Schlagwort-Archiv: Heyne

John Christopher – Das Tal des Lebens. Zukunftsroman

Hungerkatastrophe mit Hoffnungsschimmer

„Hunger bedroht die Welt… Ein Virus, das sämtliche Gras- und Getreidesaaten vernichtet, breitet sich, vom Fernen Osten kommend, unaufhaltsam über immer größere Gebiete der Erde aus. Wissenschaftler und Techniker stehen der Getreideseuche hilflos gegenüber. Jedes Gegenmittel versagt, die weltweite Katastrophe lässt sich nicht aufhalten.

Hunger regiert. Alle moralischen Schranken fallen. Raub, Mord und Vergewaltigung sind an der Tagesordnung. In diesem Chaos gibt es für nur wenige die letzte Zuflucht – das Tal des Lebens.“ (Verlagsinfo)

Das Buch aus dem Jahr 1956 erschien zuerst 1959 in deutscher Übersetzung im Gebrüder Weiss Verlag Berlin, und ein Exemplar dieser Hardcover-Ausgabe ist heute wohl mehrere hundert Euro wert. Die gekürzte Taschenbuchausgabe erschien zuerst 1971.
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Patrick Robinson – Barracuda 945 – Gefährlicher Einsatz

Moderner Terror: U-Boote gegen Alaska

Der US-Sicherheitsberater Admiral Arnold Morgan muss einen der gefährlichsten Terroristen ausschalten – einen Mann, den die westlichen Militärs selbst ausgebildet haben. Ray Kerman ist der Kopf hinter den brutalen Anschlägen der islamischen Hamas. Jetzt will er mit dem Atom-U-Boot Barracuda 945 die gesamte Ölversorgung der Amerikaner an der Küste Alaskas lahm legen. (Verlagsinfo)

Wieder einmal entwirft U-Boot-Spezialist Patrick Robinson ein gar schröckliches Zukunfts-Szenario: Hamas-Terroristen haben es auf die Versorgung der USA mit Alaska-Erdöl abgesehen. Unfair!
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Philip K. Dick – Der galaktische Topfheiler. SF-Roman

Hey Joe: Heb die Kathedrale!

Joe Fernwright ist einer der talentiertesten Topfheiler der Erde. Doch leider gibt es kaum mehr Keramikware, die man ihm zum Reparieren überlässt. Bis ihn eines Tages der Glimmung, ein sonderbares, gottähnliches Wesen von einem Planeten der Sonne Sirius, mit einem ganz speziellen Auftrag betraut: Zusammen mit einem Team ähnlicher Talente soll er eine Kathedrale vom Meeresgrund holen und restaurieren, das Relikt einer untergangenen Kultur: Heldscalla.

Doch bevor es dazu kommen kann, muss Joe zahlreiche Hindernisse überwinden und es mit Glimmungs Gegenspielern, den Kalenden, aufnehmen. Sie sagen die Zukunft voraus, und die sieht für Joe gar nicht gut aus.

Der Autor

Philip Kindred Dick (1928-1982) war einer der wichtigsten und zugleich ärmsten Science-Fiction-Schriftsteller seiner Zeit. Obwohl er fast 30 Jahre lang veröffentlichte (1953-1981), wurde ihm zu Lebzeiten nur geringe Anerkennung zuteil. Oder von der falschen Seite: Das FBI ließ einmal seine Wohnung nach dem Manuskript von „Flow my tears, the policeman said“ (dt. als „Eine andere Welt“ bei Heyne) durchsuchen. Okay, das war unter Nixon und nicht anders zu erwarten.

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[NEWS] Melba Escobar – Die Mutter

In einem Einkaufszentrum in Bogotá explodiert ein Sprengsatz und Cecilias Sohn, der Soziologie-Student Pedro, verschwindet. Kurz vorher muss er sich dort aufgehalten haben. In den Stunden, die dem mutmaßlichen Anschlag folgen, sieht sich Cecilia wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert: mit ihrer großen Liebe, Pedros Vater, seinem gewaltsamen Tod und der quälenden Frage, ob es möglich ist, sich politisch „herauszuhalten“ in dem von inneren Kämpfen zerrissenen Land. War Pedro an dem Anschlag beteiligt, Pedro, für den Cecilia sich immer nur ein Leben in Frieden und Freiheit gewünscht hat? (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 256 Seiten
Heyne

[NEWS] Lisa Sophie Laurent – The way you see me

Bei einem Treffen der Umweltschutzorganisation Future Force begegnet die Studentin Mila dem charismatischen Aktivisten Oscar. Er leitet die Gruppe und ist gut aussehend, selbstbewusst und charmant. Bei Mila lässt das alle Alarmglocken schrillen. Oscar erinnert sie viel zu sehr an Niklas. Niklas, auf den sie sich verlassen, den sie geliebt hat. Niklas, der sie nach und nach gebrochen hat. Seither hat Mila Probleme, anderen zu vertrauen. Sie beschließt, Oscar aus dem Weg zu gehen, doch er ist ihr längst unter die Haut gegangen. Stück für Stück lässt er ihre Schutzmauern einstürzen. Dass er, wie sie, die Umwelt retten will, gefällt ihr. Doch können sie sich auch gegenseitig retten? Denn auch Oscar hat mit seiner Vergangenheit zu kämpfen … (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 368 Seiten
Heyne

David Morrell – Das Ebenbild

Tödliche Schönheit

Der Fotograf Mitch Coltrane kommt bei Aufnahmen von Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien nur knapp mit dem Leben davon. Um den Schrecken zu entkommen, kehrt er nach Los Angeles zurück, doch die Kriegsverbrecher spüren ihn dort auf. Auf der Flucht vor seinen eigenen hässlichen Erinnerungen und seinen realen Verfolgern stößt Mitch auf das Foto einer wunderschönen Frau aus dem Hollywood der 30er Jahre. Er macht sich auf die Suche nach ihrer Identität. Als er eine junge Frau kennen lernt, die der Fotografie zum Verwechseln ähnlich sieht, beginnt eine bedrohliche Verwicklung von Vergangenem und Gegenwärtigem. (verlagsinfo)
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Tanith Lee – Vazkor (Birthgrave-Trilogie 2)

König Oedipus als Actionheld und Zauberer

Jahrtausende nach dem Ende der Zivilisation wird die Welt von wilden Stämmen beherrrscht, den Krarls. Unter ihren Kriegern tut sich Tuvek hervor, der als einziger im Stamm schwarzes Haar besitzt. Als seine Mutter gestorben ist, offenbart ihm die Heilerin, dass er keineswegs der Sohn des Häuptlings ist, sondern das untergeschobene Kind einer fremden Sklavin: Vazkor. Nun muss er nach seiner wahren Bestimmung suchen, nach seiner wirklichen Mutter.

Die Autorin
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John Moore – Hauen und Stechen

_Die erotischen Nöte des allzu edlen Prinzen_

Dornröschen, der edle Prinz, Wilhelm Tell, Aschenputtel und böse Drachen – sie alle geben sich ein humorvolles und überraschungsreiches Stelldichein in dieser netten, kurzweilig erzählten Fantasyparodie.

_Handlung_

Prinz Charming von Illyria hat eigentlich den geilsten Job, den man sich nur vorstellen kann: Er darf Jungfrauen aus der Not retten – sei es vor einem bösen Zauberer, einem ebensolchen Riesen oder einem Untier (Drachen sind diesbezüglich einschlägig vorbestraft). Auch Dank für die Rettung hagelt es regelmäßig: ein Küsschen hier, eine keusche Umarmung dort. Das Beste daran: Die ganze Plackerei mit dem Gepäck übernimmt sein Gehilfe Wendell. Doch im Gegensatz zu Charming steht der elfjährige Wendell überhaupt nicht auf hübsche Frauen und pralle Titten. Er will nur eines: gutes Essen! Was auch recht befriedigend sein kann.

Obwohl nun Prinz Charming genügend Anlass hätte, zufrieden den Ruf eines John Wayne in allen 20 Königreichen zu genießen, ist er nicht zufrieden. Etwas Wichtiges fehlt ihm. Natürlich liegt es an den Frauen. Sie sind einfach zu keusch, unschuldig, rein und jungfräulich. Daher ist er es zu seinem Leidwesen auch (das mit „unschuldig“ sollte man nicht zu genau nehmen). Aber er beugt sich dem Willen seines Vaters und des Geheimdienstministers: Was würden die Untertanen sagen, wenn Prinz Charming seine Rettungsdienste egoistisch ausnützen würde? Kein anderes Königreich würde ihn mehr zu Hilfe rufen – und, zack, schon bald wär’s mit Illyrias Glorie vorbei.

Der Prinz seufzt und macht sich zum nächsten Auftrag auf. Dieser jedoch hat es in sich und stürzt Illyria in die größte Krise seiner Existenz. Schuld daran ist Dornröschen. Diese unschuldige und wie üblich beinahe auch keusche Jungfrau rettet Charming unter größten Mühen aus ihrem Schloss, weil sich dort der Gral befinden soll, den eine böse Zauberin als Gegenleistung für die Freiheit ihrer Stieftochter Anne verlangt.

Die ganze Sache entwickelt sich nun extrem peinlich: Dornröschen, pardon: Prinzessin Aurora ist nämlich schwanger. Und das seit 20 Jahren. So lang lag sie unter dem Bann eben jener bösen Zauberin. Und von wem ist Aurora schwanger? Da war einst ein junger Prinz, ihr Verlobter, der jedoch in der Schicksalsnacht, als sie verzaubert wurde, gerade seine Bachelor-Party feierte. Als Aurora also am Hofe von Illyria auftaucht, erstarrt der König beim Anblick seiner früheren Verlobten.

Die Folgen für Charming sind fatal: Plötzlich ist er nicht mehr der Thronfolger, sondern nur noch ein hundsgewöhnlicher Nullachtfuffzehnprinz. Einzige Aushilfe verspricht der Gral. Eine Heldentat ohnegleichen muss her. Und koste es sein Leben …

_Mein Eindruck_

Dass man diesen Roman nicht allzu ernst nehmen sollte, macht schon das Titelbild klar: Es stammt von Josh Kirby und weist daher den gleichen Stil auf, den er für die Titelbilder der Scheibenwelt-Romane eines gewissen Terry Pratchett verwendete. Natürlich darf auf der Rückseite ein Verweis auf Pratchett nicht fehlen. Aber kann John Moore diesem Meister das Wasser reichen?

Moore schafft dies durchaus, allerdings ohne die zahlreichen Fussnoten des Briten und ohne großes Personal. Die Handlung ist dabei keineswegs vorhersehbar. Vielmehr überrascht Moore mit immer neuen reizenden – und völlig willkommenen! – Attacken auf Charmings Unschuld und Keuschheit. Die Frauenzimmer, die er aufbietet, sind zwar recht klischeehaft gezeichnet, erweisen sich aber als ernst zu nehmende Fallstricke auf Charmings verschlungenem Weg zum privaten Glück.

Viel witziger sind jedoch die Nebenfiguren. Da ist zum einen der fortschrittliche Magier Mandelbaum, der ziemlich kühne und verblüffende Einfälle hat. Auch wenn sie nicht immer auf Gegenliebe stoßen. Dann wäre da McAllister, der es wirklich auf Prinz Charming guten Ruf abgesehen hat. Schließlich wäre da noch Wendell zu erwähnen, der so jung, bodenständig und naiv ist, wie sein zartes Alter zulässt, aber doch weiß, worauf es ankommt: gutes Essen! Eine Krise des Staates ist schon daran zu erkennen, wenn ihm etwas den Appetit verschlägt.

_Unterm Strich_

John Moore ist ein parodistischer Fantasyroman gelungen, der ohne weiteres Drumherum seine klischeehaften Vorbilder der achtziger Jahre durch den Kakao zieht. Er belässt es zum Glück nicht dabei, sondern unterhält den Leser mit unerwarteten Wendungen, die mitunter sogar richtig verzwickt sein können – so etwa bei der Sache mit Auroras verzögerter Schwangerschaft und ihren unerwarteten Folgen für das illyrische Staatsgefüge. Die Frauen haben allesamt Erfolg, so oder so. Und die Männer müssen zusehen, wo sie bleiben. Fast wie im richtigen Leben.

|Originaltitel: Slay and rescue, 1993
256 Seiten
Aus dem US-Englischen übersetzt von Michael Siefener|

Baxter, Stephen – Navigator (Die Zeit-Verschwörung 3)

Die Zeit-Verschwörung

Band 1: [„Imperator“
Band 2: [„Eroberer“
Band 3: _“Navigator“_
Band 4: „Diktator“

Können Sie sich vorstellen, was passiert wäre, wenn Kolumbus Amerika nicht entdeckt hätte? Wenn Mongolen oder Chinesen die durch einen noch brutaleren Glaubenskrieg stark geschwächten Europäer und Araber völlig überrannt hätten und stattdessen eine mesoamerikanische Hochkultur Europa entdeckt hätte?

Mehrere unbekannte „Weber der Zeit“ versuchen seit Jahrhunderten, mit Hilfe von Prophezeiungen und Anweisungen den Lauf der Geschichte grundlegend zu verändern. Jahrzehntelange Vorbereitungen zur Beeinflussung von Christoph Kolumbus entscheiden das Schicksal der Welt, der sich der Tragweite seiner Entscheidung jedoch nicht im Geringsten bewusst ist.
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Wolfgang Jeschke (Hg.) – Fernes Licht. Die besten Erzählungen aus 40 Jahren Heyne Science Fiction

Preisgünstiger Auswahlband: klassische Science-Fiction-Erzählungen

Zum vierzigjährigen Jubiläum der Heyne-SF-Reihe gab Wolfgang Jeschke diesen Auswahlband zu einem besonders günstigen Preis heraus: über 1000 Seiten für nur 15 D-Mark. Allerdings fand sich darin kein einziger Beitrag außerhalb des anglo-amerikanischen Sprachraums. Das finde ich sehr schade.

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Colin Kapp – Der Ionenkrieg

Lady Absolut und ihr Supersoldat

Science-Fiction-Romane über Rebellionen gegen ein repressives Kolonialsystem hat es schon früher gegeben, beispielsweise etwa Robert A. Heinleins „Revolte auf Luna“ und „Der Mond ist eine herbe Geliebte“. Sie haben wohl auch viel Ähnlichkeit mit der amerikanischen Geschichte.

Auch Romane über interstellare Kriegsführung gibt es in der SF nicht gerade wenige, sei es nun aus pazifistischer Sicht wie Joe Haldemans „Der ewige Krieg“ oder mehr aus militaristischer wie etwa Heinleins „Starship Troopers“. Colin Kapps „Der Ionen-Krieg“ bedeutet in diesem Rahmen kaum eine Neuerung: Es ist Supersoldaten-Military SF auf niedrigem Niveau, aber mit einem ironischen Twist.

Der Autor
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Julian May – Der goldene Ring (Pliozän-Saga 2)

Mit der Laserlanze in den Freiheitskampf

Die ins Pliozän verschlagenen Menschen haben es gelernt, mit den telepathischen Aliens, die die Erde vor sechs Millionen Jahren beherrschten und die Zeitreisenden aus der Zukunft versklavten, einigermaßen zurechtzukommen.

Manchen von ihnen ist diese Sklaverei ganz und gar nicht unangenehm, denn mit dem Halsring, den die Menschen zu tragen gezwungen sind und der die telepathischen Kräfte verstärkt, werden nicht nur Strafen, sondern auch Belohnungen verteilt, und ein goldener Ring verleiht geradezu göttliche Fähigkeiten. Doch es gibt genug unter ihnen, die das Joch der Fremden abzuschütteln gewillt sind.

Nachdem eine Laserlanze der Aliens in ihre Hände gefallen ist und nachdem sie den tödlichen Schwachpunkt der Beherrscher herausgefunden haben – die toxische Wirkung von Eisen -, wagen sie den Frontalangriff. (Verlagsinfo)

Die „Pliozän-Saga“, die auf deutsch bei Heyne erschien, ist eine der wichtigsten literarischen Leistungen der Science Fantasy während der achtziger Jahre. Der Pliozän-Zyklus ist die vierbändige Saga um das Schicksal einer Handvoll Menschen, die im Jahr 2110 freiwillig ins Zeit-Exil des Pliozäns vor ca. sechs Millionen Jahren gehen, um der Verfolgung von Psi-Begabten zu entgehen. Gegen dort herrschende Aliens müssen sie zahlreiche Kämpfe bestehen, entwickeln aber auch ungeahnte Fähigkeiten.

Eine Zusammenfassung der Ereignisse des 1. Bandes folgt am Beginn dieses Bandes. Wenn man also den 1. Band nicht besitzt, hat man wenig verpasst.

Die Autorin
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Wolfgang Jeschke – Schlechte Nachrichten aus dem Vatikan. Erzählungen und Hörspiele

Das Orakel aus dem Heyne-Verlag

Wolfgang Jeschke ist seit vielen Jahren einer der herausragenden deutschsprachigen SF-Autoren. Dabei ist er nicht nur mit Erzählungen hervorgetreten, sondern auch mit fiktionalen Dokumentationen und etlichen wichtigen Hörspielen. Sein Werk mag schmal sein, doch sein Aussagengehalt und Ideenreichtum wiegt umso schwerer.

Diese Collection versammelt einige seiner besten Arbeiten, vor allem aber auch drei Hörspiele, die man in den „Gesammelten Werken“ (Shayol-Verlag) nicht findet.

Der Autor
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Marie Schönbeck – Schokolade am Strand – Süße Träume: Roman (Die Schokoladen-Reihe, Band 2)

Worum geht’s?

Beruflich verschlägt es Annegret Huber auf die berühmte Schokoladeninsel.  Sie ist gleich bei ihrer Ankunft verzückt von der nordfriesischen Insel. Nicht nur die herrliche duftenden Naschereien betören sie, auch die Freundlichkeit der Insulaner gefällt ihr.

Wäre ihr Auftrag nicht so heikel, könnte sie die ganze Atmosphäre noch viel mehr genießen. Doch die Aufgabe, den kamerascheuen Joos Lorentz – den ältesten der drei Schokoladenbrüder- als Interviewpartner zu gewinnen, scheint schier aussichtslos.

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Etchison, Dennis – Schockzone

_Brandgefährlich: Zombie aus der Vergangenheit_

Dan Markhams frühere Geliebte ist zurückgekehrt – doch wer ist sie wirklich? Ist sie tatsächlich Judy, die damals in den Flammen umkam, oder doch Susan, eine Wahnsinnige, die vermutlich zwei Morde auf dem Gewissen hat? Jedes Familienmitglied – Dan, seine Frau Evie und der 13-jährige Horrorfan Eddie – erlebt eine andere Seite ihrer Persönlichkeit. Doch das Puzzle will sich nicht zu einem vollständigen Bild zusammenfügen.

_Der Autor_

Dennis Etchison, geboren 1943, schrieb wie die meisten Horrorautoren zuerst Kurzgeschichten. Er hat vier wichtige Anthologien veröffentlicht – bei |Heyne| erschien 1996 „Metahorror“ – und sich an Drehbüchern im Horrorbereich beteiligt. Von ihm stammen auch die Romanfassungen von John Carpenters Film „The Fog“ (1979), „Halloween II“, „Halloween III“ (unter Pseudonym) sowie „Videodrome“ (1982).

Für seine Werke erhielt er den |British Fantasy| und den |World Fantasy Award|. „California Gothic“ („Schockzone“) ist sein vierter Roman. Er lebt mit seiner Frau in Los Angeles und unterrichtet an der Universität.

_Handlung_

|PROLOG.| Der Arealwächter Sam Carlisle fährt mal wieder in einem der kalifornischen Canyons nahe Los Angeles Patrouille bei den meist vermieteten Häusern, als er einen Schuss hört. Dann folgen weitere, bis die Tonlage wechselt – offenbar eine andere Schusswaffe. Sein Hund Jimbo springt in die Schlucht, kaum dass Sam die Wagentür geöffnet hat, und Sam muss ihm folgen.

Am Boden des Tales entdeckt er eine nackte Frau mit einem .45er Revolver, deren Blöße nur von ihrem üppigen schwarzen Haar bedeckt wird. Sie hat hier Schießübungen gemacht, wie er an den vielen Glasscherben und zerbeulten Blechbüchsen ablesen kann. Ohne ein Anzeichen von Schamhaftigkeit lädt sie ihn auf einen Schluck in ihre Hütte ein. Sams Hund leckt sich dort die verletzte Pfote, denn er ist in eine Scherbe getreten.

Die Frau, die sich zuerst Judy und dann Susan Jones nennt, besitzt ein 22er Gewehr und eine Maschinenpistole, eine beachtliches Arsenal, mit der sich eine nackte Frau wohl gut verteidigen kann, deshalb versucht Sam auch keine Dummheiten. Seltsam, dass sie weder Pferde (da liegen zwei Sättel) noch einen Wagen hat. Sie wolle ihren Mann, denn sie seit zwölf Jahren nicht mehr gesehen habe, in L. A. besuchen, sagt sie. Da kratzt Sams Hund Jimbo an der einzigen Tür der Hütte, die zum Hinterzimmer führt. Die Neugier verleitet Sam dazu, diese Tür zu öffnen.

Seinem Entsetzen und Grauen kann er leider nur kurz Ausdruck geben, den Judy oder Susan Jones schneidet ihm die Kehle durch und erschießt seinen Hund. Dann steckte sie alles in Brand. Als die Feuerwehr eintrifft, sind bereits alle Spuren vernichtet.

|Haupthandlung.|

San Fernando Valley, Los Angeles, 1999. An diesem Morgen erhält Dan Markham einen anonymen Brief, in dem eine gewisse „Jude“ ankündigt, sie werde zurückkommen. Diese Nachricht ruft in Dan, einem Buchhändler und verhinderten Poeten, ungute Erinnerungen wach. Denn das Mädchen, das er vor 17 Jahren als Judy „Jude“ Rios kannte und liebte, war in eine Satanisten-Sekte eingetreten, die sich „Church of Satan the Redeemer“ nannte, kurz CSR. Er dachte, die CSR wäre nur ein weiterer Baustein in der Subkultur Kaliforniens gewesen, doch es war eine Sekte, die Judy den Tod brachte. Wie also kann sie nach 17 Jahren zurückkehren?

Gleich nach Erhalt dieses Briefes fährt Dan weg, um mit seinem Kumpel und Geschäftspartner Lennie darüber zu reden: Soll er er seiner Frau Evie davon erzählen? Evie ist eine Realistin, die wird doch ausflippen, oder? Lennie rät ihm trotzdem, nicht zu lügen. Doch als Dan zurückkehrt, ist alles im Haus still. Der Baum im Garten ist umgestürzt und sieht aus, als wäre von einem Blitz gespalten worden. Er würde ihn kleinhacken müssen. Und wo ist Evie?

Sie schläft angezogen auf ihrem Bett im Schlafzimmer, dabei wollte sie doch eigentlich ihre Freundin Jean besuchen, Lennies Frau. Dan weckt Evie auf, die ihn benebelt anschaut, als wäre er der Mann im Mond. Sie müsse wohl einen Traum gehabt haben. Eine junge Frau habe sie besucht, um nach dem Weg zu fragen. Doch etwas an der Frau war seltsam, beispielsweise dass sie eine klobige Männerarmbanduhr trug und barfuß ging. Und als sie beide den umgestürzten Baum betrachtet hatten, da ging die Frau wieder, aber sie war nun dick, als wäre sie schwanger, hatte stämmige Beine – und trug nun einen goldenen Ehering. Evies eigener Ehering ist verschwunden. Als Dan ihr nun von „Jude“ erzählt, wissen beide genau, wer gemeint ist …

Während sich Evie in panischer Eile auf den Weg macht, um ihrer beider Sohn Eddie, einen 13-jährigen Fan von Horrorfilmen, im Kinoplex der Stadt zu suchen, fährt Dan mit Lennie zu einem Einlagerungskomplex, wo Leute ihre Sachen gegen Miete einlagern lassen können. Es soll sich um die nachgelassene Bibliothek eines Kunden handeln, und sie sollen sie auf ihren Wert schätzen.

Doch als Dan und Lennie in dem bezeichneten Lagerraum ankommen, finden sie Katie McKenna, ihre Angestellte, nur noch tot vor. Man hat ihr die Kehle aufgeschlitzt. Dan wird ganz flau im Magen, denn er erkennt das mit Katies Blut an die Wand geschmierte Symbol mit den acht Strahlen wieder. Es ist das Symbol der „Church of Satan the Redeemer“. Das verrät er aber niemandem, denn allein schon die Verbindung zu einem solchen Mörder könnte sich leicht als sehr geschäftsschädigend herausstellen.

Unterdessen lernt Eddie mit seinem Freund Tommy, ebenfalls ein Horrorfan, auf dem Schrottplatz eine interessante junge Frau kennen. Sie hat offenbar mit dem Betreiber des Schrottplatzes Raul geschlafen, um hier übernachten zu dürfen. Aber anstatt sich zu schämen, zeigt sich die junge Frau an den beiden Filmfreunden sehr interessiert. Seltsam, dass sie Eddie kennt und ihn „Edward“ nennt. Das tut sonst nur seine Mutter. Und als sie verraten, dass sie mit Tommys Kamera einen Film drehen wollen, beispielsweise „American Zombie III“, will sie sofort mitspielen. Gebongt!

Tja, und dann fragt sie Eddie, ob er wohl ein Streichholz für sie habe …

_Mein Eindruck_

Was so oberflächlich nach einer Horrorstory über einen Besuch aus dem Totenreich aussieht, ist bei genauer Betrachtung etwas völlig anderes, nämlich eine Untersuchung der Überreste dessen, was einmal die revolutionären Untergrundkämpfer in Kalifornien waren. Dazu muss man wissen, dass besonders um die Universität von Berkeley bei San Francisco marxistische Gruppen nach Bespitzelung und Unterwanderung in den Untergrund gingen. Die bekannteste davon waren die Weathermen, die sich nach einem Bob-Dylan-Songzitat nannten. Alle Gruppen wurden vom FBI gejagt und zerschlagen, ihre Mitglieder eingelocht.

Auch die fiktive „Church of Satan the Redeemer“, so erfahren wir aus Dan Markhams Äußerungen gegenüber Lennie, war wohl so eine revolutionäre Zelle, allerdings in L. A. Und er hatte sich mit Judy Rios eingelassen und sie wieder verlassen, bevor sie sich ihnen anschloss. Sagt er jedenfalls. Doch Dan Markham ist ein stilles Wasser, und die sind bekanntlich tief. Der Möchtegernpoet schrieb ihr Gedichte, die später im Rucksack von Judy/Susan auftauchen. Doch wer ist dann dieses Mädchen, das auf keinen Fall Judy Rios ist, selbst wenn diese durch einen Trick dem Feuertod entging?

Um dieses Rätsel zu lösen, ist es notwendig, den gesamten Text höchst aufmerksam zu lesen und alles, was über Dan und Judy/Susan gesagt wird, auf die Goldwaage zu legen. Der Autor hat eine clevere Erzählstrategie, die den nichtsahnenden Leser dazu bringt, nur die Oberfläche wahrnehmen zu wollen, weil die eben so spektakulär erscheint. Wow, ein Großbrand auf dem Schrottplatz – toll! Aber die wahren Sensationen liegen in dem, was nicht gesagt wird oder nur bei näherem Hinsehen auftaucht. Die Lücken muss der Leser selbst füllen.

Warum zum Beispiel behauptet das Mädchen, es werde bald in einem schönen Haus wohnen? Warum besucht sie Evie zuerst, dann Eddie, schließlich auch „Danny“? Sie betrachtet das Haus und dessen Bewohner bereits als ihr Heim und zwar nicht ohne guten Grund. Sie mag ziemlich psychopathisch sein und außerdem pyromanisch veranlagt. Sie hat ja nach Sam Carlisles Tod auch die Hütte abgefackelt. Scheint eine üble Angewohnheit zu sein. Sie ist eine Störung im sozialen Gefüge und will in Dans Familie aufgenommen werden – allerdings ohne Evie, ihre Rivalin, die sie zuerst verdrängen muss.

|SPOILER|

Es gibt nur einen einzigen Satz, in dem der Autor sagt, Judy/Susan sei Dans Tochter. Dies macht sie zu Eddies Halbschwester. Würde Eddie also mit ihr schlafen, wie sie es offenbar auf dem Schrottplatz vorhat, wäre das Inzest, ein Bruch des uralten Tabus. Mehr noch: Sie versucht auch Dan zu verführen.

|SPOILER ENDE|

In Judy/Susan ist die Vergangenheit, in deren Mittelpunkt Dans Kontakt mit den revolutionären Zellen stand, wieder lebendig geworden und droht Dans Leben zu zerstören. Da dies keiner in seiner Familie zulassen will, am allerwenigsten Dan selbst, muss das Mädchen sterben. Leichter gesagt als getan. Dans schwaches Herz, Symbol seiner Liebe zu Judy/Susans Mutter, gibt nach und lässt nicht zu, dass er sie tötet. Evie unterliegt im Nahkampf mit dem erstaunlich starken Mädchen. Bleibt also nur noch der Sohn übrig. Er muss sich von seinen Zombiefantasien freimachen, um es fertigzubringen, diese besitzergreifende Wiedergängerin, diese lebende Tote, zu töten. Er hebt den Revolver …

Ständig reden Eddie und Tommy und sein Vater von Horrorfilmen und Zombies, zumal sie alle das einschlägige Magazin „Schockzone“ lesen und lieben. Ja, Eddie geht sogar so weit, einen Filmdreh für „American Zombie III“ zu simulieren. Der Autor tut ihm den Gefallen, das entsprechende Drehbuch dazu zu liefern. War schon das ebenfalls abgedruckte Drehbuch zu Teil 2 von AZ ein Musterbeispiel für B-Movie-Horror, so ist AZ3 noch wesentlich schlimmer. Aber die Fortsetzung ist wenigstens konsequent weitergeführt. Wenn Judy/Susan auftaucht, so spielt sie optimal eine der beiden weiblichen Zombies Stacey oder Shannon. Hier wird der Übergang zur erzählten Realität fließend und als künstlerische Methode erkennbar.

Das florierende Zombiehorrorgenre (Eddie könnte schon mit 13 Jahren ganze Vorträge darüber halten) ist also eine künstlerische Aufarbeitung des mehr oder weniger unterbewussten Traumas Kaliforniens bzw. der USA, das seine revolutionären Bewegungen (in Montana und Oregon gibt es sie noch als rassistische Milizen) Ende der sechziger, Mitte der siebziger Jahre alle vom FBI zerschlagen ließ und somit eine Chance auf Besserung der Machtverhältnisse im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit vertat. Ob die Zombies nun das Schuldgefühl symbolisieren und es durch ihre Rückkehr wiedererwecken, darf jeder selbst so deuten.

Der Autor tut genau das, was jeder gute Horrorautor beabsichtigt: Er lässt die Vergangenheit wiederaufleben und in der Gegenwart auf mehr oder weniger übernatürliche Weise ihr Zerstörungswerk verrichten. Wenn die Gegenwart nicht stark genug ist, sich des Angriffs zu erwehren, dann ist sie nicht wert, gelebt zu werden. In den billigen Schundfilmen sind es immer die Korrupten, Scheinheiligen, allzu häufig auch die Schwachen und Ahnungslosen, die dem Angriff zum Opfer fallen. Im vorliegenden Roman sieht sich Dan Markhams Familie als Zielobjekt und gerät in Aufruhr.

Eines der ersten Opfer ist das Vertrauen, das Evie in ihrem Sohn zerstört, indem sie ihm nachschnüffelt. Wie genau es wiederhergestellt wird, erfahren wir nie. Das ist einer der Brüche. Vielleicht soll hier auch gar nichts gekittet werden. Wir sind vielmehr daran interessiert, wo in der Familie die Bruchlinien à la San Andreas Graben verlaufen. Dass auch Dan zu seinem Sohn kein besonders harmonisches Verhältnis hat, beweist wohl sein Faustschlag, den er ihm verpasst, eindeutig. Eine günstige Gelegenheit für Judy/Susan, Dan auf ihre Seite zu ziehen.

Doch dazu soll es nicht kommen. Am Schluss ist das Loch, das Dan am Anfang gegraben hat, wieder zugedeckt. Ein Hügel erhebt sich darüber. Wer weiß, was er alles bedeckt. Und wer weiß, wozu der Häcksler, der daneben steht, noch alles gut gewesen ist. Das Haus sieht gut aus, der Garten sieht gesund aus, die Markhams werden bleiben, ganz entgegen ihren ursprünglichen Plänen. Allein schon wegen dem, was unter dem Hügel liegt …

_Unterm Strich_

Bei näherer Untersuchung präsentiert der Autor, der ja selbst an einer Universität lehrt, eine Betrachtung des kalifornischen Albtraums. Die Hoffnungen der Spätsechziger und Siebziger wurden alle zerschlagen, was bleibt, sind Wiedergänger wie Judy/Susan Jones und Träumer wie Dan Markham und sein Kumpel Lennie. Das Zombiegenre ist die Personifizierung des Umgangs mit diesem Schuldtrauma, und Dans Sohn Eddie geht ganz kreativ damit um.

Natürlich gerät wie in jedem Horrorwerk, sei es Film oder Literatur, die Familie in Gefahr und muss mit der Bedrohung aus der Vergangenheit fertigwerden. Verwerfungen und Konflikte entstehen, vieles, das verborgen lag, wird sichtbar – und wird schließlich wieder mehr oder wenig geglückt zu Grabe getragen. Aber es gibt Kollateralschäden wie Raul, der Schrotthändler, oder Katie, die hübsche Buchhändler, die Lennie liebte. Wir erfahren nicht allzu viel über die Angreiferin – sie bleibt ein spannendes Mysterium. Was aus ihr wurde – der Rasen bedeckt ihr Geheimnis.

Etchison ist ein spannendes Stück Horror geglückt, das zunächst wie ganz normale Stephen-King-Durchschnittskost daherkommt. Doch mittendrin tauchen plötzlich Drehbuchseiten auf, die die normale Prosa überformen und einen Albtraum wecken. Die Grenze zwischen Film-Fiktion in der Fiktion und der fiktionalen „Realität“ – Markhams Familie – verschwimmt und wird schließlich aufgehoben. Das ist raffiniert, aber Etchison reicht das nicht. Der Leser ist gut beraten, jeden Satz genau zu lesen. Die Sätze sind einfach genug formuliert und sollten leicht zu verstehen sein. Das Problem besteht darin, die Lücken zwischen den Sätzen und Kapiteln aufzufüllen. Gut also, wenn man seine eigene Phantasie mitbringt.

|Originaltitel: California Gothic, 1995
219 Seiten
Aus dem US-Englischen von Ulrike Laszlo|

Peter V. Brett – Das Lied der Dunkelheit (Dämonen-Zyklus 1)

Der Dämonen-Zyklus:

Das Lied der Dunkelheit. Heyne, 2009, ISBN 978-3-453-52476-7 (engl. Original: The Painted Man. (US-Titel: The Warded Man.), 2009, ISBN 978-0-00-727613-4)
Das Flüstern der Nacht. Heyne, 2010, ISBN 978-3-453-52611-2 (engl. Original: The Desert Spear. 2010, ISBN 978-0-00-727616-5)
Die Flammen der Dämmerung. Heyne, 2013, ISBN 978-3-453-52474-3 (engl. Original: The Daylight War. 2013, ISBN 978-0-00-727621-9)
Der Thron der Finsternis. Heyne, September 2015, ISBN 978-3-453-31573-0 (engl. Original: The Skull Throne. März 2015, ISBN 978-0-345-53148-3)
Das Leuchten der Magie. Heyne, Dezember 2017, ISBN 978-3-453-31574-7 (engl. Original: The Core. September 2017, ISBN 978-0-007-42572-3)
Die Stimmen des Abgrunds. Heyne, April 2018, ISBN 978-3-453-31938-7 (zweite Hälfte der deutschen Übersetzung von The Core.)

Der Autor

Peter V. Brett (* 08.02.1973, New York) studierte English Literature und Art History an der Universität von Buffalo. Nach seinem Abschluss im Jahre 1995 schrieb er über zehn Jahre lang medizinische Fachliteratur. Doch wen würde das interessieren, wir würden ihn nicht kennen, wenn ihm sein bisher einziger Roman nicht so hervorragend gut gelungen wäre, dass viele begeisterte Leser schon wieder den überstrapazierten Vergleich mit Altmeister Tolkien bemühen.

Egal ob man diesem Vergleich zustimmt oder nicht, „Das Lied der Dunkelheit“, im englischen Original als 2008 bei Gollancz als „Painted Man“ in den USA unter dem Titel „The Warded Man“ erschienen, ist ein Bestseller. Dem kann ich nur zustimmen, kaufen Sie sich dieses Buch! Warum es aber so gut ist, wieso ich eine solch uneingeschränkte Kaufempfehlung ausspreche und welche Zielgruppen dieses Buch anspricht, das sage ich Ihnen jetzt.

Peter V. Brett – Das Lied der Dunkelheit (Dämonen-Zyklus 1) weiterlesen

Michael McCollum – Sternenfeuer (Gibraltar-Trilogie 1)

Im 24. Jahrhundert hat die Menschheit die überlichtschnelle Raumfahrt entdeckt. Erste Erkundungsmissionen und Fehlschläge offenbaren, dass es nur wenige für die Besiedlung geeignete Welten gibt. Fremde Intelligenzen hat man bisher ebenfalls nicht entdeckt.

Das ändert sich, als der Erkundungskreuzer |Magellan| unvermittelt Zeuge einer Raumschlacht zwischen zwei Raumschiffen wird. Eines ihrer Beiboote wird zerstört, die |Magellan| ebenfalls in das Gefecht verwickelt. Es gelingt mit Mühe und Not, das kleine feindliche Kampfschiff zu zerstören. An Bord des ebenfalls schwer beschädigten größeren Alien-Raumschiffs findet man überraschenderweise die Leichen vieler verschiedener Rassen, kann aber nur einen Überlebenden bergen: den affenartigen Sar-Say.

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Anonymus – Das Haus der Sappho (Anandria)

Ein Manifest der lesbischen Liebe

Ende des 18.Jahrhunderts erregte in Frankreich ein Buch Aufsehen, das heute zu den berühmtesten lesbisch-erotischen Werken zählt. Es berichtet, wie ein Landmädchen (ca. 1770) in die Hände einer berüchtigten Kupplerin gerät und von ihr als „Mademoiselle Sappho“ einem Kreis adliger Lesbierinnen ausgeliefert wird, die in einem eigens dazu eingerichteten Tempel seltsame Orgien feiern.

Die reizvoll sinnlichen Szenen des Buches gewinnen an sittenhistorischem Wert, wenn man weiß, dass es sich nicht etwa um freie Erfindungen handelt, sondern um beglaubigte Vorgänge, die sich um 1770 in den höchsten Kreisen der Pariser Gesellschaft ereigneten. …

Um den Leser zu verwirren, hat der Moewig-Verlag Antoine Pithons Roman „Das Quartier der Sappho“ ebenfalls „Das Haus der Sappho“ betitelt.

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Ellen Sussman – Die Affäre. Erotischer Roman

Am Abgrund der Leidenschaft

Was als harmloser Seitensprung beginnt, wird für Jessa, verheiratet und Mutter zweier Töchter, unversehens zu einer gefährlichen Leidenschaft. Denn in kürzester Zeit gerät ihre Affäre zu einer übermächtigen Obsession, die Jessas bisher so wohlgeordnetes Leben ernsthaft aus den Fugen geraten lässt. Ob es ihr gelingen wird, sich aus den Fängen dieser Amour fou zu befreien? (Verlagsinfo)

Kann der Supermarkt Ihr Leben verändern? Sie mögen es nicht glauben, aber er kann’s (Aldi würd’s freuen). Sie müssen nur den richtigen Menschen treffen. Amour fou – Sie sind wie vom Blitz getroffen. Und ohne dass Sie sich’s versehen, ändert Ihr Leben seine Richtung um 180 Grad. Mal seh’n, was Ihre Lieben davon halten …

Die Autorin

Ellen Sussman ist eine amerikanische Autorin von Drehbüchern und Kurzgeschichten. Ellen Sussman, Verfasserin von Drehbüchern und Kurzgeschichten, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde, unterrichtet Fiction Writing in Berkeley. Nach einem fünfjährigen Paris-Aufenthalt lebt die Autorin zusammen mit ihrer Familie wieder in Kalifornien.

„Die Affäre“ ist ihr erster Roman. Kein Wunder, dass er sich ebenfalls wie ein Drehbuch liest – nur die Regieanweisungen fehlen. Das ist aber kein Nachteil, sondern trägt zu einer flüssigen Lektüre bei – ich habe das Buch in zwei Tagen verschlungen.
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[NEWS] John Marrs – The Marriage Act. Bis der Tod euch scheidet

Verheiratete Menschen sind glücklicher, gesünder und produktiver. Um den Bürgern des Vereinten Königreiches den Hafen der Ehe schmackhaft zu machen, erlässt die Regierung ein Gesetz, das Verheirateten Privilegien verschafft: bessere Schulen für die Kinder, bessere Kredite, bessere Gehälter, Häuser in besseren Wohngegenden. Alles, was man für das schöne Leben tun muss, ist einen Smart-Marriage-Vertrag zu unterschreiben. Doch was bedeutet es, wenn man seine Beziehung einem Algorithmus anvertraut? Ein Witwer versucht verzweifelt, den Tod seiner Frau zu vertuschen, weil er nicht zwangsverheiratet werden will. Eine Hausfrau und Mutter macht Karriere als Vloggerin, bringt dabei aber ihre Familie an den Rand des Ruins. Ein Serienmörder wird zum Paartherapeuten, und ein queeres Paar gerät wegen seiner smarten Ehe in tödliche Gefahr … (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 560 Seiten
Heyne