Meg Shaffer – Das Buch der Wünsche

Worum geht’s?

Der Roman erzählt die Geschichte von Lucy Hart, einer jungen Lehrerin mit einer schwierigen Vergangenheit, die sich nichts sehnlicher wünscht als eine Familie. Besonders wichtig ist ihr der Waisenjunge Christopher, den sie gerne adoptieren würde. Als sie von einem geheimnisvollen Wettbewerb des berühmten Autors Jack Masterson erfährt, sieht sie darin die Chance, ihr Leben zu verändern und ihren größten Wunsch vielleicht doch wahr werden zu lassen.

Inhalt

Lucy hatte als Kind kein leichtes Leben und fand Trost vor allem in Büchern. Besonders die fantasievollen Geschichten über „Clock Island“ haben sie geprägt und ihr das Gefühl gegeben, nicht allein zu sein. Heute arbeitet sie als Lehrerin und versucht, diese Liebe zu Geschichten an ihre Schüler weiterzugeben. Einer davon ist Christopher, ein Waisenjunge, zu dem sie eine besonders enge Bindung hat. Lucy möchte ihm ein Zuhause geben, doch ihre eigenen Lebensumstände lassen sie daran zweifeln, ob sie dieser Verantwortung gewachsen ist.

Als sie von einem Wettbewerb des berühmten Autors Jack Masterson erfährt, beschließt sie teilzunehmen. Der Preis ist ein einzigartiges, unveröffentlichtes Buch – doch für Lucy geht es um weit mehr: Sie hofft, dadurch eine neue Perspektive für ihr Leben zu bekommen. Zusammen mit anderen Teilnehmern reist sie auf eine abgelegene Insel, die stark an die magische Welt aus den Kinderbüchern erinnert.

Dort müssen die Teilnehmer verschiedene Aufgaben lösen, die nicht nur ihr Wissen, sondern auch ihre inneren Ängste und Wünsche offenlegen. Für Lucy wird die Reise zu einer intensiven Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit, ihrer Unsicherheit und ihrem Wunsch nach Zugehörigkeit. Gleichzeitig lernt sie den Illustrator Hugo kennen, mit dem sich eine vorsichtige, aber bedeutungsvolle Beziehung entwickelt.

Im Verlauf des Wettbewerbs wird deutlich, dass der Autor selbst ein Geheimnis hat und der Wettbewerb nicht nur ein Spiel ist, sondern eine Prüfung der persönlichen Wünsche und Werte. Lucy erkennt Schritt für Schritt, dass ihr größter Wunsch nicht materieller Erfolg ist, sondern Liebe, Verantwortung und ein Gefühl von Familie. Am Ende geht es weniger um den Gewinn als darum, wer sie selbst sein möchte und welchen Weg sie für ihr Leben wählt.

Mein Eindruck

Mich hat dieses Buch vor allem emotional sehr berührt. Schon zu Beginn konnte ich mich gut in Lucy hineinversetzen, weil ihre Unsicherheit und ihr Wunsch nach Zugehörigkeit sehr authentisch dargestellt werden. Sie wirkt nicht perfekt oder besonders stark, sondern menschlich – und genau das macht sie so glaubwürdig. Besonders bewegend fand ich ihre Beziehung zu Christopher, weil man spürt, wie sehr sie sich wünscht, gebraucht zu werden und gleichzeitig Angst hat zu scheitern.

Die Mischung aus Realität und märchenhafter Atmosphäre hat mir ebenfalls sehr gefallen. Die Insel und die Aufgaben wirken symbolisch, fast wie eine Reise in Lucys Inneres. Dadurch bekommt die Geschichte eine tiefere Bedeutung, ohne unrealistisch zu wirken. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, dass es weniger um äußere Ereignisse geht, sondern mehr um persönliche Entwicklung und Selbstfindung.

Besonders gelungen finde ich die Botschaft des Romans: Wünsche sind nicht immer so einfach, wie sie erscheinen. Oft wünschen wir uns etwas, weil wir glauben, dadurch glücklich zu werden, obwohl es eigentlich um etwas Tieferes geht – wie Liebe, Sicherheit oder Anerkennung. Diese Erkenntnis wird im Buch sehr feinfühlig vermittelt, ohne belehrend zu wirken.

Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass die Handlung stellenweise etwas vorhersehbar ist. Manche Wendungen lassen sich erahnen, und nicht jede Entwicklung überrascht wirklich. Trotzdem hat mich das nicht stark gestört, weil der Fokus klar auf den Gefühlen und der inneren Entwicklung der Figuren liegt, und diese sind sehr überzeugend dargestellt.

Über die Autorin

Meg Shaffer ist Teilzeit-Dozentin für kreatives Schreiben und Vollzeit-MFA-Kandidatin für Fernsehen und Drehbuchschreiben am Stephens College in Columbia, Missouri. Wenn sie sich nicht gerade Hitchcock-Filme ansieht, liest sie Star Trek-Romane oder macht ein Nickerchen. (Verlagsinfo)

Fazit

„Das Buch der Wünsche“ ist ein einfühlsamer, emotionaler Roman über Sehnsucht, Mut und die Kraft von Geschichten. Er zeigt, dass Wünsche nicht immer in der Form in Erfüllung gehen, die man erwartet, dass sie uns aber helfen können, uns selbst besser zu verstehen.

Mir hat besonders gefallen, wie realistisch die Figuren wirken und wie behutsam die Themen Verlust, Hoffnung und Familie behandelt werden. Das Buch regt dazu an, über die eigenen Wünsche nachzudenken und darüber, was im Leben wirklich zählt.

Insgesamt ist es für mich eine sehr berührende Geschichte, die Hoffnung vermittelt und gleichzeitig zeigt, dass Glück oft dort zu finden ist, wo man lernt, sich selbst zu vertrauen und Verantwortung zu übernehmen. Ein ruhiger, emotionaler Roman, der lange nach dem Lesen im Kopf bleibt.

E-Book: 6,0 MB
Originaltitel: The Wishing Game
Ins Deutsche übersetzt von Paula Telge
ISBN: ‎ 978-3641327194

www.droemer-knaur.de

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