Band 1: [„Erwachen“ 779
Band 2: [„Vampirblut“ 843
Band 3: [„Kreaturen der Nacht“ 2371
Band 4: [„Untot“ 2963
Band 5: [„Totenwache“ 3000
Band 6: [„Das Dämonentor“ 4368
Band 7: [„Blutlust“ 4459
Band 8: [„Höllenbrut“ 4610
Nachdem in den vergangenen zwei Bänden von Brian Lumleys „Necroscope“-Reihe hauptsächlich Historisches referiert wurde und der Leser (bzw. Hörer) ganz viel über die Vampire Thibor und Fetor erfahren durfte, zieht die Handlung in Band 5, „Totenwache“, deutlich an. Lumley nimmt die Zügel auf, schnalzt mit der Zunge und bringt in diesem durchaus dicht konstruierten Teil einige Handlungsstränge zu Ende, die über die vergangenen Bände mitgeschleift wurden. Das hat Vor- und Nachteile …
Doch zunächst zur Handlung: Nachdem es in der Vergangenheit so aussah, als könnte die Zusammenarbeit zwischen englischem und russischem Geheimdienst tatsächlich von Erfolg gekrönt sein, reißt Lumley nun das Ruder merklich herum. Denn während der Chef der Russen zusammen mit den Engländern in Rumänien versucht, Thibors Grab (und alles, was sich noch darinnen befinden könnte) endgültig auszuräuchern, plant seine Vertretung im heimischen Bronitzi heimlich den Aufstand: Ivan Girenko hält nämlich gar nichts von dieser neu erwachten Völkerfreundschaft und hält Krakowitsch für einen Verräter. Drum hintergeht er dessen Pläne, entführt Alec Kyle und lässt diesem durch eine Mischung aus Drogen und Telepathie all seine Geheimnisse entlocken.
Währenddessen versuchen die Agenten an der englischen Heimatfront endlich Yulian Bodescus habhaft zu werden. Zu diesem Zweck starten sie einen großangelegten Angriff auf dessen Elternhaus. Doch Yulian wäre wohl kein ordentlicher Vampir, wenn er nicht irgendwie entkommen könnte. Bis die Engländer seine Spur wieder aufnehmen können, ist es allerdings schon fast zu spät: Denn Yulian hat es auf den Sohn von Harry Keogh abgesehen und überfällt die Wohnung von dessen Mutter. Die dort platzierten Agenten werden praktisch überrannt und die Lage scheint aussichtslos. Doch Klein Harry hat auch ein paar Talente. Und obwohl er noch ein Baby ist, gelingt es ihm, sich selbst und seine Mutter zu retten. Den Rest darf dann der Papa übernehmen, der mit den eilig herbeigerufenen Toten Klarschiff macht.
„Klarschiff machen“ könnte fast der Untertitel dieses Hörbuchs sein, denn viele Handlungsstränge, die Lumley in den vergangenen Teilen aufgebaut hat, werden nun zu einem Höhepunkt – und dann eben einem Ende geführt. Sicherlich lässt er sich auch das ein oder andere Schlupfloch, denn schließlich ist hier ja noch lange nicht das Finale von „Necroscope“ erreicht. Und dennoch hat man das Gefühl, nun eine erste Etappe abgeschlossen zu haben. Was jedoch etwas irritiert, ist die Tatsache, dass Lumley das Wort „Ende“ wohl immer wörtlich nimmt. Der Abschluss eines Handlungsstrangs bedeutet bei ihm in der Regel, den Großteil des Personals umzubringen. Das geschieht zwar immer mit einem großen Knall, viel Action und literweise Blut. Trotzdem kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier teilweise das Potenzial von Charakteren verschenkt wird. Denn diese werden durchaus lange vorbereitet und eingeführt, um dann nie wirklich mehr zu werden als ein kurzes Zwischenspiel für eine Actionszene. Da darf die Frage schon gestattet sein, warum Charaktere so detailverliebt eingeführt werden, wenn sie dann nie eine tragende Rolle spielen dürfen. Das grenzt an Verschwendung und ist außerdem ein sehr abruptes Ende für die bisher aufgebaute Spannung.
Ebenfalls zu bemängeln ist Lumleys dilletantischer Umgang mit weiblichen Charakteren. Für ihn (und für seine Figuren) scheinen Frauen nur für zwei Dinge gut zu sein: entweder, um sie zu vergewaltigen oder um sie vor der Schlechtigkeit der Welt zu bewahren. Letzteres impliziert, das sie eben nicht selbst mit der bösen Realität umgehen können und möglichst im Unklaren gelassen werden müssen, was tatsächlich vor sich geht. Schlimmer noch: Lumleys Frauen haben in der Regel auch gar kein Interesse, irgendwie gestaltend in die Handlung einzugreifen. Das ist besonders bei Brenda, Klein Harrys Mutter, ärgerlich. Nun muss es nicht immer gleich Sarah Connor sein – die Übermutter, die ihren kriegswichtigen Sohn vor kampfeslustigen Terminatoren beschützt. Aber ein bisschen Einsatz wäre schon von Vorteil. Was könnte man aus Brenda nichts alles machen?! Aus der naiven, jung verheirateten Frau, die plötzlich Witwe wird und mit einem kleinen Sohn allein da sitzt. Die feststellt, dass dieser Sohn seltsame Fähigkeiten hat. Die schließlich selbst beim Geheimdienst aktiv wird. Stattdessen erfährt man nichts, aber auch gar nichts über Brenda. Sie ist eine langweiliger, nichtssagender Charakter, damit auch ja nicht die Gefahr besteht, der Fokus könne für einen Moment auf jemand anderen als die heldenhaften russischen und englischen Geheimagenten fallen. (Wobei diese nicht immer wirklich heldenhaft sind, sondern sich meist mit abstrusen Plänen selbst in Gefahr bringen, doch das nur nebenbei.) Wohl gemerkt: „Necroscope“ darf ruhig Männerliteratur bleiben – mit viel Blut und Gemetzel. Doch eine etwas realistischere Charaktergestaltung ist auch kein zu hoch gegriffener Wunsch.
Bleibt zu sagen, dass Lutz Riedel wieder eine reife Leistung abliefert. Seine Stimme ist tief und markant – wie gemacht für einen Stoff wie „Necroscope“, der hart und gnadenlos rüberkommen muss. Darüber hinaus ist die Tatsache, dass es diesmal schlicht mehr Handlung gibt, natürlich ein Pluspunkt. Besonders die beiden großen Actionszenen – einmal der Angriff auf Yulians Haus und dann Yulians Eindringen in Brendas Wohnung – bieten Spannungsliteratur pur. Dass Lumley außerdem so viele losen Enden zu einem abschließenden Ende bringt, stimmt natürlich auch den Leser versöhnlich. So kann man neugierig in den nächsten Band einsteigen und gespannt sein, in welche Richtung Lumley das Ruder nun drehen wird. Im Moment jedenfalls ist alles offen.
In Hamburg wird ein weiblicher Torso angespült. Ist es ein weiteres Opfer des so genannten Network-Killers, der seine weiblichen Opfer im Internet aufspürt, sie vergewaltigt, tötet und dann ins Wasser wirft? In diesem Fall ermitteln bereits Hauptkommissar Jan Fabel und seine Kollegen. So werden sie auch zum Fundort des Torsos gerufen. Kurz darauf meldet sich der Hamburger Senator Müller Voigt bei Fabel, da er zu wissen glaubt, dass es sich bei der noch nicht identifizierten Leiche um seine Geliebte – Meliha – handelt, die seit Tagen spurlos verschwunden ist. Müller-Voigt erzählt Fabel seine Geschichte und gesteht, schon seit einiger Zeit ein Verhältnis mit Meliha zu haben. Meliha war angeblich Journalistin, die die Umweltorganisation Pharos im Visier gehabt hat. Müller-Voigt vermutet, dass Meliha bei ihren Nachforschungen zu viel herausgefunden hat und nun ausgeschaltet worden ist.
Doch als Fabel beginnt, Melihas Geschichte zu überprüfen, stellt er fest, dass sie ihrem Geliebten nicht nur einen falschen Namen genannt hat, sondern auch eine falsche Adresse. Als kurz darauf auch der Senator ermordet aufgefunden wird, verdichten sich die Hinweise, die zu der Umweltorganisation Pharos führen. Doch diese schottet sich mit aller Macht von der Öffentlichkeit ab. Den obersten Boss der Organisation, Dominik Korn, kennt man praktisch nur dem Namen nach und auch seine rechte Hand, Peter Wiegand, lässt niemanden hinter die Kulissen von Pharos blicken.
Auch wenn bei den Todesopfern zuhause kurioserweise nie Handys oder Computer gefunden werden, kommt die Polizei ihrem Network-Killer immer näher. Sie überprüfen diejenigen Menschen, die in einem Internetforum zuletzt Kontakt mit den Opfern aufgenommen haben. Unklar ist aber weiterhin, ob der Network-Killer-Fall mit Pharos zusammen hängt. Hier tappt die Polizei weiter im Dunkeln, zumal sie der mysteriösen Umweltorganisation nicht das Geringste nachweisen kann …
_Der Tod kommt per Internet_
In „Tiefenangst“, dem bereits sechsten Fall von Jan Fabel und seinen Kollegen von der Hamburger Polizei, hat sich Craig Russell zwei Themen herausgepickt, um die herum er seinen Kriminalfall aufzieht: Zum einen geht es um das Internet, die Kommunikation im Internet und darum, dass sich in Chatforen Menschen kennen lernen, die sich mitunter auch im wahren Leben treffen und dort eventuell auch auf ihren Mörder stoßen können. Denn im Internet kann man sein wahres Gesicht noch viel besser verschleiern als in der Wirklichkeit, und so prangert Craig Russell diese Form der Kommunikation an und macht deutlich, welche Gefahren sich dahinter verbergen können. Doch ganz ehrlich: Wem ist das in der heutigen Zeit noch neu? Muss da ein Craig Russell herkommen, um mit dem Zaunpfahl zu wedeln und seinen Lesern bzw. Hörern davon berichten, wie gefährlich das Internet sein kann? Spätestens seit Stephanie zu Guttenbergs Fernsehauftritten dürften die Gefahren des Internets nun hinlänglich bekannt sein.
Bleibt Craig Russells zweites Thema, der Ökoterrorismus. Die Organisation Pharos ist undurchsichtig und stinkt gen Himmel. Wer dort Mitglied werden möchte, muss sich ganz dem Projekt verschreiben und all sein Vermögen der Organisation übergeben. Grundidee des Ganzen ist, dass der Mensch mit seinem Tun immer wieder in die Umwelt eingreift und sie verändert, und das prangert Pharos an und möchte verhindern, dass der Mensch weiterhin die Umwelt mit seinem Wirken zerstört. Doch gleichzeitig befinden sich im Hauptgebäude von Pharos die modernsten Computer, die Jan Fabel bislang gesehen hat. Ist das nicht ein Widerspruch? Sehr merkwürdig auch, dass die Journalistin Meliha, die Pharos ins Visier genommen hat, spurlos verschwunden ist und es scheint, als habe es sie nie gegeben. Jemand hat gründlich hinter ihr aufgeräumt und versucht, ihre Identität auszulöschen. Doch mit viel Glück stehen Fabel und seine Kollegen doch irgendwann in Melihas Wohnung und können dort nach Spuren suchen.
Die Spurensuche ist recht spannend gelungen. Auch dass die Polizei praktisch gleichzeitig in zwei Fällen ermittelt – nämlich dem Network-Killer-Fall und dem Fall der verschwundenen Meliha – ist durchaus gelungen, auch wenn man natürlich früh ahnt, dass beides zusammen hängt und am Ende die Organisation hinter den Morden steht (zu denen sich im Laufe der Geschichte natürlich noch einige hinzugesellen).
Der Spannungsbogen ist daher ganz nett gelungen, auch wenn mir die Grundidee des Buches nicht so zugesagt hat, da ich sie bereits zu abgegriffen finde. Unterstützt wird die Spannung durch David Nathans gelungenen Vortrag, der mit seiner tiefen Stimme und den stets passenden Nuancen immer wieder zu der düsteren Atmosphäre beiträgt. Besonders gelungen fand ich auch die dramatische Musik, die am Ende einiger Kapitel eingespielt wurde und mir dabei immer wieder einen Schauer über den Rücken hat laufen lassen. Die Atmosphäre in diesem Hörbuch ist wirklich hervorragend gelungen, was in erster Linie natürlich David Nathan – der nicht nur als Hörbuchsprecher hinlänglich bekannt ist, sondern vor allem als Synchronsprecher von Johnny Depp oder Christian Bale – zu verdanken ist, der wie immer eine mehr als solide Sprecherleistung abliefert.
Aber zurück zum Inhalt: Durch die parallele Ermittlung in zwei Fällen ist die Geschichte mitunter leider recht verwirrend, da man nicht so recht weiß, worauf alles hinaus laufen soll. Am Ende präsentiert uns Craig Russell eine Auflösung, mit der ich zugegebenermaßen nicht gerechnet habe, die mich allerdings auch nicht vollauf überzeugen konnte. Zwar war alles in sich stimmig, doch empfand ich die Auflösung als etwas zu „platt“.
_Was am Ende übrig bleibt_
Unter dem Strich ist „Tiefenangst“ ein recht solider Thriller, der sich rund um das Internet und eine mysteriöse Umweltorganisation dreht. Spannend wird es, als die Polizei beginnt, der verschwundenen Freundin eines Hamburger Senators nachzuforschen, denn ab dem Moment gibt Craig Russell wohldosiert immer mal wieder neue Hinweise, die zur Aufklärung des Falles beitragen. Dadurch baut sich immer mehr Spannung auf und man wird zum Mitraten animiert. Nichtsdestotrotz konnte mich der Fall nicht wirklich überzeugen, denn als die Polizei beginnt, die verschiedenen Männer zu treffen, mit denen die Opfer des Network-Killers zuletzt Kontakt hatten, franst der Fall etwas aus und wird unübersichtlich. Da verliert man schnell den Faden, gerade bei einem Hörbuch. Auch die Auflösung fand ich nicht vollauf überzeugend. Diesem zwar soliden, aber doch eher mittelmäßigen Fall steht der gelungene Vortrag David Nathans gegenüber, der zusammen mit der leider etwas spärlich eingesetzten dramatischen Musik für eine düstere Atmosphäre sorgt und das Zuhören doch wieder zu einem Genuss macht.
Download-Version mit 7:34 h Spieldauer Originaltitel: A Fear of Dark Water
www.audible.de
auch erschienen als:
6 Audio-CDs mit 454 Minuten Spieldauer Sprecher: David Nathan ISBN-13: 978-3-7857-4464-2
www.luebbe.de
Teil 1: 375 MB, 4:28 h, 51 Tracks
Teil 2: _326 MB, 3:53 h, 44 Tracks_
Teil 3: – erscheint am 28.06.2011 –
Teil 4: – erscheint am 19.07.2011 –
_Die Handlung:_
In der langen Geschichte der Menschheit war Perry Rhodans Plan ohne Beispiel: Die Erde, die Urheimat der Terraner, und der Mond sollten mit einem Sprung durch den Hyperraum an eine neue Heimat versetzt werden. Eine Heimat, die den Flotten der Laren und Überschweren, den neuen Herrschern der Milchstraße, entzogen sein sollte. Doch der tollkühne Sprung endete nicht in der erhofften Sicherheit: Erde und Mond rematerialisierten zwar reibungslos im Normalraum, aber nicht an dem vorgesehenen Zielpunkt. Perry Rhodan und die Menschheit fanden sich in einem unbekannten Teil des Universums wieder, Millionen, möglicherweise sogar Milliarden Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Die Menschheit steht erneut am Anfang. Sie macht sich auf, ihre neue Heimat zu erkunden – und muss erkennen, dass eine dunkle Macht über dem „Mahlstrom der Sterne“ herrscht … (Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 77| )
|Dieser Teil:|
Die BOX-7149 stürzt doch nicht in die Sonne, sondern schafft eine Notlandung auf dem naheliegenden Planeten Goshmo-Castle. Nach einem Angriff der Bewohner, treffen Reginald Bull und sein Team auf ein mächtiges Wesen, das aussieht wie Zeus aus der Erd-Mythologie.
Das Wesen zeigt sich wenig hilfreich, sondern möchte die Terraner zu seiner Unterhaltung behalten …
_Mein Eindruck:_
Das Autorenteam driftet hier immer weiter vom eigentlichen Zyklus-Plot, dem Kampf gegen die Laren, ab. Das ist in diesem Fall gar nicht schlimm und macht sie frei, um interessanten Ideen nachgehen zu können.
Der Kampf gegen die „Eingeborenen“ und die Auseinandersetzung mit „Zeus“ ist kurzweilig erzählt und durchweg spannend. Auch wenn dieser Teil der |Silber Edition 77| die Haupthandlung nicht vorantreibt, so werden die Erfahrungen von Bullys Team und die Bekanntschaft mit „Zeus“ sicher noch eine wichtige Rolle spielen. Einziger Kritikpunkt für mich ist die recht schnelle Sinneswandlung von „Zeus“. Das war mir irgendwie zu einfach.
_Mein Hör-Eindruck:_
Der lispelnde Gucky und der quakend krächzende Wissenschaftler Goshmo-Khan lassen den Hörer schnell Andreas Laurenz Maier als Sprecher wiedererkennen. Wieder liest er spannend und engagiert, aber seine Stimmfarbe ist dabei oftmals unangenehm im Ohr.
Wenn er den telepathisch begabten Matten-Willy spricht, dann klingt es hoch, krächzig und viel zu leise, falls man das Hörbuch im Auto hört. Genauso hoch und kratzig klingt es, wenn er die Gedanken von „Zeus“ im Kopf von Fontain spricht. Unfreiwillig komisch klingt es, wenn Gucky den Namen „Zeus“ ausspricht. Hier kann der Hörer förmlich den Regen sehen, der auf das Mikro des Sprechers dabei niedergeht.
Wie immer abgesehen von der Wahl der einzelnen Stimmfarben, bietet Maier gute Unterhaltung, die der interessanten Handlung gerecht wird.
|Die Effekte – Der Hintergrund|
Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund, der wird er aber auch gern mal spontan mitten in einem Track verlegt. Dieser Teppich fällt manchmal kaum, manchmal gar nicht und manchmal stark auf, weil er in der Lautstärke variiert, was dann teilweise den Sprecher unterstützt oder von ihm ablenkt.
|Die MP3s|
Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die 44 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten |Silber Edition| beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.
Diesmal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 678 „Zeus Anno 3460“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.
Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.
_Mein Fazit:_
Die Handlung schweift weiter ab, aber auf interessante und spannende Weise. Der Sprecher klingt bei der Auswahl an Stimmlagen für die Charaktere nicht immer angenehm im Ohr. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
|MP3-Download mit ca. 326 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 3:53 h
Anzahl der Tracks: 44
Sprecher: Andreas Laurenz Maier
ISBN-13: 978-3943013061|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net
|Hinweis:| Die |Silber Edition 77| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 19. Juli 2011 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.
In Band 3 von Brian Lumleys Endlossaga „Necroscope“ breitete der Autor die Lebensgeschichte von Thibor Ferenczy vor dem geneigten Leser aus und erläuterte ausführlich, wie dieser vor tausend Jahren zum Vampir wurde. Wer jetzt allerdings glaubt, dass damit in Band 4 nun die Geschichte um Harry und das E-Dezernat weitergehen kann, der irrt. Denn Lumley hält noch mehr Backstory für den Leser bereit.
Zwar ist Thibor mittlerweile ein Vampir, doch war er noch nie der Typ, der sich leicht unterordnen kann. Und so begehrt er sofort gegen seinen „Meister“ Fetor auf, der ihn daraufhin in den Kerker wirft und durch ein wenig Hungerfolter zur Vernunft bringen will. Doch so leicht ist Thibor natürlich nicht einzuschüchtern. Er harrt aus und wartet auf seine Chance, bis es ihm gelingt auszubrechen und Fetor zu überwältigen. Doch ist er Fetor tatsächlich für immer los? Und was ist eigentlich Fetors Geschichte?
Wie gut, dass Harry mit den Toten kommunizieren kann, denn so ist es ihm ein Leichtes, Fetor zu finden und auch seine Version der Geschichte zu hören. Und nachdem Brian Lumley dann en detail alles über walachische Untote erzählt hat, was der Leser jemals wissen wollte (oder eben auch nicht), darf es auch wieder zurück ins Jahr 1977 gehen.
Denn das englische E-Dezernat fürchtet immer noch eine vampirische Bedrohung. Und so wird ein geheimes Treffen mit dem russischen Pendant arrangiert, um herauszufinden, was die jeweiligen Abteilungen wissen und ob der Gefahr nicht irgendwie beizukommen ist. Man bedenke: Wir befinden uns mitten im Kalten Krieg, da ist es schon beachtlich, dass Ost und West so zusammenarbeiten. Doch scheinbar gehen beide Seiten von der Maxime „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ aus und erkennen in den Vampiren das größere Übel. Trotzdem ist dieses Treffen natürlich mehr als geheim. Es wird beschlossen, gemeinsam nach Rumänien zu fahren, um an der Quelle zu forschen.
Laut Harry geht die Gefahr aber nicht nur von Thibor und Fetor aus. Denn auch Yulian, mit Thibors Blut infiziert, fällt im heimischen Devon immer mehr dem Wahnsinn anheim. Im elterlichen Keller stellt er blutige Experimente an und übernimmt bald eine Gewaltherrschaft über den Haushalt. Zwar wird er vom Geheimdienst überwacht, doch sobald er dies bemerkt, hetzt er dem armen Agenten seinen Bluthund Vlad auf den Hals. Und so wird bald klar: Yulian ist abgrundtief böse. Allerdings hat diese Bosheit bisher kein wirkliches Ventil, kein Ziel. Er verletzt und tötet aus einer Art kindlichen Neugier, doch vermutlich braucht es noch die Kontaktaufnahme durch Thibor, um Yulians Niederträchtigkeit eine Richtung zu geben. Doch wehe, wenn er losgelassen …
_Wieder passiert nicht viel_ in diesem Teil der Serie. Es gibt die drei beschriebenen Handlungsstränge: Das Treffen der russischen und englischen Geheimdienste, Yulians beginnender Blutdurst und Thibors bzw. Fetors Geschichte. Letztere bilden den Hauptteil von „Untot“ und auch wenn der Showdown zwischen Thibor und Fetor auf dessen Burg durchaus spannend daherkommt, so möchte man doch Lumley irgendwann zurufen, mit diesen historischen Einschüben endlich fertig zu werden. Zwar ist es durchaus interessant, mehr über Thibor zu erfahren, doch treten nach insgesamt 8 CDs mit Thibor’schem Größenwahn beim Hörer dann doch Ermüdungserscheinungen auf. Irgendwann wirkt dieser Handlungsstrang schier endlos und man wünscht das Ende herbei.. Dass Lumley trotzdem nicht davon lassen mag, immer und immer wieder auf Fetors Burg zurückzukehren, nimmt das Tempo aus der Erzählung und den Fokus weg von der eigentlichen Handlung, die im Jahr 1977 spielt. Diese Zeitebene tritt zunehmend in den Hintergrund, was schade ist, da mit Yulian ein viel versprechender Bösewicht in den Startlöchern sitzt, der aber einfach nicht zum Zug kommen darf. Ein echtes Manko.
In dieser Unausgewogenheit und dem Fehlen eines zentralen Konflikts äußert sich dann auch die Tatsache, dass „Untot“ zusammen mit „Kreaturen der Nacht“ und „Totenwache“ eigentlich einen Band bildet (nämlich „Wamphyri!“). Die Geschichte künstlich auseinanderzureißen, hat dem Roman (bzw. den Romanen) nicht gut getan.
Auch für Harry Keogh wird sich Lumley wohl demnächst etwas einfallen lassen. Eine Figur, die jeden Toten befragen kann – und dadurch praktisch alles weiß – ist natürlich für einen Autor verlockend, doch birgt sie auch die Gefahr, jedes Problem des Plots einfach lösen zu können. Und das ist irgendwann für den Leser nicht mehr zufriedenstellend, weil zu einfach. Doch vielleicht wird Harry gar nicht mehr lange in seiner momentanen Form erhalten bleiben. Er ist an seinen Sohn gebunden, doch in dem Maße, wie dessen kognitive Fähigkeiten wachsen, verdrängt er Harry. Überhaupt der Sohn: Welche Fähigkeiten wird er wohl von seinem Vater geerbt haben? Wird auch er ein Necroscope sein? Oder werden Vater und Sohn miteinander verschmelzen? Fragen und über Fragen und damit genug Stoff für weitere Bände.
Lutz Riedels Interpretation des Stoffes ist ein absoluter Ohrenschmaus. Zwar überzeugt sein russischer Akzent nicht ganz, doch das ist auch schon der einzige Kritikpunkt, der dem Hörbuch anzulasten ist. Riedels tiefe, fast kratzige Stimme verleiht der Handlung die Ecken und Kanten, die sie braucht. Er ruft mit Leichtigkeit Grauen beim Leser hervor. Kurzum: Seine Stimme eignet sich hervorragend fürs Horrorgenre. Bitte mehr davon!
_Abschließend lässt sich sagen_, dass Thibor und Fetor nun hoffentlich endlich abgehakt sind. Wir haben genug Geschichte über uns ergehen lassen. Jetzt wird es Zeit, dass es im nächsten Band mal wieder etwas Action gibt!
|306 Minuten auf 4 CDs
Aus dem Englischen übersetzt von Hans Gerwien
ISBN-13: 978-3785732052|
http://www.lpl.de
http://www.luebbe-audio.de
http://www.festa-verlag.de
http://www.andymatern.de/
_Brian Lumley auf |Buchwurm.info|:_
|Necroscope|
Band 1: [Erwachen 779
Band 2: [Vampirblut 843
Band 3: [Kreaturen der Nacht 2371
Band 4: [Untot 2963
Band 5: [Totenwache 3000
Band 6: [Das Dämonentor 4368
Band 7: [Blutlust 4459
Band 8: [Höllenbrut 4610
_Der kleine Bruder von Big Brother: ein Befreier oder nicht?_
Marcus alias „w1n5t0n“ ist 17, smart und ein echter Computercrack. Als Terroristen die Oakland Bay Bridge in San Francisco in die Luft jagen und den darunterliegenden U-Bahn-Tunnel ebenfalls, werden er und seine Freunde verhaftet, verhört, gedemütigt – und wieder freigelassen, unter Beschattung.
Er kehrt nach sieben Tagen in eine Stadt zurück, die unter totaler Überwachung steht. Jeder Bürger – ein potenzieller Terrorist. Menschenrechte – altmodischer Schnickschnack; Freiheit – nichts als ein „Sicherheitsrisiko“. Marcus und seine Freunde beginnen, sich als Gamer-Guerilla zu organisieren. Ihr Plan: Sabotage der staatlich inszenierten Überwachungsparanoia. Ihre Waffen: Grips und Zukunftstechnologien. Ihr Ziel: Sturz der Regierung. (Verlagsinfo)
_Der Autor_
Cory Doctorow ist Schriftsteller, Journalist und Internet-Aktivist. Er wurde 1971 in Toronto geboren und lebt heute in London und im weltweiten Netz. Man finde ihn unter der Adresse www.craphound.com. Aber ich habe die Listen von literarischen Auszeichnungen im weiten Feld der Phantastik durchgeackert und bin mehrfach auf Doctorows Namen gestoßen. So wurde sein Roman „Down and out in the Magic Kingdom“ (dt. „Backup”) anno 2004 von den Lesern des einflussreichen LOCUS (SF-) Magazins zum besten Debütroman gewählt.
Doctorow ist Mitherausgeber des Blogs „Boing Boing“, ehemaliger Europadirektor der Electronic Frontier Foundation und Mitgründer der UK Open Rights Group. Sein Roman „Little Brother stieg direkt in die New York Times Bestsellerliste ein.
_Der Sprecher_
Oliver Rohrbeck, geboren 1965 in Berlin, ist Schauspieler und Synchronsprecher. Er ist bekannt für seine Sprechrolle als Justus Jonas in der Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“. Als Sprecher synchronisierte er Hauptrollen in vielen Filmen und ist die deutsche Stimmbandvertretung von Ben Stiller.
Regie führte Tanja Fornaro. Das Cover entspricht dem des Buches.
_Handlung_
Marcus Yallo, 17-jähriger Schüler, ist ein Hacker. Sein Deckname: “ w1n5t0n“. Rektor Benson beschuldigt ihn, Prüfungsaufgaben aus dem Schulrechner geklaut und die Überwachungsmaßnahmen sabotiert zu haben. Marcus gibt sich ahnungslos und kommt davon. Diesmal noch. Auch die Gangart-Scanner, die ihn identifizieren sollen, trickst er locker aus – mit einem Steinchen im Schuh.
Marcus ist Schüler an der Chavez High School in San Francissco. Er trifft seinen Kumpel Darryl, gemeinsam freuen sie sich auf das Alternate Reality Game „Harajuku Fun Madness“ (HFM), das aus einer Schnitzeljagd mit Geocaching und Wettbewerb besteht. Zufällig lieben beide insgeheim Vanessa Peck, die auf ein Mädcheninternat geht. Aber erst einmal müssen sie der Schulüberwachung entkommen. Mit ein paar elektronischen Tricks haben sie Rektor Bensons Spitzel Walker überwunden und können in die Freiheit entkommen.
In der Stadt treffen sie Vanessa und Jolu alias Jorge Luis Torres, den Vierten im Bunde. Das HFM-Spiel soll sie in den Tenderloin-Distrikt führen – ganz üble Gegend! Marcus rempelt gerade ein Mädchen an, das sie mit dem Handy knipst, um sie zu verpetzen, als die Erde mit der Schulter zuckt: ein Beben!?
|Der Anschlag|
Marcus beobachtet staunend, wie über der Bay eine schwarze Wolke emporsteigt. Sie ist pilzförmig. Alarm dröhnt: Alle sofort die Schutzräume aufsuchen! Sie eilen in die riesige U-Bahn-Station an der Powell Street, die sich rasch füllt. Im Gerempel erhält Darryl einen Messerstich. Doch zum Glück beherrscht Vanessa Erste Hilfe. Wo ist die nächste Ambulanz?, fragt sich Marcus und eilt rauf zur Straße. Dort stoppt er ein Fahrzeug. Es gehört dem Militär, wie es scheint. Die Typen zielen auf ihn! Dann stecken sie sein Gesicht in einen Sack und fesseln ihn. Zusammen mit allen anderen landet Marcus schließlich nach Stunden in einer Zelle. Aber wer zum Teufel ist diese Truppe? Und warum trägt sie keine Abzeichen?
Erst nach Stunden wird er in einen mobilen Kommandostand geholt, wo er aussagen und sein Handy freischalten soll. Er denkt gar nicht daran. Die Verhörer scheinen der Heimatschutzbehörde DHS anzugehören. Sie nennen ihnen einen feindlichen Kämpfer, weil er die Brücke in die Luft gesprengt habe – und Terroristen würden nun mal keinen Anwalt kriegen, klar?!
|Die Hölle|
Nach ein paar Tagen der Haft und der Verhöre ist Marcus soweit, dass er alles verrät, was die Verhörerin – er nennt sie „die Eiskönigin“ – von ihm wissen will. Er gibt erst das Innerste seines Handys preis, dann seine E-Mail-Passwörter – wie viel intimer kann es denn noch werden? Und nachdem sie ihn seiner Privatsphäre beraubt hat, nimmt sie ihm auch noch seine Würde – er darf nichts von dem verraten, was hier vorgefallen ist.
Erst nach sechs Tagen sieht er seine Freunde Vanessa und JoLu wieder. Sie freuen sich unbändig, doch es kommt raus, dass man mit Marcus besonders hart umgegangen ist. Aber wo ist der Vierte im Bunde, wo ist Darry? Keine Spur von ihm. Und erst aus der Zeitung erfahren sie, was eigentlich der Auslöser dieser hirnrissigen Aktion war: Nicht nur die Oakland Bay Bridge wurde in die Luft gejagt, sondern auch die unter der Bucht verlaufende U-Bahn-Röhre, sodass mehrere tausend Menschen umkamen.
|Trautes Heim?|
Nach der ersten Mahlzeit in Freizeit schwört Marcus: „Ich werde sie kriegen.“ Will heißen, er werde es dem DHS heimzahlen, ganz besonders das Verschwinden seines besten Freundes. Seine Eltern sind ebenfalls überglücklich, ihn nach einer Woche der Ungewissheit und der Sorge wiederzusehen. Seine Vater war in den sechziger Jahren ein Aktivist und kennt die Regierungsbehörden, doch seine Mutter ist Britin. Sie nennt das DHS nur „Barbaren“. Ganz genau.
In seinem Zimmer möchte Marcus natürlich als Erstes in Netz, um alle seine Vertrauten wiederzufinden. Doch etwas stimmt mit dem Laptop nicht. Als er ihn aufschraubt, findet er eine Keylogger-Wanze, die alle Tastatureingaben protokolliert und an ihre Herren weiterleitet: das DHS, das ist Marcus sofort klar. Er lässt sie drin, damit die Regierung keinen Verdacht schöpft und ihn gleich nochmal verhaftet. Statt dessen holt er seine Xbox-Spielekonsole hervor und funktioniert diese zu einem Hochsicherheitszugang ins Internet um. Zusammen mit den anderen geschützten Xboxen verfügt er nun über ein abhörsicheres Netzwerk.
|Aktivist|
Die Welt hat sich verändert, als er zur Schule geht: Auf Schritt und Tritt wird er überwacht. Aber in der Klasse verteilt er Paranoid-Xbox-DVDs und rasend schnell entsteht das abhörsichere Xnet. Als ihn zwei verdeckte Ermittler zum Verhör mitnehmen, weil er in der U-Bahn den RFID-Chip nicht nutzt, bringt dies ausgerechnet seine Mutter auf die Palme – „ein klarer Fall für die ACLU!“ Die ACLU ist die Bürgerrechtsbewegung. Doch ausgerechnet Dad glaubt noch an die Regierung, ist es zu fassen.
Marcus baut unter dem Decknamen MIKEY das IndieNet auf. Nach Monaten ist er die Stimme des Untergrunds, auch wenn das seiner koreanischen und daher ängstlichen Freundin Vanessa nicht passt. Aber das DHS muss für Darryls Verschwinden büßen. Und so lernt er Ange kennen, ebenfalls eine Aktivistin. Und schließlich erreicht ihn auch die erste geheime Nachricht von Darryl: Sein bester Freund lebt!
Doch Darryl aus seinem Gefängnis zu holen, würde den Untergang der DHS bedeuten. Und Marcus ahnt nicht, welche heimtückischen Mittel die Regierung einzusetzen bereit ist …
_Mein Eindruck_
Wer unter dem Vorwand der Terrorabwehr die Verfassung außer Kraft setzt, kann sogar in einer Demokratie ganz leicht eine faschistische Diktatur errichten. Der Widerstand ist diesmal vor allem im Internet organisiert. Aber kann das überhaupt funktionieren? Schließlich kontrolliert die National Security Agency doch sämtlichen Datenverkehr, oder?
Die Geschichte des Marcus Yallo alias MIKEY zeigt jedoch, dass es Schlupflöcher gibt. Mit einer Software, die ausgerechnet aus Deutschland kommt, nämlich Paranoid-Xbox, gelingt es Marcus, sein Trusted Web einzurichten und zu verbreiten. Natürlich ist ständigen Angriffen ausgesetzt. Er muss sich ausgeklügelte Sicherheitsverfahren mit Einmalschlüsseln usw. einfallen lassen, um wirklich auf Nummer sicher gehen zu können.
|Vertrauen|
Doch wie es nun mal mit den Menschen so ist, reicht die beste Schutztechnik nicht aus, wenn sich Menschen untereinander nicht vertrauen können. Hier liegt der wahre Verdienst des Autors. Statt sich ellenlang über die Performance von Abwehrtechniken zu verbreiten, kommt es schließlich doch letzten Endes darauf an, ob der Eine dem Anderen vertrauen kann. Stimmt es, was die Bibel sagt (in einem der Apostelbriefe, glaube ich): „Die Wahrheit wird euch freimachen“?
|Bangen|
Die Geschichte bleibt immer ganz nah dran an den Figuren, und nur dadurch wirken sie auch glaubwürdig. So lässt sich nachvollziehen, wie Marcus‘ Vertrauen in Ange wächst, sie zu seiner großen Liebe wird – aber kann er ihr wirklich trauen, bangen wir mit. Okay, sie ist seine emotionale Stütze, wenn er das Xnet anführt und eine hammermäßige Wahrheit nach der anderen gegen die DHS abfeuert. Sie verfasst mit ihm sogar Pressemitteilungen und gibt mit ihm virtuelle Pressekonferenzen. Kann das wirklich alles Täuschung sein? Hoffentlich nicht!
|Spaß und Schönheit|
Man sieht also, dass selbst im Mittelteil, der für viele Autoren zum schwächsten Teil eines Buches gerät, eine erhebliche Spannung aufrechterhalten wird. Aber viele Szenen sorgen auch für Spaß. So etwa das abgefahrene Protestkonzert der Speedwhores und Trudi Doo, das die DHS schließlich mit Truppen unterbindet. Oder die Pseudo-Reality Games mit Vampiren und allem, die schließlich per Gasangriff gestoppt werden. Es gibt auch wirklich schöne Momente, und die finden nicht alle im Bett von Ange statt, sondern draußen am Meer. Die Welt könnte so schön sein, wenn wir nur keine Angst mehr haben müssten.
|Spannungsbögen|
Der erste Spannungsbogen besteht in dem Rätsel, das das Verschwinden von Marcus‘ Freund Darryl umgibt. Dieser Spannungsbogen ist auch der Letzte, der aufgelöst wird. Dadurch besitzt das Buch über einen Zusammenhalt, den man in vielen Geschichten, die so lang sind, vergeblich sucht. Wir wissen immer, dass das Buch nicht enden kann, ohne diese offene Frage beantwortet zu haben.
Und im Finale, als es für Marcus und Ange mal wieder ganz finster aussieht, kommt die Hilfe diesmal nicht mehr nur aus ihm selbst, sondern aus dem, was Marcus geschaffen hat, von den Trägern der Wahrheit, von der Bürgerrechtsbewegung und von den noch nicht von der DHS korrumpierten Sicherheitsbehörden. Autobahnpolizei! Wer hätte das gedacht?
_Der Sprecher_
Oliver Rohrbeck ist ja schon ein alter Hase im Synchronsprechergeschäft und in Sachen Hörspielserie (s. o.). Seine „normale“ Stimme eignet sich gut für Kinderstoffe, also Märchen, Fantasy und Ähnliches, denn sie erklingt nicht besonders tief oder autoritär, ist also sympathisch. Jedenfalls alles andere als furchteinflößend, schon gar nicht, wenn er mit der hohen Stimme einer weiblichen Figur spricht, oder sich gestelzt und säuselnd ausdrückt.
Das Hörbuch weist weder Geräusche noch Musik auf, sodass allein der Sprecher dafür sorgen muss, dass Stimmung aufkommt. Das gelingt Rohrbeck jedoch praktisch nie, denn seine Stimme ist einfach nicht wandlungsfähig genug. Nur in vereinzelten Sätzen charakterisiert er einen Sprecher oder eine Situation, so etwa indem er wütend brüllt oder neugierig flüstert, erbost klingt oder einschmeichelnd.
Und so bleibt selbst eine so bedrohliche Szene wie das erste Verhör oder die totale Demütigung ohne weitere emotionale Wirkung. Man hätte wirklich einen anderen Sprecher wählen sollen, beispielsweise Andreas Fröhlich (der ja auch bei den Drei Fragezeichen mitwirkte).
_Unterm Strich_
Cory Doctorow ist ganz klar einer der wichtigsten Internet-Aktivisten überhaupt und entscheidet über die Zukunft des inzwischen wichtigsten Kommunikationsmittels mit. Facebook und Twitter haben nicht nur den Arabischen Frühling ermöglicht, sondern können, wie die Süddeutsche Zeitung kürzlich berichtete, zum Teil sogar die große Chinesche Firewall überklettern.
Es ist daher ein wichtiges Thema, dessen sich Doctorows Jugendroman „Little Brother“ annimmt: die Freiheit des Individuums in der freien Nutzung des Internets. Nach dem verheerenden Anschlag auf San Francisco errichtet die Heimatschutzbehörde DHS einen Überwachungsstaat, der alle Züge einer Diktatur aufweist. Verwunderlich, dass es selbst dann noch Leute gibt, die dem Staat die Stange halten: „Wir sitzen alle im gleichen Rettungsboot“, lautet das Argument.
Während ich den emotionalen gehalt des Buches bereits oben gelobt habe, so habe ich doch unerwähnt gelassen, dass die vielfältigen Möglichkeiten, über die der Überwachungsstaat „Big Brother“ verfügt, in der Mehrzahl bereits heute gegeben sind. Von daher ist „Little Brother“, der Gegenentwurf zu George Orwells „1984“, ein Gegenwartsszenario, das jederzeit Wirklichkeit werden könnte.
Die technische Möglichkeit dafür besteht ebenso wie die gesetzliche Grundlage, nämlich der U.S. Patriot Act von 2001/02, der auch im Buch zitiert wird. Durch die Verlagerung des Blickpunkt in Jugendliche erhält auch der erwachsene Leser ein relativ niedriges Einstiegsniveau, das es ihm ermöglicht, die neuen technischen Begriffe zu verstehen.
Nicht von ungefähr spielt das Buch in Kalifornien: dort verläuft sowohl die vorderste Front, was die technologische Entwicklung angeht – im Silicon Valley – als auch die Front, was die Bürgerrechtsbewegung angeht. Nicht ohne Grund entstanden an den Berkeley Uni von San Francisco die ersten radikalen Untergrundkämpfer der USA, die „Weathermen“ (Bob Dylan sang darüber). Der Autor wirft also indirekt die Frage auf, ob die Kalifornier diese Tradition verraten oder verteidigen würden. Und alle anderen, die über eine solche Tradition verfügen, natürlich ebenfalls.
|Das Hörbuch|
Die Vortragsweise Rohrbecks konnte mich nicht überzeugen. Seine Stimme und ihre begrenzten Ausdrucksmöglichkeiten wirken am besten in Komödien. Doch „Little Brother“ ist alles andere als das, sondern ein mitunter sehr bedrohlich wirkendes Drama für Jugendliche ab 14 Jahren. Andreas Fröhlich, die deutsche Stimme von „Gollum“, wäre als Sprecher besser geeignet gewesen.
|6 CDs mit 450 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3839840030
Aus dem US-Englischen übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 15 Jahre|
[www.argon-verlag.de]http://www.argon-verlag.de
Die Meister der Insel greifen zur nächsten Waffe: der Zeit. Durch eine teuflische Falle gelingt es den Beherrschern der Andromeda-Galaxie die CREST III um mehr als 50.000 Jahre in die Vergangenheit zu schleudern. Die geschockten Terraner haben kaum Hoffnung in ihre Gegenwart zurückkehren zu können.
Eine ungeheuerliche Entdeckung lässt das bisherige Weltbild der gestrandeten Terraner ins Wanken geraten. Die Besatzung der CREST III entdeckt die Lemurer, die von der Erde aus die gesamte Milchstraße beherrschen – bis der größte Teil des Volkes von den halutischen Kampfmaschinen aufgerieben wird.
Mitten im Krieg zwischen Halutern und Lemurern gestrandet, erkennen die Terraner, dass die Meister der Insel sogar in dieser Zeit ihre Fäden ziehen.
(Verlagsinfo)
_Mein Eindruck:_
Im achten |Silberband| des zwölfbändigen Zyklus „Meister der Insel“ sind die Inhalte der Romanhefte Nr. 262 – 267 enthalten. Und wieder wird deutlich, warum dieser Zyklus zu einem der beliebtesten im Perryversum zählt.
Die Autoren sprühen vor Ideen. Es gibt Raumschlachten, Klonkrieger (ja, die gab es schon vor STAR WARS), Zeitreisen und -agenten, eine Überraschung auf der Erde in der Vergangenheit, Mutanten im Einsatz und jede Menge Spannung und Action. Und wieder war ich froh darüber, dass die |Silber Editionen| vom Verlag ungekürzt veröffentlicht werden, denn diese Sammelbände enthalten eh nur das Interessanteste und Spannendste aus den Heftromanen. Überflüssiges und Langweiliges findet man in einer |Silber Edition| nicht.
Denn endlich, nach sieben |Silber Editionen|, stellen uns die Autoren den ersten der mysteriösen, Faden ziehenden Meister der Insel auch einmal persönlich vor. Und so vergingen die über 16 Stunden, die ich mit Perry verbringen durfte wie im Flug. Ständig muss Perry Rhodan neue Entscheidungen treffen und sich an neue Umstände gewöhnen und das oft blitzschnell. Das macht diese |Silber Edition| so kurzweilig.
Und gemein wie immer geht auch dieses Hörbuch mit einem Cliffhanger zu Ende, der den Hörer um Perry Rhodan bangen und sehnlichst auf die nächste |Silber Edition| warten lässt.
_Das Hörerlebnis:_
Es begann mit einem Lächeln, denn Josef Tratnik stellt das Hörbuch als „Silber 28“ vor. Da hat er doch glatt ein „Edition“ verschluckt. Danach kommt die übliche Zeittafel und im Prolog noch eine sehr willkommene Zusammenfassung der gerade geschehenen Ereignisse. Und dann geht die Reise auch schon los.
Tratnik liest fesselnd und gewohnt souverän und ist in jeder Situation Herr der Lage. Jede Diskussion, jedes Ereignis, jede Auseinandersetzung, alles wirkt lebendig und ungemein spannend. Da können auch die französischen Akzente von André Noir und Captain LaRigon und der quakende Gucky (und sein Klon oder „Duplo“) nichts dran ändern. Nach 28 Tratnik-Lesungen kennt man seinen Gucky bestens und aufgrund der Heftlesungen und der Parallel-Lesungen der |Silber Editionen| ab Band 74 wissen wir, dass jeder Sprecher Gucky anders liest und Tratnik mit seinem Kermit-Quaken nicht die schlechteste Variante anbietet. Manchmal allerdings nervt seine Version des Psi-Roboters „Lucky“ Log.
Die Autoren bieten ihm brillante Vorlagen und Tratnik nutzt sie gekonnt, um dem Hörer ein optimal spannendes Abenteuer, das etwas für jeden SF-Geschmack zu bieten hat, zu kredenzen.
|Musik und Effekte|
Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund, wird er aber auch gern mal spontan mitten in einem Track verlegt. Dieser Teppich fällt manchmal kaum, manchmal gar nicht und manchmal stark auf, weil er in der Lautstärke variiert, was dann teilweise den Sprecher unterstützt oder von ihm ablenkt.
_Der Sprecher:_
Josef Tratnik ist der Sprecher der „klassischen“ |Silber Edtionen|. Er studierte Theaterwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Köln und absolvierte er dort eine Schauspielausbildung am Theater „Der Keller“. Neben der Sprechertätigkeit für Hörfunk und Fernsehen, hauptsächlich bei den Sendern DLF, DW und WDR mit Hörspiel-/ und Feature-Produktionen, ist er freischaffender Schauspieler, Synchronsprecher und Sprecher in Köln. (Quelle: wikipedia)
_Die Ausstattung:_
Wie gewohnt sind die 13 CDs mit dem Titelbild der |Silber Edition| bedruckt, die nicht das Cover des entsprechenden Silberbandes zeigt, sondern einen Ausschnitt des Titelbilds von Heft 264 „Die Invasion der Toten“. Die CDs sind einzeln in Papphüllen verpackt und in einer stabilen Papp-Klappbox zusammengefasst. Die Rückseiten der Papphüllen (1-12) ergeben zusammengesetzt das Cover von Heft 265 „Das Zeitauge“. Für die Rückseite der Klappbox ist als Hintergrundbild ein Ausschnitt des Covers von Heft 266 „Die Tempel von Darak“ gewählt worden. Auch die aneinandergereihten Rücken der Klappboxen bilden mit jeder weiteren Ausgabe ein sich zusammensetzendes schickes Gesamtbild.
Zusätzlich ist wieder ein Booklet enthalten, mit Tracklisting, einem Vorwort von Horst Hoffmann, einer Risszeichnung eines Kampfraumers der Tefroder und den Titelbildern der in dieser |Silber Editon| zusammengefassten Hefte der Erstauflage. Im Gegensatz zum Druck der Risszeichnung in der letzten |Silber Edition| ist diesmal wieder alles klar und deutlich zu erkennen.
_Fazit:_
Kurzweilig und spannend geschrieben, engagiert und lebendig von Josef Tratnik vorgetragen. Diese |Silber Edition| hat sich schnell zu einer meiner Favoriten entwickelt.
Auf der [Produktseite des Verlags]https://www.einsamedien.de/index.php?id=16&productID=37280 gibt es auch eine Hörprobe zu dieser |Silber Edition|, die einen Flash-Player voraussetzt.
|13 Audio-CDs in Papp-Klappbox
Spieldauer: ca. 16:15 Stunden
Gelesen von Josef Tratnik
ISBN-13: 978-3939648932|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
Band 1: „Die Sternenarche“
Band 2: „Der Schläfer der Zeiten“
Band 3: „Exodus der Generationen“
Band 4: „Der erste Unsterbliche“ (Oktober 2011)
Band 5: „Die letzten Tage Lemurias“ (Januar 2012)
Band 6: „Die längste Nacht“ (April 2012)
Die Handlung:
Perry Rhodan entdeckt im Speicherchip, den er von der Lemurerin Denetree (bekannt aus dem ersten Teil der Reihe) erhalten hat, eine weitere Arche und macht sich auf die Suche nach ihr. Derweil stürzt diese Arche beim Versuch auf einem Planeten notzulanden auf diesem ab.
Rhodan trifft einen Monat später ein, um anschließend auch auf dem Planeten festzusitzen, denn alle Energietriebwerke haben den Geist aufgegeben. Der Planet ist nämlich nicht unbewohnt und die Wesen beobachten die Neuankömmlinge argwöhnisch.
Mein Eindruck:
Hatte ich beim letzten LEMURIA-Hörbuch das Gefühl, mir würde Action fehlen, so war dieses Gefühl wider Erwarten noch steigerungsfähig. Im Prinzip fängt dieser Teil exakt so an wie der erste. Wieder gibts eine Arche der Lemurer nebst Besatzung zu entdecken. Und es dauert gute vier Stunden Hörzeit, bis die ganze Geschichte wirklich interessant wird.
Denn „Der Schläfer der Zeiten“ ist zwar ein Planetenabenteuer, aber keins mit actiongeladenen Kämpfen und spannenden Entdeckungen und Wirrungen, sondern ein eher ruhiger Erstkontakt-Roman. Und nach einem bekannten Muster läuft er auch ab: Misstrauen, kritisches Beäugen, Auf- und Erklärung … und dann das Happy-End.
Und wenn im nächsten Teil der dritte Reihen-Autor eine dritte Arche der Lemurer ins Spiel bringen sollte, dann verdrehe ich die Augen.
Das Hörerlebnis:
Josef Tratnik hat hier nicht allzu viel Gelegenheit zu glänzen. Perry Rhodan ist sofort zu erkennen, weil Tratnik ihn immer so gesprochen hat und auch die anderen Charaktere erhalten ihre eigenen Merkmale, die sie gut unterscheidbar machen.
Einzig, wenn Tratnik die Passagen der Menttia liest, wird seine Stimme leicht unangenehm hoch und er verbreitet so eine Menge Unruhe. Ob das Absicht ist, weil die Menttia sich von den „Eindringlingen“ auf ihrem Planeten gestört fühlen, kann ich nicht beurteilen.
Ansonsten liefert Josef Tratnik gewohnt solide ab und hat mich trotz der mir fehlenden Action gut unterhalten. Die Handlung hat mich nicht umgehauen, aber der Sprecher verkauft sie dennoch sehr gut.
Musik und Effekte
Im Gegensatz zu den Silber Editionen ist die Einstiegs- und zugleich auch Kapitel-Vorspann-Musik flotter im Abgang und elektronischer vom Stil her. Die auch in den |Silber Editionen| verwendeten und aufgrund ihrer Seltenheit leicht irritierenden Ambient-Sound-Teppiche sind auch hier vorhanden. Allerdings so selten und so leise, dass ich oftmals dachte, es wären Störgeräusche von außen.
Ich mag dieses Stilmittel gern, weil es eine Story noch mehr zum Kopfkino werden lassen kann. Leider dürfen oder wollen die Toningenieure nicht mehr zur Belebung der Lesung beitragen, sodass die „Effekte“ oftmals eher eine Ablenkung denn eine Unterstützung sind. „Entweder richtig oder gar nicht“, wäre hier die beste Lösung für den Hörer.
Der Sprecher:
Josef Tratnik ist der Sprecher der „klassischen“ |Silber Edtionen|. Er studierte Theaterwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Köln und absolvierte er dort eine Schauspielausbildung am Theater „Der Keller“. Neben der Sprechertätigkeit für Hörfunk und Fernsehen, hauptsächlich bei den Sendern DLF, DW und WDR mit Hörspiel-/ und Feature-Produktionen, ist er freischaffender Schauspieler, Synchronsprecher und Sprecher in Köln. (Quelle: wikipedia)
Die Ausstattung:
Wie vom Verlag gewohnt sind die 8 CDs mit dem Titelbild der |Silber Edition| bedruckt, einzeln in Papphüllen verpackt und in einer stabilen Papp-Klappbox zusammengefasst.
Das vierseitige Booklet enthält die Trackliste der einzelnen CDs mit den Kapitel-Nummern des Buches und den Gesamtspieldauern der Scheiben. Auf der Rückseite wird für den nächsten Teil der Reihe „Exodus der Generationen“ geworben.
Als Extra gibt es ein entfaltbares Poster in der Größe 36 x 48cm mit dem Cover-Motiv der Box.
Mein Fazit:
Josef Tratnik macht aus diesem ruhigen Erstkontakt-Planetenabenteuer was er kann. Er unterhält den Hörer gut, auch wenn dieser gern an der einen oder anderen Stelle die Handlung ein wenig antreiben möchte, weil es schon ein wenig lange dauert, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt.
8 CDs in Papp-Klappbox, einzeln in Papphüllen verpackt
Spieldauer: ca. 8:46 Stunden
Gelesen von Josef Tratnik
ISBN-13: 978-3939648970
www.einsamedien.de
In der Nähe Lüneburgs wird eine zerstückelte Leiche gefunden – die Körperteile sind abgetrennt und zu einem morbiden Gesamtkunstwerk drapiert. Wegen eines Kassenbons wird der Hamburger Kommissar Peer Mangold zu dem Fall hinzugerufen. Unterstützung erhält die Polizei darüber hinaus von einem ehemaligen Kriegsberichterstatter und von der Profilerin Kaja Winterstein. Mysteriös sind die frischen Samenspuren auf der Leiche, die einem Wachmann zugeordnet werden können, der bereits seit mehreren Monaten tot ist. Schnell wird der Polizei klar, dass der Täter einen berühmten Massenmörder nachgeahmt hat, nämlich Ted Bundy.
Bei der einen Leiche bleibt es nicht lange, schon bald darauf wird eine weitere grausam zugerichtete Leiche gefunden. Auch dieser Mann wurde noch zu Lebzeiten brutal misshandelt – und wieder hat der Täter nach einem berühmten Vorbild gehandelt.
Kurz darauf meldet er sich bei der Polizei und gibt ihr einige Hinweise, um sein perfides Katz-und-Maus-Spiel voranzutreiben. Alles deutet darauf hin, dass es sich bei dem Täter um einen so genannten Savant handelt, einen Inselbegabten mit außergewöhnlichen intellektuellen Fähigkeiten. Zur Unterstützung holt sich die Polizei einen anderen Savant, der innerhalb kürzester Zeit auf alle Rechner der Polizei einen Trojaner einschleust und der offensichtlich auch mit dem Täter Kontakt aufgenommen hat.
Immer wieder kann die Polizei kleine Hinweise entschlüsseln, die sie zum nächsten Opfer führen und auch dem Täter näher bringen. Doch offensichtlich verfolgt der Täter nur ein Ziel und hatte von Anfang an nur eine Person im Visier und der kommt er immer näher …
_Katz-und-Maus-Spiel_
„Bluttaufe“ beginnt fulminant – eine grausam zugerichtete Leiche wird aufgefunden – eine Tat, die dem Vorbild Ted Bundys entspricht. Schnell bringt Michael Koglin nicht nur sein gesamtes Ermittlerteam ins Spiel, sondern auch die nächste Leiche. Und früh nimmt der Täter Kontakt mit Mangold auf und schließlich auch mit den anderen Ermittlern. Mit diesen kleinen Hinweisen treibt er ein Katz-und-Maus-Spiel voran, wie es zunächst kaum spannender sein könnte. Man weiß nicht, worauf das alles hinauslaufen soll, welche Ziele der Täter verfolgt und um wen es sich eigentlich handelt.
Doch je länger das Hörbuch andauert, umso ermüdender wird der ganze Fall. Alles läuft nach dem immer wieder gleichen Muster ab: Der Täter gibt einen kryptischen Hinweis, die Polizei entschlüsselt ihn und findet die nächste Leiche oder eine Spur, die zum Täter führen könnte. Ziemlich abstrus wird es dann, als klar wird, dass es sich bei dem Täter um einen Savant handeln muss und die Polizisten die kuriose Idee haben, einen anderen Savant einzuschleusen, um dem Täter näher zu kommen. Doch mit einem Savant kommuniziert es sich nicht gut, und so kommt die Polizei nicht so recht voran.
Im weiteren Verlauf der Geschichte bewegen wir uns aus Norddeutschland fort, einige Hinweise führen nach Griechenland, andere nach Südspanien. So spaltet sich das Ermittlerteam auf und jeder verfolgt andere Spuren. Doch einige davon gelten natürlich nur der Ablenkung, und so verschwindet schließlich ein Mitglied des Ermittlerteams auf dem Weg nach Spanien …
Aus meiner Sicht zerfasert der Fall immer mehr, wird immer unübersichtlicher und abstruser. Ganz hanebüchen wird es, als die Theorie aufkommt, bei dem Savant handele es sich um einen ehemaligen Siamesischen Zwilling, der nun seinen anderen Zwilling wiedererwecken möchte – also bitteschön, wie weit hergeholt ist das denn? Mit dieser Auflösung konnte mich Michael Koglin beim besten Willen nicht überzeugen. Während der Fall zunächst vielversprechend beginnt, übertreibt es Koglin im weiteren Verlauf des Falles immer mehr, sodass ich am Ende ziemlich enttäuscht war, zumal in den letzten 10 bis 15 Minuten des Hörbuchs alles holterdiepolter geht, der Täter identifiziert, aufgefunden und ausgeschaltet wird, um sein letztes Opfer noch rechtzeitig zu retten. Ich war zwar auf der einen Seite ganz froh, dass wir hier zu einem Ende gekommen sind, aber bei all dem Vorgeplänkel vorweg, kam das Ende dann doch zu fix.
_Auf die Ohren_
Martin Kessler war mir bislang als Hörbuchsprecher völlig unbekannt, aber seitdem ich gelesen habe, dass er die Synchronstimme von Vin Diesel und Nicolas Cage ist, weiß ich auch, warum mir sein Vortrag nicht sonderlich zugesagt hat, denn ich mag beide Schauspieler nicht. Auf der einen Seite leiert Kessler seinen Text recht eintönig runter, aber wenn es darum geht, in den Dialogen in verschiedene Rollen zu schlüpfen, finde ich seine Stimminterpretation etwas zu übertrieben. Und wenn er in die Täterperspektive wechselt, ist dieser Wechsel schwierig nachzuvollziehen.
_Norddeutsche Morde_
„Blutaufe“ lässt sich zu Beginn sehr vielversprechend an, der Fall beginnt spannend und fulminant. Zwar bringt Koglin meiner Ansicht nach zu viele Personen ins Spiel – mehrere Ermittler, den Kriegsberichterstatter, die Profilerin und dann noch eine Nachbarin Mangolds, die immer wieder auftaucht, aber nie eine wirkliche Rolle spielt. Doch im weiteren Verlauf verpufft die Spannung immer mehr, weil Koglin es einfach übertreibt, noch mehr Personen ins Spiel bringt und seinem Fall eine sehr abstruse Wendung gibt. Die Auflösung ist dann auch gänzlich hanebüchen, sodass ich keine große Lust auf einen weiteren Fall von Peer Mangold habe. Auch der Vortrag von Martin Kessler konnte mich nicht überzeugen – schade!
|Download-Version mit 8:05 h Spieldauer|
[www.audible.de]http://www.audible.de
Im Jahr 3459. Die Völker der Milchstraße ächzen unter dem Joch der Konzilsherrschaft. Die Laren und ihre willfährigen Helfer, die Überschweren, beherrschen dank ihrer überlegenen Technik die gesamte Galaxis. Das Solare Imperium ist wie alle übrigen Sternenreiche zusammengebrochen. Unter Aufbietung aller Kräfte gelang es der Menschheit aber, zumindest ihre Heimat, das Solsystem, dem Zugriff der Eroberer zu entziehen. Ein gewaltiges Schirmfeld hüllt die Sonne und ihre Planeten ein, hält sie mehrere Minuten in der Zukunft, unerreichbar für die feindlichen Flotten. Doch Perry Rhodan weiß, dass die Zuflucht in der Zeit nicht von Dauer sein kann. Zu überlegen ist die Technik der Laren, zu erdrückend ihre Übermacht. Die Menschheit benötigt ein neues Versteck – und in Perry Rhodan reift ein Entschluss, der die Geschicke der Menschheit und der Erde für immer verändern wird … (Verlagsinfo)
_Mein Hör-Eindruck:_
Manchmal leicht gehetzt und ein wenig Nervosität verbreitend, weil recht schnell vorgetragen, schafft es Jacobs dennoch zügig, den Hörer in die Geschichte zu ziehen.
Die von ihm angebotenen Charaktervariationen sind immer angenehm im Ohr, und selbst wenn im Text steht, dass der Sprecher der Hyptons eine hohe Stimme hat, so hat Jacobs dennoch Erbarmen mit den Hörern und übertreibt die Umsetzung nicht. Auch Stimmungen und Verstimmungen der Figuren bringt er gut rüber.
Tom Jacobs ist in Bestform. Der Text bietet ihm die Vorlage, sein Können zu zeigen und er liefert ab. Dramatische Ereignisse, hektische Diskussionen, Angst, Wut, alle Gefühle und Stimmungen werden fesselnd ins Ohr des Hörers gebracht.
Skopein der Barbar ist passend lautstark umgesetzt. Und bei Bentejac dem Neu-Lemurer legt sich Tom Jacobs richtig ins Zeug, wenn die Besatzung des terranischen Forschungsraumers auf ihn und seine Leute trifft. Laut und aufgeregt, teilweise sogar brüllend, aber nie schmerzend für den Hörer, fährt der Sprecher hier richtig auf und fesselt an die spannende Story.
Allein der Oponer Merkosh hat bei mir im Kopf durch die Interpretation von Tom Jacobs das Gefühl erweckt, er wäre ein Zwerg, dabei ist er zwei Meter groß. Ein wenig zu hoch ist da die Stimmwahl für meinen Geschmack gewesen. Und den Afrikaner Ras Tschubai spricht Jacobs wie einen Haluter, ein wenig sehr laut. Später dann fährt er die Lautstärke runter und Tschubai klingt wieder wie ein Terraner.
Wenn er als aufgeregt hetzender Dr. Ammun loslegen kann, bietet ihm das Skript ein wenig Sprach-Action. Das allerdings ging mir manchmal ein wenig auf die Nerven, aber, wenn im Skript steht, dass er ständig brüllen soll, dann kann sich der Hörer nicht beschweren, nur leiser drehen.
Tom Jacobs interpretiert den Mutanten Ribald Corello nicht immer durchgängig gleich, was manchmal zu Verwechslungen mit seiner Version von Gucky führen kann.
Dennoch kann Tom Jacobs wieder einmal zeigen, warum er zu meinem Lieblings-Silber-Editions-Sprecher geworden ist. Ohne auf alberne Akzente oder unangenehme Stimmfarben und -höhen zurückzugreifen, bringt er die volle Dramatik ins Ohr des Hörers.
|Die Effekte – Der Hintergrund|
Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund, der wird er aber auch gern mal spontan mitten in einem Track verlegt. Dieser Teppich fällt manchmal kaum, manchmal gar nicht und manchmal stark auf, weil er in der Lautstärke variiert, was dann teilweise den Sprecher unterstützt oder von ihm ablenkt.
|Die teilweise beschädigten MP3s und das Booklet|
Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192kbps, 41,1kHz und Joint Stereo. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch die Namen der an dieser |Silber Edition| beteiligten Autoren werden im ID3-Tag erwähnt. Die grafisch aufgehellte Front von Band 673 „Raumschiff Erde“ ziert die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei. Des Weiteren ist auf den CDs das grafisch aufpolierte Titelbild von Heft 664 „Tunnel durch die Zeit“ im gigantischen Format von 2394 x 3540 als JPG-Datei zu finden. Laut Klappentext „zum Ausdrucken oder Entwickeln lassen“. Eine schöne Idee. Das nächste Mal gern auch die Cover der anderen Hefte, aus denen sich diese |Silber Edition| zusammensetzt.
Im Booklet findet wir ein Tracklisting, ein Vorwort von Horst Hoffmann, eine Risszeichnung einer neuen Space-Jet, eine Zeitleiste und die Cover der in dieser |Silber Edition| enthaltenen Heftromane Nr. 664, 666, 667, 668, 672 und 673.
Wie im Verlagsforum von verschiedenen Hörern bemängelt wurde, sind viele der Dateien am Ende beschädigt, sodass es sich oftmals wie ein technischer Schluckauf anhört, wenn der Track zu Ende geht. Das hört sich für mich so an, als hätte das Programm, das der Verlag zur Teilung der Lesung eingesetzt hat, fehlerhaft gearbeitet.
Der Verlag hat mittlerweile reagiert und versprochen, fehlerfreie Ersatztracks zum Download zur Verfügung zu stellen.
_Mein Fazit:_
Tom Jacobs in Bestform liest ein spannendes und abwechslungsreiches Abenteuer, das fieserweise mit einem dicken Cliffhanger endet. Sehr gerne wieder.
|2 MP3-CDs mit 16:58 Std. Gesamtspieldauer
Aufgeteilt auf 199 Tracks
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 9783939648956|
[www.einamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net
Teil 1: _375 MB, 4:28 h, 51 Tracks_
Teil 2: – erscheint am 07.06.2011 –
Teil 3: – erscheint am 28.06.2011 –
Teil 4: – erscheint am 19.07.2011 –
_Die Handlung:_
In der langen Geschichte der Menschheit war Perry Rhodans Plan ohne Beispiel: Die Erde, die Urheimat der Terraner, und der Mond sollten mit einem Sprung durch den Hyperraum an eine neue Heimat versetzt werden. Eine Heimat, die den Flotten der Laren und Überschweren, den neuen Herrschern der Milchstraße, entzogen sein sollte. Doch der tollkühne Sprung endete nicht in der erhofften Sicherheit: Erde und Mond rematerialisierten zwar reibungslos im Normalraum, aber nicht an dem vorgesehenen Zielpunkt. Perry Rhodan und die Menschheit fanden sich in einem unbekannten Teil des Universums wieder, Millionen, möglicherweise sogar Milliarden Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Die Menschheit steht erneut am Anfang. Sie macht sich auf, ihre neue Heimat zu erkunden – und muss erkennen, dass eine dunkle Macht über dem „Mahlstrom der Sterne“ herrscht … (Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 77| )
|Dieser Teil:|
Der Transmittersprung von Terra und Luna hat die Bewohner zwar vor den Laren in Sicherheit gebracht, aber die beiden Himmelskörper sind nicht da materialisiert, wo sie eigentlich sollten. Stattdessen sind die Erde und ihr Mond in einer Art energetischem Mahlstrom gelandet.
Da bis auf einen sämtliche Linearantriebe aller Raumschiffe ausgefallen sind, unternimmt Perry Rhodan mit der BOX-7149 einen Erkundungsflug, um herauszufinden, wo der Sonnentransmitter sie hinversetzt hat. Er entdeckt eine Raumstation der vogelartigen Glovaaren, die nicht so tot sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen …
_Mein Eindruck:_
Nachdem die letzte |Silber Edition| mit einem dicken Cliffhanger zu Ende ging, denn die Flucht mit Terra und Luna hatte zwar geklappt, aber die Reise ging nicht dahin, wohin sie eigentlich sollte, war ich mehr als gespannt, wie es weitergeht und darauf, wo es Terra und Luna denn nun hinverschlagen hat.
Die Idee des Mahlstroms, einer Materiebrücke zwischen zwei Galaxien, ist interessant. So entsteht direkt zu Anfang dieser |Silber Edition| gleich eine Handlungsebene, die sich nicht um die Zyklus-bestimmenden Laren dreht. Zwar befasst sich dieser erste Teil fast ausschließlich mit der verwirrten Menschheit und gegen Ende erst mit dem Kontakt zu den Vogelartigen, dennoch ist er nicht langweilig, weil auch der Hörer gespannt darauf ist, zu erfahren, wo Perry ist und wie er da wieder wegkommen will.
Einen kleinen Cliffhanger gibts auch am Ende dieses Teils. Der Hörer wünscht sich die Laren nicht so schnell wieder zurück und hört weiter aufmerksam und gespannt zu.
_Mein Hör-Eindruck:_
Andreas Laurenz Maier liest wie gewohnt gut. An seine Stimmfarbe, gerade wenn es hektisch und dramatisch wird, habe ich mich allerdings noch immer nicht gewöhnt. Zu schnell driftet er ins hohe Krächzen ab, was in den Ohren kratzt. Das fällt gerade bei seiner Interpretation des Wissenschaftlers Goshmo-Khan auf.
Gucky liest er wie gewohnt, auch hoch krächzend und extrem lispelnd. Auf der entspannten Seite lässt ihn das aber aus der Menge der anderen Charaktere schnell hervorstechen und so kann er schnell wiedererkannt werden. Hier und da vergisst Maier mal, bei einem „s“ zu lispeln, aber das ist zu verzeihen.
Ansonsten bringt Maier die Geschichte gut und lebendig ins Ohr des Hörers.
|Die Effekte – Der Hintergrund|
Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund, der wird er aber auch gern mal spontan mitten in einem Track verlegt. Dieser Teppich fällt manchmal kaum, manchmal gar nicht und manchmal stark auf, weil er in der Lautstärke variiert, was dann teilweise den Sprecher unterstützt oder von ihm ablenkt.
Als der Sprecher von der Flutwelle erzählt, die über Terra fegt und bei der Staubwolke, hat die Tontechnik für den Hintergrund jeweils einen Ambientsound gewählt, der sich nach Rauschen anhört. Hier blitzte ein wenig auf, was mit einer inszenierten Lesung noch alles aus „Perry Rhodan“ rauszuholen wäre.
|Die MP3s|
Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192kbps, 41,1kHz und Joint Stereo. Die 51 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummern im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Diesmal allerdings hat sich der Verlag dazu entschieden, sämtliche Namen der an der kompletten |Silber Edition| beteiligten Autoren mit in das ID3-Tag der Dateien zu schreiben. In der Vergangenheit wurden lediglich die zwei oder drei Autoren genannt, die an dem jeweiligen Teil mitgewirkt hatten. Diese Neuerung macht den Eintrag in der Playlist so lang, dass je nach Abspiel-System nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.
Im Gegensatz zum Silberband 77 ziert nicht das Cover von Band 679 den Titel dieser |Silber Edition|, sondern die grafisch aufpolierte Front von Band 676 „Im Mahlstrom der Sterne“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.
Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.
_Mein Fazit:_
Andreas Laurenz Maier liest diesen Teil gewohnt gut, der zur Abwechslung mal nichts mit den Laren zu tun hat und so eine interessante und spannende Nebenhandlung eröffnet.
|MP3-Download mit ca. 375 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:28 h
Anzahl der Tracks: 51
Sprecher: Andreas Laurenz Maier
ISBN-13: 978-3943013061|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net
|Hinweis:| Die |Silber Edition 77| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 19. Juli 2011 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.
igen.php?id__book=7027
Band 1: [_“Die Unverhoffte“_]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6968
Band 2: „Die Entschwundenen“
Band 3: -geplant-
Band 4: -geplant-
Band 5: -geplant-
Band 6: -geplant-
_Die 13 Jahre junge Oksa Pollock_ zieht mit ihrer Familie, ihren Eltern Pavel und Marie und ihrer heiß geliebten Großmutter Dragomira von Paris nach London. Ihr Vater Pavel hat dort die einmalige Chance ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Zu Oksas Glück kommt auch ihr bester Freund Gus mit seiner Familie nach London und Gus‘ Vater beteiligt sich an den Restaurantplänen seines alten Freundes Pavel.
So fällt der Umzug nicht allzu schwer. Oksa kommt im Kreise der ihr wichtigsten Menschen in Englands Hauptstadt London an.
Oksas erster Schultag an der französischen Schule St. Proximus dagegen beginnt nicht so glücklich, erst einmal ist da der äußerst strenge Lehrer Mr. McGraw, der sie gleich auf dem Kieker hat und ihr, aber auch ihren Mitschülern, das Leben schwer macht. Gleich in der ersten Stunde macht Oksa schlapp, sie wird von merkwürdigen Schmerzen in eine Ohnmacht gezwungen. Mr. McGraw hat nur Spott für das junge Mädchen über und macht sich vor der kompletten Klasse lustig über sie. Dazu kommt dann noch ein gewalttätiger Schüler der neunten Klasse, der Oksa ebenfalls gleich zu Beginn das Leben schwer machen will.
Aber damit nicht genug, als Oksa am Abend ins Bett gehen will, stellt sie mit großem Schrecken fest, dass aus ihren Händen Flammenbälle schießen und ihr Zimmer verwüsten. Geschockt beschließt sie, diese neuen und beängstigenden Fähigkeiten für sich zu behalten.
Am nächsten Morgen stellt sie dann auch noch fest, dass rund um ihren Bauchnabel ein großer blauer Fleck entstanden ist, der stark schmerzt. Da ihr der blaue Fleck sehr unangenehm ist, geht sie zu ihrer Großmutter Dragomira, die in der Heilkunst bewandert ist. Dragomira weiß sofort was da passiert, sie gibt Oksa eine Salbe, die die Schmerzen nimmt und anschließend nimmt Dragomira Kontakt zu den „Rette sich wer kann“ auf.
Die „Rette sich wer kann“ sind eine geheime Gruppe, die aus dem magischen Ort Edefia fliehen mussten. Mit Oksa – der Unverhofften ist nun der Schlüssel zur Rückkehr da und das Geheimnis ihrer Familie wird Oksa offenbart.
Doch damit fängt das spannende Abenteuer rund um Oksa und ihre Familie und Freunde erst an.
_Kritik_
Mit „Oksa Pollock – Die Unverhoffte“ haben die Autorinnen Anne Plichota und Cendrine Wolf ein fantastisches Jugendbuch geschrieben, das mit vielen kreativen Ideen anreizt.
Dem auf junge Hörer ausgelegten Erzählstil der Autorinnen kann beim Zuhören leicht gefolgt werden. Lebendig werden die unterschiedlichen Charaktere und auch die spannende Handlung vorgetragen. Mit viel Einfallsreichtum haben die Autorinnen einen Plot entwickelt, der vor allem durch seine einzigartigen und fremdartigen Wesen besticht. Die ungewohnte Sprechweise der Wesen Edefias, besonders der Plemplems trägt wesentlich zum Charme dieses Hörbuches bei und vermittelt eine Menge Humor.
Mit Oksas Erkennen ihrer magischen Fähigkeiten nimmt die Geschichte rasch an Fahrt auf und auch mithilfe eines fiesen Antagonisten wird ein relativ konstanter Spannungsbogen aufgebaut, der schnell an die Geschichte fesselt. Das Tempo der Geschichte ist dabei sehr angenehm, eher langsam entwickelt sich das Ganze und gibt dem Leser daher die Chance die einzelnen Charaktere, Wesen und die Besonderheiten Edefias sehr gut kennenzulernen.
Der Plot ist als originell zu bezeichnen, die beiden Autorinnen haben viel Wert darauf gelegt nicht in bekannte Schemen zu verfallen und etwas komplett Eigenes zu entwickelt. Dieses ist auf jeden Fall gelungen und der Leser hat so die Möglichkeit, eine neue fantastische Welt und deren Bewohner kennenzulernen. Auch wenn sich dieser erste Teil in England abspielt, bekommt der Leser durch die Rückblicke der „Rette sich wer kann“ schon ein ungefähres Bild dieser magischen Welt. Die Pflanzen und Wesen, die die Gruppe bei der Flucht aus Edefia mitschmuggeln konnten, sind sehr lebendig und ausdrucksstark beschrieben. Auch die Voraussetzungen unter denen diese nur existieren, wird erklärt. Für eine Reihe passend, bleiben noch genügend Fragen für weitere Teile offen und ein Cliffhanger lässt die Zeit bis zum nächsten Teil „Die Entschwundenen“ viel zu lang werden.
Die Protagonisten sind ansprechend und vielfältig konzipiert. Dabei sind manche ausführlicher und lebendiger gezeichnet als andere, was aber zum Plot passt und die in diesem Band wichtigen sind ausgezeichnet dargestellt. Keine der vielfältigen Figuren wirkt überflüssig, jede spielt ihre Rolle und wirkt unverzichtbar. Da es sich hier um eine auf sechs Teile ausgelegte Reihe handelt, haben auch Figuren die momentan noch recht blass wirken die Möglichkeit sich weiter zu entwickeln.
Die 13-jährige Oksa ist die Hauptfigur und schleicht sich schnell in die Herzen der Leser. Mit ihrer offenen und zauberhaften Art beweist sie, wie tough Mädchen sind. Altersgerecht geht sie mit den neuen Fähigkeiten um und auch ihre Reaktionen auf die vielen Familien-Geheimnisse wirken realistisch und nachvollziehbar.
Das Cover ist sehr ansprechend. Auf blauem Grund, der durch Pflanzenranken verziert ist, ist Oksa abgebildet. Genau so, wie sie dort gezeichnet ist, stellt man sich de die junge und lebendige Heldin des Romans vor.
_Vertonung_
Die Sprecherin Cathlen Gawlich macht dieses Hörbuch zu etwas ganz Besonderem. Cathlen Gawlich schafft es, jeder Figur Leben einzuhauchen und durch Stimmlage und Betonung gibt sie jedem Charakter eine individuelle und authentische Stimme. Auch nach einer Pause ist sofort wieder klar, wer sich gerade äußert. Durch das epische Talent der Sprecherin wird der Hörer unterhaltsam durch die fesselnde Geschichte Oksas geführt.
Trotzdem das Hörbuch gekürzt wurde, wird sich perfekt an den roten Faden des Plots gehalten. Alles für die Handlung Elementare ist hier erzählt worden.
_Fazit_
Mit ihrem Debütroman „Oksa Pollock – Die Unverhoffte“ haben die Autorinnen Anne Plichota und Cendrine Wolf einen magischen Auftakt zu ihrer auf sechs Bände ausgelegten Reihe geschrieben. Mit liebevoll gezeichneten Charakteren und vielen fantasievollen und originellen Ideen schaffen die Autorinnen eine Atmosphäre, in die der Hörer begeistert eintauchen wird.
Schon das Buch „Oksa Pollock – Die Unverhoffte“ hat mich fasziniert, das Hörbuch setzt dem Ganzen noch ein I-Tüpfelchen auf. Die Sprecherin hat die Geschichte um Oksa und die „Rette sich wer kann“ so lebendig wiedergegeben, dass die sechs CDs viel zu kurz sind. Cathlen Gawlich hätte ich noch stundenlang zuhören können!
Dieses Hörbuch wurde zusätzlich noch von meinen Kindern (8 & 9 Jahre) getestet, da wir es zusammen gehört haben, auch Kinder in diesem Alter sind von Oksa schlichtweg absolut begeistert!
_Die Autorinnen_
|Anne Plichota|,
geboren in Dijon, ist Bibliothekarin in Straßburg, studierte Chinesisch und Kulturwissenschaften, lebte einige Zeit in Korea und arbeitete in China. Sie hat eine elfjährige Tochter, ist ein Fan von angelsächsischer Literatur und interessiert sich für Geschichten und Sehnsüchte anderer Menschen.
|Cendrine Wolf|,
geboren in Colmar, studierte Sport und arbeitete viele Jahre mit Kindern, bevor sie Bibliothekarin in Straßburg wurde. Sie liebt alles, was schnell ist, fantastische Literatur und malt sehr gerne.
_Die Sprecherin_
Cathlen Gawlich wurde an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam ausgebildet und spielte später in verschiedenen Theatern in Berlin und Potsdam.
Sie war in den Serien „Doppelter Einsatz“, „Polizeiruf 110“, „Tatort“ (Fernsehreihe), „Gefährliche Wahrheit“, „Die Wache“, „Die Cleveren“ zu sehen, außerdem spielte sie in den Kinofilmen „Nachtgestalten“ und „Emil und die Detektive“ mit. In der Serie „Die Sitte“ spielte sie eine der Hauptrollen.
Sie ist die Synchronstimme von Sandy, dem Eichhörnchen, in „SpongeBob Schwammkopf“, spricht den Kakadu im gleichnamigen Kinderprogramm von Deutschlandradio Kultur und gibt Rose in der Fernsehserie „Two and a Half Men“ ebenfalls ihre Stimme. In der Serie „Supernatural“ spricht sie die Rolle der Dämonin Ruby.
Cathlen Gawlich lebt mit ihrem Mann in Berlin. (Quelle Wikipedia)
|6 Audio-CDs mit 420 Minuten Spieldauer
Text von Anne Plichota und Cendrine Wolf
Aus dem Französischen von Bettina Bach / Lisa-Maria Rust
Bearbeitet von Antje Seibel
Gesprochen von Cathlen Gawlich
Regie: Frank Gustavus
ISBN 13: 978-3-8373-0558-6|
[Hörprobe]http://www.oetinger-audio.de/fileadmin/verlagsgruppe-oetinger.de/audiofiles/Hoerproben/9783837305586.mp3
_Countdown bis zur Flucht: Spannende Action auf der Arche_
Man schreibt das Jahr 2127. Commander Mark Brandis und seine Crew befinden sich auf der erdabgewandten Seite der Sonne. Nach Reparaturen an einer Raumstation ist die HERMES auf dem Rückweg, als die Kommunikation ausfällt. Der lange Aufenthalt in der Nähe des Zentralgestirns hat die Sehfähigkeit der sechs Raumfahrer beeinträchtigt. Erst in 17 Tagen sollen sie wieder Kontakt mit der Erde erhalten. Doch dann taucht ein seit Jahrzehnten verschollenes Generationenraumschiff vor ihnen auf, und Brandis ergreift die Chance herauszufinden, ob noch jemand an Bord lebt …
Teil 2: Er hat Bewohner an Bord gefunden. Der Rückweg zur Schleuse, an der die HERMES angedockt ist, ist allerdings versperrt – durch ein Heer hundegroßer Ratten. Da das Generationenraumschiff dem Untergang geweiht ist, bleibt Brandis nur wenig Zeit, einen zweiten Fluchtweg zu finden. Und die Ratten sind nicht die einzige Gefahr an Bord … (abgewandelte Verlagsinfos)
_Der Autor_
Nikolai von Michalewsky (1931-2000) war bereits Kaffeepflanzer, Industriepolizist, Taucher und Journalist gewesen, als sein erster Roman 1958 veröffentlicht wurde. Am bekanntesten wurde er ab 1970 mit den Mark-Brandis-Büchern, der bis heute (nach |Perry Rhodan|) mit 31 Bänden erfolgreichsten deutschsprachigen SF-Reihe.
Seine konsequente Vorgehensweise, Probleme der Gegenwart imm Kontext der Zukunft zu behandeln, trug Michalewskys Serie eine treue Leserschaft und hohe Auflagenzahlen ein. Seine besondere Zuneigung galt besonders dem Hörspiel. Er gehörte zu den meistbeschäftigten Kriminalhörspiel- und Schulfunkautoren Deutschlands. (Verlagsinfo)
_Die Sprecher/Die Inszenierung_
Die Macher und Regisseure sind Interplanar.de:
Joachim-C. Redeker: Sounddesign und Musik
Redeker und Balthasar von Weymarn: Produktion, Regie und Schnitt
Jochim-C. Redeker, geboren 1970, lebt seit 1992 in Hannover. Gelernt hat er das Produzieren in der SAE Frankfurt, seither arbeitet er als Tonmeister für Antenne Niedersachsen. An zwei Virtual Reality Projekten hat er als Sounddesigner gearbeitet. Er gibt Audio- und Hörspielseminare und arbeitet als Werbetexter und Werbesprecher für zahlreiche Unternehmen sowie für Kino- und Radiowerbung. Musikalisch betreut er neben seinen eigenen Projekten auch Jingle- und Imageproduktionen. Bereits 1988 brachte ihm eine frühe Hörspielarbeit mit Balthasar den Sonderpreis der Jury für akustische Qualität beim Maxell Momentaufnahmen Wettbewerb ein.
Balthasar von Weymarn, geboren 1968, lebt seit 2006 im Taunus bei Frankfurt. Ausgebildeter Dramaturg und Filmproduzent (Filmstudium Hamburg); arbeitet auch als Skriptdoktor, -autor und Ghostwriter für Unternehmen wie Bavaria Film, Odeon Pictures, Tandem Communications, Storyline Entertainment u. a.
Das Hörspielmanuskript schrieb Balthasar v. Weymarn nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky. Die Aufnahmeleitung lag in den Händen von Tommi Schneefuß und Sven-Michael Bluhm.
|Die Rollen und ihre Sprecher:|
Prolog: Wolf Frass
Commander Mark Brandis: Michael Lott
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
Bordsystem CORA: Mira Christine Mühlenhof
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
Lt. Iwan Stroganow: Martin Wehrmann
Lt. Grigori Romen: David Nathan
Lt. Konstantinos Simopoulos: Gernot Endemann
Judith: Katarina Tomaschewsky
Melchior: Klaus Sonnenschein
_Hintergrund und Vorgeschichte_
Die „Mark Brandis“-Hörspielreihe begann 2005-2007 mit „Bordbuch Delta VII“. Inhaltlich unterscheidet sie sich in einigen wichtigen Punkten von den Büchern.
* Die Geschichten sind um 50 Jahre in die Zukunft verlegt, die Saga beginnt also 2119;
* Die Kürzel EAAU und VOR sind zu „die Union“ und „die Republiken“ geworden;
EAAU: Die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU) ist ein transkontinentaler Staatenverbund und wurde als Zusammenschluss der drei Kontinente Europa, Amerika und Afrika ca. 1999 gegründet – ihr assoziiert ist Australien. Während Europa der Kontinent ist, der über die längste Tradition verfügt, haben sich Afrika und Amerika zu den industriell bedeutendsten Kontinenten entwickelt.
Flagge: ein Ring goldener Planeten um drei kleeblattartig angeordnete grüne Kontinente auf weißem Grund.
Hauptstadt: Metropolis
VOR: Die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) sind ein transkontinentaler Staatenverbund und umfassen zwischen Ural und der Pazifikküste die asiatischen Staaten einschließlich Ozeaniens.
Flagge: zwei gekreuzte Mongolenschwerter vor einer gelb-roten Sonne.
Hauptstadt: Peking
|VEGA|
Die Strategische Raumflotte (SR) lagerte 2106 ihre Entwicklungsabteilung auf die Venus aus. Die zuständige Agentur ist die VEGA, kurz für Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik, mit immerhin 8000 Mitarbeitern. Direktor der VEGA ist seit 2122 der ehemalige Major (SR) und Commander (VEGA) John Harris. Die Routen der Testflüge für die Neuentwicklungen sind streng geheim, da die Prototypen als begehrte Beute sowohl für die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) und die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU), aber auch für Raumpiraten gelten. Offiziell gilt die VEGA als neutral, aber ihre Auftraggeber waren bislang immer die SR und die Raumfahrtbehörde der Union.
_Handlung_
Mark Brandis hat eine fremde Stimme in seinem Kopf gehört, die von ihm verlangte, das zu tun, was sie von ihm verlangte. Brandis denkt ja gar nicht daran, denn dieses Ansinnen ist unvereinbar mit dem Diensteid, den er gegenüber VEGA abgelegt hat. Außerdem wird diese Welt schon in vier Tagen in die Sonne stürzen. Kurz davor dürfte es hier drin ziemlich ungemütlich werden. Aber wird der Besitzer der STIMME sie alle gehen lassen?
Commander Georg Romen, der von einem Pfeilschuss aus einer automatischen Schussanlage verwundet worden ist, kann inzwischen wieder gehen. Brandis hat die letzte Siedlerin, Judith, eingeladen, mit ihnen zur Erde zu kommen und sie willigt ein. Das erste Ziel muss eine Schleuse sein und sie gehen an einer Schiffswand entlang, doch schon bald werden sie von den Riesenratten angegriffen. Wieder wirft Brandis eine seiner sonischen Granaten, kann die mutierten Viecher aber nur kurz aufhalten. Sie folgen offenbar dem gleichen Willen wie Judith. Aber wer steckt dahinter?
Nach dem Rückzug ins palisadengeschützte Dorf ruft Brandis CORA auf der HERMES an, doch sie kann seinen Befehl, eine Fähre ferngelenkt zur nächsten Schleuse zu fliegen, nicht nachkommen. Es wäre gegen ihre Instruktionen. Deshalb meldet sich Lt. Stroganoff freiwillig, die Fähre, mit der sie hergekommen sind, zur zweiten Schleuse zu steuern.
Weil die STIMME keine Ruhe gibt und Brandis stundenlang bewusstlos werden lässt, beschließt der Genervte, nach dem Ursprung der STIMME zu suchen und sie auszuschalten. In einer Art Steuerzentrale stoßen er und sein Begleiter auf das Archiv, das ihnen Einblick in die dramatischen Geschehnisse auf der „Pilgrim“ ab dem Jahr 2078 gewährt.
Da kommt die Meldung, dass die andere Gruppe angegriffen werde. Rückzug! Doch das Dorf ist auf gespenstische Weise verlassen …
_Mein Eindruck_
Nachdem im ersten Teil Brandis und seine Crew quasi in eine Falle getappt sind, schildert nun der zweite Teil, wie sie es schaffen, sich daraus zu befreien – möglichst noch, bevor die Pilgrim in die Sonne stürzt. Dieses Bemühen erweist sich spannenderweise als schwieriger als erwartet. Der Gott dieser seltsamen Welt will sie nicht gehen lassen und hetzt seine Ratten auf sie.
Die Frage, die jedoch den Hörer schon die ganze Zeit quält, lautet: Wie konnte diese so wohlgeplante Welt eigentlich scheitern und zu einer Hölle für ihre Bewohner werden? Um die Antwort auf diese Frage aller Fragen herauszufinden, müssen Brandis & Co. den Unterschlupf des Gottes finden. Dort entdecken sie im Archiv die Berichte, die ihnen entsprechende Auskunft erteilen.
Offenbar waren sich Crew, Wissenschaftler und reiche Passagiere von beginn an nicht sonderlich grün. Im Verlaufe der Jahre, die auf dem Weg zur Sonne Proxima Centauri vergingen, verschärften sich die Konflikte, die schließlich mit offener Gewalt ausgetragen wurden. Nur wer sich der Crew unterwarf, durfte überleben. Und der Letzte der Crew ist der Gott dieser einsam durchs All stürzenden Arche. Er beansprucht den Löwenanteil jeder Ernste – solange bis nur noch eine einzige Überlebende übrig ist: Judith.
Wieder liegt ein Menschheitstraum in Trümmern, scheint der Autor dieses Romans zu sagen. Im Verlauf der Handlung, die einer Ermittlung samt Überlebenskampf gleicht, wird aber deutlich, dass es schon bei der Planung einen gravierenden Fehler gab: Wenn die Passagiere sich der Mission nicht verpflichtet fühlen, bilden sie lediglich belastenden Ballast, der nur Nahrung wegfrisst, die anderen zustünde.
Bei Siedlern ist das was anderes. Deshalb schildert die meiste SF, die Generationenraumschiffe darstellt, Siedler und Kolonisten. Es gibt aber auch Romane wie Cherryhs „40.000 in Gehenna“ (siehe meinen Bericht), in denen Klone die Siedler stellen – zwecks Besetzung einer Welt im Verlauf eines Kriegs.
_Die Sprecher/Die Inszenierung_
Die Geräuschkulisse erstaunt den Hörer mit einer Vielzahl mehr oder weniger futuristischer Töne, so etwa die Triebwerke der HERMES oder das Öffnen und Schließen ihrer Luken und Schleuse. Doch wenn man ein Fan von SF-Fernsehserien ist, dann dürfte einen dies nicht gerade umhauen, sondern eher ganz normal vorkommen. Vor allem das Dröhnen, Zischen und Jaulen von Düsen ist regelmäßig zu hören, was ja auch naheliegt.
Ungewöhnlich sind eher Sounds, die an das Brutzeln von Eier erinnern, an stockende Sounds – das lässt aufhorchen. Hier haben die Macher dazugelernt. Der gute Sound trägt dazu bei, den Hörer direkt ins Geschehen hineinzuversetzen, und das kann man von den wenigsten SF-Fernsehserien behaupten. Auch das Design von verzerrten Meldungen ist ähnlich professionell gehandhabt. Ein Satz kann mittendrin seine Klangcharakteristik ändern – faszinierend.
Einen Großteil der Sounds in dieser Episode werden von natürlichen Dingen erzeugt, so etwa von Vögeln – oder von mutierten Riesenratten. Allerdings kommen auch Pfeilschüsse gut zur Geltung. Besonders verliebt waren die Toningenieure in das BUMM der Handgranaten, die Brandis und seine Getreuen werfen, um die Ratten abzuwehren. Die Explosionen sind mit viel Liebe gestaltet. Andererseits sind sie zu kurz, um eine militaristische Ader der Sounddeisgner zu verraten.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stimme von IHM. Sie muss natürlich entsprechend eindrucksvoll erscheinen, um wie die eines Gottes wirken zu können, dem seine Untertanen Gehorsam schulden. Schließlich wird Brandis dadurch auch bewusstlos. Doch auch dieses Tondesign ist plausibel gelungen.
|Die Sprecher|
Die Sprecher erfüllen ihre Aufgabe zu meiner Zufriedenheit. Es handelt sich um die immer wieder in der Serie auftauchenden Hauptfiguren wie der Titelheld, seine Frau und sein Boss. Daneben ergeben sich immer wieder neue Nebenfiguren, darunter auch chinesisch oder nicht-human klingende Sprecher.
|Musik|
Ja, es gibt durchaus Musik in diesem rasant inszenierten Hörspiel. Neben dem Dialog und den zahllosen Sounds bleibt auf der Tonspur auch ein wenig Platz für Musik. Sie ist wie zu erwarten recht dynamisch und flott, aber nicht zu militärisch – ganz besonders im Intro und in den Intermezzi.
Ganz am Schluss erklingt ein flottes Outro, das den Ausklang zu dieser Episode bildet, bevor es zu einer langsam Hintergrundmusik abbremst. Diese läuft während der langen Absage, bei der sämtliche Sprecher und, wo sinnvoll, ihre Rollen aufgezählt werden.
|Das Booklet|
Das Booklet bietet einen Überblick über die bereits erschienenen Folgen der Serie, über die Macher und über die Sprecher. Darüber hinaus gibt es jeweils Zusatzinformationen über das Generationenraumschiff: Was ist das überhaupt und wie sieht es aus? Sehr schön ist das die Risszeichnung der „Pilgrim 2000“. Zweck, Technik und Probleme dieses Schiffstyps werden eingehend erläutert. Es wurde 1929 von John Desmond Bernal erfunden, um interstellare Distanzen zu überwinden, und seit 1939 immer wieder in der SF-Literatur verwendet. Robert Heinlein, der Autor von „Universe“, hätte seine helle Freude daran.
_Unterm Strich_
Der zweite Teil der Doppelfolge um „Pilgrim 2000“ beantwortet nicht nur die im ersten Teil aufgeworfenen Fragen, sondern muss auch schildern, wie sich der Erkundungstrupp aus der Falle befreit, in die er unwissentlich getappt ist. Das erweist sich als schwieriger als erwartet. Schließlich geht es nur noch um Sekunden – ein richtiger Countdown. Das ist dramaturgisch wirkungsvoll aufgebaut und ausgeführt. So werden Action und Wissen aufs Unterhaltsamste verbunden.
|Das Hörbuch|
„Mark Brandis“ ist als Hörspiel professionell inszeniert, spannend, stellenweise actionreich und mitunter sogar bewegend.
Hinweis: Die Fortsetzung trägt den Titel „Akte illegal“.
_Mark Brandis bei |Buchwurm.info|:_
|Weltraumpartisanen|
Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
Man schreibt das Jahr 2127. Commander Mark Brandis und seine Crew befinden sich auf der erdabgewandten Seite der Sonne. Nach Reparaturen an einer Raumstation ist die HERMES auf dem Rückweg, als die Kommunikation ausfällt. Der lange Aufenthalt in der Nähe des Zentralgestirns hat die Sehfähigkeit der sechs Raumfahrer beeinträchtigt. Erst in 17 Tagen sollen sie wieder Kontakt mit der Erde erhalten. Doch dann taucht ein seit Jahrzehnten verschollenes Generationenraumschiff vor ihnen auf, und Brandis ergreift die Chance herauszufinden, ob noch jemand an Bord lebt … (abgewandelte Verlagsinfo)
_Der Autor_
Nikolai von Michalewsky (1931-2000) war bereits Kaffeepflanzer, Industriepolizist, Taucher und Journalist gewesen, als sein erster Roman 1958 veröffentlicht wurde. Am bekanntesten wurde er ab 1970 mit den Mark-Brandis-Büchern, der bis heute (nach |Perry Rhodan|) mit 31 Bänden erfolgreichsten deutschsprachigen SF-Reihe.
Seine konsequente Vorgehensweise, Probleme der Gegenwart im Kontext der Zukunft zu behandeln, trug Michalewskys Serie eine treue Leserschaft und hohe Auflagenzahlen ein. Seine besondere Zuneigung galt besonders dem Hörspiel. Er gehörte zu den meistbeschäftigten Kriminalhörspiel- und Schulfunkautoren Deutschlands. (Verlagsinfo)
_Die Sprecher/Die Inszenierung_
Die Macher und Regisseure sind Interplanar.de:
Joachim-C. Redeker: Sounddesign und Musik
Redeker und Balthasar von Weymarn: Produktion, Regie und Schnitt
Jochim-C. Redeker, geboren 1970, lebt seit 1992 in Hannover. Gelernt hat er das Produzieren in der SAE Frankfurt, seither arbeitet er als Tonmeister für Antenne Niedersachsen. An zwei Virtual Reality Projekten hat er als Sounddesigner gearbeitet. Er gibt Audio- und Hörspielseminare und arbeitet als Werbetexter und Werbesprecher für zahlreiche Unternehmen sowie für Kino- und Radiowerbung. Musikalisch betreut er neben seinen eigenen Projekten auch Jingle- und Imageproduktionen. Bereits 1988 brachte ihm eine frühe Hörspielarbeit mit Balthasar den Sonderpreis der Jury für akustische Qualität beim Maxell Momentaufnahmen Wettbewerb ein.
Balthasar von Weymarn, geboren 1968, lebt seit 2006 im Taunus bei Frankfurt. Ausgebildeter Dramaturg und Filmproduzent (Filmstudium Hamburg); arbeitet auch als Skriptdoktor, -autor und Ghostwriter für Unternehmen wie Bavaria Film, Odeon Pictures, Tandem Communications, Storyline Entertainment u.a.
Das Hörspielmanuskript schrieb Balthasar v. Weymarn nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky. Die Aufnahmeleitung lag in den Händen von Tommi Schneefuß und Sven-Michael Bluhm.
Die Rollen und ihre Sprecher:
Prolog: Wolf Frass
Commander Mark Brandis: Michael Lott
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
Bordsystem CORA: Mira Christine Mühlenhof
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
Lt. Iwan Stroganow: Martin Wehrmann
Lt. Grigori Romen: David Nathan
Lt. Konstantinos Simopoulos: Gernot Endemann
Judith: Katarina Tomaschewsky
Melchior: Klaus Sonnenschein
_Hintergrund und Vorgeschichte_
Die „Mark Brandis“-Hörspielreihe begann 2005-2007 mit „Bordbuch Delta VII“. Inhaltlich unterscheidet sie sich in einigen wichtigen Punkten von den Büchern.
* Die Geschichten sind um 50 Jahre in die Zukunft verlegt, die Saga beginnt also 2119;
* Die Kürzel EAAU und VOR sind zu „die Union“ und „die Republiken“ geworden;
EAAU: Die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU) ist ein transkontinentaler Staatenverbund und wurde als Zusammenschluss der drei Kontinente Europa, Amerika und Afrika ca. 1999 gegründet – ihr assoziiert ist Australien. Während Europa der Kontinent ist, der über die längste Tradition verfügt, haben sich Afrika und Amerika zu den industriell bedeutendsten Kontinenten entwickelt.
Flagge: ein Ring goldener Planeten um drei kleeblattartig angeordnete grüne Kontinente auf weißem Grund.
Hauptstadt: Metropolis
VOR: Die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) sind ein transkontinentaler Staatenverbund und umfassen zwischen Ural und der Pazifikküste die asiatischen Staaten einschließlich Ozeaniens.
Flagge: zwei gekreuzte Mongolenschwerter vor einer gelb-roten Sonne.
Hauptstadt: Peking
|VEGA|
Die Strategische Raumflotte (SR) lagerte 2106 ihre Entwicklungsabteilung auf die Venus aus. Die zuständige Agentur ist die VEGA, kurz für Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik, mit immerhin 8000 Mitarbeitern. Direktor der VEGA ist seit 2122 der ehemalige Major (SR) und Commander (VEGA) John Harris. Die Routen der Testflüge für die Neuentwicklungen sind streng geheim, da die Prototypen als begehrte Beute sowohl für die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) und die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU), aber auch für Raumpiraten gelten. Offiziell gilt die VEGA als neutral, aber ihre Auftraggeber waren bislang immer die SR und die Raumfahrtbehörde der Union.
_Handlung_
Mark Brandis ächzt und stöhnt – so eine Operation am offenen Sehnerv ist nichts für schwache Männer! Er hat sich durch die Nähe zu unserem Zentralgestirn eine Sonnenblindheit zugezogen, und jetzt muss die attraktive Dr. Levy seine Augen wiederherstellen. Captain Brandis und sein Commander Romen flachsen dennoch herum.
Währenddessen sitzt Lt. Torrente am Steuer der HERMES. Sie haben den Auftrag, eine Raumstation vor dem Sturz in die Sonne zu bewahren, denn Ressourcen sind knapp. Allerdings bedeutet die Nähe zur Sonne nicht nur Gefahr für die Augen, sondern Funkstille für die nächsten 17 Tage. Da entdeckt Torrente ein UFO!
Das Unbekannte Flugobjekt ist zylinderförmig. Ungläubig starrt Torrente es an – das kann nicht sein! Es handelt sich um ein acht Kilometer langes Raumschiff mit einem gigantischen Durchmesser: zwei Kilometer. Wo wurde denn sowas gebaut?
Brandis befiehlt Annäherung und Klar Schiff zum Gefecht. Man kann ja nie wissen. Noch 50 Ka-Emm. Stroganoff sagt fassungslos: „Das ist die Pilgrim 2000.“ Bordcomputer CORA berichtet, der Schiffsmotor sei inaktiv, was bedeutet, dass dieses Raumschiff binnen vier Tagen in die Sonne stürzen wird. Nun lautet die Frage: Ist irgendjemand an Bord, den sie vor diesem feurigen Tod bewahren müssen?
Lt. Simopoulos berichtet, dass die Pilgrim 2000 vor 60 Jahren als Generationenraumschiff gebaut wurde, um zur nächstgelegenen Sonne Proxima Centauri zu fliegen. An Bord befanden sich Wohlhabende und Wissenschaftler, die eine Arche aus Modulen zusammenbauten. Seltsamerweise verfügt das Schiff über keine Fähren. Doch jetzt meldet sich niemand auf Kontaktversuche.
Mit maximalen Sicherheitsvorkehrungen begeben sich Brandis und Co. per Shuttle an Bord der „Pilgrim“. Sobald sie die zwei Schleusen passiert haben, stehen sie in einer grünen Wunderwelt. Raumanzüge ablegen und kundschaften, weist Brandis seine Begleiter an. Alles sieht friedlich aus, doch das bleibt nicht lange so. Sie treffen eine Riesenratte an, doch sie scheint keine aggressive Mutation zu sein. Als sie eine Siedlung erreichen, werden sie mit Pfeilen beschossen, die Romen niederstrecken. Alles in Deckung!
_Mein Eindruck_
In dieser Doppelfolge wirft der Autor Licht auf ein weiteres Standardmotiv der spekulativen Zukunftsliteratur. Dieser Schiffstyp wurde 1929 von John Desmond Bernal erfunden, um interstellare Distanzen zu überwinden. Seit 1939 wurde diese Idee immer wieder in der SF-Literatur verwendet. Robert A. Heinlein, der Autor von „Universe“, verarbeitete die Idee mehrfach, ebenso weitere Autoren wie zuletzt Gene Wolfe in seinen Zyklen über die Lange Sonne und die Kurze Sonne.
Michalewsky zeigt uns eine Welt, die einen utopischen Traum umsetzt: eine autarke Welt, die sich Jahrhunderte lang durch den leeren Raum bewegen soll. Natürlich treten dabei vielfache probleme der Steuerung und Aufrechterhaltung dieser künstlichen Welt auf, angefangen bei der künstlichen Schwerkraft über die Fortpflanzung und gesellschaftliche Organisation der Bewohner bis hin zur Lebensmittelproduktion und Navigation.
Selbst dem blutigen Laien dürfte schnell klarwerden, wo die Bruchstellen dieser Konstruktion liegen: So etwa in der Kooperation zwischen den Leuten, die das Schiff lenken und die Maschinen steuern einerseits sowie den Leuten, die es sich hier einfach nur lange Zeit gutgehen lassen wollen, weil sie ja ein sauteures Ticket bezahlt haben. Die „Pilgrim 2000“ ist ausnahmsweise kein Siedlerschiff, das eine fremde Welt kolonisieren soll. Das ist wahrscheinlich der fundamentale Fehler: Die Passagiere haben eine andere Zielvorstellung als die Mannschaft.
Im zweiten Teil findet Mark Brandis viel mehr darüber heraus. Doch in Teil 1 stößt er lediglich auf zwei menschliche Bewohner. Der Erste ist die letzte Siedlerin namens Judith, mittlerweile eine sehr alte Frau, die als kleines Mädchen eine von Kriegen zerrissene Welt verließ. Doch was sie erzählt, macht Brandis besorgt: Sie darf nur ein Viertel ihrer Ernte behalten. Den Rest liefert sie an einer Opferstätte einem unbekannten Wesen ab, das sie nur IHN nennt. Und damit ist der zweite Bewohner dieser einsamen Welt gemeint. Doch was hat sich Brandis unter IHM vorzustellen?
_Die Sprecher/Die Inszenierung_
Die Geräuschkulisse erstaunt den Hörer mit einer Vielzahl mehr oder weniger futuristischer Töne, so etwa die Triebwerke der HERMES oder das Öffnen und Schließen ihrer Luken und Schleuse. Doch wenn man ein Fan von SF-Fernsehserien ist, dann dürfte einen dies nicht gerade umhauen, sondern eher ganz normal vorkommen. Vor allem das Dröhnen, Zischen und Jaulen von Düsen ist regelmäßig zu hören, was ja auch naheliegt.
Ungewöhnlich sind eher Sounds, die an das Brutzeln von Eier erinnern, an stockende Sounds – das lässt aufhorchen. Hier haben die Macher dazugelernt. Der gute Sound trägt dazu bei, den Hörer direkt ins Geschehen hineinzuversetzen, und das kann man von den wenigsten SF-Fernsehserien behaupten. Auch das Design von verzerrten Meldungen ist ähnlich professionell gehandhabt. Ein Satz kann mittendrin seine Klangcharakteristik ändern – faszinierend.
Einen Großteil der Sounds in dieser Episode werden von natürlichen Dingen erzeugt, so etwa von Vögeln – oder von mutierten Riesenratten. Allerdings kommen auch Pfeilschüsse gut zur Geltung. Besonders verliebt waren die Toningenieure in das BUMM der Handgranaten, die Brandis und seine Getreuen werfen, um die Ratten abzuwehren. Die Explosionen sind mit viel Liebe gestaltet. Andererseits sind sie zu kurz, um eine militaristische Ader der Sounddeisgner zu verraten.
Die meisten SF-Serien wie etwa „Classic Star Trek“ oder „Raumpatrouille Orion“ sind viel zu alt für solchen Sound, und „Babylon 5“ oder „Andromeda“ klingen zwar toll, spielen aber in abgelegenen Raumgegenden, wo irdische Ereignisse kaum eine Rolle spielen. Dadurch hebt sich „Mark Brandis“ im Hörspiel bemerkenswert von solchen TV-Produktionen ab, von SF-Hörspielen ganz zu schweigen. Nur Lübbes „Perry Rhodan“ kann in dieser Liga mitspielen.
|Die Sprecher|
Die Sprecher erfüllen ihre Aufgabe zu meiner Zufriedenheit. Es handelt sich um die immer wieder in der Serie auftauchenden Hauptfiguren wie der Titelheld, seine Frau und sein Boss. Daneben ergeben sich immer wieder neue Nebenfiguren, darunter auch chinesisch oder nicht-human klingende Sprecher.
|Musik|
Ja, es gibt durchaus Musik in diesem rasant inszenierten Hörspiel. Neben dem Dialog und den zahllosen Sounds bleibt auf der Tonspur auch ein wenig Platz für Musik. Sie ist wie zu erwarten recht dynamisch und flott, aber nicht zu militärisch – ganz besonders im Intro und in den Intermezzi. Ganz am Schluss erklingt ein flottes Outro, das den Ausklang zu dieser Episode bildet, bevor es zu einer langsam Hintergrundmusik abbremst. Diese läuft während der langen Absage, bei der sämtliche Sprecher und, wo sinnvoll, ihre Rollen aufgezählt werden.
|Das Booklet|
Das Booklet bietet einen Überblick über die bereits erschienenen Folgen der Serie, über die Macher und über die Sprecher. Darüber hinaus gibt es jeweils Zusatzinformationen, so etwa über Rebecca Levy (geb. 2100 in Heidelberg, Ritterin des Johanniterordens seit 2125 bei der VEA als Exobiologin) und Pablo Torrente (geb 2093 auf der Venus, E-Bioniker, Messerwerfer und Nahkampfexperte, Kenntnisse süd-indianischer Spiritualität).
_Unterm Strich_
Ähnlich wie manche Handlungsstränge der „Perry Rhodan“-Hörspiele, greift auch die „Mark Brandis“-Serie politische Themen auf statt nun auf die Karte der abenteuerlichen Erforschung fremder Welten zu setzen. Das finde ich schon mal sehr löblich, denn so kann der Hörer die gezeigten Vorgänge mit seinen eigenen sozialen und politischen Verhältnissen vergleichen und sie, mit etwas Verstand, auch kritisch bewerten.
In dieser Doppelfolge kommt die Idee eines Raumschiffs zum Tragen, das über Generationen hinweg zum nächsten Stern fliegt. Dass dies eine ziemliche Schnapsidee ist, zeigt sich, als Mark Brandis und seine Crew ein solches Raumschiff im Endstadium seines Lebens entdecken. Niemand scheint in dieser künstliche Arche noch am Leben zu sein – wo sind all die Siedler geblieben?
Statt einer freundlichen Begrüßung durch ein Empfangskomitee erleiden die Mitglieder des Erkundungstrupps eine feindselige Attacke nach der anderen und machen schließlich Bekanntschaft mit einem gottähnlichen Überwesen, wie es scheint: Eine telepathische Stimme in Brandis‘ Kopf fordert Unterwerfung und Gehorsam. Ob sie diesem Herrscher über die Ratten entkommen können, wird die zweite Hälfte dieses Hörspiels erweisen.
Ich kannte die Grundidee natürlich von Heinleins Geschichten her. Es handelt sich um ein Standardmotiv in der Sciencefiction. Dennoch macht der deutsche Autor etwas Eigenständiges daraus und entwirft ein ansprechendes, wenn auch nicht umwerfendes Szenario an Bord der „Pilgrim 2000“.
|Das Hörbuch|
„Mark Brandis“ ist als Hörspiel professionell inszeniert, spannend, stellenweise actionreich und mitunter sogar bewegend. Im Unterschied zu den ersten Folgen wurden nun mindestens zwei größere Dialogszenen eingebaut, die mir sehr gut gefallen haben. Sie charakterisieren besonders Mark Brandis als einen moral- und verantwortungsbewussten Erwachsenen, der auch mal seine Fehler korrigieren kann.
Dies ist beruhigend weit entfernt von Kinderkram und rückt die Serie in die Nähe der POE-Hörspiele, die mir fast durchweg gut gefallen. In zehn Jahren wird man diese Serie als Vorbild für eine gelungene SF-Serie aus deutschen Landen auf gleicher Höhe mit „Perry Rhodan“ setzen. Und die Sammler werden sich die Finger danach lecken.
Gut finde ich, dass Universal Music den Vertrieb übernommen hat. Dadurch ist der Fortbestand der Serie gesichert. Und nun kann man sich mit David Nathan (bekannt als „Johnny Depp“) und anderen auch namhafte Synchronsprecher leisten, die ein wenig (?) mehr kosten als die bisher eingesetzten. Das kommt dem Wiedererkennungs- und Unterhaltungswert der Serie nur zugute – und natürlich auch dem Sammler.
_Mark Brandis bei |Buchwurm.info|:_
|Weltraumpartisanen|
Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
Bibliomanen im Clinch: Spannender Actionthriller in Washington
Der Sprecher des Repräsentantenhauses in Washington wird Opfer eines Anschlags. Als kurz darauf ein hochrangiger Mitarbeiter der Kongressbibliothek tot aufgefunden wird, ist für Oliver Stone und den Camel Club schnell klar: Diese beiden Morde müssen etwas miteinander zu tun haben.
Band 1: [„Die Saat“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5905
Band 2: [„Das Blut“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6691
Band 3: „Eternal Night“ (noch ohne dt. Titel)
„Das Blut“, der zweite Teil von Guillermo del Toros und Chuck Hogans Vampirtrilogie, kommt in vielerlei Hinsicht etwas schlanker daher als der Erstling [„Die Saat“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5905 – und das bezieht sich nicht nur auf die Seitenzahl. Es gibt weniger Charaktere, weniger Nebensächliches und dafür mehr Fokussierung auf die eigentliche Gefahr und wie man sie denn beseitigen könnte.
Dabei sieht es zu Beginn des Romans eigentlich so aus, als sei die letzte Schlacht schon längst verloren. New York gleicht einer Geisterstadt. Ganze Straßenzüge sind ausgestorben, die Infrastruktur zusammengebrochen. Eigentlich ginge es nun nur noch darum, zu verhindern, dass das vampirische Virus von New York auf den Rest des Landes überspringt. Doch dazu müssten die Behörden Maßnahmen ergreifen. Diese weigern sich allerdings, die Gefahr überhaupt anzuerkennen. Also liegt es weiterhin in den Händen von Ephraim, Setrakian, Nora und dem Kammer- jetzt Vampirjäger Vasiliy, die Menschheit zu retten. Bald jedoch können sie mit Hilfe von unerwarteter Seite rechnen: Nicht nur haben die Alten, eine Gruppe Meistervampire, einen eigenen Vampirjäger angeheuert, der die Seuche in New York eindämmen soll und sich bald mit Ephs Mannen zusammenschließt. Darüber hinaus treten die Alten schließlich selbst an Setrakian heran, der bei Christie’s ein mysteriöses Buch ersteigern will, dem aber naturgemäß das benötigte Kleingeld fehlt.
_Grundsätzlich passiert_ in „Das Blut“ also mehr als in „Die Saat“, denn es wird an mehreren Fronten gleichzeitig gekämpft. Andererseits beleuchtet das Autorenduo ein weiteres Mal die geschichtlichen Hintergründe und folgt Setrakian in dessen Vergangenheit, die von dem fast schon fanatischen Kampf gegen die Blutsauger bestimmt wird. Besonderes Augenmerk wird hier wieder auf die Nazi-Zeit und alte Schergen (Setrakians Gegenspieler ist diesmal nicht der Vampir Sardu selbst, sondern ein alter KZ-Aufseher) gelegt. Das mag auf manchen Leser ermüdend wirken, schließlich ist der Nazi-Bösewicht nicht wirklich eine neue und originelle Erfindung. Andererseits ist diese Zeit schon immer ein wichtiges Thema im Schaffen del Toros gewesen und es ist daher nur logisch, dass er sie auch hier zumindest anschneidet.
Weniger verzeihlich ist da schon die Tatsache, dass auch in „Das Blut“ die Charaktere größtenteils eindimensional sind und kaum eine charakterliche Entwicklung durchmachen. Deren geistiges Innenleben interessiert die beiden Autoren wenig, viel mehr geht es ihnen um die Beschreibung der äußerlichen Katastrophe. Um das nicht allzu deutlich werden zu lassen, wird eine recht uninspirierte Liebesgeschichte zwischen Eph und Nora (der einzigen weiblichen Protagonistin in diesem testosterongeschwängerten Hörbuch) angedeutet und von Zeit zu Zeit darf Eph seinem fürchterlich lieben und verständnisvollen Sohn Zach seine väterliche Liebe gestehen. Gerade dieser Sohn ist ein Schwachpunkt der Geschichte, wohl auch, weil man von del Toro tiefer gehenderes gewohnt ist – man denke nur an Ofelia aus „Pans Labyrinth“, die interessant genug war, um einen ganzen Film zu tragen. Im Gegensatz dazu ist Zach nicht mehr als ein kindliches Abziehbild, das zwar kurzzeitig bocken darf, hauptsächlich jedoch unglaublich erwachsen daherkommt und als Beweis dafür dienen muss, was für ein toller Vater Eph denn doch ist, wenn er nicht gerade die Welt rettet.
Apropos Film: Wie auch schon in „Die Saat“, hat man bei „Das Blut“ den Eindruck, eigentlich einen Film zu sehen und man fragt sich zwangsläufig, warum del Toro sich für ein Buchprojekt anstatt (zum Beispiel) für eine Miniserie entschieden hat. Die szenische Darstellung der Handlung, die auf den größtmöglichen visuellen Effekt abzielt, ruft beim Leser im wahrsten Sinne des Wortes ein Kopfkino hervor (ein Effekt, der durch das Hörbuch noch verstärkt wird) und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, ein besonders umfassend ausformuliertes Drehbuch vor sich zu haben. Das ist auf der einen Seite positiv, da es die Handlung besonders plastisch werden lässt und man sich tatsächlich mittendrin befindet. Andererseits bleibt dabei natürlich für die Fantasie des Lesers kaum noch Spielraum.
Natürlich gibt es – wie im ersten Teil auch – wieder Anspielungen auf bekannte Größen des Genres. So erfährt der Leser beispielsweise, dass Setrakian verheiratet war und dass seine Frau als Vampir endete – in einer Szene, die stark an die weiße Dame aus Stokers [„Dracula“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=210 erinnert.
Und dass das mysteriöse Buch, in dem die Namen der vampirischen Alten verzeichnet sind, an Lovecrafts sagenumwobenes [„Necronomicon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4521 erinnert, ist sicher auch kein Zufall.
Besonders interessant allerdings, gerade im Hinblick auf die momentanen Ereignisse in Japan, sind del Toros Ideen zum Thema Kernkraft, die hier als Beispiel für die Korrumpierbarkeit der Mächtigen dient. Denn Atomkraftwerke (unter anderem auch Tschernobyl) spielen im Verlauf des Romans eine immer wichtiger werdende Rolle. Nicht nur kann man mit der Explosion eines Atomreaktors einen der Alten erfolgreich ins Jenseits befördern. Viel wichtiger ist, überhaupt erst die Gewalt über ein Atomkraftwerk zu erlangen. Und hier zeigen del Toro und Hogan sehr anschaulich, dass es letztendlich der Mensch ist, der die Werkzeuge zu seiner eigenen Vernichtung in der Hand hält. Denn wie sicher auch immer gebaut wird und welche unwahrscheinlichen Risiken auch mit eingeplant werden, in del Toros Welt wird es immer korrupte Einzelpersonen geben, die den Tod Vieler in Kauf nehmen, wenn sie glauben, dass daraus für sie ein Vorteil erwächst. In dieser Hinsicht ist del Toros Welt natürlich auch unsere Welt. Nicht jeder ist eben so edel und gut wie Ephraim. Nicht jeder wirft sich für das Überleben der Menschheit mutig in die Bresche. Die große Mehrheit tut einfach gar nichts und lässt sich von den Medien (die die Seuche einfach totreden) einlullen. Und dann gibt es ein paar Einzelne, die sich auf die Seite des Siegers schlagen – in dem Fall auf die Seite der Vampire, weil sie sich davon Geld und Macht – und natürlich Unsterblichkeit – erhoffen. Insofern ist „Das Blut“ durchaus entlarvend und legt viele Mechanismen unserer heutigen Welt frei.
_Abschließend sei_ zur Hörbuchversion zu sagen, dass es natürlich zu begrüßen ist, dass man sich für eine ungekürzte Lesung mit einer Spielzeit von stolzen zwölf Stunden entschieden hat. Da die Handlung nun doch an Komplexität gewinnt, mag man sich nicht vorstellen, wo hier zu kürzen wäre. Und dass als Sprecher David Nathan gewonnen wurde, tut ein Übriges für das Hörvergnügen. Nathan ist ein unglaublich routinierter Sprecher (im besten Wortsinne), der den Hörer souverän durch die Handlung führt. Besonders gut gelingt ihm Setrakian, der alte Erzfeind der Vampire. Dass er eben auch ein ambivalenter Charakter ist (ebenso wie sein Vorbild van Helsing in „Dracula“) wird durch Nathans Interpretation noch deutlicher herausgearbeitet. Wen also das backsteinartige Format des Romans schreckt (oder wer eine lange Autofahrt vor sich hat), dem sei das Hörbuch als Alternative ans Herz gelegt.
|Ungekürzte Lesung: 12 Std. 3 Min.
Gelesen von David Nathan|
[www.audible.de]http://www.audible.de
auch erschienen als:
|Gekürzte Lesung: 7 Std.
Gelesen von David Nathan
ISBN 978-3-8371-0425-7|
[Random House Audio]http://www.randomhouse.de/randomhouseaudio/index.jsp
Der erste Fall für Inspektor Gunnar Barbarotti ist knifflig: „Wir haben zwei Personen, einen Onkel und einen Neffen. Gemeinsam mit einigen Verwandten kommen diese ein paar Tage vor Weihnachten zusammen, um ein Familienfest zu feiern. In der ersten Nacht verschwindet der Onkel spurlos. In der nächsten Nacht der Neffe. Warum?“ Gute Frage – nächste Frage!
Teil 1: 336 MB, 4:01 h, 48 Tracks
Teil 2: 381 MB, 4:33 h, 56 Tracks
Teil 3: 335 MB, 4:00 h, 46 Tracks
Teil 4: _376 MB, 4:26 h, 55 Tracks_
_Die Handlung:_
Im Jahr 3459. Die Völker der Milchstraße ächzen unter dem Joch der Konzilsherrschaft. Die Laren und ihre willfährigen Helfer, die Überschweren, beherrschen dank ihrer überlegenen Technik die gesamte Galaxis. Das Solare Imperium ist wie alle übrigen Sternenreiche zusammengebrochen. Unter Aufbietung aller Kräfte gelang es der Menschheit aber, zumindest ihre Heimat, das Solsystem, dem Zugriff der Eroberer zu entziehen. Ein gewaltiges Schirmfeld hüllt die Sonne und ihre Planeten ein, hält sie mehrere Minuten in der Zukunft, unerreichbar für die feindlichen Flotten. Doch Perry Rhodan weiß, dass die Zuflucht in der Zeit nicht von Dauer sein kann. Zu überlegen ist die Technik der Laren, zu erdrückend ihre Übermacht. Die Menschheit benötigt ein neues Versteck – und in Perry Rhodan reift ein Entschluss, der die Geschicke der Menschheit und der Erde für immer verändern wird … (Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 76| )
|Dieser Teil:|
Die Roboter, in denen das gesamte Wissen von NATHAN gespeichert ist, sollen ins SOL-System abgestrahlt werden. Danach soll NATHAN mit seinen alten Daten gefüttert werden, doch er weigert sich, diese anzunehmen. Perry Rhodan stellt seinen Plan vor, nicht nur die Terraner an eine andere Stelle in der Galaxis zu versetzen, sondern auch TERRA und LUNA. Dieser Plan wird nicht von allen Terranern begrüßt und es regt sich teils heftiger Widerstand. Schließlich wird die Erde und ihr Mond doch über den Sonnentransmitter abgestrahlt, aber …
_Mein Hör-Eindruck:_
Dieser letzte Teil der |Silber Edition| steckt voller hitziger politischer Diskussionen und Ansprachen. Das, was Perry Rhodan mit der Erde und rund 20 Milliarden Terranern vorhat, stößt nicht überall auf Gegenliebe.
Hier kann Tom Jacobs wieder einmal zeigen, warum er zu meinem Lieblings-Silber-Editions-Sprecher geworden ist. Ohne auf alberne Akzente oder unangenehme Stimmfarben und -höhen zurückzugreifen, bringt er die volle Dramatik ins Ohr des Hörers. Die Erde und der Mond sollen einfach aus dem Sonnensystem verschwinden. So will Rhodan sich und die Terraner dem Zugriff der Laren entziehen, vor denen er sich hinter dem ATG-Schild versteckt, das die Erde bislang für einen unerreichbar kurzen Moment in der Zukunft festhält und schützt.
Einige Heimatverbundene zetteln einen großen und gewaltbereiten Protest an und da gibt es für Jacobs des Öfteren einen Grund, auch mal laut zu werden. Und das wird er dann auch, dennoch, alles im angenehmen Rahmen und der Geschichte absolut gerecht werdend.
Auch wenn es hier wenig Action und jede Menge Diskussionsstoff gibt, ist dieser Teil nicht langweilig. Jacobs brilliert als NATHAN, der seine alten Daten nicht annehmen will, als Wissenschaftler und der darüber verzweifelt. Als gewaltbereiter Heimatliebender, der sein Sonnensystem nicht verlassen will und als Perry Rhodan, der seinen Plan dennoch durchzieht … es gibt keine Rolle, an der ich hier etwas auszusetzen hatte.
Dass der Schluss ein riesiger Cliffhanger ist, dafür kann Jacobs ja nichts. Und so sagt der Hörer dieser |Silber Edition 76 – Raumschiff Erde| zum Abschied leise: „Ne, oder?“
|Die Effekte – Der Hintergrund|
Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund, der wird er aber auch gern mal spontan mitten in einem Track verlegt. Dieser Teppich fällt manchmal kaum, manchmal gar nicht und manchmal stark auf, weil er in der Lautstärke variiert, was dann teilweise den Sprecher unterstützt oder von ihm ablenkt.
|Die MP3s und das Booklet|
Die Qualität der MP3s entspricht dem derzeitigen Eins-A-Medien-Standard: 192kbps, 41,1kHz und Joint Stereo. Die 55 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch die Namen der an diesem Teil der |Silber Edition| beteiligten Autoren, Kurt Mahr und Ernst Vlcek, werden im ID3-Tag erwähnt. Beim Abschlussteil dieser |Silber Edition| ziert die grafisch aufgehellte Front von Band 673 „Raumschiff Erde“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.
Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.
Als Bonus gibt es das Booklet, das auch der CD-Version beiligt, als PDF-Datei. Hier finden wir ein Tracklisting, ein Vorwort von Horst Hoffmann, eine Risszeichnung einer neuen Space-Jet, eine Zeitleiste und die Cover der in dieser |Silber Edition| enthaltenen Heftromane Nr. 664, 666, 667, 668, 672 und 673 zu sehen.
_Mein Fazit:_
Ein diskussionslastiger Teil, der dennoch voller Dramatik steckt, die vom Sprecher perfekt transportiert wird. Ein dicker Cliffhanger am Ende sorgt für vorfreudige Erwartung … wir hören uns in drei Wochen.
|MP3-Download mit ca. 376 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:26 h
Anzahl der Tracks: 55
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 9783939648956|
[einsamedien.connectare.de]http://einsamedien.connectare.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net
|Hinweis:| Die |Silber Edition 76| ist auch auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich.
In der verlassenen und gefluteten Mine von Falun findet ein schwedischer Taucher ein geheimnisvolles Artefakt, ein kunstvoll gefertigtes Kreuz. Kurze Zeit später wird er tot aufgefunden und es beginnt eine atemlose Jagd nach dem Kreuz durch ganz Europa. Die Spur führt zurück zu einer mysteriösen Polarexpedition im Jahr 1897, zur Verschwörung einer Sekte und reicht bis in die Gegenwart. Die Jagd hat nur ein Ziel: Dem rätselhaften Kreuz seine magischen Kräfte zu entlocken. (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Die Verlagsinfo zum Roman deutet ja irgendwie ein Abenteuer im Indiana Jones-Stil an. Vielleicht haben sich das auch die 23 anderen ausländischen Verlage gedacht, die dieses Erstlingswerk auch angekauft haben, bevor es überhaupt veröffentlicht wurde.
Die Geschichte ist keine, die man einfach so nebenbei erleben kann. Passt man mal nicht auf, driftet man mit den Gedanken mal eben beim Hören ab, so ist man ganz schnell raus aus der Geschichte. Was nämlich wie ein Krimi anfängt, hat bald nichts mehr mit einem Krimi zu tun. Irgendwie lässt sich die Story auch überhaupt nicht auf ein Genre festnageln, sondern ist eine Kombination aus Mystery und Abenteuer. Alles immer geschickt kombiniert mit gut recherchierten und belegten geschichtlichen Fakten.
Und wenn der Hörer nach ein paar Stunden des Hörens herausgefunden hat, dass der Taucher vom Anfang gar nicht der Hauptheld des Romans ist, fragt er sich, warum nicht schon in den ersten Stunden gekürzt wurde. Gute zehn Stunden ist die Lesung lang, einige davon hätten gut weggelassen werden können. Denn oftmals sind die Beschreibungen, die weder die Story voranbringen noch irgendwie interessant oder spannend sind, schlichtweg zu ausschweifend.
Mit Don Titelman, dem drogensüchtigen Arzt und historisch interessierten Forscher verbringt der Hörer also die weitere Zeit der Lesung, denn er ist der eigentliche Protagonist. Die Hörphasen sollte man aber nicht allzu oft unterbrechen, damit man den Überblick nicht verliert. Kaum hat der Hörer im Kopf ein paar Zusammenhänge und Lösungsansätze formuliert, springt die Handlung und man kann von vorn anfangen. Das ist ja nicht zwangsläufig schlecht, das ist nur schlecht, wenn man das Hörbuch in mehreren Teilabschnitten hören möchte oder muss.
Wer aber konzentriert am Ball bleibt, der findet hier eine spannende und intelligent erzählte Geschichte, die sich nicht in eine Schublade packen lässt, weil sie sich nicht strikt an nur ein Genre hält. Die Abwechslung bietet und auch fesselnd ist, wenn sie dann endlich mal Fahrt aufgenommen hat. Und wenn man am Ende dann alles für sich geordnet hat, dann weiß man auch, was der Autor mit Strindberg, Hedin, den Nazis und vor allem dem Stern und dem Kreuz erzählen wollte und warum so viele hinter ihnen her waren.
Das Hörerlebnis:
Matthias Brandt macht seine Sache gut. Er klingt wie ein ambitionierter Geschichtenvorleser, jedoch nicht wie ein Geschichtenerzähler, aber verleiht den Charakteren dennoch genug Ausdruck, sodass sie beim Hörer ein nettes Kopfkino auslösen.
Als störend empfand ich seine Geschwindigkeitswechsel beim Sprechen, was ja auch aus dramaturgischer Sicht ein Stilmittel sein kann, hier ist es das nicht. Denn er beginnt sehr viele Sätze hektisch schnell und wird dann immer langsamer, das hat mich nicht nur einmal irritiert.
Dennoch schafft er es, den Hörer bei der Stange zu halten, nicht nur, weil dieser wissen will, wohin die Reise geht.
Der Sprecher:
Matthias Brandt wurde 1961 als jüngster Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandts in Berlin geboren. Er studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und war anschließend an verschiedenen Theatern engagiert, u. a. am Bayerischen Staatsschauspiel, dem Schauspielhaus Zürich, dem Schauspielhaus Bochum und dem Schauspiel Frankfurt. Als Hörbuchsprecher war er zuletzt in „Psycho“ von Robert Bloch im Jahr 2010 und „Wir Wirtschaftswunderkinder“ von Rainer Moritz im Jahr 2009 zu hören. (Verlagsinfo und wikipedia)
Die Ausstattung:
Die acht mit dem Titel bedruckten silbernen CDs stecken in durchsichtigen Plastikhüllen. Zusammen mit einem Faltblatt-Booklet, das Kapitelnamen und ein paar Infos zu Autor und Sprecher enthält, befindet sich alles in einer robusten Klappbox aus Pappe.
Mein Fazit:
Ein ungewöhnlicher und interessanter Okkultismus-Mystery-Nazi-Geheimbund-Krimi, der den Hörer belohnt, der am Ball bleibt und aufmerksam zuhört.
Gekürzte Lesung auf 8 Audio-CDs mit 119 Tracks Gesamtspielzeit: 9:57 Std. Originaltitel: Strindbergs stjärna Aus dem Schwedischen von Antje Rieck-Blankenburg ISBN-13: 978-3867177009 www.hoerverlag.de
Der Autor vergibt: (3.5/5) Ihr vergebt: (6 Stimmen, Durchschnitt: 1,17 von 5)
Ein Akt der Gewalt war es, als Catherine Genovese 1964 niedergestochen und vergewaltigt wurde, während etliche Menschen ihre Schreie gehört haben, ohne einzugreifen oder auch nur Hilfe zu rufen. Diesen Mord hat Drehbuchautor Ryan David Jahn als Vorlage für seinen ersten Thriller genommen.
_Wenn es Nacht wird_
Um vier Uhr morgens macht sich Katrina Marino auf den Heimweg. Ihr Auto hat einen Platten und so muss sie trotz der späten Stunde das Ersatzrad aufziehen. Auf der Fahrt nach Hause nimmt sie eine Abzweigung – wäre sie geradeaus weitergefahren, wäre sie Zeugin eines Unfalls geworden. So parkt sie ihren Wagen in der Nähe ihres Apartments und trifft auf dem Weg zu ihrer Haustür einen Nachbarn – Frank heißt er, meint sie sich zu erinnern. Noch bevor sie ihre Haustür erreichen kann, hört sie ein Geräusch. Ein Mann folgt ihr. Sie beeilt sich, kann die Haustür aufschließen. Aber noch bevor sie sicher in ihre Wohnung schlüpfen kann, ist der Mann bei ihr, sticht auf sie ein und überwältigt sie.
Zur gleichen Zeit kämpfen ihre Nachbarn mit ihrem eigenen Schicksal: Frank macht sich auf den Weg, weil seine Frau Erin der Meinung ist, einen Kinderwagen überfahren zu haben. Also will er kontrollieren, ob seine Frau tatsächlich ein Kind auf dem Gewissen hat. Der 19-jährige Patrick hat einen Einberufungsbefehl erhalten, dabei kümmert er sich doch immer um seine todkranke Mutter, die den Wunsch hegt, ihr unwürdiges Leben zu beenden. Diane streitet sich mit ihrem Ehemann, da sie herausgefunden hat, dass er sie betrügt. Ein Ehepaar liegt im Clinch, weil ein möglicher Paartausch zur Sprache gekommen ist. Ein Mann entdeckt seine Gefühle für einen anderen Mann.
Sie alle kämpfen mit ihren Problemen, hören aber auch Katrinas Schreie. Sollen sie die Polizei rufen? Oder lieber doch nicht die Leitung blockieren? Dann lässt der Mann von Katrina ab und sie versucht schwer verletzt, sich ins Haus zu retten. Zentimeterweise schiebt sie sich vorwärts, sie kämpft, will überleben, die rettende Wohnung erreichen, aber dann hört sie wieder Schritte hinter sich …
_Anfängliches Verwirrspiel_
Eine schreckliche Gewalttat hat Ryan David Jahn dazu veranlasst, seinen packenden Thriller über die mangelnde Hilfsbereitschaft der Menschen zu schreiben. Zunächst begleiten wir Katrina auf ihrem Heimweg. Doch schon auf den ersten Blick merken wir, dass die Nacht für sie nicht gut enden wird. Denn zunächst wird sie von ihrem platten Reifen aufgehalten, dann hört sie bereits beim Reifenwechsel merkwürdige Geräusche, unterwegs wäre sie fast Zeugin eines Unfalls geworden und zuhause schließlich greift ein Mann sie mit einem Messer an. In schrecklichen Einzelheiten schildert Ryan David Jahn die nächtlichen Vorkommnisse, beschreibt Katrinas Gefühle, ihre Ängste, ihr Aussehen und ihre Gedanken. Wir sind ganz nah dran und merken selbst den Luftzug, als der fremde Mann sie von der Wohnungstür zurückreißt und mit dem Messer verletzt. Schonungslos beschreibt Jahn die nackten, bösen Fakten und sorgt damit bereits für Gänsehaut.
Doch dann wechselt plötzlich die Perspektive. Wir lernen neue Menschen kennen – Nachbarn von Katrina, die ebenfalls nicht schlafend im Bett liegen, sondern eigene Sorgen haben, mit ihrem Partner streiten, trauern, über Betrug oder Homosexualität nachdenken. All diese Menschen haben eigene Schicksale, eigene Nöte, andere Gedanken, anderes im Sinn als Hilfe zu leisten. Zu einem Zeitpunkt aber stehen sie alle am Fenster und schauen in den Hof, von dem sie Katrinas Hilferufe hören. Sie alle bemerken, was der jungen Frau Schreckliches widerfahren ist. Sie alle überlegen, ob sie Hilfe rufen sollen. Doch nach und nach beschließen sie alle, den Notruf nicht zu betätigen – um nicht in die Sache hineingezogen zu werden, um die Leitung nicht zu blockieren oder in der Gewissheit, dass sicher schon jemand anderes Hilfe geholt hat. Und so setzt sich Katrinas Martyrium, ihr Kampf um das nackte Überleben, weiter fort.
Viele einzelne Episoden sind es, die Ryan David Jahn zu erzählen hat. Oft wechselt die Perspektive, viele verschiedene Charaktere bringt Jahn ins Spiel, stellt sie uns vor und gibt uns einen kurzen Einblick in ihr Leben. David Nathan, der sich nicht nur als Synchronsprecher – z. B. für Johnny Depp oder Christian Bale -, sondern auch als Hörbuchsprecher bereits einen Namen gemacht hat, muss hier eine Meisterleistung vollbringen. Denn durch die häufigen Perspektivwechsel muss er in seinem Vortrag immer wieder deutlich machen, dass nun etwas Neues kommt, wir neue Menschen kennen lernen, die alte Szene verlassen und uns auf etwas Neues einlassen müssen. Leider schafft Nathan es nicht immer, diesen Wechsel deutlich genug zu machen. Zwar legt er deutliche Pausen ein zwischen den einzelnen Abschnitten, doch vergehen diese beim Hören mitunter recht schnell, sodass man manchmal recht unvermittelt in eine neue Szene geworfen wird. Beim Zuhören verliert man gerade zu Anfang leicht den Faden, da zu viele verschiedene Personen auftauchen, die man ja erstmal einordnen muss. Ein Personenregister, das man zur Hand hätte nehmen können, wäre hilfreich, wird bei einem Online-Download allerdings nicht mitgeliefert. Mir ist das Einhören zu Beginn recht schwergefallen, doch möchte ich das nicht David Nathan ankreiden, der sicherlich sein Bestes getan hat, sämtliche Perspektivwechsel hervorzuheben, doch durch die zahlreichen Charaktere erfordern gerade die ersten ein, zwei Stunden des Hörbuchs eine hohe Konzentration.
Hat man sich aber erst eingehört, die einzelnen Personen eingeordnet und sich in die Geschichte eingefunden, verliert man sich ganz in Nathans Erzählung. Mit seiner tiefen, sonoren Stimme schafft er genau die richtige düstere Atmosphäre, die dieser schrecklichen Geschichte würdig ist. Wörtliche Rede gibt es nicht allzu häufig zu bewältigen, sodass Nathan meist als Erzähler fungiert, und genau in dieser Rolle mag ich ihn am liebsten, denn das Spiel mit verschiedenen Stimmlagen finde ich bei ihm nicht allzu überzeugend, gerade wenn er in Frauenrollen schlüpfen möchte. Aber da das hier nur selten nötig ist, gefällt mir Nathan als Sprecher dieses Hörbuchs sehr gut.
_Düster_
Die Geschichte, die Ryan David Jahn zu erzählen hat, geht unter die Haut. Vor allem, wenn man sich vor Augen hält, dass sie auf einer wahren Begebenheit beruht. Etliche Menschen hören Hilferufe, sehen eine schwer verletzte Frau im Innenhof liegen (die sie zum Teil sogar als Nachbarin kennen!) und betätigen nicht einmal den Notruf. Wie kann das sein? Sind wir so abgebrüht? Geht uns das Schicksal eines anderen nichts an? Denken wir nur an uns? Sind wir zu faul, um zu helfen? Oder möchten wir einfach nicht in etwas hineingezogen werden, das uns ja (vermeintlich) nichts angeht? Diese Fragen stellt man sich, doch natürlich kann Jahn sie nicht beantworten. Will er auch gar nicht. Stattdessen will er von menschlichen Schicksalen erzählen und zum Nachdenken anregen. Und das schafft er auch. Und zwar überzeugend!
„Ein Akt der Gewalt“ trifft den Hörer ins Mark, bewegt ihn und stimmt nachdenklich. Wie hätte man selbst gehandelt? Was wäre, wenn man selbst an Katrinas Stelle gewesen und die hell erleuchteten Fenster mit den Menschen dahinter gesehen hätte? Auf Hilfe gehofft, aber nicht bekommen hätte? Dieser Debütroman ist großes Kino und wird sicherlich dieses auch noch erobern. Als Hörbuch hat mich die Geschichte zwar überzeugt. David Nathan liest sehr routiniert vor und tut sein Bestes, um den Zuhörer durch die Geschichte zu führen. Doch leider funktioniert „Ein Akt der Gewalt“ vermutlich als Buch besser, wo man schnell nochmal zurückblättern kann, um sich einen Namen wieder ins Gedächtnis zu holen, eine Geschichte nachzulesen und um vor allem immer sofort zu wissen, wenn ein Szenenwechsel ansteht. Für die Geschichte gibt es eine klare Empfehlung, für das Hörbuch nur eine bedingte, und zwar für eingefleischte Hörbuchfans, die sehr konzentriert zuhören können.
|Download-Version mit 5:03 h Spieldauer|
[www.audible.de]http://www.audible.de
auch erschienen als:
|4 Audio-CDs mit 280 Minuten Spieldauer
Sprecher: David Nathan
ISBN-13: 978-3-8371-0832-3|
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Dies ist das siebente Abenteuer des bis dato als „kindliches Verbrechergenie“ bekannten Artemis Fowl, der sich im Zuge seiner Unternehmungen mit dem unterirdischen Erdvolk erst anlegte und später einließ, bis sich Freundschaften entwickelten und sich Artemis‘ Charakter wandelte. Doch jetzt steht er vor einem neuen Problem: Er entwickelt eine psychische Krankheit, die sich in Zwangsstörungen, Paranoia und multiplen Persönlichkeiten äußert. Beim Erdvolk ist diese Krankheit bekannt als „Atlantis-Komplex“.
Während Artemis‘ Genie sich neuerdings mit der Rettung der Welt befasst und zu diesem Zweck ein großartiges Projekt ersinnt, kämpft der Junge gegen die immer stärker auftretenden Symptome seiner Krankheit an, die er auch vor seinen engsten Freunden zu verbergen sucht. Diesen wiederum bleibt sein merkwürdiges Verhalten wie – nur als Beispiel – seine zwanghafte Fixierung auf die Zahl Fünf natürlich nicht lange verborgen, und allen voran Holly Short, Captain der Zentralen Untergrundpolizei, stößt in diesem Zusammenhang schnell auf den Atlantis-Komplex. Ehe sie ihren oberirdischen Freund jedoch zu einer Therapie überreden kann, kommt es zu einem beinahe tödlichen, anfangs als Unfall zu betrachtenden Ereignis: Eine von Foaleys Marssonden stürzt sich genau auf den Aufenthaltsort der Versammlung, der Artemis just zu diesem Zeitpunkt sein Weltrettungsprojekt vorstellt und an dem die Koryphäen von Erd- und Menschenvolk teilnehmen.
Holly, Foaley und Artemis entgehen knapp der Attacke und verfolgen die riesige Sonde auf ihrem Weg ins Erdinnere, wo sie die Unterwasserstadt Atlantis auf geradem Weg ansteuert. Während Foaley sich seine Machtlosigkeit über das Gerät nicht erklären kann, sitzt in atlantischer Haft ein gerissener, größenwahnsinniger Elf, der sich durch diesen vermeintlichen Angriff unbemerkt aus dem Gefängnis befreien will und – so ganz nebenbei – sich der Elite der ZUP inklusive Holly, Artemis und Foaley zu entledigen versucht …
Für die „Artemis Fowl“-Romane ist Rufus Beck eine optimale Wahl als Vorleser. Mit seinem modulationsfähigen Tenor trifft er den „Ton“ der Geschichte mitten ins Herz und verleiht den Protagonisten, die sich vor allem aus dem jugendlichen Artemis und der Elfe Holly zusammensetzen, ihren aussagekräftigen Charakter. Doch auch die Mafiosi-Stimme von Butler oder das Wiehern des Zentaurs Foaley sind einzigartig und lassen kaum erkennen, dass sie vom selben Interpreten vertont werden. Einzig nervig sind die austrialisierten Akzente der Zwerge, vor allem des alles andere als redefaulen Mulch Diggums. Allerdings sind seine Monologe und Kommentare von mehr als ausgleichender Qualität und sorgen für den typischen Humor der Reihe.
Die Idee, Artemis mit einer Psychose auszustatten und so eine geistige Auseinandersetzung zwischen sich selbst, seinen neuen Identitäten und zuletzt den Symptomen der Krankheit zum beherrschenden Problem zu machen, ist überraschend vor dem Hintergrund, dass Artemis bisher als unübertreffliches Genie mit einem Einfall und einer Lösung für jedes Problem galt, andererseits natürlich eben vor diesem Hintergrund eine logische Weiterentwicklung des im sechsten Band „Das Zeitparadox“ ausgefochtenen Konflikts mit einem personifizierten jüngeren Ich. So lässt Colfer seine Figur an immer ausgefeilteren Problemen wachsen und gedeihen, was sich nicht zuletzt an der sich entwickelnden Menschlichkeit und Gefühlswelt des Jungen zeigt.
Eingebettet ist dieser Konflikt in eine spannende Geschichte der Kriminalistik colferscher Manier, die dem stark abgelenkten Fowl einiges abverlangt. Nebenbei erfährt man wieder ein bisschen mehr über die Erdvolkzivilisation und die wirklichen Umstände unserer Erde, obwohl sich Colfer gegenüber dem Vorgänger einen Widerspruch gestattet: Die im sechsten Band widerlegte Bezeichnung von Tiefseekalmaren als „Kraken“ findet hier wieder ihre klassische Verwendung …
Artemis Fowl betritt also nun den Weg vom Verbrechergenie zum Weltverbesserer, doch nicht nur innere Widerstände hindern ihn am unbeschwerten Fortschreiten. Ob ihm diese Wandlung endgültig gelingt, oder ob er dadurch seine Charme verliert, möge uns sein Biograf in weiteren Abenteuern dieser unterhaltsamen Qualität nahe bringen.
6 Audio CDs
ISBN-13: 978-3899033229
Originaltitel: Artemis Fowl and the Atlantis Complex
Deutsch von Claudia Feldmann
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