Archiv der Kategorie: Fantasy / Science-Fiction

Die drei ??? Kids – Surfstrand in Gefahr (Folge 73)

Die Handlung:

Gibt es wirklich Einhhörner? Ein alter Surfer behauptet, dass er das sagenumwobene Tier einfangen konnte. Natürlich will ganz Rocky Beach das Wunderwesen sehen! Justus, Peter und Bob gehen der Sache auf den Grund… (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Moooooooment, Einhörner sind ja schön und als Stofftier knuffig … aber, die gibts doch gar nicht .. und gabs auch nie. Und, nach einem Blick aufs Cover … so eine Lanze vorm am Sufbrett montiert … das ist nur so lange lustig, bis jemand ernsthaft verletzt wird.

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Hohlbein, Wolfgang / Weick, Kathrin – Der Todesstoß (Die Chronik der Unsterblichen, Lesung von Band 3)

_Täuschend: der Werwolf mit der Tarnkappe_

Transsylvanien im 15. Jahrhundert. Als der unsterbliche Vampir Andrej Delany eine junge Zigeunerin vor dem Scheiterhaufen bewahrt, ahnt er nicht, dass diese Begegnung sein Leben verändern wird. Alessa ist eine Unsterbliche wie er selbst, doch sie leidet an einer mysteriösen Krankheit. Fassungslos muss Andrej wenig später ihren Tod beklagen, nahm er doch bislang an, Wesen seiner Art könnten nur durch eine Gewalttat steben. Gemeinsam mit Abu Dun, seinem nubischen Gefährten, macht er sich auf die Suche, um mehr über die Herkunft des Mädchens – und damit auch über seine eigene – zu erfahren. Doch was er dabei erfährt, ist nicht unbedingt das, was er zu erfahren hoffte …

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab zwölf Jahren.

_Der Autor_

Wolfgang Hohlbein, geboren 1953 in Weimar, hat sich seit Anfang der Achtzigerjahre einen wachsenden Leserkreis in Fantasy, Horror und Science-Fiction erobert und ist so zu einem der erfolgreichsten deutschen Autoren geworden (Auflage: 35 Millionen Bücher laut |Focus| 40/2006). Zuweilen schreibt er zusammen mit seiner Frau Heike an einem Buch. Er lebt mit ihr und einem Heer von Katzen in seinem Haus in Neuss.

|Die Chronik der Unsterblichen| umfasst zahlreiche Bände:

1) Am Abgrund (1999)
2) Der Vampyr (2000)
3) Der Todesstoß (2001)
4) Der Untergang (2002)
5) Die Wiederkehr (2003)
6) Die Blutgräfin (2004)
7) Der Gejagte (2004)
8) Die Verfluchten (2005)
9) Das Dämonenschiff (2007)
10) Blutkrieg (2007)
11) Göttersterben (2008)
12) Glut und Asche (2009)

[„Am Abgrund“ 4848 (inszenierte Lesung)
[„Am Abgrund“ 891 (Autorenlesung)
[„Am Abgrund“ 1566 (Graphic Novel)
[„Der Vampyr“ 5883 (inszenierte Lesung)
[„Der Gejagte“ 972
[„Die Verfluchten“ 2006

Wolfgang Hohlbein auf |Buchwurm.info| (Auswahl):

[„Anubis“ 2826
[„Horus“ 4079
[„Das Paulus-Evangelium“ 2630
[„Das Paulus-Evangelium“ 4007 (Hörbuch)
[„Kevin von Locksley“ 4593 (Hörbuch)
[„Kevins Reise“ 5082 (Hörbuch)
[„Kevins Schwur 1: Die Druiden von Stonehenge“ 5482 (Hörbuch)
[„Von Hexen und Drachen. Das große Wolfgang-Hohlbein-Buch“ 3470
[„Das Blut der Templer“ 3235
[„Fluch der Karibik 2 – Dead Man’s Chest“ 2717
[„Die Zauberin von Märchenmond“ 2053
[„Märchenmond“ 1882
[„Hagen von Tronje“ 1860 (Hörbuch)
[„Feuer“ 816
[„Dunkel“ 552 (Hörbuch)
[„Dunkel“ 69
[„Der Hexer von Salem“ 249
[„Die Spur des Hexers“ 4081 (Der Hexer von Salem 1)
[„Der Seelenfresser“ 4141 (Der Hexer von Salem 2)
[„Engel des Bösen“ 4206 (Der Hexer von Salem 3)
[„Der achtarmige Tod“ 4353 (Der Hexer von Salem 4)
[„Buch der tausend Tode“ 4597 (Der Hexer von Salem 5)
[„Das Auge des Satans“ 4606 (Der Hexer von Salem 6)
[„Der Sohn des Hexers“ 4898 (Der Hexer von Salem 7)
[„Intruder“ 144 (Hörbuch)

_Sprecher & Produktion_

Dietmar Wunder ist Theaterschauspieler und Synchronsprecher. Bekannt ist er als deutsche Stimme u. a. von Adam Sandler, Cuba Gooding jr. sowie von Daniel Craig in dem James-Bond-Film „Casino Royale“.

Regie führte Kathrin Weick, die Aufnahme leitete Tobis Barthel. Die musikalischen Motive für die Hintergrundmusik trugen Andy Matern, Dennis Kassel & Dicky Hank bei.

_Der Komponist_

Andy Matern wurde 1974 in Tirschenreuth, Bayern geboren. Nach seiner klassischen Klavier-Ausbildung arbeitete er einige Jahre als DJ in Clubs. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Keyboarder, Produzent, Remixer, Songwriter und Arrangeur tätig. Er kann trotz seiner jungen Jahre bereits mehr als 120 kommerzielle CD-Veröffentlichungen vorweisen. Darunter finden sich nationale und internationale Chart-Platzierungen mit diversen Gold- und Platin-Auszeichnungen.

Bereits Andy Materns erste Hörbuch-Rhythmen erreichten schnell Kultstatus bei den Fans und der Fachpresse. Durch seine musikalische Mitarbeit wurde „Der Cthulhu-Mythos“ zum besten Hörbuch des Jahres gewählt (Deutscher Phantastik Preis 2003). Andy Matern lebt und arbeitet in München. (Verlagsinfos)

_Vorgeschichte_

Band 1: Andrej Delany, ein Ausgestoßener, reitet ziellos durchs Land, nachdem er Frau, Mutter und Stiefvater verloren hat. Wie ein Magnet zieht ihn sein Heimatdorf Borsa an, wo sein Sohn Marius lebt. Doch dort erwartet ihn ein grauenvoller Anblick. Im Wehrturm stapeln sich die Leichen der Hälfte der Dorfbewohner, darunter auch die seines Sohnes. Der Rest wurde offenbar verschleppt. Doch von wem? Das kann ihm der junge Frederic erzählen, ein entfernter Verwandter Andreijs. Gemeinsam beschließen sie, die Verfolgung der Gefangenen aufzunehmen, um sie zu befreien. Doch sie stoßen auf einen schier übermächtigen Feind …

Band 2: Delany und Frederic verschlägt es auf das Segelschiff des Piraten und Sklavenhändlers Abu Dun. Eigentlich möchten sie dort ihre Verwandten aus dem Borsa-Tal befreien. Doch als der Inquisitor Domenicus auftaucht und den Befehl gibt, die „Hexen“ zu verbrennen, bleibt Andrej nichts anderes übrig, als sich mit Abu Dun zusammenzutun. Eine weise Entscheidung, denn kurze Zeit später treffen die Verbündeten auf eine finstere Macht, die nur ein Ziel kennt: das Geheimnis von Andrej und Frederic zu ergründen – und für ihre Zwecke zu missbrauchen: Vlad Tepes, genannt „Der Pfähler“ – und „Dracul“ …

_Handlung_

Zehn Jahre lang haben Delany und sein nubischer Freund Abu Dun nach Andrejs Freundin Maria gesucht, die außerhalb der Burg von Vlad Tepes entführt worden war. Doch sie konnten sie nicht finden. Als sie eines Tages von einem Hügel herab auf ein Dorf in Transsylvanien blicken, sehen sie, wie zwei Scheiterhaufen brennen, auf denen Menschen stehen. Als ein gellender Schrei von einer der Frauen erschallt, erkennt Andrej, dass es sich um eine von seiner Art handelt, um eine Unsterbliche. Es ist völlig klar für ihn, dass er sie retten muss.

Nachdem sie dies getan haben, erfahren sie von einem Gefangenen, dass der Priester das Mädchen und seinesgleichen für die schlechten Ernten verantwortlich gemacht hat. Und als dann auch noch ihre Wunde viel schneller heilte als normal, war klar, dass sie des Teufels sein musste. Andrej schlägt den Mann bewusstlos und bringt das Mädchen an einen See, um es zu waschen. Doch es ist traumatisiert und muss erst zur Besinnung gebracht werden.

Alessa, die ihre Familie verloren hat, sagt, sie sei erst durch ein Fieber zu einer Unsterblichen geworden. Eine heilige Frau namens Anka, die Puuri Dan des Zigeunervolkes, riet Alessa, ihr Geheimnis zu bewahren, doch der Zufall verriet sie. Zuletzt habe sie Anka in Bayern gesehen, unweit der Grenze zu Österreich. Als Andrej am nächsten Morgen entdeckt, dass Alessa gestorben ist, trauert er und reitet weiter. Abu Dun errät schnell, wohin Andrej will: nach Bayern, zur Puuri Dan. Aber das sei ja genauso, als wolle man eine Nadel im Heuhaufen suchen, wendet Abu Dun ein, doch er lässt seinen Freund nicht im Stich.

|Bayern|

Die Reise nach Bayern dauert fünf Wochen und ihr Geld geht zur Neige. Als sie ein Dorf in einem engen Tal, das in der Nähe des Gebirges liegt, erblicken, beschließen sie, hier zu übernachten. Der erste und einzige Mensch, den sie zu Gesicht bekommen, ist Pater Ludowig vor der Kirche. Er ist sehr misstrauisch. Aber ein Mann namens Birger begrüßt sie wesentlich freundlicher und lädt sie in sein Haus ein. Er warnt sie vor den Ungeheuern in den Wäldern rings um Trentklamm. Nach einem Abendessen mit den Bürgern und einem nächtlichen Zwischenfall mit Pater Ludowig macht ihnen Birger ein ungewöhnliches Angebot.

Dafür, dass er ihnen einen Abkürzung durch die Wälder zeigt, sollen sie seine Tochter aus dem Kerker der Klosterfestung befreien. Sie wurde ihm vor zwei Jahren geraubt, als die Klosterbrüder und die Soldaten des Landgrafen das Dorf überfielen. Seine Frau töteten sie damals, doch er rächte sich nicht, denn das hätte nur zu weiteren Angriffen geführt. Abu Dun erkennt, dass ihnen Birger nicht die volle Wahrheit sagt. Doch Andrej sagt Birger Hilfe zu.

Im tiefen Wald werden sie von einer bösartigen Kreatur angegriffen, die halb Mensch, halb Wolf zu sein scheint. Andrej wird schwer verletzt und musst mit seinen Vampirsinnen ausgreifen, um den Geist des Werwolfs zu bezwingen. Dabei dringt dessen hasserfüllte Seele in ihn ein. Fortan schlummert ein Blutdurst in ihm, der ihn möglicherweise bei Vollmond übermannen wird. Birger ist fassungslos angesichts der Geschwindigkleit, mit der Andrejs Wunden heilen.

Obwohl Delany geschwächt ist, überwinden sie die Wachen der Festung und dringen bis zum Verlies vor, wo sie Birgers Tochter nackt und angekettet finden. Sie fällt ihn Ohnmacht und lässt sich leicht davontragen, doch auf dem Weg nach draußen gibt es ein Problem: Ein weiterer Wächter findet leblos daliegende Wachen und schlägt Alarm. Drei Soldaten können sie überwinden und Abu Dun schlägt einen jungen Ordensbruder bewusstlos. Aber die Übermacht ist zu groß. Während der riesige Nubier ihm Rückendeckung gibt, gelingt es Andrej, mit Birgers Tochter zu entkommen.

Doch Birger erweist sich alles andere als dankbar. In seinen Augen brennt ein teuflischer Hass, sobald er seine Tochter in Händen hält. Und sein Spießgeselle zückt einen Dolch. Andrej verspürt einen höllischen Schmerz im Rücken und bricht zusammen. Als er wieder erwacht, liegt er in einem Bett in der Klosterfestung, neben dem jungen Klosterbruder. Pater Tobias hat ebenfalls ein verlockendes Angebot für ihn …

_Mein Eindruck_

Dies ist also wieder mal ein Werwolf-Roman von Wolfgang Hohlbein, dem Verwerter sämtlicher Mythen, Sagen und Legenden, von denen man im deutschen Sprachraum je gehört hat. (Täusche ich mich, oder hat er noch keinen Roman über Rübezahl geschrieben?) So mancher Leser und Hörer dürfte gespannt darauf sein, wie sich Hohlbein einen Werwolf vorstellt.

Immerhin hat er sich etwas Neues einfallen lassen: Diese Kreatur ist eine hybride Mischung aus Mensch und Wolf und von etwas undefiniertem Dritten. Folglich braucht diese Kreatur auch keine Verwandlung, die sie bei Vollmond schicksalhaft überkommt. Vielmehr sorgt ein mysteriöses Fieber dafür, dass aus dem Untoten ein Werwolf wird. Im Finale wächst einem solchermaßen Infizierten sichtbar ein Fell.

Der Werwolf ist jedoch alles andere als eine schöne Kreatur, ganz im Gegenteil: klapperdürr und unterernährt, aber zuweilen mit riesigen Kräften ausgestattet, die selbst einem Vampir wie Andrej zu schaffen machen. Auch die Gier nach dem roten Lebenssaft ist ein Merkmal des Wesens, und bei Vollmond verstärkt sich diese Gier noch einmal bis zur Besinnungslosigkeit. Alle diese Phänomene werden – zumindest im Hörbuch – in keiner Weise erklärt, was nicht gerade zu ihrer Glaubhaftigkeit beiträgt. Langatmige Spekulationen hätte ich aber als langweilig abgelehnt.

Der besondere Dreh der vorliegenden Handlung, der Andrej und Abu Dun überrascht, liegt nun darin, dass es ein Angehöriger der katholischen Kirche ist, der die Werwölfe erschafft und für seine Zwecke einsetzt, um das Land zu terrorisieren. Der perfide Trick, den sich der Autor einfallen ließ, ist die scheinbare Aufgeklärtheit dieses Mannes, der in Nürnberg medizinische Studien angestellt hat, u. a. zur Anatomie. Das war im 16. Jahrhundert keineswegs selbstverständlich. Er mit dem Protestantismus (nach 1525) wurden solche Studien kirchlicherseits erleichtert.

Der Kirchenmann ruft durch das Auftreten der Werwölfe den Auftritt der Inquisition herbei. Allein schon die Drohung mit dieser Folterinstitution macht Andrej beklommen, denn er weiß aus eigener Anschauung (aus Band eins), was ein Inquisitor anrichten kann. Das Wissen um das baldige Erscheinen des Inquisitors erhöht unterschwellig die Spannung im Leser und Hörer – und natürlich auch den Zeitdruck auf Andrej und seinen Gefährten. So ein Inquisitor wird von einer Abteilung Soldaten begleitet, welche die als Feind deklarierten Ungläubigen oder Teufelsbündler unbarmherzig niedermachen. In der Kirche von Trentklamm sind fast einhundert Bürger eingesperrt, deren Leben auf dem Spiel steht: Sind sie mit dem Teufel im Bund, verkappte Werwölfe oder doch unschuldig?

Deshalb bekommt der Showdown Andrejs mit dem Inquisitor und dem Werwolf-Mönch einen tieferen Sinn. Es ist keine Auseinandersetzung um ihrer selbst willen oder um herauszufinden, wer der Stärkste ist, sondern es geht darum, das Land vor dem Verderben und dem Untergang zu retten. Interessanterweise gibt es innerhalb der Kirche drei Fraktionen: den abtrünnigen Werwolf-Mönch, seinen weiterhin gläubigen Vater, der sich als Untoter zum Werwolf wandelt, und schließlich der Inquisitor, der eigentlich über beide zu richten hätte. Doch Martius, der Inquisitor, wird nach Strich und Faden manipuliert, bis er so verwirrt ist, dass er den eigentlichen Angriff nicht kommen sieht.

Andrej mischt sich nur insofern ein, als er auf der Seite der Bürger steht, die unschuldig sind. Seine moralische Position verändert sich jedoch nicht, weil schon die Kleriker für die ganze Auseinandersetzung sorgen, die bis zum Ende ausgespielt werden muss. Als endlich klar ist, wer der Verräter ist, kann der eigentliche Kampf beginnen, und erst dann wirft sich Andrej ins Gefecht. Der Ausgang ist alles andere als vorgezeichnet, sondern offen. Es bleibt somit spannend bis zum Schluss.

|Der Sprecher|

Bei diesem Hörbuch handelt es sich um eine inszenierte Lesung, wie sie in dieser |Wellenreiter|-Reihe von |Lübbe Audio| öfter auftaucht. Die Ergänzung durch Musik und Hintergrundgeräusche ist für ein junges Publikum einfach unterhaltsamer als eine pure Textlesung.

Dietmar Wunder verfügt über eine erstaunlich flexible Stimme, die es ihm erlaubt, verschiedene Figuren auf unterscheidbare Weise zu charakterisieren. Während Andreij das männliche „Normalmaß“ als tiefe Tonlage aufweist, spricht Abu Dun, der riesige Nubier, auch mit einer viel tieferen Stimme. Und der Nubier zieht Andrejs Entscheidungen mehr als einmal ironisch und sarkastisch in Zweifel. Er ist uns auf Anhieb sympathisch.

Ziemlich schön fand ich, dass der Sprecher auch die Situationen gekonnt gestaltet. Wenn jemand besoffen, ist, na, dann lallt und nuschelt die Figur eben. Wenn er oder sie bestürzt ist, dann ruft er oder sie, und wenn jemand in Rage gebracht worden, dann brüllt derjenige sein Gegenüber entsprechend an. Alles in allem garantiert der Sprecher damit eine ziemlich mitreißende Handlung, die keinen Zuhörer kaltlässt.

|Geräusche|

Viele Geräusche sind zu hören, aber alle nur sehr gedämpft im Hintergrund, sei es nun das Knurren und Kläffen von Hunden, Flammenprasseln, Menschengeschrei, Schwerterklirren oder dergleichen. Es finden ja zahlreiche Kämpfe statt. Dieses zurückhaltende Gestaltungsprinzip gilt für alle Geräusche, insbesondere für die Kämpfe. Man darf sich also keinen Film-Sound darunter vorstellen.

|Musik|

Die Musik tut ebenfalls wenig, um auf sich aufmerksam zu machen, sondern beeinflusst die Gefühle des Zuhörers unterschwellig. Je nachdem, ob es auf Dramatik oder Ruhe ankommt, ist der Rhythmus schnell oder langsam. Des Weiteren gibt es diverse Soundeffekte, so etwa ziemlich tiefe Bässe. Auch eine heiter-mystische Musik habe ich vernommen, die mir doch recht bekannt vorkam: Sie stammt aus dem Hörbuch „Der Wunschkrieg 1 – Dschinnland“ von Kai Meyer.

_Unterm Strich_

„Der Todesstoß“ bietet eine durchgängig actionreich und spannend aufgebaute Handlung, die in regelmäßigen Abständen eine Actionszene vorzuweisen hat, die mit dem langen Finale in der Kirche von Trentklamm ihren würdigen Abschluss findet. Das sorgt für gute Unterhaltung, doch habe ich eine Liebesszene stark vermisst. Das einzige Mädchen, das vorkommt, ist schon bald wieder im Jenseits.

Die Story an sich ist allerdings nicht gerade neu, doch gibt es ein paar Aspekte, die der Autor hinzugefügt hat, die den Leser und Hörer in die Irre führen. Die Überraschung gelingt daher umso besser und wirkungsvoller. Als Andrej erkennt, dass er zwar alle Antworten auf der Hand liegen hat, um das Puzzle zusammenzusetzen, fehlt ihm allerdings der richtige Blickwinkel, um die Einzelteile zu einem sinnvollen Bild zusammenzusetzen. Er müsste seinen Blickwinkel um 180 Grad drehen, und das ist nicht ganz einfach.

|Das Hörbuch|

Der Sprecher trägt einen großen Teil dazu bei, dass die ziemlich actionreiche Handlung wirklich Spaß macht und den Hörer mit Action, Mystery und Romantik unterhält. Die Musik und die Geräusche stören seinen Vortrag nicht, sondern unterstützen die Emotionalität der Szenen und vermitteln mit gedämpften Hintergrundgeräuschen einen realistischeren Eindruck. Das werden vor allem junge Hörer unterhaltsamer finden als einen puren Vortrag.

|Als Buch 2001 bei Egmont
259 Minuten auf 4 CDs
ISBN-13: 978-3-7857-3878-8|
http://www.luebbe-audio.de
http://www.wellenreiter.la
http://www.hohlbein.net

Robin Hobb – Die Tochter des Drachen (Das Kind de Weitseher 1)

Das Kind der Weitseher

Band 1: „Die Tochter des Drachen“
Band 2: Die Tochter des Propheten
Band 3: Die Tochter des Wolfs (Dezember 2019)

Fitz Chivalric Weitseher lebt inzwischen auf Gut Weidenhag, zusammen mit seiner geliebten Molly und seiner Stiefmutter Philia. Mollys Kinder sind bereits erwachsen, und Fitz fehlt eigentlich nur eins zu seinem Glück: ein Kind mit Molly, dem er tatsächlich ein Vater sein kann.
Doch seltsame Ereignisse werfen ihre düsteren Schatten voraus, und als Molly tatsächlich schwanger wird, ahnt keiner von ihnen, welche Herausforderung das Kind sein wird …

Robin Hobb baut diesen neuen Zyklus um Fitz‘ Tochter Biene genauso sorgfältig auf wie den um Fitz selbst. So wird der Leser zunächst einmal Zeuge, wie Biene geboren wird und aufwächst. Der größte Teil der Handlung dreht sich um Alltägliches: Die Führung des Gutes, Mollys Schwangerschaft, die Reaktion der Dienstboten auf Biene und ihr Aufwachsen zwischen Mollys Garten, dem Arbeitszimmer voller Wachs und Kräuter und dem Nähzimmer. Robin Hobb – Die Tochter des Drachen (Das Kind de Weitseher 1) weiterlesen

S.H.A. Parzzival – Krakentanz (Sternenabenteuer TITAN 27)

Lesben-Action: Drei Engel für CRC

Shalyn Shan, geboren 2077, ist die Kommandantin des modernen Forschungsschiffes TITAN. Sie hat bereits einige gefährliche Abenteuer hinter sich, und bei einem davon verlor sie ihren Gatten Jörn Callaghan, der seitdem verschollen ist. Nach einem dieser Abenteuer tritt Shalyn den verdienten Urlaub an. An dessen letztem Tag lernt sie die hübsche Monja Anjetta kennen und verliebt sich seltsamerweise Hals über Kopf in sie. Shalyns Begleiter, der extraterrestrische Ritter Sir Klakkarakk, wundert sich. Was ist in die Kommandantin gefahren? Liegt es daran, dass Shalyn eine suuranische Empathin ist?

Doch dann ruft die Pflicht: Ökoterroristen lassen weltweit genmanipulierte Monsterkäfer auf die Filialen der Kaufhauskette World Market los, ein Wetteranschlag wird auf deren Zentrale GERMANIA verübt, und schließlich greift auch noch ein Riesenkrake den Nachbau des Zeppelins HINDENBURG des Besitzers Michael Moses an.

Unterdessen besucht Shalyn mit ihrer Freundin Monja die frühere Studienkollegin Michiko in den japanischen Bergen. Dort stoßen sie in einem verborgen Frachtraumer auf ein monströses Geheimnis. Und müssen aufpassen, dass der Frachter nicht sofort von seinen wahren Besitzern gesprengt wird!
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Larry Niven / Jerry Pournelle / Steven Barnes – Der Held von Avalon (Beowulf-Zyklus 1)

Beowulfs Wiederkehr

Lichtjahre von der Erde entfernt glauben zweihundert Siedler ein Paradies gefunden zu haben. Avalon nennen sie ihre neue Welt der blühenden Blumen und fruchtbaren Felder. Doch Avalon birgt ein tödliches Geheimnis. Nur Cadmann Weyland erkennt die Gefahr. Seine Warnungen werden jedoch in den Wind geschlagen. Bis eines Tages ein Ungeheuer aus längst vergangenen Zeiten auftaucht. Und wie einst der legendäre Beowulf steht Weyland allein, denn er ist der einzige kampferprobte Mann der Kolonie… (Verlagsinfo) Der actionreiche Kolonistenroman verarbeitet die Legende von Beowulf und dem Ungeheuer Grendel auf wirkungsvolle Weise.
Larry Niven / Jerry Pournelle / Steven Barnes – Der Held von Avalon (Beowulf-Zyklus 1) weiterlesen

Andreas Eschbach – SUBmarin (Saha-Trilogie 2)

Flüchtlingsdrama: Der Kampf der Mittlerin

Die Fortsetzung von „Aquamarin“. – Noch immer kann es Saha kaum glauben: Sie ist ein Submarine, halb Mensch, halb Meermädchen. Gemeinsam mit ihrem Schwarm erkundet sie den Ozean. Als Saha auf den mysteriösen Prinzen des Graureiter-Schwarms trifft und mit ihm auf seinem Wal reitet, ist sie wie verzaubert. Sie ist entschlossen, von nun an selbst über ihr Schicksal zu bestimmen. Doch der König der Graureiter hegt finstere Pläne für die Submarines, in denen ausgerechnet Saha als Mittlerin zwischen den Welten eine wichtige Rolle spielt. Saha gerät in große Gefahr und muss eine folgenschwere Entscheidung treffen … (Verlagsinfo)

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Clara Dupont-Monod – Das Mädchen mit Flügeln

Zauberhaft zuversichtlich: Die Mutantin wird gerettet

Die kleine Eova lebt mit ihrer Mutter Theodora auf einer Insel vor der Küste Venezuelas. Eova ist ein zartes Kind, das immer schon ein wenig anders war als die anderen Mädchen ihres Alters. Doch eines Tages geschieht etwas Unglaubliches – denn an ihrem Rücken wachsen Flügel… (Verlagsinfo)

Den Einbruch des Wunders in eine kleine Gemeinschaft schildert dieser kleine Roman – voll Poesie, Humor und sprachlicher Ausdruckskraft. Ich bin beeindruckt. Gabriel Garcia Marquez, der Meister der lateinamerikanischen Literatur, könnte diese Geschichte nicht lebendiger erzählen.
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S.H.A. Parzzival – Fledermaus (Sternenabenteuer TITAN 26)

Im Auge des Orkans: blutige Action

Shalyn Shan, geboren 2077, ist die Kommandantin des modernen Forschungsschiffes TITAN. Sie hat bereits einige gefährliche Abenteuer hinter sich, und bei einem davon verlor sie ihren Gatten Jörn Callaghan, der seitdem verschollen ist. Nach einem dieser Abenteuer tritt Shalyn den verdienten Urlaub an. An dessen letztem Tag lernt sie die hübsche Monja Anjetta kennen und verliebt sich seltsamerweise Hals über Kopf in sie. Shalyns Begleiter, der extraterrestrische Ritter Sir Klakkarakk, wundert sich. Was ist in die Kommandantin gefahren? Liegt es daran, dass Shalyn eine suuranische Empathin ist?

Mit knapper Not entkommen Shalyn Shan, Wernher von Witzleben und die Anderen einem erneuten Anschlag – ein Kamikaze-Gleiter ist in das alte Gebäude gestürzt, in dem sie Roseanne aufgesucht hatten und zu Monjas Vergangenheit befragen wollten. Wie sich später herausstellt, gehörte das Raumschiff der WORLD-MARKET-Flotte an. Dieser Umstand wirft neue Fragen auf…

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Jenn Lyons – Der Untergang der Könige (Drachengesänge 1)

Drachengesänge

Band 1: „Der Untergang der Könige“
Band 2: „The Name of All Things“ (noch ohne dt. Titel)

Kihrin sitzt in einem Kerker mit einem Ungeheuer als Bewachung. Seine Aussichten sind ziemlich trübe, und eigentlich will er einfach nur seine Ruhe, aber Klaue, seiner Wächterin, ist langweilig. Ziemlich nachdrücklich überredet sie ihn dazu, ihr seine Geschichte zu erzählen. Nicht, dass sie sie nicht längst kennen würde …!

Schon der Erzählrahmen dieses Buches ist ungewöhnlich. Die Handlung verläuft in zwei Zeitschienen, die sich abwechseln. Die eine erzählt Kihrin, die andere erzählt Klaue – weil Kihrin ihrer Meinung nach seine Erzählung nicht ganz am Anfang begonnen hat. Dazu kommt noch eine Stimme aus dem Off, die beide Erzählungen immer wieder kommentiert. Jenn Lyons – Der Untergang der Könige (Drachengesänge 1) weiterlesen

Kit Pedler & Gerry Davis – Gehirnpest

Parkinson, das Dinosaurier-Syndrom?

Dr. Alexander Mawn, ein englischer Physiker und Mathematiker, beschäftigt sich mit dem Problem des sog. Mensch-Maschinen-Interface, des Zusammenarbeitens hochkomplizierter Maschinen mit den sie bedienenden Menschen, wie es bei Computer-Operateuren, Fluglotsen, Kernenergie-Technikern und ähnlichen Berufen der Fall ist. Er vertritt die Hypothese, daß diese Maschinen bereits zu hochgezüchtet sind, um von Menschen noch wirklich kontrolliert werden zu können.

Eine wachsende Zahl von Unfällen, deren Ursache auf „menschliches Versagen“ zurückzuführen ist, scheint ihm recht zu geben. Als er Anschuldigungen gegen die Industrie erhebt und sie bezichtigt, aus Gewinnsucht in unverantwortlicher Weise die Sicherheitsrisiken zu erhöhen, hat er sich unversöhnliche Feinde geschaffen, die ihn zum Schweigen bringen wollen. (Verlagsinfo)
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S.H.A. Parzzival – Himbeertod (Sternenabenteuer TITAN 25)

Zwischen Alieninvasion und Verbrecherjagd

Shalyn Shan, geboren 2077, ist die Kommandantin des modernen Forschungsschiffes TITAN. Sie hat bereits einige gefährliche Abenteuer hinter sich, und bei einem davon verlor sie ihren Gatten Jörn Callaghan, der seitdem verschollen ist. Nach einem dieser Abenteuer tritt Shalyn den verdienten Urlaub an. An dessen letztem Tag lernt sie die hübsche Monja Anjetta kennen und verliebt sich seltsamerweise Hals über Kopf in sie. Shalyns Begleiter, der extraterrestrische Ritter Sir Klakkarakk, wundert sich. Was ist in die Kommandantin gefahren? Liegt es daran, dass Shalyn eine suuranische Empathin ist?

Doch dann ruft die Pflicht: Ökoterroristen lassen weltweit genmanipulierte Monsterkäfer auf die Filialen der Kaufhauskette World Market los, ein Wetteranschlag wird auf deren Zentrale GERMANIA verübt, und schließlich greift auch noch ein Riesenkrake den Privatwohnsitz des Besitzers Michael Moses an.

Nun findet zu allem Überdruss auch noch eine Alien-Invasion statt. Die Cadschiden wollen den Erdlingen eigentlich gar nichts Böses – sie wollen bloß ihre Gefühle…
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S.H.A. Parzzival – Gefühlsjäger (Sternenabenteuer TITAN 24)

Alles in Deckung: Sexbombe an Bord!

Shalyn Shan, geboren 2077, ist die Kommandantin des modernen Forschungsschiffes TITAN. Sie hat bereits einige gefährliche Abenteuer hinter sich, und bei einem davon verlor sie ihren Gatten Jörn Callaghan, der seitdem verschollen ist. Nach einem dieser Abenteuer tritt Shalyn den verdienten Urlaub an. An dessen letztem Tag lernt sie die hübsche Monja Anjetta kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Shalyns Begleiter, der extraterrestrische Ritter Sir Klakkarakk, wundert sich. Am Ende von Band 23 schien Shalyn das Zeitliche gesegnet zu haben!

Doch die Erde dreht sich weiter. Die Ökoterroristen spielen ein weiteres Ass aus: Mit einem monströsen Killerkraken greifen sie nun auch den Privatwohnsitz von Konzernchef Michael Moses an.

Zugleich und viele hundert Lichtjahre entfernt gerät ein Prospektorenschiff der Carter Rocket Corporation (CRC) in die Gewalt einer fremden Rasse. Diese Cadschiden jagen nach verlorenen Gefühlen und haben die Spur zur Erde bereits gefunden…
S.H.A. Parzzival – Gefühlsjäger (Sternenabenteuer TITAN 24) weiterlesen

C. J. Cherryh – The Dreaming Tree (Ealdwood 1+2)

Bewegende Elben-Fantasy: Kampf gegen den Dunkelelf

Der Fantasy-Roman „The Dreaming Tree“ stellt die zusammengefasste und geänderte Ealdwood-Duologie dar. In dieser Ausgabe wurden Unstimmigkeiten beseitigt und ein neuer Schluss angefügt. Bei uns erschien der Doppelroman in folgenden Ausgaben:

– „Der Stein der Träume“ (The Dreamstone, 1983, dt. 1985)
– „Der Baum der Schwerter und Juwelen“ (The Tree of Swords and Jewels, 1983, dt. 1988)
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Robert Holdstock – Tallis im Mythenwald / Lavondyss (Ryhope Wood Zyklus 2)

Ins Vogelgeistland: die Verwandlung der Seele

Holdstock hatte mit seinem Roman „Mythenwald“ 1984 den World Fantasy Award gewonnen. Offensichtlich versuchte er mit „Lavondyss“, an diesen Erfolg anzuknüpfen, wie uns der deutsche Verlag Bastei-Lübbe durch den deutschen Buchtitel „Tallis im Mythenwald“ suggerieren will. Dies ist der zweite Band in seiner Reihe über den geheimnisvollen Ryhope-Forst.

Wenn man berücksichtigt, dass fast alle nachfolgenden Romane in einem Mythago-Wald spielen, dann erkennt man, dass „Mythenwald“ einen konzeptionellen Durchbruch für Holdstock bedeutete. Es wäre ein Wunder, wenn der Erzähler dieses Neuland nicht weiter erkundet hätte. Später folgten daher noch „The Hollowing“ (Band 3), „Gate of Horn, Gate of Ivory“ (Band 4), „The Bone Forest“ (das Prequel) – siehe auch das Werksverzeichnis unten.

Der Autor

Robert Paul Holdstock, geboren 1948, begann mit dem Schreiben schon 1968, machte sich aber erst 1976 als Schriftsteller selbständig und schrieb daraufhin eine ganze Menge Genre-Fantasy. Dabei entstanden wenig interessante Trilogien und Kollaborationen an Sword and Sorcery-Romanen, u. a. mit Angus Wells.

Erst 1983 und 1984 taucht das für die Ryhope-Sequenz wichtige Motiv des Vater-Sohn-Konflikts im Roman „Mythago Wood“ auf, für den der Autor den |World Fantasy Award| erhielt. Beide Seiten werden getrennt und müssen wieder vereinigt werden. Das Besondere an dieser emotional aufgeladenen Konstellationen ist jedoch, dass die Bewegung, die dafür nötig ist, in einer Geisterwelt stattfindet: dem Ryhope-Forst.

In Holdstocks keltischer Fantasy befindet sich in diesem Urwald, der dem kollektiven Unbewussten C. G. Jungs entspricht, erstens ein Schacht, der mit weiterem Vordringen ins Innere immer weiter zurück in der Zeit führt. Eines der wichtigsten und furchtbarsten Ungeheuer, Urscumug, stammt beispielsweise aus der Steinzeit. Und zweitens finden bei diesen seelischen Nachtreisen durch die Epochen permanent Verwandlungen, Metamorphosen statt. So verwandelt sich die Hauptfigur Tallis in „Lavondyss“ schließlich in eine Dryade, einen Baumgeist. Das ist äußerst faszinierend geschildert.

Am Ende der Nachtreisen warten harte Kämpfe, die auch in psychologischer Hinsicht alles abverlangen, was die Kontrahenten aufbieten können. Und es ist niemals gewährleistet, dass die Hauptfiguren sicher und heil nach Hause zurückkehren können. Denn im keltischen Zwielicht, das noch nicht durch das christliche Heilsversprechen erleuchtet ist, scheint am Ende des Weges keine spirituelle Sonne, sondern dort wartet nur ewige Nacht. Es ist also die Aufgabe des Autors darzulegen, wie dieses schreckliche Ende vermieden werden kann.

Der MYTHAGO-Zyklus bis dato:

1. Mythago Wood (1984; [Mythenwald, 4139 World Fantasy Award!)
2. Lavondyss (1988; Tallis im Mythenwald)
3. [The Bone Forest 4088 (1991; Sammlung)
4. [The Hollowing 4161 (1993)
5. Merlin’s Wood (1994, Sammlung inkl. Roman)
6. Ancient Echoes (1996)
7. [Gate of Ivory 1422 (2000)
8. Avilion (2008)

Der MERLIN CODEX-Zyklus:

1. Celtika (2001)
2. The Iron Grail (2002)
3. The Broken Kings (2007)

Handlung

Als Tallis Keeton vier Jahre alt war, weckte sie ihr Stiefbruder Harry und küsste sie. „Ich muss gehen“, sagte er, „doch irgendwann werden wir uns wiedersehen.“ Dann verschwand er. Er ging in den Ryhope-Forst, einen beinahe undurchdringlichen Wald, den Forscher wie George Huxley Mythago Wood nannten. Hier nehmen die alten Archetypen und Legenden aller Zeiten (bis zu 10.000 Jahre v. Chr.!) Gestalt an und führen dort ein für Menschen fremdartiges Leben.

Nach Harrys Fortgang und vermutlichem Tod 1948 sind die Keetons eine zerrissene Familie. Diese Zerrissenheit wird von jedem ihrer Mitglieder anders bewältigt. Tallis geht ihren ganz eigenen, sehr gewagten Weg, wie schon ihr Bruder Harry und ihr Großvater Owen. Owen hat ihr ein kommentiertes Märchenbuch geschenkt und ihr einen langen Brief hinterlassen. Außerdem ist er für ihren Namen verantwortlich: Tallis sei die weibliche Form von Taliessin, und der war neben Merlin bekanntlich der größte Magier Englands. Er kommt im Legendenkreis des walisischen „Mabinogion“ vor. Tallis‘ Weg als Zauberin ist vorgezeichnet.

Als sie fünf ist, bemerkt sie die ersten Geistwesen aus dem Augenwinkel, doch wie ihr Owen geraten hat, fürchtet sie sich nicht vor ihnen. Es sind nur Mythagos, und sie geben ihr Geschichten, Wissen und Visionen. Schon bald fallen ihr die geheimen Namen fast aller Orte ein, beispielsweise Morndun-Hügel statt Barrow Hill. Nach einem Besuch im verfallenden Haus von George Huxley (er starb 1946, seine Söhne verschwanden 1947 und 1948) versucht sie, das Gesicht auf dem Totempfahl vor dem Haus nachzuschnitzen. Aber es kommt nur eine bemalte Rindenmaske heraus. Sie nennt sie The Hollower, denn damit könne man alle Hollowings (Hohlwege) zwischen unserer und den anderen Welten sehen. The Hollower ist eines der Geistwesen, die sie aus dem Augenwinkel zu sehen pflegt.

Im Laufe der Jahre schnitzt und bemalt Tallis zehn Masken und gibt ihnen ihre wahren Namen:

1) The Hollower – Der Hohlweger: erleichtert Visionen durch Hollowings, Abkürzungen zu anderen Orten und Zeiten; Tallis hat mehrere Hollowings entdeckt.
2) Gaberlungi: eine ganz weiße Maske: Erinnerung an das Land
3) Sinisalo: Das Kind im Lande sehen
4) Morndun: die erste Reise eines Geistes in ein unbekanntes Land
5) The Silvering – Der Silberling: Der Zug eines Salms in den Flüssen eines unbekannten Lands
6) Falkenna – Das Falkengesicht: Der Flug eines Vogels in ein unbekanntes Land
7) Moondream – Mondtraum: …um die Frau im Land zu sehen
8) Skogen: Schatten des Waldes
9) Cunhaval: Das Rennen eines Jagdhundes durch die Wege eines unbekannten Landes
10) Lament – Wehklage

Die 13-jährigen Tallis ist zu einem phantasievollen Mädchen herangewachsen und hört immer häufiger Stimmen und Gesänge aus dem Ryhope-Wald – den sie den „Alten Verbotenen Ort“ nennt, kurz AVO bzw. OFP (Old Forbidden Place). In einer wunderbar fröhlich-ironischen Szene berichtet sie einem befreundeten Komponisten, dem 84-jährigen Mr. Williams, davon und erzählt ihm die Geschichte von den drei Brüdern Arthur, Mordred und Scathach: „Das Tal der Träume“. Das Lied, das sie danach hört, identifiziert der alte Musiker als das Volkslied „Der reiche Mann und Lazarus“.

Als sie Mr. Williams kennenlernt, hat sie bereits eine einschneidende Erfahrung hinter sich, in der sie das Vogelgeistland begründet hat. Als sie in der alten Eiche Stark-gegen-den-Sturm ein Hollowing entdeckt, erblickt sie einen schönen jungen Krieger, in den sie sich sofort verliebt. Allerdings liegt er schwer verletzt auf einem großen Schlachtfeld. Sie nennt ihren Namen, Tallis, und er nennt sich Scathach. Auf keinen Fall will sie ihn sterben lassen, wirft ihm durch das Hollowing hindurch Verbandszeug hinunter.

Da sieht sie zu ihrem Schrecken, wie mehrere Gefahren ihren Geliebten bedrohen: ein dunkler Sturm, eine Schar Aasvögel und zu guter Letzt vier schwarz gekleidete alte Frauen, die die Gefallenen ausplündern und zerstückeln. Das darf ihrem Scathach nicht passieren! Und so versucht sie die drei Gefahren abzuwehren. Mit diversen magischen Objekten wehrt sie die Aasvögel ab und schafft so Vogelgeistland. Fortan meiden alle Vögel diese Eiche, die in zwei Dimensionen steht. Die vier Leichenfledderer kann sie nur aufhalten, doch nicht vertreiben. Ein Schamane und eine fünfte Frau kommen und tricksen Tallis aus: Sie bewegen die Zeit. Als Tallis das nächste Mal zum Hollowing zurückkehrt, liegt Scathach bereits auf dem Scheiterhaufen und brennt. Eine junge Kriegerin erweist ihm die letzte Ehre. Tallis sieht ein, dass sie alles missverstanden hat. Die Leichenfledderer haben nur Scathach gesucht, um ihn zu bestatten.

Fortan beschließt Tallis, bedachtsamer zu sein. Und sie gibt Scathach (ähnlich wie ihrem Bruder Harry) ein Versprechen, das sie in einem Lied zusammenfasst:

„Ein Feuer brennt im Vogelgeistland,
Im Vogelgeistland liegt mein junger Liebster.
Ein Sturm tobt im Vogelgeistland,
Ich werde die schwarzen Aasvögel verjagen,
Ich werde über meinen Liebsten wachen,
Ich werde bei ihm sein im Vogelgeistland.
Ein Feuer brennt im Vogelgeistland,
Mein Körper glüht.
Ich muss dorthin reisen.“

(S. 116 der Übersetzung)

Mr. Williams – es handelt sich um den Komponisten Ralph Vaughan Williams (1874-1958) – hat ihr als Lohn für dieses schöne, eigenartige Lied den wahren Namen des letzten Stücks Land verraten, das sie vom Betreten Ryhope Woods abgehalten hat: Find-mich-wieder-Feld. Nun kann sie erneut Oak Lodge, das vom Wald zurückeroberte Haus von George Huxley, besuchen. Es gelingt ihr, sich vor bronzezeitlichen Eindringlingen zu verstecken und Huxleys geheimes Tagebuch zu stibitzen. Ihr Großvater Owen hat ihr davon erzählt, denn er kannte Huxley. Dieses Buch liest sie nun – ein echter Augenöffner. Sie erfährt von Mythagos, Geistzonen und Edward Wynne-Jones, Huxleys verschollenem Freund und Kollegen.

Abschied

Eines Abends, als ihre Eltern Freunde besuchen, begibt sich Tallis mit ihrem Schulkameraden Simon auf einen Hügel. Dort begegnet ihr eine der drei Mythagofrauen, die sie unterwiesen haben: Weiße Maske. Diese nennt Tallis „Oolerinnen“, eine Frau, die Hollowings formen kann. Simon macht sich vor Angst aus dem Staub. Hier erweist sich, dass ihre beschwörenden Kräfte enorm gewachsen sind. Aus der Erde erheben sich riesige stehende Steine. Vor Angst verduftet nun auch Tallis, doch auch in ihrem Zimmer ist sie vor den Reitern, die sie aus dem Wald hat kommen sehen, nicht sicher.

In ihrem Zimmer besucht sie der junge Scathach aus ihrer Vision. Sie hat ihn jagen und auf dem Schlachtfeld liegen gesehen – ist er ihr Mythago oder ein eigenständiges Wesen? Von beidem etwas, denn sein Vater ist Wynne-Jones, ein mächtiger Schamane tief im Herzen des Waldes, erzählt er. Scathach drängt sie, mit ihm in den Wald zu kommen. Sie soll einen furchtbaren Fehler korrigieren, den sie mit der Schaffung von Vogelgeistland begangen hat. Von dort kommen böse Wesen in den Rest des Waldes, ganz besonders nach Lavondyss. Und was könnte dort deshalb auch Harry zugestoßen sein? Sie muss ihre eigene Schöpfung, die sie aus Liebe bewirkt hat, wieder rückgängig machen. Doch um welchen Preis?

Nun gelingt Tallis der Durchbruch in Gebiete jenseits der Waldgrenzen. Als sie den Grenzbach überschreitet, verliert sie allerdings ihre Maske Moondream, und das ist alles, was ihrem Vater von ihr bleiben wird. Auch wenn sie ihm verspricht, in einer Woche zurückzukehren. (In „The Hollowing“ kehrt James Keeton von seiner vergeblichen Suche wieder zurück und läuft Richard Bradley direkt vors Auto. Die Maske wird noch viel Unheil anrichten.) Tallis aber macht sich auf den Weg, um im Mythenwald ihren verschollenen Bruder zu suchen.

Mein Eindruck

Tallis folgt einer Vision. Diese hatte sie in dem Märchen vom Tal der Träume beschrieben. Darin kommen sie selbst, Scathach und Harry vor, doch sie muss herausfinden, wie alles zusammenhängt. Ryhope Wood ist eine Landschaft der Seele, und die Reise führt in Tallis‘ tiefstes Unterbewusstsein, dorthin, wo älteste Erinnerungen der Menschheit schlummern. Diese Erinnerungen sind dazu geeignet, den heutigen, unvorbereiteten Zeitgenossen gehörig in Schrecken zu versetzen. Es kommen mehrere Morde vor …

Eine kleine Ahnung davon, was auf Tallis zukommt, hat uns ihre Vision vom auf dem Schlachtfeld von Mount Badon sterbenden Scathach vermittelt. Überall Leichen und ihre Überreste. Hier verliert sie Scathach erneut, aber da sie dieses Ereignis vorausgeahnt hat, ist sie nicht allzu sehr erschüttert, wenn auch ihre Trauer um den Geliebten groß ist. Was sie jedoch überrascht, ist das wütende Auftreten von Scathachs Halbschwester Morthen, die von Wynne-Jones zur Schamanin ausgebildet wurde. Morthen liebt ihren Bruder und verletzt die Rivalin Tallis derart, dass Tallis eine Zeitlang genesen muss.

Verwandlungen

Ihre Weiterreise führt sie in die Festung im Alten Verbotenen Ort, die sie aus ihrem Märchen vom Tal der Träume kennt, und lässt sie auf ein Zeichen von Harry stoßen, seinen Revolver. Doch um weiterzukommen, ist es erforderlich, dass sie sich verwandelt: zunächst in einen Baum, dann in eine Maske, schließlich in ein Stechpalmenwesen (einen Daurog), das ein Naturgeist ist, dann wieder in einen Menschen. Diese Verwandlung kann nur in Lavondyss vonstatten gehen, an einem Ort also, wo Menschenseelen jenseits der Zeit überdauern können. Der Sinn und Zweck ihrer Verwandlungen ist die Befreiung von Harrys Geist, der durch Tallis‘ Eingreifen im Vogelgeistland gefangen war. Damit ist ihre große Aufgabe eigentlich erfüllt.

Taliesin

Dieser Zyklus der Verwandlungen erinnert mich an Tallis‘ berühmten Namensvetter, den Zauberer Taliesin, der sich in viele Lebewesen verwandeln konnte, wie uns die Quellen berichten, so etwa das „Mabinogion“ und das Buch „Die weiße Göttin“ von Robert Ranke-Graves. Was daraus zu lernen ist? Dass die Seele (spirit) dazu in der Lage ist, ihr eigenes Unbewusstes zu erforschen und dort auf uralte Wahrheiten zu stoßen. Wenn von Geistern die Rede ist, dann nie im Sinne von „ghost“, sondern immer im Sinne von „spirit“.

Der unvorbereitete Leser mag denken, dass all diese Verwandlungen ziemlich seltsam sind, aber das ist nur der Fall, wenn man vergisst, dass ganz Ryhope Wood und besonders Lavondyss Landschaften der Seele sind. Hier kann die Seele andere Gestalten als „Bekleidungsformen“ annehmen und auf diese Weise auf ihre Umgebung einwirken. So verändert beispielsweise Tallis‘ Auftauchen den Wald um sie herum, und sie selbst wird stets in allen möglichen Formen von den zur Erkenntnis fähigen Wesen erkannt.

Darstellung und Vermittlung

In Lavondyss herrschen andere Gesetzmäßigkeiten, aber sie gehorchen nicht dem Zufall, sondern haben stets einen Sinn und einen Zweck, den uns der Autor zu vermitteln versteht. Die Art und Weise dieser Vermittlung gelingt ihm in der ersten Romanhälfte – ich habe sie oben skizziert – ausgezeichnet. Auch das zweite Drittel, aus der Perspektive von Wynne-Jones erzählt, stellt kein Problem dar. Doch alles, was im Lavondyss-Zyklus der Verwandlungen geschieht, stößt an die Grenzen des Erzählbaren. Man merkt es an den kurzen, stakkatohaften Sätzen, zu denen der Autor Zuflucht nehmen muss. Noch schwieriger wird es selbst für den Autor, all die Zeitschleifen unter Kontrolle zu bringen und zu erklären, die sich gegen Schluss ereignen. Da war ich häufig nicht sicher, mit welchen Geistern ich bzw. Tallis es gerade zu tun hat: Ist dies nun Scathach oder Harry oder sonstwer?

Eine runde Sache?

Tallis durchläuft offensichtlich mehrere Zyklen, als sie zu Wynne-Jones‘ Volk zurückkehrt, wo Scathach und Morthen zuerst auftraten. Natürlich muss sie auch den befreiten und zurückgekehrten Harry, ihren Bruder, wiedertreffen. So wird aus ihren Abenteuern in Lavondyss in zeitlicher Hinsicht „eine runde Sache“. Aber dies alles grenzt an das Wundersame, und wenn der Leser nicht schon vorher ziemlich misstrauisch war, so wird er es spätestens jetzt, wenn sich alles so wunderbar fügt.

Schön ist hingegen wieder die Coda, in der sich ein kleiner Junge namens Kyrdu fragt, auf welche Weise man wohl aus dem Wald hinaus in jene westliche Welt gelangen könnte, von der Großmutter Tallis, das Orakel, so oft erzählt hatte.

Die Übersetzung

Die deutsche Übersetzung durch Barbara Heidkamp ist zum Abgewöhnen und dazu angetan, nie wieder eine Übersetzung lesen zu wollen. Nicht nur, dass ich noch nie zuvor und nie danach derart viele Druckfehler vorgefunden habe, nein, auch der Text wurde gegenüber dem Original entscheidend gekürzt!

Ich war regelrecht geschockt, als ich auf folgenden Seiten auf Lücken stieß: 105 (Tallis‘ Gedicht), 112, 383, 386, 389 und 390. Offensichtlich sollte der Umfang des Buches so getrimmt werden, dass 400 Seiten nicht überschritten würden. Das ist der Übersetzerin vollauf „gelungen“, doch der deutsche Leser schaut in die Röhre. Er bekommt kein Produkt, das dem Original entspräche. Bis heute liegt keine verbesserte oder vollständige Ausgabe vor.

Was mich dann vollends von der Unfähigkeit der Übersetzerin überzeugte, war ihre Verwendung des Verbs „stieben“, was so viel wie „dahinfegen“ bedeutet. Die Vergangenheitsform (Präteritum) des Verbs lautet nicht „stieb“, wie auf den Seiten 331 und 364 nachzulesen ist, sondern „stob“. Viele Male wird statt „sie“ auch „sich“ geschrieben. Und „holly“ übersetzt sie uneinheitlich mal (korrekt) mit „Stechpalme“, mal mit „Eibisch“, was nur Spezialisten kennen.

Angesichts all dieser Unzulänglichkeiten rate ich daher dringend zur Lektüre des Originals „Lavondyss“. Einige der Originalausgaben sind mit faszinierenden Abbildungen der eingesetzten Masken, die ich oben aufgelistet habe, illustriert.

Unterm Strich

Unter allen fünf Ryhope-Wood-Romanen ist „Lavondyss“ sicherlich für den Uneingeweihten am schwersten zu lesen. Deshalb rate ich dazu, erst Band 1 und Band 3 zu lesen, bevor man sich an „Lavondyss“ wagt. Wer mit C. G. Jungs Theorie der Archetypen im kollektiven Unbewussten und der Sprache der Symbole nicht vertraut ist, wird das Buch sowieso als unverständlich in die Ecke feuern. Die Persönlichkeitsentwicklung von Tallis entspricht nicht dem gewohnten Muster des westeuropäischen „Bildungsromans“, in dem sich der Held bzw. die Heldin mit der Gesellschaft arrangiert oder nicht.

Metamorph

Denn was hier an Gesellschaft vorhanden ist, sind jungsteinzeitliche Jäger, Sammler und Schamanen mit nicht besonders appetitlichen Angewohnheiten, sowie seltsame Zwitterwesen, die sowohl Stechpalme und Winterwolf als auch Vogel sein können. Diese Daurogs sind die Vorläufer des Waldgeistes namens The Green Man, den man heute nur noch aus dem Märchen „Jack and the Beanstalk“ bzw. „Hans der Riesentöter und die Bohnenranke“ kennt. Eine solche sekundäre Welt ist der Leser von traditioneller Fantasykost nicht gewöhnt. Der englische Literaturkritiker John Clute erfand deshalb für Holdstocks Schreibweise die Bezeichnung „metamorphic fiction“, also „Dichtung der Verwandlungen“.

Wanderlust

Ich hingegen liebte den Roman, als ich ihn im Original las, und wollte mir gleich als Erstes eine Maske schnitzen. Wie wäre es, wenn man durch eine solche Maske seinen Geist auf Reisen schicken und Dinge erblicken könnte, die man mit normalen Augen nie erblicken würde? Da könnte Supermans Röntgenblick glatt einpacken.

Die deutsche Ausgabe

Von der Lektüre der deutschen Fassung, die sich Übersetzung schimpft, ist hingegen dringend abzuraten. Nicht nur ist die Sprache malträtiert worden, sondern zudem wurde der Text im Vergleich zum Original um mehrere Seiten gekürzt.

Originaltitel: Lavondyss, 1988
399 Seiten
Aus dem Englischen übertragen von Barbara Heidkamp

https://www.luebbe.de

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Hearn, Lian – Der Ruf des Reihers (Der Clan der Otori, Band 4)

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Japan Ende des 15. Jahrhunderts: Seit 16 Jahren herrschen Takeo und Kaede Otori gemeinsam über die Drei Länders des Westens Japans. Ihre Liebe und Harmonie, aber auch die perfekte Balance zwischen männlicher und weiblicher Kraft haben ihrem Land dauerhaften Frieden und großen Reichtum beschert.

Das bleibt auch dem Kaiser im fernen Miyako und seinem obersten General, Saga Hideki, nicht verborgen. Der General fordert Takeo zu einem Wettkampf in Miyako heraus. Wenn Takeo verliert, muss er nicht nur abdanken und das Land verlassen, sondern auch in eine Heirat seiner Thronerbin Shigeko mit Saga einwilligen. Mit seinen treuesten Gefolgsleuten reist Takeo in die Hauptstadt. Und schon bald überschlagen sich die Ereignisse, denn ein schwerer Verrat durch Kaedes Schwester und ihren Mann Zenko droht alles zu zerstören, was Takeo und Kaede in langen Kämpfen aufgebaut haben. (abgewandelte Verlagsinfo)
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C. J. Cherryh – Finity’s End. Ein Alliance-Union-Roman

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Fletcher wuchs bei liebevollen hisa-Zieheltern, den mystischen Ureinwohnern von Downbelow, auf. Als das Schiff seiner Familie, die Finity’s End, von einer Fernfahrt zurückkehrt, muss Fletcher gegen seinen Willen an Bord gehen. Doch schon bald stellt er fest, dass er sich dem Ruf der Sterne nicht entziehen kann … (Verlagsinfo)

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