Europa im frühen 9. Jahrhundert. Kaiser Karl der Große und seine Paladine kämpfen gegen Sarazenen und Spanier (!). Paris wird belagert. Abenteuer und Ritteromantik bestimmen die Szenerie. Ludovico Ariostos „Orlando Furioso“ (dt. „Der rasende Roland“), zu beginn des 16. Jahrhunderts geschrieben, gehört laut Verlag zu den einflussreichsten Werken der Weltliteratur. Kaum ein Epos war so bildmächtig und schuf so viel Neues aus der Verbindung von historisch Verbürgtem und Fabulierlust. „Der Herr der Ringe“ wäre ohne Ariosto nicht möglich gewesen. (Verlagsinfo)
Diese letzte Behauptung ist natürlich völliger Käse. Prof. Tolkien schöpfte seine Mythen aus nordischen Quellen: aus den isländischen Eddas, dem „Beowulf“- und dem „Kalevala“-Epos. Man lese dazu auch die Tolkien-Biographien von Tom Shippey und Humphrey Carpenter. Allegorien wie im „Orlando Furioso“ lehnte er zudem rundweg ab. Solche Behauptungen kann auch bloß eine ahnungslose Marketingabteilung aufstellen, in der Hoffnung, die ebenso ahnungslosen Massen würden ihr glauben. Da hat sie sich aber geschnitten. Ariost, Ludovico / Koppelmann, Leonhard / Obexer, Margareth – Orlando Furioso (Hörspiel) weiterlesen →
Eine Million Jahre in der Zukunft. Die Technik ist bis auf wenige Reste verschwunden. Die Menschheit dämmert auf einer mittelalterlichen Kulturstufe dahin und harrt der Ankunft der Neuen Sonne, die ein neues Zeitalter der Zivilisation heraufführen soll. Nur die Mächtigsten bedienen sich noch Relikten von Technik und Wissenschaft, darunter Flugzeuge, Roboter und Orbitalstationen.
Dies ist die Geschichte Severians, des Waisenjungen, der in der Zunft der Folterer aufwächst und sein Handwerk erlernt. Bis er eines Tages aus Mitleid einer Frau den Selbstmord gestattet und deshalb aus seiner Zunft ausgestoßen wird. Nun durchstreift er im nachtschwarzen Gewand eines Henkers das Land und gerät in den Besitz der Klaue des Schlichters, eines Gebildes aus fernster Vergangenheit, das magische Kräfte birgt… (Verlagsinfo) Die Klaue scheint die Macht zu besitzen, Tote wieder zum Leben zu erwecken, wie Severian feststellt. (Verlagsinfo)
Jerry Crinelli, Hauptkommissar bei der Mordkommission in Köln, zieht mit seiner Frau ins Bergische Land. Kurz nach seinem Umzug findet man am Wehr die Leiche eines Mädchens. Crinelli entdeckt bald, dass sich dahinter mehr verbirgt: Menschenhandel, Schleuserbanden und korrupte Polizisten.
Je mehr er alles durchschaut, je näher er dem Mörder kommt, desto mehr vermischt sich das Schicksal seiner Familie mit dem Mordfall. Der Preis, den er am Ende zahlen wird, um den Mörder zu finden, ist hoch. (Verlagsinfo)
Nora Sinclair wird von jedem Mann begehrt und von jeder Frau, die nicht selbstbewusst genug ist, beneidet: Sie ist schön, reich, erfolgreich – und hatte bereits drei Ehemänner oder Verlobte. Leider haben zwei davon bereits vorzeitig den Löffel abgegeben. Aber das ahnt Opfer Nummer 3 noch nicht, als er Nora eröffnet, er habe nun endlich das Geheimnis um ihre heimliche Ehe gegenüber einer großen Zeitung eröffnet. Das bringt Nora unvermittelt in Zugzwang. Der Ehemann sollte unverzüglich seine Lebensversicherung kündigen …
An Todesfall Nummer zwei nimmt die Versicherung des Verblichenen ungewöhnlich viel Anteil. Niemand verdächtigt Nora wegen irgendetwas. Doch für den Mann, der sich Nora gegenüber als Versicherungsvertreter „Craig Reynolds“ ausgibt, sind einige Umstände an diesem Todesfall verdächtig. Nora hingegen hat ein feines Näschen für Ermittler, die sich zu sehr für ihre Angelegenheiten interessieren … James Patterson / Howard Roughan – Honeymoon. FBI-Thriller weiterlesen →
In der vorliegenden ersten Ausgabe des Auswahlbandes Nr. 1 von „Titan“, der deutschen Ausgabe von „Star Science Fiction 1+2“, sind viele amerikanische Kurzgeschichten gesammelt, von bekannten und weniger bekannten Autoren. Diese Auswahlbände gab Frederik Pohl heraus. Er machte den Autoren 1953 zur Bedingung, dass es sich um Erstveröffentlichungen handeln musste. Das heißt, dass diese Storys keine Wiederverwertung darstellten, sondern Originale.
Die Kriterien der deutschen Bände waren nicht Novität um jeden Preis, sondern vielmehr Qualität und bibliophile Rarität, denn TITAN sollte in der |Heyne|-Reihe „Science Fiction Classics“ erscheinen. Folglich konnten Erzählungen enthalten sein, die schon einmal in Deutschland woanders erschienen waren, aber zumeist nicht mehr greifbar waren. TITAN sollte nach dem Willen des deutschen Herausgebers Wolfgang Jeschke ausschließlich Erzählungen in ungekürzter Fassung und sorgfältiger Neuübersetzung enthalten. Mithin war TITAN von vornherein etwas für Sammler und Kenner, aber auch für alle, die Spaß an einer gut erzählten phantastischen Geschichte haben. Jeschke, Wolfgang / Pohl, Frederik (Hgg.) – Titan-1. Preisgekrönte SF-Erzählungen weiterlesen →
Es ist November 2044, und wieder einmal soll ein Amerikanischer Präsident gewählt werden. Doch die USA sind im Grunde längst unregierbar geworden – die Administration in Washington ist bankrott, die meisten Städte befinden sich in Privatbesitz, und weite Teile des Landes unterstehen militärischer Verwaltung. Und dann bricht mitten in eine bizarre Wahlkampagne auch noch die Nachricht von einer wissenschaftlichen Entdeckung, die den American Way of Life grundlegend verändern wird… (Amazon.de)
Furioser Auftakt zu einem der besten Science-Fantasy-Zyklen
Eine Million Jahre in der Zukunft: Die Technik ist bis auf wenige Rest verschwunden. Die Menschheit fiel kulturell ins Mittelalter zurück und harrt der Ankunft der neuen Sonne, die ein neues Zeitalter herbeiführen soll. Nur die Mächtigsten bedienen sich noch Relikten von Technik und Wissenschaft, darunter Flugzeuge, Roboter und Orbitalstationen.
Dies ist die Geschichte Severians, eines Waisenjungen, der in der Zunft der Folterer aufwächst und dieses Handwerk erlernt. Doch als er eines Tages aus Mitleid einer Frau den Selbstmord gestattet, wird er aus dieser Zunft ausgestoßen. Doch anstatt selbst gefoltert und hingerichtet zu werden, schickt die Gilde ihn nach Thrax, einer weit entfernten Stadt, die einen Henker braucht. Severian macht sich auf eine Reise, die sein Leben für immer verändern wird … (Verlagsinfo)
Der Untertitel der Buches weist bereits darauf hin, um was es geht: „Die mythologischen Quellen des ‚Herrn der Ringe'“ – wohlgemerkt nicht um die des „Kleinen Hobbits“. Ironischerweise stellt jedoch das Titelbild eine Schlüsselszene aus dem „Hobbit“ dar: Bilbo Beutlin aus dem Auenland steht vor Smaug, dem Goldenen Drachen, der auf einem Berg aus Gold liegt. Obwohl Bilbo ja eigentlich unsichtbar sein sollte, da er ja den Einen Ring trägt. Manchmal haben nicht nur Künstler (in diesem Fall Tim Clarey), sondern auch Verlage ausgefallene Vorstellungen davon, um was es in einem Buch geht.
Band 1. „Der unsterbliche Alchemyst“
Band 2. „Der dunkle Magier“
Band 3. „Die mächtige Zauberin“
Band 4. „Der unheimliche Geisterrufer“
Band 5: „Der schwarze Hexenmeister“
Band 6: „Die silberne Magierin“
Band 7: The Secrets of the Immortal Nicholas Flamel: The Lost Stories Collection (2021) ISBN 0-593-37690-0; ISBN 978-0-593-37690-4.
San Francisco 2007. Eigentlich wollten die Zwillinge Sophie und Josh Newman in den Sommermonaten nur ein bisschen Geld verdienen. Josh arbeitet in einer kleinen Buchhandlung und Sophie im gegenüberliegenden Coffee Shop. Als sie bei einem Überfall auf die Buchhandlung dem Besitzer Nicholas Flamel zur Seite eilen, ahnen sie noch nicht, in welches Abenteuer sie sich begeben. Nick Fleming entpuppt sich als der unsterbliche Alchemyst. Und nun hat jemand das Buch gestohlen, das er für seine Unsterblichkeit braucht … (Verlagsinfo)
Die 14-jährige Maddy weiß nicht, dass sie eine mächtige Zauberin ist. In dem kleinen Dorf Malbry in Strond verrichtet sie deshalb niedere Dienste in der „Schänke zu den sieben Schläfern“. Als sie einen der verbotenen Runenzauber wirkt, um die Kobolde aus dem Vorratskeller zu vertreiben, reißt sie ein Loch in den Boden und beschwört die Wesen der Druntenwelt (s. u.) herbei.
Nun sieht ihr bester Freund, der Landstreicher Einauge, die Zeit gekommen, Maddy auf die wichtigste aller Missionen zu schicken. Maddy soll in die Druntenwelt hinabsteigen und den allwissenden „Flüsterer“, das Orakel aus fast vergessenen Zeiten, aus der Feuergrube eines Geysirs befreien. Dieses Orakel soll Einauge, kein anderer als Wotan / Odin himself, gegen den aufkommenden Namenlosen Gott helfen, der die Welt ins Nichts stürzen will. Aufhalten kann ihn nur jemand, der den „Flüsterer“ als Faustpfand im Kampf um die Mittelwelt der Menschen besitzt.
Leider stößt Maddy bei ihrer Mission auf einen hinterlistigen Burschen, der sich ihr als Führer anbietet. Zu spät merkt sie, was dieser Loki im Schilde führt …
_Die Autorin_
Joanne Harris, geboren 1964, wuchs in England auf, wo sie auch heute als Schriftstellerin lebt. Vor dem Bücherschreiben war sie Lehrerin. Ihr Roman „Chocolat“, verfilmt mit Johnny Depp und Juliette Binoche, wurde ein Bestseller. „Feuervolk“ ist ihr erster Jugendroman.
Mehr Info: http://www.cbj-feuervolk.de.
_Hintergrund_
_Die WELTEN_
An Yggdrasil, der Weltenesche, sind – nach der Götterdämmerung – acht Ebenen angesiedelt. Von oben nach unten sind dies:
1) Asgard: Heim der Asen (Götter).
2) Über die Regenbogenbrücke gelangen Asen in die Drobenwelt und
3) in die Mittelwelt, wo die Menschen leben, z. B. in den Binnen- und Fremdlanden, die im Einen Meer liegen.
4) Gleich darunter liegt die Druntenwelt (das Fundament). Kann man sich als Höhlensystem vorstellen.
5) Der Traumfluss führt von hier in das Totenreich Hels und
6) in die Unterwelt (Die schwarze Festung) an den Wurzeln der Weltenesche. Hier herrscht Surt.
7) Darunter liegt die Chaos-Welt des Jenseits.
8) Über der Weltenesche funkeln die Sterne des Firmaments, die für das Gegenteil von Chaos stehen, für Ordnung.
Die Welt der Riesen / Wanen, Jötunheim, ist Vergangenheit, sollte man nun meinen, aber Maddy entdeckt, dass die Wanen die Zeiten seit der Götterdämmerung überdauert haben.
_Das göttliche Personal:_
1) DIE ASEN
Odin: Oberhaupt und Heerführer der Asen, des Sehergeschlechts; Lokis Blutsbruder und von ihm verraten; einäugig, oft begleitet von zwei Raben namens Hugin (Gedanke) und Munin (Erinnerung)
Frigg: Odins Gattin, verlor durch Lokis Schuld ihren Sohn Baldur
Baldur: der Schöne, der Lichtbringer
Thor: der Donnerer, Odins Sohn, Feind Lokis
Sif: Thors Frau; durch Lokis Schuld glatzköpfig
Tyr: Kriegsgott, verlor durch Lokis Schuld seinen Arm
Loki: der Listenreiche, ebenfalls ein Gestaltwandler, Blutsbruder Odins
2) DIE WANEN (Die Sieben Schläfer)
Skadi: die Jägerin des Frostgeschlechts, Göttin der Zerstörung, die Ex von Njörd, Lokis Erzfeindin
Bragi: Gott der Dichtkunst und des Gesangs
Idun: Göttin der Jugend und Fruchtbarkeit, von Loki einst entführt und an das Frostgeschlecht ausgeliefert; meist geistesabwesend
Heimdall: goldzahniger Götterwächter, kann Loki nicht ausstehen
Njörd: Meeresgott, Skadis Ex, hasst Loki ebenso wie sie
Freyja: Göttin der Liebe, von Loki einst schwer gekränkt
Freyr: ihr Zwillingsbruder, Gott der Fruchtbarkeit
ANDERE:
Mimir: das Orakel, das abgeschlagene und von Odin wiederbelebte Haupt eines Zauberers
Surt: der Zerstörer, Hüter der Schwarzen Festung in der Unterwelt
Hel: Herrscherin über das Totenreich
Jormungand: die Weltenschlange
Der NAMENLOSE: der neue Gott, der Das Wort bringt
_Die alten und neuen RUNEN_
1) Fé: Reichtum, Wohlstand, Fruchtbarkeit usw., die Rune Freyjas
2) Úr: Kraft, der Auerochs
3) Thuris: Thors Rune, der Dornige
4) Ós: der Ase, die Asen, das Sehergeschlecht
5) Raido: der Wandersmann (= Odin), die Fremdlande
6) Kaen: Lauffeuer, Chaos
7) Hagall: Hagel, der Zerstörer, die Unterwelt
8) Naudr: die Bindende, Not, Elend, Tod, das Totenreich
9) Isa: die Eisige, Skadis Rune, kann als einzige Rune nicht umgekehrt werden
10) Ýr: der Beschützer, die Druntenwelt, das Fundament
11) Týr: der Krieger
12) Madr: das Menschengeschlecht, der Mann, die Mittelwelt
13) Ár: Fülle, Fruchtbarkeit, reiche Ernte
14) Sól: der Sommer, die Sonne
15) Bjarkán: Hellsicht, Offenbarung, Traum; zum Erkennen von Gestaltwandlern nötig
16) Logr: Wasser, das Eine Meer
17) Aesk: die Esche, Yggdrasil (die Weltenesche)
18) Ethel: die Heimat, die Mutter
_Handlung_
Maddy hat wieder mal den Keller ihrer Dienstherrin Mrs Scattergood, der Schankwirtin, unter Wasser gesetzt. Ständig liegt das Mädel im Clinch mit den Kobolden, die sich in der Speisekammer des Hause kostenlos bedienen wollen. Woher diese Kobolde kommen, will sie noch herausfinden, doch zunächst einmal gilt es, sich unauffällig zu verkrümeln, bevor das Unglück bemerkt wird. Kaum hat Maddy die Hälfte des Weges zu ihrem Lieblingshügel zurückgelegt, da hört sie das Gezeter auch schon losgehen. Sie erinnert sich, wie das passiert ist: Sie hat ihre Rune Aesk (s. o.), die wie ein Brandmal in ihre Handfläche eingelassen ist, auf magische Weise benutzt, um die Kobolde zu bekämpfen – und es hat funktioniert!
Auf dem Hügel mit dem Roten Pferd in seiner Flanke hat sich Maddy immer vom Dorf zurückziehen können. Dort betrachten die Leute sie inzwischen als Dorfhexe, insbesondere der Dorfpfarrer Nat Parson, dem sie ständig Widerworte gibt. Diese Leute findet sie zunehmend unausstehlich und sie sehnt ihren alten Freund Einauge herbei. Der einäugige Wanderer kommt leider nur einmal im Jahr, bleibt eine kleine Weile und zieht dann weiter.
Seit sieben Jahren ist er quasi Maddys Mentor und hat ihr viele Sagen erzählen, aus der alten Zeit vor der Götterdämmerung, und über das Feenvolk der Kobolde und vieles mehr. Besonders aber über Runen und deren Macht und Bedeutung. Sie selbst trägt die Eschenrune in ihrer Hand, die für die Weltenesche Yggdrasil steht. Runen sind zu allem Möglichem gut, beispielsweise, um einen Keller unter Wasser zu setzen.
Nachdem sich die Lage im Dorf und in der Schänke wieder beruhigt hat, geht Maddy wieder zurück und schaut in den Keller. Irgendwo müssen die Kobolde ja herkommen. Sie schlüpft durch ein Loch in der Wand und betritt mit einer Lampe einen der vielen Tunnel, die sich offenbar dahinter befinden. Wie sich herausstellt, handelt es sich um ein ganzes Labyrinth. Und es ist keineswegs unbewohnt. Zucker-und-Sack etwa ist ein Kobold, den Maddy ohne weiteres beherrschen kann. Er muss sie führen, um das Labyrinth erkunden zu können. Maddy ist nicht nur vorlaut und selbstbewusst, sie ist auch einfallsreich und sehr mutig.
In den Höhlen und Tunneln stößt sie auf einen Gnom, der zunächst seinen Namen überhaupt nicht sagen will, der aber offensichtlich etwas von ihr will. Erst nach geschicktem Fragen bekommt sie heraus, dass es sich um Loki handelt. Und weil Einauge (= Odin) verraten hat, dass Loki mal sein Blutsbruder war, ihn aber mit für den Untergang der Asen (Götter) verantwortlich gemacht, hat Maddy auch eine ungefähre Vorstellung, dass Loki ein richtiges Schlitzohr ist, bei dem sie gut aufpassen muss. Außerdem kann er sich in eine Feuergestalt verwandeln – ganz nützlich, um Feuer zu machen, aber man möchte dabei doch nicht neben ihm stehen.
Loki ist ungeheuer scharf auf ein ganz bestimmtes Ding, das er den „Flüsterer“ nennt und das sich am Rande eines Geysirs in einer der Klüfte des Labyrinths befinden soll. Es soll eine Art Kugel sein, doch in Wahrheit handelt es sich um einen sprechenden Kopf. „Ich spreche, wie es mir gegeben ist.“ Und dieser Kopf quasselt unablässig auf seinen Träger ein, wenn man ihn in die Hand nimmt, bis einem vor lauter Wörtern schwindelig wird. Wenn Loki aber so scharf darauf ist, muss der Flüsterer ziemlich wertvoll für seine Zwecke sein. Doch was sind diese Ziele?
Maddy nimmt den Flüsterer an sich und berät sich, wieder an die Oberwelt zurückgekehrt, mit ihrem Freund Einauge, der endlich eingetroffen ist. Mit ihm zusammen grübelt sie über den Sinn folgender Worte, die sich fatal wie eine Prophezeiung anhören:
|“Ich sehe ein zur Schlacht bereites Heer.
Ich sehe einen einsamen Heerführer.
Ich sehe einen Verräter an der Pforte.
Ich sehe ein Opfer.
Und in Hels Reich erwachen die Toten.
Und der Namenlose ersteht wieder auf und die Neun Welten sind dem Untergang geweiht,
So nicht die Sieben Schläfer erwachen
Und der Donnerer aus der Unterwelt befreit wird …“|
Die Sieben Schläfer sind offenbar die Wanen in ihrem Grab aus Eis. Und der Namenlose ist der neue Gott, dem Nat Parsons und seine Kirche anhängen. Der Donnerer ist ganz klar Thor, Odins Sohn, der mit Loki noch einige Hühnchen zu rupfen hat, denn Loki machte Sif, Thors Frau, glatzköpfig. Welche Rolle Maddy in diesem Szenario der Prophezeiung spielt, ist noch unklar. Aber da sie über das Orakel des Flüsterers verfügt, wird es sicherlich keine unbedeutende sein – schließlich sind Loki wie auch Odin dahinter her.
Nat Parsons hat Maddys heidnisches Treiben beobachten lassen. Er hat seinen Bischof Torval Bishop benachrichtigt und dieser wiederum die Kirche in der nächsten, wenn auch entfernten Stadt. Ein Examinator ist im Anmarsch, der Maddy und ihren Umtrieben mit Einauge und Loki ein Ende bereiten soll. Allerdings hat der Pfaffe nicht damit gerechnet, dass Einauge über die Gabe der Fernsicht verfügt und alles bereits mitbekommen hat, was Nat in die Wege leitet.
Als auch noch die Wanen erwachen und sofort einen Anschlag auf Odin planen, um sich zu rächen, spannen sie auch Nat Parsons für ihre Zwecke ein. Nat sieht seine große Stunde gekommen, endlich alle alten Göttern den Garaus zu machen, besonders dem einäugigen Riesen. Allerdings hätte er sich nicht träumen lassen, wie sexy Skadi, Idun und Freyja sein können …
_Mein Eindruck_
„Feuervolk“ ist nichts Geringeres als Joanne Harris‘ „Göttliche Komödie“, insbesondere „Inferno“. Obwohl die Parallelen zu Dantes unsterblichem Meisterwerk begrenzt sind, so tragen sie doch in hohem Maße dazu bei, auch Harris‘ Roman zu verstehen. Maddy, die vierzehnjährige Junghexe, ist ja nicht irgendwer, schon gar nicht gewöhnlich – siehe ihr Brandmal. Nein, es darf ruhig verraten werden, dass sie die Tochter Thors ist. Daher also auch ihr Interesse für alles, was mit den alten Sagen von der [Götterdämmerung]http://de.wikipedia.org/wiki/Ragnar%C3%B6k zu tun hat, die nach Einauges Worten vor rund 500 Jahren stattfand.
Maddy ist unsere Führerin in die Unterwelt, und das ist wörtlich zu verstehen, denn die Unterwelt ist nur eine der Neun Welten, die wir in der nordischen Sagenwelt finden (siehe meine Liste oben). Wir könnten nun wie Dante „alle Hoffnung fahren lassen“, doch dann wäre das Buch nicht mehr so lustig. Das ist es aber durchweg, bis zum Schluss. Maddy selbst hat drei Führer: Einauge, Loki und den Flüsterer. Dass sie bei so vielen Ansichten und Anweisungen ins Schleudern kommt, ist Teil des Spaßes, den wir an ihrer Irrfahrt haben dürfen.
|Reise in die Unterwelt|
Teils wird Maddy von diesen Herrschaften gezogen und geführt, teils wird sie auch getrieben, und zwar von den Wanen, die noch ein oder zwei Wörtchen mit ihr zu reden hätten. Maddys Hauptmotiv ist die Enthüllung der Prophezeiung, aber auch das Kennenlernen der Geheimnisse, die in der Unterwelt warten, unter anderem jenes, das ihren Vater Thor umgibt. Wo könnte er sich nur befinden, fragt sie sich. Wie sich herausstellt, erhebt sich am Rande von Hels Totenreich eine Mauer, hinter der das Land des Chaos beginnt, also Surts Reich. Und dorthin muss sie wandeln, um ihren Vater zu finden. Klar, dass ihre „kleine Expedition“ und Wiedersehensfeier einigen Aufruhr verursacht, wie das nun mal Grenzübertretungen so an sich haben. Unter „Aufruhr“ ist so etwas wie die Apokalypse zu verstehen …
|Lehrreich|
Maddy ist nicht nur ein mutiges, vielleicht sogar verzweifeltes Mädchen, sie weiß und erfährt auch jede Menge – und wir mit ihr. Sie und die Autorin nehmen uns an der Hand, um die ganze verworrene Familiengeschichte der Wanen, Asen und sonstigen Angehörigen des Feuervolks vorzustellen. Dabei gemahnen uns diese Streitereien sehr an den Götterhimmel des Olymp, wo es ja mitunter auch sehr menschlich zuging. Faszinierend sind die stetigen Verwandlungen der Götter in andere Wesen sowie ihre Anwendung von Runenmagie. Hier kommen Fantasyfreunde voll auf ihre Kosten.
|Rote Karte|
Doch auch wenn die alten Götter in Hels Totenreich ein kleines, wenn auch turbulentes Stelldichein feiern – Stichwort: [Apokalypse]http://de.wikipedia.org/wiki/Apokalypse – so stehen sie doch kurz davor, die Rote Karte gezeigt und vom Platz gestellt zu werden. Denn sie haben es mit dem Namenlosen Gott zu tun, der zunehmend auf der Mittelwelt der Menschen das Sagen hat und nun zum letzten Schlag gegen die Asen und ihr Gesocks ausholt. Ihm steht eine mächtige Waffe zur Verfügung: nein, nicht irgendwelche antiquierten Runen, sondern etwas viel moderneres – das WORT.
|Papisten?|
In der Mittelwelt hat der Namenlose eine komplette theologische Organisation etabliert, die mit Bischöfen und Magistern das Volk zu lehren weiß. Und wenn das Volk nicht hören will, dann schickt die Kirche die Examinatoren. Man kann sie sich leicht als Mitglieder der Inquisition vorstellen, und sie verfügen ebenso über die Erlaubnis, das WORT herbeizurufen. Einmal ausgesprochen, erfüllt das WORT die Mittelwelt mit seiner Magie und bekehrt die Heiden und Ungläubigen zum Glauben. Es ist also recht mächtige Magie. Man kann sich vorstellen, was es anrichten würde, käme es dazu, dass es in Hels Totenreich und Unterwelt ausgesprochen würde.
Es dauert eine ganze Weile, bis die zerstrittenen Mitglieder der Götterfamilie die wahre Gefahr erkennen. Und noch sehr viel länger, bis sie sich darauf einigen können, was sie dagegen unternehmen können. Doch da zieht der Namenlose ein Ass aus dem Ärmel. Ein Glück, dass auch Maddy, Thors Tochter aufgepasst hat und noch ein Wörtchen mitredet. Die „Erwachsenen“ benehmen sich nämlich kindisch, und dann müssen Kinder wie Maddy eben einspringen und für Ordnung sorgen.
|Häusliches Drama|
Ein Nebenschauplatz ist die Geschichte um Nat Parsons. Sie soll zeigen, wie es wirklich um den Glauben an den Namenlosen bestellt ist. Leider ist der Glaube Nats um einiges größer, als seine Fähigkeiten es sind. Seine Frau Ethelberta findet es gar nicht lustig, dass er ihr schönstes Kleid stibitzt, um es einer nackten Göttin (Skadi) um die Schultern legen zu können, der Sauhund. Womöglich fängt ihr guter Nat jetzt auf seine alten Tage an, fremdzugehen und Ethelberta sitzenzulassen! Da hat Ethelberta aber auch noch mitzureden und pfuscht Nat ins Handwerk. Manche dieser Szenen gemahnten mich an häusliche Ehe- und Eifersuchtsszenen in „Chocolat“.
|Schwächen|
Ich hoffe, die Parallelen zu Dantes Göttlicher Komödie sind deutlich geworden. Ich fand die Geschichte, die die Autorin hier spinnt, ganz amüsant und ihre Wissensvermittlung interessant und unterhaltsam. Woran es noch ein wenig hapert, ist die Spannung. Dies gelingt ihr nur stellenweise. Die Apokalypse, die Maddy in der Schwarzen Festung der Unterwelt auslöst, wo ihr Vater Thor gefangen gehalten wird, ist jedoch für einen Jugendroman ganz schön happig. Sie könnte von manchem Leser für überzogen gehalten werden. Andererseits finden junge Leser auch Tolkiens spannende Konfrontationen an der Brücke von Khazad-dûm sowie am Schicksalsberg sehr eindrucksvoll, ohne sie gleich für bizarr oder überzogen zu halten.
Mir ist es gelungen, den Roman in wenigen Wochen zu lesen. Für eine Lektüre von wenigen Tagen ist er nicht einfach und spannend genug, und zudem muss sich der Leser eine ganze Welt, die uns nicht geläufig ist, erarbeiten. Ich musste häufig nachschlagen, welche Rune nun wie heißt und zu welchem Themenbereich sie gehört. Auf mich wirkte das Runenalphabet manchmal wie ein Kartenspiel, nach dem Motto: „Welche [Rune]http://de.wikipedia.org/wiki/Runen setze ich jetzt am besten als Trumpf ein, um den Stich zu machen?“ Auf einer geistigen Ebene läuft also jede Menge Action ab. Körperliche Action sieht man hauptsächlich im finalen Showdown.
|Die Übersetzung|
Die Übersetzung, für welche die beiden Spitzenkräfte Katharina Orgaß und Gerald Jung zuständig waren, ist ausgezeichnet gelungen. Der Stil ist ironisch-hintersinnig, lebendig und anschaulich, außerdem ist die Sprache so einfach, dass kein Jungleser überfordert sein dürfte.
Einige Nüsse aber doch zu knacken, wie ich schon angedeutet habe. Deshalb erweisen sich die vorgeschalteten „Anhänge“ als sehr hilfreich. Eine Karte zeigt die Neun Welten als Grafik, eine Landkarte zeigt die Lage von Maddys Dorf. Die Form der Insel erinnert an England. Noch wichtiger sind jedoch die Listen der Personen und ihrer Bedeutung sowie die der Runen. Die Runen sind selbstverständlich abgebildet und mit ihren Namen und Bedeutungen erläutert. Was die Runen bewirken, muss man allerdings im Text nachlesen. Da führt kein Weg daran vorbei.
Im Vergleich mit dem Buch, das die Anhänge zum [„Herrn der Ringe“ 1330 ausmachen, und zu der Bibliothek, die man fürs Verständnis der „Göttlichen Komödie“ benötigt, kommt man also mit dem Anhang von „Feuervolk“ noch ziemlich günstig davon.
_Unterm Strich_
„Feuervolk“ macht sich ganz frei von allen Tolkien-Anklängen, wie sie heute in der Fantasy gang und gäbe geworden sind, und entführt den jungen Leser, besonders aber die geneigte Leserin in eine Welt voller Magie, die nur noch Mythenforscher und Mediävisten zu kennen scheinen: die altnordische Sagen- und Götterwelt. Diese wird jedoch in ihrer ganzen Fülle und Lebendigkeit dargestellt. Manche Szenen gemahnen an die griechischen Sagen über die allzu menschlichen Streitereien auf dem Olymp.
Maddy, eine würdige Nachfolgerin Frodos, bewahrt jedoch als eine der wenigen einen kühlen Kopf und weiß, was zu tun ist, assistiert von ihrem Gandalf-Ersatz Odin Einauge. Dass ihr die Dinge schließlich über den Kopf wachsen und zur Apokalypse geraten, dafür kann sie ja nichts. Sie wollte bloß ihren Papi wiederhaben.
Obwohl ich mir diese Welt erarbeiten musste, hat mir die Lektüre doch einigen Spaß bereitet. Die letzten Seiten lesen sich wie von allein. Aber die Autorin stößt hier auch an ihre Grenzen. Die Story, die sie hier spinnt, nimmt eine derartige Größe an, dass sie schon in der Liga der „Götterdämmerung“ spielt (gemeint ist nicht Wagners Oper), und das ist für ein Jugendbuch möglicherweise ein Nummer zu groß. Das muss aber jeder selbst entscheiden. Der Verlag gibt dem Leser mit den Anhängen jedenfalls alle Hilfestellungen, die er braucht, um mit dem Buch klarzukommen.
|Originaltitel: Runemarks, 2006
543 Seiten, gebunden
Empfohlen ab 12 Jahren
Aus dem Englischen von Katharina Orgaß und Gerald Jung|
http://www.cbj-feuervolk.de
http://www.cbj-verlag.de
Dieser Roman schließt direkt an den Bengtzon-Krimi „Studio 6“ an. Die Journalistin Annika Bengtzon beschäftigt sich diesmal mit einer Privatorganisation, die bedrohte Menschen verschwinden lassen kann, und mit der serbischen Mafia in ihrem Land. Außerdem findet sie einen neuen Mann in ihrem Leben. Leider ist er schon verheiratet. Aber das lässt sich ja ändern.
Backpfeifen und Messerstiche: Wallander lebt gefährlich
Als Kurt Wallander seinen ersten Fall löst, ist er Anfang zwanzig, ein junger Kriminalassistent in Malmö und in seine Freundin Mona verliebt. Man schreibt den Juni 1969, und Polizisten gehen gegen Anti-Amerika-Demonstranten vor. Eines Abends findet er seinen Nachbarn erschossen auf dem Küchenboden vor. Die Kripo tippt auf Selbstmord, doch Wallander zweifelt an dieser Erklärung – ganz besonders dann, als die Wohnung des Nachbarn in Brand gesteckt wird und man wenig später auf eine zweite Leiche stößt. (aus der Verlagsinfo) Henning Mankell – Wallanders erster Fall (Hörspiel) weiterlesen →
Das beliebteste Winter-Märchen überhaupt erzählt von den vielen Abenteuern, die die kleine Gerda auf der Suche nach ihrem von der Schneekönigin entführten Freund Kay erlebt. Als neue, mit vielen bekannten Stimmen besetzte Hörspiel-Version für die ganze Familie entfaltet die Version von Titania Medien Dank der dichten Atmosphäre ihren ganz eigenen Zauber – nicht nur zur Winterzeit. (Verlagsinfo)
Die Stadtwache von Ankh-Morpork ist sicher eine der glorreichsten Erfindungen Terry Pratchetts für seine Scheibenwelt. Dieser Comic, den es seit 2002 als Hardcover-Ausgabe gibt, schildert eines der bekanntesten Abenteuer der Wache: das mit dem Drachen und dem König.
Handlung
Karotte ist als Waise bei den Zwergen aufgewachsen. Eines Tages ruft ihn ein Brief in die Hauptstadt, nach Ankh-Morpork, um der Stadtwache beizutreten. Schweren Herzens nimmt er als rechtschaffener Zwergenbub von rund 1,90 m Größe Abschied von den einzigen Eltern, die er kennt. Er hat ein Gesetzbuch geerbt und ein Schwert und ein seltsames Muttermal.
Der Museumsdirektor des Louvre wird in der weltberühmten Galerie kaltblütig erschossen. Er stellt sich als Oberhaupt eines uralten Geheimbundes heraus, denn mit seinem letzten Atem hat er eine Geheimbotschaft geschrieben: den Da-Vinci-Code. Zur selben Zeit setzt eine Gesellschaft des Vatikans alles daran, die größte Macht in der Christenheit zu erlangen. Ein Wettlauf gegen die Zeit und eine rasante Schnitzeljagd durch die Symbolkunde des Abendlandes beginnt.
Bei der vorliegenden Ausgabe handelt es sich um ein Hardcoverbuch im Lexikonformat, das auch ein entsprechendes Gewicht mitbringt – das verwendete hochwertige Papier, das für die Reproduktionen benötigt wurde, ist ziemlich schwer, jedenfalls viel schwerer als Taschenbuchpapier. Der Preis ist fünf Euro höher als bei der nicht illustrierten Harcoverausgabe.
Bei dem Serienmord an vier jungen Pärchen tappen Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta und die Polizei immer noch im Dunkeln. Die Leichen wurden jeweils erst Monate nach der Tat gefunden, und die Opfer gaben nicht mehr viel von den Umständen ihres Todes preis. Bis dann ein fünftes Paar ermordet im Wald liegt – und das tote Mädchen ist ausgerechnet die Tochter von Staatsanwältin Pat Harvey, die sich im Kampf gegen Drogen einen Ruf erworben hat. Stehen also politische Motive im Vordergrund der Mordserie? (Verlagsinfo)
|Die Autorin|
Patricia Cornwell, 1956 in Miami geboren, war Polizeireporterin und Computerspezialistin am Gerichtsmedizinischen Institut von Virginia, bevor sie zu schreiben begann. Mit den Thrillern um ihr literarisches Alter Ego, die Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta, wurde sie zur „erfolgreichsten Thrillerautorin der Welt“ (Der Spiegel). Cornwell lebt allein in Richmond / Virginia und in Malibu / Kalifornien. (Verlagsinfo)
Mehr Info: http://www.patriciacornwell.com
|Die Sprecherin|
Franziska Pigulla war Moderatorin bei n-tv, SAT.1 und bei der BBC in London. Als eine der bekanntesten Sprecherinnen synchronisiert sie Gillian Anderson aus „Akte X“, Demi Moore, Fanny Ardant und Sharon Stone. Auch als Erzählerin bei „Galileo“-Dokumentationen ist sie regelmäßig im Off zu hören. Für |HoCa| hat Pigulla bereits mehrere Romane vorgetragen:
– Blinder Passagier
– Das letzte Revier
– Das fünfte Paar (früherer Titel: „Herzbube“)
– Brandherd
– Die Dämonen ruhen nicht
Weitere Cornwell-Hörbücher: Wer war Jack the Ripper? – Portrait eines Killers; Die Tote ohne Namen.
Aufgenommen wurde das Hörbuch von True Muze in Hamburg. Regie führte Vlatko Kucan, der Text wurde von Gisela Mathiak gekürzt.
_Handlung_
Der 31. August ist ein Samstag, aber Kay Scarpetta, Chief Medical Examiner in Richmond, Virginia, arbeitet trotzdem und hofft auf ein geruhsames Wochenende. Daraus wird allerdings nichts, denn der Polizist Pete Marino ruft sie an. Schon wieder ist ein Liebespärchen verschwunden, und das ist jetzt schon das fünfte in der Serie. Man fand den Wagen auf einem Rastplatz an der Autobahn Interstate 64. Alle fünf Paare fand man im Umkreis von 80 km um Williamsburg. Doch bislang war Kay nicht in der Lage, an den skelettierten Leichen die Todesursache festzustellen. Das ändert sich mit dem fünften Paar.
Der Jeep Cherokee gehörte Deborah Harvey, der Tochter der Staatsanwältin Pat Harvey, einer sehr mächtigen Kämpferin gegen die Drogenmafia, die man die „Drogenzarin“ nennt. Deborahs Freund Fred Cheney wird ebenfalls vermisst. Beide waren Studenten. Kay überlegt, dass der Wagen schnell gefunden werden sollte, aber von den Insassen fehlt jede Spur, sogar Debbies Handtasche. Die Suchhunde finden nichts.
Benton Wesleys Anwesenheit bedeutet, dass das FBI seine Finger in diesem Fall drin hat und die Ermittlungen steuert. Tatsächlich vergattert Wesley Kay und Marino zu größter Verschwiegenheit. Aber Staatsanwältin Pat Harvey will natürlich das genaue Gegenteil, denn sie möchte wissen, was mit ihrer Tochter passiert ist. Denn Harvey hat viele Feinde in der Drogenszene, und Wesley weist auf mögliche politische Hintergründe einer Entführung hin. Er hält es sogar für möglich, dass Pat Harvey durchdreht. Dabei wird Harvey als die nächste Vizepräsidentin gehandelt.
Kay erinnert sich an ihre Freundin Abbiie Turnbull, die in Williamsburg Polizeireporterin war, bevor sie zur „Washington Post“ ging. Abbie weiß alles über die Pärchenmorde, doch in letzter Zeit ist es still um sie geworden. Ein Anruf ergibt, dass sie in der Redaktion versetzt wurde und außerdem vom FBI überwacht wird, seit sie sich zum CIA-Ausbildungszentrum „Camp Peary“ verirrt hatte. Aber jetzt hat Abbie einen Buchvertrag, um eine heiße Story über die Mordserie veröffentlichen zu können. Kays Ex-Freund Mark James warnt Kay vor der Besessenheit, mit der sich Abbie dieser Story widmet.
Es wird Januar, bis Jäger – wie stets zuvor – die beiden Leichen im Wald finden. Sie sind skelettiert und ohne Kopf, aber immerhin findet Kay eine Kugel, die in Debbies Lendenwirbel steckt. Ein ungewöhnliches Geschoss, das normalerweise nur von Polizisten und Söldnern benutzt wird. Außerdem fehlen an Debbies Händen Fingerknochen: Sie hat sich verzweifelt gewehrt, bevor sie getötet wurde. Wahrscheinlich mit einem Messer, denn in ihrem Zeigefingerknochen ist eine tiefe Kerbe mit gezackten Rändern – ein Jagd- oder Kampfmesser hinterlässt solche Spuren. Wie immer fehlen den Toten Schuhe und Strümpfe, und am Fundort sind Zigarettenstummel zu finden.
Aber dass ein wichtiges Detail fehlt, erfährt Kay weder durch die Polizei noch durch das FBI, sondern durch Abbie: Bislang lag bei allen Leichen eine Spielkarte als Signatur: der Herzbube. Warum fehlte er beim fünften Paar? Kay findet heraus, dass Special Agent Benton Wesley die Karte an sich nahm und seitdem ein falsches Spiel mit ihr treibt. Warum?
_Mein Eindruck_
Fast jeder in diesem immens spannenden Fall hat eine eigene Agenda und verfolgt seine Pläne auf Kosten aller anderen. Nicht nur das FBI scheint sich verschworen zu haben, wie Pat Harvey in einer TV-Pressekonferenz behauptet, sondern auch Abbie. Doch Abbie wird wiederum das Opfer ihres Kollegen Clifford Ring, der, in Diensten des FBIs Schmähartikel schreibend, sich an Abbie heranmacht, um ihre Rechercheergebnisse zu klauen.
Dadurch sieht sich nun auch Kay Scarpetta in ein ungünstiges Licht der beruflichen und privaten (!) Inkompetenz gerückt, das sie wütend macht: eine geschiedene Frau, die aus dem Sündenpfuhl Miami kommt und an Leichen rumschnippelt – darf man so einer Frau trauen? Wenn es nach Leuten wie Clifford Ring geht, offenbar nicht. Plötzlich kriegt auch ihr Boss Dr. Sessions Fracksausen und bedeutet ihr, er werde ihr trotzdem gegen FBI, Presse und Pat Harvey beistehen. Kay weiß genau, dass die eigentliche Bedeutung seiner Worte lautet, er werde sie als Bauernopfer benutzen, um sich und seinen Stuhl zu schützen.
Doch Kay lässt sich nicht irritieren, und spannt Marino ein, um Hinweisen auf frühere Verbrechen nachzugehen, die schon fünf Jahre lang zurückliegen. Ausgerechnet im friedlichen Williamsburg stößt sie auf einen Doppelmord an zwei lesbischen Frauen, der alle Züge eines missglückten Pärchenmords trägt – inklusive fehlender Schuhe und Strümpfe. Warum hat niemand diesen Mord mit den anderen Taten in Verbindung gebracht, fragt sie sich. Es muss wohl daran liegen, dass so viel Zeit verging, bis sich der Killer wieder zu frischen Taten aufmachte. Wo ist das FBI, wenn man es braucht?
Benton Wesley erwähnt die Ausbildungsmethoden, die das CIA für seine Agenten einsetzt. Dazu gehört nicht nur die Verkleidung als harmloser Zeitgenosse, sondern auch die Schulung in Überlebenstechniken und das Anlegen von so genannten „Mordzonen“, also geeigneten Gegenden für das Töten von Menschen. Die Wälder um Williamsburg sind offenbar eine solche Mordzone. Ein sehr beunruhigender Gedanke, findet Kay.
Es kommt zu einer verhängnisvollen Entwicklung, als Kay ihre Erkenntnisse Abbie anvertraut und diese Pat Harvey informiert. Bevor Kay richtig reagieren kann, machen sich Abbie und Harvey auf den Weg, um den inzwischen gefundenen und mangels Beweisen wieder freigelassenen Hauptverdächtigen zu „besuchen“. Beide führen Schusswaffen mit sich …
|Schwächen|
Es gibt zwei Szenen, die für einen solide recherchierten Thriller ziemlich ungewöhnlich sind und den Glauben des Lesers herausfordern, dass es hier mit rechten Dingen zugeht. Die erste solche Szene ist die Konsultation eines Mediums, der „Hellseherin“ Hilda Ozimek in South Carolina. Sowohl Kay als auch Pete Marino kehren von dieser Sitzung tief erschüttert zurück. Wenn man es ihnen nur abnehmen könnte.
Die zweite Szene ist noch weitaus unwahrscheinlicher. Der DNS-Vergleichstest von Blutspuren, die der verhaftete Hauptverdächtige hinterlassen hat, ist widersprüchlich. Die Proben stimmen nicht überein. Um zu belegen, dass es sich dennoch um ein und denselben Blutspender handelt, bemüht die Autorin einen ziemlich exotischen Trick: Knochenmarksübertragung. Mehr soll nun aber wirklich nicht verraten werden.
|Die Sprecherin|
Wieder einmal macht Franziska Pigulla aus einem passablen Krimi der Cornwell ein Hörerlebnis, an das man sich noch gerne erinnert. Dabei ragen mehrere Figuren heraus, die sie ausgezeichnet charakterisiert. Abbie Turnbull ist offensichtlich eine völlig gestresste Journalistin, die Kette raucht und sich hustend und schniefend auch mal bereit findet, über ihre Gefühle zu sprechen und sich zu entschuldigen, wenn sie nicht gerade flüsternd im Verfolgungswahn schwelgt. Wenn sie angesäuselt klingen soll, nuschelt Pigulla allerliebst.
Mehrere ältere Herrschaften treten auf. Hilda Ozimek klingt heiser und drückt sich sehr zögerlich aus. Das Gleiche gilt für Mr. Joyce, dessen Hund von unserem Killer kaltblütig erschossen wurde, als „Dammit“ ihn beim Auskundschaften einer „Mordzone“ störte. Der alte Mr Joyce hat eine tiefe, raue Stimme, und seine Sätze brauchen schon auch mal einen gehörigen Anlauf, bevor sie aus seinem Mund kommen.
Gegen Schluss gibt es noch einmal ein Schmankerl: Kay hört sich Abbies Aufnahme ihres Gesprächs mit dem Hauptverdächtigen an: Schreie, Schüsse, Chaos. Das ist ein kleines akustisches Drama, das Pigulla inszeniert, ohne dabei zu übertreiben. Umso stärker ist die Wirkung auf den Hörer.
_Unterm Strich_
„Das fünfte Paar“ ist ein spannender, aber nicht ganz perfekter Thriller aus Cornwells Schreibwerkstatt. In zwei Szenen wird der Glaube des Lesers bzw. Hörers beträchtlich strapaziert. Wer den Glauben dadurch verliert, dürfte den Roman in die Ecke feuern ob dieser Zumutung. Aber ansonsten verwöhnt uns die Autorin mit einem sauber recherchierten Fall, der harte Kritik an käuflichen Medien, rücksichtslos abhörenden FBI-Agenten und brutal niedergemachten Politikern übt. Seltsamerweise spielt die Kritik am Täter kaum eine Rolle – wieder mal ein Spinner, der etwas kompensieren muss, um sich als perfekter Soldat zu beweisen.
Franziska Pigulla macht die spannende Geschichte zu einem Genuss für die Ohren, indem sie die Figuren lebensnah sprechen lässt. Diese emotionale Darstellung ist nicht jedermanns Sache, aber mir gefällt sie, weil sie so außergewöhnlich ist und einfach zu einem Drama dazugehört.
|Originaltitel: All that remains, 1992
Aus dem US-Englischen übersetzt von Georgia Sommerfeld
329 Minuten auf 5 CDs|
In der jungen Sonea schlummern Fähigkeiten, von denen sie nie auch nur geträumt hatte: Sie, das unbedeutende Straßenkind, hat magische Kräfte – so wie sonst nur die Mitglieder der gefürchteten und reichen Gilde der Magier. Doch sie und ihr wildes Talent werden entdeckt. Mit einem Mal ist sie zu einer wichtigen Schlüsselfigur im Mächtespiel ihrer Welt geworden. Sonea muss sich entscheiden, für wen beziehungsweise gegen wen sie ihre Kräfte einsetzt. Alle Welt schaut auf diese junge Frau aus der Gosse – und ist hinter ihr her …
_Die Autorin_
Trudi Canavan, geboren 1969 in Kew, Australien, interessierte sich schon ihr ganzes Leben lang für kreative Tätigkeiten. Sie studierte am Melbourne College of Decoration und arbeitete anschließend als Designer, Illustrator und Kartenzeichner bei verschiedenen Verlagen, später bot sie dieselben Dienste in einer eigenen Firma an. Sie arbeitete auch bei einem australischen SF/Fantasy-Magazin mit. 1999 gewann sie einen Kurzgeschichtenpreis, und 2001 wurde ihr erstes Buch in Australien veröffentlicht. Mittlerweile erscheinen Canavans Romane international.
_Handlung_
Sonea ist ein junges Mädchen unbestimmten Alters, als sich ihr Leben in Imardin radikal ändert. In Imardin, der Königsstadt am Fluss Tarali, haben die Reichen und die Magier das Sagen. Jedes Jahr führt die Gilde der Magier eine Säuberung in den Armenvierteln der außerhalb der Stadtmauer liegenden Hüttenstadt durch. Dies erregt natürlich den Unmut der „Hüttenleute“, die sich um ihr Heim gebracht sehen. Als Sonea ihre früheren Jugendfreunde Harrin und Cery wiedersieht, schließt sie sich ihnen an, um auf dem Nordplatz zu protestieren.
Wie so oft sind die Magier von einem magischen Schutzschild umgeben, der sie vor den Wurfgeschossen schützt, mit denen die Menge der Protestierenden sie bewirft. Auch Soneas erstes Geschoss prallt davon ab, doch ihr zweiter Stein, den sie mit besonderer Inbrunst wirft, durchdringt den Schild und trifft einen der Magier an der Schläfe. Er geht zu Boden. Die Überraschung ist groß, denn dies ist das erste Mal in hunderten von Jahren, dass ein Magier verletzt wurde. Und das geht eigentlich nur, wenn man selbst Magie einsetzt.
Sonea ist selbst am meisten erschrocken über ihre Tat. Sie wendet sich zur Flucht, als sie merkt, dass die Magier sich umdrehen und die Arme heben. Ein Junge neben ihr wird von Magie zu Asche verbrannt. Cery und Harrin verstecken Sonea in den Armenvierteln und sogar in den Tunneln der Diebesorganisation, um sie vor dem Zorn der Magier zu schützen. Warum hat Sonea ihnen nicht gesagt, dass sie über magische Kräfte verfügt? Sie wusste es selbst nicht. Aber sie kann Magie erneut wirken, wenn sie die richtige emotionale Quelle anzapft. Und das ist nun für die Diebe recht interessant.
Nach einer Ratsversammlung der Magiergilde beginnt Lord Rothen, der die Steinwerferin als Einziger richtig gesehen hat, mit der Suche nach ihr und setzt eine beträchtliche Belohnung auf ihre Ergreifung aus. Der von dem Stein getroffene Lord Fergun stellt jedoch eigene Ermittlungen an, in deren Verlauf er den Verstecken, die die wilde Magierin benutzt, immer näher kommt. Die Magier können Soneas Wirken von Magie feststellen, und Soneas Aura verrät ihre Anwesenheit, wenn sich ein Magier in ihrer Nähe befindet.
Nur Cery hält nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit anderen Dieben noch zu Sonea, doch er sieht nur noch einen Ausweg. Sie muss um den Schutz der Diebesorganisation bitten. Der Chef Faren hat in der Tat Interesse an Soneas Magie, aber auch an Cerys Diensten. Auf diese Weise lernt Sonea erstens Lesen und zweitens das Heraufbeschwören von Magie. Doch es gibt ein wachsendes Problem: Die Kraftquelle in ihr wird immer stärker, doch sie kann sie einfach nicht kontrollieren. Ständig zerbrechen Dinge in ihrer Nähe oder gehen plötzlich in Flammen auf. Zwar will sie nicht zu den Magiern gehen, weil sie fürchtet, die würden sie töten, doch andererseits droht die Magie, sie zu zerstören. Von ihrer Umgebung ganz zu schweigen.
Eines Tages ist es dann so weit: Die Magier haben sie, wieder einmal, umzingelt. Soneas Angst vor ihnen setzt ihre Kräfte frei, und schon beginnt eine Ziegelmauer hinter ihr einzustürzen …
_Mein Eindruck_
Ich habe den spannenden und anschaulich geschriebenen Fantasyroman in wenigen Tagen (und vor allem Nächten) gelesen. Die Sätze lassen sich so leicht lesen, dass das Auge nur so über die Seiten fliegt, und die Handlung ist keineswegs kompliziert. Ganz im Gegenteil: Die Autorin versteht es, die Probleme, denen sich Sonea, ihr Freund Cery und die Magier gegenübersehen, stets auf den Punkt zu bringen. Deshalb gibt es nie langes Drumherumreden, sondern stets eine zielgerichtete Diskussion, die jeweils zu neuen Erkenntnissen führt.
Eine große Hilfe ist dabei die Methode der indirekten Charakterisierung. Am Anfang ist Sonea noch ein sehr passives und hilfsbedürftiges Mädchen, das ich zunächst auf zwölf Jahre geschätzt hätte. Doch am Ende des Buches, nach nur wenigen Monaten, erscheint sie dem Leser wie eine 16- bis 18-jährige, so als habe sie ihre Jugend im Eiltempo durchlaufen. Offensichtlich befindet sie sich in einem raschen Reifungsprozess, der sie in die Lage versetzt, nicht nur den Magiern zu entgehen, sondern sich auch vor Gefahren zu schützen.
Nur die Tatsache, dass sie nicht in der Lage ist, die nunmehr angezapfte Quelle der Magie unter ihre Kontrolle zu bringen, wird ihr beinahe zum Verhängnis. Und sie kann noch von Glück sagen, dass sie bei ihren Ausbrüchen nicht die gesamte Stadt einäschert. Ihre Kraft ist in der Tat sehr groß – und deshalb will (fast) jeder Magier sie unter seine Kontrolle bringen.
In der zweiten Hälfte des Romans geht es genau darum, doch Sonea hat gar nicht vor, bei der Gilde zu bleiben, wie man sich nach ihren Erlebnissen leicht vorstellen kann. Kaum ist sie wieder genesen, will sie wieder abhauen. Doch dazu kommt es nicht, denn sie wird erpresst. Dieser Konflikt wird erst in einem spannenden Finale aufgelöst. Nur um sogleich von einem noch größeren Konflikt überdeckt und abgelöst zu werden. Dessen Auflösung erwartet der Leser mit Spannung im nächsten Band: [„Die Novizin“. 2989
|Die deutsche Ausgabe|
Die beiden deutschen Ausgaben des Romans – sie haben verschiedene Titelbilder – sind mit nützlichem Beiwerk versehen. Die Karten des Landes Kyralia befinden sich in den äußeren Umschlagklappen, die Karten der Stadt Imardin und der Gilden-Universität befinden sich auf den ersten Seiten. Dadurch werden die Lage und die Grundrisse der jeweiligen Örtlichkeiten für jeden Leser leicht verständlich und er findet sich leicht zurecht, wenn die Action etwas schneller vorangeht.
In den Anhängen sind die verschiedenen Bezeichnungen von Pflanzen, Tieren, Nahrungsmitteln, Kleidern, Waffen und öffentlichen Gebäuden erklärt. Da Kyralia von verschiedenen Ländern umgeben ist (gegen die es zuletzt vor 300 Jahren Krieg führte), liefert der Anhang auch zu jedem Land eine sehr knappe Erklärung.
|Die Übersetzung|
… ist sehr gut gelungen und am Stil, der ja schon im Original recht einfach gehalten ist, kann ich nichts aussetzen. Das Buch eignet sich für 14- bis 16-Jährige recht gut. Für Zwölfjährige enthält es noch ein wenig zu viel Gewalt. Sex kommt jedoch überhaupt nicht vor, wohl aber romantische Liebe.
Ich fand zwei Fehler. Auf Seite 451 unten fehlt in dem Satz „Der Junge schüttelte Kopf“ offensichtlich ein Wort, zum Beispiel „den“. Auf Seite 496 zieht es die Übersetzerin vor, „auf den Balkons“ zu sagen statt das gebräuchlichere „auf den Balkonen“. Das könnte mit der Wortlänge zu tun haben. Der Platz pro Druckzeile ist eben begrenzt.
_Unterm Strich_
Der Werdegang der Heldin Sonea beschreibt den klassischen Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär, nur dass diesmal das Aschenputtel verborgene Kräfte in sich entdeckt und diese von wohlmeinenden Zauberern gefördert und gebildet werden. Die Magiergilde betreibt eine regelrechte Universität, um die Novizen zu unterrichten. Diese Novizen kommt in der Regel von den Häusern der reichen Familien, die genetisch zur Magie veranlagt sind.
Als nun das Straßenbalg Sonea auftaucht, bricht natürlich in der Gilde eine Art Klassenkampf aus, mit Sonea als Zankapfel. Dass dieser Kampf gut für sie ausgeht, ist nicht so sehr Soneas Verdienst, als vielmehr der von tüchtigen, rechtschaffenen Magiern, die es ja offenbar auch geben kann. Bis es so weit ist, verläuft der Kampf relativ spannend, aber es könnte noch eine Prise mehr Action sein. In der ersten Hälfte des Romans ist wesentlich mehr los.
Und ihren Traumprinzen wird Sonea hier wohl nicht finden, was ganz gut ist, denn sie hat ja schon einen Freund. Das Problem, das er darstellt, ist natürlich, dass er zur Gilde der Diebe gehört und somit keineswegs standesgemäß ist. In den folgenden zwei Bänden dürfte der Klassenkampf deshalb härter werden, je höher Sonea in der Hierarchie der Magier aufsteigt. Ich freue mich schon darauf.
|Originaltitel: The Magician’s Guild , 2004
543 Seiten
Aus dem Englischen von Michaela Link|
http://www.randomhouse.de/specialskids/canavan/
http://www.randomhouse.de/cbjugendbuch/
_Trudi Canavan auf |Buchwurm.info|:_
[„Priester“ 4275 (Das Zeitalter der Fünf 1)
[„Magier“ 4456 ((Das Zeitalter der Fünf 2)
[„Götter“ 4621 (Das Zeitalter der Fünf 3)
[„Die Rebellin“ 3041 (Die Gilde der Schwarzen Magier 1)
[„Die Novizin“ 2989 (Die Gilde der Schwarzen Magier 2)
[„Die Meisterin“ 3065 (Die Gilde der Schwarzen Magier 3)
Kaum von seiner letzten Expedition nach Schottland zurück, muss sich Eddie Dickens schon seinem nächsten irrwitzigen Abenteuer stellen: Erst erschlägt ein herunterfallender Schornstein des mürben Gemäuers von Schlimmes Ende beinahe Mr Dickens, dann führt das Schicksal Eddie auf Kollisionskurs mit einem Stechginsterbusch. Infolgedessen weiß Eddie nicht mehr, dass er Eddie ist, und nur die barmherzige Hilfe des warzennasigen (siehe Cover) Abtes Po vom Orden Ethelbert-des-Komischen bringt ihn wieder auf die Beine. Aber wird Eddie je sein Gedächtnis wiedererlangen und wird der bekannte Ingenieur Fandango Jones aufklären können, wer denn der Schornstein-auf-Leute-Schubser war? Philip Ardagh – Abscheuliche Angewohnheiten. Fünftes Buch der Eddie-Dickens-Trilogie weiterlesen →
Eine unbemannte Raumsonde des US-Militärs entdeckt einen außerirdischen Organismus in der oberen Atmosphäre und nimmt eine Probe. Doch bei der Rückkehr zur Erde geschieht das Unfassbare: Die Sonde stürzt in der Nähe der Stadt Piedmont in Arizona ab. Kurze Zeit später sind alle Bewohner der Kleinstadt tot. Die Regierung aktiviert das Project Wildfire und ruft die vier besten Biophysiker in einem unterirdischen Labor zusammen. Sie haben nur wenig Zeit, ein Mittel gegen den extraterrestrischen Organismus zu finden, denn der hermetisch abgeriegelte Bunker wird sich selbst zerstören, wenn die Wissenschaftler versagen … (Verlagsinfo) Michael Crichton – Andromeda. Science-Thriller weiterlesen →
Dr. Alex Cross und seine Partner von FBI und Polizei bekommen es diesmal mit einer schier endlosen Serie von Morden zu tun, die offenbar ein Kult von „Vampiren“ verübt hat. Diese Vampire verstehen sich als echte Bluttrinker: eine pervertierte Gegenkultur, die sich ihre Opfer unter der ahnungslosen Bevölkerung sucht.