
Mit „Der Turm der Göttin“ und „Im Reich der Atlantiden“ machte uns die britische Autorin Jane Gaskell mit Cija und ihren romantischen Abenteuern in der Zeit vor dem Untergang Atlantis‘ bekannt. Die Autorin benötigte elf weitere Jahre, bis 1977, um den abschließenden Atlantis-Band zu schreiben. Zudem hat sie die Erzählperspektive gewechselt, was dem Zyklus doch noch etwas Pfiff verleiht. Denn die letzten Abenteuer Cijas schildert ihre Tochter Seka.
Seka ist ebenso blauhäutig wie ihr von Echsen abstammender Vater, der Kaiser Zerd, und stumm seit einem traumatischen Erlebnis auf Atlantis. Sekas Alter bleibt unklar, aber so alt, wie sie ihren (sexuellen) Erlebnissen nach sein müsste, kann sie eigentlich noch gar nicht sein. Aber vielleicht geht das bei Echsenabkömmlingen schneller?
„Ihre Mutter erwartete die Rückkehr des „Drachen“, der von einer heißblütigen und kampferfahrenen Königstochter begehrt wird, und er ist dieser Liaison keineswegs abgeneigt, um seine schwindende Macht zu erneuern.
Jeder Unterstützung beraubt, bleibt Cija wieder nur eine Flucht in die Wildnis, um das nackte Leben zu retten, bleiben die Entbehrungen eines rastlosen Wanderlebens, ausgeliefert den Launen und Gelüsten derer, denen es besser geht, und den Schikanen ihrer eifersüchtigen Frauen, und die Hoffnung auf ein Wunder, irgendwann heimkehren zu können.“ (Verlagsinfo)
Die Atlantis-Trilogie der Engländerin Jane Gaskell entstand ab dem Jahr 1963. Sie zählt zu den besten Verarbeitungen des Atlantis-Mythos. Der Zyklus wurde bei Heyne bereits zweimal aufgelegt, zunächst in vier Bänden 1976, zuletzt 1987 in fünf Bänden. Diese Editionsdaten werden lobenswerterweise mit angegeben, denn sonst könnte diese Ausgabe recht verwirrend erscheinen.
Die Autorin
Jane Gaskell (* 7. Juli 1941 in Grange-over-Sands, Lancashire) ist eine britische Fantasy- und Horror-Autorin. (Wikipedia.de) NEEDS UPDATE!
Cija-Zyklus
1 The Serpent (1963)
Deutsch: Der Turm der Göttin. Heyne SF&F #3508, 1976, ISBN 3-453-30398-9.
2 The Dragon (1963)
Deutsch: Der Drache. Heyne SF&F #3516, 1976, ISBN 3-453-30382-2.
3 Atlan (1965)
Deutsch: Im Reich der Atlantiden. Heyne SF&F #3530, 1977, ISBN 3-453-30396-2.
4 The City (1966)
Deutsch: Im Land der Affenmenschen. Heyne SF&F #3543, 1977, ISBN 3-453-30436-5.
5 Some Summer Lands (1977)
Deutsch: Die Länder des Sommers. Heyne SF&F #4455, 1988, ISBN 3453009991.
Die Bände „The Serpent“ und „The Dragon“ erschienen ursprünglich in einem Band unter dem Titel „The Serpent“. Die deutschen Übersetzungen sind sämtlich von Horst Pukallus.
Einzelromane
Strange Evil (1957)
King’s Daughter (1958)
Attic Summer (1962)
The Shiny Narrow Grin (1964)
All Neat in Black Stockings (1968)
A Sweet, Sweet Summer (1969)
Summer Coming (1969)
Sun Bubble (1990)
Handlung
Cijas Tochter Seka berichtet von Cijas weiterem Lebensweg: erneute Zusammentreffen mit deren Halbbruder Smahil und mit Zerd, eine verpfuschte Abtreibung, Zerds letzter Feldzug gegen das Nordreich, aus dem Cija stammt. Nach einem wie gewohnt demütigenden Intermezzo in einem gottverlassenen Dorf – damit die Heldin wieder auf Normalgröße zurechtgestutzt wird – landen Cija und Seka auf ihrer Suche nach Papa Zerd in der Hauptstadt des Nordreiches, wo sie auf den Atlantiden Judz treffen.
Der nimmt sie mit zum großen Showdown auf seinen Inselkontinent. Dort zerstört er, angeblich um die Welt zu retten, sämtliche Deiche im Landesinneren, was natürlich für die Stabilität des Landes nicht so positiv ist: Atlantis zerbricht und sinkt, doch Cija und Zerd finden endlich zueinander (hach!). Seka hat unterwegs ihre Sprechfähigkeit wiedergefunden, was will man mehr – wir sind alle eine große, glückliche Familie.
Mein Eindruck
Auch im Abschlussband der Trilogie bleibt sich Jane Gaskell mehr oder weniger treu, auch wenn diesmal Sekas Blickwinkel für so manche Überraschung gut ist. Doch an einigen Stellen zieht sich die Handlung derartig in die Länge, dass so manchem Leser der Geduldsfaden reißen dürfte. Die ewige Trostlosigkeit in Cijas Leben ist so nervend, dass die glücklichen Momente dagegen schon wieder unglaubwürdig wirken.
Die Atlantis-Trilogie ist ein restlos ermüdender Zyklus, dem man zwar eine gewisse Unterhaltsamkeit nicht absprechen kann, der aber aufgrund seiner Klischees und regelmäßig auftretenden Langatmigkeit weit hinter seinem Potenzial zurückbleibt.
Schade eigentlich, denn Gaskell versteht wirklich, durch ihr Erzählen zu unterhalten. Sie schrieb bereits mit 14 Jahren 1957 ihren ersten Roman namens „Strange Evil“. 1958 erschien bereits ihr erster Atlantis-Roman mit dem Titel „King’s Daughter“, in dem schon eine erste Figur aus dem späteren Atlantis-Zyklus auftaucht, den sie 1963 startete, also mit gerade mal 22 Jahren. Ihre Atlantis-Romane zeichnen sich durch überschäumende, lebhafte Erfindungsfreude aus, die jedoch durchaus im Erzählstil übers Ziel hinaus schießen kann.
Taschenbuch: 573 Seiten
O-Titel: Some summer lands, 1977;
Aus dem Englischen übertragen von Horst Pukallus,
ISBN-13 9783453178960
Heyne
Der Autor vergibt: 



