial. Was diese Frau mit ihrer Stimme anstellen kann, lässt den Hörer nur sprachlos staunen. Jeder Charakter (und derer gibt es viele) bekommt bei ihr eine ganz eigene Stimme, eine eigene Intonation und in vielen Fällen sogar einen eigenen liebenswerten Sprachfehler. Dies allein macht das Hörbuch absolut lohnenswert.

Doch wo Licht ist, dort gibt es auch Schatten. Denn leider wurde der Roman gekürzt und zwar stellenweise relativ unelegant. So hat man als Hörer wiederholt das Gefühl, Dinge verpasst zu haben. Unter den Kürzungen leiden damit sowohl die Logik der Handlung als auch die beißende Satire gegenüber den fortschrittlichen Elementen des Romans – sowohl König Verence als auch Graf Elstyr. Da bietet der Roman definitiv mehr Witz und Ironie, beim Hörbuch sind große Teile leider der Schere zum Opfer gefallen.

_Für jene, die_ also einen ungefähren Eindruck von der Scheibenwelt erlangen wollen, ist „Ruhig Blut!“ vermutlich ein ebenso guter Einstieg wie jeder andere. Wer allerdings die volle Dosis Pratchett genießen möchte, der sollte sich weiterhin an das geschriebene Wort halten.

Marsh, Richard / von Werder, Max – Skarabäus, Der (Nachtmahr 1) (Hörspiel)

_|Nachtmahr|:_
01 _Richard Marsh – „Der Skarabäus“_
02 H. P. Lovecraft – „Das Grauen von Dunwich“
03 M. R. James – „Verlorene Herzen“

_Inhalt:_

London, im ausgehenden 19. Jahrhundert

Sydney Atherton besucht seinen alten Freund Paul Lessingham, einen reisenden Forscher, der völlig aus dem Häuschen gerät, als ein Unbekannter bei ihm einbricht. Noch denkt sich Sydney nichts bei dem Vorfall, doch dann macht er die Bekanntschaft einer unbekannten Frau, die so schön, wie geheimnisvoll ist. Diese trachtet Lessingham nach dem Leben und bietet Sydney die Liebe der bezaubernden Marjorie Lindon an, in die er einst verliebt war, die sich aber schließlich für Paul entschieden hat, wenn er ihr hilft. Sydney lehnt entrüstet ab. Der Einbrecher war ein Landstreicher, der in einem alten Haus eine grauenhafte Entdeckung gemacht hat und sich seitdem an nichts erinnern kann. Gemeinsam mit Marjorie und dem Obdachlosen stattet Sydney dem Haus einen Besuch ab und trifft auf die geheimnisvolle Schönheit, die Marjorie in ihren Bann schlägt. Mit ihrer Hilfe soll ein uralter Fluch seine Erfüllung finden …

_Meinung:_

„Der Skarabäus“ ist die Vertonung des gleichnamigen Schauerromans von Richard Marsh, der zur selben Zeit entstand wie Bram Stokers Dracula, seinerzeit aber eine ungleich höhere Beachtung fand. Mit diesem Hörspiel startet das Newcomer-Label Wolpertinger-Hörbücher seine Reihe NACHTMAHR, in der laut Untertitel, die vergessenen Klassiker der Horror-Literatur erscheinen sollen. Vom Konzept her ähnelt die Reihe dem großartigen GRUSELKABINETT von Titania Medien, doch die Fülle an unheimlichen Erzählungen und Romanen ist derart enorm, dass beide Reihen ihre Existenzberechtigung finden, denn angesichts des hohen Produktionsstandards des Hauses Wolpertinger, bleibt zu hoffen, dass NACHTMAHR noch viele Fortsetzungen erleben wird.

Der Roman von Richard Marsh wurde an vielen Stellen gekürzt und gestrafft, sodass der Hörer letztendlich in den Genuss eines atmosphärisch sehr dichten Hörspiels kommt, das mit einer Laufzeit von 52 Minuten eine optimale Länge besitzt. Der Plot an sich, ist nicht die Neuerfindung des Rades und bietet schaurig schöne Gruselkost im guten alten Gothic-Novelle-Stil. Der Fluch einer ägyptischen Hohepriesterin findet einfach in zu vielen Horror-Storys Verwendung, um wirklich zu überraschen, dennoch findet das Hörspiel in puncto Dramaturgie neue Wege, sodass auch Genre-Kenner ihre Freude an dem Produkt haben werden.

Besetzungstechnisch überzeugt das Hörspiel durch eine ausgewogene Mischung aus bekannten und weniger bekannten Schauspielern. Hans Peter Hallwachs gibt mit seiner kräftigen, dunklen Stimme den Erzähler, an dessen Vortragsstil man sich zugegebenermaßen erst gewöhnen muss. Zunächst wirkt die monotone Art von Hallwachs etwas befremdlich, doch im Laufe der Geschichte gewinnt das Hörspiel, das immerhin im steifen viktorianischen London spielt, dadurch an Intensität und Atmosphäre. Etwas zu theatralisch und überzogen agiert da schon Franziska Pigulla, die als Hohepriesterin nicht unbedingt furchterregend herüberkommt, aber dennoch eine hörenswerte Darbietung liefert. Die Rolle der Marjorie Lindon wurde von Anne Carlsson umwerfend gespielt, ebenso wie der Part von Paul Lessingham von Bernd Rumpf. Als Protagonist ist Wolfram Koch zu hören, der den weltoffenen Lebemann Sydney Atherton kongenial verkörpert. Die Musik ist düster, bedrohlich und absolut passend für ein historisches Gruselhörspiel. Die Stücke laufen dezent im Hintergrund und die Effekte vermitteln einen realistischen Eindruck von der Umgebung. Ein überzeugendes Debüt für ein vielversprechendes Label.

Mit der Aufmachung haben sich die Macher selbst übertroffen! Das Cover ziert eine künstlerisch durchschnittliche Illustration von Felix Gephart, die perfekt zum Titel passt und den Hörer neugierig macht. Aber allein die Ausstattung des Booklets ist grandios. Neben umfassenden Informationen zum Autor und zur Geschichte, gibt es von jedem Sprecher ein Foto in Form einer kleinen Galerie sowie eine detaillierte Karte des Londons im ausgehenden 19. Jahrhundert als Beilage. Die Mühe, die sich mit dem Layout und der Ausstattung gegeben wurde, verlangt einfach nach Beachtung und Anerkennung und sollte beispielhaft für die Produktionen anderer Labels sein.

_Fazit:_

Ein Gruselklassiker als atmosphärisch intensives Hörvergnügen. Tolle Sprecher und eine exorbitante Soundkulisse machen das Debüt der NACHTMAHR-Reihe zu einem vollen Erfolg. Allein die tolle Aufmachung ist jeden Cent wert.

|Audio-CD mit 52 Minuten Spieldauer
Titelillustration von Felix Gephart
Karten von Ida M. Opitz
Fotos von Sabine Weigold
ISBN-13: 978-3941709010|
[www.wolpertinger-hoerbuecher.de]http://www.wolpertinger-hoerbuecher.de

_Florian Hilleberg_

Perry Rhodan – Konzil der Sieben (Silber Edition 74, Teil 2)

_Die Handlung:_

Es beginnt Anfang des Jahres 3459. Perry Rhodans Gehirn ist in seinen Körper zurückgekehrt, und die Galaxis wartet voller Spannung auf die Konsequenzen, die sich aus dem „Kosmischen Schachspiel“ ergeben könnten. Als dann aber die Sterne erlöschen, kommt alles anders als erhofft. Eine fremde Macht, die Laren, landet im Auftrag des [„Konzils der Sieben“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6560 auf der Erde und stellt unmissverständliche Forderungen.

Hotrenor-Taak, ihr Sprecher und Anführer, bestimmt Perry Rhodan kurzerhand zum „Ersten Hetran der Milchstraße“. Der Terraner soll im Auftrag des Konzils diktatorisch über die Völker der Galaxis herrschen. Perry Rhodan bleibt nichts anderes übrig, als zum Schein auf die Forderung der Fremden einzugehen und im Untergrund gegen das Konzil der Sieben zu kämpfen. Dabei darf er nicht einmal davor zurückschrecken, zum Schein seinen Freund Atlan zum Tode zu verurteilen – ein Spiel, aus dem tödlicher Ernst wird … (Verlagsinfo für den kompletten Silberband)

|Dieser Teil:|

Perry täuscht mithilfe der Rebellen seine Entführung vor, um sich aus dem Griff der Laren zu befreien. Die Rebellen bringen ihn zurück in die Milchstraße, wo er erkennt, dass die Laren schon vor ihrem offiziellen Auftauchen Informationen auf Terra gesammelt haben müssen. Eine Informantin, die Doppelgängerin einer Großindustriellen, verhält sich auffällig.

_Mein Hör-Eindruck:_

Nach einem Einleitungssatz, der Titel und Teil der |Silber Edition| angibt, geht es direkt mit Kapitel acht los. Sprich, es gibt keine gesprochene Zeitleiste wie vor dem ersten Teil, keine Zusammenfassung der Art „was bisher geschah“ und auch kein anfängliches „die Hauptpersonen“, wie es bei den wöchentlichen Heftlesungen der Fall ist. Das kommt dem Hörer entgegen, der erst alle vier Teile der |Silber Edition| sammelt, bevor er mit dem Hören anfängt, weil er so einem etwaigen Cliffhanger mit anschließender Wartezeit von drei Wochen bis zur Auflösung entgehen will.

Der Hörer, der drei Wochen auf die Fortsetzung gewartet hat und sich vielleicht nicht mehr so ganz daran erinnert, wo Perry denn jetzt gerade ist oder was er gerade macht, wird direkt ins aufgewühlte Handlungswasser geworfen. Denn er landet mitten in einer hitzigen Diskussion und muss erst einmal versuchen, dieser zu folgen. Aber besser so als eine langatmige Handlung, die erst nach Stunden des Hörens Fahrt aufnimmt. Spätestens nach dem ersten Track sollte sich aber jeder Hörer wieder zurechtgefunden haben.

|Der erste neue Sprecher|

Tom Jacobs liest auch diesen Teil gewohnt souverän. Diesmal gibt es keinen asthmatischen Außerirdischen für ihn zu bewältigen, an dem er sich die Zunge brechen müsste. Spannend und mitreißend erzählt er die Geschichte um Perry Rhodan und seine Mitstreiter und verleiht auch hier wieder jedem Charakter seine eigene Stimmfarbe.

Einzig der übertriebene amerikanische Akzent, den er einem der Charaktere zuteil werden ließ, stört – liest er doch sämtliche anderen Amerikaner ohne Akzent. Und auch Perry Rhodan ist Amerikaner.

Ansonsten habe ich mich an Jacobs‘ Gucky gewöhnt und er gefällt mir mittlerweile besser als der von Josef Tratnik. Allein Icho Tolot und sein Brüllen sind für den Stammhörer der |Silber Editionen| vielleicht noch etwas gewöhnungsbedürftig.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Dieser zweite Teil unterscheidet sich in Sachen Hintergrundgestaltung nicht vom Vorgänger. Hier und da gibt es ein paar Ambientsounds zu hören oder eine leichte Melodie. Das ist aber teilweise so leise, dass es schon wieder irritierend wirkt.

Da ich davon ausgehe, dass die |Silber Edition| 74 schon komplett produziert auf die Verteilung wartet, würde ich mir bei der Untermalung für die folgende |Silber Edition| ein wenig mehr Mut zum Abmischen wünschen.

|Die MP3s|

Dem Pedanten fällt auf, dass der zweite Teil von |Silber Edition| 74 um über zehn Minuten kürzer ist als der erste. Das liegt aber ausschließlich an der Tatsache, dass die Kapitel einfach unterschiedlich lang sind.

Dennoch ist auch dieser Teil der |Silber Edition| wieder in 45 Tracks aufgeteilt, von denen sich der Hörer unterhalten lassen kann. Die MP3s liegen wie gehabt in der Qualität 128kbps, 41,1kHz und in Joint Stereo vor. Die ID3-Tags sind sauber gesetzt und jede Datei enthält neben den Angaben zu Titel und Autor auch das Cover der |Silber Edition|, was sich bei MP3-Playern der iPod-Touch-Fraktion immer nett im Display macht.

Schön ist auch, dass der Verlag das Cover bei jedem Teil der |Silber Edition| austauscht. Zierte den ersten Teil noch der Titel von Perry Rhodan Band 650, so ist es diesmal die Front von Band 651. Dies liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei bei.

_Mein Fazit:_

Die Story ist weiterhin spannend, Tom Jacobs liest auf gleichem Niveau gut. Schade, dass es erst in drei Wochen weitergeht.

Eine etwa 7,5 Minuten lange Hörprobe bietet der Verlag [hier]http://www.einsamedien.de/MP3/hoerprobe__se74.mp3 an.

|MP3-Download mit ca. 205 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 3:40 h
Sprecher: Tom Jacobs|
[perry-rhodan-shop.de]https://perry-rhodan-shop.de
[perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

Hinweis: Die MP3-Fassung erscheint im November auch auf 2 CDs im Handel.

Gloge, Andreas / Sassenberg, Volker – Gabriel Burns – Ich weiß, was Angst ist (Folge 34) (Hörspiel)

_Story:_

Bakermans Team ist bei den jüngsten Ermittlungen ein ganzes Stück vorangekommen. Mit dem Stein von Akilesh in Besitz reist die Truppe zu einer weiteren Expedition nach Indien. Im sagenumwobenen Jangal Mandir soll die Quelle der Unsterblichkeit liegen, in der der Strom der Seelen einst verschwand. Neben dem Bakerman-Trupp sind jedoch noch weitere mehr oder weniger ungebetene Gäste in Südasien: Steward Carradine und seine Tochter April hat es ebenfalls nach Jangal Mandir verschlagen – und in ihrem Schlepptau befindet sich niemand geringerer als Steven Burns, der von weiteren Rachegelüsten getrieben wird. Doch nicht nur Gabriel gerät eerneut in seinen Fokus; auch der Dämon rRakasha feiert ein unvorhergesehenes Comeback und stellt die gesamte Expedition auf eine risikoreiche Probe …

_Sprecher:_

Erzähler – Jürgen Kluckert
Introerzähler – Hans Paetsch
Steven Burns – Bernd Vollbrecht
Bakerman – Ernst Meincke
Joyce Kramer – Bianca Krahl
Larry Newman – Björn Schalla
Julien Cardieux- Mario von Jascheroff
Schmidt – Andreas Ksienzyk
Chappu – Norman Matt
Mahesh – Karl Schulz
April Carradine – Silke Super
Steward Carradine – Stefan Müller-Ruppert
Bettlerin – Daniela Thuar

Idee & Konzeption: Decision Products
Regie: Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert & Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Tontechnik und Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Tonassistenz: Kay Müller
Illustrationen: Ingo Masjoshusmann
Grafik: Marion Mühlberg

_Persönlicher Eindruck:_

„Gabriel Burns“-Fans haben mit der Veröffentlichung der insgesamt bereits 34. Episode endlich das Ende einer längeren Durststrecke überwunden. Schon öfter wurde debattiert, dass die Abstände zwischen den einzelnen Folgen für den Zusammenhalt des immensen Komplexes kontraproduktiv sind, aber dennoch haben Volker Sassenberg und sein Team die Hörerschaft einer längeren Geduldsprobe unterzogen, die mit „Ich weiß, was Angst ist“ ein vorläufiges Ende hat. Und dennoch: Es ist schon schade, dass die Story bzw. das, was hiervon überhaupt noch greifbar ist, immer wieder aus den Fugen genommen wird, weil nicht zeitnah nachgelegt wird. Aber verschieben wir das Gemecker auf die nächste Wartepause …

Mit „Ich weiß, was Angst ist“ können die Macher der erfolgreichen Mystyery/Horror-Serie wenigstens wieder bei den treuen Fans von „Gabriel Burns“ punkten – denn niemand anderes als der eigentliche Titelheld Steven kehrt nach einer drei Episoden währenden Abstinenz zurück, zwar noch nicht als vollwertiger Protagonist, jedoch als Teilhaber eines weiteren sehr rasanten, abwechslungsreichen Hörspiels. Die Nr. 34 überzeugt derweil erneut mit einem sehr überraschenden Stimmungswechsel, der zu großen Teilen auf das veränderte Setting zurückzuführen ist. Den teils sehr heftigen Action-Auswüchsen in „Schmerz“ folgt nun eine harmonische Schein-Atmosphäre, die in der Inszenierung mit vielen kleinen Tücken angereichert wird und in ihrer heimeligen Wirkung immer mehr verschwimmt. Schon nach kurzer Zeit lauern die ersten beängstigend beklemmenden Einsprengsel, bevor sich das Ganze langsam steigert und einen ähnlichen Action-Ansatz verfolgt – der aber im Endeffekt irgendwie doch ganz anders ist.

Derweil sind die Charakterentwicklungen mal wieder beeindruckend. Das Bakerman-Team verändert sich beispielsweise im Laufe der knappen Stunde mehrfach, aber auch der geschätzte Steven Burns ist noch nicht der Alte bzw. gibt ein verblüffend modifiziertes Bild ab. Und hier sind wir schließlich wieder bei den Ursprüngen der Reihe, bei der eigentlichen Intention, ein Hörspiel-Konstrukt zu schaffen, das in sich so wandelbar und undurchdringlich ist, hier und dort sehr klare Linien verfolgt, abgeschlossene Kapitel anbietet und auch immer wieder Klarheit schafft, sich die Unberechenbarkeit aber als höchstes Gut bewahrt hat. Der grundlegende Charakter der Serie manifestiert sich damit nicht nur in dieser aktuellen Episode, sondern wird selten so freizügig, andererseits aber auch kompakt und geschlossen ausgelebt wie in „Ich weiß, was Angst ist“ – und dazu muss man noch nicht einmal die Handlung näher zitieren!

Letztere ist im Übrigen zunächst noch ein wenig behäbig im Tempoaufbau, lässt sich jedoch auch nicht grundlos zügeln, sondern nimmt im weiteren Verlauf schließlich immer mehr Fahrt auf. Der Cliffhanger zum Schluss ist zwar wieder tödlich, doch da inzwischen auch die Fortsetzung auf dem Markt ist, kann man die gemeine Endsequenz so gerade noch hinnehmen. Ansonsten bleibt nur zu konstatieren, dass „Ich weiß, was Angst ist“ ein brillantes Hörspiel mit einer fantastischen Atmosphäre und einer erneut absolut packenden Story ist. „Gabriel Burns“-Fans brauchen dementsprechend nicht lange zu zögern!

|Audio-CD mit 61 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3829122771|
[www.gabriel-burns.net]http://www.gabriel-burns.net
[www.folgenreich.de/gabrielburns]http://www.folgenreich.de/gabrielburns
[www.myspace.com/gabrielburns]http://www.myspace.com/gabrielburns
[www.experiment-stille.de]http://www.experiment-stille.de

_Gabriel Burns bei |Buchwurm.info|:_
[„Die Grauen Engel“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3892
[„Verehrung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3960
[„Bereit (Folge 23)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4015
[„Der Erste der Zehn (Folge 24)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4038
[„… dem Winter folge der Herbst (Folge 25)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4051
[„R. (Folge 26)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4055
[„Zwielicht (Folge 27)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4246
[„Im Kreis des Vertrauens (Folge 28)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4711
[„Zwei Horizonte (Folge 29)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4889
[„Weiß (Folge 30)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5308
[„Rand der Gezeiten (Folge 31)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6616
[„Die, die nicht bluten (Folge 32)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6619

Thomas Thiemeyer – Korona

Die Handlung:

Mit dem Eintreffen eines neuen Teammitglieds in Uganda beginnt für die Gorillaforscherin Imelda Walker ein Abenteuer, das ihre kühnsten Träume übersteigt. Bei einer Expedition ins Hochgebirge stößt ihr Team auf die Ruinen einer versunkenen Hochkultur, die die Forscher vor unerklärliche Phänomene stellt. Bald kann sich die Biologin der Wahrheit nicht länger verschließen: Ihr Team hat das Portal zu einer fremden Dimension durchschritten. Und für die Rückkehr ist es längst zu spät … (Verlagsinfo)

Meine Meinung:

Ich habe wirklich versucht, die Geschichte zu mögen, wirklich, es hat nicht geklappt. Die Verlagsinfo versprach mir eine Abenteuergeschichte mit Gorillas im Dschungel und Sciencefiction mit „Stargate“-Dimensionsportalen. Empfänglich bin ich für solche Geschichten allemal. Bekommen habe ich Mosaikteile, die sich einfach nicht zu einem Ganzen zusammensetzen ließen.

Dschungelabenteuer mit intelligenten Menschenaffen sind nicht neu, aber als dann noch erwähnt wurde, dass in besonders heißen Sommern etwas kommt und die Menschen umbringt, da musste ich lachen und an „Predator“ denken. Die Intelligenz der Affen hat es dann auch nicht auf das Niveau vom „Planet der Affen“ geschafft und die fliegenden Schiffe, die später noch auftauchen, passen so gar nicht ins Bild, weil sie mich eher an Jule Vernes Werke erinnerten oder an japanische Zeichentrickserien.

Pflanzenmonster, die den Menschen den Kopf abbeißen und sich mit Gewehrkugeln nicht aufhalten lassen, passen prima in die Horror-Ecke. Und die toughe Anführerin, die erst tough, dann weinendes Mädchen und plötzlich wieder tough ist, gesellt sich zu dem „Verräter“, der erst von der Gruppe verachtet wird, um dann auf einmal als Anführer dazustehen und mit der ehemaligen Anführerin in ihrer Mädchen-Phase zu kuscheln.

Das alles passt und fügt sich so überhaupt nicht zusammen. Die ganze Gruppendynamik der Beteiligten fühlt sich künstlich und gezwungen an. Die Dialoge klingen oftmals gestellt und unnatürlich.

Und als mich der Sprecher des Hörbuchs nach vielen Stunden des Wartens auf etwas wirklich Interessantes in den Sciencefiction-Anteil mitnahm, zu den fliegenden Inseln und Schiffen, mit mehr-als-halbintelligenten Menschenaffen, da hatte der Roman dann endgültig für mich verloren.

Dass die letzten Stunden des Hörbuchs nur noch aus B-Movie-Horror bestanden, bestätigte meinen Eindruck erneut. Hier sind auch die Stellen zu finden, in denen der Sprecher extra gruselig klingen will und ich mich jedes Mal extrem zusammenreißen musste, damit ich nicht loslache.

Das Ende ist dann auch passend melodramatisch und kitschig.

Das Hörerlebnis – Der Sprecher

Ohne Musik und ohne Effekte geht es nach einem einleitenden Satz direkt mit der Geschichte los. Hier zeigt Dietmar Wunder, dass er als deutsche Stimme von Adam Sandler, Jamie Foxx, Robert Downey Jr. und Daniel Craig vor dem Mikro auch schauspielern kann. Dass er auch auf verschiedenen Theaterbühnen gespielt hat, kommt ihm auch bei dieser Produktion zugute.

Er moduliert seine Stimme zwar nicht so extrem, wie es einige seiner Kollegen tun, dennoch sind die in den verschiedenen Szenen agierenden Charaktere gut zu unterscheiden. Und wenn er eines der Teammitglieder liest, das vorsichtig auf einen Gorilla einredet, dann überträgt er die Spannung gekonnt auf den Hörer.

Verschiedene Sprachen und Akzente bringt er gut ins Ohr, ohne aufgesetzt oder nervig zu klingen. Allein den „Botschafter“ spricht er wie eine Kreuzung zwischen einer schlechten Persiflage auf Helmut Kohl und Boris Becker. Seiner Leistung allein ist es zu verdanken, dass die zu sehr konstruierte Geschichte, die einfach zu viele Genres bedienen will und das zwangsweise bei keinem richtig schafft, noch interessant bleibt. Denn Wunder erzählt sie wirklich gut und mitreißend.

Das Case – Das Booklet

Die CDs ließen sich leicht aus den Trays des Jewelcase‘ lösen, was heutzutage eine Seltenheit ist. Zum Roman selber gibt es keinerlei Infos in der Hülle. Auch ein Booklet sucht der Hörer vergebens. Stattdessen gibt es ein Büchlein mit dem Gesamtverzeichnis des Verlages.

Lediglich die Namen der an der Produktion beteiligten Personen werden genannt, sowie die Spieldauer und Trackanzahl der sechs enthaltenen CDs.

Mein Fazit:

Eine Story, die zu viele Genres bedienen will, scheitert an dem Versuch, es allen recht machen zu wollen. Thomas Thiemeyer hat mir mit seinen anderen Büchern wesentlich besser gefallen. Dietmar Wunder hingegen macht seinen Job gewohnt gut.

6 Audio-CDs mit 477 Minuten Spieldauer
Gesprochen von Dietmar Wunder
ISBN-13: 978-3839810538
www.argon-verlag.de

Der Autor vergibt: (2.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

Gloge, Andreas / Sassenberg, Volker – Gabriel Burns – Die, die nicht bluten (Folge 32) (Hörspiel)

_Story:_

Immer noch suchen Joyce Kramer und ihr Kollege Larry Newman in der ruinenartigen Fassade von Vancouver nach den zwei Horizonten, als sie ein Anruf von Steven Burns‘ Verleger Sonny Heseltine erreicht. Dieser verlangt nach dem gesuchten Schriftsteller, dessen Namen immer wieder über die Lippen seiner komatösen Tochter Jana geht, und von dem er sich eine Veränderung von Janas Zustand erhofft. Widerwillig begleitet Joyce Larry an den Lake Louise, um der Sache auf den Grund zu gehen. Doch schon bei ihrer Ankunft muss sich das zerstrittene Duo wundern: Heseltine sieht der Sache gelassener entgegen, als es die Situation eigentlich zulassen sollte. Er stützt sich darauf, dass die übrigen Gäste des Hotels, in denen er und seine Familie untergebracht sind, ebenfalls wieder aus dem Koma erwacht sind. Doch eben diese Leute verhalten sich merkwürdig und scheinen die Gegenwart ihrer Mitmenschen gar nicht richtig zu registrieren. Tamara Green, eine mysteriöse Ermittlerin, die im Zuge dessen ebenfalls auf den Plan kommt, scheint die Lösung parat zu haben. Ihrer Meinung nach handelt es sich beim Verhalten der Hotelgäste um eine Konsequenz aus Nahtoderfahrungen, die mit den Ereignissen in der direkten Umgebung in Verbindung stehen. Und schneller als erhofft werden Larry und Joyce selber mit diesen Begebenheiten konfrontiert …

_Sprecher:_

Erzähler – Jürgen Kluckert
Introerzähler – Hans Paetsch
Sonny Heseltine – Engelbert von Nordhausen
Kumar – Peter Köhler
Larry Newman – Björn Schalla
Joyce Kramer – Bianca Krahl
Jana Heseltine – Andrea Aust
Steven Burns – Bernd Vollbrecht
Mr. Frandan – Dirk Müller
Tamara Green – Kerstin Sanders-Dornseif
Nicolas Skelton – Tobias Kluckert
Bakerman – Ernst Meincke
Schmidt – Andreas Ksienzyk

Idee & Konzeption: Decision Products
Regie: Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert & Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Decision Products
Tontechnik und Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Grafik: Marion Mühlberg

_Persönlicher Eindruck:_

Es ist schon unglaublich, wie ähnlich und doch so verschieden zwei aufeinanderfolgende Episoden einer Hörspielserie sein können. War „Rand der Gezeiten“ als Quasi-Neuanfang noch ein sehr stiller, Dialog-lastiger Vortrag, der sich zudem dadurch auszeichnete, dass sein Gewicht auf den Schultern anderer Protagonisten getragen wurde, greift die blutige Action in „die, die nicht bluten“ massiver und erschreckender als bislang gewohnt um sich. Zwar wird die Story in erster Linie von ihrer sehr bedrückten Atmosphäre getragen, die sich in diesem Fall zu einem sehr großen Teil auf der beeindruckenden Performance von Erzähler Jürgen Kluckert gründet, doch gerade in der zweiten Hälfte der Haupthandlung werden diverse auditive Splatter-Szenen vorgeführt, die im Hinblick auf die eher stillen Ereignisse der vorherigen Episode irgendwie völlig realitätsfremd wirken – aber eben auch zu „Gabriel Burns“ gehören wie die Butter zum Brot.

Allerdings macht man nicht den Fehler, die Action aus der Hand zu geben und Folge Nr. 32 zu einem einzigen Blutrausch verkommen zu lassen. Dezent und subtil bauen Andreas Gloge und Volker Sassenberg in ihrer stimmungsreichen Inszenierung die Spannung auf, kreieren erschreckende Bilder und ein durch und durch beängstigendes Szenario, welches schließlich über eine kleine Eruption und mehrere Folgebeben zu jenem Grauen führt, welches die Serie nach und nach mit sich trägt, welches gleichzeitig aber selten so stark ausgeprägt war wie in „Die, die nicht bluten“.

Eine weitere Ursache für die Reduzierung der blutigen Action ist indes die Souveränität der beiden Hauptdarsteller, die auch abseits des eigentlichen Protagonisten einen prima Job abliefern, sich mit dieser Position offenbar sogar noch besser arrangieren als kurz zuvor. Vor allem Björn Schalla aka Larry Newman tritt unheimlich selbstbewusst auf und füllt seine Rolle mit jenem rebellischen Charakterzug aus, der in der gegebenen Situation angebracht scheint. Bianca Krahl als Joyce Kramer steht in Nichts nach und bestätigt die wiederholt überzeugende Leistung des gesamten Sprecherteams.

Zu Sound und Effekten braucht man schließlich wohl kaum mehr was zu sagen; das Folgenreich-Team hat die Zügel fest in der Hand und garantiert einmal mehr für ein packendes Hörspiel-Erlebnis vor einem teils recht bombastischen Hintergrund. Neben den Mitarbeitern des LAUSCH-Verlags gibt es derzeit wohl keine Produktionsfirma, die moderne Fantasy/Horror-Storys so mitreißend unterlegt wie diese Damen und Herren. Und da ist „Die, die nicht bluten“ ein weiteres, sehr gutes Beispiel.

Unterm Strich bleibt also eine weitere lohnenswerte Geschichte in der Neverending Story namens „Gabriel Burns“. Zwar wird der Zusammenhang zum vertrackten Hauptstrang nur marginal angerissen, doch gerade in den komplexesten Phasen der Serie freut man sich immer mal wwieder über einen straighteren Beitrag, der mit seinem kompakten Setting Zeit zum Verschnaufen gewährt. Und genau das geschieht in Folge 32, dem nächsten Schmuckstück der ewigen Reihe!

|Audio-CD mit 63 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3829122757|
[www.gabriel-burns.net]http://www.gabriel-burns.net
[www.folgenreich.de/gabrielburns]http://www.folgenreich.de/gabrielburns
[www.myspace.com/gabrielburns]http://www.myspace.com/gabrielburns
[www.experiment-stille.de]http://www.experiment-stille.de

_Gabriel Burns bei |Buchwurm.info|:_
[„Die Grauen Engel“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3892
[„Verehrung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3960
[„Bereit (Folge 23)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4015
[„Der Erste der Zehn (Folge 24)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4038
[„… dem Winter folge der Herbst (Folge 25)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4051
[„R. (Folge 26)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4055
[„Zwielicht (Folge 27)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4246
[„Im Kreis des Vertrauens (Folge 28)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4711
[„Zwei Horizonte (Folge 29)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4889
[„Weiß (Folge 30)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5308
[„Rand der Gezeiten (Folge 31“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6616

Gloge, Andreas / Sassenberg, Volker – Gabriel Burns – Rand der Gezeiten (Folge 31) (Hörspiel)

_Story:_

Vancouver gehört offenkundig ebenfalls zu jenen zehn Städten, in denen die Grenzen zwischen Leben und Tod verschwimmen. Auf Befehl Bakermans begeben sich auch Larry Newman und Jocye Kramer in die kanadische Metropole, deren Leblosigkeit die beiden aus der Fassung bringt. Als sie an den Docks auf Bakermans Kollegen Schmidt treffen, nimmt ihr Besuch immer groteskere Züge an. Schmidt begleitet das Duo auf ein Schiff, von wo aus man auf den plötzlich wiederentdeckten Dampfer ‚Anchorage‘ trifft, der seit 1915 als verschollen gilt. Neugierig erkunden Newman, Kramer und Schmidt das Schiff – und werden Zeugen einiger merkwürdigen, beängstigenden Begebenheiten …

_Sprecher:_

Erzähler – Jürgen Kluckert
Introerzähler – Hans Paetsch
Schmidt – Andreas Ksienzyk
Bakerman – Ernst Meincke
Larry Newman – Björn Schalla
Joyce Kramer – Bianca Krahl
Maureen – Esther Münch
Everett Staunton – Gerald Paradies
weitere: Marei Hofmann & Jaqueline Bretländer

Idee & Konzeption: Decision Products
Regie: Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert und Volker Sassenbeerg
Drehbuch: Andreas Gloge & Decision Products
Tontechnik und Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Grafik: Marion Mühlberg

_Persönlicher Eindruck:_

Es ergibt eigentlich nicht viel Sinn, in eine solch komplexe Reihe wie die „Gabriel Burns“-Serie einzusteigen, nachdem die Rahmenhandlung bereits derart ausgeufert ist wie in den inzwischen schon 30 veröffentlichten Episoden. Dennoch gibt es ab und an die Möglichkeit, das Pferd von hinten aufzuzäumen und doch noch einen Einstieg zu finden, auch wenn er selbstredend nicht mehr allumfassend sein kann. Folge Nr. 31 gehört zu jenen raren Exemplaren, die quasi als Neuanfang innerhalb des verschachtelten Handlungsstrangs funktioniert, ohne dabei den Anspruch zu erheben, den gesamten Background schon zu kennen. Und auch wenn es letzten Endes empfehlenswert ist, „Gabriel Burns“ von der ersten Sekunde zu verfolgen: Nachzügler haben hier eine neue Chance!

Die Story in „Rand der Gezeiten“ ist derweil relativ zielstrebig aufgebaut, vertieft zwar hin und wieder mit einigen Randnotizen den Gesamtzusammenhang, kann aber inhaltlich durchaus für sich alleine stehen. Entscheidend hierfür ist unter anderem, dass Steven Burns als Hauptakteur gar nicht erst auftaucht und das Spielfeld seinen beiden Kollegen Kramer und Newman überlässt. Dies bedeutet für den eingefleischten Anhänger genügend Zeit, um kurz zu verschnaufen und die übergeordneten Stränge auf sich wirken zu lassen, aber eben auch eine kleine Stütze, um die neuen Handlungseinheiten logisch in den Hauptstrang einzufügen.

Die eigentliche Geschichte dieser Folge ist unterdessen mal wieder ein echtes Highlight, das nicht nur dank seiner gewaltigen Inszenierung hervorsticht. „Rand der Gezeiten“ hat unzählige überraschende Wendepunkte und gefällt mit drei waghalsigen Charakterzeichnungen, die an sich bereits spektakulär genug sind, die Folge zu den nennenswerten innerhalb der Serie zu erklären. Was dann an Bord der Schiffe passiert, unterstreicht gleich mehrere entscheidende Aspekte dieser Reihe: Die Mystery-Fraktion wird beispielsweise mit haufenweise frischem Futter versorgt, die Horror-Begeisterten dürfen sich indes über ein paar krasse Einschnitte freuen, und diejenigen, die einfach den Komplex mögen und ihnen gerne mit weiteren Schmankerln gefüttert sehen, dürfen sich über viele Querverweise freuen, die aber erst zu einem späteren Zeitpunkt an Bedeutung gewinnen werden. Zuletzt überzeugt aber vor allem die Atmosphäre, geschürt natürlich von den starken Effekten, der manchmal klaustrophobischen Gesamtstimmung und natürlich dem wiederholt packenden Soundtrack. Letztlich kommt die Spannung hinzu, die nicht nur innerhalb der Story dauerhaft präsent ist, sondern auch über den Cliffhanger in die Serienzukunft weist. Das ist Prickeln pur, minimalistisch erzählt, aber effektreich verkauft. Insofern wird „Gabriel Burns“ auch weiterhin nicht vorrangig diejenigen begeistern, denen die pure Action am bedeutsamsten ist. Vielmehr ist die Tiefe entscheidend, mit der die Serie vorgetragen wird – und das auch uneingeschränkt in dieser starken 31. Episode!

|Audio-CD mit 55 Minuten Spieldauer
ASIN: B001UNPQLO|
[www.gabriel-burns.net]http://www.gabriel-burns.net
[www.folgenreich.de/gabrielburns]http://www.folgenreich.de/gabrielburns
[www.myspace.com/gabrielburns]http://www.myspace.com/gabrielburns
[www.experiment-stille.de]http://www.experiment-stille.de

_Gabriel Burns bei |Buchwurm.info|:_
[„Die Grauen Engel“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3892
[„Verehrung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3960
[„Bereit (Folge 23)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4015
[„Der Erste der Zehn (Folge 24)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4038
[„… dem Winter folge der Herbst (Folge 25)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4051
[„R. (Folge 26)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4055
[„Zwielicht (Folge 27)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4246
[„Im Kreis des Vertrauens (Folge 28)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4711
[„Zwei Horizonte (Folge 29)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4889
[„Weiß (Folge 30)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5308

Menger, Ivar Leon / Buchna, Hendrik / Zachariae, Christoph / Beckmann, John – Darkside Park – Staffel 1 (Lesungen)

_|Darkside Park|:_

„Staffel 1 – Folge 1-6“
„Staffel 2 – Folge 7-12“
„Staffel 3 – Folge 13-18“ (erscheint am 30.09.2010)

_Inhalt:_

|Interview mit Ed| (Ivar Leon Menger)

Eine Reporterin der Porterville Times will ein Interview mit dem geheimnisvollen Ed führen, der ein ungewöhnliches Leben führt und bereits als Säugling den Menschen das Leben rettete. Doch was hat Ed mit dem Psychopathen zu tun, der seinen Opfern Tarotkarten schickt?

|Das böse Zimmer (1)| (Hendrik Buchna)

Der Psychotherapeut Dr. Frank Morgan stößt in der Vergangenheit eines Patienten auf ein düsteres Geheimnis, das zu ergründen ihn nicht nur zum Darkside Park führt, sondern auch an die Grenzen seiner Vorstellungskraft …

|Der Gesang der Ratten (1)| (Christoph Zachariae)

Sarah Freeman und ihr Freund Tom Lennox ziehen gemeinsam nach Porterville. Beide sind überglücklich und Sarah bekommt sogar den ersehnten Job in der Stadtbibliothek. Bei einem Stadtspaziergang finden sie eine leerstehende Psychiatrie, in der das Paar auf sonderbare Obdachlose trifft. Doch dann verschwindet Tom Lennox, und Sarah gelingt nur mit Mühe die Flucht aus dem Labyrinth der leerstehenden Gänge. Verzweifelt sucht sie Hilfe bei dem Sheriff von Porterville. Doch der Alptraum hat gerade erst begonnen …

|Das böse Zimmer (2)| (Hendrik Buchna)

Die Suche nach dem dünnen Mann führt Dr. Frank Morgan in die elitären Kreise von Porterville und auf die Spur einer großangelegten Intrige …

|Porterville Times| (Christoph Zachariae)

Martin Prey ist Archivar in der Stadtbibliothek von Porterville und führt ein beschauliches Leben. Gemeinsam mit seiner Ehefrau lebt er bei seiner Schwiegermutter, einer freundlichen, älteren Dame, mit der man gut auskommt, wenn man keine Widerworte hat. Doch dann bittet ihn seine neue Mitarbeiterin Sarah Freeman um Hilfe, denn ihr Freund Tom Lennox ist spurlos verschwunden. Martin Prey beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen und wird selbst in den Strudel des Schreckens hineingezogen …

|In den Jagdgründen (John Beckmann)|

Jimmy Barksdale ist Polizist in Porterville. Bei einem Einsatz wird sein Partner getötet. Jimmy Barksdale versucht auf eigene Faust weiterzuermitteln und gerät in die Fänge des düsteren Mysteriums, das den Darkside Park umgibt …

_Meinung:_

Ivar Leon Menger schuf mit DARKSIDE PARK eines der ungewöhnlichsten Hörbuch-Projekte, das schnell zahlreiche Anhänger fand und in Sachen Psychothriller nicht nur ein Novum darstellt, sondern auch eine ernstzunehmende Bereicherung. Der gestandene Hörspiel-Autor („DODO“, „Der Prinzessin“, „Plan B“) hat eigens für die auf drei Staffeln ausgelegte Serie eine Schar versierter Autoren um sich versammelt. In der ersten, vorliegenden Staffel sind das, neben ihm selbst, Christoph Zachariae, Hendrik Buchna und John Beckmann.

Als Sprecher fungiert in jeder Folge ein anderer bekannter Schauspieler, der dem Hörer die Geschichte eines Einwohners aus Porterville aus der Ich-Perspektive erzählt. Till Hagen, Eckart Dux, Nana Spier, Gerrit Schmidt-Foss und Tobias Meister legen dabei eine enorme Intensität an den Tag, so dass die packend geschriebenen Storys so unterhaltsam wie inszenierte Hörspiele wirken. Ganz ohne Musik und Effekte offenbart sich die erste Staffel von DARKSIDE PARK als geniale Sammlung von Psychothrillern von eindringlicher Suspense.

Die Geschichten sind jedoch nicht nur fesselnd und atmosphärisch, sondern auch abwechslungsreich. Dabei zieht sich das Mysterium um den sagenumwobenen Darkside Park wie ein roter Faden durch die einzelnen Geschichten. Täter, Opfer, Zeuge oder aber sekundär Betroffener – allein die unterschiedlichen Perspektiven und die verschiedenen Erzählstile der einzelnen Autoren sorgen für den besonderen Reiz dieses Hörbuches. Selbst als eigenständige Geschichten funktionieren die Folgen prima! Jeder einzelne Sprecher liefert eine Glanzleistung ab, doch am beeindruckendsten hört sich wirklich Nana Spier an, die es schafft, trotz ihrer lieblichen Stimme dem Hörer eine Gänsehaut über den Rücken zu treiben. Ein Muss für jeden Thriller-Fan!

Düster und minimalistisch präsentiert sich die erste Staffel im stabilen, aufklappbaren Karton. Die sechs CDs stecken in Papphüllen, auf deren Rückseite es nicht nur eine kurze Inhaltsbeschreibung gibt, sondern auch eine kleine Vita des jeweiligen Autors.

_Fazit:_

Geniale Thriller-Serie mit Niveau. Großartige Autoren und tolle Sprecher sorgen für ein unvergessliches Hörerlebnis.

|6 Audio-CDs mit 360 Minuten Spieldauer
Coverdesign von Ivar Leon Menger
Fotos von Peepo, Peeter Viisimaa, Selensergen, Nuno Silva
ISBN-13: 9783942261005|
[www.lauscherlounge.de]http://www.lauscherlounge.de
[www.darksidepark.de]http://www.darksidepark.de

_Florian Hilleberg_

Andreas Eschbach – Black*Out (Lesung)

Nun ist es endlich soweit. Nach dem „Marsprojekt“ gewährt Andreas Eschbach seinem Geist und seiner Schöpfungskraft einen neuen Ausflug in die Sciencefiction, ein Bereich, den er weitgehend seinen Jugendromanen überlässt. So kündigt sich auch „Black*Out“ als Erster mehrerer Teile an, deren vordergründige Zielgruppe Jugendliche sind. Doch wissen wir nicht alle, dass Eschbachs erwachsene Leser vor seinen vermeintlichen Jugendromanen keinen Halt machen?

Chris, Serenity und ihr Bruder sind in der Wüste Nevadas auf der Flucht. Vor wem, ist den beiden Geschwistern noch nicht richtig klar, doch spätestens, als sie von Militärhubschraubern verfolgt und beschossen werden, nehmen sie Chris‘ Paranoia ernst. Serenitys Vater, der Aussteiger Jeremiah Jones, wird neuerdings ebenfalls von der Regierung verfolgt und für Attentate und Terroranschläge verantwortlich gemacht. Chris behauptet, ihm helfen zu können und bittet die Geschwister deshalb, mit ihm die vagabundierende Gruppe um Jones zu finden. Denn bei Jones, das ist Chris‘ persönlicher Anreiz, befindet sich ein alter Bekannter seiner Familie:

Als Neurologe und Neurochirurg besitzt er die Fähigkeiten, die Christopher braucht, um ein unheimliches Geheimnis und gefährliche Bürde loszuwerden. Ihm wurde ein Chip implantiert, mit dessen Hilfe ihm eine direkte Verbindung ins Internet möglich ist. Der Haken: Alle Träger dieser Chips bilden einen geistigen Verbund, in Folge dessen sie ihre Individualität verlieren und absolut gleichgeschaltet werden – ihre Gedanken sind kohärent wie das Licht eines Lasers, ihr gemeinsames Ziel ist – alles. Und nur Christopher ist durch einen Defekt in der Lage, seinen Chip zu deaktivieren. Er kennt die Kohärenz, wie sich die gleichgeschalteten Menschen nennen. Er ist eine Gefahr für ihr Ziel. Er ist der Sohn eines ihrer Entwickler. Und er soll zurückgeholt werden …

Das Hörbuch ist natürlich eine gekürzte „autorisierte Lesefassung“. Das Manko bei diesen Produkten ist natürlich, dass tiefer gehende Erklärungen und Zusammenhänge oft dem Rotstift zum Opfer fallen und so in manchen Details nach dem Hören weiterer Erklärungsbedarf besteht. Das führte bereits zu Fehlinterpretationen oder auch schlechteren Beurteilungen, als einem Roman angemessen und würdig wäre. Im vorliegenden Fall ist dieser Mangel zu vernachlässigen, denn es wurde eine gute Balance geschaffen zwischen erzählerischem Tempo und nötigen Erklärungen, so dass die Spannung und der innovative Wert der Geschichte erhalten bleiben.

Die letzten Jahre kristallisieren sich immer stärker zu Jahren der medienbezogenen utopischen Literatur, und die Steigerung ist noch nicht abgeschlossen. Denken wir an Autoren wie Cory Doctorow oder Charles Stross, treffen wir auf abgefahrene Abhandlungen – nein, Erzählungen – über Weiterentwicklungen der Medientechnik, des Internets und der Breitbandverbindungen. Gefahren werden aufgezeigt, Möglichkeiten beschworen und dem Trend gefolgt, denn die Apps und Blogs und Plattformen für Handy und Co. bleiben kaum hinter den Utopien zurück.

Griff Eschbach letztens das Thema der computerbasierten Manipulation sehr ernsthaft auf, beschäftigt er sich im vorliegenden Roman zwar noch beängstigender, dennoch aber sehr utopisch, mit den Gefahren, die aus überbordender Vernetzung erwachsen könnten. Direkte Vernetzung von Gehirnen mit dem Internet über implantierte Chips sind doch trotz aller beschworener Schrecken echte Sciencefiction und rufen deshalb neben dem wohligen Schauer das beruhigende Gefühl hervor, davon noch weit entfernt zu sein. Gleichwohl spielt Eschbach auf diese Art kritisch mit dem Problem der Beeinflussung und Gleichschaltung von Gesellschaften. Noch leistet bei uns die Werbeindustrie die Arbeit, die bei Eschbach unumgänglich durch Kohärenz erledigt wird.

Genug der Interpretationen, widmen wir uns lieber den greifbaren Aspekten der Erzählung. Die Charakterentwicklung ist typischerweise bei Eschbach gut nachvollziehbar. So bleibt auch nicht verwunderlich, dass ein junger Mann, der stets allein und mit seinem Genie einsam vor seinen Problemen stand, seinen Plan zwar mit Hilfe von Anderen ausführen will, die wahren Details aber für sich behält. Dass er dabei für seine Helfer eine andere glaubhafte Geschichte inszeniert und sie damit ebenso verkackeiert wie seine Gegner, zeigt nur deutlich, dass er sich weiterhin als Einzelgänger betrachtet.

Die Gefahrenentwicklung für die anderen Beteiligten erleichtert Chris natürlich die Überzeugungsarbeit, um sie für sich zu gewinnen. So bedingen alle Geschehnisse einander und führen zu logischen Konflikten, denen sich die Protagonisten dynamisch nähern und – angewiesen aufeinander – gemeinsam zu Lösen versuchen. Es rennt also nicht ein Teenager durch Amerika und überzeugt ein paar Erwachsene von seinen Ideen, sondern die Ereignisse reißen alle mit in ihren Strudel und sorgen für gegenseitige Abhängigkeit, was die gesamte Geschichte glaubwürdig macht.

Da es sich offenbar um den Start eines Mehrteilers handelt, verbleiben ein paar lose Fäden und offene Fragen in der Geschichte. So das Rätsel um die von der Kohärenz unbemerkt vorgenommene Manipulation an Christophers Chip: Ist er also doch kein Einzelfall? Gibt es noch andere Möglichkeiten, sich von der Masse der Gehirne abzukapseln? Die Gefahr ist alles andere als gebannt, der Überraschungseffekt ist dahin und die Kohärenz wird mit jedem Tag stärker – eine gute Ausgangsbasis für weitere spannende Geschichten.

Ein Wort zum Sprecher: Stefan Kaminski, der seine Fähigkeiten selbst als „Stimmen-Morphing“ bezeichnet, trifft bei jedem Auftritt einer Figur deren Stimme in gleicher Weise, wie er sie einführte. Er liefert eine ausgezeichnete Leistung und ein Hörbuch, bei dem es Spaß macht, zuzuhören.

Ein neuer jugendlicher Eschbach, der weit näher vorstellbar ist als die Vorgänger zum Marsprojekt und neben gefährlichen Visionen auch die Hoffnung für die Zukunft nicht aus den Augen verliert. Und das Wichtigste: Spannende Unterhaltung für Jedermann!

6 Audio-CDs mit ca. 406 Minuten Laufzeit
Gelesen von Stefan Kaminski
ISBN 13 978-3-401-26062-4

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

Perry Rhodan – Konzil der Sieben (Silber Edition 74, Teil 1)

_Die Handlung:_

Es beginnt Anfang des Jahres 3459. Perry Rhodans Gehirn ist in seinen Körper zurückgekehrt, und die Galaxis wartet voller Spannung auf die Konsequenzen, die sich aus dem „Kosmischen Schachspiel“ ergeben könnten. Als dann aber die Sterne erlöschen, kommt alles anders als erhofft. Eine fremde Macht, die Laren, landet im Auftrag des „Konzils der Sieben“ auf der Erde und stellt unmissverständliche Forderungen. Hotrenor-Taak, ihr Sprecher und Anführer, bestimmt Perry Rhodan kurzerhand zum „Ersten Hetran der Milchstraße“. Der Terraner soll im Auftrag des Konzils diktatorisch über die Völker der Galaxis herrschen. Perry Rhodan bleibt nichts anderes übrig, als zum Schein auf die Forderung der Fremden einzugehen und im Untergrund gegen das Konzil der Sieben zu kämpfen. Dabei darf er nicht einmal davor zurückschrecken, zum Schein seinen Freund Atlan zum Tode zu verurteilen – ein Spiel, aus dem tödlicher Ernst wird … (Verlagsinfo für den kompletten Silberband)

_Mein Hör-Eindruck:_

Da ist sie nun, die erste |Silber Edition|, die nicht von Josef Tratnik gelesen wird. Nach 25 erfolgreichen Hörbüchern startet der Verlag, sicher auch auf Drängen der Fans hin, eine Parallelveröffentlichung von weiteren Silberbänden, die im Wechsel von Tom Jacobs und Andreas Laurenz Maier gelesen werden. Und damit man sich selbst nicht in die Quere kommt, beginnen die Lesungen mit Silberband 74, den Tom Jacobs vorliest. Die Silber Edition 75 vertont dann Andreas Laurenz Maier. In der „regulären“ Reihe hatte Josef Tratnik gerade Silberband 25 präsentiert.

Die |Silber Edition| 74 „Konzil der Sieben“ startet den „Konzil“-Zyklus, der sieben Silberbände umfasst. Band 74 selber beinhaltet die Handlung der Heftromane mit den Nummern 650-655. Das sind sechs Hefte, deren Gesamthandlung in vier Teilen vorgetragen werden. Da fragt sich der geneigte Fan mit Vorwissen, wo denn da unterbrochen wird, und der unvorbelastete Hörer freut sich auf weitere Abenteuer mit Perry Rhodan und seinen Freunden.

Es ist schon ein wenig seltsam, nach der altbekannten Titelmusik nicht die Stimme von Josef Tratnik zu hören, besonders für die, die Tom Jacobs nicht von den wöchentlichen Heftlesungen her kennen. Was allerdings ein wenig das Hörvergnügen gleich zu Anfang schmälert, ist die Zeitleiste, die Jacobs vorträgt. Das hatte Tratnik auch schon 25-mal gemacht, natürlich, sie steht ja auch am Anfang jedes Silberbandes, nur erfährt der Hörer der vorherigen |Silber Editionen| jetzt schon Dinge, die er eventuell gar nicht wissen möchte. Denn hier wird die Lücke zwischen Band 25 und 74 im Schnelldurchlauf geschlossen und die Handlung sämtlicher kommender Tratnik-Lesungen schon vorweggenommen. Wer hier also nicht schnell genug auf den „Nächster Track“-Knopf drückt, der bekommt eine Hypnoschulung der unfreiwilligen Art.

|Der erste neue Sprecher|

Tom Jacobs liest gefühlt schneller als Josef Tratnik, dieser Eindruck stellte sich sofort ein. Teilweise klingt er ein wenig unruhig und gehetzt und überträgt eine Art Nervosität. Aber er kann auch langsamer lesen und sich passend mit den bekannten Charakteren auseinandersetzen, so dass es nicht lange seltsam anmutet, dass hier Jacobs liest und nicht Tratnik. Er hat seine eigene Note, kopiert Tratnik nicht und hat es auch nicht nötig.

Einen leichten Einstand hat Jacobs allerdings nicht, so muss er doch gleich zu Anfang einen Xisrapen lesen. Diese amöbenartige Rasse kann die Lautverbindungen „an“ und „in“ mit ihrer Sprechblase nicht erzeugen, und entsprechend schwer hat es der Sprecher, wenn solche Passagen vorzulesen sind. Jacobs spricht den Außerirdischen gequält, gedrungen, bedrückt, fast asthmatisch und irgendwie leidend. Es hat den Anschein, dass hier auch das Leid des Sprechers mit eingeflossen ist. Allerdings hat der Erfinder dieser Rasse 1974 sicher noch nicht daran gedacht, dass in 36 Jahren einmal jemand diese Sprache laut vorlesen würde.

Davon abgesehen macht Jacobs seinen Job wirklich gut und transportiert die Stimmung und die Handlung überzeugend. Insgesamt wirkt sein Vortrag ein wenig lebendiger als der von Tratnik, an dem er sich natürlich messen lassen muss. Tratnik ist eher der ruhigere und gemächlichere Vorleser, wohingegen Jacobs mehr Schauspiel vor dem Mikro und somit ein wenig mehr Action in die Ohren bringt.

Im Speziellen spricht er Gucky nicht wie „Kermit der Frosch“. Zwar auch ein wenig gedrungen, aber nicht so nervend, wie Tratnik diesen Charakter vertont. Und Icho Tolot spricht er nicht wie einen ruhigen Riesen mit tiefer Stimme, wie sein Kollege es tut, sondern kräftig laut und mit Abstand vom Mikrofon.

|Keine neuen Effekte|

In Sachen „Hintergrund“ bleibt der Verlag bei Altbewährtem. So werden die bereits aus den Tratnik-Lesungen bekannten Effekte und Ambientesounds an den Anfang einiger Tracks gestellt. Dies könnte gern öfter und vielfältiger getan werden. Auch die Titelmusik ist gleich geblieben. Lediglich das Ende unterscheidet sich von den Vorgängern durch ein „Ende Teil 1“ des Sprechers statt der bekannten Abspannmusik. Diese wird wahrscheinlich am Ende des letzten Teils wieder zu hören sein und auf der im November erscheinenden Komplett-Ausgabe der |Silber Edition|.

|Die MP3s|

Beim Taggen der 45 Dateien, die in der Qualität 128kbps, 41,1kHz und in Joint Stereo vorliegen, ist ein wenig geschlampt worden. Die ersten 16 Tracks tragen eine andere ID als die folgenden 29. Bei der One-Track-Version gibt es dieses „Problem“ natürlich nicht.

_Mein Fazit:_

Das Experiment, eine neue Parallelreihe mit |Silber Editionen| zu starten, ist geglückt. Es ist keine Blasphemie, wenn Jacobs statt Tratnik zu hören ist, denn auch er versteht es, durch seine Vortragsart den Hörer zu fesseln, und schafft durch unterschiedliche Betonungen und Stimmmodulationen einen Wiedererkennungswert bei den Charakteren.

Eine etwa 7,5 Minuten lange Hörprobe bietet der Verlag [hier]http://www.einsamedien.de/MP3/hoerprobe__se74.mp3 an.

|MP3-Download mit ca. 215 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 3:52 h
Sprecher: Tom Jacobs|
[perry-rhodan-shop.de]https://perry-rhodan-shop.de
[perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

Hinweis: Die MP3-Fassung erscheint im November auch auf 2 CDs im Handel.

Frank, Jacquelyn – Jacob (Schattenwandler 1) (Lesung)

_Die |Schattenwandler|-Serie:_

Band 1: _“Jacob“_
Band 2: „Gideon“
Band 3: „Elijah“
Band 4: „Damien“ (erscheint im November 2010)
Band 5: „Noah“ (noch nicht auf Deutsch angekündigt)

_Die Schattenwandler sind_ ein uraltes Dämonenvolk, dem die Liebe zu den Menschen verboten ist, da diese für die Menschen tödlich enden würde. Der Schattenwandler Jacob hat die Fähigkeit, jeden verirrten Dämon aufzuspüren, der versucht, einen Menschen zu verführen, und bringt diese Dämonen wieder auf den rechten Weg. Er selber trotzt der Versuchung schon seit Jahrhunderten. Zudem sucht er auch Dämonen, die von Nekromanten (Magiern) abberufen wurden, um diese, falls eine Rettung unmöglich ist, zu vernichten.

Jacob ist gerade auf der Suche nach einen abberufenen Dämon, als er auf Isabella trifft. Die schöne junge Frau betrachtet gerade den Nachthimmel, als Jacob sie anspricht. Übermütig lehnt Isabella sich zu weit aus dem Fenster und fällt Jacob in die Arme.

Als Isabella Rauch aus einer nahen Lagerhalle riecht, laufen beide dort hin. In der Lagerhalle wütet der transformierte Dämon, den Jacob sucht. Es kommt zu einem Kampf, und als es für Jacob immer schlechter aussieht, tötet Isabella den Dämon überraschend. Jacob ist fassungslos, denn seit er denken kann, ist so etwas noch keinem Menschen gelungen.

Er beschließt, Isabella mit in seine Heimat zu nehmen, um sie dem Dämonenkönig Noah vorzustellen und ihr Geheimnis zu lüften. Was er sich nicht eingestehen will: Er begehrt Isabella und ist nahe dran, das Gesetz der Dämonen selber zu brechen.

_Kritik_

Mit „Jacob“ hat Jacquelyn Frank den vielversprechenden Auftakt zur |Schattenwandler|- Serie geschrieben. Verfasst aus der Perspektive eines Beobachters, findet sich der Hörer schnell in die Geschichte rund um die Schattenwandler ein. Das Hörbuch ist spannend und mitreißend erzählt, die Geschichte der Schattenwandler macht neugierig und sticht aus der breite Masse der momentan gebotenen romantischen Fantasy aus. Die sympathischen und gar nicht bösen Dämonen kann der Hörer direkt ins Herz schließen, und auch Isabella kann punkten.

Die Spannung kommt nicht zu kurz, ein konstanter Spannungsbogen, der im Hörbuch sehr gut umgesetzt wurde, fesselt an das Geschehen und der Hörer wird förmlich in die Geschichte hineingezogen. Den vollen Umfang der Handlung bekommt man in dieser stark gekürzten Lesung leider nicht geboten. Die Geschichte um die Schattenwandler und Isabella entwickelt sich rasch, doch leider kommen dabei in diesem Hörbuch die Protagonisten und die Orte der Handlung etwas zu kurz. Detaillierte Beschreibungen fallen weg und auch die Protagonisten wirken teilweise eindimensional. Zudem hat der Hörer ab und an das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben

_Fazit_

Das Hörbuch „Jacob“ hat mich auf jeden Fall neugierig auf die |Schattenwandler|-Serie von Jacquelyn Frank gemacht. Leider ist dieses Hörbuch viel zu kurz und daher wenig detailgetreu. Ich werde die |Schattenwandler|-Serie auf jeden Fall weiter verfolgen, dabei aber auf eine exklusive und ungekürzte Version, die es ebenfalls gibt, zurückgreifen.

Die Sprecherin Tanja Geke hat mich völlig überzeugt, ihr Timbre und die Betonungen passen wunderbar zu der Geschichte. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme versteht es die Sprecherin, die Geschichte gekonnt in Szene zu setzen. Auch die einzelnen Charaktere bekommen eine eigene Ausdrucksform, so dass man sie schnell unterscheiden kann.

_Autorin_

Jacquelyn Frank wurde in New York geboren und lebt heute mit ihren Katzen in einem großen Haus in North Carolina. Zu ihren Lieblingsautorinnen gehören Christine Feehan, J. R. Ward, Kresley Cole und Sherrilyn Kenyon. (Verlagsinfo)

_Sprecherin_

Die Schauspielerin Tanja Geke, geboren 1971 in Berlin, ist bekannt aus der TV-Serie „Dr. Sommerfeld – Neues vom Bülowbogen“. Ihre warme, ausdrucksvolle Stimme leiht sie u. a. Kate Hudson und Scarlett Johansson. Zudem arbeitet sie als Sängerin. (Verlagsinfo)

|4 Audio-CDs mit 315 Minuten Spieldauer
Originaltitel: Jacob (2006)
ISBN 9783839810460|
[www.argon-verlag.de]http://www.argon-verlag.de
[www.egmont-lyx.de]http://www.egmont-lyx.de

_Nadine Warnke_

Thomas Thiemeyer – Der Palast des Poseidon (Chroniken der Weltensucher 2)

Die „Chroniken der Weltensucher„:

Band 1: „Die Stadt der Regenfresser“
Band 2: „Palast des Poseidon“
Band 3: „Der gläserne Fluch“
Band 4: „Der Atem des Teufels“
Band 5: „Das Gesetz des Chronos

Als Hörbuch erschienen lediglich die ersten drei Bände.

Die Handlung:

Im Mittelmeer verschwinden plötzlich Schiffe auf unerklärliche Weise, angeblich sei ein Seeungeheuer dafür verantwortlich. Carl Friedrich von Humboldt, der nach seinem Abenteuer in Peru unter die Freelancer gegangen ist, wird von einer griechischen Reederei beauftragt, mit seinem Team heraus zu finden, was hinter der ganzen Sache steckt. Und so macht er sich mit dem Schiff „Calypso“ auf die Reise, um über und unter Wasser nach der Ursache zu suchen.

Mein Hör-Eindruck:

Das Hörerlebnis

Ohne Musik, ohne Geräusche, ohne Vorankündigung der Art „Sie hören …“ geht es direkt los mit der Geschichte. Und nach den ersten Minuten hatte ich den Eindruck, als würde Dietmar Wunder mit angezogener Handbremse lesen oder davon ausgehen, dass der Hörer nur eine begrenzte Anzahl an Wörtern pro Minute verarbeiten kann. Dieses Gefühl legte sich zum Glück recht schnell wieder, als der Sprecher anfing zu zeigen, was er kann, und das ist so einiges.

Er kann auf jeden Fall auch schneller lesen, wenn es spannend und dramatisch wird. Er kann seine Stimmfarbe modulieren oder einen Berliner Akzent auflegen, wenn die Leute des niederen Volkes reden, und er kann leicht aufgesetzt klingen, wenn Carl Friedrich von Humboldt spricht. Ganoven, Frauen und Ausländer weiß er gekonnt unterschiedlich zu sprechen und der Wiedererkennungswert der Charaktere ist die ganze Zeit über gegeben.

Schon nach den ersten turbulenten Szenen hatte ich vergessen, dass ich anfänglich ein wenig Untermalung vermisst hatte. Im Nachhinein gesehen, kommt das Hörbuch auch gut ohne aus, denn Dietmar Wunder macht seine Arbeit wirklich gut und es dem Hörer durch seine Erzählweise wirklich schwer, das Hörbuch zu stoppen, wenn es mittlerweile zu spät zum Weiterhören oder man auf der Arbeit angekommen ist.

Die von den Charakteren empfundenen Emotionen vermittelt Wunder von träumerisch bis gemein genauso souverän wie entspannte und angespannte Situationen durch Anpassung der Lesegeschwindigkeit und Änderung der Stimmlage.

Auch wenn das Hörbuch ohne Geräusche und Musik gut auskommt, wäre für eine Fortsetzung eine dauerhafte Untermalung perfekt. Ein paar Windgeräusche, ein Meeresrauschen, ein wenig sanfte Musik im Hintergrund, und das Hörerlebnis wäre auch noch perfektes Kopfkino. Die einzigen „Spezialeffekte“, die es zu hören gibt, sind Pseudo-Funkgeräte-Stimmen und ein wenig Hall. Die Kollegen im englischsprachigen Ausland machen das schon eine ganze Weile so und steigern dadurch das Erlebnis noch mal um einiges.

Der Sprecher

Dietmar Wunder ist die deutsche Stimme von Adam Sandler, Jamie Foxx, Robert Downey Jr. und Daniel Craig. Dass er auch auf verschiedenen Theaterbühnen gespielt hat, kommt ihm bei dieser Produktion zugute.

Das Case – Das Booklet

Die CDs saßen ziemlich fest im Jewelcase und ich hatte Angst, dass ich entweder die Halterung oder aber die CDs beim Herausnehmen beschädige. Aber das ist bei Jewelcase-Boxen, die für mehrere CDs bestimmt sind, leider schon immer so gewesen.

Wenn man die CD-Trays umklappt, kommt ein schöner, altertümlich gezeichneter Kartenausschnitt einer Weltkarte zum Vorschein, der Griechenland und die umliegenden Meere zeigt. Das Cover des Booklets ziert das wunderschön gestaltete und gezeichnete Bild, das auch schon die Vorderseite des Buches bildet. Im Booklet ist der Inhalt der sechs CDs aufgeführt und man kann anhand der Namen der einzelnen Tracks leicht gesuchte Stellen in der Geschichte wiederfinden.

Dann folgt eine Seite mit Infos zu Thomas Thiemeyer und Dietmar Wunder und im Anschluss eine „Encyclopedia Humboldtica“. Diese erklärt alphabetisch sortiert dreizehn Begriffe aus und zu der Geschichte. Enthalten sind unter anderem Wörter wie „Roboter“, „Atlantis“, „Eiffelturm“ oder „Tesla, Nikola“.

Danach gibt es noch ein paar Seiten mit Werbung für andere Hörbücher des Verlags.

Mein Fazit:

Ein tolles Abenteuer für Fans der klassischen Jules-Verne- und Steampunk-Abenteuer, gelesen von einem, der es kann. Diese Lesung war für mich wie ein spannendes Buch, von dem man wirklich nur noch schnell dieses eine Kapitel zu Ende lesen will und dann aber auch wirklich aufhört, ganz ehrlich, versprochen. Ich hatte Mühe, mich zurückzuhalten, das ganze Abenteuer auf einen Schlag zu hören. Ab und zu musste ich leider aus der Welt von Carl Friedrich von Humboldt in meine eigene zurück.

Gekürzte Lesung auf 6 Audio-CDs mit ca. 450 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3-8337-2612-5
www.jumboverlag.de
www.weltensucher-chroniken.de
www.thiemeyer.de

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 1,50 von 5)

Gloge, Andreas / Sassenberg, Volker – Point Whitmark: Der Seelenkünder (1/2) (Folge 29) (Hörspiel)

Der Hörspielmarkt boomt wie selten zuvor; neue Serien schießen wie Pilze aus dem Boden, etablierte Reihen finden immer mehr Zulauf, und während man vor lauter Auswahl schon fast den Überblick verliert, sind die Produktionsteams in der Pflicht, ihren bisherigen Meisterstücken immer noch eins draufzusetzen. Im Zuge dieser Entwicklung hat sich in letzter Zeit allerdings auch eine Unsitte eingespielt, die in der Draufsicht sicherlich gar nicht mal so schlecht wirkt, bei näherer Betrachtung aber lediglich in den seltensten Fällen auch wirklich effektiv ist. Die Rede ist von Doppelfolgen, denen man zwar zutrauen darf, einen etwas komplexeren und breiteren Epos zuzulassen, die jedoch auch die Unart mit sich führen, phasenweise über echte Längen zu verfügen. Nach 28 straffen Episoden ist nun auch „Point Whitmark“ mit einem solchen Zweiteiler beehrt worden. Und siehe da: Einige der bekannten Probleme treffen auch auf „Der Seelenkünder“ zu!

_Story:_

Im benachbarten Hafenstädtchen Casa Vargas veranstalten Jay, Tom und Derek eine außergewöhnliche Radioshow in der direkten Nähe des Strands. Das Trio hat sich eine menschliche Nachahmung des einstigen Hofastronomen Ramiro Luiz del Santos geangelt, der das Publikum mit einigen Tricks und mystischen Darbietungen bei Laune halten soll. Doch während seines Auftritts geschieht etwas Unfassbares: Jay verschwindet plötzlich spurlos, während die Nebelmaschine ihren Betrieb beschleunigt. Und als die beiden Freunde ihn wiederentdecken, steht er immer noch unter Hypnose und verhält sich völlig eigenartig. Erst nach einiger Zeit kommen Tom und Derek wieder an ihn heran und nutzen die Trance zu ihrem Vorteil. Doch zu diesem Zeitpunkt ist ihnen bereits klar, dass ihr Pseudo-Astronom eine viel elementarere Rolle spielt als die des Entertainers. Stattdessen ist er auf der Suche nach dem schwarzen Okular, mit dessen macht man seine Mitmenschen angeblich beherrschen soll. Und offensichtlich hat das Artefakt seine Wirkung bei Jay bereits hinterlassen …

_Sprecher:_

Erzähler – Jürg LöwJay Lawrence – Sven Plate
Tom Cole – Kim Hasper
Derek Ashby – Gerrit Schmidt-Foss
Ramiro Luiz des Santos – Bodo Henkel
Inquisitor – Gerald Paradies
Arturo – Dominik Freiberger
Cesar Uria – Holger Michel
Nestor Benitez – Bert Stevens
Percy Briggs – Günter Burchert

Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Regie: Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert, Volker Sassenberg, Markus Segschneider, Manuel Rösler
Ton & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Tonassistenz: Ramona Heinisch
Illustration: Ingo Masjoshusmann

_Persönlicher Eindruck:_

Nach dem mystischen, mittelalterlichen Intro steigen die Erwartungen an die neue „Point Whitmark“-Episode bereits exponentiell; der Querverweis in das Spanien des 17. Jahrhundert, dazu ein paar undurchdringliche Informationen, und schon ist die Grundlage für ein neues Abenteuer geschaffen. Allerdings hat Regisseur Volker Sassenberg diese Einleitung nur pro forma vorangeschoben, ohne im späteren Verlauf noch einmal näher darauf einzugehen – obschon ein gewisser Querverweis auf jene Ära in der Thematik der Handlung begründet ist. Stattdessen lässt er seine drei Helden Jay, Tom und Derek mit Vorliebe zum Zuge kommen und bereitet im Eiltempo die nächste Grundlage, auf der nun die tatsächliche, aktuelle Story fußt.

Und es geht in den nächsten Minuten enorm temporeich vorwärts; das Verschwinden von Jay, der Unfall bei der Radioshow, die nebulösen Bekanntschaften, die Tom und Derek innerhalb von wenigen Minuten machen und schließlich das eigenartige ‚Comeback‘ ddes Freundes, dessen Trance-Zustand schließlich den Ausschlag für die weiteren Ermittlungen der drei Hobbydetektive gibt. So weit, so gut. Jedoch ist das Problem mit den oben angeführten Längen trotz des ordentlichen Tempos relativ bald gegeben; die Handlung windet sich um ihren eigentlichen Kern und gibt zahlreiche Infos über das Okular und seine mögliche Herkunft, entwickelt sich aber auch mit durchgetretenem Gaspedal nicht so recht vorwärts. Immer wieder kehrt man zum Ausgangspunkt zurück, und auch wenn die Rollen der einzelnen Figuren mit wachsender Spieldauer klarer werden und auch der Background ein Stückweit gelüftet wird, hat man mehrfach das Gefühl, dass hier inhaltlich einiges gestreckt wurde, damit der Rahmen eines Zweiteilers auch nie gefährdet wird.

Der Plot hat indes genügend Potenzial, begründet durch die Thematik, schließlich aber auch durch die fantastische Performance der handelnden Akteure. Vor allem Sven Plate als verwirrter Jay Lawrence spielt seinen Part formidabel und glaubhaft und steht an der Spitze einer guten Teamleistung, die auch von Bodo Henkel und Dominik Freiberger in den Nebenrollen gut ausgekleidet wird. Nichtsdestotrotz könnte man einige Passagen womöglich kompakter ausfüllen und sich in der Breitenauslegung der Story ein wenig einschränken, damit der Fokus noch deutlicher herausgearbeitet wird. Dies macht sich vor allem dadurch bemerkbar, dass Erzähler Jürg Löw häufig ins Geschehen eingreift und mit einigen längeren Überleitungen das ausführt, was die Action alleine nicht mehr leisten kann. An der wirklich gut inszenierten Atmosphäre ändert dies Gott sei Dank nichts, wobei hier vor allem die jederzeit passend eingesetzten Effekte und die prima Soundkulisse eine bedeutsame Rolle spielen. Und trotzdem: Ohne das Projekt ‚Doppelfolge‘ als solches zu verurteilen, hat man im Gefühl, dass man hier in einigen Passagen direkter hätte agieren können.

Nichtsdestotrotz hat „Point Whitmark“ nun einmal einen Standard etabliert, den auch der erste Teil von „Der Seelenkünder“ problemlos halten kann. Womöglich wird die Fortsetzung, die nach einem nicht ganz so geschickt platzierten Cliffhanger angesetzt wird, auch die kleinen Schwierigkeiten der ersten Episode kaschieren können. Das Thema ist jedenfalls interessant, die Performer bestens aufgelegt und die atmosphärische Darstellung ebenfalls wieder stark. Fehlt nur noch ein wenig Zielstrebigkeit, damit die Kritik schnell wieder kaschiert werden kann!

|Audio-CD mit 64 Minuten Spieldauer
Empfohlen ab 8 Jahren
ISBN-13: 978-3-8291-2323-5|

_|Point Whitmark| bei |Buchwurm.info|:_
Folge 1: [„Die Bucht der 22 Schreie“ 5128
Folge 2: [„Die rote Hand des teufels“ 5256
Folge 22: [„Die blutenden Schlüssel“ 4793
Folge 23: [„Der Duft der Finsternis“ 5058
Folge 24: [„Am Tag der großen Flut“ 5410
Folge 25: [„Die fiebrigen Tränen“ 5551
Folge 26: [„Die Diener der Pest“ 5743
Folge 27: [„Eiland der Gespenster“ 5817
Folge 28: [„Der leere Raum“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6175

Fünf Freunde und das rätselhafte Sternbild (Folge 87)

_Story:_

Da Onkel Quentin sein Felsenhaus in diesem Sommer für sich beansprucht, verbringen die Fünf Freunde ihre Ferien ausnahmsweise bei Tante Fanny in Greenwich. Dort lernen sie alsbald Maxi, die Tochter eines Astronomen, kennen, die ihren neuen Freunden kurzerhand die wichtigste Errungenschaft ihres Städtchens, die berühmte Sternwarte, näher bringt. Doch der Besuch im Observatorium bringt einen skandalösen Fund: Eine der wichtigsten Sternkarten wurde anscheinend entwendet und durch eine spiegelverkehrte Kopie ausgetauscht. Maxi und die Feriengäste begeben sich rasch auf die Suche nach dem offensichtlich entwendenden Sternbild und reisen hierzu selbst zur berüchtigten Universität von Oxford, wo neue Spuren den Täterkreis einengen. Doch während die sechs Gefährten verdeckt ermitteln, kommt ihnen ständig die Aufseherin, Mrs. Harison, in die Quere. Ob sie womöglich ebenfalls in den Diebstahl involviert ist?

_Sprecher:_

Erzähler – Lutz Mackensy
Julian – Ivo Möller
Dick – Jannik Endemann
Anne – Theresa Underberg
George – Alexandra Garcia
Tante Fanny – Ursula Sieg
Loreena – Anja Topf
Maxi – Julia Fölster
Mr. lassell – Jürgen Holdorf
Mrs. Harison – Claudia Schermutzki
Sekretärin – Rhea Harder
Pförtner – Volker Bogdan
Guide – Wolfgang Kaven

Buch: Katrin Dorn
Redaktion: Hilla Fitzen, Wanda Osten
Produktion und Regie: Heikedine Körting
Effekte: André Minninger
Musik: Tonstudio EUROPA

_Persönlicher Eindruck:_

Man muss sich einfach wiederholen: Die „Fünf Freunde“ sind wohl derzeit die lebendigsten Seriendarsteller aus dem Hause Europa, zumindest was die klassischen Reihen aus der wohl wichtigsten Hörspiel-Schmiede der vergangenen Jahre betrifft. Mit der 87. Episode hat man kürzlich ein weiteres, richtig spannendes Schmankerl aufgelegt, welches sich thematisch auf „Fünf Freunde“-Neuland begibt, einige interessante neue Darsteller einführt, aber auch in Sachen Story-Arrangement absolut rund ist und selbst im durchschaubaren Mittelteil bzw. im vorhersehbaren Finale kaum Wünsche offen lässt. „Fünf Freunde und das rätselhafte Sternbild“, dies sei bereits vorweggenommen, wird keinen Liebhaber von Enyd Blytons berüchtigten Charakteren enttäuschen!

Die Geschichte um die Sternwarte zeichnet sich hierbei einmal mehr durch ein angenehm hohes Tempo und eine durchweg engagierte Leistung auf Seiten der Sprecher aus. Episode Nr. 87 bringt viele bekannte Sprachtalente auf den Plan, die ambitioniert, teilweise sogar schon fast übermotiviert an ihren Job herangehen, wie in diesem Falle Julia Fölster, die ihren Part als Maxi mit dem gleichen jugendlichen Hochmut ausfüllt, den man zuletzt noch bei den aktuellen Folgen von „TKKG“ kritisiert hatte – nur eben mit dem Unterschied, dass die Wirkung hier ungleich positiver ist.

Inhaltlich ist die Sache souverän über die Ziellinie gebracht, wobei man kritisch anmerken darf, dass der Plot relativ bald durchschaubar ist und man die Übeltäter ziemlich schnell entlarvt hat. Dies tut dem Spannungsaufbau aber keinen Abbruch, da „Fünf Freunde und das rätselhafte Sternbild“ nebenbei ein ganz ordentliches Infotainment bietet und vor allem das jüngere Publikum mit einem guten Mix aus spannendem Kriminal-Hörspiel, Abenteuerreise und Explorationsdurst füttert. Die wirklich sehr gut gelungenen Charakterzeichnungen sind zudem ein nennenswerter Bonus, der sich auch auf die Nebendarsteller ausweitet, wenngleich besagte Maxi mit ihrem besserwisserischen Gehabe vielleicht ein grenzwertiger Fall ist. Andererseits bringt ihr Part eine Menge Leben in die Story und in die allgemeine Inszenierung, so dass man an dieser Stelle von einer zu scharfen Kritik absehen sollte.

Erwähnenswert ist schließlich auch noch die gute Einbindung des Erzählers; Lutz Mackensy hält sich angenehm zurück, bringt entscheidende Hinweise, trägt die Last der Geschichte aber keineswegs zu deutlich auf seinen Schultern. Die Prioritäten sind gut auf die einzelnen Charaktere verteilt, was sich in sehr lebhaften Dialogen, einer generell sehr ausgewogenen Interaktion und einer, im Hinblick auf die Effekte, deutlichen Reduzierung von Nebengeräuschen.

Schlussendlich erhält man mit Folge 87 ein typisches „Fünf Freunde“-Hörspiel mit Wurzel-Charakter; denn auch wenn die Sprache angepasst wurde, ist „Fünf Freunde und das rätselhafte Sternbild“ ähnlich prickelnd wie die Sternstunden der Anfangszeit!

|Audio-CD mit 55 Minuten Spieldauer
Empfohlen ab 6 Jahren
ASIN: B003EADFPK|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Die |Fünf Freunde| bei |Buchwurm.info|:_
[„… verfolgen den Wilderer (Folge 74)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4674
[„… und die verlorenen Blüten (Folge 86“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6365

Göllner, Marco – Schwestern der Gnade (Dorian Hunter 11) (Hörspiel)

_Story:_

Dorian Hunters Frau Lilian soll endlich von ihrem Leiden befreit werden und wird auf Geheiß ihres Gatten in das Sanatorium von Dr. Demming eingewiesen, der feststellen soll, ob Lilian je wieder in der Lage sein wird, ein normales Leben zu führen. Doch in der Heilanstalt gehen merkwürdige Dinge vor sich, und als Lilian beobachtet, dass ein schwarzer Engel umhergeht und die Insassen der Nervenklinik tötet, kommt auch Dorian wieder ins Spiel.

Unter verdecktem Namen lässt er sich in der Person des Gary Stack ebenfalls einweisen und wird Zeuge der grausamen Ereignisse, von denen der Oberarzt aber anscheinend gar nichts wissen mag. Weitere Morde folgen, und als Dorian alias Gary endlich klarsieht und nach Hilfe ruft, wird er wegen seiner angeblich wahnhaften Vorstellungen vom Personal nur müde belächelt. Erst als ihm klar wird, dass nicht nur der Doktor, sondern auch einige Schwestern ein falsches Spiel treiben, sieht sich Hunter genötigt, zu einigen persönlichen Geheimwaffen zu greifen – und den Verrückten tatsächlich überzeugend zu mimen …

_Persönlicher Eindruck:_

Nach der epischen Doppelfolge aus dem Mittelalter ist Dorian Hunter in der elften Episode der Hörspiel-Serie wieder in der Gegenwart angekommen und wird dort auch wieder von der harten familiären Realität getroffen. Seine Frau steht erneut im Fokus, und ihre Krankheit beschäftigt den Dämonenjäger mehr als alles andere. Doch die Lösung des Problems bringt nur noch mehr Schwierigkeiten – und in null Komma nix ist ein neuer Komplex aufgerissen, der sich bis zu den Anfängen der Geschichte erstreckt.

Genauer gesagt wird man sogar an das Debüt herangeführt, in dem Lilian Hunter ebenfalls eine tragende Rolle spielte und in dem der Wahnsinn, der sie umgibt, zum ersten mal erwähnt wurde. Nach wie vor ist sie besessen und benötigt dringend Hilfe, um aus ihrem nervlichen Unheil entfliehen zu können. Und immer noch steht der sonst so souveräne Hunter diesem Umstand nahezu hilflos entgegen und sucht händeringend nach Möglichkeiten, dieses Dilemma endgültig zu besiegen.

Doch die Beziehung der beiden steht letzten Endes nicht im Mittelpunkt des aktuellen Hörspiels „Schwestern der Gnade“. Vielmehr präsentiert sich die Reihe an dieser Stelle als rasanter Fantasy-Krimi, der den inhaltlichen Wahn in eine atmosphärisch völlig eigenwillige Geschichte ummodelliert und ihn dazu nutzt, eine größtenteils durchgedrehte Stimmung zu produzieren, von der die Story aber maßgeblich profitiert. Wenn die beiden seltsamen Schwestern Mercy und Hercy beispielsweise von ihren Vorlieben für bestimmte Teesorten schwadronieren, hat dies einen völlig zynischen Charakter, der die Handlung als solche auch sehr gut beschreibt.

Hunters Action-Vorlieben kommen dementsprechend häufig zur Geltung, selbst wenn die vielen Szenen, die einem flotten Arrangement bedürfen, nicht direkt mit einer temporeichen Action-Sequenz gekoppelt werden. Das blühende Leben in „Schwestern der Gnade“ geht letzten Endes nämlich zu einem mindestens gleichwertigen Teil von den außergewöhnlichen Dialogen aus, die nicht nur inhaltlich sehr stark sind, sondern auch in der Performance das mitunter beste sind, was der Hörspiel-Markt derzeit zu bieten hat – und das lässt sich allgemein auch für den „Dorian Hunter“-Backkatalog bestätigen. Die Leistung in Folge 11 sind durchaus Referenz.

Die Story selbst glänzt in allen relevanten Eckpunkten, hält die Spannung ungewöhnlich lange auf dem Extrem-Niveau und ist von zahlreichen Wechseln und Überraschungen gezeichnet. Die Atmosphäre ist dabei das Sahnehäubchen und windet sich wie ein Chamäleon durch sämtliche Stimmungen, ist düster, dann wieder einfach nur mitreißend, schließlich aber auch bedrückend und zwischenzeitlich von ironischer Natur – ganz so, wie die Story es permanent einfordert. Dass offene Ende ist zu guter Letzt keine große Neuerung mehr, sondern steigert die Vorfreude auf all das, was unter dem Titel „Dorian Hunter“ noch passieren wird. Allerdings wird man sich in künftigen Produktionen ziemlich anstrengen müssen. Die Messlatte, die mit „Schwestern der Gnade“ gesetzt wurde, liegt wirklich immens hoch!

_Sprecher:_

Dorian Hunter – Thomas Schmuckert
Lilian Hunter – Iris Artajo
Dr. Demming – Peter Matic
Schwester Hercy – Luise Lunow
Schwester Mercy – Jessy Rameik
Arnie – Stefan Fredrich
Marvin Cohen – Frank Gustavus
Gene Hallowell – Eckart Dux
Deborah Ashton – Kirstin Hesse
John Storm – Jörg Reichlin
Danny Dean – Leonhard Mahlich
Kitty – Simona Pahl
Trevor Sullivan – Konrad Halver
Coco Zamis – Claudia Urbschat-Mingues
Donald Chapman – Frank Felicetti
Phillip Hayward – Tim Kreuer
Sekretärin – Anette Gunkel

Aufnahmen: Alexander Rieß & Bruno Guozzi
Produktion: Dennis Ehrhardt, Zaubermond Verlag
Skript, Regie und Tonproduktion: Marco Göllner
Musik: MoorlandMusic
Titelmusik: Joachim Witt
Illustrationen: Mark Freier
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp

|Audio-CD mit ca. 75 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3829123792|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.marcogoellner.de]http://www.marcogoellner.de
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de

_“Dorian Hunter“ bei |Buchwurm.info|:_
[„Im Zeichen des Bösen“ (Folge 1) 5432
[„Das Henkersschwert“ (Folge 2) 5477
[„Der Puppenmacher“ (Folge 3) 5585
[„Der Folterknecht – Die Nacht von Nancy“ 6382 (Folge 10, Teil 1 von 2)
[„Der Folterknecht – Hexenhammer“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6384 (Folge 10, Teil 2 von 2)

Jack Slaughter 11: Im Haus des Todes

Jack Slaughter:

Folge 1: „Tochter des Lichts“
Folge 2: „Tochter des Lichts 2: Professor Dooms Erwachen“
Folge 3: „Das Tor zur Hölle“
Folge 4: „Virus in Jacksonville“
Folge 5: „Am Ende der Welt“
Folge 6: „Im Land der Vampire“
Folge 7: „Dr. Jekyll und Mrs. Hyde“
Folge 8: „Das Herr der Finsternis“
Folge 9: „Die Wurzel des Bösen“
Folge 10: „Werwolf im Schafspelz“
Folge 11: „Im Haus des Todes“

Story:

Jack Slaughter 11: Im Haus des Todes weiterlesen

Perry Rhodan – Brennpunkt Andro-Beta (Silber Edition 25)

_Die Handlung:_

|Im Jahr 2402 steht die Entscheidung bevor: Die Terraner stoßen nach Andro-Beta vor, jene Kleingalaxis im Vorfeld der großen Galaxis Andromeda. Dort wollen Perry Rhodan und seine Begleiter jene Gefahr bannen, die der Milchstraße durch die Meister der Insel und ihre Angriffe droht.

Mit seinem Raumschiff, der |CREST II|, unternimmt Perry Rhodan erste Erkundungsflüge in den absolut fremden Raum. Sie stoßen auf einen Moby, ein riesiges Lebewesen, das in der Lage ist, im Leerraum zwischen den Sternen zu existieren. In seinem Innern leben die geheimnisvollen Twonoser – ein Volk mit vielen Facetten.

Während die Terraner noch die ersten Kontakte knüpfen, erkennen die Herrscher über Andromeda, dass Fremde ihren Herrschaftsbereich betreten haben. Sie reagieren sofort – und Perry Rhodan kommt in Kontakt zu einem alten Volk, das er bereits kennt und über dessen Ursprünge er in der Fremde mehr erfährt …|
(Verlagsinfo)

_Das Hörbuch:_

25 Lesungen der „Perry Rhodan“-Silberbände gibt es mittlerweile. Welcher Fan hätte 2002 mit dem Erscheinen von „Die Dritte Macht“ erwartet, dass die Hörbuchversion der Silberbände tatsächlich so lange durchhalten würde?

Dies ist nicht zuletzt der Verdienst von Josef Tratnik, denn Hörbücher und insbesondere Lesungen stehen und fallen mit dem Sprecher. Tratnik erzählt wie immer souverän und enthusiastisch eine spannende Geschichte und klingt dabei wie bei der ersten Silber Edition. Ich habe keine Ermüdungserscheinungen feststellen müssen, denn Tratnik ist immer noch mit dem gleichen Eifer bei der Sache wie schon vor acht Jahren, als die erste Lesung erschien, auch wenn es mir in diesem Silberband im Vergleich zu den Vorgängern zu viel Gerede um die und mit den Mobys und zu wenig Action gab. Aber dafür kann ja der Sprecher nichts.

Der Stammhörer, und davon gibt es offenbar sehr viele, hört an jeder von Tratnik aufgelegten Stimmfarbe sofort, welcher Charakter gerade spricht, noch bevor es die Story verrät. Allein den Telepathen John Marshall liest er exakt so wie Perry Rhodan selber. Autoritär, selbstbewusst, mit kräftiger Stimme und manchmal leicht hektisch. Das könnte zu Verwirrungen führen, aber wenn die beiden aufeinandertreffen, dann verändert Tratnik die Stimme von Marshall leicht.

Gucky verursacht nach wie vor jedem Hörer einen Tinitus, weil der Kermit-Akzent in den Ohren schmerzt, wenn das Hörbuch mit Kopfhörern gehört wird. Hier wäre ein Meter Abstand vom Mikro angenehmer gewesen. Das Gleiche gilt auch für die Vertonung der Umweltangepassten. Diese Charaktere werden von Tratnik wie immer ins Mikro geschrien.

Ansonsten erwartet den Hörer wieder das ganze Spektrum aller Akzente, derer Tratnik mächtig ist, und die gewohnt ruhige und Ich-spreche-jetzt-so-tief-wie-ich-kann-Stimme von Icho Tolot.

Mit Musik und Ambient-Sounds wird mir immer noch zu vorsichtig umgegangen. Zwar ist mittlerweile hörbar mehr Untermalung da (auch wenn es teilweise nur ein nervender Dauerton ist) als noch zu Zeiten der „Dritten Macht“, aber es ist noch reichlich Raum für mehr Beiwerk vorhanden. Hier wünsche ich mir weiterhin eine Angleichung an amerikanische Standards. Bei den Lesungen der neuen amerikanischen „Star Wars“-Hörbücher ist immer etwas zur Geschichte Passendes im Hintergrund zu hören, was das ganze Geschehen wesentlich lebendiger macht.

|Die Bonus-CD und der Bonus-Sprecher|

Da Josef Tratnik nicht den ganzen Tag nur für „Perry Rhodan“ lesen kann und die (zahlungswilligen) Fans nach mehr Hörnachschub drängten, wird die Jubiläums-Geschichte „Helden im Ruhestand“ von Andreas Laurenz Maier gelesen. Diese Novelle, die auf einer Bonus-CD enthalten ist, wurde von Marc. A. Herren geschrieben und soll mit einem Augenzwinkern auf den neuen Plan des Verlages rund um Perry Rhodan hinweisen.

Maier ist den Abonnenten der wöchentlichen Heftlesungen der Erstauflage von „Perry Rhodan“ bereits bekannt und wird ab September im Wechsel mit Tom Jacobs, der ebenfalls zum Stamm der Sprecher der Heftlesungen gehört, einen parallel erscheinenden Silberband-Zyklus vorlesen.

Auch Maiers Leistung als Sprecher ist rundum überzeugend. Im Gegensatz zu Tratnik macht er teilweise längere Sprachpausen und legt ein wenig mehr Schauspiel in seine Darbietung, was der Geschichte einen Hauch mehr Lebendigkeit verleiht als dem Vortrag Tratniks. Dadurch wirkt die Erzählung sehr stimmungsvoll und manchmal auch dramatisch, auch wenn es sich um eine Humoreske handelt.

Auf jeden Fall ist Maier als Sprecher ein Gewinn für das Franchise, und Fans, die ihn von den Heftlesungen noch nicht kennen, brauchen keinen Qualitätsabbruch zu befürchten, nur weil der neue Parallel-Zyklus nicht von Josef Tratnik gelesen wird.

|Die „neuen“ Silber Editionen|

„Das Konzil“ besteht aus sieben Silberbänden, die jeweils in vier Teilen in dreiwöchigem Abstand parallel zu den Tratnik-Lesungen erscheinen sollen. Außerdem wird es diese Lesungen nicht mehr als Audio-CD-Boxen geben, sondern als MP3-Download und, nach Erscheinen des vierten und letzten Teils eines Silberbandes, auch als MP3-CD.

Die künftigen Lesungen mit Josef Tratnik wird es nach wie vor auch als schicke Pappboxen geben, die nebeneinander im Regal ein nettes Bild zeigen, das sich aus den Rändern der einzelnen Schuber zusammensetzt.

_Das Fazit:_

Perry-Rhodan-Hörbuch-Fans greifen hier eh zu und müssen nicht erst überzeugt werden, denn sie wissen mittlerweile, was sie bei einer Tratnik-Lesung erwartet. Die einzige Enttäuschung ist die lange Stille zwischen dem Ende des letzten Tracks und dem ersten von Silber Edition 26, die in drei Monaten erscheint.

Auch die Idee des Verlages, eine Bonus-Geschichte in diese Jubiläumsbox zu packen, wird gut ankommen und dient zeitgleich dazu, Werbung für den im September startenden neuen Parallel-Zyklus zu machen.

Bleibt mir und den anderen Fans nur zu wünschen, dass auch dieser Zyklus mit den „neuen“ Sprechern so gut ankommt und so lange durchhält wie die bereits laufende Serie.

|13 CDs in Papp-Klappbox, einzeln in Papphüllen verpackt
Spieldauer: ca. 14,5 Stunden („Brennpunkt Andro-Beta“) + 1 Stunde („Helden im Ruhestand“)
Gelesen von Josef Tratnik, Bonus-CD gelesen von Andreas Laurenz Maier
Booklet mit Vorwort zum Jubiläum, Cover der Einzelromane und einer Risszeichnung eines Raumschiffs der Twonoser
ISBN-13: 978-3939648796|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de/
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Frank Borsch – Die Stadt in der Mitte der Welt (Perry Rhodan 2553, Hörbuch)

|In der Milchstraße schreibt man das Jahr 1463 Neuer Galaktischer Zeitrechnung – das entspricht dem Jahr 5050 christlicher Zeitrechnung. Seit über hundert Jahren herrscht Frieden: Die Sternenreiche arbeiten daran, eine gemeinsame Zukunft zu schaffen. Als aber die Terraner auf die sogenannten Polyport-Höfe stoßen, Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit, tritt die Frequenz-Monarchie auf den Plan: Sie beansprucht die Macht über jeden Polyport-Hof. Mit Raumschiffen aus Formenergie oder über die Transportkamine der Polyport-Höfe rücken die Vatrox vor, und anfangs scheinen sie kaum aufzuhalten zu sein. Dann aber entdeckt man ihre Achillesferse in ihrer stärksten Waffe: Die Vatrox verfügen mittels ihrer Hibernationswelten über die Möglichkeit der »Wiedergeburt«. Als die Terraner ihnen diese Welten nehmen und die freien Bewusstseine dieses Volkes einfangen, beenden sie die Herrschaft der Frequenz-Monarchie. Allerdings sind damit nicht alle Gefahren beseitigt: Noch immer gibt es Vatrox, darunter den gefährlichen Frequenzfolger Sinnafoch, und mindestens zwei rivalisierende Geisteswesen, die mit dieser fremden Zivilisation zusammenhängen. Sinnafoch hat es mit zwei Begleitern in einen unbekannten Raum und zu einer seltsamen Kultur verschlagen – es ist DIE STADT IN DER MITTE DER WELT …|
(Verlagsinfo)

_Das verkannte Genie_ der D’Tar, F’har, hilft seinen unbekannten Besuchern auf der Suche nach einem Weg, der sie von D’Tarka führen kann. Dabei überwindet er geistig die indoktrinierten Sperren seiner Gesellschaft und schmuggelt Kruuper und Philip in den innersten Kreis der Stadt, wo sie einen Transferkamin zu aktivieren hoffen – eine vergebliche Hoffnung, da er ausschließlich als Einbahnstraße funktioniert.

In seiner Todesmotivation (da von einem anderen Atemgemisch abhängig ist) unternimmt Kruuper im Folgenden einen Trial-and-Error-Marathon an dem Controller, den Sinnafoch in seiner Bewusstlosigkeit nicht bedienen kann. Und tatsächlich: Kruuper findet einen weiteren Transferkamin im Land D’Tarka, in einer Station am Rand der Welt. F’har erklärt sich bereit, die drei Flüchtlinge dorthin zu fahren, doch vor den Mauern der Stadt wartet eine undurchdringliche Barrikade aus den empörten Einwohnern und ihrer Zugmaschinen …

_Wieder liest Renier_ Baaken die Geschichte, der im zweiten Teilzyklus von |Stardust| mit dem Band 2550 den überzeugendsten Beitrag leistete. Auch in diesem zweiten Teil des Doppelromans von Frank Borsch erweist er sich souveräner als sein Vorgänger Michael-Che Koch, so ist zum Beispiel durch die Betonung sehr viel genauer zu hören, wie einzelne Namen gemeint sind. Was der Vorleser natürlich nicht ausgleichen kann, ist der Inhalt des Romans. Zwar liefert Borsch ein solides Stück Arbeit ab, doch die Spannung lässt leider auf sich warten. Zumindest was die Ebene der Gegenwart, das Geschehen um das Trio auf D’Tarka, betrifft.

Hier wird schnell im Hinblick auf die zweite Ebene, Sinnafochs erste Kampfeinsätze, Wiedergeburten und sein Werdegang zum Frequenzfolger, deutlich, dass die D’Tar den Ursprung der Darturka darstellen und Letztere als Zuchtform aus Ersteren hervorgegangen sind. Ein weiteres Verbrechen der Frequenzmonarchie, deren Vorgehensweise jetzt auch dem Neuleser (Hörer) deutlich gemacht wird und die auch an ihren eigenen Mitgliedern und Führerpersonen wie Sinnafoch selbst keine Grenzen kennt.

Zurück zur ersten Ebene: Es wiederholt sich der Wettkampf der beiden Kontrahenten mit ihren Zugmaschinen, wodurch nicht wirklich Spannung erzeugt werden kann. Das Eindringen in die Mitte der Welt hat ebenfalls keinen Erfolg gebracht, was nicht zu erstaunen weiß, da es sonst ein ziemlich kurzer Roman geworden wäre. Sinnafochs Rührseligkeit zum Ende des Romans ist der einzige Überraschungseffekt, denn scheinbar hat ihn die Bewusstlosigkeit der Kontrolle seines „Partners“, des implantierten Kontrolleurs im Gehirn, entrissen, was sicherlich irgendwann zu einem tragischen Tod dieses Antihelden führen wird. In einem Moment, wo er sich völlig von der Beeinflussung löst und der guten Seite anschließt. Reine Spekulation.

Die Vergangenheitsebene: Hier wird durchaus Spannung aufgebaut, da Sinnafoch scheinbar ein völlig anderer Charakter ist, voll Verantwortungsgefühl und nur durch Propaganda fehlgeleitet. Seine Erlebnisse mit Deliachlan sind tragisch geladen, da bereits die Konfrontation mit dem Frequenzfolger Okure und dessen nachwiedergeburtlichem Wandel den Weg andeutet, den diese Freundschaft gehen wird. Überraschend hingegen ist die Erkenntnis, dass dieser Wandel durch einen implantierten Chip oder Ähnliches hervorgerufen wird …

_Die Vergangenheitsebene bietet_ mehr, insgesamt gibt Borsch einen guten Einblick in Sinnafochs Entwicklung und deutet kommende moralische Konflikte an. Zumindest für gute Unterhaltung wird dies eine Basis sein können.

|MP3 Format, 235 Minuten
gelesen von Renier Baaken|
exklusiv erhältlich über den [Perry Rhodan Shop]http://www.perry-rhodan-shop.de/
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Schubert, Ulli (Autor) / Delling, Gerhard (Sprecher) – Leselöwen: Elfmetergeschichten (Lesung)

_Als Ergänzung zu_ den jeweiligen gebundenen Ausgaben scheint die Hörbuch-Reihe zum Lernspaß mit den „Leselöwen“ eine feine Sache, zumal die jeweiligen Geschichten auch bewusst in einem Tempo vorgetragen wird, welches sich für den Nachwuchs prima zum Mitlesen eignet. Dies gilt auch für die „Elfmetergeschichten“ von Ulli Schubert, die zwei Jahre nach der Erstveröffentlichung des Buches nun auch in der Audio-Nachlese erhältlich sind – und das mit niemand geringerem als Sportmoderator und Günter Netzer-Imtimus Gerhard Delling!

Allerdings scheint ausgerechnet jener Profi-Sprecher mit seiner Rolle als Vorleser ein klein wenig überfordert, da er viele Passagen schlichtweg zu nüchtern und emotionslos herüberbringt. Natürlich sollte in erster Linie der Fokus auf die Begleitung des lesenden Publikums liegen, sprich die klare Aussprache und eine nicht allzu lebendig gestaltete Ausprägung in der sprachlichen Performance. Allerdings ist die Darbietung in den „Elfmetergeschichten“ phasenweise so trocken und kalt, dass es Delling kaum gelingt, zumindest einen dezenten Spannungsbogen in die Erzählungen einzubauen. Und das nagt schlussendlich doch ein wenig an dieser Audio-Veröffentlichung.

_Die sechs Kurzgeschichten_ hingegen sollten vor allem das Fußball-begeisterte Publikum im Grundschulalter begeistern. Auf jeweils 4-5 Minuten verteilt geht es um kleine Helden, Moral, Freundschaft, Teamgeist und natürlich auch um den Sieg am runden Leder. Besonders witzig ist dabei die Auftaktgeschichtee „Fußballweisheiten“, die sich mit einigen Floskeln um besagtes Spielgerät hervortut, diese jedoch auch leicht verständlich und am Beispiel erklärt an den jungen Leser bzw. Zuhörer heranträgt. Dass der Gefoulte etwa nicht selber zum Elfmeter antreten sollte, weiß man nicht erst seit gestern. Schon ein wenig rasanter geht es in „Der Nörgler“ zu, in dem der Verfasser der Spielbericht für seine subjektiv ausgerichtete, nicht ganz faire Kritik an den letzten Spielen angeprangert wird. Und wer im Fußball auch etwas Phantastisches sieht, wird mit „Kapitän des Jahres“ belohnt, bei dem eine Piratengruppe an das Spiel herangeführt wird. Ebenfalls sehr witzig!

Die Erzählung, die sich schließlich in erster Linie an den Kameradschaftsgeist in einer Fußballmannschaft richtet, ist womöglich auch die Beste im Sechserverbund. Hier wittert einer der Stürmer seine große Chance, wird dann jedoch im Tor aufgestellt und muss akzeptieren, dass er damit eher der Mannschaft dient. In „Was tun?“ leistet sich Ulli Schubert kurz vor Schluss noch einen kleinen Fauxpas. Die Schule, deren Schüler hier eine Partie gegen das Lehrerkollegium ausrichten möchte, hat als Namensgeber ausgerechnet Lothar Matthäus – jenen Ex-Internationalen, der momentan nur mit Negativ-Schlagzeilen durch die Presse geistert. Keine wirklich glücklich Wahl, da dieser werte Herr seine Idolfunktion neben dem Platz nie mehr rechtfertigen konnte. Mit „Ein Herz und ein Elfmeter“ endet schließlich eine inhaltlich sehr gute, mit schönen Texten gefüllte CD, die zwar ihre Gesamtspielzeit kaum ausreizt, dabei aber auch einer Überforderung seitens der Zielgruppe vorbeugt. Aufgewertet wird das Ganze schließlich durch sieben Liedbeiträge, die der Sache schließlich mehr Leben einhauchen können als Dellings dröge Stimme – die letzten Endes auch der einzige Schwachpunkt einer ansonsten absolut lohnenswerten Veröffentlichung ist!

|Audio-CD mit 35 Minuten Spieldauer
ISBN 978-3-8337-2571-5|
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