Die inzwischen erfolgte Verfilmung des Romans von Philip Roth wird von der Kritik hoch gelobt. Auch die Hörspielfassung des Romans vermittelt die Tragik und Komik des Falles Coleman Silk: Ein Literaturprofessor wird des Rassismus angeklagt und verliert Job, Gattin und Kinder. Parallelen zum Fall des US-Präsidenten Bill Clinton werden sichtbar, als Silk eine Affäre mit einer Putzfrau anfängt und dafür ebenfalls an den Pranger gestellt wird.
„Der menschliche Makel“ ist Band 3 der „Amerikanischen Trilogie“. Band 1 ist „Amerikanisches Idyll“, Band 2 „Mein Mann, der Kommunist“.
„Es gibt ein Land, das ist weit, weit und noch weiter weg. Niemand weiß, wo es sich befindet. Dort leben wunderbare Feen, die Filly® Fairys. Ihre leuchtenden Flügel tragen sie durch die Lüfte und einige von ihnen haben magische Kräfte“ (Covertext)
Die Fairys sind jedoch nicht die einzigen Fillys, die allesamt pferdeähnlich sind, im Feenland. Neben ihnen existieren noch die Königreiche der „Princess“, „Ice Fairys“ und „Unicorns“ – allesamt haben inzwischen nicht nur ein beachtliches Merchandise zu bieten, jede von ihnen hat auch eigene Hörspiele beim |EUROPA Mini|-Label. Zielgruppe sind Mädchen ab 4 Jahre. Wie bei allen Filly-Folgen sind stets zwei abgeschlossene Geschichten enthalten: Jana Lini – Filly Fairy – Oberon und das Zauberkraut (Folge 5) (Hörspiel) weiterlesen →
Warnung vor dem Spontanen Massiven Existenz-Fehlschlag!
An alle Passagiere: „Herzlich willkommen an Bord der Titanic, des größten Luxusraumschiffs aller Äonen. Während Sie bisher per Anhalter durch die Galaxis reisen mußten, lassen Sie sich nun im kybernautischen Meisterwerk des genialen Leovinus verwöhnen. Eventuelle Gerüchte über Sabotageakte vor der feierlichen Schiffstaufe sind als Propaganda feindlich gesinnter Planentenvölker zurückzuweisen.
Der Fehlstart vor den Augen von fünfzig Millionen grünlippigen Blerotinern, der höchstentwickelten Spezies diesseits und jenseits der Milchstraße, wird binnen Sekunden korrigiert. Und die Zwischenlandung im Wintergarten eines alten Pfarrhauses auf einem bisher als unbewohnbar geltenden Provinzplaneten namens Erde ist ohne Bedeutung. Auch die drei Erdlinge, die uns seither als blinde Passagiere begleiten, werden vom unvergleichbaren Flair der Titanic bezaubert sein …“ (Verlagsinfo)
Die Flügel der alten Windmühle in Rocky Beach drehen sich plötzlich bei absoluter Windstille. Wie kann das sein? Bei genauer Untersuchung stoßen die drei Freunde auf eine sagenhafte Legende … (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Los gehts mit Taubendreck. Von dem ist reichlich auf dem Wahrzeichen von Rocky Beach, dem Denkmal von Fred Fireman. Das müsste mal gründlich gereinigt werden, aber viel Geld steht dafür nicht zur Verfügung. Die Jungs wollen helfen, wissen aber auch nicht, wie sie mehr Geld auftreiben können.
Kehren die Dämonen auf die Erde zurück? Jahrtausendelang lebten sie auf der Insel Hybras in einer Zwischenwelt, doch nun werden einige dieser mondsüchtigen Wesen auf der Erde gesichtet. Sind sie eine Bedrohung für die Menschen und die Welt der Unterirdischen? Artemis Fowl, der Meisterdieb, ist tief beunruhigt.
Nur wenn es ihm gelingt, einen der Dämonen zu fangen, wird er Gewissheit über ihre Pläne erhalten. Doch gerade als er zuschlagen will, kommt ihm Minerva Paradizo, ein 12-jähriges Mädchen, zuvor. Artemis ist empört und beginnt eine rasante Verfolgungsjagd, bis sich Minerva als guter Kumpel entpuppt. Gemeinsam gelingt es dem Duo, die zornigen Wesen zu bannen, doch Artemis gerät dabei selbst in die Zwischenwelt. Kann er auf die Erde zurückkehren?
_Der Autor_
Eoin Colfer, geboren 1968, ist Lehrer und lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Wexford, Irland. Er hat mehrere Jahre in Saudi-Arabien, Tunesien und Italien unterrichtet. 2001 erhielt er den Children’s Book Award, den wichtigsten Kinder- und Jugendbuchpreis Großbritanniens, und 2004 den Deutschen Bücherpreis in der Kategorie „Kinder- und Jugendbuch“. Seine bislang fünf „Artemis Fowl“-Romane wurden allesamt Bestseller und sind von Rufus Beck kongenial ins Medium Hörbuch übertragen worden.
Band 1: [Artemis Fowl 172
Band 2: [Artemis Fowl – Die Verschwörung 180
Band 3: [Artemis Fowl – Der Geheimcode 569
Band 4: [Artemis Fowl – Die Rache 1279
Band 5: [Artemis Fowl – Die Akte 3135 (Erzählungen)
Band 6: Artemis Fowl – Die verlorene Kolonie
http://www.artemis-fowl.de/
_Der Sprecher_
Rufus Beck, geboren 1957, ist Bühnen-, Film- und Fernsehschauspieler und hat als deutsche Stimme der „Harry Potter“-Hörbücher mit seiner vollendeten Sprechkunst die Herzen zahlreicher HP-Fans erobert. Er hat aber auch alle Bücher des Iren Eoin Colfer als Hörbücher aufgenommen, insbesondere die über „Artemis Fowl“.
Beck liest den gekürzten Text. Regie führte Margit Osterwold. Für den Ton war das Eimsbütteler Studio Hamburg verantwortlich. Das Titelbild zeigt das Buchcover des |List|-Verlags.
_Handlung_
Barcelona. Artemis Fowl und Butler, sein Faktotum, warten auf ein Ereignis, genauer gesagt: auf jemanden, der aus der Zeit kommen soll. Wie sich herausstellt, handelt es sich um einen Dämon, der aussieht wie eine Echse und quietschend auf Artemis einredet. Dann nimmt er ihn kurzerhand mit. Sie reisen durch die Zeit hundert Jahre zurück, unter anderem auch nach Barcelona, wo Antonio Gaudí gerade an seiner später berühmten Casa Mila baut. Dann kehrt Artemis wieder in seine eigene Zeit zurück. Er sieht unversehrt aus, aber die Mittelfinger seiner Hand sind vertauscht.
Auf einem ganz anderen Schauplatz erregt dieser Vorfall höchstes Aufsehen: bei den Unterirdischen von Erdland. In Haven City geht Ex-ZUP-Cop Holly Short, eine Elfe, ihrem neuen Job als Privatdetektivin nach. Auch der Zwerg Mulch Diggums ist nun in diesem Metier ihr Partner. Ihr gemeinsamer technischer Berater ist der frühere Sergeant Foaly, seines Zeichens ein gerne und oft wiehernder Zentaur. Foaly ist ein totaler Technikfreak und stattet auch diesmal Holly mit allen Hitech-Finessen aus. Denn eine Frage brennt ihnen allen auf den Nägeln: Wie gelingt es Artemis, das Erscheinen eines Dämons auf die Sekunde genau vorherzusagen? Das wäre in ihrem Job eine wirklich nützliche Fähigkeit.
Auf der Insel Hybras im Zeitmeer wachsen die Dämonen auf und lernen in der Schule, sich gefälligst auch wie richtige Dämonen zu benehmen und zu verhalten. Früh übt sich, was ein hässlicher, gehässiger Dämon sein will. Und nur ein verkrümmter Dämon ist ein guter Dämon. Der Junge Nr. 1 ist nicht verkrümmt und deshalb hacken alle auf ihm rum. Natürlich auch Lehrer Raleigh. Und als auch noch der Kriegsheld Leon Abbott auftritt, um den Jungdämonen zu erzählen, was eine Dämonenharke ist, fühlt sich Junge Nr. 1 noch bescheidener.
Doch bei einer kleinen Übung, zu der Abbott die Schüler herausfordert, legt Nr. 1 eine bemerkenswerte Fähigkeit an den Tag: Magie! Nr. 1 ist ein Zauberer. Zwar einer, der noch viel wachsen muss, aber immerhin. Abbott verneint sofort, dass Nr. 1 ein Zauberer sein könnte. Denn im heiligen Buch der Dämonen kommen überhaupt keine Zauberer vor, sondern höchstens Elfen und Zwerge. Er selbst hat es aus der Menschenwelt mitgebracht: „Lady Heatheringtons Hecke“. Abbott schickt Nr. 1 hinterlistig in den Vulkan von Hybras. Dort befindet sich das Dimensionstor, das in die Menschenwelt führt …
Catania, Sizilien, unweit des Ätna, ein Theater. Artemis und Butler bekommen Besuch von Holly Short. Auf ihre neugierigen Fragen hin berichtet der Goldjunge, dass demnächst die Dämoneninsel Hybras in die hiesige Dimension durchbrechen werde, d. h. eigentlich kehrt sie wieder dahin zurück, wo sie herkam: in die Menschenwelt. Das haben seine Berechnungen ergeben.
Wenig später hat Dämon Nummer 1 seinen großen Auftritt mitten auf der Bühne. Aber nicht lange. Denn er stürzt durch eine Falltür, unter der seine Häscher bereits auf ihn warten. Doch wer sind diese finsteren Gestalten? Und wer hat sie geschickt?
_Mein Eindruck_
Zunächst lässt sich die Geschichte an wie eine weitere Haschmichjagd à la James Bond. Jeder will den armen kleinen Dämon haben, ist er doch die Verbindung zu einer ganzen Welt, nämlich der Insel Hybras. Erst hat ihn Minerva Paradizo, zwölfjährige Quantenphysikerin, dann hat ihn Holly Short, Privatdetektivin im Auftrag des Erdvolk, dann hat ihn Minervas Schlägertyp Billy Kong, schließlich hat ihn Artemis Fowl.
Minerva Paradizo will alle Dämonen in unsere Welt holen und sie in Zoos stecken. Dort könnte sie sie dann untersuchen und damit den Nobelpreis gewinnen, ihr Lebenstraum. (Warum Quantenphysiker immer solche Übermenschenallüren bekommen, weiß ich auch nicht. Muss wohl an ihrem Wunder- und Einzelkindschicksal liegen.) Sie hat ebenso wie Kong ein Vorurteil gegen Dämonen: Die seien ja alle so böse wie der schizophrene Abbott, der ihr einst ausgebüchst ist, wobei er einen Liebesroman mitgehen ließ.
Dass Dämonen ganz lieb sein können, will Nummer 1 ihr ebenso wie Artemis beweisen. Das ist nämlich dann der Fall, wenn Dämonenzauberer die relevanten Kräfte bändigen und kontrollieren, die aus armen kleinen Dämonen finstere böse Dämonen machen, beispielsweise Blutdurst und Mondlicht. Artemis weiß auch, wo in unserer Welt ein solcher Zauberer zu finden ist: nämlich in einer Kunstgalerie, die im neuen Megaturm von Taipeh, Taiwan, eingerichtet wurde.
Zusammen mit dem Zauberer und seinen diversen Begleitern kann es Artemis schließlich wagen, den Showdown gegen den schizophrenen Leon Abbott in Gang zu setzen. Dabei spielt eine Atombombe eine wichtige Rolle, ebenso ein Dimensionstor sowie ein Zeittunnel. Man merkt schon: Nun wird es kompliziert. Damit das Ganze nicht auch noch langweilig wird, muss Artemis‘ hochgeschätzte Freundin Holly Short eines grausamen Todes sterben. Und Artemis scheint dies überhaupt nicht zu kümmern! Um des Rätsels Lösung zu erfahren, sollte man möglichst selbst lesen bzw. hören. Es hat etwas mit einer Zeitschleife zu tun, sofern ich alles richtig verstanden habe. Aber ganz sicher bin ich da nicht.
Der Autor kombiniert auf innovative Art und Weise Fantasy-Elemente wie Dämonen, Zauberer und Magie mit Science-Fiction-Ideen wie etwa Zeittunneln, Dimensionstoren und Unsichtbarkeitserzeugern. Für den Autor ist Magie nur eine weiterentwickelte Form der Technik, frei nach dem Axiom Arthur C. Clarkes, wonach „jede genügend weit fortgeschrittene Technik nicht von Magie zu unterscheiden“ sei. Das gibt Eoin Colfer carte blanche, alle möglichen Arten von Zeitreisen, Unsichtbarkeitszaubern und Dimensionstransfers vorzuführen. Da war mit Gandalf eigentlich wesentlich lieber, denn dessen Zauber hatte wenigstens lebensnotwendigen Sinn (man denke an die Brücke von Khazad-dûm) und diente nie als Spielerei.
|Der Sprecher|
Rufus Beck erhält wieder einmal Gelegenheit, seine sprachakrobatische Kunst voll auszuspielen. Gerüchte besagen, ihm stünden mindestens 250 verschiedene Intonationen zur Verfügung. Während Holly und Artemis doch recht „normal“ – was ist schon normal? – sprechen, ertönt Butler in tiefstem, grollendem Bass, und auch die Zwerge sind nicht gerade für den Belcanto geeignet.
Mulch Diggums, der Held der ersten und zweiten Episoden, ist wieder mit von der Partie und erfreut uns mit seinem beinahe (aber nur beinahe) schon urbayerischen Tonfall. Das trifft weniger auf den Zentauren Foley zu, der ja nur ein Untergebener ist. Er kann es sich allzu oft nicht verkneifen, dass seine Ponynatur durch- und er in herzliches Wiehern ausbricht. Die Dämonen sprechen durchweg in hohen quäkenden, mitunter sogar quietschendem Stimmen, der einem durch Mark und Bein gehen.
Nur ältere Dämonen bilden eine Ausnahme: Lehrer Raleigh und Held Abbott fallen unangenehm durch Brüllen und Verhöhnung auf. Dass Dämonen auch glaubwürdig sein können, stellt der Dämonenzauberer Kwan unter Beweis. Seine Stimme klingt autoritär und majestätisch, offensichtlich ein Träger von magischer Macht.
So fällt es dem jugendlichen Zuhörer leicht, die Figuren auseinanderzuhalten, selbst wenn er sich ihre Namen nicht merken kann. Und diese Charakterisierung trägt wesentlich dazu bei, aus den Erzählungen Hörspiele mit verteilten Rollen zu machen, die an Dramatik nichts zu wünschen übrig lassen.
|Effekte|
Natürlich werden auch jede Menge moderne Kommunikationsmittel eingesetzt, dafür sorgen schon die Technofreaks wie Foaly und Artemis Fowl. Bei solchen Fernübertragungen setzt Rufus Beck regelmäßig einen Filter ein, der seine Stimme blechern und verzerrt klingen lässt. An einer Stelle spricht sogar das Mondlicht, um den jungen Dämon Nr. 1 auf die „andere Seite“ (= unsere Welt) zu verlocken. Da klingt Beck sehr verführerisch.
Vor allem Jugendliche und Kinder ab 12 Jahren dürften an dieser Art der Darbietung dieser Story Gefallen finden. Erwachsenen könnte es ein wenig übertrieben vorkommen.
_Unterm Strich_
Wie schon das vorherige Abenteuer „Artemis Fowl – Die Rache“ erscheint mir auch dieses Abenteuer in hohem Maße überzogen. Aber das liegt vielleicht daran, dass ich mich mit Colfers Kombination aus Krimi, Agententhriller, Fantasy, Alienfilm und Science-Fiction nicht so recht anfreunden kann. Diese postmoderne Vermischung der Genres ist zwar modisch und völlig legitim, denn Genre-Mixes gab es schon immer, aber es kommt wie immer auf die Ausführung an.
Man sollte schon Bekanntschaft mit Artemis Fowl und Holly Short gemacht haben, bevor man sich auf diese Geschichte einlässt. Sie führt die bisherigen Geschichten direkt weiter. Während diese beiden Hauptfiguren durchaus runde Charakterzeichnungen aufweisen, kann dies für alle Nebenfiguren (außer Nr. 1) nur eingeschränkt gelten. Der kleine Dämon Nr. 1 bildet eine Ausnahme, weil er die einzige glaubwürdige Figur aus der Gegenwelt darstellt, vor allem aufgrund des Umstandes, dass er eine eigene Lebensgeschichte mitbekommen hat. Man kann sogar für sein trauriges, wechselhaftes Schicksal Mitgefühl entwickeln, denn der Kleine ist ja unversehens und unschuldig zum Spielball widerstreitender Interessen geworden.
Dass auch zwölfjährige Quantenphysikerinnen von ihrem Nobelpreiswahn kuriert werden können, sollen wohl die letzten Zeilen beweisen. Frei nach Freud (oder war’s Nietzsche) kann Minerva Paradizo „aus einem Punkte kurieret werden“. Sie gebiert mit ihren zarten fünfzehn Jahren Artemis‘ Butler prachtvolle Zwillinge. Das soll wohl eine Art Versöhnungsfeier plus Weihnachten einläuten, hinterlässt bei mir aber nur einen faden Beigeschmack, der etwas von männlichem Chauvinismus an sich hat.
Rufus Beck macht wie stets einen ausgezeichneten Job, wenn er die einzelnen Figuren zum Leben erwecken soll. Sie werden schnell voneinander unterscheidbar, und so fällt es dem Hörer leichter, all die zahlreichen Figuren zuzuordnen. Das hat mir auch in dem komplex aufgebauten finalen Showdown enorm geholfen, als nämlich noch ein Oberdämon aus dem Hut gezaubert wird. Ich war jedenfalls froh, als alles überstanden war.
|Originaltitel: Artemis Fowl – The Lost Colony, 2006
Aus dem Englischen übersetzt von Claudia Feldmann
468 Minuten auf 6 CDs|
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Die Wege von Harry Keogh, dem Nekroskopen, und Boris Dragosani, dem Nekromanten, kreuzen sich und die Konfrontation ist unausweichlich. Doch beide kämpfen nicht alleine, sondern mit Unterstützung unheimlicher Verbündeter.
Der Autor
Brian Lumley wurde 1937 in England geboren. 1981 beendete er seine Militär-Karriere. Seither arbeitet er als freier Schriftsteller. Seine ersten Veröffentlichungen standen ganz unter dem Einfluss von H. P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos. 1986 schuf Brian Lumley mit seiner Vampir-Saga „Necroscope“ eine der erfolgreichsten Horror-Serien der Welt. Alleine in den USA haben sich seine Bücher weit über 2 Millionen Mal verkauft. So wie Brian Lumley den Vampir darstellt, hat es noch kein Autor zuvor gewagt. Mittlerweile hat Brian Lumley mehr als 50 Bücher veröffentlicht und schreibt fleißig weiter. Er und seine Frau Barbara Ann leben in Devon, England. (Verlagsinfo) Brian Lumley – Necroscope 2 – Vampirblut (Lesung) weiterlesen →
Ein neuer NASA-Satellit hat unter dem Eis der Arktis ein großes Objekt entdeckt. Rachel Sexton und andere Zivilisten werden auf Bitten des US-Präsidenten eingeflogen, um die Echtheit des Fundes zu bestätigen. Sie finden heraus, dass es sich bei dem großen Felsbrocken a) um einen Meteoriten handelt und b) dass darin außerirdische Lebensformen als Fossilien eingeschlossen wurden. Die Begeisterung der Wissenschaftler ist ebenso so groß wie bei den NASA-Mitarbeitern. Der Präsident wird mit dieser Sensation sowohl die NASA retten als auch seinen Wahlkampf gewinnen.
Doch als der riesige Felsen gehoben ist und die Sektkorken knallen, macht einer der Wissnschaftler in dem nun offenen Schacht im Gletscher eine sehr beunruhigende Entdeckung. Doch keine Sorge, Mister President – der Mann befindet sich bereits im Visier einer gut bewaffneten Truppe, die dafür sorgt, dass es keine unliebsamen Überraschungen gibt. Dan Brown – Meteor. Gekürzte Romanfassung (Lesung) weiterlesen →
Der Museumsdirektor des Louvre wird in der weltberühmten Galerie kaltblütig erschossen. Er stellt sich als Oberhaupt eines uralten Geheimbundes heraus, denn mit seinem letzten Atem hat er eine Geheimbotschaft geschrieben: den Da-Vinci-Code. Zur selben Zeit setzt eine Gesellschaft des Vatikans alles daran, die größte Macht in der Christenheit zu erlangen. Ein Wettlauf gegen die Zeit und eine rasante Schnitzeljagd durch die Symbolkunde des Abendlandes beginnt.
Die Verfilmung mit Tom Hanks und Jean Reno soll im Mai in unsere Kinos kommen. Dieses Ereignis würdigt |Lübbe| neben diesem erweiterten Hörbuch auch mit zwei Begleitbüchern.
_Professionell inszenierte Ermittlungen zu hohem Preis_
Drei Fälle gilt es für Brunetti zu lösen, drei Fälle, bei denen nichts so ist, wie es scheint: Adlige entpuppen sich als wenig edelmütige Wesen, in Mestre findet man die Leiche eines Mannes in Frauenkleidern und scheinbar sinnlose Morde an drei angesehenen Männern erschüttern Venedig. Brunetti gerät in einen Strudel aus dubiosen Geschäftsbeziehungen, Prostitution und Mord. Wie er es trotzdem schafft, einigermaßen pünktlich zum Essen zu Paola nach Hause zu kommen, bleibt ein Rätsel.
_Die Autorin_
Donna Leon, geboren 1942 in New Jersey, ging mit 23 Jahren nach Italien, um in Perugia und Siena zu studieren (wunderschöne Städte!). Sie arbeitete im Anschluss daran als Reisebegleiterin in Rom, als Werbetexterin in London und als Lehrerin in an amerikanischen Schulen in Europa und Asien. Gegenwärtig lehrt sie laut Verlagsinfo englische und amerikanische Literatur an einer Uni in der Nähe von Venedig, wo sie seit 1981 lebt. Ihre Krimis mit Commissario Brunetti sind weltweit Bestseller. Sie werden in Deutschland exklusiv vom ZDF verfilmt, u. a. mit Joachim Król in der Titelrolle („Nobiltà“).
_Die 3 Inszenierungen_
Hannelore Hoger (Erzählerin), Michael König (Brunetti), Hille Darjes (Paola Brunetti) u. a.
Hörspielbearbeitung: Daniel Grünberg
Regie: Hans Gerd Krogmann, Leonhard Koppelmann
Musik: Henrik Albrecht
Produktion: Deutschlandradio / SWR / WDR Köln 1998 und 2000
_Handlung von „Venezianische Scharade“_
Der Schlachter Bettino Cola stößt in Mestre auf die Leiche eines Mannes in Frauenkleidern. Sein Gesicht ist so zertrümmert, dass es unkenntlich ist. Die örtliche Polizei glaubt, es mit einem Transvestiten zu tun zu haben. Vice-Questore Patta bittet Brunetti, sich mangels anderen Personals um diesen Fall zu kümmern – und das kurz vor Brunettis Familienurlaub! Aber Befehl ist Befehl, und da Patta gerade die eigene Frau weggelaufen ist, lässt er nicht mit sich reden.
Brunetti fährt nach Mestre, begutachtet den Tatort und trinkt ein Glas mit Sergente Gallo, der vor Ort zuständig ist. Gallo gibt ihm eine Liste mit 30 registrierten Transvestiten, die der Prostitution nachgehen. Am nächsten Tag entpuppt sich die Leiche als recht ungewöhnlicher Transvestit: Der Täter hat dem Mann die Beine nach dessen Tod rasiert, wie sich an den Schnittwunden ablesen lässt. Das legt den Verdacht nahe, dass auch die Verkleidung nachträglich vorgenommen wurde. Brunetti lässt nach der Herkunft der teuren roten Satinschuhe Größe 41 fahnden.
Unter den Transen von Mestre besuchen Brunetti und Gallo als erstes Francesco Crespo, der beim Anblick des Leichenfotos und der Phantomzeichnung einen Panikanfall erleidet. Aus einem Nebenzimmer tritt der Anwalt Santomauro auf, der Präsident der Lega della Moralità, eines Sittenwächtervereins. Brunetti fragt sich, was ein solcher Saubermann bei einer männlichen Prostituierten zu suchen hat. Kein Wunder, dass Paola Santomauro einen „scheinheiligen Wichtigtuer“ nennt. Weil Pattas Frau Mitglied in diesem Verein ist, gibt sein Chef Brunetti freie Hand, gegen diese Saubermänner vorzugehen. Brunetti lässt die Steuerunterlagen prüfen.
Signora Mascari identifiziert den Toten als ihren Mann Leonardo, den Bankdirektor der Banca di Verona. Sie bestreitet aufs heftigste, dass er schwul gewesen sein könnte, so wie sein Kollege Santomauro schwul ist, wie Brunetti von einem Journalisten erfahren hat. Brunetti glaubt der Signora nicht. Der Dritte im Bunde ist Mascaris Nachfolger Ravanello, ebenfalls ein Homosexueller. Die Finanzen dieser feinen Herrschaften scheinen in Ordnung zu sein, doch vielleicht diente ihre Lega della Moralità der Geldwäsche? Sie agiert steuerfrei, doch von ihren angeblichen Wohltaten ist nichts zu sehen.
Als Francesco Crespo ihm anbietet, ihm Fotos von Mascari zu zeigen, fährt Brunetti mit zwei Streifenpolizisten nach Mestre. Seltsamerweise zeigt sich Crespo nicht und sie fahren über die Autobahn wieder zurück. Da passiert es. Der Anruf war nur ein Lockruf, um die Polizei in eine Falle zu locken. Ein Wagen verfolgt und rammt Brunettis Auto, der Fahrer kann nicht mehr ausreichend reagieren und landet in der Leitplanke. Der Angreifer braust davon, während sich Brunetti und der Fahrer sich von ihrem Schrecken erholen. Doch es gibt durchaus ein Opfer. Die Streifenpolizistin Maria Nardi, 23, seit sechs Monaten verheiratet, hat die Kollision nicht überlebt. Ihr Genick ist gebrochen.
Nun ist Brunetti aber wirklich sauer …
_Mein Eindruck_
Donna Leon erzählt einen beinharten Thriller, der die Machenschaften einiger Saubermänner im Banken-, Immobilien- und Homosexuellenmilieu aufs Korn nimmt. An Santomauro, den Drahtzieher, kommt Brunetti zwar schwer heran, doch er tut sein Bestes und bringt den selbsternannten Sittenwächter gehörig ins Schwitzen. Eins ist klar: Die Tage Santomauros als Präsident der Lega sind gezählt. Und den Mörder Mascaris wird Brunetti ebenfalls noch dingfest machen.
Ganz nebenbei erfahren wir noch von der florierenden Pornoindustrie Italiens, die alle Geschmacksrichtungen bedient. Dass sich die Frau eines Polizeipräfekten ausgerechnet mit einem Pornozaren einlässt, ist schon ein starkes Stück. Das findet Patta ebenfalls. Es ist ihm folglich ein Hochgenuss, den Pornozaren hochzunehmen, wegen Steuerhinterziehung. Hoffentlich kommt Pattas Frau reumütig wieder zu ihm zurück. Geschäfte haben eben immer zwei Seiten.
Die familiäre Seite Brunetti kommt ebenfalls nicht zu kurz. Paola ist zwar sauer, dass ihr Mann nicht mit ins Urlaubsdomizil in Bozen kommen kann, doch letzten Endes erweist sich dies sogar als Segen. Sie und Chiara fangen sich nämlich die Masern ein und werden rausgeworfen. Nun kann er sie umsorgen, während sie das Bett hüten. Nach einem reinigenden Gewitter ist es in Venedig auch nicht mehr so brütend heiß, sondern geradezu kühl. Und wie immer läuten die Kirchenglocken.
_Handlung von „Vendetta“_
Der Anwalt Trevisan, verheiratet mit einer Bankierstochter, fährt mit dem Zug von Padua nach Venedig, doch dort kommt er nie an, jedenfalls nicht lebend. Vice-Questore Patta überträgt Brunetti diesen heiklen Fall. Trevisan war ein Freund des Bürgermeisters – um Himmels willen bloß kein Aufsehen! Und Pattas schöne und schlaue Sekretärin Elettra Zorzi warnt Brunetti vor Trevisans Witwe; diese war Patin bei Elettras Schwester Barbara – eine „Tigerin“! Na, prost, Mahlzeit, Herr Kommissar!
Das Tatmotiv ist unklar, doch Trevisans Bruder Ubaldo Lotto glaubt dennoch an einen Raubmord. Barbara Zorzi erzählt von Signora Trevisan und deren Tochter Francesca. Diese hatte sich eine Geschlechtskrankheit eingefangen, von wem, weiß man (noch) nicht. Beim Abendessen erzählt Brunettis Tochter Chiara, sie habe Francesca Tervisan kennengelernt. Diese trauere keineswegs um ihren Vater, was doch seltsam sei. In der Tat, und Signora Trevisan trauert ebenfalls nicht. Immerhin erfährt Brunetti, dass ihr Bruder Ubaldo Lotto Trevisans Steuerberater war.
Chiara Brunetti, 14, ermittelt auf eigene Faust, dass Francesca ihre Mutter und ihren Onkel hasse und mit ihrem Lover durchbrennen wolle. Wie interessant. Aber nicht so interessant wie die zwei Selbstmorde, die sich unterdessen ereignen. Die Polizei von Padua bittet Brunetti um Amtshilfe. Dort vermutet man, dass einer der Selbstmörder, der Steuerberater Favero, etwas mit Trevisan zu tun hatte. Brunetti solle eine gewisse Bar in Mestre überwachen lasse, von der sich herausstellt, dass sie ziemlich verrufen ist. Dort bekommt ein Polizist in Zivil sehr junge Mädchen angeboten!
Brunetti trifft den Kollegen Delacorte in dieser Bar, um die Lage zu peilen. Es stellt sich heraus, dass die jungen Prostituierten zum Teil aus Brasilien kommen. Er lässt die Nutte Mara und ihren Zuhälter festnehmen und verhören. Aus Unterlagen über Trevisan erfährt er, dass ein gewisser Martucci vor zwei Jahren Teilhaber Trevisans wurde – und Signora Trevisans Liebhaber. Mafiosi aus Sizilien erpressten ihn. Brunetti zieht daraufhin seine Tochter Chiara von ihren Ermittlungen ab. Es ist einfach zu gefährlich. Am nächsten Tag findet man Ubaldo Lotto tot auf.
Als Brunetti die Nutte Mara vernimmt, erzählt sie, dass sie wie ein Leibeigene schuften musste und alles Geld ihrem Zuhälter ablieferte. Der wiederum habe einer Frau ihren Anteil ausgezahlt, die stets mit einem silberfarbenen Mercedes vorfuhr. Diese Aussage bestätigt der Zuhälter, der von der Frau Mädchen geliefert bekam, für die er Ablöse zahlte. Paola Brunetti berichtet von einem LKW-Unfall in den Alpen, bei dem acht Frauen ums Leben kamen. Was hatten sie dort zu suchen? Offenbar geht es um organisierten Frauenhandel. Aus anderen Quellen erfährt Brunetti, dass in Europa eine halbe Million Frauen gehandelt werden. Ihm wird schlecht.
Als er nach Hause kommt, findet er seine kleine Chiara völlig verstört vor und Paola zu Recht aufs Äußerste empört. Francesca Tervisan hat Chiara ein Pornovideo gegeben, auf dem eine Live-Vergewaltigung gezeigt wird. Die Frau wurde anschließend getötet. Brunetti ist erschüttert. Er geht sofort zu Francescas Mutter, der sauberen Signora Trevisan. Sie gibt alles über die Videos zu, als er sie mit Chiaras Schock konfrontiert. Ihr getöteter Mann vertrieb die Pornos, sein Teilhaber war Favero. Doch wer ist die Frau im silberfarbenen Mercedes?
_Mein Eindruck_
Die Autorin packte in ihrem Roman schon 1995 ein heißes Eisen, das erst Jahre später auch bei uns „hochkochte“: der Menschenhandel, insbesondere der mit jungen Frauen, die von ihren Ausbeutern in die Prostitution gezwungen werden. Commissario Brunetti und seine Familie werfen auch einen Blick auf die mediale Seite dieses Geschäfts: auf die Produktion illegaler und megabrutaler Pornovideos. Dass die Schuldigen bestraft werden, glückt ihm nur zum Teil. Die andere Schuldige begeht Selbstmord.
Was die Autorin verschweigt, ist, dass es fast unmöglich ist, die ausgebeuteten Frauen selbst zu einer Aussage zu bewegen, die ihre Ausbeuter belastet. Denn diese drohen ihnen damit, den Rest ihrer Familie zur Rechenschaft zu ziehen. Was Brunetti gelingt, grenzt an deshalb ein Wunder: dass die Nutte Mara „singt“ und eine „legale Hure“ namens Pia ihm Auskunft über den Frauenhandel in Europa gibt. Hier scheint sich die Autorin einige dichterische Freiheiten herauszunehmen, um ihre Quellen zu schützen.
Am Schluss wagt sie noch einen pikanten Schlenker. Die „Frau im Mercedes“ sollte nach Padua gebracht werden, erfährt Brunetti, doch sie kam dort gar nicht an. Vielmehr holten Staatsschutzbeamte sie ab, anstelle von normalen Polizisten. Und als man sie fand, hatte sie sich in einer Zelle des Staatsschutzes erhängt. Natürlich nach einem „Geständnis“, das niemanden belastete außer solchen, die eh schon tot waren.
Dieser Selbstmord ist offensichtlich getürkt, erkennt Brunetti, und zwar vom Staatsschutz. Was ist das für eine Behörde, fragt sich der an die Stasi erinnerte deutsche Hörer. Es ist ziemlich beunruhigend zu erfahren, dass auch die Italiener solch eine Behörde haben sollen.
_Handlung von „Nobiltà“_
Während sich die Familie Brunetti noch mit den Kochkünsten der Tochter Chiara anzufreunden versucht, wird auf einer Baustelle in der Nähe Venedigs ein Schädel nebst ein paar Knochen gefunden. Wie der glücklicherweise beiliegende Siegelring belegt, handelt es sich um einen Angehörigen des venezianischen Adelsgeschlechts der Lorenzoni, dessen Aktivität bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann.
Zwei Jahre zuvor wurde Roberto Lorenzoni entführt, doch man zahlte kein Lösegeld, und so wurde er getötet, vermutlich von den Entführern. Aber ist das die ganze Wahrheit? Als Commissario Guido Brunetti das feudale Anwesen der Familie aufsucht, wird er beschossen. Maurizio Lorenzoni, der Cousin Robertos und aufstrebender Geschäftsführer des Unternehmens, hat eindeutig etwas gegen ungebetene Besucher. Robertos Verlobte, Francesca, hatte ein Verhältnis mit Maurizio, schweigt aber beharrlich. Auch die restliche Familie zeigt sich nicht sonderlich für neue Ermittlungen aufgeschlossen, und sein Chef Patta sagt Brunetti, die Recherchen könne man wohl getrost einstellen.
Doch die Laboruntersuchung der Knochen Robertos beweisen, dass der Tote an der Strahlenkrankheit litt, und wie sollte er sich die zugezogen haben? Brunetti findet im Pass des Toten, den ihm dessen Vater aushändigte, eine Reihe von Stempeln in kyrillischer Schrift. Seine Frau Paola, die Uni-Professorin, kann sie ihm übersetzen: Roberto war in Brest-Litovsk an der weißrussisch-polnischen Grenze. Er holte auf seiner letzten Reise dorthin radioaktives Material ab und zog sich wohl aus Neugier eine schwere Verstrahlung zu.
Doch wer hat ihn überhaupt auf diesen gefährlichen Auftrag geschickt? War es Maurizio – oder sein Vater, der sich sehr merkwürdig verhält? Aufklärung liefert letzten Endes nur die Contessa Lorenzoni.
_Mein Eindruck_
In „Nobiltà“ geht es in der Tat um eben diese: den Adel. Doch die Nobilität der Seele und des Mitgefühls ist dem Geschlecht der Lorenzonis schon längst abhanden gekommen. Korruption, in der Welt der Wirtschaft Italiens offenbar gang und gäbe, haben auch im Firmenimperium der Lorenzonis Einzug gehalten und ihre Opfer gefunden, darunter Roberto.
Commissario Brunetti kämpft stets gegen solche Machenschaften und verhält sich dabei nicht nur diplomatisch, sondern durchaus mit Rückgrat und Hartnäckigkeit. Götz Schubert ist die ideale Verkörperung der moralischen Integrität und menschlichen Verletzlichkeit Brunettis. Seine Frau Paola erscheint da schon weitaus zwielichtiger: Brunetti verdächtigt sie auf Veranlassung seines Schwiegervaters Conte Falier, eine Affäre an der Uni zu haben. Hans Michael Rehberg spielt den besorgten, souveränen, aber leider auch sehr autoritären Familienvater, Grafen und Unternehmer Lodovico Lorenzoni, Christoph Eichhorn den ehrgeizigen und schießwütigen Nachfolger Mauricio in der Firma.
La Serenissima, wie Venedig in Italiens Poesie genannt wird, ist in Leonhard Koppelmanns Hörspiel hervorragend in Szene gesetzt. Nicht nur die Vögel sind zu hören, sondern wir dürfen auch den Klang diverser Kirchen bewundern. Dieser siebte Brunetti-Fall von Donna Leon wartet mit einigen falschen Fährten und einer Nebenhandlung auf, die die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Sachverhalt ablenken sollen.
„Nobiltà“ ist eine gediegene deutsche Hörspielproduktion und stammt wie alle „Brunettis“ aus dem Hause WDR/SWR. Die Lösung des Falls erfolgt zügig und ohne Durchhänger, ohne jedoch die private Seite des Ermittlers zu vernachlässigen. Brunetti ist schließlich kein Philip Marlowe.
_Die 3 Inszenierungen_
|Venezianische Scharade & Vendetta|
Mit Hannelore Hoger (Erzählerin), Michael König (Brunetti) und Hille Darjes (Paola Brunetti) verfügt die Regie von Hans Gerd Krogmann über erstklassige Könner ihres Fachs. Michael König verleiht seinem Commissario eine tiefe, feste Stimme. Man kann ihn sich gut als erfahrenen Ermittler vorstellen. Francesco Crespo hat als schwuler Transvestit eine sanfte, feminine Stimme. Die Nebenrollen werden ebenfalls von achtbaren Sprechern ausgefüllt. Die Palette der zahlreichen Geräusche reicht von den Kirchenglücken über Donner und Regen bis zu Vogelstimmen und Autogeräuschen. Gegen Schluss fallen sogar zwei Schüsse.
|Nobiltà|
Uta Hallant (Erzählerin), Götz Schubert (Brunetti), Krista Posch (Paola Brunetti), Hans Michael Rehberg (Graf Lorenzoni), Christoph Eichhorn (Mauricio Lorenzoni), Ellen Schulz (Elettra Zorzi, Sekretärin des Vice-Questore Patta) stehen unter der Regie von Leonhard Koppelmann den früheren Produktionen in nichts nach.
|Musik|
Einziger Streitpunkt könnte – wie so oft – die musikalische Untermalung des Hörspiels darstellen. Zwar ist es diesmal keine Caféhausmusik, die meine Nerven strapazierte, aber auch mit Henrik Albrechts Jazztrompetern, Streichern und Tasteninstrumenten wollte ich mich nicht so recht anfreunden. Aber das ist sicherlich von Hörer zu Hörer verschieden.
_Unterm Strich_
In dieser Sammelbox erhält der Donna-Leon-Freund drei Hörspiele, die zwar vielleicht schon ziemlich bekannt sind, aber dennoch immer wieder gut und vor allem spannend unterhalten können. Mit knapp 30 Euronen ist die Box allerdings immer noch nicht preisgünstig zu nennen, denn dies ist bereits die dritte Verwertung der Hörspiele durch den Hörverlag (die ersten beiden erfolgten anno 1998-2000 und 2004). Da hätte man den Preis doch locker auf 20 Euro heruntersetzen können, oder nicht?
|280 Minuten auf 5 CDs
Aus dem US-Englischen übersetzt von Monika Elwenspoek|
http://www.hoerverlag.de
Mittsommer steht bevor, der Moment, da alle Toten zum Leben erwachen, die hellste Nacht des Jahres, die Zeit der Hoffnung, Sehnsüchte und Mythen. In Stockholm werden im Juni die Leichen von vier Menschen gefunden. Unterschiedlich getötet, verbindet sie zunächst nur ein winziges Detail: Sie alle tragen eine kleine Tätowierung an der Kniekehle, die zusammen ein Wort ergeben, einen Namen, der mit der Mittsommernacht zusammenhängt. Doch der Täter hat sein Werk noch nicht vollendet. Ist er zu gerissen für die Ermittler von der A-Gruppe?
1) „Doktor Proktors Pupspulver“ (2008)
2) _“Doktor Proktors Zeitbadewanne“_ (2009)
3) „Doktor Proktor verhindert den Weltuntergang. Oder auch nicht …“ (2010)
Lehrreiche Zeitscherze: Wie „Napoleon“ die Schlacht von Waterloo verhinderte
Doktor Proktor ist ein verrückter Professor. Na ja, beinahe vielleicht – eigentlich ist er ja ein genialer Erfinder! Doch nun ist etwas mit ihm geschehen. Eines Tages erhalten seine Freunde Lise und Bulle eine Postkarte von ihm, in der er behauptet, in der Zeit gefangen zu sein. Dabei ist er eigentlich nach Paris zurückgegangen, um die Liebe seines Lebens wiederzusehen. Als die beiden Kinder nach Paris reisen, ahnen sie nicht, was auf sie zukommt: eine unglaubliche Abenteuerreise durch die Zeit! (abgewandelte Verlagsinfo)
Mit „35 Kilo Hoffnung“ begibt sich die französische Bestsellerautorin Anna Gavalda auf für sie eher ungewohntes Terrain. Kennt man sie hierzulande vor allem wegen ihrer beiden Romane „Ich habe sie geliebt“ und „Zusammen ist man weniger allein“ sowie aufgrund des Erzählbandes „Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet“, so hat sie 2004 mit „35 Kilo Hoffnung“ ein nicht minder bemerkenswertes Kinderbuch vorgelegt, das der WDR als Hörspiel produziert hat.
Zweisprachig
Beachtenswert ist dieses 51-minütige Hörspiel schon deswegen, weil es zweisprachig produziert wurde. CD 1 enthält die deutschsprachige Fassung, CD 2 die französische. So bekommt die schöne und herzliche Geschichte um den dreizehnjährigen David eine zusätzliche praktische Seite. Man wird ganz nebenbei dazu ermuntert, seine Französischkenntnisse ein wenig aufzupolieren.
Handlung
„35 Kilo Hoffnung“ dreht sich um den Schulversager David. David hasst die Schule wie nichts anderes in seinem Leben. Von Anfang an war die Schule ihm eine Gräuel. Seine Leidenschaft gilt eher dem Basteln. Schon seine Vorschullehrerin bescheinigt ihm in seinem Zeugnis: „Dieser Junge hat ein Gedächtnis wie ein Sieb, Finger wie eine Fee und ein riesengroßes Herz.“ Damit trifft sie den Nagel auf den Kopf. David bastelt mit viel Geschick und Liebe, während er in der Schule auf ganzer Linie versagt – in den Sprachen, in den Naturwissenschaften und vor allem beim Sport.
Niemand nimmt die kindliche Bastelleidenschaft von David so recht ernst, mit Ausnahme seine Großvaters Léon. Zusammen verbringen die beiden viel Zeit im Werkzeugschuppen des Großvaters – für David die schönsten Momente seines Lebens. Opa Léon versteht David. In den gemeinsamen Bastelstunden kann David seine Schulsorgen für eine Weile vergessen. Doch die Probleme lassen sich nicht immer verdrängen. Als David mit dreizehn wieder einmal von der Schule fliegt und kaum eine andere Schule Interesse daran zeigt, den Versager aufzunehmen, wird die Lage ernst.
David kann sich keine Schule vorstellen, in der er sich wohlfühlen würde, außer vielleicht das technische Internat, dessen Broschüre David in die Finger bekommt. Aber das ist viel zu weit weg. Noch bedrückender wird die Lage, als Opa Léon plötzlich schwer krank wird. Wie soll es für David nur weitergehen?
Mein Eindruck
Mit ihren bisherigen Romanen hat Anna Gavalda bereits sehr viel Gespür für ihre Figuren und deren Gefühlswelt bewiesen. Diese Feinfühligkeit wird auch beim Hören von „35 Kilo Hoffnung“ sehr greifbar. Anna Gavalda beweist erneut, dass sie ein Händchen für ihre Figuren hat und ein nicht minder ausgeprägtes Talent, Geschichten auf so menschliche Art und Weise zu erzählen, dass einem warm ums Herz wird. Wie so oft bei Anna Gavalda, geht es um einen Menschen in einer Problemsituation. Im Falle des dreizehnjährigen David drückt der Schuh in Sachen Schule, und die Art, wie Anna Gavalda dies dem Leser/Hörer vermittelt, wirkt sehr überzeugend und plastisch.
Davids Probleme mit der Schule werden sehr greifbar. Er ist nicht dumm, nur interessiert ihn das ganze Treiben in der Schule einfach nicht. In der Vorschule war er noch recht glücklich – kein Wunder bei einer Lehrerin, die sagt, dass jeder Tag, an dem man etwas mit seinen Händen erschafft, ein guter Tag ist. Für David gilt diese Philosophie schon, seit er denken kann, und so wirkt der rührende Moment, in dem David sich von seiner Vorschullehrerin verabschieden muss, wie eine Offenbarung an die erste große Liebe.
Danach geht es für David bergab. Er fügt sich nicht in die Klassengemeinschaft ein und flüchtet sich in die Rolle des Klassenclowns. Mit den Lachern auf seiner Seite, will er sich wenigstens ein Mindestmaß an Respekt verschaffen, denn wirklichen Respekt bekommt er sonst nur von Opa Léon. Die Eltern sind ratlos im Umgang mit David. Sie suchen nach Gründen für Davids Schulprobleme, gehen mit ihm von Arzt zu Arzt und versuchen ihm verzweifelt mit Druck Arbeitsmoral beizubringen – erfolglos.
Davids Gedanken in all diesem Chaos vermittelt Anna Gavalda sehr eindringlich. David wirkt wie mitten aus dem Leben gegriffen. Er hat Probleme, mit denen sich viele Kinder identifizieren können, so dass Anna Gavaldas Erzählung gerade auch für Kinder eine echte Bereicherung darstellt.
David nimmt sein Schicksal schließlich selbst in die Hand, anstatt sich weiter treiben zu lassen, und diese Entwicklung wirkt bis ins Mark glaubwürdig. Davids Geschichte ist weniger eine, die durch Problemschilderungen bedrückt, sondern mehr eine, die durch Problemlösungen Hoffnung aufkommen lässt und durch die Authentizität von Geschichte und Figurenzeichnung wird diese Hoffnung besonders greifbar.
Das Besondere an Anna Gavalda ist auch stets ihre Art zu erzählen. „Zusammen ist man weniger allein“ wird im Verlagstext beispielsweise mit „Die fabelhafte Welt der Amélie“ vergleichen. Die Poesie und Detailverliebtheit, die Anna Gavalda in ihrer Erzählweise an den Tag legt, lässt sich in der Tat mit den Darstellungsweisen von Jean-Pierre Jeunet bei „Amélie“ vergleichen. Und genau diese Poesie und Detailverliebtheit macht „35 Kilo Hoffnung“ ebenso wie die übrigen Gavalda-Erzählungen so unglaublich liebens- und lesenswert.
Anna Gavalda beschreibt die banalsten Alltäglichkeiten mit einer solchen Poesie, dass man als Leser ständig in sich hineinschmunzeln muss. Genauso ergeht es einem beim Hören von „35 Kilo Hoffnung“. Auch hier zaubert die Autorin dem Hörer ein fast permanentes Lächeln ins Gesicht. Und ich für meinen Teil muss gestehen, dass ich beim Ansehen von „Die fabelhafte Welt der Amélie“ jedes Mal genau das gleiche Lächeln im Gesicht trage.
Anna Gavalda unterstreicht die Erzählung mit einem feinen, fast zärtlichen Sinn für Humor und offenbart so ihr großes Herz für die Entwicklung ihrer Figuren. Diese gehen uns im Verlauf der Geschichte wirklich nah. Ich habe bislang kaum eine Autorin erlebt, die mir so zielsicher und ohne Kitsch und Überdramatisierungen ein paar Tränen entlocken kann. Anna Gavaldas gefühlvolle Art zu erzählen, wird auch in der Hörspielproduktion von „35 Kilo Hoffnung“ spürbar.
Das Hörspiel
Die Hörspielproduktion des WDR weiß Anna Gavaldas Erzähltalent sehr schön erlebbar zu machen. Besonders die musikalische Untermalung prägt sich ein. Sie greift wunderbar die Emotionen auf, die die Erzählung mit sich trägt, und macht sie noch greifbarer. Sie drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern unterstreicht die Geschichte dezent und mit viel Gefühl. Auch die eingebundene Geräuschkulisse bleibt bei dezenter Untermalung, ohne zu viel Raum einzunehmen. So verbleibt der Erzählung viel Raum, sich zu entfalten und auf den Hörer zu wirken. Auch die Sprecherleistungen bieten keine Gelegenheit zur Kritik. Die Stimmen passen wunderbar zu den Figuren. Das gesamte Hörspiel erscheint ähnlich gefühlvoll inszeniert, wie die Geschichte geschrieben ist.
Was mich etwas verwundert, ist die Tatsache, dass es sich bei diesem zweisprachigen Hörspiel nicht um eine deutsch-französische Koproduktion handelt. Auch der französische Teil wurde vom WDR produziert und in exakt gleicher Weise inszeniert wie die deutschsprachige Variante. Dialoge, Musik, Geräuschkulisse – alles ist komplett analog zur deutschen Fassung, abgesehen davon, dass aus David plötzlich Grégoire wird. Das hat den Vorteil, dass sich das Hörspiel beim mehrmaligen Hören recht gut zum Aufpolieren eingerosteter Französischkenntnisse eignet. Selbst wer nicht bzw. nicht mehr viel Französisch spricht, verliert den roten Faden nicht, wenn er zuvor die deutsche Fassung gehört hat. Der französische Teil wurde mit Muttersprachlern aufgenommen und auch hier passen die Stimmen der Sprecher sehr gut zu ihren Rollen.
Unterm Strich
Bleibt alles in allem ein sehr guter Eindruck zurück. Mit „35 Kilo Hoffnung“ beweist Anna Gavalda auf eindrucksvolle Art, dass ihre feinfühlige und herzliche Erzählweise auch wunderbar für Kindergeschichten funktioniert – Kindergeschichten wohlgemerkt, die auch Erwachsenen ebenso viel Freude bereiten können. Mit der gleichnamigen WDR-Produktion legt der Audioverlag eine Hörspielvariante vor, die die Geschichte sehr schön vermittelt und in der Anna Gavaldas zu Herzen gehende Art zu erzählen ihre Entsprechung findet. Einen besonderen Reiz hat dabei sicherlich auch die zweisprachige Produktion, bietet sie doch genau den verlockenden Anreiz, den ich gebraucht habe, um endlich den jahrelang halbherzig gepflegten Vorsatz, meine völlig eingerosteten Französischkenntnisse wieder ein wenig auf Vordermann zu bringen, in die Tat umzusetzen. Merci beaucoup!
Die Autorin
Traurig, heiter, melancholisch, leicht: Die Titel von Anna Gavaldas Büchern klingen eher schlicht. „Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet“, hieß z. B. ihr erster Erzählband aus dem Jahre 1999, der sofort ein großer Erfolg wurde. Bis sie sich hauptberuflich dem Schreiben widmete, studierte sie Literaturwissenschaften an der Pariser Sorbonne, arbeitete in diversen Jobs – sie schrieb z. B. fiktive Heiratsanzeigen – und unterrichtete Französisch. Anna Gavalda wurde 1970 in Boulogne-Billancourt bei Paris geboren und lebt heute mit ihren Kindern im Department Seine-et-Marne. Ihr 2005 erschienener Bestsellerroman „Zusammen ist man weniger allein“ wurde – mit Audrey Tautou in der Hauptrolle – verfilmt. (Verlagsinfo)
2 CDs: CD1: Deutsch / CD2: Französisch
Als Audio-Ausgabe derzeit nicht erhältlich! (Stand: Juni 2016)
Als Buch erschienen bei Ars Edition und unter anderem bei Amazon.de zu bekommen. ISBN-13: 978-3898134262
Im März 2003 begann die „erste erotische Hörspielserie für Frauen“ und mittlerweile sind es schon über ein halbes Dutzend Abenteuer in Amors Gefilden, in denen sich die vier Hauptfiguren Moni, Cora, Annica und Sylvia mit meist, aber nicht immer männlichen Partnern verlustieren dürfen. Die erste Erotikbox in pinkfarbenem Plastikherz kostete immerhin 24,90 Euro. Aber da waren auch Badekerzen mit Lavendeldurft drin. Nun vertreibt |Lübbe| die CDs des Kölner Herstellers „Sounds of Seduction“ exklusiv: für knapp 27 Euro pro Dreifach-CD.
Auf der ersten CD ist die Episode „Fesselnde Leidenschaft“ zu finden. Hier geht es um Bondage, handfesten Sex, aber auch um Eifersucht zwischen Freundinenn. Die zweite CD enthält das Abenteuer „Slow Motion“, das der ersten Episode sonderbarerweise zeitlich vorausgeht. Das Quartett erkundet in Indien die Liebeskunst, aber Moni gerät auf einer Strandparty in höchste Gefahr.
Die dritte Silberscheibe ist „eine Ratgeber-CD, die in Zusammenarbeit mit Christine Janson, der Autorin und bekannten Expertin in Fragen weiblicher Sexualität, zusammengestellt“ wurde. „Diese CD enthält praktische Tipps und Anregungen zu den Abenteuern unserer vier Freundinnen und ist ab jetzt Bestandteil jeder Box. Was sollte man bei einer Tantra-Massage unbedingt beachten?“ Danach wollen Mann und Frau das sicher gleich selbst ausprobieren. Christine Janson – Just4Women: Erotikbox 2 weiterlesen →
Der Kriminalkommissar berichtet in seiner Hörbuchserie „Phänomen Serienmörder“ authentische Kriminalfälle aus der deutschen Kriminalgeschichte. In der Folge „Der Mittagsmörder“ berichtet er über einen Raubmörder, der meist zu Mittag in Banken, Sparkassen, Geschäften und Wohnungen zuschlug. Fünf Jahre lang blieb er unentdeckt – „High Noon“ im Nürnberger Land.
_Der Autor_
Stephan Harbort ist nach Verlagsangaben der bekannteste Serienmörder-Experte Deutschlands. Er wurde 1964 in Düsseldorf geboren, wo er heute mit seiner Familie lebt. Der Kriminalkommissar und Verwaltungswirt ist stellvertretender Leiter eines Kriminalkommissariats beim Polizeipräsidium Düsseldorf. Über sein Spezialgebiet hinaus entwickelte er international angewandte Fahndungsmethoden zur Überführung von Serienmördern. Er ist Fachberater bei diversen Fernsehsendern, war außerdem beratend bei den Kinofilmen „Hannibal“ und „Roter Drache“ tätig. Er trat bei Günther Jauch, Frank Elstner und Johannes B. Kerner auf. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht.
Von 1997 bis 2007 führte Harbort Interviews mit 48 verurteilten Serienmördern in Justizvollzugsanstalten und psychiatrischen Krankenhäusern. Er sprach zudem mit überlebenden Opfern und Personen aus dem sozialen Umfeld von Tätern und Opfern. Kriminalistische und kriminalpsychologische Analysen ergänzen diese Gespräche. Darauf basieren seine Erkenntnisse, die er in der Hörbuchserie „Phänomen Serienmörder“ verarbeitet und präsentiert. Sein Ziel: mit verbreiteten Vorurteilen und falschen, von den Medien geschürten Vorstellungen aufräumen; zu einem menschenwürdigen Umgang mit Serientätern jenseits des schlichten „Wegsperrens“ anregen.
Die Serie umfasst folgende Titel:
– [Blaubeer-Mariechen 3946
– Der Mittagsmörder
– Private Geheimsache
– Das Phantom
_Die Sprecher_
Barbara Stoll ist Schauspielerin und Sprecherin zahlreicher Hörbücher sowie durch das Fernsehen bekannt als Präsentationsstimme bei |Arte|, |n-tv| und anderen.
Heiner Heusinger ist Schauspieler und Sprecher zahlreicher Hörbücher.
_Handlung_
Es ist der 22. April 1960, als um 22:30 Uhr in Ochsenbruck das Haus der Vermieterin Mechtild Ruhland von Nürnberger Polizei und Schaulustigen umlagert ist. Die 58-Jährige zittert, weil sie dem Mörder begegnete. Er rief: „Geld oder Leben!“ Sie rief um Hilfe, bis Herr Heinrich, der Verlobte ihrer Untermieterin Egerer, herbeieilte. Schüsse fielen, Blut floss, jetzt liegen zwei Leichen im Haus von Mechtild Ruhland. Nur eine Ladehemmung und das Erscheinen einer Putzfrau verhinderten Schlimmeres. Der Killer floh. Nun beschreibt sie ihn als etwa 25 Jahre alt, aber leider unauffällig, doch ihre Beschreibung erscheint den Polizisten als ungewöhnlich präzise. Dennoch gelingt es dem Täter, der sofort eingeleiteten Fahndung zu entschlüpfen.
Die nachfolgenden Ermittlungen erbringen keine greifbaren Ergebnisse. Der unter Verdacht geratene Ausfahrer einer Spedition hat ein wasserdichtes Alibi: Er war gerade bei der Zollkontrolle. Ein anonymer Hinweis setzt die Polizisten auf die Spur von Ludwig Wallasch, bewaffnet und vorbestraft. Doch der schließlich Festgenommene wird von Mechtild Ruhland nicht als der Täter identifiziert. Zwei Jahre Fahndung vergehen …
Am 10. September 1962 erschießt ein Bankräuber den Filialleiter der Sparkasse Walter Borchert wegen 3060 Mark! Mehrere Parallelen stellen eine Verbindung zu den Morden in Ochsenbruck her. Nur wenige Wochen später, am 30. September, überfällt derselbe Räuber die Sparkasse von Neuhaus an der Pegnitz, ebenfalls in der Region Nürnberg. Er erschießt den Kunden Walter Brümmer, 62, weil dieser in seine Brusttasche greift und gar nicht registriert hat, dass überhaupt ein Überfall im Gange ist. Der „Spiegel“ tauft den Räuber auf den Spitznamen „Mittagsmörder“, weil er stets zur Mittagszeit zuschlägt.
Als am 27. März 1963 der Waffenladenbesitzer Hartmut Morgentaler auf dem Polizeirevier eine Aussage zum Mittagsmörder ankündigt, hoffen die Beamten auf den Silberstreif am Horizont. Doch zu früh gefreut. Zwei Tage später finden sie Morgentaler und seine Mutter hingerichtet vor. Die Ballistiker staunen jedoch: Sie finden Spuren der zwei Tatwaffen aus Neuhaus und Ochsenbruck. Allerdings verlaufen auch diese Spuren im Sande.
Bis den Beamten Kommissar Zufall zu Hilfe kommt. Am Nachmittag des 1. Juni 1965 überfällt ein junger Mann mitten im Kaufhaus C&A in Nürnberg-Mitte einen Kunden, um ihm die Aktentasche zu entreißen. Doch dieser gibt nicht klein bei, sondern wehrt sich und lässt den Dieb verfolgen. Schüsse fallen, ein Toter, es gibt Verletzte. Polizisten verfolgen den Räuber auf offener Straße, schnappen ihn, als er wegen Ladehemmung nicht mehr schießen kann.
In der Wohnung finden sie eine Tatwaffe des siebenfachen Mörders, doch welche Beweise haben sie, dass er alle sieben Morde begangen hat? Keine! Die Verhöre müssen den Mann zermürben …
_Der sachliche Teil_
Dieser szenisch gestaltete Teil des Hörbuch ist lediglich der mittlere Teil. Vorgeschaltet ist der standardmäßige einleitende Teil, der an das „Phänomen Serienmörder“ heranführt. Diesmal bietet das Hörbuch aber gleich danach ein ausführliches Interview mit Stephan Harbort (Bio s. o.), der nach den Angaben im Booklet offenbar selbst antwortet.
Harbort will seine Fallbeispiele als Diskussionsgrundlagen verstanden wissen und dem Thema Publizität verschaffen. Auch dass er den Finger in die Wunde legen will, wie die Öffentlichkeit mit Serientätern umgeht – der Medienhype, die Paranoia – geht völlig in Ordnung. Sicher wecken seine Ausführungen und Fallbeispiele auch das Interesse anderer Kriminalpsychologen und von Psychiatern. Abschließend beschreibt Harbort anschaulich seine Arbeit, ihre Auswirkungen auf sich und seine Familie sowie seine Arbeitsweise. Die Arbeit umfasst auch den direkten Kontakt mit den Tätern, wie oben gesagt, und das war auch bei Hans Martin Gruber der Fall, als Gruber Harbort am 2.9.1998 anschrieb.
Nach dem Fallbeispiel, das ich oben skizziert habe, folgt die Fallanalyse. Schon während der Falldarstellung ist der Täter mit tiefer Stimme zu Wort gekommen. Er schildert einen Tathergang, begründet seine Tat, alles in einem ruhigen eiskalten Tonfall. Der Kriminalpsychologe charakterisiert Gruber als einen Menschen, dem jedes Mitgefühl für seine Mitmenschen fehle: null Empathie. Seine einzige Leidenschaft gilt Waffen, Tötungswerkzeugen, denn sie dienen dazu, auf einfache Weise Macht auszuüben, seinem Geltungsbedürfnis nachzukommen – und natürlich Geld zu beschaffen.
Am 27. Juli 1967 verurteilt das Gericht Gruber zu lebenslangem Zuchthaus. Obwohl beim Angeklagten eine Hirnanomalie festgestellt wurde, die auf einen Hirnhautentzündung im Alter von drei Jahren zurückzuführen ist, betrachtet man ihn als voll schuldfähig und als intelligent. Das Einzige, was ihm fehlt, sind Gefühle für seine Mitmenschen und Kontrolle über seine Aggressivität. Gruber wird abschließend als Beispiel für „dissoziales Verhalten“ hingestellt. Er begehrt gegen soziale Normen auf, wie man es häufig bei Einzelgängern findet, aber auch als Ergebnis von Gruppendynamik (Sekten, Charles Manson etc.). In den Worten des Täters: „Ein Hund, der alle Fremden beißt.“
_Mein Eindruck_
Der Autor präsentiert sich auf diesem Teil seiner vierteiligen Hörbuchserie selbst. Nicht, um sich zu loben, sondern um sich und seine Arbeit zu erklären. Er will sich und seine Arbeit von den falschen Bildern abtrennen, die durch Filme wie „Hannibal“ und „Roter Drache“ erzeugt und verbreitet worden sind. Das sagt er so natürlich nicht. Aber die entsprechende Absicht ist deutlich. Und man kann sie dem Autor auch als glaubwürdig abnehmen.
Die Schilderung des Falles ist ebenso wenig auf Unterhaltung ausgerichtet. Deshalb wird der Fall des Mittagsmörders auch haarklein geschildert, ohne auf die bekannten Tricks der Krimischriftsteller zurückzugreifen. Klar, dass der Name des Täters ebenso wenig wie seine Identität verraten wird. Aber das ist schon der einzige Spannungsbogen, den die Fallschilderung errichtet. Sämtliche Zutaten für einen spannenden Krimi sind vorhanden, so etwa die verhinderte Aussage des Waffenladenbesitzers.
Gut gefallen hat mir hingegen die minutiöse Darstellung des 1. Juni 1965, als der Mittagsmörder der Polizei endlich ins Netz geht. Die Polizisten ahnen noch nichts von ihrem Glück. Erst als sie zwei Tatwaffen identifizieren können, beginnen sie zu ahnen, dass sie auf eine Goldader gestoßen sind. Es ist der Mann, nach dem sie fast sechs Jahre lang gefahndet haben.
Wie bei allen Serientätern folgt im Anschluss, innerhalb der Analyse der Psychologie des Täters, eine Darstellung seiner Biografie. Das geschieht wohl in der Hoffnung, Aufschluss über Motive und Werdegang eines Killers zu erhalten. In aller Regel erfüllt sich diese Hoffnung, denn natürlich haben die Täter irgendwelche einschneidenden Erfahrungen gehabt, die sie prägten und in die später so unheilvolle Richtung drängten. Sie entwickelten Gewalt- und Machtphantasien und versuchten, ihr Geltungsbedürfnis zu stillen. Der Mittagsmörder plante die Entführung von Elke Sommer, die damals ein sexy Filmstar war.
Im Falle des Mittagsmörders waren eine körperliche Deformation und ein nervöser Tick Anlass für seine menschliche Umgebung, ihn zu hänseln und auszugrenzen. Da dies seine soziale Integration verhinderte und auch Frauen sich nicht für ihn interessierten, erfolgte die zunehmende Gefühlsarmut durch Vereinsamung, bis das oben genannte „dissoziale Verhalten“ sich herausbildete, das Menschen lediglich als Objekte und Mittel zum Zweck wahrnahm. Der Rest ist bekannt.
Was uns dies alles sagen will, fasst das Fazit zusammen. Es verallgemeinert die Erkenntnisse aus dem konkreten Fallbeispiel auf alle sich a- und antisozial verhaltenden Menschen. Ob diese Verallgemeinerung wissenschaftlich zulässig ist, vermag ich aus Mangel an Fachkenntnissen nicht zu sagen, aber ich habe meine Vorbehalte dagegen.
|Die Sprecher|
Nach einer Einleitung durch Barbara Stoll folgt das Interview mit Stephan Harbort. Danach schildert die männliche Stimme von Heiner Heusinger den Fall des Hans Martin Gruber. Auch die anschließende Analyse wird von ihm gesprochen, so dass der Eindruck eines fließenden Übergangs von Fall zu Analyse zu Fazit entsteht. Das ist vielleicht nicht so glücklich gestaltet, denn dem Zuhörer wird dadurch nicht deutlich gemacht, wo das eine aufhört und das andere beginnt, ob es sich um verschiedene Themenbereiche und Textabschnitte handelt.
Es gibt weder Geräusche noch Musik. Das Hörbuch ist vollständig auf Sachlichkeit ausgerichtet. Unterhaltung gehört nicht zu den Zielen der inhaltlichen Präsentation.
_Unterm Strich_
Wie die ganze Serie über „Phänomen Serienmörder“ ist auch diese Folge nur von begrenztem Unterhaltungswert, aber von hohem Informationsgehalt. Daher eignet sie sich am besten für Leute, die bereits über einschlägiges Fachwissen verfügen und sich nun über belegbare Fallbeispiele informieren wollen, sozusagen aus erster Hand. Diese Zielgruppe dürfte das bekommen, was sie erwartet. Alle anderen, die sich Fälle à la Hannibal Lecter oder Jeffrey Dahmer erhoffen, werden in die Röhre gucken. Aus den genannten Gründen wird es auch nicht verwundern, wenn alle Zutaten eines Hörspiels wie Geräusche und Musik weggelassen wurden.
|74 Minuten auf 1 CD|
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Das Schloss gilt als verflucht. Schreckliche Dinge haben sich einst in dem alten Gemäuer abgespielt. Selbst heute noch warnen Eltern ihre Kinder davor, in der Nähe des verlassenen Gemäuers zu spielen.
Besser hätte es der findige Geschäftsmann Larry Landon kaum antreffen können. Er wandelt das Schloss in eines seiner „Horror-Hotels“ um: Aufwändige Kulissen, klassische Hollywood-Monster aus Wachs, Sound-Effekte, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen und jede Menge schockierender Überraschungen erwarten den zahlenden Gast.
Doch Larry ahnt nicht, dass der Schrecken in seinem Hotel größer sein wird, als er geplant hat. Viel größer … (Verlagsinfo)
Die Sprecher & die Inszenierung
Nana Spier spricht: Claire Carpenter
Andreas Fröhlich: Bruce Barrymore
Franziska Pigulla: Sophie Patin
Lutz Mackensy: Eric
Udo Schenk: Larry Landon
Und sieben weitere Sprecher.
Die Gespensterkrimi-Hörbücher produzierten Alex Stelkens von |WortArt| und Marc Siper von |Lübbe Audio| sowie Pe Simon. Regie führt stets Oliver Döhring, der auch für die John-Sinclair-Hörspiele verantwortlich zeichnet.
Handlung
Claire Carpenter, eine gefürchtete US-Journalistin, und ihr Fotoreporter Bruce Barrymore sind nach Frankreich gekommen, um dort das neueste Horror-Hotel des amerikanischen Millionenerben Larry Landon in Augenschein zu nehmen. Das Hotel liegt auf einer Insel in einem See und ist nur per Fähre zu erreichen. Kurz bevor die beiden zur Anlegestelle gelangen, meint Claire, im Scheinwerferlicht zwei Mädchen am Straßenrand zu sehen, doch es muss wohl Einbildung gewesen sein, denn die Suche verläuft ergebnislos.
Im Hotel begrüßt Eric die beiden Gäste. Er stellt sich als Landons Assistent vor und entschuldigt sich für die andauernden Bauarbeiten, denn das Hotel soll erst in zwei Tagen eröffnet werden. Eine weitere Journalistin trifft ein: Sophie Patin (oder Petain), eine „Lokalreporterin“ aus Paris. Bruce ist Feuer und Flamme für die „Monsters‘ Hall of Fame“, die das Hotel beherbergen soll, ein Wachsfigurenkabinett der berühmtesten Horrorgestalten aller Zeiten. Als Zimmer bekommt er die „Dschungel-Suite“ zugeteilt, und Claire kommt in „Die Gruft“. Im Lift ertönt ein markerschütternder Schrei – passend aus Minilautsprechern ausgestoßen.
Doch allein schon wegen des heraufgezogenen Gewitters kann Claire nicht schlafen – nicht nur wegen der Schreie, des Stöhnens und Wimmerns. Sie beginnt, durch die nächtlichen Flure zu wandern und steigt in den Keller hinab. Schließlich sind dort immer die besten Geheimnisse zu entdecken. So auch diesmal. Sie hört, wie zwei Männer etwas Schweres schleppen. Doch auf einmal ruft Leroy, einer der beiden, etwas zu einer Frau, die Claire nicht sehen kann. Leroys Boss Eric befiehlt ihm, etwas gegen die ungebetene Besucherin zu unternehmen. Leider gehen seine Pistolenkugeln mitten durch sie hindurch! Sekunden später reißt ihm das Gespenst das Herz aus dem Leib …
Sophie ist inzwischen an Claires Seite aufgetaucht. Rasch entfernen sich die beiden aus der Gefahrenzone. Dabei zerreißt Claires Kleid und sie verliert einen Ärmel. Eric ist nicht dumm, findet den Ärmel, erschnuppert Claires Parfüm („Silk“) und zieht den einzigen vernünftigen Schluss: Claire hat Leroy umgebracht. Aus welchem Grund, ist natürlich eine ganz andere Frage.
Nun hebt eine fröhliche Verfolgungsjagd durch ein von einem blutrünstigen Gespenst bewohntes Schloss an, das ein ebenso gruseliges wie blutiges Geheimnis birgt.
Mein Eindruck
Alte französische Schlösser und ihre blutige Vergangenheit – der ideale Stoff für eine Horrorstory. Diese Vergangenheit reicht diesmal zurück ins Jahr 1745, und der entscheidende Tag des Unheils jährt sich wieder einmal. Die zwei Mädchen, die Claire gesehen hat, gab es damals wirklich, und sie wurden Opfer eine grausigen Tat.
Hexen brennen
Dass Sophie Patin hier ist, hat natürlich auch etwas mit den schicksalhaften Vorgängen jener Zeit zu tun. Es war ihre Vorfahrin, die damals als Hexe hingerichtet wurde. Nun endlich sieht sie sich in der Lage, das Verlies zu suchen, in dem jene beiden Grafentöchter zu Tode kamen. Doch durch wen? War ihre Ahnin doch nicht unschuldig? Diese Backstory ist ziemlich verwickelt. Ich habe sie beim ersten Hören nicht verstanden. Beim zweiten Hören setzen sich die Puzzleteile aber zusammen. Sophie ist hier, um einen Fluch, der auf ihrer Familie lastet, aufzuheben.
Ganoven
Larry Landon und Eric ist diese unheimlich Vergangenheit natürlich völlig schnuppe. Sie sorgen sich vielmehr um ihre unmittelbare Zukunft, die sehr viel mit Kunsthehlerei und anderem zu tun hat. Dass sich die beiden nicht vertragen, verwundert nicht besonders, denn in Sachen krimineller Energie kann Larry seinem „Partner“ nicht das Wasser reichen.
Groteske
Der Superfotograf Bruce Barrymore (wunderbar überdreht und naiv: Andreas Fröhlich) hingegen ist ganz den irdischen Freuden zugetan. Er schläft wie ein Stein, und als man ihn weckt, erwartet er, dass die Show beginnt! In der Tat: Die Show beginnt damit, dass ihm Eric einen Revolver unter die Nase hält und ihn nach Claires Verbleib fragt.
Aber auf einen Besuch im Wachsfigurenkabinett „Monsters‘ Hall of Fame“ muss er trotzdem nicht verzichten. Schade, dass dort eine Leiche die gestellten Szenen um Dracula und Frankenstein verunziert. Und auf deren achtlos herumliegendem Herzen rutscht natürlich prompt jemand aus, als wäre es eine Bananenschale. Bruce sorgt für Slapstick und Comedy makaberster Tonart.
Die Inszenierung
Die zentralen Sprecher hängen sich bei der Darbietung der Handlungen ihrer jeweiligen Figuren voll rein. Das gilt zumindest für Claire und Bruce, gesprochen von Andreas Fröhlich und Nana Spier. Franziska Pigulla als Sophie hält sich ziemlich zurück – schließlich hat Sophie quasi einen Geheimauftrag und will nicht gleich alles verraten. Die Schurken im Schloss sind jedoch allesamt entbehrlich – und führen sich dementsprechend albern und grotesk auf.
Sounds
Die Geräusche sind stilecht: Schreie, Stöhnen, Wimmern, Türenschlagen. Fehlen eigentlich nur das Schlagen einer Großvateruhr und das Klirren von Ketten. Doch die Standuhr ist mittlerweile durch das Piepsen einer Digitaluhr ersetzt worden, und das Kettenklirren wurde komplett abgeschafft. Immerhin darf noch der obligate Donner grollen.
Die Musik
Die Musik unterstützt dieses Geschehen derart subtil, dass ich sie fast nicht bemerkt habe. Und das ist das Beste, das man über Hintergrundmusik sagen kann. Denn dann ist sie so in den Klangteppich eines Hörspiels verwoben, dass man sie nicht bewusst wahrnimmt, aber ihrer Wirkung dennoch unterworfen ist. Ihre Aufgabe ist es, die Emotionen des Hörers zu steuern: Spannung und Entspannung, Ruhe oder Action usw. Diesmal stammt sie von zwei Komponisten: Christian Hagitte und Simon Bertling.
Unterm Strich
„Im Verlies der blutigen Träume“ – ein reißerischer Titel, der nur zur Hälfte zutrifft – lässt einen Jahrhunderte alten Fluch auf die Moderne treffen. Dass dies in einem so genannten „Horror-Hotel“ stattfindet, gibt Gelegenheit zu zahlreichen makaber-ironischen Effekten in der Mitte der Handlung. Dass es um die Aufhebung dieses Fluches geht, erschließt sich erst aus der verwickelt enthüllten Hintergrundstory, die uns Sophie präsentiert. Das muss man sich wahrscheinlich mehrmals anhören, um es richtig zu kapieren.
Zwei Schwestern
An mehreren Stellen habe ich mich über das allzu vertraute Zusammenspiel der Figuren Claire und Sophie gewundert. Und in der Pointe wird auch klar, was die beiden zueinander treibt. Sie wollen mehr als flüchtige Bekannte sein. Viel mehr … Sie stellen eine erlöste Variante der ermordeten Grafentöchter dar, in einem späten Echo. Auch in dieser Hinsicht handelt es sich also um eine Erzählung aus der emanzipierten Gegenwart. Sisters are doing it for themselves.
Super-LiteraturAgentin Thursday Next jagt den Erzschurken Acheron Hades, der droht, viel geliebte Gestalten der Weltliteratur aus dem Gedächtnis der Menschheit zu tilgen. Er visiert Charlotte Brontës berühmtesten Roman an. Nur Thursday kann Jane Eyre retten – und verändert deren Leben entscheidend … Eine rasante, witzige, intelligente Mischung aus Science-Fiction, Krimi, Abenteuer. Ein Spiel mit der Literatur, ein fabelhaftes Hirngespinst. (Verlagsinfo)
Im März 2003 begann die „erste erotische Hörspielserie für Frauen“ und mittlerweile sind es schon über ein halbes Dutzend Abenteuer in Amors Gefilden, in denen sich die vier Hauptfiguren Moni, Cora, Annica und Sylvia mit meist, aber nicht immer männlichen Partnern verlustieren dürfen. Die erste Erotikbox in pinkfarbenem Plastikherz kostete immerhin 24,90 Euro. Aber da waren auch Badekerzen mit Lavendeldurft drin.
Nun vertreibt Lübbe die CDs des Kölner Herstellers „Sounds of Seduction“ exklusiv. Das erste Abenteuer auf den drei CDs ist aber nicht wie ursprünglich „Frauenabend“, sondern „Sexperimente“. |Dabei geht es um Monis und Coras aufregende Erlebnisse in einem außergewöhnlichen Erotikclub. Moni und Michael geben sich – zugegebenermaßen nach einigen Startproblemen – einer heißen Nacht mit einem anderen Pärchen hin. Vor allem Moni kommt dabei voll und ganz auf ihre Kosten, und für sie steht nach diesem Ausflug fest: das war nicht der letzte Ausflug in ein Etablissement dieser Art… Aber Vorsicht, Moni, Suchtgefahr …| (Verlagsinfo) Christine Janson / Dana Geissler – Just4Women: Erotikbox 1 (Audio) weiterlesen →
Patricia Anne und Mary Alice sind zwei ältere Schwestern, die sich durch Streit gegenseitig bei wachem Verstand halten. Den brauchen sie auch, um eine Serie von Verbrechen in ihrer Heimatstadt Birmingham in Alabama aufzuklären. Die Kunsthändlerin und Galeristin Mercy Armistead wird vergiftet, ihre Assistentin mit einem Messer attackiert, und schließlich wird ein Kunstkritiker in seinem Auto von einer Kugel getroffen. Wer und was steckt dahinter?
Encanto erzählt di Geschichte einer besonderen Großfamilie. Die Madrigals leben in ihrem kleinen Häuschen, der Casita, an einem abgelegen Ort in den Bergen Kolumbiens. Durch eine magische Kerze haben alle Mitglieder der Familie übernatürliche Gaben erhalten. Naja, fast alle Familienmitglieder – nur Mirabel ist bei der Zeremonie leer ausgegangen. Während ihre Verwandten mit Gefühlen das Wetter verändern können, mit Speisen Wunden heilen können, in die Zukunft blicken können, mit Tieren kommunizieren können oder Superkräfte und Superohren hat, fühlt Mirabel sich nutzlos.
Eine Frau verschwindet nach einem Erdbeben plötzlich spurlos. Was ist mit ihr geschehen? Die drei ??? begeben sich auf eine gefährliche Suche. Die junge Schneiderin Maya erscheint nicht zur Arbeit am Camelot Theatre. Justus, Peter und Bob haben den Verdacht, dass das Rätsel, das die Theaterleitung veranstaltet, etwas damit zu tun hat. Denn ein hohes Preisgeld ist zu gewinnen. Ist des Rätsels Lösung auch die Spur zu Maya? Die drei Detektive ermitteln, während erneut die Erde bebt … (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Wir hatten schon einen Mottenmann, einen Eisenmann, einen ohne Augen und sogar einen ohne Kopf. Gehts diesmal um ein wandelndes Skelett?
Erst mal gehts um ein Rätsel, dessen Lösung den Jungs satte 10.000 Dollar Preisgeld einbringen könnte. Und weils kein Honorar für einen aufgeklärten Fall ist, würden sie das sicher nicht ablehnen.