Eine Sturmflut hält Kirrin in Aufregung. Tatkräftig unterstützen die Fünf Freunde die Schutzmaßnahmen am Deich und helfen Bauer Green, der nach dem Sturm eine alte Kastenuhr vermisst. Auch aus anderen Häusern sind wertvolle Dinge verschwunden. Sind sie mit dem Sturm fortgeflogen oder stimmt etwa das Gerücht von gefährlichen Schiffsgeistern? Obwohl es in Strömen regnet, ermitteln die Fünf Freunde im gesamten Hafengebiet. (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Nachdem Weihnachten bei den fünf Freunden ja schon in der vorigen Folge stattgefunden hat, gibts jetzt Regen und Sturm satt. Passend dazu sind natürlich auch wieder Ferien für die Jungs und Mädels. Nach den Weihnachtsferien in der letzten Folge stehen diesmal die Herbstferien an … fragt nicht.
Viel Zeit zum Entspannen wird den Freunden aber nicht gegönnt, eigentlich gar keine, denn sofort sind sie in die Schutzmaßnamen von Kirrin integriert und helfen den Bewohnern. Die scheinen aber weniger Angst vor dem Sturm, als vor dem Klabautermann zu haben. Und während man gemeinsam den Sturm aussitzt, hat der Geist scheinbar tatsächlich zugeschlagen und die Ersparnisse von Bauer Green aus dessen Kastenuhr gestohlen.
Auch andere Bewohner haben Verluste und Schäden an ihren Besitztümern zu verzeichnen, aber die scheinen durch eine ominöse „Flutversicherung“ abgedeckt zu sein, die alle Betroffenen abgeschlossen haben. Und die kommt den Fünf Freunden mit zunehmender Recherchedauer immer merkwürdiger vor.
Kurz nachdem die Truppe mit den Nachforschungen begonnen hat, weiß der aufmerksame Hörer schon, wie sich der Fall auflösen wird. Wenig später haben Julian, Dick, Anne und George es auch herausgefunden. Dennoch bleibt die Folge weiterhin spannend, denn es gilt ja noch die Schlussfolgerungen aufzulösen und allen anderen, besonders der Polizei, gegenüber zu beweisen. Und da bleibt der Hörer aufmerksam mit am Ball, denn das ist und bleibt spannend bis zum Schluss.
Das Hörerlebnis:
Titelbedingt gibts hier grad am Anfang viele Sturmeffekte zu hören, die sich den Zum-Einschlafen-Hörer noch tiefer in sein Bett kuscheln lassen. Alle Sprecher jeglichen Alters machen einen prima Job und klingen sehr lebendig bei ihren Auftritten. Wer hier gut oder böse ist, das hört man schon am Tonfall.
Warum Oliver Rohrbeck aber seine Stimme als Ladenbesitzer Sottleby verstellt und eine seltsame Sprachmelodie aufsetzt, das konnte ich nicht nachvollziehen. So klingt er wesentlich unnatürlicher als bei den „drei Fragezeichen“.
Die Sprecher und ihre Rollen:
Erzähler: Lutz Mackensy
Julian: Ivo Möller
Dick: Jannik Endemann
Anne: Theresa Underberg
George: Alexandra Garcia
Tante Fanny: Ursula Sieg
Onkel Quentin: Andreas von der Meden
Bauer Green: Werner Cartano
Jim: Lutz Herkenrath
Joe: Christian Rudolf
Mrs. Whittaker: Karin Lieneweg
Mr. Sottleby: Oliver Rohrbeck
Mr. Fisher: Kai-Hendrik Möller
Mr. Swann: Gustav-Adolph Artz
Mr. Heigl: Michael von Rospatt
Constable Brix: Andreas Schmidt-Schaller
Constable Wilbert: Achim Schülke
und Timmy, der Hund
Trackliste:
1. Eine Sturmflut naht
2. Letzte Arbeiten am Deich
3. Der Klabautermann im Felsenhaus
4. Die Kastenuhr ist verschwunden
5. Eine seltsame Versicherung
6. Eine böse Ahnung
7. Ein schlimmer Verdacht
8. Heimlich in die Nacht
9. Im Wettlauf mit den Dieben
Technik-Credits:
Buch: Katrin McClean
Produktion und Regie: Heikedine Körting
Redaktion: Hilla Fitzen, Wanda Osten
Geräusche: Wanda Osten
Musik: Tonstudio EUROPA
Die Ausstattung:
Die in herbstlichem Dunkelgrün bedruckte CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt in gleicher Farbgestaltung, nur mit zusätzlichen warmen Brauntönen, enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen sowie zwölf schwarz-weiß Bilder einiger Folgen-Cover. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.
Mein Fazit:
Die Fünf Freunde ermitteln in einer stürmischen Umgebung, können aber die Spannung festhalten. Auch wenn der Hörer die Auflösung recht schnell gefunden hat, schafft es diese Folge dennoch, das Interesse bis zum Ende zu halten und bietet prima kind- und jugendgerechtes Abenteuer.
1 Audio-CD mit 55:53 Minuten Spieldauer Vom Verlag empfohlen ab 8 Jahren EAN: 0886972309422 www.natuerlichvoneuropa.de
Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: (4 Stimmen, Durchschnitt: 2,00 von 5)
Eberhard Alexander-Burgh (1928 – 2004) schuf in den Siebzigern mit „HUI BUH – Das Schlossgespenst“ und „Hexe Schrumpeldei“ zwei absolute Klassiker unter den Kinderhörspielen aus dem Hause |EUROPA|. Ersterer schaffte es auf ganze 23 Folgen, bis die Serie eingestellt wurde . Die Geschichten gelten heute zwar als kultig, wurden 2001 – nicht zu verwechseln mit der an den Kinofilm angelehnten „HUI BUH – Neue Welt“-Serie ab 2008 – sogar noch einmal auf CD aufgelegt, sind aber inzwischen vom Tonträgermarkt verschwunden – d. h.: vom Physischen, denn als (relativ kostengünstigen) Download bekommt man sie noch. Wer allerdings auf handfeste Speichermedien (CD/LP/MC) steht, muss sich im Antiquariat bzw. auf einschlägigen Shopping-Sites und/oder Tauschbörsen umtun, wo die Originale zu teils erstaunlich hohen Preisen feil geboten werden.
_Zur Story_
Irgendjemand spielt Hui Buh in den letzten Tagen gar übel mit: Erst wird er zwischen Burgmauer und Zugbrücke eingeklemmt, dann in seine vermoderte Holzkiste im Fledermausturm eingesperrt. Auch im Weinkeller geht es nicht mit rechten Dingen zu. Dann ständig dieses Gekichere. Die Mitbewohner bezichtigen das „einzig behördlich zugelassene“ Schlossgespenst vermehrten Schabernacks, dass dieses gar nicht begangen hat – Gibt es etwa noch einen Geist auf Schloss Burgeck? Hui Buh brütet einen Spuk aus, dem vermaledeiten Widersacher das Fürchten zu lehren.
König Julius hat noch ganz andere Sorgen. Geldsorgen nämlich. Der Umbau des Schlosses hat Hui Buhs wiedergefundenen Schatz (vgl. „Hui Buh – Das Schlossgespenst“ – Folge 1) komplett aufgezehrt, jetzt soll das Inventar unter den Hammer und ein amerikanischer Kaugummi-Millionär schickt sich an alles aufzukaufen. Der Schlossgeist ist zutiefst empört und heckt einen Plan aus, dem fetten wie ignoranten US-Boy die Dollars aus der Tasche zu ziehen, ohne dabei das Tafelsilber und die anderen liebgewonnenen Erinnerungsstücke verscherbeln zu müssen. Die verspukte Auktion zur Geisterstunde kann beginnen.
_Eindrücke_
Die dritte Folge steht weiterhin im Zeichen der Konsolidierung der Serie. Die Rollen sind noch nicht wirklich konstant besetzt, sieht man von den beiden Hans – Clarin und Paetsch – einmal ab. Die Folge hat im Prinzip zwei getrennte wie kurze Episoden zum Inhalt, in späteren wird ein einziges Thema dann über die ganze Lauflänge gespannt. Diese ist für heutige Verhältnisse ohnehin sehr kurz, die Beschränkung einer Vinyl-LP in Sachen Speicherfähigkeit war damals die diktatorische Grenze für die Produzenten – und nicht nur bei EUROPA. Mehr als ca. 40 Minuten war technisch nicht drin. Damit musste man hinkommen, um die Story zu erzählen. Hier sind es sogar nur 35 Minuten für zwei Hui-Buh-Kurzgeschichten. Wie es der Serie entspricht, ist das Setup unkompliziert und zuweilen sogar fragwürdig-naiv (kann ein Gespenst zu Tode stürzen oder sich in den Vollrausch saufen?). Unterhaltsam und liebenswert ist diese Folge aber dennoch. Und natürlich stecken auch in ihr wieder jede Menge altdeutscher Ausdrücke.
Diesmal spricht übrigens Schauspieler und Synchronsprecher Wolfgang Kieling „Eure Majestät“ König Julius den Hundertelften – hier und in der nächsten Folge noch einmal. Interessanterweise hat Peter Kirchberger, der den Part (neben Claus Wilcke und Horst Stark) später auch sprechen wird, hier die Gastrolle als Mr Meyala, einem höchst überzogenen dargestellten Klischee-Ami. Wobei sein hochnäsiges „Indeed“ gar keine amerikanische, sondern eine höchst britische Floskel ist. Stilbruch? Egal. Marianne Kehlau als Königin Konstanzia hat nicht viel Text beizusteuern, sie passt stimmlich auch nicht wirklich zur Rolle – anders als Ingrid Andree, die ihr bald (wieder) folgen wird. Nur Andreas von der Meden (u. a. Synchronstimme von David Hasselhoff) ist inzwischen die Stammbesetzung für den Kastellan. Eine gute Wahl. Über den überragend krakeelenden und lamentierenden Hans Clarin muss man wohl keine Worte verlieren. Seine Hui Buh Interpretation ist ebenso legendär wie prägend. Niemand wird die Figur je wieder so hinbekommen.
_Die Produktion_
Cover: Hans Möller
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Künstlerische Gesamtleitung: Prof. Dr. Beuermann
Buch: Eberhardt Alexander-Burgh
_Sprecher und Figuren_
Hans Clarin (Hui Buh), Wolfgang Kieling (König Julius der 111.), Marianne Kehlau (Königin Konstanzia), Andreas von der Meden (Kastellan), Raimund Hess (Auktionator), Peter Kirchberger (Mr. Meyala), Stephan Chreszinski (Küchenjunge), Hans Paetsch (Erzähler)
_Fazit_
Mit nur 35 Minuten ist das gute Stück ein verdaulicher und kurzweiliger Happen, auch für Nicht-Nostalgiker. In dieser frühen Phase hatte sich noch kein wirklich homogenes Sprecher-Team eingefunden und auch noch kein Thema, welches sich über eine komplette Folge spannt. So leben die beiden kurzen Episoden auf diesem Tonträger, aus den Anfangstagen der Reihe, fast allein von Clarins nahezu unglaublicher Performance des tolpatschigen Gespensts und ist darüber hinaus einmal mehr ein Quell ganz typischer Hui-Buh-Sprüche, -Schlagwörter und -Zungenbrecher. Die Nummer 3 ist dabei bestimmt keins der absoluten Glanzstücke der Serie, besitzt aber nichtsdestoweniger (und verdienterweise) ebenso Kultstatus, wie der Rest.
|Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 35 Minuten
Neuauflage 2001 / Erstveröffentlichung 1969/1970
EAN: 743218935428|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de
_Hui Buh bei |Buchwurm.info|:_
[„Das Schlossgespenst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2762
[„Hörspiel zum Film“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2881
[„Schlotterbox (13-15)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3478
[„Neue Welt: Der Geist der Weihnacht“ (Folge 13)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7471
Teil 1: 363 MB, 4:17 h, 54 Tracks Teil 2: 315 MB, 3:41 h, 43 Tracks
Teil 3: – erscheint am 13.12.2011 –
Teil 4: – erscheint am 03.01.2012 –
Die Handlung:
Man schreibt den Mai des Jahres 3460. Die Milchstraße ist von den technisch überlegenen Laren und ihren Helfershelfern, den Überschweren, unterjocht. Die wenigen Menschen, die den Invasoren entkommen konnten, haben sich in den Schutz einer Dunkelwolke geflüchtet. Da verfällt Leticron, der Führer der Überschweren, auf einen teuflischen Plan: Er bringt das Bewusstsein eines Mutanten in seine Gewalt. Es soll ihm den Weg zum letzten Versteck der Menschheit weisen … Erde und Mond sind derweil verschollen. Der Sprung durch den Hyperraum, der die Heimat der Menschheit in die Sicherheit der Dunkelwolke hatte bringen sollen, endete im unendlich weit entfernten Mahlstrom der Sterne. Aber die Zuflucht im Mahlstrom erweist sich bald als brüchig. Seine Herrscher, das Insektenvolk der Ploohns, fassen die Neuankömmlinge als Bedrohung auf – und ihre Königin schickt eine gewaltige Flotte aus, um die Erde und ihren Trabanten in einen Glutball zu verwandeln …
(Verlagsinfo für die komplette Silber Edition 79)
Dieser Teil:
Die Flucht von Tako Kakutas Bewusstsein geht weiter, während Rhodan im Mahlstrom endlich herausfinden will, wo sich die Erde denn nun befindet. Dabei trifft er auf Schwierigkeiten, die unüberwindbar zu sein scheinen und macht einen Erstkontakt …
Mein Eindruck:
Dieser Teil der Silber Edition 79 spielt in zwei unterschiedlichen Bereichen des Alls. Erst erleben wir die Flucht von Tako Katuta(s Bewusstsein) und diverse Sprünge in verschiedene Wirte und schließlich das gelungene Entkommen vor den Laren. Mit Wohlwollen verfolgen wir auch, dass LETICRON richtig Ärger mit den Laren bekommt.
Dann springt die Handlung zurück in den Mahlstrom, in den es die Erde verschlagen hat. Wo dieser sich denn nun befindet, das weiß Perry Rhodan immer noch nicht. Alle Scout-Schiff-Missionen waren erfolglos und als Perry die letzte große Entdeckungsoffensive mit fast 12.0000 Schiffen startet, scheitert auch diese.
Die Flotte wird von „goldenen Fäden“ eingesponnen, die alles zu zersetzen scheinen, bis auf den Kunststoff terranischer Raumanzüge. Die 12.000 Schiffe aber, sind nicht mehr zu retten. Da entdeckt man ein Raumschiff, dem diese „Energiepest“ nichts anzuhaben scheint und verfolgt es bis auf einen Planeten … der von breitköpfigen Kängurus bevölkert wird.
Wieder zeigen die Autoren, dass man bei „Perry Rhodan“ auch mal ordentlich hinlangen kann. Und so werden direkt mal eben 12.000 Schiffe von den „Fäden“ zerstört, das ist eine mächtige Anzahl. Und auch der vorangegangene Handlungsstrang mit dem flüchtenden Teleporter Tako Kakuta ist kurzweilig erzählt und spannend geschrieben.
Das Hör-Erlebnis:
Andreas Laurenz Maier macht weiterhin einen prima Job. Allein seine Hyptons tun in den Ohren weh, weil sie wirklich krächzen. Auch wenn sie das laut Vorlage sollten, ist der Hörer froh, wenn sie von der Handlung abgearbeitet wurden.
Maiers Gucky lispelt wie immer als „Bugs Bunny“, was gerade bei Wörtern wie „Psalta“ vor dem geistigen Auge des Hörers einen wahren Regen auf das Mikro des Sprechers entstehen lässt. Ansonsten trifft er immer einen angenehmen Tonfall, wenn er den verschiedenen Charakteren und Rassen sprachlich ihre individuellen Merkmale zuteilt. Auch die Trost- und Hoffnungslosigkeit der vielen Besatzungsmitglieder der 12.000 gestrandeten und zerstörten Raumer bringt Maier sehr gut ins Ohr des Hörers.
Einzig den Namen der Sonne, auf dessen zweitem Planeten „Onyx“ Gucky am Ende Kontakt zu den breitköpfigen Kängurus aufnimmt, den spricht Andreas Laurenz Maier zu deutsch aus. Die Sonne heißt „Iron“, was Gucky bei der Namensgebung auch mit „Eisen“ erklärt, aber von Maier ais „ieronn“ gelesen wird und so nicht gleich zu deuten ist.
Die Effekte – Der Hintergrund
Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund. Dieser Teppich fällt aber kaum auf, weil er so leise und unscheinbar klingt, als wären es Nebengeräusche.
Die MP3s
Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten Silber Edition beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.
Diesmal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 690 „Die Flucht der Körperlosen“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.
Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.
Mein Fazit:
Tako Kakuta gelingt doch noch die Flucht, aber Perry Rhodan bekommt es im Mahlstrom mit einem Gegner zu tun, gegen den er erstmal nichts auszurichten weiß. Ob und wie viel der Erstkontakt am Ende dieses Teils ihm dabei helfen kann, das erfahren wir leider erst im nächsten Teil. Auch dieser Teil ist spannend, kurzweilig und gut gelesen von Andreas Laurenz Maier.
MP3-Download mit ca. 315 MB Größe Spieldauer der Lesung: 3:41 h Anzahl der Tracks: 43 Sprecher: Andreas Laurenz Maier ISBN-13: 978-3943393163
Die Silber Edition 79 wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 03. Januar 2012 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.
Seit Anbeginn der Zeit lebt das Einhorn allein in seinem Wald, doch eines Tages erfährt es von vorbeistreifenden Jägern, dass es das Letzte seiner Art sei. Also begibt es sich, begleitet vom leider nur mäßig begabten Zauberer Schmendrick und der Räuberbraut Molly Grue, auf die Suche nach seinen Artgenossen. Das seltsame Trio muss bald erkennen, dass die Erkundungsfahrt nicht ohne Kampf und äußerste Gefahr beendet werden kann. Es gilt, dem Roten Stier zu begegnen, der unter König Haggards verfluchtem Schloss haust … (Verlagsinfo)
_Der enteignete Mensch: Eine spannend inszenierte Warnung_
Noch nie war die Zukunft so bedrohlich wie in „Next“: In dieser Welt zählt nur eines; gutes Genmaterial. Und Gentechnologie-Unternehmen setzen alles daran, sich die Rechte an profitablem Gewebe zu sichern. Genau das wird Frank Burnet zum Verhängnis. Die Rechte an seinen Immunzellen, die Krebs bekämpfen können, hat sich BioGen Research gesichert. Doch Burnet hat nicht vor, sein Gewebe kampflos zur Verfügung zu stellen, und so bleibt ihm nur die Flucht. Als die Zellinie Burnets eines Nachts verunreinigt wird, bleibt BioGen nur eine Möglichkeit, um diese Wunderzellen wiederzubeschaffen: Es jagt Franks Tochter und Enkel … (erweiterte Verlagsinfo)
_Der Autor_
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard medizin. Crichton, der seit Mitte der Sechzigerjahre Romane schrieb, griff immer wieder neueste naturwissenschaftliche und technische Forschungen auf. Für die international erfolgreiche TV-Serie „Emergency Room“ schrieb er das Drehbuch. Seite Thriller – darunter „DinoPark“, „The Lost World“, „Enthüllung“, „Der 13. Krieger“ und „Next“ – wurden auch als Filme Erfolge. 27 Romane und mehr als 100 Mio. verkaufte Bücher stehen für sein Werk. Er starb im November 2008 im Alter von 66 Jahren. (abgewandelte Verlagsinfo)
_Der Sprecher_
Hannes Jaenicke, geboren in Frankfurt/Main, absolvierte seine schauspielerische Ausbildung u. a. am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und spielte am Burgtheater, bei den Salburger Festspielen und am Schauspiel Köln. Es folgten zahlreiche TV- und Kinofilmauftritte, häufig in Krimis. Neben seinen Filmproduktionen tritt Jaenicke als Drehbuchautor und Sprecher von Hörbüchern in Erscheinung, besonders von James-Bond-Klassikern.
Regie führte Bernadette Joos. Die Aufnahmeleitung im Tonstudio Köln oblag Bernd Schönhofen.
_Handlung_
|Prolog|
Privatdetektiv Vasco Borden verfolgt in Las Vegas den Biotechniker Eddie Tolman, der seiner Firma MicroProtein etwas sehr Wertvolles gestohlen hat, das er nun im Hotel Venetian an den Mann bringen will: tiefgekühlte Embryonen mit speziellen Zellen. Tolman und Borden lauschen den Worten des Risikokapitalgebers Jack Watson aus Los Angeles, der prophezeit, die Biotechnologie werde die Saurier der Pharmakonzerne das Fürchten lernen.
Doch zuvor muss Eddie dingfest gemacht werden. Leider merkt Eddie, dass er verfolgt wird, marschiert mit einer russischen Vermittlerin zu seinem Käufer und macht sich dann mit einem leeren Sicherheitsbehälter aus dem Staub. Netter Versuch, denkt Vasco und stellt Eddie in einem Aufzug. Er hat ihn in der Falle! Doch Eddie öffnet seelenruhig den Sicherheitsbehälter und wird ein Opfer des ultrakalten flüssigen Stickstoffs darin. Dumm gelaufen.
|Verhandlung|
Vor einem Gericht in Los Angeles verteidigt Rechtsanwältin Alex Burnet ihren Vater Frank, 51, gegen die University of California in L. A., UCLA. Frank war an Knochenmarkkrebs erkrankt und begab sich in die Behandlung von Dr. Grouse an der Uniklinik der UCLA. Nach Operation und Chemo stellte sich zum Glück eine vollständige Remission des Krebses ein. Doch Dr. Grouse machte weitere Tests und weitere. So lange, bis Frank misstrauisch wurde, weil er unterschreiben sollte, dass seine Zellen zu kommerziellen Zwecken werden können sollten. Er weigerte sich. Dr. Grouse verkaufte die Zellen dennoch – an BioGen Research.
Biogen Research will das Zytotoxin als Krebsheilmittel in absehbarer zeit auf den markt bringen und führt bereits Testreihen an Ratten durch. Das wird ein Knaller, freut sich Vorstandsvorsitzender Rick Diehl, der mit im Gerichtssaal sitzt, und sieht schon die Milliarden fließen. Genauer gesagt: drei Milliarden. So viel sind Frank Burnets Antikrebszellen auf dem Markt wert. Zu blöd, dass der Kerl nicht weiß, wann er verloren hat, findet Diehl und träumt von seinem neuen Porsche. Der Richter hat endlich ein Einsehen und verurteilt Burnet zur Herausgabe seiner Zellen. Basta, na bitte, endlich, lächelt Diehl heimlich.
Allerdings muss Diehl in mindestens einen sauren Apfel beißen. Jack Watson hat ihm Kapital geliehen, auf das er nun, da Diehls untreue Frau weggelaufen ist, angewiesen ist: Sie hatte das Geld in die Firma eingebracht. Wenn er nicht aufpasst, könnte Watson versuchen, ihn auszubooten und die Firma zu übernehmen. Das zweite Problem ist Diehls Sicherheitschef: Brad Gordon ist zwar ein Nichtskönner, aber der Neffe von Watson, also unkündbar. Dass ihm sein neuer Porsche auf dem Firmenparkplatz direkt vor sämtlichen Überwachungskameras gestohlen werden konnte, bringt das Fass zum Überlaufen.
Watson verspricht, sich um dieses kleine Problem zu kümmern. Schon bald taucht eine sehr elegante und sehr verführerische Lady in Diehls Vorstandszimmer auf: Jaqueline Maurer von der IT-Firma BDG will sich auf Watsons Bitte hin um die Security von Diehls Firma kümmern. Schon bald sieht sich Brad Gordon, der eine Schwäche für kleine Mädchen hat, verhaftet: Er hat die Nacht mit einer minderjährigen Asiatin verbracht, die ihn anklagt, sie mehrfach brutal vergewaltigt zu haben. Die Rechtsanwälte schütteln bedauern den Kopf: Die Kleine mag ihn ja reingelegt haben, aber seine Chancen, das Gegenteil zu beweisen, seien gleich null. Doch Jaqueline Maurer hat auch dafür eine Lösung, solange sich Brad kooperativ zeigt …
|Einbrüche|
Eines Morgens wenige Tage später erhält Rick Diehl eine Schreckensmeldung, die für seine Firma das Aus zu bedeuten droht: Brad Gordon, der gefeuerte Sicherheitschef, hat sämtliche Zellkulturen, die auf Frank Burnets phantastischen Antikrebszellen basieren, absichtlich kontaminiert, offenbar aus Rache. Natürlich gibt es in anderen Labors Sicherheitskopien. Doch es wie verhext: Auch diese sind plötzlich unbrauchbar. Diehl starrt in den Abgrund.
Es gibt nur einen letzten Ausweg: Er muss frische Zellen von Frank Burnett beschaffen, und sein Anwalt Rodriguez kennt auch schon den richtigen Mann dafür: Vasco Borden. Allerdings gibt es ein kleines Problem: Frank Burnet, ein Kriegsveteran, ist vollständig untergetaucht.
Na, schön, das ist kein Weltuntergang, denn Frank hat als kluger Mann dafür gesorgt, seine Gene weiterzugeben, an seine Tochter Alex und deren Sohn Jamie. Nach mysteriösen und gewalttätigen Übergriffen durch Vasco Bordens Helfer beschließt Alex, den dringenden Rat ihres Vaters zu befolgen und unterzutauchen. Leider unterlaufen ihr einige Anfängerfehler, so etwa die, eine Kreditkarte und ein Handy zu benutzen …
Unterdessen versucht Henry Candle, ein Genforscher, in das Schimpansenlabor einzudringen, aus dem er vor vier Jahren verbannt worden ist. Seitdem ist es ihm nicht gut ergangen, aber er hat wenigstens noch seine Frau Lynn, seine Tochter Tracy und seinen Sohn Jamie. Lynn ist eine frühere Schulfreundin von Alex Burnet und wird schon bald von ihr Besuch erhalten.
Henry will zu Dave, dem klügsten Schimpansen, der jemals durch Gentechnologie geschaffen worden ist. Er hat erfahren, dass die Leitung der Forschungsstation herausgefunden hat, wie Dave erschaffen wurde: durch die Kombination von Schimpansen-Erbgut mit menschlichem Erbgut. Genauer: mit dem von Henrry Candle höchstselbst. Und wer würde schon seinen Sohn umkommen lassen, bloß weil er ein illegales Experiment ist?
Doch die Ankunft von Dave, dem Monkey Man, in Henrys Familie führt schon bald zu unerwarteten Komplikationen, die mit der Ankunft von Alex und Vasco Borden einen ersten explosiven Höhepunkt erreichen …
_Mein Eindruck_
In seinem Wissenschaftsthriller verteilt der Autor seine Handlungsstränge auf Haupt- und Nebenschauplätze. Ich habe oben nur den zentralen Strang berücksichtigt. Viele Stränge sind nur von illustrativer Funktion, so etwa die Sache mit dem sprechenden Affen von Sumatra oder das Schicksal von Brad Gordon. Wenigstens spielen die transgenen Tiere (mehr dazu unter „Der Sprecher“) Dave und Gérard eine mittelbare Hauptrolle in der Vorbereitung und der Ausführung des ersten und zweiten Finales.
Bei manchen Figuren fragt sich der Leser oder Hörer, was dies denn mit der Haupthandlung zu tun hat. Aber das ist nicht der Punkt. Es geht um die Relevanz für das Thema, und das heißt eben „Die Folgen der Gentechnologie für wichtige Bereiche der Gesellschaft“. Dass die Medizin eine Hauptrolle spielt, belegt schon der skandalöse Fall von Frank Burnet.
Aber auch Totenbestattung, Versicherungen, Berufseignung und vieles mehr illustrieren die Implikationen, wenn die Biotechnologie nicht nur Humangewebe jagt, sondern ihre Produkte zudem in die falschen Hände gelangen: ungenehmigte Humanversuche in „freier Wildbahn“ sozusagen. So passiert es der Familie Weller, die herausfindet, dass der soeben verstorbene Vater vielleicht nicht, vielleicht aber doch der Vater der abtrünnigen Tochter Lisa war (die buchstäblich unter Rick Diehl arbeitet). Das relative bizarre Phänomen des Chimärismus wird hier aufgezeigt: zwei DNA-Sätze in einem einzigen Menschen! Das dürfte für einige Gentests ein Problem darstellen.
Als wäre dies nicht schon seltsam genug, muss vor allem geklärt werden, wer ein Anrecht auf Frank Burnets Zellen und Gene hat. Es kommt zu einer zweiten, denkwürdigen Verhandlung. Die gierige Biotechindustrie will ja praktisch jeden Menschen zu ihrem Freiwild erklären. Ja, der Staat Kalifornien könnte sogar lebendes Humangewebe enteignen, sofern es dem Gemeinwohl dient. Die Auswirkungen sind albtraumhaft: Bürger als Ersatzteillager der Genindustrie? Mit Recht weist Alex Burnets Chef, der Rechstanwalt Bob Kotch, auf den 13. Verfassungszusatz hin, der das Recht auf körperliche Unversehrtheit garantiert. Das Prinzip „Habeas corpus“ soll auch für die Gene gelten.
Dieser rechtliche Ansatz mag manchem Leser oder Hörer irrelevant oder vernachlässigbar erscheinen. Doch was er für Weiterungen bedeutet, macht Vasco Borden mit seinen brachialen Aktionen gegen Alex und Jamie Burnet überdeutlich: Menschenjagd in ihrer brutalsten Form. Man kommt sich vor wie in einem Stephen-King-Horrorthriller. Zum Glück wissen Bob Kotch und der zuständige Richter diesen Horror abzuwenden und die aktuelle, fiktive Rechtsprechung für illegal zu erklären.
_Der Sprecher_
Hannes Jaenicke hat eine tiefe, wenn auch nicht sonore Stimme. Damit kann er männliche Figuren kompetent darstellen, was ihm aber bei weiblichen Figuren weniger überzeugend gelingt. Die Frauen klingen alle gleich, mal mehr, mal weniger laut. Deshalb ist es von Vorteil, wenn die Frauen einen Akzent haben. Die Kontaktfrau Eddie Tolmans spricht mit gutturalem russischem Akzent. Auch wenn der Orientale Raza im Labor des Memorial Hospitals spricht, merkt man den fremdartigen Akzent.
Wichtiger für die Dramatik und Emotionalität der Handlung ist jedoch Jaenickes Ausdruck von Gefühlsregungen. Hier hapert es aber gewaltig, denn Jaenicke ist offenbar ein Anhänger der Theorie, durch ruhigen, gleichmäßigen Vortrag hinter der Geschichte zurückzutreten. Das klappt zwar in ruhigen Szenen und spannenden Passagen ganz gut, wirkt aber in dramatischen Szenen fehl am Platze. Selten einmal hört man ihn rufen, etwas häufiger hingegen heiser flüstern.
Und dann sind da noch die transgenen Tiere. Sie verleihen der Handlung ihren besonderen Reiz. Jaenicke weiß sie zu nutzen, um seinen Dialogen Würze und Witz zu verleihen. Da ist der sprechende Orang-Utan, der im Urwald von Sumatra unanständige Sachen sagt. Da ist Dave, der Monkey Man, der so gerne ein menschlicher Junge wäre. Er spricht mit einem hohlen Akzent, der die eigene Schöpfung des Sprechers sein dürfte.
Und schließlich ist da noch Gérard, der sprechende und hyperintelligente Graupapagei aus Paris, den es nach Nevada oder Arizona verschlägt, wobei er den Mann seines Frauchens bei einer Untreue ertappt hat. Gérard ist ein Sprachgenie, das wie ein Stimmrekorder funktioniert – aufnehmen und wiedergeben sind nicht das Problem; erst wenn Gérard das falsche wiedergibt, wird’s für die Menschen kompliziert. Gérard ist kein Spielzeug, sondern spielt eine Hauptrolle im actionreichen Finale des Romans.
Da es weder Musikuntermalung noch Geräusche gibt, brauche ich darüber kein Wort verlieren.
_Unterm Strich_
Michael Crichton schafft es auch diesmal, einen Wissenschaftsthriller zu liefern, der zugleich zu unterhalten, zu informieren und zu warnen weiß. Der Schauplatz ist nur ein klein wenig in die Zukunft verlegt, so dass uns dieses Szenario schon wieder ein wenig veraltet vorkommt. Transgene Tiere existieren, das ist unstrittig, doch was ist mit Verbindungen aus Mensch und Tier?
Crichton verbiegt die amerikanischen Gesetze, ein wenig spekulieren zu können, wie eine Gesellschaft aussähe, in denen das Zellgewebe eines Bürgers sowohl enteignet als auch requiriert werden könnte. Und in denen Biotechfirmen freie Hand hätten, Humanversuche mit neuen Genreihen vorzunehmen. Es erscheint nicht an den Haaren herbeigezogen, dass Leichen zweckentfremdet werden und dass es bereits zur Freisetzung von Testviren gekommen ist.
Dass man sehr wenig von diesen Ereignissen liest, mag entweder an der Unterdrückung der Nachrichten liegen – oder an einer selbsterfüllten Prophezeiung eines gewissen Michael Crichton: Er könnte dieses Szenario durch seinen warnenden Roman verhindert haben. Letzteres wäre aber wirklich zu viel der Hoffnung, nicht wahr?
Romantik, Erotik, rührendes Drama, spannende Action und schräger Humor bilden die tragenden Elemente des Thrillergarns, so dass für genügend Unterhaltung gesorgt. Doch die Kürzung auf die wichtigsten Handlungsstränge lässt dem Hörer keine Gelegenheit, sich Gedanken über die Verbindungen und die Bedeutung der Ereignisse zu machen. Es ist schon anstrengend genug, dem Plot zu folgen. Deshalb sind wir auf die Erklärungen des Erzählers angewiesen, um uns zurechtzufinden. Doch sie sind spärlich gesät.
|Das Hörbuch|
Der ruhige Vortrag lässt dem Hörer Raum, dem schnellen Szenenwechsel zu folgen und sich auf die Figuren zu konzentrieren. Der Humor, der durch den Stimmwechsel für die transgenen Tiere möglichst, sorgt für Abwechslung. Wäre dies nicht, könnte man bei dem Vortrag glatt einschlafen. So aber ist man wegen dieser Rätsel gespannt, worauf die Handlung hinauslaufen soll. Das Buch lässt dem Hörer sicher mehr Raum, um sich Gedanken zu machen. Aber manchmal habe ich den leisen Verdacht, dass man einen Crichton-Roman nicht wegen der Warnung, sondern der Unterhaltung liest.
|6 Audio-CDs
Spieldauer: 411 Minuten
Originaltitel: Next, 2006;
Aus dem US-Englischen übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
IBN-13: 9783866046474|
[www.randomhouse.de/randomhouseaudio]http://www.randomhouse.de/randomhouseaudio/index.jsp
_Michael Crichton bei |Buchwurm.info|:_
[„Timeline“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=360
[„Sphere – Die Gedanken des Bösen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=698
[„Welt in Angst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=880
[„Next“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3300
[„Gold: Pirate Latitudes“ (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6108
_Eine Detektivin des Herzens: Der Tod kommt auf vier Rädern_
Georgia Kane, eine freischaffend tätige Krankenschwester, verlässt 1923 das neblige London, um die Betreuung eines Kranken in den Hügeln an der südenglischen Steilküste zu übernehmen. In dem einsam gelegenen Farmhaus ihrer Auftraggeber findet sie eine angespannte Atmosphäre vor, die durch merkwürdige Heimlichkeiten und ein seltsames Ritual geprägt ist. (erweiterte Verlagsinfo)
_Die Autorin_
Edith Nesbit (1858-1924) war eine englische Autorin, deren Werke für Kinder im englischen Original unter dem „geschlechtslosen“ Namen E. Nesbit veröffentlicht wurden. Sie verfasste über 40 Kinderbücher. Einige davon wurden später verfilmt. (Wikipedia)
Werkverzeichnis auf Wikipedia:
• Die Schatzsucher (The Story of the Treasure Seekers; Bastable-Trilogie 1; 1899)
• Der Club der guten Taten (The Would-Be-Goods; Bastable-Trilogie 2; 1901)
• Das rote Haus / Die lustige Ehe (The Red House; 1902)
• Fünf Kinder und zehn Wünsche / Der Sandelf (Five Children and It, Psamead-Trilogie 1; 1902)
• Der Phönix und der Teppich / Feuervogel und Zauberteppich (The Phoenix and the Carpet; Psamead-Trilogie 2; 1904)
• New Treasure Seekers (Bastable-Trilogie 3; 1904)
• Die Eisenbahnkinder ( The Railway Children; 1905)
• The Story of the Amulet (Psamead-Trilogie 3; 1906)
• Das verzauberte Schloß (Enchanted Castle; 1907)
• Die Kinder von Arden (House of Arden; 1908)
• Der Traum von Arden (Harding’s Luck; 1909)
• Die verzauberte Stadt (Magic City; 1910)
• Meereszauber (Wet Magic; 1913)
_Die Sprecher/Die Inszenierung_
|Die Rollen und ihre Sprecher|
Georgia Kane: Solveig Duda
Marian Eldrige: Doris Gallart
Robert Eldrige: Eckart Dux
Mr. Dawson: Roland Hemmo
Amanda Dawson: Monika Barth
Milly Dawson: Sophia Abtahi
Chauffeur: Michael Schwarzmaier
Regie führten die Produzenten Marc Gruppe und Stephan Bosenius. Die Aufnahmen fanden in den Planet Earth Studios und im Fluxx Studio statt. Die Illustrationen trug Firuz Askin bei.
_Handlung_
Georgia Kane sehnt sich nach den Downs an der englischen Südküste zurück. Und dort soll sie heute ihre neue Stelle als Krankenpflegerin antreten. Als sie im nebligen November 1923 am Londoner Bahnhof steht. Findet sie Gelegenheit, der kleinen Tochter von Amanda Dawson zu helfen, die, wie sich herausstellt, eine Nachbarin von Georgias neuen Arbeitgebern ist. Zusammen fahren sie im Zug und als niemand Georgia abholt, nimmt Amanda sie einfach mit. Amanda ist Witwe und lässt sich chauffieren. Als sie aber den Namen des Anwesens „Charlestown“ hört, wird ihre Freundlichkeit zurückhaltend.
Über den Grund wundert sich Georgia noch, als sie dort an die Haustür der Eldridges klopft, bei denen sie jetzt arbeiten soll. Es dauert ewig, bis jemand öffnet, und bis dahin ist Georgia vom Regen pitschnass. Eine alte Frau öffnet, um sie einzulassen, dann kommt ein alter Mann hinzu. Es handelt sich um Marian und Robert Eldridge. Als Erstes gibts natürlich wärmenden Tee, schließlich ist man ja in England.
In Einzelgesprächen wird Georgia allerdings zunehmend verwirrt: Wen sie denn nun pflegen – Marian oder Robert? Jeder meint, es müsse sich um den anderen handeln. Marian meint, Robert phantasiere, weil er Erscheinungen wahrnehme, die gar nicht da seien. Und als Georgia en passant erwähnt, sie habe Amanda Dawson kennengelernt, lässt er tatsächlich vor Schreck die Tasse fallen. Etwas stimmt hier nicht. Doch Fragen weicht das Ehepaar aus.
Als Georgia m nächsten Morgen meint, dass sie sie gar nicht benötigten, widerspricht Marian. Sie hätten ihre Tochter Bessie verloren, die sie sehr liebten. Sie wurde von einem violetten Automobil auf der Landstraße überfahren. Nun sei ihr Leben sinnentleert, und Georgia würde ihnen helfen, es zu bewältigen.
Jeden Tag führt das Ehepaar eine Art Ritual aus, zu dem Georgia nicht eingeladen ist. Sie gehen stets um die gleiche Uhrzeit Richtung Klippen spazieren und kehren stets verstört und aufgewühlt zurück. Eines Tages kehrt Georgia aus dem Dorf zurück und kann die beiden belauschen. Er sagt zu ihr, sie solle ausweichen, er höre, wie es komme, doch sie streitet dies ab. Dann gibt sie nach und weicht aus. Aber vor was? Robert prophezeit, dass bald etwas geschehen werde …
_Mein Eindruck_
Edith Nesbitt ist eigentliche für ihre vielen Kinder- und Jugendbücher bekannt, doch die vorliegende Geschichte spielt unter Erwachsenen. So wie die Autorin im Kinderbuchbereich „erwachsene“ Themen einführte, so schreckt sie auch hier nicht vor dem Thema Sterben, Schuld und Erlösung zurück.
Die beiden Eldridges wirken zunächst wie Goethes harmonisches altes Ehepaar Philemon und Baucis aus „Faust II“. Doch je mehr Georgia Kane sie kennenlernt, desto mehr wird der fundamentale Unterschied sichtbar: Robert sieht ein Auto, das für Marian nicht existiert. Sein Problem: Er fühlt sich als Mörder. Und das Auto ist sein Schicksal. Erst wenn er dieses Schicksal besiegelt und seine Schuld beglichen hat, kann seine Seele Ruhe finden. Doch warum und wie?
|ACHTUNG, SPOILER|
Roberts Tochter Bessie wurde seinerzeit vom violetten Automobil auf der Landstraße angefahren. Dessen Besitzer war als Mr. Dawson bekannt, der immer zu schnell fuhr, weil er nicht aus der Gegend kam. Hier geht es gemächlich zu, keiner hat es eilig, schon gar nicht im Nebel. Bis er und die Automobile kamen.
Robert fand seine verletzte Tochter, so dass sie ihm noch sagen konnte, wer der Fahrer war: Dawson. Als ihn Dawson einmal im Nebel nach dem rechten Weg fragte, rächte sich Robert und nannte ihm die falsche Richtung: immer geradeaus, direkt über die Klippen ins Meer. Dawson starb, und seitdem hält sich Robert für einen Mörder.
Tag für Tag stellt er sich an die Landstraße, um auf ein Auto zu warten, das nur er sehen kann. Wirklich? Eines Tages muss Georgia Marians Stelle einnehmen, weil sich die alte Frau den Fuß verstaucht hat. Wird auch sie das Auto sehen können? Und wenn ja, was wird dann passieren?
_Die Sprecher/Die Inszenierung_
|Die Sprecher|
Im Zentrum des Stückes stehen im Grunde nur drei Figuren, nämlich die beiden Eldridges und Georgia, die ihre Ersatztochter und Erbin wird. Sie bilden eine gestörte Idylle, die in Ordnung sein könnte, wenn da nur nicht das violette Automobil wäre, das nur Robert sehen kann. Es ist lediglich ein Symbol für sein Schuldbewusstsein – und für den Tod.
Doris Gallart als Marian Eldrige und Eckart Dux als Robert Eldrige harmonieren ausgezeichnet. Man nimmt ihnen ab, dass sie eigenständige Persönlichkeiten sind, aber bereits so weit aufeinander eingespielt, dass sie sich praktisch wortlos verständigen können. Natürlich haben sie auch ihre Differenzen, gerade in der Sache mit dem Auto.
Solveig Ducha als Georgia Kane hat eine angenehme Stimme in Mittellage, die sie weder als naives Dummchen noch als herrische Gouvernante erscheinen lässt, sondern genau dazwischen: vernünftig, aber gefühlvoll und einfühlsam. Georgia ist schwer von Amanda Dawson (Monika Barth) zu unterscheiden, die vor allem durch ihre Mutterrolle charakterisiert ist. Sophia Abtahi spricht die kleine Milly Dawson ganz natürlich, als hätte sie ihren lebtag nichts anderes getan.
|Geräusche|
Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem realistischen Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Szenen dicht und realistisch aufgebaut. Das geht schon bei der Bahnhofsszene los, wo die Dampflok im Hintergrund schnauft und Stimmengewirr herrscht. Georgia in einem donnernden Gewitter mit plätscherndem Platzregen an und bibbert zum Gotterbarmen.
Die heimeligen Geräusche des Eldridge-Heims werden von den Küstenlauten kontrastiert, als da wären Möwengeschrei, Windblasen und Brandungsrauschen. In dieser harmonischen Polarität wirkt das violette Automobil wie der Fremdkörper, der es von Anfang ist.
|Musik|
Die Musik entspricht der eines Scores für ein klassischen Spielfilm, also nicht zwangsläufig für einen Horrorstreifen. Klassische Instrumente wie Violine, Cello und Kontrabass werden manchmal von elektronisch erzeugten Effekten ergänzt. Schnelle Musik deutet Dynamik und Dringlichkeit an, langsame Musik entspannt und manchmal endet eine Szene in einem dramatischen Crescendo. Das ist aber hier weniger der Fall, außer im Finale. Insgesamt ist dieses Hörspiel sehr stimmungsbetont.
Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.
|Das Booklet|
Im Booklet sind die Titel des GRUSELKABINETTS verzeichnet sowie Werbung für Firu Askin zu finden. Die letzte Seite zählt sämtliche Mitwirkenden auf. Ein zweites Booklet listet sämtliche Titel von Titania Medien auf, und zwar auch alle Neuerscheinungen bis Mai 2012.
Hinweise auf die nächsten Hörspiele:
Nr. 59: Edith Nesbit: Das violette Automobil (November 2011)
Nr. 60: Robert E. Howard: Der Grabhügel (ab März 2012)
Nr. 61: Arthur Conan Doyle: Der Ring des Thot (ab März)
Nr. 62: Nathaniel Hawthorne: Rappaccinis Tochter (April)
Nr. 63: Robert E. Howard: Besessen (April)
Nr. 64: Francis Marion Crawford: Der schreiende Schädel (Mai)
Nr. 65: Mary Elizabeth Braddon: Gesellschafterin gesucht (Mai)
_Unterm Strich_
Mir hat das atmosphärisch dichte Hörspiel gut gefallen, denn es baut eine durchgehend wehmütige Stimmung auf, die von einem vergangenen und einem kommenden Unglück etwas überschattet wird. Georgia Kane findet heraus, um was es geht, wie eine Detektivin des Herzens. Das erzeugt sowohl Spannung als auch Mitgefühl für die beiden Hauptfiguren.
Das Problem des Stücks ist natürlich, dass praktisch nichts passiert, sich aber einiges entwickelt. Daher lebt es von der gespannten Erwartung, die dem ansteigenden Schuldgefühl Roberts entspricht. Eines nahen Tages muss sich diese Anspannung entladen und hoffentlich lösen. Ob Robert wirklich Mr. Dawson auf dem Gewissen hat, muss jeder Zuhörer selbst beurteilen. Doch wer eigentlich dieses verhängnisvolle violette Automobil STEUERT, das soll hier nicht verraten werden.
|Das Hörspiel|
Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und bekannte Stimmen von Synchronsprechern und Theaterschauspielern einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen. Besonders gut gefielen mir die beiden zentralen Figuren, die sich wirklich Zeit lassen, das richtige und wichtige Wort genau zu platzieren.
Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert, und die Stimmen der Hollywoodstars vermitteln das richtige Kino-Feeling.
Wer jedoch mit Dramatik und Romantik absolut nichts am Hut hat, sich aber trotzdem zünftig gruseln will, der sollte zu härterer Kost greifen. Die Hörbücher der „Necroscope“-Reihe von Brian Lumley dürften dem Hörer eine ausreichend starke Dosis verabreichen. Leider hat LPL diese Reihe schon längst endgültig eingestellt.
Noch immer ist Dorian Hunter verschwunden. Niemand weiß, ob der Dämonen-Killer noch lebt. Alle Informationen, die dem Secret Service zur Verfügung stehen, befinden sich auf jenem Videoband des französischen Journalisten Armand Melville, der Hunter während der letzten Tage als „Chronist“ begleitet hat – von Nizza über die griechische Insel Lucyros bis auf Jeff Parkers Jacht in der Ägäis, die vor Kurzem bei einer Explosion zerstört wurde … (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Als Vorlage für dieses Hörspiel diente der Vampir-Horror-Roman Nr. 83 aus dem Jahr 1974. Dieser zweite Teil der „Asmodi-Trilogie“ knüpft genau an den Vorgänger an und wir laufen direkt mit dem unsterblichen Dorian Hunter auf der Teufelsinsel vor einem Monster weg. Spielfilmtaugliche Metzel-, Massaker- und Ballereffekte inklusive. Einen Zeitsprung an den Anfang des 18. Jahrhunderts zu Mackandal wie schon im letzten Teil gibt es auch. Hier erleben wir die letzten Minuten des Weißen-Hassers Mackandal.
Ansonsten spielt fast die gesamte Folge auf Jeff Parkers Jacht, auf der der von Asmodi ins Rennen geschickte Moloch sich einen Passagier nach dem anderen einverleibt, bis es letztendlich zum Showdown mit Dorian Hunter kommt, bei dem er seine Unsterblichkeit verliert. Währenddessen kann Melville vom Boot fliehen (und auch das Video in Sicherheit bringen, dessen Zeuge wir jetzt schon die zweite Folge sind) und sieht (und wir hören), dass die Jacht in die Luft fliegt. Da Hunter ja nun sterblich ist, müsste auch er dabei ums Leben gekommen sein. Ob dem wirklich so ist und ob Asmodi seinen Sohn endlich hat beseitigen können, das erfahren wir wohl in der nächsten Folge, dem Abschluss der „Asmodi-Trilogie“.
Auch wenn der Handlungsverlauf etwas vorhersehbar ist, schafft es diese Folge dennoch, Spannung aufzubauen und sie zu halten. Die glitschig von den Effektmachern ins Ohr des Hörers flutschende Moloch-Amöbe greift sich einen nach dem anderen … und das erhöht den Grusel stetig. Die „70er-Jahre-Porno-Musik“, die perfekt zu dem Swinger-Treiben auf der Jacht von Jeff Parker passt, lässt den Hörer dumm grinsend mitgrooven. Sex und Horror passen halt schon seit Erfindung des Genres gut zusammen.
Geräusche und Musik:
Die Geräuschkulisse ist aufwendig und abwechslungsreich gestaltet, mit vielen Effekten, die die Szenen sehr lebendig wirken lassen. Auch die Soundeffekte bei den Übergängen der Handlungen und Tracks sind … interessant.
Die Musik wird hier nicht als Lückenfüller verwendet, sondern dezent wenig und auch nur aus dramaturgischen Gründen … zum Beispiel wenns zur Sache geht.
Die Sprecher und ihre Rollen:
Dorian Hunter – Thomas Schmuckert
Jeff Parker – Andreas von der Meden
Armand Melville – Oliver Kalkofe
Valiora – Daniela Hoffmann
Olivaro – Stefan Krause
Asmodi – K. Dieter Klebsch
Kapitän Medarchos – Jörg Reichlin
Murray – Bernd Rumpf
Skip – Martin Keßler
Clifford Montgomery – Thomas Petruo
Domenico Clerici – Jan-David Rönfeldt
Tante Pepe – Stephan Schwartz
Fabienne – Dina Kürten
Doreen – Annabelle Krieg
Marvin Cohen – Frank Gustavus
Trevor Sullivan – Konrad Halver
Donald Chapman – Frank Felicetti
Coco Zamis – Claudia Urbschat-Mingues
Mackandal – Bernd Vollbrecht
in weiteren Rollen: Dagmar Dreke, Eckart Dux, Marco Göllner, Dirk Hardegen, Kirstin Hesse, Martin May, Costa Meronianakis, Martin Sabel
Technik-Credits:
Produktion: Dennis Ehrhardt, Zaubermond Verlag
Skript, Regie, Tonproduktion: Marco Göllner
Aufnahmen: Alexander Rieß, CSC Studio, Hamburg
Gary Stack im Studio Konterfei, Berlin
Marijo Dolic, Hurst Media Company, Offenbach
Musik: MoorlandMusic
Titelmusik: Joachim Witt
Illustrationen: Mark Freier
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp
Label: Folgenreich (LC 12520)
Die Ausstattung:
Das Cover des Booklets zeigt eine düstere Yacht-in-schwerer-See-Szene im Stil der „Dorian Hunter“-Serie. Die CD, die mit dem gleichen Motiv bedruckt ist, steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen und eine ausführliche Beschreibung der Recherche für den Klang der Serie und die „70er Jahre Porno-Musik“ vom Autor Marco Göllner. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits. Und dann gibts noch ein paar Infos zu den Buchausgaben von „Dorian Hunter“.
Mein Fazit:
Eine Bootsfahrt, die ist glitschig … wenn sich eine Moloch-Amöbe einen Passagier nach dem anderen schnappt. Dorian Hunter verliert auf dem Weg nach Haiti etwas sehr Wichtiges, wenn er denn überhaupt noch lebt, denn das erfahren wir wohl erst in der nächsten und letzten Folge der „Asmodi-Trilogie“.
1 Audio-CD Spieldauer: 75 Min. Tracks: 33 Empfohlen ab 16 Jahren UPC: 0602527711874
Folge 1: [„Im Schatten des Rippers“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7494
Folge 2: [„Spuk im Pfarrhaus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7519
Folge 3: _“Das entwendete Fallbeil“_
Folge 4: „Der Engel von Hampstead“ (07.04.2012)
_Das Fallbeil wartet, doch die Bombe nicht_
Ganz in der Nähe der Baker Street 221B, dem Wohnsitz von Sherlock Holmes und seinem treuen Chronisten Dr. Watson, befindet sich das Wachsfigurenkabinett „Madame Tussaud’s“. Den Erben der berühmten Wachsbildnerin plagen ernste Probleme, denn das originale Fallbeil, mit dem die französische Königin Marie Antoinette enthauptet wurde, ist aus der Ausstellung entwendet worden… (Verlagsinfo)
Diese Fälle dieser neuen Holmes-Reihe wurden nicht von Sir Arthur Conan Doyle geschrieben, sondern alle von Marc Gruppe. Sie basieren natürlich auf den originalen Figuren, die mittlerweile Allgemeingut geworden sind.
_Der Autor_
Marc Gruppe ist der Autor, Produzent und Regisseur der erfolgreichen Hörspielreihe GRUSELKABINETT, die von Titania Medien produziert und von Lübbe Audio vertrieben wird. Genau wie dort erscheinen auch „Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs“ meist im Doppelpack.
_Die Sprecher/Die Inszenierung_
|Die Rollen und ihre Sprecher|
Sherlock Holmes: Joachim Tennstedt (dt. Stimme von John Malkovich)
Dr. John H. Watson: Detlef Bierstedt (dt. Stimme von George Clooney u. a.)
Mrs. Hudson: Regina Lemnitz (dt. Stimme von Kathy Bates)
Inspektor Abberline: Christian Stark
John Theodore Tussaud: Till Endemann
Ellen Tussaud: Maria Koschny
Edward White: Michael Pan
Sims: Simon Jäger
Sean Corder: Axel Lutter
Margery Mapleton: Philine Peters-Arnolds
Regie führten die Produzenten Marc Gruppe und Stephan Bosenius. Die Aufnahmen fanden in den Planet Earth Studios statt. Alle Illustrationen – im Booklet, auf der CD – trug Firuz Askin bei.
_Handlung_
|Prolog|
Am 28. Juni 1889 lässt sich der Reporter Sims im Keller des bekannten Wachsfigurenkabinetts von Madame Tussaud einschließen. Er möchte seinen Lesern von der „Kammer des Schreckens“ berichten, in der berühmte Verbrecher und Mordinstrumente ausgestellt sind. Doch ein hämisches Lachen im Dunkeln lässt ihn erst die Nerven und dann seine Laterne verlieren. Erst der Nachtwächter jolt den völlig Entnervten wieder heraus …
|Haupthandlung|
Dieser Vorfall ist jedoch nicht der Grund, warum John Theodore Tussaud, der Sims eingelassen hatte, sich an Sherlock Holmes wendet. Nachdem man sich über die berühmte Institution und deren momentane wirtschaftliche Schwierigkeiten ausgetauscht hat, bringt er sein Anliegen vor: Das Fallbeil aus der Guillotine, mit der Marie Antoinette geköpft wurde, ist weg. Verschwunden. Entwendet womöglich. Damit die Probleme mit seinen Teilhabern nicht noch größer werden, müsse bei der Wiederbeschaffung größte Diskretion beachtet werden. Daher hat er sich nicht an die Polizei, sondern an den Meisterdetektiv gewendet.
Eine Besichtigung des Tatorts ergibt nichts, aber als Holmes die Konstruktionspläne der Guillotine sehen will, stellt sich heraus, dass auch diese verschwunden sind. Holmes drängt sich der Verdacht auf, dass jemand entweder Tussaud erpressen, Konkurrenz machen oder einfach nur die Guillotine nachbauen will – zu eigenen finsteren Zwecken. Um Schlimmes zu verhüten, muss sie schleunigst gefunden werden, soviel ist klar.
Und es gibt auch schon einen verdächtigen. Es gab Entlassungen, und einer der gefeuerten Mitarbeiter war der Wachsfigurenbildner Edward White. Wie sich herausstellt, hat Tussauds Schwester Ellen ein zärtliches Verhältnis zu White und ihm erzählt, was im Museum s vor sich geht. Klarer Fall: Der Mann nutzte seine Chance, ließ sich einschließen und entkam mit Sims‘ Hilfe.
Ein Paket sei für John abgegeben worden, sagt Ellen. Da tut es auf einmal einen Mordsschlag! Eine Explosion verwüstet Johns Büro und der Rauch bringt alle zum Husten. Eines ist klar: White oder seine Auftraggeber meinen es ernst. Es dauert nicht lange, und eine Lösegeldforderung trifft ein …
_Mein Eindruck_
Die spannende Handlung für erst zu Edward White, dann zu seinem Auftraggeber. Das war vorauszusehen. Doch wo hat der Auftraggeber die Guillotine versteckt? Inspektor Abberline wendet sich ebenfalls an Sherlock Holmes: Prinz Victor Albert, der sich im Rotlichtviertel der Homosexuellen herumtrieb, ist entführt worden – und soll offenbar mit der Guillotine und dem Tussaud’schen Fallbeil hingerichtet werden!
Es kommt selbstredend zu einem dramatischen Showdown in den Katakomben von London. Die Handlung wirft ein Schlaglicht auf die antimonarchistischen Umtriebe Ende des 19. Jahrhunderts, doch sie wurden in der Mehrzahl vom Geheimdienst Ihrer Majestät (Mycroft!) unterdrückt, so dass es kaum je zu einem effektiven Anschlag kam. Anders als in St. Petersburg, wo die Anarchisten bekanntermaßen schreckliche Erfolge hatten, als sie den Zar töteten und Reformen (ca. 1905) erzwangen. (Man lese dazu auch Kai Meyers exzellentes Jugendbuch „Frostfeuer“.)
Dieser ernste Hintergrund der Handlung wird natürlich nur angedeutet und nie ausgelotet. Schließlich soll das Hörspiel ja unterhalten und nicht belehren. Dennoch behelligt uns der Text nicht grundlos mit zahlreichen Informationen über die Entstehung des Wachsfigurenkabinetts. Madame Tussaud gründete es 1850, doch sie war die Angestellte der Königin Marie Antoinette und erlebte deren Ende mit. Es war ihre traurige Aufgabe, die Totenmasken der Enthaupteten der Revolution anzufertigen. Daher verfügte sie über Vorlagen aus erster Hand.
Durch diese Erinnerung liegt die Assoziation nahe, dass sich eine bürgerliche Revolution wiederholen könnte. Im Vereinigten Königreich?! Die letzte Revolution liegt bereits über 200 zurück, und sie führte bekanntlich zum englischen Bürgerkrieg, in dem Oliver Cromwell eine wichtige Rolle spielte. Wiederholt sich also die Geschichte? Ja, wenn man nicht aus ihr lernt.
_Die Sprecher/Die Inszenierung_
|Die Sprecher|
Die Hauptfigur ist natürlich der Titelgeber himself. Joachim Tennstedt verleiht Sherlock Holmes eine flexible Janusköpfigkeit. Die erste Seite bekommen wir zu sehen, wenn Holmes recht abweisend zu Mrs. Hudson, der treuen Seele des Haushalts, ist. Das hält sie aber nicht davon ab, die Vorhänge aufzureißen und frische Luft in die Detektivsgruft zu lassen.
Die andere Seite Holmes‘ ist die des energischen Ermittlers, der sich auch verkleidet. Die dritte ist die des freundlichen Verführers und Gentleman – sie bekommen wir erst in späteren Folgen zu Gesicht, insbesondere im Tussaud-Fall. Wie bei John Malkovich können wir uns auf einen Facettenreichtum an Darstellungsformen freuen.
|Dr. Watson |
Die Figur des Dr. Watson ist in vielen Verfilmungen misrepräsentiert worden. Neben Basil Rathbone und Peter Cushing musste er den vertrottelten Stichwortgeber mimen. Er war der selbstgefällige Körper neben dem rastlosen, aber kranken Geist des Detektivs. Nicht so in dieser neuen Serie.
Detlef Bierstedts Stimme ist uns von George Clooney vertraut, daher kann er mit einer gewissen geliehenen Autorität auftreten, ganz besonders in allen medizinischen Belangen. Dennoch kommt er häufig über die Rolle des Stichwortgebers nicht hinaus. Holmes hat stets die Initiative. In Folge 3 wird er sogar als Aktenträger missbraucht. Doch auch Watson verfügt über einen Revolver und die Kenntnisse, diesen zu gebrauchen, besonders aus seiner Zeit in Afghanistan.
|Mrs. Hudson|
Regina Lemnitz als Mrs. Hudson zeigt sich stets hilfreich, mal energisch, mal als fühlende Seele, etwa bei ihrem Besuch im Wachsfigurenkabinett, bei sie unverhofft von Sherlock Holmes überrascht wird – dieses „Experiment“ ist sehr erfolgreich. Außerdem ist sie das moralische Zentrum jeder Folge. Alles, was Holmes & Watson tun, müssen sie nicht nur gegenüber Inspektor rechtfertigen, sondern vor allem vor ihrer Haushälterin. Sie würde sie sonst hochkant hinauswerfen. Holmes lässt es sich nicht nehmen, Mrs. Hudson und ihre Kusine in der „Kammer des Schreckens“ zu erschrecken – ein komischer Höhepunkt des Stücks.
John und Ellen Tussaud sind ein gut besetztes Geschwisterpaar, das durch professionelle Darstellungskunst zu überzeugen weiß. Besonders Maria Koschnys Stimme fand ich sehr angenehm. Man kann sich gut vorstellen, dass sie einen Mann wie Edward White zu verführen weiß.
|Geräusche|
Die Geräusche sind genau die Gleichen, wie man sie in einem realistischen Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Szenen dicht und realistisch aufgebaut. Statt der aus dem GRUSELKABINETT vertrauten Andeutungen setzt diese Reihe mitunter auf handfeste Splattereffekte. So kann es Sherlock einfach nicht lassen, das Fallbeil selbst einmal zu testen.
Natürlich gibt es eine Fülle anderer Geräusche, so etwa immer wieder das typisch englische Teetrinken inklusive Tassenklirren und Teegluckern. Diesen heimeligen Klängen stehen knallharte Geräusche wie etwa das Fallbeil oder die Bombenexplosion gegenüber. Letztere macht doch einiges her, um der Mitte des Stücks etwas Pfeffer zu verleihen.
|Musik|
Die Musik entspricht der eines Scores für ein klassischen Spielfilm, also nicht zwangsläufig für einen Horrorstreifen. Klassische Instrumente wie Violine, Cello und Kontrabass werden manchmal von elektronisch erzeugten Effekten ergänzt. Schnelle Musik deutet Dynamik und Dringlichkeit an, langsame Musik entspannt und immer wieder endet eine Szene in einem dramatischen Crescendo. Die Haupthandlung beginnt mit idyllisch-heiteren Klängen, endet dann jedoch umso dramatischer.
Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.
|Das Booklet|
Im Booklet sind die Titel des GRUSELKABINETTS verzeichnet sowie Werbung für Firu Askin zu finden. Die letzte Seite zählt sämtliche Mitwirkenden auf. Ein zweites Booklet listet sämtliche Titel von Titania Medien auf, und zwar auch alle Neuerscheinungen bis Mai 2012.
Hinweise auf die nächsten Hörspiele:
Nr. 58: Lovecraft: Pickmans Modell (November 2011)
Nr. 59: Edith Nesbit: Das violette Automobil (November 2011)
Nr. 60: Robert E. Howard: Der Grabhügel (ab März 2012)
Nr. 61: Arthur Conan Doyle: Der Ring des Thot (ab März)
Nr. 62: Nathaniel Hawthorne: Rappaccinis Tochter (April)
Nr. 63: Robert E. Howard: Besessen (April)
Nr. 64: Francis Marion Crawford: Der schreiende Schädel (Mai)
Nr. 65: Mary Elizabeth Braddon: Gesellschafterin gesucht (Mai)
_Unterm Strich_
Das Phänomen des Wachsfigurenkabinetts bildet eine geschichtliche Brücke zwischen der französischen Revolution, als das entwendete Fallbeil eingesetzt wurde, und den (anno 1889) aktuellen antimonarchistischen Umtrieben in London. Droht eine zweite Revolution, wenn der entführte Prinz enthauptet gefunden wird? Wer weiß. Auf jeden Fall wäre es eine Riesenblamage für die Regierung Ihrer Majestät, besonders für den Geheimdienst und die Polizei. Und die Monarchie würde sich als verletzlich und vergänglich erweisen.
Wie auch immer, es ist ein heikler Fall für Holmes, und es versteht sich, dass Holmes darüber Stillschweigen bewahren muss. So macht sich die Inszenierung ein Vergnügen daraus, das Verbrechen mit dem Nervenkitzel zu kombinieren: eine Bombenexplosion, eine Beinahe-Enthauptung, ja sogar ein Schrecken für Mrs. Hudson ist mit drin.
Dieses Hörspiel ist viel flotter inszeniert als etwa „Im Schatten des Rippers“ und weit weniger idyllisch als etwa „Spuk im Pfarrhaus“. Ich hätte mir noch mehr Gruselszenen in der „Kammer des Schreckens“ gewünscht und mehr Romantik. Anders als im GRUSELKABINETT scheint es in dieser Reihe zudem keinerlei Rückblenden zu geben, ein Stilelement, das ich für sehr wirkungsvoll erachte, um eine Szene unmittelbarer wirken zu lassen.
|Das Hörspiel|
Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und bekannte Stimmen von Synchronsprechern und Theaterschauspielern einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen. Die Sprecherriege für diese neue Reihe ist höchst kompetent zu nennen, handelt es sich doch um die deutschen Stimmen von Hollywoodstars wie John Malkovich und George Clooney.
|Audio CD mit 78 Min. Spieldauer
ISBN 9783785745267|
[www.titania-medien.de]http://www.titania-medien.de
Juni 1099. Kreuzfahrer stehen vor Jerusalem. Niemand ist mehr sicher. Auch die vier Menschen nicht, die nach dem größten Geheimnis der Christenheit suchen … Köln, drei Jahre zuvor. Unzählige Kreuzfahrer ziehen durch die Stadt. Immer wieder gibt es Übergriffe gegen Juden. Schließlich wird der Kaufmann Isaac beauftragt, den wertvollsten Besitz der Gemeinde zurück ins Gelobte Land zu bringen: Das Buch von Ascalon. Zusammen mit seiner Tochter Chaya macht er sich auf den Weg. Dabei begegnen sie dem jungen Dieb Con und einem armenischen Gelehrten. In Jerusalem soll sich ihrer aller Schicksal erfüllen … (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Es geht ein wenig verwirrend los, wenn der Autor nach einem erstmal nicht zuzuordnenden Vorwort zwischen den Zeiten, den Handlungsorten und den Charakteren ein wenig schnell hin- und herspringt. Wenn er sich aber länger an einem Ort aufhält, dann bekommt der Hörer eine Chance zu erkennen, wer denn hier überhaupt im Fokus steht und worum es überhaupt geht.
Und im Fokus steht die auf dem Klappentext erwähnte deutsche Jüdin Chaya, die mit ihrem Vater vor der Judenverfolgung in Deutschland flüchtet. Er hat versprochen, eine wichtige Schriftrolle ins Heilige Land nach Antiochia zu bringen und eigentlich sollte Chaya vorher noch verheiratet werden und in Deutschland bleiben. Das passt ihr aber nicht und so begleitet sie ihn … als Junge verkleidet.
Und der andere Handlungsstrang befasst sich mit dem Engländer Con, der eigentlich den Mord an seiner Geliebten rächen will. Uneigentlich wird er aber unfreiwillig Zeuge einer Verschwörung, für die eben dieser Mörder, Guillaume de Rein, für den König von England dessen kreuzfahrenden Bruder Robert aus dem Weg schaffen soll, damit er seine Ländereien in der Normandie bekommt.
Auch Con wird zwangsverpflichtet, in die gleiche Richtung aufzubrechen, als er während der Flucht vor Guillaume von einem Normannen gerettet wird, der auf einer Pilgerreise gen Süden ist und Con als Diener aufnehmen will.
So sind nach über 2.5 Stunden Hörzeit immerhin drei der vier Charaktere des Klappentexts nebst ihren Absichten bekannt, auf den armenischen Gelehrten Baram el Ameni wartet der Hörer aber nach wie vor. Es sind ja auch noch zwei Jahre, bis das Jahr 1099 erreicht ist, von dem im Klappentext gesprochen wird.
Es passierte mir generell zu wenig, das meine Aufmerksamkeit wirklich auf sich gezogen oder mich gar an die Geschichte gefesselt hätte. Von ein paar Familienstreitigkeiten im Hause de Rein abgesehen, sind alle irgendwie nur auf der Reise nach Antiochia. Erst im letzten Drittel des Hörbuchs passiert dann endlich etwas Interessanteres, nachdem sich alle Beteiligten endlich begegnet sind und die Beziehungen sich entwickeln.
So ist es eine nette romantische Idee des Autors gewesen, dass Con und Chaya sich sehr, sehr nahekommen, wenn das allerdings auch für meinen Geschmack ein wenig unrealistisch schnell vonstattenging. Aber, ich hab ja nicht zu der Zeit gelebt und weiß nicht, ob das um 1098 wirklich so fix ging.
Nachdem es nun dann auch endlich mal ein paar Kämpfe gegeben hat und nicht nur Gerede und Gereise, ändert sich die Geschichte und „Das Buch von Ascalon“ wird auf einmal zu „Indiana Con und die Kreuzfahrer“. Und dann ist aber auch schon Schluss.
Und im Epilog erklärt uns der, der die Geschichte um Con niedergeschrieben hat, was aus den beteiligten Personen geworden ist. Das mag ich immer gern, so braucht sich der Hörer nicht zu fragen, wohin es ihn oder sie wohl verschlagen hat und was sie nach den Geschehnissen im Roman gemacht haben.
Der Klappentext ist im Vorfeld gelesen und im Nachhinein betrachtet schon unvorteilhaft, denn der erste Satz findet fast am Ende der Geschichte statt und könnte zu falschen Vermutungen führen.
Und auch wenn es so klingt, als hätte ich hier schon alles verraten, ist dem nicht so. Wer weniger Wert auf einen straffen Handlungsfaden legt, sondern sich stärker für die handelnden Personen interessiert, für den gibt es einige gut gezeichnete Charaktere zu erleben.
Das Hörerlebnis:
Philip Schepmann macht einen super Job. Ob die handelnden Charaktere nun verzweifelt, gehetzt, traurig, sterbend, aufgeregt, freudig, männlich, weiblich, aristokratisch königlich, überheblich, verschwörerisch, krank, sterbend, ungläubig oder entsetzt sind, Schepmann bringt jede Gemüts- und Gefühlsregung perfekt ins Ohr des Hörers.
Con liest er ein wenig schreckhaft und hektisch, den alten Kaufmann Issac ruhig und langsam. Chaya klingt erst passend aufsässig und wird später zur Geliebten und zur Frau. Guillaume de Rein und seine Familie klingen allesamt hochnäsig, wie es sein sollte.
Nicht nur aufgebrachte Wortwechsel bringt Schepmann gut ins historische Kopfkino, auch beschreibender Text klingt bei ihm nie langweilig. Er ist wirklich ein One-Man-Ensemble, das immer authentisch und lebendig wirkt. Für mich ist der Sprecher hier eindeutig interessanter, als die teilweise zu sehr in die Länge gezogene Handung … und dabei ist dies sogar eine gekürzte Lesung.
Der Autor:
Michael Peinkofer, Jahrgang 1969, studierte in München Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaft. Seit 1995 arbeitet er als freier Autor, Filmjournalist und Übersetzer. Unter diversen Pseudonymen hat er bereits zahlreiche Romane verschiedener Genres verfasst. Bekannt wurde er durch den Bestseller „Die Bruderschaft der Runen“ und der Abenteuerreihe um Sarah Kincaid, deren abschließender vierter Band mit „Das Licht von Shambala“ vorliegt. Michael Peinkofer lebt mit seiner Familie im Allgäu. (Verlagsinfo)
Der Sprecher:
Philipp Schepmann, geboren 1966, ist Sprecher, Produzent und Rundfunkautor. Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der renommierten Folkwang-Hochschule in Essen. (Verlagsinfo)
Die Ausstattung:
Die mit zur Gesamtaufmachung passendem Rot und einem schwarzen Kreuz bedruckten CDs stecken in Einschubschutzschlitzen einer Falt-Pappbox. Auf den Einschüben gibt es Infos zu Autor und Sprecher und, was für den Hörer besonders wichtig ist, eine Aufstellung der im Roman vorkommenden Charaktere, nebst Hinweis, welche Aufgabe sie erfüllen. Außerdem gibts auf der Rückseite noch ein Foto des Sprechers zu sehen.
Mein Fazit:
Nach anfänglichem Tumult passiert in den ersten Stunden sehr wenig und dann wird nur gereist, da baut sich wenig Spannung auf, später kommen dann noch familiäre Konflikte hinzu. Gegen Ende lehnt sich „Das Buch von Ascalon“ meines Erachtens an die „Indiana Jones“-Filme an und wird interessanter.
Für mich bleiben gemischte Gefühle zurück. Ein mir zu langatmiger Anfang, der sich über Stunden zieht und sich eher auf die Charakterentwicklung von Con und Chaya konzentriert, als auf die Auflösung des Rätsels um das Buch von Ascalon. Trotz der schon gekürzten Lesung hätte man die Geschichte durch weitere gekürzte Stunden für den Hörer spannender und vor allem kurzweiliger machen können.
Der Sprecher rettet für mich das Hörerlebnis, denn er macht einen prima Job und führt auch gekonnt durch die nicht so spannungsgeladenen Handlungsteile.
6 Audio-CDs Spieldauer: 7:51 Std. Tracks: 81 Gelesen von Philipp Schepmann ISBN: 978-3-7857-4559-5 www.luebbe.de
Band 1: Erwachen
Band 2: Vampirblut
Band 3: Kreaturen der Nacht
Band 4: Untot
Band 5: Totenwache
Band 6: Das Dämonentor
Band 7: Blutlust
Band 8: Höllenbrut
In Brian Lumleys „Blutlust“, dem siebten Teil der endlosen „Necroscope“-Reihe, geht es gar nicht so blutlustig zu, wie der Titel vermuten lässt. Stattdessen gibt es ein paar Schlägereien, unbekannte Dimensionen und Landschaften und allerlei neue Vampire zu bewundern.
Band 1: [Erwachen 779
Band 2: [Vampirblut 843
Band 3: [Kreaturen der Nacht 2371
Band 4: [Untot 2963
Band 5: [Totenwache 3000
Band 6: [Das Dämonentor 4368
Band 7: [Blutlust 4459
Band 8: [Höllenbrut 4610
Wie am Ende von [„Totenwache“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3000, dem Vorgänger zum vorliegenden Band „Das Dämonentor“ abzusehen war, endet ein großer Handlungsbogen und beginnt ein neuer. Viele Charaktere, die zuvor handlungstragend waren, sind nun entweder tot oder auf die Ersatzbank verdammt. Selbst Harry Keogh, der Necroscope, spielt hier nur eine kleine Rolle, rüstet sich aber merklich dafür, bald wieder ins Geschehen einzugreifen.
Worum geht es also? Der neue Protagonist heißt Michael Simmons, jedoch wird er gemeinhin nur Jazz genannt. Er ist britischer Spion und undercover in der Sowjetunion unterwegs, um ein Geheimprojekt der Russen auszuspionieren. Dort, mitten im Ural befindet sich nämlich etwas, das wie eine Forschungsstation aussieht, doch hat Jazz keine Ahnung, was oder wer dort erforscht werden könnte. Er grübelt gerade darüber nach, wie er weitere Informationen beschaffen könnte, als er von den Russen gefangengenommen wird.
Anstatt ihn jedoch über den Jordan zu schicken, setzen sie ihn zunächst unter Drogen, um zu erkunden, was er weiß. Als das erstmal aus dem Weg geräumt ist, bleibt er zwar pro forma ein Gefangener, doch teilen die Russen äußerst zuvorkommend die Geheimnisse des Projekts mit ihm, an dem gearbeitet wird.
Jazz befindet sich nun also an der Quelle, mitten im Perchorsk-Institut und wird vom KGBler Tschingis Kuf herumgeführt. Eigentlich sollte in Perchorsk ein Raketenabwehrschirm entwickelt werden, doch der erste Versuch ging schief und es fand eine Art Kernschmelze statt, die den Felsen in Magma verwandelt und ihn teilweise mit den dort arbeitenden Menschen verbunden hat – kein schöner Anblick. Noch schlimmer ist allerdings, dass das schief gelaufene Experiment ein Dimensionstor geöffnet hat. Perchorsk hat nun also sein eigenes Stargate. Oder vielleicht eher seinen eigenen Höllenschlund, denn bisher ist fünfmal etwas aus einer fremden Welt durch dieses Tor geschlüpft. Natürlich wurde auch versucht, von russischer Seite her jemanden hindurchzuschicken, doch riss jedes Mal die Funkverbindung ab und so können die Wissenschaftler und Geheimdienstler nur spekulieren, was auf der anderen Seite ist.
Zumindest ist etwas hindurchgekommen, das aussieht wie das egelartige Ding, das Menschen zu Vampiren macht. Es ist in einer Art Terrarium eingesperrt und wird regelmäßig mit Schlachtabfällen gefüttert. Doch als sein Wärter eines Nachts unaufmerksam ist, kann es sich befreien. Das sind keine guten Aussichten …
An den neuen Protagonisten muss sich der Hörer erstmal gewöhnen, denn Jazz ist auf den ersten Blick nicht unbedingt sympathisch. Im Gegenteil, er erscheint als hochnäsiger Angeber, dessen eingebildeten Gedankengängen man nicht unbedingt gern lauscht. Doch tritt das in den Hintergrund, sobald man mit Jazz zusammen das Perchorsk-Institut erforscht. Hier dominieren dann Neugierde und Forscherdrang. Und natürlich ist man auch regelmäßig abgestoßen von dem, was Jazz dort sieht. Brian Lumley war im Erfinden von Grusel- und Schockelementen ja noch nie besonders zimperlich. Und auch hier legt er es wieder darauf an, beim Zuhörer Ekel hervorzurufen.
Ein Tor in eine andere Welt ist natürlich eine dankbare Möglichkeit, die bisherige Story der Serie in eine neue Richtung weiterzuentwickeln. Nun mutet es zwar etwas seltsam an, dass das Tor verdächtig an eine leuchtende Diskokugel erinnert. Aber das sind Details. Wichtig ist hingegen, dass allerlei Getier durch das Tor purzelt – man kann also wilde Vermutungen darüber anstellen, wo man auf der anderen Seite wieder rauskommt. Oder man kann es einfach ausprobieren! Außerdem bleibt natürlich auch herauszufinden, ob dies das einzige existente Tor ist. Schließlich gibt es Vampire ja nun schon seit Jahrhunderten. Irgendwoher müssen die Parasiten ja gekommen sein! Da liegt es nahe zu vermuten, dass es auch noch andere Tore gibt oder zumindest gegeben hat. Vielleicht irgendwo in Osteuropa? Da scheint es ja schließlich besonders viele von den Blutsaugern zu geben.
Lutz Riedel liefert – wie zu erwarten – eine fantastische Leistung ab. Gerade für die Horrorelemente ist seine dunkle, fast raue Stimme ideal besetzt, um dem Hörer einen wohligen Schauer des Grauens über den Rücken zu jagen. Und da der neue Handlungsbogen Aufmerksamkeit beim Hörer geradezu einfordert, braucht sich Riedel auch fast nicht anzustrengen, um den Hörer bei der Stange zu halten. Eigentlich also ein echter Selbstläufer, der so viele neue Möglichkeiten eröffnet, in die die Handlung in Zukunft laufen könnte, dass man sich praktisch sofort auf den nächsten Band stürzen möchte – natürlich in der Hoffnung, dass das Dämonentor ordentlich erforscht wird! Und da der Vampirparasit ja auch entwischt ist, bleibt abzuwarten, ob dieser die verbliebenen Mitarbeiter des Instituts im Geniestreich allein um die Ecke bringt. Nichts ist in diesem Universum schließlich unmöglich!
|302 Minuten auf 4 CDs
Aus dem Englischen übersetzt von Michael Plogmann|
http://www.lpl.de
http://www.luebbe-audio.de
http://www.festa-verlag.de
http://www.brianlumley.com
http://www.andymatern.de
Justus will bei einer Radioshow 5000 Dollar gewinnen. Die Regeln sehen vor, dass dazu täglich ein Rätsel gelöst und ein Gegenstand eingesammelt werden muss. Wer alles gefunden hat und es zum Sponsor der Sendung bringt, bekommt das Geld. Ein weiterer Preis ist eine alte Gitarre, die aber scheinbar niemand haben will.
Plötzlich wird auf dem Schrottplatz eingebrochen und den drei Detektiven ist schnell klar, dass es jemand auf Justus gesammelte Gegenstände abgesehen hat. Aber wer sollte das sein? Gemeinsam machen sich die drei ??? auf die Suche nach dem Dieb und geraten in ein gefährliches Abenteuer … (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Zwar stammt die Vorlage dieser Folge aus dem Jahr 1991, dennoch liegt der Fokus der Hörspielumsetzung für mich klar auf den 80ern. Begriffe wie „Walkman“ oder „Rollerskates“ fallen genauso in diese Kategorie wie die 80er-Jahre-Breakdance-Musik, die zwischen den Szenen gerne mal eingespielt wird. Dazu gesellen sich dann noch ein paar Musiken, die ich von meinen alten „Commander Perkins“-Kassetten her kenne, klassische EUROPA-Hörspieldramamusik … mir gefällts.
Der Umgangston der Jungs untereinander ist auch wesentlich flapsiger als sonst. Bob ist hier nicht der trockene Recherchemann im Hintergrund, sondern hats faustdick hinter den Ohren und ist ein wahrer Frauenheld. Peter ist der übliche Angsthase, aber Justus ist aufgrund seiner Gewinn-Schnitzeljagd außergewöhnlich gefühlsausbrüchig, mehr als man es sonst von ihm gewohnt ist.
Die Handlung geht recht geradlinig voran, was hier nichts Schlechtes bedeutet, weil allein das ungewöhnliche 80er-Jahre-Flair für ein Grinsen bei den älteren Hörern sorgt. Es wird fleißig schnitzelgejagt und nebenbei herausgefunden, wer die Jagd für alle sabotieren will. Dass die Autorin den Hörer irgendwann selbst sehr offensichtlich darauf stößt, wer das ist … und der Hörer weiß es anscheinend eher als Justus, ist zu verzeihen.
Einen unreifen Grinser nebst Kichern lockt auch immer wieder die Nennung des Namens von Peters Boss, Sax Sandler, hervor … was zwangsläufig wie „Sexhändler“ klingt.
Neben der viel zu lauten Alarmanlage von Justus, die seine Schnitzeljagdtrophäen vor Diebstahl schützen soll, aber auch dem Hörer in den Ohren schmerzt, fällt eigentlich nur Dustin Sattler-Semmelrogge negativ auf. Nicht dadurch, dass er exakt so klingt wie sein Vater Martin, sondern durch seine leblose, abgelesene Interpretation von Stinky Rossiter. Das klingt alles sehr bemüht, aber unnatürlich und extrem nach Studio, da ist kein Leben drin. Wenn man die drei Detektive als direkten Vergleich dazu hört, erlebt man, wie ein Hörspielcharakter klingen muss.
Die Sprecher und ihre Rollen:
Justus Jonas: Oliver Rohrbeck Peter Shaw: Jens Wawrczeck Bob Andrews: Andreas Fröhlich Doktor Ax Me: Krystian Martinek Stinky Rossiter: Dustin Sattler-Semmelrogge Fear Crowther: Ingo Mommsen Mouth Crosby: Stefan Gabriel Mack Dolland: Mike Olsowski Eric Mukogawa: Marek Harloff Marilla: Saskia Mayerhoff Kelly: Juliane Szalay Rosie: Reinhilt Schneider Blacky: Heikedine Körting
Technik-Credits:
Effekte: André Minninger Redaktion und Geräusche: Wanda Osten Regie und Produktion: Heikedine Körting Produktmanagement & Projektleitung: Corinna Wodrich Titelmusik: J.-F. Conrad Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL), Conrad, Stahlberg
Tracklisting:
1. Guten Morgen, Rocky Beach – Die Drei ??? 2. Haltet den Dieb! 3. Alarm! 4. Überfall 5. Aufgekauft 6. Vorsicht, Schlange! 7. Weiße Weihnacht 8. Was fehlt denn da? 9. Jailhouse Rock
Die Ausstattung:
Die CDs steckt in einem Jewel-Case. Im Booklet-Faltblatt gibts Werbung für die beiden anderen Hörspiel-Versionen der TOP SECRET EDITION sowie die Buchvariante. Außerdem werden auf der Rückseite noch sämtliche Sprecher und ihre Rollen aufgeführt. Dazu gibts noch eine Trackliste und die technischen Credits dieser Folge.
Mein Fazit:
Eine leicht veränderte Interpretation der drei Detektive und ein 80er-Jahre-Flair sorgen für ein Dauergrinsen beim Alt-Fan. Für jüngere Hörer sind viele der Bezüge nicht so erinnerungsträchtig, das Abenteuer funktioniert trotzdem. Beide Hörergruppen können sich also eine Stunde von den Jungs gut unterhalten lassen und mit ihnen Schnitzel jagen.
Die drei berühmten Detektive aus Rocky Beach müssen ein Rätsel lösen, das ihnen der schrullige Harry Shreber in seinem Testament hinterlassen hat. Schnell finden sie heraus, dass der erste Hinweis in einem schrottreifen Flugzeug in Shrebers Garten versteckt sein könnte. Die Suche nach Rashuras Schatz beginnt – aber Justus, Peter und Bob sind bei Weitem nicht die Einzigen, die das Rätsel lösen wollen …
Teil B: „Flammendes Wasser“
Die Spur zu Rashuras Schatz führt die drei ??? hoch in die Berge, tief unter die Erde und hinaus auf die offene See. Aber mit jedem Hinweis wird alles nur noch geheimnisvoller ? und gefährlicher! Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt …
Band 1: „Die Sternenarche“
Band 2: „Der Schläfer der Zeiten“
Band 3: „Exodus der Generationen“ Band 4: „Der erste Unsterbliche“
Band 5: „Die letzten Tage Lemurias“ (Februar 2012)
Band 6: „Die längste Nacht“ (Mai 2012)
Die Handlung:
Die Milchstraße im 49. Jahrhundert. Die Erde ist das Zentrum der Liga Freier Terraner der mehrere Tausend besiedelte Welten angehören. Der wichtigste Repräsentant der Liga ist Perry Rhodan, jener Mann, der die Menschheit zu den Sternen führte.
Durch einen Zufall stößt Rhodan auf ein riesiges Raumschiff, das mit nahezu Lichtgeschwindigkeit durch das All rast. Es ist eine Sternenarche, bewohnt von Menschen, die vor über 55.000 Jahren ihre Reise angetreten haben. Bald erweist es sich als Teil einer ganzen Flotte von Schiffen.
Der Zweck der Archen bleibt im Dunkeln. Wer hat dieses gewaltige Projekt initiiert? Zu welchem Zweck? Und wie kann es sein, dass ihre Kommandanten Zellaktivatoren tragen, die sie unsterblich machen?
Rhodan tritt eine mentale Reise in die ferne Vergangenheit an. Er wird Zeuge des Baus der Archen – und findet die Spur ihres Schöpfers. Sie führt nach Akon, in das Blaue System … (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Wie der Titel schon vermuten lässt, steht in diesem Teil wieder der Zellaktivatorträger Levian Paronn im Mittelpunkt, auch wenn er es bevorzugt, als Akone getarnt im Hintergrund die Fäden zu ziehen. Seine Idee, die Lemurer mit Sternenarchen zu retten, ist durch einen anderen Plan abgelöst worden: Jetzt will er mithilfe einer Zeitmaschine in die Vergangenheit reisen und die Haluter mit einer besonderen Waffe aufhalten und sein Volk retten. Er führt den Hörer dann auch durch die Stimme von Josef Tratnik durch einen Auszug seines Tagebuchs in die Story ein, indem er noch einmal grob berichtet, dass alles, was bisher geschehen ist, Teil seines Plans war, der aufzugehen scheint.
Am Ende des vorigen LEMURIA-Teils war er mit dem letzten Generationenschiff, der ACHATI UMA, gestartet, das jetzt vor Akon aufgetaucht sein soll. Perry Rhodan macht sich natürlich sofort auf den Weg.
Die weiteren Hör-Stunden verbringen wir aber erstmal mit einem neu eingeführten Charakter, der uns auch noch in den nächsten LEMURIA-Teilen begleiten wird. Dem Psi-begabten Boryk, der auf einer weiteren Sternenarche, der NEANN OCIS, lebt und ein Klon der Kommandantin des Schiffes ist. Und während einigen Hörern dieser Teil sicher ein wenig langatmig, überflüssig und zu ausführlich beschrieben ist, so kann er, wenn man sich darauf einlässt, wirklich unterhaltsam sein. Denn das Leben von Boryk ist nicht langweilig und seine Queste durch die Sternenarche schon gar nicht.
Unterstützt wird er dabei von Josef Tratnik, der wiedermal in Hochform ist. Nicht nur Boryk ist am Anfang der Lesung vom Stottervortrag des Majitris genervt, auch der Hörer verdreht schnell die Augen. Tratnik bringt das gesamte aufgewühlte Gefühlsleben Boryks lebendig ins Ohr, während er seine aufregende Reise unternimmt. Auch die Kommandantin, der er am Ende begegnet, ist vom Sprecher hervorragend charakterisiert worden.
Egal welche Rasse oder Person Tratnik zu sprechen hat, alles klingt authentisch und lebendig. Akonen, Haluter, Terraner, Lemurer(-Klone), weiblich und männlich, fordernd, ängstlich, selbstbewusst, komisch, Josef Tratnik übertreibt es nie, weiß aber dennoch Akzente zu setzen.
Und dazu bietet ihm die Romanvorlage von Leo Lukas jede Menge Gelegenheit, die dem Hörer wiederum einige extrem kurzweilige Stunden beschert, manchmal auch mit einem Schuss mehr Erotik und Sex, als man es sonst von der Serie gewohnt ist.
Es gibt ja auch nicht nur Sex, sondern auch Kämpfe, Planetenabenteuer, eine Zeitmaschine, jede Menge clevere Wortspiele des Autors und den großen schon eingangs erwähnten Plan von Levian Paronn, der sein Volk retten will, koste es, was es wolle. Und wie der verläuft, welche Probleme auf Perry im Akon-System warten, welche Rolle Icho Tolot in alldem spielt und einiges mehr, das erzählt Josef Tratnik dem Hörer mit viel Engagement und Einsatz vor dem Mikro.
Musik und Effekte
Im Gegensatz zu den Silber Editionen ist die Einstiegs- und zugleich auch Kapitel-Vorspann-Musik flotter im Abgang und elektronischer vom Stil her. Die auch in den Silber Editionen verwendeten und aufgrund ihrer Seltenheit leicht irritierenden Ambient-Sound-Teppiche sind auch hier vorhanden. Allerdings so selten und so leise, dass ich oftmals dachte, es wären Störgeräusche von außen.
Der Sprecher:
Josef Tratnik ist der Sprecher der „klassischen“ Silber Edtionen. Er studierte Theaterwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Köln und absolvierte er dort eine Schauspielausbildung am Theater „Der Keller“. Neben der Sprechertätigkeit für Hörfunk und Fernsehen, hauptsächlich bei den Sendern DLF, DW und WDR mit Hörspiel-/ und Feature-Produktionen, ist er freischaffender Schauspieler, Synchronsprecher und Sprecher in Köln. (Wikipedia)
Die Ausstattung:
Wie vom Verlag gewohnt sind die 8 CDs mit dem Titelbild der Silber Edition bedruckt, einzeln in Papphüllen verpackt und in einer stabilen Papp-Klappbox zusammengefasst.
Das vierseitige Booklet enthält die Trackliste der einzelnen CDs mit den Kapitel-Nummern des Buches und den Gesamtspieldauern der Scheiben. Auf der Rückseite werden die restlichen LEMURIA-Teile mit Bild beworben und auch der kommende, „Die letzten Tage Lemurias“, per Texthinweis.
Als Extra gibt es ein entfaltbares Poster in der Größe 36 x 48cm mit dem Cover-Motiv der Box.
Mein Fazit:
Ein neuer interessanter Charakter und ein perfider Plan eines Unsterblichen erwarten den Hörer in diesem LEMURIA-Teil, der eine Menge Abwechslung und viel Spannung bereithält, auch wenn der Einstieg ein wenig behäbig vonstattengeht. Josef Tratnik bietet höchsten Hörgenuss und tolles SciFi-Kopfkino-Feeling.
Die LEMURIA-Reihe behält ihren hohen Unterhaltungswert bei, nicht zuletzt, weil sich die Autoren abwechseln und jeder wieder für frischen, neuen Wind sorgt.
8 CDs in Papp-Klappbox, einzeln in Papphüllen verpackt
Spieldauer: ca. 9:50 Stunden
Tracks: 110
Gelesen von Josef Tratnik
ISBN-13: 978-3943013030 www.einsamedien.de
Auch erhältlich als Download-Version mit ca. 830 MB und 110 Tracks.
Man nennt ihn den Einsamen der Zeit: Atlan, der unsterbliche Arkonide, der später zum besten Freund Perry Rhodans wird, lenkt über Jahrtausende hinweg die Entwicklung der Menschheit. So auch in den Jahrhunderten um die Zeitenwende: Im Dschungel Mittelamerikas forscht Atlan nach einem gelandeten Raumschiff, er besucht das alte China, und in Rom arbeitet er unfreiwillig für den grausamen Kaiser Nero … (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Nicht umsonst steht auf der Verpackung, dass dies ein „Hörbuch zwischen Science-Fiction und historischem Abenteuer“ ist wie eigentlich jedes Zeitabenteuer von Atlan. Wenn der geneigte Hörer nicht wüsste, dass Atlan aus dem Perry-Rhodan-Universum kommt, er hätte auch aus der Zeit stammen können, in der dieses Abenteuer spielt.
Denn er gibt sich als Söldner Askhan Arcon aus und trifft in diesem Zeitabenteuer auf Kaiser Nero, der ihn nicht nur einmal aus dem Weg schaffen will. Er soll nämlich für ihn arbeiten und am besten dabei auch während der ihm übertragenen Aufträge sterben. Aber Nero hat wenig Erfolg und Atlan kann sich immer wieder behaupten. Nun möchte er das Volk von Nero befreien … verständlich, denn der Kaiser neigt zum Wahnsinn. Ein Mordanschlag kommt dabei für ihn nicht in Frage, er hat andere Pläne.
Bei den auftretenden Personen hat der Autor neben Kaiser Nero auf weitere geschichtlich Verbürgte wie den römischen Tribun Marcus Vinicius, der Atlan hier auch nicht wohlgesonnen ist, oder den Philosophen Lucius Annaeus zurückgegriffen. Dazu gesellen sich eigene Figuren aus der Feder von Hans Kneifel wie Atlans Sklavin Lalaga, die sich in die lange Reihe seiner Gefährtinnen einreiht.
Und die Kombination aus Figuren und Handlung ist es auch, die dieses Zeitabenteuer spannend macht und bis zum Ende hält. Der Hörer fiebert hier nicht nur mit Atlan mit, sondern will auch wissen, was aus seiner Lalaga wird, welche finsteren Pläne Nero aushecken wird, um sich Atlan vom Hals zu schaffen und wie Atlan diese durchkreuzen will, um schließlich selbst gegen Nero aufzubegehren.
Die ganze Zeit über begleitet Renier Baaken den Hörer als fesselnder Erzähler. Mit viel Einsatz vor dem Mikro bringt er uns die Epoche und die Personen nahe, die zu diesem Abenteuer ihren Beitrag leisten. Dabei erweckt er jeden einzelnen durch seine indivduelle Interpretation von Protagonisten und Antagonisten zum Leben und lässt sie so bunt wie das Cover dieses Zeitabenteuers über die Kopfkinoleinwand des Hörers laufen.
Baaken macht seinen Job so, wie ihn ein guter Geschichtenerzähler machen muss: Er bindet den Zuhörer an die Story, gibt ihr aber auch seine eigene Note, durch die Art und Weise wie er sie erzählt. So erlebt der Hörer Atlans Werdegang unter Nero, seine Einsätze und den abschließenden Höhepunkt in der Arena gefühlsecht mit und wird sich, trotz der beachtlichen Länge von 22 Hörstunden, schon auf die nächste Ausgabe und die nächste Geschichtsstunde mit Atlan freuen. Vorlagen und Zeitabenteuer gibt es noch genügend … 54 an der Zahl.
Der Autor:
Hans Kneifel (* 1945) wuchs er in Oberbayern auf, seit 1948 lebt er in München (und zeitweise auf Sardinien). Nach seiner Ausbildung zum Konditormeister und dem Begabtenabitur 1960 begann er ein Studium der Pädagogik, das er 1965 mit dem Staatsexamen abschloss. Er war danach Berufsschullehrer, bis er sich entschloss, freier Schriftsteller zu werden. 1956 debütierte er mit dem Roman Uns riefen die Sterne, inspiriert von dem Kinofilm Endstation Mond. 1965 erschien sein erstes Perry-Rhodan-Taschenbuch, drei Jahre später wurde er in das Team der Perry-Rhodan-Heftserie berufen. Bei der Stadtzeitschrift Wir Münchener fungierte er in den achtziger Jahren als Chefredakteur. Nach jahrelanger Abstinenz schreibt er jetzt wieder als Gastautor an der Perry-Rhodan-Heftserie mit. (Wikipedia)
Der Sprecher:
Renier Baaken (* 1949) ist freischaffender Sprecher für Synchron, Werbung, Industriefilm, Ladenfunk und Hörbücher. Er studierte in Düsseldorf englische und amerikanische Literaturwissenschaft, Psychologie, Philosophie und Theaterwissenschaft. Als Schauspieler war war er in Düsseldorf und Moers engagiert sowie in mehreren Fernsehspielen und -serien (z. B. „Achtung Zoll“, „MS Franziska“ etc.) Seit den 1990er Jahren verlegte er sich mehr und mehr auf Sprecherrollen. Seit 2002 spricht er verschiedene Rollen in „Perry Rhodan“-Hörspielen und seit 2007 liest er Hörbuch-Versionen der „Perry Rhodan“-Heftserie. (Perrypedia)
Die MP3s und das Booklet
Die Qualität der MP3s entspricht nicht dem Eins-A-Medien-Standard, was nicht heißt, dass dieses Hörbuch schlechter klingt. Die MP3s sind nicht mit einer festen Bitrate codiert, sondern mit ABR, also einer durchschnittlichen Bitrate von 135 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende.
Das an einen Zeichentrickfilm erinnernde farbenfrohe Cover ziert nicht nur die beiden MP3-CDs, sondern auch die ID3-Tags der MP3-Dateien. Dazu bekommt der Hörer ein Booklet-Faltblatt, in dem die Technik-Credits zu finden sind und ein paar Infos zum Sprecher. Außerdem gibt es noch etwas Werbung zu den MP3-CD-Versionen der Perry Rhodan Silber Editionen ab Nummer 74.
Mein Fazit:
Ob historisches Abenteuer rund um Kaiser Nero mit Science-Fiction-Einflüssen oder umgekehrt, es ist und bleibt ein Abenteuer, das den Hörer im wahrsten Sinne des Wortes einen ganzen Tag lang unterhält. Und dazu trägt nicht zuletzt auch der engagierte und mit viel Schauspiel und Einsatz vor dem Mikro agierende Renier Baaken bei.
2 MP3-CDs Spieldauer: 22:02 Stunden Tracks: 237 Gelesen von Renier Baaken Romanvorlage: ATLAN – Blauband 7 (1995), bestehend aus den Perry-Rhodan-Planetenromanen 83, 254, 259, 266 und 116 ISBN-13: 978-3943013092 www.einsamedien.de
In der langen Geschichte der Menschheit war Perry Rhodans Plan ohne Beispiel: Die Erde, die Urheimat der Terraner, und der Mond sollten mit einem Sprung durch den Hyperraum an eine neue Heimat versetzt werden. Eine Heimat, die den Flotten der Laren und Überschweren, den neuen Herrschern der Milchstraße, entzogen sein sollte. Doch der tollkühne Sprung endete nicht in der erhofften Sicherheit: Erde und Mond rematerialisierten zwar reibungslos im Normalraum, aber nicht an dem vorgesehenen Zielpunkt. Perry Rhodan und die Menschheit fanden sich in einem unbekannten Teil des Universums wieder, Millionen, möglicherweise sogar Milliarden Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Die Menschheit steht erneut am Anfang. Sie macht sich auf, ihre neue Heimat zu erkunden – und muss erkennen, dass eine dunkle Macht über dem „Mahlstrom der Sterne“ herrscht … (Verlagsinfo)
Mein Eindruck
Warum es am Ende der letzten Silber Edition 77 keinen Cliffhanger gegeben hat, wird schnell klar. Wie an einem straffen Gummiband gezogen, schnellt der Handlungsfaden wieder zurück in die Milchstraße. Das wird sicher alle freuen, die sich seit einiger Zeit fragen, was denn die Zurückgelassenen und auch die Laren zwischenzeitlich so unternehmen, um Perry und die Erde zu finden.
In der Milchstraße arbeitet nämlich alles auf Hochtouren daran, den neuen Standort der Erde zu finden. Ein Planeten-Flucht-Befreiungs-Abenteuer, das von Tom Jacobs perfekt eingelesen wurde, macht hier den Anfang.
Dann hängts ein wenig durch, weil die diplomatische Bremse in Andromeda nicht nur Atlan aufhält, sondern auch den Hörspaß ein wenig trübt. Der Wechsel zum Planetenabenteuer entschädigt dann aber wieder für die ein wenig gestreckte Handlung. Tom Jacobs schöpft aus dem Vollen und hängt sich richtig rein. Seine packende und sehr lebendig variable Sprecherleistung bindet den Hörer auch in Phasen, in denen er die Geschichte gern selbst vorantreiben möchte.
Nun erwartet uns ein Liebes-Drama, das auch ein wenig ablenkt und aufhält. Dann aber gehts spannend an anderer Stelle weiter. Tom Jacobs agiert aber weiterhin überragend vor dem Mikro und lässt nicht den Hauch von Langeweile aufkommen, wo eigentlich welche wäre.
Und als Abschluss erleben wir noch ein recht ausführlich geschildertes Solo-Abenteuer von vier Technikern auf unfreiwilligen Abwegen. Tom Jacobs vermittelt die ganze Dramatik auf Seiten der Techniker und ihrer Gegner perfekt und unterhält auch in diesem abschließenden Teil der Silber Edition gewohnt souverän.
Die Effekte – Der Hintergrund
Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund. Dieser Teppich fällt aber kaum auf, weil er so leise und unscheinbar klingt, als wären es Nebengeräusche.
Die MP3s und das Booklet
Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten Silber Edition beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.
Diesmal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 687 „Begegnung im Chaos“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich auf jeder CD als JPG-Datei in der Auflösung 1427 x 1422 bei. Außerdem bekommen wir noch das Cover von Heft 682, „Terror der Ungeborenen“, als JPG-Datei in der Auflösung 2000 x 2958 zum Ausdrucken als Poster.
Als Bonus gibt es wie immer ein Booklet. Hier finden wir ein Tracklisting mit den Kapitelnamen, ein Vorwort von Horst Hoffmann, eine Risszeichnung einer 60-m-Korvette, eine Zeitleiste und die Cover der in dieser Silber Edition enthaltenen Heftromane Nr. 680, 681, 682, 683, 686 und 687. Außerdem gibts am Ende noch mal die schicke CD-Cover-Version von Band 683 zu sehen. (*Rrrrrrrrrr*)
Mein Fazit:
Wir sind wieder zurück in der Milchstraße und erfahren, wie es den Zurückgebliebenen ergangen ist. Diese Silber Edition ist nicht so actiongeladen wie manch andere und verliert sich manchmal in ein wenig zu langen diplomatischen Verhandlungen oder einem Liebesabenteuer. Da hier aber sechs Romane zusammengefasst sind, wird es für jeden Geschmack etwas geben.
Tom Jacobs unterhält gewohnt lebendig und authentisch und schafft es auch in Phasen, in denen bei dem einen oder anderen Langeweile aufkommen könnte, den Hörer an das Hörbuch zu binden. Und das hat er nach 16.5 Stunden guter Unterhaltung dann auch nicht bereut.
2 MP3-CDs Spieldauer der Lesung: 16:34 h Anzahl der Tracks: 189 Gesamtgröße der Dateien: 1.35 GB Sprecher: Tom Jacobs ISBN-13: 978-3943013078
Auch erhältlich als Download-Abo in jeweils vier Teilen, die im Abstand von je drei Wochen erscheinen.
Ernie Shane ist tot. Unter dem Einfluss des Geistes von Jack The Ripper hatte Shane mehrere Frauen und schließlich sich selbst ermordet. Doch ist der Schrecken damit vorbei? Als in dem Vergnügungs-Park „Horror-Land“ das abgetrennte Haar einer Frauenleiche gefunden wird, ahnt Oberinspektor John Sinclair nicht, dass er bereits einer Spur folgt, die ihm sein Feind gelegt hat. Eine Spur, die Sinclair bis an den Rand des Wahnsinns führen wird. (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Dieses Mal beglückt uns das Sinclair-Team mit der Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer 216, dessen Cover auch diese Hörspielversion ziert und der fieserweise der erste Teil eines Mehrteilers ist. Also darf der Hörer von Anfang an auf einen gemeinen Cliffhanger gespannt sein.
Diese Folge fängt mit einem Grinsen für den Hörer an, befinden wir uns doch im „Vergnügungspark Horror-Land“, der für diese Folge der Hauptschauplatz sein wird. Danach folgt eine Runde Fremdschämen für John mit anschließendem Traurig-sein mit John. Und danach gefriert dem Hörer das Blut in den Adern.
Denn direkt nach diesem „Vorspiel“ wird diese Folge zu einem Psycho-Schocker, wie ich ihn lange nicht erlebt habe. War die letzte Folge mit der Leichenkutsche noch ein Krimi, ist „Der Ripper kehrt zurück“ blanker Horror. Erst bemächtigt er sich Jane und dann springt er mithilfe der virtuos und mit Liebe zum entsetzlichen Detail eingesetzten Effekte auch in den Kopf des Hörers … der Horror und der Ripper.
Die Sprecher bieten blankes Entsetzen und puren Wahnsinn, die authentisch und lebendig oder nicht-mehr-allzu-lange-lebendig im Horror-Kopfkino des Hörers ankommen. Dramatische Musik untermalt das Szenario und die Effektemacher ziehen alle Register, um wirklich unter die Haut zu gehen.
Und in dem Moment als auch John Sinclair das ganze Ausmaß des Wahnsinns erfasst, da hören wir Joachim Kerzel „Ende des ersten Teils“ sagen und werden zurück in die Realität katapultiert. Der Schrecken geht weiter …
Die Sprecher und ihre Rollen:
Erzähler – Joachim Kerzel
John Sinclair – Frank Glaubrecht
Suko – Martin May
Sir James Powell – Karlheinz Tafe
Jane Collins – Franziska Pigulla
Muriel – Anjy Rybiczka
Jill Clark – Tanja Gerke
Ripper – Jörg Hengstler
Phil Bigger – Jörg Döring
Freddy Corman – Robin Kahnmeyer
Dick Reynolds – Phillip Schepmann
Junge – Frederik Döring
Mitch – Gerrit Schmidt-Foss
Martin – Rainer Fritsche
Mark Meyer – Tobias Kluckert
sowie Fred Bogner, Detlef Bierstedt, Ralf Caspers, Marion von Stengel, Marie Bierstedt und Markus Pfeiffer
Technik-Credits:
Produktion: Alex Stelkens (WortArt), Marc Sieper (Lübbe Audio)
Realisation: Ila Schnier von Wittich
Tontechnik und SChnitt: ear2brain productions
Buch und Regie: Oliver Döring
Die Ausstattung:
Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.
Mein Fazit:
Ein echter Psycho-Horror-Schocker, der unter die Haut geht. Der Ripper überfällt nicht nur Jane, sondern schleicht sich auch in den Kopf des Hörers, der in einem blutigen Kopfkino ein echtes Horrorland erlebt.
Audio-CD mit ca. 48 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3-7857-4475-8 www.luebbe-audio.de
Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: (4 Stimmen, Durchschnitt: 1,50 von 5)
London, Ende des 19. Jahrhunderts: In Viertel Whitechapel geschehen unheimliche Morde an Prostituierten. Der Täter wird „Jack the Ripper“ genannt und bleibt trotz aller Ermittlungen unauffindbar. Inspector Abberline vom Scotland Yard bittet schließlich Sherlock Holmes um Hilfe, den berühmten Detektiv aus der Baker Street.
Sherlock Holmes legt allerdings gerade eine Pause ein und hat kein Interesse an Fällen, erst recht nicht an so einem unappetitlichen Fall wie den Jack-the-Ripper-Morden. Das ändert sich aber, als der Inspector Dr. Watson als Zeugen und eventuell sogar Tatverdächtigen sprechen möchte. Holmes ehemaliger Wohnungsgenosse, Freund und Partner bei Ermittlungen hat vor wenigen Monaten geheiratet, sich anscheinend aber bereits wieder von seiner Frau getrennt.
Teil 1: _363 MB, 4:17 h, 54 Tracks_
Teil 2: – erscheint am 22.11.2011 –
Teil 3: – erscheint am 13.12.2011 –
Teil 4: – erscheint am 03.01.2012 –
_Die Handlung:_
Man schreibt den Mai des Jahres 3460. Die Milchstraße ist von den technisch überlegenen Laren und ihren Helfershelfern, den Überschweren, unterjocht. Die wenigen Menschen, die den Invasoren entkommen konnten, haben sich in den Schutz einer Dunkelwolke geflüchtet. Da verfällt Leticron, der Führer der Überschweren, auf einen teuflischen Plan: Er bringt das Bewusstsein eines Mutanten in seine Gewalt. Es soll ihm den Weg zum letzten Versteck der Menschheit weisen … Erde und Mond sind derweil verschollen. Der Sprung durch den Hyperraum, der die Heimat der Menschheit in die Sicherheit der Dunkelwolke hatte bringen sollen, endete im unendlich weit entfernten Mahlstrom der Sterne. Aber die Zuflucht im Mahlstrom erweist sich bald als brüchig. Seine Herrscher, das Insektenvolk der Ploohns, fassen die Neuankömmlinge als Bedrohung auf – und ihre Königin schickt eine gewaltige Flotte aus, um die Erde und ihren Trabanten in einen Glutball zu verwandeln …
(Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 79|)
|Dieser Teil|:
Thomas Kantenberg, ein ehemaliger USO-Agent, wechselt nach langer Gefangenschaft die Seiten und tritt undercover in die Dienste von LETICRON, dem ersten Hetran der Milchstraße. Dieser will sich in den Besitz der Mutantenbewusstseine bringen, die auf WABE 1000 gespeichert sind. Aber Kantenberg will ihm nicht nur das ermöglichen, denn er erfährt etwas immens Wichtiges …
_Mein Eindruck:_
Nachdem wir in der letzten |Silber Edition| eine Menge Abenteuer mit Perry und dem sonnentransmitterversetzten Sol-System erlebt haben, blendet die Handlung wieder zu den in der Milchstraße Verbliebenen. Hier lernen wir Thomas Kantenberg kennen, der auf der Gefangenenwelt Zabrijina festsitzt.
Von Leticron, dem Ersten Hetran der Milchstraße, unterstützt, wird Kantenberg zum Verräter und der Fokus der ersten drei Hörstunden liegt klar auf der Geheimagenten-Story rund um den Terraner.
Nachdem Kantenberg das Bewusstsein des Teleporters Tako Kakuta aufgenommen hat, schwenkt das Hauptaugenmerk langsam in Richtung des Mutanten, um dann in der letzten Stunde komplett auf ihm zu liegen. Aus Gründen, die dem Hörer nicht entgehen werden.
Die Idee des Autors, den Plan von Leticron nicht durch Suggestion oder Hypnose auf Kantenberg zu übertragen, sondern durch chemische Kapseln, ist interessant. Auch der Einfall, die auf WABE 1000 gelagerten Mutanten-Bewusstseine auf verschiedene Wirte zu übertragen, um sie zu evakuieren, sorgt für Spannung.
Generell gibt es in diesem Teil der |Silber Edition| zwei Handlungsstränge, die generell nacheinander ablaufen und sich nur in der Mitte für eine Weile treffen. Der Verrat Kantenbergs, seine inszenierte Flucht mit anschließender Bespitzelung und später die Flucht von Tako Kakutas Bewusstsein, das sich Rettung suchend mehrfach einen neuen Wirt beschaffen muss, um nicht den Laren in die Hände zu fallen.
Die Laren sind es dann auch, die uns hier den sonst so übermächtig souveränen Leticron einmal auf eine ganz andere Weise zeigen, nämlich als winselnden und ängstlichen Diener, der weiß, dass es ihm an den Kragen geht, weil er Mist gebaut hat.
_Das Hör-Erlebnis:_
Andreas Laurenz Maier macht einen engagierten Job, indem er viel Einsatz vor dem Mikro zeigt. Sein Leticron klingt mächtig und wichtig, nachdem er sich Kakuta einverleibt hat noch stärker. Aber auch emotionaler, gegen Ende gar ängstlich, verzweifelt und heulend, als er von den Laren verhört wird.
Atlan klingt gewohnt souverän und selbstsicher und Thomas Kantenberg je nach Situation aufgebracht, aufrührerisch, nervös, neugierig, müde oder erschöpft.
Maier trennt die Charaktere wiedererkennbar für die Hörer voneinander und verleiht jeder Figur Leben. Dabei legt er sich zur jeweiligen Situation passend richtig ins Zeug und bringt spannende Unterhaltung ins Ohr des Hörers.
|Die Effekte – Der Hintergrund|
Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund. Dieser Teppich fällt aber kaum auf, weil er so leise und unscheinbar klingt, als wären es Nebengeräusche.
|Die MP3s|
Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die 48 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten |Silber Edition| beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.
Diesmal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 689 „Die Irrfahrt des Mutanten“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.
Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.
Neu ist die Kürzung der Dateinamen in der Mehrtrack-Version. Aus „Perry__Rhodan__Silber__Edition“ wurde ein kompaktes „PRSE“, was das Ganze übersichtlicher macht, grad für MP3-Player mit kleinem Display, die nicht das ID3-Tag, sondern den Dateinamen anzeigen.
_Mein Fazit:_
Wir sind wieder in der Milchstraße angekommen und treffen auf Leticron und die Laren. Dieser Teil ist zu zwei Dritteln ein Geheimagenten-Abenteuer eines übergelaufenen Terraners und zum letzten Drittel ein Fluchtabenteuer eines Mutantenbewusstseins. Und da diese Flucht noch nicht beendet ist, wartet der Hörer gespannt auf den nächsten Teil und drückt die Daumen, dass Tako Kakuta auch wirklich entkommen wird.
Andreas Laurenz Maier macht einen prima Job und unterhält kurzweilig durch seinen engagierten Einsatz vor dem Mikro.
|MP3-Download mit ca. 363 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:17 h
Anzahl der Tracks: 54
Sprecher: Andreas Laurenz Maier
ISBN-13: 978-3943393163|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net
|Hinweis:| Die |Silber Edition 79| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 03. Januar 2012 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.
Band 1: |Synir Duftsins|, 1997 (deutsch: [„Menschensöhne“ 1217 2005)
Band 2: |Dauðarósir|, 1998 (deutsch: [„Todesrosen“ 5107 2008)
Band 3: |Mýrin|, 2000 (deutsch: [„Nordermoor“ 402 2003)
Band 4: |Grafarþögn|, 2001 (deutsch: [„Todeshauch“ 2463 2004)
Band 5: |Röddin|, 2002 (deutsch: [„Engelsstimme“ 2505 2004)
Band 6: |Kleifarvatn|, 2004 (deutsch: [„Kältezone“ 4128 2006)
Band 7: |Vetrarborgin|, 2005 (deutsch: [„Frostnacht“ 3989 2007)
Band 8: „Kälteschlaf“
Band 9: „Frevelopfer“
Band 10: _“Abründe“_
Band 11: „Furðustrandir“ (noch ohne dt. Titel)
_Grenzenlose Gier: Nummer vier muss sterben_
Island 2005 – die Wirtschaft boomt in nie gekanntem Ausmaß. Ehrgeizige junge Unternehmer machen durch clevere Finanzgeschäfte weltweit von sich reden. Ganz Island bewundert seine „Expansionswikinger“. In dieser Zeit des unbegrenzten Wachstums kommt ein Banker durch einen Sturz von einer Steilklippe ums Leben. Ein Unfall? Kurz darauf wird eine junge Frau von einem Schuldeneintreiber zu Tode geprügelt. Beide Ereignisse scheinen zunächst nichts miteinander zu tun zu haben. Nur eines ist sicher: Geld spielte in beiden Fällen eine entscheidende Rolle … (Verlagsinfo)
_Der Autor_
Arnaldur Indriðason, Jahrgang 1961, war Journalist und Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung. Heute lebt er als freier Autor bei Reykjavik und veröffentlicht mit großem Erfolg seine Romane. Sein Kriminalroman „Nordermoor“ hat den „Nordic Crime Novel’s Award 2002“ erhalten, wurde also zum besten nordeuropäischen Kriminalroman gewählt, und das bei Konkurrenz durch Hakan Nesser und Henning Mankell!
Walter Kreye, geboren 1942, studierte an der „Schauspielschule Bochum“. Er spielte an den großen Theatern Deutschlands und ist dem Hörer nicht nur durch zahlreiche Film- und TV-Rollen bekannt. Seit Anfang 2008 ist kreye als Nachfolger von Rolf Schimpf alias „Leo Kress“ in der Krimiserie „Der Alte“ zu sehen. Seine Stimme war in den verschiedensten Hörspiel- und Hörbuchproduktionen zu hören. Für Hörbuch Hamburg hat er beispielsweise „Der Professor“ von Amélie Nothomb gesprochen.
Regie in den L.A. Tonstudios, Köln, führte Thomas Krüger. Die Musik trug Michael Marianetti bei. Den Text kürzte Kai Lüftner.
_Handlung_
Kommissar Erlendur ist im Urlaub. Seine Assistent Sigurdur Oli denkt, er tut einem Freund nur einen Gefallen, als er an die Haustür des Ehepaars Sigurlina Thorgrimsdottir und Ebenezer – kurz „Lina“ und „Ebi“ – klopft. Doch dann geht die Tür von alleine auf … Sein Freund, der Ingenieur Patrickur, hat ihn mit dem erfolgreichen Reiseleiter Hermann bekannt gemacht. Der hat behauptet, „Lina“ und „Ebi“ würden ihn und seine Frau erpressen. Sie drohten, die Fotos und Videos, die sie auf gemeinsamen Swinger-Partys gemacht hätten, ins Internet zu stellen, sollten sie nicht zahlen. Tja, und nun tritt Sigurdur in Linas Haus.
Eine weibliche Gestalt liegt blutüberströmt auf dem Boden des verwüsteten Wohnzimmers. Ist es Lina? Als Oli sie untersucht – sie lebt noch – bemerkt er eine Bewegung aus dem Augenwinkel und kann den Hieb eines Baseballschlägers gerade noch abwehren. Da flüchtet der Mann sofort, Oli ihm nach. Doch der Mann scheint ein wahrer Sprinter zu sein, und Oli verliert seine Spur im Park vor der psychiatrischen Klinik. Die Fahndung erbringt nichts. Lina wird im Koma ins Krankenhaus eingeliefert. Ihr Mann Ebenezer kehrt sofort von seiner Gletschertour zurück und starrt Lina bestürzt an. Alle Fragen Olis hinsichtlich Erpressung und so wehrt er als Unsinn ab.
Doch als Sigurdur die Besitzer der Autos am Tatort abklappert, stößt er auf die Telefonistin Sara. Sie hat ihn angelogen, findet er zu seinem Leidwesen heraus. Beim Nachhaken gibt sie zu, dass ihr Bruder Kristian ihr Auto einfach genommen habe. Und Kristian, ein Junkie, gibt an, er habe das Auto seinem Freund Thorarinn leihen müssen, um seine Schulden abzubauen. Thorarinn ist offenbar laut Akte ein Drogendealer, der Kristian einsetzte, und zudem ein Schuldeneintreiber mit Knochenbrecherqualitäten. Und Lina und Ebenezer haben offenbar hohe Schulden bei ihm.
Genau wie Hermann und seine Frau, die politische Ambitionen hat. Als Oli eine Kollegin der inzwischen verstorbenen Lina in einer Wirtschaftsprüferkanzlei befragt, steht auf den Kundenlisten auch der Name von Hermann und Patrickur. Die beiden haben Oli ebenfalls angelogen. Sie kannten Lina und Ebi schon vor der Swinger-Party. Und zur Rede gestellt gibt Patrickur unumwunden zu, er habe mit Lina geschlafen. Aber nur einmal. (Wirklich?) Was verschweigen die beiden ihm noch, fragt sich Oli. Er ahnt noch nicht, dass der isländische Banker Thorfinnur, der auf einer von Linas Wandertouren erst verschwand und viel später tot im Meer wiedergefunden wurde, etwas mit dem Angriff auf Lina zu tun haben könnte.
Denn Oli beschäftigt sich mit einem zweiten, erschütternden Fall. Der Stadtstreicher Andres gibt ihm einen kurzen 8-Millimeter-Film, auf dem er selbst als zehnjähriger Junge zu sehen ist. Wer filmt den offensichtlich verzweifelten Jungen? Ist es der Peiniger? Mit Hilfe einer Lippenleserin erfährt er, was der gepeinigte Junge fortwährend zu dem Filmer sagt: „Hör auf! Ich will nicht mehr.“
In einem Gespräch mit Andres wird Olis Verdacht erhärtet, dass es sich bei dem Filmer und Peiniger des jungen Andres – das muss um das Jahr 1970 gewesen sein – um dessen Stiefvater Rögnvaldur handeln muss. Der war zwischenzeitlich verschwunden, ist aber vor wenigen Monaten wieder aufgetaucht. Und wieder verschwunden. Hat Andres dabei die Finger im Spiel? Wozu hat er sich eine Ledermaske gefertigt?
Dann widmet sich Oli wieder dem Fall des Mordes an Lina. Von dem Junkie Kristian erhält er einen Hinweis auf Höddi, einen Freund des untergetauchten Thorarinn. Er folgt ihm spätabends und gelangt zurück in jene Gegend, in der er seinerzeit die Spur des Sprinters verlor. Tatsächlich war Thorarinn mal Leichtathlet und trägt den Spitznamen „Toggi Sprint“. Kein Wunder, dass er Oli abhängte. Nachdem Höddi für eine halbe Stunde mit einer Tüte Hamburger in einer Autowerkstatt verschwunden und ohne diese Tüte wieder weggefahren ist, schleicht sich Oli vorsichtig zur Werkstatt …
_Mein Eindruck_
Olis Ermittlung bewegt sich relativ zielstrebig und linear ihrem Ziel zu. Er hat zwei Morde aufzuklären, den an Lina und den an dem Banker Thorfinnur. Offenbar besteht zwischen den beiden Fällen eine Verbindung. Hat der Schuldeneintreiber Thorarinn etwas mit den Bankern zu tun, die den Mord an ihrem Kollegen vertuschen wollten, indem sie Lina, die Reiseleiterin, ebenfalls beseitigten? Oder steckt noch mehr dahinter?
Welche Rolle spielen dann in dieser Verbindung die Herrschaften Hermann und Patrickur sowie ihre Frauen? Erst als Oli spätabends noch mal die Abhörprotokolle von Höddis Telefon durchliest, stößt er auf den Schlüssel, einen Namen, der ihm sehr bekannt vorkommt. Er schimpft sich einen dämlichen Hornochsen, weil er sich von einer persönlichen Beziehung zu einem Namen in dem Fall hat abhalten lassen, genauer nachzuforschen. Er schwört sich, keine Gnade mehr walten zu lassen und dann den gesamten Doppelfall an seine Kollegen abzugeben – er steckt viel zu tief persönlich drin.
|Nemesis der Gier|
Soweit so schön. Der Rest der Geschichte ist allerdings ein wenig vorhersehbar. Vier isländische Banker führen anno 2005 – also kurz vorm Crash – mit Lina nach Nordisland, doch nur drei kehrten zurück. Warum musste Nummer 4 sterben? Und warum hat Lina laut Kollegin gesagt, die vier würden ein „kaltschnäuziges Projekt“ einfädeln?
Vom heutigen Kenntnisstand aus gesehen, ist die Bankenkrise in Island eine Geschichte der allseitigen Gier, des Größenwahns und des Filzes gewesen. Als Indridason seinen Roman schrieb, kamen die wichtigsten Fakten zu dem allumfassenden Skandal, der den Präsidenten das Amt kostete, in einem Klima der Empörung ans Tageslicht, und entsprechend prangert der Autor auch die Machenschaften der Banker an.
Anno 2009 trug dieser Krimi sicher zu Erhellung der Fakten bei und klagte zurecht die richtigen Drahtzieher an. Aber uns Mitteleuropäern ist vielleicht das gesamte Ausmaß der Katastrophe nicht bewusst, und in dieser Hinsicht liefert der Roman einen nützlichen Beitrag. Und erst unter diesem Blickwinkel ergibt der Handlungsstrang mit dem als Kind missbrauchten Andres einen Sinn.
|ACHTUNG, SPOILER!|
Den Bankern in Island ging es vor allem um billige Kredite. Diese bekamen sie aus allen möglichen Quellen, solange jeder jedem die Bonität bescheinigte – ein Geflecht von Interessen, Filz genannt. Damit die Kredite Zinsen abwarfen, bedurfte es zweier Bedingungen: einer Spezialität des isländischen Kapitalmarktes, die den Zins laufend steigen ließ, und einer Vielzahl von Investitionsmöglichkeiten. Die Jung-Banker wurden zu „Expansionswikingern“, die in ganz Europa, v. a. aber in London, Anlagemöglichkeiten suchten.
Als ihnen ein Luxemburger Bankmanager die Riesensumme von 45 Mio. Euro als Darlehen anbot, konnten sie die günstigen Bedingungen kaum fassen. Ein Jahr lang keine Tilgung, die Zinsen praktisch garantiert und – aufgeteilt auf fünf – in Steueroasen praktisch unversteuert anlegbar. Was für ein Schnäppchen! Doch Banker Nr. 4, Thorfinnur, wurde misstrauisch: Woher stammt diese Riesensumme?, wollte er wissen. Für wen sollten sie das Geld waschen, etwa für die Mafia? Als er es endlich erfuhr, stieg er sofort aus und wollte zur Polizei gehen. Das konnten die anderen drei nicht zulassen. Auch wenn sie selbst ein mieses Gefühl dabei hatten, Geld aus der Kinderpornografie zu verwenden …
Das Stichwort „Kinderpornografie“ ist der Berührungspunkt zu Andres‘ Tragödie. Denn von ihm wurden ja Pornofilme gedreht, die dann wiederum ordentlich Profit einbrachten. Die 45 Millionen sind richtiges Blutgeld, erkauft mit dem Leid von kleinen Kindern. Als Andres auf einem schneebedeckten Grabstein einsam und verlassen erfriert, stirbt er stellvertretend für alle Opfer der Kinderpornografie – und der Finanzhaie in Island. Genauso gut hätte der Autor die Banker ans Kreuz nageln können. (Der Kreuzigungstod ist einer der qualvollsten: Das Opfer verblutet nicht, sondern erstickt.)
_Der Sprecher_
Walter Kreye ist einer der besten männlichen Sprecher im deutschsprachigen Raum. Man nimmt ihm den Ausdruck der Anklage und der Betroffenheit durchaus ab, wenn er Sirgurdur Oli dies darstellen soll. Oli ist ein altertümlicher Typ: Er regt sich noch über die Fehler junger Männer auf, statt sie apathisch zu ignorieren oder sarkastisch abzuqualifizieren. Er ist seine eigene „moralische Anstalt“, um mit Schiller zu reden. Das macht ihn als Mensch so sympathisch, als Ermittler so hartnäckig und als Figur so anachronistisch. Für eine solche Figur ist Kreyes Vortragsweise wie geschaffen.
Denn er legt noch Emphase in seinen Vortrag, statt den Text routinemäßig runterzurattern. Seine Figuren seufzen noch, flehen und klagen, regen sich auf und drohen sogar. Wenn er den alten Andres darstellt, dann stimmt das zwar nicht alles hundertprozentig, aber die stockende, heiser-leise Ausdrucksweise des Missbrauchsopfers und Alkoholikers geht dennoch unter die Haut. Wenn man gewillt ist, genau zuzuhören.
Die männlichen Figuren weiß Kreye gut auseinanderzuhalten, doch die weiblichen klingen alle gleich. Deshalb muss er sie situationsbedingt individuell darstellen. So ist etwa Linas Kollegin in Zeitnot und redet hastig – was Oli in keinster Weise aus seiner Seelenruhe bringt. Die markanteste männliche Figur neben Andres ist Höddi, der Schläger, der stets eine Drohung auf den Lippen hat.
Jede CD endet mit einem Teil des Intros bzw. Outros, das Michael Marianetti beigesteuert hat. Ein Piano spielt dramatische Kadenzen, bis schließlich die unterstützende Rhythmusgruppe hinzukommt, so dass das Grundmotiv allmählich in Fahrt kommt. Das ist zwar nicht ausgefeilt, aber wirkungsvoll, und das reicht.
_Unterm Strich_
Das Anliegen Indridason ist löblich: Die Kritik an der Exportwikinger-Mentalität der Isländer vor 2008, die alles, was sie raffen konnten, auf Pump kauften – bis das Pump-System zusammenbrach. Die dabei an den Tag gelegte Gier kostete nicht nur zwei Menschenleben, deren Verlust unser braver Inspektor herauszufinden hat, sondern hatte auch einen moralischen Preis: Kinderpornografie, deren Profiten gewaschen werden sollten.
Was mir an diesem Plot fehlte – und das lag vielleicht an der Kürzung des Textes – waren eine Liebesgeschichte und eine persönliche Verstrickung des Ermittlers in den ganzen Fall. Diese Verstrickung ist zwar in den Augen der Polizei gegeben, aber nicht in unseren Augen. Ein paar Frenden einen Gefallen zu tun, das erscheint eher als Kavaliersdelikt.
|Das Hörbuch|
Womit ich mehr Unbehagen hatte, ist die radikale Kürzung des Textes auf den Kern des Plots hin. Das fördert zwar das Verständnis der Handlung ungemein, lässt aber praktisch nur noch zwei Charakterisierungen zu: die des Ermittlers und von Andres, seinem Antipoden, der offenbar auch im Gerechtigkeitsgeschäft ist. Wer also mehr über die gierigen Banker und ihre Mentalität erfahren will, der sollte zum Buch greifen. Allen anderen reicht die Lesung.
Walter Kreye wirft seine sprecherspezifische Autorität in die Waagschale, um die moralische Haltung des Autors und des Ermittlers zu stützen. Zurückhaltung wäre hier falsch am Platz gewesen. Und Kreye gelingt auch, die beiden Hauptfiguren Oli und Adres einigermaßen zu charakterisieren. Die meisten anderen bleiben charakterlich schattenhaft, deshalb erweckt sie per situationsabhängiger Dramatik zum Leben. Das ist okay für eine befriedigende Lesung.
|4 Audio-CDs mit 310 Minuten Spieldauer
Originaltitel: Svörtuloft (2009)
Aus dem Isländischen übersetzt von Coletta Bürling
ISBN-13: 978-3785744581|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de