Action, Mystik und Erotik geben sich in diesem Fantasyroman ein Stelldichein, so dass der Roman zu einer kurzweiligen Lektüre gerät. Dies ist der zweite Band in dem mehrbändigen Heroic-Fantasy-Zyklus „Der Mythos des Arktur“, der auf der Welt Bre (= Bretagne) spielt. Es kommen also auch durchaus Science Fiction-Elemente vor. Arkturs Vater, der Nuada (s.u.), kam von einer fernen Welt, Erth, nach Bre, und sein Freund Myrdhinn (= Merlin) folgt ihm nun.
Der Mythos des Arktur
Band 1: Das Geheimnis von Bre
Band 2: Myrdhinns Reise
Band 3: Das Vermächtnis des Nuada***
Band 4: Die Waffen der Götter
***: In der irischen Mythologie ist Nuada Airgetlám („der mit der Silberhand“) ein Kriegergott und Anführer der Túatha Dé Danann, dem „Volk der Göttin Danu“, quasi die Olympier von Irland. Die Tuath Dé Danann werden oft als Könige, Königinnen, Druiden, Barden, Krieger, Helden, Heiler und Handwerker dargestellt, die übernatürliche Kräfte haben. Sie leben in der Anderswelt, interagieren aber mit Menschen und der menschlichen Welt. Die Tuath Dé Danann werden oft als Könige, Königinnen, Druiden, Barden, Krieger, Helden, Heiler und Handwerker dargestellt, die übernatürliche Kräfte haben. Sie leben in der Anderswelt, interagieren aber mit Menschen und der menschlichen Welt. (Wikipedia)
Der Autor
Gilles Servat (* 1. Februar 1945 in Tarbes) ist ein französischer Sänger, Musiker, Songwriter, Schauspieler, Dichter und Schriftsteller, der in der Bretagne lebt. In seinen Songs unterstützt er die Bretonen, ihre Kultur und die Bretonische Sprache. Seine frühe Karriere wurde durch das Lied La Blanche Hermine (etwa: „Das weiße Hermelin“) geprägt.
Leben
Gilles Servat wurde in Südfrankreich in eine Familie geboren, deren Wurzeln in der Region Nantes in der Bretagne liegt. Er verbrachte seine frühe Kindheit in der Umgebung von Nantes und Cholet. Gilles Servat war Student an der Hochschule für Bildende Künste in Angers und studierte Malerei, Zeichnung, Skulptur und Druckgrafik.
Seine Musik wurde ursprünglich von den Werken der bretonischen Musiker Glenmor und Alan Stivell inspiriert. Der Titelsong aus seinem ersten Album wurde eine Hymne für die Bretonen. In den 1990er Jahren wurde er Teil des „Héritage des Celtes“ („Keltisches Erbe“).
Servat singt in Bretonisch, Französisch, Englisch und anderen keltischen Sprachen.
Servat ist auch Schauspieler und Schriftsteller; er verfasste mehrere Romane, inspiriert von keltischen Mythen und Legenden.
Handlung
Dem Ruf seines Freundes Skinn Mac Dana folgend ist Myrdhinn in der großen Königsstadt Camoghere im Reich Askol eingetroffen. Seitdem Skinn seinen Notruf abgesetzt hat, sind elf Jahre vergangen. Mittlerweile ist Skinns Sohn Arktur schon ein Jüngling und sein 12. Geburtstag steht bevor.
Um rechtzeitig zu diesem bedeutungsvollen Tag im fernen Palast von Kornok zu sein, schiffen sich Myrdhinn Enes, der Rote Druide, zu einer langen Seereise ein. Denn Kornok liegt am anderen Ende des Hauptkontinents, im südlichen Königreich Korn.
Mit von der Partie sind auch Myrdhinns neue Gefährtin Blütenwange sowie ein recht unangenehmer Bursche namens Cam, der ständig nur Zwietracht sät. Denn in einem Zweikampf, den Myrdhinn führte, starb Cams bester Freund, der Riese Hire. In dem Zweikampf ging es natürlich um Blütenwange, der ihrem Gefährten Arar davonlief, der daraufhin seinen Rivalen Myrdhinn herausforderte. Hire war nur zufälliges Opfer, aber in der bresischen Kultur sind auch solche Opfer ein böses Omen. Die anderen Druiden sind nicht angetan, aber auch Enes hat seine Zweifel.
Diese Reise wird zu einer wahren Prüfung. Bres wilde Naturgewalten bedrohen das Segelschiff, aber auch Menschen und Götter versuchen zu verhindern, dass die beiden Freunde je ihr Ziel erreichen. Diese Fahrt ist eines Odysseus wahrlich würdig, und dass der Druide rechtzeitig Arktur trifft, grenzt an ein Wunder. Einen großen Beitrag zu diesem Erfolg ist Myrdhinn und der tapferen, klugen und schönen Blütenwange zu verdanken.
Denn diese Frau ist etwas ganz Besonderes. Sie besitzt das Losca, die Berserkerwut, und kann sie einem geeigneten Mann übertragen. Folglich überkommt Myrdhinn in manchen Situationen urplötzlich die blinde Wut des Berserkers und macht alles nieder, was ihm im Weg steht. Einmal braucht Blütenwange Stunden, um den nach einem solchen Anfall in Ohnmacht gefallenen Myrdhinn wieder zu Bewusstsein zu bringen.
Das Losca ist eine nützliche Eigenschaft für einen Krieger – es macht ihn praktisch unbesiegbar. Das sehen auch andere Fürstensöhne so – und entführen Blütenwange kurzerhand; man kann sich schon denken, wofür. Doch da hat Myrdhinn noch ein Wörtchen mitzureden.
Mein Eindruck
Auch der zweite Band aus dem Arktur-Mythos schöpft sichtlich aus dem Reichtum der keltischen Mythologie (s.o.). Der Bretone Gilles Servat beschwört in leidenschaftlich lyrischer Sprache den Gesang von Himmel und Meer ebenso wie das Klirren der Schwerter in der Schlacht. Genau wie Odysseus muss aber auch Myrdhinn seinen Verstand gebrauchen. So etwa baut er neue Segel, findet Spuren in tiefster Nacht und führt sein Schiff an einem Vulkan vorbei. Eine große Hilfe ist ihm natürlich sein Astronautenhelm, in den ein Nachtsichtgerät eingebaut ist.
Die ganze Geschichte ist im Präsens erzählt, was doch recht ungewöhnlich ist und mitunter zu erzählerischen Tricks zwingt. Durch den Präsens ist der Leser zwar nahe dran am Geschehen, aber das kann auch langweilig werden, wenn eben dieses Geschehen zuviel Aufmerksamkeit gar nicht verdient, so etwa eine mühselige Navigation durch einen Archipel und dergleichen.
Auch Gedichte und Lieder finden sich im zweiten Band des Zyklus wieder, allerdings nicht so viele wie im ersten. Plotmäßig ist dieser Band nur eine Brücke zwischen den Abenteuern Skinns und seines Sohnes Arktur.
Der Band ist schnell zu lesen, das Maß an Spannung und Action ist ebenso hoch wie das an Romantik – es gibt durchaus erotische Szenen, die die zahlreichen Kampfszenen auflockern. Insgesamt habe ich dies als Aufforderung empfunden, den dritten und vierten Band zu lesen.
Taschenbuch: 399 Seiten.
Info: Le navigation de Myrdhinn, 1996.
Aus dem Französischen übertragen von Ulrike Werner-Richter.
ISBN 9783404203994
www.luebbe.de
Der Autor vergibt: 




