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Kress, Nancy – Moskito

In der Region um Washington, D.C., bricht eine Seuche unter der schwarzen Bevölkerung aus. Der Erreger dieser schrecklichen Malaria, die zum Gehirnschlag führt, ist jedoch genmanipuliert. Handelt es sich also um eine Biowaffe? Doch wer hat sie entwickelt? Die Regierung, das Militär, Terroristen, Saddam? – Obwohl der Roman bereits 1998 erschien, wirkt er heute geradezu prophetisch. Und er ist außerdem spannend zu lesen, wofür ich daher lediglich drei Tage brauchte.

Die 1948 geborene Amerikanerin Nancy Kress gehört zur ersten Garde der wichtigen Science-Fiction-Autoren. Nachdem sie zunächst (ab 1981) mit drei ungewöhnlich konstruierten Fantasyromanen debütiert hatte, errang sie 1988 mit dem Science-Fiction-Roman „Fremdes Licht“ erste Auszeichnungen. Darin erforschen Aliens die Aggressivität der menschlichen Spezies anhand der Auseinandersetzungen zwischen zwei Menschengruppen in einer Versuchsanordnung. In „Schädelrose“ erforschte sie die Konsequenzen einer AIDS-ähnlichen Krankheit, die Erinnerungen dezimiert. Ein neuartiges Experiment soll Abhilfe schaffen, allerdings um einen hohen Preis. Ihr bestes Werk bislang ist jedoch die Trilogie „Bettler in Spanien“, „Bettler und Sucher“ und „Bettlers Ritt“. Darin treten genetisch veränderte junge Menschen, die fortan keinen Schlaf benötigen, gegen den Rest der Menschheit an. Die Autorin erörtert die ethische Verpflichtung, die solch eine genetisch bedingte Überlegenheit mit sich bringt, eingebettet in eine spannende Handlung. Die Romane „In grellem Licht“, „Verico Target“ und dessen Fortsetzung „Moskito“ stellen ebenfalls das gesellschaftskritische Engagement der Autorin unter Beweis. Obwohl diese Romane als kriminalistische Thriller aufgebaut sind, hebt Kress damit doch erfolgreich warnend die Hand und sagt uns: „Geht hier besser nicht entlang.“ In dieser Haltung, diesem Anliegen trifft sie sich mit einem der besten britischen Science-Fiction-Autoren, John Brunner. Dessen Öko-Horrorvision „Schafe blicken auf“ vermag auch heute noch, 30 Jahre nach der Veröffentlichung, heftig zu berühren.

Doch nun zum vorliegenden Roman: Eines Tages bekommt Robert Cavanaugh, ein uns bereits aus „Verico Target“ bekannter Special Agent des FBI, den besorgten Anruf einer Krankenschwester: Ob er sich wohl mal darum kümmern könnte, warum in letzter Zeit so viele Schwarze mit Gehirnschlag eingeliefert würden? Ob das nicht etwas zu besagen habe? Da Cavanaugh in seinem neuen Büro in Maryland Süd, wo sehr viele Schwarze leben, sowieso nichts Wichtigeres zu tun hat, kümmert er sich darum – und sticht in ein Wespennest. Schon nach wenigen Tagen sind bereits mehrere Dutzend Menschen an völlig überraschend aufgetretenem Gehirnschlag gestorben oder liegen mit schwerer Hirnschädigung im Koma. Es handelt sich ausnahmslos um Farbige oder Inder aus einer bestimmten Gegend. Doch erst als ein farbiger Präsidentschaftskandidat, der Senator von Pennsylvania, an einem Gehirnschlag stirbt, kümmert sich auch die Medizin intensiv um die Aufklärung der Ursache des Phänomens. Im eilends einberufenen Krisenstab sitzt auch Robert Cavanaugh.

Die Fakten sind folgende: Nach 50 Jahren ist wieder einmal die Malaria in den USA ausgebrochen. Als wäre diese Nachricht nicht Schrecken erregend genug, finden die Seuchenspezialisten heraus, dass der Malariaerreger genmanipuliert ist: Er greift ausschließlich Träger der so genannten Sichelzellenanlage an, die ihren Träger eigentlich vor Malaria schützen soll. Der Erreger zerstört solche roten Blutkörperchen, die eine Sichelform aufweisen und das entsprechende Gen haben, von innen heraus und verursacht gezielt im Gehirn eine Blutung: Der Tod schlägt aus heiterem Himmel zu, so etwa mitten auf der Autobahn.

Dass eine derart raffinierte Tötungsmethode auf eine natürliche Mutation zurückzuführen sein soll, geht auch der Seuchenspezialistin Melanie Anderson vom Seuchenzentrum in Atlanta nicht in den Kopf. Die farbige Wissenschaftlerin sieht nicht nur sich selbst, sondern ihre Brüder und Schwestern (sie war mal bei den Black Panthers) bedroht. Für sie ist der Ausbruch der Epidemie, die von der Anopheles-Mücke übertragen wird, ein Biowaffenkrieg, der von der Regierung gesteuert wird. Mögliches Ziel: der Völkermord an einem Teil der schwarzen Bevölkerung, eventuell auch in Afrika. Leider hat sie dafür keinerlei Beweise. Robert Cavanaugh greift jedoch den Hinweis auf. Dummerweise bekommen die Medien Wind von der Geschichte, und schon bald überschlagen sich die Ereignisse: Die Politik des FBI verlangt, dass die kompetentesten Leute, wie etwa Cavanaugh, die unnützesten Jobs erledigen müssen, aber die unnützesten Leute an die große Glocke gehängt werden. Die FBI-Führung demonstriert ihre Besorgnis, hat aber selbst nach Wochen nur einen einzigen unschuldigen Verdächtigen vorzuweisen. Die Aussagen gegen den Wissenschaftler Donohue sind fingiert. Brisantes Detail: Er ist selbst zu einem Teil ein Schwarzer – warum sollte er seine Brüder umbringen wollen?!

Cavanaugh darf inzwischen sämtliche rassistischen Radikalengruppen Marylands abgrasen. Nach wenigen Wochen sind bereits über hundert Menschen gestorben, und eine neue Malaria-Ausbreitungswelle steht bevor. Da kommt Robert Cavanaugh ein aufgeweckter (schwarzer) Schuljunge zu Hilfe, der ein ernsthaftes Faible für die kleinen Plagegeister hat: Moskitos sind Earl Lesters Steckenpferd. Die Spur führt zu einem nahe gelegenen Militärstützpunkt – und zur CIA, die dort ein Geheimlabor unterhält.

Wie immer hat Nancy Kress auch diesmal ihre Story klug ausgedacht und spannend inszeniert, so dass ihr Roman es mit den Könnern des Thrillergenres durchaus aufnehmen kann – Leuten wie Jeffery Deaver etwa. Mit diesem teilt sie sich auch die Vorliebe für wissenschaftliche Detailarbeit. Ein Indiz führt zum nächsten, bis ein Puzzle entstanden ist, dessen Bild bzw. Schlussfolgerung unausweichlich ist. Und dennoch warten auch in dieser Phase noch Überraschungen auf die Helden.
Unter all dieser Jagd nach wissenschaftlichen und anderen Indizien könnte der Human Interest verloren gehen, so befürchtet man. Doch eine Reihe von kurzen Kapiteln, die als „Interim“ betiteln sind, schildert schlaglichtartig Aspekte und wichtige Ereignisse aus dem Leben der von der Malaria Betroffenen. (So etwa den Gehirnschlag des Fahrers eines Touristenbusses mitten auf der Autobahn, was natürlich zu einer Katstrophe führt.) Auch dies ist ein Kniff, dessen sich John Brunner in seinen großen Romanen bedient hat, besonders in „Morgenwelt“ („Stand on Zanzibar“, 1968).
Die Story ist besonders zu Beginn sehr spannend erzählt, geradezu filmreife Szenen folgen in raschem Tempo aufeinander. Doch dann gerät die Handlung in ruhigeres Fahrwasser, und menschliche Aspekte der Ermittler Cavanaugh und Anderson treten in den Vordergrund. Weil sie aber allen Widrigkeiten trotzen, denen sie begegnen, ist ihnen letzten Endes ein Erfolg gegönnt, und der Leser ist überrascht, wie die Lösung dieses Puzzles lautet.

Die Aktualität des Romans ist durchaus gegeben. Das Buch erschien in den USA 1998, also lange vor dem für die USA so schrecklichen Jahr 2001, aber bei uns rund vier Wochen nach dem 11. September. Zuerst ereigneten sich die vier Anschläge in New York City und Washington, D.C., dann, kurz darauf, tauchten die Anthrax-Briefe auf und töteten weitere Menschen. Anthrax ist eine Biowaffe wie die im Roman erfundene genmanipulierte Malaria.
Nun braucht man nur Zwei und Zwei zusammenzuzählen: Würden ausländische Terroristen mit Sympathisanten in den USA (wie Al-Qaida oder IRA) auf amerikanischem Boden eine solche Biowaffe entwickeln, könnten sie jederzeit zuschlagen – etwa um zahlreiche Schwarze zu treffen und so üble Rassenunruhen auslösen.
Kress zeigt auf, dass es genügt, einen bestimmten Prozentsatz der Bevölkerung zu töten, um eine Regierung zu stürzen. Nicht nur in den USA, sondern auch in England oder in einem Land Afrikas. Dass dies keine leere Behauptung ist, dürften die Geschehnisse in mehreren Staaten Zentral- (Kongo, Ruanda) und Westafrikas (Liberia) belegen. Die AIDS-Epidemie führt bereits jetzt dazu, dass die Regierungsstreitkräfte kaum noch in der Lage sind, ihre Sollstärke zu halten. Gefährdet ist besonders Botswana.

Nancy Kress ist ein spannender und kompetent geschriebener Wissenschafts-Thriller gelungen. Allerdings ist sie weit entfernt von Autoren wie Tom Clancy oder Michael Crichton, die auf Schockeffekte setzen und zudem einen Alleskönner als Helden präsentieren (z.B. Jack Ryan). Bei ihr sind Idealisten am Werk, die Gutes tun wollen, aber von den Umständen daran gehindert werden. Dass die von einer Biowaffe verursachte Seuche ihre Horroreffekte hat, ist nicht zu leugnen. Aber diese Szenen werden nicht ausgeschlachtet, um Sensationsgier zu befriedigen. Im Mittelpunkt steht die Puzzlearbeit von Kriminalisten und Epidemiologen. Das ist der Grund, warum sich der Roman nur eingeschränkt für Leser ohne Vorstellung von wissenschaftlicher Arbeitsweise eignet. Aber ein wenig Anspruch darf schon sein. Dass ihr Roman so prophetisch wirkt, hat die Autorin wohl selbst nicht geahnt.

_Michael Matzer_ (c) 2003ff

Philip K. Dick – Blade Runner

Dieser Roman ist die literarische Vorlage für Ridley Scotts kultigen Science-Fiction-Film „Blade Runner“ von 1982, in dem Harrison Ford einen seiner besten Auftritte hat, neben Rutger Hauer und Daryl Hannah. Dabei hieß der Roman ursprünglich ganz anders: „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“.

Der Autor

Philip K. Dick, der von 1928 bis 1982 lebte, war einer der fruchtbarsten und inzwischen wichtigsten Science-Fiction-Autoren. Von ihm stammen u.a. die literarischen Vorlagen zu den Filmen „Minority Report“ (mit Tom Cruise), „Total Recall“ (mit A. Schwarzenegger), „Screamers“ (mit Paul „Robocop“ Weller) und „Impostor“ (der bei uns nie ins Kino kam, mit Gary „Das letzte Gefecht/The Stand“ Sinise).

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Linda Jaivin – Sex, Space & Rock’n’Roll

Douglas Adams meets the Riot Grrls

Drei Space-Babes, Hybridzüchtungen aus Nufoniern und Menschen, sind mit einem Raumschiff vom Planeten Nufon abgehauen und fliegen zur Erde, um Spass zu haben. Kaum in Sydney gelandet, machen sich Baby, Lati und Doll daran, die Metropole sexuell aufzumischen. (Verlagsinfo)

„Mein erster Tag auf der Erde! Und ich habe gleich meinen ersten Erdling entführt – dich!“ Was wie die Lebenserinnerungen von E.T klingt, ist eine witzige Mischung aus „Per Anhalter ins Weltall“ und einem Aufklärungskurs in Sachen intergalaktischer Liebe.

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David Brin – Sonnentaucher (1. Uplift-Zyklus Band 1)

Gespenster in der Sonne, Schneebälle in der Hölle

Im Universum der Fünf Galaxien haben vor Urzeiten die so genannten „Progenitoren“ dafür gesorgt, dass sich mehrere Rassen – je eine pro Galaxie – zu Bewusstsein entwickeln konnten, um die Herrschaft über die jeweilige Galaxis anzutreten. Dies war das allererste Uplifting des Bewusstseins. Die Debatte dreht sich darum, ob auch die Menschen davon betroffen waren oder ob sie sich selbst zur „Sapienz“ entwickelten.

Wie auch immer: Die Progenitoren verschwanden, die Menschen uplifteten die Delphine und Schimpansen zur Sapienz. Das war ihr Glück, denn sonst wären sie nach dem Erstkontakt mit den Aliens selbst upgeliftet worden – falls man sie dessen für würdig befunden hätte. Die Aliens hätten sie zum dienstverpflichteten „Klienten“ eines „Patrons“ gemacht – wer weiß, für welche fremdartigen Zwecke.

Dies ist der erste Roman des promovierten Physikers David Brin und zugleich der erste Band in den zwei Trilogien des Uplift-Zyklus. Diese Space-Opera in Brins Uplift-Universum gehört zu den wichtigsten Science-Fiction-Werken der 1980er und -90er Jahre.
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Ringo, John – Invasion – Der Aufmarsch (Invasion 1)

Im Jahre 2011 werden drei Jahre lang eine Milliarde Alien-Soldaten der |Posleen| die Erde erobern wollen. So haben es die friedlichen Aliens der „Föderation“ den Oberhäuptern der G8-Staaten und Chinas angekündigt. Die Erdsoldaten sollen zuvor helfen, die Posleen abzuwehren. Doch es gibt einen Haken.

_Der Autor_

Der Amerikaner John Ringo war zunächst Fallschirmjäger in der Armee, bevor er sich der Militär-Science-Fiction zuwandte und mit seinem Invasions-Zyklus Erfolg hatte. Die Autoren der Military Science Fiction wie etwa David Weber oder Jerry Pournelle bilden international eine wachsende Community, die in regem Kontakt zueinander steht. Natürlich kennen sie auch Tom Clancy. Ringo lebt in Commerce, Georgia, mit seiner Familie. Wie ich schon vermutete, siehe unten, hat Ringo auch Fantasyromane verfasst. Mehr Informationen unter: http://www.johnringo.com/.

Der Zyklus |“Legacy of the Aldenata“| besteht aus folgenden Bänden:

– Invasion: Der Aufmarsch (06/6461) (ISBN 3453875397)
– Invasion: Der Angriff (3453879031)
– Invasion: Der Gegenschlag (345352005X)
– Invasion: Die Rettung (3453520173)

_Handlung_

Michael O’Neal, ein rechtschaffener Webdesigner und Autor von Militär-Science-Fiction mit einer Familie, traut seinen Ohren kaum, als ihn eines Morgens General Jack Horner anruft, sein alter Chef von der Army. Horner gibt ihm die Chance, bei einer geheimen Kommandosache mitzumachen und dabei Rang und Geld zu verdienen. Mighty Mike ist alles andere als begeistert.

Die geheime Kommandosache stellt sich als Alien-Invasion heraus, die es abzuwehren gilt. Na Prost, denkt sich Mike, das wird weder Sharon (seiner Frau) gefallen noch sonst jemandem – falls es überhaupt herauskommt. Der US-Präsident hat seine Kommandeure angewiesen, Stoßtrupps (Strikes) aufzustellen, um die |Posleen| auf den Welten der friedlichen Alien-Föderation auszukundschaften, die sich schon über 150 Jahre gegen die Eroberer wehren und Planeten um Planeten verlieren.

Der Präsi ist verständlicherweise besorgt, denn schon in fünf Jahren, also 2011, würden über Jahre verteilt rund eine Milliarde Posleen-Soldaten den Erdraum angreifen – sagen die |Galakter|. Die Eroberer haben bereits 72 Föderationswelten unter ihre Herrschaft gebracht, weil die friedlichen Föderationsspezies keine Agression kennen oder sie zumindest vehement ablehnen.

Die Aliens der |Himmat| sind beispielsweise so eingestellt, dass sie sich wie Chamäleons ihrer jeweiligen Umgebung anpassen, um sich unsichtbar zu machen. Die |Darhel|, |Tchpht| und |Indowy| sind ähnlich defensiv eingestellt und daher richten sie an die Erdlinge die Bitte, ihnen zu helfen. Allerdings haben sie insgeheim selbst Angst, dass sie den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Immerhin geben sie den terranischen Truppen galaktische Technologie (GalTech), mit der sie ihre militärischen Fähigkeiten auf fremden Planeten und im Weltraum erheblich verbessern können.

Und so kommt es, dass ein erstes Kommando auf dem Dschungelplaneten Barwhon landet, der angeblich noch nicht von Posleen erobert wurde. Sie erleben eine böse Überraschung. Und Mike O’Neal wurde dem ersten terranischen Raumschiff mit NATO-Truppen an Bord als ausbildender Berater für GalTech-Kampfanzüge zugewiesen, das zum angegriffenen Planeten Diess fliegt. Merkwürdig sind allerdings zwei Dinge: Die |Darhel|-Vermittler, die die Oberklasse der Aliens stellen und sämtliche GalTech liefern, haben die Terraner im Stich gelassen.

Noch seltsamer findet Mike aber die Tatsache, dass ihm der Befehlshaber der NATO-Truppen, Colonel Youngman, als Erstes einen Maulkorb verpasst: Mike darf nicht das tun, worin er gut ist, wozu man ihn hergeschickt hat und was die ungenügend ausgebildeten Truppen am dringendsten brauchen, wenn sie auf die Posleen treffen. Also entweder ist Oberst Youngman paranoid, superblöd oder hier läuft eine ganz krumme Geschichte. Aber Mike findet immer Mittel und Wege, den im Militärsystem eingebauten Irrsinn zu umgehen und eine katastrophale Niederlage auf Diess abzuwenden.

_Mein Eindruck_

Wie erzählt man eine in galaktischen Entfernungen stattfindende Invasion? An dieser Frage haben sich schon manche Autoren die Zähne ausgebissen. Doch manche haben auch mit ihrer jeweiligen Methode Erfolg gehabt. Die Kunst liegt in der Beschränkung: an Personal, an Blickwinkeln, an Zeit.

|Drei Schauplätze|

Und so hat sich auch John Ringo zu Herzen genommen, dass weniger diesmal mehr ist, wenn der Leser nicht völlig den Überblick verlieren soll. Nach einem ziemlich personalreichen ersten Viertel, in dem es von Obersten, Generälen und vor allem Sergeants nur so wimmelt, verengt sich das Geschehen in den Einsätzen auf drei Schauplätze: auf Diess, wo Michael O’Neal sein Bestes gibt; auf Barwhon, wo die Kundschafter zu Tierfängern umfunktioniert werden; und auf der Erde, wo sich First Sergeant Pappas, ein Vietnamveteran, mehreren Herausforderungen in Gestalt von Rekruten und korrupten Unteroffizieren gegenübersieht.

|Viele Blickwinkel|

An diesen drei Orten kann der Blickwinkel kurzzeitig wechseln, weg von der Hauptfigur hin zu einem Nebenakteur. Zu diesen gehören auch zwei hohe Befehlshaber der feindlichen Posleen. Es ist also nicht so, dass der Feind gesichtslos und sprachlos auftaucht, nur damit man ihn als Objekt auch ohne Skrupel abknallen kann. Dieser Feind hat eine deutlich definierte Befehlshierarchie, eine eigene Sprache und furchteinflößende Waffensysteme, die etlichem Gerät, das die Menschen aufzubieten haben, überlegen sind. Von der besseren Taktik ganz zu schweigen. Der Sieg, sollte er gelingen, wird auf jeden Fall nur unter größten Opfern zu erringen sein.

|Schriftsteller als Experten?|

Was den Leser stutzig macht, ist der Umstand, dass Mike O’Neal zwar der totale Experte für die von den Darhel gelieferten Gepanzerten Kampfanzüge (GAKs) ist, aber im Grunde doch nur ein Science-Fiction-Schriftsteller und Webdesigner mit früherer Militärerfahrung. Deswegen ist er nicht nur in den Augen der regulären Militärs wie Colonel Youngman ein völliger Außenseiter, sondern auch in unseren. An keiner Stelle wird gerechtfertigt, dass O’Neal aufgrund seiner Schriftstellerei eingezogen wird, sondern nur wegen seiner Militärerfahrung. Alles andere wäre auch etwas lächerlich. Warum sollten ausgerechnet Schriftsteller besser mit Aliens fertigwerden als Generäle? Vielleicht, weil sie verrückte Ideen haben? Wohl kaum. Das würde lediglich den Stoff für eine Satire liefern.

|Militärs|

Natürlich ist dies ein Militärroman, was sonst? Von Anfang an reden Soldaten und solche, die es mal waren, miteinander. Von Anfang an bis zum bitteren Ende spielen Ränge eine derart überragende Rolle, das sich der Zivilist wundert, wie sich ein Mann nur in solchen Befehlskettenzwängen einordnen kann. Aber nach ein wenig Murren – auch von Seiten Sharon O’Neals, die, obwohl zweifache Mutter, ebenfalls als Offizierin eingezogen wird – findet sich jeder in seine Rolle beim Barras. Schließlich gilt es, den Untergang der Erde abzuwenden, nicht wahr? Und da müssen wir schließlich alle zusammenstehen, sonst wären wir entweder Defätisten oder, noch schlimmer, bloß Lemminge, die in ihren Untergang rennen.

|Komik|

Es wundert nicht, dass es in diesen Büchern keine Protestmärsche und Demos gibt. Der Einzige, der was auf die Mütze bekommt, ist der Präsident: Der Alien von den Tchpht beleidigt ihn in einem fort als gierigen, tückischen Fleischfresser. Es muss aber wohl an der fehlerhaften Übersetzung liegen, nicht wahr? Und so macht der Präsi gute Miene zum bösen Spiel. Was auf den Leser komisch wirken könnte, mag aber auch einen realen Hintergrund haben: Was, wenn die Übersetzung keineswegs fehlerhaft ist und sich der Alien durchaus vor den Erdlingen fürchtet? Das Übersetzungsgerät stammt von den Darhel, und dass diese Kaufleute mit jedem in der Galaxis Geschäfte machen, ist bekannt. Aber vielleicht tun sie auch alles, um die terranischen Helfer einzuschüchtern, damit diese nicht auf die Idee kommen, den Darhel das sorgfältig verborgen gehaltene Oberkommando über die Föderation zu entreißen.

|Science-Fiction oder Fantasy?|

Das Buch liest sich, wie es einem Actionroman zukommt, zunehmend flotter, je mehr sich die Aktion von der Erde auf die Fremdwelten verlagert, raus aus den Befehlszwängen dahin, wo der Soldat sich als mannhafter Krieger beweisen kann. Und in diesen Kampfsituationen muss der Autor alles aufbieten, um beim Leser den Eindruck zu verhindern, hier könnte es sich um einen Fantasyroman à la Conan oder Alan Burt Akers („Kregen“) handeln. Daher werden technische Geräte wie die GKAs über ganze Abschnitte und Seiten hinweg beschrieben.

Leider ist die „science“ derart exotisch, dass der Erfolg dieser Mühe des Autors mitunter infrage gestellt ist. Mich hat es nicht gestört, denn die Übergänge zwischen Science-Fiction und Fantasy sind, frei nach Arthur C. Clarkes Axiom, fließend: |“Eine genügend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“|

|Led Zeppelin|

Das erweist sich ganz besonders an einer Stelle. Während die Schlacht um Diess tobt, tauchen O’Neal und seine Kompanie Versprengter auf der Flanke des Feindes auf, und zwar aus dem Meer: Durch die von den GKAs projizierten Hologramme glauben die Posleen, ein feuerspeiendes Meeresungeheuer greife sie von links an. Wie Recht sie haben. Noch besser als die visuellen Spezialeffekte ist der passende Soundtrack. Da der Autor offenbar ein Kind und Fan der siebziger Jahre ist, erdröhnt statt des Wagnerschen „Walkürenritts“ (in „Apocalypse Now“) der rockende „Immigrant Song“ der Kultband Led Zeppelin! „Hammer of the gods“, baby!

|Kipling|

Der Autor bemüht noch weitere Kulturjuwelen. Nicht zufällig heißt sein Roman „A hymn before battle“. Dies ist der Titel jenes langen Gedichts von Oberviktorianer Rudyard Kipling, das die kämpfende Truppe in allen Ecken und Enden des British Empire zur Schlacht ermuntert und dafür den Schutz und Segen des Schlachtengottes Jehova erfleht. Strophen dieses Gedichts werden über das ganze Buch verteilt. Pazifisten werden von diesen martialischen Ausrufen wahrscheinlich abgestoßen.

|Die Übersetzung|

Der Übersetzer Heinz Zwack hat zum größten Teil eine gute Arbeit abgeliefert. Nur in den seltensten Fällen sind ihm Formulierungen missglückt. Seine größte Leistung liegt aber wohl in der Zuordnung der amerikanischen Militärdienstgrade zu denen der Bundeswehr. Dazu gibt es eine tabellarische Übersicht am Schluss. Am Beginn des Buches erklärt ein kurzes Glossar die wichtigsten Abkürzungen.

|Ein Fehler?|

Eine merkwürdige Diskrepanz vermochte ich jedoch nicht aufzuklären. Die Handlungsstränge auf Terra, Barwhon und Diess laufen keineswegs gleichzeitig ab, sondern asynchron. Das macht normalerweise nichts, denn es gibt keine Wechselwirkungen. Mit einer Ausnahme. Wie erwähnt (unter „Komik“) mischt sich ein Alien in den Obersten Sicherheitsrat beim US-Präsidenten ein. Als Ergebnis fordert die Militärleitung die Beschaffung von zwei Exemplaren der feindlichen Posleen zu Forschungszwecken an: Wie soll man den Feind vernichten, wenn das eigene Waffenarsenal an ABC-Waffen wirkungslos verpufft?

Jetzt taucht ein Zeitproblem auf. Bis dieser Beschaffungsbefehl von der Erde über die Alienföderation nach Barwhon transferiert werden kann, vergeht ein gewisser Zeitraum. Warum, wird erklärt. Was mich stört, ist die Abfolge. Der Befehl erfolgt am 12. November 2007. Doch bereits am 12. Februar 2007 geht er auf dem Planeten Barwhon ein, damit ihn der Aufklärungstrupp ausführt. Tja, mir fehlt nun eine einleuchtende Erklärung, wie es sein kann, dass eine Botschaft rückwärts in der Zeit reist, und zwar gleich neun Monate. Einstein, hilf!

_Unterm Strich_

Ich habe diesen Roman in drei Tagen gelesen. Nach einem zähen Start verengt sich jedoch die Handlung auf das Geschehen an drei Schauplätzen, und der Leser kann sich voll auf die Action konzentrieren. Da das Personal recht zahlreich ist und es keine Namensliste im Buch gibt, empfiehlt sich auch das schnelle Lesen, sonst vergisst man die Namen vom Anfang und verliert schnell den Überblick. Das könnte relativ frustrierend sein … Zum Glück erweist sich die Action als fesselnd genug, um den an martialischem Geschehen Interessierten bei der Stange zu halten.

Das bedeutet nicht, dass diese Militär-Science Fiction für jeden Leser von Spannungsunterhaltung geeignet sei. Man benötigt im Gegenteil schon ein wenig Verständnis und Interesse an militärischen Dingen. Der Autor ist nämlich völlig ernsthaft bei der Sache, und das Einzige, worüber er sich lustig macht, sind Politiker und Bürokraten – hier hat er die Lacher auf seiner Seite. Ansonsten verrät er ein Faible für die Hierarchie beim Barras, aber vor allem für militärisches Spielzeug, allem voran für den gepanzerten Kampfanzug.

An vielen Stellen habe ich mich daher gefragt, warum diese Trilogie nicht in der Serie „Mechwarrior“ oder „BattleTech“ veröffentlicht wurde. Sie würde dort kaum auffallen. Vielleicht ist genau das der Grund: Separat veröffentlicht, ragt Ringos Trilogie aus der Masse der in Deutschland publizierten Science-Fiction heraus – als Negativbesipiel, wie |moderne| Science-Fiction |nicht| sein sollte.

Richard Morgan – Skorpion. SF-Thriller

Auf der Erde des 22. Jahrhunderts gerät die politische Lage zunehmend außer Kontrolle. Der Konflikt zwischen den Religionen droht zu einem Weltkrieg zu werden. Da fehlt es gerade noch, dass ein mit gentechnischen Mitteln erschaffener Supersoldat aus dem Gefängnis ausbricht und dem Kopfgeldjäger Carl Marsalis die Aufgabe zufällt, ihn wieder einzufangen. Denn dieser flüchtige Soldat trägt Informationen in sich, die die Zukunft der Menschheit entscheidend verändern werden. (Verlagsinfo)

Handlung
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Stephen Baxter – Anti-Eis

Die Alternativwelt: Wasser vom Mond

Anti-Eis ist eine vom Himmel gefallene seltsame Substanz, die als Antriebsmittel ungeheure Energie liefert. Ihre Entdeckung durch den britischen Forscher Sir Josiah Traveller hat England einen ungeahnten technologischen Schub beschert. Im Jahr 1870 ist das britische Empire eine unbezwingbare Supermacht, die die ganze Erde beherrscht. Doch Anti-Eis hat seine Tücken: Bei Minusgraden ist es ungefährlich, wird es aber erwärmt, explodiert es mit der Wucht einer thermonuklearen Bombe.

Vor allem die französischen Partisanen, zu denen die junge Françoise gehört, die sich an einen Attaché im Auswärtigen Amt, Ned Vicars, heranmacht, sind hinter der begehrten Substanz her. Denn ohne Anti-Eis ist gegen die Übermacht der Engländer nichts auszurichten … (Verlagsinfo)

Der Autor
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Julian May – Das vielfarbene Land (Pliozän-Saga 1)

Einfallsreich: Durch das Zeit-Tor zu den Aliens

Die „Pliozän-Saga“, die auf deutsch bei Heyne erschien, ist eine der herausragenden literarischen Leistungen der Science Fantasy während der achtziger Jahre. Der Pliozän-Zyklus ist die vierbändige Saga um das Schicksal einer Handvoll Menschen, die im Jahr 2110 freiwillig ins Zeit-Exil des Pliozäns vor ca. sechs Millionen Jahren gehen, um der Verfolgung von Psi-Begabten zu entgehen. Gegen dort herrschende Aliens müssen sie zahlreiche Kämpfe bestehen, entwickeln aber auch ungeahnte Fähigkeiten.

Eine Zusammenfassung der Ereignisse dieses Bandes folgt am Beginn des 2. Bandes.

Die Autorin
Julian May – Das vielfarbene Land (Pliozän-Saga 1) weiterlesen

Julian May – Der Widersacher (Pliozän-Saga 4)

Die Schlacht der Könige

Der Pliozän-Zyklus ist die vierbändige Saga um das Schicksal einer Handvoll Menschen, die im Jahr 2110 freiwillig ins Zeit-Exil des Pliozäns vor ca. sechs Millionen Jahren gehen, um der Verfolgung von Psi-Begabten zu entgehen. Gegen vor Ort herrschende Aliens müssen sie zahlreiche Kämpfe bestehen, entwickeln aber auch ungeahnte Fähigkeiten.

Diesem Band ist eine Zusammenfassung der drei ersten Bände der Saga vorangestellt. Man verpasst also kaum etwas, wenn man diese Bände nicht kennen sollte.

Die Autorin
Julian May – Der Widersacher (Pliozän-Saga 4) weiterlesen

Jack Vance – Madouc (Lyonesse 03)

Das elfische Wechselbalg: der Schlüssel zur Wahrheit

Lyonesse – das ist ein Königreich auf den Älteren Inseln, die vor den Tagen König Arthurs im Golf von Biskaya lagen. Sie sind die Heimat von zehn – natürlich zerstrittenen – Königen, von Barbaren (den Ska), von Recken, Hexen und Zauberern, Ogern und Elfen.

Jeder König will Herrscher über ganz Lyonesse, die Hauptinsel, werden, allen voran der ehrgeizige König Casmir von Lyonesse, der seinen alten Gegenspieler Aillas vom Inselkönigreich Troicinet bekämpft, wo es nur geht. Die Inseln werden jedoch in ihrer Gesamtheit von den Ska bedroht, die als nordische Herrenmenschen alle anderen Völker als minderwertig einstufen und entsprechend behandeln.

Band 2: „Die grüne Perle“

Dies ist der dritte und abschließende Band von Vances „Lyonesse“-Trilogie, zu der noch die Bände „Herrscher von Lyonesse“ und „Die grüne Perle“ gehören. In Band 2 ist es König Aillas von Troicinet gelungen, seinen Herrschaftsbereich auf ganz Ulfland auszudehnen und die Ska vollständig zu vertreiben. Als Lohn seiner Mühen hat er die Prinzessin Glyneth bekommen und die Ska-Prinzessin Tatzel zu ihrem Daddy geschickt.

Band 3: „Madouc“

Seine wichtigsten Widersacher auf den Älteren Inseln, auch „Hybras“ genannt, sind König Casmir von Lyonesse und König Audry II. von Dahaut, der ihm Besitz des Throns und der Tafelrunde ist, die dem Oberkönig zustehen.Auf diesen hat es König Casmir abgesehen, denn er will Oberkönig von Hybras werden – und damit eine unheilvolle Prophezeiung abwenden, die den Sohn von König Aillas als diesen Oberkönig vorhersagt.

Im Mittelpunkt des Bandes steht jedoch die junge Prinzessin Madouc. Nach einem langen Reifeprozess gelingt es ihr, König Casmirs finstere Pläne teilweise zu vereiteln – und wird selbst von ihm gefangengenommen…
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Bruce Sterling – Der Staubozean

Auf Waljagd wie weiland Käptn Ahab

Nullaqua ist eine menschenfeindliche Welt, ein Wüstenplanet mit gigantischen Staubozeanen. Darin leben riesige, walähnliche Tiere, aus deren Kadavern man die Droge Syncophin gewinnt. Zigtausende Süchtige in der gesamten Galaxis können ohne das „Flackern“, das das Syncopin in ihrem Bewusstsein hervorruft, die Realität nicht mehr ertragen, und so jagen riesige Schiffe die Staubwale. Ihre Crews bestehen nur teilweise aus Menschen, doch die Entbehrungen und die tödliche Bedrohung durch die grausame, fremde Natur schweißt sie zu unverbrüchlichen Gefährten zusammen. (Verlagsinfo)
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Herbert, Brian / Anderson, Kevin J. – Die Schlacht von Corrin (Der Wüstenplanet: Die Legende 3)

Spannendes Actionfinale der Legenden-Trilogie

Zehntausend Jahre, bevor das Haus Atreides die Herrschaft über Arrakis, den Wüstenplaneten (Dune) und seine wertvollen Spice-Vorräte antritt, ereignen sich Dinge, die die Geschichte der Menschen veränderten – und die in späteren Legenden als Butlers Dschihad, der Kreuzzug der Maschinen und die Schlacht von Corrin erwähnt werden. Es ist die Zeit, in der die Künstlichen Intelligenzen (KIs) des irdischen Großcomputers Omnius die Synchronisierten Welten beherrschen, wohingegen die Liga der Edlen von Salusa Secundus aus eine Reihe freier Welt beschützt. Unter den Unverbündeten Welten befindet sich ein wüstenhafter Planet am Rande des Siedlungsgebiets: Arrakis.

Nachdem die Denkmaschinen eine tödliche Seuche auf die Welten der freien Menschen losgelassen haben, erhält die Spice-Melange, die es nur auf Arrakis gibt, eine noch höhere Bedeutung: Sie stärkt die Widerstandskraft gegen das Virus. Doch es gibt viel zu wenig Melange, und viel zu viele Angriffspunkte. Die Liga der Edlen muss etwas unternehmen, das den schon fast hundert Jahre dauernden Djihad entscheidet.
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Julian May – Kein König von Geburt (Pliozän-Saga 3)

Die Schlacht der Könige

Der Pliozän-Zyklus ist die vierbändige Saga um das Schicksal einer Handvoll Menschen, die im Jahr 2110 freiwillig ins Zeit-Exil des Pliozäns vor ca. sechs Millionen Jahren gehen, um der Verfolgung von Psi-Begabten zu entgehen. Gegen vor Ort herrschende Aliens müssen sie zahlreiche Kämpfe bestehen, entwickeln aber auch ungeahnte Fähigkeiten.

Diesem Band ist eine Zusammenfassung der ersten und zweiten Bände der Saga vorangestellt. Man verpasst also kaum etwas, wenn man diese Bände nicht kennen sollte.

Die Autorin
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Bruce Sterling – Zikadenkönigin. Cyberpunk und danach

Klassische SF-Erzählungen, mit Cyberpunk-Aroma

In der Story-Sammlung „Zikadenkönigin“ sind alle Erzählungen gesammelt, die Bruce Sterling über die Zukunft geschrieben hat, die sich die sogenannten Mechanisierer und Former teilen. Außerdem finden sich hier weitere SF-Storys sowie ein paar der schönsten Fantasy-Erzählungen der 1980er Jahre, darunter den gelungenen Kurzroman „Grüne Tage in Brunei“.
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Bruce Sterling – Schismatrix

Mechanisten oder Former: am Scheideweg der Evolution

Der Homo sapiens der Zukunft hat zwei Möglichkeiten, um über sich hinauszuwachsen: Entweder er ist ein Former und lässt seine Gene gezielt manipulieren, oder er ist ein Anhänger der Mechs, die ihre Körper durch implantierte Chips und Cyborg-Modifikationen aufrüsten. Beide Gruppen führen seit Jahrzehnten einen Kampf darum, wessen Technologie die bessere ist.

Abélard Lindsay, ein Mech, der bei den Formern ein diplomatisches Training absolviert hat, lehnt sich gegen die Dogmen beider Gesellschaften auf und wird auf dem Mond ins Exil geschickt. Durch seine Ausbildung fällt es ihm nicht schwer, sich in eine günstige Position zu bringen – doch eine emotionale Entscheidung lässt ihn alles über Bord werfen und ins All aufbrechen, wo sich das Schicksal der Menschheit entscheiden wird … (Verlagsinfo) „Schisma“ bedeutet (auch religiöse) „Spaltung“, und darum geht es.
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[NEWS] Brigid Kemmerer – Trotze der Nacht

Das Königreich Kandala wird von einer mysteriösen Krankheit heimgesucht. Der einzige Schutz ist ein Elixier aus Mondflor. Doch die seltene Pflanze ist so teuer, dass sich nur die Reichsten die Medizin leisten können. Deshalb schleicht sich die junge Apothekergehilfin Tessa nachts aus dem Haus und schmuggelt das kostbare Elixier in die Armenviertel – auch wenn es gegen das Gesetz ist. Prinz Corrick ist der Bruder des Königs und der heimliche Herrscher Kandalas. Gnadenlos verfolgt er jeden, der die Privilegien des Adels bedroht. Vor allem die Person, die heimlich die Armen mit Mondflor-Elixier versorgt. Als sich die Rebellin und der Prinz eines Tages begegnen, sprühen sofort die Funken und die einstigen Todfeinde müssen eine Entscheidung treffen: Wollen sie weiter gegeneinander kämpfen oder miteinander für Kandala – und ihre Liebe? (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 512 Seiten
Heyne

Marie Schönbeck – Schokolade am Strand – Süßes Erbe: Roman (Die Schokoladen-Reihe, Band 3)

Worum geht’s?

Marleen ist gemeinsam mit ihrem Vater auf der Insel Möwensand. Ihr Vater Dyke de Vries ist Privatinvestor und möchte in die Schokoladeninsel investieren, da die Naschwerk-Manufaktur der Lorentz-Brüder nicht gerade gut dasteht.

Marleen, die Finn, den jüngsten der Lorentz-Brüdern bereits in einer brenzlichen Situation auf der Insel kennengelernt hat, hegt gleich Sympathie für den bekannten Junggesellen. Nun möchte ihr Vater, dass sie Finn mit ihrem Charme um den Finger wickelt, um so mit dem Trio in ein gewinnbringendes Geschäft zu kommen. Doch das Spielchen bleibt von Finn natürlich natürlich unentdeckt. Er ist stinkesauer.

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Bernhard Hennen – Die Ordensburg (Elfenritter 1)

Die Elfenritter-Trilogie:
Band 1: _Die Ordensburg_ (Oktober 2007)
Band 2: Die Albenmark (März 2008)
Band 3: Das Fjordland

Seit Jahrzehnten kämpfen die Menschen des Fjordlands gegen die Heere der Tjuredkirche, die keinen Gott neben Tjured anerkennt und Heiden notfalls auch mit Feuer und Schwert bekehrt. Der schlimmste Gräuel in den Augen der Kirche ist jedoch das uralte Bündnis der Fjordländer mit den Albenvölkern, insbesondere den Elfen. Denn diese widernatürlichen Geschöpfe, die über grausame Magie gebieten, haben den ersten Heiligen der Tjuredkirche, den gesegneten Guillaume, in dem Dorf Aniscans, heute Sitz der Heptarchen, an einen Baum genagelt und getötet.
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David Brin – Sternenriff (2. Uplift-Trilogie – Band 1)

Folgenreicher Erstkontakt

Seit Jahrhunderten leben sechs Rassen unter dem schützenden Blätterdach des Planeten Jijo zusammen – friedlich, doch voller Furcht vor der Entdeckung. Sie haben den von ersten Bewohnern verlassenen Planeten einfach besetzt, ohne die Verwaltung der Fünf Galaxien um Erlaubnis zu fragen. Jijo ist ein verbotener Planet.

Eines Tages geschieht es dann doch: Ein fremdes Raumschiff erscheint am Himmel und landet nahe dem großen Heiligtum. Sollen nun alle Rassen ausgelöscht werden? Die Besatzung des Schiffes gibt sich zunächst friedlich, doch sie suchen nach Exemplaren bestimmter Spezies. Sie geben sich als „Wissenschaftler“ aus, doch offensichtlich handeln sie nicht in offiziellem Auftrag der galaktischen Verwaltung. Nun beginnt eine Zeit der größten Gefährdung…

Die Ausgabe von 1997 ist die erste Hälfte des Romans „Brightness Reef“. Der zweite Teil trägt den Titel „Fremder der fünf Galaxien“. 2015 legte Heyne die beiden Bände zusammen.
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Anne McCaffrey – Rowan (Rowan 01)

Mit Psi-Kräften das Universum erobern

Das Transportwesen der Galaxis ist angewiesen auf starke Psi-Talente, die mittels Telekinese und Teleportation gewaltige Massen über Lichtjahre hinweg verfrachten können. Eines der Frachtzentren ist das Rowan Mining Camp im System Atair. Es fällt einer Naturkatastrophe zum Opfer. Nur ein kleines Mädchen überlebt. Man nennt sie Rowan, nach ihrem Geburtsort, und sie ist ein T-1-Talent von erstaunlichen Kräften.

Sie hat das Zeug dazu, allein einen Tower zu leiten. Das ist der einsamste Job in der Galaxis – bis sie Jeff Raven kennenlernt, ein T-1-Talent wie sie. Er behauptet, eine Invasion von Aliens aufgespürt zu haben – aber kein Mensch glaubt ihm. (Verlagsinfo)

Diese Erstausgabe wurde liebevoll von Johann Peterka illustriert, einem Wiener Zeichner. Er hat schon viele PERN-Romane von Anne McCaffrey mit seinen dynamisch gestalteten Illustrationen aufgewertet.

Die Autorin
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