Diese Storyauswahl präsentiert SF-Erzählungen aus dem SF-Magazin ANALOG, dem Nachfolger von John W. Campbells ASTOUNDING. Der SF-Freund findet hier:
– Die Story eines Überschallflugzeugs im Ersten Weltkrieg;
– Die Titel-Story von den Menschen, die im Asteroidengürtel leben und arbeiten;
– Und die Story von der Befreier GmbH und ihren schärfsten Konkurrenten.
Das Magazin
ANALOG gewann achtmal den begehrten HUGO Award als bestes (US-) Sciencefiction-Magazin. Zusammen mit seinem Vorgänger ASTOUNDING blickte es anno 1983 auf eine rund 50-jährige Geschichte zurück, in der zahlreiche SF-Klassiker erstmals veröffentlicht wurden. Viele berühmte Autoren des Genres begannen auf seinen Seiten ihre Karriere, so etwa Isaac Asimov, Robert A. Heinlein, Theodore Sturgeon und A. E. van Vogt. Wolfgang Jeschke (Hrsg.) – Planetoidenfänger. SF-Erzählungen weiterlesen →
Einfallsreiche und mehrfach ausgezeichnete SF-Erzählungen
„Terry Bissons SF-Geschichten bieten alles, was man sich nur wünschen kann: originalität, Humor, Charme, Intelligenz – und sie sprühen geradezu vor Phantasie“. Paul Park, Schriftsteller. Die Titelgeschichte wurde mit drei Preise des Genres ausgezeichnet: dem HUGO, dem NEBULA und dem LOCUS Award. „Die Zukunft der Science Fiction.“ WASHINGTON POST
Eines Tages erwachte der Fönig zum Gezwitscher einer Fohlmeise, eines Folibris und eines Faninchens, denn in seinem Fönigreich wurden alle Ks durch Fs ersetzt. Ein Moerschen für Erwachsene. (Verlagsinfo) Wieder einmal hat der Vater von Käptn Blaubär und dem kleinen Arschloch zugeschlagen: „Der Fönig“ versetzt die Republik in einen kollektiven Lachkrampf. In „Der Fönig“ verbindet Moers Sprachspiel mit gekonnter Zeichenkunst zu einem recht irrwitzigen Comic-Cocktail – nicht nur für Erwachsene. Walter Moers – Der Fönig. Ein Moerschen. weiterlesen →
85 Jahre nach der Schlacht von Corrin ist das Imperium von Kaiser Salvador mehr denn je in zwei Fraktionen gespalten. Auf der einen baut Josef Venport mit seiner Navigatorengilde seinen Machtbereich aus, auf der anderen führt der Maschinenfeind Manford Torondo seine „Butlerianer“ gegen jede Art von Maschinennutzung. Ein Kulturkonflikt von epischen Ausmaßen ist die Folge, und jede Vereinigung muss wählen, auf welcher Seite sie letzten Endes steht.
Gilbertus Albans hat die Mentatenschule auf Lampadas gegründet. Auf Lampadas befindet sich auch Torondos Hauptquartier. Daher muss Gilbertus sehr vorsichtig agieren, zumal er den Speicherkern des letzten Roboters, Erasmus, wie seinen Augapfel hütet.
Obwohl die letzte Reste der Maschinenverbände und alle Denkmaschinen systematisch vernichtet werden, wagen es die Bene Gesserit, im Verbogenen Computer weiterhin einzusetzen. Ein Jahr zuvor haben sie von kaiserlichen Truppen schwere Verluste hinnehmen müssen, konnten aber ihre Computer und Datenbanken retten und verstecken. Damit planen sie das genetische Schicksal der Menschheit. Weil sich die bislang einzige Ehrwürdige Mutter Raquella unter großem Zeitdruck sieht, betraut sie die einzige andere, neue Ehrwürdige Mutter Valya Harkonnen mit heiklen Aufträgen wie etwa der Wiederbeschaffung der Gendatenbank. Aber Valya Harkonnen verfolgt einen geheimen Racheplan: Sie will Vorian Atreides finden und alle seine Nachkommen eliminieren…
Diese Besprechung basiert auf der Taschenbuchedition der englischsprachigen Originalausgabe.
„Das Wunschtal“ (The Beginning Place) ist ein relativ früher Fantasyroman der Autorin Ursula K. Le Guin aus dem Jahr 1980. Doch auch hier findet man die gleiche hohe Qualität des Erzählens wie in ihren preisgekrönten und verfilmten Erdsee-Romanen. Allerdings ist die Geschichte selbst wenig bewegend und alles andere als actionreich.
Die Vorgeschichte eines zweimal verfilmten Bestsellers der Science-Fiction – lohnt sich das überhaupt zu lesen? Es lohnt sich durchaus, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Man sollte auf jeden Fall die Verfilmung „Der Wüstenplanet“ von 1984 gesehen haben (und wer hat das nicht?).
Nicht schlecht wäre es, wenn man auch die literarische Vorlage DUNE dazu kennen und womöglich sogar verstehen würde (das sind immerhin ein paar Millionen Leser weltweit).
Ein junger Mann wird dreimal in der Nacht angerufen – und jedes Mal ist er selbst am anderen Ende der Leitung. Genauer gesagt, sein zukünftiges Ich, und dreimal soll er die Welt vor der unausweichlichen Zerstörung retten. »Mondnacht« lautet der Titel dieser Kurzgeschichte von Cixin Liu, die der preisgekrönte Herausgeber und Übersetzer Ken Liu zusammen mit fünfzehn weiteren Erzählungen der besten Science-Fiction-Autoren Chinas in diesem Band versammelt hat.
Manche sind bereits in der Literaturszene etabliert und international berühmt wie etwa Cixin Liu, Hao Jingfang und Han Song, manche gehören zur jungen, ehrgeizigen Generation wie Qiufan Chen und Xia Jia, und andere wiederum sind in der wachsenden Zunft der Geisteswissenschaftler verwurzelt, zum Beispiel Regina Kanyu Wang und Fei Dao. Sie alle entwickeln in ihren Erzählungen einen kritischen, von der Gegenwartskultur geprägten Blick auf China, und manche Texte konnten erst in der Übersetzung überhaupt veröffentlicht werden. Abgerundet wird dieser Sammelband durch drei Essays, die das Phänomen der chinesischen Science-Fiction ausführlich beleuchten und verständlich machen. (Verlagsinfo) Ken Liu (Hrsg.) – Zerbrochene Sterne. Die besten chinesischen SF-Stories weiterlesen →
Die Familie von Prof. Aisling wird quasi entführt, um den Elfen König Oberons gegen die bösen Trolle beizustehen. Dieses nette Abenteuer zwischen diversen Fabelwesen wurde von Hallmark Pictures mit Beau Bridges in der Hauptrolle verfilmt („Die Unicorn und der Aufstand der Elfen„).
Jeder Traum lässt sich in Amerika verkaufen, wenn man ihn nur genügend reißerisch verpackt, so auch die Reise zum roten Planeten. Was aber, wenn es dort tatsächlich intelligente Marsianer gäbe?
„Terry Bisson schafft es, den Mars wieder zu einem geheimnisumwiitterten und aufregenden Planeten zu machen.“ (SAN FRANCISCO CHRONICLE) „Eine wundervolle Geschichte.“ (LOS ANGELES TIMES) „Erfrischend und phantasievoll… Das sind die Autoren, von denen die Zukunft der Science Fiction zu erwarten ist.“ (WASHINGTON POST)
Sharrow war einst Anführerin einer schlagkräftigen Kampftruppe in einem kleinen Handelskrieg. Sie lebt auf dem Planeten Golter im Exil, wo ein Glasstrand noch von älteren Kämpfen zeugt. An diesem Strand bemerkt sie, dass sie von den Huhsz verfolgt wird, einer fanatischen religiösen Gruppe, die ihren Tod fordert. Vorerst bleibt ihr allein die Flucht. Aber sie macht sich auf die Suche nach einer der legendären, verfemten apokalyptischen Waffen der Vergangenheit: einer Lazy Gun. Ihre abenteuerliche Reise, die sie durch das ganze Golter-System führt, wird zu einem Wettlauf mit den Fundamentalisten, die gnadenlos Jagd auf sie machen und bereit sind, die Apokalypse zu entfesseln … (Verlagsinfo)
Ausnahmsweise spielt dieser SF-Roman nicht in Banks‘ Culture-Universum. Anders als in „Exzession“ kommen hier weder intelligente Drohnen noch Agenten der BG vor. Das könnte ein Grund sein, warum das menschliche Ausmaß der Tragödie umso stärker betroffen macht – vorausgesetzt, der Leser ist in der Lage oder bereit, sich mit der Heldin Sharrow zu identifizieren. Da die Welt und die Handlung sowie alle Charaktere aus Sharrows Sicht gesehen werden, sollte die Identifizierung nicht schwer fallen.
Frank Herberts Sohn Brian hat zusammen mit dem Bestsellerautor Kevin J. Anderson (STAR WARS etc.) eine Trilogie als Vorgeschichte geschrieben, die bei |Heyne| seit Mai 2001 als „Die frühen Chroniken“ erscheint – damals zeitlich passend zur TV-Premiere von „DUNE“.
„Das Haus Atreides“ ist der erste Band, „Das Haus Harkonnen“ der zweite, und „Das Haus Corrino“ bildet den Abschluss. Dieser letzte Band ist im Mai 2002 erstmalig auf Deutsch erschienen, der Termin für die Neuauflage aller drei Bände war der November 2005.
Für Fans des „Wüstenplanet“-Zyklus (oder auch nur des ersten Bandes) ist diese neue Trilogie natürlich ein absolutes Muss. Doch auch SF-Lesern, die DUNE nicht kennen, bringt die Trilogie das Vergnügen, eine flotte, komplexe und spannende Story zu lesen.
Allerdings – und das ist das große Manko – haben die Autoren, um ihre Story nicht zu überfrachten, auf zahlreiche Hintergrundinformationen verzichtet. Entweder liest man also den ersten DUNE-Roman in der gelungenen |Heyne|-Ausgabe von 2001, oder man greift zu der Wüstenplanet-Enzyklopädie aus den 80er-Jahren. Dies scheint sogar für ausgefuchste DUNE-Fans wie mich hin und wieder ratsam. Wünschenswert wäre jedenfalls ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen. Tipp: Dies findet sich im ersten Band des Originalzyklus. Brian Herbert / Kevin J. Anderson – Das Haus Atreides (Der Wüstenplanet: Die frühen Chroniken 1) weiterlesen →
Ein junger Mann namens Jonny schlägt sich am Rande der Legalität in einem Los Angeles der nahen Zukunft durch. Zu seinem wachsenden Ärger scheint man hinter ihm her zu sein, während in der Stadt ein seltsamer Virus wütet, der „Metrophage“ genannt wird. Als daran seine Freundin erkrankt, steckt er in der Klemme. Warum bloß sind alle hinter ihm her?
„Als einfacher Hirte von stiller Würde stößt Etjole Ehomba eines Tages auf seltsame Schiffbrüchige am Strand. Einer der Sterbenden nimmt ihm das Versprechen ab, die Visionärin der Fremden zu retten, die Hymneth der Besessene, ein schurkischer Zauberer, entführte. Als Mann von Ehre macht sich Etjole mit seinem Speer und dem Schwert aus Himmelsmetall auf die gefahrvolle Reise in die Unsicheren Länder…“ (korrigierte Verlagsinfo)
Der Autor
Alan Foster, geboren 1946 und aufgewachsen in Los Angeles, begann bereits 1971, phantastische Erzählungen zu veröffentlichen. Am bekanntesten ist er für seine Future History des Humanx Commonwealth, eine Gemeinschaft von Welten, in der Menschen (human) und die insektoiden, aber friedliebenden Thranx koexistieren. Dabei müssen sich der echsenartigen Aann erwehren, die in das Commonwealth eindringen wollen. Der erste Roman, „Das Tar Aiym-Krang“, erschien 1972. Eine der Hauptfiguren der losen Serie ist der Junge Flinx. Noch heute schreibt Foster Romane, die in diesem Privatkosmos spielen. Foster ist einer der bekanntesten Verfasser von Romanfassungen (novelizations) bekannter SF-Filme, darunter „Star Wars“, „Alien“, „Outland“ und zehn „Star Trek Logs“.
Der Saturnmond Titan gab den Astronomen lange Rätsel auf. Während das bemannte Raumschiff „Ringmaster“ von der Erde ins Saturn-System einfliegt, wird immer deutlicher, dass es sich um keinen natürlichen Himmelskörper handeln kann, sondern um ein Artefakt. Der Satellit ist ein gewaltiges radförmiges Gebilde mit 1300 Kilometern Durchmesser und einem Umfang von 4000 Kilometern am äußeren Torus.
Als sich die „Ringmaster“ unter dem Kommando von Captain Cirocco „Rocky“ Jones vorsichtig an den äußeren Rand heranmanövriert, um eine Landung zu versuchen, schießen plötzlich gewaltige Tentakel aus dem Torus und ziehen das Schiff heran. Die „Ringmaster“ wird in Fetzen gerissen. Die Menschen an Bord verlieren das Bewusstsein. Cirocco erwacht im Innern des Ringrades. Zusammen mit den anderen Überlebenden begibt sie sich auf eine phantastische Reise durch diese neue Welt, um das Zentralgehirn zu finden… (gekürzte Verlagsinfo)
Gekürzter Horror: Nach dem Weltuntergang die Hölle auf Erden
Ein italienischer Schwarzmagier beschwört auf Wunsch eines amerikanischen Waffenfabrikanten 48 Dämonen der Hölle – Armageddon bricht aus. Gott stirbt, Satan herrscht über die Erde, die Festung Dis entsteht im Death Valley. Doch in den nahen Rocky Mountains hat das Strategische Bomberkommando die Bombardements in seinen Bunkern überstanden und sinnt auf Vergeltung. Ob das wohl gutgeht? James Blish – Der Tag nach dem Jüngsten Gericht (Devil’s Day 2) weiterlesen →
Die Großen der Sciencefiction sind mit ihren Meisterwerken bereits in der so genannten „Science Fiction Hall of Fame“ verewigt, welche natürlich in Buchform veröffentlicht wurde (statt sie in Granit zu meißeln). Daher können Freunde dieses Genres noch heute die ersten und wichtigsten Errungenschaften in der Entwicklung eines Genres nachlesen und begutachten, das inzwischen die ganze Welt erobert und zahlreiche Medien durchdrungen hat.
In der vorliegenden Ausgabe des Auswahlbandes Nr. 7 von „Titan“, der deutschen Ausgabe der „SF Hall of Fame“, sind Novellen von Theodore Sturgeon, Isaac Asimov und A. E. van Vogt gesammelt.
_Die Herausgeber _
1) Wolfgang Jeschke, geboren 1936 in Tetschen, Tschechei, wuchs in Asperg bei Ludwigsburg auf und studierte Anglistik, Germanistik sowie Philosophie in München. Nach Verlagsredaktionsjobs wurde er 1969-1971 Herausgeber der Reihe „Science Fiction für Kenner“ im |Lichtenberg|-Verlag, ab 1973 Mitherausgeber und ab 1977 alleiniger Herausgeber der bis 2001 einflussreichsten deutschen Sciencefiction-Reihe Deutschlands beim |Heyne|-Verlag, München. Von 1977 bis 2001/02 gab er regelmäßig Anthologien – insgesamt über 400 – heraus, darunter die einzigen mit gesamteuropäischen Autoren.
Seit 1955 veröffentlicht er eigene Arbeiten, die in ganz Europa übersetzt und z.T. für den Rundfunk bearbeitet wurden. Er schrieb mehrere Hörspiele, darunter „Sibyllen im Herkules oder Instant Biester“ (1986). Seine erster Roman ist [„Der letzte Tag der Schöpfung“ 1658 (1981) befasst sich wie viele seiner Erzählungen mit Zeitreise und der Möglichkeit eines alternativen Geschichtsverlaufs. Sehr empfehlenswert ist auch die Novelle „Osiris Land“ (1982 und 1986). Eine seiner Storysammlungen trägt den Titel „Schlechte Nachrichten aus dem Vatikan“.
2) Robert Silverberg, geboren 1936 in New York City, ist einer der Großmeister unter den SF-Autoren, eine lebende Legende. Er ist seit 50 Jahren als Schriftsteller und Anthologist tätig. Seine erste Erfolgsphase hatte er in den 1950er Jahren, als er 1956 und 1957 nicht weniger als 78 Magazinveröffentlichungen verbuchen konnte. Bis 1988 brachte er es auf mindestens 200 Kurzgeschichten und Novellen, die auch unter den Pseudonymen Calvin M. Knox und Ivar Jorgenson erschienen.
An Romanen konnte er zunächst nur anspruchslose Themen verkaufen, und Silverberg zog sich Anfang der 60er Jahre von der SF zurück, um populärwissenschaftliche Sachbücher zu schreiben: über 63 Titel. Wie ein Blick auf seine „Quasi-offizielle Webseite“ http://www.majipoor.com enthüllt, schrieb Silverberg in dieser Zeit jede Menge erotische Schundromane.
1967 kehrte er mit eigenen Ideen zur SF zurück. „Thorns“, „Hawksbill Station“, „The Masks of Time“ und „The Man in the Maze“ sowie „Tower of Glass“ zeichnen sich durch psychologisch glaubwürdige Figuren und einen aktuellen Plot aus, der oftmals Symbolcharakter hat. „Zeit der Wandlungen“ (1971) und „Es stirbt in mir“ (1972) sind sehr ambitionierte Romane, die engagierte Kritik üben.
1980 wandte sich Silverberg in seiner dritten Schaffensphase dem planetaren Abenteuer zu: „Lord Valentine’s Castle“ (Krieg der Träume) war der Auftakt zu einer weitgespannten Saga, in der der Autor noch Anfang des 21. Jahrhunderts Romane schrieb, z. B. „Lord Prestimion“.
Am liebsten sind mir jedoch seine epischen Romane, die er über Gilgamesch (Gilgamesh the King & Gilgamesh in the Outback) und die Zigeuner („Star of Gypsies“) schrieb, auch „Tom O’Bedlam“ war witzig. „Über den Wassern“ war nicht ganz der Hit. [„Die Jahre der Aliens“ 2735 wird von Silverbergs Kollegen als einer seiner besten SF-Romane angesehen. Manche seiner Romane wie etwa „Kingdoms of the Wall“ sind noch gar nicht auf Deutsch erschienen.
Als Anthologist hat sich Silverberg mit „Legends“ (1998) und „Legends 2“ einen Namen gemacht, der in der Fantasy einen guten Klang hat. Hochkarätige Fantasyautoren und -autorinnen schrieben exklusiv für ihn eine Story oder Novelle, und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Der deutsche Titel von „Legends“ lautet „Der 7. Schrein“.
_Die Erzählungen_
1) _Theodore Sturgeon: Der kleine Gott_ (Microcosmic God, 1941)
Kidder ist ein großartiger Erfinder, und was immer er erfindet, das vermehrt seinen Reichtum. Diesen hat er in der Bank von Mr. Conant angelegt, welche immer reicher wird. Begierig wartet Conant auf die nächste Erfindung Kidders. Doch Kidder hat sich auf eine einsame Insel vor der Küste Neu-Englands zurückgezogen und frönt dort seinen Forschungen. Um schneller erfinden zu können, hat er die Evolution künstlich erzeugt und winzige menschliche Wesen, die Neoteriker, erzeugt, die für ihn Entdeckungen machen. beispielsweise superhartes Aluminium, einen Impfstoff gegen Schnupfen und dergleichen mehr.
Inzwischen ist Conant zum zweitmächtigsten Mann der Welt geworden, nach dem Präsidenten der Vereinigten Stadt, der in seiner Hauptstadt Neu-Washington sitzt. Conant will natürlich der mächtigste werde. Als Kidder ihm auf Anfrage von einer neuen billigen und schier unerschöpflichen Energiequelle berichtet und den Bauplan eines Empfängers faxt, ist Conant überzeugt, dass dies der letzte Baustein für die Weltherrschaft ist. Doch er braucht natürlich den Sender.
Als Conant Kidder auf dessen Insel besucht, raubt er ihm erst das Modell des Senders, dann seine Freiheit. Er lässt seine Ingenieure den Sender bauen, während Kidder auf seine Forschungsanlage beschränkt ist. Kidders Neoteriker erfinden ein Schutzfeld für seine Anlage. Als er jedoch Conant abhört und mitbekommt, dass Conant den US-Präsidenten erpresst hat und nun die Insel bombardieren lassen will, muss Kidder feststellen, dass sein Feld nicht die hunderte von Arbeitern und Ingenieuren schützen kann, geschweige denn die ganze Insel.
Er schickt einen Dringlichkeitsbefehl an seine Neoteriker. Unterdessen steigen Conants Bomber auf, mit Kurs auf Kidders Teil der Insel.
|Mein Eindruck|
Dies ist vielleicht eine der frühesten Geschichten über das Thema, dass Wissenschaft, und sei sie noch so exotisch, die Verantwortung für die Folgen ihrer Hervorbringungen übernehmen muss. Zweitens ist es eine Geschichte über einen Erfinder, der zwar genial, aber auch ein despotischer Schöpfer anderer Wesen ist.
Dessen Geschöpfe haben sich ein Credo gegeben, das alle Zuwiderhandlungen gegen den Willen des Despoten – des mikrokosmischen Gottes – mit dem Tode bestraft. Es besteht also ein direkter Zusammenhang zwischen Tod und Leben von Geschöpfen sowie nützlichen Erfindungen. Wenn man weiß, um welchen Preis die Erfindungen geschaffen wurden, ist es dann noch moralisch verantwortbar, sie zu einzusetzen? Übertragen auf unsere Gegenwart, könnte man sich fragen, ob es verantwortbar ist, Teppiche zu kaufen, die in Kinder- und Sklavenarbeit hergestellt wurden. Ich glaube, die Antwort sollte „nein“ lauten.
Vielfach wurden diese beiden Themen in der SF wieder aufgegriffen und auf andere Bereiche übertragen, so etwa auf Computertechnik und Virtuelle Realität. Aber Sturgeons Erzählung ist im Vergleich dazu sehr einfach und leicht verständlich erzählt, fast schon im Märchenton. (Aber in Märchen kommen kaum jemals richtige Namen vor.) Dennoch entwickelt die Handlung zunehmend Spannung und spitzt sich zu einem Höhepunkt zu. Deshalb und weil ihre Aussage überzeitlich gültig ist, wird sie immer wieder abgedruckt.
2) _Isaac Asimov: Einbruch der Nacht_ (Nightfall, 1941)
Auf der Welt Lagash steht nahe der Stadt Saro City ein Observatorium, in dem der Reporter Theremon Zeuge eines ungeheuerlichen Vorgangs werden will. Eines Vorgangs, von dem nur im obskuren „Buch der Offenbarungen“ der Kultisten die Rede ist. Darin ist von mysteriösen „Sternen“ die Rede.
Er befragt den Astronomen Aton, den Direktor der Saro-Universität, denn der hat ja den kommenden Weltuntergang vorausgesagt. Aton weist an den Himmel. Von den sechs Sonnen, die Lagash abwechselnd bescheinen, steht nur noch die rötliche Beta schwach leuchtend am Firmament. Na und? Aton verliert die Geduld mit diesem respektlosen Hornochsen Theremon, deshalb übernimmt der Psychologe Sheerin die Erklärungen.
Nach einem Exkurs über Himmelskörper, Gravitation und Dunkelheit schwirrt Theremon zwar der Kopf, aber er versteht das Problem immer noch nicht. Na, schön, es wird dunkel werden. Was soll denn daran so schlimm sein? Eine einfache Demonstration durch zugezogene Vorhänge erklärt ihm, was Sheerin meint: Klaustrophobie, die durch den ungewohnten Mangel an Licht hervorgerufen wird. Ja, aber wie einmal gezeigt wurde, kann die Klaustrophobie eine dauerhafte Schädigung sein.
Aber das ist noch gar nichts gegen das, was nach der Dunkelheit kommt: die Sterne. Aber was diese Objekte sein könnte, vermag auch Sheerin nicht zu sagen, denn kein Lebender hat Sterne bislang gesehen. Von jenem Ereignis, das vor 2049 Jahren stattfand und das sich heute wiederholt, berichtet nur das „Buch der Offenbarung“. Und der Grund dafür, dass es keine historischen Berichte gibt, liegt darin, dass jedes Mal die Zivilisation unterging. Denn was wollen die Menschen am dringendsten, wenn es völlig dunkel ist? Licht! Und womit macht man Licht? Mit allem, was greifbar ist, und zwar egal wie …
Die Scheibe von Beta wird von etwas angeknabbert, das wie ein schwarzer Fingernagel aussieht: Es ist der Mond, der sonst unsichtbar ist. Theremon wird beklommen ums Herz. Er hört kaum den von den Kultisten angestachelten Mob, der aus Saro City kommt, um das Observatorium zu stürmen und die Frevler zu töten. Die Dunkelheit beginnt zu fallen. Als sie vollkommen ist und kein Licht mehr scheint, beginnt der Wahnsinn. Denn das Licht der Sterne ist völlig anders als alles, was je ein Mensch auf Lagash gesehen hat.
|Mein Eindruck|
Noch heute verursachen mir die letzten Szenen und Sätze dieser Erzählung eine Gänsehaut. Niemand kann sich der Wirkung dieses Bildes entziehen, das zugleich schrecklich und schön ist. Statt der auf der Erde durchschnittlich sichtbaren 3600 Sterne sehen die Lagasher rund 30.000 Sterne auf sich herniederstarren wie Millionen kalter Augen! Satt der erwarteten sechs Sonnen sehen sie sich einem ganzen Universum gegenüber, dem sie sich nackt und schutzlos ausgesetzt fühlen. Dunkelheit, Angst und Klaustrophobie lassen selbst die vorbereiteten Kultisten komplett den Verstand verlieren. Wenn jemand von diesem Ereignis kündet (es werden Fotos und Filme gemacht), dann nur die Überlebenden aus den abgeschotteten und verriegelten Schutzräumen. Nicht einmal der wahnsinnige Mob kann sie dort erreichen.
Aber es gibt auch jede Menge Humor in dieser Erzählung, die viele Male zur besten SF-Story aller Zeiten gewählt wurde. So erzählt der Astronom und Fotograf Beenay von zwei verwegenen Ideen, die ihn eher an Sciencefiction gemahnen. Dass es nämlich a) woanders weitere Sonnen mit Planeten geben könnte und b) dass es sogar – verrückter Gedanke, schon klar – eine Sonne geben könnte, die nur einen einzigen Planeten hat. Natürlich könne sich darauf niemals Leben entwickeln, versteht sich von selbst, denn da auf dieser Welt den halben Tag Dunkelheit herrschen würde, fehle einfach die nötige Wärme und Energie, die für die Entstehung von Leben einfach unerlässlich sind. War nur so ein spinnerter Einfall, Leute.
Was die Story aber eigentlich zu tragischer Größe erhebt, ist jene bemerkenswerte Diskrepanz zwischen dem Wissen, dass etwas geschehen wird, das es so bereits einmal vor 2049 Jahren gegeben hat, und der Befürchtung, dass dieses Etwas absolut unausweichlich sein wird. Der Leser fühlt sich in die Lage der Seherin Kassandra versetzt, deren sicheren Prophezeiungen niemand Glauben schenkte. Die Katastrophe kommt, aber es gibt nichts, was man dagegen tun kann (außer in die Schutzbunker zu gehen, aber jemand muss ja die Fotos anfertigen).
Noch ein weiterer Aspekt macht diese Geschichte unsterblich. Aufgehend von einer vorangestellten Bemerkung des amerikanischen Philosophen und Schriftstellers Ralph Waldo Emerson zeigt Asimov, was passieren könnte, wenn der Mensch in der Lage wäre, eines Tages das Antlitz Gottes zu sehen. Die Menschen Lagashs haben noch nie die Nacht gesehen (jedenfalls nicht gemäß historischen Aufzeichnungen) und sehen auf einmal die Sterne. Nicht bloß sechs ihrer Sonnen, sondern 30.000 Sonnen! Diesen Anblick interpretiert Emerson als „die Stadt Gottes“, und Asimov zeigt sie uns.
Die „Stadt Gottes“, Gottes Antlitz ist ebenso schön wie schrecklich. Gemäß Shaftesburys Definition aus dem 18. Jahrhundert sind dies die Merkmale, die die Empfindung des Erhabenen kennzeichnen. Wenn Gott also erhaben ist, dann ist sein Anblick, kommt er unvorbereitet, unerträglich und zeitigt Vernichtung. Vielleicht ist doch besser, ein Erdenwurm zu bleiben …
Robert Silverberg hat aus dieser Story einen kompletten Roman gestrickt. Dreimal darf man raten, wie dessen Titel lautet: natürlich „Einbruch der Nacht“ (Heyne 01/10090). In diesem Roman kommt dann auch mal eine Frau vor …
3) _A. E. van Vogt: Der Waffenladen_ (The weaponshop, 1942)
|Hintergrund: Das Ischer-Universum|
Van Vogts Stories waren unter anderem deshalb so beliebt, weil sie kompliziert und stets überraschend bzw. verblüffend waren. So auch hier. 3000 Jahre in der Zukunft, in einem Planetenimperium unseres Sonnensystems. Es gibt eine Zeitwippe, die einen Menschen abwechselnd in die Zukunft und in die Vergangenheit schleudert und ihn schließlich zur Ursache für die Entstehung von Planeten werden lässt. Es gibt einen Unsterblichen mit einem Arsenal geheimer Erfindungen, Zeitparadoxa, eine außerirdische Spinnenrasse, die den Menschen weit überlegen ist – und einiges andere mehr.
Hintergrund dieser „Räuberpistolen“ ist ein Kaiserreich der Zukunft, dessen Herrscherin Innelda in ihrer Machtvollkommenheit durch die Gilde der Waffenschmiede eingeengt wird, die den Kaiserlichen immer ein gutes Stück voraus sind, was Wissenschaft und Technik angeht. Die Schmiede arbeiten auf zwei Ebenen: In über das ganze Land (der Zentralwelt) verteilten Waffengeschäften erhalten Bürger zu niedrigen Preisen Schusswaffen, die nur der Selbstverteidigung dienen können.
Außerdem verhilft ihr geheimnisvoller Gerichtshof betrogenen Bürgern zu ihrem Recht. Die abwesenden Angeklagten, meist Firmen, werden im Schnellverfahren verurteilt und bestraft. Die Waffenschmiede sind mächtig genug, sowohl die Urteile durchzusetzen als auch ihre Läden den Zugriffen der Kaiserin zu entziehen. Das System Kaiserhaus/Gilde, das einen Balancezustand schaffen soll, wurde einst von dem Unsterblichen Robert Hedrock ins Leben gerufen und seither von ihm aus dem Hintergrund überwacht.
|Die Story|
7000 Jahre in der Zukunft. Fara Clark, ein Mechaniker für Atommotoren, lebt in dem Musterdorf Glay, das gemäß dem Willen der gütigen Kaiserin Innelda Isher genauso aussieht wie auf einem Gemälde, auf dem ein Maler sich ein Dorf vor 7000 Jahren – also anno 1941 – vorgestellt hat. Das alleine ist schon ein Witz auf die Realität, aber es kommt noch härter.
Eines Abends stoßen Fara und seine Frau Creel auf einen Waffenladen. Dieser wird bereits von einer Menge neugierig bestaunt. Auf dem Schild steht der ketzerische Spruch „Das Recht auf Waffen ist das Recht auf Freiheit“. Der kaiserintreue Fara gerät vor Zorn völlig aus dem Häuschen und versucht, die Tür mit seinem atomaren Schneidbrenner zu öffnen – vergeblich. Dann legt er seine Hand einfach mal auf die Klinke, die Tür öffnet sich für ihn ohne Probleme.
Drinnen begrüßt ihn ein silberhaariger alter Mann, und Fara, entsprechend konditioniert, hat vor ihm sofort Respekt. Fara macht Bekanntschaft mit der überlegenen Technik der Waffenhändler. Eine virtuelle Projektion versetzt ihn bzw. seinen Verstand erst über den kaiserlichen Palast und dann mitten in eine geheime Besprechung der Kaiserin. Sie befiehlt den Tod eines unliebsamen Mitbürgers. Fara ist erschüttert und weiß nicht mehr, was er davon halten soll. Er verlässt den Laden, ohne eine der zahllosen Waffen zu kaufen.
Doch es kommt zu einem Generationenkonflikt zwischen den Clarks und ihrem Sohn Cayle. Durch seine patriarchalische Unnachgiebigkeit sorgt Fara dafür, dass Cayle sich ihm endgültig entfremdet. Fara gibt ihm Geld, damit er einen Anfang in der nächsten Stadt machen kann. Aber Cayle will unbedingt ein Offizier in der kaiserlichen Armee werden und dazu braucht er von Fara noch mehr Geld …
Fara wird von Cayle und den Firmen der Kaiserin um Geschäft und Ersparnisse gebracht. Er empfindet sich als aus der Gemeinschaft ausgestoßen und steht kurz davor, Selbstmord zu begehen. Er braucht eine Waffe, klar, natürlich aus dem einzigen Waffenladen weit und breit. Doch in der Folge lernt er nicht nur die verborgene Funktion der Waffenläden kennen, deren Organisation ihm Rettung bringt, sondern auch die korrupte Gesellschaft der Ischer-Ära. Offenbar stehen – heimlich natürlich – schon viel mehr Leute auf der Seite der Waffenhändler, als Fara je für möglich gehalten hätte.
|Mein Eindruck|
Die Story ist nicht nur an der repressiven Feudalgesellschaft und der Freiheit des Individuums interessiert, der Autor beschäftigt sich auch mit den psychologischen Voraussetzungen dafür.
Der Hauptfigur wird höchst eindringlich vor Augen geführt, dass er sich ein System starrer Wertvorstellungen zurechtgelegt hat, das auf einer fundamentalen Selbsttäuschung über seine Umwelt beruht. Der Mechanismus, der ihm jahrzehntelang als psychische Krücke gedient hat, erweist seine Brüchigkeit, als es zur Krise kommt. „Ich habe mich benommen wie ein Geisteskranker“, sagt Fara Clark am Schluss. Dies ist eine psychoanalytische Erkenntnis. Als Faras Glaube an die Autorität der Kaiserin Innelda Ischer in Frage gestellt wird, reagiert er als Autoritäts- und Hierarchiefanatiker mit krankhafter Aggressivität. Dabei erwartet er von seiner Familie, dass sie pariert. Cayle steigt aus, und Creel, seine Frau, distanziert sich.
A. E. van Vogt (1912-2000) entwirft mit Creel Clark ein weibliches Gegenbild zu dem in seiner stereotypen Männerrolle befangenen Fara. Emotional stabiler, psychisch reifer und flexibler, lässt sie sich von Fara nicht ins Boxhorn jagen, und in der Krise berät sie ihn und bleibt vernünftig. Schließlich emanzipiert sie sich von der jahrzehntelangen anerzogenen Unterordnung unter männliche Dominanz, allerdings auf konstruktive Weise. Auch van Vogts Charakterisierung der Kaiserin Innelda – selbständig, attraktiv, lebenstüchtig – entspricht der an Creel gezeigten Sensibilität, und diese war zu Zeiten der Groschenromane keineswegs üblich, sondern vielmehr verpönt.
Die Story „Der Waffenladen“ wurde dafür von van Vogts Kollegen auf Platz 13 der besten Storys des Goldenen Zeitalters der Sciencefiction zwischen 1929 und 1964 gewählt, und das will schon etwas heißen. Dennoch ist dies merkwürdig, denn, wie schon John W. Campbell schrieb, „die Story hat keine Handlung, setzt nirgendwo im besonderen ein, schweift umher und endet schließlich an einer genauso beliebigen Stelle – es ist, als schlendere man durch einen Park“.
_Unterm Strich_
Die ersten beiden Erzählungen sind erstklassige Storys, die 1941 die Sciencefiction wirklich weitergebracht haben. „Einbruch der Nacht“ findet sich in Asimov/Greenbergs Anthologie „Die besten Storys von 1941“ und im „Heyne SF Jahresband 1983“. Sie ist eine der beliebtesten SF-Erzählungen überhaupt. Sturgeons Erzählung „Der Gott des Mikrokosmos“ erscheint uns heute durch das Bild des einsamen und genialen Wissenschaftlers völlig überholt, doch darum geht es nicht. Es geht um die Verantwortung für andere Geschöpfe, und vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs war dies ein dringendes Anliegen.
Van Vogts Geschichte „Der Waffenladen“ mag ja bei den Amerikanern zu den Klassikern zählen, doch ihr kann ihr immer noch nur wenig abgewinnen. Das liegt weniger an der Story mit den mysteriösen, nur in den beiden Waffenhändler-Romanen erklärten Hauptfiguren und Weltentwürfen, als vielmehr am Autor. A. E. van Vogt wandte sich ca. 1945/46 der Dianetik zu, nachdem er bereits zuvor mit einem Hypnose-Handbuch für den Hausgebrauch einen Bestseller geschrieben hatte.
Für mich tendiert er sehr zur Fantasy, indem er Zeitsprünge postuliert, Supermenschen einführt und allerlei Dimensionen willkürlich einreißt, statt über solche Phänomene auf eine Weise zu schreiben, die der naturwissenschaftlichen SF eigentümlich ist. 1941 schrieb er nach Asimovs Ansicht mit „Die Wippe“ seine letzte SF-Story und alles, was danach kam, war kompliziert, verwirrend und ziemlich Fantasy-mäßig.
|Originaltitel: Science Fiction Hall of Fame Band 1, 1970
143 Seiten
Aus dem US-Englischen von Bernd W. Holzrichter und Joachim Pente|
Frauen in und nach der Revolution – ein Experiment
„Künstliche Dinge enthält ein Dutzend wunderbar seltsamer und heiterer Betrachtungen über die Geschichte. Ganz normale Menschen werden in außergewöhnliche Geschehnisse verstrickt, vom Mittelalter bis zur Gegenwart in Irland oder Vietnam, in ferner Zukunft oder auf fernen Planeten. Die Abenteuer, die sich daraus ergeben, sind surreal, ergreifend und faszinierend. Welch eine Story-Sammlung! Eine ganz eigene neue Stimme in der Science Fiction.“ Kim Stanley Robinson, SF-Schriftsteller und Sachbuchautor.
12.000 Jahre in der Zukunft und in 800 Lichtjahren Entfernung läuft ein gesellschaftliches Experiment. Nach zwei schrecklichen Kriegen haben sich die Überreste der Menschheit zu einem Versuch entschlossen: In der Selbstverstümmelung ihrer Fähigkeiten sehen sie die letzte Chance, sich vor der Selbstvernichtung zu bewahren.
Auf Ongladrad wurden genetisch manipulierte Gruppen ausgesetzt, um zu testen, ob ein friedliches Zusammenleben möglich ist. Satelliten beobachten den Verlauf, während die Jahre vergehen. Der Künstler Gabriel Elk birgt noch Fähigkeiten und Wissen der Alten. Seine Gabe kann die kleine Kolonie retten – oder ihren Untergang herbeiführen … Michael Bishop – Die seltsamen Bäume von Ectaban weiterlesen →
Tolkiens „Hobbit“ oder „Herr der Ringe“ zu lesen, verändert den Leser unwiderruflich. Das zumindest ist der Tenor der „Bekenntnisse“, die in diesem Buch zusammengefasst sind. Vielleicht kann der eine oder andere Leser – ich zum Beispiel – diesem Eindruck beipflichten.
Die Herausgeberin
Karen Haber ist die Frau eines der wichtigsten und bekanntesten Science-Fiction-Autoren, von Robert Silverberg. Sie selbst ist ebenfalls Autorin und hat schon mehrere Anthologien herausgegeben. Jeder Beiträger der Anthologie wird mit einem kurzen Überblick über sein Werk vorgestellt. Bei den „guten“ Autoren finden sich mitunter ellenlange Listen der Preise und Auszeichnungen, die ihnen verliehen wurden (meist amerikanische Nebulas und HUGOs). Man kann wohl mit Fug und Recht sagen, dass Ursula K. Le Guin die „höchstdekorierte“ Beiträgerin ist. Karen Haber (Hrsg.) – Tolkiens Zauber. Anthologie weiterlesen →
„Das Spiel Azad“ (Originaltitel: The Player of Games, 1988) ist der zweite veröffentlichte Science-Fiction-Roman aus dem Kultur-Zyklus von Iain M. Banks. Der Leser sollte bereits mit dem Culture-Universum des Autor ein wenig vertraut sein, bevor er sich auf diesen gelungenen Thriller stürzt. Um die „Kultur“ kennezulernen, kann man den Roman „Bedenke Phlebas“ oder einige Stories in „Ein Geschenk der Kultur“ lesen, die beide bei Heyne erschienen sind.
Der Autor
Iain Banks ist der wahrscheinlich bedeutendste schottische Schriftsteller der Gegenwart. Seine Mainstream- und Science-Fiction-Romane befassen sich mit aktuellen Themen, sein SF-Zyklus über das Culture-Universum gehört zu den wichtigsten Werken des Genres. Er starb 2013.
Folgende Bücher gehören zum Kultur-Zyklus (deutsch alle im Heyne Verlag erschienen) (Quelle: Wikipedia.de):