Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Lloyd, Alexander – Taran – Der schwarze Kessel

Dieses Hörspiel beruht auf dem zweiten Roman eines fünfbändigen Fantasy-Zyklus, der es vielleicht nicht mit Tolkiens „Herr der Ringe“ aufnehmen kann, der aber ebenso stark auf Mythen und Fantasythemen zurückgreift. Und die Hauptfigur Taran, die im Laufe des Zyklus eindrucksvoll heranreift, lieferte wie Tolkiens „Herr der Ringe“ die Vorlage zu einem Zeichentrickfilm.

|Der Autor|

Lloyd Alexander, geboren 1924, ist der Autor der „Chroniken von Prydain“ (= Britannien). Ähnlich wie bei Tolkien, der mit „The Hobbit“ (1937) zunächst eine Fantasy für Kinder schrieb, beginnt auch Alexander mit einer leichtfüßigen Kinder-Fantasy, um dann jedoch schnell auf tiefere, dunklere Themen sprechen zu kommen. Der erste Band sowie Teile des zweiten Bandes fanden Eingang in einen gleichnamigen Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1985: „Taran und der Zauberkessel“.

Der |Taran|-Zyklus

1. „Taran und das Zauberschwein“ bzw. „Das Buch der Drei“ (engl. The Book of Three) (1964)
2. „Taran und der Zauberkessel“ bzw. „Der schwarze Kessel“ (engl. The Black Cauldron) (1965)
3. „Taran und die Zauberkatze“ bzw. „Die Prinzessin von Llyr“ (engl. The Castle of Llyr) (1966)
4. „Taran und der Zauberspiegel“ bzw. „Der Spiegel von Llunet“ (engl. Taran Wanderer) (1967)
5. „Taran und das Zauberschwert“ bzw. „Der Fürst des Todes“ (engl. The High King) (1968) – Gewinner der Newbery Medal, 1969
6. „Der Findling und andere Geschichten aus Prydain“ (engl. The Foundling) (1973) – Sammlung von Kurzgeschichten, die in Tarans Welt Prydain spielen

|Die Sprecher|

„Der schwarze Kessel“ ist eine Produktion des Südwestrundfunks Baden-Baden aus dem Jahr 2004. Die Hörspielbearbeitung besorgte Andrea Otte, die Dramaturgie Klaus Schmitz, die Regie führte Robert Schoen. Die stilechte Musik trug „der deutung und das ro“ bei, die auch schon woanders in Erscheinung traten.

Die Namen der Sprecher sind mir leider nicht vertraut, eine Ausnahme bieten lediglich Tommi Piper und Christian Redl. Doch die eine oder andere Stimme habe ich bereits in Fernsehproduktionen gehört, so etwa Rolf Schult als deutsche Stimme von Anthony Hopkins. Er spricht den Zauberer Dallben.

Erzähler: Jürgen Hentsch

Taran: Tim Sander

Eilonwy: Natalie Spinell (Aussprache: e’lónwi)

Dallben: Rolf Schult ( da[stimmloses th]ben)

Fflewdur Fflam: Jens Harzer ( flodjir flam)

Fürst Gwydion: Tommi Piper

Gurgi: Joachim Kaps

Doli: Michael Habeck ( dolí)

Adaon: Oliver Stokowski ( a’daun)

Ellidyr: André Szymanski ( echi:dir)

Gwystyl: Carl Heinz Choynski (gwistil)

König Morgant: Christian Redl

Orddu / Orwen / Orgoch: Eva Weißenborn (or[stimmhaftes th]i:, orwen, orgoch)

_Handlung_

Der Waisenjunge Taran lebt als Hilfsschweinehirt beim Schmied Coll und einem Magier namens Dallben. Der Magier hütet das magische „Buch der Drei“, das Taran nicht anfassen darf, selbst wenn der Zauberer, wie so oft, mal wieder schlafend meditiert.

Doch die friedlichen Jahre, die auf das Ende seines ersten Abenteuers folgten, haben jäh ein Ende, als sich verschiedene hohe Herrschaften auf dem Gehöft von Dallben und Taran einfinden. Fürst Gwydion hat eine Ratsversammlung beim Zauberer Dallben einberufen. Der Feldherr von Hochkönig Math fordert die anderen Fürst auf, auf eine gefährliche Mission ins Reich Annuvin des Todesfürsten Arawn zu ziehen. Solange Arawn mit Hilfe des magischen schwarzen Kessels weiterhin Zombiekrieger erzeugen könne, werde Prydain nicht sicher sein vor seinem Angriff. Und in letzter Zeit sei Arawn sogar dazu übergegangen, nicht nur Tote zu Kesselkriegern zu machen, sondern auch Lebende, die er einfangen und töten lasse.

Auf dem Feldzug gerät Taran ständig mit dem hochmütigen Prinzen Ellidyr aneinander, der es wirklich auf den „Schweinejungen“ abgsehen hat. Nur Adaon, der Sohn des obersten Barden Taliessin, hilft den Gefährten. Und auch um den Feldzug ist es nicht gut bestellt, denn als Doli, der Zwerg, der sich unsichtbar machen kann, vom Dunklen Tor, dem Eingang zu Annuvins, zurückkehrt, berichtet er, der schwarze Kessel sei gar nicht dort, wo man ihn erwartet habe. Er ist weg!

Doch ein weiterer Zwerg namens Gwystyl beziehungsweise dessen Rabe Kaw wissen, wo sich der Kessel jetzt befindet: in den Marschen von Morva. Und wer wohnt dort? Drei alte Hexen namens Orddu, Orgoch und Orwen, die über Zauberkräfte verfügen. Tarans Gefährten und er selbst entgehen erst dann dem traurigen Schicksal, gefressen oder als Kröten zertreten zu werden, als Taran erwähnt, dass er in der Obhut des Zauberers Dallben lebt. Die drei Hexen erinnern sich sehr gut an das Knäblein Dallben: Sie haben es selbst aufgezogen.

Zwar entdecken die Gefährten den schwarzen Kessel tatsächlich auf dem Grund und Boden der Hexen, doch das nützt ihnen gar nichts. Sie bekommen ihn nur gegen einen hohen Kaufpreis: Taran muss die Spange des Wissens hergeben, die ihm der Barde Adaon in Verwahrung gegeben hatte, als er nach der Schlacht starb.

Doch das ist noch gar nichts gegen den Preis, den der schwarze Kessel für seine Zerstörung fordert: Ein lebendiger Mensch muss freiwillig in den Kessel springen, dieser werde daraufhin zerbersten. Tatsächlich: Hämmer und Stangen richten gegen das magische Monstrum nichts aus, und so müssen ihn die Gefährten durch die Lande zu Fürst Gwydion schleppen, denn der werde schon Rat wissen.

Allerdings haben sie die Rechnung ohne den Ehrgeiz des Prinzen Ellidyr gemacht.

_Mein Eindruck_

Das Hörbuch lässt sich knapp einer Stunde anhören, und doch hat man das Gefühl, eine ausgewachsene, tief gehende Geschichte erfahren zu haben. Das liegt daran, dass es hier nicht mehr darum geht, Wissen und Gefährten zu erwerben, um schließlich damit den eindeutig erkennbaren Gegner von der Gegenseite zu überwinden.

Diesmal sind die Gegner in den eigenen Reihen zu finden: falscher Ehrgeiz, Ruhmsucht und mehrfacher Verrat vereiteln um ein Haar den Erfolg der Guten, die auf der Seite von Recht und Gesetz stehen. Fürst Arawn tritt überhaupt nicht in Erscheinung, allenfalls seine Häscher, die Kesselkrieger. Und so müssen schon bald die Besten dafür büßen, unter ihnen der kluge, seherisch begabte Adaon. Und obwohl er die nahe Zukunft kennt, überlässt er Taran die Entscheidung, wie man weitermachen will: zurück zu Fürst Gwydion oder doch in die Marschen von Morva?

Dieses Taran-Abenteuer ist sowohl sehr spannend als auch anrührend. Das Fazit, das Gwydion und Taran am Schluss ziehen, ist relativ niederschmetternd: Dies ist also die Welt eines Mannes, eine Welt aus Verrat, Blut, Niedertracht und falschem Ehrgeiz. Kann dies alles sein? Nicht wenn man dem Pfad der Ehre und der Wahrheit und der Liebe folgt, sagt Gwydion.

Doch Liebe hat Taran noch nicht kennen gelernt, allenfalls indirekt durch Adaon. Der war nämlich mit Prinzessin Arian Llyn verlobt, und das Unterpfand ihrer Liebe war eben jene Spange, die Taran für den Zauberkessel hergeben musste und die ihrem Träger seherische Kraft verleiht.

So erwirbt ein Symbol der Liebe ein Werk des Bösen, um dieses der Vernichtung zuführen zu können. Nur ein weiteres Opfer kann die Vernichtung dann auch tatsächlich vollbringen. Doch die Wahl des Freiwilligen fällt ganz anders aus als erwartet.

_Das Hörspiel_

Zur Einstimmung beginnt das Hörspiel mit einem keltisch anmutenden, möglicherweise walisischen Volkslied. Es wird noch des Öfteren im Hintergrund angespielt und stammt von einem Duo mit einem bemerkenswerten Namen: „der deutung und das ro“. Dabei handelt es sich um Tobias Unterberg und Robert Beckmann, die bereits die Hörspielproduktion „Schloss Draußendrin“ unterstützten und bei alternativen Bands wie |The Inchtabokatables|, |Milar Mar| oder |Deine Lakaien| mitmischen. Der Zuhörer mit ein wenig Erfahrung in keltisch inspirierter Folk-Musik fühlt sich sofort in selige Zeiten von |Clannad|-Konzerten zurückversetzt. Wo immer man in Irland, Schottland oder Wales als Tourist hingelangt, kann man diese Art von Musik finden. Denn diese Musik ist nicht einfach Touristenattraktion, sondern ein integraler Teil der Identität der keltischen Völker.

Wir sind also schon mal auf der richtigen Baustelle. Sodann entspinnt sich der erste Dialog zwischen Taran, dem hochmütigen Prinzen Ellidyr und Eilonwy. Wenig später tragen die Abenteuer Taran hinfort, bis zum glücklichen Ausgang. Doch bei den walisischen Namen sollte man die Ohren spitzen. Sie sind für unsere Hörgewohnheiten doch recht ungewöhnlich. Siehe dazu meine Aussprachehinweise oben.

Die Stimmen der Sprecher finde ich sehr passend und angemessen. Es gibt kein Zögern, keine falschen Töne, so dass die Sätze ganz natürlich klingen und nicht, als hätte man sie ein Dutzend Mal geübt. Ich war erstaunt, dass Tommi Piper eine derart tiefe und raue Stimme hat, dass er ohne weiteres die Autorität ausstrahlt, die einem Fürsten wie Gwydion gebührt. Bemerkenswert finde ich, dass ein bekannter Schauspieler wie Christian Redl auch einmal Zeit findet, an einem Hörspiel mitzuwirken. Am lustigsten ist sicher die Stimme der quicklebendigen Prinzessin Eilonwy, die Taran in Grund und Boden plappert.

Zu meinem großen Vergnügen gibt es auch ein komödienhaftes Zwischenspiel: der Aufenthalt bei den drei Hexen. Man kann hier durchaus an Shakespeares „wyrd sisters“ am Beginn von „Macbeth“ denken. Tatsächlich spielen die drei Schwestern die Rolle der |parzen| (Schicksalsgöttinnen). Die stimmliche Umsetzung ist sehr gelungen. Orddu verfügt über ein piepsiges Stimmchen, als wäre sie ein Kind. Orwen hat eine relativ normale, mittel-alte Stimmlage, rollt aber das R ganz vorrrtrrefflich. Orgoch als die Älteste hat eine tiefe und heisere Stimme. Zusammen spiegeln die drei Schwestern die Dreifaltigkeit der keltischen Göttin Morrigan wider: die Jungfrau, die Mutter und die Greisin.

Da dies ein Hörspiel ist, gibt es nicht nur Stimmen, sondern – neben der Musikuntermalung – auch Geräusche. Dazu gehören grunzende, quiekende Schweine ebenso wie reißende Harfensaiten. Ständig ist auch das Krächzen des Raben Kaw (sprich: ka’u) zu hören, der sich Taran anschließt. Ein Hang bricht zusammen, und ein Fluss rauscht. Am Schluss erklingen Schlachtgeräusche, Pferdegetrappel und eine mittlere Explosion – das volle Programm.

_Unterm Strich_

„Der schwarze Kessel“ ist ein spannendes Abenteuer, das bereits mehrere unerwartete Wendungen in Tarans Entwicklung enthält und den Helden reifen lässt. Wir wissen immer noch nicht, wer er in Wahrheit ist: ein Findling, aufgezogen von einem anderen Findling, nämlich Dallben. Angesichts der Weisheit und Gerissenheit des Erzählers ist nun mit allem zu rechnen, wenn es in die nächsten drei Abenteuer geht (siehe oben).

Auch diese Hörspiel-Folge besticht wieder durch Professionalität, spannende Unterhaltung und sehr gute Audio-Ausstattung. Das bezieht sich allerdings nicht auf die Ausstattung der CD: Lediglich ein dünnes Faltblatt liegt bei, das uns mit Informationen versorgt. Wahrscheinlich hat der Verlag zugunsten eines niedrigen Verkaufspreises gespart. Das Titelbild ist aber ebenso schön wie das des Buches (es stammt von Geoff Taylor).

|Umfang: 55 Minuten auf 1 CD|

H. P. Lovecraft – Die Musik des Erich Zann (Gruselkabinett 186)

Wirkungsvolle Umsetzung einer klassischen Lovecraft-Story

Frankreich 1921: Seltsame, beunruhigende Streicherklänge ertönen Nacht für Nacht aus dem Mansardenzimmer eines baufälligen Hauses in der Rue d’Auseil. Was hat es mit dem stummen Musiker auf sich, der nie Besuch bekommt und das einzige Giebelfenster stets geschlossen hält? Ein junger Student beschließt, das Geheimnis zu ergründen … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 14 Jahren.

Die Reihe wurde vielfach mit Preisen ausgezeichnet.
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Devon Richter / Nikola Frey / Lars Peter Lueg – Jack Slaughter 1: Tochter des Lichts (Hörspiel)

Horror-Parodie: Der Sound des Höllenhunds

Die erste Horror-Hörspiel-Sitcom!

Im sonnigen Jacksonville erwacht das unsagbar Böse. Waffenfreak und Hobbytaucher Jack Slaughter wird dazu berufen, sich auf einen heiligen Feldzug gegen die Finsternis zu begeben. Wird Jack es schaffen, gegen Dämonen, Monster, Zombies und Vampire zu bestehen? Und warum soll ausgerechnet er die „Tochter des Lichts“ sein? Doch das grauenhafte Schicksal nimmt bereits seinen Lauf!

Das Label empfiehlt die Produktion ab zwölf Jahren.
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Christopher Moore – Die Bibel nach Biff (Lesung)

Der Untertitel des Hörbuches lautet „Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten Freund“. Denn diese Zeit fehlt bekanntlich in den vier Evangelien, die die Kirche nicht verboten hat. Hatte Jesus vielleicht eine Freundin? Was hat er in seiner Pubertät angestellt? Biff, sein „bester Freund“, hat darüber einiges zu berichten. Man darf sich nicht davon verwirren lassen, dass er Jesus „Josh“ nennt. Und dass im Hörbuch etliche Kapitel des Buches unterdrückt wurden. Merke: Religion ist eine ernste Sache, vor allem dann, wenn’s lustig wird.

Der Autor
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Frank Schätzing – Tod und Teufel (Inszenierte Lesung)

Pfft – tschak! Der Killer mit der Armbrust

Köln im Jahre 1260: Die führenden Patrizier haben sich zu einem Komplott gegen den Erzbischof verschworen, der ihnen ihre Macht geraubt hat. Sie dingen einen skrupellosen Attentäter, der nicht nur den Erzbischof, sondern auch potenzielle Verräter in den eigenen Reihen aus dem Weg räumen soll. Als ein unbeteiligter Dieb per Zufall Zeuge einer solchen Verräterbeseitigung wird, sehen die Patrizier ihre Pläne in Gefahr. Der Attentäter mit der tödlichen Mini-Armbrust heftet sich an die Fersen des Diebes. Aber er hat nicht mit dessen klugen Verbündeten gerechnet …

Der Autor

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Péter Esterházy – Eine Frau (Lesung)

In 97 kurzen Kapiteln erzählt Péter Esterházy von rund 97 Frauen (minus einen Mann). Und so kann man nicht unbedingt von einer Enzyklopädie der ungarischen Frau sprechen, eher von einem Kaleidoskop erotischer Begegnungen. Aber es finden sich auch ernstere Töne, wenn man genau hinhört.

Der Autor
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Bertha Werder – Das Haar der Sklavin (Gruselkabinett 184 )

Magische Teppiche im Orient

Während eines Besuches bei seinem Vetter in Konstantinopel wird der verarmte Weber Hassan auf das Begräbnis einer wunderschönen Sklavin aufmerksam, deren goldenes Haar ihn komplett in seinen Bann zieht. Angetrieben von der Gier nach Reichtum beschließt er, das Haar an sich zu nehmen, um daraus einen ganz besonderen Teppich zu weben. Ein fataler Fehler, wie sich schon bald herausstellen wird … (Verlagsinfo)

Die Autorin
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Zoe le Verdier – Mein Leben in Purpur. Erotische Kurzgeschichte (Lesung)

Romantische Erotik: Crescendo des Begehrens

Die purpurfarbene Bluse ist für ihre Trägerin auf wundersame Weise der Schlüssel zu tiefer Leidenschaft und verbotener Erotik. Wird diese magische Anziehungskraft aber auch stark genug sein, die wahre Liebe zu finden? (Verlagsinfo)

Die Autorin

Zoe le Verdier veröffentlichte 1999 die Erzählsammung „Insomnia“, die von Annalisa Boari aus dem Englischen übersetzt wurde. Die Sammlung trägt den deutschen Titel „Schlaflos“ und erschien im Jahr 2000 bei |Bastei-Lübbe|. Die Audiofassung wurde 2001 von Zentaur-Film in Berlin erstellt und im August 2005 bei |Lübbe Audio| veröffentlicht. Von Zoe le Verdier erschien zeitgleich auch das Hörbuch „Vertrauen“.
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H. P. Lovecraft – Kalte Luft (Gruselkabinett 126)

Kalte Luft und ihr verhängnisvolles Ausbleiben

Durch einen Zufall lernt James Russell in einem New Yorker Appartement-Haus im Jahr 1923 seinen reichlich merkwürdigen Nachbarn kennen, der in der Wohnung über ihm wohnt. Es ist der sehr zurückgezogen lebende alte Arzt Dr. Munoz… (Verlagsinfo)
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Zoe le Verdier – Vertrauen. Erotische Kurzgeschichte (Lesung)

Ein Reigen von Treue und Begehren

Die bedingungslose Liebe zu seiner Frau geht für Tom so tief, dass er Gail ein erotisches Abenteuer mit seinem eigenen Bruder Joe gestattet. Als er aber als Voyeur tatsächlich deren Lust und Begierde miterlebt, wird sein Vertrauen in Gail auf eine harte Probe gestellt.

Die Autorin

Zoe le Verdier veröffentlichte 1999 die Erzählsammung „Insomnia“, die von Annalisa Boari aus dem Englischen übersetzt wurde. Die Sammlung trägt den deutschen Titel „Schlaflos“ und erschien im Jahr 2000 bei |Bastei-Lübbe|. Die Audiofassung wurde 2001 von Zentaur-Film in Berlin erstellt und im August 2005 bei |Lübbe Audio| veröffentlicht. Von Zoe le Verdier erschien zeitgleich auch das Hörbuch [„Mein Leben in Purpur“. 1716
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John Grisham – Das Testament (Lesung)

Nachdem sich ein Milliardär aus dem Fenster gestürzt hat, entwickelt sich die Testamentseröffnung zu seinem letzten Schlag gegen seine rechtsmäßigen Kinder. In seinem letzten Willen setzt er eine uneheliche Tochter als Universalerbin ein, von der noch nie jemand etwas gehört hat und die irgendwo im Urwald lebt. Ein Ex-Staranwalt wird mit der Aufgabe betraut, die Missionarin in Brasilien ausfindig zu machen. Unterdessen wetzen die Anwälte der abgestraften ehelichen Kinder die Messer, um das Testament anzufechten. Denn es geht nicht um Peanuts, sondern um elf Milliarden Dollar.
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J. R. R. Tolkien / Günter Merlau – Der Herr der Ringe: Die Gefährten. Original Film-Hörspiel

Zwei Stunden zum Träumen (und Ärgern)

Dies ist das erste Hörspiel, das nicht dem Originaltext Tolkiens folgt, sondern vielmehr die Filmfassung Peter Jacksons voll integriert, komplett mit allen Darstellern (s. u.) und deutschen Synchronstimmen. Das bedeutet beispielsweise, dass der Hörer nicht mehr auf die liebliche Arwen Abendstern zu verzichten hat, weil sie im Original nicht vorkommt. Und das bedeutet, dass man auch in den Genuss der fantastischen, OSCAR-prämierten Filmmusik Howard Shores gelangt.

Der Autor
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Wolfgang Hohlbein – Hagen von Tronje (Lesung)

Hagens Heimat liegt im hohen Norden, doch seine Treue gehört König Gunther von Burgund, dessen Waffenmeister und engster Vertrauter er ist. Seine Liebe, wenn es je eine in seinem Leben gegeben hat, gehört Gunthers Schwester Kriemhild. Die Ankunft des Recken Siegfried von Xanten an Gunthers Hof in Worms kündet von drohendem Unheil. Nur zu deutlich wird Gunthers Schwäche offenbar – und nur zu bald die verhängsnisvolle Liebe zwischen Siegfried und der Thronerbin Kriemhild.

Der Autor
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Robert E. Howard – Besessen (Gruselkabinett 63)

Atemlose Action: der Wolfsmensch in Afrika

Dom Vincente da Lusto hat eine illustre und äußerst amüsierwillige Gesellschaft in sein Schloss an der West-Küste Afrikas geladen. Misstrauisch beäugen die Eingeborenen die ankommenden fremden Weißen. Mit dem Vollmond zieht unerwartet das Grauen im Schloss und der gesamten Gegend ein … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt sein Hörspiel ab 14 Jahren.
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H. P. Lovecraft / Lin Carter / Robert E. Howard / D. R. Smith / Christian von Aster – Der Cthulhu-Mythos (Lesungen)

Zwei dieser Horror-Erzählungen begründeten den Cthulhu-Mythos, die anderen führen ihn weiter. Die inszenierte Lesung wird getragen von der beeindruckenden und (in Grenzen) wandlungsfähigen Stimme von Joachim Kerzel. Ein Schmankerl sind die Lebensbeschreibung und die Story-Einführungen von „H. P. Lovecraft selbst“, geschrieben von Verleger Frank Festa.

Dieses Produkt wurde zum „Besten Hörbuch/Hörspiel des Jahres 2002“ (Deutscher Phantastik-Preis 2003) gewählt.
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Doyle, Arthur Conan / Gustavus, Frank – Die vergessene Welt (Hörspiel)

Edel-Hörspiel eines Abenteuerklassikers

Der verschrobene Wissenschaftler Professor Challenger behauptet, auf einem Hochplateau im südamerikanischen Dschungel lebendige Dinosaurier entdeckt zu haben. Obwohl seine Kollegen ihn für verrückt halten, wird eine Expedition zum Amazonas gesandt. Die Teilnehmer entdecken dort tatsächlich urzeitliches Leben und müssen die haarsträubendsten Abenteuer bestehen: Sie werden von Flugechsen angegriffen, von fleischfressenden Dinosauriern gejagt und geraten in die Fänge blutrünstiger Affenmenschen. (Verlagsinfo)

Der Autor, das Buch
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Algernon Blackwood/ H.P. Lovecraft/ E.A. Poe / Franz Hohler/ M. R. James / David Morell / R.L. Stevenson – Wo die schwarzen Flüsse fließen. Gruselgeschichten (Lesungen)

Von Scheintoten und anderen Teufeleien

In einem Kupferstich wandert eine dunkle Gestalt umher, im Keller eines abgelegenen Hauses tropft plötzlich Milch von den Wänden, in einem schottischen Dorf treibt die „Krumme Janet“ ihr Unwesen und in einem Wald verschwinden Menschen spurlos. Außerdem bekommen wir endlich eine Antwort auf die Frage: Was passiert, wenn man sich in der Stunde seines Todes hypnotisieren lässt?

Algernon Blackwood, Franz Hohler, Montague Rhodes James, H. P. Lovecraft, David Morrell, Edgar Allen Poe und Robert Louis Stevenson berichten von düsteren Geheimnissen. (Verlagsinfo)

Die Autoren

Algernon Blackwood (1869-1951)

Algernon Blackwood/ H.P. Lovecraft/ E.A. Poe / Franz Hohler/ M. R. James / David Morell / R.L. Stevenson – Wo die schwarzen Flüsse fließen. Gruselgeschichten (Lesungen) weiterlesen

Colfer, Eoin – Artemis Fowl – Die Akte (Lesung)

_Löblicher Artenführer, spannende Abenteuer_

Das Hörbuch verspricht dem Artemis-Fowl-Freund zwei neue Abenteuer mit seinem Helden. Tatsächlich dreht sich aber nur eines um ihn, das andere ist für Captain Holly Short von der Zentralen Untergrund Polizei (ZUP) reserviert. Holly besteht ihre ZUP-Aufnahmeprüfung auf recht ungewöhnliche Art und Weise, und Artemis – oder „Artie“, wie ihn seine Mutter nennt – klaut mit der Hilfe eines notorisch bekannten Zwerges das wertvollste Diadem der Welt.

Die Haupt- und Nebenfiguren der A.-F.-Romane geben jeweils Interviews, ja, sogar der Autor selbst. Als Bonus gibt es einen „Artenführer“, der die Völker des Erdlandes unterscheidbar macht.

_Der Autor_

Eoin Colfer, geboren 1968, ist Lehrer und lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Wexford, Irland. Er hat mehrere Jahre in Saudi-Arabien, Tunesien und Italien unterrichtet. 2011 erhielt er den Children’s Book Award, den wichtigsten Kinder- und Jugendbuchpreis Großbritanniens, und 2004 den Deutschen Bücherpreis in der Kategorie „Kinder- und Jugendbuch“. Seine bislang drei „Artemis Fowl“-Romane wurden allesamt Bestseller und sind von Rufus Beck kongenial ins Medium Hörbuch übertragen worden. Das Hörbuch zum nächsten Roman ist bereits in Vorbereitung.

_Der Sprecher_

Rufus Beck, geboren 1957, ist Bühnen-, Film- und Fernsehschauspieler und hat als deutsche Stimme der „Harry Potter“-Hörbücher mit seiner vollendeten Sprechkunst die Herzen zahlreicher HP-Fans erobert. Er hat aber auch alle Bücher des Iren Eoin Colfer als Hörbücher aufgenommen, insbesondere eben die über „Artemis Fowl“.

Beck liest den ungekürzten Text. Regie führte Margit Osterwold. Für den Ton im Studio Giesing/München zeichnet Martin Stock verantwortlich. Das Titelbild zeigt das Buchcover des List Verlags.

_Für die Akten_

1) Das Jahreszeugnis. Artemis Fowls Lehrer an der St. Bartleby’s School* sind mit seinen Leistungen – nun, nicht direkt unzufrieden, aber von ihm selbst etwas irritiert: Er tut oft so, als wäre er klüger als sie: ein notorischer Besserwisser, der zudem den Spieß umdreht und seine Lehrer belehrt. Im Physikunterricht kündigte er an, eine Zeitmaschine bauen zu wollen. Nur zu! Mit dem jungen Mann kann man nicht diskutieren, denn man weiß von vornherein, dass man verlieren wird.

* Einen Heiligen namens St. Bartleby gibt es meines Wissens nicht. Aber es gibt eine berühmte literarische Figur namens Bartleby der Schreiber, den Herman Melville erfand. Bartleby – das dürfte alle frustrierten Schüler freuen – sagt am liebsten zu jedem Ansinnen, das man an ihn richtet: „Ich möchte das lieber nicht tun.“ (I prefer not to.) Hier erlaubt sich der Autor einen Insiderscherz, einen von vielen. Schließlich war er lange Jahre Grundschullehrer.

2) – 8) Interviews mit Artemis Fowl II (AF), Captain Holly Short, Butler (AFs Leibwächter und Faktotum), dem Zwerg Mulch Diggums, dem Erfinder-Zentauren Foaly (ZUP), dem ZUP-Commander Julius Root und schließlich mit ihrem Erfinder, Eoin Colfer, folgen.

Die Fragen, die sie mehr oder weniger bereitwillig beantworten, lauten: Was denkst du/denken Sie über XYZ? Was war Ihr stolzester bzw. Ihr peinlichster Moment? Was sind Ihre Hobbys bzw. Lieblingsfächer in der Schule? Wie heißt Ihr Lieblingsbuch bzw. -song? Was ist Ihr Lieblingsort? Was raubt Ihnen den Schlaf bzw. was macht Ihnen Angst? Wie heißt Ihr bester Freund (eine sehr heikle Frage, die der Commander rundweg zurückweist). Was inspiriert Sie? Was ist Ihr kostbarster Besitz? Was würden Sie XYZ raten – drei Tipps für: angehende ZUP-Offiziere, Schriftsteller, Erfinder usw.

Colfers kostbarster Besitz seien Bücher, sagt er, und konsequenterweise gehört Lesen zu seinem Lieblingshobby. Aber wenn er wieder einen anderen Beruf ergreifen müsste, würde er wieder, wie früher, Grundschullehrer werden, denn mit Kindern zu arbeiten, sei das Erfrischendste und Inspirierendste überhaupt.

9) „Das Erdvolk – ein Artenführer“ (TOP SECRET)

Schon oft habe ich mich gefragt, wie die unterirdischen Spezies wohl aussehen mögen und worin sie sich unterscheiden. Die Spezies der Unterwelt auseinanderzuhalten, ist gar nicht so einfach, denn im Sprachgebrauch der Völker werden beispielsweise Zwerge und Wichtel mit Kobolden und Trollen in einen Topf geworden und viele meinen sogar, Elfen und Feen wären ein und dasselbe. Sind sie mitnichten! Feen haben Flügel, Elfen aber nicht.

Nachdem der Artenführer die Eigenarten der sieben Spezies genau beschrieben hat, vermerkt er noch, welche Situationen man in der Begegnung mit ihnen möglichst vermeiden sollte. So ist es wenig ratsam, sich hinter einem Zwerg zu befinden, wenn dieser gerade zu graben anfängt … Menschen kommen nicht vor, denn sie leben in aller Regel nicht unter der Erdoberfläche.

_Mein Eindruck_

Die Antworten überraschten mich wenig, denn alle passen genau zur jeweiligen Figur. Hie und da blitzt etwas Individualität hervor, besonders bei dem egozentrischen Erfinder Foaly. Sein kostbarster Besitz seien übrigens Alukappen, sagt er. Seine beste Freundin sei Holly Short, und das beruht auf Gegenseitigkeit. Aber einer engeren Beziehung zwischen einem Zentauren und einer Elfe sind gewisse natürliche Grenzen gesetzt – schade.

Der Artenführer war schon längst überfällig! Er hätte schon von Anfang an in jedem der Romane abgedruckt werden müssen. Endlich herrscht Klarheit, was eine Elfe von einem Feenmann unterscheidet: Flügel und Schweben, das können nur Feen.

_Die Erzählung „Blaue Spinnen“_

Corporal Holly Short hat sich für die Abschlussprüfung als erste weibliche Offizierin der ZUP-Abteilung für Aufklärung vorbereitet, aber noch schiebt sie als gewöhnliche Verkehrspolizistin in Haven City, Erdland, Dienst. Dann ist endlich der große Tag gekommen und sie erfährt, dass Commander Julius Root sie persönlich prüfen will, wie jeden anderen Absolventen auch. Captain Trouble Kelp, der das schon hinter sich hat, wird sie dabei auf Video aufnehmen.

Zusammen fliegen die drei erst zur 8000 Kilometer entfernten Erdoberfläche und dann an die Ostküste Irlands, zu der Vogelinsel Tern Mor. Hier leben 200 geschützte Vogelarten, doch glücklicherweise ist ihr menschlicher Beschützer gerade für drei Tage aufs Festland gefahren. Holly hat also maximal 36 Stunden Zeit, um die Prüfung zu bestehen. Die Aufgabe ist sehr simpel: Prüfling und Prüfer erhalten jeweils eine Farbpistole. Wer den anderen zuerst erwischt, hat gewonnen. Holly bekommt einen Zeitvorsprung, um sich zu verstecken, dann geht die Jagd auf sie los. Root zieht sich mit seinem Shuttle zurück, und Holly ist mit Kelp allein.

Jedoch nicht ganz. Holly ist eine aufgeweckte Elfpolizistin und bemerkt aus dem Augenwinkel ein verdächtiges Schimmern am Boden der kargen Insel. Das kann nur von einer Tarndecke herrühren. Sie will gerade Kelp warnen, als ein Laserschuss ihren Kollegen niederstreckt. Ein Zwerg steht auf und setzt auch Holly außer Gefecht. Offenbar hat man ihnen und Commander Root auf dieser Insel eine Falle gestellt. Aber wer konnte wissen, wo die Prüfung stattfinden würde? Doch nur ein hochrangiger Offizier der ZUP. Liegt Verrat vor – oder etwas noch Schlimmeres?

_Mein Eindruck_

Diese Erzählung zeigt eine neuartige Foltermethode, um Geständnisse zu erpressen. Der Schurke im Stück setzt blaue Tunnelspinnen ein (Tolkiens Kankra ist so ein Exemplar, nur etwas zu groß geraten). Mit ihren scharfen Krallen richten sie an dem wehrlosen Opfer allerlei gesundheitsschädliche Dinge an, und nur heißer Kaffee kann ihnen den Garaus machen. Prost!

Außerdem machen wir Bekanntschaft mir jener rätselhaften Krankheit, die nur Elfen heimsucht, wenn sie die Behausung eines Menschen betreten – dies ist ihnen ja verboten: die Schwellenkrankheit. Nun, Elfen sind bekanntlich magische Wesen, und wer weiß, wie Magie funktioniert? Jedenfalls erwischt es nicht nur Trouble Kelp, sondern auch Commander Root ganz gehörig.

Nur Holly Short ist noch in der Lage, ihnen aus der Patsche zu helfen. Aber wie? Sie steht vor der Wahl zwischen Karriere und Kameraden. Um Letzteren zu helfen, muss sie gegen den Befehl des Commanders verstoßen, und das wiederum wäre nicht besonders gut für ihre Chancen in der Abschlussprüfung. Aber wir wissen, dass Holly das Herz auf dem rechten (oder war’s der linke?) Fleck hat und die richtige Wahl treffen wird. Daumen drücken!

_Die Erzählung „Der siebte Zwerg“_

Das Flörsheim Plaza ist ein recht nobles Hotel in New York City. Allerdings wird sein Grund und Boden gerade von einem kleinen Beben erschüttert. Es ist der kriminelle Zwerg Mulch Diggums, der sich gerade bis unter den Betonboden des Kellers vorgegraben hat. Mit der speziellen Grab- und Antriebstechnik, die jeder Zwerg besitzt, stößt er sogar durch den Betonboden und betritt den Keller. Mit seinen lichtempfindlichen Augen beäugt er die Ausstellungsstücke eines Museums. Hier erwartet ihn ein Schatz: das wertvollste Diadem der Welt, das der Lady Feifei aus China. An einer Goldkette prunkt unter anderem ein blauer Diamant, ein rares Stück.

Diggums ist nicht blöd, obwohl mancher über die Intelligenz von Zwergen anderer Ansicht ist. Und daher wundern ihn zwei Umstände an seiner Entdeckung. Warum liegt das Diadem ganz offen da, damit jeder es sich schnappen kann? Er weiß, er sollte sofort wieder abhauen, aber welcher Zwerg konnte jemals dem Glitzern von Gold widerstehen? Eben! Und zweitens fällt ihm jetzt auf, dass der Glanz des Goldes zu blass schimmert und das Glitzern des Diamanten etwas Öliges an sich hat … Potzblitz, eine lausige Fälschung!

Da springt der Deckel eines Sarkophags in der Ecke auf und heraus klettert sein alter Erzfeind Artemis Fowl, ausgerüstet mit einer Nachtsichtbrille. Neben ihm steht sein muskulöses Faktotum Butler. Artemis gratuliert Diggums dazu, seinen Test bestanden zu haben. Test?!

Während sie in Artemis‘ Learjet nach Irland fliegen, „überredet“ der geniale Junge den diebischen Zwerg, ihm das echte Diadem zu beschaffen. Sechs Zwerge, die beim Zirkus Kunststücke vorführen, haben es gestohlen. Diggums soll sich ihnen in Irland anschließen – als siebter Zwerg – und das Diadem besorgen. Artemis behauptet, er wolle den blauen Diamanten für ein neues Lasergerät, das er konstruiert, aber das nimmt ihm Diggums nicht ab. Er lässt sich widerwillig „überzeugen“ und macht mit. Partner? Partner!

Was beide nicht wissen: Captain Holly Short ist von ZUP-Commander Julius Root aus dem Urlaub zurückbeordert worden, denn sobald Artemis Fowl irgendetwas unternimmt, ist bestimmt etwas oberfaul – bzw. ober-fowl. Schon bald wird sie vom Kommunikationstechniker Foaly, einem Zentauren, nach Irland gelotst, bis sie zu dem „Circus Maximus“ gelangt. Ihr Gleiter schwebt unsichtbar über dem großen Zelt. Recht bald beobachtet Holly recht seltsame Vorgänge um das Zelt herum, ganz besonders im Boden …

_Mein Eindruck_

Zeitlich ist dieses Fowl-Abenteuer direkt nach dem ersten Band, aber noch vor dem zweiten Band angesiedelt. Die Indizien: 1) Fowl hat bereits Bekanntschaft mit Mulch Diggums und anderem unterirdischen Gelichter gemacht, die Fowl Manor im ersten Band belagerten, weil Artemis ihren Schatz geklaut hatte. 2) Der Vater von Artemis II., Artemis I., ist in Russland verschollen, und die Mutter des jungen Verbrechergenies ist untröstlich. Ein bestimmter Gegenstand, den er klaut, soll ihren Kummer lindern. Und er schwört ihr, er werde Vater finden und ihn zurückbringen. Wie er dieses Kunststück fertigbringt, schildert der Autor in Band 2: „Artemis Fowl – Die Verschwörung“ (The Arctic Incident).

Freunde von Zwergen dürften sich über ein Wiedersehen mit dem ungehobelten Graber freuen, der zwar ein schlichtes Gemüt hat, aber doch nicht auf den Kopf gefallen ist. Der Autor zeigt einen weiteren Vorteil der zwergischen Grabtechnik: Um das Zauberkunststück des „Transported Man“ (man sehe sich dazu den kommenden Film [„The Prestige – Die Meister der Magie“]http://www.powermetal.de/video/review-955.html an) zu bewerkstelligen, haben sich die sechs „Superzwerge“, die das Diadem gestohlen haben, lediglich in den Boden des Zirkus zu graben und an anderer Stelle, ersetzt durch einen Reservezwerg, wieder aufzutauchen. Presto!

Allerdings macht sich der Autor wenig aus solcherlei Magie und erklärt das Kunststück recht banal, denn er konzentriert sich nur auf die etwas komplexen Vorgänge hinter den Kulissen. Schließlich muss er Diggums, Artemis Fowl samt Butler sowie Holly Short zu einem geeigneten und fein abgestimmten Zeitpunkt zusammenführen. Und die sechs Superzwerge haben auch noch ein Wörtchen mitzureden. Aber das klappt dramaturgisch alles wie am Schnürchen. Der Leser bzw. Hörer hat Spannung und Spaß, und das ist schließlich die Hauptsache.

_Der Sprecher_

Rufus Beck erhält wieder einmal Gelegenheit, seine sprachakrobatische Kunst voll auszuspielen. Gerüchte besagen, ihm stünden mindestens 250 verschiedene Intonationen zur Verfügung. Während Holly und Artemis doch recht „normal“ – was ist schon normal? – sprechen, ertönt Butler in tiefstem, grollendem Bass, und auch die Zwerge sind nicht gerade für den Belcanto geeignet.

Mulch Diggums, der Held der ersten und zweiten Episoden, ist wieder mit von der Partie und erfreut uns mit seinem beinahe (aber nur beinahe) schon urbayerischen Tonfall. Was die oberen Ränge der Zentralen Untergrund Polizei (ZUP) angeht, so werden alle Klischees von brummigen, Befehle brüllenden oder raunzenden Vorgesetzten erfüllt. Hierbei tut sich vor allem Commander Root hervor. Das trifft weniger auf den Zentauren Foley zu, der ja nur ein Untergebener ist. Er kann es sich allzu oft nicht verkneifen, dass seine Ponynatur durch- und er in herzliches Wiehern ausbricht.

So fällt es dem jugendlichen Zuhörer leicht, die Figuren auseinanderzuhalten, selbst wenn er sich ihre Namen nicht merken kann. Und diese Charakterisierung trägt wesentlich dazu bei, aus den Erzählungen Hörspiele mit verteilten Rollen zu machen, die an Dramatik nichts zu wünschen übrig lassen.

Vor allem Jugendliche und Kinder ab 12 Jahren dürften an dieser Art der Darbietung Gefallen finden. Erwachsenen könnte es ein wenig übertrieben vorkommen.

_Unterm Strich_

Die Interviews sind nur etwas für Leser, die die Romane um Artemis Fowl bereits kennen und sie lieben. Sonst sagen ihnen die Namen nichts. Immer wieder blitzt ein versteckter Schalk in den Antworten der Befragten auf. Er charakterisiert die Figuren zwar genau, doch gleichzeitig weist er darauf hin, dass man sie nicht allzu ernst nehmen sollte. Dass Fowl eine Zeitmaschine bauen will, verwundert uns wenig, lässt aber wenig für seinen Geisteszustand erhoffen.

Der „Artenführer“ war schon längst überfällig und hätte schon dem ersten Roman beigefügt werden müssen. In „Artemis Fowl“ kommen, wie man an den Fabelwesen und ihren technischen Errungenschaften ablesen kann, mehrere literarische und kulturelle Entwicklungen zusammen. Da ist natürlich der unvermeidliche Harry-Potter-Kult, andererseits auch die uralte Sagenwelt Irlands, zum dritten noch die moderne Welt der Computerspiele. Mit Tolkiens Fantasywelt hat das Fowl-Universum nur noch wenig zu tun, auch wenn Trolle und Elfen daran erinnern mögen. Aber Professor Tolkien hätte sich von einem respektlosen Spaß wie „Artemis Fowl“ mit Grausen abgewandt. Ein Verbrecher als Held! Wert- und respektlos geht die Welt zugrunde.

Die Zuhörer können sich zusätzlich an der Stimmakrobatik eines Rufus Beck erfreuen. Sehr schön charakterisiert er die einzelnen Figuren, von denen die meisten dem Artemis-Fan bereits bekannt sind.

Insgesamt ist also auch dieses Hörbuch zu empfehlen, doch sollte der- oder diejenige, der/die es verschenkt, beachten, dass es in dieser Geschichte keineswegs friedlich zugeht, sondern genauso gewalttätig wie in der Welt der Erwachsenen. Ich würde es ab 12 Jahren empfehlen.

|Originaltitel: The Artemis Fowl Files, 2004
Aus dem Englischen übersetzt von Claudia Feldmann
222 Minuten auf 3 CDs|
http://www.hoerbuchhamburg.de

Silvana de Mari – Der letzte Elf (Lesung)


Lehrreiches Fantasyabenteuer, mitreißender Vortrag

Elf und Mensch, das passt nicht zusammen! So viel weiß Yorsch, der Unlängstgeborene, auch wenn er sonst noch fast nichts über die Welt weiß. Doch ausgerechnet zwei Menschen nehmen sich seiner an, als er verwaist und einsam zurückbleibt – er, der letzte Elf der Welt. Und der letzte Elf ist dazu bestimmt, die Welt aus dem dunklen Zeitalter der Kälte und des ewigen Regens, in dem sie zu versinken droht, zu befreien. Damit dies gelingt, muss Yorsch aber zuerst ein anderes verwaistes Wesen auffinden – den letzten Drachen!

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 10 Jahren.

Die Autorin
Silvana de Mari – Der letzte Elf (Lesung) weiterlesen

M. R. James – Verlorene Herzen (Nachtmahr 3) (Hörspiel)

Nachtmahr
Nachtmahr 01 Richard Marshhttps://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=Richard+Bernard+Heldman – „Der Skarabäus“ (The Beetle)
Nachtmahr 02 H. P. Lovecraft: „Das Grauen von Dunwich
Nachtmahr 03 M. R. James: „Verlorene Herzen

Inhalt:

Der elfjährige Steven verliert bei einem Brand seine Eltern und seine kleine Schwester. Noch im Krankenhaus wird der traumatisierte Junge von Mr. Perkins abgeholt, dem Bediensteten von Mr. Abney, einem Onkel von Steven. Mr. Abney ist zwar ein wenig exzentrisch und kauzig, kümmert sich aber rührend um den verwaisten Jungen, dem das düstere Anwesen seines Onkels nicht geheuer ist. Flüsternde Stimmen und geisterhafte Gestalten plagen Steven. Doch erst als er im Garten eine grausige Entdeckung macht, nimmt das Verhängnis seinen Lauf …

Meinung:

Mit der dritten Folge der Reihe NACHTMAHR, hat sich Produzent und Geschäftsinhaber von Wolpertinger Hörbücher, Max von Werder, ein wenig Zeit gelassen. Getreu dem Motto „gut Ding will Weile haben“, ist diese Zeit der Qualität des Hörspiels zuträglich gewesen, denn auch „Verlorene Herzen“ ist ein schaurig-schönes Hörvergnügen. Die Geschichte von M. R. James sorgt für wohlige Gänsehaut und ist ideal für stürmische und verregnete Gewitternächte im Kerzenschein. Der Plot erinnert in seinen Grundzügen an Filme wie „Das Geisterschloß“ oder „The Others“, die möglicherweise von M. R. James inspiriert wurden. Unter heutigen Gesichtspunkten mag die Handlung vorhersehbar sein, verliert dadurch aber keineswegs an Reiz, denn die Inszenierung ist großartig und bisweilen sogar recht brutal.

Die musikalische Gestaltung beschränkt sich auf unheilvolle, atmosphärische Klavierklänge, die von Tobias Schröter stammen. Die Geräusche wirken authentisch und vermitteln das optimale Kopfkino, auch der Raumklang ist einfach exzellent. Hinzu kommen engagierte Sprecher, deren Liste aufgrund der begrenzten Zahl an mitwirkenden Charakteren überschaubar bleibt. Peter Groeger kann sein Image als Dr. Watson aus der Hörspielserie SHERLOCK HOLMES von Maritim zwar nur schwer ablegen, vermag aber dennoch als Mr. Abney zu überzeugen. Seine Stimme ist und bleibt einfach unverkennbar. Lutz Mackensy ist die optimale Besetzung für Mr. Perkins, ebenso wie Doreen Arnold, die Ms. Blunch darstellt.

Franziska Reuter hat als Mary leider viel zu wenig zu tun, dafür kann Jungsprecher und Nachwuchstalent Leo Vornberger voll auftrumpfen. In weiteren Rollen sind Nora Jacobs und Nikolai Arnold zu hören. Hartmut Lehnert fungiert als Erzähler, benötigt aber eine gewisse Anlaufzeit, um warm zu werden und eine gewisse Gruselatmosphäre aufzubauen. Bemerkenswert an dem Ensemble ist, dass es komplett neu aufgestellt wurde und keiner der Sprecher in den ersten beiden Folgen vertreten war. Auch im Serienkontext kann das Hörspiel überzeugen, denn die Geschichte unterscheidet sich komplett von den ersten beiden Folgen und sorgt damit für eine hohe Abwechslung. Max von Werde zeigt aber nicht nur in der Auswahl der Storys ein glückliches Händchen, sondern auch in der sprachlichen Umsetzung. Ein durch und durch spannendes und überzeugendes Stück Hörliteratur.

Die Aufmachung der Reihe ist weiterhin grandios! Die Coverillustration stammt einmal mehr von Felix Gephart und überzeugt durch seine morbide Symbolik, auch wenn die knöchernen Geisterkinder ein wenig zu comichaft aussehen. Dafür ist das Booklet inhaltlich ein Meisterwerk. Sprecherfotos und eine nostalgische Gestaltung bieten dem Hörer auch etwas fürs Auge. Natürlich gibt es auch in dieser Folge ein kleines Extra, in Form eines aufklappbaren Faltblattes mit den Aufzeichnungen und Skizzen des Alchimisten. Erstklassig!

Fazit

Schaurig-schönes Gruselhörspiel mit jeder Menge Atmosphäre und tollen Sprechern. NACHTMAHR ist nicht nur eine weitere Gruselserie, sondern eine echte Bereicherung des Angebotes. Auch diese Folge ist absolut empfehlenswert.

Audio-CD mit 57 Minuten Spieldauer
Titelillustration von Felix Gephart
Fotos von Nadine Bachmann
ISBN-13: 978-3941709034

(c) Florian Hilleberg