Die Neunte Expansion bei Wurdack – wahrscheinlich könnte man einen eigenen Artikel über das Entstehen dieser neuen Reihe schreiben. Kurz gesagt, begann alles mit einer Frage des Verlegers Ernst Wurdack im Forum von scifinet.org nach den Eigenschaften, die eine Science-Fiction-Romanreihe draufhaben sollte. Es entbrannte eine wilde Diskussion, in deren Verlauf sich eine Reihe von Autoren fand, die sich an ein solches Projekt, nämlich die Entwicklung und Realisierung einer eigenen Romanreihe, wagen wollte. Ernst Wurdack als Verleger lud sie damit in seinen Verlag ein, und das Ergebnis ist eben diese „Neunte Expansion“: eine Shared-Universe-Reihe, deren einzelne Romane eigenständig lesbar sind, während sich im Hintergrund ein Bild entwickelt, dem sich die Autoren mal mehr, mal weniger widmen.
Dun-Cadal Daermon war einst ein erfolgreicher General und mächtiger Mann. Jetzt allerdings ist er nur noch ein abgehalfterter Säufer, der versucht zu vergessen. Deshalb hat er im Grunde überhaupt keine Lust, mit der jungen Viola zu reden, doch sie ist jung und hübsch und vor allem duftet sie nach Lavendel. Und sie ist hartnäckig …
Dun ist nicht unbedingt ein sympathischer Kerl. Er ist grob, stur, arrogant und hat eine Neigung zum Rassismus. So begabt er in militärischer Hinsicht ist, so ausgeprägt sind seine Scheuklappen in politischer Hinsicht. Er ist zu schlicht und direkt fürs Parkett. Aber er ist ehrlich und treu, sowohl seinem Kaiser als auch seinem Eid.Antoine Rouaud – Der Pfad des Zorns (Das Buch und das Schwert 1) weiterlesen →
Dies ist der sechste Band der furiosen Fantasyreihe rund um den berühmtesten Alchemisten aller Zeiten. – Nicholas Flamel liegt im Sterben. Zu lange schon fehlt ihm das Unsterblichkeitselixier. Perenelle, die mächtige Zauberin, ist jedoch keinesfalls bereit, auch nur einen Tag ohne ihren geliebten Mann zu leben. Doch um Flamel einen Tag ihres eigenen Lebens schenken zu können, braucht sie Sophies Aura.
Nach schweren Zerwürfnissen sind Josh und Sophie wieder vereint. Während Nicholas und Perenelle versuchen, die moderne Welt vor den Monstern zu bewahren, die auf Alcatraz freigesetzt werden, reisen die Zwillinge 10.000 Jahre in die Vergangenheit. Hier, auf der legendären Insel Danu Talis (Atlantis), soll sich das Schicksal aller Zeiten entscheiden. (Abgewandelte Verlagsinfo)
„Die Menschen nennen ihn H, weil sie seinen Namen nicht auszusprechen wagen. H, der mit allen Krankheiten der Galaxis Geschlagene. Wenn er sein Blut spendet, hilft er den Leidenden, rettet die Todkranken; doch wo er seinen Fuß hinsetzt, erlischt das Leben, wo er wandert, geht ein Pesthauch übers Land, dem Tausende zum Opfer fallen. Die Menschen verehren ihn wie einen Gott, denn oft ist er ihre letzte Hoffnung, und sie schlagen und bespucken ihn, wenn er Leid bringt und Tod sät.“ (aus der Verlagsinfo)
Sam Burke hat mit seiner FBI-Vergangenheit abgeschlossen, von jetzt an zählen für ihn nur noch seine Psychologie-Professur und seine Beziehung mit Klara. Doch ein anonymer Brief macht ihm einen Strich durch die Rechnung – er ist von einem Mörder, der Sam direkt auffordert, ihn zu suchen … Zur gleichen Zeit versucht Pia Lindt, Adrians Stiftung vor dem finanziellen Ruin zu bewahren. Doch ihr Zweck, das Aufdecken bisher unbekannter Mordserien, ist für Spender anscheinend wenig attraktiv. Bis ein unbekannter Wohltäter anbietet, eine enorme Summe aufzubringen – unter einer Bedingung: Keine Untersuchung von Fällen im Zusammenhang mit Hyannis Port in den Jahren 1962 bis 1984. Für was soll Pia sich entscheiden – das dem Wohl der Stiftung oder ihrem unerschütterlichen Instinkt, sich immer in die richtig komplizierten Fälle zu stürzen?
(Verlagsinfo)
Eigentlich ging es Commander Mark Brandis nichts an. Das ganze Trara um den Saturnmond Titan war für ihn persönlich bislang ziemlich uninteressant. Klar, die Aktivisten der „Weltwacht“ haben ja irgendwie recht, dass man der Natur nicht ungestraft ins Handwerk pfuschen soll, doch immerhin drei unabhängige Studien führender Astrophysiker haben dem ausführenden Mega-Konzern grünes Licht gegeben den Titan in eine künstliche Mini-Sonne zu verwandeln. Die vom erhöhten Rohstoffhunger der Menschheit getriebene Expansion in Richtung Rand des Sonnensystems macht das Projekt „Astronautensonne“ in dessen Augen lukrativ. Damit lassen sich diese astralen Territorien leichter besiedeln und terraformen. Die Umweltschutzorganisation läuft Sturm und spätestens, als die ‚Henri Dunant‘ ein marodes von Grünschnäbeln geführtes Weltwacht-Schiff aus Raumnot rettet und die streitbare Anführerin nach Las Lunas ins Hospital verbringt, steckt Brandis bzw. die UGzRR mitten drin. Doch selbst als sein Freund und Starreporter Martin Seebeck auf mysteriöse Art verschwindet, wird er noch nicht stutzig. Sein böses Erwachen kommt spät, aber es kommt: Es wird im ganz großen Stil manipuliert, dass sich die Ringe des Saturn biegen. Mark Brandis – Astronautensonne (Weltraumpartisanen Band 24) weiterlesen →
Durch einen Eingriff in Gehirn ist es möglich geworden, Erinnerungen früherer Inkarnationen eines Menschen zugänglich zu machen. Nur – sie lassen sich weder steuern noch kontrollieren. Für jeden, der nach der Operation erwacht, beginnt eine gespenstische und abenteuerliche Reise in die Vergangenheit. (Verlagsinfo) In „Schädelrose“ erforscht die US-Autorin Nancy Kress die Konsequenzen einer AIDS-ähnlichen Krankheit, die verhindert, dass neue Erinnerungen gebildet und alte abgerufen werden können. Ein neuartiges Experiment soll Abhilfe schaffen, allerdings um einen hohen Preis.
Wer Lena Klassens Trilogieauftakt „Magyria – Das Herz des Schattens“ mochte, der wird auch die Fortsetzung lieben. Denn in „Magyria – Die Seele des Schattens“ führt Klassen ihre Geschichte meisterhaft fort – nicht nur baut sie atemberaubende Spannung auf, auch hat sie sich für die Fortsetzung ein paar überraschende Twists ausgedacht.
Die Handlung setzt ziemlich genau da ein, wo der erste Band endete. Allerdings ist es Klassen ein wohl zu banales Ziel, die Handlung schlicht voranzutreiben und den Kampf um das fantastische Land Magyria und dessen Hauptstadt Akink einfach geradlinig fortzuführen. Stattdessen dekonstruiert sie mit Vergnügen die Fronten, die sie noch im ersten Band aufgebaut hatte: Dort waren König Farank und seine Frau Elira die Guten: die Kämpfer für das Licht, die verzweifelt versuchten zu verhindern, dass ihre Stadt von der Dunkelheit überrannt wird. Diese Dunkelheit wurde repräsentiert von Kunun, ihrem ältesten Sohn und dem Anführer der Schatten. Immer und immer wieder griff er Akink an, versuchte die Stadt einzunehmen und für sich und die Schatten zu gewinnen. Dabei heiligt der Zweck die Mittel. Ob er nun Réka in Gefahr bringt oder seinen Bruder Mattim – schlussendlich würden sich ihre Opfer gelohnt haben, wenn nur Kunun wieder nach Akink könnte. Dabei blieb seine Motivation zunächst im Dunkel, und so musste man als Leser annehmen, dass er schlicht aus Bösartigkeit handelte. Dem ist aber mitnichten so, wie Klassen uns nun vorführt.
Gwen ist die Flucht gelungen, Logan dagegen wurde angeschossen und befindet sich jetzt in Gefangenschaft. Natürlich ist Gwen fest entschlossen, Logan wiederzufinden, und hat sich deshalb einem Stoßtrupp der Brigantinnen angeschlossen. Denn Edana, die nun Hohepriesterin ist, hat ihren Willen endlich durchgesetzt, gegen die Männer in den Krieg zu ziehen. Doch die Frauen werden in der Stadt bereits erwartet …!
Das klingt zunächst einmal so, als wäre der Titel „Magda und Ben“ etwas daneben gegriffen. Ist es aber nicht. Tatsächlich beginnt der dritte Band mit einem Rückblick, der sich ausschließlich mit Magda und Ben beschäftigt. Aus ihrer Geschichte erfährt der Leser, wie es zu dem Zusammenbruch der Zivilisation kam, und wie sich der Zusammenbruch selbst abgespielt hat. Thomas Thiemeyer – Magda und Ben (Das verbotene Eden 3) weiterlesen →
Was mit einem mäßigen Titel und einer spröden Klappentextbeschreibung daherkommt, ist in Wahrheit ein Furiosum: Der neue Roman von Andreas Brandhorst hat einiges zu bieten und beweist wieder einmal mit Trommeln und Trompeten, dass hier ein deutscher Schriftsteller am Werke ist, hinter dem sich die Kollegen aus Übersee verstecken können. Der Verlag hingegen schafft es, wie schon seit eh und je, dieses Buch in Mittelmäßigkeit anzupreisen, obwohl man ihm zugutehalten muss, dass sich bei dem verschlungenen Drama um den Protagonisten kaum ein Klappentext ohne Vorwegnahme wesentlicher Details schreiben ließe.
Dabei beginnt alles recht harmlos und unspektakulär mit dem Mord am Regenten des Enduriums, wie das vorherrschende menschliche Sternenreich genannt wird. Dieser Vorfall, der als Aufhänger der Geschichte dient, gibt Brandhorst gleichzeitig die Gelegenheit zur Einführung einiger der fremdartigen Begriffe und Daseinsformen, die das Vokabular und den zu verstehenden Hintergrund bilden. Schwarm, Mesh, Morti, Vivi, Splittermenschen, Ayunn, Changer, … die Liste ist lang, doch Brandhorst schafft es in völliger Selbstverständlichkeit, sie durch die Handlung und die Geschehnisse zu erläutern, ohne in ausschweifende Einschübe zu verfallen. So entwickelt sich von der ersten Seite an eine spannende Reise durch die fremdartige Zukunft, und ohne dass es zu actiongeladenen Einstiegsszenen kommt, hält Brandhorst den Leser bei der Stange, fast allein durch die ausgestreuten Informationshäppchen, mit denen der Protagonist Xavis Xavius natürlich und ebenso selbstverständlich hantiert und die der Leser im Laufe der Handlung gleichfalls zu seinem Vokabular hinzufügt. Andreas Brandhorst – Der letzte Regent weiterlesen →
Wexford ist der Sohn eines Schweinebauern und ziemlich ungebildet. Aber zeichnen kann er gut. Als eine Expedition aus Skye durch sein Dorf zieht, und deren Anführer eine von Wexfords Zeichnungen zu Gesicht bekommt, engagiert er ihn vom Fleck weg. Denn die Aufgabe der Expedition ist es, einen Teil der Berge im Norden zu kartographieren. Allerdings zeigt sich schon bei Wexfords erster Zeichenübung als Kartograph, dass seine Gabe sich nicht allein auf wirklichkeitsgetreue Darstellung beschränkt …
Ein wenig merkt man Royce Buckingham schon an, dass seine bisherigen Bücher aus der humorigen Fantasy-Ecke kamen. Obwohl dieser neue Roman eindeutig nicht ins selbe Regal gehört, lässt sich ein gewisses Augenzwinkern an einigen Stellen nicht verleugnen.
Das fängt schon bei Wexford an. Obwohl er nicht wirklich dumm ist, hat er eine Vorliebe für Fettnäpfchen und stellt sich vor allem im Umgang mit der Grafentochter Brynn manchmal ziemlich tollpatschig an. Das ist seiner entwaffnenden Offenheit zu verdanken, denn Wex – wie er kurz genannt wird – sagt einfach, was er denkt. Da er in seinem Denken und seinen Überzeugungen eher schlicht ist, entsprechen seine Vorstellungen von richtig und falsch nicht unbedingt den Maßstäben seiner Mitreisenden.
Pinchot zum Beispiel ist ein verurteilter Dieb mit einer ausgesprochen flinken Zunge, die nie um eine Ausrede verlegen ist. Soll heißen: Wenn es ihm dient, lügt er wie gedruckt und ohne schlechtes Gewissen! Aber er ist auch leutselig und ein guter Informationsbeschaffer sowie ein flinker Kämpfer. Royce Buckingham – „Die Karte der Welt“ (Mapper) weiterlesen →
Arrant ist auf dem Weg nach Kardiastan. Seine Mutter hofft, dass er dort eher lernen kann, seine Magie zu beherrschen. Doch Arrant tut sich schwer, vor allem in der Beziehung zu seinem Vater. Denn seit Brands Tod hat Arrant nicht nur mit seiner widerspenstigen Magie zu kämpfen, sondern auch mit Schuldgefühlen. Und dann sind da auch noch Kordens Kinder, allen voran Firgan, die ihm das Leben schwer machen …
Firgan ist ein Bösewicht, den der Leser nach Herzenslust hassen kann! Er ist nicht nur machtgierig und skrupellos, er ist ein richtig fieses, hinterhältiges Aas, schlau, rücksichtslos und ein aufmerksamer Beobachter, der Leute gut einschätzen kann. Vor allem aber reicht seine Persönlichkeit über pure Machtgier hinaus: Er ist neidisch auf Arrant, in dem er nicht nur einen Versager sieht, sondern auch einen tyranischen Feind.
Arrant weiß zwar, dass Firgan selbst Illusionisten-Erbe werden will, und auch, dass er rücksichtslos und grausam ist, sieht ihn ihm aber trotzdem vor allem einen Krieger. Damit unterschätzt er seinen Gegner gewaltig, was auch daran liegt, dass er seiner selbst so entsetzlich unsicher ist und sich für Dinge die Schuld gibt, für die er gar nicht verantwortlich ist. Glenda Larke – Brennender Wind (Der Bund der Illusionisten 3) weiterlesen →
Naave wohnt im Slum. Seit ihre Mutter bei einem Feuer starb, ist sie auf sich gestellt, sie lebt vom Fischfang und vom Stehlen. Doch insgeheim träumt sie von einer eigenen Almara-Herde und einem kleinen Haus im Viertel der Wohlhabenden. Völlig unerschwinglich für sie! Bis eines Tages ein Feuerdämon aus dem Dschungel auftaucht und zu ihren Füßen bewusstlos zusammenbricht.
Wer einen Feuerdämon zum Tempel bringt, wird reich belohnt! Und Naave ist wild entschlossen, sich diese Belohnung zu verdienen. Doch dann geht auf einmal alles schief …!
Um es gleich vorwegzusagen, ich war positiv überrascht. Natürlich ist es unvermeidlich, daß sich im Laufe der Geschichte zwischen Naave und dem Feuerdämon eine Romanze entwickelt. Ansonsten aber ist die Geschichte erfreulich wenig vorhersehbar.
Naave ist eigentlich eine Kratzbürste. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, was nicht immer zu ihrem Vorteil ist, und auf den Feuerdämon hat sie noch dazu einen besonderen Hass, weil das Feuer, dem ihre Mutter zum Opfer fiel, durch einen Feuerdämon verursacht wurde. Aber roh oder kaltherzig ist sie nicht, weshalb sich bei ihr schon bald die ersten Zweifel bezüglich des Schicksals, das dem Feuerdämon droht, bemerkbar machen. Stefanie Simon – Feuer der Götter weiterlesen →
Eine Truppe von Söldnern nähert sich dem Nonnenkloster Lissen Carak. Die Äbtissin hat die Söldner rufen lassen, um mit ihnen über einen Auftrag zu verhandeln, denn ihre Ländereien wurden mehrfach überfallen.
Der Hauptmann der Söldner ist froh über den Auftrag, es ist der Erste seit mehreren Monaten. Allerdings hätte er es sich vielleicht noch einmal überlegt, wenn er vorher gewusst hätte, worauf er sich einläßt …
Die Suche nach einer neuen Heimat wird am Beispiel einer Gruppe wilder Kaninchen geschildert. Die Perspektivenabsenkung auf Löffelohrhöhe raubt der detailreichen Geschichte keineswegs den epischen Atem, zumal die Figurenzeichnung ungemein fein ist und dem Verfasser jenseits jeglicher Lächerlichkeit die Schöpfung einer eigenständigen Kaninchen-Kultur gelingt: ein Höhepunkt der Tier-Fantasy!Richard Adams – Unten am Fluss: Watership Down weiterlesen →
Auf der Suche nach einem verschollenen Forscher landet ein Quartett von Abenteurern und Sinnsuchern auf einem namenlosen Planeten, der sich erst als Falle und später als Portal in fremde, selten ungefährliche Welten entpuppt … – Simak-typische, d. h. eher hintergründige als actionreiche Science-Fiction-Story, die dank kurioser Einfälle und interessanter Figuren sogar die Kürzung der deutschen Fassung übersteht: kein Meisterwerk aber eine stimmungsvolle Alternative zur Knall-Bumm-SF. Clifford D. Simak – Welt der Puppen weiterlesen →
Physikalisch-medizinische Therapien führen zur Unsterblichkeit. Wem soll man diese Unsterblichkeit zukommen lassen? Nach welchen Kriterien erfolgt diese Auswahl, in einer Gesellschaft, deren Errungenschaften es jedem Individuum erlauben, nach eigenen Wünschen und Vorstellungen zu leben? Was treibt eine Gesellschaft an, die alle Probleme beseitigt hat, in Frieden lebt und deren mechanische Hilfsmittel jegliche Arbeit erledigt? Der Traum der Unsterblichkeit? Doch nur, wenn sie nicht allgemein verfügbar ist, wenn sie das letzte Ziel ist, um das zu kämpfen sich lohnt. Doch warum ist sie nicht für jeden verfügbar, und was sind die Merkmale, die einen Menschen prädestinieren?
Andreas Brandhorst, produktiver Schriftsteller und Übersetzer, mithin der einzige erfolgreiche deutsche Autor, der in schöner Regelmäßigkeit Science-Fiction – noch dazu Space Operas – bei einem großen Verlag unterbringt, widmet sich in diesem Roman ausgiebig diesem Thema, und er zeigt auf, was diese seine Kinder der Ewigkeit für Probleme entwickeln, wenn das große Ziel einmal erreicht ist …
Der Auftrag
Die ferne Zukunft: In der von den unsterblichen „Erlauchten“ regierten interstellaren Gesellschaft kann sich nicht jeder den Aufstieg zum ewigen Leben durch Meriten verdienen. Wer in den „Gemischten Gebieten“ geboren wird, ist von vornherein zur Sterblichkeit verdammt. Doch in der Schattenwelt sind etliche Profiteure und Quacksalber bereit, gegen entsprechende Entlohnung den angeblichen Makel aus der Genstruktur zu entfernen – allerdings nicht immer mit Erfolg.
Esebian hat den radikalen Weg zu den „Hohen Welten“ gewählt und als Auftragskiller in unterschiedlichen Identitäten Meriten für den Aufstieg gesammelt. Dann entschließt er sich, das Töten zu beenden und als Wissenschaftler zu arbeiten. Als er jedoch erpresst wird, El’Kalentar, den Direktoriatsvorsitzenden der Erlauchten zu ermorden, hofft er, durch einen letzten Akt der Gewalt die Pforte zur Unsterblichkeit aufstoßen zu können. Andreas Brandhorst – Kinder der Ewigkeit weiterlesen →
Diese Zusammenstellung von sechs Weltuntergängen hat ein Problem: Die Menschen schütteln den Kopf, wenn sie schon wieder mit dem Maya-Kalender und seinem Ende konfrontiert werden. Als Kaufanreiz hat der Titel also keine Chance, dagegen besticht das Buch mit seinem Inhalt: Sechs der interessantesten Stimmen der deutschen Science-Fiction entwerfen Szenarien der Apokalypse, die man sich einfach nicht entgehen lassen sollte. Herausgegeben wurde die Symphonie von Uwe Post, der zuletzt mit seinem Roman „Walpar Tonnraffir und der Zeigefinger Gottes “ die begehrten Genrepreise „Deutscher Science Fiction Preis“ und„Kurd-Laßwitz-Preis“ für 2011 absahnte.
Vincent Voss – 101112
Das Beste an Voss‘ Geschichte ist sicherlich das Ende. Wirklich anschaulich und apokalyptisch lässt er den Leser an den Erfahrungen seiner Protagonisten teilhaben. Dabei entwickelt sich der Text aus einigen merkwürdigen Einzelheiten und familiären Geheimnissen des Levin heraus in Richtung Unausweichlichkeit, gegen die Levin anfangs versucht sich zu wehren und dadurch die Sympathie des Lesers gewinnt.
Levin ist der Enkel Balthasars, welcher offenbar ein umtriebiger Mann war, der nun noch aus seinem Grabe heraus versucht, eine uralte Prophezeiung durch Levin erfüllen zu lassen. Ironischerweise hatte Levin sein Leben gänzlich unabhängig verbracht bis zu dem Tag, an dem er das Testament des Großvaters annimmt. Dadurch stößt er auf Geheimnisse, denen er sich nicht verschließen kann: Sie locken ihn auf die Spuren seines Großvaters und damit in die Fänge einer Sekte, des Cazimi-Kultes, deren Ziele und Grundlagen ihm verborgen bleiben. Schließlich offenbart sich ihm sein Erbe, das durch die Prophezeiung in ihm erwachen sollte: Er trägt den Samen einer uralten und unaussprechlichen Macht in sich, die zurück in die Realität drängt. Uwe Post (Hrsg): 2012 – T minus Null weiterlesen →
All-Age-Vampir-Fantasy – das gibts wie Sand am Meer. Aber gute All-Age-Vampir-Fantasy ist dagegen gar nicht so leicht zu finden. Wer sich vom verkitschten Cover nicht irritieren lässt und trotzdem zu Lena Klassens Trilogie-Auftakt “Magyria – Das Herz des Schattens” greift, wird mit einer ausgereiften Story und einem episch angehauchten Setting belohnt. Die Liebesgeschichte ist da nur noch das Sahnehäubchen, nicht bereits der Hauptgang.
Der Charme des Buches beruht hauptsächlich darauf, dass sich Klassen für die Entwicklung ihrer Handlung und ihres Fantasysettings viel Zeit lässt. Die ersten zweihundert Seiten verbringt der Leser abwechselt in Budapest und in einem geheimnisvollen Land, das Magyria heißt. Dabei bleibt zunächst unklar, wie beide Plots zusammenhängen, doch je weiter der Roman fortschreitet, desto mehr Berührungspunkte versteckt Lena Klassen in den beiden Schauplätzen und überlässt es erst einmal dem Leser, das Puzzle zusammenzusetzen. Daraus erwächst viel Spannung, und obwohl man eine ganze Weile braucht, um das Geheimnis zu lüften (eben genau die Zeit, die Lena Klassen für ihre Exposition braucht), kommen nie Langeweile oder Frust auf. Lena Klassen – Herz des Schattens (Magyria 1) weiterlesen →
Flamel Nr. 5: Das Wecken der Monster und der Magie
Dies ist der fünfte Band der furiosen Fantasyreihe rund um den berühmtesten Alchemisten aller Zeiten. – Nicholas Flamel liegt im Sterben. Zu lange schon fehlt ihm das Unsterblichkeitselixier. Perenelle, die mächtige Zauberin, ist jedoch keinesfalls bereit, auch nur einen Tag ohne ihren geliebten Mann zu leben. Doch um Flamel einen Tag ihres eigenen Lebens schenken zu können, braucht sie Sophies Aura. Sophie jedoch ist völlig verzweifelt: Josh hat sich endgültig auf die Seite des dunklen Magiers Dee geschlagen und ist fest entschlossen, mit ihm die Weltherrschaft zu erringen. Während ein Hexenmeister im Hintergrund seine Intrigen spinnt, überschlagen sich die Ereignisse. (Verlagsinfo)
Das Buch eignet sich für jugendliche Leser ab 14 oder 15 Jahren, aber mein zwölfjähriger Neffe hat damit ebenfalls keine Schwierigkeiten.