„Das kleine Café der zweiten Chancen“ von Shiori Ota erzählt von einem besonderen Ort, an dem Menschen für einen kurzen Moment in ihre Vergangenheit zurückkehren können. In nur 4 Minuten und 33 Sekunden – so lange wie die Zubereitung eines Kaffees dauert – erhalten sie die Möglichkeit, verpasste Chancen noch einmal zu erleben und vielleicht anders zu handeln. Im Zentrum stehen dabei Themen wie Reue, Verlust, Versöhnung und die Frage, ob sich die Vergangenheit wirklich verändern lässt.
Inhalt
Das Geschehen spielt in einem kleinen, unscheinbaren Café in Sapporo, das von der geheimnisvollen Frau Hayari geführt wird. Verschiedene Gäste betreten das Café, jeder mit einer eigenen Geschichte und einem inneren Konflikt. Sie alle tragen Bedauern mit sich – sei es eine verpasste Gelegenheit, unausgesprochene Worte oder ein schmerzlicher Verlust. Durch die magische Eigenschaft des Cafés können sie noch einmal in einen entscheidenden Moment ihres Lebens zurückkehren. Doch die Zeit ist begrenzt, und schnell wird klar, dass es weniger darum geht, die Vergangenheit grundlegend zu verändern, sondern vielmehr, einen neuen Blick auf sie zu gewinnen.
Mein Eindruck
Mir hat das Buch insgesamt mittelmäßig gut gefallen. Die Grundidee ist sehr schön und hat etwas Beruhigendes und Tröstliches. Allerdings ist es definitiv ein Werk, auf das man sich einlassen muss. Die Handlung ist ruhig, stellenweise fast schon entschleunigt, und lebt mehr von Emotionen und Gedanken als von Spannung oder überraschenden Wendungen. Manche Geschichten haben mich berührt, andere hingegen wirkten etwas vorhersehbar oder weniger tiefgehend, als ich es mir gewünscht hätte. Der Schreibstil ist angenehm, aber eher schlicht gehalten, was gut zur Atmosphäre passt, jedoch nicht immer fesselt.
Über die Autorin
Shiori Ota ist Autorin der preisgekrönten Manga-Serie Beautiful Bones mit über 1 Million verkauften Exemplaren und Fernsehverfilmung. „Das kleine Café der zweiten Chancen“ ist ihr erster ins Deutsche übersetzte Roman., „Das Cafe der magischen Minuten“ ihr zweiter Roman (Verlagsinfo)
Fazit
„Das kleine Café der zweiten Chancen“ ist ein ruhiger, nachdenklicher Roman mit einer schönen, fast märchenhaften Grundidee. Wer gefühlvolle Geschichten mag und sich auf ein langsames Erzähltempo einlassen kann, wird hier sicherlich berührende Momente finden. Für mich war es ein solides, aber nicht herausragendes Leseerlebnis – angenehm für zwischendurch, jedoch ohne großen Nachhall.
E-Book: 2.2 MB
Originaltitel: Majo no iru kafeten to 4 pun 33 byō no timetravel
Ins Deutsche übersetzt von Anemone Bauer
www.droemer-knaur.de
Der Autor vergibt: 




