Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

James Dashner – Die Auserwählten – Im Labyrinth (Maze-Runner 1)

Die Maze-Runner-Romane:

01 „Die Auserwählten – Im Labyrinth“
02 „Die Auserwählten – In der Brandwüste“
03 „Die Auserwählten – In der Todeszone“

Die Handlung:

Sein Name ist Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Und er ist an einem bizarren Ort gelandet: Eine Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth. Doch er ist nicht der Einzige. Zusammen mit fünfzig Jungen, denen es genauso geht wie ihm, sucht er einen Weg in die Freiheit. Der führt durch das Labyrinth, dessen gewaltige Mauern sich Nacht für Nacht verschieben und in dem mörderische Kreaturen lauern. Doch gibt es wirklich einen Weg hinaus? Ist das Ganze eine Prüfung? Und wer hat sich dieses grauenvolle Szenario ausgedacht? Den Jungen bleibt nicht viel Zeit, um das herauszufinden. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Der Hörer wird direkt in die Verwirrung geworfen. Thomas hat keine Ahnung, was los ist, der Hörer auch nicht. Geschickt bindet der Autor den Hörer an die Hauptfigur, indem sich Thomas nicht nur an einem ihm unbekannten Ort wiederfindet, sondern von den anderen Jungen mit Wortneuschöpfungen bombardiert wird. Die hat auch der Hörer noch nie gehört und sie fügen sich auch nach mehrmaligem Hören nicht wirklich angenehm in die Geschichte ein. Als ob der Autor keine echten Flüche verwenden wollte und sich lieber neue Wörter ausgedacht hat, aus Gründen des Jugendschutzes.

Aus Thomas und dem Hörer wird schnell ein Team, das mehr über diesen seltsamen Ort erfahren will, um schnellstmöglich von dort wieder verschwinden zu können. Leider geht sehr schnell aber auch die Langeweile los. Die anderen Jungs sind teilweise schon zwei Jahre auf der Lichtung im Labyrinth und haben so gut wie nichts rausgefunden. Auch die „mörderischen Kreaturen“, die im Labyrinth lauern, sind nicht wirklich furchterregend, weil schnell erklärt.

Thomas und die anderen finden während der Geschichte auch nicht wirklich viel über das Labyrinth heraus, geschweige denn darüber, wer sie sind, was sie da sollen und wer sie dort hingebracht hat. Stunden des Hörens später erinnert sich Thomas dann plötzlich und praktischerweise an vieles und erzählt den anderen Jungs und dem Hörer mehr oder weniger alles, was sie wissen wollten. Dies hätte zu jedem Zeitpunkt im Buch passieren können und stellt keine Entwicklung dar.

Auch der Tod von einigen Jungs geht dem Hörer nicht wirklich nahe, da sie allesamt recht blass und eindimensional entworfen sind. Da baut sich keine Empathie auf. Am Ende erfährt man dennoch, warum Thomas und die anderen im Labyrinth eingesperrt waren und wird mit einem kleinen Cliffhanger auf den nächsten Band vorbeiretet.

Mein Hör-Eindruck:

Wie erhofft und gewohnt, schafft es David Nathan, den Hörer direkt in die Geschichte zu ziehen und ihn festzuhalten. Nathans Art, die Charaktere unterschiedlich zu sprechen ist angenehm im Ohr. Er verändert hier nicht seine Tonlage oder legt alberne künstliche Akzente auf, er ändert einfach nur seine Art zu sprechen, den Umgangston der Stimme. So lassen sich die unterschiedlichen Figuren gut voneinander trennen, ohne dass sie negativ auffallen.

Wenn die Jungs miteinander reden, ob hitzig oder scherzend, zeigt Nathan seine Talente als Synchronsprecher. Er liest seinen Text nicht nur runter, er erfüllt ihn mit Leben und das schafft ein spannendes Kopfkino beim Hörer. Seine einzige Schwäche ist der beschreibende Text, der klingt fast immer gleich, wenn er ihn vorliest. Und hier klingt es dann auch eher wie ambitioniert vorgelesen und nicht wie erzählt. Da fehlt die Dramatik des Textes, den er grad vorträgt.

Der Sprecher:

David Nathan, die deutsche Stimme von u. a. Christian Bale und Johnny Depp, gehört zu den gefragtesten Hörbuchsprechern Deutschlands. Für Random House Audio hat er zuletzt die Hörbücher zu Guillermo del Toros „Die Saat“ und „Das Blut“ und Justin Cronins „Der Übergang“ gesprochen. (Verlagsinfo)

Die Ausstattung:

Die sechs CDs stecken in Einschüben einer aufklappbaren Papptasche. Auf den Einschüben sind Infos zu Autor und Sprecher abgedruckt und das Booklet ist ein Faltblatt mit Verlags-Werbung.

Außergewöhnlich ist die ungewöhnlich hohe Anzahl der Tracks pro CD, es sind über 20. Die insgesamt 144 Tracks sind allesamt um die drei Minuten lang.

Der Autor

James Dashner ist ein amerikanischer Autor, der sich auf den Bereich Fantasy spezialisiert hat. Er schreibt für junge wie auch erwachsene Leser und hat bereits drei Buchreihen veröffentlicht. Seine Maze Runner-Serie besteht derzeit aus zwei Romanen, die beide zu Bestsellern wurden.

Mein Fazit:

Die Grundidee ist interessant, aber die Umsetzung ist leider nicht so spannend geworden. Einfache Charaktere, die sich so wenig weiterentwickeln wie die Handlung selbst und ein Held, der sich irgendwann plötzlich an vieles erinnert und so alles auflöst. Das ist zu einfach, auch für einen Jugendroman.

Eine knapp drei Minuten lange Hörprobe bietet der Verlag hier an: http://www.hoerbuch-hamburg.de/elbe/download/audio/hoerprobe/mp3/9783867420860.mp3 im MP3-Format zum Download an.

Gekürzte Lesung auf 6 Audio-CDs
Laufzeit: ca. 7:51 Std.
Originaltitel: The Maze Runner
Aus dem Amerikanischen von Anke Burger
Gelesen von David Nathan
Vom Verlag empfohlenes Höralter: Ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-86742-086-0
www.hoerbuch-hamburg.de/web/hbhh/silberfisch

Der Autor vergibt: (2/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

Wolfgang und Heike Hohlbein – Anders 2: Im dunklen Land (Lesung)

Nachdem Anders‘ und Kats Flucht über die Berge ihr jähes Ende vor einer unüberwindlichen Betonmauer fand, wurden sie endlich doch noch von dem sie verfolgenden Elder eingeholt. Kat liegt in tiefer Bewusstlosigkeit, doch Anders muss sich dem Krieger stellen. Doch was sich unter dem schweinsgesichtigen Helm verbirg ist nicht etwa die erwartete pervertierte Mutation eines Schweines, sondern ein Wesen mit edlen Gesichtszügen und – Anders glaubt es kaum – spitzen Ohren.

Der Elder und seine Familie nehmen Anders (der weiterhin etwas Besonderes in diesem unbegreiflichen Land zu sein scheint) und – widerstrebend – auch Kat auf und bringen sie nach Tiernan, der Stadt der Elder, wo sie sich „Oberons Rat“, dem Triumvirat der Elder, stellen müssen. Kats Herkunft und Eigenart als sogenannter Tiermensch wird verschleiert, und Anders stößt erneut auf keine Antworten, sondern nur auf Hinhaltetaktiken – ja, die Elder wollen ihn gar mit einer der menschlichen Dienerinnen verkuppeln, um ihn an sich zu binden.

Bei seinen geheimen Streifzügen, durch die Anders erstens einen Fluchtweg finden will und zweitens Informationen über diese nicht offiziell existierende Enklave sucht, entdeckt er, dass auch Tiernan ein verfallenes und verlassenes Produkt „seiner“ Menschen ist: Bunkeranlagen, verlassene Büros, zerstörte Laboratorien … Hier scheinen geheime Experimente gehörig schief gegangen zu sein! Doch als er von den Elder nur hingehalten wird, diese sich brutal an Kats Sippe vergehen und Kat ausgewiesen werden soll, kommt es zum Desaster, bei dem Anders fast einen Elder tötet und – zu ihrem scheinbaren Bedauern – einem langwierigen Gottesurteil ausgesetzt wird …

Die Geschichte bezweckt vor allem eins: Ein unglaubliches Geheimnis der realen Welt, bei dem ein schiefgelaufenes, absurdes Experiment vertuscht werden soll, aufzudecken und dabei den Helden durch möglichst haarsträubende Abenteuer zu schicken, aus denen er trotz seiner jugendlichen Trotz- und Großmäuligkeit schließlich und stets erfolgreich hervorgeht. Dem erwachsenen Hörer fällt ziemlich deutlich auf, wie unsinnig das Verhalten der Elder ist, wenn sie Anders an der langen Leine verhungern lassen und nicht einmal versuchen, ihm ihr Leben zu erklären. Sie arbeiten regelrecht daran, seine Widerspenstigkeit zu schüren und ihn zum Kontern zu animieren, obwohl sie ihn eigentlich halten wollen. Natürlich ist das ein strategisches Hilfsmittel der Autoren, die Geschichte über die vielen Bände auszudehnen und den Hörer mit der interessanten Welt zu binden, durch die sich Anders bewegt und in der er immer neue Rätselteile entdeckt, die gelöst werden wollen. Da sie dabei einen schmalen Grat beschreiten zwischen Empörung über die Hinhaltetaktik und Interesse an der Fortsetzung, rechnen sie offenbar mit dem Sog einer einmal begonnenen Geschichte, die man normalerweise nicht wegzulegen anstrebt, bis man ihr Ende kennt.

Der zweite „Anders“-Roman beginnt ungefähr genau dort, wo der erste Band endetet, nur erfährt man sofort, dass sich hinter den Schweinsmasken keine brutalen Schlächter, sondern charismatische Wesen mit den typischen Akzenten elbischer Charaktere verbergen. Sie sind hochgewachsen, haben spitze Ohren und edle Gesichtszüge und einen messerscharfen Verstand – und sind Meister der Intrige und Verschleierungstaktik, wie sich hier wieder zeigt, denn Anders – und mit ihm der Hörer – wird weiter im Dunkeln gelassen und erfährt so gut wie keine neuen Informationen.

Einen jugendlichen Hörer mag das nicht weiter stören, wenn die Geschichte drum herum spannend erzählt ist, doch verärgert es den wissbegierigen doch zusehends, wenn man in der Geschichte eigentlich kaum voranschreitet. Weiterhin bleibt Anders‘ überragende Intelligenz unbemerkt, deutlich zu Tage tritt dagegen sein hitzköpfiges Temperament, von dem bei seiner Selbstvorstellung in Band 1 nichts erwähnte. War er im ersten Teil noch der sympathische Junge, macht er sich mehr und mehr unbeliebt, und das nicht nur bei den Elder …

Hörenswert ist die Geschichte allemal, denn trotz der Mängel an der Informationsvermittlung, gelingt es den Autoren, ihre Welt interessant zu machen, und der Sprecher Bernd Stephan hat keinen geringen Anteil an der fließenden und unterhaltenden Atmosphäre, die die Aufmerksamkeit des Hörers durchaus zu binden vermag. Insgesamt dürfte der jugendliche Hörer gierig nach der nächsten Folge greifen, um das Schicksal des eingeschlossenen Anders mitzuerleben, doch täte eine energischere Raffung der Geschichte nur gut.

4 Audio CDs
Spieldauer: 4:51 Std.
ISBN-13: 978-3833721199
Gelesen von Bernd Stephan

Der Autor vergibt: (3/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (3 Stimmen, Durchschnitt: 1,67 von 5)

Perry Rhodan – Raumschiff Erde (Silber Edition 76, Teil 3 von 4)

Raumschiff Erde:

Teil 1: 336 MB, 4:01 h, 48 Tracks
Teil 2: 381 MB, 4:33 h, 56 Tracks
Teil 3: 335 MB, 4:00 h, 46 Tracks
Teil 4: – erscheint am 26.04.2011 –

Die Handlung:

Im Jahr 3459. Die Völker der Milchstraße ächzen unter dem Joch der Konzilsherrschaft. Die Laren und ihre willfährigen Helfer, die Überschweren, beherrschen dank ihrer überlegenen Technik die gesamte Galaxis. Das Solare Imperium ist wie alle übrigen Sternenreiche zusammengebrochen. Unter Aufbietung aller Kräfte gelang es der Menschheit aber, zumindest ihre Heimat, das Solsystem, dem Zugriff der Eroberer zu entziehen. Ein gewaltiges Schirmfeld hüllt die Sonne und ihre Planeten ein, hält sie mehrere Minuten in der Zukunft, unerreichbar für die feindlichen Flotten. Doch Perry Rhodan weiß, dass die Zuflucht in der Zeit nicht von Dauer sein kann. Zu überlegen ist die Technik der Laren, zu erdrückend ihre Übermacht. Die Menschheit benötigt ein neues Versteck – und in Perry Rhodan reift ein Entschluss, der die Geschicke der Menschheit und der Erde für immer verändern wird … (Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 76| )

Dieser Teil:

KOBOLD soll ins SOL-System abgestrahlt werden. Vorher wird noch nach demjenigen gesucht, der die dazu benötigten Daten verändert hat, um das Ganze zu sabotieren. Im USO-Stützpunkt „Potari-Pano“ hetzt ein durch Gerüchte und Unwissenheit fehlgeleiteter Wissenschaftler gegen Perry Rhodan und zerstört letztendlich die Basis.

Mein Hör-Eindruck:

Nach dem wirklich packenden Teil vor drei Wochen gibts dieses Mal die Handbremse. Erst wird meines Erachtens nach künstlich gestreckt nach dem Saboteur der Abstrahldaten gesucht. Und dann gibts Brülltiraden vom Hetz-Wissenschaftler Dr. Ammun.

Hier hat Jacobs wenig Gelegenheit, um zu glänzen. Viele Dialoge und Gespräche durchziehen diesen Teil der |Silber Edition|. Nur gegen Ende, wenn er als aufgeregt hetzender Dr. Ammun loslegen kann, bietet ihm das Skript ein wenig Sprach-Action. Das allerdings geht manchmal ein wenig auf die Nerven, aber, wenn im Skript steht, dass er ständig brüllen soll, dann kann sich der Hörer nicht beschweren, nur leiser drehen.

Tom Jacobs interpretiert den Mutanten Ribald Corello nicht immer durchgängig gleich, was manchmal zu Verwechslungen mit seiner Version von Gucky führen kann. Ansonsten liefert er souverän ab und holt aus der Geschichte heraus, was ihm möglich ist.

Alles in allem passiert halt sehr wenig. In diesem Teil werden nur Weichen gestellt, es wird sehr viel geredet (oder gebrüllt), aber Action gibts überhaupt keine. Der einzig halbwegs interessante Teil war der Ausflug des Vario-500-Roboters in seiner Anson Argyris Maske.

Die Effekte – Der Hintergrund

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund, der wird er aber auch gern mal spontan mitten in einem Track verlegt. Dieser Teppich fällt manchmal kaum, manchmal gar nicht und manchmal stark auf, weil er in der Lautstärke variiert, was dann teilweise den Sprecher unterstützt oder von ihm ablenkt.

Die MP3s

Die Qualität der MP3s entspricht dem derzeitigen Eins-A-Medien-Standard: 192kbps, 41,1kHz und Joint Stereo. Die 48 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch die Namen der an diesem Teil der |Silber Edition| beteiligten Autoren, H. G. Ewers und Ernst Vlcek, werden im ID3-Tag erwähnt. Dieses Mal ziert die grafisch aufgehellte Front von Band 668 „Countdown für Terra“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.

Mein Fazit:

Viel Reden, viel Vorbereiten, wenig Action. Dieser Teil zieht sich und wirkt teilweise künstlich gestreckt. Tom Jacobs rettet mit seiner Sprecherleistung, was zu retten ist.

MP3-Download mit ca. 335 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:00 h
Anzahl der Tracks: 46
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 9783939648956
www.einsamedien.de
www.perry-rhodan.net

Hinweis: Die Silber Edition 76 wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 26. April 2011 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.

Scheunemann, Frauke – Katzenjammer (Lesung)

_Wieder erzählt der kleine Dackel Herkules_ von den Irrungen und Wirrungen zwischenmenschlicher Beziehungen und verliebt sich selbst unsterblich in die Golden-Retriever-Hündin Cherie.

Gerade denkt Herkules, dass nun das Happy End vollkommen ist, sein Frauchen zieht mit ihm zu dem Tierarzt Marc und seiner süßen Tochter Luisa. Nur sein bester Freund, der erfahrene Kater Herr Beck bleibt dem Ganzen gegenüber skeptisch. Nicht nur, dass sein Freund Herkules nicht mehr im gleichen Haus wohnt, auch argwöhnt Herr Beck das Happy End könne es gar nicht geben. Schließlich hat er bei seinem alten Herrchen, einem Anwalt, genug mitbekommen.

Erst einmal scheint aber alles bestens und bei einem Spaziergang begegnet dann auch Herkules der großen Liebe, der wunderschönen Golden-Retriever-Dame Cherie verdreht Herkules völlig den Kopf. Allerdings scheint diese an einer Beziehung zu dem nur halb so großen Herkules kein Interesse zu haben.

Als sich dann auch noch im trauten Heim Komplikationen bemerkbar machen, hat Herkules wieder alle Pfoten voll zu tun …

_Kritik_

Wieder hat Frauke Scheunemann einen bezaubernden Roman aus der Sicht des Dackels Herkules geschrieben. Auch in „Katzenjammer“ erzählt Dackel Herkules von den Irrungen und Wirrungen menschlicher Beziehungen und erlebt dabei selbst, wie es ist, unsterblich verliebt zu sein.

In gewohnt locker leichter Manie erzählt die Autorin die Geschichte des kleinen Dackels. Der flüssige Erzählstil lässt sich leicht verfolgen und die charmante Erzählung aus der Sicht eines Vierbeiners weiß zu verzaubern. Beim Zuhören erwartet man mit Spannung, was sich Herkules und sein Freund Herr Beck als Nächstes ausdenken, um den Zweibeinern wieder auf die Sprünge zu helfen. Aber nicht nur seine zweibeinige Familie benötigt einen Stups in die richtige Richtung, auch der liebeskranke Herkules braucht die Hilfe seines Freundes. So einfach wird es schließlich nicht sein, die viel größere Cherie auf sich aufmerksam zu machen. Den Spannungsbogen hält Frauke Scheunemann bis zum Schluss aufrecht und der Hörer hofft, dass sich doch noch alles zum Guten wendet, für Carolin sowie auch für Herkules selbst.

Auch in „Katzenjammer“ wird die Geschichte aus Herkules‘ Perspektive geschildert, dieses macht das Hörbuch zu etwas ganz Besonderem. Schließlich weiß nur der beste Freund des Menschen, wie schwer wir es uns gerne selber in Beziehungsdingen machen. Herkules verzweifelt da nicht nur einmal. Wirklich drollig ist auch Herkules‘ Verliebtsein umgesetzt, von „himmelhoch jauchzend“ bis „zu Tode betrübt“ macht Herkules alle Facetten des Verliebtseins durch.

Mittlerweile kann Herkules mit den verschiedenen menschlichen Begriffen etwas anfangen und so werden die Dialoge, die er führt, wenn auch von seinen Menschen nicht gehört, authentischer.

Die Zeichnung der Protagonisten ist gewohnt liebevoll und ansprechend, nicht nur Herkules muss der Leser einfach lieben, auch Herr Beck, die kleine Luisa, Carolin und Marc sind sehr sympathisch und lebendig gezeichnet. Ein Wiedersehen gibt es auch mit Carolins Freunden Nina und Daniel. Neu in Herkules‘ Welt ist Marcs Ex-Frau Sabine, die ihren Ex-Mann nun zu gerne zurückhätte und so für einige Turbulenzen sorgt.

_Vertonung_

Heikko Deutschmann liest die Geschichte um Herkules mit einer so vollkommenen Betonung, dass der Hörer ihm sogar das beschriebene Schwanzwedeln durchaus abnimmt. Souverän und mit einem Schmunzeln in der Stimme erzählt Heikko Deutschmann von den Wirren der zwischenmenschlichen Beziehungen.

Herkules hat hier eine Stimme bekommen, die wie gemacht ist für den nun selbst verliebten Dackel. Die passende Betonung sorgt zudem auch dafür, dass traurige Szenen keinesfalls ins Lächerliche abdriften.

_Fazit_

Das Hörbuch „Katzenjammer“, geschrieben von Frauke Scheunemann und gelesen von Heikko Deutschmann, entführt die Hörer wieder tief in die Gedankengänge unserer vierbeinigen Freunde. Genauso kann man sich vorstellen, denken Hund und Katze über ihre innig geliebten Menschen.

Während die Autorin einen humorvollen und bezaubernden Roman geschaffen hat, wurde die Vertonung mit Heikko Deutschmann perfekt umgesetzt. Mit seinem, zu Herkules passenden Timbre und der angemessenen Betonung macht dieses Hörbuch einfach nur Spaß!

Auch hier kann ich wieder sagen: „Bitte mehr davon“ und auch dieser Wunsch soll nicht allzu lange unerfüllt bleiben. Nächstes Jahr soll es noch mal ein „Wiederhören“ mit Herkules geben, auf das ich mich schon jetzt freue.

_Autorin_

Frauke Scheunemann, geboren 1969 in Düsseldorf, ist promovierte Juristin. Sie absolvierte ein Volontariat beim NDR und arbeitete anschließend als Journalistin und Pressesprecherin. Seit 2002 ist sie freie Autorin und schreibt zusammen mit ihrer Schwester Wiebke Lorenz unter dem Pseudonym „Anne Hertz“ sehr erfolgreich Romane.

Frauke Scheunemann ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in einem alten Pfarrhaus in Hamburg.

_Sprecher_

Heikko Deutschmann, der 1962 in Innsbruck geboren wurde, ist ein gefragter Schauspieler und Sprecher. Er studierte in der ersten Hälfte der 1980er Jahre Schauspiel an der Hochschule der Künste in Berlin, wo er von der Schaubühne engagiert wurde. Anschließend wurde das Hamburger Thalia Theater die berufliche Heimat von Heikko Deutschmann. 1995 folgte der Wechsel zum Fernsehen. Durch die Hauptrolle in der Serie „Der Mond scheint auch für Untermieter“ wurde Heikko Deutschmann einem größeren Publikum bekannt. Nachdem er im Theater in Stücken von Shakespeare bis Brecht mitspielte, wirkte er als Schauspieler in vielen bekannten Fernsehfilmen und Fernsehreihen mit, etwa in der Verfilmung des Strittmatter-Romans „Der Laden“ sowie mehreren „Tatort“-Folgen, um nur einige zu nennen. Außerdem machte sich Heikko Deutschmann einen Namen als versierter Sprecher von Hörbüchern. In zahlreichen Hörbüchern erklingt die Stimme von Heikko Deutschmann. U. a. vertonte er den Bestseller „Limit“ von Frank Schätzing.

|Gekürzte Lesung
3 Audio-CDs, Laufzeit: ca. 210 Minuten
ISBN-13: 978-3837105582|
[Verlagshomepage]http://www.randomhouse.de/randomhouseaudio/

_Frauke Scheunemann bei |Buchwurm.info|_
[„Dackelblick“ (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6989

Jonathan Stroud – Das Amulett von Samarkand (Bartimäus 1)

Die Bartimäus-Trilogie:

Band 1:  „Das Amulett von Samarkand“
Band 2:  „Das Auge des Golem“
Band 3: „Die Pforte des Magiers“
Band 4: „Der Ring des Salomo“

Als Hörspielversion ist leider nur der erste Band erschienen.

Die Handlung:

„Dämonen sind überaus heimtückisch. Sie fallen dir in den Rücken, sobald sich ihnen auch nur die geringste Gelegenheit dazu bietet. Hast du verstanden?“

Und ob Nathanael verstanden hat. Er weiß genau, was es mit der Macht von Dämonen auf sich hat. Aus diesem Grund hat er sich ja für Bartimäus entschieden, den 5.000 Jahre alten, ebenso scharfsinnigen wie spitzzüngigen Dschinn. Nathanael braucht einen mächtigen Mitspieler für seinen Plan, denn er will sich rächen! Der Auftrag an Bartimäus ist klar: Er soll das Amulett von Samarkand stehlen, das im Besitz von Simon Lovelace ist.
Doch Nathanael weiß nicht, wie wertvoll und mächtig dieser Gegenstand ist und sieht sich schon bald in einem Strudel gefährlicher Ereignisse. Der Kampf gegen das Böse nimmt seinen Lauf. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Eigentlich sollte die Trilogie rund um Bartimäus aus drei Büchern bestehen. Dann spendierte Stroud aber fünf Jahre nach Erscheinen des dritten Bandes noch einen vierten, der als Prequel dient. Die vier Bücher sind auch alle bereits auf Deutsch erschienen und vorgelesen wurden sie auch schon. Martin Semmelrogge sprach den ersten, Gerd Köster die weiteren Bände.

Nun wurde der erste Band vom SWR als Hörspiel umgesetzt und um die Weihnachtszeit 2010 im Radio in drei Teilen ausgestrahlt. Kein leichtes Unterfangen, aber dem öffentlich rechtlichen Rundfunk ist in ferner Vergangenheit auch schon eine tolle Umsetzung vom „Herrn der Ringe“ und vor einiger Zeit auch Tad Williams‘ „Otherland“-Romanen als Hörspiel gelungen, warum also nicht auch „Bartimäus“?

Die Geschichte ist einfach, aber spannend und vor allem so erzählt, dass der Hörer nach drei CDs dieses gemeine „Wie? Schon Schluss?“-Gefühl hat. Die Dynamik zwischen den beiden Dickköpfen Nathanael und seinem zwangsverpflichteten Dämon Bartimäus ist großartig. Anfangs traut keiner dem anderen und am Ende arbeiten sie sogar zusammen. Und die ganze Zeit ist der Hörer mit dabei und fiebert mit.

Schön ist auch, dass die Geschichte wirklich abgeschlossen ist und nicht wie bei vielen anderen Startbänden viele Fragen offenlässt.

Das Hörerlebnis:

Alles beginnt mit einer Persiflage, einer Cover-Version mit eigenem mit dem Hammer gereimtem Text oder einer tatsächlich ernstgemeinten Eigenkomposition, ich konnte mich nicht entscheiden. Die Musik erinnert stark an die NINE INCH NAILS und der Gesang extrem an RAMMSTEIN. Und die Frage ist, ob die vom Verlag angepeilte Zielgruppe des Buchs, die 10-Jährigen, das so lustig findet wie der geneigte erwachsene Hörer. Sämtliche Musiken während des Hörspiels, die Geräusche und auch die Akteure verhalten sich hingegen kindgerecht, da passt die Titel- und Abspannmusik so gar nicht dazu.

Erzählt wird die Geschichte von zwei Sprechern, was auch ungewöhnlich für ein Hörspiel ist. Die Geschichte aus der Sicht von Nathanael wird von einer Frauenstimme erzählt, wohl, weil man dem Sprecher des Jungen diese Rolle nicht zugetraut hat, anders kann ich mir das nicht erklären. Bartimäus hingegen darf seinen Handlungsfaden selbst erzählen.

Dass dies eine auf CD gepresste Radioproduktion ist, die ursprünglich in drei Teilen gesendet wurde, fällt auf. Jede CD entspricht einer Sendung und wurde auch nach der Ausstrahlung offenbar nicht noch einmal nachbearbeitet. So gibt es am Anfang von CD 2 und 3 jeweils eine Zusammenfassung des gerade Gehörten. Unnötig, wenn man das Hörspiel am Stück hört, was bei der Länge von etwas über 2,5 Stunden sicherlich einige Hörer tun werden.

Was das Radiohörspiel auch ausmacht, ist der Tausch von Geräuschen gegen Hintergrundmusik. Im Gegensatz zu „normalen“ Hörspielen gibt es hier fast ständig irgendeine Hintergrundmusik als Unterlage zu den Dialogen serviert. Geräusche gibt es auch, aber eher im Stil einer inszenierten Lesung. Das ist ein Stilmittel, kein Verlust, denn der Stimmung und Spannung tut das keinen Abbruch.

Wenn es aber Effekte gibt, dann sind sie wirklich richtig gut gewählt. Ist Bartimäus als Fliege unterwegs, so hat der Hörer aufgrund der gewählten Stereo-Effekte tatsächlich das Gefühl, ein Brummer würde ihm den Hörspaß vermiesen wollen. Und wenn ich „der Hörer“ schreibe, dann meine ich mich … ich hatte Kopfhörer auf und wirklich gedacht, es würde eine Fliege um meinen Kopf herumschwirren.

Der Hörer bekommt es hier mit erstaunlich vielen Sprechern zu tun. Wenn man mal einen Moment unaufmerksam ist und nicht richtig zuhört, könnte man den Überblick verlieren. Die Geschichte konzentriert sich aber im Wesentlichen eh auf Bartimäus und Nathanael, von daher kann man diese beiden Stimmen leicht wiedererkennen.

Alle Sprecher bieten durch die Bank eine sehr gute Leistung. Meine Hochachtung gilt besonders dem jungen Nathanael, Kai Gies, der eine altersgerecht tolle Darbietung präsentiert und die weit entfernt ist von einem Vorlesewettbewerb. Und auch Andreas Mannkopff als Bartimäus ist grandios.

Die Sprecher:

Gleich 24 Sprecher sind im Booklet aufgelistet und einige davon sprechen sogar mehrere Rollen:

Andreas Mannkopff = Bartimäus
Christian Redl = Simon Lovelace
Kai Gies = Nathanael
Anton Kurth = Nathanael als 6-Jähriger
Carmen-Maja Antoni = Erzählerin
Klaus Manchen = Mr Underwood
Christine Davis = Mrs Underwood
Isabella Archan = Miss Lutyens
Birgit Bücker = Amanda Cathcart
Karim Cherif, = Kobold / Nittles
Martin Hug = Faquarl
Andreas Szerda = Adlerschnabel / Utukku / Jabor
Jo Jung = Beamter / Protokollarius
Elena Jesse = Kitty
Alexander Schank = Joe / Zeitungsjunge / Squalls junior
Achim Hall = Stierkopf / Slayer / Ramuthra
Berthold Toetzke = Maurice Schyler
Berth Wesselmann = Rufus Lyme
Horst Hildebrand = Carter
Ernst Konarek = Sholto Pinn / Squalls /John
Hubertus Gertzen = Simpkin
Bodo Primus = Ruper Devereaux
Gertraud Heise = Jessica Whitwell
Luce Erdmann = Kleines Mädchen

Die Ausstattung:

Die drei CDs sind farblich passend zum Cover der Jewel-Case-Box bedruckt. Das Booklet ist eine aufklappbare Doppelseite, die noch einmal den Inhalt der Geschichte umreißt, Infos zum Autor gibt und die Sprecher und ihre Rollen auflistet.

Die Reihe:

Es gibt noch drei weitere |Bartimäus|-Bücher, die auch bereits als Hörbuch erhältlich sind. Ob der SWR plant, auch die weiteren Bände als Hörspiel zu bearbeiten, ist nicht bekannt.

Mein Fazit:

Ein spannendes, kurzweiliges und wirklich gut gemachtes Radio-Hörspiel, das nicht nur die Zielgruppe begeistert, sondern auch ältere Freunde von Jugendabenteuern. Bleibt zu hoffen, dass auch die restlichen Bände vom SWR verhörspielt werden, es wäre wirklich ein Gewinn für die Hörlandschaft.

Hörspiel auf 3 Audio-CDs
Gesamtspielzeit: 165 Minuten
Originaltitel: The Amulet of Samarkand
Aus dem Englischen von Katharina Orgaß und Gerald Jung
Hörspielbearbeitung: Renate Greinacher
Musik: deutung / Okusa
Regie: Robert Schoen
ISBN: 978-3-8371-0784-5
www.randomhouse.de/cbjaudio

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

Kepler, Lars – Hypnotiseur, Der (Lesung)

Eigentlich hatte er sich geschworen, niemanden mehr zu hypnotisieren. Doch als ein Junge schwer verletzt ein Gewaltverbrechen überlebt, muss Erik Maria Bark diesen Vorsatz nach zehn Jahren wieder aufgeben. Ein unbekannter Täter hat die Eltern und die kleine Schwester des Jungen bestialisch ermordet und den Jungen schwer verletzt. Allerdings gibt es noch eine ältere Schwester, die nicht ahnt, dass nahezu der gesamte Rest ihrer Familie ausgelöscht wurde. Da die Polizei vermuten muss, dass der Täter es nun auch auf die Schwester abgesehen hat, soll der Junge – Josef – in seinem kritischen Zustand hypnotisiert werden, um der Polizei wichtige Hinweise über den Täter und den Aufenthaltsort seiner Schwester zu geben.

Die Hypnose verläuft jedoch anders als erwartet. Als der Junge von der Bluttat berichtet, erfahren Erik Maria Bark und Kriminalkommissar Joona Linna Überraschendes, das alles über den Haufen wirft, was sie zunächst geglaubt hatten. Schnell machen sie die Schwester des Überlebenden ausfindig, die ihnen wichtige Details über ihre Familie verrät. Damit kann sich die Polizei ein schreckliches Bild von der Familie machen.

Zeitgleich kämpft Erik mit familiären Problemen. Als er eines Nachts aus dem Bett geklingelt wird und seiner Frau Simone weismacht, dass die Polizei ihn braucht, betätigt sie den Rückruf und erfährt so, dass Erik zu einer Frau gefahren ist. Schon einmal hat Erik seine Frau betrogen, nun ist es wohl wieder soweit. Simone ist am Boden zerstört. Zudem passieren in ihrer Wohnung merkwürdige Dinge: Eines Nachts erwacht sie von einem Geräusch, riecht Zigarettenqualm in der Wohnung und findet die Kühlschranktür geöffnet vor. Wer hat in der Wohnung geraucht und die Tür geöffnet? Einige Nächte später erwacht sie von einem Stich in den Oberarm. Sie kann noch einen Schatten wahrnehmen, der aus dem Schlafzimmer schleicht. Benommen schleppt Simone sich in den Flur und wird Zeugin davon, wie jemand ihren kranken Sohn Benjamin entführt. Benjamin ist Bluter und muss einmal die Woche ein wichtiges Medikament nehmen, sonst gerät er in akute Lebensgefahr. Der Wettlauf mit der Zeit hat also begonnen.

Wer hat Benjamin entführt? War es der schwer verletzte Junge, den Erik hypnotisiert hat und der aus dem Krankenhaus geflüchtet ist? Oder hat jemand aus Eriks ehemaliger Hypnosegruppe noch eine Rechnung mit ihm offen?

_Verwunschene Schlösser_

Die Geschichte beginnt rasant: Ein Junge kommt schwer verletzt ins Krankenhaus und offenbart bei der Hypnose Unglaubliches. Kurz darauf wird der kranke Sohn des Hypnotiseurs entführt. Diese zwei Handlungsstränge ziehen sich fortan parallel durch die Erzählung. Zunächst sieht es so aus, als habe Josef Benjamin entführt. Doch diese Theorie zerplatzt schnell, als Simone Bark sich daran erinnert, dass sie schon merkwürdige Dinge in ihrer Wohnung bemerkt hat, als Josef noch schwer verletzt im Krankenhaus lag. Dennoch will auch dieser mit Erik abrechnen, da er ihm in der Hypnose etwas entlockt hat, das Josef eigentlich hatte verbergen wollen.

Aber die Spur zu Benjamin führt über Eriks ehemalige Hypnosegruppe. Schon einmal ist nämlich jemand aus dieser Gruppe in die Wohnung des Hypnotiseurs eingedrungen. Hat diese Patientin ihre Tat wiederholt? Welche schlafenden Hunde hat Erik geweckt, als er sein Versprechen gebrochen hat, niemals wieder jemanden zu hypnotisieren? Er durchwühlt seine alten Aufzeichnungen, schaut sich Bänder an und erinnert sich an Erlebnisse aus der Hypnosegruppe, wo er die einzelnen Mitglieder in einer Gruppenhypnose zu ihren verwunschenen Schlössern geführt hat – also an den Ort, vor dem sie sich fürchten. Eine Patientin nimmt er sofort ins Visier, doch als die Polizei ihren Aufenthaltsort ausfindig machen kann und sie dort sucht, findet sie nur noch ihre Leiche. Wer ist stattdessen in Eriks Wohnung eingedrungen?

Nach und nach fügt Erik die einzelnen Puzzleteilchen zusammen. Und so entsteht ganz sukzessive ein Bild der Tat. Mit jedem kleinen Hinweis kommt nicht nur Erik der Lösung des Falles auf die Spur, sondern der Hörer grübelt immer mit, stellt eigene Theorien auf und ist natürlich begierig auf jedes neue Informationshäppchen, das einem der Lösung näher bringt. Lars Kepler – ein Pseudonym für das schwedische Autorenehepaar Alexandra und Alexander Ahndoril, das beim „Hypnotiseur“ erstmals gemeinsam geschrieben hat – baut hier eine unglaubliche Spannung auf. Besonders gut gefallen hat mir, dass Kepler seine Geschichte zunächst in zwei verschiedene Richtungen lenkt. Auf der einen Seite haben wir das schreckliche Blutbad, bei dem nahezu eine ganze Familie ausgelöscht worden ist und auf der anderen Seite begleiten wir Erik in seine eigene Vergangenheit und erfahren so nach und nach, was damals geschehen ist, das ihn zu seinem Versprechen gebracht hat, niemals wieder einen Menschen zu hypnotisieren. Und obwohl die beiden Handlungsstränge sich bald auseinander entwickeln, da klar ist, dass Josef Benjamin nicht entführt haben kann, berühren sich die beiden Handlungsstränge dann doch wieder in einer Szene, die nicht nur für neuen Grusel sorgt, sondern die auch eine wichtige Rolle bei der Suche nach Benjamin spielt – doch warum das so ist, erfahren wir erst ganz spät.

Mir persönlich hat der Spannungsbogen sehr gut gefallen. Nur die letzte halbe Stunde lässt die Spannung – leider noch mitten im Showdown – nach, da Lars Kepler sich hier in Klischees verliert und der Zuhörer schnell ahnt, wie alles ausgehen wird. Und der Nachklapp zum Finale ist mir persönlich auch etwas zu lang geraten, hier hätte Kepler ruhig etwas schneller zum Ende kommen können. Aber im Großen und Ganzen ist die Geschichte überaus spannend geraten. Zu Beginn muss man allerdings ein Detail schlucken, und zwar dass ausgerechnet Erik Maria Bark die Hypnose durchführen soll. Wie bitteschön ist die Polizei aber an einen Hypnotiseur geraten, der bereits seit zehn Jahren nicht mehr praktiziert und der in keinerlei Verbindung zur Tat oder den Opfern steht? Da hätte sich eigentlich auch jemand anderes anbieten müssen. Das muss man also hinnehmen, damit die Geschichte überhaupt funktioniert. Und auch später, als Erik beginnt, in seiner Vergangenheit zu kramen, wundert man sich doch ein wenig, warum er erst als Zweites auf die nahe liegendste Person kommt, die für den Einbruch und die Entführung infrage kommt. Zwar erfährt man irgendwann, dass Erik die Erlebnisse rund um die Hypnosegruppe verdrängt habe, doch war dieses eine Erlebnis aus seiner Vergangenheit derart einschneidend, dass ich daran nicht glaube, dass er diese eine Person vergessen haben kann, wegen der er niemals wieder jemanden hypnotisieren wollte.

_Familienbande_

Personell führt Lars Kepler zahlreiche Charaktere ins Feld. Da wäre zum einen die Familie Ek, die bereits in der Eingangsszene einem Mörder zum Opfer fällt. Was sich in dieser Familie abgespielt hat, ist schier unglaublich und lässt einem beim Zuhören das Blut in den Adern gefrieren, denn auch wenn die ältere Tochter überlebt hat, so ist sie doch aus anderen Gründen längst innerlich gestorben. Die andere Familie, die bald in den Mittelpunkt der Geschichte gerät, ist die Familie Bark. Und auch in deren Haus verbergen sich einige Leichen im Keller. Der Vater Erik Maria hat seinen Job an den Nagel gehängt, nachdem etwas Einschneidendes in seinem Leben geschehen ist. Von seiner Frau Simone erfahren wir nicht viel mehr, als dass sie ziemlich eifersüchtig ist und ihren kranken Sohn wie ihren Augapfel hütet. Benjamin muss aufgrund seiner Krankheit jede Woche zur gleichen Zeit ein lebenswichtiges Medikament nehmen, doch da seine Entführung immer länger andauert, gerät er alleine schon aufgrund des Zeitfaktors in Lebensgefahr. Umso wichtiger ist es, dass Erik Maria schnell den Schuldigen aus seiner alten Hypnosegruppe findet, der für die Entführung infrage kommt. In der Rolle des sorgenden Vaters und gescheiterten Hypnotiseurs gefällt er sehr gut. Daneben verblasst Kriminalkommissar Joona Linna ein wenig, da er irgendwie immer nur „mitläuft“. Möglicherweise sind seine starken Szenen allerdings auch der für das Hörbuch erfolgten Kürzungen zum Opfer gefallen?!

_Beim Hören hypnotisiert_

Als Hörbuch funktioniert „Der Hypnotiseur“ sehr gut. Wolfram Koch agiert souverän als Sprecher und schlüpft gekonnt in männliche wie weibliche Rollen. Durch Atempausen und verschiedene Tonlagen bemerkt man eigentlich immer den Wechsel der einzelnen Figuren und weiß, wer gerade etwas zu sagen hat. Zwar beherrscht Koch nicht wie beispielsweise Harry Rowohlt oder Rufus Beck zig verschiedene Stimmen, dennoch überzeugte er mich mit seinem Vortrag. Zu spannenden und düsteren Geschichten gehören meiner Ansicht nach tiefe Männerstimmen, und da passt Wolfram Koch mit seiner dunklen Stimme natürlich gut ins „Beuteschema“. An einzelnen Stellen sorgen zudem softe Klavierklänge für eine düstere Atmosphäre, mit der Musik hätte man ruhig noch mehr spielen können.

Insgesamt gefiel mir das Hörbuch zum „Hypnotiseur“ sehr gut. Die Geschichte birgt zwar den einen oder anderen kleinen Logikfehler, dennoch baut sich kontinuierlich immer mehr Spannung auf, bis man schließlich völlig in der Erzählung versunken ist und die Welt um sich herum vergessen hat. Zum Ende hin schwächelt der Spannungsbogen etwas, doch kann man angesichts des ansonsten überzeugenden Debüts ganz gut darüber hinweg sehen. Von dem schwedischen Autorenehepaar wird man hoffentlich bald mal wieder etwas lesen bzw. hören.

|Download-Version mit 7:35 h Spieldauer|
[www.audible.de]http://www.audible.de

auch erschienen als:

|6 Audio-CDs mit 454 Minuten Spieldauer
Sprecher: Wolfram Koch
Originaltitel: Hypnotisören
ISBN-13: 978-3-7857-4373-7|
[www.luebbe.de/Hoerbuecher]http://www.luebbe.de/Hoerbuecher

_Unsere Rezension zur Buchfassung:_
[„Der Hypnotiseur“ 6797

Kathy Reichs – Tote können nicht reden (Virals 1)

Virals:

Band 1: „Tote können nicht reden“
Band 2: „Nur die Toten kennen die Wahrheit“
Band 3: „Jeder Tote hütet ein Geheimnis“
Band 4: „Exposure“ (ohne dt. Titel)

Als deutsches Hörbuch ist leider nur der erste Teil der Reihe erschienen.

Die Handlung:

Tory Brennan ist die Nichte der berühmten forensischen Anthropologin Tempe Brennan. Mit ihr teilt sie zwei Dinge: Den Instinkt für Verbrechen – und den unbedingten Willen, diese aufzuklären … Auf einer einsamen Insel findet Tory die vergrabenen Knochen eines vor etwa 30 Jahren verstorbenen jungen Mädchens. Torys Versuch, gemeinsam mit ihren Freunden die Identität des Mädchens zu lüften, erweist sich als gefährlicher als erwartet: Bei der Toten handelt es sich um die damals sechzehnjährige Katherine Heaton, deren Verschwinden nie aufgeklärt wurde. Die Spuren des Verbrechens reichen bis in die Gegenwart, bis in ein Labor, in dem wissenschaftliche Experimente mit dem gefährlichen Parvovirus vorgenommen werden. Tory und ihre Freunde infizieren sich mit dem Virus – und erlangen dadurch eine erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit, die ihnen bei ihren Recherchen zugutekommt. Denn der Mörder von Katherine Heaton tut alles dafür, dass das Verbrechen nicht ans Tageslicht gebracht wird … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ob Kathy Reichs gehört hat, dass John Grisham in seinem letzten Buch einen 13-Jährigen ermitteln ließ? Man weiß es nicht. Auf jeden Fall hat jetzt auch Kathy Reichs ein Jugendbuch geschrieben und auch auf dem Terrain, auf dem sie sich auskennt. Ihre allseits bekannte und beliebte forensische Anthropologin Tempe Brennan konnte sie nicht verjüngen, aber eine Nichte konnte sie erfinden. Und so gibt es jetzt nach 13 Büchern, die immer wieder gern das Wort „Bones“ im Namen trugen, das erste Abenteuer, das ein jüngeres Publikum ansprechen soll.

Und das tut es auch. Mit einer Story, die auch ohne komplizierte und eklig genaue Schilderungen von Leichenverwesungen auskommt. Fast fühlte ich mich an die „Fünf Freunde“ erinnert, nur, dass es hier nur vier sind. Tory und drei Jungs. Alles intelligente Kinder von Wissenschaftlern, die zusammen auf einer Insel vor Carolina leben. Hier gehen sie gemeinsam auf Erforschungstouren in Gebiete, die verboten sind. Wohin auch sonst? Macht ja anderswo keinen Spaß.

Nachdem die Jugendlichen einen Hund, der getötet werden soll, aus einem Labor befreien und sich dadurch mit einem Virus anstecken, fügt Kathy Reichs ihrer Geschichte ein neues Element hinzu, das man nicht aus ihren vorangegangen Büchern kennt: Mystery. Denn ab jetzt haben die Teenager hundeähnliche Eigenschaften und schärfere Sinne. Und diese neuen Fähigkeiten helfen ihnen bei der Aufklärung eines jahrzehntealten Vermisstenfalls.

Sowohl die Sprache als auch das Verhalten der Teenager ist dem Alter angemessen und Reichs‘ Charaktere wirken sympathisch, sodass man gern mit ihnen auf Abenteuerjagd geht … wie mit den „Fünf Freunden“ auch … auf Kirren Island. Und auch junggebliebene Erwachsene haben hier viel Spaß und werden gut unterhalten, selbst wenn mir persönlich zu viel Werbung für Apple-Produkte gemacht wird und es ein wenig dauert, bis die Handlung Fahrt aufnimmt.

Wann das nächste Buch mit den vier Jugendlichen auf Deutsch erscheint, ist leider noch nicht bekannt, aber, „VIRALS – Töte können nicht mehr reden“ ist der Anfang einer Jugend-Serie, die einen guten Start hingelegt hat.

Das Hörerlebnis:

Anna Thalbach macht einen super Job. Gleich zu Anfang kann sie beweisen, dass sie spannend erzählen kann, um im Anschluss während einer Rückschau die Freunde vorzustellen. Das tut sie dann in einer Art und Weise, die den Hörer fesselt, obwohl eigentlich noch gar nicht allzu viel passiert. Und es dauert auch eine ganze Weile bis das Abenteuer in Schwung kommt.

Was das Skript hergibt, wird von Thalbach umgesetzt. Ihre Ausdrucksweise und Stimme passt sie den Umständen und Charakteren an. Gefühle und Spannung vermittelt sie hervorragend, und wenn sich Tory mit den Jungs unterhält, dann klingt es wirklich lebendig, authentisch und nicht platt vorgelesen. Hier erkennt man ihre schauspielerischen Fähigkeiten, die sie gekonnt einzusetzen weiß.

Alles in allem hat der Hörer die ganze Zeit das Gefühl, als würde Tory selbst die Geschichte erzählen.

Die Sprecherin:

Anna Thalbach, geboren 1973, liest so eindrucksvoll, dass die Geschichten beim Hören geradezu bildlich werden. 2008 hat sie den Deutschen Hörbuchpreis erhalten. Anna Thalbach lebt und arbeitet in Berlin. (Verlagsinfo)

Die Ausstattung:

Die sechs dem Cover entsprechenden und schlicht bedruckten CDs stecken in einem Jewel-Case. Das Booklet ist ein schwarzes Faltblatt, in dem ein paar Infos zu Autorin und Sprecherin zu finden sind.

Mein Fazit:

Der erste Jugendroman von Kathy Reichs bleibt hoffentlich nicht ihr letzter, denn der Versuch, eine neue Zielgruppe anzusprechen, hat prima geklappt. Spannend, jugendlich, clever und kurzweilig ist das Abenteuer der vier Freunde.

Anna Thalbach liefert hervorragend ab und fesselt den Hörer durch ihr schauspielerisches Können vor dem Mikrofon. Absolut zu empfehlen, nicht nur für die vom Verlag angepeilte Zielgruppe, auch erwachsene Freunde von Jugendliteratur hören hier gerne zu.

Gekürzte Lesung auf 6 Audio-CDs
Gesamtspielzeit: ca. 6:50 h
Originaltitel: Virals
Aus dem Englischen von Knut Krüger
Vom Verlag empfohlenes Hör-Alter: 13 – 15 Jahre
ISBN-13: 978-3837107753
www.randomhouse.de/cbjaudio

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

Garth Nix – Listiger Freitag (Die Schlüssel zum Königreich 5) (Hörbuch)

Die Schlüssel zum Königreich:

„Schwarzer Montag“ (Die Schlüssel zum Königreich 1)
„Grimmiger Dienstag“ (Die Schlüssel zum Königreich 2)
„Kalter Mittwoch“ (Die Schlüssel zum Königreich 3)
„Rauer Donnerstag“ (Die Schlüssel zum Königreich 4)
„Listiger Freitag“ (Die Schlüssel zum Königreich 5)
„Mächtiger Samstag“ (Die Schlüssel zum Königreich 6)
„Goldener Sonntag“ (Die Schlüssel zum Königreich 7)

Garth Nix – Listiger Freitag (Die Schlüssel zum Königreich 5) (Hörbuch) weiterlesen

Mo Hayder – Ritualmord (Lesung)

_|Jack Caffrey|:_

Band 1: [„Der Vogelmann“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1632
Band 2: [„Die Behandlung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1635
Band 3: [„Ritualmord“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5800
Band 4: „Haut“
Band 5: „Verderbnis“

Mit der Figur des Detective Inspector Jack Caffery hat sich Schriftstellerin Mo Hayder einen Namen gemacht. Ihre ersten beiden packenden Thriller rund um diese Figur fesselten rund um den Globus etliche Thrillerfans – was neben dem innerlich zerrissenen Jack Caffery vor allem Mo Hayders Talent für spannende und grausige Plots zu verdanken ist. Lange hat sie sich Zeit gelassen, bis sie mit „Ritualmord“ diese erfolgreiche Reihe fortgesetzt hat.

Noch immer hat Jack Caffery nicht mit einem dunklen Kapitel aus seiner Vergangenheit abgeschlossen. Obwohl Kinderschänder Ivan Penderecki im zweiten Band der „Caffery“-Reihe sein Leben lassen musste, macht Jack sich nach wie vor Vorwürfe, dass er einst vor 30 Jahren seinen Bruder nicht vor dem Kinderschänder hat retten können. Gleichzeitig beschäftigt ihn ein neuer Fall: Im Hafenbecken in Bristol wurde eine Hand entdeckt. Doch Polizeitaucherin Flea Marley kann keine zugehörige Leiche entdecken. Nach intensiver Suche wird allerdings eine zweite abgetrennte Hand gefunden – unter der Eingangstür eines Restaurants am Hafen.

Während ein Junkie in eine prekäre Lage gerät und um sein Leben fürchten muss, finden Caffery und Marley heraus, aus welchem Grund jemand eine abgetrennte Hand unter der Eingangstür zu seinem Restaurant vergräbt: Nach dem afrikanischen Muti-Zauber soll diese nämlich Gäste in das Restaurant hinein locken. Die Spur führt in die afrikanische Gemeinde, in der die Angst vor einem Dämon umgeht – der ideale Nährboden für jemanden, der Schutzzauber unters Volk bringen möchte, auch wenn andere Menschen dafür ihr Leben lassen müssen …

_Caffery zum Dritten_

Lange haben wir auf die Fortsetzung der „Caffery“-Reihe warten müssen. Doch hing die Messlatte nach den zwei nahezu perfekten Thrillern „Der Vogelmann“ und „Die Behandlung“ sehr hoch. Und leider schafft Mo Hayder es in keinster Weise, an dem Erfolg der beiden Vorgänger anzuknüpfen. Ihr „Ritualmord“ scheitert in nahezu jeder Hinsicht: Dass Jack Caffery nun immer noch nicht damit abgeschlossen hat, dass sein Bruder Ewan vor 30 Jahren spurlos verschwunden und einem Kinderschänder zum Opfer gefallen ist, wärmt Mo Hayder nun erneut auf, obwohl sie in ihrem Vorgängerband eigentlich einen halbwegs zufrieden stellenden Abschluss dieser Episode gefunden hatte. Doch Caffery leidet immer noch unter Schuldgefühlen, sucht wöchentlich den Straßenstrich auf, ohne dort aber die gewünschte Erlösung zu finden. Stattdessen trifft er sich mit dem sogenannten Walking Man, der ihm bei dieser Vergangenheitsbewältigung helfen soll. In diesem Handlungsstrang taucht Jack Caffery fast häufiger auf als in der eigentlichen Ermittlung. Doch so langsam mag man doch nichts mehr über den verschwundenen Ewan hören, sondern hofft darauf, dass Jack Caffery anfängt, nach vorne zu blicken und neu anzufangen.

Aber auch sein weiblicher Gegenpart ist mehr mit ihrem eigenen verkorksten Leben beschäftigt als mit der abgetrennten Hand. Vor zwei Jahren nämlich hat Flea ihre Eltern bei einem Tauchunfall verloren. Im sagenumwobenen Bushman’s Hole sind ihre Eltern versunken, und Fleas Bruder konnte nur hilflos zusehen, wie seine Eltern in den Tod gegangen sind. Kurioserweise konnten die Leichen ihrer Eltern allerdings nie geborgen werden. Aus diesem Grund schluckt Flea Marley nun auf Rat des besten Freundes ihres Vaters ein Mittelchen, um dadurch mit ihrer toten Mutter zu kommunizieren. Und tatsächlich trifft Flea auf ihrem Trip ihre Mutter, die ihr die Botschaft zukommen lässt, dass ihre Leichen bald gefunden würden, dass Flea aber verhindern soll, dass diese geborgen werden. Flea ist verstört, versteht sie doch den Wunsch ihrer Mutter nicht. Kurz darauf liest sie in einem Taucherforum von einem Ereignis in Bushman’s Hole, das genau zu der Vision aus ihrem Trip passt.

Eine gestörte Existenz als Hauptfigur in einem Spannungsroman ist der Thrillerfreund ja aus diversen Krimireihen bereits bestens gewöhnt, doch zwei nebeneinander gehen einem doch irgendwann gehörig auf die Nerven. Zudem haben beide Vergangenheitsbewältigungstraumata rein gar nichts mit dem eigentlichen Fall zu tun. Und leider entwickeln beide Handlungsstränge Null Spannung, sondern lenken nur von den eigentlichen Ermittlungen ab.

Apropos Ermittlungen: Da waren ja schließlich noch die beiden abgetrennten Hände, die Teil eines afrikanischen Muti-Zaubers sind. Und dieser Zauber ist besonders mächtig, wenn die Körperteile von einem lebenden Menschen stammen. Also muss irgendwo noch jemand sein, dem zwei Hände fehlen. Und der Hörer weiß auch bereits, um wen es sich dabei handelt. Denn wir haben bereits den Junkie begleitet, dem erst ein wenig Blut abgezapft wurde und der schließlich vor der Wahl steht, jemand anderes ans Messer zu liefern oder selbst beide Hände zu verlieren. Eigentlich doch der perfekte Ausgangspunkt für einen packenden Plot, oder? Doch schafft Mo Hayder es leider überhaupt nicht, ihre eigentliche Geschichte so zu konstruieren, dass sie den Zuhörer fesseln könnte. Stattdessen verirrt sich Hayder in Nebenplots und führt nur lieblos den eigentlichen Handlungsstrang rund um die abgetrennten Hände zu Ende.

Man sollte eigentlich meinen, Jack Caffery und Flea Marley müssten sich ein wenig beeilen, da ihnen klar sein dürfte, dass sie den Handlosen eventuell noch retten können, doch sind beide mit ihrem eigenen Leben und ihren zahlreichen Problemen genügend beschäftigt. Immerhin kreisen sie dann schließlich doch den Schuldigen immer weiter ein. Leider nur nebenbei kommen sie irgendwann auf die richtige Spur und wissen dann, wo sie den Handlosen finden können. Hier kommt es immerhin noch zu einer Art Showdown, der für einige Minuten ein wenig Spannung produziert. Spannung, die bis einige Minuten vor Ende des Hörbuchs leider Fehlanzeige war.

Zwar versucht Mo Hayder krampfhaft, Gruseleffekte einzustreuen, indem sie einem lebenden Jungen beide Hände abschneiden lässt, doch ist dies kein Vergleich zu der Spannung, die sie in den ersten beiden „Caffery“-Thrillern erzeugt hat. Auch die Tatsache, dass der Hörer den Junkie in sein düsteres Verlies begleitet und weiß, dass er noch lebt, als Caffery seine Ermittlungen beginnt, sorgt nicht dafür, dass man mit dem Junkie mitfiebert und auf eine Art „Happy End“ hofft. Stattdessen verfolgt man relativ gleichgültig die Ermittlungen und lässt sich am Ende einfach überraschen, ob Caffery denn noch rechtzeitig im Verlies ankommen wird.

_Schade_

Dietmar Bär versucht mit seiner tiefen, brummigen Stimme ein wenig Atmosphäre in dieses dünne Kriminalstück zu bringen. Doch steht er dabei natürlich auf verlorenem Posten. Immerhin spricht er die männlichen Rollen recht überzeugend, nur bei Flea Marley gefiel er mir nicht ganz so gut, aber er hat eben auch nicht die richtige Stimmlage, um eine Frau zu sprechen.

Eigentlich hatte ich mich auf ein paar Stunden Hochspannung mit Jack Caffery gefreut, doch wurde ich bereits nach kurzer Zeit bitter enttäuscht. Der präsentierte Fall hat mich an keiner Stelle gepackt und auch Caffery als Hauptfigur entwickelt längst nicht mehr die gleiche Faszination wie noch in den ersten beiden Bänden. Da bleibt nur zu hoffen, dass Mo Hayder im vierten „Caffery“-Thriller die Kurve wieder bekommen hat …

|Download-Version mit 7:02 h Spieldauer|
[www.audible.de]http://www.audible.de

auch erschienen als:

6 Audio-CDs mit 426 Minuten Spieldauer
Sprecher: Dietmar Bär
Originaltitel: Ritual
ISBN-13: 978-3-86604-913-0
www.randomhouse.de/randomhouseaudio

Ralf Husmann – Vorsicht vor Leuten

Lorenz Brahmkamp wurde gerade von seiner Frau Katrin verlassen, und auch im Job läuft es nicht rund. Zu einem wichtigen dienstlichen Termin bei Neumillionär Alexander Schönleben kommt er mit riesiger Verspätung und vergeht sich dann auch noch vor dessen Haustür an den Blumen – ohne zu ahnen, dass Schönleben das live an den Überwachungskameras verfolgt hat. Doch Schönleben überspielt diesen Fauxpas Brahmkamps und empfängt den Gast mit offenen Armen. Im beschaulichen Osthofen möchte er einen Megapark eröffnen, und Brahmkamp, der bei der Stadt arbeitet, soll sich nun beim Joggen – Brahmkamp und Sport? Nie im Leben! – Schönlebens Pläne anhören und sich anschließend um die Baugenehmigung kümmern.

Wieder zurück in Schönlebens Villa will Lorenz Brahmkamp sich im Badezimmer frisch machen, wird dort aber von der attraktiven Frau Schönlebens in seiner uralten Schlangenunterhose erwischt. Wie peinlich. Doch Brahmkamp hat bereits anderes im Sinn: Von Haus aus selbst ein notorischer Lügner, wittert er hinter Schönlebens perfekter Fassade ebenfalls eine Täuschung. Da ist es Wasser auf seine Mühlen, als er in der Zeitung lesen muss, dass einer von Schönlebens angeblichen Investoren für den Megapark in Wahrheit pleite ist. Mithilfe des Internets deckt er weitere Lügen Schönlebens auf.

Was steckt hinter Schönlebens Millionen? Brahmkamp will es herausfinden und erkennt dabei die Chance, sein eigenes Leben wieder in erfolgreichere Bahnen zu lenken, indem er auf Schönlebens (überaus erfolgreichen) Zug aufspringt.

_Das kenn ich doch schon?!_

Lorenz Brahmkamp ist der geborene Verlierer. Er lügt sich durchs Leben, was schließlich auch Ehefrau Katrin dazu bewegt hat, ihren verlogenen Gatten eines Tages sitzen zu lassen. Im Job ist er unbeliebt und nicht gerade eine sehr zuverlässige Größe. Alle Menschen stößt er mit seinen Lügen vor den Kopf. Und das Einzige, das er seit der Trennung von Katrin hinzugewonnen hat, sind zehn überflüssige Kilos. Nicht gerade etwas, mit dem er Katrin zurückgewinnen kann. Diesen Typ Mann kennt man doch irgendwie, oder? Genau, nämlich aus sämtlichen Romanen von Tommy Jaud. Denn auch der greift sich grundsätzlich die eigentlich ganz sympathischen Verlierertypen heraus, die versuchen, sich irgendwie durch ihr chaotisches Leben hindurch zu wurschteln und nie um eine Notlüge verlegen sind. Brahmkamp ist ein Chaot, wie er im Buche steht, und durch seine ewige Lügerei und seine stete Unzuverlässigkeit müsste er einem auch total unsympathisch sein, dennoch wächst er einem irgendwie ans Herz. Man wünscht ihm, dass er endlich sein Leben in den Griff bekommen und Katrin zurückgewinnen möge.

Auch die Geschichte könnte durchaus aus Tommy Jauds Feder stammen, da sie absolut kurios und abgefahren ist. Brahmkamp wird nur durch einen Zufall – sein Chef ist an einer schweren Grippe erkrankt – zum neureichen Alexander Brahmkamp geschickt. Und genau in diesem erkennt Brahmkamp einen Seelenverwandten, denn schnell hat er durchschaut, dass auch Schönleben es mit der Wahrheit nicht ganz so genau nimmt. Schönleben wird aber zu Brahmkamps Chance, sein Leben wieder in die rechten Bahnen zu lenken. Doch natürlich ist auch dieser Weg gespickt von allerlei Stolpersteinen – sei es beispielsweise die zu eng gewordene Hose, an der dringend ein Knopf versetzt werden muss, sei es der Golfball, der Lorenz‘ Weg kreuzt, oder sei es ein gefährliches Wettschwimmen auf Mallorca, das Lorenz fast das Leben kostet. Die Geschichte ist alles andere als geradlinig, und das ist auch gut so, denn geradlinig wäre ja schließlich auch langweilig.

Die Witzdichte nimmt allerdings im Verlauf des Hörbuchs immer mehr ab. Zwischendurch streut Husmann zwar immer mal wieder ein paar witzige Anekdötchen ein, doch flacht die Geschichte immer mehr ab, bis man am Ende auf Mallorca eigentlich nicht mehr so recht mit Lorenz Brahmkamp mitfühlen mag. Das Ende plätschert dann schließlich ohne eine wirklich zündende Schlusspointe aus – schade, denn anfangs hat „Vorsicht vor Leuten“ sehr viel Potenzial und mit Lorenz Brahmkamp auch eine hervorragende zentrale Figur.

_Vortrag gelungen_

Dass Ralf Husmann immer wieder mit Tommy Jaud verglichen wird, liegt sicher auch daran, dass Christoph Maria Herbst beiden Autoren für deren Hörbücher seine Stimme leiht (mal abgesehen von Jauds neuestem Werk, das dieser selbst vorgelesen hat). Herbst ist für die chaotischen Charaktere beider Autoren genau der richtige Vortragende. Überzeugend und absolut authentisch liest er alle noch so abstrusen Szenen vor und erlaubt es uns, mit den Charakteren mitzufühlen, auch wenn deren Gedanken noch so abgefahren sind. Christoph Maria Herbst hat mich schon auf ganzer Linie überzeugt als Sprecher der Jaudschen Geschichten, und nun macht er auch bei Ralf Husmann einen perfekten Job. Weitere Effekte als Herbsts Stimme gibt es nicht, was aber auch nicht erforderlich ist, da der Sprecher mit seiner Stimme und Akzentuierung alleine vollkommen überzeugt.

_Vorsicht vor diesem Hörbuch?_

Insgesamt gefiel mir „Vorsicht vor Leuten“ durchaus gut. Der Beginn der Geschichte ist sehr viel versprechend, und insbesondere mit der Figur des Lorenz Brahmkamp kann Ralf Husmann punkten und einige abstruse Szenen abliefern. Doch leider plätschert die Geschichte im weiteren Verlauf des Hörbuchs ein wenig vor sich hin und endet dann recht unspektakulär. Christoph Maria Herbst weiß dagegen wie üblich durchweg zu überzeugen und verleiht Lorenz Brahmkamp seine angenehme Stimme, die einen gekonnt durch das gesamte Hörbuch trägt. Das vorliegende Hörbuch dürfte insbesondere etwas für Fans von Tommy Jaud sein, die die Wartezeit bis zu Jauds nächstem Werk überbrücken möchten, denn genau in diese Richtung schlägt auch Ralf Husmann, der mir bislang lediglich als Kolumnist für KulturSPIEGEL bekannt war. Sicherlich werde ich mir aber in nicht allzu ferner Zeit auch noch sein Debüt „Nicht mein Tag“, vorgelesen von Christoph Maria Herbst, zu Gemüte führen.

4 Audio-CDs mit 309 Minuten Spieldauer
Gelesen von Christoph Maria Herbst
ISBN-13: 978-3839810347
www.argon-verlag.de

Thomas Bleskin – Depeche Mode – Die Audiostory

Die Handlung:

Das erste Hörbuch zur Geschichte der erfolgreichsten Elektropop-Band der Welt! Sie haben eine der treuesten Fangemeinden aller Zeiten und verstehen es wie keine zweite Band, Popsongs mit experimenteller Elektronik zu verschmelzen, Musik sowohl für die Massen als auch für anspruchsvolle, kritische Ohren zu produzieren. DEPECHE MODE sind damit heutzutage einzigartig. Die Audiostory erzählt die bewegte Geschichte einer der einflussreichsten, beständigsten und erfolgreichsten Bands des Planeten. Ein umfassendes Feature mit vielen Originaltönen von DEPECHE MODE von 1980 bis heute.
(Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Nachdem sich Thomas Bleskin im Jahr 2009 auf vier CDs die BEATLES vorgeknöpft hat, ist nun DEPECHE MODE dran, halb so lang und etwas preiswerter. Einen aktuellen Anlass gibt es 2011 auch, denn vor 30 Jahren ist ihre Single „Dreaming of Me“ erstmals in die Charts vorgestoßen. Das hat sie übrigens im März 2011 aufgrund eines Facebook-Aufrufs von Fans wieder geschafft, wenn auch nur für eine Woche.

„Ein umfassendes Feature mit vielen Originaltönen“ verspricht die Rückseite des Jewelcases und wer sich das Booklet anschaut, der wird feststellen, dass dies eine geschickte Formulierung für „Die Rechte waren uns zu teuer, wir haben die Stücke daher selbst nachgespielt“ ist. Das bedeutet, dass es schon Original-Töne gibt, was sich auf die Stimmen der Musiker bezieht, aber eben keine Original-Musik.

Entsprechend wurden die 29 Song-Stückchen, die im Booklet aufgeführt sind und immer mal zur passenden Zeit im Hintergrund einige Sekunden lang angespielt werden, von Jose María Bará aufgenommen. Der ist spezialisiert auf 80er-Jahre Cover-Versionen, im Speziellen von Depeche Mode. Für die Aufnahmen dieser CDs hat er auf authentische Musikinstrumente zurückgegriffen. Des Weiteren wurden drei Stücke von Decades und ein Stück von Stefan Leukert nachgespielt. Dass die Musikstückchen nicht original sind, hört der Fan auch sofort am Sound, ähnlich ja, original nein. Da sie aber nur wenige Sekunden dauern, ist das zu verschmerzen. Zwar gibt Bleskin an, dass er Instrumentalversionen der Songs zur Untermalung des Kommentars haben wollte, aber die Originalsongs von DEPECHE MODE bieten alle auch die wenigen gesangsfreien Sekunden, die man gebraucht hätte.

Vorgetragen wird das „biographische Feature“ vom Autor Thomas Bleskin selbst. Es klingt irgendwie wie eine Radiosendung, in der ein Sprecher die Lebensgeschichte einer Band vorliest. Mit einer leicht schmatzenden aber nicht unangenehmen Stimmfarbe trägt Bleskin das vor, was er zusammengesammelt hat. Die langen Sprechpausen, die er dabei teilweise einlegt, wirken manchmal etwas störend. Und immer mal wieder werden die nachgespielten DEPECHE-MODE-Songs zum Text passend ein paar Sekunden angespielt.

Die Bandmitglieder kommen hier und da im Originalton auch ein paar Sekundenbruchteile zu Wort (von wann die Interviews sind und von wem sie geführt wurden, ist nirgendwo angegeben), bevor sie dann von deutschen Synchronstimmen übertönt werden.

Zur Verdeutlichung der Textinhalte werden einige Auszüge von Silke Nauschütz in der deutschen Übersetzung vorgelesen. Das macht sie dann mit einer seltsamen und zum Teil völlig bedeutungsfremden Betonung, als würde sie Sonderangebote im Supermarkt vorlesen, begleitet von hektischem und lautem Einatmen. Warum sich der Autor hier für eine Frauenstimme entschieden hat, kann ich nicht nachvollziehen.

Die beiden CDs tragen laut Booklet eigene Bezeichnungen, was wohl zur besseren zeitlichen Orientierung des Hörers führen soll. Wer aber schnell zu einer bestimmten Information gelangen möchte, der darf länger suchen, denn die 18 Tracks haben keine Namen. Das Hörbuch ist offenbar darauf ausgelegt, am Stück gehört zu werden, um dann in der Vitrine neben die DEPECHE-MODE-Sammlung gestellt zu werden.

Das „biographische Feature“ beginnt natürlich mit den Anfängen der Band, springt dabei aber immer mal wieder in der Zeit hin und her. Erst später wird die Chronologie dann eingehalten, wenn der Autor über die Entstehungsumstände der einzelnen Alben berichtet.

CD 1: Vom Synthiepop zum Industrialsound – Depeche Mode in den 80ern

Hier erzählt der Autor davon, wie die Band zusammengefunden hat und was die Jungs sonst noch so gemacht haben, neben der Musik. Vom ersten Konzert als „Composition of Sound“ vor einer Handvoll Zuhörer bis zum ersten Top-10-Hit „Just Can’t Get Enough“.

CD 2: Modemania und Comeback – Eine Kultband wird zur festen Größe

Auf dieser CD geht es um die Weiterentwicklung, weg von der Boyband, als die sie in Großbritannien immer angesehen wurden. Vom Industrial Sound zu wärmeren, menschlicheren Klängen ging es. Mit „Violator“ wollten sie dann eine neue Richtung einschlagen, wieder akustische Instrumente verwenden, neue Experimente starten. Auch die Drogenprobleme und die Überdosis von Gahan ist ein Thema. Stress und Depressionen werden ebenfalls angesprochen.

Als Abschluss der CD gibt es dann eine akustische Cover-Version von „Shake the Desease“ in voller Länge, die der Autor für eine der besten akustischen Coverversionen eines Depeche-Mode-Songs hält, die er je gehört hat. Ob der Hörer das auch so sieht, muss jeder für sich selbst beurteilen.

Wer ist denn eigentlich die Zielgruppe?

Diese Frage hat mich eine ganze Weile beschäftigt und ich weiß es immer noch nicht. Der Autor meint, dass man das Hörbuch „auf einer längeren Autofahrt“ prima hören kann und dem stimme ich absolut zu.

Der eingefleischte Fan aber wird nicht nur alle Infos bereits kennen, sondern auch die Originalmusik vermissen. Und die Wahrscheinlichkei, dass er sich das Hörbuch ein zweites Mal anhören wird, ist recht gering.

Der neutrale Musikinteressierte wird eventuell mehr Informationen bekommen, als er eigentlich haben wollte. Aber in 138 Minuten lassen sich eine Menge Infos unterbringen und das hat der Autor zweifelsfrei geschafft. Nur Musik gibts kaum bis gar nicht.

Der Autor und der Sprecher:

Thomas Bleskin, Jahrgang 1972, studierte Geschichtswissenschaften und Politologie an der Humboldt-Universität in Berlin. Seit 2000 produziert er als Redakteur und Sprecher Nachrichten und Korrespondentenbeiträge für die Deutsche Presse-Agentur. (Verlagsinfo)

Der Autor gibt den Sprecher. Außerdem treten auf:

Michael Herden als Dave Gahan
Ralph Guhlke als Martin Gore
Thomas Brockt als Andy Fletcher
Clemens Kurth als Alan Wilder
Jörg Ratzsch als Vince Clare
Uli Reitinger als Robert Smith

Die rezitierten Songtexte spricht Silke Nauschütz.

Die Ausstattung und das Booklet:

Das Hörbuch kommt auf zwei schlichten mit Schwarz bedruckten CDs in einem Jewelcase daher. Ein Faltblatt als Booklet verrät innen, welche Stücke für diese Aufnahme von den oben erwähnten Musikern nachgespielt wurden und wer sonst noch an diesem Hörbuch beteiligt war. Außerdem gibt es noch ein Foto der Band aus den 1980ern zu sehen.

Mein Fazit:

Wie der Autor schon sagt, ist dieses Hörbuch für eine längere Autofahrt bestens geeignet. Eingefleischte Fans finden hier aber nichts Neues, sodass es wohl beim einmaligen Hören bleiben wird. Dennoch ist das Hörbuch gut recherchiert und für Musikinteressierte bietet es kurzweilige und interessante Unterhaltung.

2 Audio-CDs
Gesamtspielzeit: ca. 2:18 h
ISBN-13: 978-3-7857-4399-7
www.luebbe.de
Die Musik von Jose María Bará auf YouTube: www.youtube.com/dx5
Decades bei MySpace: www.myspace.com/decadesmusics
Stefan Leukert bei MySpace: www.myspace.com/leukert

Der Autor vergibt: (3/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

Wolfgang Hohlbein – Infinity: Der Turm

Die Handlung:

Der Turm, ein gewaltiges, äonenaltes Bauwerk, ist die letzte Bastion auf einer sterbenden Welt. Niemand kann mehr sagen, wer den Turm erbaut hat und welches Schicksal er für seine Bewohner bereithält. Der Turm ist allwissend, übermächtig und bedrohlich – auch für Prinzessin Arion, die Herrscherin über die Menschen und seltsamen Geschöpfe, die im Turm Zuflucht gefunden haben. Doch von außen droht Gefahr. Denn die Rebellen um den ungestümen Anführer Craiden, die abseits des Turms in einer archaischen Welt ihr Dasein fristen müssen, sind im Besitz einer Superwaffe. Mit deren Hilfe könnte nicht nur Arions Herrschaft gestürzt werden, sondern auch der Turm fallen. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Laut Verlag trug Wolfgang Hohlbein diese Geschichte 30 Jahre im Kopf mit sich herum, bis er endlich damit anfing, sie aufzuschreiben. Klingt episch, wenn er den Roman als „sein Schlüsselwerk“ ansieht und dramatisch, wenn er sagt, dass er „im Zentrum seines Schaffens stehen wird“. Wenn ich mir den Titel, das Cover und all diese Aussagen betrachte, werde ich irgendwie an Stephen King erinnert, dessen Dark Tower-Romane ja auch eine sehr lange Zeit in der Mache gewesen sind und für King einen ähnlichen Stellenwert haben.

Verwirrt und verwundert war ich … eigentlich von Anfang bis Ende. „Infinity – Der Turm“, von wegen. Infinity ist nicht der Name des Turms. Es ist der Name der Prinzessin, die in dem Turm wohnt, aber eigentlich heißt sie Arion, vielleicht aber auch Gea, denn darauf deutet einer der Handlungsfäden irgendwie hin, ohne das aber aufzulösen. Und der Turm heißt R’Achernon und ist eigentlich kein echter Turm, sondern ein großer Compter, der telepathisch begabt ist … unter anderem. Ist das nun Fantasy, Sciencefiction oder Belletristik?

Erst freute ich mich darüber, dass es ohne viel Gerede direkt zur Sache geht und ich mitten in die Handlung geworfen werde. Aber irgendwie fühlte es sich an, als hätte jemand gleich zu Anfang ein Foto gemacht und würde dann Kapitel für Kapitel die einzelnen auf dem Bild gezeigten Personen erklären. Das bremst die Handlung ungemein, denn, bis endlich mal alle durcherzählt waren und der Fokus endlich wieder auf jemanden zurückkommt, an den man sich noch erinnert, hat man die Hälfte schon fast wieder vergessen … wenn man die Geschichte nicht am Stück hört … was bei einer Länge von über 23 Stunden wohl nur die wenigsten tun werden.

Bei einem Buch kann man Seiten querlesen, wenn die Geschichte nicht genug Dampf hat, bei einem Hörbuch ist man in diesem Fall dem Tempo des Sprechers ausgeliefert. Und wenn der nicht viel Spannendes zu berichten hat und ständig die Perspektive wechselt, dann kämpft man verwirrt mit dem Schlaf. Schlecht, wenn man dann beim Hören grad im Auto auf dem Weg zur Arbeit sitzt.

Ganze 17 Personen und Wesen werden im beiliegenden Booklet kurz vorgestellt, das gibt einen Hinweis darauf, wie das Verhältnis zwischen Charakteren und Handlung ist. Nach dem großen Atombombenangriff, mit dem Craiden am Anfang Infinitys/Arions/Geas? Turm eigentlich vernichten wollte, passiert erstmal zu lange nicht mehr umwerfend viel. Und das wird auch noch sehr stark in die Länge gezogen. Davon ab, dass der Autor die Charaktere wirklich viel reden und nicht wirklich viel handeln lässt.

Leider wird man am Ende des Buches auch nicht mit der großen Erleuchtung und Auflösung aller angehäuften Fragen beschenkt, sondern mit einem ungläubigen „Wie jetzt? Das wars?“ zurückgelassen. Ob es eine Fortsetzung geben wird, ist nicht bekannt, wie viele Leser eine solche lesen würden, auch nicht. Wenn Hohlbein den „Stephen King“ machen möchte mit diesem „zentralen Werk seines Schaffens“, dann werden sicher noch so einige Bücher folgen. Hätte der Autor im Vorfeld angekündigt, dass dies der Auftakt einer Serie ist, so hätte der Leser/Hörer das Ende verzeihen können, aber so … werden nicht wenige verärgert sein.

Das Hör-Erlebnis

Eine ungekürzte Lesung bekommt der geneigte Käufer selten angeboten, es sei denn, es handelt sich um exklusive Lesungen eines bekannten Downloadportals, „Harry Potter“ oder „Perry Rhodan“. Hier muss der Osterwold Audio Verlag von Sprecher, Autor und Geschichte schon sehr überzeugt gewesen sein, um das Risiko einer ungekürzten Lesung auf CD einzugehen.

Gert Heidenreich macht seinen Job ordentlich. Dass die Story ziemlich gestreckt und durch die ständigen Wechsel der handelnden Charaktere im Kopf nicht leicht aktuell zu halten ist, ist nicht seine Schuld. Heidenreich gibt jedem Charakter, so gut es eben bei der Masse an Figuren geht, einen Wiedererkennungswert, was ihm auch gut gelingt. Ob er nun den Turm selbst spricht, die Prinzessin oder ihren Berater in Mausform, immer spielt er mit seiner Stimmfarbe, sodass der Unterschied klar zu hören, aber nie nervig ist.

Auch die Stimmungen und Gefühle der Charaktere transportiert er gut ins Ohr des Hörers, wobei er hier manchmal zwischen zu ruhig erzählendem Märchenonkel und engagiertem Synchronsprecher hin- und herwechselt. Nie aber kommt das Gefühl auf, dass er hier nur seinen Job macht, weil er dafür bezahlt wird und ihm die Geschichte eigentlich egal ist.

Einer ungekürzten Lesung kann man am besten folgen, wenn es wenige Charaktere gibt, die viel erleben. Hier ist es leider genau andersrum. Wer also nicht viele Stunden am Stück hören kann oder möchte, der hat es jedes Mal wieder schwer, in die eigentliche Story zurückzufinden. Mit einem Blick ins Booklet weiß der Hörer zwar schnell wieder, wer hier wer ist, aber wo er ist und was er grad macht …

Da nützt auch die gute Leistung des Sprechers nichts, eine gekürzte Lesung hätte hier eine Menge Gutes tun können. Für die Spannung und Straffung der Handlung und die Entspannung und das Interesse des Hörers.

Der Sprecher

Gert Heidenreich ist ein deutscher Schriftsteller, Journalist und Radiosprecher. Im Fantasy-Bereich ist bereits als Sprecher der „Herr der Ringe“-Trilogie aufgetreten. Auch den „Hobbit“ hat er komplett eingelesen. Des Weiteren hat er „Die Tränen der Wüste“, „Die Hexe von Portobello“ und „Handbuch des Kriegers des Lichts“ von Paulo Coelho gesprochen.

Die Ausstattung

Die 19 CDs stecken einzeln in weißen handelsüblichen Papierhüllen mit Sichtfenster, sind mit schlichtem Schwarz bedruckt und mit weißem Titel beschriftet. Eingeschweißt sind sie in einer Pappdeckel-Klappbox. Auf CD Nummer 2 meiner Ausgabe waren Fingerabdrücke und auch die Papierhülle dieser CD war leicht eingerissen.

Auch ein Booklet liegt der Box bei. Sechsseitig zum Auseinanderklappen bekommt der Hörer hier Kurzbeschreibungen zu wichtigen Personen und Wesen des Romans sowie Infos zu Autor und Sprecher.

Jeder der im Schnitt 19 Tracks pro CD ist etwa vier Minuten lang und als Bonus ist als letzter Track auf der letzten CD das Lied „Geas Traum“ der Gruppe SCHANDMAUL enthalten. Der Sänger der Band ist nach eigener Aussage ein langjähriger Fan von Wolfgang Hohlbein und hat sich bei seinen Texten schon öfter von ihm inspirieren lassen. Dieser Song soll nicht die letzte Zusammenarbeit der Band und Hohlbein sein.

Zusätzlich liegt der Box ein kurzes Verlagsprogramm bei.

Mein Fazit:

Episch ist dieses Hörbuch allemal, allein von der Länge her. Gert Heidenreich liest gut und bindet den Hörer über viele Stunden. Leider ist es nicht einfach, beim Hören den Überblick zu behalten, wenn so viel hin- und hergesprungen und ständig auf die Handlungsbremse getreten wird.

Für Freunde von Hohlbeins ausschweifendem Stil, die wissen, was auf sie zukommen kann, sicher empfehlenswert. Unbedarfte Hörer, die spannende und kurzweilige 23 Stunden verbringen möchten, könnten hier oftmals verwirrt werden und am Ende verärgert sein.

Ungekürzte Lesung auf 19 Audio-CDs
Gesamtspielzeit: ca. 23:14 h
Aufgeteilt auf 354 Tracks
Gelesen von Gert Heidenreich
ISBN-13: 978-3869520797

www.osterwold-audio.de

Der Autor vergibt: (3/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (5 Stimmen, Durchschnitt: 2,20 von 5)

Perry Rhodan – Raumschiff Erde (Silber Edition 76, Teil 2 von 4)

Raumschiff Erde:

Teil 1: 336 MB, 4:01 h, 48 Tracks
Teil 2: _381 MB, 4:33 h, 56 Tracks_
Teil 3: – erscheint am 05.04.2011 –
Teil 4: – erscheint am 26.04.2011 –

Die Handlung:

Im Jahr 3459. Die Völker der Milchstraße ächzen unter dem Joch der Konzilsherrschaft. Die Laren und ihre willfährigen Helfer, die Überschweren, beherrschen dank ihrer überlegenen Technik die gesamte Galaxis. Das Solare Imperium ist wie alle übrigen Sternenreiche zusammengebrochen. Unter Aufbietung aller Kräfte gelang es der Menschheit aber, zumindest ihre Heimat, das Solsystem, dem Zugriff der Eroberer zu entziehen. Ein gewaltiges Schirmfeld hüllt die Sonne und ihre Planeten ein, hält sie mehrere Minuten in der Zukunft, unerreichbar für die feindlichen Flotten. Doch Perry Rhodan weiß, dass die Zuflucht in der Zeit nicht von Dauer sein kann. Zu überlegen ist die Technik der Laren, zu erdrückend ihre Übermacht. Die Menschheit benötigt ein neues Versteck – und in Perry Rhodan reift ein Entschluss, der die Geschicke der Menschheit und der Erde für immer verändern wird … (Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 76| )

Dieser Teil:

Das Forschungsschiff EX-8977 stößt im DUO-System auf die Neu-Lemurer, die mit den Yjancs im Krieg liegen. Nachdem sich die Besatzung der EX-8977 von einer mentalen Beeinflussung des Planeten NEU-LEMUR lösen kann, kehrt sie nach einem Kampf mithilfe des Sonnentransmitters zurück ins Archi-Tritrans-System. Hier verdummt die Mannschaft erneut und kann erst vier Monate später erneut durch den Transmitter entkommen. Zurückgekehrt, erfährt die EX-8977, dass auch das Schwesterschiff EX-1819 im System angekommen, aber in die Hände der Yjancs gefallen ist.

Atlan bricht aus dem ATG-Feld, das weiterhin das Sonnensystem schützt, aus, um die Möglichkeit zu prüfen, einen Weißen Zwerg ins SOL-System zu holen. Damit soll ein Transmitter gebaut werden.

Ein Schwenk in die ferne Vergangenheit erzählt von Calibso, der auf der Suche nach dem Anzug der Vernichtung ist. Er bringt den gehirnmanipulierten Barbaren Skopein zur Schaltstation des Sonnentransmitters Archi-Tritrans, wo er von Cruum-Sporen befallen wird. Auf diese Sporen treffen auch Atlan und seine Mannschaft in der Gegenwart, als sie die Schaltstation betreten. Die Situation scheint ausweglos, bis Alaska Saedelaere den Anzug der Vernichtung einsetzt …

Mein Hör-Eindruck:

Tom Jacobs ist in Bestform. Der Text bietet ihm die Vorlage, sein Können zu zeigen und er liefert ab. Dramatische Ereignisse, hektische Diskussionen, Angst, Wut, alle Gefühle und Stimmungen werden fesselnd ins Ohr des Hörers gebracht.

Skopein der Barbar ist passend lautstark umgesetzt. Und bei Bentejac dem Neu-Lemurer legt sich Tom Jacobs richtig ins Zeug, wenn die Besatzung des terranischen Forschungsraumers auf ihn und seine Leute trifft. Laut und aufgeregt, teilweise sogar brüllend, aber nie schmerzend für den Hörer, fährt der Sprecher hier richtig auf und fesselt an die spannende Story.

Allein der Oponer Merkosh hat bei mir im Kopf durch die Interpretation von Tom Jacobs das Gefühl erweckt, er wäre ein Zwerg, dabei ist er zwei Meter groß. Ein wenig zu hoch ist da die Stimmwahl für meinen Geschmack gewesen. Und den Afrikaner Ras Tschubai spricht Jacobs wie einen Haluter, ein wenig sehr laut. Später dann fährt er die Lautstärke runter und Tschubai klingt wieder wie ein Terraner.

Die Effekte – Der Hintergrund

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund, der wird er aber auch gern mal spontan mitten in einem Track verlegt. Dieser Teppich fällt manchmal kaum, manchmal gar nicht und manchmal stark auf, weil er in der Lautstärke variiert, was dann teilweise den Sprecher unterstützt oder von ihm ablenkt.

Die MP3s

Die Qualität der MP3s entspricht dem derzeitigen Eins-A-Medien-Standard: 192kbps, 41,1kHz und Joint Stereo. Die 48 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch die Namen der an diesem Teil der |Silber Edition| beteiligten Autoren, Hans Kneifel und William Voltz, werden im ID3-Tag erwähnt. Dieses Mal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 666 „Im Bann des Sonnendreiecks“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.

Mein Fazit:

Eine spannende Geschichte, die interessant ist und bleibt, obwohl Perry Rhodan in diesem Teil nicht im Mittelpunkt steht, nicht mal die larischen Besatzer. Gelesen von Tom Jacobs, der in Hochform ist. Selten gingen 4,5 Stunden so schnell um, wie mit diesem Hörbuch.

MP3-Download mit ca. 381 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:33 h
Anzahl der Tracks: 56
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 9783939648956|
www.einsamedien.de
www.perry-rhodan.net

Hinweis: Die Silber Edition 76 wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 26. April 2011 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.

Scheunemann, Frauke – Dackelblick (Lesung)

Carl-Leopold von Eschersbach, seines Zeichens ein Dackelmix, landet aufgrund seiner zweifelhaften Herkunft im Tierheim. Seine Mutter hatte eine Affäre mir einem feschen Terrier und somit will der Besitzer der Dackelzucht Herkules schnell loswerden. Lange muss Carl-Leopold hier zum Glück nicht ausharren, kurze Zeit nach seiner Ankunft, kommt Carolin auf der Suche nach einem jungen Hund ins Tierheim und auf beiden Seiten ist es Liebe auf den ersten Blick. Schnell ist auch ein neuer Name gefunden. Carolin ist der Meinung Herkules ist exakt der Name, der zu ihrem neuen Mitbewohner passt. Herkules ist von seinem neuen liebevollen Frauchen absolut begeistert und fühlt sich bei ihr schnell pudelwohl.

Nur einer trübt das gemeinsame Glück: Thomas, der Lebensgefährte von Carolin, ist nicht besonders begeistert von Herkules. Dies ist aber nicht das Schlimmste, Thomas behandelt Carolin auch noch schlecht! Dies kann Herkules nun gar nicht leiden und zusammen mit seinem neuen Freund, Herrn Beck, dem fetten Kater der Nachbarin beschließt er, Thomas loszuwerden. Herr Beck kennt die Menschen, schließlich war sein erstes Herrchen Anwalt und daher kommt er Thomas bald auf die Schliche, nicht nur dass dieser Carolin schlecht behandelt, nein er betrügt Herkules Frauchen auch noch.

Schnell ist ein Plan gefasst und Herkules und Herrn Beck gelingt es, Thomas loszuwerden. Aber damit fangen die Probleme erst so richtig an, Carolin ist tief unglücklich. So reift ein neuer Plan, Herkules und Herr Beck beschließen, eine neue Liebe für Carolin zu finden …

_Kritik_

Mit „Dackelblick“ hat Frauke Scheunemann einen charmanten Roman aus der Sicht eines kleinen Dackels geschrieben. Gefühlvoll werden das Leben, die Liebe und eine tierische Freundschaft aus der Sicht des kleinen Herkules erzählt und menschliche Verhaltensweisen auch mal augenzwinkernd auf die Schippe genommen.

Dem Stil der Autorin kann beim Zuhören leicht gefolgt werden, mit einem leicht verständlichen Sprachstil wird eine humorvolle Geschichte erzählt. Die lockere Art wirkt sehr erfrischend in diesem Genre und besonders die Wahl der Perspektive ist mal etwas Anderes. Ansprechend und sehr drollig werden auch die neuen Erlebnisse wie zum Beispiel das Markieren eines Baumes des jungen Dackels Herkules beschrieben. Die Umgebung, in der sich Herkules bewegt, wird anschaulich beschrieben, schnell entsteht beim Hören des Hörbuches die Umgebung, in der sich Herkules bewegt, vor dem inneren Auge. Ein feiner Spannungsbogen zieht sich durch die komplette Geschichte, da wird sogar das Wechseln der CD zu lang. Schnell möchte man wissen, was Herkules und Herr Beck als Nächstes aushecken.

Die Perspektive ist hier erstklassig gewählt, Herkules erzählt seine Geschichte schwanzwedelnd aus seiner eigenen Sicht und humorvoll nimmt er so manches menschliche Verhalten, besonders auch das menschliche Paarungsverhalten, auf die Schippe. Aber auch seine Zuneigung zu Carolin kommt deutlich zum Ausdruck, sein Frauchen liebt der kleine Dackelmischling inbrünstig und ist bereit ihr zu ihrem Glück zu verhelfen. Hier fühlt er sich ausgesprochen verpflichtet, ist Carolins Männergeschmack seiner Meinung nach nicht der Beste. So sieht er sich berufen, gemeinsam mit Beck den perfekten Partner für Carolin zu finden, aus Hundesicht darf dies auch gerne der Obdachlose Willi sein, dieser ist schließlich ziemlich nett. Verwirrend mag allerdings erscheinen, dass Herkules mit manchen recht gebräuchlichen Begriffen nichts anfangen kann, andere aber sehr wohl beherrscht. Die Umschreibungen eines Banküberfalls machen andersrum aber auch wieder einen großen Teil des Charmes aus.

Auch die weiteren Charaktere sind sehr liebenswert und ansprechend konzipiert. Nicht nur der Kater Herr Beck, seines Zeichens Menschenversteher, auch die menschlichen Zeitgenossen sind lebendig und vielseitig gezeichnet.

_Sprecher_

Heikko Deutschmann liest „Dackelblick“ mit einer einzigartigen und souveränen Betonung, sodass der Hörer sich lebhaft vorstellen kann tatsächlich den Gedankengängen von Herkules zu folgen. Mit einem Schmunzeln in der Stimme werden die humorvollen Szenen getragen, und trotzdem schafft es der Autor, auch die traurigen Momente passend zu betonen und diese keinesfalls lächerlich wirken zu lassen.

_Fazit_

Das Hörbuch „Dackelblick“ von Frauke Scheunemann wird nicht nur Hundebesitzer begeistern, die hier von Heikko Deutschmann vorgetragene Geschichte ist humorvoll erzählt und viel zu schnell zu Ende.

Mit viel Gefühl, Humor und den Irrungen menschlicher Beziehungen punktet „Dackelblick“. Heikko Deutschmann unterstreicht mit seiner eindrucksvollen Betonung und seinem einzigartigen Timbre die amüsante und manchmal auch traurige Geschichte des kleinen Dackelmischlings.

Hier kann ich nur sagen: „Bitte mehr davon“ und dieser Wunsch wird sogar erfüllt. Am 21.03.2011 wird „Katzenjammer“ erscheinen, das Hörbuch wurde wieder von Heikko Deutschmann eingelesen und Dackel Herkules wird uns hoffentlich zusammen mit Beck wieder in das seltsame Verhalten der Zweibeiner entführen.

_Autorin_

Frauke Scheunemann, geboren 1969 in Düsseldorf, ist promovierte Juristin. Sie absolvierte ein Volontariat beim NDR und arbeitete anschließend als Journalistin und Pressesprecherin. Seit 2002 ist sie freie Autorin und schreibt zusammen mit ihrer Schwester Wiebke Lorenz unter dem Pseudonym „Anne Hertz“ sehr erfolgreich Romane.
Frauke Scheunemann ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in einem alten Pfarrhaus in Hamburg.

_Sprecher_

Heikko Deutschmann, der 1962 in Innsbruck geboren wurde, ist ein gefragter Schauspieler und Sprecher. Er studierte in der ersten Hälfte der 1980er Jahre Schauspiel an der Hochschule der Künste in Berlin, wo er von der Schaubühne engagiert wurde. Anschließend wurde das Hamburger Thalia Theater die berufliche Heimat von Heikko Deutschmann. 1995 folgte der Wechsel zum Fernsehen. Durch die Hauptrolle in der Serie „Der Mond scheint auch für Untermieter“ wurde Heikko Deutschmann einem größeren Publikum bekannt. Nachdem er im Theater in Stücken von Shakespeare bis Brecht mitspielte, wirkte er als Schauspieler in vielen bekannten Fernsehfilmen und Fernsehreihen mit, etwa in der Verfilmung des Strittmatter-Romans „Der Laden“ sowie mehreren „Tatort“-Folgen, um nur einige zu nennen. Außerdem machte sich Heikko Deutschmann einen Namen als versierter Sprecher von Hörbüchern. In zahlreichen Hörbüchern erklingt die Stimme von Heikko Deutschmann. U. a. vertonte er den Bestseller „Limit“ von Frank Schätzing.

|Originalverlag: Page & Turner
Gekürzte Lesung, 3 Audio-CDs, Laufzeit: ca. 210 Minuten
ISBN-13: 978-3837103991|
[Hörprobe]http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=353658

Perry Rhodan – Raumschiff Erde (Silber Edition 76, Teil 1 von 4)

_|Raumschiff Erde|:_

Teil 1: _336 MB, 4:01 h, 48 Tracks_
Teil 2: – erscheint am 15.03.2011 –
Teil 3: – erscheint am 05.04.2011 –
Teil 4: – erscheint am 26.04.2011 –

_Die Handlung:_

Im Jahr 3459. Die Völker der Milchstraße ächzen unter dem Joch der Konzilsherrschaft. Die Laren und ihre willfährigen Helfer, die Überschweren, beherrschen dank ihrer überlegenen Technik die gesamte Galaxis. Das Solare Imperium ist wie alle übrigen Sternenreiche zusammengebrochen. Unter Aufbietung aller Kräfte gelang es der Menschheit aber, zumindest ihre Heimat, das Solsystem, dem Zugriff der Eroberer zu entziehen. Ein gewaltiges Schirmfeld hüllt die Sonne und ihre Planeten ein, hält sie mehrere Minuten in der Zukunft, unerreichbar für die feindlichen Flotten. Doch Perry Rhodan weiß, dass die Zuflucht in der Zeit nicht von Dauer sein kann. Zu überlegen ist die Technik der Laren, zu erdrückend ihre Übermacht. Die Menschheit benötigt ein neues Versteck – und in Perry Rhodan reift ein Entschluss, der die Geschicke der Menschheit und der Erde für immer verändern wird … (Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 76| )

|Dieser Teil:|

Wie lange kann Perry sich noch zusammen mit dem Sonnensystem hinter dem ATG-Feld in der Zeit verstecken? Perrys Nachfolger als Erster Hetran der Milchstraße, LETICRON, unternimmt Versuche, mittels eines Zeittunnels den Schutzschirm zu durchstoßen. Ein von Rhodan ausgesandtes Kommando zur Informationsgewinnung wird abgefangen. Handlungssprung: Das Forschungsschiff EX-8977 wird aufgrund der plötzlich einsetzenden galaxisweiten Verdummungsstrahlung, die vom SCHWARM ausgelöst wurde, von einem Transmitter erfasst und in das DUO-System versetzt.

_Mein Hör-Eindruck:_

Tom Jacobs liest hier seine zweite |Silber Edition|. Er bleibt seiner Leistung, die der Hörer bereits von Band 74 her kennt, treu. Manchmal leicht gehetzt und ein wenig Nervosität verbreitend, weil recht schnell vorgetragen, schafft es Jacobs dennoch zügig, den Hörer in die Geschichte zu ziehen.

Die von ihm angebotenen Charaktervariationen sind immer angenehm im Ohr, und selbst wenn im Text steht, dass der Sprecher der Hyptons eine hohe Stimme hat, so hat Jacobs dennoch Erbarmen mit den Hörern und übertreibt die Umsetzung nicht.

Stimmungen und Verstimmungen der Figuren bringt er gut rüber. Hakkos von Mitrusan zum Bespiel, der Akone, der sich zu Anfang dieses Teils dem neuen Hetran der Milchstraße, Leticron, entgegenstellt, soll arrogant klingen, tut er auch. Genau so kommen auch die Gefühle und Auftritte der anderen Charaktere an.

Auch wenn in diesem Teil noch nicht so wahnsinning viel Aufregendes passiert, Perry macht sich Sorgen um das Halten des ATG-Felds, sein Gegner Leticron auch, hält Tom Jacobs den Hörer durch seine Leistung bei der Stange.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund, der wird er aber auch gern mal spontan mitten in einem Track verlegt. Dieser Teppich fällt manchmal kaum, manchmal gar nicht und manchmal stark auf, weil er in der Lautstärke variiert, was dann teilweise den Sprecher unterstützt oder von ihm ablenkt.

|Die MP3s|

Die Qualität der MP3s entspricht dem derzeitigen Eins-A-Medien-Standard: 192kbps, 41,1kHz und Joint Stereo. Die 48 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch die Namen der an diesem Teil der |Silber Edition| beteiligten Autoren, H. G. Ewers und Hans Kneifel, werden im ID3-Tag erwähnt. Dieses Mal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 664 „Tunnel durch die Zeit“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.

_Mein Fazit:_

Perry sorgt sich, Leticron greift weiter an und am Ende tritt die galaxisweite Verdummung ein. Tom Jacobs überzeugt als Sprecher und bringt den Auftakt zur |Silber Edition 76| gut ins Ohr.

|MP3-Download mit ca. 336 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:01 h
Anzahl der Tracks: 48
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 9783939648956|
[einsamedien.connectare.de]http://einsamedien.connectare.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

|Hinweis:| Die |Silber Edition 76| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 26. April 2011 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.

Perry Rhodan – Andromeda (Silber Edition 27)

_Die Handlung:_

Im Jahr 2404 terranischer Zeitrechnung ist es soweit: Die sogenannte sechste Epoche der neueren Menschheitsgeschichte bricht an. Perry Rhodan wagt mit seinem neuen Flaggschiff CREST III den direkten Vorstoß über den Leerraum zwischen den Sterneninseln. Sein Ziel ist die Galaxis Andromeda – und damit der unmittelbare Herrschaftsbereich der mysteriösen Meister der Insel.

Was die Terraner dort erwartet, weiß niemand an Bord des Kugelraumschiffes. Nach wie vor ist Andromeda von einem undurchdringlichen Mantel des Geheimnisses umgeben. Erste Erkenntnisse gewinnt die Besatzung der CREST durch den Paddler Kalak, ein aus 800-jährigem Todesschlaf erwachtes Wesen mit unheimlichen Fähigkeiten.

Der eigentliche Schock steht den Menschen nach dramatischen Kämpfen auf einer Dunkelwelt jedoch erst noch bevor: Tief in Andromeda, nahe der verbotenen Zentrumszone, treffen die Männer und Frauen der Expedition auf ihre Doppelgänger. Die Zentrumswächter von Andromeda sehen nicht nur aus wie Menschen, sie kämpfen auch so verbissen und klug wie Menschen …
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Im siebten |Silberband| des Zyklus‘ „Meister der Insel“ sind die Inhalte von gleich sieben Romanheften enthalten. Den Anfang macht das Heft Nr. 250 „Die 6. Epoche“, dessen Cover auch für diese |Silber Edition| nachbearbeitet und als Titel übernommen wurde. Dazu gesellen sich die Nummern 253, 254, 255, 256, 258 und 259.

Diese |Silber Edition| sprüht vor Ideen. Kein Wunder, dass der Zyklus um die |Meister der Insel| zu den beliebtesten gehört. Hier werden noch echte Abenteuer erlebt und nicht seitenlang um den heißen Brei herumphilosophiert. Klassischer |Perry Rhodan| halt.

Die Idee von einer Werftplattform mit dem irren Namen „KA-preiswert“ wird noch getoppt von der Werbeshow, der die ankommenden Raumfahrer um Perry Rhodan ausgesetzt werden. Neue Verbündete werden gefunden und weiter geht es auf dem Weg nach Andromeda von Idee zu Idee. Eine davon ist der Planet |Bengal|, auf dem es eine Gemeinschaftsintelligenz aus ehemaligen Bewohnern und der Pflanzenwelt gibt. Der geneigte Hörer wird sich direkt an den Fim „Avatar“ erinnern. Bei Perry Rhodan gabs das schon 1966.

Die Vorstellung davon, dass sich irgendwo im Universum eine Rasse entwickelt hat, die uns verdammt ähnelt, ist bei „Perry Rhodan“ neu. Meist sind die Außerirdischen doch ganz und gar anders als wir. Wie wird Perry mehr herausfinden können, ohne aufzufallen?

_Das Hörerlebnis:_

Josef Tratnik präsentiert sich in Höchstform. Er legt sich richtig ins Zeug, wenn er die Werbeshow auf |KA-preiswert| auf den Hörer loslässt. Ich hatte das Gefühl, dass ihm das richtig Spaß gemacht hat. Das geht zwar irgendwann auf die Nerven, aber es ist tatsächlich mal (wieder) etwas anderes.

Auch Diskussionen zwischen vier verschiedenen Personen bringt Tratnik hervorragend unterscheidbar ins Ohr des Hörers. Wenn er den Epsaler Cart Rudo spricht, wird er gewohnt laut und Gucky ist stets der altbekannte |Kermit|. Auch die Stimmen von Atlan und Perry Rhodan behält er seit 27 Lesungen bei, was sie für den Stammhörer angenehm wiedererkennbar macht. Baar Lun der Modul, klingt als hätte er sich einen Stapel Zahnarzttampons in die Wangentaschen gestopft, aber irgendwas muss sich der Sprecher ja einfallen lassen. Französische oder russische Akzente bietet Tratnik hier auch an. Alles nicht zu übertrieben und immer glaubwürdig. Guckys neuer Freund, der Psi-Roboter |Lucky Log|, klingt ein wenig nervig mit seinem dauernden Kichern, aber, das ist von den Autoren so beabsichtigt.

Hektik, Ruhe, Dramatik, Action, Kampf … alles wird sehr gut vermittelt und führt zu einem tollen Hörgenuss, weil Tratnik bei dieser Lesung Herr jeder Gefühlslage ist.

|Musik und Effekte|

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund, wird er aber auch gern mal spontan mitten in einem Track verlegt. Dieser Teppich fällt manchmal kaum, manchmal gar nicht und manchmal stark auf, weil er in der Lautstärke variiert, was dann teilweise den Sprecher unterstützt oder von ihm ablenkt.

_Der Sprecher:_

Josef Tratnik ist der Sprecher der „klassischen“ |Silber Edtionen|. Er studierte Theaterwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Köln und absolvierte er dort eine Schauspielausbildung am Theater „Der Keller“. Neben der Sprechertätigkeit für Hörfunk und Fernsehen, hauptsächlich bei den Sendern DLF, DW und WDR mit Hörspiel-/ und Feature-Produktionen, ist er freischaffender Schauspieler, Synchronsprecher und Sprecher in Köln. (Quelle: wikipedia)

_Die Ausstattung:_

Wie gewohnt sind die 13 CDs mit dem Titelbild der |Silber Edition| bedruckt, einzeln in Pappcover verpackt und in einer stabilen Papp-Klappbox zusammengefasst. Die Rückseiten der CD-Hüllen (1-12) ergeben zusammengesetzt das Cover von Heft 250 „Die 6. Epoche“.

Zusätzlich ist wieder ein Booklet enthalten, mit Tracklisting, einem Vorwort von Horst Hoffmann, einer Risszeichnung einer fliegenden Reparaturwerft MA-GENIAL und den Titelbildern der verarbeiteten Hefte.

Beim Druck der Risszeichnung ist dem Verlag aber offenbar die weiße Tinte ausgegangen, denn sowohl die Abbildung der Reparaturwerft als auch die erklärende Legende daneben sind nur schlecht zu lesen.

_Fazit:_

Absolut eine meiner |Silber|-Lieblingslesungen. Perry Rhodan erlebt kurzweilige und spannende Abenteuer und Josef Tratnik ist in Bestform.

Auf der [Produktseite des Verlags]http://einsamedien.connectare.de/index.php?id=16&productID=37072 gibt es auch eine Hörprobe zu dieser |Silber Edition|, die einen Flash-Player voraussetzt.

|13 Audio-CDs in Papp-Klappbox
Spieldauer: ca. 16:18 Stunden
Gelesen von Josef Tratnik
ISBN-13: 978-3939648925|
[einsamedien.connectare.de]http://einsamedien.connectare.de

Marx, André (Buch); Minninger, André (Adaption) – Die drei ??? – Der Fluch des Drachen (Hörspiel – Folge 130)

Bald feiert man 50jähriges Jubiläum bei einer der wohl ältesten, immer noch fortgeführten Jugendserien überhaupt. Bekannt wurden die „Drei ???“ hierzulande aber erst durch die Hörspieladaptionen des |EUROPA|-Studios in den späten Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts. Von da an war der Erfolgskurs gesetzt und nur selten mussten Klippen umschifft werden. „Der Fluch des Drachen“ ist mittlerweile der 130. Fall. Die von André Marx geschriebene und im |Franckh-Kosmos|-Verlag erschienene Vorlage stammt aus dem Jahr 2006. Somit hat es bis zur Vertonung satte drei Jahre gebraucht, was nicht zuletzt den zu dieser Zeit schwelenden Lizenzstreitigkeiten um die Serie geschuldet ist.

_Zur Story_

Ein junger Mann namens Johnson taucht mit einer außergewöhnlichen Bitte in Onkel Titus‘ Gebrauchtwarencenter auf: Er möchte eine chinesische Vase mit seltenem Drachenmotiv dort deponieren, auf dass seine Verlobte sie dann dort am nächsten Tag „zufällig“ aufspüre. Sie sei nicht sonderlich wertvoll, aber trotzdem etwas Besonderes. Seine Verlobte sei schon lange auf der Suche nach einem derartigen Motiv und sie sei nicht nur Sammlerin sondern vor allem auch eine begeisterte Jägerin von ungewöhnlichen Stücken. Das Finden mache ihr fast mehr Spaß als der eigentliche Besitz, daher plane er diese kleine Inszenierung zu ihrem Geburtstag. Familie Jonas willigt ein, ihm diesen Gefallen zu tun. Besonders Tante Mathilda ist von dieser romantischen Idee ganz hin und weg.

Als Justus seinen beiden Freunden die Geschichte erzählt und ihnen die Vase zeigen will, fällt sie vom Regal und zerbirst. Völlig verzweifelt setzt Justus alles daran bis zum Eintreffen von Mr Johnson und seiner Verlobten am nächsten Tag irgendwie Ersatz beizuschaffen und das Malheur insbesondere vor Tante Mathilda zu verbergen. Das scheint ganz und gar unmöglich, denn das Motiv auf der Vase ist tatsächlich nicht nur selten, es verdichten sich bei der panikghaften On- und Offline-Recherche die Hinweise, dass es sich beim fraglichen Stück durchaus um eine sündhaft teure Ming-Vase gehandelt haben könnte. Noch dazu eine, welche kürzlich aus der Sammlung einer bekannten Schauspielerin entwendet wurde. Plötzlich interessieren sich zudem einige kuriose Gestalten für den Schrottplatz, darunter auch ihr alter Erzfeind Skinny Norris.

_Eindrücke_

Mittlerweile werden wohl auch die Bücher offensichtlich so gestaltet, dass sie sich hernach recht easy vertonen lassen. Das liegt zum Teil sicher daran, dass die entsprechenden Autoren bereits im Vorfeld darauf hinarbeiten bzw. im Kopf haben dürften, dass ihr Werk mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Hörspiel adaptiert werden wird. Ein weiterer Vorteil der modernen Zeiten und Medien: Man hat schlichtweg mehr Speicherkapazität zur Verfügung – satt mehr als eine bis anderthalb Stunde (hier sind es immerhin 69 Minuten) kann man auf einer CD bequem unterbringen, was die Notwendigkeit von etwaigen Kürzungen auf ein Minimum reduziert. Zumindest diejenigen, welche nicht der etwas anders ausfallenden Dramaturgie und Erzählstruktur wegen geopfert werden müssen. Lesen und Hören ist doch halt etwas anderes.

Dank der Gnade der späten Geburt kommt der „Fluch des Drachen“ dementsprechend ohne wirklich große Kürzungen gegenüber der Vorlage aus. Das ist erfreulich, gehört diese nämlich zu den besseren Geschichten der jüngeren Vergangenheit. Ein wenig Feinschliff hier, geringfügige Anpassungen im Ablauf dort nebst Wegfall eigentlich unnötiger Figuren und Nebenhandlungen. Der humorige Auftritt von Rubbish George im Roman zum Beispiel bringt die Geschichte eigentlich nicht signifikant voran, weswegen diese prinzipiell unnötige Passage aus dem Drehbuch konsequent gestrichen wurde. Auch die Rolle des knorrigen wie knurrigen Replikators Mr Grogan ist fürs Hörspiel (in diesem Fall: leider) zurecht gestutzt worden. Dennoch hat André Minninger die Essenz des Plots seines Namensvetters Marx erfasst und gekonnt umgesetzt.

Natürlich ist auch diese Folge wie üblich professionell inszeniert. Die Crew um Regisseurin Heikedine Körting mit den erfahrenen Synchronrecken Oliver Rohrbeck (u.a. Ben Stiller), Andreas Fröhlich („Gollum“, John Cusack) und Jens Wawrzceck versteht ihr Handwerk. Auch wenn deren Stimmen längst die von Erwachsenen sind, können sie sich seit nunmehr über 30 Jahren immer noch als das Jugend-Detektiv-Trio verkaufen, ohne sich dabei der Lächerlichkeit Preis zu geben. Das ist beim „Fluch des Drachen“ insofern wichtig, als dass die Hauptproblematik sowie auch die daraus resultierende Message in der Tat auf eben jene Zielgruppe gerichtet und somit pädagogisch wertvoll ist – nämlich das ehrliche Geradestehen für Bockmist, den man vermeintlich verzapft hat. Auch wenn am Schluss mal wieder alles ganz anders ist, als zunächst gedacht.

_Fazit_

Einen Fluch gibt es zwar ebenso wenig wie einen Drachen, solcherlei Neugier heischendes Titel-Tuning ist man aber mittlerweile schon gewohnt. Doch das tut dem recht originellen und wendungsreichen Fall an sich keinerlei Abbruch. Auch die dezenten Kürzungen hinsichtlich des einen Tick detailverliebteren Jugendromans nicht. Klar: Manche Elemente waren schon des öfteren anzutreffen, was sich bei so vielen Episoden jedoch nicht vermeiden lässt. Unterm Strich ist diese Folge aber eine solide, würdige, flotte Umsetzung der Buchvorlage geworden, die bestimmt ab und an mal aus dem CD-Regal gefischt wird. Ein Umstand, der bei Weitem nicht allen neuzeitlichen Fragezeichen-Fällen eigen ist.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die drei ??? – Fluch des Drachen“ – Folge 130
EUROPA (Sony BMG), Mai 2009
Laufzeit: ca. 69 Minuten
Buchvorlage: André Marx
Hörspieladaption: André Minninger
Redaktion: Wanda Osten
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Musik: Hagitte & Bertling, George, Stahlberg, Morgenstern
Cover: Sylvia Christoph

|Die Figuren und ihre Sprecher:|
Erzähler: Thomas Fritsch
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Tante Mathilda: Karin Lieneweg
Onkel Titus: Hans Meinhardt
Skinny Norris: Andreas von der Meden
Thomas Johnson: Lutz Herkenrath
Daniel Baker: Sascha Rotermund
Beverly Leung: Susanne Stangl
James: Sönke Städtler
Mr Grogan: Günter Flesch
1. Polizist: Robert Missler
2. Polizist: Edgar Hoppe

_Mehr Fragezeichen findet man:_

… in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book

Gloge, Andreas / Sassenberg, Volker – Point Whitmark: Der Seelenkünder (1/2) (Folge 29) (Hörspiel)

_Kurzbeschreibung:_

Derek und seine Freunde Jay und Tom veranstalten im Rahmen des spanischen Hafenfestes am Strand des kleinen Nachbarstädtchen Casa Vargas eine Art Open-Air-Sendung ihrer Radiostation. Als Sondergast tritt dabei der unheimliche Magier Ramiro Luiz del Santos auf. Nur dessen Show endet ganz anders, als es sich die drei Jungs offensichtlich vorgestellt haben. Plötzlich ist Jay spurlos verschwunden, und seine beiden Kumpels stellen nahezu den gesamten nächtlichen Ort auf den Kopf, um ihn letztendlich völlig verwirrt auf dem Dach eines Hauses wieder zu finden.

Es scheint so, als ob Jay Lawrence unter Hypnose steht, denn jedes Mal, wenn er das Wort „cantaloupe“ vernimmt, wirkt dieses wie ein geheimer Befehl auf ihn, dem er kompromisslos gehorchen muss. Dabei zieht er sogar seine besten Freunde in Mitleidenschaft.

Jays Zustand und einige seltsame Vorkommnisse in Casa Vargas lassen sich augenscheinlich auf eine jahrhundertealte Geschichte am Hof des spanischen Königs zurückführen. Dabei spielt das genannte „Schwarze Okular“ eine gravierende Rolle, welches sich im Besitz von Ramiro befinden soll und welches zu einem katastrophalen Ausgang der Festlichkeiten führen wird …

Fortsetzung folgt …

_Meine Meinung:_

Eine kleine Besonderheit bietet diese Folge allemal, denn sie ist der erste Teil eines Mehrteilers – der erste dieser Serie. Entsprechend wird am Ende natürlich auch der obligatorische Cliffhanger angesetzt, wie sich das gehört.

Diesmal greift man dabei noch tiefer in die mysteriöse Kiste, denn die Figur des Luiz del Santo birgt noch mal eine ganz eigene, fast schon übertrieben außerweltliche Färbung. Insbesondere was er mit Jay anstellt, das sind ganz neue Facetten. Der Gute ist gänzlich außer Kontrolle und bringt dabei sogar fast seine eigenen Freunde um.

Dennoch hat mich diese Geschichte leider nicht ganz so überzeugt, da außer Jays Zustand doch irgendwie das wirklich Besondere gefehlt hat. Wieder wird irgendeiner alten Geschichte bzw. einer Person und einem seltsamen Artefakt hinterhergejagt. Dabei führt der ständige Szenenwechsel zu diversen Schauplätzen mit mehreren undurchsichtigen Protagonisten eher zur Verwirrung beim Hörer, als dass die Spannung aufrecht gehalten wird. Teilweise stagniert auch der Handlungsfluss und lässt die Story etwas dahin plätschern.

Im Gros also nicht so wirklich viel Neues – es ging eben auch schon viel besser … lassen wir uns vom zweiten Teil einfach mal überraschen.

_Besetzung:_

|Erzähler:| Jürg Löw
|Jay Lawrence:| Sven Plate (Whil ‚Wesley Crusher‘ Wheaton in „Star Trek“, Ewan McGregor in „Emergency Room“)
|Tom Cole:| Kim Hasper (James Franco, Jason Biggs, Brendan Fehr in „Roswell“ & „CSI: Miami“)
|Derek Ashby:| Gerrit Schmidt-Foß (Leonardo DiCaprio, Giovanni Ribisi, Scott Caan)
|Ramiro Luiz del Santos:| Bodo Henkel
|Inquisitor:| Gerald Paradies
|Arturo:| Dominik Freiberger
|Cesar Uria:| Holger Michel
|Nestor Benitez:| Bert Stevens
|Percy Briggs:| Günter Burchert

_Produktion:_

Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert, Markus Segschneider, Volker Sassenberg & Manuel Rösler
Ton & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Tonassistenz: Ramona Heinisch
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Regie: Volker Sassenberg
Produktion: Volker Sassenberg
Aufgenommen und gemischt unter Finians Regenbogen
Verlegt durch ROBIL BOR Music

|Audio-CD mit 64 Minuten Spieldauer
Empfohlen ab 8 Jahren
ISBN-13: 978-3-8291-2323-5|
http://www.pointwhitmark.de

_|Point Whitmark| bei |Buchwurm.info|:_
Folge 1: [„Die Bucht der 22 Schreie“ 5128
Folge 2: [„Die rote Hand des teufels“ 5256
Folge 22: [„Die blutenden Schlüssel“ 4793
Folge 23: [„Der Duft der Finsternis“ 5058
Folge 24: [„Am Tag der großen Flut“ 5410
Folge 25: [„Die fiebrigen Tränen“ 5551
Folge 26: [„Die Diener der Pest“ 5743
Folge 27: [„Eiland der Gespenster“ 5817
Folge 28: [„Der leere Raum“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6175
Folge 29: [„Point Whitmark 29: Der Seelenkünder“ (1/2)(Hörspiel)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6518
Folge 30: [„Point Whitmark 30: Der Seelenkünder“ (2/2)(Hörspiel)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6670

Perry Rhodan – Die Laren (Silber Edition 75)

_Die Handlung:_

Man schreibt das Jahr 3459. Die Herrschaft des |Konzils der Sieben| in der Milchstraße ist gefestigt. Niemand vermag den SVE-Raumern der Laren Widerstand zu leisten. Als sogenannter Erster Hetran der Galaxis kooperiert Perry Rhodan zum Schein mit den Okkupanten. In Wirklichkeit bereitet er hinter ihrem Rücken den Befreiungskampf vor. Hilfe verspricht ihm der larische Rebell Roctin-Par, der mit seiner Widerstandsgruppe in der Dunkelwolke Provcon-Faust Unterschlupf gefunden hat. Rhodan erlebt auf seinem Flug in diese Region der Milchstraße die Schrecken der Dunkelwolke. In der Zwischenzeit wird auf der Hundertsonnenwelt der Posbis eine Waffe gegen die SVE-Raumer entwickelt. Doch die Laren reagieren mit fürchterlicher Vergeltung, der offene Krieg droht. Perry Rhodan lässt das Solsystem in die Zukunft versetzen, um die völlige Vernichtung der Erde zu verhindern. Damit zieht sich der Terraner vom Amt des Ersten Hetrans zurück. Andere Mächte wollen an seine Stelle treten – und ein mörderischer Kampf um die Macht entbrennt … |(Verlagsinfo)|

_Mein Eindruck:_

Jetzt ist es also an Andreas Laurenz Maier, zu beweisen, dass auch er sich nicht hinter dem |Silber Editions|-Altmeister Josef Tratnik zu verstecken braucht. Freunde der wöchentlichen Heftromanlesungen kennen ihn schon länger, Fans der |Silber Editionen| begegnen ihm hier das erste Mal.

Leider stellt sich heraus, dass Maier der Schwächste unter den Sprechern ist. Der Hörer erlebt ihn zwar als ambitionierten Vorleser, aber im Vergleich zu Tom Jacobs fehlt bei ihm oftmals die schauspielerische Leistung vor dem Mikro. Auch seine Stimmfarbe ist unangenehmer im Ohr des Hörers als die der beiden anderen Sprecher.

Besonders fällt dies bei der Interpretation einiger Charaktere auf. Wenn Maier schon einmal die Stimme verstellt, um Unterschiede zwischen den Sprechern erkennen zu lassen, geht das meist auf Kosten des Hörgenusses. Allzu häufig benutzt er dann eine sehr unangenehm klingende, krächzend hohe Quakstimme, die wirklich wehtut, wenn man die Lesung per Kopfhörer hört. Polatrom-Upas, der larische Kommandant in der Milchstraße, der Supermutant Ribald Corello und auch der Sekretär von Hotrenor-Taak, Loremaar-Hunut, krächzen dem Hörer auf diese Weise ins Ohr. Interessanterweise spricht er Gucky, den die meisten anderen Sprecher der Rhodan-Lesungen nach |Kermit| klingen lassen, wie eine Kreuzung zwischen |Bugs Bunny| und einer schlechten Parodie auf Marcel Reich-Ranicki. Auch das Plasma der Posbis hört sich manchmal irgendwie leicht wie Samson aus der |Sesamstraße| an.

Im Gegensatz zum vorangegangenen neuen |Silber Editions|-Sprecher Tom Jacobs legt Maier dem Chef der Solaren Abwehr, Galbraith Deighton, keinen amerikanischen Akzent auf. Er mischt sich unter die anderen Charaktere und wird nur erkennbar, wenn er vor der wörtlichen Rede angekündigt wird.

Das hat aber natürlich auch den Vorteil, dass den Hörer eventuell nervige Interpretationen einiger Charaktere die ganze |Silber Edition| hindurch begleiten. Wie der Weinvertreter bei Loriot schon sagte: „Einer wie der andere!“ Auch wenn der Hörer manchmal durch die Gleichheit der gesprochenen Figuren ein „pelziges Gefühl“ in den Ohren hat.

Leider gibt er aber Vancan de Corst, dem Kommandanten der KOSMOPOLIS, einen französischen Akzent. Dieser klingt dann genauso krächzig, wenn er ihn schnell und hektisch spricht, wie der Vogel, dem man Reginald Bull als Trojanisches Pferd untergejubelt hat.

Bei der Springerversammlung legt sich Maier allerdings richtig ins Zeug und ist mehr als nur ein ambitionierter Vorleser. Hier verleiht er jedem der hitzigen und mächtigen Springer eine eigene Stimmfarbe und macht sie dadurch gut unterscheidbar.

Wenn er keine Außerirdischen oder besonders hektische Passagen zu lesen hat, zeigt Maier auch, dass er eigentlich ein mitreißender Erzähler ist.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Diese |Silber Edition| unterscheidet sich in Sachen Hintergrundgestaltung nicht vom Vorgänger. Hier und da gibt es ein paar Ambientsounds oder -teppiche zu hören oder eine leichte New-Age-Melodie. Leider tragen diese Stilmittel auch hier wieder zur Verwirrung des Hörers bei, denn es ist nicht nachvollziehbar, warum sie nur zu bestimmten Zeiten im Hintergrund lauern und so vom eigentlichen Geschehen ablenken, anstatt die Handlung zu unterstützen. Außerdem verschwinden sie auch nicht nachvollziehbar wieder nach ein paar Minuten.

|Die MP3s – Das Booklet|

Die MP3s liegen in der Qualität 192kbps, 41,1kHz und in Joint Stereo vor. Die ID3-Tags sind sauber gesetzt und alle MP3s beinhalten das Cover der |Silber Edition|, was sich bei MP3-Playern der iPod-Touch-Fraktion immer nett im Display macht.

Ein Kompressionsartefakt konnte ich in Track 169 ausmachen, dadurch wird ein Wort leicht zusammengequetscht.

Die Dateinamen tragen die Tracknummer am Ende. Das kann zu Problemen führen, wenn man die MP3s auf einen MP3-Player kopiert, der schon ein paar Jahre alt ist. Denn die würfeln die Dateien gern durcheinander, weil sie die Tracknummer nur am Anfang der Datei richtig deuten können.

Auf beiden MP3-CDs, die mit dem Titel der |Silber Edition| bedruckt sind, ist zusätzlich das Cover der Box im Format 1448 x 1444 als JPG-Datei zu finden und auf der zweiten CD auch noch die Titelseite des Perry-Rhodan-Heftes Nr. 663 „Leticron, der Überschwere“ in der Auflösung 2513 x 3716 im JPG-Format.

Wie auch bei den weiterhin parallel erscheinenden Josef-Tratnik-SIlber-Editionen liegt dem Digipack ein Booklet bei. Hier gibt es ein Tracklisting, ein Vorwort von Horst Hoffmann, eine Risszeichnung eines Walzenraumers der Überschweren, eine Zeitleiste und die Cover der in dieser |Silber Edition| enthaltenen Heftromane. Auf der Hülle des Digipacks zeigt der Verlag ein Bild des Sprechers und gibt weitere Informationen zu ihm.

_Mein Fazit:_

Maier ist mit seiner Leistung der Schwächste der |Silberband|-Sprecher, besonders weil er viel zu oft eine unangenehme und hoch krächzende Stimmfarbe auflegt. Manchmal stört auch die schlechte Unterscheidbarkeit der sich unterhaltenden Charaktere.

Abgesehen davon bringt er die Stimmung und die Emotionen der Figuren und die spannende Handlung prima ins Ohr des Hörers, weil er, bis auf das Krächzen halt, ein guter Sprecher ist. Er muss sich allerdings mit Tratnik und Jacobs vergleichen lassen, die mir persönlich besser gefallen haben, allein, weil sie meinen Ohren nicht wehtaten.

Eine Kaufempfehlung gibts für diese Lesung aber dennoch, denn die Geschichte ist spannend und Maier krächzt ja nicht ständig.

|2 MP3-CDs mit 17:13 h Gesamtspieldauer
Aufgeteilt auf 200 Tracks
Sprecher: Andreas Laurenz Maier
ISBN-13: 978-3939648949|
http://einsamedien.connectare.de/

Perry Rhodan – Die Sternenarche (Lemuria 1)

_Perry Rhodan: |Lemuria| – Die Lesungen:_

Band 1: [„Die Sternenarche“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6935
Band 2: [„Der Schläfer der Zeiten“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7093
Band 3: _“Exodus der Generationen“_
Band 4: „Der erste Unsterbliche“ (Oktober 2011)
Band 5: „Die letzten Tage Lemurias“ (Januar 2012)
Band 6: „Die längste Nacht“ (April 2012)

_Die Handlung:_

Perry Rhodan hat sich als Passagier auf dem Zivilraumschiff PALENQUE eingeschifft. Sein Ziel ist das Niemandsland des Ochent-Nebels. Dort will er, ungestört von der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, Kontakt zu den Akonen aufnehmen, den alten Erzfeinden der Menschheit.

Rhodan stößt auf die Akonen – und auf ein gigantisches Raumschiff, das seit Jahrzehntausenden durch das All rast, einem unbekannten Ziel entgegen. Es handelt sich um ein uraltes Generationenraumschiff – und seine Besatzung sind Menschen …
|(Verlagsinfo)|

_Mein Eindruck:_

Nachdem der ANDROMEDA-Sechsteiler offenbar von den Fans als Tratnik-Lesung gut angenommen wurde, macht sich der Verlag nun an LEMURIA. Auch diese eigenständige Reihe, die parallel zu den Heftromanen erschienen ist, umfasst sechs Romane, die zwischen Oktober 2004 und März 2005 herausgegeben wurden und aus den Federn von sechs verschiedenen Autoren stammen. Den Anfang macht Frank Borsch. Er hält sich nicht Seiten schindend mit langen Beschreibungen auf, sondern lässt den Hörer direkt ins Abenteuer einsteigen. Und das Schöne ist, es gibt auch nach so vielen Jahren immer noch spannende Geschichten im Perryversum zu erleben.

Wir befinden uns direkt an Bord der Sternenarche, die Perry Rhodan erst noch finden wird, und erleben die Konflikte, mit denen einige der lemurischen Raumfahrer zu kämpfen haben. Und „Konflikte“ ist das Oberthema dieses ersten Bandes. Jeder hat mit jedem irgendwie einen auszutragen: An Bord der Sternenarche gibt es Konflikte, zwischen Perry Rhodan und den Wissenschaftlern des akonischen Raumschiffs gibt es Stress gerade wegen der Sternenarche. Schließlich greift das akonische Militär ein, nimmt die Sternenarche in Beschlag und macht allen Beteiligten Ärger. Inoffiziell beschließen Rhodan und die Besatzung des akonischen Wissenschaftsraumers aber, zusammenzuarbeiten, um das Geheimnis der Sternenarchen zu lüften. Und am Ende gibts ein großes Besäufnis mit Karaoke.

Ich würde nicht sagen, dass „Die Sternenarche“ langweilig ist, aber mir persönlich passiert zu wenig. Sehr viel Reden, wenig Handeln, so werden hier die Konflikte ausgetragen. Das ist im echten Leben sicher löblich, in einem Roman könnte es zu Längen führen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass dies der erste Teil von sechs ist und dieser Band komplett der Einführung dienen soll.

Wie schwer es sein wird, sich in drei Monaten noch daran zu erinnern, was gerade passiert ist, bleibt abzuwarten. Der nächste Audioband „Der Schläfer der Zeiten“ erscheint im Mai.

_Das Hörerlebnis:_

Bei der Wahl des Sprechers setzte man auf Altbewährtes, was nicht verwundert. Wie auch für ANDROMEDA wurde wieder Josef Tratnik verpflichtet, der seinen Job wie gewohnt super erledigt. Als |Silber Edition|s-Stammhörer könnte man allerdings leicht ins Schlingern kommen, denn Tratniks Charaktere ähneln immer denen, die man bereits „irgendwo schon mal gehört“ hat. Das bleibt aber natürlich bei der Masse an unterschiedlichen Personen irgendwann nicht aus.

Gewohnt spannend, den Zuschauer immer mitnehmend, erzählt Tratnik die Geschichte. Terraner, Lemurer, Akonen – alle werden von ihm akustisch gut in Szene gesetzt. Er ist kein Meister der tausend Stimmen, aber er schafft es dennoch durch leichte Modulationen der Stimmfarbe, oftmals auch über Lautstärke, die Charaktere für den Hörer gut unterscheidbar zu machen.

Selten aufdringlich oder störend unangenehm sind seine Charakterisierungen der handelnden Figuren angenehm im Ohr. Allein Tekker, der Chef der „Reparaturkolonne“ krächzt mir ein wenig zu sehr. Ok, was will Tratnik auch anderes machen, wenn im Skript „Gackern“ steht. Sonst lenkt nichts weiter von der Handlung ab, im Gegenteil, Tratnik sorgt wie gewohnt dafür, dass der Hörer die Geschichte noch intensiver erlebt, als wenn er selbst das Buch lesen würde.

Aber Tratnik muss sich mittlerweile auch mit verschiedenen anderen Kollegen vergleichen lassen. Die haben erst nur die wöchentlichen Romanhefte vertont und sind jetzt auch in „seine“ |Silber Edition|s-Bastion eingedrungen. Und da merkt man, dass Perry Rhodan mit ein wenig mehr Action vor dem Mikro und Schauspiel im Studio sogar noch ein wenig lebendiger wirken kann, auch wenn sich Josef Tratnik hier oftmals ins Zeug legt. Aber, das ist halt seine Art und sie ist gut so.

|Musik und Effekte|

Im Gegensatz zu den |Silber Editionen| ist die Einstiegs- und zugleich auch Kapitel-Vorspann-Musik flotter im Abgang und elektronischer vom Stil her. Die auch in den |Silber Editionen| verwendeten und aufgrund ihrer Seltenheit leicht irritierenden Ambient-Sound-Teppiche sind auch hier vorhanden. Allerdings so selten und so leise, dass ich oftmals dachte, es wären Störgeräusche von außen.

Ich mag dieses Stilmittel gern, weil es eine Story noch mehr zum Kopfkino werden lassen kann. Leider dürfen oder wollen die Toningenieure nicht mehr zur Belebung der Lesung beitragen, sodass die „Effekte“ oftmals eher eine Ablenkung denn eine Unterstützung sind. „Entweder richtig oder gar nicht“, wäre hier die beste Lösung für den Hörer.

_Der Sprecher:_

Josef Tratnik ist der Sprecher der „klassischen“ |Silber Edtionen|. Er studierte Theaterwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Köln und absolvierte er dort eine Schauspielausbildung am Theater „Der Keller“. Neben der Sprechertätigkeit für Hörfunk und Fernsehen, hauptsächlich bei den Sendern DLF, DW und WDR mit Hörspiel-/ und Feature-Produktionen, ist er freischaffender Schauspieler, Synchronsprecher und Sprecher in Köln.
|(Quelle: wikipedia)|

_Die Ausstattung:_

Wie vom Verlag gewohnt sind die 8 CDs mit dem Titelbild der |Silber Edition| bedruckt, einzeln in Papphüllen verpackt und in einer stabilen Pappklappbox zusammengefasst.

Das vierseitige Booklet enthält die Trackliste der einzelnen CDs mit den Kapitelnummern des Buches und den Gesamtspieldauern der Scheiben. Auf der Rückseite wird für den nächsten Teil der Reihe „Der Schläfer der Zeiten“ geworben.

Als Extra gibt es ein entfaltbares Poster in der Größe 36 x 48cm mit dem Cover-Motiv der Box.

_Mein Fazit:_

Josef Tratnik erzählt in gewohnter Form spannend, mitreißend und gekonnt ein interessantes Abenteuer. Das allerdings ist in diesem Band noch wenig actionlastig. Bei Musik und Effekten ist weiterhin noch viel Luft nach oben.

|8 CDs in Pappklappbox, einzeln in Papphüllen verpackt
Spieldauer: ca. 9:18 Stunden
Gelesen von Josef Tratnik
ISBN-13: 978-3939648963|
[einsamedien.connectare.de]http://einsamedien.connectare.de

_Perry Rhodan auf |Buchwurm.info|:_
[„Die Sternenarche“ 769 (Perry Rhodan – Lemuria 1)
[„Der Schläfer der Zeiten“ 871 (Perry Rhodan – Lemuria 2)
[„Exodus der Generationen“ 886 (Perry Rhodan – Lemuria 3)
[„Der erste Unsterbliche“ 949 (Perry Rhodan – Lemuria 4)
[„Die letzten Tage Lemurias“ 1021 (Perry Rhodan – Lemuria 5)
[„Die längste Nacht“ 1137 (Perry Rhodan Lemuria 6)
[„Die Lebenskrieger“ 2189 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 1)
[„Die Trümmersphäre“ 2468 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 2)
[„Die Quantenfestung“ 3050 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 3)
[„PERRY RHODAN: Odyssee“ 3240
[„Die Kaiserin von Therm“ 3241 (Perry Rhodan Silberband 94)
[„Die Rückkehr“ 1611 (Perry-Rhodan-Roman 2295)
[„Das Antares-Riff“ 1706 (Perry Rhodan Extra 2)
[„Perry Rhodan – Das Rollenspiel“ 2925 (Grundregelwerk)
[„Sternenozean“ 5831 (Hörspielserie, Teil 1-25)
[„Das gestrandete Imperium“ (Perry Rhodan – Der Posbi-Krieg 1)“ 6081
[„Perry Rhodan – Silber Edition 24: Die Para-Sprinter“ (Hörbuch) 6330
[„Perry Rhodan – Silber Edition 25: Brennpunkt Andro-Beta“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6492
[„Perry Rhodan: Der Posbi-Krieg“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6394
[„Perry Rhodan – Silber Edition 74: Konzil der Sieben“ (Teil 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6560
[„Perry Rhodan – Silber Edition 74: Konzil der Sieben“ (Teil 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6614
[„Perry Rhodan – Silber Edition 74: Konzil der Sieben“ (Teil 3)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6666
[„Perry Rhodan – Silber Edition 74: Konzil der Sieben“ (Teil 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6721
[„Die Zeitstadt“ (Perry Rhodan – Andromeda 6) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6740
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6743
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 1) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6775
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 2) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6824
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 3) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6880
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 3) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6916
[„Geisterschiff CREST IV“ (Perry Rhodan – Taschenheft 10]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id%3C/b%3E__book=6925
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6936
[„Die Sternenarche“ (Perry Rhodan – LEMURIA 1) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6935
[„Andromeda“ (Perry Rhodan – Silber Edition 27) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6945