Durch einen Eingriff in Gehirn ist es möglich geworden, Erinnerungen früherer Inkarnationen eines Menschen zugänglich zu machen. Nur – sie lassen sich weder steuern noch kontrollieren. Für jeden, der nach der Operation erwacht, beginnt eine gespenstische und abenteuerliche Reise in die Vergangenheit. (Verlagsinfo) In „Schädelrose“ erforscht die US-Autorin Nancy Kress die Konsequenzen einer AIDS-ähnlichen Krankheit, die verhindert, dass neue Erinnerungen gebildet und alte abgerufen werden können. Ein neuartiges Experiment soll Abhilfe schaffen, allerdings um einen hohen Preis.
Bedingungslose Nemesis: Blut um Blut, Frau um Frau
Alfred Lobenthal verlässt mit seiner Familie Hals über Kopf Berlin. Es verschlägt sie in einen einsamen Landstrich, hier bezieht die Familie ein Schloss. Nach einem Jahr begibt sich Alfred auf Reisen. Wer ist die mysteriöse Frau in Trauerkleidung, die mit ihrem furchteinflößenden Diener in das nahegelegene, verfallene Haus im Wald gezogen ist und es stets nur tief verschleiert und mit Handschuhen verlässt? Weder Alfreds Frau noch seine Kinder können sich dem Bann der Unbekannten entziehen … (erweiterte Verlagsinfo)
2133: Mark Brandis ist seit 240 Tagen als Gastpilot auf einem neuen Schiff unter dem Kommando von Cmdr. Elmar Busch. Statt eines Testfluges verharrt die EXPLORATOR jedoch regungslos im Weltraum, um den möglicherweise bevorstehenden Ausbruch des Sterns Eta Carinae in eine Hypernova zu beobachten. Eine ereignislose Schicht löst die andere ab. Als Mark Brandis durch VEGA-Direktor John Harris von einem gestrandeten Republikenschiff im Orbit des Planeten Neptun erfährt, gerät er in ein moralisches Dilemma – denn der offizielle Befehl ist unmissverständlich: Um keinen Preis darf das Schiff die Beobachtungsposition verlassen! (Verlagsinfo)
Unter Beschuss durch Weltraumschrott: Spannung und Action
2134: „Wenn die Not am Größten ist …“, heißt es in der Präambel der neu gegründeten Raumnotretter, deren Vormann Mark Brandis ist. Ohne Ansehen der Nationalität soll geholfen werden. Viel Zeit, sich in der neuen Einsatzzentrale auf dem Mond einzurichten, haben die Raumfahrer nicht, denn die Sprengung eines Raumschiffes hat in erdnaher Umlaufbahn eine Splitterwolke von tödlicher Geschwindigkeit entstehen lassen. Sie droht, alles zu zerkleinern, was ihr in den Weg kommt. Und so wird Brandis‘ erste offizielle Rettungsaktion gleich zur Feuertaufe … (Verlagsinfo)
Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 12 Jahren.
Der Autor
Nikolai von Michalewsky (1931-2000) war bereits Kaffeepflanzer, Industriepolizist, Taucher und Journalist gewesen, als sein erster Roman 1958 veröffentlicht wurde. Am bekanntesten wurde er ab 1970 mit den Mark-Brandis-Büchern, der bis heute (nach Perry Rhodan) mit 31 Bänden erfolgreichsten deutschsprachigen SF-Reihe. Mark Brandis – Raumposition Oberon (Folge 25) weiterlesen →
Abgründe tun sich auf: Spenser, der Sex-Guru und das Kapital
Als die Gattin eines Managers Spenser darum bittet, ihren Mann wegen Untreue zu beschatten, ahnt der Privatdetektiv noch nicht, auf welches Schlangennest aus Betrug, Sex und Mord er stoßen wird. Er braucht jede Hilfe seiner Freunde, um diesen Fall zu bewältigen …
Der Autor
Der US-Autor Robert B. Parker, geboren 1932, gehörte zu den Topverdienern im Krimigeschäft, aber auch zu den fleißigsten Autoren – er hat bis zu seinem unerwarteten Tod im Januar 2010 über 60 Romane veröffentlicht. Am bekanntesten sind neben der „Spenser“-Reihe wohl seine etwa acht Jesse-Stone-Krimis, denn deren Verfilmung mit Tom Selleck in der Titelrolle wurde vom ZDF gezeigt. Der ehemalige Professor für Amerikanische Literatur Robert B. Parker lebte mit seiner Frau Joan in Boston, Massachusetts, und dort oder in der Nähe spielen viele seiner Krimis.
Robert Langdon, der Symbolforscher aus Harvard, wird in Florenz mit Geheimnissen, Rätseln und einer Verschwörung konfrontiert, die ihre Wurzeln in einem der berühmtesten und dunkelsten Meisterwerke der Literatur haben: Dantes „Göttlicher Komödie“. Und je intensiver Langdon die immer gefährlicher werdende Spur verfolgt, umso deutlicher zeichnet sich die bedrohliche Erkenntnis ab, was Dantes Werk für die Gegenwart und Zukunft bereithält. (Bearbeitete Verlagsinfo)
Der Autor
Dan Brown, geboren 1964, war genau wie Stephen King zuerst Englischlehrer, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. „Als Sohn eines mehrfach ausgezeichneten Mathematikprofessors und einer bekannten Kirchenmusikerin wuchs er in einem Umfeld auf, in dem Wissenschaft und Religion keine Gegensätze darstellen“, meint die Verlagsinformation. Diese Kombination ist es auch, die den weltweiten Erfolg des Autors begründet.
Inzwischen hat Brown von seinen Büchern mehrere Dutzend Millionen Exemplare verkauft. „Brown ist verheiratet und lebt mit seiner Frau, einer Kunsthistorikerin, in New Hampshire.“ Na, das klingt doch direkt nach einer Ko-AUTORIN! Als Produzent der beiden Verfilmungen der Robert-Langdon-Abenteuer „Sakrileg“ und „Illuminati“ verdient Brown auch an der Filmauswertung mit. Dan Brown – Inferno weiterlesen →
Eine Frau wird am helllichten Tage erschossen. Aaron Newman, ein angesehener Schriftsteller, beobachtet den Mord und geht zur Polizei. Auf dem Revier kann er den Täter eindeutig als Adolph Karl identifizieren – ein brutaler Gangster, dem die Polizei bislang nie etwas nachweisen konnte.
Als Newman wenige Stunden später nach Hause kommt, findet er seine Frau Janet gefesselt im Schlafzimmer vor. Eine unmissverständliche Drohung. Newman zieht seine Aussage zurück. Aber selbst wenn er schweigen würde, bedeutet er eine ständige Gefahr für Adolph Karl. Newman muss handeln. Gemeinsam mit seiner Frau und Chris Hood, ein Kriegsveteran, schmieden sie einen Plan und eine mörderische Verfolgungsjagd in der Wildnis der nordamerikanischen Wälder beginnt. (Verlagsinfo)
Privatschnüffler Joe Kurtz gerät immer tiefer zwischen die Fronten der verfeindeten Mafia-Clans in Buffalo. Als ein Unbekannter auf ihn und seine Bewährungshelferin schießt, wird die Sache persönlich. Ironischerweise schwören sowohl Toma Gonzaga als auch die schlüpfrige Angelina Farino, nichts mit dem Attentat zu tun zu haben. Joe kommt der Wahrheit bei einer waghalsigen Klettertour in den Ruinen eines alten Vergnügungsparks auf die Spur. Und auf wen hat es eigentlich der Däne, ein gefährlicher Kopfgeldjäger aus Kurtz‘ Vergangenheit, abgesehen? (Verlagsinfo)
Der Autor
Dan Simmons ist bekannt geworden mit dem Horror-Roman „Sommer der Nacht“, der auch für „A Winter Haunting“ den Hintergrund bildet. Noch erfolgreicher wurde er allerdings mit Science-Fiction-Romanen: „Hyperion“ und Hyperions Sturz“ sowie „Endymion“ und „Endymion – Die Auferstehung“ fanden ein großes Publikum. Diese Tradition setzte er im Herbst 2003 mit seinem Roman „Ilium“ fort, in dem griechische Götter eine wichtige Rolle spielen. (Die Fortsetzung trägt den Titel „Olympos“ und kam Mitte 2005 auf den Markt.) Dan Simmons: Kalt wie Stahl – Der 3. Joe-Kurtz-Thriller weiterlesen →
Holmes & Watson in Verzweiflung: Humor trifft Abenteuer
Die feine Londoner Gesellschaft ist fasziniert von den gewagten Darbietungen Tahi Swawis, einer exotischen Tänzerin. Ihr Bühnenkostüm schmückt ein besonderer Edelstein, der es unter dem Namen „Smaragd des Todes“ zu trauriger Berühmtheit gebracht hat. Viel Blut ist um seinetwillen bereits geflossen und ein Ende scheint nicht absehbar, wie sich schon bald herausstellt … (Verlagsinfo)
Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 12 Jahren.
Flamel Nr. 5: Das Wecken der Monster und der Magie
Dies ist der fünfte Band der furiosen Fantasyreihe rund um den berühmtesten Alchemisten aller Zeiten. – Nicholas Flamel liegt im Sterben. Zu lange schon fehlt ihm das Unsterblichkeitselixier. Perenelle, die mächtige Zauberin, ist jedoch keinesfalls bereit, auch nur einen Tag ohne ihren geliebten Mann zu leben. Doch um Flamel einen Tag ihres eigenen Lebens schenken zu können, braucht sie Sophies Aura. Sophie jedoch ist völlig verzweifelt: Josh hat sich endgültig auf die Seite des dunklen Magiers Dee geschlagen und ist fest entschlossen, mit ihm die Weltherrschaft zu erringen. Während ein Hexenmeister im Hintergrund seine Intrigen spinnt, überschlagen sich die Ereignisse. (Verlagsinfo)
Das Buch eignet sich für jugendliche Leser ab 14 oder 15 Jahren, aber mein zwölfjähriger Neffe hat damit ebenfalls keine Schwierigkeiten.
Die Zeit läuft ab für den Alchemysten Nicholas Flamel! Mit knapper Not konnten Flamel und die Zwillinge wieder zurück nach San Francisco fliehen. Doch auch hier gibt es kein Ausruhen. Um ihren Feinden entgegentreten zu können, muss Josh in der Feuermagie ausgebildet werden. Und kaum beherrscht er sie, verschwindet er spurlos.
Sophie ist zutiefst erschüttert, als sie herausfindet, dass erneut ihr Gegenspieler John Dee hinter dem Verschwinden ihres Bruders steckt. Der dunkle Magier hat nun jegliche Skrupel verloren: Mit Joshs Hilfe will er etwas Uraltes aus dem Geisterreich herbeirufen. Ein Wesen, das die Macht hat, selbst das Ältere Geschlecht zu töten – ganz sicher aber Josh. (Verlagsinfo)
Das Buch eignet sich für jugendliche Leser ab 14 oder 15 Jahren, aber mein zwölfjähriger Neffe hat damit ebenfalls keine Schwierigkeiten.
Als der ehemalige Elitesoldat Gordon Reeve nach San Diego fliegt, um die Leiche seines toten Bruders James abzuholen und zurück nach England zu bringen, merkt er, dass an Jimmys Tod einiges sonderbar ist. Er selbst wird ebenso überwacht wie Jimmys Fahrer. Steckt der Konzern CWC dahinter, gegen den sein Bruder recherchierte, fragt sich Gordon. Als er einen ehemaligen Mitsoldaten vor dem Bestattungsinstitut entdeckt, ist ihm, als wäre ein Geist aus seiner Vergangenheit erschienen, und er ahnt, dass an der Sache viel mehr daran sein muss, als es scheint.
Zurück in England beginnt ihn dieser Geist zu verfolgen – bis zu seiner Haustür. Doch Gordon Reeve lehrt nicht umsonst taktisches Überlebenstraining in der schottischen Wildnis …
Michael Weston ist ein Killer. Noch nie hat er sein Ziel verfehlt, und jedes seiner Opfer mit einem perfekt platzierten Schuss ins Herz getötet. So auch bei seinem letzten Auftrag. Doch dieses Mal trifft die Polizei bereits am Tatort ein, als sein Opfer, eine britische Enthüllungsjournalistin, zu Boden sinkt. Dem Profi ist klar, dass er in einen Hinterhalt geraten ist. Mit knapper Not entgeht er einer Verhaftung und macht sich auf die Suche nach demjenigen, der ihm diese perfide Falle gestellt hat: Weston ist ins Visier eines skrupellosen Privatdetektivs geraten, der keine Gnade kennt … (erweiterte Verlagsinfo)
Der Autor
Sir Ian Rankin, geboren 1960, gehört zu den wichtigsten Krimischriftstellern der britischen Insel. Er war u.a. Alkoholtester“, Schweinehirte, Musikjournalist und Punkmusiker, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Sein Inspektor Rebus macht die schottische Hauptstadt Edinburgh nun schon in zahlreichen Abenteuern sicherer – soweit man ihn lässt!
Die Schifterin Nya und ihr Freunde fliehen vor dem Herzog von Baseer und kehren in ihre Heimatstadt Geveg zurück. Dort haben sich die Einheimischen wie auch die Baseeri-Adeligen gegen den Herzog erhoben. Um sie vor dem anstehenden Angriff der herzoglichen Armee zu warnen, begeben sich Nya und Co. in die geteilte Stadt. Doch was können sie schon gegen eine Armee von Unsterblichen ausrichten, fragt sich Nya bang.
Die Autorin
Janice Hardy wurde in Pennsylvania geboren und wuchs in Florida auf. Sie machte ihren Collegeabschluss in Grafikdesign und arbeitete als Gestalterin für verschiedene Zeitschriften. Während dieser Zeit absolvierte sie einen Kurs als Rettungstaucherin. Dabei lernte sie ihren Mann kennen. Heute leben die beiden im amerikanischen Bundesstaat Georgia.
5 Uhr 36: Ein Telefonanruf reißt Inspector Benny Griessel aus dem Schlaf: Eine junge Amerikanerin ist ermordet aufgefunden worden, eine andere wird durch die Stadt gejagt, und eine berühmte Sängerin hat offenbar ihren Mann erschossen. Und dann ruft auch noch seine Frau an. Sie will ihn treffen und ihm sagen, wie es mit ihnen weitergehen kann. Bennie Griessel hat dreizehn Stunden, die Morde aufzuklären – und sein Leben wieder in Ordnung zu bringen. (bearbeitete Verlagsinfo)
Der Autor
Deon Meyer, Jahrgang 1958, gilt als einer der erfolgreichsten Krimiautoren Südafrikas. Er begann als Journalist zu schreiben und veröffentlichte 1994 seinen ersten Roman. Mit seiner Frau und vier Kindern lebt er in Melkbosstrand. „Das Herz des Jäger“ wurde mit dem ATKV Prose Prize ausgezeichnet, einem begehrten südafrikanischen Literaturpreis. In den USA wurde der Roman zu den zehn besten Thrillern des Jahres ernannt. Zeitgleich erschien im Aufbau Taschenbuch Verlag sein Roman „Der traurige Polizist“. Mehr unter www.deonmeyer.com.
Band 1: [„Furchtlos“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6124
Band 2: „Black Jack“
Band 3: [„Fluchtpunkt Ixion“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7009
Band 4: [„Gearys Ehre“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7364
Band 5: [„Der Hinterhalt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7589
Band 6: _“Ein teurer Sieg“_
Band 7 : Jenseits der Grenze (Beyond the Frontier, 04/2011, dt. im Feb. 2013)
Band 8: „Ein halber Sieg“ (dt. am 19. April 2013)
_Militär-SF: Wie man den Aliens in den Hintern tritt_
Seit hundert Jahren kämpft die Allianz verzweifelt gegen die Syndikatswelten, und die erschöpfte Flotte ist in Feindgebiet gelandet. Ihre einzige Hoffnung: Captain John Geary. Seit seinem heldenhaften letzten Gefecht hat man ihn für tot gehalten. Doch wie durch ein Wunder hat er im Kälteschlaf überlebt. Als dienstältester Offizier führt er das Kommando über die Flotte, um sie sicher nach Hause zu bringen. In einem Krieg, der nur in einem Fiasko enden kann …
Band 6: Der hundertjährige Krieg zwischen der Allianz und den Syndikatwelten tobt weiter, und Captain „Black Jack“ Geary wird zum Flottenadmiral befördert, obwohl der Große Rat der Allianz befürchtet, dass er einen Militärputsch vom Zaun brechen und sich zum Diktator erklären könnte. Gearys neuer Rang verleiht ihm die Befugnis, mit dem Feind zu verhandeln. Die Syndiks mussten gewaltige Verluste hinnehmen und sind möglicherweise endlich dazu bereit, in Friedensverhandlungen einzutreten. Doch jenseits der äußeren Grenze des Syndik-Raumgebiets lauert eine noch weit größere, fremde Gefahr … (Erweiterte Verlagsinfo)
_Der Autor_
Hinter dem Pseudonym „Jack Campbell“ verbirgt sich der ehemalige U.S. Navy-Offizier John G. Hemry. In seinem aktiven Dienst bei der Marine sammelte er viel Erfahrung, die er in seine SF-Romane einfließen ließ. Campbell lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Maryland, unweit Washington, D. C.
_Vorgeschichte_
Captain John „Black Jack“ Geary ist ein Kriegsheld aus jenen Tagen vor hundert Jahren, als der Krieg der Allianz mit den Syndikatswelten begann. Damals rettete er sich an Bord einer Rettungskapsel, die ihn im Kälteschlaf hielt, und wurde hundert Jahre später aufgefischt. Jetzt hat ihn die Flotte wieder aufgetaut, weil ein Notfall eingetreten ist: Die Allianz-Flotte ist im Feindgebiet umzingelt, nachdem sie verraten wurde. Ihr bleibt nur die Wahl zwischen bedingungsloser Kapitulation und völliger Vernichtung durch die zahlenmäßig überlegene Syndic-Flotte.
Um es kurz zu machen: Er bringt die Überreste der Allianzflotte heil zurück zur Hauptwelt der Allianz. Dort schlägt ihm blankes Misstrauen entgegen …
_Handlung_
Mit Co-Präsidentin Victoria Rione begibt sich Geary zum Sitz des Großen Rates, der die Allianz-Welt regiert. Wird er in einen Hinterhalt laufen, fragt sich der Kommandant, und einen Moment sieht es tatsächlich so aus, als hätten manche Generäle und Admiräle Finsteres im Sinn. Der Rat besteht selbstverständlich aus mehreren Fraktionen. Die einen sind hinterlistig auf Machterhalt erpicht, die anderen sind unglaublicherweise wirklich am Wohl und am Fortbestand ihrer Spezies interessiert.
Deshalb sieht sich Gearys einem Kreuzfeuer unterschiedlichster Fragen ausgesetzt. Ob er gedenke, die Macht an sich zu reißen, da ihm ja nun der mächtigste Streitkräfteverband der Allianz unterstehe? Er denke gar nicht daran, lautet Gearys verblüffende Antwort. Und es bedarf Co-Präsidentin Riones Zeugnis und Beredsamkeit, um diese unerwartete Antwort glaubhaft erscheinen zu lassen. Könnte Geary wirklich so verrückt sein, die Allianz retten zu wollen, statt sich zu bereichern?
Tatsächlich sehnt sich Geary, der über Hundertjährige, nach Jahren des unablässigen Krieges und der Tortur des Durchbrechens der Barriere der Syndikatswelten nur noch nach Frieden und Ruhe. Vorzugsweise an der Seite der überaus loyalen und einfühlsamen Kapitänin Tanya Desjani. Doch daraus wird nichts: Denn die Syndiks sind ebenso noch dort draußen an den Grenzen wie auch die Aliens jenseits des Syndikraums. Die Allianz kann nicht zulassen, dass sie einen neuen Angriff vorbereiten.
Das Hypernet, dessen supergeheimen Schlüssel er mitbringt, darf die Flotte indes nicht benutzen, denn es besteht der begründete Verdacht, dass die Aliens alle Hypernet-Tore so konfiguriert haben, dass sie jederzeit in Supernovae verwandelt werden können. Also ist die Allianz wieder auf die konventionelle Sprungmethode angewiesen, will sie die Syndiks zu einem Frieden oder wenigstens Waffenstillstand bewegen. Aber wenn man die Syndiks zu einem Bündnis gegen die Aliens veranlassen könnte, hätte die menschliche Spezies wesentlich bessere Überlebenschancen.
Als frischgebackener Admiral verlässt Geary die Ratssitzung, begleitet von loyalen Admirälen und einer zufriedenen Victoria Rione. Zwei weitere Räte, Costa und Sakai, begleiten die Flotte auf dem Weg ins Syndik-Gebiet. Nur Tanya Desjani brüllt Geary an, was ihm einfalle! Er will nur Flottenadmiral auf Zeit sein, also bis zum Ende dieser Mission. Er wundert sich über Desjani, die offenbar nur sein Bestes im Sinn hat, aber nicht privat, sondern nur in der Flotte, wie es scheint.
|Der Angriff|
Die Informationen, die der gefangen genommene Syndik-CEO Boyens über die verbliebene Syndik-Führung und die Aliens liefert, sind zu spärlich, um vorerst nützlich zu sein. Geary fliegt mit seiner Flotte, die durch ein paar neue Schlachtkreuzer fragwürdiger Qualität verstärkt worden ist, durch die Hintertür ins Hauptsystem der Syndiks. Deren Flotte befindet sich am anderen Ende des Systems, und natürlich ist das zentrale Hypernet-Portal komplett vermint. Hätte die Allianzflotte den naheliegenden Weg dorthin genommen, wäre es zu schweren Verlusten beim Eintritt ins System gekommen. Aber so fliegt sie in voller Stärke ein.
Die Syndiks verhalten sich nicht wie erwartet. Ihre Flotte greift nicht sofort an, sondern fliegt einen Kurs, der querab liegt. Geary fragt sich, ob sie ihn in eine Falle locken will. Es wäre nicht die Erste, in die er getappt ist. Die Gefahr muss also woanders zu finden sein. Aber das Hypernet-Portal, das sich auf ein Signal hin sprengen lassen würde, weist eine Schutzvorrichtung auf. Das beruhigt Geary zunächst, doch dann erfährt er, dass sich eine Schutzvorrichtung in ihr Gegenteil umprogrammieren lässt …
Der oberkommandierende Syndik-CEO Shalin tut freundlich und versucht, Geary zu provozieren. Die alte Allianzflotte hätte nun ohne zu zögern wie ein Stier angegriffen, um ihn und seine Flotte auf die Hörner zu nehmen. Geary sucht und findet den Hinterhalt, in den ihn Shalin locken will. Das gesamte System ist eine einzige große Mausefalle für die Allianz-Flotte! Ein zweites Kalixa droht, finstere Realität zu werden.
Doch erstens reicht es manchmal schon, die Mausefalle überhaupt als solche zu erkennen. Und zweitens kommt es im Katz-und-Maus-Spiel immer darauf an herauszufinden, wer die Katze ist und wer die Maus …
_Mein Eindruck_
Diesmal hat Geary die Aufgabe, den Krieg mit den Syndiks ein für alle Mal zu beenden. Zu seiner Bestürzung muss er erkennen, dass die Falle im Hauptsystem der Syndiks genausogut auf die Vernichtung der Allianzflotte hinauslaufen kann. Das macht diesen Moment so spannend: Die Kräfte sind ausgeglichen, und der Ausgang des Konflikts ist wieder offen.
|Zwei Frauen|
Nun kommt es wieder darauf an, die Figuren auf dem kosmischen Schachbrett möglichst günstig neu aufzustellen – oder die Regeln des Schachbretts zu verändern. Was Geary unternimmt, darf hier nicht verraten werden, aber ohne die Empfehlungen von zwei Frauen würde er nicht weit kommen, was ich sehr positiv finde: Desjani, die Kapitänin des Flaggschiffs, ist Geary nicht nur sehr zugetan, sondern auch ein kluger Kopf.
Doch da gibt es noch Victoria Rione, die Politikerin, die völlig anders denkt. Sie betrachtet die politischen Implikationen der verfahrenen Situation, in die die Syndiks die Allianzflotte gelockt haben. Weil es eine unüberwindbare Barriere im Sprechen und Denken von Offizieren und Politikern gibt, ist es immer Anlass zu Verwunderung, wenn Desjani und Rione übereinstimmen. Geary, der zwischen ihnen steht, wundert sich nicht nur, sondern bekommt auch beklommene Empfindungen, wenn sich die beiden Rivalinnen so einig sind – dabei sieht er nämlich meist nicht gut aus. So ist am Rande für eine kleine Komödie des Allzumenschlichen gesorgt, die die Anspannung ein wenig ausgleicht, die durch die militärischen Operationen verursacht wird.
|Action|
Die Raumschlacht gegen die Syndiks, die ebenso vorhersehbar wie unausweichlich ist, bildet den zentralen Mittel- und Wendepunkt dieses Bandes der Reihe. Ich werde den Ausgang nicht verraten, aber da Geary überlebt, um die Reihe fortzuführen, dürfte der Ausgang jedem Leser klar sein. Nur soviel: Wieder einmal bringen die Manöver Gearys einen entscheidenden Vorteil. Aber es kommt auf seiner Seite auch zum bestürzenden Versagen eines draufgängerischen Offiziers, immerhin der Captain eines Kriegsschiffs. Das verheißt nichts Gutes für die neue Generation an Allianz-Militär.
Doch wo bleibt dann das Action-Finale, fragt sich der erfahrene Leser der Reihe zu Recht. Zum Glück gibt es ja noch die Aliens, deren Existenz Geary und seine Leute immer wieder vermutet haben. Die Enigmas, wie die Syndiks sie nennen, haben die Portale des Hypernets, das sie den Menschen vor 69 Jahren „schenkten“, manipuliert und einen Endknoten zur Supernova explodieren lassen. Es sind also nicht gerade freundliche Zeitgenossen.
Auch die Würmer in allen Rechnern und elektronischen Systemen der Allianzflotte haben sie platziert und zu fiesen Zwecken benutzt. Geary & Co. finden heraus, dass die Syndiks bislang vergeblich gegen die Aliens gekämpft haben, weil sie keine Ahnung von der Existenz dieser Würmer hatten. Wie sich zeigt, dienen die Würmer dazu, die jeweilige Wahrnehmung der Alien-Bedrohung zu manipulieren – die Syndiks sehen die Welt ganz einfach nicht so, wie die Allianz sie sieht, nachdem sie die Würmer beseitigt hat.
Als die Aliens das Midway-System für sich beanspruchen, löst dies eine Kettenreaktion aus. Wenn dieses Grenzsystem fiele, müssten die Syndiks 20 Welten aufgeben. 20 Welten, die jetzt, nach dem Ende des Syndikats, allen Menschen gehören. Geary, Rione und Desjani ist klar, dass ein Rückzug nicht infrage kommt. Also bleibt nur die militärische Auseinandersetzung, um den Enigmas eins auf die Nase zu geben, was ihnen sagt: Bis hierher und nicht weiter!
|Humor|
Wieder mal fehlt der Humor nicht. In einer witzigen Szene mit Geary und anderen Allianz-Offizieren vergleicht der Autor Aliens mit ANWÄLTEN. Tatsächlich seien ihm, dem Offizier, schon Anwälte untergekommen, die keinen Unterschied zu Aliens aufwiesen. Solche Seitenhiebe mag der amerikanische Leser sicher. Dem deutschen Leser, der (noch) Respekt vor Anwälten hat, kommen solche Sätze eher spanisch vor, nehme ich an.
|Verhinderung der Love Story|
Seit (mindestens) vier Bänden läuft was zwischen Geary und Desjani. Aber was ist es, fragen sich die Leser zunehmend verwirrt, wenn nicht sogar verzweifelt. Sein mindestens vier Bänden schleichen die beiden umeinander herum, ohne zu Potte zu kommen. Sie reden von Ehre und Distanz und Respekt. Was soll das?! Der Grund ist die militärische Rangordnung.
Die Rangordnung, so erwähnt der Autor am Rande, verbietet den beiden im Rang verschiedenen Offizieren, sich auf eine Affäre einzulassen, wie sie Geary noch mit der nichtmilitärischen Politikerin Rione eingehen konnte (Band 1 und 2). Das kommt uns spanisch vor, denn wieso sollte die ferne Zukunft die gleichen Regeln befolgen wie das Militär des 20. Jahrhunderts, als es bereits die ersten Frauen im Militärdienst gab?
Der Grund ist also nicht bloß eine Nachwirkung der uralten Ständeordnung, sondern hat damit zu tun, dass Vorgesetzte, wie es Geary es als Flottenkommandant ist, keine Untergebenen, wie es Desjani als Kapitänin ist, ausnutzen und nötigen können. Nötigung würde die vielzitierte „Ehre“ der Beteiligten verletzen und sie zum Gespött des Offizierskorps machen. Beziehungen sind offenbar nur zwischen im Rang Gleichgestellten erlaubt. Das ergibt durchaus einen Sinn.
Aus dieser verqueren Logik ergibt sich zwingend, dass Geary die Ehre und die Liebe Desjanis nur auf einem einzigen Wege erhalten bzw. bekommen kann: durch die Heirat. Aber hallo!, denkt jetzt so mancher Leser, hier bahnt sich eine dramatische Szene an, und so kommt es auch, aber unter ganz anderen Vorzeichen, als es so mancher Leser erwartet.
_Die Übersetzung _
Ralph Sander hat einen guten, wenn auch nicht sonderlich anspruchsvollen Job erledigt. Falschen Endungen gibt es kaum, dafür eine Reihe von Kommafehlern. Aber beim Redigieren sind ihm ein paar Fehler unterlaufen, die den Leser verwirren können.
S. 170: „Mit Blick auf die Gerüchte über ein angebliches Verhältnis mit [Captain Tanya] Desjani habe, die die Runde machten …“ Das Wörtchen „habe“ ist in diesem Satz überflüssig.
S. 176: „Dann veränderte sich ihr Minenspiel.“ Ich spiele auch gern Minesweeper, aber nicht auf dem Gesicht eines Gesprächspartners. Der verzieht dann nämlich seine MIENE.
S. 180: „Ich bedauere ( …), was diese Legende Menschen wie Ihnen und Michael angerichtet hat. “ In gutem Deutsch sollte es „angetan“ heißen statt „angerichtet“.
S. 294, letzte Zeile: „Er könnte also durchaus der der Meinung sein …“ Ein „der“ reicht völlig aus, finde ich.
S. 378: „Gearyr“ statt „Geary“
S. 407: “ …würden wir uns freuen, wenn Sie uns im Gegensatz den Gefallen tun, es uns wissen zu lassen.“ Hä, wieso „Gegensatz“? Im Gegensatz wozu? Es geht an dieser Stelle um einen Austaussch von Gefälligkeiten, und dabei spricht man wohl besser von „im Gegenzug“ statt von Gegensatz. Ein echt dicker Hund, der auf unsichere Stilfähigkeiten des Übersetzers schließen lässt.
_Unterm Strich_
Die Beendigung des Krieges gegen die Syndiks dürfte sich so mancher Fan dieser Military-SF-Reihe anders vorgestellt haben. Die Allianzflotte sieht sich in einer großen Mausefalle gefangen. Spannende Frage: Wird sich der Held der Serie daraus befreien können, wird ihm erneut Inspiration zuteilwerden? Die lebenden Sterne, die in dieser fernen Zukunft, die Götter ersetzen, und die Vorfahren mögen ihm beistehen.
Wie auch immer: Der Autor erzählt straff und verzettelt sich nicht in Nebenhandlungen. Die zentrale Schlacht bestimmt die Mitte des Bandes und fällt höchst befriedigend aus, ab gesehen von kleinen Schönheitsfehlern an der Schlacht, für die gewisse Offiziere – immer wieder Offiziere – verantwortlich sind. Aber der Hintergrund dieser Taten verdeutlicht einmal mehr, dass beide Seiten, die Allianz wie auch die Syndiks, von hundert Jahren Krieg völlig ausgeblutet sind. Aber statt eines Schreckens ohne Ende, der bei Gearys Versagen droht, gibt es ein Ende mit Schrecken, das eine Entscheidung herbeiführt.
Nun kann sich die Allianz, als überlegener Vertreter der Menschheit, den Aliens zuwenden. Die finale Schlacht weist ihre ganz eigenen Reize auf, denn davor sehen sich Geary & Co. einer haushohen Übermacht gegenüber. Es gibt etliche Überraschungen, die hier nicht verraten werden dürfen.
Wie es sich gehört, kommt die menschliche Seite nicht zu kurz. Endlich finden Geary und Desjani, die einander ja schon ewig umschleichen, zueinander, und das sogar „voller Ehre“. Halleluja! Die Szene mit dem kuriosen Heiratsantrag kam mir vor wie aus einer dieser Militärkomödien aus den fünfziger Jahren. Auf moderne weibliche Leser könnte sie ganz schön bizarr wirken. Andererseits verschickt man auch heute keine Heiratsanträge per SMS, oder?
Das kann aber die Tragödien nicht verdecken, die der hundertjährige Krieg auch in gearys Familie verursacht hat. Seine Großnichte Jane gehört nun zur Flotte, sein Neffe Michael ist immer noch irgendwo verschollen und dessen Tochter wird bald ebenfalls der Marine beitreten. Der lange Krieg hat nun mittlerweile die Dimension eines Verhängnisses angenommen, das über den Gearys liegt. Das kommt Geary, dem ja selbst eben diese 100 Jahre fehlen, äußerst seltsam vor.
Die nächsten Bände werden also sowohl die Familiengeschichte der Gearys weiterführen, als auch die Suche nach Michael Geary, der im ersten Band spurlos verschwand. In dieser Hinsicht weist die Reihe einen langen Spannungsbogen auf, dessen Ende wahrscheinlich noch lange nicht erreicht werden wird.
|Taschenbuch: 445 Seiten
Originaltitel: The Lost Fleet: Victorious, 2010
Aus dem US-Englischen von Ralph Sander
ISBN-13: 978-3404206636|
http://www.luebbe.de
_Biographie light: Newton, der Vater der modernen Physik_
Sein Gravitationsgesetz revolutionierte die menschliche Sicht auf das Universum. Der Forscher Newton, Vater der klassischen Mechanik und der Himmelsmechanik, Pionier in Mathematik und Optik, gilt als einer der herausragendsten Wissenschaftler aller Zeiten.
Luca Novelli beschreibt das Leben des Genies von den Schultagen auf dem Land über das Studium im ehrwürdigen Cambridge, die großen Entdeckungen, Widrigkeiten und Auseinandersetzungen mit Kollegen bis hin zu seiner Tätigkeit als hochgeschätzter Beamter. Eine spannende Begegnung mit einem der großen Köpfe der Menschheitsgeschichte. (Verlagsinfo)
Der Verlag empfiehlt diese szenische Lesung ab 10 Jahren.
_Der Autor_
Luca Novelli, Autor und Illustrator, arbeitet als wissenschaftlicher Berater für die RAI, das staatliche italienische Fernsehen, und leitete zehn Jahre lang eine Zeitschrift für Grafik und Design.
Für die Reihe „Lebendige Biographien“ erhielt er 2004 den italienischen Andersen-Preis als bester populärwissenschaftlicher Autor. Diese Biografien der genialsten Denker und Erfinder aller Zeiten sind im Arena Verlag erschienen – und bei Audiolino als Hörbücher. (Verlagsinfo)
_Die Sprecher_
Jürgen Uter ist der Erzähler. Peter Kaempfe, der Sprecher der Erklär-Texte, lebt als Schauspieler, Regisseur und Autor in Bremen. Nach dem Schauspielstudium gründete er mit zwei Kollegen die Bremer „Shakespeare Company“ sowie das „Theater aus Bremen“, mit dem er bis heute international weit über 2000 Vorstellungen gab.
Daneben tritt er in Funk und Fernsehen auf, unter anderem im „Tatort“ und in der Kinderradiosendung „Bücherwurm grüßt Leseratte“ des Norddeutschen Rundfunks. Dank seiner ausdrucksstarken Stimme wurde er zu einem der erfolgreichsten Kommentatoren für Fernsehdokumentationen aller deutschen Sendeanstalten. Heute ist er in etlichen Hörspielen und Hörbüchern zu hören und tourt mit Live-Lesungen und einem Soloprogramm durch die Lande. (Verlagsinfo)
In weiteren Rollen diverse andere Sprecher u. a.
Michael Bentzien spielt die Solo-Gitarre: J. S. Bach, Vincenzo Galilei, Giuseppe Brescianello, Fernando Sor u. a..
Regie führte Rainer Gussek.
_Inhalte_
Isaac Newton (1642/43-1726), der genauso wie sein Vater heißt, hat zwei Geburtsdaten. Weil Engalnd noch nicht den neuen gregorianischen Kalender übernommt hat (das folgt erst ca. 1752), wird sein Datum noch nach dem julianischen Kalender berechnet: Es ist der Weihnachtstag 1642, also der 25.12. Nach gregorianischer Zeitrechnung kommt er am 4.1. 1643 zur Welt. Wenige Tage später wird König Charles I hingerichtet, und die Diktator des Oliver Cromwell beginnt. Sie dauert bis 1658, also fast 20 Jahre, und ist von Foltern, Verfolgung und Massakern gekennzeichnet. Der strenge Puritanismus Crommwells duldet weder kluge Frauen („Hexen“) noch fromme Katholiken, in den katholischen Ländern Irland und Schottland werden Tausende hingemetzelt.
Woolthorpe, Isaacs Geburtsort, liegt in Lincolnshire, unweit der Nordsee. Von Anfang an sehnt sich der Junge nach der Ferne, und als er Gelegenheit hat, die Bibliothek seines Onkels William, eines Vikars, zu lesen, macht er sich mit Gusto darüber her. Er wird Klassenbester und spricht und liest mit 16 fließend Latein, die Sprache der Gelehrten, der Wissenschaft – und der Kirche. Als sich schnell zeigt, dass er nicht zum Bauern taugt, geht er zur Universität Cambridge, damals noch ein Ableger der Uni in Oxford. Er muss dienen, um sich seinen Aufenthalt zu verdienen.
Schon als Junge hat er für die schöne Stieftochter von Apotheker Clark in Grantham Dinge gebastelt, darunter eine faltbare Laterne und jede Menge Sonnenuhren. Als er 1661 nach Cambridge kommt und den Eid ablegt, begeistert er sich schnell für die Lehren eines gewissen Cartesius aus Frankreich: René Descartes‘ Naturphilosophie basiert auf einem mechanistischen Weltbild aus diesseitiger Ursache und Wirkung, in dem eine höhere Macht keinen Platz hat. Das ist ebenso revolutionär – und ketzerisch – wie die Ansicht, die Erde kreise um die Sonne. Newton schert sich deshalb wenig um die veralteten, auf der Antike basierenden Lehrpläne und schließt sein Studium der Naturphilosophie, des Latein usw. 1665 ohne Auszeichnung ab.
Die Pest beraubt 1665 und 1666 England eines großen Teils der Bevölkerung, besonders in den Städten wütet das Virus, das durch Rattenflöhe übertragen wird. Das Große Feuer vom September 1666 zerstört 80% aller Gebäude innerhalb der Stadtmauern. Doch Newton hat sich schon 1665 nach Woolthorpe und Grantham in Sicherheit gebracht. Dort notiert er binnen 18 Monaten seine wichtigsten Gedanken und Erkenntnisse, experimentiert mit Prismen usw. Er begründet die Infinitesimal- bzw. Differentialgleichung, stellt eine Theorie des Lichts (Teilchen) und der Schwerkraft auf. Christian Huygens, einer der größten Wissenschaftler seiner Zeit, widerspricht ihm: Licht besteht aus Wellen. Es dauert fast 250 Jahre, um herauszufinden, dass beide recht haben.
1667 öffnet die Uni Cambridge wieder, nachdem die Pest vorüber ist. Newton arbeitet sich vom Minor zum Major Fellow hoch und macht seinen Magisterabschluss. Statt zu faulenzen wie seine gut bezahlten Kollegen, richtet er ein Labor ein und erzeugt Arzneien nach alchimistischen Prinzipien. Wenigstens glaubt er nicht an Schwarze Magie, wenn auch seine Versuche, aus Blei Gold zu machen scheitern. Er schenkt der Royal Academy of Sciences ein neuartiges Teleskop, das mit Spiegeln statt Linsen arbeitet. Deshalb verzerrt es das Bild nicht, sondern ist viel genauer. Die Academy wählt ihn zum Mitglied. Hier trifft er auf seinen Dauerfeind Robert Hooke, der ihm alles neidet und vorwirft. Mit seinen ketzerischen religiösen Ansichten hält Newton deshalb wohlweislich hinterm Berg.
1682 erscheint der Komet, der später nach Edmund Halley, seinem bekanntesten Erklärer, benannt werden wird. Newton ist Halleys wichtigster Förderer. Newton berechnet die Flugbahn des Kometen und stellt das Universelle Gravitationsgesetz auf, das überall im Kosmos Gültigkeit haben soll. Natürlich attackiert ihn Hooke sofort mit anderen Ansichten.
1687 erscheint Newtons erstes und wichtigstes Buch, die „Principia Mathematica“. Er stellt die drei Newtonschen Gesetze auf, die bis Einstein Gültigkeit haben werden: 1) das Trägheitsgesetz, 2) das Beschleunigungsgesetz und 3) das Gesetz der Wechselwirkung. Die Folgen sind weitreichend: Die Tiden werden ebenso berechenbar wie das Gewicht, das sich je nach Ort von der Masse unterscheidet (auf dem Mond ein Sechstel der Erdschwere).
König James II, der katholische Nachfolger Cromwells, scheitert mit seiner Restauration, auch in Cambridge, und man importiert jetzt die Könige: William von Oranien, also aus den Niederlanden, heiratet Königin Mary. (Später importieren die Briten deutsche Monarchen aus Coburg-Sachsen-Gotha, und die in „Windsors“ umbenannten Deutschen sind ja bekanntlich immer noch auf dem Thron.) Doch nun hat das Parlament das Sagen, und die Monarchie existiert nur noch konstitutionell.
Der König macht den nunmehr in London wohnenden Newton zu seinem Münzwardein, das heißt zum Prüfer der königlichen Münzanstalt. Er deckt zahlreiche Betrügereien auf und macht sich unbeliebt, doch der König macht Falschmünzerei fortan zu einem Kapitalverbrechen. Eine lange Friedenszeit bricht an, die man später das Augusteische Zeitalter nennen wird. Es endet spätestens mit dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763), der eine neue Weltordnung etabliert – und Napoleon Bonaparte den Weg bereitet.
Newton erwirbt höchste Ehren und wird mit Titeln überhäuft. Sobald sein Intimfeind Robert Hooke gestorben ist, wagt er es, sein Buch über die Optik zu veröffentlichen – er ist ja jetzt auch Präsident der Royal Academy. Kritiker und Rivalen wie Leibniz macht er platt. Er hat immer noch nicht geheiratet, aber seine Nichte Catherine Barton führt ihm den Haushalt. Sie hat insgeheim ein Verhältnis zu Newtons Mentor und Gönner Charles Montague, dem Lord von Halifax, und erbt nach dessen Tod ungeheuere Ländereien. Als er am 20.3.1726 alter Zeitrechnung (also 31.3.1727 neuer Zeitrechnung) an einem Blasenstein und Quecksilbervergiftung (wegen der vielen Laborexperimente) stirbt, vererbt er ihr ein Vermögen, das nach heutigem Wert 10 Mio. Euro beträgt.
Die Grabprozession, die ihn in Westminster Abbey zur letzten Ruhe geleitet, ist extrem umfangreich, und, wie wir aus Dan Browns Roman „Sakrileg“ wissen, befand sich der Dichter Alexander Pope in der Menge. In Newtons Grabmal sind ein Prisma, ein Teleskop und eine Karte des Sonnensystems eingelassen. Sein Erbe: ein geordnetes Universum, das von universellen Gesetzen regiert wird. Lang lebe die Mathematik.
_Mein Eindruck_
Das Hörbuch geht leicht verständlich vor, von der Geburt bis zum Tod der Hauptfigur. Da gibt es keine Schnörkel, keine Rückblenden. Und die Musik mit der klassischen Gitarre lädt zum Speichern und Verdauen des soeben Gehörten ein, so dass dies eines der gemütlichsten Hörbücher ist, die ich seit Langem gehört habe. Das Glossar im Booklet liefert dem neugierigen – oder verwirrten – Hörer etliche Erklärungen, so etwa zu Grundbegriffen, Phänomenen und Personen der Zeitgeschichte wie Leibniz. Was kann also schiefgehen? Eigentlich nichts.
Andererseits. Es müsste ja auch ein verborgener Mensch namens Newton existiert haben. Mehr als einmal erwähnt der Erzähler, Newton haben religiöse Ansichten und Überzeugungen besessen, die im Widerspruch zu den akzeptierten Lehren seiner Zeit standen. Seine Mitgliedschaft bei den Freimaurern ist mittlerweile bekannt, wird aber ebenso wenig thematisiert oder erläutert wie seine ketzerischen Ansichten, den Unitarismus. Daran lässt sich ablesen, dass diese „Biographie light“ wirklich nur die Oberfläche kratzt. Man sollte sie eher als Einladung verstehen, sich näher mit diesem Menschen zu beschäftigen.
Gut fand ich hingegen, dass Newtons Epoche nicht unter den Teppich gekehrt, sondern vielmehr zu einem biografischen Faktor gemacht wird. Wenn es die Pest nicht gegeben hätte, wäre er nie aufs Land gereist und hätte dort nie seine „Principia Mathematica“ ausgetüftelt. Wenn es das Great Fire of London anno 1666 gegeben hätten, hätte es keinen Bedarf an Wiederaufbau mit neuen Ideen gegeben. Der große Brand, so wird klar, stellt eine Zäsur zwischen dem mittelalterlichen und dem neuzeitlichen London dar. Es ist Newtons große Chance.
Zu diesen neuen Ideen gehören, wie erwähnt, die drei Newtonschen Gesetze rund um die Universalkraft der Gravitation. Auch mit der Optik hat er sich eingehend befasst, wie detailliert erklärt wird. Dass er sich mit Alchemie beschäftigte, wird erwähnt, aber nicht weiter vertieft. Wie jedoch die Wikipedia deutlich macht, hatten alchimistische Ideen, die Newton aus 370 Büchern schöpfte, beträchtlichen Einfluss auf seine Grundideen der Orbitalmechanik und des Spektrums (was „Erscheinung“ bedeutet). Während er sich öffentlich politisch korrekt gab, betrieb er also insgeheim verbotene Forschungen.
_Die Sprecher_
Mein Eindruck ist naturgemäß eng mit der akustischen Präsentation der Inhalte verbunden. Wir haben es mit einer quasi-szenischen Lesung zu tun, die wie ein Hörspiel daherkäme, wenn es eine dramatische Handlung besäße. So aber bekommen wir eine Vielzahl von Stimmen präsentiert. Da ist zum einen ein Erzähler, der die Einleitung und den Begleittext spricht.
Und schließlich spricht noch Newton himself in der Ich-Perspektive. Das ist für mich der wichtigste Beitrag gewesen, denn hier erfahren wir endlich, wie es bei Newtons so zuging. Diverse Stimmen kommentieren Newton und Ereignisse, und auch Robert Hooke trägt den einen oder anderen – recht komischen – Satz bei. Auch Hochrufe gehören zum Repertoire der Stimmen.
|Geräusche|
Im Gegensatz zum „Einstein“-Hörbuch sind bei „Newton“ kaum irgendwelche Geräusche zu registrieren. Vielleicht wurden sie als störend in den Hintergrund gedrängt. Mal hören wir Newton zeichnen, mal einen Biss in den berühmten Apfel. Applaus brandet bei den beliebten öffentlichen Hinrichtungen auf – ein makabrer Kommentar auf Newtons Epoche.
|Die Musik|
Eine prominente Zutat ist die Musik, die man nicht ohne Weiteres erwarten würde. Der Konzertgitarrist Michael Bentzien spielt Lauten- und Gitarrenstücke aus dem 18. und 19. Jahrhundert: von J. S. Bach, Fernando Sor, Giuseppe Brescianello, Vincenzio Galilei u. a. Die meisten Stücke, die als Pausenfüller oder im Hintergrund gespielt werden, sind ruhig und heiter, manche auch getragen und gravitätisch, wenige flott und dynamisch. Die Gitarre spielt das Intro und das Outro, ist also durchaus wichtig. Eine warme, heitere und abgeklärte Stimmung durchzieht die ganze Lesung.
Ganz am Schluss ist noch der Audiolino-Jingle zu hören. Er klingt wie eine Kadenz auf einem Glockenspiel.
|Das Booklet|
… enthält ein Glossar der wichtigsten Begriffe, von A wie Alchimie bis Z wie Zentripetalkraft. Man erfährt aber auch etwas über kompliziertere Begriffe wie etwa die Refraktion (in Prismen) oder den Halleyschen Kometen, der alle 75,3 Jahre an der Erde vorüberfliegt.
_Unterm Strich_
Die inszenierte Lesung ist für junge Leser gedacht, die an die großen Erfinder und Forscher herangeführt werden sollen. Daher darf man weder umfassende noch tiefschürfende oder gar komplizierte Zusammenhänge erwarten. Immerhin aber ergibt sich aus Newtons Biografie ein oberflächlicher Eindruck: Ein neugieriger Bursche, der durch die klassischen Schriften mit größeren Ideen in Kontakt kommt und klar erkennt, dass er ein öffentliches und ein geheimes Leben führen muss, um Erfolg in beiden haben zu können.
In diesem Licht wirkt die Bestattungszeremonie umso ironischer, denn sie ehrt nur den öffentlichen Menschen Newton, nicht den Ketzer und Alchimisten Newton. Kein Geringerer als John Maynard Keynes, der immerhin ein einflussreiches Wirtschaftsmodell erfand, nannte Newton den „letzten Magier seiner Zeit“ und nicht etwa den ersten Wissenschaftler. Man sollte beide Erscheinungen – Spektren – dieses Forschers zusammensehen, will man ihn ganz verstehen. Zum Glück geht das Hörbuch auch auf seine allzu menschlichen Seiten ein, etwa auf das geckenhafte Auftreten, das Niederhalten von Rivalen und die intensive Imagepflege.
|Das Hörbuch|
Diese inszenierte Lesung lebt vor allem von den Stimmen und der Musik. Die Stimmen präsentieren Newton und seine Landsleute, während die Musik seine Zeit zumindest anklingen lässt. Ob die gespielten Stücke so richtiges Barock sind, wage ich zu bezweifeln, aber sie sind sehr angenehm zu hören – ganz besonders für Gitarristen wie mich. Bach (1685-1750) etwa kommt erst nach Newtons Tod richtig zur Geltung, und Sor (1778-1839) gehört ins 19. Jahrhundert. Brescianello hingegen lebte von ca. 1690 bis 1758, starb in Stuttgart und ist schon eher als Zeitgenosse Newtons zu bezeichnen. Wie auch immer: Die Gitarrenstücke laden zum Verdauen der vielen Fakten aus Newtons Leben und Ideengut ein.
|Audio-CD mit 70:27 Minuten Spieldauer
Originaltitel: Newton e la formula dell‘ antigravità, 2008;
Aus dem Italienischen von Anne Braun
ISBN-13: 978-3867371339|
http://www.audiolino.de
_Die Erstürmung des Himmels: Arthurs sechste Station_
Arthur Penhaligon war eigentlich dem Tod geweiht. Doch man ließ ihn nicht sterben, sondern erlegte ihm eine schier unlösbare Aufgabe auf: Er muss sieben Schlüssel zum Königreich von sieben Erzfeinden besorgen. Arthur Penhaligon, Held wider Willen, hat Großes geleistet: Fünf Gegner sind besiegt und mussten ihre Schlüssel an ihn abgeben.
Nun ist nach fünf Abenteuern die Jagd auf den Schlüssel der mächtigen Lady Samstag dran. Sie ist die älteste Bewohnerin und größte Zauberin des HAUSes, und sie befehligt unzählige Magier. Ehe Arthur sich’s versieht, muss er an allen Fronten kämpfen: Das Nichts droht, das HAUS aufzulösen, Arthurs Mutter ist verschwunden. Seine Heimatstadt wird angegriffen. Er kann nicht einmal in das anscheinend uneinnehmbare Ober-HAUS gelangen – und selbst wenn: Den sechsten Schlüssel zu erobern ist vielleicht nicht ausreichend, um die zaubernden Horden von Lady Samstag und ihr Streben nach der absoluten Macht aufzuhalten … (Verlagsinfo)
Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab zehn Jahren.
_Der Autor_
Garth Nix wurde 1963 in Melbourne / Australien geboren. Nach seinem Studium arbeitete er in einer Buchhandlung, später als Verleger, Buchhandelsvertreter, Zeitungsredakteur und Marketingberater. Seit 2002 bestreitet er seinen Lebensunterhalt ausschließlich als Autor. Er lebt heute mit seiner Frau, einer Verlegerin, und seinem Sohn in einem Vorort von Sydney. Zu seinen bekanntesten Büchern gehört die „Abhorsen“-Trilogie, die komplett bei Carlsen und Lübbe erschienen ist („Sabriel“, „Lirael“, „Abhorsen“).
_Der Sprecher_
Oliver Rohrbeck, geboren 1965 in Berlin, ist Schauspieler und Synchronsprecher. Er ist bekannt für seine Sprechrolle als Justus Jonas in der Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“. Als Sprecher synchronisierte er Hauptrollen in vielen Filmen und ist die deutsche Stimmbandvertretung von Ben Stiller.
Rohrbeck liest eine von Frank Gustavus gekürzte Fassung. Regie führte Kerstin Kaiser, die Aufnahmeleitung hatte Christian Päschk. Die Musik steuerte Andy Matern bei.
_Der Komponist_
Andy Matern wurde 1974 in Tirschenreuth, Bayern geboren. Nach seiner klassischen Klavier-Ausbildung arbeitete er einige Jahre als DJ in Clubs. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Keyboarder, Produzent, Remixer, Songwriter und Arrangeur tätig. Er kann trotz seiner jungen Jahre bereits mehr als 120 kommerzielle CD-Veröffentlichungen vorweisen. Darunter finden sich nationale und internationale Chart-Platzierungen mit diversen Gold- und Platin-Auszeichnungen.
Bereits Andy Materns erste Hörbuch-Rhythmen erreichten schnell Kultstatus bei den Fans und der Fachpresse. Durch seine musikalische Mitarbeit wurde „Der Cthulhu Mythos“ zum besten Hörbuch des Jahres gewählt (Deutscher Phantastik Preis 2003). Andy Matern lebt und arbeitet in München. (Verlagsinfos)
_Der Hintergrund _
Gepriesen sei die Architektin! Sie schuf die wahre Welt, das HAUS. Dies ist der Mittelpunkt aller Schöpfung, das Königreich aller Realität. Es ist eingeteilt in die sieben Wochentage von Montag bis Sonntag, und diese wiederum sind in jeweils zwölf Stunden eingeteilt. Minuten- und Stundenzeiger sind die Insignien eines jeden Tages – und mächtige Instrumente.
Rundherum liegen die sekundären Reiche, zu denen auch unsere bescheidene Welt zählt. Und SIE ließ alles darin archivieren. Als SIE sah, dass es gut war, verabschiedete SIE sich, hinter ließ jedoch das VERMÄCHTNIS, in dem sie bestimmte, dass nur Sterbliche das Königreich erben können. Das VERMÄCHTNIS besteht vollständig aus Text, wie sich denken lässt. Doch die sieben Treuhänder vollstreckten das VERMÄCHTNIS nicht, sondern teilten sich die Macht in ihren sieben Herrschaftsbereichen. Das VERMÄCHTNIS teilten sie in sieben Stücke, von denen jedes woanders versteckt wurde.
Eines Tages begab es sich, dass das Bruchstück von MONTAG, ein auf einem toten Stern in Glas versiegelter Kristall, der von metallischen Wächtern bewacht wurde, von einem Inspektor des ARCHIVs begutachtet wurde. Die Wächter, nach Äonen des Wachens müde geworden, meldeten dem Inspektor keinerlei besondere Vorkommnisse. Doch als er sich die Nase putzte, bemerkte er aus dem Augenwinkel ein kleines flinkes Etwas vorbeihuschen. Nein, dachte er, ich muss mich getäuscht haben.
Doch er hatte sich nicht getäuscht: Ein kleines Stück VERMÄCHTNIS-Text bemächtigt sich jedoch der Transferplatte, mit der er vom ARCHIV gekommen ist, und verschwindet damit. Oh-oh, denkt der Inspektor. Damit hat er Recht. Wenig später kommen zwei großmächtige Herren, die Silberstöcke tragen. Sie sagen, sie kämen von einem, der sogar noch höher stehe als MONTAG. Oh-oh, denkt der Inspektor. Das gibt großen Ärger.
_Handlung_
|Lady Samstag|
Lady Erhabener Samstag überblickt ihre Domäne. Sie steht in ihrem gläsernen Büro auf der Spitze eines sechs Kilometer hohen Turmes auf Bürozellen. An diesem Turm wird seit rund zehntausend Jahren gebaut, und sein Ziel ist unübersehbar: der Boden der Domäne von Lord Sonntag. Dessen unvergleichliche Gärten, gestützt von vier riesigen Bäumen, haben an ihrer Unterseite eine Schwachstelle, durch die Lady Samstag mit einem Sturmbock stoßen will, um seine Domäne zu erobern. Denn diese, so behauptet sie, stehe rechtmäßig ihr zu.
Ihr Verwalter, Abenddämmerung, tritt vor, um Bericht zu erstatten. Das vorrückende Nichts habe bereits die Fernen Weiten und das Untere HAUS verschlungen, es schicke sich nun an, das Mittlere HAUS anzugreifen. Lady Samstag ist sich der Präsenz des Thronanwärters namens Arthur Penhaligon wohl bewusst, und auch der Pfeifer, der Thron Sohn der ARCHITEKTIN, hat Absichten auf ihre Herrschaft. Doch Arthur befindet sich noch in den Sekundären Reichen der Sterblichen. Die Herrscherin befiehlt die Beseitigung der Kinder des Pfeifers und den Angriff auf Sonntags Domäne in vierzig Minuten, also exakt um Mitternacht.
|Arthur|
In den Sekundären Reichen, die unserer bekannten Welt entsprechen, stehen die Dinge nicht zum Besten. Arthur hat zwar Dr. Freitag besiegt und zahlreiche Schläfer aus ihrem HAUS befreit. Doch wohin mit 2000 Schlafenden? Seine Freundin Blatt und er sind ratlos. Martine, die Assistentin von Lady Freitag, hilft ihnen.
Da ruft Erasmus, Arthurs ältester Bruder, an: Alle sollten spätestens in zehn Minuten in einen Bunker oder tiefen Keller. Der Grund: Das militärische Oberkommando hat beschlossen, den „Seuchenherd“ zu beseitigen und will dann vier Atombomben auf das östliche Krankenhaus abwerfen! Arthur befindet sich davon nur einen Kilometer entfernt. Was soll er tun? Er nimmt seinen fünften Schlüssel und verhängt einen Zeitstopp über seiner Stadt, der sie wie eine Blase schützt. Die Uhrzeiger bleiben bei 23:57 Minuten stehen. Aber für wie lange?
|Im HAUS|
Er öffnet ein Portal zum Haus und begibt sich in Lord Montags Thronsaal. Doch auch dorthin ist das Nichts bereits vorgedrungen. Er gebietet ihm Einhalt, und die Nichts-Woge bleibt stehen. Er braucht einen Ratgeber: Dr. Skamandros. Er transferiert dorthin und findet ihn im Kohlenkeller, während hinter ihm das Nichts das Untere HAUS verschlingt. Dr. Skamandros rät ihm zu einem Besuch beim ALTEN, der an eine riesige Uhr gekettet sei. Doch der ALTE fragt ihn nur, was Arthur eigentlich wolle, wenn er das Erbe der ARCHITEKTIN antrete. Eines ist klar: Arthur ist bereits zu sechs Zehnteln ein unsterblicher Bürger des HAUSes.
Er transferiert mit Skamandros zur Zitadelle in der vierten Domäne. Hier hält DAME PRIMUS die Stellung für ihn, besitzt sie doch die anderen vier Schlüssel. Die große Machtfülle macht sie hochnäsig. Sie verplappert sich sogar: Die Vernichtung des HAUSes, so hoffe, sie, werde verzögert. Arthur beharrt auf dem Aufhalten der Zerstörung. Nach einigen Debatten einigen sie sich darauf, dass sie sich teilt, um andere Aufgaben zu erledigen, während er sich zu Samstags Domäne aufmacht, um der Lady ihren Schlüssel und den sechsten Teil des Vermächtnisses abzunehmen. Lord Sonntag hat sich in einem Brief an Arthur für neutral erklärt.
|Die Domäne von SAMSTAG|
Das Pfeiferkind Susi Blau begleitet ihn, und mit ihr und einer zur Intelligenz erhobenen Ratte namens Stachelborste gelangen sie unentdeckt in die untersten Tiefen der sechsten Domäne. Dr. Skamandros hat ihm ein Schutz-Etui für den fünften Schlüssel gegeben. Überall lauern hier Wachtzauberer darüber, dass kein Unbefugter Magie einsetzt.
Mit Stachelborstes Hilfe verkleiden sich Arthur und Susi in Pfeiferkinder, die als „Schmieraffen“ für alle technischen Arbeiten am hohen Turm von Lady Samstag zuständig sind. Eine Transportkette bringt sie aus dem Untergrund an die Erdoberfläche der Domäne. Hier trifft ihn der Regen, der ständig fällt, zum ersten Mal, und erstmals hört er die Stimme des Vermächtnisses in seinem Kopf. Es ruft ihn, damit er es findet. Aber noch stellt er keinen Zusammenhang zwischen der Stimme und dem Regen her, das wäre ja auch zu unwahrscheinlich. Doch nach dem dritten Ruf ist die Schlussfolgerung unausweichlich: Er muss das Becken finden, wo sich der unablässige Regen sammelt.
Dem schiebt Alice, die Truppführerin der Schmieraffen, entschieden einen Riegel vor. Sie will ihr Leben noch eine ganze Weile behalten und kann mit Verrätern oder Spionen rein gar nichts anfangen. In letzter Sekunde entdeckt er Alices Verrat. Doch die Wachtzauberer werden auf ihn aufmerksam, als er den fünften Schlüssel einsetzt …
|Zeitstopp|
Unterdessen bemerkt Blatt im Krankenhaus, dass der Minutenzeiger der Uhr im Krankenhaus um eine Minute vorgerückt ist. Martine ist aus Angst vor dem Ende geflohen. Wie soll sie, Blatt, alleine 2000 Schläfer in eine atombombensichere Unterkunft bringen? Da erschüttert ein Beben das Krankenhaus. War das die Bombe – oder etwas aus dem HAUS?
_Mein Eindruck_
Die Story braucht diesmal einen langen Anlauf, um so richtig in die Gänge zu kommen. Arthur braucht beine Weile, um die wahre Lage der Dinge herauszubekommen, sowohl im HAUS, dessen Bürger er wird, aber auch in seiner Heimat. Ob der Zeitstopp, den er als Magier dort bewirkt, wirklich hält? Wir wagen es zu bezweifeln. Und als verlautet, dass der Pfeifer im HAUS eine Nichts-Bombe gezündet habe, kommt der Verdacht auf, dass es einen Zusammenhang geben könnte. Doch Arthurs Showdown mit dem Pfeifer lässt bis Band 7 auf sich warten.
Spannender ist da schon Arthurs Vordringen in Samstags Herrschaftsbereich. Die Domäne wird von einem babylonischen Turm beherrscht, der nichts weniger als die Eroberung des Himmels zum Ziel hat, nämlich die Domäne von Lord Sonntag. Die Parallele zum Alten Testament ist unübersehbar. Doch hier herrscht kein „babylonisches Sprachengewirr“, sondern eine streng überwachte Hierarchie: Die Bürger-Magier auf der einen Seite, die Pfeiferkinder auf der anderen.
Eine Sache, die Arthur und Susi beträchtlich hilft, ist der Umstand, dass den Pfeiferkindern von den Bürgern regelmäßig das Gedächtnis „geschrubbt“ wird. Wenn sie also keine Ahnung von ihrem neuen Job haben, lässt sich das ganz leicht entschuldigen. Doch sobald er seinen fünften Schlüssel einsetzt, um sich eines misstrauisch gewordenen Bürgers zu erwehren, ergreift die Bürokratie Gegenmaßnahmen. Zu seinem Glück verkündet Lady Samstag in dieser brenzligen Lage die Endphase des Angriffs auf Sonntags Domäne.
Dass sich der sechste Teil des Vermächtnisses im Regen verbirgt, der à la „Blade Runner“ fortwährend fällt, habe ich schon erwähnt. Doch welche Endform das Vermächtnis besitzt und wie es ihm helfen kann, soll hier nicht verraten werden. Richtig gut wie das Finale: Der „Sturmbock“ schlägt ein, und die Eroberungsschlacht um Lord Sonntags Domäne ist schnell in vollem Gang. Dessen Verteidiger sind ungewöhnlich: Insekten und Würmer. Arthur ist nun scharf auf Lady Samstags Schlüssel …
_Der Sprecher_
Oliver Rohrbeck ist ja schon ein alter Hase im Synchronsprechergeschäft und in Sachen Hörspielserie (s. o.). Seine „normale“ Stimme eignet sich gut für Kinderstoffe, also Märchen, Fantasy und ähnliches, denn sie erklingt nicht besonders tief oder autoritär, ist also sympathisch. Jedenfalls alles andere als furchteinflößend, schon gar nicht, wenn er mit der hohen Stimme einer weiblichen Figur spricht, oder sich gestelzt und hochnäsig ausdrückt, etwa als Dame Primus. Vielfach erklingen im Turm Meldungen, Berichte und Befehle, die alle sehr autoritär und streng daherkommen. Diesmal ist für zwischenmenschliche Gefühle kaum Platz.
Doch da es in der Geschichte einige bedrohliche Situationen darzustellen gilt, muss Rohrbeck zu ein paar Hilfsmitteln greifen. Er kann ohne Weiteres seine Stimmlage absenken, um autoritär zu wirken, er kann sie aber auch verzerren, denn mehrfach wird durchs Telefon gesprochen. Und wenn die Figuren denken, so spricht er mit einem deutlichen Halleffekt und mit doppelter Stimme. Das sollte jedem jungen Zuhörer klarmachen, dass im Augenblick nicht laut geredet wird.
|Geräusche|
Die Tonregie hat diesmal eine Unmenge von Geräuschen hinzugemischt. Dazu gehören vielfach metallische Sounds und das Zischen von Dampf – Samstags Domäne ist vollmechanisiert. Im Finale sind vielfach Knalle, Kampfgeräusche und ein Donnern zu hören. Sind dies Kanonen – oder Atombombenexplosionen aus den Sekundären Reichen?
|Die Musik|
Die Hintergrundmusik von Andy Matern wird meist recht dezent und vielfältig eingesetzt. Sie drängt sich niemals in den Vordergrund, sondern bildet einen Klangteppich, der unterbewusst die Emotionen des Zuhörers steuert, die der jeweiligen Szene angemessen sind. Das kann sowohl bedrohlich als auch fröhlich, dynamisch oder entspannt wirken. Wer genau hinhört, kann hören, wie die einzelnen Motive wiederholt werden. Eines davon erinnerte mich stark an den Soundtrack von „Inception“: ein von Bläsern getragener Teppich von tiefen Akkorden.
Die Instrumente sind in der Regel elektronisch, nur bei einem wiederkehrenden Leitmotiv – eine kurze Abfolge von elegischen Tönen – wird ein elektrisches Piano eingesetzt. Ich fand die Musik, die überraschend häufig zu hören ist, sehr passend. Ihre vielfältige Dynamik ist ernstgemeint und kein Kasperletheater, genau richtig für das Thema des Kampfes und der Eroberung des HAUSes.
_Unterm Strich_
Auch dieses sechste Hörbuch des siebenteiligen Zyklus „Die Schlüssel zum Königreich“ wartet mit zahlreichen Rätseln, Wundern, Gefahren und Kämpfen auf. Der junge Zuhörer bangt mit Lord Arthur ebenso mit wie mit der jungen Blatt, die auf ihre eigene Art ums Überleben kämpfen muss.
Nachdem er bereits fünf Schlüssel erobert hat, tritt Arthur recht autoritär auf. Dazu steht seine immer noch zaghafte, jungenhafte Stimme, die der Sprecher ihm verleiht, in einem gewissen Widerspruch, der mich verwirrt hat. Arthur erscheint schwach, wo er eigentlich stark ist. Zusammen mit Susi und dem Vermächtnis setzt er sich gegen zahlreiche Widersacher durch, bis er sich schließlich dem finalen Angriff von 5000 Bürgern und Lady Samstag auf Sonntags Domäne anschließt.
Würde man dieses Finale als Anime realisieren, wäre ein gewaltiges Panorama vonnöten, denn die Ausmaße von Trum, Rakete und Sturmbock sind gigantisch – die Apotheose der Maschinerie. Die Viktorianer hätten dies geliebt, und das steht völlig in Einklang mit der grundlegend viktorianischen Kultur und Umgebung des HAUSes. Warum der Autor ausgerechnet diese vergangene Epoche gewählt hat, bleibt sein Geheimnis. Aber es distanziert das HAUS von Arthurs eigener Gegenwart und erlaubt dem Leser bzw. Hörer dadurch einen eigenen Standpunkt, der Kritik erlaubt.
Der Sprecher Oliver Rohrbeck bietet dem Hörer, vor allem dem kindlichen Zuhörer ab 12 bis 13 Jahren, eine breite Palette von stimmlichen Tonlagen und Klang-Effekten, die zu einer Charakterisierung verschiedenster Wesen beitragen. Mit ein wenig Phantasie kann sich der Zuhörer daher die fremde Welt des HAUSes viel besser vorstellen. Die Geräusche tragen noch mehr zum Realismus bei, überlagern aber nie den Vortrag.
Dennoch fragte ich mich zu Anfang und in der Mitte, wann die Handlung denn endlich spannend werden würde. Die Action lässt bis zur vierten CD auf sich warten. Und dann fällt der Showdown mit der Zauberin auch noch aus. Ich war ein wenig enttäuscht, aber vielleicht wird Samstag noch für Band 7 gebraucht.
Ein Vergleich mit dem Buch deckt zahlreiche Kürzungen auf. Außerdem entgehen dem Hörer so die schönen Zeichnungen, die Daniel Ernle beigesteuert hat.
|4 Audio-CDs mit 269 Minuten Spieldauer
Originaltitel: Superior Saturday (2008)
Aus dem Australischen Englisch von Axel Franken
ISBN-13: 9783785738474|
http://www.luebbe.de
_Garth Nix bei |Buchwurm.info|:_
[„Sabriel“ 1109 (Das alte Königreich 1)
[„Lirael“ 1140 (Das alte Königreich 2)
[„Abhorsen“ 1157 (Das alte Königreich 3)
_“Die Schneekönigin“ _(„The Snow Queen“, 1980, deutsch bei Heyne, 1983)
„Die Spur der Schneekönigin“ („World’s End“, 1984, deutsch bei Bastei-Lübbe, 1984)
„Die Sommerkönigin“ („The Summer Queen“ 1991, deutsch bei Heyne, 1991)
„Tangled Up in Blue“ (2000, ohne dt. Titel)
|Planetare Abenteuergeschichte à la Asimov|
Als auf Tiamat der 150-jährige Winter zu Ende geht, sollen die Schneekönigin und ihr Liebhaber traditionsgemäß dem Meer geopfert werden. Doch die immer noch attraktive Herrscherin Arienrhod denkt nicht daran, die Macht abzugeben. Sie hat technisches Wissen von anderen Welten geholt, mit denen sie den leichtlebigen und primitiven Sommer-Leuten ein Schnippchen zu schlagen gedenkt. (Verlagsinfo)
Die Handlung ist quasi eine Abwandlung von Hans Christian Andersens Märchen von der Schneekönigin, die sich ihre Liebhaber zu deren Unglück ins kühle Bett holt. Dies ist der erste Band der Schneekönigin-Trilogie, und für dieses Buch erhielt die Autorin 1981 den HUGO-Award der amerikanischen Science-Fiction-Leser.
_Die Autorin_
Joan Carol Dennison Vinge (* 2. April 1948 in Baltimore, Maryland) ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Autorin. Vinge studierte zunächst Kunst auf dem College, wechselte aber später ihr Hauptfach und erhielt 1971 ihren Bachelor in Anthropologie von der San Diego State University. In erster Ehe war sie von 1972 bis 1979 mit den Science-Fiction-Autor Vernor Vinge verheiratet. 1980 ehelichte sie den Science-Fiction-Herausgeber James Frenkel, mit dem sie zwei Kinder hat.
Ihre erste Erzählung „Tin Soldier“ konnte sie 1974 in der Anthologiereihe Orbit 14 veröffentlichen. Weitere Geschichten folgten in verschiedenen Science-Fiction Magazinen wie „Analog“, „Asimov’s ScienceFiction“ und „Omni“ sowie diversen Anthologien.
1978 erhielt sie für ihre Erzählung „Eyes of Amber“ (deutsch: Bernsteinaugen) ihren ersten Hugo Award und 1981 für den Roman „The Snow Queen“ (deutsch: Die Schneekönigin) einen weiteren Hugo sowie den Locus Award. Ihr Roman „Psion“ (1982) wurde von der American Library Association als eines der besten Bücher des Jahres für junge Erwachsene bezeichnet. Sie wurde für weitere Preise nominiert, so unter anderem für den John W. Campbell Best New Writer Award. (Quelle: Wikipedia) Mit Romanfassungen von bekannten Filmen wie „Return of the Jedi“ oder „DUNE“ hat Vinge bestens verdient.
|Werke|
|Der Himmels-Chroniken-Zyklus:|
• „The Outcasts of Heaven’s Belt“. (1978 , deutsch: In den Trümmern des Himmelssystems. Moewig, 1981)
• Legacy. (1980, deutsch: Vermächtnis. Bastei-Lübbe, 1982)
Als auf dem Planeten Tiamat der 150-jährige Winter zu Ende geht, sollen die herrschende Schneekönigin und ihr Liebhaber traditionsgemäß dem Meer geopfert werden. Doch die immer noch attraktive Herrscherin Arienrhod (ein walisischer Göttername, der „Silberrad“ bedeutet) denkt nicht daran, die Macht abzugeben. Sie hat technisches Wissen von anderen Welten, der technisierten Hegemonie, geholt, mit denen sie den leichtlebigen und primitiven Sommer-Leuten ein Schnippchen zu schlagen gedenkt. Das Klima wird tropisch, und eigentlich sollten die Süd-Staaten der Welt die Herrschaft übernehmen.
Arienrhod hat ihr Leben durch ein aus dem Blut der Meermädchen gewonnenes Elixier verlängert. Zudem hat sie Klone von sich selbst anfertigen lassen. Ihr Liebhaber Sparks ist ebenfalls einer davon. Sparks war aber zuvor mit Moon Dawntreader, einem weiteren Klon, verlobt. Moon, die eine wahrsagende Sibylle ist, begibt sich auf die Suche nach ihrem verschwundenen Verlobten.
In die vielen Abenteuer, die sie dabei erlebt, sind u.a. ein weiblicher Offizier der Hegemoniepolizei, der frühere Lover der Königin, Herne, ein sehr pflichtbewusster Polizeisergeant und ein Mann von einem anderen Planeten namens Ngenet verwickelt.
|SPOILER|
Mit dieser Truppe gelingt es Moon, die Intrigen der Schneekönigin zu vereiteln, das Massaker an den – wie sich herausstellt – intelligenten Meermädchen zu beenden, Arienrhod ihrem verdienten Ende zuzuführen und selbst Sommerkönigin zu werden. Sie ist die erste Sibylle, die erkannt hat, dass in ihrem Gehirn alle Daten der technischen Errungenschaften der Hegemonie gespeichert sind. Diesmal wird also der Abzug der Hegemonie nicht gleichbedeutend mit dem Entzug der technischen Gaben und dem Rückfall in die Primitivität eines Bauernstaates sein. Moons Gefährte auf dem Thron soll Sparks werden.
_Mein Eindruck_
Obwohl die angesichts einiger vorausgegangener Erzählungen Joan Vinges (sie war mit Science-Fiction-Autor Vernor Vinge verheiratet) hochgespannten Erwartungen nicht voll erfüllt wurden – es gibt ein paar Durchhänger und die Originalität der Ideen (s. u.) lässt mitunter zu wünschen übrig – bleibt „Die Schneekönigin“ ein spannender und phantasievoller Abenteuerschmöker mit einigen intensiven gefühlsvollen Szenen.
Die Handlung ist gewissermaßen eine Abwandlung von Hans Christian Andersens Märchen von der Schneekönigin, die sich ihre Liebhaber zu deren Unglück ins kühle Bett holt, so dass deren Geliebte (im Märchen ist es Gerda) sie retten müssen. Ich dachte aber auch an die Eiskönigin in „Der König von Narnia“ (The Lion, the Witch, and the Wardrobe) von C.S. Lewis, die sich den jungen Edmund in ihr kühles Schloss holt. Daraufhin müssen seine drei Geschwister Peter, Suse und Lucy ihn retten kommen.
Die kosmische Konstellation des exzentrischen Tiamat-Sonnensystems, das 150 Jahre Winter beschert, gemahnt stark an Asimovs klassische Story „Einbruch der Nacht“, in der ein extrem langer Tag von mehreren tausend Jahren Dauer sein abruptes Ende findet – mit schwerwiegenden Konsequenzen für die Psyche der Bewohner dieser Planeten. Aber auch in der Helliconia-Trilogie wurden sehr lange Winter und Sommer erfolgreich zu einer dramatischen Handlung verarbeitet. Inzwischen wissen die Astronomen, dass exzentrische Planetenumlaufbahnen die Norm sind – und nahezu runde bzw. nur leicht elliptische Umlaufbahnen wie die in unserem Sonnensystem die krasse Ausnahme.
Vinge setzte diesen preisgekrönten Erfolgsroman mit „World’s End“ (Die Spur der Schneekönigin“, dt. bei Bastei-Lübbe) mit wenig Erfolg fort. Weit wichtiger ist der Abschluss des Zyklus mit der ebenfalls preisgekrönten Duologie „Die Sommerkönigin“ (1992), die seitenmäßig sehr umfangreich ist. Der Heyne-Verlag hat alle drei Bände 1993 in einer sehr schön aufgemachten Ausstattung veröffentlicht.
|Broschiert: 560 Seiten
Aus dem US-Englischen übertragen von Joachim Körber,
Mit Illustrationen von Ursula Olga Rinne
ISBN-13: 978-3453308800|
http://www.heyne.de
Höhen und Tiefen des Schicksals: Mittelalter-Seifenoper
England im Jahre 1327. Es ist der Tag nach Allerheiligen. In der Stadt Kingsbridge trifft sich im Schatten der Kathedrale das Volk. Vier Kinder flüchten vor dem Trubel in den nahe gelegenen Wald. Dort werden sie Zeugen eines Kampfes – und eines tödlichen Geheimnisses. Merthin, ein Nachfahre von Jack Builder, dem Erbauer der Kathedrale, hat dessen Genie und rebellische Natur geerbt. Sein starker Bruder Ralph strebt den Aufstieg in die Ritterschaft an. Caris, Tochter eines Wollhändlers, hat den Traum, Arzt zu werden. Gwenda, Kind eines Taglöhners, will nur ihrer Liebe folgen.