Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Burroughs, Augusten – Krass!

_Krasser als „American Beauty“_

Als Augusten Burroughs‘ psychisch kranke Mutter den alkoholkranken Vater verlässt, nimmt sie ihren Sohn zwar mit, schiebt ihn aber bald in die Obhut ihres Psychiaters ab. Dr. Finch ist nicht nur ein sehr unkonventioneller Psychologe, auch die neue Familie in der völlig vermüllten Villa hat es in sich …

_Der Autor_

Chris Robison alias Augusten Burroughs wurde 1965 in Pittsburgh als Sohn eines Mathematikers und einer Lyrikerin geboren. Nach der Scheidung gab ihn seine Mutter in die Familie ihres Psychiaters Dr. Finch nach Massachusetts, in dessen Haus er als Ziehsohn, gemeinsam mit den Kindern und Patienten des Doktors, aufwuchs.

Burroughs arbeitete u. a. als Hundetrainer, Süßwarenverkäufer, Kellner und Ladendetektiv, bevor er mit 19 Jahren als Werbetexter Karriere machte. Mit seinem Roman „Sellervision“ erregte er bereits 2000 großes Aufsehen, und seine Memoiren „Running with Scissors“ (2002; „Krass“) hielten sich über mehrere Monate in den Top Ten. Burroughs lebt heute in Manhattan.

Die Hollywood-Verfilmung (Sony) mit Gwyneth Paltrow und Joseph Fiennes (beide in „Shakespeare in Love“) lief bei uns am 18. Januar in den Kinos an, wurde jedoch kaum registriert.

_Der Sprecher_

August Diehl, geboren 1976 in Berlin, ist einer der angesehensten deutschen Schauspieler der jüngeren Generation. Er wurde für seine Rolle in dem Film „23“ mit dem Deutschen Filmpreis und dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Seitdem war er in „Kalt ist der Abendhauch“, „Tattoo“, „Was nützt die Liebe in Gedanken“ (neben Daniel Brühl) und in Schlöndorffs „Die neunte Stunde“ zu sehen.

Den Text hat Bettina Brömme bearbeitet und gekürzt, Regie führte Marie-Luise Goerke, die Technik bediente Ahmed Chouraqui vom |OnAir|-Studio.

_Handlung_

Ein Name wie „Augusten“ gehört eigentlich verboten, zumal er im Englischen in allzu großer Nähe zu „disgusting“ (= widerlich) steht. Und dann ist dieser Junge auch noch anderweitig doppelt gestraft. Sein Vater ist ein alkoholsüchtiger Mathematiker, seine Mutter eine nikotinsüchtige Möchtegerndichterin. Nichtsdestoweniger eifert Augusten ihr nach, will stets gut aussehen, ausgezeichnete Manieren an den Tag legen und stets wissen, wie man sich kleidet. Er träumt davon, mal Steward bei einer Airline zu werden. Selbstredend ist die beste Zeitschrift, die er kennt, „The New Yorker“, das Intellektuellenblatt der Ostküste. Schließlich konnte Mutter dort eines ihrer Gedichte veröffentlichen. Ohne Zweifel wird er eines Tages ebenso berühmt sein wie sie und mit einer Stretch-Limousine durch die Städte kursiert werden.

Doch die Realität ist etwas anderes als Hoffnungen und Träume.

Sein Vater ist das genaue Gegenteil seiner Mutter, und daher streiten sich die beiden Elternteile ständig. Eines Tages beleidigt Deirdre Norman, und dieser reagiert damit, dass er sie würgt. Augusten schreit, sie sollen aufhören. Es folgt ein Stoß, ein Sturz: Vater liegt am Boden. Kein Wunder, denn er ist mal wieder betrunken. Deirdre hofft, er werde sich umbringen.

Als Psychiater und Eheberater, der die Lage retten soll, tritt Dr. Finch auf. Augusten stellt sich vor, Finch wäre der Weihnachtsmann, und mag ihn auf Anhieb. Augusten ist erst elf Jahre alt. Als er Finchs Praxis besucht, entdeckt er dort Hope, Finchs 28-jährige Tochter, die für ihn als Sprechstundenhilfe arbeitet. Sie ist so nett, dass sie Augusten einen Ring gibt, den er bewundert. Finch hat ein Zimmer in der Praxis, den er als „Masturbatorium“ bezeichnet. Darin stapeln sich Ausgaben von „Penthouse“. Hope schläft hier manchmal in der Mittagspause. Sie fragt Augusten, ob er manchmal auch masturbiert. Klar, aber er braucht dafür kein Extrazimmer.

|Die Finchs|

Als die Ehe seiner Eltern in die Brüche geht – das war abzusehen -, lebt Augusten noch eine Zeit lang bei seiner Mutter, doch irgendwann sieht sie ihn eher als Hemmschuh für ihre Kreativität. Da er sowieso schon sehr häufig die Familie von Dr. Finch besucht hat, übergibt sie ihn Finch als dessen Mündel. Nun ist Finch also sein Vater, neben sieben weiteren Kindern, von denen einige schon ausgeflogen und einige adoptiert sind. Darunter ist auch der 32-jährige Neil Bookman, der später eine wichtige Rolle spielt.

Der Haushalt der Finchs ist das genaue Gegenteil dessen, was unser junger Held bislang gewöhnt war. Die Kids laufen schlampig herum wie Hippies, die Wohnung ist ein Saustall, der Kleinste kackt unters Piano, und wenn man mit einem Elektroschockgerät spielen kann, dann ist das eine gute Gelegenheit, Doktor und Patient zu spielen. Aber endlich ist immer jemand da, mit dem Augusten sprechen kann. Er schreibt die Nacht hindurch an seinem Tagebuch, in das er einträgt, was die Finch-Kids heute wieder angestellt haben.

|Schwul|

Dass sie tolerant gegenüber Schwulen sind, findet er eines Tages von Hope heraus. „Du bist schwul? Na und?“ Ihr adoptierter Bruder Neil Bookman sei es ja auch und lebe trotzdem mit einer geschiedenen Frau zusammen. Augusten ist bereit, neue Sachen auszuprobieren, z. B. Hundefutter zu essen – schmeckt gut. Und als Neil zu Besuch ist, geht er mit ihm spazieren. Sie gestehen einander, dass sie schwul sind, Neil gibt sich offen und hilfsbereit.

Es ist der Beginn einer wunderbaren, intensiven Freundschaft. Doch für Neil ist es mehr: Es ist der Beginn einer leidenschaftlichen Liebe zu Augusten. Aber der Geliebte ist nicht sicher, ob er so viel Verantwortung ertragen kann. Er hat nämlich den Verdacht, dass er die Geisteskrankheit seiner Mutter geerbt haben könnte …

_Mein Eindruck_

Die Story gehört eigentlich ins Kuriositätenkabinett. Die zwei Familien Augustens sind ordentlich verkorkst bzw. verschroben und würden sogar den „Royal Tenenbaums“ zum Vorbild gereichen. Doch wie schon die Tenenbaums sind auch die Burroughs‘ und Finchs nur von begrenztem Komikpotenzial – es ist alles so traurig, dass es schon wieder komisch ist und umgekehrt. Kaum möchte man loslachen, bleibt einem das Lachen schon wieder im Halse stecken.

Dass Augustens Mutter lesbische Neigungen auslebt, erwartet man heute schon automatisch, sobald eine Frau von einem Mann enttäuscht worden ist. Sie setzt noch einen drauf, indem sie sich mit einer Pfarrersfrau und dann mit einer Schwarzen einlässt! Dass auch Augusten homosexuell ist, leuchtet einem schon in der ersten Szene ein, in der er seiner Mutter nacheifert und sich todschick ausstaffiert. Die Finch-Kinder wundern sich denn auch, warum er so „aufgebrezelt“ herumläuft, wohingegen er entsetzt registriert, in welchem Slum er gelandet ist. Diese Kontraste sind alle ganz nett, aber sie vergehen wieder. Augustens Homosexualität bleibt.

Einer der zahlreichen Schockmomente, die der Autor eingebaut hat, besteht in einer völlig unvermittelt einsetzenden Szene, in der Augusten einen Penis in seiner Kehle stecken hat. So etwas liest man in einem biographischen Roman nicht alle Tage, und die Szene verfehlt denn auch ihre Wirkung nicht, so dass sie in Erinnerung bleibt. Eine weitere Szene mit Analverkehr wird ebenso minutiös geschildert und dürfte nur für Schwule von erotischem Schauwert sein.

Aber es gibt auch langweilige Szenen wie etwa die finale Konversation zwischen Augusten und seiner „Schwester“ Natalie, von der nie ganz klar wird, ob er mit ihr ebenfalls schläft. Vertraut genug wären sie ja miteinander. Auch dass eine Kellnerin mit Haaren auf den Zähnen Dr. Finch bei der Behandlung von Mrs. Burroughs in den Arm fällt, ist zunächst ganz amüsant, doch sobald Mom mal wieder von ihrer Geisteskrankheit kuriert aussieht, ist die Luft auch aus dieser Episode raus.

Man könnte dem Buch allenfalls zugute halten, dass es die späten siebziger und frühen achtziger Jahre in Neuenglands Universitätsstädten recht gut einfängt. Zahlreiche Kulturphänomene aus der Musik, dem Fernsehen und aus dem Kino (Burroughs schaut sich vor allem europäische Filme an) werden zitiert. Natürlich kommen sie uns heute entsprechend seltsam und antiquiert vor, aber daran kann man ablesen, wie stockkonservativ das alte Neuengland gewesen sein muss, in dem Augusten aufwächst. In New Hampshire beispielsweise wird stets stramm republikanisch gewählt.

Über Dr. Finch erfahren wir seltsamerweise nur indirekt etwas, nämlich über seine Familie, seine Frauen (zu denen auch Frau Burroughs gehört) und natürlich seine Familie. Ein liberaler Freigeist mit recht unorthodoxen Vorstellungen einer psychotherapeutischen Behandlung. Um es gelinde auszudrücken. Was er mit Mrs. Burroughs im Motel macht, sieht verdächtig nach einer Vergewaltigung aus. Er wird bestraft, natürlich, aber ironischerweise nicht für sein Verhalten als Mediziner, sondern für – Versicherungsbetrug. Das ist ungefähr so, als würde man Al Capone nicht für Alkoholschmuggel etc. einbuchten, sondern für Steuerhinterziehung – was ja auch der Fall war.

|Der Sprecher|

August (man beachte die Namensähnlichkeit!) Diehl liest den Text mit ruhiger Stimme, die sich nur selten zu etwas Energie aufrafft. Die vielen Stellen, die zum Schmunzeln Anlass geben, spricht er beispielsweise mit ganz lässiger Betonung, so dass man sich nichts Böses dabei denkt. Er bevormundet den Hörer nicht.

Allerdings bringt es diese ruhige Art des Vortrags mit sich, dass die einzelnen Figuren kaum voneinander zu unterscheiden sind. Mr. Burroughs hat zwar eine wesentlich tiefere Stimmlage als Mrs. Burroughs, aber die restlichen Figuren sprechen fast alle gleich (die Frauen ein wenig sanfter). Die Situationen geben da schon mehr her. Wenn Augusten wieder einmal, wie so häufig, Anlass hat, entsetzt oder bestürzt zu sein, so hört man ihm dies auch dem Vortrag an. Wenn seine Mom intensiv auf ihn einredet (= doziert), so hört man auch dem Sprecher genau zu. Und wenn gehaucht oder geflüstert wird, so ist auch dies willkommener Anlass für Abwechslung im langen Einerlei des ruhigen Vortrags.

Ich könnte mir eine Menge bessere Sprecher als Diehl vorstellen, aber es ist nicht unbedingt gesagt, dass ein anderer auch die mitunter sehr drastischen Stellen (s. o.) mit so stoischer Ruhe vorgelesen hätte.

_Unterm Strich_

„The Royal Tenenbaums“, „American Beauty“ und „Thirteen“ lassen schön grüßen. Die Familien, in die der Held vom Schicksal geworfen wird, sind schon ganz schön schlimm. Aber nur weil die Verhältnisse im stockkonservativen Neuengland sie so aussehen lassen. Eine lesbische Geliebte, die schwarz ist – ungeheuerlich! Ein schwuler Geliebter, der zwanzig Jahre älter ist – ist es zu fassen! Hinzu kommen die üblichen drogengestützten Psychotherapien; man kennt dies schon aus „Einer flog übers Kuckucksnest“.

Verwunderlich ist eher, dass sich Augusten Burroughs, der Held, freischwimmt statt im Drogensumpf unterzugehen. Und diese Fähigkeit als Überlebenskünstler wundert ihn selbst am meisten. Aber er ist kein Superman, denn seine beste Freundin, seine „Schwester“ Natalie, schafft es ja auch, nicht kaputtzugehen, sondern einen erfüllenden Beruf zu erlangen: Von der McDonalds-Verkäuferin zur Medizinerin ist ein toller Aufstieg. Warum liegt Augusten nichts daran? Es bleibt ein Rätsel. Vielleicht hat er schon immer Schriftsteller werden wollen: seine Bestimmung, seine Erfüllung. Zahlreiche gefüllte Notizhefte, die in der Geschichte erwähnt werden, zeugen davon. Jetzt haben wir den Salat.

|Originaltitel: Running with Scissors, 2002
298 Minuten auf 4 CDs
Aus dem US-Englischen übersetzt von Volker Oldenburg|
http://www.hoerverlag.de

Leopold von Sacher-Masoch – Die Toten sind unersättlich (Gruselkabinett 99)

Trugbild der Erotik: ein weiblicher Vampir

In den verschneiten Karpaten in den 1880er Jahren: Auf einem einsamen Felsen erhob sich einst das alte, halbverfallene Schloss Tartakow, von dem der Volksmund mancherlei unheimliche Sagen zu berichten wusste. Immer wieder fühlten sich junge Männer davon angezogen und wagten es, das alte Gemäuer zu betreten, um hinter sein Geheimnis zu kommen … (Verlagsinfo)

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Andreas Eschbach – Die Wiederentdeckung (Lesung)

Eine kleine Lektion für Praktikanten

Auf dem Planeten Eswerlund gibt es einen Schrottplatz für Raumschiffe, und genau dort werden in einem ausgedienten Gleiter Karten der verschollenen Galaxie Gheera wiederentdeckt. Diese bislang unveröffentlichte Erzählung spielt im gleichen Universum wie „Die Haarteppichknüpfer“, dem Romandebüt des Autors Eschbach.

Der Autor

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Peter Robinson – Wenn die Dunkelheit fällt . Ein Fall für Inspektor Banks (Lesung)

Ein harter Fall für Inspektor Banks

Als zwei herbeigerufene Polizisten in das Haus Nr. 35 auf The Hill in Leeds eindringen, entdecken sie im Keller die Leiche eines nackten, gefesselten Mädchens. Sofort werden sie attackiert, und einer der beiden verliert sein Leben, wohingegen der andere den Täter unschädlich machen kann. Aber hatte die Frau, die oben im Treppenhaus bewusstlos gefunden worden war, etwas mit dem Mord an dem Mädchen zu tun oder nicht?

Je weiter Inspektor Banks in die Vorgeschichte des Falls eindringt, desto Grauen erregender werden dessen Dimensionen. Wenn er nicht bald den richtigen Täter erwischt, könnten die Serienmorde an jungen Frauen in Yorkshire weitergehen.
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William Gibson – Neuromancer (Lesung)

„Case ist 24 und seine Karriere am Ende. Das Nervensystem des abgehalfterten Daten-Cowboys ist zerstört, er hat keinen Zugang mehr zur Matrix des Cyberspace. Bis er Molly kennen lernt, eine durch Implantate getunte Kämpferin. Ein unerwarteter Auftrag führt sie in die gefährliche Auseinandersetzung zwischen den künstlichen Zwillings-Intelligenzen Neuromancer und Wintermute …“ (Klappentext)

Der Autor

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Bram Stoker – Die Squaw (Gruselkabinett 48)

Vom Marterpfahl in die Eiserne Jungfrau

Frankfurt am Main um 1883: Amelia und George Price, ein junges Paar in den Flitterwochen, macht während seiner Reise durch das romantische Deutschland die Bekanntschaft von Elias P. Hutcheson, einem verwegenen Abenteurer aus Nebraska. Die drei planen eine gemeinsame Besichtigung der Burg zu Nürnberg, in der die berühmte „Eiserne Jungfrau“, eines der grauenvollsten je erdachten Folterwerkzeuge, ausgestellt wird …

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 14 Jahren.

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Karel Capek – R.U.R. – Rossums Universal Robots (Hörspiel)

Humanistische Satire: die Abschaffung des Menschen

Die amerikanische Firma R.U.R. will die Menschheit mit humanoiden Maschinen vom Zwang der Arbeit befreien. Mit Gefühlen ausgestattet, rebellieren die Roboter jedoch gegen ihre Ausbeutung. Capeks „utopisches Kollektivdrama“ ist eine Warnung vor der Verselbständigung der Technik – inzwischen ein Klassiker der SF über den künstlichen Menschen, die Technologie in menschlicher Form.

Der Autor

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Arthur Conan Doyle – Die fünf Orangenkerne (Sherlock Holmes 17)

Der Fluch des Hauses Openshaw: Sherlock Holmes wird nachlässig

An einem verregneten Abend sucht der junge John Openshaw den Rat des Meisterdetektivs in der Baker Street 221b. In seiner Familie ereignen sich seit einigen Jahren mysteriöse Todesfälle, die stets mit der Zusendung von fünf Orangenkernen angekündigt werden… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 12 Jahren.

Der Autor
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Perry Rhodan – DORIFER (Silber Edition 161)

Die Handlung:

In den Galaxien von Estartu kämpfen die Gänger des Netzes – unter ihnen Perry Rhodan – gegen die Macht der Ewigen Krieger. Aktuell wollen sie zwei alte Freunde aus den Orphischen Labyrinthen befreien.
Zur gleichen Zeit taucht der geheimnisvolle KLOTZ auf, ein riesiger Raumkörper. Er materialisiert ausgerechnet in der Nähe von DORIFER – dabei handelt es sich um ein Kosmonukleotid, ein zentrales Element für den gesamten Kosmos … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Los gehts mit Alaska Saedalaere, der Teil der Gänger des Netzes geworden ist, und den wir auf der Suche nach Roi Danton und Ronald Tekener begleiten. Wobei … eigentlich ist es ja eine Jagd, der er sich anschließt.

An der nehmen wir aber noch nicht Teil, denn uns wird der KLOTZ vorgestellt. Das ist ein Großraumschiff, das den Namen mehr als verdient. 80x25x18 Kilometer sind die Maße … und der Klops bietet eine Menge Platz für Technik und Leben.

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Alina Reyes – Labyrinth des Eros

Sinnlich: Kaleidoskop erotischer Phantasien

Ein Mann und eine Frau betreten hintereinander einen kleinen Wanderzirkus. Dies ist das Königreich des Eros: ein Labyrinth aus dunklen Fluren. Hinter jeder Tür erwartet die beiden ein neues erotisches und sexuelles Abenteuer. Das Buch ist zweigeteilt: denn Mann und Frau öffnen ihre jeweils eigenen Türen. Werden sie den Partner fürs Leben finden? (Verlagsinfo)

Die Autorin

Die Französin Alina Reyes schrieb mit „Labyrinth des Eros“ einen Klassiker der modernen erotischen Literatur. Sie wurde bekannt mit ihrem Debütroman „Der Schlachter“, übersetzt in 25 Sprachen, und vor allem durch den internationalen Bestseller „Die siebte Nacht“.

Werke (Auswahl)

Verlangen und Vergeltung. Erotische Erzählungen. Berliner Taschenbuchverlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-8333-0662-4.
La septième nuit.
deutsch: Die siebte Nacht. Goldmann, München 2007, ISBN 978-3-442-46608-5[1]
Derrière la porte.
deutsch: Labyrinth des Eros. Berliner Taschenbuchverlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8333-0380-7[1]
Le boucher. Roman.
deutsch: Verführt. Erzählung. Rowohlt, Reinbek 1989.
deutsch: Der Schlachter.
Le carnet de rose.
deutsch: Tagebuch der Lust. Berliner Taschenbuchverlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8333-0526-9[1]
Lilith. Roman.
deutsch: Lilith. VGS Verlag, Köln 2000, ISBN 3-8025-2756-9

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H. P. Lovecraft – Berge des Wahnsinns (Teil 2) (Gruselkabinett 45)

Das Ende der verhängnisvollen Antarktis-Expedition

New England 1930: Der Geologe William Dyer, ein Professor an der Miskatonic University, ist der Kopf einer großangelegten Expedition in die Antarktis. Gemeinsam mit seinem Assistenten Larry Danforth, seiner Kollegin Dr. Leni Lake, deren Assistentin Leslie Carroll, dem Ingenieur Prof. Frank Pabodie, dem Physiker und Meteorologen Prof. Atwood und diversen Hilfskräften bricht Dyer auf, den unwirtlichsten Kontinent der Erde zu erkunden. Ein sehr gefahrvolles Unterfangen, wie sich herausstellt.

In den Weiten der Antarktis 1931 fliegen Dyer und Pabodie mit Danforth im letzten verbliebenen Flugzeug in Richtung der neu entdeckten Bergkette. Was wird sie dort nach dem dramatischen letzten Funkspruch, den die Kollegen gesendet haben, erwarten?
(Verlagsinfo)
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H.P. Lovecraft – Berge des Wahnsinns (Teil 1) (Gruselkabinett 44)

Aufbruch zu verhängnisvoller Antarktis-Expedition

New England 1930: Der Geologe William Dyer, ein Professor an der Miskatonic University, ist der Kopf einer großangelegten Expedition in die Antarktis. Gemeinsam mit seinem Assistenten Larry Danforth, seiner Kollegin Dr. Leni Lake, deren Assistentin Leslie Carroll, dem Ingenieur Prof. Frank Pabodie, dem Physiker und Meteorologen Prof. Atwood und diversen Hilfskräften bricht Dyer auf, den unwirtlichsten Kontinent der Erde zu erkunden. Ein sehr gefahrvolles Unterfangen, wie sich herausstellt … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 14 Jahren.
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Pascal Mercier (Peter Bieri) – Nachtzug nach Lissabon (Lesung)

Ans Ende der Welt: eine Ermittlung in Sachen Leben

Eines Morgens steigt Raimund Gregorius, alternder Lateinlehrer in Bern, aus seinem stets geregelten Leben aus. Er hat eine Portugiesin kennengelernt, von der er dachte, sie wolle sich in die Fluten der Aare stürzen. Ganz neue Perspektiven eröffnen sich ihm. Als er das Buch „Worte des Goldschmieds“ des portugiesischen Autors Amadeo Prado in einem Antiquariat geschenkt bekommt, kennt Gregorius kein Halten mehr. Er muss nach Lissabon und mit dem Autor sprechen. Doch was er in Lissabon findet, ist viel, viel mehr …

Der Autor

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Lovecraft, H. P. – Der Fall Charles Dexter Ward (Gruselkabinett 24/25)

Die Wiederkehr des Hexenmeisters

Providence, USA, 1928: Der junge Charles Dexter Ward verschwindet am 13. April spurlos aus der Nervenheilanstalt von Dr. Waite. Sein Hausarzt Dr. Marinus B. Willet, ein guter Freund seiner Eltern, blickt zurück auf den äußerst befremdlichen Fall eines Wahnsinns, der offenbar aus der Beschäftigung des jungen Mannes mit der eigenen Familiengeschichte herrührte …

Der Autor
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Georges Bataille – Das obszöne Werk. Erzählungen

Simone setzt sich in den Teller Milch

Erotismus ist nicht das gleiche wie Sexualität, sondern ihre Transzendierung. Die erotische Erfahrung ist für den französischen Schriftsteller Georges Bataille (1897-1962) eine zweifache: die des Tabus und die seiner Überschreitung. Erst die Überschreitung des Tabus ermöglicht den Figuren auch die Transzendierung des Ich. Die Ekstase, das Außer-sich-sein, das die mittelalterliche Mystik in religiöser Versenkung fand, suchen sie im körperlichen Tabubruch und in körperlicher Selbstentäußerung. Dadurch wird Gott überflüssig, und dies wiederum hat zahlreiche philosophische Konsequenzen: Wenn Gott tot ist, dann ist das Universum leer, und die Sterne sind nur kalte Schlackehaufen, die der Entropie unterworfen sind. Letzten Endes ist der Erotismus also eine recht ungemütliche Angelegenheit.

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Arthur Conan Doyle – Die geheimnisvolle Kiste (Lesung)

Beklemmend: Terroristen an Bord?

Auf einer Seereise beobachtet der Schriftsteller Hammond zwei finstere Kerle, die sich an einer kleinen geheimnisvollen Kiste zu schaffen machen, die sie mit an Bord brachten. Für Hammond steht fest: Es muss eine Bombe sein. Zusammen mit seinem Freund Dick Martin versucht er die drohende Katastrophe zu verhindern und belauscht die Männer, fordert sie sogar mit Worten heraus. Schließlich muss er seine Feigheit überwinden und den Kampf mit ihnen aufnehmen. Da macht er eine überraschende Entdeckung.
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Stephen King – Briefe aus Jerusalem (Lesung)

Schaurig: der Untergang des Hauses Boone

Als Charles Boone sich nach Chapelwaite in Neu-England aufmacht, ahnt er noch nicht, dass auf dem ererbten Landsitz ein verhängnisvoller Fluch lastet. Doch schon bald, so verraten seine Briefe, wecken seltsame Geräusche und hartnäckige Gerüchte in der Nachbarschaft seinen Argwohn: ein verschollenes Dorf, wo das Böse regiert, ein mysteriöses Schattenwesen, das Blutzoll fordert – über kurz oder lang gerät Charles Boone an den Rand des Wahnsinns …

Der Autor
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Elizabeth Peters – Im Schatten des Todes (Lesung)

Untote Pharaonen: Action am Nil

Zwei britische Damen schippern Ende des 19. Jahrhunderts den Nil hinauf, um die Königsgräber von Amarna im Tal der Könige zu besuchen. Zu ihrem nicht geringen Schrecken ist eine wandelnden Mumie hinter der schwächeren der beiden Damen her, um sie zu entführen. Oder möchte ihnen jemand nur einen üblen Streich spielen?

Die Autorin

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Henri-Pierre Roché – Jules und Jim (Lesung)

Die Geschichte von „Jules und Jim“ und Kathe ist durch François Truffauts Film von 1961/62 bereits Legende geworden: eine „amour fou“ zu dritt. Zwei junge Literaten, der Deutsche Jules (gespielt von Oskar Werner) und der Franzose Jim, beide verliebt ins Leben und die Liebe, lernen sich 1907 (!) in Paris kennen und teilen fortan ihre Tage. Nichts kann sie trennen, bis eines Tages Kathe kommt, die aufregendste Frau, die ihnen je begegnet ist. Sie (gespielt von Jeanne Moreau) liebt beide, erst Jules, dann Jim, dann wieder Jules. Sie kann nicht ohne Jim leben, aber auch nicht ohne Jules. Bis zur letzten Konsequenz …
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Marklund, Lisa – Holzdieb, Der

_Showdown hinterm Holzstapel_

In Schweden herrscht eiskalter Winter an Weihnachten. Dem alten Waldarbeiter Gustav, der nur mit seiner Katze zusammen in einem kleinen Häuschen am Waldrand wohnt, wird in letzter Zeit regelmäßig aus seinem Schuppen Holz gestohlen. Als seine Nichte Annika Bengtzon dem Holzdieb auflauert, erlebt sie eine große Überraschung. Eine „anrührende Geschichte über Armut, Einsamkeit und Liebe“, schreibt der Verlag.

_Die Autorin_

Liza Marklund, geboren 1962, studierte Journalismus und arbeitete bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Mehrere Jahre war sie Nachrichtenchefin des schwedischen Privatsenders „TV 4“. Diesen Traumjob kündigte sie, um Romane zu schreiben. Für ihren Debütroman „Olympisches Feuer“ (dt. 2000) erhielt sie bedeutende Literaturpreise. Auch die Nachfolgeromane „Studio 6“ und „Paradies“ wurden erfolgreiche Krimis. Die Romane wurden laut Verlag fürs Kino verfilmt. Marklund lebt mit ihrer Familie in Stockholm und arbeitet wieder als Journalistin. (Verlagsinfo)

Mehr Info: http://www.lizamarklund.net und http://www.hoffmann-und-campe.de.

_Die Sprecherin_

Susanne Schröder, geboren in München, absolvierte ihre Ausbildung an der Schauspielakademie in Zürich. Sie spielte an den Kammerspielen und am Residenztheater in München. Bekannt ist sie darüber hinaus durch ihre Auftritte in TV-Serien und Fernsehspielen. Für den Hörverlag hat Schröder bereits „Die kleine Meerjungfrau“ von H.C. Andersen gelesen.

Die Regie führte Toni Nirschl und den Ton steuerte Ron Behrendt.

_Handlung_

Der alte Gustav erwacht in der Kälte seiner Hütte, in der nur ein Kater – ein ausgezeichneter Mäusejäger – ihm Gesellschaft leistet. Früher war Gustav mal Waldarbeiter, und er kennt sich aus mit Holz. Es ist noch Nacht, aber er muss sich erleichtern und frisches Feuerholz holen. Da bemerkt er, dass sich schon wieder jemand an einem seiner umfangreichen Holzstapel bedient hat. Diesmal hat es die Birke erwischt. Gustav ist von Wut und Schmerz über den Verlust erfüllt. Der Winter ist saukalt, und wie soll er das ohne genügend Holz überleben?

Gustav ist Annika Bengtzons Onkel. Und seit ihrer Kindheit bei der Oma in Mittelschweden besucht sie ihn zu Weihnachten, um einen Kuchen und andere Leckereien zu bringen. Er hat ihr alles beigebracht, was sie über Bäume, Holz und Holzeinschlagen weiß, und das ist eine ganze Menge. Seit zwei Monaten arbeitet sie allerdings in der Hauptstadt, beim „Abendblatt“. Als Annika dieses Jahr in Gustavs Hütte treten will, starrt sie in den Doppellauf einer Schrotflinte.

Als sie wütend gegen diese Behandlung protestiert, erklärt er ihr den Grund. Wer ist der Holzdieb? Da er oder sie immer zu Fuß kommt, muss er – oder sie – aus dem Dorf Hedberga stammen. Annika gibt ihm das Weihnachtsessen und geht ins Dorf, wo Kirchenlieder erklingen. Dessen Bewohner kennt sie aus ihrer Kindheit und Jugend. Hier hatte sie ihren ersten Freund, den sie an eine Schlampe namens Ingela Jönsson verlor, die von allen nur verächtlich „Spermatopf“ genannt wurde, weil sie so leicht herumzukriegen war.

Nach dem Neuschnee folgt Annika den Spuren des Holzdiebs, die zum Schuppen mit den Holzstapeln führen. Der Dieb ist noch da! Sie geht hinein und erlebt eine Überraschung: eine alte Bekanntschaft. Plötzlich fallen Schüsse: Gustav hat beide ins Visier genommen! Nur der Schuppen bietet Deckung – und eine Gelegenheit, mal herauszubekommen, was den Holzdieb zu seinem Verbrechen veranlasst hat.

_Mein Eindruck_

In „Der Holzdieb“ greift Liza Marklund das Thema der Armut in den einkommensschwachen Schichten auf und beleuchtet, was es für die Betroffenen bedeutet. Der Grund für die Armut ist meistens entweder Ruhestand (Gustav) oder Arbeitslosigkeit (Holzdieb) – oder beides. Da die Stilllegung alter Industrien wie etwa der Holz- oder Erzindustrie viele Beschäftige in die Arbeitslosigkeit entlässt, erleben diese Menschen ein ziemlich trauriges Weihnachtsfest – so etwa auch Gustav.

Doch wie hilft der Wohlfahrtsstaat Schweden den betroffenen Bürgern? Durch die so genannte „Sozialstation“. Deren lokale Leiterin taucht denn auch auf, doch ihr Vorschlag besteht lediglich darin, Gustav ins Pflegeheim zu stecken. Als ob der Mann nicht für sich selbst sorgen könnte! Und sein Holz soll man dem Dieb wohl schenken? Aber Annika, die immer praktisch und unkonventionell denkt, hat einen konstruktiven Vorschlag parat.

Die Autorin setzt wieder ihr patentiertes Handlungselement ein: den intensiven Dialog. Denn man muss die Menschen erst einmal verstehen, bevor man sie verurteilt, ist ihre unausgesprochene Ansicht. Ihre Serienheldin Annika Bengtzon hat diese Haltung schon in mehreren gelungenen Romanen in die Tat umgesetzt. Und auch diesmal gelingt ihr die angestrebte Erkenntnis – ebenso im Zuhörer. Mitgefühl entsteht gerade, da fallen die Schüsse Gustavs wie Hammerschläge auf die zarten Bande zwischen Annika und dem Holzdieb.

Aber es ist nicht so, als würde Annika aus Gefühlsduselei Mitgefühl (nicht zu verwechseln mit Mitleid) entwickeln, denn sie hat ihre eigenen Gründe, dem Holzdieb nicht helfen zu wollen. Sie könnte sich ja auch rächen wollen. Die Gelegenheit dazu bietet sich ihr, denn sie braucht bloß ihrem Onkel den Holzdieb vor die Flinte zu schubsen – Problem erledigt. Oder doch nicht? Denn da kommt auch schon die Polizei angerückt. Und Annika hat sowieso nicht das Zeug zu einer Mörderin.

_Die Sprecherin_

Nicht mehr Judy Winter spricht wie bisher die Hörbücher von Liza Marklund, sondern die wesentlich jüngere Susanne Schröder. (Winter wurde 1944 geboren, ist also schon über 60.) Statt einer tiefen Altstimme verfügt Schröder wohl eher über so etwas wie einen Sopran. Das weckt Zweifel, ob sie die wesentlich „härteren“ Romane auf eine glaubwürdige Weise bewältigen könnte.

Doch darauf kommt es in „Der Holzdieb“ nicht an. Da Gustav kaum spricht, hat sie lediglich Frauenfiguren zu sprechen, und diese Aufgabe bietet keine unüberwindbaren Schwierigkeiten.

Es gibt weder Musik noch Geräusche, denn bei allen Single-CDs der „Smart-Edition“ des Hörverlags fehlen diese Zutaten. Ein niedriger Preis zieht eben auch eine geringere Ausstattung nach sich.

_Unterm Strich_

„Der Holzdieb“ ist eine typische Weihnachtsgeschichte, wie sie von den Zeitungen und Herausgebern weltweit immer wieder bestellt wird. Man denke etwa an David Baldaccis Roman „Das Geschenk“ (The Christmas Train). Alle diese Geschichten blicken auf eine lange Tradition zurück, die bis ins 19. Jahrhundert reicht, bis zu der berühmtesten aller Weihnachtsgeschichten: „A Christmas Carol“ von Charles Dickens. Schon damals spielte Armut eine wichtige Rolle für die Handlung; man denke nur an den armen „Scratchit“, dessen Name andeutet, dass er alles zusammenkratzen muss, was er noch kriegen kann.

Der Holzdieb in Marklunds Geschichte ist im Gegensatz dazu jedoch keineswegs ein Anlass, Mitleidstränen zu zerdrücken, sondern wie schon von jeher ein faules, opportunistisches Miststück. Sie verdient vielleicht unser Mitgefühl, aber nicht unser Mitleid. Mit ihrer Patentlösung schlägt Annika zwei Fliegen mit einer Klappe: eine große Hilfe und eine kleine Rache. Das entbehrt nicht eines gewissen ironischen Humors.

Die Sprecherin Susanne Schröder ist ein beinahe vollwertiger Ersatz für Judy Winter. Sie spricht deutlich und akzentuiert, so dass man den Sätzen ohne Mühe folgen kann. Ihre Annika-Figur ist ebenso als energische Person erkennbar wie in den von Judy Winter gesprochenen Romanen.

Insgesamt bietet das Hörbuch eine Ergänzung im Werk von Liza Marklund, auf die man ohne weiteres verzichten könnte. Wer allerdings eine etwas untypische Weihnachtsgeschichte mit aktuellem Zeitbezug verschenken möchte (es muss ja nicht immer der olle Charles Dickens sein), sollte diese CD durchaus in Betracht ziehen.

|45 Minuten auf 1 CD|
http://www.hoerverlag.de