Archiv der Kategorie: Kinder- und Jugendliteratur

Luhn, Usch – Nele und die neue Klasse (Nele 1)

_|Nele|:_

Band 1: _“Nele und die neue Klasse“_
Band 2: „Nele auf dem Ponyhof“
Band 3: „Nele und die Geburtstagsparty“
Band 4: „Nele und die wilde Bande“
Band 5: „Nele geht auf Klassenfahrt“
Band 6: „Nele und der indische Prinz“

Obwohl Nele sich in ihrem neuen Zuhause auf Burg Kuckuckstein pudelwohl fühlt, hat sie doch ein bisschen Bammel vor dem ersten Tag in der neuen Klasse. Dann aber lernt sie die fröhliche Quasselstrippe Tanne kennen, und weiß, dass sie eine tolle neue Freundin gefunden hat. Kann da der erste Schultag wirklich so schlimm werden? Ja, sogar noch schlimmer: Bereits vor der ersten Stunde gerät sie in Streit mit der fiesen Josefine und plötzlich passieren Nele lauter schreckliche Missgeschicke … (Verlagsinfo)

_Kritik_

Die Autorin Usch Luhn hat mit Nele einen ansprechenden Charakter geschaffen, der die Zielgruppe der sieben bis zehn Jahre alten Mädchen anspricht.

Mit einem leicht zu lesenden Erzählstil, der durch prägnante Sätze auch für Leseanfänger leicht nachvollziehbar ist, wird der Zielgruppe Rechnung getragen. Geeignet ist „Nele“ daher schon für Erstleser ab der zweiten Klasse, wird aber auch von etwas älteren Mädchen noch angenommen. Viele Aspekte, die für jüngere Mädchen nachvollziehbar sind, wie beispielsweise ein nerviger Bruder und eine enge Mädchenfreundschaft werden durch das Leben in einer echten Burg und den verrückten Papagei „Plemplem“ aufgefrischt. Aber nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen machen Neles Leben aus, sie muss auch Neid auf ihr Talent beim Sport und Streiche ihrer Mitschüler ertragen.
Auf detaillierte Beschreibungen der Figuren wird verzichtet, dies ist allerdings auch nicht nötig, da diese direkt auf dem Umschlaginnenseiten vorgestellt werden. Schöne Zeichnungen zeigen die Darsteller und diese werden hier kurz vorgestellt. Auch Umgebung und die Burg, auf der es spuken soll, werden durch Illustrationen von Franziska Harvey bildlich gemacht. Der Text bezieht sich somit ausschließlich auf die altersgerechte Handlung. Ansprechende Dialoge und ein schlichter Sprachstil fördern so schon das erste selbstständige Lesen.

Aus der Perspektive eines Erzählers werden die Abenteuer von Nele und ihren Freunden erzählt. Dabei konzentriert sich Usch Luhn auf Nele und ihre Sicht der Dinge.

Fröhlich frech und optimistisch kommt die liebenswerte Darstellerin daher. Junge Mädchen können sich spielend mit der ansprechenden Figur identifizieren. So ist ein Charakter geschaffen worden, der die Zielgruppe durch einen wichtigen Lebensabschnitt begleiten kann. Auch Neles Familie und Freunde sind authentisch und ansprechend konzipiert. Für den nötigen Witz sorgt der Papagei „Plemplem“, der die Familie auf Trab hält.

Die Aufmachung des Buchs ist altersgemäß. Auf dem Cover sind die Hauptdarsteller abgebildet und der Titel durch eine niedliche Schreibweise, die durch freche rote Punkte unterstrichen wird, fällt der Titel ins Auge. Nicht nur auf den Umschlaginnenseiten befinden sich die Illustrationen von Franziska Harvey, auch der Text wird immer wieder von diesen aufgelockert. Interessant sind die langen Kapitelüberschriften, die einen Teil des Kommenden vorwegnehmen, dabei aber die Neugier schüren.

_Autorin_

Usch Luhn kommt aus der Steiermark und lebt abwechselnd in Berlin und am Wattenmeer in Ostfriesland. Sie ist Kommunikationswissenschaftlerin, unterrichtet an einer Filmschule und schreibt eigene Filmdrehbücher sowie Kinder- und Jugendbücher.

_Das meint die Zielgruppe_

Mir hat das Buch „Nele und die neue Klasse“ sehr gut gefallen. Nele ist lustig, sportlich und gibt nicht auf, das gefällt mir. In kurzer Zeit hatte ich das Buch durchgelesen und möchte unbedingt mehr von Nele, der Burg, Tanne und dem Gespenst Graf Kuckuck lesen. Am Ende wird sogar noch gezeigt, wie man tolle Freundschaftsbänder macht. Wer gerne lustige und spannende Bücher liest, dem würde ich dieses Buch empfehlen. |(Cèline, 10 Jahre)|

|Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
ISBN-13: 978-3570139516
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 – 10 Jahre|
[www.randomhouse.de/cbjugendbuch]http://www.randomhouse.de/cbjugendbuch

Young, Moira – Entführung, Die (Dustlands 1)

_|Dustlands|:_

Band 1: _“Die Entführung“_
Band 2: „Rebel Heart“ (2012, noch ohne dt. Titel)

_Durch die Wüste und über die Berge:_ In einer Welt nach unserer Zeit kämpft eine junge Frau um die Befreiung ihres Zwillingsbruders – und für die Freiheit eines ganzen Landes.

Die 18-jährige Saba lebt sehr abgeschieden mit ihrem Vater, ihrem Zwillingsbruder Lugh und ihrer kleinen Schwester Emmi in einer extrem kargen Einöde am Silverlake – bis eines Tages vier bewaffnete Reiter auftauchen, um den Bruder zu entführen. Saba schwört, Lugh zu finden und zu befreien. Dazu muss sie ihr Zuhause verlassen, eine Wüste durchqueren und viele Gefahren überstehen. Sie wird gefangen genommen und verwundet. Auf ihrem abenteuerlichen Weg lernt sie die Welt jenseits des Silverlake kennen: Ein wüstes Land, in dem es keine Zivilisation mehr gibt, keine Bücher mehr, keine normalen Verkehrsmittel. Es wird von einem verrückten König und seinen Soldaten beherrscht, die die Bevölkerung mit einer Droge in Schach halten. In Hopetown muss Saba in der Arena kämpfen, aber sie trifft dort auch auf einen Mann, der sie liebt, und eine Truppe von Rebellinnen, die sie unterstützen. Doch kann sie ihnen wirklich trauen? (Verlagsinfo)

_Kritik_

Dystopien erobern den Buchmarkt im Sturm, so auch |Dustlands| von Moira Young. Im ersten Band „Die Entführung“ lernen wir Leser eine neue Welt und ihre Bewohner kennen.

Rau ist der Erzählstil der Autorin zu nennen. Unverblümt und direkt werden wir Leser direkt von Saba angesprochen, die uns ihre Geschichte aus der eigenen Perspektive erzählt. Die Autorin hat ihrer Protagonisten eine Sprache gegeben, die perfekt zu Saba passt und uns Lesern schnell begreiflich macht, wie Saba ist. Auffällig ist das Fehlen der finalen Konsonanten, „ich renne“ wird so zu „ich renn“, „ich trete“ zu „ich tret“ usw., dies unterstreicht zwar Sabas Natur vortrefflich aber manches Mal nervt es beim Lesen auch etwas. Als wirklich störend kann dagegen empfunden werden, dass Anführungszeichen bei den Dialogen komplett weggelassen wurden. So kann es vorkommen, dass ein Dialog gelesen wird, aber nicht oder erst spät als solcher erkannt wird. So verwirrt es schnell und immer mal wieder muss beim Lesen noch mal ein Abschnitt zurückgegangen werden, um das Geschriebene richtig zu interpretieren. Während Saba uns von ihrer Geschichte erzählt, lässt sie vor unseren Augen eine Welt entstehen, trotz ihrer rauen Sprache vermag sie es, eine Welt mit ihren Worten zu zeichnen, die die Leser sich bildlich vorstellen können. Diese Welt beeindruckt, grüne Wälder, die oasengleich brachliegendes Land und Wüsten ablösen, eine zweifelhafte Stadt und vieles mehr darf der Leser hier entdecken.

Der postapokalyptische Plot bietet, neben der Suche nach dem entführten Lugh, jede Menge emotionsgeladene Action, Charaktere, die sich glaubwürdig weiterentwickeln und auch so manche Überraschung. Natürlich darf die Liebe auch nicht fehlen und so trifft Saba auf Jack, den sie allerdings anfangs eher als Hindernis in ihrem Vorhaben sieht. Fragen, die sich innerhalb der Handlung auftun werden, zum Ende hin geklärt und so kann „Dustlands“, obwohl als Reihe angelegt, gerne auch als einzelner Titel gelesen werden. Leser, die sich allerdings von der ungewöhnlichen Schreibweise und der Geschichte in den Bann ziehen lassen, werden den zweiten Teil um Saba und ihre Familie kaum erwarten können.

Selbstverständlich ist „Dustlands – Die Entführung“ spannend, so spannend, dass die Leser das Buch kaum aus der Hand legen können. Schon auf den ersten Seiten wird ein Spannungsbogen aufgebaut, der sich bis zur letzten Seite fast nur nach oben hin entwickelt. Der schnelle, oftmals abgehackte Sprechstil unterstreich die Spannung und so fliegt der Leser durch die Seiten intensiver, fast spürbarer Emotionen.

Auch die Charakterbildung ist gelungen. Saba, keinesfalls durchgehend sympathisch, besticht durch eine authentische Entwicklung. In ihrem Fokus liegt ihr Zwillingsbruder Lugh, für den Saba alles tun und riskieren würde. Dagegen hegt sie fast nur negative Gefühle ihrer kleinen Schwester Emmi gegenüber. Saba macht Emmi dafür verantwortlich, dass ihre Mutter bei der Geburt starb und behandelt Emmi erst einmal dementsprechend schlecht. Mit nur einem Ziel vor Augen, verpasst Saba so manches Mal fast, dass es außerdem noch anderes gibt, das ebenfalls von Bedeutung ist. Durch das harte Leben, das Saba kennt, ist sie dementsprechend hart und der Meinung, dass nur Lugh wichtig für ihre Existenz ist. Aber Saba entwickelt sich zum Positiven. Auch wenn es lediglich ihr großes Ziel ist, Lugh zu retten, wird doch klar, dass sie ein Gewissen hat und in der Lage ist, ihren Fokus zu erweitern. Mit Ecken und Kanten ist Saba eine sehr glaubwürdige Darstellerin.

Eine besondere Darstellerin ist Emmi, trotzdem sie eine Nebenfigur ist, bleibt Emmi nachhaltig in Erinnerung. Trotz ihres kindlichen Alters von gerade mal neun Jahren beweist sie eine Stärke und ein Durchhaltevermögen, das vergleichbar ist mit dem ihrer Schwester Saba. Trotz des lieblosen Verhaltens ihrer Schwester begibt Emmi sich in Gefahren, um Saba zu beweisen, dass sie ihrer Liebe wert ist.

Sehr schwach und blass ist Lugh gezeichnet, Saba lobt ihn zwar in unendliche und unerreichbare Höhen, aber ist er auch wirklich dieser „Gott“, für den Saba ihn hält? Leider wird diese Frage nicht geklärt.

Sonst ist bei den Figuren nichts zu meckern, ob nun Neben- oder Randfigur, alle sind ausreichend beschrieben und hinterlassen zumeist einen positiven Eindruck. Selbst die zwielichtigen Gegenspieler Sabas, wenn auch nur am Rande vorkommend, sind nachvollziehbar.

Die Aufmachung von „Dustlands“ ist wirklich passend. Zu sehen ist ein Mädchen, das durch eine Wüste läuft. Diese Stimmung wurde sehr gut umgesetzt. Besonders toll ist: Nimmt der Leser den Schutzumschlag ab, sieht er dasselbe, lediglich die Prägung fehlt.

_Autorin_

Moira Young, geboren und aufgewachsen in British Columbia im Westen Kanadas, trat als Schauspielerin und Opernsängerin in Kanada und Europa auf. Heute lebt und arbeitet sie als freie Autorin in Bath, England. „Dustlands – Die Entführung“ ist ihr erster Roman.

_Fazit_

Als ich den Klappentext zu Dustlands – „Die Entführung“ gelesen habe, dachte ich erst: „Oh nein – eine Hommage auf die |Tribute von Panem|“. Die Erwähnung auf eine Arena, in der Saba kämpfen muss, lies diesen Schluss zu. Ich habe mich geirrt, „Dustlands“ ist anders und steht auf eigenen Beinen.

Die Autorin Moira Young hat eine faszinierende, aber auch grausame Welt geschaffen, in der Überleben kein Kinderspiel ist. Überzeugende Charaktere und der postapokalyptische Plot überzeugen auf ganzer Linie.

Hier wird den Lesern alles geboten was ein ansprechendes Lesevergnügen garantiert, atemberaubende Spannung, nervenaufreibende Action, eine glaubwürdig eingesponnene Romanze und ein emotionsgeladenes Abenteuer.

|Gebundene Ausgabe: 449 Seiten
ISBN-13: 978-3841421425
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 15 Jahre
Originaltitel: Blood Red Road|
[www.fischerverlage.de]http://www.fischerverlage.de

Unsere Rezension zur Hörbuch-Ausgabe: [„Dustlands – Die Entführung“ (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7581

Gidwitz, Adam – Eine dunkle und GRIMMige Geschichte

_Es war einmal …_ eine Zeit, in der waren Märchen richtig, richtig toll.
Was nun folgt, ist ein Märchen.
Ein Märchen?, wirst du vielleicht denken. Märchen sind doch Kinderkram!
Doch in diesem Märchen hüpfen keine kleinen Mädchen mit roten Kappen fröhlich durch den Wald.
Was zwischen diesen Seiten auf sie lauert, ist die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel – ein Märchen voller dunkler Zauberer, gefährlicher Hexen und todbringender Drachen.

Dieses Märchen ist vielleicht furchterregend, sicherlich blutig und definitiv nichts für Angsthasen; aber anders als alle anderen Märchen, die du kennst, ist dieses hier wahr. (Verlagsinfo)

_Kritik_

Mit seinem Märchenroman „Eine dunkle und GRIMMige Geschichte“ hat der Autor Adam Gidwitz sich bekannter Märchen angenommen und diese zu einem Gesamtwerk vereint.

In einem schon für junge Leser ansprechenden Erzählstil werden verschiedenen Märchen wie „Der treue Johannes“, „Bruder und Schwester“, „Die drei goldenen Haare“ und viele mehr zu einem Märchen um die Königskinder „Hänsel und Gretel“ vereint. Fließend gehen diese Märchen ineinander über, lediglich die Kapitel trennen diese. Dies ist dem Autor grandios gelungen. Ein klarer Satzbau unterstreicht die Lesbarkeit, auch schon jüngere Leser dürften hier keine Probleme bekommen. Wobei die Altersempfehlung recht tief angesetzt ist, in Anbetracht der teilweise sehr grausamen Handlung, wäre es deutlich besser gewesen, hier eine Empfehlung ab 12 Jahren auszusprechen. Bildreich werden die Abenteuer der Geschwister erzählt und auch Humor kommt trotz der düsteren Grundstimmung nie zu kurz. Die abwechslungsreiche Geschichte zieht die Leser schnell in den Bann. Ähnlichkeit zu den bekannten Märchen ist dabei durchaus gegeben, allerdings nicht in der romantisch verspielten Art. Düster und grausam sind die Erlebnisse der Hauptdarsteller, die durch einen Erzähler wiedergegeben werden. Zum Ende der Geschichte bleiben keine Fragen mehr offen, mit dem letzten Satz kann das Buch zugeklappt werden und zurück bleibt das Gefühl etwas Einzigartiges gelesen zu haben.

Die Art wie hier das Märchen wiedergegeben wird ist schon etwas Besonders. Im Großen und Ganzen wird die Geschichte erzählt, allerdings immer wieder durch fett gedruckte Passagen unterbrochen in der sich die erzählende dritte Person direkt an die Leser wendet und auch mal vor den folgenden Ereignissen warnt. Anfangs können diese Passagen zwar verwirren und auch die Leser aus den Ereignissen reißen, im Laufe der Geschichte machen diese den Reiz der Erzählung dann aber mit aus.

Spannend ist „Eine dunkle und GRIMMige Geschichte“ allemal. Anfangs sanft aufbauend erlebt dieser Roman immer neue Höhepunkte. So wird der Leser schnell von den Abenteuern mitgerissen und blättert fieberhaft die Seiten um, einfach um zu erfahren wie es mit den Kindern Hänsel und Gretel weitergeht und welche Gefahr als Nächstes auf die Darsteller zukommt.

Die Figurenzeichnung ist dem Autor wirklich hervorragend gelungen. Die Leser treffen hier auf eine Fülle liebenswerter, skurriler, Furcht einflößender, mutiger und reizvoller Charaktere. Obwohl den meisten Lesern diese Figuren bekannt sein dürften, entdeckt man immer wieder Seiten an den Darstellern, die man den üblichen Märchenfiguren nicht zugetraut hätte.

Die Aufmachung des Romans ist gelungen. Auf dem Schutzumschlag ist ein düsterer Scherenschnitt zu sehen, der direkt klarmacht, dass es sich hier keinesfalls um ein niedlich romantisches Märchen handelt. Schon beim ersten Betrachten wird klar, dass grausame Handlungen eine Rolle spielen. Auch die Gestaltung der einzelnen Kapitel ist wirklich schön anzusehen. Hier zeigen sich wieder Scherenschnitte, die direkten Bezug auf das Folgende zeigen.

_Autor_

Adam Gidwitz verbrachte seine Kindheit in Baltimore, USA. Heute lebt er in Brooklyn, New York und unterrichtet größere und nicht ganz so große Kinder an der Saint Ann’s Grundschule. Adam schreibt nur über Dinge, die er selbst erlebt hat. All die dunklen und grimmigen Gefahren, in die Hänsel und Gretel in diesem Buch geraten, sind auch Adam passiert. Und sie passieren wahrscheinlich jedem, der einmal ein Kind war.

_Fazit_

Anders ist die Geschichte, die uns Adam Gidwitz erzählt, anders, aber auch irgendwie glaubwürdiger als die romantisch verklärten Märchen, die wir gerne unseren Kindern vorlesen. Selbstverständlich eignet sich „Eine dunkle und GRIMMige Geschichte“ keinesfalls für die Unterhaltung kleiner Kinder, dafür ist diese definitiv zu brutal. Für Jugendliche und Erwachsene, die Märchen allerdings einmal anders erzählt bekommen möchten, ist dieser Roman perfekt.

Mir hat die düstere Geschichte auf jeden Fall Spaß gemacht! Wer Märchen liebt, sollte sich „Eine dunkle und GRIMMige Geschichte“ auf keinen Fall entgehen lassen.

|Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
ISBN-13: 978-3760783666
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 – 12 Jahre
Originaltitel: A Tale Dark & Grimm|
http://www.arsedition.de

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Veronica Roth – Die Bestimmung (Die Bestimmung 1)

Die Reihe:

Band 1: „Die Bestimmung“
Band 2: „Tödliche Wahrheit“
Band 3: „Letzte Entscheidung“

Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und schließlich Ferox – die Furchtlosen …

Fünf Fraktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes zünftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie.

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William Corlett – Die Stufen im Kamin (Das Haus des Magiers 1))

Das Haus des Magiers:

Band 1: „Die Stufen im Kamin“
Band 2: „Die Tür im Baum“
Band 3: „Der Tunnel hinter dem Wasserfall“
Band 4: „Die Brücke in den Wolken“

Inhalt

Für William, Mary und Alice ist Weihnachten dieses Jahr kein gewöhnliches Weihnachtsfest. Da ihre Eltern durch ihre Arbeit im Ausland sind, verbringen die Geschwister ihre Winterferien im Golden House bei ihrem Onkel Jack und dessen schwangerer Freundin.

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Flegel, Sissi – Schneeballflirt und Weihnachtszauber

_Inhalt_

Katinka hat dieses Jahr keine Lust auf Weihnachten, denn sie hat Liebeskummer und außerdem musste sie die in der Schule wegen schlechter Noten die Klasse noch mal wiederholen. Da weiß sie ganz genau, dass bei dem Familienfest ihre Tante nur auf ihr rumhacken wird. Auch ihre Cousine Melli will Weihnachten nicht zu Hause feiern, weil ihr Vater eine neue Freundin hat, die mitfeiern soll. Darauf hat sie so gar keine Lust. Also beschließen beide, Geld zu verdienen, indem sie selbstgebastelte Strohsterne in der Stadt verkaufen und Mundharmonika spielen. Mit dem Geld wollen sie über Weihnachten nach Berlin fahren. Doch als Katinka in der Stadt steht und auf der Mundharmonika trällert, bekommt sie Konkurrenz. Ein Junge in ihrem Alter stellt sich neben sie und fängt an Trompete zu spielen. Zuerst ist Katinka sauer, aber nach ein paar Tagen beschließen sie im Team zu arbeiten, ohne zu ahnen, welche Überraschung das Weihnachtsfest für beide bereithält …

_Kritik_

„Schneeballflirt und Weihnachtszauber“ von Sissi Flegel ist eine tolle Liebesgeschichte für Teenager. Das Buch ist in 24 Kapitel eingeteilt, die hinter verschlossenen Seiten versteckt sind. Es wird immer nur ein Kapitel pro Tag gelesen. Es ist sozusagen ein Adventskalender.

Die Kapitel sind nicht allzu lang und enden meistens an einer spannenden Stelle, so dass man neugierig ist, wie es weitergeht. Die Geschichte wird aus der Sicht der Protagonistin Katinka erzählt. Der Schreibstil ist einfach und verständlich, die Sätze flüssig zu lesen. Es ist eine typische Liebesgeschichte für Jugendliche.

Katinka ist dem Leser auf Anhieb sympathisch. Sie ist ein junges Mädchen, das am Anfang ihres Teenagerlebens steht. Sie ist gerade von ihrem letzten Freund verlassen worden und ziemlich traurig. Sie hat durch die Beziehung die Schule vernachlässigt und ist auch noch sitzengeblieben. Hier erkennt man deutlich die Problematik, mit der viele Jugendliche zu kämpfen haben. Die erste Liebe beflügelt und man denkt an nichts anderes mehr. Die Schule ist nicht mehr wichtig. Die Eltern nerven und geben blöde Ratschläge, die man nicht hören will. Und danach kommt das böse Erwachen und der Herzschmerz. Diesen will Katinka nun loswerden und beschließt das bevorstehende Weihnachtsfest nicht wie üblich mit ihrer Familie, sondern in Berlin in einem Jugendhotel zu verbringen. Dafür braucht sie aber Geld. Sie verkleidet sich als Engel und spielt auf dem Marktplatz Mundharmonika. Leider hat sie nicht mit Konkurrenz gerechnet. Flori ist in ihrem Alter und spielt Trompete. Erst zicken sich die beiden etwas an, bis sie sich arrangieren. Und so entwickelt sich eine kleine Romanze, die noch etliche Probleme birgt.

Die Nebenrollen in der Geschichte sind ebenfalls ansprechend konzipiert und werden ausführlich beschrieben. Man kann sich viele Szenen bildhaft vorstellen und taucht schnell in die Story ein. Man bekommt einen guten Einblick in das Gefühlsleben eines Teenagers, sodass das Buch für das angegebene Lesealter (12 – 15 Jahre) passend ist.

_Autorin_

Sissi Flegel hat alles erlebt, was man erleben muss, um Kinder- und Jugendbücher zu schreiben. Sie kommt aus einer Großfamilie, ging auf ein Mädcheninternat, studierte Sprachen und arbeitete als Lehrerin, bis sich ihre Erfahrungen verselbstständigten und in Büchern materialisierten. Ihre witzigen Mädchenbücher sind Bestseller und ihre Fangemeinde wächst ständig. Um näher an den Alltag zu kommen, entstehen ihre Mädchenbücher meistens vor Ort.

_Fazit_

„Schneeballflirt und Liebeszauber“ von Sissi Flegel ist eine für Jugendliche durchaus lesenswerte Geschichte. Dennoch finde ich, dass sie keinen überaus herausstechenden und fantasievollen Inhalt oder Höhepunkt hat. Die Story verläuft gradlinig und ist vorhersehbar. Das Besondere an dem Buch ist aber, dass es quasi ein Adventskalender ist und die Seiten verschlossen sind. So liest man pro Tag nur einen Teil der Geschichte. Das macht die ganze Sache für einen Jugendlichen natürlich besonders spannend und es ist mal eine andere Art des Adventskalenders, der nicht aus Schokolade besteht.

|Gebunden: 296 Seiten
ISBN-13: 978-3570153147|
[www.cbj-verlag.de]http://www.cbj-verlag.de

Cast, P. C. und Kristin – Geweckt (House of Night 8)

_|House of Night|:_
Band 1: [„Gezeichnet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6374
Band 2: [„Betrogen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6277
Band 3: [„Erwählt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6550
Band 4: [„Ungezähmt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6755
Band 5: [„Gejagt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6949
Band 6: [„Versucht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7133
Band 7: [„Verbrannt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7274
Band 8: _“Geweckt“_
Band 9: „Bestimmt“ (Mai 2012)

_Was ist stärker: Die Bande der Freundschaft oder die Fesseln der Liebe?_

Neferet, die Hohepriesterin des House of Night in Tulsa, hat Rache geschworen an Zoey. Dabei ist der unsterbliche Kalona nur eine der Waffen, die sie einsetzen will. Doch Zoey hat Zuflucht bei Königin Sgiach auf der Isle of Skye vor der Küste Schottlands gefunden. Dort müssen sie und ihr Krieger Stark erst einmal wieder zu Kräften kommen. Außerdem möchte Sgiach sie zu ihrer Nachfolgerin ernennen. Warum soll sie also wieder nach Tulsa und zum House of Night zurückkehren? Nach dem Tod von Heath ist sowieso nichts mehr so wie früher. Und auch die Beziehung zu Stark könnte nicht mehr das sein, was sie einmal war. (Verlagsinfo)

_Kritik_

Mit „Geweckt“ veröffentlichen die Autorinnen P. C. und Kristin Cast bei |FJB| den bereits achten Teil ihrer „House of Night“-Serie. Die Geschichte beginnt direkt im Anschluss an die Begebenheiten aus dem siebten Teil „Verbrannt“.

Durch den gewohnt jugendlichen Schreibstil der Autorinnen fällt es leicht, der Geschichte zu folgen. Verständlich und dennoch ausdrucksstark beweisen die Autorinnen wieder einmal ihr erzählerisches Talent. War es in den ersten Bänden teilweise etwas zu viel des „Jugendlichen“, wird nun ein goldener Mittelweg gefunden, der sich aus sehr jugendlich gehaltenen Dialogen und einer ansprechenden Erzählung der Handlung zusammensetzt. Nach den Ereignissen, die vorwiegend auf der Isle of Skye spielten, geht es für die Jungvampyre zurück nach Tulsa, wo Neferet auf die Freunde wartet. Schreckliche Taten werfen ihre Schatten auf die Freunde. Somit wird unter anderem die düstere Grundstimmung nochmals verstärkt und unbeschreibliche Trauer spielt eine immer größere Rolle bei den jungen Vampyren. P. C. und Kristin Cast verstehen es geradezu meisterlich, ihren Plot immer weiter auszubauen und auch nach dem achten Teil der beliebten Serie keine Langeweile aufkommen zu lassen. Besonders faszinierend wirken die Beschreibungen der Isle of Skye, diese wirkt geradezu magisch mit ihren wunderschönen Orten, die der Leser sich schnell bildlich vorstellen kann. An romantischen Orten blitzt da geradezu ein Sonnenstrahl in die düstere Geschichte. Tulsa dagegen wirkt weiterhin düster, was hervorragend zu den dort spielenden Ereignissen passt. Auch für Überraschungen sorgen die Autorinnen immer wieder gerne und das überraschende Ende des Romans weckt die Neugier auf die nächsten Teile um Zoey und ihrer Freunde.

Der Roman beginnt auf der Isle of Skye, wo die Vampyre noch etwas Ruhe finden, dies vermittelt auch der Spannungsbogen, der sich so erst langsam entwickelt. Die Ereignisse in Tulsa ziehen diesen dann aber schnell wieder an und der Leser kann schon mal Mitleid mit den noch so jungen Wesen bekommen. Ruhe finden diese nicht so schnell. Durch wechselnde Perspektiven wird noch zusätzliche Spannung erzeugt, da diese immer an besonders dramatischen Szenen wechseln.

Wieder wird aus verschiedenen Blickpunkten erzählt. Zoey schildert ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle weiterhin aus ihrer eigenen Sicht. Weiterhin kommen Stevie Rae und Jack zu Wort und nun auch Neferet, Kalona, Rephaim und Stark. Besonders interessant ist die Perspektive der Antipoden, selten bekommt der Leser einen Blick hinter diese Figuren. Bis auf die Perspektive Zoeys werden die Weiteren aus der Sicht eines beobachtenden Dritten erzählt. Dabei schaffen es die Autorinnen, jeder Figur ein eigenes Leben einzuhauchen, sodass diese genau erkennbar sind und der Wechsel der Perspektiven immer nachvollziehbar bleibt. Die Entscheidung nicht mehr alleine aus dem Blickwinkel Zoeys zu erzählen, war das Beste, was der Serie passieren konnte. Der Blickwinkel, den die anderen Charaktere auf das Geschehen haben, bereichert die Geschichte und gibt diesen Darstellern den nötigen Raum sich auszubauen.

Die Darsteller entwickeln sich glaubwürdig und authentisch weiter. Jede Figur reift an den vorangegangenen Ereignissen. Schnell müssen die jungen Protagonisten heranreifen und erwachsen werden, um sich den Gräueltaten der Gegenspieler entgegenzustellen. Auch die Zerrissenheit und Wandlungsfähigkeit mancher Charaktere ist wunderbar glaubwürdig dargestellt.

Farbe und Stil des Covers sind gleichbleibend gestaltet, auf schwarzem Hintergrund sind verschiedene Ornamente durch Spotlack hervorgehoben. Zum ersten Mal ist allerdings ein männliches Model sichtbar. Bei diesem ist davon auszugehen, dass es sich um Rephaim handeln dürfte. Die verschiedenen Kapitel tragen jeweils den Hauptdarsteller als Überschrift, so ist immer klar, wer gerade das Wort führt.

_Autorinnen_

P. C. Cast ist zusammen mit ihrer Tochter Kristin Autorin der „House of Night“-Bestseller. Die beiden sind das erfolgreichste Mutter-Tochter-Autorengespann weltweit. Die Serie »House of Night« hat Millionen von Fans in über 40 Ländern. Die Serie »Mythica« schrieb P. C. Cast ohne ihre Tochter. Sie wendet sich an alle, die dem »House of Night« bereits entwachsen sind. P. C. und Kristin Cast leben beide in Tulsa, Oklahoma.

_Fazit_

Mit dem mittlerweile achten Teil der beliebten Serie um das House of Night beweisen die Autorinnen, dass sie es schaffen, eine fantastische Geschichte entstehen zu lassen. Sei es der abwechslungsreiche und immer reizvollere Plot oder auch die Entwicklung, die die einzelnen Darsteller durchmachen, P. C. und Kristin Cast verstehen es, ihre Leser einzigartig zu unterhalten.

„Geweckt“ ist wieder einmal eine Steigerung zu den vorangegangenen Romanen um die Jungvampyre. Mit Spannung erwarte ich den neunten Teil „Bestimmt“ der am 23.05.2012 erscheinen wird.

|Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Originaltitel: Awakened (House of Night 8)
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
ISBN-13: 978-3841420084|
[www.fischerverlage.de]http://www.fischerverlage.de
[www.houseofnight.de]http://www.houseofnight.de

Dierssen, Oliver – Fausto

Nie wieder schlechte Zensuren in Rechtschreibung. Keine Probleme bei seitenlangen Aufsätzen über verschiedenste Themen oder bei Fremdsprachentests. So einen hilfreichen Bücherdämon wie Oliver Dierssens Fausto kann wohl jedes Schulkind gut gebrauchen. Doch er landet nun mal zusammen mit einer Kiste alter Zeitschriften beim 14-jährigen Joseph „Joschel“ Fittich – seines Zeichens pickelgeplagter Loser aus der neunten Klasse – und damit fangen seine Probleme erst richtig an, denn der Deutschlehrer Kattmann wittert bald, dass es bei Joschels plötzlich aufgetretener Hochbegabung nicht mit rechten Dingen zugehen kann, und auch die Jungen in seiner Klasse halten ihn für einen Betrüger, so dass er auf die Hilfe des Neulings Markus angewiesen ist, um nicht verprügelt zu werden. Immerhin verschafft ihm das auch die Aufmerksamkeit seines heimlichen Schwarms Canan.

Wenigstens Joschels leicht durchgeknallte Mutter Hanne glaubt, dass ihr Sohn etwas ganz Besonderes ist und vielleicht doch mehr als seine Segelohren von seinem Vater geerbt hat, der als Korrespondent für die FAZ arbeitet, seinen Sohn jedoch seit Jahren nicht mehr besucht hat. Und doch steckt hinter allem nur Fausto – ein mehrere hundert Jahre alter pelziger Dämon mit einem Horn auf der Stirn, der sich als Tintenfleck durch beschriebene Seiten frisst, sich dabei von Rechtschreibfehlern ernährt und ganz nebenbei auch noch Texte produzieren kann.

Wie Joschel Canans Zuneigung gewinnt und fast wieder verspielt, wie sich seine Freundschaft mit Fausto entwickelt, er zuletzt gemeinsam mit Canan und dem Klassenstreber ein Abenteuer um Leben und Tod bestehen muss und ob Joschels Vater tatsächlich beim Schreibwettbewerb der FAZ erscheinen und stolz auf seinen Sohn sein wird, hat Oliver Dierssen auf die 445 Seiten seines Romans gebannt. Jede der 30 Kapitelüberschriften ist mit zauberhaften Kritzeleien illustriert, wie man sie in Schulheften finden könnte.

_Dierssen schreibt in_ nicht zu flapsiger Jugendsprache, die selbst für Erwachsene sehr amüsant zu lesen ist. Die Themen sind angemessen für Jungen und Mädchen im frühen Teenageralter. Doch es ist besonders erfreulich, dass das Buch Jungen anspricht, da diese von der Jugendliteratur eher stiefmütterlich behandelt werden. Mit Humor und Einfühlungsvermögen dreht sich alles um das Überleben in der Pubertät, wenn die Eltern anfangen schwierig und Freunde wichtiger als die Eltern zu werden, wenn die Schule als notwendiges Übel angesehen wird und das Herz zum ersten Mal für eine Person des anderen Geschlechts zu schlagen beginnt. Überhaupt fühlt sich der erwachsene Leser an seine eigene Pubertät erinnert: „Das böse Wort mit P. Dieses Thema mochte ich überhaupt nicht, hierüber wollte ich mit Hanne nicht sprechen, ich verweigerte jede Aussage: Über die Haare, die an verschiedenen Stellen meines Körpers wuchsen. Über die Videos an verschiedenen Stellen meiner Festplatte. Darüber, wie unfassbar eklig die verschiedenen Hanne-Geräusche waren, die bis vor Kurzem jeden Samstagabend dumpf durch die dünne Wand drangen, als Hanne noch regelmäßig Besuch kriegte. Nichts davon wollte ich mit meiner Mutter besprechen. Aber das schien auch nicht nötig zu sein. Denn sie benahm sich, als würde sie bereits alles wissen. Widerlich.“

Die Themen sind zeitgemäß. Die erste Liebe aus der Sicht eines Jungen zu erleben, hat neben den gewollt komischen Elementen auch etwas Berührendes. Besonders fällt der sensible Umgang mit der schwierigen Familiensituation der Fittichs auf, die gerade aus der Sicht Joschels deutlich macht, wie enervierend der Umgang mit wechselnden Partnern und die permanente Enttäuschung durch den genetischen Vater für das Kind sind.

_Der 30-jährige Oliver Dierssen_ hat mit „Fausto“ bereits seinen zweiten Roman veröffentlicht. Bei seinem Roman „Fledermausland“ (2009), der mit dem |Deutschen Phantastik Preis| in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Debütroman“ ausgezeichnet wurde, setzten der Autor und der |Heyne|-Verlag noch auf das relativ sichere Trendthema „Vampire“. Mit dem furchtsamen, Rechtschreibfehler fressenden Bücherdämon Fausto hat Dierssen jedoch eine Figur geschaffen, die bisher nicht ihresgleichen hat. Es bleibt zu wünschen, dass der originelle kleine Kerl in vielen Kinderzimmern Einzug hält.

|Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten
31 S/w-Abbildungen
ISBN-13: 978-3-453-26001-6|
[www.heyne.de]http://www.heyne.de

_Oliver Dierssen bei |Buchwurm.info|:_
[„Fledermausland“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6417

Schroeder, Lisa – In Liebe, Brooklyn

_Inhalt_

Lucca ist tot, gestorben bei einem Autounfall. Für seinen Bruder Nico und seiner Freundin Brooklyn hat sich das Leben verändert. Nur schwer können sie mit ihrer Trauer und dem Verlust umgehen. Nach außen hin wirken sie stark, doch tief in ihrem Inneren können sie ihre Trauer nicht verarbeiten.

Genau ein Jahr nach Luccas Tod geschieht das zweite Unglück: Ausgerechnet Gabe, der damals der Unglücksfahrer war, stirbt. Für Nico und Brooklyn beginnt dadurch eine erneut Schockstarre mit der Frage nach dem großen Warum.

Dazu kommen Albträume, mit denen sich beide auseinandersetzen müssen. Während Brooklyn in ihren Träumen immer wieder auf Gabe trifft, erhält Nico mysteriöse Nachrichten von seinem toten Bruder, die über die Träume hinausgehen. Aber gibt es tatsächlich Geister?

_Eindruck_

Endlich! Endlich wurde ein Buch von Lisa Schroeder ins Deutsche übersetzt. Nachdem ich bereits drei Bücher von ihr auf Englisch gelesen habe und restlos begeistert war, war es eine Selbstverständlichkeit für mich, auch dieses Buch von ihr zu lesen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich hierbei auch so meine Zweifel hatte, denn ich war mir nicht sicher, ob der wunderbare Schreibstil unter der Übersetzung leiden würde. Meine Befürchtung war allerdings vollkommen grundlos.

Wie bislang jedes andere Buch ist auch „In Liebe, Brooklyn“ in Versform geschrieben. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Gefühle Lisa Schroeder in so kurzen Worten ausdrücken kann. Geschrieben wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Brooklyn und Nico, gleichzeitig sind vereinzelt noch Briefe von Brooklyn an Lucca zu finden.

Auffällig ist hierbei, dass Lisa Schroeder ihren bisherigen Themen treu geblieben ist. Sämtliche Jugendbücher von ihr handeln von der ersten Liebe, Verlust, Trauer und Schmerz. Dies ist auf der einen Seite zwar wahnsinnig interessant und immer wieder sehr traurig und mitreißend, allerdings würde ich auch gerne mal eine andere von der Autorin sehen. Da „In Liebe, Brooklyn“ jedoch ihr erstes Buch auf Deutsch ist und die meisten (deutschen) Leser keine Vergleichsmöglichkeit haben, ist dies hier Meckern auf höchstem Niveau.

Besonders interessant an der Geschichte ist hier, wie die einzelnen Personen mit ihrer Trauer umgehen. Während Nico mit dem Laufen anfängt und sich von seiner Familie distanziert, beginnt Brooklyn Comics zu lesen, weil dies zuvor das Hobby ihres verstorbenen Freundes Lucca war. Sie möchte ihm nah sein und kauft sich wöchentlich zwei Comics und schreibt Lucca zudem regelmäßig Briefe, um ihre Trauer, Gedanken und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Nach außen hin versucht sie jedoch, stark zu sein.
Neben der Trauer um Lucca haben die beiden Jugendlichen auch eine weitere Gemeinsamkeit, die sie indirekt miteinander verbindet: Beide sind in ihrer Familie auf sich alleine gestellt.

Während Lucca in seiner Familie das Lieblingskind war und Nico immer außen vor stand und noch heute darunter zu leiden hat, muss sich Brooklyn um ihren Vater kümmern, der alleine nicht dazu in der Lage ist, selbständig einen Haushalt zu führen. Brooklyns Mutter hat dagegen mit den 8-jährigen Zwillingen die Familie verlassen, ohne Brooklyn mitzunehmen.

Die leichten Fantasyelemente, die mit Luccas Geist ins Geschehen eingebracht werden, sind gut aufgehoben, ohne zu abgedroschen zu wirken. Trotz der Vorstellung, dass ein Geist dabei ist, wirkt die Geschichte weiterhin authentisch und zum Teil herzzerreißend.
Die Covergestaltung ist ganz hübsch, passt aber nicht so ganz zu der Geschichte. Da hätte ich mir das etwas düstere, mysteriöse Cover der Originalausgabe schon eher gewünscht. Würde ich die Kurzbeschreibung nicht kennen und nur auf das Cover achten, würde ich hierbei wohl eher von einer kleinen Liebesgeschichte ausgehen.

Ein Kritikpunkt ist hier der Preis des Buches. Das Buch ist mit über 400 Seiten und einem Hardcover zwar gut ausgestattet, allerdings muss man hier auch bedenken, dass das Buch gerade mal (quer) halb so groß wie ein normales Taschenbuch ist. => Zum Vergleich: die Maße von „In Liebe, Brooklyn“ (Hardcover: 14,4 x 9,4 x 2,2 cm) und „Vladimir Tod beißt sich durch“ (Taschenbuch: 21 x 13,6 x 2,8 cm).

_Fazit_

Insgesamt konnte mich Lisa Schroeder mit ihrem Talent wieder einmal mehr als unterhalten. Eine traurige Handlung, wunderbare Charaktere und die großartige Versform machen „In Liebe, Brooklyn“ zu einem großen Leseerlebnis. Unbedingt lesen – am besten auch alle anderen Werke!

|Hardcover: 429 Seiten
Originaltitel: Chasing Brooklyn
Ins Deutsche übertragen von Jessika Komina und Sandra Knuffinke
ISBN 978-3785570579|
[www.loewe-verlag.de]http://www.loewe-verlag.de
[www.lisaschroederbooks.com]http://www.lisaschroederbooks.com

Ursula Poznanski – Saeculum

Die Mittelaltermärkte haben Hochkonjunktur. Auf vielen Plätzen, aber auch Burgen, Ruinen und Schlossparks tummeln sich bunt gewandete Menschen. Das Mittelalter ist und bleibt faszinierend für uns, gerne stellen wir uns holde Burgfrauen, gestandene Ritter und gefürchtete Diebe und Räuber vor. Romantik – Abenteuer – Gefahren, für manchen Freizeitritter das größte Vergnügen. In Rollenspielen vergessen die Protagonisten gerne ihren Alltag und ihr zivilisiertes und hochtechnisiertes Leben und begeben sich auf eine Bühne, auf der sie eine ganz andere Person darstellen können. Doch so sorglos und einfach war das reale Leben im Mittelalter wahrscheinlich nicht: Kriege, Hungersnöte, Krankheiten, Willkür, unzulängliche hygienische Bedingungen ließen keine lange Lebenserwartung zu. All das vergisst man gerne schon einmal.

Ursula Poznanski hat mit ihrem neuesten Roman „Saeculum“ das Mittelalter in die Kinder- und Jugendzimmer transportiert.

_Klappentext_

Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter ohne Strom, ohne Handy; normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra. Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein. Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit. Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Wald?

_Kritik_

Ursula Poznanski, die Autorin des vorliegenden Romans, hat mit „Saeculum“ einen spannenden und mystisch angehauchten Titel geschaffen. Um es von vornherein zu sagen: „Saeculum“ ist ein Jugendbuch, kein Titel der All-age-Thriller, den somit auch Erwachsene gerne zu Hand nehmen. Die Erwartungshaltung war sehr hoch, auch wenn immer ein wenig Skepsis mitschwang.

Die Einführung der Charaktere ist kurz und pragmatisch gehalten. Vorgestellt wurden diese auf einem Mittelaltermarkt, auf dem die extrovertierte und attraktive Sandra ihren Freund, den Medizinstudenten Bastian, entführt.

Bastian ist eher der verwöhnte und von seinem erfolgreichen und bekannten Vater eingeschüchterte Sohn, auch wenn er die väterlichen Fesseln gerne abstreifen würde. So lernt Bastian, der mit dem Mittelalter sonst nicht viele Berührungspunkte hatte, den selbstbewussten Paul kennen. Paul organisiert jedes Jahr ein Live-Rollenspiel, eine Convention, die berühmt und etwas berüchtigt ist.

Viele Jugendliche und junge Erwachsene möchten gerne teilnehmen, um mit einigen anderen über mehrere Tage Abenteuer und Aufgaben erleben. Mit dabei sind neben Paul, die überirdische Schönheit Lisbeth mit ihrem Freund Georg sowie Doro, die sich für eine wahre Hexe hält und glaubt, mit dem Jenseits Kontakt aufnehmen zu können, und der etwas übergewichtige Junge, der von allen Steinchen genannt wird. Auch Iris, eine verschlossene Person, widmet sich eher der Musik, als soziale Kontakte zu knüpfen, und gibt sich geheimnisvoll.

All diese Charaktere spielen eine festgelegte Rolle und es entsteht schnell den Eindruck, dass diese von der Autorin im Detail von vornherein aufgebaut wurde, ohne sich ggf. mit der Handlung parallel zu entwickeln. Wirklich sympathisch waren sie zu diesem Zeitpunkt nicht, dagegen aber sehr authentisch.

Geschickt baut die Autorin Stück für Stück die Handlung auf, manchmal ist das Tempo allerdings sehr schleppend. Sehr stimmungsgebend ist die Legende, die Paul seinen Mitstreitern auf der Fahrt erzählt, denn genau hier findet das Rollenspiel statt. Die Sage handelt von einem alten Fluch, von Blut, Gewalt und Rache über den Tod hinaus, und sie erreicht die jungen Rollenspieler mit einer urgewaltigen, mystischen und beklemmenden Angst.

Als die Gruppe fernab jeglicher Zivilisation an ihrem Ziel ankommt, entwickelt sich die atmosphärische Spannung rasant. Als die ersten Teilnehmer spurlos in der Nacht verschwinden, Gepäck und Ausrüstung abhandenkommen, das Wetter sich verschlechtert, beginnt der Albtraum. Immer mehr eskaliert die Stimmung in der vorher friedlichen Gruppe. Und genau hier wird die Story für die Leser interessant. Neben der Spannung entwickeln sich zwischen den Rollenspielern Spannungen, die bis in die Panik einzelner reichen. Und aus den anfänglich mutigen und übermütigen Spielern wird eine Gruppe von schlotternden, verängstigten Kindern, die den Überblick über die Situation verlieren.

Wie gesagt: Der Roman ist für Jugendliche geschrieben. Liest man die Geschichte mit der Erfahrung und dem Wissen eines Erwachsenen, so tauchen recht schnell logische Fehler und Schwächen auf. Versetzt man sich in die Lage der Rollenspieler, so fällt es einem nicht schwer, einen Ausweg aus dieser Notlage zu finden. Aber wie gesagt, als Jugendlicher denkt man ganz anders und sieht vielleicht manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht, so wie die verängstigten Figuren in diesem Roman.

Schnell entdeckt man zwischen den kleineren oder größeren Fehden unter den Protagonisten, dass hier wenig Übersinnliches oder Mystisches sein Unwesen treibt. Zu real, zu konstruiert wirken die Fallen, Rätsel und Hinweise. Genau das nimmt der Spannung wirklich schrittweise die Entwicklung.

Zum Ende hin gibt es noch eine Klippe, an der die Handlung und die Logik dann ziemlich leckschlagen. Auch hier bleiben zu viele Ungereimtheiten und zu viele offene Fragen. In letzter Konsequenz gibt es einige Passagen, in denen sich die Protagonisten offenbaren und einiges aufklären können, aber der größte Teil bleibt schlichtweg unausgesprochen. Das Ende des Buches ist unbefriedigend und wie so oft nicht wirklich nachvollziehbar.

Die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Protagonisten sind die eigentlichen Höhepunkte innerhalb des Romans.

_Fazit_

„Saeculum“ von Ursula Poznanski ist ein sehr guter Jugendroman. Eine solide, spannende Story, mit Charakteren, mit denen sich die jugendlichen Leser identifizieren können. Allerdings werden erwachsenen Leser sehr schnell die Schwächen des Romans lokalisieren und damit wird der Roman für diese eher langweilig.

Auch wenn „Saeculum“ ein abgeschlossener Roman ist, könnte die Autorin mit einigen ihrer Figuren neue Romane entwickeln. Vielleicht das nächste Mal weniger mystisch und nicht so offenkundig durchschaubar.

In jedem Fall ist „Saeculum“ für die jugendlicher Leser empfehlenswert und könnte, wie der Vorgänger der Autorin „Erebos“, schnell zum Geheimtipp werden.

_Autorin_

Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Aufgrund des Erfolges ihres ersten Jugendbuchs „Erebos“, das in mehr als 23 Sprachen übersetzt wurde und u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis (Jugendjury) gewann, wagte sie den Sprung ins hauptberufliche Autorenleben. Mit ihrer Familie lebt sie im Süden von Wien.

Broschiert: 496 Seiten
ISBN-13: 978-3785570289
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
[Blog der Autorin]http://schreibjournal.blogspot.com
[www.loewe-verlag.de]http://www.loewe-verlag.de

Stiefvater, Maggie – Ruht das Licht (Die Wölfe von Mercy Falls 2)

_|Die Wölfe von Mercy Falls|:_

Band 1: [„Nach dem Sommer“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6659
Band 2: _“Ruht das Licht“_
Band 3: „In deinen Augen“ (Herbst 2012)

_Obwohl alles verloren schien,_ ist Sam zu Grace zurückgekehrt. Er hat den Wolf in sich besiegt und jetzt liegt ein ganzes Leben in seiner Menschengestalt vor ihm. Doch nun ist es Grace, deren Zukunft ungewiss erscheint. Sie, die sich ihrer menschlichen Haut immer so sicher war, hört nachts die Stimmen der Wölfe und weiß: Sie rufen nach ihr.

Wogegen Grace sich mit aller Macht wehrt, wäre Cole hochwillkommen. Cole wünscht sich nur eines: Vergessen. Vergessen, wer er ist. Vergessen, was er getan hat. Die Wolfshaut ist seine Zuflucht. Doch trotz der eisigen Kälte gelingt es ihm nicht, die Wolfsgestalt dauerhaft anzunehmen.

Als Coles Vergangenheit ihn einholt und sich immer mehr neugierige Augen auf die Wölfe richten, muss Sam zusehen, wie seine Welt zerbricht: Das Rudel schwebt in größter Gefahr und Grace hält nur noch die Liebe zu ihm in ihrem menschlichen Leben. Sam ahnt, dass der Wolf in ihr eines Tages siegen wird … (Klappentext)

_Kritik_

„Ruht das Licht“, ist der zweite Teil der bewegenden Trilogie um die Wölfe von Mercy Falls. Maggie Stiefvater überzeugt mit einem gefühlvollen Plot, der die Empfindungen der Darsteller so realistisch transportiert, dass die Leser in diesem Roman im wahrsten Sinne des Wortes mitfühlen können.

Erzählt aus vier Perspektiven, bietet der Roman eine glaubwürdige und vor allem abwechslungsreiche Geschichte, in der die Ängste und Nöte, aber auch die romantischen und schönen Erlebnisse der Protagonisten Grace und Sam sowie Cole und Isabel aus erster Hand dargestellt werden. So baut sich schnell eine unglaubliche Nähe zu den Figuren auf und auch das Verstehen der Handlungen fällt leicht. Die Leser haben die einmalige Gelegenheit, verschiedene Auffassungen zu einer Szene zu erhalten, dies stärkt das Einfühlungsvermögen ungemein.

Mit einem detailreichen, sehr lebendigen und ausdrucksstarken Schreibstil fesselt die Autorin den Leser direkt an die Entwicklungen der Charaktere. Der Sprachstil von Maggie Stiefvater ist manchmal schon fast poetisch zu nennen. Dies passt hervorragend zu dem emotionsgeladenen Plot. Bildgewaltig wird das Leben der Protagonisten und deren jeweiliges Umfeld beschrieben. Die verschiedenen Handlungsstränge passen perfekt zusammen und ergänzen sich harmonisch.

Der Spannungsbogen ist ab der ersten Seite vorhanden und zieht sich dabei, zu der Geschichte passend, gleichmäßig durch den Roman. Dabei sind es nicht actiongeladene Szenen, die den Spannungsaufbau ausmachen, sondern eher das beklemmende Gefühl, das diese Geschichte vermittelt. Dieses Gefühl wird ständig gesteigert und fesselt die Leser so an die dramatische Geschichte. Auch wenn das Ende, auch dank dem ersten Satz im Prolog, vorhersehbar ist, erlebt der Leser so manche Überraschung.

Die psychologische Entwicklung der Protagonisten ist der Autorin bravourös gelungen. Authentisch und sympathisch konzipiert schafft die Autorin Charaktere, die dauerhaft in Erinnerung bleiben.

Grace hat sich von einer nüchternen und vor allem sachlichen Person zu einer selbstbewussten jungen Frau entwickelt, der ihre Liebe über alles geht. Dafür nimmt sie auch gerne Kämpfe auf sich. Ihre Bedürfnisse setzt sie kraftvoll durch und nimmt dafür auch einen Streit mit ihren Eltern in Kauf.

Sam dagegen wünscht sich vor allem Harmonie und stellt so das Pendant zu Grace dar. Mit seiner Leidenschaft zur Musik, die besonders durch die in seinen Gedanken entstehenden Songtexten dargestellt wird, sowie der Liebe zur Literatur zeigt dieser Charakter, dass es nicht nur düstere Geheimnisse und stattliche Muskeln braucht, um im Leben bestehen zu können. Gerade seine feinfühlige Art macht Sam zu etwas Besonderem und Liebenswertem. Seine Songtexte verdeutlichen seine Gefühle und auch seine Ängste auf eindrucksvolle Weise.

Auch die Romanze von Sam und Grace wächst mit. Sie ist tiefer und viel erwachsener geworden und zeugt auch von den gemeinsamen Erlebnissen. Tiefes Vertrauen und liebevolle Zuneigung werden schnell deutlich.

Neu im Fokus der Autorin sind Isabel und Cole. Beides eigenwillige Charaktere, die die Geschichte düsterer machen als den Vorgänger „Nach dem Sommer“ aber dadurch auch um einige Facetten bereichern.

Isabel, die als zickiges Miststück in Erinnerung geblieben ist, hat sich deutlich verändert. Die Leser lernen eine ganz neue Seite dieser Protagonistin kenne, ein Mädchen die in einem zerrütteten Elternhaus auswuchs und die ihren Bruder schmerzlich vermisst. Der Blick hinter die Kulissen ist wahrlich geglückt.

Ganz neu in der Runde ist Cole. Ein erfolgreicher Musiker, der sich freiwillig wandeln ließ, um sein Leben zu vergessen und auch das, was er zu sein schien: ein zügelloser Narzisst, dem seine Mitmenschen ziemlich egal sind. So sind Isabel und Cole ein perfekter Kontrast zu Sam und Grace.

Die Covergestaltung ist einfach nur traumhaft. Dieses Mal in blauen Tönen gehalten wirkt es deutlich kühler und passt dennoch perfekt zu seinem Vorgänger. Die Idee, den Titel zu einem wunderbar romantischen Satz zusammenzuführen, ist ein genialer Schachzug.

_Autorin_

Maggie Stiefvater, geboren im November 1981 in Virginia, verlebte eine nach eigenen Worten sehr chaotische aber sehr kreative und musisch geprägte Kindheit und Jugend. Nach dem College versuchte sie, u. a. als Kellnerin und Zeichenlehrerin beruflich Fuß zu fassen.

Doch sehr bald schon meldeten sich ihre kreativen Talente und verlangten, ausgelebt zu werden – zunächst als Musikerin und Songwriterin, dann zunehmend als bildende Künstlerin. Für ihre künstlerischen Arbeiten wurde sie inzwischen mit einigen wichtigen Preisen ausgezeichnet. Seit 2007 hat sich Stiefvater aufs Schreiben konzentriert und zählt inzwischen zu den erfolgreichsten Autorinnen der Romantasy.

_Fazit_

Mit dem zweiten Band der Trilogie um die Wölfe von Mercy Falls, „Ruht das Licht“, ist der amerikanischen Autorin ein wundervoller und berührender Roman gelungen, der lange in Erinnerung bleiben wird. Die Zusammenstellung der grundverschiedenen und facettenreichen Charaktere und der jeweilige Blick in das aufrührende Seelenleben der Figuren ist Maggie Stiefvater perfekt gelungen. Auch der beeindruckende Schreibstil und die wundervoll transportierte Atmosphäre machen „Ruht das Licht“ zu etwas ganz Besonderem.

|Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Originaltitel: Linger
ISBN-13: 978-3839001189
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 16 Jahren|
[www.script5.de]http://www.script5.de
[www.maggiestiefvater.de]http://www.maggiestiefvater.de

Ali Lewis – Es wird schon nicht das Ende der Welt sein

Inhalt

Danny ist dreizehn und wohnt mit seiner Familie auf einer Farm im Outback von Australien. Er mag die Wüste, die Tiere und das Leben auf dem Hof. Er hilft gern und eigentlich ist alles super, bis sein großer Bruder bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt. Als kurz danach auch noch seine Schwester schwanger wird und vom Internat fliegt, gerät das Leben der Familie völlig aus den Fugen. Um alles wieder etwas in den Griff zu bekommen, engagieren Dannys Eltern eine Haushaltshilfe. Die stellt sich zuerst aber ziemlich dämlich an und ist keine große Unterstützung. Nach und nach ändert sich das allerdings …

Kritik

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Vollenbruch, Astrid – Die drei ??? – Pfad der Angst (Band 137)

Unlängst wurde Astrid Vollenbruch die Ehre zuteil, den Jubiläums-Dreierband anlässlich des 150. Falles der Serie zu verfassen. Davon war man beim |KOSMOS|-Verlag Ende 2007/Anfang 2008 noch ein Stück weit weg, als man dort „Der Pfad der Angst“ aus ihrer Feder als 137. Einsatz des beliebten wie berühmten Junior-Detektiv-Trios ins Rennen schickte. Und wieder einmal jagt sie Justus, Peter und Bob dabei hinaus aus dem heimischen Rocky Beach. Nicht in Wald und Heide, sondern in die Wüste. Was das allerdings mit dem – zielgruppengerichteten und dort auch vermutlich wirksamen – Buchtitel zu tun hat, bleibt allerdings gänzlich im Dunkeln.

_Zur Story_

Jemand, der sich zunächst „Der Polymath“ nennt, gibt den drei Detektiven ein Rätsel auf – sozusagen als Einstellungstest. Das lösen die drei Fragezeichen selbstredend fast aus dem Handgelenk. Der eigentliche Job, den Mr. Granville – so heißt ihr neuer Auftraggeber richtig – für sie bereithält, ist dagegen weniger geheimnisvoll gelagert, als ihr Weg in die Prärie auf sein abgelegenes Anwesen mitten in Arizona. Das bewohnt er zusammen mit seinem Bruder Matthew, der über den jugendlichen Besuch aus Kalifornien wenig begeistert scheint, welcher seinem schrulligen Erfinder-Bruder sein „Okkulus Audiens“ wieder beschaffen soll. Dieses geniale Gerät ist eine Art Boden-Sonar und soll vordringlich die Vorwarnzeit für etwaige Erdbeben erheblich verkürzen. Er hat auch schon einen dringenden Tatverdacht. Bei ihrem Aufenthalt stellen die drei ??? jedoch fest, dass die seltsamen Granville-Brüder vielleicht zwar keine Leichen aber irgendetwas anderes im Keller verbuddelt haben, was ihre naturgegebene Neugier erst recht entflammt.

_Eindrücke_

Sollte man das Pferd quasi verkehrt herum aufzäumen, sprich: vom unlängst erschienenen Hörspiel her, Rückschlüsse auf das Buch anstellen zu wollen, tut man diesem unter Umständen Unrecht. Während die Audio-Adaption in Sachen Storytelling nicht so recht hinhaut, weiß die Buchvorlage unter anderem durch kleine Haken und geschickte Extratouren im Plot, das nämlich vergessen zu machen. Und alles in allem ist auch das Finale auch wesentlich runder bzw. plausibler. Natürlich ist die Geschichte nicht die Neuerfindung des Rades, spielt aber geschickt mit Thema, Kulisse und Figuren. Ganz besonders die beiden seltsamen – aber dabei vollkommen unterschiedlichen – Granvilles würzen den Fall. Man weiß nicht, welcher von den beiden bekloppter ist – auf seine eigene Art. Oder deren Handlanger „Smithi“. Der ist auch ein ziemlich schräger Vogel. Der Kreis der Mitwirkenden ist doch eher mager und überschaubar, daher muss die Story ihre Antriebsenergie zwangsläufig woanders her beziehen.

Eine nette Idee war es da die drei ??? auch mal auf den Leim gehen zu lassen bzw. ihre sonst eigentlich stets weiße Weste auch einmal einen kleinen Flecken bekommen zu lassen. Logischerweise können sie das wieder glattbügeln. Die vollenbruchsche Verschleierungstaktik, wo zum Geier das Motiv für den ganzen Zinnober liegt, wirkt vergleichsweise lang. Selbstverständlich kristallisiert sich mit jedem Puzzleteilchen mehr heraus, wie die Lösung des 137. Falles förmlich lauten muss. Das mag man als Fan der Serie ja immer, wenn man durch Selbstknobeln den Antworten stets ein Stück näher rückt und nicht alles vorgekaut bekommt. Und ein paar übliche Serien-Klischees dürfen freilich auch immer dabei sein. Doch zum Schluss, als die Karten auf dem Tisch liegen, gelingt ihr aber dennoch einmal ein ordentlicher Final-Twist bzw. actionreicher Showdown, der verhältnismäßig grimmig ausfällt. Nur eins bleibt sie dem Leser schuldig: Warum der Titel der Geschichte „Pfad der Angst“ lautet.

_Fazit_

Man soll Bücher ja nicht nach dem Einband beurteilen – nach ihrem Hörspiel besser auch nicht. Hätte man beim Titel noch ein wenig mehr Fingerspitzengefühl und Inhaltsbezug walten lassen, etwa: „Das hörende Auge“, wären sicher noch einige Sympathiepunkte – und nicht nur bei der Zielgruppe – mehr abzuräumen gewesen. So muss sich das Buch auf seine im Kern gut erzählte Geschichte verlassen. Damit ist „Der Pfad der Angst“ zwar kein absoluter Kracher, kann sich jedoch vom Gros der Serienschwestern klar distanzieren und im oberen Drittel der Hall of Fame Einzug halten. Der sonst schon mal gern abstrafende, böse Rezensentendaumen reckt sich der Wüstensonne entgegen.

|128 Seiten Hardcover
Erzählt von Astrid Vollenbruch
Basierend auf den Motiven von Robert Arthur
Redaktion: Martina Zierold
ISBN 978-3-440-11702-6|
[www.kosmos.de]http://www.kosmos.de

Mehr als 90 weitere Rezensionen zu den „Drei ???“ findet ihr in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book .

Cinda Williams Chima – „Das Exil der Königin“ (Seven Realms 2)

The Seven Realms

Band 1: Der Dämonenkönig“
Band 2: „Das Exil der Königin“
Band 3: „Der Wolfsthron“ (16.07.2012)
Band 4: „The Crimson Crown“ (2012, noch ohne dt. Titel)

Nach dem, was Han gerade von den Oberhäuptern der Clans erfahren hat, bleibt ihm nicht mehr viel anderes übrig, als seinen Freund Dancer nach Odenfurt an die Magierschule zu begleiten. Aber bereits der Weg dorthin ist gefährlich und natürlich trifft er, kaum dass er in Odenfurt eingetroffen ist, dort auf Micah Bayar und seinen Klüngel. Weit gefährlicher als diese jedoch ist die Dekanin Abelard, die Han recht rücksichtslos als Spionin für die Magier rekrutiert. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Crow …

Raisa hat sich dem Versuch des Hohemagiers, sie mit Micah Bayar zu verheiraten, erfolgreich entzogen und ist, um für eine Weile unterzutauchen, Amon und seinem Tripel ebenfalls nach Odenfurt gefolgt, allerdings an die Kadettenschule des Militärs. Dort lernt sie zwar eine Menge nützlicher Dinge und auch sonst fühlt sie sich wohl. Doch dann treffen höchst bedenkliche Nachrichten aus den Fells ein…

Der Ortswechsel hat natürlich eine Menge neuer Charaktere mit sich gebracht. Wirklich wichtig sind bisher aber nur Dekanin Abelard und Crow.

Die Dekanin ist eine einflussreiche Frau, und das offenbar nicht nur an der Schule. Wie die meisten Menschen mit einem gewissen Maß an Macht neigt sie dazu, ihre eigenen Interessen in den Vordergrund zu stellen, jeden, der ihr nützlich sein könnte, bedenkenlos zu nutzen oder zu opfern, je nach Bedarf, und alles, was sich ihr in den Weg stellt, ziemlich rabiat zu überfahren.

Crow dagegen scheint keine politischen Interessen zu haben. Er besteht offenbar einzig und allein aus Hass auf die Bayars, sein Ziel ist es, sämtliche Mitglieder dieser Familie restlos vom Angesicht der Erde zu tilgen. Seine wahre Identität gibt er jedoch nicht preis, und die Gründe für seinen Hass ebenfalls nicht.

Beide Figuren sind ein ziemlicher Gewinn für die Geschichte. Abgesehen davon, dass beide genauso lebendig und gut gezeichnet sind wie alle anderen wichtigen Personen, ist Crow ist schon allein durch das Geheimnis interessant, das ihn umgibt, auch wenn sich bei mir ziemlich hartnäckig die Vermutung hält, dass es sich bei ihm um den Dämonenkönig handelt.

Die Handlung des Buches spielt sich nahezu ausschließlich auf dem Weg nach Odenfurt und in den beiden Schulen selbst ab. Echte Spannung ist daher auch diesmal wieder eher selten. Abgesehen von ein paar Reiseschwierigkeiten hat Han zunächst hauptsächlich Probleme mit Micah, wobei nichts davon wirklich schwerwiegend ausfällt, während Raisa – ebenfalls nach ein paar Reiseschwierigkeiten – damit beschäftigt ist, neben ihrer umfangreichen Ausbildung ihre Beziehung zu Amon zu sortieren, was erfreulich kitschfrei geschieht, dafür sorgt die gelungene Charakterzeichnung. Das Geheimnis um Crow sowie ein paar kleinere Überraschungen sorgen dafür, dass dieser Band trotz geringer Bewegung innerhalb der Handlung nicht langweilig wird.

Unterm Strich entspricht das Niveau des zweiten Bandes ziemlich genau dem des ersten: nicht unbedingt mitreißend, aber nett und unterhaltsam.

Die Aussichten auf den nächsten Band versprechen etwas mehr Spannung und auch mehr Komplexität. Dass Dekanin Abelard nicht nur innerhalb der Schule, sondern offenbar auch im Magierrat einigen Einfluss besitzt und außerdem versucht, Han für ihre Zwecke zu benutzen, dürfte das Spiel um die Macht in den Fells noch ein gutes Stück interessanter und verwickelter machen. Aber auch Fionas Andeutungen über das Amulett, das Han Micah ganz zu Beginn des Zyklus abgenommen hat, bieten eine Menge Potenzial. Falls es der Autorin außerdem gelingt, ihre Handlungsfäden nicht aus jeder prekären Situation gleich wieder herauszuführen, sondern so zu entwickeln, dass die Spannung sich hält oder gar noch weiter ansteigt, könnte der dritte Band richtig gut werden.

Cinda Williams Chima schrieb schon in der Schule Geschichten, die meist von ihren Lehrern konfisziert wurden. Nach einem abgeschlossenen Studium in Philosophie war sie zunächst als freie Mitarbeiterin einer Clevelander Zeitung Plain Dealer tätig. Mit einem weiteren Abschluss in Ernährungswissenschaften arbeitete sie mehrere Jahre lang im medizinischen Bereich, ehe sie sich ganz aufs Schreiben verlegte. Der dritte Band ihres Zyklus The Seven Realms unter dem Titel „Der Wolfsthron“ ist für Juli nächsten Jahres angekündigt, der vierte Band ist noch in Arbeit. Außerdem schreibt die Autorin an einem weiteren Zyklus, den The Heir Chronicles, der bisher aus drei Teilen besteht, auf Deutsch aber (noch?) nicht erhältlich ist.

Broschiert 671 Seiten
Originaltitel: The Exiled Queen
Deutsch von Susanne Gerold
ISBN-13: 978-3-442-46975-8

http://cindachima.com/index.htm
http://www.randomhouse.de/goldmann/

Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (6 Stimmen, Durchschnitt: 1,33 von 5)

Cinda Williams Chima – „Der Dämonenkönig“ (Seven Realms 1)

The Seven Realms:

Band 1: „Der Dämonenkönig“
Band 2: „Das Exil der Königin“
Band 3: „Der Wolfsthron“ (16.07.2012)
Band 4. „The Crimson Crown“ (2012, noch ohne dt. Titel)

Eigentlich ist Han kein Ragger mehr. Er hat die Gang verlassen, um seine Schwester zu schützen. Ehrliches Geld ist allerdings nicht leicht verdient, nicht einmal mit Unterstützung der Clans in den Bergen. Als Han in Begleitung seines Freundes Dancer einen Zusammenstoß mit ein paar jungen Magiern hat, bringt ihn das in den Besitz eines Amuletts, das ganz offensichtlich gefährlich ist. Und auf einmal scheint Han, der Ärger ohnehin schon magisch anzieht, von einer Katastrophe in die nächste zu geraten!

Raisa, die Erbprinzessin des Königinnenreiches der Fells, steht derweil unmittelbar vor ihrer Namenstagsfeier, was in ihrem Fall nicht nur bedeutet, dass sie erwachsen und damit heiratsfähig ist, sondern auch, dass sie offiziell als Nachfolgerin ihrer Mutter eingesetzt wird. Aber schon die Vorbereitungen zu dieser Feier sind von dunklen Vorahnungen und bedenklichen Ereignissen überschattet …

Die Autorin lässt sich viel Zeit mit der Entwicklung ihres Plots, was eine Menge Gelegenheit für die Charaktere bedeutet, sich zu entfalten.

Han ist sozusagen auf der Straße groß geworden. Die harte Schule, durch die er gegangen ist, hat ihn zu einem geschickten und findigen Burschen gemacht, der außerdem über eine gehörige Portion Charme verfügt. Und dumm ist er auch nicht. Aber obwohl er eine Mutter und eine Schwester hat und jahrelang Anführer einer Gang war, scheint er nirgendwo so richtig dazuzugehören. Und dann sind da noch die silbernen Armreifen, die er nicht abnehmen kann …

Raisa weiß im Gegensatz zu Han genau, wo ihr Platz ist. Aber obwohl sie als die Erbprinzessin eine der höchstgestellten Personen des Reiches ist, hat sie zunehmend das Gefühl, dass ihr die Kontrolle über ihr Leben entgleitet. Das junge Mädchen, das eigentlich recht unbeschwert und lebenslustig ist, ist außerdem auch ziemlich durchsetzungsfähig, klug und mit wachen Instinkten gesegnet.

Der obligatorische Bösewicht gehört in die Kategorie der Intriganten. Er verfolgt seine Ziele aus dem Hintergrund und wirkt so zunächst einmal vor allem arrogant. Die übrigen Eigenschaften, wie Ehrgeiz, Grausamkeit und Skrupellosigkeit, zeigen sich erst allmählich. Obwohl er dadurch nicht ganz so platt wirkt wie manch anderer Antagonist, reicht er letztlich aber nicht über das übliche Schema hinaus.

Insgesamt gesehen ist der Gegenspieler der einzige Charakter, der ein wenig ins Klischee abdriftet. Raisa und Han sind jedoch sehr natürlich und nachvollziehbar dargestellt, was man genauso von den Nebencharakteren wie Raisas Vater, dem Hauptmann der Wache sowie Raisas Jugendfreund Amon sagen kann.

Gleichzeitig bedeutet die langsame Entwicklung der Geschichte aber auch nur mäßige Spannung. Zwar kommt es immer wieder mal zu unangenehmen oder gar etwas brenzligen Situationen, diese lösen sich allerdings immer recht schnell wieder auf. Manches ist auch ziemlich offensichtlich, sodass der Leser sich gelegentlich fragt, warum das eigentlich den Protagonisten nicht ebenfalls auffällt. Das allmähliche Zuziehen des Netzes um die Prinzessin herum verliert dadurch ein wenig an Wirkung. Ähnliches gilt für Han und sein Amulett. Eigentlich sollte gerade er wissen, warum diese unheimlichen Gestalten im Hinterhof ihn nach einem Jungen namens Shiv fragen!

Was die Geschichte trotz allem interessant hält, ist zum einen das Geheimnis um Hans Herkunft sowie die Frage, was nun der Wahrheit entspricht: die offizielle Geschichtsschreibung oder das, was der alte Lucius Han erzählt. Denn letztlich sind die Vergangenheit und ihre Folgen der Hauptstreitpunkt, um den sich in diesem Buch alles dreht. Die Magier fühlen sich übermäßig in ihrer Macht eingeschränkt. Die Clans jedoch misstrauen den Magiern. Ein brüchiger Friede …

Unterm Strich ist dabei ein lebendiges, wenn auch nicht übermäßig spannendes Buch herausgekommen, das durchaus vielversprechende Ideen und Ansätze bietet. Die extrem jugendlichen Hauptfiguren ließen mich beim Lesen darüber nachdenken, ob es sich hier nicht um ein Jugendbuch handelt, und tatsächlich ist die Erstausgabe dieses Romans, die damals bei cbj erschien, für das Alter 12-15 ausgewiesen, was bei dieser Neuauflage nicht mehr der Fall ist, aber ruhig weiterhin als Empfehlung betrachtet werden kann. Erwachsene Leser wird es nicht gerade vom Hocker reißen, aber als leichte Lektüre für zwischendurch ist es ganz nett.

Cinda Williams Chima schrieb schon in der Schule Geschichten, die meist von ihren Lehrern konfisziert wurden. Nach einem abgeschlossenen Studium in Philosophie war sie zunächst als freie Mitarbeiterin einer Clevelander Zeitung, Plain Dealer, tätig. Mit einem weiteren Abschluss in Ernährungswissenschaften arbeitete sie mehrere Jahre lang im medizinischen Bereich, ehe sie sich ganz aufs Schreiben verlegte. „Der Dämonenkönig“ ist der erste Band des Zyklus Seven Realms. Der zweite Band „Das Exil der Königin“ ist ebenfalls bereits auf Deutsch erhältlich, der dritte Band unter dem Titel „Der Wolfsthron“ für Juli nächsten Jahres angekündigt. Der vierte Band des Zyklus ist noch in Arbeit. Außerdem schreibt die Autorin an einem weiteren Zyklus, den The Heir Chronicles, der bisher aus drei Teilen besteht, auf Deutsch aber (noch?) nicht erhältlich ist.

Broschiert 573 Seiten
Originaltitel: The Demon King
Deutsch von Susanne Gerold
ISBN-13: 978-3-442-46974-1

http://cindachima.com/index.htm
http://www.randomhouse.de/goldmann/

Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (4 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

Lim, Rebecca – Gefangen (Mercy 1)

_|Earthbond/Mercy|-Reihe_:

Band 1: _“Gefangen“_
Band 2: „Erweckt“ (Januar 2012)
Band 3: „Besessen“ (März 2012)
Band 4: „Befreit“ (Juni 2012)

_Inhalt_

Für das zurückhaltende Mädchen Carmen beginnen zwei aufregende Wochen mit ihrer Chorgruppe in dem kleinen Ort Paradise. Hier soll sie zusammen mit anderen Chören singen und auf eine Karriere hoffen. Doch Carmen ist nicht mehr Carmen. Während der Fahrt nach Paradise fällt Mercy, ein Geist, in ihren Körper und besetzt das Mädchen, ohne dass sie etwas dagegen tun kann.

Mercy wird zu einer Gastfamilie gebracht, doch hier wird schnell klar, dass hier etwas nicht stimmt. Die Hunde reagieren wütend auf sie, ihre Gasteltern sind nur ein Schatten ihrer selbst und Ryan, der Sohn, scheint sie auf den ersten Blick zu hassen. Seine Schwester Lauren wurde entführt und wird von den meisten Menschen bereits für tot erklärt, nur Ryan glaubt daran, dass sie noch lebt. Da Mercy ihm glaubt, versucht sie ihm zu helfen, nach Lauren zu suchen. Und dann wiederholt sich das ganze Drama, als ein weiteres Mädchen spurlos verschwindet. Beide Mädchen waren in einem Chor, beiden wurde eine große Karriere nachgesagt – eine Spur, die verfolgt werden muss …

_Eindruck_

„Gefangen“ ist der erste Band einer neuen Jugendbuch-Reihe. Rebecca Lim hat mit „Mercy“ eine tolle Geschichte geschrieben, die mich sehr schnell in ihren Bann gezogen hat. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Die Geschichte liest sich flüssig und spannend. Einige Dialoge waren sehr langatmig, wie z. B. die meisten zwischen Carmen und Tiffany, auch die Chorproben hätten ein bisschen weniger beschrieben werden können, aber sonst gibt es da nichts zu kritisieren.

Die Rivalität zwischen Carmen und Tiffany wird gut geschildert, fast schon zu gut, von daher waren die Dialoge hier eher überflüssig, weil bereits alles gesagt wurde. Hier wäre es besser gewesen, wenn man sich mehr um andere Charaktere gekümmert hätte. Die vielen Thriller- und Fantasyelemente werden gut in die Geschichte eingefügt und erhöhen damit nicht nur die Spannung, sondern auch den Lesespaß. Charaktere und Orte werden wunderbar dargestellt und können gegensätzlicher nicht sein.

Während Carmen eher das schüchterne Mädchen ist, das nicht an sich glaubt, ist Mercy sehr direkt und offen, leider aber auch schrecklich oberflächlich. Vor allem am Anfang ist es mir schwergefallen, sie zu mögen. Während der Geschichte entwickelt sie sich jedoch weiter und erhält immer mehr Ecken und Kanten.

Ein weiterer sehr interessanter Charakter ist Ryan. Er ist der Außenseiter in der Stadt, der nicht wahrhaben möchte, dass seine Schwester ermordet sein soll. Er bricht die Schule ab, um nach ihr zu suchen. Er beobachtet die Bewohner von Paradise und durchsucht Orte. Sein Ehrgeiz und sein Durchhaltevermögen ist bewundernswert, kein Wunder, dass Mercy Gefallen an ihm findet.

Da die Handlung in sich eigentlich schon abgeschlossen ist, bin ich gespannt, was in den anderen Büchern noch passieren wird. Über Mercys Herkunft ist noch einiges ungeklärt, was sehr interessant werden könnte. Ich hoffe nur, dass die Autorin hierbei dann nicht übertreiben wird, denn Mercys Aufmachung zum Ende hin fand ich doch etwas sehr strange.

Das Cover ist wunderschön und fällt besonders durch das leicht glitzernde Auge auf. Die zarten Farben wirken unschuldig und passen gut zu Carmen. Die Kurzbeschreibung ist jedoch sehr verwirrend. Auf der einen Seite wird Mercy als Engel bezeichnet, auf der anderen Seite als Geist. Hier wäre es schön gewesen, wenn man sich auf eine Gestalt geeinigt hätte.

_Fazit_

Insgesamt konnte mich Rebecca Lim mit dem Auftakt der „Mercy“-Reihe sehr begeistern und überraschen. Eine spannungsgeladene Handlung und tolle, rätselhafte Charaktere machen dieses Buch zu einem aufregenden Lesespaß!

|Hardcover: 253 Seiten
Originaltitel: Earthbond Book 1: Mercy
Ins Deutsche übertragen von Ilse Rothfuss
ISBN 978-3473400645|
[www.ravensburger.de]http://www.ravensburger.de

Stefan Seitz – Die Gipfel der Schwefelzinnen, Die (Das Unkrautland 3)

_|Das Umkrautland|:_

Band 1: [„Auf den Spuren der Nebelfee“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5876
Band 2: „Das Geheimnis der schwarzen Hütte“
Band 3: _“Die Gipfel der Schwefelzinnen“_

_Geradewegs in die Eisregionen_ weisen die uralten Schriften und beschreiben einen Weg voller Hindernisse, Geheimnisse und Mysterien. Das, wonach Primus und Plim schon so lange forschen, scheint zum Greifen nahe. Aber die Berge sind tückisch. Geister durchstreifen die Schluchten, Trolle bevölkern die Hänge und in den Tiefen des sagenumwobenen Bleigebirges schlummern Mächte, die noch rätselhafter sind, als die schier endlosen Stollen. Dennoch, der Entschluss steht fest, und die Suche nach den Überresten eines längst vergessenen Zeitalters beginnt. (Klappentext)

_Kritik_

Mit „Die Gipfel der Schwefelzinnen“ hat der Autor Stefan Seitz den dritten Teil um Primus und Plims Abenteuer im Unkrautland veröffentlicht. Die Suche nach der Nebelfee geht weiter und auch ein längst besiegt geglaubter Feind tritt wieder auf den Plan.

Die originelle Geschichte der liebenswerten Darsteller Primus und Plim knüpft direkt an die Ereignisse aus dem zweiten Band „Das Geheimnis der schwarzen Hütte“ an. Mit seiem flüssigen und doch so bildgewaltigen Schreibstil erzählt uns Lesern der Autor Stefan Seitz die Abenteuer, die Primus und Plim auf der Suche nach der seit Jahrtausenden verschollenen Nebelfee erleben.

Die skurrilen Protagonisten haben wieder einmal ein paar unglaubliche Abenteuer zu bestehen, um das große Geheimnis des Unkrautlandes zu lüften. Die Schauplätze der Handlung, sei es Primus‘ Turm, Plims Hexenhäuschen oder das sagenhafte Bleigebirge, entstehen schnell vor dem inneren Auge. Für jüngere Leser sind zusätzlich einige Zeichnungen enthalten, die die Vorstellungskraft anregen. Das sprachliche Talent des Autors trägt die zauberhafte Geschichte und beeindruckt schnell. Auch jüngere Leser haben schnell Spaß an der Geschichte und können dieser spielend folgen. Interessant ist ebenfalls der Aspekt, dass der Autor eine gewählte, manchmal sogar altertümliche Umgangssprache benutzt. Diese kommt besonders bei den erfrischenden Dialogen der beiden Hauptdarsteller zum Tragen. Fein eingestreute Situationskomik zaubert oftmals ein leises Lächeln in das Gesicht der Leserschaft.

Trotz des spannenden Plots verläuft der Spannungsbogen recht flach. Hat es der Autor in den beiden ersten Bänden durchaus geschafft, Szenen, die die Leser an die Geschichte fesseln, zu konzipieren, bleibt diese Spannung dieses Mal auf der Strecke. Zwar erleben die gelungenen Figuren einiges auf ihrer abenteuerlichen Reise, trotzdem kommt es kaum zu actionreichen Szenen. Selbst als ein längst besiegt geglaubter Feind wieder auf den Plan tritt, laufen die beiden Handlungsstränge komplett getrennt voneinander ab. Mit einer anderen Umsetzung des wirklich originellen Plots hätte die Geschichte deutlich mehr Spannung bieten können. Auch das Ende der rätselhaften Geschichte war für eingefleischte Fans des Unkrautlandes enttäuschend. Auf den letzten Seiten angekommen, war die Erwartung auf ein Auflösen der Geschichte kaum vorhanden, wie sollte es der Autor schaffen, in seiner gewohnten Art da noch die Lösung zu präsentieren? Er hat es geschafft. Leider machte sich beim Lesen dann doch das Gefühl breit, da hätte jemand die Lust verloren. Hoffnung macht dann allerdings ein neues Rätsel, das sich Primus offenbart. Das schürt die Hoffnung, bald wieder von einem fantastischen Abenteuer aus dem Unkrautland zu lesen.

Die Zeichnung seiner Protagonisten ist dem Autor wieder einmal glänzend geglückt. Der Fokus liegt diesesmal auf Primus und Plim, beide bestehen fast alleine die ihnen gestellten Abenteuer. Liebevoll konzipiert, kann der Leser nicht anders, als diese beiden skurrilen Figuren in sein Herz zu schließen.

Am Beginn der Geschichte trifft der Leser auch wieder auf die beliebten Figuren wie den stattlich geprüften Präzensionswecker Bucklewhee, den Kürbis Snigg, Plims Vogelscheuche Chuck und die aufdringlichen Kröten Taddel und Mills. Leider begleiten diese ihre Freunde diesmal nicht auf der Reise und fehlen einfach. Neue Bekanntschaften werden leider auch nicht mehr so detailliert, wie die Leser es gewohnt sind. Als Leser ist man da doch in den ersten beiden Bänden sehr vom Autor verwöhnt worden.

Das Cover zeigt eine Szene aus dem Buch und hier merkt der Leser die Liebe, die der Autor in seine Figuren invertiert haben muss. Geheimnisvoll und düster sieht der Betrachter einen Ausschnitt aus den Bleibergen und den unvergleichlichen Primus. Im Buch selber ist eine detaillierte Karte des Unkrautlands abgebildet. Kapitel in einer angenehmen Länge sowie wunderschöne Zeichnungen machen das Buch auch schon für jüngere Leser interessant.

_Fazit_

Mit dem dritten Teil „Die Gipfel der Schwefelzinnen“ seiner Geschichten um das Unkrautland konnte der Autor Stefan Seitz die zauberhafte Geschichte um Primus, Plim und eines der größten Geheimnisse des Unkrautlands lüften.

Insgesamt überzeugt der Autor durch seinen Ideenreichtum und die zauberhaft konzipierten Charaktere. Zwar gibt es im dritten Band einige Schwächen, dennoch ist die Geschichte um die fantastischen Figuren unbedingt lesenswert. Wer die ersten beiden Teile um das Unkrautland gelesen hat, sollte in jedem Fall auch zum dritten Teil greifen. Wer dies noch nicht getan hat, sind die ersten beiden Teile „Auf den Spuren der Nebelfee“ und „Das Geheimnis der schwarzen Hütte“ definitiv ans Herz zu legen, um diese genüsslich zu verschlingen.

Die Schwächen des dritten Bandes habe ich schnell verziehen und hoffe nun auf eine baldige Fortsetzung, um auch ein neues Geheimnis gelüftet zu sehen. Hoffentlich wieder in der alten Form des Autors.

Ein Besuch auf der [Homepage]http://www.unkrautland.com des Unkrautlandes lohnt sich übrigens immer!

Im Dezember 2012 wird „Auf den Spuren der Nebelfee“ als Taschenbuchausgabe vom CARLSEN Verlag veröffentlicht.

|Gebundene Ausgabe: 303 Seiten
ISBN-13: 978-3981317152
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 – 12 Jahre|
http://www.cleon-verlag.de
http://www.unkrautland.com

Downham, Jenny – Ich gegen Dich

_Inhalt_

Die 15-jährige Karyn hat in Tom ihren Traummann gefunden. Sie schwärmt für ihn und wünscht sich nichts mehr, als in seiner Nähe zu sein. Doch Tom ist alles andere als ein Traummann. Er ist ein Vergewaltiger. Im Alkoholrausch vergewaltigt er Karyn und zerstört ihre Jugend auf einen Schlag. Als Tom wieder bei klarem Verstand ist, ist er außer sich: Wie konnte so etwas nur passieren?

Auch Toms Familie kann nicht glauben, was er getan hat. Während seine Eltern die Sache verschweigen wollen, weiß seine Schwester Ellie nicht, wie sie reagieren soll – schweigen oder handeln? Bei Karyns Familie ist es dagegen anders: Mickey, ihr älterer Bruder, will Rache und versucht mit allen Mitteln, Tom ans Messer zu liefern. Doch dann kommt ihn Ellie, Toms Schwester, in den Weg und die beiden kommen sich näher, als ihnen anfangs lieb ist. Aus Hass wird Zuneigung, aber darf eine derartige Liebe existieren, wenn die Fronten so verhärtet sind?

_Eindruck_

Nach „Bevor ich sterbe“ ist „Ich gegen Dich“ der zweite Roman von Jenny Downham. Nachdem ich bereits von „Bevor ich sterbe“ eher mäßig begeistert war, wollte ich der Autorin noch eine weitere Chance geben. Sonderlich gelohnt hat es sich jedoch auch diesmal nicht. Dabei ist Jenny Downham nicht einmal eine schlechte Autorin. Mit ihren sensiblen und eindringlichen Themen trifft sie meinen Geschmack, aber dennoch bin ich mit der Umsetzung nicht zufrieden.

Jenny Downham beschreibt in „Ich gegen Dich“ ein sensibles Thema, dass sehr authentisch herübergebracht wird. Ihr Schreibstil ist schonungslos, direkt und lässt einen nicht kalt. Die Sätze sind recht kurz gehalten und ich hatte das Buch trotz der etwas kleineren Schrift schnell durchgelesen.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, ohne dabei in die Ich-Perspektive zu wechseln, was mir hier besonders gut gefallen hat, da man die meisten Charaktere dadurch gleichermaßen kennenlernt. Ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen sind zum Großteil nachvollziehbar, authentisch und haben mich zum Nachdenken und Kopfschütteln animiert.

Obwohl die Vergewaltigung und die Liebe im Vordergrund stehen, gibt es noch weitaus mehr in diesem Roman zu entdecken. So befasst sich das Buch u. a. auch mit dem Zusammenbruch der Familie, Alkoholsucht, die alltäglichen Teenagergedanken und jeder Menge Zwiespalt.

Bei der Ausarbeitung der Charaktere hat sich Jenny Downham besonders viel Mühe gegeben. Obwohl hier eine klare Aufteilung zwischen Täter und Opfer besteht, lernt man auch die guten und schlechten Seiten der jeweiligen Protagonisten kennen. Insbesondere Tom und Mickey haben mir hier gut gefallen.

Tom, der hier als Täter auftritt, wird von der Autorin verurteilt und als Bad Boy abgestempelt, dennoch lernt man auch seine anderen Seiten kennen, die ihn zwar nicht unbedingt sympathischer machen, aber dafür zum Nachdenken anregen. Beim Lesen habe ich mich sehr oft gefragt, was ihn dazu gebracht, so eine Tat zu begehen, obwohl er sonst eigentlich ein ganz normaler Teenager ist.

Genauso sieht es auch bei Mickey aus. Er kommt aus einem sozialen Brennpunkt, ist aber keinesfalls ein schlechter Mensch, hier gilt vielmehr: Harte Schale, weicher Kern. Er fühlt sich für seine Familie verantwortlich, ganz besonders für seine Mutter, die ein Alkoholproblem hat und seiner Schwester, die von Tom vergewaltigt wurde. Sein Zwiespalt wird gut dargestellt und ich habe ihm nahezu jeden Gedanken abgekauft. Seine Liebe zu Ellie wird authentisch dargestellt und wirkt alles andere als kitschig.

Die Covergestaltung ist dagegen ein einziger Flop. Ein so tiefgehendes, sensibles Thema erhält ein Butterbrot als Cover, dass so gar nichts mit der Geschichte zu tun hat. Das hätte man deutlich besser machen können, indem man z. B. das Cover der Originalausgabe (ein sich umarmendes Paar) verwendet hätte. Die Kurzbeschreibung lässt sich gut lesen und macht Lust auf mehr, allerdings kann man nach dieser Kurzbeschreibung auch nicht viel mehr erwarten, denn hierbei wird nahezu die gesamte Geschichte erzählt. Allzu große Überraschungen darf man hier nicht erwarten.

_Fazit_

Insgesamt hat Jenny Downham mit „Ich gegen Dich“ einen netten Roman mit einem interessanten Thema geschrieben, der aber schnell wieder vergessen ist. Manchmal reicht nett einfach nicht aus. Eine Kaufempfehlung spreche ich für Leser aus, die sich für Jugendbücher mit sozialen Brennpunkten und sensiblen Themen wie Vergewaltigungen, interessieren.

|Broschiert: 384 Seiten
Originaltitel: You Against Me
Ins Deutsche übertragen von Astrid Arz
ISBN 978-3570585030|
[www.randomhouse.de/carlsbooks]http://www.randomhouse.de/carlsbooks

George, Elizabeth – Sturmwarnung (Whisper Island 1)

_Becca King, die eigentlich Hannah Armstrong_ heißt, hat eine außergewöhnliche Gabe, sie hört die Gedanken anderer Menschen. Dieses Flüstern umgibt sie pausenlos. Lediglich ihre AUD-Box, die sie mit rauschenden Tönen ablenkt, unterbricht das ewige Flüstern. Beccas Stiefvater Jeff nutzt ihre Gabe hemmungslos aus, um Kunden über den Tisch zu ziehen.

Als Becca durch die Gedanken ihres Stiefvaters mitbekommt, dass er der Mörder seines Geschäftspartners ist, beginnt ihr Leben auf der Flucht.

Eine neue Haarfarbe, ein grausiges Make-up und der neue Name sollen Becca vor ihrem Stiefvater schützen. Mit ihrer Mutter Laurel reist Becca durch Amerika, das Ziel: Whitbey Island. Dort soll Becca bei der Freundin ihrer Mutter untertauchen bis Beccas Mutter ihr ein neues und sicheres Heim bieten kann. Doch auf der Insel angekommen muss Becca feststellen, dass sie nun auf sich selbst gestellt ist – die Freundin ihrer Mutter ist plötzlich verstorben … und das Handy von Beccas Mutter ist tot.

_Kritik_

Mit Whisper Island „Sturmwarnung“ hat die erfolgreiche Autorin Elizabeth George sich auf ganz neues Terrain begeben. Auf acht Teile ist die Reihe um die junge Becca King ausgelegt. Doch gelingt der Genre-Wechsel von erfolgreichen Krimis zu den Jugendbüchern?

An dem flüssigen Schreibstil der Autorin ist nichts zu bemängeln. Auch jungen Lesern dürfte es keine Probleme bereiten, der Geschichte zu folgen und die Zusammenhänge zu verstehen. In prägnanten Sätzen wird die Geschichte um die junge Protagonistin erzählt. Bildgewaltig beschreibt Elizabeth George die Schauplätze der Insel Whitbey Island. Hügelig und mit viel Wald stellt der Leser sich die Umgebung schnell bildlich vor. Auch die Idee um das Gedankenlesen ist originell beschrieben, Becca hört keine kompletten Sätze, sondern mehr Fragmente von dem, was die Menschen um sie herum denken. Diese sind allerdings teilweise so unzusammenhängend, dass es schwerfällt, dem Geschehen Aufmerksamkeit zu schenken. Dies geht nicht nur Becca so, auch der Leser bekommt schnell Probleme das Ganze schlüssig zu verfolgen. Viele Missverständnisse, die nie durch ein klärendes Gespräch geklärt werden und Andeutungen, die Andeutungen bleiben, machen es schwer bei der Stange zu bleiben. Viele interessante Ansätze bleiben schlicht auf der Strecke. Viele kleine Nebenhandlungen werden in den Plot eingestreut, ohne diesen zu bereichern oder ein rundes Gesamtbild zu darzustellen.

Im ersten Kapitel fängt die Geschichte spannend und vielversprechend an. Doch dann fällt die Spannung komplett weg und die Geschichte dümpelt bis zum Ende nur noch seicht vor sich hin. Erst auf den letzten Seiten baut sich etwas Spannung auf die dann in einem Cliffhanger endet. Obwohl es Ansätze gibt, die Spannung versprechen, werden diese nicht umgesetzt. Es passiert einiges in „Sturmwarnung“ aber leider nichts, was letztendlich über ein laues Lüftchen hinausgeht.

Gelungen bringt die Autorin die verschiedenen Probleme Jugendlicher mit in die Geschichte ein, sei es Drogenmissbrauch, Neid und Missgunst und weitere Themen, die junge Leser durchaus beschäftigen können. Zwar gehen diese kaum in die Tiefe und werden nur angerissen, aber immerhin wird hier keine heile Welt dargestellt, die es so nicht gibt. Besonders die jugendlichen Leser dürften sich hier angesprochen fühlen.

Erzählt wird die Geschichte um Becca und ihr paranormales Geheimnis aus der Perspektive eines neutralen Beobachters. Dieser konzentriert sich zwar meistens auf die junge Protagonistin, verliert aber auch andere wichtige Darsteller nicht aus den Augen.

Die Darsteller sind sehr eindimensional und wenig interessant konzipiert. Wobei sich allerdings einige Überraschungen hervortun.

Becca oder Hannah, wie sie wirklich heißt, ist leider sehr farblos und sogar etwas unsympathisch dargestellt. Auch entwickelt sie sich überhaupt nicht weiter. Ein Charakter, der sich aufgrund seiner fehlenden Definition kaum beschreiben lässt. Der Eindruck nach der letzten Seite ist kaum ein andere wie anfangs, Becca wirkt antriebslos, mit ihren Erfahrungen völlig überfordert und panisch. Hals über Kopf reagiert sie, ohne Rücksicht zu nehmen.

Echte Überraschungen waren dagegen Seth und sein Großvater, hier hat die Autorin gezeigt, was der Leser von ihr gewohnt ist. Vielschichtige und charakterstarke Persönlichkeiten, die trotz verschiedener Hindernisse nicht so schnell klein beigeben.

Weitere Darsteller wie Debbie, Diana, Hayley, Derric und auch Jenn hätten der Geschichte einiges zu bieten gehabt, da diese aber nur skizziert wurden und keine tieferen Eigenschaften vorweisen konnten, bleiben auch diese sehr blass. Bei weiteren sieben Bänden kann aber selbstverständlich noch sehr viel passieren.

_Autorin_

Elizabeth George ist eine der erfolgreichsten internationalen Autorinnen. Ihre Kriminalromane um Inspektor Thomas Lynley erreichen regelmäßig Spitzenplätze auf sämtlichen Bestsellerlisten und im Fernsehen laufen die Verfilmungen ihrer Bücher seit Jahren höchst erfolgreich. Elizabeth George unterrichtete viele Jahre lang an der Universität „Creative Writing“ und lebt heute auf Whidbey Island im Bundesstaat Washington, USA. Whisper Island – „Sturmwarnung“ ist der Start ihrer ersten Jugendbuch-Reihe, die auf eben dieser Insel spielt.

_Fazit_

Der Reihenauftakt von Whisper Island – „Sturmwarnung“ konnte leider nicht völlig überzeugen. Elizabeth George hat eine Vielzahl interessanter Ideen und das Zeug fantastische Romane zu schreiben. Trotzdem können die Pluspunkte wie die flüssige und bildreiche Sprache, die originelle Idee und die gut umgesetzte Stimmung die abwechslungslose Handlung und die farblose Protagonistin nicht überbieten.

Ich habe mir von der Geschichte sehr viel mehr erwartet und dies hätte eine spannende und äußerst unterhaltsame Geschichte werden können. Leider hat sich die Autorin irgendwo verrannt.

|Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
ISBN-13: 978-3863960018
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 – 16 Jahre
Originaltitel: The Edge of Nowhere|
[egmont-ink.de]http://egmont-ink.de

_Elizabeth George_ bei |Buchwurm.info|
[„Gott schütze dieses Haus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1993

Riggs, Ransom – Insel der besonderen Kinder, Die

|Gerade als ich mich an den Gedanken gewöhnte, dass dieses Leben keine Abenteuer für mich bereithalten würde, geschah etwas Seltsames. So wie alles, was einen für immer verändert, teilte es mein Leben in zwei Hälften: vorher und nachher. Und wie bei so vielen der außergewöhnlichen Dinge, die sich noch ereignen würden, war mein Großvater darin verwickelt.

Die Insel. Die Kinder. Das Grauen. Bist Du bereit für dieses Abenteuer?|

_Jacobs Großvater erzählte_ seinem Enkel keine weich gespülten Märchen, sondern von einer Insel auf der Kinder mit magischen Fähigkeiten leben und den Monstern die Jagd auf diese besonderen Kinder machen. In jungen Jahren glaubte Jacob seinem Großvater diese Geschichten noch, jedoch mit zunehmendem Alter tat er diese als Schauergeschichten ab. Trotz der Fotos, die Jacob zu sehen bekam, glaubte er nicht mehr an die geheimnisvolle Insel und ihre besonderen Bewohner.

Mittlerweile ist Jacob ein 15 Jahre alter Teenager und die alten Schauergeschichten sind schon fast in Vergessenheit geraten, bis zu dem Tag an dem Jacob seinen sterbenden Großvater findet. An diesem Tag sieht er zum ersten Mal ein schattenhaftes Monster. Seine Eltern und ein Psychologe versuchen Jacob diese Gedanken auszutreiben, doch die Hinweise mehren sich das die alten Schauergeschichten einen wahren Kern haben. So macht Jacob sich auf die Suche.

_Kritik_

„Die Insel der besonderen Kinder“ ist ein außergewöhnlicher Roman. Schon bei der Gestaltung des Covers wird ein Gruseleffekt deutlich, in düsteren Schwarz- und Grüntönen gehalten, ist ein schwebendes Mädchen zu sehen. Aber nicht nur auf dem Cover gibt es Gruseliges zu sehen. Durch den Autor und andere Sammler alter Fotografien sind viele dieser Bilder zu sehen und vor allem zu bestaunen. Neben den mystischen Bildern wird auch sonst Wert auf die Gestaltung gelegt. Die im Roman gezeigten Briefe sind tatsächlich handgeschrieben, wenn auch die Schrift nicht authentisch ist, in den 40 Jahren war die Handschrift schon anders, trägt dies dazu bei aus dem Roman etwas Besonderes zu machen. Dazu eine Aufmachung, die an ein älteres Buch denken lassen und die perfekte Bühne, für ein Buch, in dem es um Mysteriöses und Gruseliges geht, ist perfekt gelungen.

Ransom Riggs baut seine Geschichte um die teils sehr gruseligen Fotografien auf. Diese haben immer einen Bezug zur Erzählung und zeigen beispielsweise die Kinder und ihre besonderen Fähigkeiten. Die Fotografien sind untrennbar mit der Geschichte verbunden und der paranormale Plot des Autors bekommt so einen glaubwürdigen Ansatz. In einfacher Sprache beschreibt der Autor besonders die Umgebung auf der englischen Insel sehr greifbar und atmosphärisch. Sei es zu der heutigen Zeit oder auch die der vierziger Jahre, die bildliche Vorstellung gelingt spielend. Ebenfalls schafft es der Autor, eine düstere Stimmung zu vermitteln. Dies alles hätte Garant für einen gruselig düsteren Lesegenuss sei können, leider kommt es dann aber zu offenen Handlungssträngen, die sich im Verlauf kaum auflösen. Auch einige logische Fehler, beispielsweise taucht kein sprachlicher Konflikt auf, wobei in den vierziger Jahren ganz anders gesprochen wurde, fallen auf. Das sprachliche Bild hätte ebenfalls etwas gehobener ausfallen können, zumindest in der Vergangenheit, um die Unterschiede der Zeiten deutlich zu machen.

Nach einem spannenden Prolog fällt die Spannung fast ins Bodenlose. Zwar kommt es immer mal wieder zu einem gruselig spannenden Hock und zum Ende schafft es der Autor sogar die Spannung über ein paar Seiten zu halten, dennoch plätschert die Geschichte zumeist seicht dahin. Hauptsächlich die Neugier und das Hoffen auf einen mystisch gruseligen Punkt in dem Roman halten bei der Stange. Zum Ende wird die Spannung dann deutlich angezogen und endet offen, eine Fortsetzung ist für 2013 geplant und bis dahin werden wir Leser wohl auf das Schlüsselerlebnis warten müssen.

Ein absoluter Pluspunkt ist die Perspektive, aus der die Geschichte erzählt wird. Der männliche Protagonist Jacob erzählt seine Erlebnisse aus seiner Sicht. Gefühle und Ängste dieses Charakters werden so gut deutlich gemacht. Auch das ein männlicher Protagonist in den Vordergrund rückt ist dünn gesät und somit ein Vorteil. Hier werden nicht nur weibliche Leser angesprochen, sondern auch und besonders männliche Jugendliche.

Die Figurenzeichnung ist einfach gehalten und in gut und böse unterteilt. Verschiedenen Graustufen gibt es leider nicht und so sind die Charaktere recht blass und in ein schwarz-weißes Schema gehalten.

Die lebendigste Figur ist der Protagonist Jacob. Vom Verhalten authentisch reagiert er mit großer Trauer, als sein geliebter Großvater stirbt. Die Zeit danach ist glaubwürdig geschildert. Schnell wird Jacob den Lesern sympathisch und man hofft, dass Jacob die Geheimnisse um seinen Großvater auflöst.

Wichtige Figuren, wie die verschiedenen paranormalen Kinder, stützen sich bevorzugt auf die Fotografien und werden kaum näher beschrieben. Hintergrundgeschichten gibt es fast überhaupt nicht. Auch auf die magischen Fähigkeiten wird kaum eingegangen. Etwas stutzig macht auch die Tatsache, dass die Kinder zwar seit gut 70 Jahren tagtäglich den gleichen Tag erleben und dieses bewusst, dabei aber vom Verstand nicht altern. Da gibt es Kinder, die zu Beginn der Zeitschleife zwar noch wirklich kein waren, sich 70 Jahre später aber immer noch genauso kindlich verhalten. Hier wäre es schön gewesen, wenn diese etwas an Reife gewonnen hätten.

Auch andere Figuren blieben suspekt, ob Jakobs Eltern, die Heimleiterin und auch das grauenvolle Böse ist kaum deutlich gemacht.

_Autor_

Ransom Riggs wuchs in einem kleinen Fischerdorf im südlichen Florida auf, einer Region, in der sich viele Amerikaner zur Ruhe setzen. Um nicht vor Langeweile zu sterben, begann er, in Musikbands zu spielen und mit seinen Freunden Filme zu drehen. Später studierte er in Ohio und Los Angeles Literatur und Filmproduktion. Ransom Riggs dreht heute Werbefilme für Firmen wie Absolut Vodka und Nissan und arbeitet als Drehbuchautor, Journalist und Fotograf. Mehr Informationen finden sich auf seiner Website: [www.ransomriggs.com]http://www.ransomriggs.com

_Fazit_

Mit seinem Romandebüt „Die Insel der besonderen Kinder“ hat der Autor Ransom Riggs auf jeden Fall bewiesen, dass er fantastische Ideen und Ansätze hat. Leider hapert es noch ein an der Umsetzung. Auf jeden Fall ist dieser paranormale Roman nicht nur der weiblichen Leserschaft gewidmet, sondern spricht besonders auch die männlichen an.

Das Gesamtbild des Romans ist auf jeden Fall etwas Besonderes, von schaurigen Bildern unterstützt bildet sich doch recht schnell mal eine Gänsehaut beim Zusammenspiel von Lesen und Gucken. Der Fokus in dem Roman „Die Insel der besonderen Kinder“ liegt auf den alten Aufnahmen aus der Kinderzeit der Fotografie. Diese wurden kaum bis gar nicht nachbearbeitet und da kann dem Leser schon mal ein Schauer den Rücken herunter laufen.

|Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
ISBN-13: 9783426283684
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 16 Jahre
Originaltitel: Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children|
[www.pan-verlag.de]http://www.pan-verlag.de/startseite