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Michael Bishop – Arachne. Stories 01

Classic SF: Einfallsreiche Geschichten

„Das Erscheinen Michael Bishops hat in der internationalen Science Fiction-Szene beträchtliches Aufsehen erregt. Dies nicht zuletzt deswegen, weil sich seine atmosphärisch dichten und stilistisch ausgefeilten Erzählungen eher der modernen US-amerikanischen Literatur zurechnen lassen als dem, was man gemeinhin von der SF erwartet.

Obwohl man ihn vornehmlich als Verfasser einer stark soziologisch orientierten Science Fiction apostrophiert, zeigen die in diesem (Doppel-) Band versammelten Erzählungen, zu welcher Ausdrucksstärke und Farbigkeit dieser Autor fähig ist.

Bishop ist ein Ideenmann und Stilist, sein Werk ist von einer grundlegenden Menschlichkeit, auch wenn seine Charaktere uns unmenschlich erscheinen mögen oder – wie in einem Fall – Maschinen sind.

„Arachne“ (und „Raumfahrer und Sternzigeuner“) enthält die besten Kurzgeschichten und Novellen des jungen Autors, der mit „Flammenaugen“ seinen ersten SF-Roman vorlegte (deutsch bei Heyne). Mehrere der hier vorgelegten texte wurden für den HUGO- und den NEBULA Award nominiert. (ergänzte Verlagsinfo)

Hinweis

Der ursprüngliche Gesamtband wurde von Ullstein in zwei Hälften aufgeteilt, der erste Band trägt den Titel „Arachne“, die zweite Häfte heißt „Raumfahrer und Sternzigeuner“. Ein Vorwort des Autors und zwei Gedichte ergänzen das komplette Werk, das 1983 auf Deutsch erschien. 1983 erhielt Bishop erstmals den NEBULA Award.

Der Autor

Michael Lawson Bishop (* 12. November 1945 in Lincoln, Nebraska) ist ein US-amerikanischer Autor, der in erster Linie Science-Fiction-Literatur schreibt. Er besitzt einen Master-Abschluss in Englisch der University of Georgia und unterrichtete an verschiedenen Schulen und Universitäten. (Quelle: Wikipedia)

Bishop veröffentlichte 1970 seine erste Kurzgeschichte „Piñon Fall“, sein erster Roman („A Funeral for the Eyes of Fire“) folgte 1975. Zahlreiche Erzählungen und Romane Bishops wurden für diverse Science-Fiction-Preise nominiert. Ausgezeichnet wurde er viermal mit dem Locus Award und zweimal mit dem Nebula Award, 1981 für die Erzählung „The Quickening“ und 1982 für den Roman „Nur die Zeit zum Feind (No Enemy But Time). In diesem Roman, der als sein bekanntestes Werk gilt, geht es um die Zeitreise zur Wiege der Menschheit ins pleistozäne Afrika. Der Roman besticht durch seine Charakterzeichnungen und komplexen Aufbau und verzichtet auf einen technischen Erklärungsversuch der Zeitreise. (Quelle: Wikipedia)

Der in den Südstaaten der USA lebende Autor hat sich als Gegner von rassischen Vorurteilen profiliert, nicht nur in diesem Roman, sondern auch in „Brüchige Siege“ (1994). In „Brüchige Siege“ setzt er Mary Shelleys „Frankenstein“-Roman (1818) in einer recht unwahrscheinlichen Umgebung fort: im Georgia des Jahres 1943. In dem Roman „Die Einhorn-Berge“ nahm er sich des Themas AIDS an.

Die Erzählungen

1) Arachne (Blooded on Arachne)

Der 16 Jahre junge Ethan Dedecos ist zum Planeten Arachne gekommen, um erstens sein Blut zu spenden und zweitens, um der Kriegsmarine beizutreten. Arachne ist ein felsiger Wüstenplanet, dessen dominante einheimische Lebensform Spinnen sind, so groß wie Elefanten. Diese produzieren in ihrem Speichel ein Virus, das auf Menschen tödlich wirkt. Das Gegenmittel wird von Kindern wie Ethan produziert.

Eine ganze Kultur hat sich um die Spinnen entwickelt. Die jungen Hirten, die die Spinnen treiben, weil sie gegen deren Virus immun gemacht worden sind. Die Wüstenbewohner, die sich diesseits des Raumhafens um den Kontakt zwischen den Zivilisten wie Ethan kümmern, und die Siedler und Marines in Port Eggerton auf Abstand halten. Führer wie Wej S’al bringen Ethan zu den Hirten und den „Hexen“ gegen die Furcht, bevor das Blutspenden beginnt.

Eine kleine Gruppe Spinnenbrut – Spinnerlinge – wird von einem Mädchen angeführt, damit die Brut einen Felsen erklimmt. Von dort beginnt ein Schauspiel: Die Jungen sprühen ihre Sinnweben in die Luft, bis sich der Himmel über dem ausgetrockneten Meeresboden weiß färbt. Anschließend wird Ethan betäubt und auf diesem Meeresboden, einer Salzwüste, mit minimalem Proviant ausgesetzt. Als er erwacht, muss er zusehen, wie er überlebt. Natürlich gelingt ihm dies nur mithilfe der Spinnen. Er schnappt sich eine, die er Bucephalus nennt (nach dem Pferd von Alexander dem Großen). Eine Odyssee durch den Luftozean beginnt…

Mein Eindruck

Die Odyssee bildet einen Initiationsritus. Wird ihn Ethan erfolgreich bestehen, fragt sich der Leser. Denn die im O-Titel angedeutete „Blutung“ deutet auf ein gutes Maß an Gewalt und Verletzung hin. Wie sich ganz am Ende herausstellt, besteht Ethan zwar die Mutprobe, von der sein Überleben abhängt, doch um den Preis eines Opfers…

Die Story vereint mit ihrer Landschaft und Kultur Elemente aus DUNE, kombiniert sie mit dem Initiationsmythos vom jungen Helden (vgl. Joseph Campbell) und bildet so den Auftakt zu einem Space-Opera-Jungsabenteuer. Davon hätte ich gerne noch mehr gelesen.

2) Odyssee auf Cathadonia (Cathadonian Odyssey, VÖ 1974, nominiert für den HUGO 1975)

Die ersten Siedler taufen den erdähnlichen Planeten auf den Namen Cathadonia, ein Kofferwort aus „Cathay“ (altes China) und „Caledonia“ (altes Schottland). Sie fanden einen Ozean, viele Tümpel und an jedem Tümpel einen Wächterbaum vor. Und die dreibeinigen Affen, die sie überall vorfanden, massakrierten sie als unerwünschte Konkurrenten – oder einfach aus Lust an der Jagd. Bald waren alle Dreibeiner verschwunden.

Das riesige Interstellarschiff „Nobel“ ist unterwegs zu den Magellanschen Wolken und setzt in der Nähe von Cathadonia eine Forschungsfähre ab. An Bord sind das Ehepaar Ian und Fischelson. Plötzlich packt eine Kraft die Fähre, so dass sie abstürzt. Nur Maria Jill Ian überlebt die Notlandung, und fortan trauert sie um ihren Mann Arthur. In einem der zahllosen Tümpel bestattet sie die beiden Männer. Dann begegnet sie dem letzten überlebenden Dreibeiner. Von intelligentem Leben haben die Siedler keine Meldung an die Erde gemacht, daher ist Maria überrascht.

Das Lebewesen mit den großen Augen ernährt sich von Früchten, die in den Wächterbäumen wachsen. Merkwürdig daran ist jedoch, dass die Früchte nach oben schweben, um in seinem Maul zu landen. Es muss über telekinetische Fähigkeiten verfügen. Maria begrüßt es zaghaft und ernährt sich fortan ebenfalls von den Früchten und dem Wasser in den Tümpeln. Da der Dreibeiner, den sie Bracero tauft, harmlos aussieht, nimmt sie ihn mit auf ihre Odyssee. Cathadonia duckt sich unter den brennenden Strahlen der Sonne, die die Siedler „Ogers Herz“ (bei Heyne: „Menschenfressers Herz“) genannt haben.

Dass Bracero auch über telepathische Fähigkeiten verfügen muss, erschließt sich Maria Jill Ian aus den verschiedenen Reaktionen auf ihre eigenen Gefühle, vor allem auf ihre Trauer. Nach einer tagelangen Phase der Regungslosigkeit tauchen die Leichen von Arthur und Fischelson in einem der Tümpel auf. Doch was wohl als Trost gedacht war, stürzt Maria noch mehr in Verzweiflung. Sie versenkt die Leichen wieder. Nun plant sie einen Kurswechsel Richtung Ozean, denn davon hat sie ein Stück während des Absturzes erhascht. Die Tümpel werden größer.

Doch dann wünscht sich Maria, diese Welt hätte einen Mond, zumindest eine Kugel, die Cathadonia zeitweilig von den sengenden Strahlen der Oger-Sonne schützen würde. Volle fünf Tage verfällt Bracero in Trance, und als erwacht, schwebt am Himmel tatsächlich eine neue Welt. Es ist die Erde…

Mein Eindruck

Jeder SF-Fan kennt die Story „Eine Mars-Odyssee“ von Stanley G. Weinbaum. Sie war die erste SF-Geschichte, in der Aliens freundlich auftraten und den Erdlingen halfen, in einer fremdartigen Umgebung zu überleben. Auch Bracero ist so ein fremdartiger Helfer. Doch der Autor hatte kurz zuvor ein Buch über die russischen Psi-Experimente gelesen und nahm nun Telekinese und Telepathie in diese Geschichte auf.

Das Ergebnis ist für die gestrandete Maria Jill Ian jedes Mal erschütternd und unerwartet: Ihr toter Mann kehrt zurück und die Erde wird nach Cathadonia versetzt. Manchmal bekommt man eben mehr, als man sich gewünscht hat. Alfred Lord Tennyson liefert auf S. 52 mit einer Strophe aus seinem epischen Gedicht „Ulysses“ den tröstenden Kommentar, nach dem Motto „Wir sind, wer wir sind, und wir wissen, was wir noch haben. Wir werden trotz aller Rückschläge nicht weichen.“

Ich hatte eigentlich die ganze Zeit erwartet, dass Maria die Siedler trifft und denen eine Standpauke hält. Dass da wohl ein Genozid an Braceros Leuten stattgefunden haben muss usw. Aber damit hätte sie sich nur in Lebensgefahr gebracht. Stattdessen erscheint die Erde über Cathadonia, und lange nach Marias Tod usw. wird der Doppelplanet zu einer Touristenattraktion. Ein ironischer Schluss, der den dramatisch erscheinenden Mittelteil wieder humorvoll ausgleicht.

3) Abbilder (Effigies)

Lange nach der globalen Katastrophe auf der Siedlerwelt Hond ist der Stamm, in dem die junge Thelet lebt, bis auf 24 Mitglieder geschrumpft. Sie leben auf Steinzeitniveau und praktizieren Inzest, um wenigstens auf diese Weise auf Nachwuchs hoffen zu dürfen. So muss Thelet ebenso wie ihre Schwester Amigna mit ihrem klumpfüßigen Bruder Hrul schlafen. Um das eigene Leben zu verlängern, häuten sich die Mitglieder hin und wieder.

Es gibt einen alten Einsiedler namens Verlis, der in der Lage ist, die Maschinen in seiner Festung Adiro zu benutzen. Während die anderen auf die Jagd gehen, nimmt Verlis Thelet mit in sein Labor. Hier zeigt er ihr, wie er gedenkt, die Zahl der Stammesangehörigen zu steigern: durch Pflanzung. Mit der Erlaubnis und Unterstützung der anderen darf Verlis 40 Samen in kleine Erdhaufen säen, obwohl manche, wie der zynische Hrul, dagegen sind: Verlis, so behauptet er, habe das Wild vertrieben.

Nach etwa zwei Wochen erheben sich die ersten zarten Pflänzchen aus den Erdhaufen. Sie weisen Gesichter auf, und während sie wachsen, zeigen sie alle das Gesicht von Verlis. Das ruft Empörung hervor. Für wen hält sich der Alte denn? Aus dieser ersten Ablehnung erwächst schließlich Hass. Es kommt, wie Verlis vorausgesagt hat: Als der Hunger zu groß wird, fallen die Stammesangehörigen über die neue Saat her: Es ist glatter Mord.

Doch die Schuldgefühle richten sich nicht gegen die Anführerin Evmaunda, sondern gegen Verlis. Eine verunstaltete Puppe hängt vor dem Eingang zum Labor. Als Thelet sie schließlich entfernt und Verlis‘ Festung betritt, ahnt sie Schlimmes…

Mein Eindruck

Die sehr anschaulich aus Thelets Blickwinkel erzählte Geschichte belegt, dass die künstliche Fortpflanzung auch keine Alternative ist. Offenbar ist die menschliche Psychologie nicht dafür eingerichtet, sich künstlich helfen zu lassen. Dafür aber ist Inzest erlaubt, selbst wenn diese Praxis mangelhaft lebensfähige Nachkommen hervorbringt.

Es ist der Gipfel der Ironie, dass ausgerechnet das Labor, das der alte Verlis gepflegt und genutzt hat, zerstört wird, um den Status quo der steinzeitlichen Lebensweise erhalten zu können. Dabei spielen nicht einmal absurde Vorstellungen wie etwa Dämonen eine Rolle. Thelet wird als hilf- und wehrloses Mädchen dargestellt, das nicht einzugreifen wagt. Aber auch Evamaunda als Stammesführerin weist einen positiven Weg.

Und so kommt es, dass der schärfste Kritiker, Thelets Bruder Hrul, seinen Willen bekommt. Sein ungenannter Hintergedanke könnte ja die ungestörte Benutzung von Thelet und ihrer Schwester sein. Egoismus obsiegt also über Altruismus, Kurzsichtigkeit über Strategie. Eine ziemlich pessimistische Aussage, die der Autor hier vermittelt.

4) Das Haus der mitfühlenden Teiler (The House of Compassionate Sharers)

Dorian Lorca ist der Prinzgemahl der Gouverneurin des Planeten Diroste (im Original: Miroste), deren Namen Rumer (im Original: Rumai) Miethai lautet. Doch Dorian ist nur noch zu einem geringen Teil menschlich zu nennen, denn bei einer Explosion in einer Mine, die er als Beamter inspizieren sollte, wurde sein Originalkörper schwer beschädigt. Der Galen (Arzt) Diderits hat die beschädigten Körperteile durch künstliche ersetzt: Stahl, Keramik und Elektronik. Inzwischen betrachtet Dorian diese Teile als seinen wahren Körper und empfindet Abscheu vor organischen Körpern wie dem seiner Frau Rumer. Inzwischen hat er gelernt, ein Sondenschiff durch das galaktische Imperium zu steuern, das die Menschen dem Atomkrieg auf der Erde errichtet haben.

Auch heute verursacht ihm die Begegnung mit Rumer Übelkeit. Wenige Wochen später trifft in Port Iranani, wo er lebt, eine beinahe kahlköpfige Frau in einem kostbaren Gewand ein. Sie ist eine Wärterin namens Kefa, doch im Laufe des Gesprächs, an dem Diderits und Rumer teilnehmen, wird Dorian klar, dass sie in Wahrheit die Puffmutter eines Bordells ist, das sie „Das Haus der mitfühlenden Teiler“ nennt. Es liegt auf der Erde. Diderits und Rumer machen Dorian deutlich, dass dies seine letzte Chance ist, die Ehe mit der Gouverneurin aufrechtzuerhalten. Also kriegt er eine Therapie der Extraklasse.

Manitou Port liegt etwa 200 Meilen südwestlich des im Atomkrieg zerstörten Denver in Colorado, am Boden einer Schlucht, in die ein Ferienort mit allen Schikanen gebaut wurde. Hier ist Skifahren das ganze Jahr hindurch möglich. Folglich kommen allerlei reiche und schöne Menschen hierher – und Wärterin Kefas Spezialhaus. Dorian bekommt eine Privatsuite. In der ersten Nacht darf er einen der Teiler besuchen. Das Wesen liegt auf einem beheizten Bett und rührt sich kaum. Halb blind muss sich Dorian das Aussehen dieses stummen Partners ertasten. Ein Totenkopf mit elektronischen Augen?

In der nächsten Nacht mit diesem Partner erhält Dorian zwei Instrumente, die es ihm erlauben, den Körper und Geist des Partners vollkommen zu beherrschen. Er wird zum Puppenspieler. Seine Marionette soll auf sein Geheiß hin die singende Schwarzdrossel, die immer in ihrem Käfig sitzt, töten. Die Sache geht schief, aber für Wärterin Kefa ist die Sache aufschlussreich. Die Alpträume lassen nach und verschwinden schließlich ganz.

Andere Besucher sind nicht so kooperativ wie Lorca. Ein Klonpaar namens Cleirach und Cleva Orha, zwei hochrangige Beamte auf Urlaub, hat sich spezielle Spiele mit einem Eingeborenen der Welt Trope ausgedacht. Sie berühren Lorcas kühle Haut und wundern sich über seine Unempfindlichkeit gegenüber der Kälte von Wolf Run Summit, hier in den Rockies. Dann wird Lorca klar, wofür sie ihn halten: für einen Sklaven.

Beim Aufenthalt der Orhas kommt es zu einem Zwischenfall. Beide haben zuviel Drogen und Alkohol konsumiert, nun droht Cleva, der weibliche Klon, nicht nur den Eingeborenen von Trope zu töten – sie hat sein Kristallauge herausgeschnitten -, sondern Wärterin Kefa zu erwürgen. Nun ist es an Dorian Lorca, sich zu entscheiden, für wen er eintritt: für Besucher wie ihn selbst oder für die Wärterin, die offenbar auch eine barmherzige Partnerin ist…

Mein Eindruck

Die Geschichte dreht sich um die Überwindung von Entfremdung. Das ist der seelische Zustand von Dorian, der nicht nur zufällig an Oscar Wildes Figur des Dorian Gray erinnert, der ewige Jugend erkaufte. Dorian Lorcas seelischer Zustand klammert sich an die „Aufwertung“ durch langlebige Komponenten, doch erkauft wird diese Balance mit den Medikamenten, die ihm Dr. Diderits verabreicht. Folglich will sich Dorian nur widerwillig auf eine Behandlung dieses prekären Zustands einlassen.

In den siebziger Jahren waren Therapien aller Art in Mode, denn wenn sich schon die Gesellschaft – wie 1968 gescheitert – nicht verändern ließ, so vielleicht doch das eigene Seelenleben. Bei John Lennon klappte es, denn er wollte von seiner Heroinsucht geheilt werden. Seine Qualen kann man gemäß der Urschrei-Therapie heute noch anhören, beispielsweise „Cold Turkey“ oder „Mother“. Es ist kaum auszuhalten. Ein weiterer Entwurf ist Robert Silverbergs Roman „The Book of Skulls“, auf Deutsch als „Bruderschaft des Schmerzes“ bei Moewig übersetzt.

Mit Sicherheit geht es in Bishops Story um Schmerz, aber vielleicht nicht um eine Bruderschaft. Dorian ahnt nicht, dass seine Rolle nicht die des Puppenspielers sein wird, als er mit der Gesprächstherapie beginnt, aber wohl auch nicht die eines Kunden, wie es die Olha-Klone sind. Wie sich nach einigen Beichten und Erkenntnissen herausstellt, ist Dorian am besten als Teiler bzw. Partner geeignet. Und auf die sogenannte „Puffmutter“ oder Wärterin oder Wartin – je nach Übersetzung – lässt Dorian nichts kommen. Sie lässt ihm die Freiheit, seinen Weg selbst zu finden. Dafür bekommt sie seine Hilfe, wenn es ihr an den Kragen geht. Denn offenbar ist auch sie eine Teilerin.

Die vielfach abgedruckte Novelle mutet dem Leser zu Anfang viele neue Begriffe zu, wird aber dann immer leichter lesbar. Sie bleibt im titelgebenden Haus stets leicht verständlich, ohne an Niveau einzubüßen. Dieses ist nach dem Vorbild der Grafiken von M.C. Escher konstruiert, ein verwirrendes Labyrinth, das die Seelen seiner Klienten widerspiegelt.

HINWEIS: Eine alternative Übersetzung findet sich im „Heyne SF Reader 21“ aus dem Jahr 1984.

5) Die Bewohner von Chinistrex Fortronza sind Maschinen (In Chinistrex Fortronza the People are Machines)

Der Planet heißt Blaispagal GmbH und ist, wie etliche andere Welten, inkorporiert, also ein Unternehmen. Die Bewohner der Hauptstadt Chinistrex Fortronza sind allesamt Maschinen, die von einem Kaiser mit dem Titel Parmalee beherrscht werden. Der Kaiser ist lediglich dem göttlichen Uhrmacher verantwortlich, der alle Maschinen gebaut und in Betrieb gesetzt hat.

Der aktuelle Kaiser trägt den Namen Pajetric Stat. Als ihm von ausländischen Botschaftern ein unglaubliches Gerücht zugetragen wird, beauftragt er seinen „Wesir“ RundLauf mit dem Auftrag, dieses unglaubliche Wesen zu finden und in die Steuerzentrale zu bringen. Rund Lauf entgeht der Vernichtung, indem es ihm gelingt, jenes Fabelwesen aufzuspüren und zum Mitkommen zu bewegen: den Homunculus.

Der Homunculus, so besagt das Gerücht, sei in der Lage, zu lachen, klagen und Tränen zu vergießen, die sofort zu Diamanten werden, wenn sie zu Boden fallen. Dieser Homunculus jedoch klagt statt zu lachen, vergießt aber dennoch Tränen aus Diamant. Dies findet den Beifall des Parmalee, der seine Mitmaschinen zu begeistern weiß. Das Bruttobetriebsprodukt steigt in ungeahnte Höhen. Nach angemessener Zeit kehrt der Homunculus in seinen Wald zurück.

Die hinterlistigen Rivalen einer anderen GmbH schenken dem Parmalee etwas, das sie ein Gegenstück zum Homunculus nennen, allerdings aus „organischer Materie“. Dieser sei „biologisch“. Das da im Topf blubbert höchst unansehnlich. Sie haben es „Hoom“ genannt. Allerdings ist das Gebräu aus Aminosäuren, Fett und anderen garstigen Dingen durchaus zu Denken und „Emotionen“ fähig, wie sich herausstellt. Prompt verlangt der Parmalee ein Duett. Dieses misslingt. Und auch sonst gibt der Hoom Anlass zu Unmut: Er bricht zusammen. Ist dies der Anfang vom Ende?

Mein Eindruck

Die Story liest sich wie eines der netten Robotermärchen, die Stanislaw Lem einst zur Erbauung und Unterhaltung seiner Leserschaft schrieb. Allerdings fehlen hier die beiden verrückten Wissenschaftler Trurl und Klapaucius, so dass die Entwicklung des Geschehens mehr einer dialektischen Evolution gleicht. Sie folgt den Vorgaben des Kapitalismus, denn jede GmbH muss ein Bruttobetriebsprodukt erwirtschaften. Als das von Blaisephagal in den Keller geht, gerät die Welt in Gefahr, von einem popligen Konkurrenten wie Bzz übernommen zu werden. Doch wie in einem ordentlichen Märchen kommt Hilfe aus einer unerwarteten Richtung: der wahre Homunculus meldet sich zurück.

Wie in „Alice im Wunderland“ spielt der Autor mit Erwartungen. Er steigert die Abweichungen von der Maschine über den Homunculus bis zum „Hoom“, der eine biologische Lebensform darstellt, wie der Leser selbst. Nun kommt der Clou: Dieser Hoom (kurz für „human“) ist etwas, das die Maschinen überhaupt nicht kennen, also nicht nur biologisch, sondern auch sterblich. Der Tod ist etwas Neues im Maschinenland und könnte verheerende psychische Folgen für die Maschinen haben. Der Leser muss sich als Mensch fragen, ob es wirklich so eine gute Idee ist, biologisch und sterblich zu sein. Was hier wirklich fehlt, ist ein „Schöpfer“. Auf die Idee, dass die „Hooms“ sich durch gegenseitige Befruchtung fortpflanzen könnten, kommt natürlich keine der Maschinen.

6) Glaubenssprünge (Leaps of Faith)

Heinz Jürgens arbeitet als Insektenbekämpfer für Wanz-Ex in Columbus, Georgia. Heute hat er den Auftrag, Flähe im Haus der Familie Mayer zu beseitigen. Als er mit unerklärlichen Kopfschmerzen ankommt, sieht er, wie Mr. Mayer bereits mit Kalk usw. sein Haus zu schützen versucht, obwohl doch der Befall innerhalb des Hauses gewesen sein soll. Hier experimentiert Mrs. Mayer als freie Forscherin mit Flöhen. Sie untersucht deren Fähigkeit, aus dem Stand sehr hoch bzw. weit zu springen. Dabei hat sie das Resilin entdeckt und einen Muskel am Bauch.

Jürgens‘ Kopfschmerzen werden schlimmer. Er erinnert sich an seine Trennung von seiner Ex-Frau und wie sie ihm einmal Würstchen servierte, die sich noch in der Plastikverpackung verbanden. Das konnte ja nicht gut gehen – obwohl er noch darüber lachte. Aber sie nahm es ihm übel, nun ist sie Geschichte.

Eigentlich wollen die Mayers gar keinen Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln. Und ein Monats-Abo schon gleich gar nicht. Heinz‘ Kopfschmerzen werden stärker. Als er unverrichteter Dinge wieder zur Firmenzentrale fährt, stoppt er unterwegs am Straßenrand. Was sein Kollege, der ihn abholen will, im Auto vorfindet, ist jedoch nur ein junger Mann, dem aber der Geist von Heinz Jürgens fehlt…

Mein Eindruck

Auf seine augenzwinkernde Weise deutet der Autor an, dass auch Aliens wie Flöhe andere Wesen befallen könnten. In diesem Fall sind es Geistwesen, die sich der Seele eines Menschen bemächtigen, wie im Fall Heinz Jürgens. Aber auch seine Ex Trudi könnte ein solcher „Wirt“ gewesen sein, wegen ihres seltsamen Verhaltens beim Kochen.

Fragt sich allerdings, welchen Vorteil diese Geistwesen von solcher Wanderung haben könnten. Eine ähnliche Story hat einmal Lucius Shepard geschrieben, und dort wollte der Alien einfach nur verweilen, überleben und lernen, wie jeder Mensch. Jürgens spricht immer wieder vom Glauben (wie schon der Storytitel andeutet), und er betet zusammen mit den Mayers, obwohl diese Atheisten sind. Das ist herzwärmend, aber auch ein wenig schräg.

7) Besucher (Pinon Fall, 1970)

Die drei Aguilera-Jungs Jamie, Pokie und Tonio sind ins Gebirge gezogen, um Pinonzapfen zu sammeln. Der zarte Kerne würden ihre magere Winterkost aufbessern. Ringsum liegt Schnee in Colorado, bis sie zu einem Fleck kommen, wo eine Gestalt im Schnee liegt. Sie ist blau vor Kälte. Sobald sie ihre Furcht überwunden haben, öffnet Jamie die Augen der humanoiden Kreatur. Die Augen sind völlig schwarz und facettiert.

Aber das Wesen kann sprechen und bittet darum, es zu bedecken. Jamie gibt ihm seine Decke und den Inhalt von Einmachglässern voller gesammelter Pinonzapfen. Da erst sieht er, was sich hinter der Gestalt verbirgt. Es sind vier papierdünne Flügel. Sobald es gestärkt ist, beginnt das Wesen, das sich „Papilio“ nennt, mit den dünnen Flügeln zu schlagen. Dann folgt es ihnen zu ihrem Zuhause.

Ihre Mutter hat nicht nur einen prophetischen Alptraum erlebt, sondern auch noch Besuch von der alten Nachbarin Mrs. Zowodny, die aus Polen stammt. Das hindert die gehbehinderte Witwe nicht daran, die Chicanos als „Schwarzköpfe“ zu beschimpfen. Die Jungs pflegen ihr Häuschen mit Schnee- und Schmutzbällen zu bewerfen und rufen sie „Polack“. Die Polin will sich Mrs. Aguileras Axt ausleihen. Aber wozu, hat sie doch einen Ofen, der nur Kohle verbrennt. Sie bekommt die Axt dennoch.

Als Jamie zu Hause eintrifft, empfängt ihn seine deprimierte Mutter. Er bringt keinerlei Zapfenkerne mit, die ihre magere Kost aufgebessert hätten. Jamie soll die verliehene Axt zurückholen. Als er bei der Polin eintrifft, schlägt ihm organischer Drüsengeruch entgegen. Die Haustür ist offen und er sieht Mrs. Zowodny über einen schlafsackähnlichen Gestalt knien, auf die sie mit der Axt einschlägt. Als er dies sieht, fällt Papilio, der Jamie unauffällig gefolgt ist, über Mrs. Zowodny her, um der Artgenossin, die am Boden liegt, zu Hilfe zu eilen. Doch Jamie hält zu den Menschenwesen, nimmt die Axt und schlägt Papilio den Schädel ein.

Das hilft ihm nicht. Vom Himmel fallen wie Schneeflocken viele weitere Schmetterlingswesen zu Boden…

Mein Eindruck

Auf eine sehr ironische Art geht es in der ehemaligen Minenstadt Huerfano („Waise“), Colorado, um Invasion und Immigration. Polen sind hergezogen, bevor auch die Mexikaner in das fruchtbare San Luis Tal einwanderten, die Chicanos. Die schneebedeckten Gipfel der Sangre de Cristo Berge (bis knapp 4400 m hoch) erheben sich im Westen. Ja, die Spanier tauften einst diese Berge, ebenfalls Einwanderer, die gekommen waren, um ein Kaiserreich zu errichten- bis die Amerikaner sie 1848 vertrieben.

Und jetzt kommen die Aliens aus dem Himmel. Erst ein männlicher „Schmetterling“, dann taucht vor Mrs. Zowodnys Haus ein weiblicher Alien auf. Beide überleben ihre Begegnung mit den Bewohnern dieses Planeten nicht, aber sie sind ja nur die ersten ihrer Art.

In einer stimmungsvollen, aber abwechslungsreichen Erzählweise gelingt es dem Autor, Interesse für die sich anbahnende Auseinandersetzung zu wecken. Keine Spur von Romantik kommt auf, wenn der Schmetterling seine marmorierten Flügel ausbreitet. Nur gebührendes Staunen füllt die Augen der drei Jungs. Aber schon müssen sie ihre eigene Nahrung mit dem Fremdwesen teilen. Mit wenigen Pinselstrichen zeichnet der Auror die Grundelemente der Konflikte, die zwischen Alteingesessenen und Neulingen immer wieder den Verlauf der Begegnung bestimmen: das Eigene vs. das Fremde, Kampf ums Lebensraum und Nahrungsmittel. Wie Jamie herausfindet, zählt die Solidarität unter Menschen mehr als der latente Rassismus.

Die Übersetzung

S. 12: Der ganz[e] Canyon…“: Das E fehlt.

S. 15: „karmesinbraun“. Karmin ist meist rot. Google weiß: „Karmesin bezeichnet ein tiefes, sattes Rot, oft synonym verwendet mit Karmin, Karminrot oder Scharlachrot.“

S. 58: „spielerische Strategeme“: Das könnte man auch als „Spielstrategien“ übersetzen.

S. 66: „Nahrung aus Krautzweigen“: Ansonsten ist immer von Krautweizen die Rede.

S. 75: „zwei gleichartige Beinsti[e]le“: Das E fehlt.

S. 86: „Sie setzte sich über ihre eigene[n] Angst…“: Das N ist überflüssig.

S. 114: „Sie versuchen mich auf den Lein zu führen“: Gemeint ist wohl der Leim, mit dem man früher Vögel fing.

S. 134: „der Homunculus in seiner Unberechenheit“: Gemeint ist wohl vielmehr „Unberechenbarkeit“.

S. 145: „wie das nachts klopften“: Heinz meint aber wohl „DES nachts“.

S. 167: „Jamie zock seine Jacke aus…“: Er zog sie wohl aus.

Warum die Übersetzung von „Das Haus der mitfühlenden Teiler“ in den Namen so vom englischen Original abweicht, könnte daran liegen, dass der Autor inzwischen den Text überarbeitet hat. Mal ehrlich, „Rumai“ (Dorians Frau) klingt ziemlich ähnlich wie „Humay“ (Dorians Geliebte), nicht wahr?

Unterm Strich

In dieser ersten Hälfte der Story-Sammlung bildet „Das Haus der mitfühlenden Teiler“ sicherlich den Höhepunkt, nicht nur was die Konzeption und Ausführung, sondern auch, was die Aussage anbelangt. Mit Ausnahme von „Die Bewohner…“ sind alle anderen Stories leichter lesbar, aber etwa anschaulich genug, dass sie kein zweites Lesen erfordern. „Das Haus der mitfühlenden Teiler“ lohnt hingegen ein zweites Lesen. So ist es durchaus vorstellbar, dass die Explosion, der der Beamte Dorian Lorca seinerzeit zum Opfer fiel, nicht von Gruben-, also Methangas, sondern von Sprengstoff herbeigeführt wurde.

„Die Bewohner von Chinistrex Fortronza“ ist ein Robotermärchen, das seine Moral von der Geschicht‘ hinter kuriosen Details versteckt. „Glaubenssprünge“ erfordert ein wenig Nachdenken, um die Pointe zu erfassen. Am besten gefielen mir die Geschichten „Besucher“ und „Odyssee“, nicht nur wegen der Vorbilder, sondern auch wegen des jeweils überraschenden Ausgangs der Handlung.

Für die vielen Druckfehler gibt es Punktabzug.

Taschenbuch: 176 Seiten,
O-Titel: Blooded on Arachne, 1. Teil, 1982
Ullstein 1983, Berlin;
Aus dem US-Englischen von Johannes Blasius
ISBN 9783548310541

www.ullstein.de

Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

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[NEWS] Andrew O’Hagan – Caledonian Road

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[NEWS] Erin A. Craig – Das dreizehnte Kind

Wunderschön ausgestattet mit bedrucktem Einband und Farbschnitt in der Erstauflage
Hazel Trépas ist kein gewöhnliches Mädchen. Als dreizehntes Kind wurde sie einem Gott versprochen: dem Tod persönlich. Von ihm erhielt sie eine Gabe, die sie zu einer der größten Heilerinnen des Königreichs machen sollte: Hazel erkennt auf einen Blick, wie jede Krankheit geheilt werden kann.
Wenn der Tod ruft, muss sie gehorchen.
Doch jede Gabe hat ihren Preis. Hazel sieht auch, wenn das Schicksal eines Menschen besiegelt ist. Geplagt von den Geistern jener, deren Leiden sie beenden musste, sehnt Hazel sich nach Freiheit. Als der König tödlich erkrankt und das Reich vor dem Zerfall steht, wird Hazel an den Hof gerufen. Dort begegnet sie Prinz Leo, einem charmanten Thronfolger, der ebenso rebellisch ist wie Hazel selbst. Kann Hazel den Tod überlisten, um den König zu retten? Und zu welchem Preis? (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 672 Seiten
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[NEWS] Volker Klüpfel – Lückenbüßer (Kluftinger 13)

Es ist ein großer Tag für Interims-Polizeipräsident Kluftinger, der einen Einsatz in den Bergen leitet. Der Einsatz läuft völlig aus dem Ruder, ein Polizist kommt ums Leben. Ist Kluftingers chaotische Planung schuld am Tod des Kollegen? Eigentlich kann er schlechte Schlagzeilen überhaupt nicht gebrauchen, denn er kandidiert für den Gemeinderat – zunächst nur als Lückenbüßer, um die Liste zu füllen. Aber als er erfährt, dass sein Intimfeind Doktor Langhammer gegen ihn antritt, ist sein Ehrgeiz geweckt. Schnell wird klar, dass mehr hinter dem Todesfall in den Bergen steckt als ein tragisches Unglück. Kluftinger steht vor der wichtigen Frage: Warum musste der Kollege sterben?(Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 432 Seiten
Ullstein

[NEWS] Jess Kitching – Opfer Nummer 11

Zehn Jahre ist es her, dass Hannah einem brutalen Serienkiller entkommen konnte. Zehn Jahre, in denen sie sich mühsam ein neues Leben aufgebaut hat. Zehn Jahre, in denen sie versucht hat, mehr zu sein als das »Opfer Nummer 11«. Endlich will sie die wöchentlichen Meetings mit der Selbsthilfegruppe hinter sich lassen und mit ihrem Mann einen Neustart wagen. Doch dann verschwinden wieder junge Frauen in dem kleinen englischen Ort. Ihre ausgebluteten Leichen lassen Hannah ihre schlimmsten Ängste wieder durchleben. Sie weiß, der Täter ist eigentlich hinter ihr her. Damals konnte sie überleben – doch reicht ihr Glück auch ein zweites Mal? (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 352 Seiten
Ullstein

[NEWS] Julia Rogasch – Winterträume in der kleinen Pension am Meer

Das »Meerglück« ist Claras ganzer Stolz: Gemeinsam mit ihrer Mutter führt sie die kleine Pension und den angrenzenden Laden. Doch um die Finanzen steht es schlecht – da helfen auch die Stammgäste rund um Weihnachten nicht. Verkaufen will Clara die kleine Pension und den Laden aber auf keinen Fall, denn für sie zählt der Charakter des Familienbetriebs, den ihr Vater so geliebt hat.
Als Severin sich einbucht, knistert es sofort zwischen den beiden und Clara spürt eine besondere Verbindung. Bis sie in seinem Zimmer die Visitenkarte eines ihrer größten Konkurrenten entdeckt. Hat sie sich in Severin getäuscht? (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 464 Seiten
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[NEWS] Chris Meyer – Die Blutbestie (Tom Bachmann 5)

BKA-Spezialist Tom Bachmann ist auf einer internationalen Tagung in Belgien, als Wanderer im Hohen Venn einen Leichenfund melden. Ihr Hund hat sie zu der Fledermaushöhle geführt, wo der grausige Anblick der verstümmelten Leichen sie zutiefst schockiert. Bachmann und sein BKA-Team werden von den örtlichen Behörden um Amtshilfe gebeten. Den Toten wurde das Herz herausgerissen. Und während Bachmann das Profil des Killers erstellt, spricht der sein nächstes Opfer an. (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 368 Seiten
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[NEWS] Nele Neuhaus – Monster (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 11)

Im Feld wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Die 16-Jährige Larissa wurde erdrosselt. Durch eine DNA-Analyse gerät ein abgelehnter afghanischer Asylbewerber, der erst zu einer Haftstrafe verurteilt, aber nach einer Haftbeschwerde auf freien Fuß gesetzt wurde, ins Visier der Polizei. Er kann untertauchen, bevor Pia Sander und Oliver von Bodenstein mit dem Mann sprechen können. (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 560 Seiten
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[NEWS] Tessa Collins – Die Nelkentochter (Die Blumentöchter 3)

Nach dem Tod ihrer Großmutter hat Lali den Halt verloren. Bei Rose hat sie Trost und Wärme gefunden, nachdem ihre eigene leibliche Mutter die Familie früh verlassen und nach Sri Lanka gegangen ist ist. Lali hat nie begreifen können, wieso ihre Mutter das getan hat, und ist nun vollkommen überrumpelt, als sie in der Gärtnerei eine Gedichtsammlung von ihr findet. Die feinfühligen Texte brechen in Lali etwas auf und sie beschließt, ihre Mutter endlich zur Rede zu stellen. Zum ersten Mal in ihrem Leben verlässt sie ihr Nest in Cornwall und geht nach Sri Lanka. Dort begibt sie sich auf die Spuren einer alten Teeplantage und stößt auf ein großes Familiengeheimnis … (Verlagsinfo)


Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 400 Seiten
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[NEWS] Christian Berkel – Sputnik

Am 4. Oktober 1957 erreichen die ersten Satelliten die Erdumlaufbahn. Kurz darauf erblickt in West-Berlin Sputnik das Licht der Welt. Er wächst auf zwischen den Geschichten von Sala, der geliebten Mutter, die der Wirklichkeit ihre eigenen Bilder entgegenhält, und den Büchern des Vaters Otto. Schon früh wird ihm die Welt zur Bühne, alle scheinen eine Rolle zu spielen, und wie sonst sollte man das Leben begreifen? Als Jugendlicher dann die Flucht nach Paris: in die Welt der Literatur und zu Annie, die ihn Begehren, Liebe und Eifersucht lehrt. Und die Rückkehr nach Deutschland: mitten hinein in die vom Aufbruch geprägte Theaterwelt der 70er Jahre. Eine wilde Zeit des Experimentierens bricht an, bis Sputnik zu ahnen beginnt, wer er ist, oder zumindest, wer er sein könnte. (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 384 Seiten
Ullstein

[NEWS] Taylor Jenkins Reid – Atmosphere

Joan Goodwin sieht zu den Sternen auf, seit sie denken kann. Als Professorin für Astrophysik hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht, und sie ist glücklich, wenn sie ihrer Nichte abends unter freiem Himmel die Sternbilder erklären kann.
1980 wagt sie den Schritt ihres Lebens: Sie bewirbt sich als eine der ersten Frauen für das Space-Shuttle-Programm der NASA. Mit einer Gruppe aus hoch qualifizierten Piloten, Commanders und Ingenieurinnen beginnt sie die intensive Vorbereitung auf ihren ersten Flug ins All. Während sie ihrem Traum von den Sternen immer näher kommt, geschieht etwas, das Joan nicht erwartet hätte: Sie begegnet der Liebe ihres Lebens. Mit einem Mal stellt sie alles infrage, was sie über ihren Platz im Universum geglaubt hat. (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 480 Seiten
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[NEWS] Beate Maly – Die Trümmerschule

Nach dem Zweiten Weltkriegs kehrt die jüdische Lehrerin Stella in ihre zerstörte Heimat Wien zurück. In ihrer Straße häufen sich die Trümmer, und auch viele Schulen sind zerstört. Stella findet dennoch eine Anstellung am Lindengymnasium. Mit ihrer fortschrittlichen Art zu unterrichten eckt sie an. Im Gegensatz zu ihren Kollegen ermutigt sie die Kinder, über den Krieg und die erlebten Traumata zu sprechen. Dabei wird Stella immer mehr von ihren eigenen Erinnerungen eingeholt. Als sie einem Mann begegnet, der neue Hoffnung in ihr weckt, muss sie sich nicht nur ihrer Vergangenheit stellen, sondern auch den Mut für eine neue Liebe finden. (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 400 Seiten
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[NEWS] Christin-Marie Below – Unsere Frühstückspension am Meer

Katharina hat als Autorin ihren Traumberuf gefunden. Aber nun leidet sie an einer Schreibblockade. Da kommt es ihr gerade recht, dass ihre Oma sie bittet, ihre Pension auf Norderney für ein paar Wochen weiterzuführen. Auf der Insel kann Katharina endlich mal wieder durchatmen. Sie lernt den Musiker Phil kennen, der nicht nur wegen seiner gefühlvollen Songs ihr Herz höherschlagen lässt. Alles scheint perfekt. Doch dann stellt sie fest, dass es um Omas Pension nicht gut steht. Und einer der Mitarbeiter scheint gegen sie zu arbeiten. Kann sie die kleine Pension retten? Und welches Leben ist für Katharina das richtige? (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 288 Seiten
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[NEWS] Marc-Uwe Kling – VIEWS

Die 16-jährige Lena Palmer verschwindet spurlos. Drei Tage später taucht sie in einem verstörend brutalen Video wieder auf, welches in atemberaubendem Tempo viral geht. 
BKA-Kommissarin Yasira Saad soll Lena finden und die Täter identifizieren. Ihr bleibt wenig Zeit, denn schon gibt es erste gewalttätige Demonstrationen in deutschen Städten. Eine rechtsradikale Gruppierung namens »Aktiver Heimatschutz« gewinnt rasant an Zulauf. Kann Yasira die Täter verhaften, bevor der Lynchmob zuschlägt und der Rechtsstaat zu wanken beginnt? (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 272 Seiten
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[NEWS] Evelyn Weigert – Peace, Moms: Von Kita-Keimen, Hängetitten und dem ganz normalen Familienwahnsinn

Gestatten: Evelyn Weigert, 36 Jahre alt, Mama zweier kleiner Töchter – und mindestens einmal täglich am Rande des Wahnsinns. Bei aller Liebe zu ihren Kindern: Mama sein ist nicht immer easy. Spätestens dann, wenn man nach einem stressigen Arbeitstag im Slalom durch die heimische Legolandschaft stakst, ununterbrochen begleitet vom immer gleichen Kinderlied, fragt sie sich: Wie zum Teufel soll man das eigentlich alles schaffen? Im typisch direkten Evelyn-Ton zeigt sie das wahre Leben der Eltern, mit all seinen Up’s and Down’s. Belehrende Ratschläge oder einen erhobenen Zeigefinger gibt es nicht, vielmehr zeigt sie treffend, humorvoll und herzlich, dass niemand allein ist. (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 208 Seiten
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[NEWS] Marc-Uwe Kling – Die Spurenfinder und das Drachenzepter (Spurenfinder 2)

Nachdem der Spurenfinder Elos von Bergen zusammen mit seinen Kindern Ada und Naru den schrecklichen Mord am Dorfvorsteher aufgeklärt hat, ist Ruhe eingekehrt in Friedhofen. Die Zwillinge beginnen sich schon wieder zu zoffen, so langweilig ist ihnen, da klopft zum Glück ein Bote König Fredlaffs an die Tür. Das legendäre Zepter der Ahnen wurde unter unerklärlichen Umständen aus der königlichen Schatzkammer entwendet – und das keine drei Tage vor der Unabhängigkeitsfeier, bei der Fredlaff samt Zepter vor sein Volk treten muss. Ist es nur ein Diebstahl oder verbirgt sich mehr dahinter? Gar eine politische Intrige? Elos und die Zwillinge eilen in die Hauptstadt, um den mysteriösen Fall unters Glotzoskop zu nehmen … (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 368 Seiten
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[NEWS] Iver Niklas Schwarz – Kummersee

Mehr als dreißig Jahre nach dem ominösen Tod ihres Bruders im Kummersee kehrt Lena an den Ort ihrer Kindheit und ihres Traumas zurück. Als Polizistin ist sie für den Schutz eines hochumstrittenen Bauprojekts zuständig. Sie trifft auf militante Umweltaktivisten, eine verflossene Jugendliebe und düstere Familiengeheimnisse. Als plötzlich bizarre Morde geschehen, deutet alles darauf hin, dass in den Tiefen des Kummersees etwas erwacht ist. Doch wo enden die Gruselgeschichten, und wo beginnen die wirklichen Schrecken? (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 534 Seiten
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