Das Ende der verhängnisvollen Antarktis-Expedition
New England 1930: Der Geologe William Dyer, ein Professor an der Miskatonic University, ist der Kopf einer großangelegten Expedition in die Antarktis. Gemeinsam mit seinem Assistenten Larry Danforth, seiner Kollegin Dr. Leni Lake, deren Assistentin Leslie Carroll, dem Ingenieur Prof. Frank Pabodie, dem Physiker und Meteorologen Prof. Atwood und diversen Hilfskräften bricht Dyer auf, den unwirtlichsten Kontinent der Erde zu erkunden. Ein sehr gefahrvolles Unterfangen, wie sich herausstellt.
In den Weiten der Antarktis 1931 fliegen Dyer und Pabodie mit Danforth im letzten verbliebenen Flugzeug in Richtung der neu entdeckten Bergkette. Was wird sie dort nach dem dramatischen letzten Funkspruch, den die Kollegen gesendet haben, erwarten?
(Verlagsinfo) H. P. Lovecraft – Berge des Wahnsinns (Teil 2) (Gruselkabinett 45) weiterlesen →
New England 1930: Der Geologe William Dyer, ein Professor an der Miskatonic University, ist der Kopf einer großangelegten Expedition in die Antarktis. Gemeinsam mit seinem Assistenten Larry Danforth, seiner Kollegin Dr. Leni Lake, deren Assistentin Leslie Carroll, dem Ingenieur Prof. Frank Pabodie, dem Physiker und Meteorologen Prof. Atwood und diversen Hilfskräften bricht Dyer auf, den unwirtlichsten Kontinent der Erde zu erkunden. Ein sehr gefahrvolles Unterfangen, wie sich herausstellt … (Verlagsinfo)
Ans Ende der Welt: eine Ermittlung in Sachen Leben
Eines Morgens steigt Raimund Gregorius, alternder Lateinlehrer in Bern, aus seinem stets geregelten Leben aus. Er hat eine Portugiesin kennengelernt, von der er dachte, sie wolle sich in die Fluten der Aare stürzen. Ganz neue Perspektiven eröffnen sich ihm. Als er das Buch „Worte des Goldschmieds“ des portugiesischen Autors Amadeo Prado in einem Antiquariat geschenkt bekommt, kennt Gregorius kein Halten mehr. Er muss nach Lissabon und mit dem Autor sprechen. Doch was er in Lissabon findet, ist viel, viel mehr …
Providence, USA, 1928: Der junge Charles Dexter Ward verschwindet am 13. April spurlos aus der Nervenheilanstalt von Dr. Waite. Sein Hausarzt Dr. Marinus B. Willet, ein guter Freund seiner Eltern, blickt zurück auf den äußerst befremdlichen Fall eines Wahnsinns, der offenbar aus der Beschäftigung des jungen Mannes mit der eigenen Familiengeschichte herrührte …
Erotismus ist nicht das gleiche wie Sexualität, sondern ihre Transzendierung. Die erotische Erfahrung ist für den französischen Schriftsteller Georges Bataille (1897-1962) eine zweifache: die des Tabus und die seiner Überschreitung. Erst die Überschreitung des Tabus ermöglicht den Figuren auch die Transzendierung des Ich. Die Ekstase, das Außer-sich-sein, das die mittelalterliche Mystik in religiöser Versenkung fand, suchen sie im körperlichen Tabubruch und in körperlicher Selbstentäußerung. Dadurch wird Gott überflüssig, und dies wiederum hat zahlreiche philosophische Konsequenzen: Wenn Gott tot ist, dann ist das Universum leer, und die Sterne sind nur kalte Schlackehaufen, die der Entropie unterworfen sind. Letzten Endes ist der Erotismus also eine recht ungemütliche Angelegenheit.
Auf einer Seereise beobachtet der Schriftsteller Hammond zwei finstere Kerle, die sich an einer kleinen geheimnisvollen Kiste zu schaffen machen, die sie mit an Bord brachten. Für Hammond steht fest: Es muss eine Bombe sein. Zusammen mit seinem Freund Dick Martin versucht er die drohende Katastrophe zu verhindern und belauscht die Männer, fordert sie sogar mit Worten heraus. Schließlich muss er seine Feigheit überwinden und den Kampf mit ihnen aufnehmen. Da macht er eine überraschende Entdeckung. Arthur Conan Doyle – Die geheimnisvolle Kiste (Lesung) weiterlesen →
Als Charles Boone sich nach Chapelwaite in Neu-England aufmacht, ahnt er noch nicht, dass auf dem ererbten Landsitz ein verhängnisvoller Fluch lastet. Doch schon bald, so verraten seine Briefe, wecken seltsame Geräusche und hartnäckige Gerüchte in der Nachbarschaft seinen Argwohn: ein verschollenes Dorf, wo das Böse regiert, ein mysteriöses Schattenwesen, das Blutzoll fordert – über kurz oder lang gerät Charles Boone an den Rand des Wahnsinns …
Zwei britische Damen schippern Ende des 19. Jahrhunderts den Nil hinauf, um die Königsgräber von Amarna im Tal der Könige zu besuchen. Zu ihrem nicht geringen Schrecken ist eine wandelnden Mumie hinter der schwächeren der beiden Damen her, um sie zu entführen. Oder möchte ihnen jemand nur einen üblen Streich spielen?
Die Geschichte von „Jules und Jim“ und Kathe ist durch François Truffauts Film von 1961/62 bereits Legende geworden: eine „amour fou“ zu dritt. Zwei junge Literaten, der Deutsche Jules (gespielt von Oskar Werner) und der Franzose Jim, beide verliebt ins Leben und die Liebe, lernen sich 1907 (!) in Paris kennen und teilen fortan ihre Tage. Nichts kann sie trennen, bis eines Tages Kathe kommt, die aufregendste Frau, die ihnen je begegnet ist. Sie (gespielt von Jeanne Moreau) liebt beide, erst Jules, dann Jim, dann wieder Jules. Sie kann nicht ohne Jim leben, aber auch nicht ohne Jules. Bis zur letzten Konsequenz … Henri-Pierre Roché – Jules und Jim (Lesung) weiterlesen →
In Schweden herrscht eiskalter Winter an Weihnachten. Dem alten Waldarbeiter Gustav, der nur mit seiner Katze zusammen in einem kleinen Häuschen am Waldrand wohnt, wird in letzter Zeit regelmäßig aus seinem Schuppen Holz gestohlen. Als seine Nichte Annika Bengtzon dem Holzdieb auflauert, erlebt sie eine große Überraschung. Eine „anrührende Geschichte über Armut, Einsamkeit und Liebe“, schreibt der Verlag.
_Die Autorin_
Liza Marklund, geboren 1962, studierte Journalismus und arbeitete bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Mehrere Jahre war sie Nachrichtenchefin des schwedischen Privatsenders „TV 4“. Diesen Traumjob kündigte sie, um Romane zu schreiben. Für ihren Debütroman „Olympisches Feuer“ (dt. 2000) erhielt sie bedeutende Literaturpreise. Auch die Nachfolgeromane „Studio 6“ und „Paradies“ wurden erfolgreiche Krimis. Die Romane wurden laut Verlag fürs Kino verfilmt. Marklund lebt mit ihrer Familie in Stockholm und arbeitet wieder als Journalistin. (Verlagsinfo)
Mehr Info: http://www.lizamarklund.net und http://www.hoffmann-und-campe.de.
_Die Sprecherin_
Susanne Schröder, geboren in München, absolvierte ihre Ausbildung an der Schauspielakademie in Zürich. Sie spielte an den Kammerspielen und am Residenztheater in München. Bekannt ist sie darüber hinaus durch ihre Auftritte in TV-Serien und Fernsehspielen. Für den Hörverlag hat Schröder bereits „Die kleine Meerjungfrau“ von H.C. Andersen gelesen.
Die Regie führte Toni Nirschl und den Ton steuerte Ron Behrendt.
_Handlung_
Der alte Gustav erwacht in der Kälte seiner Hütte, in der nur ein Kater – ein ausgezeichneter Mäusejäger – ihm Gesellschaft leistet. Früher war Gustav mal Waldarbeiter, und er kennt sich aus mit Holz. Es ist noch Nacht, aber er muss sich erleichtern und frisches Feuerholz holen. Da bemerkt er, dass sich schon wieder jemand an einem seiner umfangreichen Holzstapel bedient hat. Diesmal hat es die Birke erwischt. Gustav ist von Wut und Schmerz über den Verlust erfüllt. Der Winter ist saukalt, und wie soll er das ohne genügend Holz überleben?
Gustav ist Annika Bengtzons Onkel. Und seit ihrer Kindheit bei der Oma in Mittelschweden besucht sie ihn zu Weihnachten, um einen Kuchen und andere Leckereien zu bringen. Er hat ihr alles beigebracht, was sie über Bäume, Holz und Holzeinschlagen weiß, und das ist eine ganze Menge. Seit zwei Monaten arbeitet sie allerdings in der Hauptstadt, beim „Abendblatt“. Als Annika dieses Jahr in Gustavs Hütte treten will, starrt sie in den Doppellauf einer Schrotflinte.
Als sie wütend gegen diese Behandlung protestiert, erklärt er ihr den Grund. Wer ist der Holzdieb? Da er oder sie immer zu Fuß kommt, muss er – oder sie – aus dem Dorf Hedberga stammen. Annika gibt ihm das Weihnachtsessen und geht ins Dorf, wo Kirchenlieder erklingen. Dessen Bewohner kennt sie aus ihrer Kindheit und Jugend. Hier hatte sie ihren ersten Freund, den sie an eine Schlampe namens Ingela Jönsson verlor, die von allen nur verächtlich „Spermatopf“ genannt wurde, weil sie so leicht herumzukriegen war.
Nach dem Neuschnee folgt Annika den Spuren des Holzdiebs, die zum Schuppen mit den Holzstapeln führen. Der Dieb ist noch da! Sie geht hinein und erlebt eine Überraschung: eine alte Bekanntschaft. Plötzlich fallen Schüsse: Gustav hat beide ins Visier genommen! Nur der Schuppen bietet Deckung – und eine Gelegenheit, mal herauszubekommen, was den Holzdieb zu seinem Verbrechen veranlasst hat.
_Mein Eindruck_
In „Der Holzdieb“ greift Liza Marklund das Thema der Armut in den einkommensschwachen Schichten auf und beleuchtet, was es für die Betroffenen bedeutet. Der Grund für die Armut ist meistens entweder Ruhestand (Gustav) oder Arbeitslosigkeit (Holzdieb) – oder beides. Da die Stilllegung alter Industrien wie etwa der Holz- oder Erzindustrie viele Beschäftige in die Arbeitslosigkeit entlässt, erleben diese Menschen ein ziemlich trauriges Weihnachtsfest – so etwa auch Gustav.
Doch wie hilft der Wohlfahrtsstaat Schweden den betroffenen Bürgern? Durch die so genannte „Sozialstation“. Deren lokale Leiterin taucht denn auch auf, doch ihr Vorschlag besteht lediglich darin, Gustav ins Pflegeheim zu stecken. Als ob der Mann nicht für sich selbst sorgen könnte! Und sein Holz soll man dem Dieb wohl schenken? Aber Annika, die immer praktisch und unkonventionell denkt, hat einen konstruktiven Vorschlag parat.
Die Autorin setzt wieder ihr patentiertes Handlungselement ein: den intensiven Dialog. Denn man muss die Menschen erst einmal verstehen, bevor man sie verurteilt, ist ihre unausgesprochene Ansicht. Ihre Serienheldin Annika Bengtzon hat diese Haltung schon in mehreren gelungenen Romanen in die Tat umgesetzt. Und auch diesmal gelingt ihr die angestrebte Erkenntnis – ebenso im Zuhörer. Mitgefühl entsteht gerade, da fallen die Schüsse Gustavs wie Hammerschläge auf die zarten Bande zwischen Annika und dem Holzdieb.
Aber es ist nicht so, als würde Annika aus Gefühlsduselei Mitgefühl (nicht zu verwechseln mit Mitleid) entwickeln, denn sie hat ihre eigenen Gründe, dem Holzdieb nicht helfen zu wollen. Sie könnte sich ja auch rächen wollen. Die Gelegenheit dazu bietet sich ihr, denn sie braucht bloß ihrem Onkel den Holzdieb vor die Flinte zu schubsen – Problem erledigt. Oder doch nicht? Denn da kommt auch schon die Polizei angerückt. Und Annika hat sowieso nicht das Zeug zu einer Mörderin.
_Die Sprecherin_
Nicht mehr Judy Winter spricht wie bisher die Hörbücher von Liza Marklund, sondern die wesentlich jüngere Susanne Schröder. (Winter wurde 1944 geboren, ist also schon über 60.) Statt einer tiefen Altstimme verfügt Schröder wohl eher über so etwas wie einen Sopran. Das weckt Zweifel, ob sie die wesentlich „härteren“ Romane auf eine glaubwürdige Weise bewältigen könnte.
Doch darauf kommt es in „Der Holzdieb“ nicht an. Da Gustav kaum spricht, hat sie lediglich Frauenfiguren zu sprechen, und diese Aufgabe bietet keine unüberwindbaren Schwierigkeiten.
Es gibt weder Musik noch Geräusche, denn bei allen Single-CDs der „Smart-Edition“ des Hörverlags fehlen diese Zutaten. Ein niedriger Preis zieht eben auch eine geringere Ausstattung nach sich.
_Unterm Strich_
„Der Holzdieb“ ist eine typische Weihnachtsgeschichte, wie sie von den Zeitungen und Herausgebern weltweit immer wieder bestellt wird. Man denke etwa an David Baldaccis Roman „Das Geschenk“ (The Christmas Train). Alle diese Geschichten blicken auf eine lange Tradition zurück, die bis ins 19. Jahrhundert reicht, bis zu der berühmtesten aller Weihnachtsgeschichten: „A Christmas Carol“ von Charles Dickens. Schon damals spielte Armut eine wichtige Rolle für die Handlung; man denke nur an den armen „Scratchit“, dessen Name andeutet, dass er alles zusammenkratzen muss, was er noch kriegen kann.
Der Holzdieb in Marklunds Geschichte ist im Gegensatz dazu jedoch keineswegs ein Anlass, Mitleidstränen zu zerdrücken, sondern wie schon von jeher ein faules, opportunistisches Miststück. Sie verdient vielleicht unser Mitgefühl, aber nicht unser Mitleid. Mit ihrer Patentlösung schlägt Annika zwei Fliegen mit einer Klappe: eine große Hilfe und eine kleine Rache. Das entbehrt nicht eines gewissen ironischen Humors.
Die Sprecherin Susanne Schröder ist ein beinahe vollwertiger Ersatz für Judy Winter. Sie spricht deutlich und akzentuiert, so dass man den Sätzen ohne Mühe folgen kann. Ihre Annika-Figur ist ebenso als energische Person erkennbar wie in den von Judy Winter gesprochenen Romanen.
Insgesamt bietet das Hörbuch eine Ergänzung im Werk von Liza Marklund, auf die man ohne weiteres verzichten könnte. Wer allerdings eine etwas untypische Weihnachtsgeschichte mit aktuellem Zeitbezug verschenken möchte (es muss ja nicht immer der olle Charles Dickens sein), sollte diese CD durchaus in Betracht ziehen.
Ein unaussprechliches Geheimnis treibt die englische Studentin Grey nach Tokio. Hier hofft sie, den Schlüssel zu einer Tragödie zu finden, die sie seit Jahren verfolgt. Ein Filmausschnitt, der Gräueltaten japanischer Soldaten im chinesischen Nanking 1937 zeigt, soll die Lösung des Rätsels enthalten. Doch der Besitzer des Films, ein chinesischer Wissenschaftler, ist nur unter einer Bedingung bereit, ihr die Bilder zu zeigen: Grey soll ein Elixier auftreiben, das sich in den Händen des einflussreichsten und gefährlichsten Mannes von Tokio befindet. Grey kann nicht ahnen, dass die Geschichte dieses Elixiers eng mit ihrer eigenen Tragödie verknüpft ist – eine blutige Spur von 1937 bis heute. (abgewandelte Verlagsinfo) Mo Hayder – Tokio (Lesung) weiterlesen →
Auf einer Fahrradtour machen die Fünf Freunde seltsame Entdeckungen: Ein alter Grabstein mitten im Wald, ein Mönch in einer Klosterruine, der ihnen vom „Stein der Weisen“ erzählt und schließlich findet Dick einen kompliziert gefalteten Brief, der sich nicht öffnen lässt. Handelt es sich um eine uralte Geheimbotschaft? Doch bevor sie dieser Frage nachgehen können, wird der Brief gestohlen und immer neue Fragen tauchen auf. Beharrlich folgen sie jedem kleinsten Hinweis und kommen schließlich einem gerissenen Betrug auf die Spur. (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Moment … gabs nicht letzten Monat erst ein Hörspiel der Fünf Freunde? Gabs … dafür gibts aber im nächsten Monat leider keins.
Vor langer Zeit hatte Dr. Tod mir mein Silberkreuz gestohlen und an einem unbekannten Ort versteckt. Nun erhielt ich endlich einen Hinweis auf meinen Talisman. Die Spur führte in die Katakomben von Paris – zu einem meiner größten Erzfeinde! (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
50 Auftritte hatte John Sinclair im Rahmen der GESPENSTER-KRIMIs, bevor er seine eigene Serie bekam. Auf 50 Folgen ausgelegt war entsprechend wohl auch die CLASSICS-Reihe von vornherein.
Ein kleines „Problem“ gibts aber nun: Heft 37 („Der Unheimliche von Dartmoor“) ist nicht bei den CLASSICS erschienen, sondern als Teil der „Sondereditionen“ verhörspielt worden. Also fehlt uns jetzt eine Folge, wenn nicht bei der unrunden 49 Schluss sein soll.
Steve Clarney, ein unerschrockener, verwegener amerikanischer Schatzjäger, durchforstet mit seinem Diener Yar Ali bereits seit Langem den asiatischen Kontinent, um endlich eines sagenumwobenen Juwels habhaft zu werden: des größten Rubins der Welt, bekannt als „Das Feuer von Asshurbanipal“. Doch wo befindet sich bloß die im „Necronomicon“ des verrückten Arabers Abu al-Hazred erwähnte vergessene Stadt, die übersetzt „Stadt der Teufel“ heißt? (korrigierte und ergänzte Verlagsinfo)
Bei der Erwähnung des Necronomicons“ müssen jedem Lovecraft-Fan die Ohren zucken: Und tatsächlich passt diese Erzählung des langjährigen Lovecraft-Freundes Howard genau in den Cthulhu-Mythos von den Großen Alten.
England 1927: Colin und Alwyne Hargreaves, das Ermittlerpaar aus „Heimgesucht“ (Gruselkabinett 83), wird von Colins Tante Marilyn gebeten, sich eines neuen Spuk-Falls anzunehmen. In dem ländlich gelegenen White-Horse-Hotel häufen sich Hinweise, dass es dort nicht recht geheuer ist. Für die neuen Besitzer, die ihr gesamtes Erspartes in die Renovierung des alten Landgasthofs gesteckt haben, ist dies eine Katastrophe. Sie ahnen noch nicht, dass das Problem, welches sie haben, viel größer ist als sie zunächst annahmen … (Verlagsinfo)
Nach dem blutigen und tragischen Ende einer Kindesentführung quittiert Detective Joe Lucchesi seinen Dienst bei der New Yorker Polizei und zieht mit Frau und Sohn an die Ostküste Irlands. Sie sind glücklich. Sie fühlen sich sicher. Und sie werden einen Albtraum erleben, der weit schlimmer ist als jener, den sie hinter sich gelassen haben. Denn Joe Lucchesi hat einen Feind, der alles daransetzt, die Familienidylle zu zerstören, und der von unbändigem Hass getrieben wird. Joe muss schon bald erkennen, dass ihn die schrecklichen Ereignisse in New York bis nach Irland verfolgen … (korrigierte Verlagsinfo)
_Die Autorin_
Alex Barclay wurde 1974 in Dublin geboren und arbeitete als Journalistin für britische Frauenmagazine. Ihren lang gehegten Wunsch, vor dem Erreichen des dreißigsten Lebensjahres einen Thriller zu schreiben, konnte sie mit dem Roman „Schattenturm“ (O-Titel: Darkhouse) verwirklichen. Alex Barclay ist verheiratet und lebt in der Nähe von Dublin.
_Der Sprecher_
Sascha Rotermund, geboren 1974 in Westfalen, studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hannover Schauspiel und hatte sein erstes festes Engagement am Theater Magdeburg. Auch auf den Bühnen in Bremen, Lübeck und Hannover gastierte er. Sascha Rotermund hat sich als Synchronsprecher bereits einen Namen gemacht.
Die Romanfassung wurde von Frank Gustavus gekürzt. Regie führte Kerstin Kaiser, und Michael Marianetti lieferte die „akustischen Motive“.
_Handlung_
PROLOG
New York City. Donald Ricks legt dem kleinen Mädchen Haley Grey, das er entführt hat, einen Gürtel mit einem Kästchen um. Dann begibt er sich zum Treffpunkt für die Übergabe des Lösegeldes. Elise Grey ist in verzweifelter Angst, ihre kleine Tochter nie wieder lebend sehen zu können. Deshalb hat sie sich an die New Yorker Polizei gewandt. Die Detectives Joe Luchesi, Danny Markey und Victor Nicotero helfen ihr und haben sie verdrahtet. Sie überwachen sie, während sie zum Übergabepunkt fährt.
Die Übergabe klappt, überwacht von Polizei und FBI, doch Ricks lässt die Kleine erst 50 Meter weiter frei. Die Kleine läuft sofort zu ihrer überglücklichen Mutter. Das gibt Joe Luchesi zu denken. Warum sollte alles so glatt laufen? Während das FBI Ricks verfolgt, erinnert er sich, dass Ricks in seinem Vorstrafenregister auch als Sprengstoffexperte bezeichnet wird. Vielleicht hat er die Verfolger bemerkt, und was würde er dann tun?
Das Kästchen an Haleys Gürtel explodiert und reißt sie und ihre Mutter in den Tod. Joe ist fassungslos. Er schneidet dem fliehenden Ricks den Weg ab und schießt, so dass Ricks zu Boden geht. In der Hand des blutenden Mannes bemerkt Joe eine Anstecknadel: Sie stellt einen Wüstenbussard dar. Seltsam.
Wenige Tage später erfährt Duke Rawlins aus der Zeitung, dass sein Blutsbruder Donnie Ricks erschossen worden ist. Duke sitzt jedoch im Knast und muss noch auf seine Rache warten.
|Haupthandlung.|
Ein Jahr später. Südostirland, Grafschaft Waterford, Ortschaft Mountcannon. Joe Luchesi hat nach dem grauenhaften Ende der Kindesentführung eine Auszeit genommen. Mit seiner irischen Frau Anna, die von hier stammt, und seinem 16-jährigen Sohn Sean ist er in einen renovierten Bauernhof namens Shaw’s Rock gezogen. Das Haus liegt nahe der Küste und der alte Leuchtturm, der zum Grundstück gehört, wird gerade von seiner Frau renoviert. Sie schreibt für die Architektur-„Vogue“ einen Bericht darüber.
Sein Sohn Sean liebt Katie Lawson, die ebenfalls sechzehn ist. Sie singt wunderschön, und kaum ging er hier zur Schule, verliebte er sich in Katie. Seine anderen Freunde sind die Dichterin Ally Dannaher und Robert Harrington. Sie haben eine Menge Spaß, doch irgendwann will Sean auch mit Katie schlafen. Die Gelegenheit bietet sich, als in der Feriensiedlung Seascapes, wo er als Aushilfe arbeitet, ein Häuschen frei wird. In dieser Nacht soll es passieren. Doch es kommt alles ganz anders, als es sich Sean erhofft hat …
Duke Rawlins trifft in Irland ein. Er mietet sich einen Van und fährt zunächst nach Tipperary. Irgendwie wird er schon herausbekommen, in welchem Ort Luchesi sich verkrochen hat. Er weiß von der New Yorker Polizei, dass er nach Irland gezogen ist. In der Raststätte bei Tipperary lernt Duke die hübsche Siobhan Fallon kennen. Sie folgt nach Dienstschluss in sein Motelzimmer …
Es ist 4:30 Uhr am Morgen, als Katie Lawson von ihrer Mutter als vermisst gemeldet wird. Obwohl schließlich sogar die Zentrale in Waterford hingezogen wird, verläuft die erste Suche ergebnislos. Sean ist erheblich besorgt um Katie, genau wie deren Mutter Martha. Joe erinnert diese Situation irgendwie an Elise Grey und deren kleine Tochter Haley. Soll sich der Albtraum wiederholen? Nachdem die Dorfpolizisten Frank Deegan und Richie Bates seine Hilfe – schließlich er ja Polizist gewesen – barsch zurückgewiesen haben, macht er sich auf eigene Faust auf die Suche. Sein Sohn Sean wird ihm immer verdächtiger – genau wie der Polizei und den Dorfbewohnern.
Da findet der Vater von Robert Harrington die entkleidete Leiche von Katie Lawson in einem Dickicht nahe der Küste. Sein Hund hat sie gerochen und ihn alarmiert. Sogar die Gerichtsmedizin aus Dublin untersucht die Leiche. Das Mädchen wurde nicht vergewaltigt, trug aber schwere Kopfwunden davon. Der trauernde Sean schließt sich in seinem Zimmer ein. Joes Familie scheint zu zerfallen, als Anna ihm eine Untreue beichtet und er sie beleidigt. Um sich abzulenken, geht er in die Kneipe. Dort gibt es einen Zwischenfall auf dem Parkplatz. Joes Kumpel findet ein seltsames Objekt auf dem Asphalt: eine Anstecknadel. Sie stellt einen Wüstenbussard dar. Das Gegenstück zu der Anstecknadel, die Donnie Ricks bei sich hatte, als Joe ihn erschoss.
Für Joe ist sofort klar, was dies bedeutet. Aber wie kann es sein, dass Duke Rawlins aus dem Knast entlassen wurde und nach Irland ausreisen durfte? Ist er bereits hier? Joe ruft in New York an und erhält beunruhigende Nachrichten, die diesen Verdacht bestätigen. Er lässt sich die Akte Haley Grey faxen, um mehr über seinen Gegner herauszufinden. Es handelt sich um einen Serienmörder, der in Texas mindestens neun Frauen auf dem Gewissen hat.
Da verschwindet Anna …
_Mein Eindruck_
Auf den ersten Blick könnte die Handlung dieses Copthrillers nicht konventioneller sein. Doch das wusste die Autorin ebenfalls, als sie ihn schrieb, und daher baute sie ein paar Überraschungen ein. Ohne nun zu viel von diesen Elementen verraten zu wollen, kann ich doch sagen, dass eine davon in dem Parallelplot zu dem oben skizzierten Handlungsverlauf steckt. Und sie hat mit den Wüstenbussarden zu tun.
In Nordtexas, wo Duke Rawlins und Donnie Ricks aufwachsen, sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht, und es gibt herzlich wenig, was das Leben aufregend machen könnte. Doch solch eine Attraktion hat Dukes Onkel Bill für ihn parat: die Falknerei. Bill hat den Wüstenbussard Solomon abgerichtet und lernt gerade Shiva an, dessen Partner. Denn Wüstenbussarde, die bis nach Chile verbreitet sind, jagen nicht wie ihre Vettern einzeln, sondern im Teamwork. Der eine hetzt die Beute, der Partner schlägt sie, und zwar genau dann, wenn sie sich schon in Sicherheit wähnt.
Das Leben der beiden Jungs ist bislang ziemlich mies verlaufen. Dukes Mutter ist eine Nutte, und einer ihrer Freier vergreift sich auch an ihrem Sohn. Warum es also nicht wie die Bussarde machen und sich das nehmen, was den beiden Jungs zusteht? Nachdem ihnen Onkel Bill die Anstecknadeln als Zeichen seines Stolzes geschenkt hat, schwören sie sich Blutsbrüderschaft und gehen auf die Jagd: Ihre Beute ist zweibeinig und stets jung und weiblich. Ihre Waffen sind der Bogen und das Messer.
Doch nach fast einem Dutzend Jahre der gemeinsamen Jagd läuft etwas schief, nachdem Duke die neunzehnjährige Samantha geheiratet hat. Und an diesem Punkt kann Joe Luchesi ansetzen. Denn Duke weiß noch nicht, was Donnie mit Sammie vereinbart hatte, sobald er das Lösegeld aus der Grey-Entführung hätte …
Diese Entwicklung einer Entführung habe ich bisher noch selten gelesen. Und dass der Schurke im Stück derart genau und ungeschminkt charakterisiert wird, ist in letzter Zeit in der Thrillerliteratur auch immer unüblicher geworden. Diesmal gelingt es der Autorin jedoch, nicht nur Verständnis für den Gegner zu erzeugen, sondern im Leser bzw. Hörer beinahe so etwas wie Sympathie für ihn zu wecken. Das aber erweist sich am Schluss als eine Falle, in die der gutgläubige Rezipient tappen wird. Denn er sollte immer daran denken, wie Wüstenbussarde zu jagen pflegen: im Team.
Aber auch Joe Luchesi ist nicht Superman. Nicht nur in seiner Familie unterlaufen ihm grobe psychologische Fehler. Auch in seiner Einschätzung der verfügbaren Polizeikräfte verhaut er sich gewaltig. Denn was er nicht ahnt, ist die Existenz eines Drogenrings, der mit der Polizei unter einer Decke steckt. Im Showdown soll ihm diese Fehleinschätzung zum Verhängnis werden. Die Information, die er von Victor Nicotero über den korrupten Sheriff in Nordtexas erhalten hat, hätte Joe eigentlich misstrauisch werden lassen sollen. Er hat es vor allem (aber nicht nur) der Tüchtigkeit des Chefinspektors von Waterford zu verdanken, wenn er und seine Familie lebend aus dieser Sache herauskommen.
Natürlich werden einige Klischees abgehakt. So ist der titelgebende Turm natürlich von Anfang an als die optimale Bühne für eine gewalttätige Konfrontation geeignet. Man kennt dies aus zahlreichen Kino- und Fernsehthrillern. Erhöhte Punkte waren auch für Hitchcock optimale Showdown-Settings, so etwa die Freiheitsstatue in „Sabotage“ und der Mount Rushmore in „Der unsichtbare Dritte“ (North by Northwest). Warum sollte ausgerechnet die Newcomerin Barclay eine Ausnahme machen?
Doch Klischees lassen sich auch gegen den Leser bzw. Hörer verwenden. So hoffen wir ständig, dass Sean wirklich unschuldig am Tod von Katie Lawson ist. Das muss aber keineswegs zutreffen. Vielleicht haben die Dorfbewohner, die die Luchesis zu schneiden anfangen, Recht? Was mag wohl wirklich in jenem Ferienbungalow Nr. 15 zwischen Sean und der süßen Sechzehnjährigen vorgefallen sein, fragen sie sich. Und sein Vater beginnt sich dies allmählich ebenfalls zu fragen, was natürlich für den Familiensegen nicht besonders zuträglich ist. Aber Hand aufs Herz – können wir Sean als Täter wirklich ausschließlich? Und was ist mit diesem zwielichtigen Polizisten Richie Bates? Joe Luchesis ist keineswegs so sicher, wie er glaubt.
Die Einzige, die schlecht wegkommt, ist die arme Anna. Sie ist die Gute im Stück, eine einmal untreu gewordene Maria Magdalena, die um ihre Ehe und ihren Sohn kämpft, dann aber überrumpelt wird. Nun muss sie um ihr eigenes Leben kämpfen. Ein äußerst undankbare, weil höchst passive Rolle, wie sich herausstellt. Aber vielleicht entwickelt auch sie ungeahnte Kräfte, mit deren Hilfe sie es gegen Duke Rawlins, den neunfachen Mörder, aufnehmen kann.
_Der Sprecher_
Sascha Rotermund ist kein Sprachkünstler wie Rufus Beck, aber er weiß seine Stimmbänder flexibel und einfühlsam einzusetzen. So gelingt es ihm glaubhaft, in einer stockenden, atemlose Ausdrucksweise das Entsetzen des alten Mick Harrington nach dem Fund von Katies Leiche auszudrücken. Natürlich gehören auch Betrunkene wie John Miller, Annas Ex-Lover, zu seinen leichtesten Übungen. Schwieriger ist da schon, Seans ständig verletzt werdende Seele (Tod der Freundin, Verachtung der Dörfler, Zerwürfnis der Eltern) zum Ausdruck zu bringen. Richtig in seinem Element scheint er jedoch zu sein, wenn er die beiden „Jäger“ Donnie und Duke porträtieren darf.
Aber Rotermund sollte seine Englischkenntnisse auffrischen. Er spricht die Wörter „Manor“ und „Mariner“ falsch aus, und Stinger’s Creek wird sicherlich nicht mit einem weichen dsch in der Mitte ausgesprochen, sondern wie im Deutschen mit ng. Immerhin: Der gälische Mädchenname Siobhan, mit dem auch Duke seine Probleme hat, ist völlig korrekt [schi’vå:n] ausgesprochen.
Die Musik, die aus Intro und Extro besteht, ist relativ belanglos.
_Unterm Strich_
Alles in allem wartet der zunächst konventionell beginnende Thriller aus irischen Landen doch mit einigen Überraschungen und einer ziemlich haarsträubenden Doppel-Täterbiografie auf. Das Finale ist wiederum wendungsreich, und es ist keineswegs ausgemacht, dass „die Guten“ die Oberhand behalten. Da aber der Schurke im Stück entkommt, können wir mit einer Fortsetzung rechnen. Ich freue mich schon darauf.
Das Hörbuch wird von Sascha Rotermund kompetent gestaltet, so dass die Figuren zum Leben erwachen. Die paar Aussprachefehler irischer und englischer Namen lassen sich verschmerzen, werden aber den Fachmann leicht nerven.
Allerdings ist festzustellen, dass der Handlungsverlauf deutlich auf Action und Dialog reduziert worden ist. Es gibt kaum jemals Stimmungsbeschreibungen. Daher ist das Hörbuch zwar durchweg spannend, es können aber auch unplausible Stellen auftreten. Das ist besonders dann möglich, wenn der Zuhörer nicht aufpasst oder Figuren verwechselt. Das Personal ist zwar auf ein Minimum reduziert, aber auch ich verwechselte schon mal die Polizisten. Man sollte entweder das Buch lesen oder das Hörbuch zweimal genießen.
|Originaltitel: Darkhouse, 2005
Aus dem Englischen übersetzt von Karin Meddekis
359 Minuten auf 5 CDs|
Ökologisches Karnickel-Epos in eigenwilliger Umsetzung
Das tapfere Kaninchen Hazel Rah führt mit seiner Sippe ein glückliches Leben – bis seinen Bruder Fiver eine düstere Vorahnung befällt: Bauland soll im Kaninchenland entstehen! Unter Hazels Führung machen sich die Mutigsten auf zu einer Wanderung voller Abenteuer mit Hunden, reißenden Flüssen, despotischen Karnickelgenerälen – mit Intrigen, Kampf, Flucht und Bewährung. Auch die bezaubernden Kaninchenfräuleins müssen erst listig erobert werden … (Verlagsinfo)
Der englische Schiffsarzt Lemuel Gulliver sticht 1699 in See. Er strandet zunächst bei den Liliputanern, auf einer zweiten Reisen bei den Riesen von Brobdingnag und schließlich auf der fliegenden Insel Laputa. Enttäuscht von den seltsamen Wesen, denen er begegnet ist, schließt er sich mit Begeisterung den vierbeinigen Bewohnern des Landes der Hoyhnhms an. Wieder zurück in der Heimat, fällt es ihm jahrelang nicht leicht, wieder mit den Yahoos zusammenzuleben …
Der [erste Teil 1818 war nur der Anfang, doch es wird der Tag kommen, an dem das Böse wieder erwacht, weiß Inspektor John Sinclair von Scotland Yard.
Zwei Jahre sind vergangen, seit er zum ersten Mal gegen die Mächte der Finsternis gekämpft hat. Inzwischen wird der Oberinspektor von einem schlagkräftigen Team im Kampf gegen die Dämonen und Vampire unterstützt. Doch was ihn nun erwartet, stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten.
Kalurac, ein Nachfahre des berüchtigten Grafen Dracula, kehrt zurück, um die Menschheit unter sein Joch zu zwingen. In dem rumänischen Dorf Petrija legt er die Vampirsaat aus und fordert die Aktivität der alten Widersacher heraus: der „Pfähler“. Auch John Sinclair versucht, die tödliche Gefahr aufzuhalten – ohne zu ahnen, dass sein Kampf in Rumänien aussichtslos ist, denn der „König der Vampire“ holt bereits in London zum entscheidenden Schlag aus. (abgewandelte Verlagsinformation)
Der Autor
Der unter dem Pseudonym „Jason Dark“ arbeitende deutsche Autor Helmut Rellergerd ist der Schöpfer des Geisterjägers John Sinclair. Am 13. Juli 1973 – also vor 32 Jahren – eröffnete der Roman „Die Nacht des Hexers“ die neue Romanheft-Gruselserie „Gespenster-Krimi“ aus dem Hause |Bastei|. Inzwischen sind über 1700 John-Sinclair-Romane erschienen, die Gesamtauflage der Serie beträgt laut Verlag über 250 Millionen Exemplare.
1999 veröffentlichte Oliver Döring das erste John-Sinclair-Hörbuch, und der Autor war davon begeistert: „Sprecher, Special Effects – wirklich Kino im Ohr“. Bis heute sind von den drei Dutzend Hörspielen rund 1,5 Millionen Stück über den Ladentisch gegangen, so dass sich 2002 Oliver Döring ermutigt fühlte, eine Sonder-Edition zu produzieren. Sie trägt den Titel [„Der Anfang“. 1818 Nach Verlagsangaben war dies das erste Hörspiel, das es jemals in die Top 100 der deutschen Media-Control-Longplayer-Charts geschafft hat: „bis Platz 36“, sagt Döring.
Die vorliegende Sonder-Edition 2 mit dem Titel „Der Pfähler“ hat mit 40 Schauspielern und Synchronsprechern noch mehr hochkarätige Stimmen vorzuweisen als die SE 1: sozusagen 90 Minuten Kino-Feeling. Der Soundtrack wurde eigens dafür komponiert und vom Berliner Filmorchester eingespielt, tönt die Presseerklärung.
Die Handlung stammt aus mehreren Romanheften („Der Pfähler“, „Dracula gibt sich die Ehre“, „Die Vampirfalle“), die „zum Teil abgeändert, gekürzt und an anderen Stellen durch neue Szenen ergänzt“ wurden, verrät Rellergerd. Neue Elemente wie etwa Handys wurden eingefügt, und einmal musste der Autor ein Detail von Dörings Drehbuch korrigieren. In England fährt man links ran, nicht rechts, denn es herrscht ja Linksverkehr.
Übrigens nahm der Autor selbst aktiv an dem Hörspiel und spricht die kleine Rolle des 42-AKA: „dreieinhalb bis vier Sätze“: „Sie haben mich zwar keine Nerven gekostet, aber ich war doch ziemlich aus der Fassung, dass man so viel einsetzen muss, um diese paar Worte zu sprechen“, sagt der Mann, der sich Jason Dark nennt.
Die Sprecher / Die Inszenierung
Wie schon erwähnt, ist bei dieser Produktion die crème de la crème der deutschen Synchronsprecher versammelt. Ich kann hier nur die Hauptfiguren und bekanntesten Sprecher erwähnen, da 40 Einträge einfach den Rahmen dieses Beitrags sprengen würden.
Erzähler: Joachim Kerzel, dt. Stimme von Jack Nicholson u.v.a.
John Sinclair, Scotland Yard: Frank Glaubrecht, dt. Stimme von Pierce Brosnan
Jane Collins, Scotland Yard: Franziska Pigulla, dt. Stimme von Gillian „Scully“ Anderson
Bill Connolly, Journalist: Detlef Bierstedt, dt. Stimme von George Clooney und Jonathan Frakes (Star Trek TNG)
Sheila Hopkins, seine Verlobte und von Kalurac ausersehene Vampirbraut: Daniela Hoffmann , dt. Stimme von Julia Roberts und „Ally McBeal“
Graf Kalurac: Thomas Fritsch, dt. Stimme von William Hurt u.a.
Frantisek Marek, der Pfähler: Joachim Höppner, die dt. Stimme von Ian „Gandalf“ McKellen
Dominik de Louise: Mogens von Gadow, dt. Stimme von Joe Pesci und Ian Holm
Harold Farmer, sein Assistent: Charles Rettinghaus, dt. Stimme von Jamie Foxx und LeVar Burton (Star Trek TNG)
Philip Russel, Staatssekretär: Hans-Werner Bussinger, dt. Stimme von John de Lancie („Q“ aus Star Trek)
Flugcontroller Peter: Arne Elsholz, dt. Stimme von Tom Hanks und Bill Murray
Jack Rambaldi: Martin Semmelrogge, dt. Stimme von Bösewicht „Randall“ in „Monster AG“
Außerdem ist noch die deutsche Stimme von John Cleese zu hören, der in den neueren Bond-Filmen die Rolle des Erfinders Q spielt und auch in diesem Hörspiel die Rolle des Entwicklers von Spezialwaffen ausfüllt, diesmal allerdings gegen Vampire.
Und noch viele andere bekannte Hollywood-Stimmen.
Die Macher:
Buch und Regie: Oliver Döring
Regieassistenz: Patrick Simon
Hörspielmusik: Christian Hagitte, Simon Bertling, Florian Göbels
Tontechnik: Arne Denneler
Schnittassistenz: Jennifer Kessler
Produktion: Alex Stelkens (WortArt), Marc Sieper, Patrick Simon
Original Paintings (auch im Booklet): Vicente Ballestar (Cover), John Bolton, M. Harrison
Jack und Carl brechen in die Wohnung von Vera Menössy ein, um sie auszurauben. Die beiden Londoner Ganoven suchen Geld, und als sie nur lumpige 30 Pfund erbeuten, werden sie wütend. Jack, der Drahtzieher, droht, Vera zu töten, doch er hat den Schatten nicht gesehen, der ihnen durch Soho hierher gefolgt ist. John Sinclair greift im letzten Moment ein und setzt die beiden Verbrecher außer Gefecht. Leider hat Jack Vera verletzt, und mit ihrem letzten Atem bittet sie Sinclair, aus einer Schublade eine Schatulle zu holen. Darin liegt ein silbernes Kreuz. „Dies ist das Kreuz des Propheten Hesekiel. Du bist sein rechtmäßiger Hüter und Erbe, denn du bist der Sohn von …“, doch da verlassen sie die Kräfte.
Ein Vierteljahrhundert später wird das Kreuz, das dem Geisterjäger stets als Schutz gedient hat, in einer ganz anderen Weltgegend erkannt als das, was es ist: als eine mächtige Waffe gegen Dämonen und Vampire. Gerade rechtzeitig.
HAUPTHANDLUNG
Sonntag, Petrija, (Transsylvanien), Rumänien. Der alte Schmied Frantisek Marek ignoriert die Warnungen seiner Frau und geht trotz der Gefahr auf den Berg, wo das düstere Schloss steht. Er hat einen Pfahl dabei, denn er ist der letzte Angehörige einer Familie, die sich die „Pfähler“ nennt, weil sie es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Vampire und Untoten auszurotten.
Frantisek hat Glück. Petroc Jurc, ein junger Mann aus seinem Dorf, geht um Mitternacht zum Schloss des Grafen. Petroc ist agiler als der alte Frantisek und schlägt ihn nieder. Wenig später hört der Pfähler aus dem Schloss einen langen Schrei … Eine riesige Fledermaus erscheint auf den Zinnen und fliegt hinunter zum Dorf. Während Frantisek die Schlossgruft betritt, besucht der Vampir Graf Kalurac, der sich der Gestalt einer Fledermaus und anderer Formen bedient, das Haus der Varescus. Nachdem er Boris beseitigt hat, macht er sich mit seinen langen Fangzähnen über Jovanka her …
Unterdessen in London
Mitten auf dem zentralen Leicester Square ereilt eine schreckliche Vision den Geisterjäger: Menschen werden von Vampiren und anderen Untoten zerfleischt. Wie konnte es dazu kommen? Kann er es verhindern? Die Stimme eines Engels schickt ihn nach Petrija. Er erwacht aus seiner Trance mit einem brennenden Gefühl auf der Brust: Hesekiels Kreuz ist heiß.
Er ruft seinen Freund, den Journalisten Bill Connolly, an, der gerade mit seiner Verlobten Sheila Hopkins im Bett liegt. Bill sagt Sheila, er gehe mal kurz Zigaretten holen und verschwindet. In der Redaktion findet er heraus, dass es in Petrija einen Grafen Kalurac gebe, der ein Verwandter Draculas sei. Aber dort lebe auch die Familie Marek, die Dracula besiegte – und zwar mit dem Kreuz Hesekiels. Wie gelangte das Kreuz von dort in Vera Menössys und Sinclairs Hände? Die Mareks sind telefonisch nicht zu erreichen. Sinclair will hinfliegen und ringt seinem Chef, Sir James, die Erlaubnis dafür ab.
Wien
Graf Kalurac macht sich in Gestalt einer Fledermaus, die als UFO auf dem Radar erscheint, auf den Weg nach Wien, wo er die im Untergrund lebenden Untoten der Familie Cerpac aktiviert. Er schildert ihnen ihre Zukunft in den schillerndsten Farben. Er werde die Militärs aufeinander hetzen, sich Zugang zu ihren Nuklearwaffen verschaffen, den Atomkrieg entfesseln und während des folgenden nuklearen Winters die Herrschaft der Vampire über die Menschen errichten. Ein exzellenter Plan, loben die Cerpac-Kreaturen, besonders Rebecca, die Kalurac als seine Sklavin ausersehen hat. Doch wird der Plan auch gelingen? Keine Angst, beruhigt Kalurac. Nächste Station ist London, denn Großbritannien ist bekanntlich eine Nuklearmacht. Noch zwei Tage, dann kann er losschlagen.
Rumänien
Unterdessen ist Frantisek Marek in der Gruft auf den verwandelten Petroc Jurc gestoßen. Ihm bleibt bei dem folgenden wütenden Kampf nichts anderes übrig, als Petroc den Pfahl in die untote Brust zu stoßen. Doch daheim in seinem Dorf erwartet ihn eine Überraschung. Kalurac war hier und hat die Familie Varescu bis auf einen Überlebenden ausgelöscht. Corucz sagt ihm, die Leichen seien oben im Schlafraum, doch als Frantisek hinaufsteigt, um die Todesursache herauszufinden, tappt er in eine fiese Falle. Nun fällt Jovanka über ihn her. Sie hat großen Durst. Nach seinem Blut.
Ob John Sinclair wohl noch rechtzeitig eintrifft?
Mein Eindruck
Ich dachte, das Vampir-Genre sei mittlerweile durch die Romane von Laurell K. Hamilton, Kim Newman und Poppy Z. Brite weiterentwickelt worden. Doch dieses Hörspiel hält sich an die alten Wurzeln um Dracula und seine Verwandten. Wer also auch nur einmal im Leben „Tanz der Vampire“ und „Bram Stoker’s Dracula“ oder die alten Christopher-Lee-Filme gesehen hat, wird sich sofort zurechtfinden.
Untot sein macht Spaß
Wieder einmal machen sich die alteingesessenen Vampire unter Einsatz ihrer patentierten Bio-Engineering-Methode daran, die Weltherrschaft zu ergreifen. Natürlich pflastern Leichen ihren Weg aus dem trüben Transsylvanien in die noch trübere Themse-Metropole, doch die Leichen werden alsbald wieder lebendig. Die Untoten haben einfach mehr Spaß am Leben, wie Dom De Louise, seines Zeichens britischer „Wirtschaftssekretär“ (vielleicht ist damit ein Minister gemeint), mit hohem Lustgewinn erkennt.
Gerade hat ihn eine schöne Vampirin ausgesaugt und schwupps! – steht er wieder auf. Mit mächtigem Appetit auf den roten Lebenssaft. Da die Vampirin dank ihres Bio-Engineerings herzlich wenig davon in sich hat, muss er sich ein neues Opfer suchen: Harold Farmer. Denn wozu ist ein Assistent sonst gut, wenn man ihn nicht ausbeuten bzw. aussaugen darf? Und die Kette des Bio-Engineerings ließe sich endlos fortsetzen, wenn, ja, wenn es nicht diese dumme Gegner gäbe, die offenbar schwere, politisch völlig unkorrekte Vorurteile gegen Vampire und Untote hegen. Man sollte eine Vampirpartei gründen. Allerdings ist die Bio-Engineering-Methode der Vampire alles andere als demokratisch, sondern überaus hierarchisch organisiert. Und der Obermotz ist immer ein Macker. Seltsam, dass die Lady-Vampire das völlig in Ordnung finden. Jedenfalls tun sie, was man ihnen sagt.
„Der Pfähler“ ist also in weiten Teilen konservativer und traditionsverhafteter als die erste Sonderedition mit dem Titel „Der Anfang“. Wahrscheinlicher dürfte ihr daher ein noch größerer Erfolg beschieden sein, denn erfahrungsgemäß mögen es Genre-Konsumenten – Leser, Videogucker, Spieler – nicht besonders, wenn man die bewährten Klischees und Regeln auf den Kopf stellt oder gar unterminiert.
Die Gegenseite versteht keinen Spaß
Dem Angriff der Vampire Kaluracs steht eine erhebliche Aufrüstung des Gegners gegenüber. Der Pfahl Mareks – vermutlich ein geweihter Pflock – entspricht waffentechnisch gesehen dem Faustkeil des Neanderthalers. Wie schön deshalb, dass Scotland Yard über eine supergeheime Abteilung für die Entwicklung von Spezialwaffen gegen Vampire und andere unheilige Geschöpfe verfügt! In den James-Bond-Laboren herrscht Agent Q (gespielt von Ex-Monty-Python John Cleese) über die neuesten Gadgets und händigt James regelmäßig eine unheimlich komplizierte aussehende Fernsteuerung aus. In „Der Pfähler“ hören wir die deutsche Stimme von John Cleese – da werden sich die Bond-Fans aber freuen!
Qs Gegenstück Dr. Dan präsentiert Waffen, die einem Kreuzzügler alle Ehre machen würden, zöge er ins Heilige Land, um die Monster und Ungläubigen zu vertreiben. Weihwasser ist ein unverzichtbarer Bestandteil der geheimen Superwaffen und natürlich Silber. Viel Silber: in Kugeln und Pfeilen (vermutlich nicht in Faustkeilen). Und Eichenpflöcke im „Pfähler-MG“. Oder so.
Als die wichtigste Superwaffe erweist sich jedoch ironischerweise nicht eines der neuen Gadgets, sondern das uralte Kreuz Hesekiels. Frei nach dem Motto „Alles Gute kommt von oben“, lassen sich damit, so erzählt Marek, die vier Erzengel herbeirufen und aktivieren. Na, und wo der Feldherr Gottes, Michael, zuschlägt, da wächst kein Gras mehr. Was doch zu einem sehr actionreichen und befriedigenden Finale führt.
Humor
Die Macher haben ihr Werk zum Glück nicht hundertprozentig ernst genommen, sonst wäre es unerträglich geworden. Abgesehen von den „Outtakes“ (siehe unten: „Soundtrack“), die sehr lustig sind, gibt es einige Stellen im Text, an denen die Vertreter des Guten schon ein wenig ins Schwimmen geraten. Da gibt es beispielsweise die Stelle, als John Sinclairs Kollege, der Chinese Suko, das zeitweilige Hauptquartier des „Königs der Vampire“ betritt. Er erwartet, nur etwa ein halbes Dutzend Widersacher vorzufinden. Allerdings ist die Halle mit mehreren hundert Vampiren angefüllt: „Oh, Scheiße“, fällt ihm dazu nur ein. Die Agenten haben es nicht leicht.
Ein „Ministerium für kooperative Zusammenarbeit“ hätten wir in Deutschland sicher auch gerne, denn dann würde die Kollaboration zwischen den Bürgern und der Regierung sicher wie geschmiert laufen.
Die Sprecher
Die Macher dieser Hörspiele suchen ihren Vorteil im zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb der Hörbuchproduktionen offensichtlich darin, dass sie dem Zuhörer nicht nur spannende Gruselunterhaltung bieten, sondern ihm dabei auch noch das Gefühl geben, in einem Film voller Hollywoodstars zu sitzen. Allerdings darf sich niemand auf vergangenen Lorbeeren ausruhen: bloßes Namedropping zieht nicht, und So-tun-als-ob ebenfalls nicht.
Die Sprecher, die vom Starruhm der synchronisierten Vorbilder zehren, müssen selbst ebenfalls ihre erworbenen Sprechfähigkeiten in die Waagschale werfen. Zum Glück machen sie dies in hervorragender und glaubwürdiger Weise. Statt gewisse Anfänger zu engagieren, die mangels Erfahrung bei den zahlreichen emotionalen Szenen unter- oder übertreiben könnten, beruht der Erfolg dieser Hörspielreihe ganz wesentlich darauf, dass hier zumeist langjährige Profis mit schlafwandlerischer Sicherheit ihre Sätze vorzutragen wissen.
Durch die beigefügten Outtakes wissen wir allerdings ganz genau, welche Pannen ihnen dabei unterlaufen sind. Feststeht aber, dass in der Endfassung keine Pannen oder Fehler zu hören sind. Ich kann keinen der Sprecher herausstreichen, denn im Grunde machen alle hervorragende Arbeit. Nur Franziska Pigulla tut ein klein wenig mehr: Sie sagt nicht nur ihre Sätze auf, sondern fügt noch Ächzen und Keuchen hinzu, denn ihre Rolle, Jane Collins, muss einen Sprint zum Londoner Hilton Hotel hinlegen, um Dom De Louise – noch so ein Insiderwitz – rechtzeitig das Handwerk zu legen.
Musik und Geräusche
Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem realistischen Spielfilm erwarten würde. Die Musik gibt ziemlich genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und leitet in den kurzen Pausen bzw. Übergängen gleich zur nächsten Szene über. Die Musik ist von einem Orchester eingespielt, und so entsteht der Eindruck, die Begleitmusik zu einem alten Hollywood- oder British Horror Film zu hören.
Der Soundtrack als Bonus
Insgesamt handelt es sich um 20 Tracks unterschiedlicher Länge. Von den alten Dracula-Filmen kennt man die klassische Instrumentierung: unheimlich klingende Streich- und Holzblasinstrumente. Solche Stücke gibt es hier mehrere zu hören, und sie gehören zu den schönsten in dieser Sammlung.
Aber sie treffen nicht den modernen Geschmack der MTV-Generation. Das tun schon eher die rockigen Kompositionen von Florian Göbels und anderen Komponisten. (Alle Urheber sind angegeben.) Das rockigste Stück erklingt in Heavy-Metal-Instrumentierung und mit entsprechendem Gesang.
Als Bonus gibt es den Trailer zu „Der Pfähler“: Joachim Kerzel liest die dramatischsten Stellen der Handlung vor, die entsprechenden Actionszenen werden eingeblendet.
Die „Outtakes“ …
… stammen aus den John-Sinclair-Hörspielen, den Gespenster-Krimis und der SE2 „Der Pfähler“. Die meisten Beispiele für klassische Fehlleistungen der Sprecher sind einfach zum Totlachen, ganz besonders die Stelle, an der Frank Glaubrecht etwa fünfmal vergeblich versucht, einen verschachtelten Satz richtig hinzukriegen. Am Schluss der Outtakes-Sammlung geht alles in Geblubber und Gegurgel unter – auch eine Art Humor. Man muss den Job offenbar mit Selbstironie angehen und keineswegs verbissen. Wenn eine Stelle nicht klappt, denn wird sie eben umgeschrieben.
Unterm Strich
Hier schlagen Sammlerherzen höher. Endlich gibt es wieder ein herausragendes Hörspiel mit ihrem Lieblings-Helden, und das obendrein in Hollywoodfilmqualität. Die Dramaturgie ist straff und konsequent auf ein Finale hin ausgerichtet. Dabei werden die Etappen dorthin mit dramatischen Genreszenen gespickt, so dass an keiner Stelle Langeweile aufkommt.
Natürlich sind solche Genretexte nicht frei von Fehlern. Wer hätte schon einmal in Rumänien tschechische Namen wie Frantisek Marek gehört? Oder von einem britischen „Ministerium für kooperative Zusammenarbeit“ (als ob es eine andere Form der Zusammenarbeit gäbe)?
Zu einer richtig runden Sache wird das Hörspiel aber nicht durch den Text, sondern durch die stets passende Musik und die ausgezeichneten Sprecher. Sie konnten sich wahrscheinlich an mancher Stelle das Lachen kaum verbeißen, so hammerhart klingen manche Sätze („Nimm das, du Monster!“), würde man sie aus dem Kontext reißen. Aber die Lacher sind für die Outtakes reserviert.
90 Minuten + 30 Min. Soundtrack auf 2 CDs
Empfohlen ab 16 Jahren
ISBN-13: 978-3785730195
Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: (No Ratings Yet)
_|Geisterjäger John Sinclair| auf |Buchwurm.info|:_
[„Der Anfang“ 1818 (Die Nacht des Hexers: SE01)
[„Der Pfähler“ 2019 (SE02)
[„John Sinclair – Die Comedy“ 3564
[„Im Nachtclub der Vampire“ 2078 (Folge 1)
[„Die Totenkopf-Insel“ 2048 (Folge 2)
[„Achterbahn ins Jenseits“ 2155 (Folge 3)
[„Damona, Dienerin des Satans“ 2460 (Folge 4)
[„Der Mörder mit dem Januskopf“ 2471 (Folge 5)
[„Schach mit dem Dämon“ 2534 (Folge 6)
[„Die Eisvampire“ 2108 (Folge 33)
[„Mr. Mondos Monster“ 2154 (Folge 34, Teil 1)
[„Königin der Wölfe“ 2953 (Folge 35, Teil 2)
[„Der Todesnebel“ 2858 (Folge 36)
[„Dr. Tods Horror-Insel“ 4000 (Folge 37)
[„Im Land des Vampirs“ 4021 (Folge 38)
[„Schreie in der Horror-Gruft“ 4435 (Folge 39)
[„Mein Todesurteil“ 4455 (Folge 40)
[„Die Schöne aus dem Totenreich“ 4516 (Folge 41)
[„Blutiger Halloween“ 4478 (Folge 42)
[„Ich flog in die Todeswolke“ 5008 (Folge 43)
[„Das Elixier des Teufels“ 5092 (Folge 44)
[„Die Teufelsuhr“ 5187 (Folge 45)
[„Myxins Entführung“ 5234 (Folge 46)
[„Die Rückkehr des schwarzen Tods“ 3473 (Buch)
Anne Clark wurde am 14. Mai 1960 in Croydon, südlich von London, geboren. Ihre Mutter war Irin, ihr Vater Schotte und das Elternhaus streng katholisch. Die rebellische Anne musste die Schule bereits mit 16 Jahren verlassen und wurde trotz ihres Bedürfnisses nach künstlerischem Ausdruck und ihrer Liebe zu Musik und Büchern von den Eltern zu einem Job gezwungen.
Sie arbeitete als Pflegeassistentin in einem psychiatrischen Krankenhaus, gefolgt von einer Arbeit bei Bonaparte Records, einem damaligen lokalen Plattenladen und -label in der aufkeimenden Punk- und Independentszene. In der Punkszene der ersten Stunde fand Anne mit Bands wie den SEX PISTOLS Stimmen, die ihre eigene Wut hinausschrien. Die Explosion des Punkrock führte aber auch zu einem neuen Umgang mit Musik, Kunst und der Gesellschaft als solcher.
Zu dieser Zeit war alles möglich, auch dass Anne die Leitung des „Warehouse Theater“ übernahm, einem heruntergekommenen Theater in der Nähe des Plattenladens. Gegen anfänglichen Widerstand der Theaterleitung, die wohl lieber Independent- und Performancestücke dort aufgeführt gesehen hätten, arrangierte Anne dort für fast zwei Jahre Konzerte von Szenegrößen wie Paul Weller, Linton Kwesi-Jhonson, French & Saunders, The Durutti Column, Ben Watt und anderen.